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Dienstag, 30. Juni 2026

Eigentlich ist die katholische Welt in Deutschland in Ordnung....für die Reformer

 

Eigentlich ist die katholische Welt in Deutschland in Ordnung....für die Reformer


Fast leere Predigerseminare, sinkende Mitgliedszahlen und der Mißbrauchsskandal: Das sind doch die besten Argumente für eine baldigste Durchsetzung der Modernisierungsagenda des linksliberalen Katholizismus. So lange die Kirche so katholisch bleibe, wie sie jetzt noch sei, sei ihr Niedergang unaufhaltsam. Das Kirchenvolk sei eben progressiv, nur das reaktionäre Rom verhindere nun die so notwendige Modernisierung der Kirche.

Aber dann passieren Dinge, die sich nicht ereignen dürften. Kath de, das Zentralorgan der Modernisten muß einräumen, daß die traditionalistischen Gruppen mehr Neupriester haben.1

Wie kann das nur möglich sein, daß die Ewiggestrigen, die Petrus- und die Piusbruderschaft anziehender sind gar auf junge Männer als die zeitgeistgestylten sonstigen Priesterseminare? Da diese Tatsache nicht wegdiskutiert werden kann, müssen eben diese Nachwuchspriester diffamiert werden als ,,,? So heißt es nun auf Kath de: „Nach Ansicht des Schweizer Theologen Daniel Ammann haben traditionalistische Gruppierungen wie die Petrusbruderschaft und die Piusbruderschaft deshalb so viel Priesternachwuchs, weil es sich "bei diesen Bruderschaften um Sondergesellschaften, die in ihrem Selbstverständnis quasi noch in den 1950-er Jahren leben" handelt. "So manche der Priesterseminaristen stammen aus kinderreichen Familien, in denen es nicht unüblich ist, dass ein Sohn Priester wird. Sie leben in sehr abgeschotteten Gruppierungen, und die Berufung zum Priester gilt in ihrer Welt als sehr wichtig“, sagte Ammann am Wochenende dem Schweizer Internetportal kath.ch. Ein weiterer Grund sei "der missionarische Drive" der Gemeinschaften, der eine große Motivation darstelle.“

Der erste Vorwurf lautet also,daß sie „Sondergesellschaften“ seien. Nur, ansonsten wird doch permanent das Hohelied des Pluralismus angestimmt, daß die katholische Uniformität zu überwinden sei, daß ein Maximum an Diversität zu erstreben sei. Sie lebten gar noch in dem Selbstverständnis der 50er Jahre. Damit wird umschrieben, daß diese Gemeinschaften sich an dem vorkonziliaren Katholizismus orientierten und das sei eben verwerflich. Das implizite Argument lautet dabei, daß nur eine Kirche auf der Höhe ihrer Zeit die zeitgenössischen Menschen erreichen könnte. So erreichten diese Traditionalisten nur Vorgestrige. Nur wie kommt es, daß es jetzt so viele Vorgestrige gibt? Könnte das etwa daran liegen, daß die Moderne, der sich die Kirche so energisch einpassen will, schon geendet ist und so die sich modernisierende in der postmodernen Epoche gar nicht mehr zeitgemäß ist?

Die Nachwuchspriester kämen aus „kinderreichen Familien“. Das ist als ein Vorwurf gemeint: Kinderreiche Familien passen nicht in die moderne Welt, in der beide Ehepartner berufstätig zu sein haben, so daß so keine kinderreichen Ehen vorkommen. Jetzt wird dieser Priesternachwuchs weiter diffamiert: In solchen Milieus, kinderreich und abgeschottet von der modernen Gesellschaft sei es nicht „unüblich“, daß einer der vielen Kinder ein Priester werde. Also nicht aus einer persönlichen Entscheidung heraus, aus dem Glauben, zum Priesteramt berufen zu sein, werden sie Priester, sondern weil das da so üblich sei, wenn man so viele Kinder hat und nicht recht weiß, wohin mit den vielen!

Aber es kommt noch schlimmer: Ein „missionarischer Drive“ motiviere sie dazu, Priester zu werden. Die Kath de Leserschaft weiß natürlich, daß alles Missionarische etwas Vorkonziliares ist, da jetzt die Kirche jeden in seiner Religion oder als einen Atheisten so anerkennt wie er ist und mit ihm dialogisiert, nicht aber jemanden bekehren will.


Also, da werden Personen Priester, die die zeitgeistbewußte Kirche nicht akzeptieren könne und für die so in der Kirche kein Platz sei. Und die Richtigen, die zum Priesteramt wirklich Geeigneten kommen nicht in die Priesterseminare, da die Kirche sich noch nicht hinreichend modernisiert habe. Es frägt sich aber, ob es diese wirklich gibt oder ob sie nur in der Phantasie der Reformer existieren.


Aber Kath de muß weitere Hiobsbotschaften verkraften, die mit dem festen Glauben an den Siegeszug der Aufklärung und Vernunft nicht vereinbar sind: „Seelsorgliche Begleitung im Vordergrund.Dass das Thema weiterhin beschäftigt, zeigt eine aktuelle Yougov-Umfrage. Demnach glaubt rund jeder vierte Deutsche sicher oder eher an Dämonen, Teufel oder Besessenheit. Aber wie geht die Kirche heute mit den Menschen um, die meinen, besessen zu sein? 2 Was soll die sich modernisierende Kirche mit so vormodern Glaubenden machen? Müßte man sie nicht seelsorgerlich aufklären, daß es weder Daimonen noch den Teufel gäbe. Wer an den Teufel glaubt, der wird wohl war auch noch an die Jungfräulichkeit von Maria glauben und sonstiges Vorkonziliare.

Die sich der Moderne verpflichtet fühlende Kirche muß so Vorgestrige aus ihren Reihen ausschließen, denn sie setzt auf den modern aufgeklärten Menschen.



1 Priesternachwuchs :Theologe: Deshalb haben traditionalistische Gruppen mehr Neupriester,Kath de 29.6.2026.

2 Skepsis – doch Glaube an Dämonen bleibt 50 Jahre nach Anneliese Michel: Wie der Exorzismus weiterlebt. Kath de 30.6.2026


Samstag, 7. Februar 2026

Phantasien des „BDKJ- Chefs“ über den Synodalen Weg

 

Phantasien des „BDKJ- Chefs“ über den Synodalen Weg


Dieses Phantasiestück, nicht bitte zu verwechseln mit den Phantasiewerken E.T.A. Hoffmanns, wird dokumentiert in dem Kath de Artikel:“So blickt die Jugend auf den Synodalen Weg -BDKJ-Chef: Basis wartet nicht mehr auf Bischöfe und Rom“ am 31.Jänner 2026.

Die Zentralaussage lautet nun: Der Synodale Weg ist gestartet, um sich mit den strukturellen Ursachen des sexuellen Missbrauchs zu beschäftigen – und das ist der Maßstab, an dem wir diesen Weg messen können. Wir haben uns den Ursachen nicht ausreichend gewidmet. Das Grundproblem, die Macht der Kleriker, der Umgang mit Homosexualität, die Gleichstellung von Frauen – in all diesen Punkten ist ehrlicherweise zu wenig passiert.“

Dies Konglomerat an den allseits bekannten linksliberalen Reformanliegen soll nun mal genauer unter die Luppe genommen werden. Da wird also die Forderung nach „der Gleichstellung von Frauen“erhoben. Gemeint ist damit vor Allem die Forderung, daß Frauen zu Diakonen, Priestern und Bischöfen zu weihen sind. In der EKD ist das schon seit langem die gängige Praxis und in der EKD ereigneten sich sexuelle Mißbräuche, die sich von der Quantität und Qualiät nicht von denen in der Katholischen Kirche unterscheiden. Nur das Medieninteresse war an den Fällen in der Katholischen Kirche weit größer, auch weil das Linksliberale Reformlager geschickt diese Vorfälle für ihr Anliegen medienwirksam instrumentalisierten.

Warum soll eine der Ursachen der sexullen Mißbräuchsfälle in der Katholischen Kirche die Nichtgleichstellung der Frau sein, wenn das Gleiche sich in der EKD ereignet, wo die Frauen gleichgestellt sind? Und warum solten Diakonin, Priesterin und Bischöfin dazu führen, daß es weniger Mißbräuchsfälle geben wird? In unserer heutigen Gesellschaft ist die Frau weitestgehend gleichgestellt mit dem Mann, in einigen Bereichen wird sie sogar bevorzugt durch Quotenregeln, aber niemand wird ernsthaft behaupten wollen, daß diese Emanzipation der Frau zu weniger Vergewaltigigungen geführt hätte.

Was soll nun „der Umgang mit der Homosexualität“ mit den Mißbräuchsfällen zu tuen haben. Die Kirche lehrt, daß eine praktizierte Homosexualität eine Sünde sei. Das wird verurteilt, wenn der Kirche ein unangemessener Umgang mit der Homosexualität vorgeworfen wird. Wie soll denn nun diese moraltheologische Beurteilung der praktizierten Homosexualität eine Ursache der sexuellen Mißbräuchsfälle sein? Wollte man etwa behaupten, Homosexuelle mißbräuchten andere Menschen, weil die Kirche so lehrt? Das wäre so sinnwidrig wie die Behauptung, weil die Straßenverkehrsordnung die Trunkenheit am Steuer verbietet, so viele betrunken Auto führen und dann die Verkehrsunfälle bedingt durch die Betrunkenheit verursachten. Unmöglich ist es, einen sinnvollen Zusammenhang zwischen der Beurteilung der praktizierten Homosexualität und den sexuellen Mißbrauchsfällen zu konstruieren.

