Montag, 3. Oktober 2016

Tag der Deutschen Einheit

Fragen sind zu stellen angesichts des Tages der Deutschen Einheit. Es gibt die Geschichte unseres Volkes, eingewoben in die Geschichte unserer Nachbarvölker und der Weltgeschichte.Aber hat diese Geschichte auch etwas mit Gott zu tuen? Nicht frage ich jetzt danach, ob und wie der christliche Glaube in in der Geschichte Handelnden sich auswirkte, ob ihr Tun und Lassen von ihrem Glauben geprägt wurde, sondern ob es auch ein Einwirken Gottes in unsere Geschichte gibt, ob wir wenigstens mit der Möglichkeit eines solchen Einwirkens zu rechnen haben.
Der Satz, Gott habe keine Hände als die unsrigen, ist bekannt aber wohl nicht in seiner ganzen Problematik. Denn das hieße, daß Gott nicht mehr direkt in der Geschichte wirken könne, sondern eigentlich nur noch, wenn wir willig sind, in seinem Sinne zu wirken. Zudem scheint die christliche Religion so privatisiert worden zu sein, daß Gläubige wohl ein Einwirken in ihrem persönlichen Leben glauben, aber nur im Privaten. Daß Gott nicht nur der Schöpfer der Welt ist sondern auch ihr Regierer, das wird dann ausgeblendet. Aber ist es vorstellbar, daß solche geschichtlichen Großereignisse wie die 2 Weltkriege, die Teilung Deutschlands ganz ohne Gott stattfanden? Schlief Gott da, oder warum sollte er sich auf den Innenraum der Kirche limitieren, sodaß es eine gottlose Welt nun wirklich gäbe, weil er nur noch in der Kirche ist? Wo war Gott, als...verkürzt das Problem! Was tat Gott, als die Weltriege sich ereigneten, ist zu fragen.
Heute schauen wir auf das Ereignis der Wiedervereinigung der BRD und der DDR zu einem gemeinsamen Deutschen Staat. Dürfen wir diese Vereinigung als Geschenk Gottes ansehen? Oder ist es nur ein rein profanes Ereignis  ohne Gott?
Wir hätten schon 1953 die Deutsche Einheit haben können. In der berühmten Stalinnote bot Stalin uns die Wiedervereinigung an, das Recht, unsere internen Angelgenheiten frei selbst gestalten zu dürfen, wenn wir uns außenpolitisch zur Neutralität verpflichteten. Der C-Politiker und Regierungschef Adenauer sagte Nein, ihm war die Westeinbindung wichtiger als die Einheit des Volkes. Dieses Ja zur Westeinbindung zu Lasten der Freiheit und Einheit des Vollkes setzte nun Westdeutschland einem Prozeß der Veramerikaisierung aus, wir wurden verweslicht und so unsrer eigenen Kultur entfremdet. Das mündete dann in dem allseits bekannten Phänomen, daß die Ostdeutschen uns Westlern deutscher als wir es sind uns vorkamen und immer noch sind."Dunkeldeutschland", diese Haßparole bezeichnet doch etwas Wahres, daß es im verwestlichen Deutschland noch ursprünglich Deutsches gibt, das den Haß der Umerzogenen auf sich zieht, erblicken sie im "Dunkeldeutschen" doch das, was sie selbst sind und nicht mehr sein dürfen.
Es gibt Augenblicke in der Geschichte, da sehen wir Entscheidungsträger vor zwei möglichen Wegen stehen- zwei Wege und einer wird beschritten und der andere nicht. Das sind Augenblicke der Freiheit zur Entscheidung. Wie verhält sich Gottes Regieren zu diesen freien Entscheidungen? Ist er auch Herr über sie, sodaß er entscheidet, wie dann wir Menschen entscheiden? Das ist die Lehre Luthers, Zwinglis und Calvins! (Theozentrischer Determinismus).Aber dann gibt es keine Geschichte mehr, sie wäre nur ein Marionettenspiel Gottes. Geschichte kann es nur geben, wenn in ihr frei agierende Subjekte auftreten. Und doch ist Gott als Heer dieser Geschichte zu denken! 
Man wird nicht urteilen dürfen, daß Adenauer so handeln mußte, also auf die Deutsche Einheit verzichten, weil Gott das so bestimmt hatte. Gott gab der damaligen Regierung die Chance zur Überwindung der Spaltung Deutschlands, aber die Regierung verspielte diese Chance, sodaß nun erst viele Jahre später sie gelang!Auch hier gab Gott uns die Chance, nur diesmal nutzten wir sie zum Guten.
1945 nach dem verlorenen Krieg wurde Deutschland von den Siegermächten dreigeteilt, in die DDR, Österreich und die BRD- ein Volk in drei Deutschen Staaten. Die Aufgabe der Wiedervereinigung steht uns so auch noch bevor nach dem ersten großen Teilerfolg.   
Geschichte zu begreifen ist so theologisch eine sehr schwierige Aufgabe.Zwei Gefahren sind zu meiden: die Geschichte ohne Gott als Subjekt der Geschichte zu denken oder die Geschichte ohne Menschen als Subjekte der Geschichte zu denken. Anders gesagt: Wie verhält sich Gottes Regieren der Welt zu den Freiheitsakten der Menschen in der Geschichte? Eine der ärgsten Verkürzungen ist dabei die reine Moralisierung Gottes, als wenn Gott nur regierte, indem er uns Gebote gäbe, die wir befolgen  oder auch nicht befolgen können. Gott regierte so nur als moralischer Appell an uns: Ich liebe Dich und Euch alle, liebt Euch also alle! 
Ich denke, man wird als Christ auch die Unglücke der 2. Weltkriege, die uns trafen, nicht einfach als gottlose Ereignisse bezeichnen- auch in ihnen regierte Gott- auch oder gerade unser Volk. Eingedenk. wie Gott sein jüdisches Volk regierte, wie es uns die Bibel bezeugt, kann man wohl den Gedanken wagen, zwischen dem Unglück der Deutschen Reformation und den Kriegen, die wir darauf zu erleiden hatten, vom 30 jährigen bis zum 2. Weltkrieg einen Zusammenhang sehen, daß Gott so unsere reformatorische Untat, das Ereignis Luther strafte. Das klingt sehr gewagt, aber ganz von der Hand ist dies nicht zuweisen!  

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