Sonntag, 26. Mai 2019

Ein Frontallangriff auf die Katholische Kirche

Fußball ist einfach: Da treten 2 Mannschaften gegeneinander an, sie tragen verschiedene Trikots, sodaß Freund und Feind klar unterscheidbar sind. Wie anders verhält es sich da im Kirchenkampf: Seit es die Kirche Jesu Christi gibt, kämpft ihr Feind gegen sie, aber dieser ist ein Meister der Tarnung- ja es darf sogar gemutmaßt werden, daß da, wo Satan draufsteht, er in größter Wahrscheinlichkeit nicht präsent ist. Zur Veranschaulichung: Der Teufel ist in "Donum vitae" und den Abtreibungskliniken präsenter und wirksamer als wenn "The Rolling Stones" ihr "Sympathie for the Devil" spielen. Papst  Paul VI. sagte ja: Der Rauch Satans ist in die Kirche eingedrungen. Weniger bildlich gesagt: Die Kirche hat gerade in ihrem Innersten mit einer daimonischen Infiltration zu rechnen. Oberflächlich Denkende assoziieren das spontan mit sexuellen Ausschweifungen von Priestern und Bischöfen. Wie nun aber, wenn der Satan- ganz wider diese oberflächliche Sichtweise- dem Kampf wider die Glaubenswarheiten der Kirche viel mehr Gewicht beimißt, daß aus dem sich offenbart habenden und in der Kirche erkannten Gott wieder ein unbekannter den Gläubigen entzogener Gott wird?
  
In dem Artikel: "Mehr als Struktur: Jugendverbände jenseits von Verdächtigungen" auf Katholisch am 24.5. 2019 ist ein Video zugefügt, das es wirklich in sich hat. Eine circa 6 minütige Ansprache, in der mit allen Mitteln der Rhetorik der Katholischen Kirche der Krieg erklärt wird. Eine BDKJlerin schlägt zu:

1.Wie die Mutter Gottes, Maria bekämpfen? Ganz einfach:Warum nennt man bei dieser Frau immer ihr Sternzeichen, das der Jungfrau? Wer hätte das gedacht! Sie ist nicht Jungfrau, das ist einfach ihr Sternzeichen! Die Mariologie ist also in der abergläubigen Astrologie fundiert und somit erledigt.

2. Wie bekämpft man die Kirche? Ganz einfach mit der Liebingsparole des Modernismus: Jesus verkündete das Reich Gottes und es kam die Kirche. Diese antikatholische Kampfparole hat es nun in sich: a) setzt sie voraus, daß Jesus Christus sich in seiner Verkündigung in einem Zentralpunkt irren konnte, daß er das Eintreten des Reich Gottes in Bälde erwartet hatte, daß das aber nicht eintrat, sodaß b) statt des Reich Gottes die Kirche kam, sodaß c) gilt: Wo das Reich Gottes ist, ist keine Kirche und wo die Kirche ist, das ist nicht das Reich Gottes.
Wo ist dann das Reich Gottes? Hierüber informiert uns nun dieser apologetische Text: "Dass das "In-der-Welt-Sein" der Kirche bereits ihre Sendung ist, klingt aber harmloser als es ist: Es heißt, in dieser konkreten Welt auf das Reich Gottes zuzugehen, in dieser konkreten Welt gegen Ungerechtigkeit aufzustehen, gerade in den Herausforderungen der jeweiligen Zeit prophetisch und solidarisch zu sein und den Menschen, die um ihre Würde ringen, das Heil zuzusagen und erfahrbar zu machen." Das Reich Gottes ereignet sich so, oder wir gehen ihm entgegen in unserer "Reichsgottesdienstarbeit"- wie früher man es sagte- indem wir gegen Ungerechtigkeit aufstehen, prophetisch und solidarisch handeln und für die Menschenwürde uns engagieren.Das ist ein politisch sozialcaricatives Programm, das so wohl von jedem linken Jugendverband mitgetragen werden könne, stünde da nicht die Vokabel: Reich Gottes. 

3. Wie bekämpft man die Theologie? Das bildet nun das Herzstück dieses Frontalangriffes. Das Kampfmittel ist einfach: Gott, von dem die Theologie redet, ist schlechthin das völlig Unbegreifliche!So ist es purste Hybris, wenn im theologischen Diskurs zwischen wahren und unwahren Aussagen über Gott unterschieden wird. Die Theologie ist so nur ein Schlachtfeld von zänkischer Rechthaberei, wo  doch gar keine wahrheitsfähigen Aussagen möglich sind. Menschen fügen sich wechselseitig Leid zu, indem sie nur ihre Meinung als wahr gelten lassen. In Wirklichkeit aber spricht jeder nur in seiner religiösen Sprache von Gott, die ihm vermittelt worden sei, aber jede sei gleich wahr oder auch gleich unwahr, denn von dem unbegreiflichen Gott kann man nur wissen, daß er da ist. Dieser Agnostizismus soll so alle religiösen Konflikte aus der Welt schaffen, um so ein gemeinsames Handeln für die Humanisierung der Welt zu ermöglichen. Ein Nein zu den Kindestötungen im Mutterleibe gehört natürlich nicht zu diesem Weltoptimierungsprogramm.  

Was bleibt so von der christlichen Religion über: ein kindlich schönes Sprachspiel- ohne jede Erkenntnis, ein Glaube an einen unbegreiflichen Gott und der Aufruf zum politisch korrekten Handeln. 

Samstag, 25. Mai 2019

Eine neue Staatsreligion- die von jedem Bürger zu praktizieren ist!

Der Bundespräsident Gauss sagte einmal : „Unübersehbar gibt es eine Tendenz der Entweltlichung des Holocaust. Das geschieht dann, wenn das Geschehen des deutschen Judenmordes in eine Einzigartigkeit überhöht wird, die letztlich dem Verstehen und der Analyse entzogen ist. Offensichtlich suchen bestimmte Milieus postreligiöser Gesellschaften nach der Dimension der Absolutheit, nach dem Element des Erschauerns vor dem Unsagbaren. Da dem Nichtreligiösen das Summum Bonum – Gott – fehlt, tritt an dessen Stelle das absolute Böse, das den Betrachter erschauern lässt. Das ist paradoxerweise ein psychischer Gewinn, der zudem noch einen weiteren Vorteil hat: Wer das Koordinatensystem religiöser Sinngebung verloren hat und unter einer gewissen Orientierungslosigkeit der Moderne litt, der gewann mit der Orientierung auf den Holocaust so etwas wie einen negativen Tiefpunkt, auf dem – so die unbewusste Hoffnung – so etwas wie ein Koordinatensystem errichtet werden konnte. Das aber wirkt ,tröstlich‘ angesichts einer verstörend ungeordneten Moderne. Würde der Holocaust aber in einer unheiligen Sakralität auf eine quasi-religiöse Ebene entschwinden, wäre er vom Betrachter nur noch zu verdammen und zu verfluchen, nicht aber zu analysieren, zu erkennen und zu beschreiben.“ Zitiert nach: Bahamas. Doch ein Ehrenmann, www-bahamas.org/auswahl/web64-2.html
So verblüffend das sich auch aus dem Munde des Bundespräsidenten anhört, treffender kann man den postchristlichen Religionssurrogat der sogenannten "Holocaust-Religion" nicht erfassen. Rolf Peter Siefere spricht ja auch in seinem Essayband: "Finis Germania" 2017 von dieser neuen Staatsreligion: "Du sollst keinen Holocaust neben mir haben.Das Ritual der Vergangenheitsbewältigung besitzt Züge einer veritablen Staatsreligion." (S.70) Sehr wichtig ist hierbei die Unterscheidung des historischen Ereignisses des Holocaust von der Bedeutung, die dem Holocaut als Zentrum dieser neuen Staatsreligion zukommt. Das eine fällt in die Kompetenz der Geschichtswissenschaft, das andere ist nur religionswissenschaftlich begreifbar zu machen.Da es sich um eine Staatsreligion handelt, liegt dann ein funktionalistischer Ansatz nahe: Es wird also nicht nach der Substanz, dem Wesen der Religion gefragt, um dann zu prüfen, ob diese Staatsreligion wirklich als solche zu qualifizieren ist, sondern danach, ob diese neue Staatsreligion die Funktion einer öffentlichen Religion erfüllt, nicht die einer Privatreligion.
Die öffentliche Religion ist allen anderen in einem Staat praktizierten Religionen gegenüber 
übergeordnet, sie muß von allen anderen Religionen in ihrem Primat anerkannt werden. Nur privat dürfen dann die so subordinerten Religionen gelebt werden. Nebenbemerkung: Das Ziel eines europäischen Islams ist so die Anforderung an diese Religion, diesen Primat anzuerkennen. Die öffentliche Religion darf von Niemanden in Frage gestellt werden im Gegensatz zu den privaten Religionen, die jederzeit kritiserbar sind. 
Was leistet nun eine öffentliche Religion: Sie bietet die Möglicheit einer Letztbegründung aller ethisch-moralischen Fragen des öffentlichen Lebens. Sie konstituiert eine Gemeinschaft, um den atomisierenden Tendenzen in jeder Gesellschaft entgegenzuwirken. (vgl dazu Ferdinand Tönnies). Indem der Holocaust als das absolut Negative in dieser Staatsreligion definiert wird,übernimmt so diese Größe die Funktion, die in einer monotheistischen Religion Gott innehat. Von dieser Größe her bekommt alles andere erst seine Bedeutung und seinen Wert. Die neue religiöse Praxis ist dann der heilige Krieg gegen Rechts. Hier wird direkt gegen das Böse gekämpft, wie auch in jeder monotheistischen Religion es das Böse als den Widerpart gibt, schon allein um die Dualismen und Konflikte in einer von einem Gott regierten Welt erklären zu können, daß es sie in einer Monokratie geben kann. 
Damit ist verbunden das Eingeständnis, daß etwa die aufklärerische Hoffnung eines August Comtes, daß nach dem Stadium der Religion und dem der Metaphysik eine religionsfreie und metaphysikfreie Gesellschaft entstehen kann und würde als Illusion ad acta gelegt wurde: Das Privatindividuum kann wohl ohne eine Religion existieren, nicht aber eine zur Gesellschaft verformte Gemeinschaft, die ein Auseinanderfallen der Gesellschaft in Partikularinteressen nicht verhindern kann ohne eine von allen anzuerkennende Staatsreligion. Aber gegen Gauss sollte daran festgehalten werden, daß nicht schon die Moderne sich durch den Verlust des Koordinatensystemes auszeichnete, in ihr wurde ja noch an die Göttin der Vernunft geglaubt (Robespiere), erst die Postmoderne bezeichnet den Verlust aller Sinnresourcen, sodaß nun erst die neue Staatsreligion zu installieren war. Und wie jede Staatsreligion verfolgt auch diese Ungläubige als Ketzer und Dissidenten.Wie sehr diese Staatsreligion schon anerkannt ist, zeigt sich so eben gerade auch in der breiten Zustimmung zu Ketzerverurteilungen selbst zu hohen Gefängnisstrafen. Jede Staatsreligion braucht ihre Ketzer durch deren Bekämpfung sie sich immer wieder aufs Neue vitalisiert.      

Freitag, 24. Mai 2019

Heillen verteufeln? Zu einer befremdlichen Medizintechnikritik

Prof. Paul Cullen sprach in Fulda zum Thema „Mensch 2.0“ – ein Homo Perfectus? 

