Montag, 25. März 2019

Wer glaubt noch an die Realpräsenz Christi in Brot und Wein nach deren Konsekration?

Oft in conservativen und traditionalistischen Kirchenkreisen ist zu hören, daß die Einführung der Handkommunion den Glauben an die Realpräsenz Christi aufgelöst habe. Der Anschein spricht dafür. Denn wenn die Hostie wie ein normales Lebensmittel gegessen wird, dann liegt es doch nahe, daß es eben auch nur ein normales Brot ist, das uns nur eben an Jesus erinnern soll, der so gerne mit seinen "Freunden" aß und trank. 
Abendmahl ist ja sowieso nur ein solenner Begriff für ein Abendessen. Das Christliche des Abendessens bestünde dann nur noch darin, daß sich die christliche Gemeinde des ersten  Abendessenseinlader bei jedem Abendessen in der Kirche erinnert. Darauf läßt sich das reformierte Abendmahlsverständnis nach dem Reformator Zwingli reduzieren und es darf vermutet werden, daß dies Verständnis  in der Ökumene-trotz anderslautender Texten- zu dieser Causa viele Anhänger in allen Confessionen heutzutage hat, wie überhaupt in Vielem reformierte Standpunkte sich in der Ökumene durchsetzten, weil sie moderniätskompatibler sind als die der anderen Confessionen der Ökumene.
Aber so sind wir schon auf eine andere Spur gestoßen: der ökumenische Diskurs über das "Abendmahl". Der Wille, gemeinsam Eucharistie mit den Protestanten feiern zu wollen, führte dazu, daß die Katholische Lehre von der Realpräsenz in ihrer Bedeutung relativiert wurde, um eine Gemeinsamkeit mit den Lutheranern zu finden. Da die Reformierten nun jede Realpräsenz in dem Brot und dem Wein der Abendmahlsfeier ablehnen, (das Hauptargument lautet: Da Jesus zur Rechten Gottes sitzt, kann er als Mensch nicht dort seiend auch noch gleichzeitig an anderen Orten sein!) und in Folge der innerevangelischen Ökumene die Lutheraner das für eine akzeptable Lehre erklärten, mit der ihrigen als kompatibel, ist klar, daß gerade das ökumenische Wollen zur "Abendmahls-gemeinschaft" zur Schleifung der katholischen Lehre von der Realpräsenz führt. Diese Lehre stört eben die Ökumene.
Nur als gravierender erachte ich dies: Schon in jedem Proseminar zum Neuen Testament lernt der Theologiestudent, daß Jesus von Nazareth keine Wunder gewirkt habe und daß alle Wundererzählungen Produkte nachösterlicher Gemeindebildung seien, sofern die Wunder nicht weltimmanent erklärbar sind, etwa individual- oder sozialpsyhologisch. Selbsredend sind alle Wunder der Heiligen auch nur Legenden, die nach dem Tode des später heilig Verehrten von seinen Verehrern erfunden worden sind.
Wenn also es keine Wunder gibt (nur bei der Auferstehung Jesu macht man noch eine Ausnahme), wie könnte sich dann in jeder Eucharistie das Wunder der Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi ereignen? Die Katholischen Priester seien ja auch keine Wundertäter. Gründonnerstag feiert die Kirche nicht nur die Einsetzung des Sakramentes der Eucharisie sondern auch, daß Jesus Christus, der wahre Hohepriester die 12 Apostel zu Priestern weihte, das heißt, ihnen die geistliche Vollmacht zur Wandlung von Brot  und Wein in das Fleisch und das Blut Christi übertrug. Aber wann wird das noch am Gründonnerstag verkündet? Wird da nicht lieber darüber gepredigt, was es heute hieße, seinen Mitmenschen die Füße zu waschen.
Was wird denn heutzutage über die Realpräsenz Christi gesagt in der Meßfeier? Am häufigsten ist doch zu hören (abgesehen von den liturgisch vorgegebenen Texten) , daß uns in dieser Feier, ja in dem Brot  Gottes Liebe zu uns begegne. Das klingt fromm. Aber meint das wirklich noch etwas anderes als: Liebe geht durch den Magen als Anforderung an die Ehefrau, ihren Mann gut zu bekochen? Erlebt  nicht jedes Kind die mütterliche Liebe, wenn seine Mutter ihm sein Lieblingsessen kocht. Und ist Gottes Liebe überhaupt das Selbe wie Jesus Christus? Ich die Liebe nicht ein Prädikat Jesu: Er  liebt alle Menschen, sodaß statt der Realpräsenz der Person Jesus Christus nur sein Lieben hier real erfahren werden kann. Das wäre dann eine recht solenne Ausschmückung der Banalität, daß sich Christen an die Menschenfreundlichkeit Jesu erinnern, indem sie beim gemeinsamen Essen des Brotes an den Menschenfreund Jesus denken, dessen Menschlichkeit, seine Liebe zu uns im Brotgeben und Brotmiteinaderessen besteht. Er gibt so aus seiner Liebe zu uns Brot, sodaß dies Brot nicht nur ein Zeichen sondern eine Realität seiner Menschenliebe ist.
Bezeichnend ist ja, daß von den Früchten der Kommunion fast überhaupt nicht mehr gesprochen wird, daß das gewandelte Brot als Fleisch Christi uns die Medizin zur Unsterlichkeit ist. Wenn das eucharistische Brot aber nur noch etwas ist, in dem uns die Liebe Gottes zu uns begegnet, (wie etwa ein Kind die Mutterliebe zu ihm in einem Schokoladenpudding, extra für ihn erstellt, erfährt), wozu bedarf es da noch einer Realpräsenz der Person Jesus Christus in den Eucharistie?
Daß so gesehen allein die Handkommunion die Hauptschuld an dem Verblassen des Glaubens an die Realpräsenz trägt, ist deshalb wohl zu bezweifeln. Zudem: Es gibt gute theologische Gründe für die Handkommunion: Der wichtigste: Jesus Christus hat sich erniedrigt bis zum schmachvollen Tode am Kreuze für uns. Er ließ sich von uns Menschen töten. So sehr gab er sich in die Hände von Menschen, daß sie ihn kreuzigen und töten konnten. Dieser  Selbsterniedrigung des Sohnes Gottes entspricht es, daß er in der Kommunion sich wieder in unsere menschliche Hände begibt. Das hat eine tiefe Bedeutung, denn Gottes Liebe zu uns bestand gerade in dieser Selbsterniedrigung bis zum Kreuzestod, damit wir so aus der Sünde emporgehoben werden. Wenn das Meßoper das Abbild des wahren Kreuzopfers ist, dann muß dies Grundlegende dieses Opfers, daß sich der Sohn Gottes in die Hände der Menschen begibt, auch in der Form der Meßfeier sein Abbild finden- in der Handkommunion! Was also theologisch legitim und gut ist, kann schwerlich der Grund zu etwas Negativem sein! Erst als ganz im Ungeiste der Aufklärung man nicht mehr an Wunder glauben wollte, wurde die Wandlung zum Hocuspokus .
So schreibt Wikpedia dazu: Eine weit verbreitete – und auch in etymologischen Lexika zu findende – Theorie sieht einen Zusammenhang mit der heiligen Messe in der katholischen Kirche. Der Priester spricht dabei während der Wandlung im Rahmen des Einsetzungsberichtes die Worte: Hoc est enim corpus meum, „Das ist mein Leib“. Gemeint ist der Leib Christi. Menschen, die kein Latein verstanden, hörten unter Umständen nur so etwas wie Hokuspokus.[1]  Es darf vermutet werden, daß dies Verhören weniger einer Folge defizitärer Lateinkenntnisse verschuldet ist als einer antikaholischen Polemik, daß da ihre Priester wie Zauberlehrlinge aufträten.
Eine Kirche, die den Ruf, in ihrem Zentralkult, der Eucharistie Zauberei zu betreiben, scheut, vergißt eben gern die Realpäsenz Christi, redet stattdessen von der Liebe Gottes, die uns da im geschenkten Brot erfahrbar wird.     
  

Sonntag, 24. März 2019

Der Sinn der Geschichte ? Fragen oder regiert Gott ganz verborgen?

Friedrich Romig beantwortet die Frage nach dem Sinn der Geschichte in seinem gleichnamigen Essayband (2011, S. :"Der Sinn der Geschichte ist die Ausbildung des "mystischen Leibes Christi"und die Vollendung des  mit Christus als "Keim und Anfang" angekommenen göttlichen Reiches."Der Sinn der Geschichte wäre also die Kirche, die mit und durch Jesus Christus ihrer Vollendung entgegengeht im Laufe der Geschichte. Ganz anders und doch diesen Gedanken ergänzend heißt es im Gebetsbuch: Maria, meine Zuflucht und mein Trost, von Michael Sintzel 1919, S.667: "Ich bin nur deshalb auf der Welt, um mein eigenes Heil zu wirken.-Verstehst du dieses, meine Seele? Du bist nicht da, um zu genießen, um groß zu erscheinen, um dich zu putzen, am allerwenigsten aber um zu sündigen." 
Aber eine Frage drängt sich nun uns doch auf: Warum steht dann im 1.Buch Mose als die Bestimmung des Menschen: " Und Gott segnete sie [die Menschen] und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet die Erde, und machet sie euch unterthan, und seid Herren über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels, und über alle Thiere, die sich auf der Erde regen." (1,28 Übersetzung Vulgata A.Arendt, 1903) Ist der Sinn der Geschichte so die Weltbeherrschung?
Noch eines ist zu bedenken: Die Menschheit, die sich die Welt unterordnen soll, ist selbst nicht einfach eine Einheit,auch wenn alle Menschen in Eva ihre Mutter haben, sondern sie gliedert sich auf in Rassen, Völker und Familien. Die Menschheit ist so eben nicht die Summe aller Einzelmenschen. So ist zu fragen, ob die Rassen, Nationen und Familien als kleinste zwischenmenschliche Vergemeinschaftung auch einen Sinn in der Geschichte haben. 
Aber damit ist die Komplexität der Geschichte noch nicht erfaßt, weil hier die Frage noch gar nicht gestellt ist, welchen Sinn denn die Geschichte für Gott selbst hat und was der Sinn des Satans dabei ist.Es ist doch undenkbar, daß Gott etwas für sich selbst Sinnloses erschaffen hat und erhält.
Ein geschichtstheologisches Denken müßte hier Antworten geben. Aber es scheint so, als wenn nicht nur Existentialisten das Ganze der Geschichte als eine Absurdität vorkommt, sodaß nur noch zu fragen wäre: Wer erlöst uns aus diesen Jammertälern der Geschichte?  Oder dem je Einzelnen wird die Last aufgebürdet, seinem Leben irgendwie einen Sinn zu geben.  
Oder könnte es sein, daß uns, weil wir noch im Glauben und noch nicht im Schauen leben, die Antwort auf den Sinn der Geschichte verborgen ist, daß nur geglaubt werden kann, daß das Ganze einen Sinn habe?

Zusatz:
Problematischer Anthropozentrismus: Warum fahren Züge? Der Schaffner weiß es: Damit ich die Fahrkarten kontrollieren kann!  Ist das nicht der meschlichste, allzumenschliche Typus der Antwort  auf die Frage nach dem Sinn von der Geschichte?