Es bleibt nun nur noch der Kandidat der „Macht der Kleriker“. Hier ist es von Nöten, zuvörderst einer Perhorreszierung der Macht entgegenzutreten: Wir glauben an Gott als den Allmächtigen, dessen Sohn ebenso allmächtig ist, der so im Kontrast zu den anderen Schriftgelehrten vollmächtg lehrte, der Macht hatte über die Daimonen, Naturgewalten und Krankheiten der Menschen, der Wunder vollbringen konnte. Die von ihm gegründete Kirche, dessen lebendiges Haupt er ist, wäre nicht seine Kirche, wenn sie nicht an seiner Vollmacht partiziperte, indem der Priester Sünden vergeben kann, das Wunder der Wandlung in der Eucharistie bewirkt und indem die Kirche vollmächtig lehrt. Wäre ihr das nicht gegeben, wäre sie nicht die Kirche Jesu Christi. Gemäß der hierarischen Struktur der Kirche wird nun diese Vollmacht in ihr differenziert ausgeteilt. Dem so gern in unseren Zeiten als Kleriker diffamierten Priester ist so genau die Vollmacht gegeben, die ihm ob seines Amtes zukommt.

Selbstverständlich gehört zur Vollmacht eines Priesters nicht das Vermögen, andere Menschen sexuell zu mißbrauchen. Aber es muß ihm die Vollmacht, die nötig ist, seinen Dienst auszuüben, zuerkannt werden. „Die Macht des Klerikers“ gehört so konstitutiv zur Kirche Jesu Christi, wie ja auch der Priesterstand im Alten Bund notwendig für diesen Bund gewesen war.

Keine Macht für Niemand“, ein bekanntes Lied der Musikgruppe: „Ton,Steine, Scherben“ verlangt im anarchistischen Sinne die Abschaffung aller Macht, aber es ist keine hatlose Unterstellung, daß die Intention der Klerikermacht die des eigenen Willens zur Macht ist: „Weil ich herrschen will, mußt Du abdanken!“

Verdächtig ist diesbezüglich ja die Verwendung des Begriffes: „Basis“. Im Regelfall meint der, der von der „Basis“ redet, sich selbst damit und seine Gesinnungsgenossen. Die „da Oben“, die wollen nicht, wie ich will, aber Ich bin die „Basis“, nach denen die „da Oben“ sich zu richten haben. Der Synodale Weg ist in erster Linie ein Kampf um die Macht, wer darf wie in der Kirche regieren. Der Klerus soll dabe seiner Macht beraubt werden, weil das Laien-ZK und andere innerlirchlich mächtige Vereinigungen selbst nun für sich die Macht usurpieren wollen. So fixiert sich die Reformdebatte auf die einfache Formel: Die jetzt in der Kirche Mächtigen sollen durch uns als besere Kirchenregierer ersetzt werden- wie kann das uns gelingen?

Die in diesem Artikel angezeigten Gründe für die sexuellen Mißbräuchsfälle haben mit den Gründen dieser Fälle nichts zu tuen, sondern sind nur erphantasiert worden, um dem schon in die Tage gekommenen Reformpropgramm von „Wir sind Kirche“ mit ihrem „Kirchenvolksbegehren“ eine neue Legitimierung zu verschaffen

Donnerstag, 26. Juni 2025

Ein Klassiker: Zum Kampf gegen die Eucharistie – oder wie schwer ist es, das lutherische Narrativ vom Abendmahl zu verteidigen!

 

Ein Klassiker: Zum Kampf gegen die Eucharistie – oder wie schwer ist es, das lutherische Narrativ vom Abendmahl zu verteidigen!


Das lutherisch-reformatorische Narrativ zur Lehre vom Abendmahl ist sattsam bekannt und bräuchte keinen Katholiken zu beunruhigen, gäbe es nicht in der katholischen Theologie die Tendenz zur Verprotestantisierung. Dem liegt die Selbstdeutung des Protestantismus als der der Moderne gemäßen Ausgestaltung der christlichen Religion zugrunde, wohingegen der Katholizismus im mittelalterlichen Denken verhaftet, nie in der Moderne heimisch geworden sei, weil er nicht in sie hineinpasse. Katholisch sein könne man halt nur noch in den tiefsten bayrischen Waldgegenden, die noch nicht an die moderne Zivilisation angeschlossen seien, wie Protestanten sich das zurechtlegen, wenn kein katholisches Ohr mithört. So verwundert es nicht, daß dann im Katholizismus eine Modernistenbewegung entstand, die die Verprotestantisierung der Kirche erstrebte, dessen Neuauflage der Synodale Weg ist.


Nach Luther und die ihm Nachfolgenden hat Jesu Christi Sühnopfertod am Kreuze nicht nur jedes weitere Opfer überflüssig gemacht sondern gar verboten, denn jedes danach dargebrachte Opfer der Kirche könnte ja nur die Mißachtung des Opfers Christi ausdrücken. Deshalb sei das Abendmahl von Jesus selbst nur als ein heiliges Essen konzipiert worden, in dem Jesus uns einen Anteil an seinem Heilswerk gibt, indem er uns sein Fleisch und Blut da zum Essen und Trinken gibt. Deshalb dürfe es in der Kirche kein Opfer und keine Priester geben, sondern nur noch einen Predigtgottesdienst, an dem sich eine Abendmahlsfeier anschließen kann, bei den Lutheranern ein Mal im Monat, bei den Reformierten 3 bis 5 Mal im Jahr,denn das Zentrum des Gottesdienstes sei die Predigt, nicht schon allein das Verlesenwerden von Texten der hl.Schrift.

Den Abfall vom christlichen Glauben markiert also, daß die Abendmahlsfeier ein Opfer genannt wird und daß von Priestern gesprochen wird, die dann noch gar dem eigentlichen heiligen Essen voranstünden als wäre es ein kultisches Opfer.

Rudolf Bultmann diskutiert nun in seiner immer noch sehr lesenswerten „Theologie des Neues Testaments“ in dem Paragraphen 13: „Die Sakramente“1 auch das Abendmahl in genuin lutherischer Tradition, stößt dabei aber auf gravierende Probleme.

So heißt es da: „Im Laufe der Entwicklung ist die Eucharistie als Opfer aufgefaßt worden.“ Hier meint Entwickelung natürlich eine Fehlentwickelung, weg vom Ursprünglichen. Dann heißt es: „Wenn sie freilich Did2 14,1 Opfer3 genannt wird, so ist das noch bildlich gemeint, bzw die Eucharistie wird dadurch nur als kultische Handlung bezeichnet, die in der christlichen Gemeinde an die Stelle eigentlicher Opfer getreten ist.“

Die Eucharistie solle somit nur ein Bild eines Opfers und nicht selbst ein Opfer sein! Daß das Bild eines Apfels nicht selbst ein Apfel sei, stellt ein modernes Bildverständnis dar, das so in der Antike und in der Alten Kirche nicht vorausgesetzt werden darf. Im platonischen Denken partizipiert das Bild am Urbild, das es abbildet, und nur so ist es ein Bild. Wenn gar die Eucharistie eine kultische Handlung sein soll, wie könnte sie das, wenn sie keine Opferhandlung wäre. Die Taufe, das andere kirchliche Sakrament, ist ja selbst keine kultische Handlung sondern befähigt erst zur Teilnahme an einer Kultfeier. Wenn nun dann noch geschrieben wird, daß die Eucharistie an die Stelle der eigentlichen Opfer getreten sei, muß das die Frage aufwerfen: Kann denn etwas das Opfer, das im Tempel dargebracht worden ist, durch eine Kulthandlung substituiert werden, die nicht selbst wiederum ein Opfer ist?

Offensichtlich paßt schon diese erste uns bekannte Kirchenordnung nach dem Neuen Testament nicht in das lutherische Narrativ von dem später erst erfolgtem Abfall von dem ursprünglich opferlosen Kult der Urgemeinde.

Leider muß dieser lutherische Exeget einräumen, daß dann schon Ignatius für die Eucharistie „die Opferterminologie“ benutzte, ja Ignatius spricht gar schon von einem „Altar“, bzw von einem „Altarraum“, in dem die Eucharistie gefeiert wurde. Der 1.Klenensbrief versteht dann die Kultdiener in einer Analogie zu den Priestern des Alten Bundes als Priester.

Den Anfang dieser Fehlentwickelung verortet Bultmann dann aber schon in der ´Absonderung der Eucharistie von einer wirklichen Mahlzeit, wie es Paulus initiiert hätte. Ursprünglich sei nämlich das Herrenmahl eine wirkliche Mahlzeit gewesen, „die zur Sättigung der Teilnehmer diente.“4 Unter Berücksichtigung des zunehmenden Einflusses der hellinistischen Christen stellt Bultmann dann die jeden Lutheraner beängstigende Frage: „ob sich in der christlichen Gemeinde wieder ein Opferkult und ein Priestertum entwickeln werden“?Nur steht dieser Exeget vor dem Problem, daß faktisch schon die Didache die Eucharistie als Opfer verstand und auch wenn es Bultmann nicht zugestehen will, daß in der Antike und somit auch im Urchristentum eine kultische Opferhandlung ohne Priester nicht denkbar war. Es ist so auch nicht überraschend, daß die Aussage des Hebräerbriefes 13,10: „Wir haben einen Altar, von dem die nicht essen dürfen“, nicht in der „Theologie des Neuen Testaments zitiert wird, da das Vorhandensein eines Altares für die Eucharistiefeier nun überhaupt nicht in das lutherische Narrativ paßt. Ein Altar, auf dem nicht geopfert wird, ist kein Altar!

Mt 5,23f: „Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altar liegen, geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder,dann komm und opfere deine Gabe.“ bringt nun das lutherische Narrativ in arge Bedrängnis: Wie kann der, der jeden Opferkult zu überwinden kam durch sein allein genügsames Sühnopfer am Kreuze hier die Christen belehren, wie sie zu opfern haben. Bultmann schreibt dazu nur, daß hier „die Beteiligung am Tempelkult als selbstverständlicher Brauch vorausgesetzt“5 wird, ohne zu klären, wie das in der Urgemeinde möglich gewesen sein soll, galt in ihr doch das Ende jedes Opferkultes, wie es Luther uns lehrt. Der Exeget muß gar konstatieren, daß die Urgemeinde „am Tempel und seinem Kult“ festhält.6 Also hat das Urchristentum von Anfang an die Bedeutung des Kreuztodes Jesu Christi mißverstanden, denn sonst hätten sie sich nicht an dem jerusalemer Tempelkult beteiligen dürfen.