Mit dieser reißerischen Überschrift beglückte das "Christliche Forum" am 21.5.2019 seine Leser-schaft, um gegen die Bewegung des "Transhumanismus" zu polemisieren. Angesichts der allgemeinen Technikphobie und der antiintellektualistischen Wissenschaftsfeindlichkeit nicht nur in Deutschen Landen fällt diese Polemik sicher auf fruchtbaren Boden.  Die Fortschritte im Raume der Medizintechnik stehen dabei im Focus der Kritik. Aber hier muß genauer nachgedacht werden: Es ist wohl keine Übertreibung, wenn geurteilt wird, daß die christliche Religion einerseits wegen ihrer "leib- und lustfeindlichen" Sexualmorallehre und andererseits wegen ihrer Lehre, daß es die Bestimmung des Menschen sei, sich die Natur zu unterwerfen, in der heutigen Kritik steht: Irgendwie sei doch die christliche Religion schuld an der "Ausbeutung" und "Zerstörung" der Natur ob dieses Beherrschungsauftrages. (Nebenbei: Ist das nicht auch ein Herzstück der Philosophie Heideggers: der moderne Mensch, der sich durch die Technik die Natur unterwirft?). Es muß ja wohl ein Zusammenhang bestehen zwischen der christlichen Religion und dem Faktum, daß gerade christlich geprägte Länder die moderne Technik hervorbrachten.

Und zur Medizintechnik im Besonderen: Jesus Christus heilte Kranke; nie sagte er zu ihnen, daß das Kranksein doch gar nicht so schlimm sei, daß es für einen Blinden wichtiger sei, Jesus als den Sohn Gottes zu erkennen, als sehen zu können! Nicht lehrte er den Quitismus als höchste christliche Tugend, sich mit dem Schicksal der Krankheit abzufinden- stattdessen heilte er durch seine Wunder. Uns Christen in der Nachfolge ist es in der Regel nicht gegeben, Kranke durch Wunder zu heilen, aber die Praxis Jesu Christi beflügelte nun die Medizintechnik, die ärztlichen Heilungsmöglichkeiten zu verbessern. Konkreter: Wer würde, vor die Alternative gestellt, sterben zu müssen an seinem erkrankten Herzen oder sich ein künstliches Herz implantieren zu lassen, den Tod wählen aus einer Abneigung der Vorstellung gegenüber, daß dann ein künstliches Herz in seiner Brust schlüge? Aber ein Mensch mit einem künstlichen Herzen, das ist schon die Cyborgisierung des Menschen, daß in ihn Technik integriert wird. Mit Kleinlichkeiten fängt es an: mit den künstlichen Zähnen über künstliche Hüften bis zum Herzschrittmacher. Künstliche Augen, mit deren Hilfe Blinde sehen können, sind nicht mehr reine Zukunftsromanvorstellungen.Immer geht es dabei darum, Erkrankten und Leidenden durch künstliche Implantate das Leben zu erleichtern. 

Aber o Wunder, statt diesen medizintechnischen Fortschritt im Dienste der Menschen zu feiern, erphantasieren sich nun Kritiker alle möglichen eventuellen Gefahren dieser Technik. Sie gleichen Menschen, die angesichts der Möglichkeiten von Flugzeugabstürzen das Fliegen verbieten möchten, und das Autofahren gleich dazu, denn es ereignen sich ja jedes Jahr tödliche Verkehrsunfälle. Nur, daß die Gefahren, vor denen dann gewarnt wird, so konfus sind, daß nicht einmal sie konkret benannt werden können. So wird eben auf das Schüren irrationaler Ängste gesetzt. Der Mensch wolle so den homo perfectus erschaffen- solch eine Hybris müsse sich aber rächen! So wird die Heilmedizin perhorresziert zu Lasten der Kranken und Leidenden. Es gab und gibt auch heute Erbkrankheiten, die für die Betroffenen ihr Schicksal sind, die eben nicht mehr therapierbar sind und die so nicht nur für die Eltern sondern auch für die betroffenen Kinder sehr viel Leidenmüssen zur Folge haben. Nur, was bisher ein bitteres Schicksal war, das kann durch die Medizintechnik bei weiteren Fortschritten zu therapierbaren Erkrankungen werden. Hierbei gilt ja immer: Je früher therapeutisch eingegriffen wird, desto mehr verbessern sich die Heilungschancen. Und darum werden operative Eingriffe pränatal sicher nicht erst in ferner Zukunft zum Standartprogramm der Medizin gehören. Die Therapieerfolge werden dann diese Praxis auch legitimieren.  

Zur Naturbeherrschung gehört so gerade auch diese Medizintechnik und auch das Projekt der Cyborgisierung des Menschen, daß eben natürliche Defekte durch künstliche Plantate behoben werden, daß irreversibel erkrankte Organe durch künstliche ersetzt werden können! Das menschliche Leben auf Erden ist eben ein stets gefährdetes: Krankheiten und Unfälle bedrohen das Leben. Die Technik ist nun der große Versuch des Menschen, sich vor diesen Gefährdungen zu schützen. Daß dabei die Schutzmittel selbst wieder zur Gefährdung für den Menschen werden können, das  gehört zur Tragik unserer Existenz: Das Herdfeuer, das uns das Kochen ermöglicht und uns erwärmte Räume selbst im Winter ermöglicht,führt eben immer wieder auch zu Wohnungsbränden mit verbrannten Menschen- aber wollen wir deshalb auf die künstliche Wärme verzichten und im Winter  frieren, bloß um natürlich zu leben? Nicht die Technik ist das Problem, sondern die völlig irrationalistische Technikphobie. 

Zusatz:

Leider wird auch im katholischem Raum die Bedeutung der Leibes und damit auch seiner Gene und allem Sonstigen des Leibes überschätzt. Der Grund dafür liegt in dem Vergessen der Seele, die die Individualität und die Identität des einzelnen Menschen ausmacht. Sie entsteht ja nicht  aus dem Geschlechtsakt, sie ist so auch nichts Natürliches, denn alles Natürliche entsteht aus Natürlichem, während die Seele unmittelbar von Gott erschaffen wird. Die wird nicht durch eine Cyborgisierung beeinträchtigt, sondern es ändert sich nur dies: Wenn bisher der Mensch Technisches als außer sich benutzte, um etwas zu bewirken, so wird nun Technisches in den Körper integriert, sodaß so der Mensch, die Seele die Technik als Teil ihres Körpers benutzt. Zur Veranschaulichung: Sehen Menschen mit geschwächter Sehkraft durch künstliche Gläser einer Brille, so könnten zukünftig Blinde durch künstliche Augen sehen; das Künstliche wird so verinnerlicht mit dem Zwecke des Sehenkönnens, wozu die natürlichen Augen nicht in der Lage sind ob einer Erkrankung.         

 

 

                                                                                                  

 

 

Donnerstag, 23. Mai 2019

Ein großer Erfolg der politischen Korrektheit: Wer traut sich noch, öffentlich seine Meinung zu sagen!

Die Erhebung legt nahe, daß das Meinungsklima auch direkte Auswirkungen auf das Diskursverhalten im öffentlichen Raum hat. 78 Prozent sagen, man müsse bei einigen oder vielen Themen vorsichtig sein. Nur 18 Prozent sehen Meinungsäußerungen in der Öffentlichkeit als gänzlich unproblematisch an. Stärker ist das Vertrauen in den Freundes- und Bekanntenkreis, wo sich 59 Prozent sicher fühlen, ihre Meinung frei zu äußern. 38 Prozent sind auch dort eher skeptisch. Junge Freiheit, am 23.5. 2019: Große Mehrheit der Deutschen beklagt Sprechverbote.Und worüber darf man nicht mehr reden? Über: Asylanten, den Islam! 
Kath net zu dieser Allensbachumfrage:  "Mehrheit der Deutschen äußert sich in Öffentlichkeit nur vorsichtig. Als Tabuthemen gelten Islam und Flüchtlinge – 59 % glauben, sie könnten sich unter Freunden frei äußern, aber nur 18 % sehen im öffentlichen Raum vergleichbare Freiheit:"
Unbestreitbar ist das ein großer Erfolg der politischen Korrektheitsideologie. Sie ist eben nicht nur eine Ideologie, sondern sie ist auch eine reale Macht, die die freie Meinungsäußerung zu bestimmten Gebieten tabuisieren soll. Die Mechanismen solcher Herrschaftsausübung sind nun gar nicht so kompliziert: Jedes politisch nicht korrekt Geäußerte wird als "Rechts" verteufelt. Wichtig ist dabei die zivilgesellschaftiche Mobilisierung der Bevölkerung gegen Rechts. Jeder weiß eben genau, worüber man öffentlich nur sich politisch korrekt äußern darf, wo jede abweichende Meinung sanktioniert wird. So schaffen diese Sprechverbote zwar die oppositionellen Meinungen nicht aus den Köpfen, wohl aber aus der Öffentlichkeit. Der offizielle Diskurs grenzt eben das Oppositionelle aus und die noch bestehenden Freiräume in den neuen sozialen Medien soll ja nun durch energischere Zensurmaßnahmen weiter eingeschränkt werden. Aber immer noch gibt es Freiräume, das Privatgespräch oder der Stammtisch. Es ist deshalb kein Zufall, daß fast in jedem Ratgeberbuch für den Kampf gegen Rechts für diese Fälle des Freiheitsmißbrauches gute Ratschläge erteilt werden, wie gegen Menschen mit unerlaubten Meinungen vorzugehen ist. Auch und gerade die Denunziation oppositionell Denkender wird dabei gern empfohlen.
Das hat Erfolg, wenn schon 38 Prozent der Befragten nicht einmal mehr unter Freunden sich trauen, ehrlich ihre Ansicht zu Asylanten und dem Islam zu äußern. Der Aspekt der Isolierung ist dabei von großer Bedeutung, daß dem Oppositionellen das Gefühl vermittelt wird, daß er mit seinem oppositionellen Denken ganz allein stünde. Das soll an den Herdentrieb appellieren: Nur wer in der Herde ist, wer so denkt, wie alle, der genießt den Schutz der Herde- wehe dem Dissidenten, dem, der es wagt, eigenständig zu denken, statt nur das ihm Vorgesetzte zu verinnerlichen, also immer im Strom des herrschenden Zeitgeistes mitzuschwimmen.  
78 Prozent der Deutschen haben so die Botschaft der politischen Korrektheit richtig verstanden: Wehe dem, der nicht so denkt und es äußert, wie es ihm die politische Korrektheit vorschreibt.

Es ist natürlich auch kein Zufall, daß gerade Asylanten und der Islam zu den tabuisierten Themen gehören, über die also nur öffentlich so geredet werden darf, wie es die Regierung und die ihr subordinierten Medien vorschreiben, isb der öffentliche Staatsfunk: Die Umwandlung Deutschlandes in ein multiethnisches und multikulturelles Gebilde stößt nun mal auf den Selbsterhaltungswillen der Deutschen, des Deutschen Volkes , das sich seine Heimat bewahren will. Das muß eben bekämpft werden mit Hilfe der politischen Korrektheitsideologie, die gerade die Liebe zum Eigenen perhorresziert: Nur das Fremde ist gut, also der Asylant und der Islam.        

Mittwoch, 22. Mai 2019

Abtreibung und das Recht des Gewissens- Papst Franzikus verunklart?

