Montag, 29. Mai 2017

Der Niedergang katholischer Theologie ein Beispiel

Religion hat viele Erscheinungsformen – konstruktive und destruktive. Gläubige verausgaben sich im Dienst für andere, weil sie eine Brille aufsetzen können, die sie in Fremden ihre Geschwister sehen lässt. Religiöse Menschen töten aber auch, wenn sie sich eine Weltdeutung aneignen, die in Ungläubigen Feinde erkennt. Diese Ambivalenz der Religion (auch des Christentums) zu analysieren, ist nicht nur Aufgabe der Sozialwissenschaften, sondern ebenso der Dogmatik. Die Dogmatik hat es mit den ideengeschichtlichen und lehrhaften Strukturen der Religion zu tun. Diese bedenkt sie nicht im luftleeren Raum, sondern stets im Angesicht zeitgenössischer Herausforderungen. Ausgehend von der These Peter L. Bergers, dass Religionen in der Moderne unter einem "heretical imperative" stehen, sucht das Seminar nach dogmatischen Strukturbedingungen des Phänomens "Religion", die Radikalisierung, Extremismus und Gewalt begünstigen. Natürlich ist auch zu fragen: Welche dogmatischen Strukturen könnten das friedfertige Potenzial fördern und das destruktive Moment der Religion minimieren?
So kündigt Professor Michael Seewald auf seiner Internetseite seines Lehrstuhles Dogmatik der  Universität Münster ein Seminar an. Katholisch de laudierte diesem jüngsten Theologieprofessor Deutschlands ja für seinen bahnbrechenden Vorschlag, Frauen zu Priestern zu weihen, wenn diese sich dann zum zölibatären Leben verpflichteten. (28.5. 2017) Aber sein Herz schlägt noch für größere Aufgaben. Angesichts von fanatischen Christen, die Terroranschläge und  Selbstnordattentate begehen, will er in der christlichen Dogmatik nach Ursachen solcher Militanz forschen! "Dogmatische Strukturbedingungen" sind für ihn irgndwie dafür verantwortlich! Das nennt er die Ambivalenz der Religionen. 
Was ist also das Ziel dieses dogmatischen Studierens? Nicht ewa, den Wahrheitsgehalt der christlichen Dogmen und der Lehre zu entfalten- mitnichten. Das Ziel ist einfach die Pazifzierung der Religion und somit auch der christlichen: Wie ist Gott und die Religion zu denken, damit sie dem Konzept der Hervorbringung einer multikulturellen und multiethnischen Gesellschaft kompatibel wird. Damit wird die christliche Religion, wie auch jede andere verstanden als ein reines Kulturprodukt, das nun den Anforderungen heutiger Gesellschaften gemäß umzustrukturieren ist. Wahr ist eine Religion dann, wenn sie eben ihre Sozialfuktion erfüllt und Dysfunktionales aus ihr entfernt. So wird ein schlichter soziologischer  Funktionalismus zu der Kriteriologie der Überprüfung der Wahrheitsgehalte auch der chrislichen Religion. Wahr sein, heißt eben sozial nützlich sein und unwahr ist eine Religion, die Störungen im Sozialsystem evoziert. 
Ach ja,: Im Prinzip funktioniert jede Religion in der Moderne, besser in der Postmoderne, wie ein Supermarkt, in dem für die Kunden Vielerei angeboten wird, und der Kunde dann das ihm Gefallene sich aussucht und das Nichtgefällig im Regal stehen läßt. So verhielte sich jeder postmoderne Konsument den Religionen gegenüber und das sei die unhintergehbare Struktur der häretischen Existenz. Das legitimiert nun auch Professor Seewald, nur noch das aus der christlichen Religion zu rezipieren, was sozialverträglich und friedensförderlich ist. Denn nicht das Ganze der christlichen Religion ist wahr, und somit auch nicht die ganze Lehre der Kirche, sondern nur das Sozialverträgliche in ihr, bzw, daß eben die Gehalte der Religion so umzuformen sind. . 

Zusatz: Warum frägt dieser Professor nicht einfach nach dem Verhältnis von Islam und Gewalt? Weil das nicht politisch korrekt wäre, also sucht er in allen Religionen nach Quellen für religiös legitimierbare Gewalt!  Und was sollen Religionen positiv lehren? Daß alle Menschen Brüder und Schwestern sind und so alle lieb zu einander zu sein haben. Das klingt zwar mehr nach universaler Menschheitsverbrüdeung als denn nach Religion, aber wenn nur noch eine Religion um ihrer pazifizierenden Gehalte  willen geschätzt wird, ist sie so auch gleichgültig! 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen