Donnerstag, 22. Oktober 2015

Zwei Benediktiner-Äbte nehmen Stellung zur Familiensynode

Wer nun meint, zu der Causa der Zulaßbarkeit von Geschieden-Wi(e)derverheirateten sei schon alles Sagbare gesagt, sodaß wir wir nur noch x-fsche Aufwärmungen des immer selben zu lesen bekommen, der irrt, weil er eben die benediktinische Kreativität nicht kennt! Der Erzabt Wolfgang Öxler schreibt: (und das muß fett unterstrichen werden) "Wenn ich die Ehe im Vergleich zu den Ordensgelübden sehe, dann stelle ich fest, dass Mitbrüder von den Ordensgelübden relativ schnell dispensiert werden können. Hier sehe ich auch das Problem des ungleichen Umgangs." (in: missionsblätter, 110 Jahrgang, Heft 3 2015, S.20) So einfach geht das nach diesem Erzabt: man dispensiert einfach von dem Eheversprechen und erlaubt dann dem Dispensierten, eine neue Ehe zu schließen! Die Unauflöslichkeit der Ehe soll eben genauso unauflöslich sein wie die Gelübde des Mönchsstandes: relativ schnell dispensierbar! 
Dieser phantastische Einfall, hoffentlich ist der dem Papst und de Synode schon angezeigt worde, ist nun eingebetet in weitere sehr originelle Ideen. Wir lesen da über Jesus. Auf der Familiensynode ginge es darum, "den Willen Gottes zu finden, ohne dabei am Menschen unserer Zeit vorbeizuleben." (S.20)
Also, da gibt es die Spannung zwischen dem Willen Gottes und dem Menschen unserer Zeit und da gibt es die Familiensnode, die genau in dieser Spannung zwischen Gott und dem Menschen unerer Zeit steht. Wohin soll sich nun die Synode hinwenden? Der Erzabt weiß die richtige Antwort, indem er auf Jesu Lebenspraxis verweist! "Jesus hat sich doch eigentlich immer für den Menschen entschieden." Jesus hat sich also gegen den Willen Gottes und für den Menschen entschieden! Als Begründung fügt der Erzabt an: "Am Heil des Menschen relativiert sich jedes Gesetz. Geschieht nicht so Menschwerdung unserer Kirche?" (S.20).,Gäbe es ein Guinessbuch der größten christlogischen Häresien, das müßte da aufgenommen werden! Also das Gesetz Gottes widerpricht dem Heile des Menschen und muß dann relativiert werden. Das Gesetz Gottes verbietet, daß Menschen im Stande der Sünde (nicht der läßlichen) das Sakrament des Altares empfangen, weil sie es so nur zu ihrem Unheil empfangen können. Jetzt soll die Kirche dieses Gesetz Gottes relativieren, damit Geschieden- Wi(e)derveheiratete das Sakrament doch empfangen können- aber empfangen sie es dann sich nur zum Schaden! Aber davon will der Erzabt nichts wissen, denn er behauptet einfach, daß auch im Stande der Sünde Lebende die Eucharistie zu ihrer Stärkung empfangen würden!   Wie kommt er darauf? Er wendet einen ganz einfachen Trick an, indem er Jesu Essenspraxis: "Das Handeln Jesu zeigt: Er isst mit Sündern" (S.21) mit seiner Praxis der Eucharistie verwechselt. Zur ersten Eucharistiefeier lud Jesus Christus nämlich nur die 12 Apostel ein und da aß er nicht mit Sündern, auch wenn der Apostel Judas danach vom Glauben abfiel und zum Verräter wurde, sondern gerade nur mit Aposteln! Die hl. Schrift lehrt uns nun, daß die Medizin zur Unsterblichkeit, das Sakrament des Altares, Jesu Blut und Fleisch, sakrilegisch genossen zum Unheil wird, wie eben jede Medizin, falsch eingenommen, negative Nebenwirkungen mit sich bringt. Dabei gilt zudem als Faustformel, daß je stärker die Wirkkraft einer Medizin ist, desto fataler die Negativwirkungen bei unangemessener Einnahmepraxis! 
Daß dieser Erzabt dabei von "unserer Kirche" spricht, sollte nicht überlesen werden. Das ist ernst gemeint. Die Kirche, die diesem Erzabt vorschwebt ist nicht die Kirche Jesu Christi, sondern eine, die Menschen gehört und die eben auch Menschen zu dienen hat. Und das ist ihre "Menschwerdung", daß sie vor der Wahl gestellt, dem Gesetz und Willen Gottes zu gehorchen oder Menschen zu dienen. dem Menschendienst den Vorzug vor dem Gesetz Gottes gibt! Und der Jesus dieses Erzabtes hat es ja auch so praktiziert, daß er den Menschendienst,  dem Willen Gottes zu gehorchen, vorgezogen hat!    

Der zweite benediktinische Abt  Jeremia Schröder ist da weniger originell. Er betont seine Kompetenz zu den Fragen der Familiensynode so: "Ich habe an vielen Orten, zwischen Kuba und Korea Eindrücke gesammelt, wie es katholischen Familien geht." (S.21) Damit will er sagen, daß er ob dieser vielen Eindrücke eben in der Sache kompetenter ist als die Bischöfe! (Warum? Der Abtpräses meint, daß Bischöfe eben nur Eindrücke aus ihrem Bistum zur Verfügung stünden, er so über mehr Erfahrung verfüge. Und darum urteilt er: "Und dann denke ich darüber nach, was diese Verschiedenheit [an Eindrücken]bedeutet: es ist vielleicht doch sehr unwahrscheinlich, dass eine ganz einfache und einheitliche Antwort all diesen Situationen gerecht werden kann." Also, jedes Bistum oder besser gesagt jede nationale Bischofskonferenz soll selbst ihre Weise des Umgehens mit diesen Problemen festlegen, denn es könne keine gesamtkatholische Lösung geben, die den besonderen Situationen in den verschiedenen Regionen der Welt gerecht werden könne. In Klartextsprache überetzt heißt das: weil ich als Reformer keine Mehrheiten auf der Synode für eine Reformagenda erwarte, sollen die notwendigen Modernisierungen auf der Deutschen Bischofskonferenz realisiert werden und damit sie das auch kann, muß sie auf dieser Familiensynode diesen Freiraum zugesprochen bekommen. 

Die Kirche darf eben nicht an dem Menschen unserer Zeit vorbeileben, sondern muß eben die Gesetze Gottes ändern, um des Zeitgenossen willen! Und so wird die Kirche zu unserer Kirche!        

1 Kommentar:

  1. Worin genau besteht der Schaden den jemand nimmt, wenn er in schwerer Sünde zur Kommunion geht?

    AntwortenLöschen