"Vatikanstadt (kaht.net/KAP) Papst Franziskus hat katholische Mitarbeiter im Gesundheitswesen zu einem respektvollen Vorgehen bei einer Behandlungsverweigerung aus Gewissensgründen gemahnt. In extremen Fällen, "in denen die Unversehrtheit des menschlichen Lebens in Gefahr ist", müsse man nicht gegen die eigene ethische Überzeugung handeln, sagte er am Freitag im Vatikan. "Eine Verweigerung aus Gewissensgründen muss, wenn sie nötig ist, jedoch mit Respekt erfolgen, damit sie nicht Grund für Verachtung wird", so das Kirchenoberhaupt." Kath net am 18.5.2019:"Papst: Umsicht bei Behandlungsverweigerung aus Gewissensgründen"
Es muß wohl davon ausgegangen werden, daß auch in Spitälern durchgeführte Abtreibungen, also Kindestötungen im Mutterleibe zu den "Behandlungen" gehören, die aus "Gewissensgründen" Katholiken verweigern. Das dürfen sie auch als Krankenhauspersonal, denn sie dürfen nicht gezwungen werden, gegen ihre "ethische Überzeugung" zu handeln. So weit der Papst.
Aber was sagt er damit? Daß in Kliniken weiterhin Kinder im Mutterleibe getötet werden, nur daß eben Katholiken das Recht zukommt, an diesen Kindestötungen nicht mitwirken zu müssen. Das Unrecht der Kindestötung wird hier nicht in den Vordergrund gestellt, sondern das Recht, am Unrechttuen nicht mitwirken zu müssen. Und die Verweigerung an einer Mitwirkung an solchen Tötungsaktionen soll respektvoll den Kindertötern gegenüber vollzogen werden- vielleicht so wie ein Abstinenzler dem Gastgeber gegenüber höflich respektvoll den ihm kredenzten Wein ablehnt: "Ich persönlich trinke keinen Alkohol, aber ich respektiere es, daß andere gerne Wein trinken."
Dient die Rede von den Gewissensgründen, die einen Katholiken davon abhalten, an Unrechtstaten mitzuwirken, nur dazu, daß das Unrecht weiter praktiziert wird, nur daß eben Katholiken sagen, daß sie dabei nicht mitmachen, daß aber die Praxis des Unrechttuens weiter bestehen kann, solange Katholiken nicht dazu gezwungen werden, mitzuwirken?
Ist das aber die Lehre der Kirche?   

Dienstag, 21. Mai 2019

Kampf dem Kreuz Christi

Daß das Kreuz Christi den Juden ein Ärgernis, den Heiden Torheit ist, 1Kor, 1,23, ist nur zu verständlich, daß aber nun auch katholische Theologen dagegen Amok laufen, ist doch etwas Irritierendes.Denn für die Gläubigen ist es doch Gottes Weisheit. (1.Kor 1,23). Aber so verkennt eben ein zeitgeistgenössische Theologe die Weisheit Gottes:
"Gott darf dem >Leiden seines Sohnes oder seines Volkes < nicht nur nicht `>gleichgültig< zusehen, um Gott für den Menschen bleiben zu können. Er darf vor allem keinen Zweck mit dem Leiden auch nur eines Menschen verbinden und damit auch nicht mit dem Leiden Jesu.Ich wage es kaum zu sagen: Wenn überhaupt, dann darf Gott das Leiden in Kauf nehmen.Gott wollte den Tod Jesu nicht, schärfer: er darf ihn nicht gewollt haben, und auch Jesus wird ihn nur bedingt in Kauf genommen haben." Striet, Christliche Theologie im Angesicht des Judeseins Jesu, in:Homolka, Striet, Christologie auf dem Prüfstand, 2019,S.129
1. Wenn Gott etwas zuläßt, in Kauf nimmt, dann nur, weil Gott um eines Zweckes willen, der wichtiger ist als das Zugelassene, das er eigentlich nicht will, er es zuläßt. Verbände Gott nicht einen Zweck, und zwar einen guten,damit ließe er nie ein Leiden zu. Ein Inkaufnehmen von etwas, das Gott eigentlich nicht will, daß Menschen leiden müssen, ist so bei Gott undenkbar. Die klassische Theologie gab darauf auch immer diese Antwort: Um der göttlichen Gerechtigkeit willen straft er, und das sind die Strafleiden.Hier ist zu urteilen, daß das, was Gott eigentlich nicht will, er doch wirkt, weil seine Gerechtigkeit ein Strafen verlangt. Und so bezeugt es auch die hl.Schrift.
2.Was berechtigt denn nun diesen Theologen, Gott Vorschriften zu machen, wie er zu  sein hat und was er zulassen hat? Dieser Theologe meint also, daß er Gott diktieren dürfe, wie er zu sein habe und wie er zu wirken habe, damit er ihn als seinen Gott akzeptieren kann. So kann ich wohl bei meiner Wohnungssuche vorgehen, daß ich Mindestanforderungen stelle für eine Wohnung, damit ich sie miete, aber Gott ist kein Konsumobjekt, das meinen Wünschen zu genügen habe, damit ich erwerbe. Die Beziehung Gottes zum Menschen ist eine rein asymmetrische, in der allein der Herr bestimmt und der Mensch nur: Ja sagen darf. Aber es ist auch eine kommunikative, in der der Mensch durch Opfer und Gebete Gott bitten darf: Erbarme Dich! Wie oft wollte Gott sein jüdisches Volk schon vertilgen in seinem Zorn, aber die Fürbitte Moses bewahrte dann sein Volk vor der Vernichtung durch Gott selbst. Dies sei an 2:Mose 32 verdeutlicht: Fott spricht:
"Ich habe dies Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es. Jetzt laß mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt." (32,9f) Wie Mose dann das Volk Gottes vor diesem Zornesgericht Gottes rettet, erweist dann, wie sehr der Gesündigthabende der Fürsprache der Heiligen und isb. der Mutter Gottes bedarf. Hat hier Gott nicht eindeutig das angedrohte Leiden seines Volkes mit einem Zweck verbunden: der Strafe für das Sündigen! Wie dürfte nun ein Theologe Gott die Vorschrift machen, daß er nicht mehr die Sünde bestrafen dürfe? Was legitimiert ihn zum Vorschriftenmacher? Und mit welchem Recht darf er Gott widersprechen, daß er sich offenbart als der Gott, der die Guten belohnt und die Bösen bestraft? Noch im Gottesdienstgesangbuch des Jahres 1950 des Erzbistumes München und Freising wird als eine der Grundwahrheiten der christlichen Religion bekannt: "Gott belohnt das Gute und bestraft das Böse. Ewige Seligkeit oder ewige Verdammnis wird das endgültige Geschick der unsterblichen Seelen sein." (S.15)

3. Gott darf den Tod Jesu nicht gewollt haben. Warum steht dann im 4.Mose,25,4: Gott "sprach zu Moses. Nimm alle Häupter des Volkes, und hänge sie im Angesichte der Sonne an Kreuze, damit mein Grimm sich von Israel abwende"? Gott will hier den Tod der Anführer des Volkes, sie sollen gekreuzigt werden, damit Gott dann seinen Zorn von seinem Volke abwendet. Der Zusammenhang zum Kreuz Christi ist offenkundig. 

Das Problem dieser modernistischen Gotteslehre ist einfach, daß sie sich weigert, Gott so anzuerkennen, wie er sich uns offenbart hat und wie er so auch von der Kirche gelehrt wurde und noch wird, wo sie an dem wahren Gott festhält, daß aber viele in der Kirche den Gott des Mose und des Jesus Christus ersetzen möchten durch einen erphantasierten Gott, den Gott eines ethischen Monotheismus von dem sie hoffen, daß es ihn statt des Gottes der Bibel und der Kirche geben möge.   
        

Montag, 20. Mai 2019

Ethischer Monotheismus- der Kern der christlichen Religion?

Diese These irritiert auf den ersten Blick, steht doch im Zentrum der christlichen Religion das Kreuz Jesu Christi, sein Gekreuzigtsein für unsere Sünden. Mit diesem Bedenken stehen wir aber schon im Mittelpunkt des Anliegens des modernistischen Fundamentaltheologen Magnus Striet: "Christliche Theologie im Angesicht des Judesseins Jesu".(in Homolka, Striet, Christologie auf dem Prüfstand. 2019, S.71-140. Was ist das Zentralanliegen der Charakterisierung der christlichen Religion als einer des ethischen Monotheismus? Auch wenn Nitzsche hier nicht erwähnt wird, folgt Striet dieser Spur der Antithetik von Jesus versus Paulus: "Kein Gott für unsere Sünden gestorben; keine Erlösung durch den Glauben", das alles seien Vorstellungen des Paulus, die Jesu Anliegen verkehrten. Nietzsche, Der Wille zur Macht, Zur Geschichte des Christentums, Nr 169. Paulus Sündenehre, vertieft dann noch durch den (unheiligen) Augustin zur Erbsündenlehre führte dazu, daß der Mensch nur als Christgläubiger vor dem Zorn Gottes über die Sünder gerettet werden kann. Anselm von Canterburys Kreuzestheologie begründe dann, warum a)  das Kreuzopfer heilsnotwendig war und b)warum nur durch den Glauben an Jesus als den für uns Gekreuzigten so eine Erlösung möglich sei.
Das heißt dann aber auch für die Juden, daß sie Christen werden müßten, um erlöst zu werden.
Striet will nun aber diese Aussage vermeiden, denn nach ihm gibt es für den Juden ein Heil ohne den Glauben an Jesus Christus. Der Apostelfürst irrte also auch, wenn er lehrte, daß am Ende auch die Juden sich zu Christus bekehren werden um der Erlösung willen.
Was stellt nun Striet dieser paulnisch-augustinischen Lehre gegenüber? Einen simplen Pelagianismus, daß der Mensch in der Kraft seines freien Willens das Gute hinreichend realisieren kann, sodaß er so das Heil erlangen kann. Jesus Christus ist so nicht für unsere Sünden gestorben, es bedurfte keines Opfers. Ganz im Geiste Kants stellt er die allein ethische Ausrichtung einer vernünftigen Religion dem "Afterdienst" der kultischen gegenüber.Auch bedarf es keiner Offenbarung göttlicher Gebote, denn die praktische Vernunft allein genügt, das Gesollte hinreichend zu erkennen. Das ist das Anliegen der "autonomen Moral", nach Striet. Jetzt kann er dann proklamieren, daß jeder Mensch, lebt er nur vernünftig, realisiert das, was er in der Kraft des freien Willens vermag an Gutem, das Heil erlangen kann. Das wird dann ethischer Monotheismus genannt. So kann nun jede Mission als unnötig für das Heil der Menschen diskreditiert werden.Die Theologie müsse nur Abstand nehmen von der paulnisch- augustinischen Sündenlehre und dem Glauben, daß Jesus für unsere Sünden gestorben sei. Stattdessen ist an die Kraft des freien Willens des Menschen zu glauben, durch die er das von ihm ethisch Gesollte auch vermag.
Das hätte Jesus auch so gelehrt, nur daß eben sein ethischer Monotheismus= seine natürliche Religion der Aufklärung=Kant durch Paulus vor allem verdunket worden ist und dann entstellt wurde durch Augustin und Anselm von Canterbury. So einfach bekämpft ein postmoderner Theologe die Lehre der Kirche, indem er einfach zum Pelaginismus sich bekennt. 
Und was hat das mit dem christlich-jüdischen Dialog zu tuen? Eigentlich nichts. Pelagius und Kant kämpften ja schon um den Primat der Ethik gegen den ganzen Komplex der Gnadenehre der Kirche in ihrer Einheit von der Sünden- und der Erlösungslehre.  Nur, daß so begründet wird, daß weil jede Mission so überflüssig sei, auch die der Juden, denn Niemand bedarf des Erlösers Jesu Christi für sein Heil!              