Samstag, 23. März 2019

Tod dem Zölibat- oder der unbedingte Wille zur Verprotestantisierung der Katholischen Kirche

Bischof Stefan"Oster sprach in dem Interview auch über mögliche Konsequenzen für den Fall, dass beim Zölibat künftig das Freiwilligkeits- und nicht mehr das Pflichtprinzip gilt: "Die Geschichte der Ostkirche zeigt uns: Wenn wir sagen, das stellen wir frei, dann wird es darauf hinauslaufen, dass der verheiratete Priester stark dominieren wird." Das heiße, so der Bischof weiter: "In der Fläche wird die zölibatäre Lebensform dann wohl verschwinden." Passauer Neue Presse am 23.3.2019  Passauer Bischof Oster: Beim Zölibat "ist mehr Spielraum drin"
Papst Franziskus wird wohl den Zentralangriff auf den Zölibat auf der Amazonassynode starten. Die Deutsche Bischofskonferenz greift dem nun schon voraus, um durch einen "synodalen Prozeß" dem Zölibat sein Ende zu bereiten. Das Ergebnis dieses Prozesses steht eben schon fest, bevor er überhaupt angefangen hat und es eine Klarheit darüber gibt, wie der denn gestaltet werden soll. 
Unverkennbar triumphiert hier der Wille zur Protestantisierung der Katholischen Kirche, der seinen ersten beredten Ausdruck im 2.Vaticanum fand. Es  ist keine Übertreibung, wenn der Zölibat der Katholischen Kirche als, um es mal etwas salopp zu formulieren, das Markenzeichen der Katholischen Kirche angesehen wird in der öffentlichen/veröffentlichten Meinung. Die grundlegenden theologischen Differenzen sind ja in der Ökomeneeuphorie schon längst als nicht mehr bedeutsam entwertet worden. Ja,das allgemeine Desinteresse an der Theologie führt eben auch dazu, daß das spezifisch Katholische nun fast nur noch festgemacht wird an dem Zölibat, daß Frauen keine Pille nehmen dürfen und daß diese Kirche nicht demokratisch sei, weil sie von einem Papst regiert wird.
Erklärte der Syllabus Pius IX noch als Irrtum: "Der Protestantismus ist nichts anderes als eine unterschiedliche Form derselben wahren christlichen Religion, in der es ebenso wie in der katholischen Kirche möglich ist, Gott zu gefallen" Denzinger Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse, 2005, 2918, so vertritt die Kirche im Ungeiste der Ökumene genau dies als neue Erkenntnis, um jetzt den Schlußpunkt zu setzen mit der Parole: Die Katholische Kirche hat nur noch eine Zukunft, wenn sie sich verprotestantisiert. Auf diesem Irrweg der Selbstdestruktion ist nun der anvisierte Fall des Zölibates ein großer Schritt nach vorne. Bischof Oster sieht es klar: Auch wenn die Amazonassynode nur eine lokal limitierte Auflösung des Zölibates (wahrscheinlich in der bewährten Form von Fußnoten) beschießen sollte, fällt damit der Zölibat. 
Als Katholiken stehen wir nun vor einer schweren Frage: Kann wirklich die Katholische Kirche untergehen? Kann sie verwandelt werden in eine protestantische kirchenähnliche Organisation? Eigentlich ist das unvorstellbar, daß der Herr der Kirche die seinige so verläßt und so den Destruktionsgelüsten von Kirchenfeinden überläßt. Aber hat Gott nicht auch sein erwähles Volk Israel verlassen: "Das Reich Gottes wird von euch hinweg genommen, und einem Volke gegeben werden, welches die Früchte desselben hervorbringt." (Matth 21, 43). Könnte etwa Jesus Christus auch dem Volke, dem er nun das Reich Gottes übergeben will, der Katholischen Kirche dieses wieder nehmen, weil sie eben auch keine guten Früchte mehr hervorbringt?
Eines ist gewiß: Heute wird in der Katholischen Kirche gemeint, daß es Gott gleichgültig sei, ob die Kirche katholisch bleibt oder sich verprotestantisiert. Und so kann dann frohen Mutes die Katholische Bastion geschleift werden, um in einem  linksliberalen Kulturprotestantismus zu enden, dem Glauben an das Gute in jedem Menschen hoffend auf die Möglichkeit einer Humanisierung der Welt.          

Freitag, 22. März 2019

Das 1.Gebot und der Diskurs über die Ehe-und Sexualmorallehre der Kirche

Das gravierendste Manko des Diskurses über die Ehe-und Sexualmorallehre der Kirche besteht nun nicht einfach darin, daß einfach eine Anpassung der Lehre an den Zeitgeist gefordert wird, daß also die Bestimmung der Sachgmäßheit einfach dem Willen zur Zeitgemäßheit geopfert wird, sondern auch darin, daß ihr Fundament, das erste und oberste Gesetz dabei völlig außer Acht gelassen wird. Das oberste Prinzip ist nämlich die Norm der Auslegung für alle anderen, dem Obersten subordinierten Bestimmungen, ja es könnte sogar sein, daß subordinierte Besimmungen mit dem Grundsatz nicht im Einklang sich befindend  revidiert werden müssen.
So praktizierte es Jesus Christus selbst, als er pharisäische Bestimmungen, welche Erkrankungen ein Arzt am Sabbat behandeln dürfe und welche nicht, damit auch dieser Berufsstand den Sabbat halten kann, reprobierte, weil sie dem Grundsatz der göttlichen Ordnung des Sabbates widersprachen, daß diese Ordnung zum Wohle des Menschen eingesetzt wurde, sodaß gerade am Sabbat das Tuen des Guten, also Kranke heilen, erlaubt, ja geadezu geboten ist. 
Wie lautet nun das 1.Gebot, das Gott den Menschen gab und das die gesamte Ehe- und Sexualmorallehre fundiert? So lautet er in der Vulgata: "Benedixitque illis Deus, et ait: Crescite et multiplinamini, et replete terram". (1. Mose 1,27)= Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet die Erde." Zu beachten ist, daß dies erste Gebot Gottes an den Menschen Gott vor dem Sündenfall gab, also als die beiden ersten Menschen noch nicht dem Schicksal des Sterbenmüssens unterworfen waren. Einfach gesagt: Gott will, daß sich das menschliche Leben vervielfältigt, daß viele Menschen sind, daß sie die Erde erfüllen sollen. 
Nur, warum gab Gott uns dies Gebot, wenn es doch natürlich ist, daß sich die Menschen fortpflanzen? Weil das, was natürlich ist, nicht notwendigerweise auch von Gott so gewollt ist! Das Natürliche ist das, was und wie es ist, aber das Natürliche sagt nicht, daß es auch so sein soll. (Vgl. Humes Kritik des natürlichen Fehlschlusses, daß aus dem, was ist, abgeleitet wird, daß es auch so sein soll.) Erst das göttliche Gebot sagt uns: So soll es (auch) sein.
Zu analysieren wäre nun, ob jede Bestimmung der Ehe- und Morallehre diesem obersten Grundsatz gerecht wird und ob in allen Einzelfällen auch immer das Insubordinierte im Einklang mit dem Grundsatz ausgelegt wird. 
Aber von so einer sachkritischen Prüfung ist in der moraltheologischen Debatte nicht die Rede. Stattdessen wird die Moraltheologie wie ein Unterhaltungsprogramm diskutiert: Was kommt beim Publikum an und was nicht und was will es hören? Da ist nun der Publikumsgeschmack eindeutig: "Alles, was Spaß macht und im wechselseitigen Einvernehmen aller Beteiligten praktiziert wird, das muß an Sex von der Kirche erlaubt und abgesegnet werden."  Aber das Benedixit Gottes bezieht sich auf den Kindersegen, daß Adam und Eva Kinder bekommen und darin sind sie gesegnet. So segnet Gott ja auch sein Volk Israel, indem er verheißt, es zu einem großen Volke zu machen.So kann nicht jede Sexualpraxis gesegnet werden, schon gar nicht eine, die die Entstehung von Nachkommen ausschließt. Nur, die Homosexlobby hat weltweit viel Einfuß und so soll nun gesegnet werden, was mit diesem Segen nicht segnenbar ist. Aber solch abstrusen Vorstellungen können nur in der Kirche Raum gewinnen, weil das erste Gebot Gottes vergessen worden ist gerade auch in  der zeitgenössischen Moraltheologie.        

Donnerstag, 21. März 2019

Kardinal Marx Endkampf wider Rom?

"Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und einige bischöfliche Adlaten in Deutschland gehen inzwischen soweit, den Zölibat, die Lehre über die Homosexualität und die Rolle der Frau in der Kirche „verbindlich“ in Frage stellen zu wollen. Je näher die Amazonassynode rückt, desto ungeduldiger und ungestümer geben sich jene zu erkennen, die eine "tiefere Agenda" mit der Synode verknüpfen." So kommentiert Kath info am 20.3. des Jahres sicher nicht unzutreffend den augenblicklichen Kampf um Rom, den Kampf wider die Katholische Kirche. 
Aber doch verleitet der Begriff der  tieferen Agenda zu Tiefgründigerem. Bildet diese Reformtrias von: Nein zum Zölibat, Ja zur Homosexualität und Ja zum Frauenpriestertum nicht nur ein Oberflächenphänomen einer tiefgründigeren Umgestaltung der Katholischen Kirche, die ihren Anfang in dem 2. Vaticanum nahm, dem Reformkonzil, das die Selbstprotestantisierung der Katholischen Kirche einleitete? Kardinal Marx fordert doch nur unter dem Vorwand der Mißbräuchsfälle, daß die augenfälligsten Differenzen zum Protestantismus jetzt überwunden werden sollen, daß  die Römisch-Katholische Kirche endlich die Reformation, protestantisch ausgelegt, in sich aufnimmt, um alles spezifisch Katholische als nicht mehr zeitgemäß abzulegen.
Aber so wird das Eigentliche der Protestantisierung der Katholischen Kirche noch nicht erfaßt. Das Spezifische des Katholischen kann erfaßt werden in der Kernaussage, daß Gott das Heil des Menschen vermittelt durch die Kirche wirkt, daß für den Protestantismus das Heil Gott unmittelbar wirkt und daß dann die "Kirche" nur noch der Ort des Antwortens der Gläubigen auf das ihnen zugekommende Heil ist. Die Moraltheologie respondiert damit nicht mehr die Frage, wie hat der Mensch zu leben, um das Heil zu erlangen, sondern frägt: Wie kann und darf der Mensch als von Gott Bejahter leben? Das ist die Grundlage der Humanisierung der Kirche, daß in ihr jeder Mensch als von Gott Bejahter angesehen wird und daß nun eingefordert wird, daß so jeder zu bejahen ist auch von der Kirche.  Die schlimmste Sünde sei so jede Art von Diskriminierung, denn Gott sage ja zu jedem sein Ja! 
Erst die völlige Beseitigung der Basislehren der Katholischen Kirche von der Sünde und der Erlösung des Menschen, vom göttlichen Gericht und seiner Gnade schuf so die Voraussetzungen dafür, daß nun die Morallehre der Kirche völlig umgeformt werden kann,daß ihr Fundament nun Gottes bedingungsloses Ja zu jedem ist, daß so das Heil gar nicht mehr vermittelt werden braucht, denn Gottes Liebe ist zu jedem unmittelbar. Das macht die Kirche als Kirche überflüssig und erlaubt es nun, daß es nur noch Vergemeinschaftungen von Gläubigen gibt, die sich nun für die Humaniserung der Welt einsetzen.    