Ob allerdings hier wirklich der Opferkult des jerusalemischen Tempels gemeint sein kann, ist fraglich, denn als Mt sein Evangelium schrieb, war der Tempel schon zerstört, sodaß auch ein Christ da nicht mehr opfern konnte, also diese Aussage für den Evangelisten und seine Leser völlig sinnlos sein müßte, wenn es in der Urgemeinde nicht schon eine Möglichkeit des kultischen Opferns gegeben hätte, auf die dann diese Aussage zu beziehen wäre, daß also die Christen ihre Opfergabe zur Eucharistiefeier brachten, daß Brot und Wein dafür vorhanden waren.


Liebe Leser, wir müssen ungeschminkt nun den Tatsachen ins Auge sehen: Erst Luther und vor ihm keiner hat begriffen, daß Jesus den Opferkult abschaffen wollte und nach ihm dann die Aufklärung, etwa Kant!





1Auf die Angabe von Seitenzahlen verzichte ich, da dieses Werk so vielfältig publiziert worden ist.

2Did= Didache, die älteste uns bekannte nachneutestamentliche Kirchenordnung, deren Datierung umstritten ist.

3Im Text: griechisch.

4Alle Zitate aus Paragraph 13.

5Paragraph 2 : Die Auslegung der Forderung Gottes.

6Paragraph 8: Ansätze zur Ausbildung kirchlicher Formen.

Donnerstag, 17. April 2025

Was wäre, wenn Jesus Christus wie der hl.Stephanus einfach gelyncht worden wäre und wenn Gott ihn dann nach 3 Tagen von den Toten auferweckt gehabt hätte?

 

Was wäre, wenn Jesus Christus wie der hl.Stephanus einfach gelyncht worden wäre und wenn Gott ihn dann nach 3 Tagen von den Toten auferweckt gehabt hätte?



Diese recht spekulativ anmutende Frage ist nun aber ein sicherer Weg, das Kreuzererignis zu verstehen, daß und warum da Pontius Pilatus und Kaiaphas mitgewirkt haben. Die Bedeutung ihres Mitwirkens erkennen wir am besten dann, wenn wir sie aus dem Ereignis herausstreichen, um zu fragen, wie sich dies Ereignis verändern würde, strichen wir diese 2 Personen und selbst das Kreuz und reduzierten dann alles auf das Schema;Der gute Jesus wird von aufgebrachten Juden gesteinigt, aber Gott erweckt ihn dann von den Toten nach den drei Tagen.Merke: Wenn wer erkennen möchte, wie wichtig ihm etwas oder eine Person ist, ist der leichteste Weg, sich vorzustellen: Wie würde sich mein Leben ändern, wemn die Person oder ein bestimmter Gegenstand nicht mehr da wären und zwar für immer?

Pontius Pilatus wie auch Kaiaphas agieren in diesem Ereignis nicht als Privatpersonen sondern als Amtspersonen, Durch die Beteiligung der Amtsperson Pilatus rückt das Ereignis in die Sphäre des Staates, des Raumes der Gerechtgkeit präziser formuliert, da hier dieser Staatsdiener als staatlicher Richter fungiert, Durch die Beteiligung des Hohepriesters Kaiaphas rückt das Ereignis in die Sphäre des Kultischen, denn er wirkt hier amtlich als ein besonders ausgezeichnete Priester. Das Amt des Priesters ist wesentlich das der Vermittelung zwischen Gott und den Menschen, daß, sagen wir es mal ganz formal, eine Beziehungsstörung durch die Darbringung von Opfern, so wie Gott sie vorgeschrieben hat, wieder in Ordnung gebracht wird, oder daß Gott so motiviert werden soll, Gnade den Menschen zu erweisen, etwa in der Form von guten Ernten.

Wäre nun weder die Insitution des Staates noch die des Priestertumes des Alten Bundes an dem Karfreitagsereignis beteiligt, wäre Jesus einfach nur einem Lynchmord zum Opfer gefallen, dann wäre dies ein reines privates Unglück Jesu gewesen ohne eine seine Person transzendendierende Bedeutung. Nur seine Auferstehung hätte dann eine, aber welche? Nur die, daß Gott einen Gelynchten zu einem neuen Leben erweckt hätte.

Durch den Staatsdiener Pilatus bekommt Jesu Tod nun aber eine besondere Bedeutung: Im Namen des Staates, der für die Gerechtigkeit zuständig ist, so lehrt es uns der Apostelfürst Paulus, daß er für die Bestrafung der Sünder zuständig ist, wird die verhängte Todesstrafe zu einer Frage, die in dem Vorstellungsraum des Rechtes,der Gerechtigkeit zu stellen und zu respondieren ist. Die theologische Antwort ist nun paradox; Einerseits hat hier der römische Staatsdiener einen, ja den einzig völlig Schuldlosen zu Tode verurteilt und das obzwar Pilatus selbst dessen Unschuld erkannt hatte und andererseits hat er hier den zu Tode verurteilt, der alle Schuld aller Menschen auf sich genommen hatte, sodaß keiner ein so großer Sünder war wie er. Der Staatsdiener verurteilte so genau den, der dies verdient hatte.

Der römische Staat maßte sich nun hier nicht etwas an, was ihm nicht zukäme, nein Jesus Christus sagt ausdrücklich zu Pilatus: Du als Staatsdiener hättest keine Vollmacht über mich, mich zu Tode zu verurteilen oder mich freizusprechen, wenn du diese Vollmacht nicht von Gott selbst erhalten hättest. Die (römische)Staatsgewalt ist also allein dadurch legitimiert, daß der alleinige Herr über alle Menschen dem Staat das Recht zugeteilt hat, Gericht zu halten und so auch Menschen zu Tode verurteilen zu dürfen. In der Amtsperson des Pilatus tat so der römische Staat das, wozu er nach Gottes eigenem Willen da ist. Jesus wurde so um der Gerechtigkeit willen zu Tode verurteilt, er, der alle Schuld von uns Menschen auf sich selbst genommen hatte.



Der Hohepriester ist nun im Besonderen für die Darbringung des Sühnopfers für das Volk zuständig. Durch seine Beteiligung wird die Tötung Jesu zu einem kultischen Opfer, durch das eine Versöhnung Gottes mit den Menschen erwirkt werden soll. Ein nur gesteiniger Jesus wäre nur ein Opfer eines Lynchjustizaktes, aber da nun der Priester des Alten Bundes hier mitwirkte, er veranlaßte die Auslieferung dieses einen, um einen großen Schaden von dem jüdischen Volke abzuwehren und wirkte so ganz im Sinne seines Amtes. Durch ihn erst wird der zu Tode Verurteilte zu dem Sühnopfer, dargebracht Gott für die vielen Sünden der Menschen. In diesem Opferakt erfüllte sich so die Bestimmung des Priestertumes des Alten Bundes. Jesus ist ja nicht gekommen, um den Alten Bund zu nichten, sondern um ihn zu erfüllen. Darum mußte auch der Amtspriester dieses Bundes an der Hinrichtung Jesu teilnehmen, damit sein Tod auch wirklich ein Sühnopfer wurde. Jesus war eben nicht einfach das Opfer eines Justizirrtumes, nicht das Opfer einer aufgehetzten Menschenmenge , sondern das von dem Hohepriester dargebrachte Sühnopfer!

Erst wenn die Tötung Jesu Christi in diesen zwei Sphären des Staates und des Priestertumes des Alten Bundes eingezeichnet und von daher gedeutet wird, kann es in seiner wahren Bedeutung begriffen werden,



„Gründonnerstag: Das letzte Abendmahl“ - was wird daraus in glaubensschwachen Zeiten ? Eine Kritik dieser Liturgie!

 

Gründonnerstag: Das letzte Abendmahl“ - was wird daraus in glaubensschwachen Zeiten ? Eine Kritik dieser Liturgie!



Daß die Kirche am „Gründonnerstag“ das letzte Abendmahl Jesu feiert und dabei das Fußwaschritual vollzieht, wie es Jesus Christus nach dem Zeugnis des Johannesevangeliumes selbst praktiziert hatte, das gehört zur Tradition der Kirche und ist somit auch in Ordnung: Katholisch ist das, was die Kirche zu allen Zeiten und allen Orten gelehrt und praktiziert hat. Kann aber etwas an sich Richtiges am falschen Ort oder zur falschen Zeit praktiziert zu etwas Falschem werden? Welche Mutter würde bestreiten, daß für das Sichwohlbefinden ihres Kindes die Einnahme von einer Portion Speiseeis von Nöten ist, auch wenn die Mutter dann nicht jedes Mal dem Kinderwunsch: „Eis!, Eis!“ nachkommen wird. Aber wenn das Kind dann mit zur Sonntagsmesse genommen wurde, welche Mutter gäbe ihrem Kinde während der hl. Messe ein Eis zum Essen oder irgendeine sonstige Süßigkeit? Das an und für sich Richtige würde so zu etwas völlig Deplacierten und Falschem.

Könnte das auch für die Praxis des Gründonnerstages gelten? Der Begriff des „Letzten Abendmahles“ suggeriert ja, daß Jesus schon vielmals ein Abendmahl mit wem eigentlich, mit seinen Schülern oder als Gast bei?, eingenommen hätte und nun sein letztes, da er danach am Kreuze sterben würde und darauf nicht mehr zu Abend essen würde. Der Begriff des Abendmahles bezeichnet nämlich nichts anderes als ein Abendessen, das zu mehrt eingenommen wird und das sagen wir mal etwas üppiger ausfällt, als wenn es nur eine Wurstsemmel und ein Glas Bier dazu gäbe. Das Eigentliche, daß hier Jesus Christus zum ersten Mal die Eucharistie feierte, ja dieses Sakrament überhaupt erst einsetzte, verschleiert dieser Begriff völlig. Eine Kontinuität wird hier suggeriert, wo etwas völlig Neues entsteht: die Kultfeier der Kirche.