Sonntag, 19. Mai 2019

Irritierendes: Liebe- ein Gebot

1000 mal gehört,nichts passiert und dann hat es nicht "Zoom" gemacht, könnte ein bekannter Schlager angesichts des neuen Gebotes Jesu Christi parodiert werden:  
"Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt. " (Joh 13,34f) 
Einfach ist die Klagelitanei anstimmbar: Wenn doch wir Christen uns untereinander so liebten, wer würde dann nicht mit Begeisterung mit uns sein, Christ werden. Aber wo ist denn diese von unserem Herrn geforderte Liebe. Ach ja, und dann wird dies Liebesgebot noch entgrenzt, als spräche hier Jesus von der Nächstenliebe, die dann noch von unseren Gutmenschen zur Fernstenliebe und so zum Humanitarismus umgeformt wird. Das neue Gebot bezieht sich aber auf das innerkirchliche Verhalten. Somit darf nicht ungeprüft dies neue Gebot mit dem der Nächstenliebe gleichgesetzt werden, zumal dies Gebot im Johannesevangelium geschrieben steht und das lebt bekanntlich aus seinen Dualismen, etwa dem sehr auslegungsbedürftigen, daß, wer die Welt liebt, Gott nicht liebt.  "Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist! Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht. Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz, stammt nicht vom Vater, sondern von der Welt." I.Johbrief,2,15f
Aber lenken wir jetzt unser Augenmerk auf etwas Elementares: Kann Liebe geboten werden? "Erfülle Deine Pflichten!" das ist eine stellbare Anforderung, zumal der Begriff der Pflicht impliziert, daß das als Pflicht Geforderte von dem so Angeforderten etwa Erfüllbares ist. Eine nicht erfüllbare Pflicht wäre so keine Pflicht. Aber kann eine Ehefrau von ihrem Mann, der ihr gestand, sie nicht mehr zu lieben, fordern: "Du hast mich als mein Mann zu lieben, also liebe mich!" Könnte hier die eheliche Liebe eine Pflicht, eine rechtens einforderbare sein?
Liebe ist ein Gefühl, ein starkes und leidenschaftliches- aber gerade als solches nicht einforderbar. Der unglücklich Liebende kann noch so sehr sich wünschen, ja begehren: "Liebe mich, weil ich Dich liebe", seine Liebe kann nicht erhört werden, wenn der so Geliebte keine Liebe für den Liebenden hat. 
Am überzeugendsten bringt die Vorstellung vom Liebespfeil des Amor, der das Herz trifft und zur Liebe entbrennt, das Phänomen des Liebens zum Ausdruck: "Dich liebe ich!" Aber dieser Brandpfeil der Liebe ist nicht einforderbar: "Treffe mich, treffe den, den ich liebe." 
Wie kann dann die Liebe etwas vom Gebot Jesu Einforderbares sein, eine moralische Pflicht oder Tugend?  Die Auslegung dieses neuen Gebotes auf der Internetseite katholisch de am 19.5. 2019 zeigt, wie auch professionelle Ausleger hieran völlig scheitern. Das liest sich so:
"Jesu Lieben vermittelt dabei nicht den Eindruck von moralischem Hochleistungssport, von ihm geht eine frische, belebende Atmosphäre aus, eine selbstbewusste Leichtigkeit und natürliche Zuwendung – ansteckend." Einerseits soll also die Liebe eine "natürliche Zuwendung" sein und andererseits "ansteckend" wie sagen wir ein Schnupfen!  Wenn die Liebe eine solche Zuwendung ist, ist sie dann als solche einforderbar? Und was macht der Mensch, der von dieser natürlichen Zuwendung nicht infiziert wird? Und wenn die Liebe durch eine Infektion übertragen wird, hieße dann das neue Gebot: "Lasse Dich infizieren"? Bei so einem plumpen Naturalismus geht daß hier von Jesus etwas ethisch gefordert wird, völlig unter.  Das Natürliche ist als Natürliches nicht schon etwas Moralisches- erst wenn es moralisch gesollt ist, wird es zu etwas moralisch Qualifizierbarem. 
Die Liebe als Gefühl kann so wohl nicht etwas Einforderbares sein. Gefühle können nicht herbeibefohlen werden. Aber es gibt doch die Aufforderung:"Fürchte Dich nicht!" Wird da Unmögliches eingefordert, weil der Mensch seinen Gefühlen nicht befehlen kann? Diese Aufforderung ist dann sinnvoll, wenn die Furcht durch etwas hervorgerufen wird, das nicht diese Furcht als angemessene Reaktion legitimiert. Eine angemessene Beurteilung des Furcht Evozierenden kann dann die Furcht überwinden. Wem aber ein Raubtier gegenübersteht, das einen fressen will, für den ist die Forderung:" Fürchte Dich nicht!" absurd. 
Könnte dann Liebe, wenn es etwas Einforderbares ist, etwas anderes als ein Gefühl sein. Da Forderungen an den Willen des Menschen appellieren, den sie als frei voraussetzen auffordern, das Gesollte zu wollen, zur Maxime des Handelns zu erwählen, müßte die Liebe eine bestimmte Willensausrichtung sein: So habe ich zu wollen!  Thomas von Aquin könnte uns so weiterhelfen:
 "Lieben heißt jemandem Gutes tun wollen. Jemandem Gutes zu tuen wollen, das ist fürwahr eine mögliche gesetzliche Forderung. Christen zeichnen sich also dadurch aus, daß sie sich untereinander Gutes tuen sollen. Wo immer etwas gesollt wird, ermöglicht dies daß das Gesollte nicht praktiziert wird, aber das negiert nicht den Aufrufcharakter des Gesollten. Ja, wäre es dem Christen unmöglich, nicht Gutes tuen zu wollen den Mitchristen, gäbe dies neue Gesetz überhaupt keinen Sinn. Erst die Möglichkeit, Mitchristen nicht Gutes tuen zu wollen, ermöglicht so dies neue Gesetz, das unseren Willen auffordert, den Mitchristen Guten tuen zu wollen. Für die Erfüllung des Gesetzes ist aber nun unbedingt die Erkenntnis des Guten notwendig, denn wenn ich nicht erkenne, was das Gute ist für einen bestimmten Menschen ist, dann kann ich das Gute nicht tuen. Aber die Erkenntnis des Guten reicht nicht aus, daß es dann auch getan wird, denn der Wille muß auch das als gut Erkannte wollen. Das wirkt nun die Liebe als dieser so bestimmte Wille. 
Wenn nun aber geklagt wird, daß in der Kirche davon so wenig spürbar ist, könnte der Hauptgrund dieser Klage nicht der sein, daß nach dem Gefühl der Liebe Ausschau gehalten wird und dies starke und so leidenschaftliche Gefühl wirklich nicht in der Kirche ist. Dieses Gefühl hat wohl nur einen Ort im Leben, den der Liebe zwischen  Mann und  Frau.

Abgeschwächte Gestalten dieser Liebe sind  dann etwa die Liebe zu Kulturgütern (der Kunst) zu bestimmten Tätigkeiten als Vorliebe für etwas. Die Liebe zum eigenen Kind, die mütterliche isb. scheint mir ein Sondergut zu sein, das nicht einfach als ein Derivat der geschlechtlichen Liebe begriffen werden kann.  
 

Samstag, 18. Mai 2019

Sich ans wissenschaftliche Weltbild klammern- aus Angst?

"Gunnar, der nüchterne Chemiker, klammerte sich an sein wissenschaftliches Weltbild und seine Skepsis. Wo kam die Welt hin, wenn plötzlich Geister und übernatürliche Erscheinungen existierten sollten?" Earl Waren, Die Seehexe, Gespenster-Krimi Nr. 16, S.13f. Für einen naiven Fortschrittsglauben ist das eine klare Angelegenheit: Die Wissenschaft progressiert, überwindet alle religiösen und metaphysischen Weltbilder, bis eine völlig klare durchschaute Welt ersteht. (August Comte). Bedauerliche Regressionen können diesen Fortschritt aber nicht aufhalten: ein völlig entzauberter Kosmos, der keinen Platz mehr läßt für irgendetwas Übernatürliches. Wunderbares ist eben nur das naturwissenschaftlich noch Unbegriffene. Der "Homo faber" triumphiert. (Max Frisch).
Wie nun aber, wenn dieses "wissenschaftliche Weltbild" gar nicht einfach nur das Produkt menschlichen Erkenntnisstrebens ist? Wie, wenn es mehr einem Schafe gleicht, das erklärt, daß es in einer Welt der Schafe keine Wölfe geben könne, deren Leibspeise Schafsfleisch sei, daß also alle Wölfe Vegetarier seien? Die Befreiung aus einem Leben in der Furcht vor Übernatürlichem kann eben auch in der Autosuggestion bestehen, daß in dieser Welt nichts Übernatürliches sich ereignen könne, daß unsere Lebenswelt einem Tresor gleiche, in dem wir geschützt vor allem von Außen eindringen Könnendem, dem Übernatürlichem, dem Irrationalen sicher leben können. Nur unsere noch nicht aufgeklärten Vorfahren sahen eben im flackernden Kerzenlicht Geister, Daimonen, Untote, aber das kalte Neonlicht vertrieb all diese Schattengebilde.
Das erkenntnisleitende Interesse des wissenschaftlichen Weltbides wäre so nicht einfach nur das der Optimierung der Naturbeherrschung durch den Menschen, daß er sie sich unterwirft zu seinem Eigennutz, es wäre auch die Hervorbringung einer Welt, die alles Übernatürliche aus ihr verbannen will, wie in einem wissenschaftlichen Weltbild von Schafen, wenn sie denn eines hervorbringen könnten kein Platz für fleischfressende Wölfe es geben kann. So schüfe uns erst die Wissenschaft eine humane menschenverträgliche Welt. Die bekannte Antifeministin Camile Paglia begreift das als  das apolinische Weltbild. (vgl ihr Werk: Die Masken der Sexualität). Es ist eine Welt, geschaffen für Menschen, die wie Schafe in einer Welt ohne Wölfe leben wollen, einer Welt, in der das Böse nur eine Fehlentwickelung von eigentlich vegetarischen Wölfen zu Schafsfleischfressern darstellt.
Das Übernatürliche, Übermächtige ist ja von Natur aus nicht selbstvständlich immer den Menschen etwas Wohlgesonnes, sie gar Liebendes. Die Religionen wissen sehr wohl von dem Zorne der Götter, ja selbst die Bibel bezeugt uns den Gott Jesu Christi als den Gott, der in seinem Zornesgericht über die Sünde fast alles Leben auf der Erde ausrottete, und nur sehr wenige in der Arche Noah überleben ließ! Erst die Aufklärung wird den Gott der christlichen Religion von solch Entsetzlichem purifizieren und den Teufel und alles Daimonische als Produkte voraufklärerischem Aberglaubens dekonstruieren. Aber nur daß ich aufhöre, an den Teufel zu glauben, bringt ihn nicht zum Verschwinden.
"Und doch, könnte es nicht vielleicht Ausnahmen geben? Fälle, in denen durch außergewöhnliche Ereignisse oder Kräfte die Barrieren außer Kraft gesetzt wurden, die das Diesseits vom Jenseits trennten, die Welt der Lebenden von den Gefilden der Toten? Das Natürliche von dem Übernatürlichen?" (S. 14) Diese Offenheit für die Möglichkeit des Erscheinens Übernatürlichen mitten in unserer ach so eindimensionalen Welt stellt die Grundlage jeder Religion dar. Deshalb wird jede Religion auch immer das wissenschaftliche Weltbild verstehen als Wille des Menschen, sich eine Welt zu schaffen, in der er allein Zuhaus der Herr dieser seiner Welt sein möchte, um das Gefühl abzuwehren, daß vielleicht ganz andere Mächte als er das Leben bestimmen, daß er von solchen übernatürlichen  Mächten abhängig ist.Der "Homo faber" klammert sich an dieses Weltbild, weil auch in ihm ein Ahnen von etwas ganz Anderem ist. Vielleicht ist es gerade ein Verdienst des Genres des Horrorromanes, diese verdrängten Ahnungen auszuphantasieren, sie uns vor Augen zu stellen. (Gern empfehle ich hier H.P.Lovecraft als Meister dieses Genres.)