Mittwoch, 20. März 2019

Die unerträgliche Leichtigkeit des Lebens Zum Nihilismus

"Die ewige Wiederkehr ist ein geheimnisvoller Gedanke, und Nietzsche hat damit manchen Philosophen in Verlegenheit gebracht:alles wird sich irgendwann so wiederholen, wie man es schon einmal erlebt hat, und auch diese Wiederholung wird sich unendlich wiederholen! Was besagt dieser widersinnige Mythos?
Der Mythos von der ewigen Wiederkehr sagt uns in der Negation, daß das ein für allemal entschwindende und niemals wiederkehrende Leben einem Schatten gleicht, daß es ohne Gewicht ist und tot von vornherein; wie grauenvoll, schön oder herrlich es auch immer gewesen sein mag-dieses Grauen, diese Schönheit, diese Herrlichkeit bedeuten nichts."
So eröffnet Milan Kundera seinen Roman: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins.Was besagt denn dann Nietzsches Mythos von der ewigen Wiederkehr positiv? Es stellt einen Versuch Nietzsches dar, den heraufkommenden Nihilismus zu überwinden, indem nun dem Leben wieder Gewicht verliehen werden soll: Lebe so, daß Du, so wie Du jetzt lebst, immer wieder leben möchtest. Jede Entscheidung, so oder so zu leben, erhält so eine ewige Bedeutung, weil das Gewählte immer wieder, ewig dann zu leben ist. Die Kraft dieses Mythos ist aber nur zu verstehen vor dem nihilistischen Hintergrund der Vorstellung eines gleichgültigen bedeutungslosen Lebens, wie es hier Kundera skizziert. Genau das hatte Nietzsche vor Augen, als er mit diesem Mythos die unerträgliche Leichtigkeit des Lebens überwinden wollte.
In der christlichen Religion bekommt das endliche Leben so viel Gewicht, weil das endliche, wie es gelebt wird, darüber entscheidet, wie das ewige für den Menschen ausfallen wird, ob er ewig leben  oder ewig die Hölle erleiden wird. So gewichtet die Perspektive des ewigen Lebens, weil es auch die Alternative der ewigen Hölle gibt, das endliche Leben. 
Was passiert aber, wenn die Perspektive der Hölle entfällt? Dann wird das endliche Leben vergleichgültigt, weil nun im Sinne des wirksamsten Kirchenlehrers des  20. Jahrhundertes, Willy Millowitsch wir alle zwar kleine Sünderlein doch alle in den Himmel kommen werden. Es ist so gleichgültig, wie das endliche Leben geführt wird, da wir immer in den Himmel kommen werden.Gewicht kann das endliche Leben nur bekommen, wenn von den Entscheidungen im endlichen Leben das Wie des nichtendlichen Lebens nach dem Tode abhängig ist. Das hat Nietzsche erfaßt, aber der christlichen Religion schon zu sehr entfremdet, als daß er zu ihr angesichts des aufkommenden Nihilismus zurückkehren konnte, konzipierte er den Mythos von der ewigen Wiederkehr, daß eben der Wert des endlichen Lebens nur durch eine Vorstellung von Ewigkeit gerettet  werden kann- in bewußter Auseinandersetzung mit Schopenhauers Verneinungslehre des Wertes des Lebens.

Kann das Leben aber auch zu schwer werden? In dem Roman:"Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" heißt es am Schluß: "Teresa, Berufung ist Blödsinn.Ich habe keine Berufung.Niemand hat eine Berufung.Und es ist eine ungeheure Erleichterung festzustellen,daß man frei ist und keine Berufung hat." Wer keine Berufung hat, der hat für sich selbst etwas zu erwählen,aber er wählt dann nur noch für sich einen "Job" (darum haben wir auch heutzutage nur noch "Jobcenter"),denn den Beruf erwählt niemand für sich- dazu fühlt der Berufene sich berufen. Das setzt ein Berufenwordensein voraus, ist also eine heteronome Bestimmung. Die gibt der Berufung ihr Gewicht: Dazu bin ich berufen worden; an dieser Berufung, Bestimmung kann ich scheitern, aber es ist auch mein Lebensglück, sie zu erfüllen. Vor dieser Schwere des Lebens, dieser Gewichtigkeit möchte am Schluß der Protagonist des Romanes fliehen: Ist ihm die Leichtigkeit des Seins doch lieber als die Schwere eines Lebens, in dem es ein Berufensein gibt und so gelingendes und auch mißlingendes Leben?                

Dienstag, 19. März 2019

Zum Niedergang des Jesuitenordens- der unbedingte Wille zur Selbstsäkularisierung!

Der Jesuitenorden diskutierte und legte dann seine Ausrichtung fest. "Zum ersten Mal in der Geschichte des Ordens haben alle Mitglieder weltweit mitdiskutiert, was die Gesellschaft Jesu in den nächsten zehn Jahren für die Kirche und die Gesellschaft bewirken will.", jubelt das Jesuitenmagazin 2019/1 auf S.24. Papst Franziskus, der erste Jesuitenpapst bestätigt nicht nur das so beschlossene 4 Punkteprogramm, nein, die vier Präferenzen befänden sich ganz im Einklang mit den jetzigen apostolischen Prioritäten der Kirche. 
Was beinhalten nun diese 4 Punkte? Kurz und prägnant heißt es da als Punkt 2:
" An der Seite der Benachteiligten:Auf dem Weg mit den Armen,den Ausgestoßenen der Welt, der in ihrer Würde Verletzten für Versöhnung und Gerechtigkeit eintreten." Das ist erstmal nichts anderes als ein recht verdünnter Aufguß der marxistischen Befreiungstheologie , andererseits so säkularistisch formuliert,daß jede linkspolitische Vereinigung der Welt das auch als ihr Programm verkündigen könnte. Es ist, präziser formuliert ein typisch neolinker Randgruppenansatz, nachdem der orthodox linker Ansatz mit seiner Kaprizierung auf die Arbeiterklasse keine Erfolge zeitigte. Unter diese Rubrik fällt dann auch das Engagement der Jesuiten für die Homosexuellen als vermeintlich unterdrückte und benachteiligte Menschen. 
Punkt 3 lautet nun: "Mit den jungen Menschen: Jugendliche und junge Erwachsene bei der Gestaltung einer hoffnungsvollen Zukunft begleiten." Es geht also um eine hoffnungsvolle Zukunft. Also, der Jesuitenorden will Jugendliche in ihrem Wirken für eine bessere Zukunft unterstützen- aber das sagt fast schon zu viel, denn die Jugendlichen, die schon auf dem richtigen Wege sind, die sollen ja nur noch begleitet werden. Es gibt eben auch junge Menschen, die sich nicht auf dem rechten- oh, eine Falschformulierung - auf dem linken Wege gehen, und es gilt nun, nur die- reden wir Klartext- politisch Korrekten zu begleiten. Und die wissen eben unabhängig vom Jesuitenorden schon den linken Weg, auf dem sie schon auf eine bessere Welt hin sich ausrichten. Da braucht nur noch mitgegangen zu werden: "Weiter so!" Auch dies ist ein völlig säkularistischer Ansatz, der so von jeder links-humanitaristischen Organisation vertreten werden könnte.
Punkt 4 lautet nun: "Für die Schöpfung: In der Sorge für das Gemeinsame Haus zusammenarbeiten."  Einfacher gesagt: Die Jesuiten wollen mit allen anderen zusammen sich für den Umweltschutz engagieren. Daß der Planet Erde nur ein winziger Teil der Schöpfung Gottes ist und daß der als der Schöpfer auch ihr Erhalter ist, davon wollen diese Jesuiten natürlich nichts wissen. Hyperanthropozentristisch wird hier der Mensch als potentieller Zernichter als auch als Bewahrer der Schöpfung angesehen- kein Wunder,da auch hier Gott völlig aus dem Spiel ist.
Der taucht aber und auch nur im Punkte 1 auf: "Ein Weg zu Gott: Durch ignatianische Unterscheidung und Exerzitien Gott finden helfen." Welchen Gott nur? Von dem Gott Jesu Christi, von dem, der sich uns offenbart hat und der uns gegenwärtig ist in der Katholischen Kirche ist mit keinem Worte die Rede. Ja, der Gott dieses Unterscheidens und Exerzierens muß noch gefunden werden, aber der Gott der christlichen Religion hat uns schon längst gefunden, ja er ist uns so bekannt, daß wir ihn nicht mehr zu suchen brauchen. Dieser Punkt klingt eher so, als gäbe es einen noch unbekannten Gott, der durch die Religionen, mit ihrer Hilfe gesucht werden kann, obzwar oder besser gerade weil er in ihnen noch gar nicht erkannt ist. Die Exerzitien des Jesuitenordens sind eben nur eine Hilfe für den Suchenden, aber in ihnen ist noch nicht die Wahrheit offenbar. 

Was fällt auf:? Das Fehlen jeglich spezifisch christlicher Gehalte. Die katholischen Exerzitien treten nur als Hilfe zur Gottessuche auf. Religiöses findet sich so überhaupt nicht, ja die Kirche kommt mit keinem Wort vor- und das befremdlichste: Der Jesuitenorden kommt hier in seinen vier Punkten ganz ohne Jesus Christus aus!  Punkt 2-4 bieten ein rein linkshumanitaristisches Programm und die Gottsuche des Punktes 1 steht beziehungslos über die 3 anderen Punkte. Das ist nicht zufällig so, denn die konkreten Arbeitsfelder der Jesuiten weisen nichts distinkt Christliches oder auch nur Religiöses auf, denn es ist ein Programm, akzeptabel für jeden linken Humanitaristen. Die Praxis des Jesuitenordens soll eben rein politisch korrekt humanitaristisch sein und dem gesellt sich eine Prise Gottsuche bei. Der christlichen Religion, die aus dem Offenbarsein Gottes in Jesus Christus lebt, wird dabei aus dem Wege gegangen, indem da, wo das Gesuchte schon gefunden ist, die Katholische Kirche, nur noch nach der Wahrheit gesucht werden soll,ohne daß sie gefunden werden kann, damit alle, egal, ob und was sie glauben, gemeinsam an der Humanisierung der Welt arbeiten können. 
Der Jesuit, der heilige Xaverius sagte einst: "Ich bin nicht gekommen, Schätze zu sammeln, sondern den großen Schatz der Erkenntnis Gottes allen unsterblichen Seelen mitzuteilen." Michael Sintzl, Maria, meine Zuflucht und mein Trost, 1919, S.668. Das war gestern, jetzt geht es Jesuiten nur noch um die Humanisierung der Welt.Aber das ist nicht nur das Programm der Jesuiten, das ist auch das Programm des Jesuitenpapstes Franziskus.  

Zusatz zu dem so von dem Jesuitenorden skizzierten religionslosen Christentum aus meinem Buch: Der zensierte Gott


"Dies von Kant hier skizzierte religionslose Christentum ist heute im 20. und 21. Jahrhundert zumindest in Europa die Regelform des gelebten Christentums geworden: Christsein heißt, anständig leben und ab und zu, wenn es einem was bringt, am kirchlichen Leben, an feierlichen Festen teilzunehmen: Weihnachten und Ostern. Das Pflichtpathos reduziert sich dabei auf die etwas laue Vorstellung von einem Bemühen um Anständigkeit und meint faktisch, daß man so lebt, wie die Gesellschaft es einem vorschreibt, was unter Anständigkeit zu verstehen ist. Keller, ein modernistischer Jesuit, formuliert das so: „So sind alle Menschen aller Zeiten in Jesus Christus hineingenommen und gerettet, auch wenn sie nichts von dieser seiner Liebe wissen, falls sie nur nicht dadurch von ihm abrücken, dass sie wider ihr Gewissen handeln und ihn dadurch verwerfen, dass sie ihre Mitmenschen ablehnen oder gar hassen." Keller zieht daraus radikale Konsequenzen. Eigentlich sei das Christentum mit seinem Zentrum der Nächstenliebe keine Religion. „Weil Menschen jedoch offenbar nicht ohne Religion leben können, Christentum jedoch keine bestimmte Religion seiner Anhänger voraussetzt, sondern jenen Ausprägungen von Religion, die Freiheit oder Mitmenschlichkeit hindern, sogar entgegentreten muss, übernahm es spätestens seit der Konstantinischen Wende selbst typisch Religiöses, das es zuvor in dieser Weise nicht kannte, wie einen eigenen Priesterstand, Kirchen als Tempel mit Altar, heilige Geräte, Orte und Zeiten, oft aus dem Heidentum, aber auch aus jüdischer Tradition entlehnt. Das wäre legitim, „wenn auch gültig bleibt, dass diese Formen für das Christentum nicht wesentlich sind“.