Wer nahm den an den vielen Abendmählern Jesu teil? Zwei Antworten sind darauf möglich: Entweder nur seine Schüler oder wenn unter diesen Begriff auch die Abendessen subsumiert werden, zu der Jesus eingeladen worden ist, auch die ihn Einladenden und welch eine Provokation auch die Sünder und Zöllner, mit denen er zusammen gespeist hatte. Zur ersten Eucharistiefeier hatte er dagegen nur die 12 Apostel eingeladen, nicht seine Schüler und Schülerin, welch ein grober Verstoß gegen die hl.Prinzipien der Egalität und der Geschlechtergerechtigkeit und auch nicht seine Freunde. Jesus hat gewiß den ihn verraten werdenden Schüler nicht als seinen Freund angesehen, denn er wußte ja, wer sein Verräter sein wird.Diese 12 Apostel hat er dann gar noch zu Priestern geweiht, damit sie dann in der Kirche die Eucharistie zelebrieren können.

Damit stehen wir vor dem zweiten gravierenden Problem des Begriffes des Abendmahles: Wer assoziiert schon mit diesem Begriff den des Kultopfers? Das Eigentliche der Eucharistie ist aber, daß diese Feier an die Stelle des jerusalemischen Tempelopfers tritt: Die Urgemeinde verläßt somit die Ordnung des Alten Bundes mit seinem Zentrum, dem Kult des jerusalemischen Tempels, indem der Herr seiner Kirche die Ordnung des Neuen Bundes, das hl.Meßopfer einstiftete. Seit der Reformation wird der Begriff des Abendmahles gegen die Lehre der Kirche über die Eucharistie, daß ihr Eigentliches die Darbringung des Opfers Jesu Christi ist, instrumentalisiert: Es handle sich dabei nur um ein heiliges Essen und auf keinen Fall um eine kultische Opferfeier. Deswegen, da es sich nur um eine Mahlgemeinschaft handle, könnten und dürften an ihre keine Priester teilnehmen, gar dieser Feier vorstehen. Denn die Alleingenügsamkeit des einen Sühnopfers Jesu Christi verböte der Kirche jede weitere Opferhandlung und somit auch die Existenz von Priestern. Wo nicht mehr Gott geopfert wird, da kann es kein legitimes Priestertum mehr geben. Jesus könne so unmöglich Schüler zu Priestern geweiht haben1.

In glaubensstarken Zeiten hat die Kirche trotzdem von dem „Letzten Abendmahl Jesu Christi“ sprechen können, da sie darauf vertrauen konnte, daß die Gläubigen das Eigentliche dieses Abendmahles verstünden und auch bejahten. Aber das wird man heute so nicht mehr voraussetzen können: In Folge der Ökumene verdunstet doch gerade das Verständnis und die Zustimmung zum spezifisch Katholischen, daß halt wir Christen doch alle irgendwie das Gleiche glaubten, was einhergeht mit dem Verzicht auf das Katholische: Hauptsache, wir begehen gemeinsam das Abendmahl, die dogmatischen Differenzen möge man doch bitte als sophistische Spitzfindigkeiten ablegen.

Das Johannesevangelium stellt nun jeden aufmerksamen Leser bezüglich der Causa der Eucharistie vor ein gravierendes Problem:Warum expliziert Jesus in dem 6.Kapitel des Evangeliumes seine Eucharistielehre,(6,22-71) und nicht kurz vor dem Karfreitag, wie es die anderen Evangelien praktizieren und positioniert dann den Ritus der Fußwaschung dahin, wo eigentlich die Einsetzung der Eucharistie gehörte? Da dies Evangelium die Eucharistielehre in dem 6.Kapitel placierte, füllte es die so entstehende Lücke mit dem Fußwaschungsritual. Die Intention dieser Verortung der Eucharistie in das 6.Kapitel erklärt sich aus der Besonderheit des johanneischen Verständnisses der Eucharistie: Dies betont das Woher der hl.Speise der Eucharistie als das sie Qualifizierende. Nicht die Speisen von „unten“ sondern nur die von „Oben“ könne uns Menschen das wahre Leben, das ewige erwirken. Jesus ist unser Erlöser als der vom Himmel Herabgekommende, der uns zurückführen will in die himmlische Heimat. Er speist uns mit einer Himmelsspeise, der wahren, nicht mit dem Manna der Wüste, damit wir dadurch einen Anteil an dem himmlischen Leben hier auf Erden schon bekommen:unser ewiges Leben. Wegen dieses Verständnisses, das Heil kommt von „Oben“, vom Himmel positioniert das Evangelium in das 6.Kapitel, da es nicht primär die Heilskraft der Eucharistie von der Kreuzigung Jesu Christi her thematisiert.

Die traditionelle Gründonnerstagsliturgie stellt nun das Fußwaschungsritual in den Vordergrund, das ursprünglich Johannes hier eingesetzt hatte, da er die Eucharistie schon im 6.Kapitel exponiert hatte, also als ein Surrogat für die Einsetzung der Eucharistie. Für glaubensschwache Zeiten muß das fatale Folgen zeitigen: Das Eigentliche der Eucharistie wird verdrängt durch dies Ritual, das dann leicht popularisiert werden kann zur Aufforderung, daß jeder seinem Nächsten dienen solle, indem er ihm Gutes tue.Der Auflösungstendenz der christlichen Religion in einen moralistischen Humanitarismus stärkt diese liturgische Ordnung in glaubensschwachen Zeiten.Papst Franziskus Vorliebe, am Gründonnerstag in Gefängnisse zu gehen, um den dortig Einsitzenden dann diesen Liebesdienst zu erweisen, forciert nun noch diese Säkularisierungstendenz. Es ist wohl eine erlaubte Kritik, daß die Einfügung des Rituales der Fußwaschung einem defizitären Verständnis der johanneischen Theologie verschuldet ist, daß da die Bedeutung des johanneischen Dualismuses von „Oben“ und „Unten“ nicht hinreichend erfaßt wurde2.

 

Zusatz:

Die Propaganda des Antikleikalismus verstärkt dann noch die Tendenz, am Gründonnerstag daran zu erinnern, daß Jesus Christus selbst da das Priesteramt in seiner Kirche eingeführt hat und daß so dies "letzte Abendmahl" eine Opferfeier, die des neuen Bundes war und ist.

















1Wenn Luther dann aber doch von einem allgemeinen Priestertum aller Gläubigen schreibt, so vernutzt er diesen Begriff nur in der negativen Intention der Abschaffung des Amtspriestertumes, ohne dabei mitzubedenken, daß wegen seiner Kreuzestheologie es in der Kirche überhaupt kein Priestertum mehr geben dürfe.

2Es ist das Verdienst des Exegeten R.Bultmann, die Bedeutung dieses Dualismus erfaßt zu haben, darum empfehle ich diesbezüglich seine Kommentare zum Johannesevangelium und seine „Theologie des Neuen Testamentes“ weiterhin gern trotz seines völlig inakzeptablen Entmythologisierungsprogrammes. Bultmann arbeitet dabei das sakramentalistische Verständnis der Taufe und des Abendmahles im Johannesevangelium in bestechender Klarheit heraus, um dann diesen Sakramentalismus zu delegitimieren durch seine These, dies Sakramentenverständnis gehöre nicht zum Urspünglichen sondern sei eine nachträgliche Einfügung einer „kirchlichen Redaktion“,die die Theologie des Johannes nur korrumpiere.

Dienstag, 8. April 2025

Die Geburtsstunde des Antiklerikalismus – oder: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ Prediger Salomo, 1,9

 

Die Geburtsstunde des Antiklerikalismus – oder: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ Prediger Salomo, 1,9



Der Antiklerikalismus setzt eine kirchliche Hierarchie voraus, gegen die andere protestieren mit dem Argument, daß es eine Hierarchie nicht geben dürfe. Somit ist nicht von einem Antiklerikalismus zu sprechen, wenn nur eine andere, besserer Hierarchie gefordert wird.Der Antiklerikalismus ist nun nicht ein einmal sich ereignet Habendes, sondern wie solche Phänomene wie der Neid, das Ressentiment eine Haltung, die in immer wieder variierenden Maskeraden sich ereignet. Es kann so eine Struktur des Antiklerikalismus eruiert werden, die sich dann im Laufe der Geschichte immer wieder neu aktualisiert und in die jeweilige zeitgemäßen Gewänder inszeniert.

Das Urbild des Antiklerikalismus präsentiert uns die Geschichte des Aufstandes der Rotte Korach gegen Moses und Aaron, wie sie 4.Mose 16 uns erzählt. Dies ist nicht nur eine Erzählung über ein einmal sich ereignet habendes Geschehnis, sondern offenbart uns den Menschen als den Revolutionär wider die Ordnung Gottes und Gottes Nein zu diesem Revolutzertum. Es soll hier nun nicht diese Geschichte rekapituliert werden, denn man sie sollte sie wirklich nachlesen, es lohnt sich.Es soll stattdessen das, was der Prediger Salomo als das Bleibende, als die Substanz dieses Ereignisses bezeichnen würde, herauskristallisiert werden.

Die Argumente wider die Hierarchie lauten: Wir sind alle gleich heilig. Gott ist uns allen gleich nahe. Es könne und dürfe so keine Vermitteler zwischen Gott und uns geben, also keine Hierarchie.Die Unmittelbarkeit zu Gott verbietet jede Vorstellung einer Vermittelung. Dies Argument präfiguriert geradezu den Mißbrauch des Heiligen Geistes:Uns allen sei dieser Geist gegeben, sodaß wir unvermittelt Gottes Willen erkennen können.Die Lehre der Kirche, isb ihre Dogmen stellten sich somit zwischen uns und unserem Gott, der uns unmittelbar sei und uns so von Gott entfremde. Das Konzept der natürlichen Religion als die Alternative zum kirchlichen Christentum und allen bestimmten Religionen im Geiste der Aufklärung konstruiert, stellt dabei eine wirkmächtige Konzeption wider alle Religionen dar, die sich in einer Offenbarung Gottes fundiert sehen. Die Religion, die allen vernünftigen Menschen gemeinsam sei, sei nur die einzig wahre, wohingegen alle positiven Erfindungen der Priester seien, also Hervorbringungen eines Klerikalismuses, der für sich den Besitz ihnen nur eigenen offenbarten Wahrheiten behaupte, um so ihre Herrschaft über die Laien zu rechtfertigen.

