Montag, 12. März 2018

Um des religiösen Dialoges willen: Jesus darf nicht die offenbarte Wahrheit sein!

"Wer Mission will, will weder Dialog noch Toleranz, der will in letzter Konsequenz das Verschwinden des Glaubens des je Anderen und die weltweite Durchsetzung der eigenen als der einzig 'wahren Religion'", behauptete Kuschel bei einem Vortrag am Freitag in Salzburg. Der Dialog stelle in diesem Zusammenhang ein bloßes Instrument der Missionierung dar und sei nicht als Gespräch auf Augenhöhe zu werten."  kat net 12.3.
Spricht hier der Theologe Kuschel das Geheimnis des Dialogchristentumes aus, oder meint er, daß immer noch der Dialog seitens der Katholischen Kirche faktisch konterkariert wird durch das Nochselbstverständnis der Kirche, daß nur die christliche Religion in der katholischen Auffassung die einzig wahre ist? 
Wie müßte dann der wahre Dialog geführt werden ?Eine klare Antwort gibt uns der Küngschüler:"Ein Dialog unter den monotheistischen Religionen müsse dabei zugleich von einer "theozentrischen Selbstrelativierung" geleitet sein, denn: "Auch wer als Jude, Christ oder Muslim die Wahrheit seines Glaubens bezeugt und bezeugen muss, weiß zugleich, keine Religion die ganze Wahrheit hat." Nun drängt diese Behauptung uns dazu, nachzufragen, woher denn dieser Professor weiß, daß keine Religion die ganze Wahrheit (über Gott) in sich trägt? Die einfachste Erklärung wäre wohl die, daß er selbst über die ganze Wahrheitserkenntnis verfügt und dann feststellt, daß alle drei monotheistischen Religionen nur Teile dieser von ihm erkannten ganzen Wahrheiten als ihr Glaubensgut aufweisen können. Nur, wie kommt dieser Professor zu dieser Erkenntnis der ganzen Wahrheit, die den Erkenntnissen aller drei monotheistischen Religionen so überlegen ist? 
Auf diese Frage finden wir bei diesem Theologen auf den ersten Blick keine Antwort, weil wir noch ganz befangen im realistischen Denken meinen, daß Gott dann wahr gedacht wird, wenn er so gedacht wird, wie er wirklich ist. Wie denkt stattdessen der postmoderne Kuschel? Er frägt: Wie ist Gott zu denken, damit der Dialog zwischen den drei monotheistischen Religionen fruchtbar geführt werden kann? Der Dialog ist dann, in Anlehnung an  Carl Schmitts Romantikkritik der ewige Dialog, der nie zu einer Entscheidung, dem Dogma  führt. Alles soll in der Schwebe letztlicher Unentschiedenheit bleiben, in der alle Dialogisierer sich gegenseitig bescheinigen, auf dem Wege zur Wahrheitserkenntnis zu sein, sie aber noch nicht in Gänze erfaßt zu haben. Nie darf es zu der Erkenntnis kommen, daß das wahr und das unwahr ist, daß es eben doch eine wahre Religion gibt- sondern alle sollen als gleich wahr angesehen werden, damit der Dialog so geführt werden kann. 
Ist der Dialog in der platonischen Tradition das Medium zur Gewinnung der Wahrheit, so soll hier ein Dialog konzipiert werden, der nie die Wahrheit erreicht und so und gerade nur so ein ewiges Gespräch sein kann.
Es darf so keine Wahrheitserkenntnis geben, denn die erkannte Wahrheit würde das Wahre vom Nichtwahren unterscheiden, ja gar das Unwahre diskriminieren. Das darf aber im Dialogisieren nicht geschehen, damit ein ewiges Gespräch entsteht,ohne daß das je die Wahrheit erreicht. Was wird dann aber aus Jesus Christus, der von sich sagt, daß er die Wahrheit ist, daß sie in ihm offenbar ist? Hier belehrt uns Hans Küng, sein Lehrer.  Die Vermenschlichung Jesu, daß er eben bei aller Besonderheit doch auch nur ein Mensch mit seiner persönlichen Gottesvortellung war, beseitigt so das Haupthindernis für das Dialogchristentum, den Sohn Gottes, der selbst die offenbare Wahrheit ist. Aber ein solches Opfer bringt dieser modernistische Theologe als Schüler des Häretikers Küng gerne. Denn ihm ist das Dialogisieren das wichtigste- und zwar ein ewiges Gespräch, das nie die Wahrheit erreicht, denn die wäre ja das Ende der postmodern verstandenen Freiheit, in der eben nicht zwischen wahr und unwahr unterschieden werden soll, damit nicht kraft der erkannten Wahrheit das Unwahre diskriminiert wird.
Der Theologe Kuschl benennt so offenherzig die theologischen Prämissen, die dem Dialog, wie er heute von der Katholischen Kirche praktiziert wird, zu gundeliegen und kritisiert, daß diese noch nicht adäquat von der Dogmatik der Kirche rezipiert worden sind, daß eben auch die Theologie lehrt, daß alle monotheistischen Religionen gleich wahr sind und doch die ganze Wahrheit nicht in sich haben, denn Gott offenbarte sich nie so, (etwa in Jesus Christus),daß die ganze Wahrheit erkennbar wurde. Wir leben als Gläubiger jeder Religion so immer auch noch im Dunkel des Nichterkennens und das und nur das ermöglicht uns, zu dialogoisieren. Wehe, es brächte wer das Licht, in dem die Wahrheit sich zu erkennen gäbe!  


Corollarium 1
Wem dies Konzept etwas freimaurerisch vorkommt und wer dann herausfindet, daß wie Küng auch dieser "katholische" Theologe sich im Projekt: "Weltethos" engagiert, dem sei gesagt:
"Ein Kapitel widmet der Autor dem «Weltethos», wie es vom Schweizer Hans Küng propagiert und vom Council des Parlamentes der Weltreligionen im Jahre 1993 in Chicago festgelegt worden ist. Preiss kommt zum Schluss, dass die Thesen des «Weltethos» eine klare Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Freimaurerei aufweisen, auch wenn sie etwas anders formuliert worden sind. Ein Freimaurer kann die Forderungen des Weltethos voll und ganz unterstützen, weil sie auch seinen Grundsätzen entsprechen."  
 zitiert: freimaurer-wiki.de/index.php/Rezension:_Klaus_Preiss:_Freimaurerei_und_Ethik  
Das küngsche Konzept des "Weltethos" kann ein Freimaurer eben so positiv werten, weil auch das dies Konzept fundierende Verständnis von der Gleichgültigkeit aller Religionen ein freimaurerisches ist. 
    


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