 

       

Montag, 18. März 2019

Zur Diktatur des Relativismus- alles "Erkennen" bringt nur die Zeitbedingtheit des Erkennens zum Ausdruck

"Das schöne Kunstwerk besteht autonom und einzigartig fort, während das misslungene Werk Teil der Biographie eines Individuums oder einer Gesellschaft ist."Nicolas Gomez Davila, Aphorismen: Es genügt, dass die Schönheit unseren Überdruß streift...,2007, S.29. 
Könnte nicht geurteilt werden, daß die heutige Wissenschaft die Theologie vor ihr als Produkte einer Biographie bedeutender Theologen oder einer zeitgeschichtlichen Epoche dekonstruiert, nur um sie so für uns als in einer anderen Zeit Lebenden als nicht mehr verbindlich zu bestimmen?  Alles einmal Gedachte sei eben so sehr durch die sie Hervorgebrachthabenden in ihrer Zeit bestimmt, daß sie uns nur noch Manifestationen vergangenen Denkens vergangener Zeit sein können. Erst so erklärt sich nun die Emphase, mit der nun gar von Bischöfen der Kirche -nach dem Mißbrauchsskandal- eine neue Theologie und eine neue Kirche gefordert wird. Der Sachbezug, daß es auch in der Theologie um wahre Aussagen über  etwas geht, wird so eskamotiert zugunsten der Vorstellung, daß auch das theologische Denken nur die Frömmigkeit einer Zeit, gar nur in einer individuierten Gestalt zum Ausdruck bringt und so nichts ewig gültig Wahres über Gott oder über alles in seiner Relation zu Gott hin aussagt. Auch das theologische Denken ist eben so eingekerkert in seine Zeitbedingtheit, daß es nie die Wahrheit erreichen könne. 
Zur Veranschaulichung des Gemeinten: Im Religionsunterricht lernte ich, daß die Aussage, Jesus ist der Christus, der Sohn Gottes von den Judenchristen adoptionistisch gemeint sei, daß Gott den Menschen Jesus von Nazareth als seinen Sohn angenommen hätte im Sinne einer Adoption. Die Heidenchristen hätten das dann biologistisch verstanden, daß Gott der natürliche Vater Jesu sei- beides Vorstellungen, die uns Heutigen nichts mehr sagten, sodaß wir sagen: Jesus zeichne eben eine besonders innige Beziehung zu Gott aus. Alles drei seien eben nur Versuche, das Einzigartige Jesu auszudrücken, immer in der Sprache einer besonderen Kultur. Und was ist er nun realiter? Das könne nur noch relational respondiert werden, denn er sei für jeden und für alle Kulturen immer etwas anderes. Es könne eben keine absolute Wahrheit über Jesus geben.     

Sonntag, 17. März 2019

Irritationen: Glauben wir an einen toten Gott?

"Vor Zeiten sprach jeder, welcher zu fragen ging, in Israel so: Kommet, und laßt uns zum  Seher gehen;denn die, welche heutzutage Propheten heißen, wurden  einst Seher genannt." (1. Samuel 9,9) Man nannte sie auch "virum dei" (V 7): ein Mann Gottes. Müßten wir nicht heutzutage ergänzen: "Nachdem Gott aber oftmals und auf viele Weisen in den Propheten gesprochen hatte, >hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns gesprochen im Sohn<(Hebr 1,1f)," um danach nur noch zu schweigen? Hat sich Gott sozusagen ausgesprochen, das Zeugnis seines Wortes als die Bibel nun der Kirche in die Hand gegeben, daß sie sie recht auslege, Gott aber nun schweige, da er uns nichts mehr zu sagen hat? Er hat sozusagen sein Testament gemacht, sein letztes Wort, und nun ist da nur noch Schweigen.
Wenn wer jetzt Gott befragen will, dem bleibt nur noch die Bibel in ihrer Auslegung durch die Kirche. Schweigt Gott zwar, aber regiert die Welt noch? Wer hieraufhin das Gerede zeitgenössischer Theologen und die Verkündigung der Kirche sich vergegenwärtigt, kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis. Gott ist eigentlich nur noch präsent wirkend als die Liebe, die jedem ihr: "Dich liebe ich!" zuspricht  und als moralischer Imperativ: Lebet anständig, moralisch, sittlich- und das dann in vielfältigsten  Variationen, auch wenn jetzt das Lieblingskind der zu praktizierenden Nächstenliebe eindeutig der Asylant ist und die wichtigste ethische Aufgabe der Kampf gegen die Klimakatastrophe. Nur, ist dieser Gott noch ein Lebendiger, wirklich die Welt Regierender? Oder hat er nicht- nachdem er sich in seinem letzten Wort offenbart hatte- zur Ruhe gesetzt, um Alles nun uns Menschen zu überlassen? 
An den Rändern der Kirche rumort es, da spricht man von Gottes aktuellem Reden zu uns (etwa in Marienerscheinungen), aber die Kirche läßt da die Vorsicht walten, nicht zu unrecht. Aber was, wenn aus Angst vor einem Irren man nur noch von dem jetzt nur noch schweigenden Gott spricht, daß sein Reden nur noch ein plusquamperfektisches ist? Erfüllt sich da nicht auf ganz eigntümliche Weise Nietzsches: "Wir haben Gott getötet"? Tötbar ist nur etwas, was einmal gelebt hat. So gibt auch Nietzsches Votum nur einen Sinn, wenn er etwas Lebendes präsumiert, das dann getötet worden ist.Ist vielleicht die Vorstellung eines sich ausgesprochen habenden Gottes, der uns jetzt nichts mehr zu sagen hat, eine besonders raffinierte Version des Gotttötens?   

Samstag, 16. März 2019

Eine Welt- Zum Kampf wider Kirche und Volk

Wir befinden uns in einem Kampf gegen Kräfte, die ihr globalistisches Programm der Nationenauflösung, der ethnisch-kulturellen Vereinheitlichung und der Traditionsvernichtung als die Menschlichkeit und Güte selbst verkaufen. Wir sollen uns im Dienst des Menschheitsfortschritts verdrängen lassen. Wir sollen uns als Volk und Nation in einem großen Ganzen auflösen. Wir haben aber kein Interesse daran, Menschheit zu werden. Wir wollen Deutsche bleiben“, sagte Gauland am 9. Juni 2018 in seiner Rede beim Parteitag der bayerischen AfD.   zitiert nach Tagesspiegel 17.Jänner 2019 
Dieses Zitat, neben vielen anderen legitimiert nun, die AfD als "Prüffall" zu behandeln durch den Verfassungsschutz.. Im ersten Teil des Zitates wird von Kräften geredet, die etwas wollen.Sie wollen etwas von uns Deutschen. Nun kann diese Aussagen wahr oder falsch sein, daß es diese Kräfte gar nicht gäbe oder daß ihr Wollen falsch interpretiert wird, aber eine Aussage über das vermeintliche Wollen anderer kann doch nicht  selbst dem Interpreten, das wollen diese Kräfte wirklich, als tendenziell verfassungsfeindlich vorgeworfen werden.  
Es bleiben dann nur noch diese zwei Aussagen übrig, in denen ausgesagt wird, was die Partei will: "Wir haben aber kein Interesse daran, Menschheit zu werden. Wir wollen Deutsche bleiben“. Diese Aussage ist also in den Augen des Verfassungsschutzes tendentiell verfassungsfeindlich! Das hat, wird diese Aussage ernst genommen, zur Folge, daß die Verfassung des Deutschen Staates die Überwindung dieses Volkes verlangt! 
Licht in diese Eigentümlichkeit bringt da dieses:
"Stefanie Drese SPD, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns:
"Den Antrag der NPD-Fraktion,den biologischen Fortbestand des deutschen Volkes zu bewahren, lehnen die Vertreter der demokratischen Fraktionen, in deren Namen ich heute spreche,mit aller Nachdrücklichkeit und aufs Schärfste ab. Dieser Antrag ist rassistisch und menschenverachtend".(zitiert nach W. Hackert, Antigermanismus, Globalismus,Multikulti, 2015, S.210). 
Das Nein zum eigenen Volk, diese politisch korrekte Verneinung des Eigenen,wird im Kampfe gegen Rechts nun in das Grundgestz hineininterpretert, um so den Kampf zu forcieren.  
Offensichtlich gibt es eine erstaunliche Parallele zwischen dem Kampf gegen die Katholische Kirche, daß sie ihre identität aufgeben soll und dem Kampf gegen die Identiät  des Deutschen Volkes: Auch die soll aufgelöst werden. Das Deutsche Volk soll sich in die Menschheit diffundieren, die Katholische Kirche in eine universalistische Einheitsreligion. Ist das darauf zurückzuführen, daß es wirklich Kräfte gibt, die die Globalisierung wollen und dafür alles Nationale und alle bestimmten Religionen diffundieren möchten? 


Freitag, 15. März 2019

Der synodale Weg: Großangriff auf die Katholische Kirche- oder: Kardinal Marx kämpft!

"Deutsche Bischofskonferenz beschließt "synodalen Weg» zu Sexualmoral und Zölibat" - Marx behauptet, dass die personale Bedeutung der Sexualität bislang keine hinreichende Beachtung findet." Kath net am 15.3.2019: "Soll in Deutschland die katholische Sexualmoral abgeschafft werden? Insbesondere soll dieser synodale Weg sich auf den Kampf wider den Zölibat kaprizieren: "So möchte Marx klären, inwieweit der Zölibat immer zum Zeugnis des Priesters gehören müsse."
Es bedarf keinerlei prophetischer Begabung, um jetzt schon die Ergebnisse dieses synodalen Irrweges vorauszusagen:
a) es wird empfohlen, daß der Zölibat nur noch freiwillig sein soll, oder, was aber aufs selbe hinausläuft: daß im Prinzip es beim "Pflichtzölibat" bleibt, daß es aber Ausnahmen geben kann, wenn in einem seelsorglichen Gespräch der Bischof die Geeignetheit des Kandidaten erkennt, der aber aus Gewissensgründen ein zölibatäres Leben für sich als nicht möglich erachtet.  
Daß der Zölibat schuld an den Mißbräuchsfällen sein soll, ist dabei als ein beachtlicher Erfolg der Desinformationskampagne der Homoselobby anzusehen, die so effektiv ihr Anliegen des Täterschutzes durchsetzte.
b) es wird empfohlen, entweder die Sexuamorallehre zu modernisieren, das heißt, sie zu ersetzen durch das, was man heute für moralisch erlaubt hält im Bereich gelebter Sexualität und das ist faktisch eine Vertragsmoral, daß Alles erlaubt ist, sofern alle daran aktiv Beteiligten dem freiwillig zustimmen. Das ist für den Maso-Sado-Bereich sehr wichtig  oder
aber, es wird empfohlen, die Sexualmorallehre so zu belassen, wie sie ist, aber jedem Katholiken zuzubilligen, daß wenn sein Gewissensurteil  anders lautet als diese Lehre, daß jeder dann seinem Gewissen folgen darf. Das ist nur eine feine Umschreibung der Abschaffung der Sexualmorallehre der Kirche.  
c) es wird empfohlen, den Klerikalismus zu überwinden, indem er durch eine Service-orentierung ersetzt wird: Der Kunde hat immer recht.
d) wahrscheinlich wird empfohlen, das Frauendiakonat einzuführen, wenn gemutmaßt wird, daß das Frauenpriestertum nicht sofort realisierbar ist.

Genaugenommen könnte sich die Katholische Kirche Deutschlands den ganzen synodalen Weg ersparen, denn das Resultat steht zu 90 % schon fest, bevor die erste Synodenrede gehalten worden sein wird. 
Das Resümee: Warum so aufwendig und kompliziert:  Einfacher wäre es doch, löste sich die Katholische Kirche auf und schlösse sich der EKD an, denn dort ist schon längst alles Realität geworden, wovon dieser Synodenweg nur zu träumen wagt. 