Weil Gott allen gleich nahe sei und alle ihm kann und dürfe es kein Vermittelungsamt geben, das erst den Laien heilsnotwendiges Wissen vermittelt bzw kultische Handlungen vollzöge, die nur durch Kleriker gültig vollzogen werden könnten. Jeder könne eben Gott wohlgefällige Opfer darbingen, es sei eben eine hybrische Anmaßung, behaupteten Priester, das sei nur ihnen möglich.

Von wirklicher Bedeutung ist nun nicht, wie die so angefochtenen Personen.Moses und Aaron reagierten, sondern wie Gott reagierte:Die Antwort Gottes fällt erschreckend eindeutig aus: Gott bestraft die ganze Rotte mit dem Tode. Denn sie rebellieren nicht wider Mose und Aaron, sondern gegen Gott selbst.

Aber der Geist der Rotte Korach, der überlebt und revitalisiert sich immer wieder auf das Neue in antiklerikalistischen Bewegungen.1 Dabei wird immer wieder aufs Neue der Protestsong des: „Wir sind Gott alle unmittelbar, es darf keine Vermitteler geben“, angestimmt - viele stimmen ein. Nun könnte man meinen, sei nicht aber das Urchristentum antiklerikalistisch gewesen und rechtfertige so nachträglich das revolutionäre Anliegen der Rotte Korach. Aber die Vorstellung eines hierarchiefreien Urchristentumes ist selbst nur das Produkt dieses antiklerikalistischen Rottengeistes. Denn Jesus Christus setzte selbst 12 seiner Schüler als Apostel ein, die die Urgemeinde leiten sollten, er berief sie allein zur ersten Eucharistiefeier ein, in der er nicht nur das Eucharistiesakrament einsetzte sondern die12 Apostel zu Priestern weihte, damit sie zukünftig das Meßopfer darbringen können. Er berief dann einen der Apostel, Petrus zum monarchischen Regierer seiner Kirche, das ist das von Jesus Christus selbst eingesetzte Petrusamt, das bis jetzt seine Kirche führt.Auf dem ersten Apostelkonzil entschieden dann allein die Apostel und die von ihnen eingesetzten Presbyter kraft des Heiligen Geistes, wie die Heidenmission durchzuführen sei,kein Laie entschied mit! Sowenig es ein Urchristentum ohne das Meßopfer gegeben hat, sowenig hat es ein hierarchiefreies Urchristentum gegeben. Denn das existiert nur in den Phantasiewelten antiklerikalistisch gesonnener Theologen, erfüllt vom Rottenkorachgeist, der sich nun aktuell in der Reformagenda des Synodalen Irrweges neu inkarniert. Neu ist dabei die Maskerade mit dem Argument der notwendigen Verdemokratisierung der Kirche







1Dieser Rottengeist artikuliert sich nun nicht nur im Raume der Religion sondern auch im politischem Raume, am extremsten im Anarchismus, aber auch in der Französischen und der Bolschewistischen Revolution, um nur die bekanntesten und wirksamsten zu nennen.

Freitag, 21. Februar 2025

Wortgottesdienste – das Zukunftsmodell der Synodalkirche- oder ihre Verprotestantisierung?

 

Wortgottesdienste – das Zukunftsmodell der Synodalkirche?



Man kann sich ja nicht des Eindruckes erwehren, daß die Begeisterung für die Eucharistie als dem Höhepunkt des geistlichen Lebens ihrer Instrumentalisierbarkeit für die Forderung nach der Abschaffung des Zölibates und der Einführung des Frauenpriestertumes sich verdankt, aber eigentlich man den protestantischen Wortgottesdienst mehr schätzt. Der paßt einfach besser in eine sich um die Modernisierung bemühende Kirche, schließlich gehört die Rede als Aufklärungsmedium neben dem guten Buch zu dem Inventar der Aufklärung. Daß in der Geschichte des Gottesdienstes der Predigtgottesdienst eine Spätform darstellt, wird dabei geflissentlich übersehen. Am Anfang war der Kult mit einer Opferfeier, in Israel dürfte sich der Predigtgottesdienst dem babylonischen Exil zu verdanken haben, als die exilierten Priester dort keinen Opferkult vollzogen durften, da ein solcher nach dem deuteronomistischen Kultzentralisationsgebot nur im Jerusalemer Tempel legitim war, sodaß als ein Surrogat der Synagogengottesdienst da entwickelt wurde als eine Belehrung der Exilierten über ihre Lage und was nun zu tuen sei.

Der christliche Gottesdienst ist nun eine Synthese der Gestalt des so entstandenen Synagogengottesdienstes mit der Gestalt des jerusalemischen Tempelkultes in der Gestalt des Wortgottesdienstes und des Meßopfers1. Daß der Wortgottesdienstteil als die Vormesse bezeichnet wurde, entspricht dem Primat des Kultgottesdienstes, dem als eine Vorbereitung eine Gestalt des Synagogengottesdienstes vorangestellt wurde. Die Reformatoren zerstörten nun diese Synthese, indem für sie nur noch der Wortgottesdienst zählte, der ab und zu durch eine Abendmahlsfeier ergänzt wird, bei den Lutheranern einmal im Monat, bei den Reformierten 3 bis 4 mal im Jahr.

Kath de berichtet nun am 20.2.2025 über die neuesten Deformumtriebe: „Werden Sie auch an einem Sonntag mit einem Wortgottesdienst beglückt? Dann fliehen Sie. Nach Diözesanreformen und Pfarrzusammenlegung werden manche an Sonntagen plötzlich mit einem Wortgottesdienst beglückt und dies obwohl es Priester vor Ort gibt.“ Es sei an die Neukonstruktion der Konzelebration erinnert: Statt daß jeder Priester eine hl. Messe liest, konnten und sollten nun Priester, unterschieden zwischen dem Hauptzelebranten und den Konzelebranten gemeinsam die hl.Messe feiern.Damit sollte die Praxis,daß Priester an den Nebenaltären der Kirchen2 je ihre Messe lasen, unterbunden werden. Warum das? Es gab so viele Priester, daß nicht jeder einem Gottesdienst vorstehen und dann das Meßopfer darbringen konnte.Die katholische Lösung der Zelebration an den Nebenaltären, während ein Priester an dem Altar das Meßopfer darbrachte, wurde so substituiert durch eine Gemeinschaftsmesse von zelebrierenden Priestern.

Aber nun leidet die Kirche doch an einen eklatanten Priestermangel! Trotzdem kann man es erleben, daß in einem sonntäglichen Gottesdienst mehrere Priester zelebrieren, während gleichzeitig ein Wortgottesdienst, nur von Laien vollzogen wird wegen des Priestermangels!

Zum Konzept der Verprotestantisierung der Kirche gehört eben nicht nur die Einführung einer Rätedemokratiestruktur in die Kirche sondern auch, daß der Wortgottesdienst als das Eigentliche angesehen wird, wohingegen das Meßopfer durch etwas recht Voraufklärerisches ist. Die Kirche müsse eben, um auf die Höhe der Aufklärung sich zu erheben eine Kirche des Wortes werden. Das Emanzipatorische ist dabei, daß in den Wortgottesdiensten kein Pfarrer mehr benötigt wird, sodaß endlich die Gemeinde ihre Gottesdienste demokratisch antiklerikal selbst gestalten kann: Welch ein Triumph des Antiklerikalismus bahnt sich damit doch an! Nur, vielleicht will man doch noch an der Hochschätzung der Eucharistie festhalten, nur um endlich das Frauenpriestertum durchzudrücken.





1Es wäre mehr als wünschenwert, würde einmal untersucht werden, ab wann zumindest im deutschen Sprachraum der Begriff des Meßopfers in der Kirche faktisch exkommuniziert wurde und ersetzt wurde von der Rede eines Mahles,in dem uns Gottes bzw Jesu Liebe begegnete.

2Wer eine unser wunderschönen Barockkirchen aufsucht, schaue mal auf die Nebenaltäre, auf denen nun nicht mehr das Meßopfer dargebracht wird: Was für ein Trauerspiel!

Freitag, 10. Januar 2025

Ökumene oder der Kampf gegen das Altarsakrament- die Lust an der Selbstverleugung des Katholischen!

 

Ökumene oder der Kampf gegen das Altarsakrament- die Lust an der Selbstverleugung des Katholischen!


Der Reformator Luther wußte,warum er die Lehre und die Praxis der Eucharistie verdammte, daß ob der Alleingenügsamkeit des Sühnopfers die Eucharistie kein kultisches Opfer sein dürfe und daß es deswegen auch in der Kirche keine Priester geben könne,denn wenn es kein kirchliches Opfer mehr gäbe, könne es auch keine Amtspersonen mehr geben, dessen Aufgabe die Darbringung des Meßopfers sei. Das Trienter Konzil stellte dann folgerichtig die Unvereinbarkeit des katholischen Verständnisses der Eucharistie mit dem evangelischen Abendmahlsverständnisses fest, daß nur noch ein heiliges Essen es sein soll. Wo die Reformation siegte, mußten so die Priester ihre Priestergewänder ablegen, um die Amtskleidung von Lehrern anzuziehen, da sie nun in erster Linie Gemeindelehrer sein sollten, die durch das Medium der Predigt die Zuhörer zu belehren hatten. Die Katholische Kirche dagegen hielt fest an dem Glauben, daß die Eucharistie eine kultische Opferhandlung und ein heiliges Essen sei und reprobierte so diese reformatorische Verkürzung auf eine religiöse Mahlveranstaltung.