Die größte Gnade auf dieser Welt ist, so scheint es mir, das Nichtvermögen des menschlichen Geistes, all ihre inneren Geschehnisse miteinander in Verbindung zu bringen. Wir leben auf einem friedlichen Eiland des Unwissens inmitten schwarzer Meere der Unendlichkeit, und es ist uns nicht bestimmt, diese zu bereisen. Die Wissenschaften - deren jede in eine eigene Richtung zielt - haben uns bis jetzt wenig bekümmert: aber eines Tages wird das Zusammenfügen der einzelnen Erkenntnisse so erschreckende Aspekte der Wirklichkeit eröffnen, daß wir durch diese Enthüllung entweder dem Wahnsinn verfallen oder aus dem tödlichen Licht in den Frieden und die Sicherheit eines neuen, dunklen Zeitalters fliehen werden.“1
1Lovecraft H.P., Cthulhus Ruf. In: Lovecraft, H.P., Cthulhu Geistergeschichten, Deutsch von H.C. Artmann, 1972, S. 193.
 

  

Freitag, 17. Mai 2019

Eine Theologie zerstört die Kirche von Innen

Die Unterscheidung von wahr und falsch innerhalb des theologischen Diskurses ist antiquiert. Es wird nur noch danach gefragt, ob eine theologische Aussage auf Akzeptanz stößt. Und so erlebt der Pelagianismus, den der hl. Augustin schon so energisch widerlegte, den Erasmus von Rotterdamm dann gegen Luther in Anschlag brachte, der  dann in der Aufklärung unter der Flagge der natürlichen Religion sich revitalisiete, heutzutage seine Renaissance. Magnus Striet spricht so von einem ethischen Monotheismus. (vgl: Homolka, Striet, Christologie auf dem Prüfstand)   Es ist eben eine Theologie, die spontan Zustimmung findet.
Was ist der Kerngedanke? Gott ist gerecht, das ist die Kernthese. Das bedeutet für die Soteriologie:Gott stellt zwar Bedingungen, die der Mensch zu erfüllen hat, um ihm wohlgefällig zu sein, bzw. das ewige Leben zu erlangen.Im Sinne des Erasmus von Rottedamm (vgl seine Schrift über den freien Willen): Gott verlangt nicht von Blinden Bildbeschreibungen. Er verlangt nur etwas, was jeder Mensch kraft seines freien Willens an Gutem realisieren kann. Das setzt voraus, daß von jedem das Gute, was zu tuen ist, soweit erkennbar ist, wie es zum Heile notwendig ist. Die universelle Erkennbarkeit des Guten, soweit sie so nötig ist und der freie Wille, der dann das als das Gute Erkannte auch praktizieren kann, bilden so die zwei Pole, zwischen denen dann alle pelagianistischen Konzepte aufgebaut sind.
Was heißt das nun aber für die christliche Religion? Ganz einfach: Sie und die Kirche als Organisation dieser Religion sind für das Heil der Menschen überflüssig, denn was zu erkennen ist Gutem und was dann zu leben ist, das wird hinreichend ohne die christliche Kirche erkannt. Wenn dann aber die Kirche über das natürlich Erkennbare hinaus etwas lehrt, so ist dies genaugenommen überflüssig. Das Übernatürliche der Kirche, ihre ihr durch Gott geoffenbarten Wahrheiten werden dann in der Regel auch nicht als übernatürliche anerkannt, sondern als Produkte der Kirche dekonstruiert, die allein der Legitimierung der "Pfaffenherrschaft" dienen- so im Groben Kant in seiner Schrift über die Religion in den Grenzen der bloßen Vernunft. 
Vulgarisiert heißt das: Wenn es denn einen Gott gibt, dann will er von uns Menschen nichts anderes, als daß wir anständig leben. Mit Zur-Kirche -Gehen, der Lehre der Kirche Zustimmen und sie befolgen hat das selbstredend nichts zu tuen.Und das Anständige, das ist das, was jedermann dafür hält, was eben unbestritten als anständig gilt. 
Für die Kirche heißt das, daß sie auf jede Art von Mission verzichten kann, und daß sie ihre Morallehre auf das limitieren sollte, was allen als anständig leben gilt. Dogmatische Aussagen dagegen sind völlig überflüssig, sofern sie nicht Begründungen für ein moralisches Handeln in diesem Sinne aus sich heraussetzen. 
Es gibt jetzt dazu nur noch eine relevante Gegenposition: Gott ist die Liebe und so liebe er jeden Menschen bedingungslos, egal ob er moralisch oder unmoralisch lebt und wie er es mit der Religion hält. So kann es keine theologisch begründete Morallehre mehr geben. Sie wird ersetzt durch das Konzept einer autonomen Moral, daß jeder Mensch vernünftig seinen Egoismus lebe, weil er sich sonst selbst schädigen würde. 
Nur, dann ist Jesus Christus als Gottes Selbstoffenbarung auch völlig überflüssig und auch die Katholische Kirche, weil sie so der Welt nur das zu sagen hätte, was sie aus sich heraus schon selbst weiß. 
Unvereinbar mit dem Pelagianismus ist nun die katholische Sündenlehre, daß der Mensch so sehr Sünder ist, daß er a) nicht mehr aus sich heraus das Gute wollen und realisieren kann und daß er b) unter Gottes Zorn steht, daß c) dieser nur durch Jesu Christi Kreuzopfer besänftigt werden konnte und daß der Mensch nur durch den Glauben an Jesus Christus gerettet werden kann. So wird dann auch der hl Augustin ob seiner Erbsündenlehre und damit auch der Apostelfürst Paulus kritisiert und am meisten Anselm von Chanterbury wegen seiner Kreuzestheologie. Jesus Christus sei nicht wegen unserer Sünden gestorben. (So Magnus Striet, Christologie auf dem Prüfstand). Stattdessen könne sich jeder kraft seines freien Willens eben selbst erlösen, denn ein moralischer Gott könne nichts von uns Menschen fordern, was unser natürliches Vermögen überschreitet und schon gar nicht das Kreuzaltaropfer seines Sohnes und einen Glauben an Jesus Christus.          

Donnerstag, 16. Mai 2019

Der Protestanismus- immer der Katholischen Kirche einen Schritt voraus!

Die Kirche müsse zu einer Weiterentwicklung ihrer Sexualmoral kommen und heutige Lebenswirklichkeiten berücksichtigen: Bischof Franz-Josef Bode äußert sich erneut positiv zu einer Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.
"Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, die größte der evangelischen Landeskirchen, hat die kirchliche Trauung für gleichgeschlechtliche Paare beschlossen. [...] Nach der Schaffung der staatlichen "Ehe für alle" sehe die Kirche theologisch keinen Grund mehr, zwischen gemischt- und gleichgeschlechtlichen Paaren zu unterscheiden, heißt es in dem Papier, das nun an die Gemeinden weitergegeben werden soll. Die Landeskirche hatte bereits 2014 Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt."So progressiv ist eben der Deutsche Protestantismus. Erst erlaubte man in ihr die Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare. Da wurde noch die Differenz einer Segnungs- zu einer Trauungsfeier betont: Es solle ja nur gesegnet werden und 5 Jahre später erfolgt der 2.Schritt: Jetzt gibt es kirchliche Trauungen.
Da möchten Katholische Bischöfe natürlich nicht im Abseits stehen und so kann katholisch de nach dieser Erfolgsmeldung am 16.5. 2019 am selben Tag vermelden: "Bode: Müssen ernsthaft über Segnung homosexueller Paare nachdenken. Die Kirche müsse zu einer Weiterentwicklung ihrer Sexualmoral kommen und heutige Lebenswirklichkeiten berücksichtigen: Bischof Franz-Josef Bode äußert sich erneut positiv zu einer Segnung gleichgeschlechtlicher Paare."
Wenn die Kirche das bejaht, was sie gestern noch als Sünde qualifizierte, dann ist das eben für einen solchen Bischof eine "Weiterentwicklung". Es bedarf keiner prophetischen Talentierung, um die weitere Weiterentwicklung vorauszusagen, daß dann auch die Katholische Kirche Homosexuelle kirchlich traut. Warum? Weil die Kirche sich eben der veränderten Lebenswirklichkeit einpassen muß. Wenn eben demoskopische Umfragen ergeben, daß die Mehrheit der Befragten Segnungen von homosexuellen Paaren oder kirchliche Trauungen für sie bejaht, dann darf die Kirche nicht mit einer nicht mehr zeitgemäßen Morallehre sich dem widersetzen.
Denn die Kirche lebt ja daraus, daß sie von der Welt für die Welt ist, daß  ihre größte Sorge die ist: Wird uns die Welt noch weiter lieben, wenn wir uns nicht genügend anpassen? Für Progressive ist das Leben so einfach: Die Kirche hat sich immer in ihrer Geschichte an die Welt angepaßt, damit diese sie akzeptiere. Da nun die Welt sich ändert, muß sich auch die Kirche immer aufs Neue ändern, sich immer wieder der Welt akkommodieren. Leider gibt es da conservative Bremser, die im Namen von vermeintlich ewigen Wahrheiten ein solches Sicheinpassen der Kirche ablehnen, aber unsere Progressvien haben eben die Macht der Medien hinter sich. Und so schauen die Deformer der Kirche, das leuchtende Beispiel des Protestantismus vor Augen, optimistisch in die Zukunft, daß aus ihr noch eine richtige Zeitgeistkirche wird.
Halten wir uns doch nur einmal das fürchterliche Beispiel des Lebensendes des Täufers Johannes vor Augen. Weil er nicht in der Lage war, seine unzeitgemäße Ehelehre der Lebenswirklichkeit der Ehe des Herodes anzupassen, wurde er geköpft. Aber warum wollte er auch unbedingt das Eheglück Herodes zerstören, statt das Gute dieser Ehe zu erkennen? Und diesem  Jesus wäre doch auch die Kreuzigung erspart geblieben, hätte er sich den Mächtigen seiner Zeit mehr zugeneigt und sein Lehren  und Tuen zeitgemäßer gestaltet. Aber aus solchen Fehlern lernen eben unsere heutigen Kirchenoberen: Sie wissen eben, über wie viel Macht die Homosexlobby verfügt und daß so die Kirche sich hier unterzuordnen hat.

Corollarium 1
Seit die Kirche weitestgehend die Ehrfurcht vor dem Allmächtigen verloren hat, Gott in den: "Ich hab euch alle lieb Gott" verwandelt hat, unterwirft sie sich bedenkenlos den Mächtigen der Welt, denn nur noch die fürchtet sie. 

Corollarium 2
Die "Tagespost" kommentiert am 16. 5. 2019:
"Nur wenige Tage nach seinem Dienstantritt hat Bischof Franz Josef Bode seine alten Forderungen wieder aufwärmt: Eine Form der Segnung homosexueller Lebenspartnerschaften. Diese begründet er mit der sogenannten staatlichen Ehe für alle. Es ist hochgradig erstaunlich, wie es einem Bischof gelingen kann, die Lehre der Kirche auf solche Weise zu ändern. Was gestern noch die Wahrheit war, soll morgen nicht mehr stimmen."  Das verstehen  Modernisten eben unter der Weiterentwickelung der Kirche, das sich Gleichschalten mit dem vorherrschenden Zeitgeist. 
  

Mittwoch, 15. Mai 2019

Der Gutmensch: Andere diskriminieren? - natürlich, wenn....

