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Mittwoch, 9. April 2025

Ein verhängnisvoller Irrtum: Wollte Jesus durch seinen Gewaltverzicht ein Vorbild des Deeskalisierens sein? Ein Beitrag zum Karfreitag

 

Ein verhängnisvoller Irrtum: Wollte Jesus durch seinen Gewaltverzicht ein Vorbild des Deeskalisierens sein?



Der Karfreitag kommt näher auf uns zu und damit steht die liberale Theologie Jahr für Jahr wieder vor der Aufgabe, dieses Skandalon der christlichen Religion irgendwie zu bewältigen, für die Zeitgenossen zu etwas Hinnehmbaren zu transormieren.

Eine besondere Strategie dieser Umformung soll hier skizziert werden.Aber nicht in medias res, sondern über einen scheinbaren Umweg möchte ich hier diese Strategie rekonstruieren. In den „Beherzigungen für jeden Tag des Monates“ aus den Schriften des heiligen Bonaventura zitiert M. Sintzel1.In dem der Tugend der Sanftmut gewidmeten „Neunten Tag“ heißt es: „ Friede und Eintracht erhält der Sanftmütige mit dem Nächsten.Denn wie ein Federkissen die Gewalt eines geschleuderten Steines bricht,so bricht auch ein sanftmütiger Mensch die Gewalt des Zornes und Unwillens,wenn er ein sanftes und friedliches Wort zurückgibt.Deshalb lesen wir auch im Buch der Sprichwörter: >Eine weiche Antwort bricht den Zorn>.Spr 15,1.“

Damit versucht diese Betrachtung der Tugend der Sanftmut die Seligpreisug Jesu: „Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen!“Mt 5,4 zu deuten und verkennt damit das Eigentliche dieser Verheißung. Das Positive an dieser Tugend ist, daß Gott den diese Tugend Praktizierenden mit dem ewigen Leben belohnen will, Jesu Morallehre ist eindeutig eine Lohnlehre, aber nicht meint er, daß diese Tugend,praktiziert weltimmanent positiv sich auf das zwischenmenschliche Leben auswirke und daß das dann das Positive dieser Tugend sei.Jesus Christus glaubt Gott als einen belohnenden und bestrafenden Gott, wobei der Schwerpunkt dann auf das eschatologische Endgericht gelegt wird. Nicht sind die Tugenden etwas, das unser Leben gut werden läßt oder schlecht im Sinne von, daß es mir gut oder nicht gut ergeht, je nachdem ob ich tugendhaft lebe oder nicht.

Der Glaube, daß die praktizierte Sanftmut andere Gewaltbereite davon abhält, gegen den Sanftmütigen aggressiv zu agieren, ist nun leider eine fromme Illusion. Gerade die Sanftmütigen, die die nicht zurückbeißen, sind das Vorzugsopfer des Mobbings, sind geradezu dazu prädestiniert,Opfer sexuellen Mißbrauches zu werden:“Mit denen kann man es ja machen, denn die wehren sich nicht und lassen sich alles gefallen!“ Menschen lächeln sich gerne wechselseitig an, besonders wenn ihnen gesagt wird: „Jetzt photographiere ich Sie!“ Auf welchem so gestellten Bild lächelt der Photographierte nicht in die Kamera! Er lächelt und zeigt dabei gleichzeitig die Zähne. Die Zähne sind ursprünglich eine Angriffswaffe des Menschen, ihr Zeigen signalisiert: „Ich kann Dich beißen“ und das demonstrierte Lächeln: „Ich kann auch friedlich mit Dir umgehen!“ Diese zweifache Geste stellt den so Angesprochene vor eine Frage: „Wie willst Du unser Miteinander gestalten: friedlich oder aggressiv? Beides kann ich!“ Die Wahl eines friedlichen Miteinanders ist so oft nur das Ergebnis der Einschätzung der Kraft des Anderen, daß der im Konfliktfall sich als der Beißkräftigere erweisen könnte. Im politischen Raum heißt das, daß nur der zum Krieg Fähige und dazu auch Bereite im Frieden leben kann. Dagegen reißt die gelebte Sanftmut den Aggressiven zum Angreifen und gar zum Quälen des Opfers.