Zusatz: Warum hat nur der Gründer der Kirche, Jesus Christus zu seinen Lebzeiten auf Erden keine Synoden abgehalten, ja stattdessen autokratisch 12 Apostel ernannt und Petrus zum Hirten seiner ganzen Herde eingesetzt?    
        

Donnerstag, 14. März 2019

So weit ist die Islamisierung schon vorangechritten!

"Wegen der Verbreitung von Gewaltbildern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die französische Justiz gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet." https:rp-online.de>Politik>Ausland 1.3.2018. Das klingt zwar nach Irrsinn, ist aber wahr:Der "Islamische Staat" köpft Menschen, das wird photographiert: So gehen wir mit unseren Feinden um! Frau Le Pen veröffentlicht davon 3 Photographien, um über den "Islamischen Staat" aufzuklären und dehalb wird  nun ermittelt, ob ihr deswegen der Prozeß gemacht wird-nicht dem "Islamischen Staat" sondern der Aufklärerin!
"Es brennt, es brennt" ruft ein Mann. Er wird verhaftet:Er habe durch seinen Aufruf die öffentliche Ordnung gestört. Und der Brand? Wenn niemand ruft: "Es brennt!", brennt es ja auch nicht. Wie immer nun auch diese Causa ausging, eines macht dieser Fall überdeutlich: wie weit die Islamisierng schon vorangerschritten ist. Der Islam, selbst der islamische Staat werden jetzt schon durch Gerichte vor jeder Kritik geschützt.
In Bayern gibt es jetzt im dortigen Verfasungsschutzbericht die Rubrik: "verfassungsschutzrelevante Islamfeindlichkeit". Darunter versteht- nach der Tagespost vom 21.Jänner -der Verfassungsschutz die Meinung, daß der Islam nicht vereinbar sei mit dem demokratischen System und die Weigerung, zwischen dem Islam und dem Islamismus prinzipiell zu unterscheiden. Das ist nun äußerst befremdlich: Wenn A urteilt, daß etwas nicht mit der Verfassung vereinbar ist, B das aber für kompatibel mit der Verfassung erachtet, wer käme da auf die Idee, A dem Verdachte der Verfassungsfeindlichkeit zu unterziehen. Man wird doch nicht zu einem Verfassungsfeind, wenn man etwa eine satanistische Religion für nicht vereinbar mit dem Grundgesetz hält. Aber was im Falle des Satanismus noch gelten kann, das darf nicht über den Islam geurteilt werden: Die Treue zur Verfassung verpflichtet den Staatsbürger also zum Glauben an die Verfasungskonformität des Islam! So wird durch diese Auslegung der Verfassung der Islam geschützt. Die christliche Religion dagegen genießt solch einen Schutz nicht.          


 

Mittwoch, 13. März 2019

"Hamburger Erzbischof: Dann hätten sie den Scheiß allein machen können"

So spricht ein heutiger "Hirt" der Kirche Jesu Christi über seinen "Job" als Erzbischof. Kath net berichtete darüber am 7.3 2019. Rekonstruieren wir einmal den Vorstellungskomplex des "Hirten". Selbstredend ist dies eine Bildrede aus dem Bereich der Landwirtschaft. Es geht um die Pflege von Schafherden, daß sie optimal Nutzen bringen. Der "gute Hirte",diese Vorstellung emanzipiert sich aber schon weit von diesen Realitäten, indem es sich auf die Vorsorge und das Hüten der Schafe kapriziert unter Absehung des Nutzens, den von einer guten Pflege und Behütung der Schafe der Besitzer der Herde sich erhofft. 
Der gute Hirte ist zum Idealbild des Königs geworden. Der regiert sein Volk wie ein guter Hirte, nicht zu seinem Eigennutzen, sondern allein ausgerichtet auf das Wohl des Volkes. Ausgeschlossen ist mit diesem Bilde des Hirten jede Vorstellung eines Sichselbstregierenkönnens des Volkes, da Schafe sich nicht selbst hüten können. Der König tritt also seinem Volke gegenüber: Weil ich euer gute Hirte bin, habt ihr mir zu folgen, denn nur so wird es euch gut gehen. Es tritt aber auch das Volk seinem König gegenüber: Weil du unser König bist,hast du uns wie ein guter König zu hüten. Diese Zweiseitigkeit macht die Lebendigkeit des Hirtenmotives aus: Es legitimiert und delegitmiert den Hirten. Die Herrschaft des Königs legitimiert dies Motiv im Sinne des Anspruches auf den Gehorsam dem Könige gegenüber und es delegimentiert den königlichen Anspruch auf den Gehorsam, insofern der König nicht wie ein guter König regiert.
Spannend wird es nun, wenn Gott selbst als der gute Hirte bezeichnet wird, wenn er der wahre Hirte ist. Kann es dann noch unter ihm Hirten geben, die zu regieren haben? Faktisch stellt aber die Rede von Gott als dem wahren Hirten nur das weltliche Königsamt in Frage, um eine Priesterherrschaft zu legitimieren. 
Jesus Christus bezeichnet nun sich selbst als den guten Hirten, aber nach seiner Himmelfahrt setzt er das Petrusamt ein: Weide meine Herde. Jesus Christus als Monarch seiner Kirche setzt königliche Hirten ein, damit sie seine Schafe hüten. Hierbei darf nun nicht unmittelbar auf die Hirten im Vorstellungsraum der Landwirtschaft zurückgegriffen werden, um diese Bildrede Jesu zu verstehen, sondern es muß die Rede vom Hirten als Diskurs über den guten Monarchen gelesen werden. Autokratisch setzt Jesus seine 12 Apostel ein, die er auch allein zur Einsetzung der Eucharistie einlädt und zu Priestern weiht. Genauso autokratisch setzt der Herr Petrus als den Hirten über seine ganze Herde ein. Warum sagte er nicht: Weil ich euer wahrer Hirte bin,braucht ihr keine anderen? Warum sagt er nicht: Herde, weide dich selbst? 
Aber was ist aus diesem  königlichen Hirtenamt geworden? Der Hamburger Erzbischof hat es- wohl unabsichtlich- offenbart: Es ist ein Job, und manchmal sogar ein Scheißjob. Die Kirche, die solche Hirten hat, kann nur noch zu Grunde gehen.             

Dienstag, 12. März 2019

Gibt es eine politisch korrekte Todesstrafe?

Diese Frage ist leicht respondierbar: natürlich nicht. Denn sie widerspräche der "Menschenwürde". Aber was ist denn damit gemeint? Käme jedem Menschen diese Würde zu, dann müßte doch die Ermordung eines Menschen ein schwerer Verstoß gegen diese Würde sein und wenn die Strafe der Schwere der Untat angemessen sein muß, damit sie als gerecht beurteilt werden kann, wie ließe dann die Würde des Opfers, des Ermordeten eine andere Strafe als die Todesstrafe zu? 
So ist das aber diese Würde nicht gemeint. Einseitig wird nur auf die Würde des Täters sich kapriziert, daß es seiner Würde nicht entspricht, für seine Untat so bestraft zu werden. Schon die Vorstellung der Strafe ist unseren Gutmenschen sehr problematisch: Muß der Täter nicht eher therapiert und resozialisiert werden, als daß er zu bestrafen ist. Denn wer ist schon für sein Tuen voll verantwortlich? Zudem: Da der Mensch von Natur aus gut ist, so lehrt es Rousseau, kann seine Neigung zum Bösen ja nur Folge einer Fehlentwickelung sein. Typisch für dies Verständnis ist da Gerd Theißens Votum:"Es wird nicht mit einem Agressionstrieb gerechnet. Alle Agression ist sozial durch Frustration, organisch durch Angstreaktionen des  Menschen vermittelt." Theißen, Soziologie der Jesusbewegung, 7.Auflage 1997 S.93. Wie könnte da noch ein Mörder mit der Todesstrafe bestraft werden? Nein, er ist zu resozialisieren. So besteht die "Menschenwürde" eigentlich darin, daß jeder Mensch  einen unverlierbar guten Kern in sich trägt, der zwar übertüncht werden kann durch Agressivität, die aber wegtherapiert werden kann. Papst Franziskus hat sich ja nun- sehr medienwirksam dieser Gutmenschvorstellung angeschlossen, indem er die Todesstrafe nun verurteit.
Soweit ist alles klar. Nur, was, wenn sich herausstellen sollte,daß diese Gutmenschtodesstrafeverneiner enthusiastischer Befürworter der Todesstrafe sind? Das sei unvorstellbar? Mitnichten! Sie bezeichnen nun die Todestrafe nicht als Todesstrafe sondern als Abtreibung. Welch ein großes Verbrechen müssen dann wohl die Opfer dieser Todesstrafe begangen haben, daß sie nun legitim getötet werden dürfen? Alle Befürworter dieser Todesstrafe räumen ein: gar keines, ja sie sind völlig unschuldig. Also dürfen Schuldige, etwa Mörder nicht zu Tode verurteilt werden, wohl aber Unschuldige.
Wie wird nun dies Todesurteil begründet? Wenn es nach den Feministin ginge, reicht der einfache Wille der Mutter, ihr Kind im Mutterleibe töten lassen zu wollen, aus, um es legitim zu töten. In Deutschland muß sich die Tötungswillige aber erst noch einer Pflichtberatung unterziehen, damit sie dann straflos ihr Kind töten lassen darf. Wird dem Kinde im Mutterleibe wie bei jeder anderen  Gerichtsprozeß ein Verteidiger zugebilligt, der das zu Tode verurteilt werden sollende Kind verteidigt, daß er etwa für eine mildere Bestrafung plädieren kann? Nein, kein Verteidiger, kein Richter, der über das Leben des Kindes entscheidet: nur die Mutter, die das eigene Kind zum Tode verurteilt. In diesem Prozeß ist sie allein Anklägerin, Verteidigerin und Richterin über das Leben ihres Kindes. Sie allein entscheidet, ob ihr Kind getötet werden soll. Nicht einmal eine Prüfung ihrer Beweggründe, ihr Kind zu töten, durch eine externe Instanz ist vorgesehen. Sie allein prüft die Gründe und kann die dann allein als hinreichend legitimierend für die Vollstreckung der Todesstrafe beurteilen. 
Dies Prozedere kann auch- bei wohlwollendster Betrachtung- nicht mehr in Einklang gebracht werden mit den Normen eines rechtsstaatlichen Prozesses, in dem gar Menschen zu Tode verurteilt werden. Aber diese Todestrafe begeistert unsere Gutmenschen, denn das ist für sie ein Menschenrecht, daß der Mütter, ihre eigenen Kinder töten zu lassen, solange  sie noch im Mutterleibe leben. 
So stehen wir vor dem Faktum, daß einerseits von politisch korrekten Gutmenschen die Todesstrafe an schuldig Gewordenen, ja selbst an Mördern verurteilt wird auf das allerentschiedenste, daß aber die Todesstrafe, vollstreckt an unschuldigen Kindern im Mutterleibe auf den Wunsch ihrer Mütter hin, begeistert gefeiert wird.         

Montag, 11. März 2019

Kampf dem Lebensschutz- eine politisch korrekte Zeitung demonstriert, wie der zu führen ist!