"Niemand darf benachteiligt werden wegen seines Geschlechts, seiner Hautfarbe, Religion, seiner nationalen Zugehörigkeit, politischen Überzeugung, seines Besitzes oder anderer Unterschiede."So steht es tatsächlich im Grundgesetz Artikel 2. Spontan dürften die Allermeisten dem zustimmen:So soll es sein! Nur, was passiert, wenn statt der diese Grundgesetzaussage evozierenden Diskurses über die Lage der Frau und der Homosexuellen gefragt wird, ob es nicht in Deutschland zur üblichen Praxis geworden ist, Bürger ob ihrer politischen Einstellung zu diskriminieren? Politisch Rechtsstehende? Und schon ergibt sich ein ganz anderes Meinungsbild.
Wenn ein Gastwirt etwa sich weigert AfD-Parteimitglieder zu bewirten, wenn Lokale pauschal erklären, wir bedienen keine Rechten, dann stößt das auf viel Sympathie.
Privatschulen dürfen Kinder von  rechten Eltern ein Schulverbot aussprechen, nicht etwa weil die Kinder etwas angestellt hätten, nein es reicht für das Verbot das falsche Parteibuch der Eltern. Sportvereine beschließen, daß Mitglieder rechter Parteien nicht Mitglied bei ihnen werden dürfen. 
Eines besonderen Falles der Diskriminierung erinnere ich mich noch, auch wenn dieser Fall schon länger her ist. Eine Zeitung meldete: Ein Arzt lehnte die Behandlung eines chronisch kranken Kindes ab mit der Begründung, ihm sei eine Behandlung nicht zumutbar, da der Vater einer rechten Partei angehöre. Der Vater klagte und das Gericht gab dem Arzt recht: Es ist für ihn nicht zumutbar! Was wäre wohl passiert, wenn in der DDR ein Arzt die Behandlung eines chronisch kranken Kindes abgelehnt hätte, weil sein Vater Christ sei? Die westdeutsche Presse hätte geschäumt vor Entsetzen, aber ist das Opfer ein Kind eines rechten Vaters, dann wird wohlwollend notiert:eine wehrhafte Demokratie. 
Daß heute faktisch an Universitäten nur noch Veranstaltungen stattfinden können, die politisch korrekt sind, alle anderen verhindert die dortige Antifa mit ihren Sympathisanten, ist schon der Regelfall in Deutschland, in dem dieser Grundgesetzartikel noch in Kraft ist, zumindest der Theorie nach. 
So ließe sich nun ein Meer von Fällen aufzeigen, die immer wieder nur das Eine verdeutlichen: Es gibt breite Zustimmung dafür, daß Bürger, die politisch rechts denken, deshalb selbstverständlich diskriminiert werden dürfen, ja sogar sollen.Die Kampf-gegen-Rechts-Ideologie war und ist so sehr erfolgreich, weil sie in einem Lande, das gerne sein freiheitliches Grundgesetz feiert, die Diskriminierung politisch anders Denkender, wenn sie nur rechts denken, bejaht wird.  
Und dann gibt es da noch die unzähligen Ratgeber für den Kampf gegen Rechts im Alltag: Was tun, wenn wer was Rechtes sagt? Anzeigen bei der Polizei, wenn es was Strafbares sein könnte, oder zumindest den Vorfall beim Vorgesetzten melden, und vieles mehr. Vorbildliche Bürger schreiben etwa Arbeitgeber an, daß sie doch wohl  nicht einen Rechten bei sich arbeiten lassen (so ein Schreiben wurde mir von einem Betroffenen gezeigt, wo der Arbeitgeber den Brief an ihn weitergeleitet hatte). Das ist aber alles in Ordnung? Und das Grundgesetz? Im Kampf gegen Rechts kann man sich davon eben dispensieren!      
 

Dienstag, 14. Mai 2019

Aufstandstheologie oder Maria 2.0

" Ausrichtung der Sexualmoral der Kirche an der Lebenswirklichkeit der Menschen" so lautet nun eine der Zentralforderungen des "Frauenstreikes" Maria 2.0. Das klingt nun nicht sehr originell, aber diese Streikforderung demonstriert aufs deutlichste den Niedergang des moraltheologischen Diskurses in der Katholischen Kirche. 
Aber fragen wir erstmal, gegen welchen Arbeitgeber denn diese Rotten-Korach-Frauen streiken? (Vgl hierzu 4.Mose 16). Oberflächlich lautet die Antwort: gegen die aktuellen Kirchenleitungen und die moraltheologische Lehrtradition der Kirche, wie eben auch die Rotte Korach gegen Mose und Aaron revoltierte. Aber so wird diese Insubordination nicht in ihrer ganzen Gewichtigkeit erfaßt. Im Weinberg des Herren, der Kirche streiken eben hier angestellte und ehrenamtlich tätige Frauen gegen ihren Arbeitgeber Gott selbst, da sie mit seinen Ansprüchen, wie wir Menschen im Allgemeinen und kirchliche Mitarbeiter im Besonderen zu leben haben, nicht mehr einverstanden sind. 
"Wenn Du, Gott die Conditionen, wie wir in Deinem Weingarten zu arbeiten und zu leben hast, nicht änderst, stellen wir unsere Arbeit ein!" Ja, hier wird wirklich im Geiste von Gewerkschaften gestreikt. Da sich das Gerücht hartnäckig hält, daß Gott, bzw. sein Sohn keine anderen Hände habe zum Wirken in dieser Welt als die unsrigen, wird gehofft, daß Gott diese Streikdrohung ernst nimmt, daß die Frauen ihren Dienst  in Gottes Weingarten einstellen, wenn er  nicht die Conditionen dafür verbessert. 
So wird nun ein Generalangriff auf die Moraltheologie der Kirche vorgetragen, indem gefordert wird, daß die normativen Aussagen der Morallehre angepaßt werden sollen an die Realität, wie Menschen heutzutage eben leben. Wenn also Bismarck, der Politiker Deutschlands schlechthin feststellte, daß nie so viel gelogen wird wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd, dann muß eben die Moraltheologie das  zur Kenntnis nehmen und weil so es gelebt wird, auch gutheißen: Vor Wahlen, während der Kriege und nach der Jagd ist das Lügen erlaubt, weil das so nun mal wir heutzutage  praktizieren. Wie gelebt wird, ist es richtig, weil so gelebt wird: Das ist das Herzstück einer zeitgemäßen  Morallehre der Kirche. 
Es ist der Untergang jeder Morallehre, wenn das Indikativische, die Realität, wie Menschen leben zur Norm für die Moralehre erhoben wird. Jede Morallehre sagt imperativisch, wie zu leben ist und das ist etwas völlig anderes als festzustellen, daß so oder so wir Menschen heute leben, um diese Lebenspraxis dann als die normative auszugeben. Eine Kritik einer Morallehre kann sachgemäß  nur in der Überprüfung der Plausibilität einer bestimmten Lehre bestehen, daß sie hinreichend gut begründet ist, daß sie sich als angemessene Ableitung aus den Grundsätzen einer Morallehre verifizieren kann. Aber die Aussage, daß Menschen nicht gemäß einer Morallehre lebten, ist kein legitimes Argument gegen eine normative Lehre.  
Maria 2.0 steht ist so  nicht nur  als Antithese zur Muttergottes gedacht, denn sie lebte den Gehorsam Gott gegenüber, der sie dann deshalb zur Himmelskönigin kürte, sondern auch als  Verneinung des Wesens jeder Morallehre, daß sie expliziert, wie der Mensch zu leben habe und das ist etwas völlig anderes als einfach die Lebenswirklichkeit zur Norm der Morallehre zu erheben.    

Corollarium 1
Die einfachste Lösung der Mißbräuchsfälle: A) Da Mitarbeiter der Kirche sich so verhalten haben, ist das auch in Ordnung. Die bisherige Morallehre muß nur der Realiät angepaßt werden. B) Opfer der Mißbräuche gäbe es ja nur, weil die alte, der Lebenswirklicheit noch nicht angepaßte Lehre, sie erst zu Opfern macht. Befreien sich die Opfer von dieser veralteten Moral, befreien sich davon, hören sie auf, Opfer zu  sein. Die Mißbräuchsfälle gibt es nämlich nur,weil es eine der Lebenswirklichkeit noch nicht angepaßte kirchliche Morallehre gibt.

Montag, 13. Mai 2019

Das höchste Gut- das Privateigentum. Und das Allgemeinwohl?

Nun ist der Bundevorsitzende der Jungsozialisten, das ist die Nachwuchsorganiration der SPD in aller Munde, seitdem er mit seinen sozialistischen Verstaatlichungsvorschlag eine neue Sozialismusdebatte ins Leben gerufen hat: "Juso-Chef Kevin Kühnert prescht mit radikalen Ideen vor: Er möchte Großunternehmen in Gemeinschaftseigentum umwandeln. Und jeder sollte „maximal den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt“.  Faz 1.5.2019.
Der Jungsozialist ist offenkundig ein Dogmatiker- aber wenn das Dogmatiker der Marktwirtschaft ihm vorwerfen, dann sehen sie den Splitter im Auge dieses Sozialisten,aber nicht den Balken im eigenen Auge. Wie unaufgeregt klar formuliert dagegen der Katholische Katechismus: 

"2408 Das siebte Gebot untersagt den Diebstahl, der darin besteht, daß man sich fremdes Gut gegen den vernünftigen Willen des Besitzers widerrechtlich aneignet. Kein Diebstahl ist es, wenn man das Einverständnis des Besitzers voraussetzen kann, oder wenn seine Weigerung der Vernunft oder der Bestimmung der Güter für alle widerspricht. So wenn in äußerster und offensichtlicher Notlage die Aneignung und der Gebrauch fremden Gutes das einzige Mittel ist, um unmittelbare Grundbedürfnisse (wie Nahrung, Unterkunft und Kleidung) zu befriedigen [Vgl. GS 69,1]." 
 So lehrt der Katholische Katechismus zu dieser Causa. Tatsächlich bestreitet so der Katechismus so dem Staat nicht das Recht, in bestimmten Situationen das Eigentumsrecht aufheben zu dürfen, wie es auch das Grundgesetzvorsieht.Auch wenn für den Liberalismus das Recht auf Eigentum das höchste Menschenrecht ist, so kann dies doch im Einklang mit unserem  Grundgesetz relativiert werden. Das passiert auch selten aber doch, wenn etwa  Landbesitzer enteignet werden, wenn sie Länder,die für einen Straßenbau von Nöten sind, nicht bereit  zu verkaufen sind.
So wie es ad hoc einsichtig ist, daß einem Hungernden es erlaubt sein muß, Nahrungsmittel zu"stehlen", wenn es keine legale Möglichkeit für ihn gibt für ihn ,zu den lebensnotwendigen  zu kommen, so wenig wird allgemein dem Staate das Recht zuerkannt, für das Allgemeinwohl Verstaatlichungen durchzuführen,wenn anders dem Allgemeinwohl nicht Genüge getan werden kann.Aber diese Option eröffnet der Katechismus dem Staate.
Als Conservativer wird man diese Kompetenzzubillligung dem Staate gegenüber begrüßen müssen. Denn in einer privartwirtschaftlich organisierten Wirtschaft dominieren nun mal Partikularinteressen das Wirtschaftsgeschehen. Das kann, muß aber  nicht zu einer Beeinträchtigung des Allgemeinwohles führen. Nur ein starker Staat kann aber dann das Allgemeinwohl gegen kräftige Partikularinteressen durchsetzen. Dogmatismus wäre es nun, wenn immer der Verstaatlichung derWirtschaft das Wort geredet wird- die Erfahrungen der DDR sprechen nicht für solch eine dogmatische Verstaatlichungspolitik- aber es wäre auch realitätsfern, grundsätzlich Verstaatlichungen abzulehnen. So kommt ja auch niemand auf die Idee, die Bundeswehr oder die Polizei zu  verprivatisieren, weil anerkannt wird,daß das die Aufgaben allein des Staates sind. Die Sorge- um es an einem aktuell brisanten Thema zu diskutieren- um genügenden Wohnraum, dafür ist bei uns die Privatwirtschaft zuständig. Wenn aber die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt betrachtet wird, kann nicht bestritten werden, daß in diesem Falle die Privatwirtschaft versagt. Hier ist nun doch der Staat gefordert und er könnte dann, wenn anders der jetzigen Misere auf dem Wohnungsmarkt nicht Abhilfe geleistet werden, auch als ultima ratio zum Mittel der Verstaatlichung greifen, etwa in dem Falle, daß Wohnraum in Bureauraum umgebaut werden soll und diese Umwandlung nur durch eine Verstaatlichung verhinderbar wäre.
Eines darf dabei nämlich nicht übersehen werden, daß die Volkswirtschaft dem Volke zu dienen hat, daß dies den Primat der Politik über die Ökonomie verlangt, und daß so, wenn privatwirschaftliche Interessen das Allgemeinwohl beeinträchtigen, dann auch der Staat Abhilfe schaffen können muß, auch durch Verstaatlichungen, wenn es anders nicht geht. Aber das dürfte eine Ausnahme bilden, da sich die Privatwirtschaft in Deutschland als sehr effektiv erweist.