Gegen diese Klarheit kämpft nun die Ökomene und zwar in der Intention,daß wir Katholiken uns die reformatorische Position zu eigen machen sollten. Ein Musterbeispiel dieser katholischen Selbstaufgabe präsentiert nun der Aufruf zur wechselseitigen Einladung zur Eucaristie- und Abendmahlsfeier in Frankfurt im Jahre 2025. Das „Domradio“ meldet dazu am 9.Jänner 2025:"Gegenseitig einladen"

Michael Thurn, der als Nachfolger von Stadtdekan zu Eltz gemeinsam mit Christiane Moser-Eggs die katholische Stadtkirche Frankfurt leitet, erklärte: "Wir freuen uns sehr, dass wir den Impuls des Ökumenischen Kirchentages aufgreifen und uns gegenseitig zu Abendmahl und Eucharistie einladen. Indem wir gemeinsam auf die Gegenwart Jesu Christi in unseren Mahlfeiern vertrauen, wächst auch unser Vertrauen zueinander. Ein starker ökumenischer Impuls!"

Die Eucharistie wird hier reduziert auf den Glauben der Gegenwart Jesu Christi in unseren Mahlfeiern. Das ist die völlige Selbstaufgabe der katholischen Lehre von dem Altarsakrament: 1.wird damit der Opfercharakter der Messe geleugnet, 2. wird nicht die Gegenwart Jesu Chriti in den gewandelten Elementen des Brotes und Weines benannt, die sakramentale, sondern nur, daß er irgendwie da gegenwärtig sei. Diese Formulierung schließt nämlich die Möglichkeit ein, zu meinen, daß wo auch immer Menschen im Namen Jesu Christi zusammenkommen, er da unter ihnen sei, auch wenn gar nicht das Abendmahl oder die Eucharistie gefeiert wird.Aber die sakramentale Gegenwart ist das Zentralanliegen der katholischen Theologie. Um aber die reformierten Christen nicht auszuschließen,die keine sakramentale Gegenwart Jesu Christi anerkennen, bei ihnen empfängt der Gläubige mit dem Mund nur Brot und Wein und nur im gläubigen Herzen Jesus Chrisus, wird hier auf die sakramentale verzichtet, und stattdessen nur von einer wie auch immer gearteten Gegenwart Jesu Christi gesprochen. 3.wird vergessen, daß nach der katholischen Lehre nur ein Priester die Wandlungsworte so sprechen kann, daß auch wirklich Jesus Chritus unter den Zeichen von Brot und Wein gegenwärtig ist, sodaß in einer evangelischen Abendmahlsfeier nur Brot und Wein empfangen werden können, es keine sakramentale Gegenwart des Herren geben kann. 4. wird geleugnet, daß das hl.Meßopfer zugunsten der Verstorbenen dargebracht wird, um sich der reformatorischen Position anzuschließen, daß das Abendmahl nur den Kommunizierenden einen Nutzen bringen kann. Die Katholische Kirche insistiert dagegen, daß mit 2.Makkabäer 12,32-45, die Einheitsübersetzung betitelt diesen Text mit: „das Sühnopfer für die Toten“ das Meßopfer auch für die Verstorbenen dargebracht wird und um ihres Heiles willen auch darzubringen ist. Luther und alle ihm Folgenden entfernten die Makkabäerbücher aus dem Kanon der Bibel, da ihnen diese Texte mißfielen und so verleugnen sie die Schriftgemäßheit eines Opfers zugunsten von Verstorbenen.

Einfach auf dem Punkt gebracht: Die Katholische Kirche gibt hier einfach  die katholische Lehre vollständig auf und übernimmt die protestantische, um das dann ökumenisch zu nennen! Besser wäre es doch, daß die, die katholisch bleiben wollen, weiterhin katholisch die Eucharistie feiern und die Katholiken, die faktisch dem protestantischen Glauben anhängen, zum Protestantismus konvertieren. Als überzeugte Protestanten würden sie da gerne aufgenommen werden!

Dienstag, 7. Januar 2025

„Wenn Katecheten übergriffig werden“ Kath de enthüllt geistliche Mißbräuche

 

Wenn Katecheten übergriffig werden“ Kath de enthüllt geistliche Mißbräuche



Übergriffe ereignen sich gerade auch durch Katecheten. Das enthüllt nun das quasi offizielle Internetauftrittsportal Kath de am 7.Jänner 2025: "Du verschenkst Deine Berufung.„Wenn Katecheten übergriffig werden“: Nicht nur Kleriker, auch Laien verhielten sich übergriffig, praktizierten geistlichen Mißbrauch. Der Terminus geistlicher Mißbrauch erfreut sich nun im linksliberalen katholischen Kreisen größter Beliebtheit, um jeden Versuch der Vermittelung des katholischen Glaubens zu verunglimpfen, denn das wäre ja eine Art von Indoktrination. Aber geben wir Kath de selbst das Wort:

In der Firmvorbereitung oder auch der Jugendarbeit allgemein gibt es immer wieder Fälle von überengagierten Katecheten und Katechetinnen, die die Jugendlichen vehement davon überzeugen wollen, Priester zu werden oder einem Orden beizutreten.“ Streicht man die polemische Überzeichnung, reduziert sich der Vorwurf darauf, daß jungen Menschen als eine besondere Weise der Nachfolge Jesu Christi der Beruf des Priesters oder das Mönchsleben empfohlen wird.

Stattdessen soll gelten:„Natürlich ist es vollkommen legitim, das einmal zur Sprache zu bringen. Missbräuchlich wird es, wenn einengende Formulierungen verwendet werden, die nicht mehr die freie Entscheidung des Gegenübers zulassen – Sätze wie "Du verschenkst Deine Berufung" oder "Du wirst nicht glücklich werden in Deinem Leben".

Die besondere Nachfolge Christi im Priester- oder Ordensstand könne „einmal zur Sprache“ gebracht werden, aber alles mehr als „einmal“ sei zuviel und somit übergriffig. Daß ein Mensch seine Berufung verfehlen könne und daß dies sich nicht positiv auf ihn auswirke, soll nun schon als eine Mißachtung der Freiheit der so Angesprochenen gelten. Das „einmal zur Sprache“ Bringen verdeutlicht, was real intendiert ist, daß eben die Berufung zur priesterlichen oder zur mönchischen Existenz am besten gar nicht oder nur so nebenbei erwähnt werden soll.

Reden wir Klartext: Luther hat erkannt, daß es in der Kirche weder Priester noch Mönche und Nonnen geben dürfe, da beides dem Evangelium, wie er es verdeutete, widerspräche und so ist beides auch dem liberal gesonnenen Katholiken ein Greuel.

Aber es gibt noch erschreckendere geistliche Mißbräuche:

Ein anderes Beispiel ist die Erstkommunionvorbereitung, zu der ja auch die Beichte gehört. Heute wissen wir, dass die Beichte einer der anfälligsten Orte für Missbrauch ist. Wenn Eltern nicht wollen, dass ihr Kind im Rahmen der Erstkommunionvorbereitung zur Beichte geht und der Pfarrer dann bestimmt, es von der Erstkommunion auszuschließen, ist das nicht in Ordnung. Damit nutzt der Priester seine Autorität, um darüber zu entscheiden, wer welches Sakrament empfangen darf und wer zu welchem Sakrament zugelassen wird.“

Es ist mehr als bezeichnend, daß in einem Kath de Artikel zum Sakrament der Beichte als erstes einfällt, daß es ein bevorzugter Ort des Mißbrauches sei. Daß die Beichte ein wichtiger Schritt zum würdigen und das heißt nichtsakrilegischen Empfang der hl.Kommunion ist, davon will man hier nichts wissen. Stattdessen sollten die Erstkommunikanten vor der Beichte geschützt werden!

Daß die Kirche das Recht und auch die Pflicht hat, Menschen vor einem sakrilegischen Empfang des Leibes und Blutes Christi zu bewahren, sollte auch Redakteuren dieser Internetseite bekannt sein. Keine Mutter läßt ihr Kind bedenkenlos Medikamente aus der Hausapotheke kosten, weiß sie doch, daß Medikamente, falsch eingenommen, der Gesundheit ihres Kindes sehr schaden können und so sorgt auch die Mutter Kirche sich gerade um einen nichtsakrilegischen Empfang der Kommunion.Denn das stärkste Medikament auf Erden, das Sakrament des Altares verfügt auch über eine starke Destruktionskraft, wird es sakrilegisch empfangen. Der Apostelfürst Paulus mahnt nämlich nicht nur die korinthische Gemeinde sondern genauso auch uns: „Wer also unwürdig von dem Brot ißt und aus dem Kelch des Herrn trinkt,macht sich schuldig am Leibe und am Blute des Herrn.“ (1.Kor 11,28) Dieser Mahnung muß die Kirche stets bedenken und deswegen empfiehlt sie gerade vor dem Erstempfang zu beichten. Eine Verweigerung der Beichte kann dann aus seelsorgerlichen Gründen es nahe legen, den Beichtverweigeren die Kommunion nicht zu spenden. Der Empfang der hl.Kommunion ist eben ein Privileg, denn nicht alle dürfen dies Sakrament empfangen. Der Hebräerbrief schließt schon die Nichtchristen von der Kommunion aus, (Hebr 13,10) und Paulus möchte alle ausgeschlossen sehen, die nicht glauben, daß sie in der Eucharistie den Leib und das Blut Christi empfangen. (1.Kor 11,17-34)

Ein geistlicher Mißbrauch liegt also vor, wenn die Kirche Menschen vor einem sakrilegischen Empfang des Leibes und Blutes Christi zu bewahren versucht! Wenn dann noch gar Katecheten zur Nachfolge Jesu Christi im Priester- oder Mönchs-und Nonnenstand aufrufen, dann ist das für Kath de der Gipfel geistlichen Mißbrauches. Eine Kirche, die so eine Seite zum Freunde hat, braucht wahrlich keine Feinde mehr! 

 

Merke: Der hl Cyprian lehrt uns, daß Niemand Gott zum Vater haben könne, der die Kirche nicht zu seiner Mutter hat. Die Kirche hat sich deswegen ihren Gliedern gegenüber mütterlich zu verhalten und das inkluduiert auch ein fürsorgliches Verhalten ihren Kindern gegenüber.  