So kämpft mustergültig eine politisch korrekte Zeitung gegen Lebensschützer. Die "Frankfurter Rundchau", das kleine Konkurrenzblättchen zur FAZ, links davon stehend demonstriert eben, wie sie zu kämpfen weiß. Geben wir der Zeitung also das Wort. Auf ihrer Internetseite am 7.3. des Jahres liest sich das so. Als erstes werden die Lebensschützer als "selbsternannte Lebensschützer" diskreditiert. Selbstverständlich wird in dieser Zeitung niemals von "selbsternannten Umweltschützern" die Rede sein, denn die sind ja in Ordnung. Wer sich für den Erhalt von Bienen und Kröten einsetzt, genießt eben hohes Ansehen bei politisch Korrekten- wehe aber, wer setzt sich für das Leben im Mutterleibe an, will gar Kinder vor ihrer Tötung im Mutterleibe retten.
Die "selbsternannten Lebensschützer" , "die meisten von ihnen sind schon lange ergraut". Alt zu sein, das wird hier nun zum Vorwurf erhoben.Subkutan wird dabei natürlich auf die Spannung von alt und Leben angespielt: Am Ende ihres Lebens Stehende spielen sich hier noch als Lebensschützer auf.Aber nun kommt es noch schlimmer! Was tun die Ergrauten? Einige "zwirbeln Rosenkränze zwischen den Fingern". Mit "geschlossenen Augen murmeln und summen sie pausenlos Gebete". Alte Menschen "murmeln" eben und dann beten sie noch "pausenlos".
So wird die christliche Praxis des Betens und insbesondere des Rosenkranzgebetes diffamiert. Resümierend stellt dann der Kommentar fest:   "Der Ableger der aus den USA stammenden Initiative „40 Tage für das Leben“ wird hier bis Ostern täglich Gebetsorgien abhalten, den Alltag der Beschäftigten der Beratungsstelle stören und dem erklärten Ziel nachgehen, „Abtreibungen einzustellen“, wie eine Stellwand informiert."
Das "Zwirbeln" des Rosenkranzes und das "pausenlose Beten", gemurmelt und gesummt mutiert nun zu einer "Gebetsorgie". Es wird also eine Orgie durchgeführt, nur um die Beschäftigten der Abtreibungsberatungsstelle zu stören- ja diese Orgiasten, schon längst ergraut, wollen die Einstellung von Abtreibungen erreichen! Nur, daß diese Orgiasten, altersbedingt nur ein Murmeln und Summen zu stande bringen. 
Resigniert stellt aber der Kommentar fest, daß es leider in Frankfurt noch keine Schutzzonen gegen diese "christlichen Fundamentalisten" gibt. Es gibt eben in Deutschland zu viel Meinungs-und Versammlungsfreiheit. 

Sonntag, 10. März 2019

Kirchen leer predigen! Ein Angriff Papst Franziskus auf den Gottesdienstbesuch

In der Zeit Jesu sei das Beispiel im Verhalten des Pharisäers und des Zöllners offenkundig gewesen, heute fühlten sich Katholiken „gerecht“, weil sie zu einer solchen „Vereinigung“ gehörten, jeden Sonntag zur Messe gingen und sie sind nicht „wie diese armen Leute sind, die nichts verstehen“ Kath net am 8.3.2019. Was will uns Papst Franziskus damit sagen? Daß die, die jeden Sonntag zur hl. Messe gehen, Heuchler sind, weil sie meinen, so das Rechte vor Gott zu tuen. Kein Heuchler ist, wer dagegen im Alltag sich um ein moralisches Leben bemüht. 
Das ist wohl so zu verstehen: Die Messe ist der Ort, wo die Gläubigen zum richtigen Engagement im Alltag aufgerufen und motiviert werden.Wer so nur ein Hörer des Wortes bleibt, weil er nur zum Gottesdienst geht, ist also ein Heuchler. Die Täter des Wortes dagegen brauchen keine Theorienachhilfe mehr in der Messe, denn sie haben schon begriffen, daß es in der christlichen Religion allein um ein anständiges Leben im Alltag geht. Darum gehen ja auch 90 Prozent der Katholiken Deutschlands nicht mehr an Sonntagen in die Messe, denn sie bedürfen keiner Moralbelehrung mehr durch eine Predigt, denn sie wissen schon hinreichend,wie sie zu leben haben.Ja, sie wollen auch nicht zu den Kirchgangsheuchlern gehören, die Sonntag für Sonntag zur hl. Messe gehen, meinend, damit Gott Genüge getan zu haben. 
Interessant ist, wie dabei subtil verbunden wird: der, der Sonntags zur Messe geht, der bemühe sich dann nach der Messe nicht mehr um ein christliches Leben, wohingegen die Nichtkirchgänger die seien, die dann im Alltag sich als gute Menschen erwiesen. Wie lange ist in Deutschen Landen so der Kirchgänger verleumdet worden, bis jetzt schon 90 Prozent endlich das Christentum richtig verstehen, indem sie nicht mehr zum Gottesdienst gehen, weil es allein um den Menschendienst geht.  

Corollarium 1
Seit Kants. Religion in den Grenzen der bloßen Vernunft wird der kultische Gottesdienst gern dem wahren, des Strebens nach Sittlichkeit gegenübergestellt. Die Messe kann dann nur noch legitimiert werden, wenn sie der Sittlichkeit untergeordnet ist, ihr dienstbar ist. Genauso alt dürfte die Kritik der Frommen und Kirchgeher sein, daß sie nur fromm seien, aber keine Nächstenliebe praktizierten. Aber nur darauf käme es an.       

Samstag, 9. März 2019

"Wollt Ihr den totalen Umweltschutz?"


Wir verdanken Frau Brunschweiger viel- endlich eine Sozialdemokratin, die sich an die Spitze der Umweltschutzbewegung stellt, nicht einer "selbsternannten"- so sind nur Lebensschutzinitiativen abzuqualifizieren, den Grünen den Wind aus den Segeln nimmt:
  »Ein Kind ist das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann«, meint die deutsche Autorin Verena Brunschweiger in einem Interview. Die Feministin erklärt im Gespräch mit der österreichischen Tageszeitung »Krone«, dass sie auch der Umwelt zuliebe kinderfrei bleibe, da jeder Nachwuchs einen ökologischen Fußabdruck hinterlasse"
"Die Regensburgerin sieht in allem einen Beitrag gegen den Klimawandel und empfiehlt auch anderen Frauen so wie sie zu handeln: »Jedes nicht in die Welt gesetzte Kind bedeutet eine CO2-Einsparung von rund 50 Tonnen im Jahr.« Eine Studie würde gar von 58 Tonnen pro Jahr sprechen." Freie welt 6.3 2019
Da nur der Mensch der Urheber aller Umweltzerstörungen ist, ist eben der effektivste Umweltschutz die Abschaffung des Menschen. Es heißt nun nicht mehr: "No women, no cry" (Bob Marley), sondern: kein Mensch, keine Umweltbelastung.
Damit steht diese Sozialdemokratin nicht allein in der SPD:

Ute Sacksofsky, SPD Mitglied und Juraprofessorin:
"Gehen wir davon aus, daß es um die Weitergabe deutschen Erbgutes nach der natiolsozialistischen Gewaltherrschaft nicht mehr gehen kann. Was wäre eigentlich so schlimm daran, wenn die Deutschen aussterben sollten?[...]Das Territorium, auf dem sich derzeit Deutschland befindet, könnte der Natur zurückgegeben oder (das ist wahrscheinlicher) von anderen Menschen besiedelt werden." zitiert nach: Jürgen Graf, Der geplante Volkstod, 2016, S.413f)

Wir Deutschen sollten am besten aussterben, der Natur zu liebe.Zudem verhinderten wir so die Weitergabe deutschen Nazierbgutes. Ist Frau Sacksofsky eine bekennende Antideutsche, so  eskaliert das bei der Sozialdemokratin Brunsweiger zum allgemeinen Menschenhaß: Der Tod der Menschheit ist der beste Umweltschutz
 

Freitag, 8. März 2019

Amerika- das Ende einer Fiktion? oder Multikulti

"Auch in den USA ist nach dreihundert Jahren >melting pot< kein neues Volk entstanden,die eingewanderten Volksgruppen haben sich im Gegenteil stark segregiet und eine <Salad bowl<gebildet." Björn Höcke, Nie zweimal in denselben Fluss,2.Auflage 2018, S.129. Viele ausgewanderte Volksgruppen würden zu einer neuen Nation sich synthetisieren, verschmelzen zu einer amerikanischen Nationalität. Das Ziel wäre dabei eine mehr oder weniger ethnisch homogenes Staatsvolk gewesen, das sich so als eine Einheit bereift und sein Leben in und durch den Staat organisiert.
Treffend formuliert Höcke dann ja auch: "In der Politik ist seit der Neuzeit das Ganze der Staat, der immer über den Parteien stehen muß, wenn er keinen Schaden zum Nachteil des Gemeinwesens nehmen soll." (S.149) Das gilt natürlich nicht nur den politischen Parteien gegenüber, sondern auch der Pluralität der Interessen einer Gesellschaft gegenüber. Kann den  nun der Staat das Ganze sein, wenn er sich auf nichts Ganzes beziehen könnte, wenn es nur die Vielfalt der Interessengruppen einer Gesellschaft gäbe? Das Volk ist das Ganze, das sich im gesellschaftlichen Leben als Pluralität von Interessen erlebt, dessen Ganzheit gegenüber dieser Pluralität aber der Staat ist, der so nicht einfach die Negation dieser Pluralität ist, sondern seine Aufhebung in das Gemeinwohlinteresse des Volkes.
Wie nun aber, wenn es gar kein gemeinsames Volk gibt, wenn es stattdessen eine Salatschüssel verschiedener Volksgruppen in einem politischen Gemeinwesen gibt? Das ist das Grundproblem der amerikanischen Nation, daß sie etwas vorspiegelt, was es real gar nicht gibt: die amerikanische Nation. Mit dem Sieg der Yankees über die Südstaaten im Bürgerkrieg setzte sich diese Partikuarität als das ganze Amerika,indem es alle anderen als nicht recht dazugehörg faktisch ausschloß.
Aber diese Setzung einer Partikularität als das Ganze findet ihr ideologisches Ende in der Multikutiideologie, die ihren Grund in der Pluralität der ethnisch fundierten Subkulturen der USA hat, die nun aber zu gleichberechtigten Kulturen aufsteigen wollen.Das wäre das Ende der USA, denn dieser Staat löste sich auf in eine Vielzahl von ethnisch fundierten Kulturen ohne eine Gemeinsamkeit; der Staat würde so zum Spielball der verschiedenen Ethnien, wer sich den besseren Zugriff beschaffen kann. Der jetzige Präsident Trump ist so gesehen der (letzte?) Versuch, die Fiktion einer amerikanischen Nationalität aufrechtzuerhalten  angesichts seiner Auflösung durch einen ethnisch kulturellen Pluralismus.              

Donnerstag, 7. März 2019

Die letze Chance für die Katholische Kirche- oder eine Falschmeldung entlarvt

"Auch die Protestanten in Deutschland haben Pfarrermangel. Dies berichtet die FAS (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung). Demnach geht bei den Protestanten die Zahl der Pfarrer schneller zurück als die Zahl der Kirchenmitglieder. Laut dem Bericht müssen sich immer mehr Gemeinden einen Pfarrer teilen. Sechzehn der zwanzig evangelischen Landeskirchen gaben bekannt, dass sie den Bedarf an Pfarrstellen bis 2030 nicht mehr decken können." kath net 4.3.
Lieber Leser, sie werden mit mir darüber eins sein, daß dies eine Falschmeldung sein muß. Der unwiderlegbare Beweis: Täglich enthüllen uns katholische Reformer, daß der Priestermangel in der Katholischen Kirche auf den Zölibat, der Nichtzulassung der Frauen zur Priesterweihe und die reaktionäre Sexualmorallehre der Kirche zurückzuführen sei. Im Protestantismus dagegen müßte der Pfarrerberuf als Traumjob angesehen werden, denn 
a) dürfen evangelische Pfarrer und Pfarrerin verheiratet, unverheiratet, gleichgeschlechtlich und traditionell als Mann und Frau zusammenleben, sie dürfen 
b) sich scheiden lassen und können sich wiederverheiraten, so oft sie es wollen und können 
c) jede dogmatische Lehre als nicht mehr zeitgemäß reprobieren, sind in ihrem Lebenswandel moralisch nur der Politischen Korrekheit verpflichtet und 
d) da ihre Gottesdienste oft wegen Überfüllung fast abgebrochen werden müßten, denn die Menschen strömen zu Hauf dahin, weil hier das Christentum hunderprozentig zeitgeistkonform verkündigt wird, sind sie immer zufriedene Pastoren. 
Nur weil die Katholische Kirche von diesem Idealzustand im Protestantismus noch so weit entfernt ist, hat sie solche Nachwuchsprobleme, die aber sehr leicht zu beheben wären, würde sich die Kirche nur protestantiseren, alles genuin Katholische hinter sich lassend als Muff von 2000 Jahren.