Corollarium 1
Das lateinische privo bedeutet:  einerseits berauben und andererseits befreien. Von diesem Verb leiten sich dann das Adverb privatim (privat) und das Substantiv: privatio  ab. Wie könnte nun diese Doppelbedeutung in Hinsicht auf die Causa der Verstaatlichung erklärt werden? Meine These:
Der Privatbesitz ist einerseits eine Beraubung, da es etwas Allgemeines der nur individuellen Nutzung zuführt und ist andererseits eine Befreiung, da das so der Allgemeinheit Entzogene für die Privatnutzung freigegeben wird. Das Recht zur Verstaatlichung gründet sich nun darin, daß etwas zum Privateigentum Gewordenes dem Allgemeinwohl gegenüber schädigend benutzt werden kann, und so der Allgemeinheit zurückgeführt werden kann. Denn ein Recht auf Eigentum kann es nur durch den Staat geben, denn ohne Staat gibt es überhaupt keine Rechte sondern nur moralische Ansprüche.      
  

Sonntag, 12. Mai 2019

Aufstand gegen die Gottesmutter- oder der Kampf gegen Gottes Ordnungen

Der Geist der Rotte Korach  (4.Mose 16) ist einer, der, sooft er auch besiegt wird in der Kirche, immer wieder sich revitalisiert und so von neuem den Kampf gegen die Kirche führt. Was macht ihn so attraktiv? Da gibt es eine Ordnung Gottes, eine hierarchische für das Gottesvolk Israel und im neuen Bund für die Kirche. Das Herzstück dieser Ordnung bildet die Differenz von dem Priester und dem Volke, daß Gott nur Bestimmte zum Priestertum erwählt und somit andere nicht. Den erwählte Gott, mich aber nicht!- das ist das Lebenszentrum dieses Rottengeistes. 
In zwei Varianten kann er sich dann manifestieren: entweder, daß es gar keine Hierarchie geben dürfe oder daß nun auch Nichterwählte Priester werden dürfen. Gottes Erwählen, das ist eben die "Ungerechtigkeit", daß Gott erwählt, wen er will und wen er nicht erwählt, der ist dann auch nicht erwählt. Das empört. Den Modernisten Magnus Striet etwa empört die "Erwählungsrhetorik" so sehr, daß er gar bestreitet, daß Gott das Volk Israel erwählt habe, denn Gott habe alle Menschen und alle Völker erwählt:"Gott hatte Israel immer bereits erwählt, so wie er auch alle anderen Menschen immer bereits erwählt hatte: Israel hat es für sich erkannt." Homolka,Striet, Christologie auf dem Prüfstand, 2019, S.124. Einem ethischen Monotheismus, das ist nach Striet das Zentrum die Verkündigung des Jesus von Nazareth, den so auch die "hebräische" Bibel bezeuge, widerspräche die Vorstellung daß Gott ein Volk sich erwählt habe, Israel und die anderen nicht. Und so ist natürlich auch für Frauen Gottes Wahl, Männer und nicht Frauen zum Priestertum zu erwählen, inakzeptabel. Gott darf eben nicht erwählen!
Gegen das Erwählen  Gottes soll nun protestiert werden:  
"Die Vor­sit­zende des „Ka­tho­li­schen Deut­schen Frau­en­bun­des“ (KDFB) der Di­ö­ze­se Rot­ten­burg-Stutt­gart Ka­rin Wal­ter ruft die Ka­tho­li­kin­nen vom 11. bis 18. Mai zum „Kir­chen­streik“ auf. Die Frau­en sol­len ge­gen se­xu­el­len Miss­brauch durch Geist­li­che und ge­gen den Aus­schluss von Frau­en zum Pries­ter­amt pro­tes­tie­ren, in­dem sie sich statt zu den Got­tes­diens­ten vor den Kir­chen­tü­ren ver­sam­meln" (Ka­tho­li­sches Sonn­tags­blatt, 31.3.2019). zitiert nach Kat net:10 Mai 2019,  Hier wird der se­xu­el­le Miss­brauch in­strumentalisiert.
Am 10.5. präzisiert Kath net die Berichterstattung über diesen "Kirchenstreik/boykott" dann noch mit den Forderungen  diese Aufstandsaktion: 

• Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche
• Aufhebung des "Pflichtzölibats"
• Ausrichtung der Sexualmoral der Kirche an der Lebenswirklichkeit der Menschen
• kein Amt mehr für Missbrauchstäter, -dulder und –vertuscher
• die selbstverständliche Überstellung der Täter an weltliche Gerichte


Kaprizieren wir uns nun auf die erste Rotten-Korach-Forderung. Und sofort erfahren wir sehr Wundersames: Bischof Bode unterstützt "Maria 2.0". So benennt sich diese Neuauflage der Rotte Korach. (Kath de am 12.5. 2019). Dieser Bischof ist eben immer an vorderster Front, wenn es gilt, eine Attacke gegen die Katholische Kirche zu reiten. Wenn das Voltaire: Vernichtet die Infame, die Katholische Kirche noch erleben dürfte! Aber jetzt gilt es, auf die Namensgebung dieser Suffragettenaktion zu achten. Sie ist nach Maria, der Gottesmutter benannt. Hat diese Frau- nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen feministischer Theologie von ihrem Sohn zuerst ihre Einsetzung als Apostelin gefordert und dann eine paritätische Zusammensetzung des 12er Apostelkreisees, 6 Frauen und 6 Männer?
Und hat Jesus ihr dann gar den Vorsitz im Apostelksollgium zugesprochen, daß sie nun mütterlich die Kinder Gottes hüte? Wie die Kinder benehmen sich die Schüler Jesu, das Christenvolk oft. 
Wir kennen diese energischen Kinder, die mit der Mutter vor der Kasse eines Verbrauchermarktes stehend die Quengelware im Regal entdecken, ganz viel Süßes extra für Kinder platziert, und dann schreien und schreien, als müßten sie gleich des Hungers sterben, wenn die Mama nicht sofort die heiß begehrte Süßigkeit in den Einkaufswagen legt. Es gibt nun Kinder, die eines erlernt haben: Quengele ich nur lange genug, dann bekomme ich alles, was ich will.  So verhalten sich nun auch kindische Frauen der Mutter Kirche gegenüber: Wir quengeln so lange, bis wir Priesterin und Bischöfin und Päpstin werden können. Und Erfolge zeichnen sich ab. Wenn nun Papst Franziskus zum Sturmangriff auf den Zölibat auf seiner Amazonassynode bläst, warum sollen da Feministin nicht ihr Frauenpriestertum einfordern.  
Aber wie war das nun mit der Gottesmutter und dem Priesteramt? Warum erwählte Jesus sie nicht zu einer Apostolin und zur Hüterin der Urgemeinde? Jetzt ist noch nicht beachtet worden, daß diese Streikaktion Maria 2.0 heißt. 2.0- steht das etwa dafür: Was die Gottesmutter versäumt hat, für sich ein Apostelamt einzufordern, das holen wir jetzt nach.Maria war eben keine vom Geiste Korachs erfüllte Frau, ja, sie bezeichnete sich als die Magd des Herrn- wie fürchterlich patriachalisch klingt das doch- statt daß Gott unser Arbeitgeber ist, den wir Frauen jetzt bestreiken, weil wir mit unseren Arbeitsbedingungen unzufrieden sind. Wie richtige Gewerkschaftler verstehen sie sich, denen der Streik das wichtigste Instrument ist, Forderungen- nun aber gegen Gott- einzuklagen. Gott habe sich eben verwählt, das muß jetzt korrigiert werden, sonst arbeiten wir nicht weiter für diesen Chef. Der Modernist Magnus Striet bringt das so auf den Punkt: Gott habe uns Menschen gegenüber "moralisch ethische Pflichten". (S.103).  Ob dazu wohl auch es gehört, Quengelkindern jeden Süßigkeitenwunsch zu erfüllen?  
So streiken nun unsere Suffragetten gegen Gott und gegen Maria, die Gottesmutter, denn die ist und lebte all das, was diese Rottengeisterkinder verachten: Gott zuzustimmen:Dein Wille geschehe, denn ich bin die Magd des Herrn.   

Daß Katholisch de angesichts solch kämpferischen Modernismus, die Kirche muß sich ganz der modernen Welt anpassen und ihr gleichförmig werden, verblüfft niemanden.      

Samstag, 11. Mai 2019

Franziskus sagt es wieder: Die Vielfalt der Religionen „ist ein menschlicher Reichtum“

Der österreichische Philosoph Josef Seifert sprach am 8. März von der „Häresie der Häresien“, denn:Wie kann Gott Religionen wollen, die die Gottheit Christi und seine Auferstehung leugnen?“ Kath info am 10.Mai 2019.
So sprach Papst Franziskus: „Ihr habt aber auch die Gelegenheit, gesunde Freundschaften aufzubauen und Euch im Respekt für die Besonderheiten und die Ideen anderer zu üben, indem Ihr lernt, im anderen einen Bruder und einen Gefährten zu erkennen, mit dem ihr in Ruhe ein Stück des Weges teilen könnt. Das wir Euch helfen, in der Gesellschaft mit der richtigen Haltung zu leben, indem ihr die kulturelle, religiöse und soziale Vielfalt als menschlichen Reichtum und nicht als Bedrohung erkennt. Das ist besonders wichtig in einer Welt, die große Volks- und Menschenbewegungen erlebt wie noch nie, die auf der Suche nach Sicherheit und einem würdigen Leben sind.“
Die religiöse Vielfalt sei also ein menschlicher Reichtum. Traurig nur, daß die hl. Schrift davon nichts wußte. Wo im Alten Testament lesen wir den, daß die Gläubigen Israels die vielen Religionen der anderen Völker als Bereicherung empfanden, daß Jahwepriester mit Baalspriestern zusammen für gute Ernten und den Frieden gebetet hätten und wo im Neuen Testament, daß Jesus Christus verkündigt hätte, daß es so viele Wege zu Gott gäbe wie es Religionen gäbe? Wie können Relgionen, die antithetisch zur wahren Religion entstanden, die jüdische und die islamische zum Reichtum der Menschheit gezählt werden, wenn ihre Substanz die Negation der Wahrheit ist. Unvorstellar ist doch, daß im Rechenunterricht die Schülerantworten,5 plus 7 sei 10, 11, 57....als den Unterricht belebende Pluralität angesehen werden.
Aber Papst Franziskus frägt eben nicht nach der Wahrheit, sondern ihn treibt die Frage an:Wie müssen die Religionen ihr Verhältnis zueinander gestalten, damit sie in die Multikultiwelt hineinpassen, für den sich globalisierenden Kapitalismus kein Hindernis sind? Papst Franziskus treibt dabei um der Unterstützung für dies Projekt der neu zu schaffenden Einheitswelt den Relativismus auf die Spitze als er diese Aussage unterschrieb in dem Dokument von Abu Dhab
„Der Pluralismus und die Verschiedenheit der Religion, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Rasse und der Sprache entsprechen dem weisen, göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat.“   kath info 10.Mai 2019. Gott will also,daß es neben der wahren Religion die falschen gibt, nicht etwa damit sie dann in der wahren Religion aufgehoben werden,sondern weil Gott das Wahre wie das Unwahre liebt. So wird dann die Mission als Fehler verurteilt und jetzt jede Juden- wie auch Islammission reprobiert. Denn jede Mission würde ja das friedliche Miteinander der Religionen in einer Multikultiwelt stören.
Mit diesem Nein! zur Mission steht der Papst- auch wenn er das ganze Zeugnis der hl. Schrift und der Lehre der Kirche gegen sich hat, nicht allein, ja, er sagt da wohl nur das, was heutzutage die Mehrheitsmeinung unter Christen sind. Der modernistische Fundamentaltheologe Magnus Striet begründet ewa die Absage an jede Mission so:"Ist Liebe [Gottes Liebe ist gemeint] aber unbedingt, so schließt sie nicht aus. Schon deshalb kann es keinen Grund  zur Mission geben, und zwar weder- um es in der schwierigen Vokabel zu sagen- von Heiden noch von Juden." Homolka, Striet, Christologie auf dem Prüfstand. 2019,S.122. Einfach gesagt: Da Gott jeden Menschen liebt, erübrigt sich jede Mission, da jeder ja ein von Gott unbedingt Geliebter ist, egal wie er es mit den Religionen hält. Bis zum 2. Vaticanum missionierte die Kirche und offiziell hielt sich auch auf diesem Konzil noch an dem Auftrag zur Mission fest, auch wenn die neue Lehre, daß jeder in seiner Religion selig werden könne und auch der Atheist, wenn er nur seinem Gewissen folgt, die Fundamente der Mission untergrub. Jetzt wird eben mit einem Schlag die ganze Missionstätigkeit der Kirche vom ersten Heidenmissionar Paulus an als ein einziger Irrtum erkannt, der seinen Anfang nahm in der Fehldeutung des Willens Gottes durch seinen Sohn: Gehet hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen." Denn der Sohn Gottes lehrte irrtümlich: "Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet, wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. (Mk 16,16) Aber wir haben nun einen Papst  und Theologen, die erkannt haben, daß (auch) hier der Sohn Gottes sich geirrt hat, denn Gottes Liebe schließt keinen aus, auch nicht den Ungläubigen und Nichtgetauften.
Ach, wann werden wir endlich ein neues Neues Testament bekommen, in dem alle Irrtümer Jesu gelöscht worden sind.