Freitag, 3. Januar 2025

Der tiefste Grund, das „Gift der Entwicklung“ der jetzigen Kirchenkrise enthüllt!

 

Der tiefste Grund, das „Gift der Entwicklung“ der jetzigen Kirchenkrise enthüllt!



Der Artikel: „Fühlen wir uns noch beheimatet?“ (Der Fels, Jänner 2025,S.29) will uns den Grund der aktuellen Kirchenkrise offenbaren: Im Jahre 1980 gingen noch 29,1 Prozent der Katholiken zur hl.Messe, 1990 nur noch 21,9Prozent, im Jahre 2000 nur noch 16,5 Prozent, und auch wenn diese Zahl hier nicht genannt wird, dürfte das Jahr 2024 zwischen 5 bis 6 Prozent Gottesdienstteilnehmer gesehen haben. Zöge man nun noch andere Zahlen hinzu, wie viele wurden getauft, gefirmt, gingen zur Erstkommunion und wurden beerdigt, auch hier würden die Zahlen diesen Trend aufzeigen: Wir werden immer weniger.

Welche Gründe benennt nun dieser Felsartikel für diese deströse Fehllentwickelung? 4 werden benannt, in Anlehnung an Pieper: „Willkür in der Liturgie, Unverständnis gegenüber dem Weihepriestertum, Verlust des Glaubens an die Realpräsenz in der Eucharistie“ und die „Verfremdung des Sakralcharakters von Kirchenbauten.“ (S.29) Hier wird sich ganz auf die Krise des katholischen Gottesdienstes konzentriert und deren Gründe aufgewiesen. Diese Kaprizierung muß nun den Einwand provozieren, ob nicht allgemeinere Gründe diese Fehlentwickelung hervorgerufen haben: Wer geht denn zu einem Gottesdienst, wenn er gar nicht mehr an Gott glaubt und wenn er an einen glaubt, dann nicht an den, der sich in Jesus Christus selbst offenbart hat. Man könnte nach dem Bedeutungsverlust der christlichen Religion für das öffentliche wie das private Leben fragen, denn der Gottesdienst ist eine religiöse Praxis, die religiöse schlechthin.

Aber doch überzeugen diese vier hier genannten Gründe, die eben das spezifische Problem des katholischen Gottesdienstes markieren. Der Gottesdienst ist ja nicht einfach eine Veranstaltung von Gläubigen, die da ihren Glauben gesellig praktizieren, sondern gerade der Ort, in dem die christliche Religion sich auch dem Einzelnen gegenüber vermittelt. Pointiert könnte gesagt werden, daß der so reformierte und demolierte Gottesdienst gar nicht mehr als ein Gottesdienst erfahrbar gemacht wurde. Der Kult lebt von der Präsenz Gottes in ihm, daß Gott da seinen Namen wohnen läßt, um es mit den Worten der Einweihung des ersten jerusalemischen Tempels zu sagen, daß der christliche so sein Zentrum in dem Tabernakel hat, der dauerhaften Gegenwart Gottes in seinen Kirchen. Der Sakralraum war so der Wohnraum Gottes auf Erden, klar abgegrenzt von der profanen Welt. Die „Verfremdung“ des Binnenkirchenraumes zu einer bloßen Versammlungs-gelegenheit setzt den Verlust des Glaubens an seine Präsenz im Tabernakel voraus. Der ökumenische Dialog über die Realpräsenz Christi in der Eucharistie, daß die Evangelischen nur eine aktuelle in der konsekrierten Elementen anerkennen, leistete dem Vorschub, letztlich die Eucharistie nur noch als eine Erinnerungsveranstaltung an Jesus zu mißdeuten. Wo die Messe keine kultische Opferfeier mehr sein soll, man wolle die Protestanten doch nicht durch die Rede vom hl. Meßopfer vor den Kopf stoßen, da verliert auch notwendigerweise der Priester seine Bedeutung, denn wo Gott kein Opfer mehr dargebracht wird, da ist auch der Priester völlig überflüssig, sodaß er durch einen Veranstaltungsleiter ersetzt werden kann.

Wenn der Kult nicht in erster Linie ein Gott Dienen ist, sondern eine Veranstaltung für die Gemeinde, dann verführt das ja automatisch zu einer „Willkür in der Liturgie“, da diese sich nun an die differenzierten Bedürfnisse und Wünsche der Besucher der Religionsveranstaltung auszurichten hat. Die Nichtmehrpräsenz Gottes in den Kirchen, die Kaprizierung auf die Gemeinde, daß sie das Zentrum und auch der Akteur des Gottesdienstes sein soll, entgöttlicht den Gottesdienst und beraubt ihn so seiner Substanz.

Aus der Alltagswelt ist dem modernen und noch mehr dem postmodernen Menschen Gott entschwunden, sodaß, wenn er im Gottesdienst nicht mehr in der praktizerten Religion erfahrbar wird, er ganz entschwindet. Erst der da erfahrene Gott kann nämlich dann auch im Alltagsleben recogniziert werden. Sonst fehlt das Sensorium für ein mögliches Gotterfahren im Alltagsleben.

Die vier Punkte bilden so eine Einheit, deren Zentrum die Entgöttlichung der Liturgie ist, daß Gott selbst in dem Gottesdienst als nicht mehr als präsent geglaubt wird. Ein so säkularisierter Gottesdienst kann eben keine Quelle der Religion mehr sein, denn er erscheint nur noch als etwas bloß Menschliches.

Zusätze:

1.Den Niedergang des Kirchenbaus als ein ästhetisches Problem kann aber nur verstanden werden, wenn man die allgemeine Krise der Ästhetik mitbedenkt- das Beste dazu: "Vom Unglück und Glück der Kunst in Deutschland nach dem letzten Kriege."Hans-Jürgen Syberberg, Die Liturgiereform und die ihr folgende Neausrichtung der Binnengestaltung des Kirchenraumes lebte auch von dem Primat des Pädagogischen und der Herabsetzung des Ästhetischen, Da die Erscheinungsform des Wahren ihr Schönsein ist, entwahrheitete die pädagogisch orientierte Liturgiereform die Kirche, in der nun nur noch menschliche Meinungen verkündet werden.

2. Die Verwendung des Verbes: "erfahren" ist hier problematisch, da sein Sinn nicht geklärt ist.Hegel vertritt in seiner "Einzyklopädie der philosophischen Wissenschaften I im 50.Paragraphen die These, und nicht nur da: "Für das Denken und nur für das Denken ist das Wesen,die Substanz,die allgemeine Macht und Zweckbestimmung der Welt." ,das sind nach Hegel die Bestimmungen Gottes. "Das Erheben des Denkens über das Sinnliche, das Hinausgehen desselben über das Endliche zum Unendlichen, der Sprung, der mit der Abbrechung der Reihen des Sinnlichen ins Übersinnliche gemacht werde, alles dieses ist das Denken selbst,das Übergehen ist nur Denken." Ist Gott uns in der Erfahrung oder erst, wenn die gemachte Erfahrung im Denken aufgehoben wird? 

 
 







Samstag, 17. August 2024

Kath de klärt auf: Nicht,daß es zu wenige Priester gibt, sondern daß falsch Gesinnte Priester werden,ist das Problem der Kirche

 

Kath de klärt auf: Nicht,daß es zu wenige Priester gibt, sondern daß falsch Gesinnte Priester werden,ist das Problem der Kirche


Nun ist es wissenschaftlich bewiesen in einer sozialwissenschaftlchen Studie, daß die Kirche an ihrem verquerten Priesternachwuchs leidet. Kath de rapportiert uns die erschütternden Ergebnisse:

Der Priesternachwuchs stamme nicht mehr der Mitte der Gesellschaft sondern aus einer Randgruppe: "Katholische, monokonfessionelle Herkunftsfamilien, kirchlich-religiöse Erziehung, prägende Eindrücke von Kirche während der entscheidenden Sozialisierungsphase, konservative – um nicht zu sagen veraltete – Vorstellungen über den Priesterberuf und über die eigene Rolle als Priester" heißt es in dem Artikel:“Mehrheit der Geistlichen repräsentiere immer weniger die Mitte der Gesellschaft. Sozialwissenschaftler: Priesterstudie bestätigt Stereotype!“ am16.08.2024.

Schlimmer kann es ja nicht kommen:Der Priesternachwuchs komme also aus katholischen Familien. Der Begriff der Monokonfessionalität wird hier pejorativ verwendet, die Familien sollten eben divers sein. Die „kirchlich-religiöse Erziehung“ ist auch als ein Negativum gemeint im Sinne von einer zu großen Nähe zur Kirche, statt daß die Priesteramtsanwärter sich durch eine solide Kirchendistanziertheit auszeichnen, wie es der Durchschnittshaltung der Zeitgenossen entspricht. Die prägenden und wohl guten Eindrücke von der Kirche verschlimmern dann noch das Profil des jetzigen Priesternachwuchses.Also wären Menschen mit einer Negativeinstellung zur Kirche geeigneter für den Priesterberuf! Das Allerschlimmste erschüttert dann nicht mehr, daß so Fehlsozialisierte ein conservatives und das ist eigentlich veraltetes Priesterverständnis aufweisen.


Nun drängt sich aber eine kritische Frage auf: Was haben diese Ergebnisse mit einer wissenschaftlichen Studie zu tuen? Die Normativität der Aussagen sind hier nicht wissenschaftlich fundiert sondern allein ideologischer Natur, daß die Kirche progressiv und nicht conservativ zu sein habe,daß ihre Hauptamtlichen,isb die Priester die Einstellungen der Mehrheit der Gesellschaft zu teilen habe und sich nicht von der „Mitte der Gesellschaft“ zu unterscheiden dürfe. Absurd: Wenn das Überzeugtsein von der Wahrheit des katholischen Glaubens zu einer Minderheitenmeinung geworden ist,und das ist inzwischen so, sollte auch der Priesternachwuchs diese Position teilen, damit er gemäß der Mehrheit der Gesellschaft ist.