Zusatz: Vielleicht sollte auch der allzu katholische Jesus durch Mahatma Gandhi und Robin Hood ersetzt werden- die kommen besser an!        

Mittwoch, 6. März 2019

Der Mythos ideologiefreier Politik oder: christliche Politik

Dieser Mythos erfreut sich großer Beliebtheit. Da gibt es Intellektuelle mit ihren Ideologien, die selbstverständlich weltfremd sind, die eine sachgmäße pragmatische Politik verhindern, zudem führen Weltbeglückungsideologien sowie nur zu Terror und Diktatur. Daß dies selbst eine ideologische Aussage ist, verkennen ihre Vertreter selbstredend, denn sie sehen nur die ideologischen Splitter in den Augen ihrer Nächsten.
Aber, so plausibel das auch auf den ersten Blick klingen mag, ist es denn auch wahr?
Dies Problem soll nun anhand eines simpleren Problemes erörtert werden. Ein Sportunterrichtsstunde, die Buben warten auf die Anweisung des Lehrers. Der sagt: Spielt Ball.Können Schüler Ball spielen? Ball spielen hieße nun, sachgemäß pragmatisch mit dem Ball umgehen. Aber eine noch so tiefschürfende Anayse des Balles kommt nicht zu dem Ergebnis, wie nun Ball zu spielen ist. Sachgemäßer Pragmatismus scheitert hier an dem einfachen Objekt des Balles, dieses Spielgerätes, weil es uns nicht sagt, wie mit ihm umzugehen ist. Das Objekt ist einfach nur da.
Aber der Sportlehrer erlöst die Schüler: Ihr sollt Fußball spielen.Das Gesamtregelwerk des Fußballspieles ist nun präsent, abrufbar, sodaß gemäß diesen Regeln nun Ball gespielt werden kann.Dies Regelwerk ist nun aber nicht aus dem Begriff des Balles deduzierbar, ja umgekehrt macht dies Regelwerk erst den Ball zum Fußball.Wenn jetzt Fußall gespielt wird,werden im Spiel pragmatische sachorintierte Entscheidungen getroffen, daß etwa bei einem Rückstand ein frischer Stürmer eingewechselt wird, die Verteidigung umgestellt wird, weil sie vordem zu viele Chancen der Angreifer zuließ. Einen Pragmatismus kann es nur in einem bestimmten nach Regeln gespielten Spiel geben. 
Für die Politik ist die Ideologie das, was für den Ballsport ein bestimmtes Ballspielregelsystem ist, das des Fußballes,des Handballes, des Völkerballes etc.  In einer bestimmten Ideologie kann dann und nur dann sachgemäße pragmatische Entscheidungen getroffen werden, denn erst die Ideologie definiert ja, was in ihr als sachgemäß gilt.So kann ein Elfmeter in einem Fußballspiel eine sachgemäße Entscheidung des Schiedsrichters sein, aber in einem Handballspiel niemals.
Wenn es im politischen Diskurs keine ideologischen Auseinandersetzungen gibt, dann gründet sich das allein in der Tatsache, daß alle Teilnehmer die gleiche Ideologie vertreten,sodaß sie nicht mehr expliziert wird.Jetzt erst schlägt die Stunde der "ideologiefreien" Politik, die durch diese Selbststilisierung ihre ideologische Fundierung verdrängt, um sie so jeder Kritik zu entziehen. Nur die außerhalb des Diskurses Stehenden, die Nichtintegrierten lassen sich dann von Ideologien bestimmen- und darum sind sie keine Teilnehmer des anerkannten politischen Diskurses, wie ja auch ein Handballer nicht in einem Fußballspiel als Handballer mitspielen darf. 
Nach 1989 bestimmt in Europa und den USA die Ideologie des Liberalismus so sehr den politischen Diskurs, daß diese Ideologie schon als identisch mit der Politik angesehen wird,als wäre das die einzig mögliche Politikideologie, die so als gar keine mehr erscheint, weil sie allein den politischen Diskurs fundiert. Im Mythos der ideologiefreien Politik überzieht sich so die liberale Ideologie eine Tarnkappe, um ungesehen nicht mehr hinterfragbar zu sein.   

Corollarium 1
Könnte es eine ideologiefreie christliche Politik geben? Die könnte es nur geben, wenn unmittelbar aus der christlichen Religion Politik abgeleitet werden könnte. Dafür ist aber die Religion dem Wesen der Politik zu fern. Es bedarf einer Vermittelung. Die leistete in der Konstantinischen Epoche die Synthese von christlicher Theologie und platonischer Philosophie mit aristotelischen Zusätzen. Die christlich-platonische Weltanschauung ermöglichte so erst eine christliche Politik.
Daß es für eine "christliche" Politik ausreiche, bestimmte Werte zu vertreten, ist dagegen ein Ethikettenschwindel,  denn die unter diesem Titel geführten Werte sind nur die Fixpukte der liberalen Ideologie. So kann sich der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU auch einen muslimischen Bundeskanzler vorstellen. Die Tagespost schreibt dazu:


Dienstag, 5. März 2019

Zur Asylantenflut- Warum kommen sie?


"Keine noch so soziale Rhetorik kann verschleiern,daß es sich bei der Migrations-Ideologie und der Masseneinwanderung um eine logische Folge des Globalkapitalismus mit seiner Forderung nach weltweit freier Bewegung von Gütern,Kapital und eben auch von Menschen handelt." Björn Höcke, Nie zweimal in denselben Fluss, 2.Auflage 2018, S.244. Wegen solcher klaren Äußerungen ist nun dieser AfD- Politiker zum "Schmuddelkind" der Nation avanciert. (Degenhardt: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern). 
Daß es in der Geschichte eben auch logische Folgen, logische Entwickelungen gibt, das zu erkennen, ist schon eine beachtliche Erkenntnis.Ja, es gibt eine Logik der Entwickelung des Kapitalismus,der die Gestalt des nationalen Sozialstaates auflöst, indem ein unlimitierter weltweiter freier Markt sich etabliert, auf dem Alles zur Ware wird, frei verkäuflich, eben alle Güter, das Kapital selbst  und die Menschen als Arbeitskraft. National begrenzte Märkte, sozialstaatlich reguliert, werden dann so zu einem Hindernis für den sich globalisierenden Kapitalismus. Das Ideal wäre eine Massenproduktion für entindividualisierte Massenkonsumenten,dem auf der Produktionsseite eine so sehr standartisierte Arbeitswelt zur Seite steht, daß jede Arbeitskraft überall eingesetzt werden kann als jeweils  spezifizierte Fachkraft.
So klar diese logische Entwicklungstendenz auch erkennbar ist, so wird sie doch auch überzeichnet durch andere Tendenzen, sodaß das gegenwärtige Gesamtbild keines einer logischen Entwickelung abgibt. 
Eine andere Tendenz ist die, daß Völker ohne ausreichenden Lebensraum und ohne qualifizierte Lebensperspektiven neue Lebensräume für sich zu gewinnen versuchen. Es wandern ja nicht einfach Individuen ein, die hier für sich ein besseres Leben suchen, sondern Glieder von Völkern, die dann in Europa, in Deutschland isb für sich neue Lebensräume gewinnen im konsequenten Aufbau von ethnisch homogenen Parallelwelten. Es entstehen so ja nicht einfache Subkulturen in der Gesellschaft (wie etwa die Gothickultur, die Motoradfankultur), sondern ethnisch Gemeinschaften, die im Sinne der Multikultiideologie gleichberechtigt neben der einheimischen Kultur leben wollen, sozusagen als exterrritorialer Raum in dem Deutschen Staat.
Davon ist nun noch zu unterscheiden eine bewußt antinationale Politik, dessen Ziel die Auflösung aller Völker erstrebt aus ideologischen Gründen. Nicht alles Ideologische ist auf ökonomische Interessen rückführbares Denken. Aus solch einer ideologisch motivierten Politik des Importes von Massenflüchtlingen erklärt sich, daß Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen werden, die für Arbeitgeber ob ihrer völlig unzureichenden Qualifikation als Arbeitskräfte gar nicht in Frage kommen, den Sozialstaat aber viel kosten, und somit der Wirtschaft auch, da auch sie Steuern zahlen muß.Eine solche Ideologie gründet sich nun nicht in ökonomischen Interessen, sondern in der Dekadenz alt gewordener Völker, an einem Lebensüberdruß, der sich direkt in der Glorifizierung der Homosexualität und der Begeisterung für das Töten der Kinder im Mutterleibe manifestiert als Verneinung des Willens zum Weiterleben des eignen Volkes.
Diese beiden Tendenzen überlagern so sehr die Tendenz der logischen Entwickelung des Kapitalismus, daß nur auf Basis sorgfältiger Analyse diese Tendenz erkennbar ist. Die Fähigkeit dazu zeichnet den Politiker Höcke aus und macht dieses Buch so lesenswert.    

Montag, 4. März 2019

"Die Gesellschaft komme gut ohne Kirche aus."

"der Rektor der Jesuitenhochschule Sankt Georgen, Ansgar Wucherpfennig, der Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeffer, der Chefredakteur der Zeitschrift "Christ in der Gegenwart", Johannes Röser, und die Dogmatikerin Johanna Rahner aus Tübingen - überraschend einig: Die Gesellschaft komme gut ohne Kirche aus." Katholisch de am 1.3.2019.
Nur, was bedeutet hier die Aussage: gut auskommen? Meint das das, was auf die Frage: "wie gehts" obligatorisch geantwortet wird: "gut"? Oder soll das heißen, daß die Gesellschaft- auch ohne eine Religion- gut funktioniert? Geht es den Bürgern der Gesellschaft einfach gut ohne die Kirche? Oder soll das nur heißen, daß es keinen gesellschaftlichen Bedarf an der Kirche und der christlichen Religion mehr besteht? 
Diese Aussage wird, je mehr sie befragt wird, immer nebulöser, ja sie scheint nur ein Gefühlsausdruck zu sein einer allgemeinen Resignation: Was die Kirche anzubieten hat, das interessiert keinen (mehr). Und das braucht auch Niemand.
Nur, was ist dann eigentlich mit der Gesellschaft gemeint, die da ohne die Kirche auskäme? Mit Ferdinand Tonnies könnte geurteilt werden, daß die Gesellschaft ein Zerfallsprodukt der Gemeinschaft ist, die einem Auflösungsprozeß unterworfen ist durch die Entkräftung der Bindungskräfte, durch die Tendenz zur Atomisierung: Es gibt nur noch Einzelsubjekte, die im  Geiste des Utilatarismus Nützlichkeitsbeziehungen zu Anderen unterhalten, die aber sonst durch nichts mehr sich verbunden fühlen, wie etwa durch eine gemeinsame Volkszugehörigkeit. Meint also die Aussage, daß die Gesellschaft ohne Kirche gut auskäme, daß nur eine Gemeinschaft eine sie verbindende Religion bräuchte, ein Gesellschaft atomisierter Menschen aber nicht, da sie sich hinreichend über reine Nützlichkeitsbeziehungen aufbaut? 
Nun bedeutet gut zu leben aber auch noch etwas anderes als nur, daß die Bürger zufrieden leben, ihre Bedürfnisse befriedigt sehend. Es meint auch, daß im moralischen Sinne gut gelebt wird. Der Mensch ist nicht nur zum Überleben bestimmt sondern auch zum  moralisch guten Leben.. "Aristoteles unterscheidet den Grund der Entstehung des Staates von seinem Zweck. Der Staat entsteht zum Zweck des Überlebens, des Lebens an sich, sein Zweck aber ist das gute Leben".(Wikipedia, Aristoteles). Wenn eine Gesellschaft ohne Kirche gut auskommt, dann müßte der Staat ohne die Kirche die Aufgabe erfüllen, zu einem guten Leben zu führen, und das meint hier nicht nur die Wohlfahrt des Volkes sondern auch sein sittliches Leben.Kann diese Aufgabe aber der Staat ohne die Kirche erfüllen? Nach Platon wäre das dann die Aufgabe der Philosophie als die Erkenntnis vom Wahren und Guten, die den Staat zu führen hätte. Das christliche Abendland wies diese Aufgabe der Kirche zu als dem Ort auch der wahren Philosophie. 
Aber was wird daraus, wenn weder die Religion noch die Philosophie diese Aufgabe übernimmt? Kann dann das soziale Gemeinwesen noch gut sein? 
Der erste Zweck jeder Vergemeinschaftung von Menschen, auch und gerade der elementarsten von Mann und Frau ist das Überleben. Schon an dieser Elementaraufgabe scheitern die postmodernen Gesellschaften ohne Kirche: Es sterben mehr Menschen als neue geboren werden- das Aussterben der Völker Europas steht tatsächlich auf der Tagesordnung der Welt. Negativer kann ein Urteil über eine Gesellschaftsformation nicht ausfallen, daß sie schon an der Primärfunktion scheitert. Wir leben wirklich in einer Kultur des Todes. Wie kann dann noch von einem Gutauskommen der Gesellschaft gesprochen werden?  Das ist eine Unmöglichkeit. Und wie steht es um das sittliche Leben in der postmodernen Gesellschaft? Darüber etwas zu schreiben, erübrigt sich. 
Könnte nicht gerade diese Morbidität der postmodernen Gesellschaften auch eine Folge des Experimentes sein, ohne die Kirche und die Religion leben zu wollen?       