    

Freitag, 10. Mai 2019

Papst Franziskus- eine Strafe Gottes?

Es tut vielleicht gut, sich an einen Satz des heiligen Kirchenvaters Vinzenz von Lérins zu erinnern:
„Einige Päpste schenkt Gott, andere duldet er, mit wieder anderen straft er.“
kath info 8.5.2019

Daß Papst Franziskus eine Strafe Gottes sei, spontan wird jeder, der Liebe zur Katholischen Kirche empfindet, dem zustimmen, aber was ist damit real ausgesagt? Gott straft, das ist eine Elementaraussage der christlichen Religion, wohl jeder Religion. Er straft differenziert: individuelle Sünden individuell, öffentliche kollektiv. Zur Veranschaulichung: Tötete ich einen Menschen, muß ich mit Gottes Strafen auf Erden oder postmortal rechnen.Dagegen ist das Töten der Kinder im Mutterleibe eine öffentliche Sünde, weil hier der Täter mit der faktischen Erlaubnis des Staates diese Kinder tötet und der Gesetzgeber demokratisch legitimiert ist- die überwältigende Mehrheit der  wahlberechtigten Deutschen wählen Parteien, die diese Kindertötungspraxis befürworten.Eine solche Sünde bestraft Gott kollektiv, wie etwa es in der Sintflut oder gegen Sodom und Gomorra tat.
Ist also in der Katholische Kirche kollektiv gesündigt worden, sodaß Gott ihr nun zürnt? Fragen wir uns, ob nicht das Ausmaß des Abfalles vom Glauben ein solches Maß erreicht hat, daß es eine kollektive Sünde geworden ist? 
"Und führe uns nicht in Versuchung" beten wir- trotz Papst Franziskus Anmaßung, das "Vater Unser" zu verändern, weil ihm das Gottesbild mißfällt, daß Gott auch in Versuchung führen könnte.Straft jetzt Gott seine Kirche, indem er sie gerade durch diesen Papst in Versuchung führt? Die Versuchung, den katholischen Glauben dem Zeitgeist zu unterwerfen, um ein menschengefälliges "anderes Evangelium" zu kreieren. (Vgl Paulus Gal 1,8), den Mächtigen der Welt nach dem Munde zu reden, ja vielleicht die ganze christliche Religion in ein linkshumanitaristisches Weltbeglückungs-
projekt zu verwandeln. 
Nur, wenn Gott das Heil der Menschen will, dann kann er seine Kirche nicht zerstören, denn wie sollte das Ziel erreichbar sein, wenn die Kirche zerstört ist? So hat Gott sich damit eine Grenze des Bestrafens selbst gesetzt, aber innerhalb der kann er strafen.  Zürnt Gott seiner Kirche ob des großen Glaubensbfalles in ihr, soaß er uns nun wirklich durch diesen Papst straft? Es spricht manches dafür!  

Donnerstag, 9. Mai 2019

Wie wir Gott zu denken haben-oder ein Märchen der Aufkärung

Unbedarft könnte gemeint werden, daß die Aufklärung zu einem wahreren und angemes-seneren  Gottesverständnis geführt hätte, daß eben so auch die Erkenntnis Gottes evolutionär sich verbessert habe. Und nachkonziliar, als die Katholische Kirche sich endlich aus dem Denken des Mittelalters emanzipierte, um die Aufklärung in sich selbst nachzuholen, da lichtete sich auch das Gottesverständnis in dieser Kirche, immer dem progressiveren Protestantismus etwas hinterher hinkend.  
Nur, Zweifel an dieser Erfolgsgeschichte sind durchaus erlaubt. So frug ja die Aufklärung nicht danach, wie denn Gott wirklich sei, sondern ihre Fragestellung lautete: Wie ist Gott zu denken, damit die verschiedenen Auffassungen von Gott innerhalb des Christentumes und in den Religionen nicht zu Konflikten zwischen den Verschiedengläubigen führen? Dies Frage drängte eben der erlittende innerchristliche Religionskrieg des 17.Jahrhundertes auf.Die heutige Gottesfrage lautet deshalb: Wie ist Gott zu denken, damit das postmoderne Projekt einer multikulturellen Gesellschaft funktionieren kann? 
Als Eckpunkte dieser einer multikulturellen Gesellschaft kompatiblen Gotteslehre zeichnen sich ab:

a) Gott sind alle Religionen gleichgültig. Deshalb hat jede jede andere zu akzptieren.

b) Da Gott alle Religionen gleichgültig sind, hat jede auf jede Art von Mission zu verzichten.

c) Die Wahrheit jeder Religion ist ihr Ja zum Projekt der multikulturellen und multiethnischen Einheitswelt. Daraufhin sind die Morallehren aller Religionen auszurichten.

d) Die Politische Korrektheit ist als oberste Norm von jeder Religion zu bejahen.

Resümee:

Die Gotteslehren in den Religionen müssen also so umgeformt werden, daß sie diesen 4 Punkten gerecht werden. Das hat aber mit der Gotteserkenntnis und mit der Vorstellung eines Erkenntniswachsens in der Gottesfrage nichts zu tuen, denn es ist einfach der Wille, Gott gemäß den Interessen des Projektes einer multikulturellen Gesellschaft zu konstruieren.Nicht der Mensch schafft sich so seinen ihm passenden Gott, sondern die Machtinteressen der Umgestaltung der Welt in eine Einheitswelt. Das Paradoxe daran ist nämlich, daß unter der Parole der Pluralität nur die bestehenden Identitäten aufgelöst werden sollen in eine uniformen Einheitswelt mit der dazugehörigen Einheitsreligion. 


   

Mittwoch, 8. Mai 2019

Christlicher Glaube-Nein zum Nationalismus?

Daß der christliche Glaube unvereinbar sei mit dem Nationalismus, gilt heute als so selbstver-ständliche Glaubenswahrheit, daß sie nicht mal mehr begründet zu werden braucht. Und wenn doch, dann reicht der Ausruf: Adolf Hitler war Nationalist. Wie nun aber, wenn gerade solche Selbstverständlichkeiten ideologische Konstrukte sind, die so jeder kritischen Erörterung entzogen werden sollen, vielleicht gerade, weil sie gar nicht selbstverständlich sind, daß sie aber so oft gelesen und gehört werden, daß sie den Schein, aber auch nur den Schein einer Selbstverständlichkeit annehmen. Oswald Spengler schrieb ja schon, daß als wahr gilt, was die Presse ununterbrochen wiederholend schreibt.
Fangen wir einmal ganz einfach an: Ein Mann sagt zu einer Frau: "Dich liebe ich!" Dann fügte er hinzu: "Weil ich jede Frau liebe, liebe ich auch Dich. Dich liebe ich wie jede andere Frau." Sagte das ein Ehemann zu seiner Frau, das wäre das Ende ihrer Ehe. Liebe ist immer eine Auszeichnung des Geliebten, ja das nicht Mitausgesagte: "Nur Dich und darum liebe ich alle anderen Frauen nicht!" gehört konstitutiv zu dieser Liebesaussage dazu. 
Was nun, wenn ein katholischer Moraltheloge erklärte, daß eine solche Liebe nicht nur unchristlich sei, sondern gar eine Sünde, weil der Mann als Christ alle, jede Frau zu lieben habe.Diese Bevorzugung  des nur Dich sei so unchristlich. Dann wäre die Ordnung der Ehe unchristlich, auch die Mutterliebe zu ihren eignen Kindern, wenn diese Liebe nicht jedes Kind der Welt einschlösse.
Was ist nun der Nationalismus anders als die Liebeserklärung an das eigene Volk, an das Vaterland, an die Heimat?  Aber hier protestiert die zeitgenössische Theologie: Unchristlich sei diese Liebe, weil sie die Liebe zu den anderen Völkern ausschlösse. Es sei unmoralisch, die Liebe ausgrenzend zu praktizieren. Das heißt aber, daß der Ehemann, der zu seiner Frau: "Dich liebe ich!" sündigt, wenn er nicht jede andere Frau genauso liebt wie seine Ehefrau. 
Aber Hitler war doch Nationalist! Hier muß eine desillusionierende Wahrheit angesprochen werden: Die Liebe, dies kraftvolle und starke Gefühl, sagt dem Liebenden nicht, was das Gute für den von ihm Geliebten ist, denn dies Gefühl bestimmt nur den Willen, das Gute für den Geliebten zu wollen, aber das nützt nichts, wenn der Liebende nicht erkannt hat und weiß, was das Gute für den Geliebten ist. Auch die Mutterliebe erlernt erst, was konkret für das geliebte Kind das Gute ist. Es wird der Liebe zu viel zugetraut, wenn gemeint wird, daß sie schon die Erkenntnis des Guten einschlösse. 
Das gilt auch für den Nationalisten, der sein Vaterland liebt- aber der deswegen lange noch nicht weiß, ob die friedliche Nutzung der Atomenergie für sein Volk gut oder nicht gut ist. Liebe erkennt nicht, sie fühlt. Sie sagt nur dem Denken: Suche das Gute für den Geliebten und dem Willen: Wolle das Gute für den Geliebten. So kann ein Nationalist ein sein eigenes Volk Schädigender werden, weil er das Gute für sein Volk verkennt.  

Zusatz:
"Ab 1. Mai tagt im Vatikan die Vollversammlung der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften. Drei Tage lang werden sich die Mitglieder mit dem Phänomen „Nationalismus“ befassen, der als Bedrohung gesehen wird, und vor dem mit Blick auf die EU-Wahlen gewarnt wird." Katholisch info am 1.5.2019