Man möge sich einmal vorstellen, bei der Wahl eines Direktors für ein Opernhaus würde ein Sozialwissenschaftler die These aufstellen, daß für dies Amt nur eine Person geeignet wäre, der statt die Opernmusik zu lieben, den Musikgeschmack der Mehrheit der Musikkonsumenten teile! Das wäre absurd und keiner würde das als ein Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung anerkennen, aber Kath de jubelt über solche Ergebnisse.

Was zeichnet nun diese nach angeblich sozialwissenschaftlichen Kriterien falschen Priesteramtskandidaten aus? Lieber Leser, jetzt kommen Enthüllungen, die jeden Stephen King Horrorroman zu einem Einschlafmittel degradieren: „Fragen nach der Zulassung von Frauen zur Weihe oder nach mehr Teilhabe von Laien bei kirchlichen Entscheidungen bekamen lediglich Zustimmungswerte von rund 25 bis 36 Prozent.“ Dies Umfrageergebnis ist für die Kath de Leserschaft eine reine Horrornachricht: Keine Mehrheit für die Einführung des Frauenpriestertumes und für die Forderung nach der Demokratisierung der Kirche! Es bedarf nun keiner Negativphantasie,um zu befürchten, daß diese zukünftigen Priester auch noch den Zölibat bejahen und die praktizierte Homosexualität als eine Sünde ansehen!

Kann es noch schlimmer kommen? Ja,denn dann heißt es in dem Artikel weiter:

Über 80 Prozent sind hingegen der Meinung, dass es für eine Reform der Kirche mehr Angebote mit spirituellem Tiefgang brauche; rund 76 Prozent sehen eine stärkere Ausrichtung auf Vermittlung von Glaubensinhalten als entscheidend an.“

Zukünftige Priester sehen ihre Aufgabe in der Vermittelung von Glaubensinhalten. Dabei haben doch schon progressive Ausdeuter des 2.Vaticanumes erkannt, daß dies Reformkonzil alle dogmatischen Inhalte verworfen und eben auch als veraltet reprobiert habe, da es doch nur noch darauf ankäme,jeden so Menschen anzunehmen, wie Gott auch ihn bedingungslos bejahe. Das geschähe am besten nonverbal einfach durch die praktische Zuwendung zu den Mitmenschen.“Spiritueller Tiefgang“ ist natürlich etwas völlig Reaktionäres, liebe sollten der Priesternachwuchs gegen das Klima und das viele CO2 protestieren!

Welche Konsequenz ist daraus zu ziehen? „Die Verantwortlichen sehen in den Studienergebnissen eine große Notwendigkeit zum Umsteuern in der Berufungspastoral und der Priesterausbildung.“ Am praktikabelsten wäre wohl eine gründliche Gesinnungsprüfung, bevor jemand in ein Priesterseminar aufgenommen wird, daß so jeder Nichtkirchenkritische nicht aufgenommen wird. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, daß schon die Aussage,man bete gern den Rosenkranz, in einigen Priesterseminaren zur Ablehnung führe. Da bräuchte man doch nur als weitere Prüfungsfragen hinzufügen,ob der Bewerber sich für das Frauenpriestertum, für die Demokratisierung der Kirche und für die Interessen der LGBTQ engagieren werde und die Glaubensinhalte der Kirche für bedeutungslos halte. Solche Priester bräuchte die Kirche. Das hat nur mit einer wissenschaftlichen Forschung nichts, aber mit der Propagierung der Lieblingsthesen des Linksliberalismus sehr viel zu tuen. Es zeigt aber auch, wie gern sich die Sozialwissenschaft als sich selbst kritisch engagierte verstehend in den Dienst der liberalen Ideologie stellen läßt.

Corollarium

Signifikant für diese Studie ist die völlige  Verständnislosigkeit für das Wesen des Priestertumes und die religiöse Unmusikalität,als wenn ein Tauber über die Musik schreiben würde.



Samstag, 1. Juni 2024

Triumphiert in Erfurt der Linkskatholizismus? Den eigenen Nachwuchs bekämpfen!

 

Triumphiert in Erfurt der Linkskatholizismus? Den eigenen Nachwuchs bekämpfen!



Die Ergebnisse der aktuellen Studie:“Wer wird Priester“ entsetzten die innerkatholischen Reformkräfte, stünden doch die Mehrheit der jetzigen Priesteramtskandidaten der Deformagenda des Synodalen Irrweges skeptisch, kritisch gegenüber. Kath de fand nun aber doch noch einen richtig gesonnenen Neupriester, der dann in einem Interview (31.5.2024) den Stab über die anderen Inakzeptablen brach: „Junger Priester: Wir sollten entrücktes Priesterbild endlich aufgeben“. Da ist dann zu lesen: „Ich glaube, ein Priester, der mit der modernen Gesellschaft fremdelt, ist in der Kirche falsch.“Damit ist nach dieser Studie die Mehrheit der jetzigen Priesteramtskandidaten als nicht akzeptabel abqualifiziert.

Aber was ist denn genau der hier erhobene Vorwurf? Nüchtern formuliert: Die Mehrheit verhält sich kritisch zu der Gesellschaft, in der sie selbst leben. Das nötigt den mitdenkenden Leser doch die Frage auf, ob denn nicht seit den 68er Jahren eine gesellschaftskritische Haltung als die einzig akzeptable Haltung eines Christen zu der sog spätkapitalistischen, bürgerlichen propagiert wurde. Galt nicht der Exodus aus dieser bürgerlichen Gesellschaft wie der Auszug aus dem ägyptischen Sklavenhause als das Grundanliegen aller sich politisch verstehenden Theologien? Nicht gesellschaftskritisch eingestellt zu sein, das sei doch das Indiz einer unsensiblen, empathielosen nur auf das eigene Ego sich kaprizierenden Existenz!

Jetzt avanciert eine gesellschaftskritische Einstellung zu dem Kriterium der Ungeeignetheit zum Pfarrerberuf! In diesem Wandel manifestiert sich das Ende des Linkskatholizismus und die jetzige Dominanz des linksliberalen Katholizismus. Der Linksliberalismus affirmiert die bestehende Gesellschaftsordnung, meint aber, daß noch nicht in allen Bereichen der Gesellschaft das Vernünftig-Aufklärerische der Moderne schon hinreichend realisiert worden sei. Eine Ungleichzeitigket der Modernisierung ließe teilweise rückständige Entwickelungsniveaus zu, so wie es wohl in jeder Schulklasse versetzungsgefährdete Schüler gibt, die eben den Lernstoff nicht adäquat sich angeeignet haben. Die bedürften eines Nachhilfeunterrichtes.

Das Musterbeispiel eines solchen Nachhilfe bedürftigen Schülers sei eben die Katholische Kirche, die dem fortgeschrittenen Entwickelungsstand der jetzigen Gesellschaft hinterherhinke. Darum müsse sie sich selbst modernisieren. Das ist das Anliegen des linksliberalen Katholizsmus, das das Anliegen des Linkskatholizismus, das der Überwindung der kapitalistisch-bürgerlichen Gesellschaft ad acta gelegt hat. Rechte Populisten als Kritiker der modernen Gesellschaft, gerade indem sie traditionelle Werte und Ordnungen der Auflösungstendenz der Moderne gegenüber hochhalten, gelten so nun als illegitime Kritiker der doch an sich vernünftigen modernen Gesellschaft, in der die Kirche als eine diakonisch tätige Organisation ihren guten Platz gefunden hat, als Dienst an den Bürgern als eine Aushilfe des Sozialstaates.

Auf Kath net konnte man nun am 31.5.2024 diese Analyse lesen: „Bischof Bätzing interessiert nicht, was der Vatikan sagt. Er interessiert sich ausschließlich für seine Ideologie. Der ganze Linkskatholizismus hat wirklich sehr viel mit Geld zu tun. Diese Leute haben keine Überzeugungskraft mehr. Bischof Bätzing kann niemanden von seinem Weg überzeugen. Diese ganzen Synodalkatholiken können niemand für Christus bekehren. Aber sie haben Geld und sitzen in den Schlüsselpositionen. Sie haben eine unglaubliche Zerstörungsmacht." Diese Analyse hat der der katholische Journalist Mathias von Gersdorff am Donnerstag veröffentlicht.“ in dem Beitrag: Geld regiert die deutsche Kirchenwelt!“

In zweifacher Hinsicht verkennt diese Analyse die Wirklichkeit: Die Vertreter des Synodalen Irrweges mißachten tatsächlich, was Papst Franziskus ihnen sagt, aber die Differenz ist die zwischen dem linkskatholischen Papst und dem Linksliberalismus der Reformagenda. Für den Papst ist das Projekt der Gemeinschaft aller Religionen im Verbund mit allen linken fortschrittlichen Kräften zur Humanisierung der Welt sein wichtigstes Anliegen wohingegen für den Linksliberalismus die Modernisierung der Kirche, daß sie das Niveau der so fortschrittlichen Gesellschaft erreicht, das Wesentliche. In der bestehenden Gesellschaft will dann die linksliberal ausgerichtete Kirche ein Garant der Stabilisierung der modernen Gesellschaft sein,indem sie vehement sie in ihrem Kampf gegen Rechts verteidigt. Statt der vormaligen Kritik des Bestehenden schließt sie sich ganz dem Siegeszug des Liberalismus an seit dessen Endsieg über alle anderen Ideologien nach 1989. (Vgl dazu Alexander Dugins Liberalismuskritik) Die Kirche zu entkatholiseren, indem sie verliberalisiert wird, ist so das Anliegen des Synodalen Irrweges, wohingegen der Papst eine linkskatholische Kirche erstrebt für das große Projekt einer neuen Weltordnung, in der die bürgerliche Ordnung zu Grunde geht.Es sei an Papst Franziskus Wohlwollen der Befreiungstheologie gegenüber und an seine Bekämpfung alles Conservativen und Traditionellen erinnert. 

Aber beide eint ihr Nein zum jetzigen Priesternachwuchs, der einfach inakzepttabel, weil katholisch ist. Denn  katholisch wollen beide nicht sein!