Sonntag, 3. März 2019

"Das ist nicht katholisch!"

"Das ist nicht katholisch!" ist ein häufiges Totschlagargument in kirchlichen Filterblasen. Es verunmöglicht ein Gespräch und beendet den Diskurs. Der Jesuit Dag Heinrichowski hält dagegen: Totschlagargumente sind nicht katholisch! Denn die Wahrheit entdecke ich in Beziehung.Das ist die neueste Erkenntnis eines Jesuiten.die Dag Heinrichowski SJ am 2.3. des Jahres auf katholisch de am  02.03.2019 verbreitet. Offenkundig ist dies ein Musterbeispiel für die Praxis, den Balken im eigenen Augen übersehend die Entfernung des Splitters im Auge des Anderen zu fordern. 
Zuerst verurteilt dieser Jesuit die Aussage: "Das ist nicht katholisch" als illegitim, um dann zu urteilen, daß genau diese Aussage nicht katholisch sei, also nicht gebraucht werden darf. Nun, war und ist eigentlich immer noch eine der wesentlichen Aufgaben der Katholischen Kirche, das, was katholisch ist, von dem zu unterscheiden, was nicht katholisch ist. So verurteilte die Kirche die Festlegung des Kanons durch Marcion, der eine Bibel für die Kirche einforderte ohne die Schriften des Alten Testamentes als nicht katholisch, ja als antikatholisch. Marcions Kanon ist also als nicht katholisch verurteilt worden. Meint nun dieser Jesuit, daß die Kirche so Marcions Kanon nicht verurteilen durfte? Ja, hätte die Kirche so auf jede Bewertung als nicht katholisch verzichten müssen, weil so doch Menschen, die Nichtkatholisches vertreten, ausgegrenzt werden, statt daß ihr Standpunkt als Bereicherung für die Kirche rezipiert worden wäre. 
Dann hätte sich die Katholische Kirche schon längst aufgelöst, denn jede Identität besteht nun einmal darin, das Zugehörige von dem Nichtzughörigen zu unterscheiden und auszugrenzen. Jedes Glaubensbekenntnis definiert den wahren Glauben, der so unwahre Glaubensaussagen ausgrenzt aus dem Raum der Kirche. Das sei nun alles ein einziger Irrtum.
Aber so radical meint es dieser Jesuit wohl gar nicht, denn er spricht von "kirchlichen Filterblasen", in denen die Aussage: "Das ist nicht katholisch" getätigt wird. Jetzt kommt Licht ins Dunkel. 
"Auch die jüngste Bischofssynode hat das erkannt. Im Abschlussdokument heißt es: "Viele Plattformen funktionieren so, dass sich im Endeffekt häufig nur Gleichgesinnte begegnen und eine Auseinandersetzung mit Andersartigem erschwert wird." (Abschlussdokument der Bischofssynode 24)." Mit diesen Plattformen sind eben alle Internetseiten gemeint, die sich als katholisch verstehen, aber nicht politisch-korrekt linksliberal ausgerichtet sind. Das sind die Diskursverweigerer, denn sie ordnen sich nicht den Regeln des kirchlichen Diskurses unter, daß nur politisch korrekte Beiträge legitime Beiträge dieses Diskurses sind. Selbstverständlich darf nur dieser so geregelte Diskurs zwischen in der Kirche Vertretbarem und Nichtvertretbarem distinguieren.  
Aber dieser Jesuit geht noch weiter. Er zitiert Papst emeritus Benedikt XVI.  So ist es unangebracht, in ausschließender Weise zu behaupten: ‚Ich besitze die Wahrheit’." (Ecclesia in medio oriente 27) Hier vernutzt er ein Zitat dieses Papstes, um nun einen radicaen Relativismus zu legitimieren. Der Grundgedanke ist einfach:Die Wahrheit hat sich nicht so in Jesus Christus offenbart, daß sie nun als offenbare in der Katholische Kirche ist und in ihr erkennbar, sondern sie ist noch im ewigen Gespräch zu finden, in dem keiner sich schon im Besitz der Wahrheit zu wähnen darf. Dies romantische Gespräch schließt dann die Vorstellung des Dogmas, der Entscheidung aus: Das ist wahr. Alles Bestimmte, alle traditionelle Lehre kann nun aufgelöst werden. 
Wie verträgt sich dieser Relativismus nun aber zu den normativen Diskursvorgaben der Politischen Korrektheit? Hier öffnet sich ein Riß: Wenn Alles relativ ist, dann müßte das auch diese Ideologie sein- aber das sei ferne! Die Lösung lautet, daß alles, was bisher als wahrhaft katholisch galt, zu relativieren ist daraufhin, ob es in Hinsicht auf diese normative Ideologie als noch wahr gelten kann.Wer sich nun dieser Umformung des bisher als katholisch Geltenden widersetzt, der ist eben nicht dialogfähig, denn der Dialog dient ja nur dieser Umformung. 
          

Samstag, 2. März 2019

"Wo sehen Sie die Kirche in 20 Jahren?"

"In der Antwort sind sich die vier Diskutanten auf dem Podium - der Rektor der Jesuitenhochschule Sankt Georgen, Ansgar Wucherpfennig, der Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeffer, der Chefredakteur der Zeitschrift "Christ in der Gegenwart", Johannes Röser, und die Dogmatikerin Johanna Rahner aus Tübingen - überraschend einig: Die Gesellschaft komme gut ohne Kirche aus." Katholisch de am 1.3.2019. Die Kirche ist eben irrelevant geworden für die Gesellschaft. Das meint wohl auch die christliche Religion bzw der Glaube. 
Eines ist dabei zu beachten: Die Religion ist nicht zuerst eine Angelegenheit des Individuumes, das sich dann sekundär vergemeinschaftet mit anderen Gleichreligiösen zu einer wie auch immer gearteten Vereinigung. Das Subjekt der Religionspraxis ist ein soziales Gemeinwesen, eine Familie, ein Stamm, eine Stadt. Das Individuum partizipiert an der sozial gelebten Religion ob seiner Zugehörigkeit zu einem Gemeinwesen. Erst wenn sich das öffentliche Leben und die Religion ausdifferenzieren, zu zwei verschiedenen Ordnungen werden, gehört das Individuum nicht mehr qua seiner Mitgliedschaft zu einer Sozialgemeinschaft zur Religion. Aber auch dann noch hat die Religion eine Funktion für die jeweilige Gesellschaft, womit sie sich auch legitimiert. Für die existentiellen Probleme des Gemeinwesens ist die Religion nun mal zuständig: ob die Ernten gelingen, ob Kriege gewonnen werden, aber auch für das Ethos in der Gemeinschaft,daß es durch die Religion fundiert wird.Erst in zweiter Sicht ist dann die primär soziale Religion dann auch für die individuelle Probleme zuständig, ist sie auch eine Privatreligion.
Mit dieser so grob skizzierten sozialen Religion soll es nun in  unserer postmodernen Gesellschaft zu Ende sein.Das soziale Leben käme ohne Religion und ohne die Kirche aus.
Könnte sie dann reduziert auf das reine Privatleben noch eine Lebenskraft sich bewahren? 
Überprüfen wir diese Frage durch eine einfache Frage: Wo ist in der heutigen sozial ausdifferenzierten Welt noch ein Privatlebensraum? Die Sphäre des Berufslebens, der Wirtschaft, ist durch die Eigengesetzlichkeit dieses Raumes bestimmt. Als Konsumenten kaufen wir wohl als Einzelsubjekt ein und nutzen dann auch das Erkaufte, aber der Raum des Konsumes ist selbst ein sozial bestimmter Raum, die die Rolle des Konsumenten wie die des Warenanbieters bestimmt.Der Raum der Politik ist per Definition kein Privatraum. Bleibt da nur noch das Privatleben Zuhause, allein, oder in einer Familie? Schon die Freizeit ist schon so sehr sozial gestaltet daß es schwer fällt, hier noch von einem individuellen Leben zu sprechen. Man denke nur an die Freizeitindustrie, den Tourismus, das Freizeitleben in Vereinen oder vor dem Fernseher. Drängt sich nicht der Eindruck auf, daß das Privatleben am Verschwinden ist, daß es durch das Soziale, das Allgemeine aufgesogen wird? Der Privatraum wäre dann nur noch ein Subsystem der Gesellschaft, der so selbst noch durch das Soziale, seine Umwelt strukturiert ist.
Etwas Einfaches mag dies veranschaulichen: Beliebige Gespräche. Ist es nicht so, daß der Eindruck dabei sich aufdrängt, daß das Einzelgespräch in der Regel nur noch wie eine Kopie des allgemeinen Geredes erscheint? Die Begrüßungsfrage: Wie geht es? wird eben standartmäßig mit: Gut beantwortet, der darauf folgende  smalltalk erweist sich dann ebenso oft als Aneinanderreihung von Phrasen:Man redet, um nichts zu sagen. In Hedwig Courths- Mahler Romanen hieß das: Plaudern, dies nichtssagende Gerede. 
Vielleicht war der Existentialismus der letzte Versuch, irgendwie dem privaten Individuum noch eine Bedeutung zukommen zulassen, indem es als sich selbst Bedeutung geben könnendes Subjekt expliziert wurde.Aber seine Zeit ist vorbei.
Wenn das Private so vom Sozialen aufgelöst wird, wo könnte dann die Religion, reduziert aufs Private noch gelebt werden? Eines ist nicht übersehbar: Daß  meine Privatexistenz einer festen Burg gleicht , klar abgeschieden vom sozialen Leben, und daß dann in dieser Privatssphäre meine individuelle Religion noch gelebt wird, ist wohl eine Vorstellung, die der Vergangenheit angehört. Und die christliche Religion, die sich so aufs Private zurückzöge, wäre auch nur noch eine Schwundstufe dieser Religion, die die Kirche wirklich überflüssig machte.