Wenn es eine systemische Ursache für die Mißbräuchsfälle in der Kirche gibt, dann wäre das eine pazifistisch ausgelegte Bergpredigt: „Du darfst dem Vergewaltiger, dem der Dir Böses antuen will, keinen Widerstand entgegensetzen und mußt dann Deinem Bruder, dem Christen 77mal vergeben und ihn dann noch, da er Dein Feind ist, lieben!“

Warum starb Jesus Christus den so qualvollen Tod am Kreuze? Eine Selbstverständlichkeit ist es geworden, die traditionelle Auslegung, wie sie am eindrucksvollsten Anselm von Canterbury vorgelegt hat in seinem nicht genug zu bewundernden Werk: „Warum Gott Mensch wurde“ als nicht mehr zeit(geist)gemäß zu reprobieren: Er starb nicht für uns einen Sühnetod.Aber warum dann? Weil er als der Sanftmütigste den Kreislauf der Gewalt unterbinden wollte: Er hätte als Allmächtiger auf die Gewalt, die ihm angetan wird, mit einer Gegengewalt reagieren können, die wiederum ein Mehr an Gewalt seitens der Gewalttätiger evoziert hätte, sodaß eine Gewaltspirale daraus erwüchse, daß mit immer mehr Gewalt reagiert würde. Diese Eskalation der Gewaltanwendung wollte Jesus verhindern, indem er auf jede Gegengewalt verzichtete und so sanftmütig die Gewalttäter besänftigte, so wie es der Traktat über die Sanftmut sich es vorstellt.

Aber Jesus wurde doch auf das Grausamste von den Soldaten gequält, ja sein Erdulden provozierte geradezu die Gewalttäter, ihn umso mehr zu mißhandeln. Warum: Jesus sollte den Kreuzestod erleiden als die Sühne für unsere Sünden und deswegen reagierte er nicht mit Gewalt gegen die ihm angetan werdende Gewalt. Nicht meinte er, durch sein freiwilliges Erleiden würde er die Welt gewaltfreier machen, daß ob seiner praktizierten Sanftmut die Gewalttätigen abließen von ihrer Gewalt. Nein, er hatte so den Zorn Gottes über uns Sünder zu besänftigen aber er legte uns damit kein Programm zur Befriedigung der Welt vor. Für das praktische Leben gilt weiter die bittere Wahrheit: Die Sanftmütigen sind das Lieblingsopfer aller Aggressiven, und nur wer kriegsbereit ist, kann in Frieden leben. 

Zu Zeiten Jesu war die Gewaltfrage höchst virulent als die Frage der Option eines gewaltsamen Befreiungskampfes wider die römische Fremdherrschaft. Hier positionierte sich Jesus und das Urchristentum eindeutig: Statt auf eine politische Befreiung Israels setzte es auf die Erlösung durch die Wiederkunft Jesu Christi, der dann das Reich Gottes bringen werden wird. 







1Michael Sintzel, Maria,meine Zuflucht und mein Trost“, neue verbesserte Auflage,1019,S.177f. Dieses Werk kann man gar nicht angemessen würdigen wegen seiner überragenden Qualität! Selbst Superlative reichen da nicht aus.

Samstag, 22. März 2025

Hat die Wunderwaffe der Mißbräuchsfälle für den Kampf für die Verprotestantisierung der Kirche schon ausgedient?

 

Hat die Wunderwaffe der Mißbräuchsfälle für den Kampf für die Verprotestantisierung der Kirche schon ausgedient?



Diese Wunderwaffe ist und das muß neidlos anerkannt werden eine propagandistische Meisterleistung des linksliberalen Katholizismus. Am Anfang war nicht das Wort, sondern das Deformprogramm der antikatholischen Organisation: „Wir sind Kirche“: Weg mit dem (Pflicht)Zölibat, der Forderung nach der Einführung des Frauenpriestertumes, nach der Verdemokratisierung der Kirche und der Verliberalisierung der Sexualmorallehre der Kirche. Das sog. Kirchenvolksbegehren, eine Unterschriftenaktion für diese Forderungen verlief sehr erfolgreich,sodaß von nun die Mär von der progressiven Basis, der die reaktionären Bischöfe entgegenstünden, sich größter Beliebtheit erfreute.

Aber dies Feuerwerk der Reformforderungen verpuffte ohne daß es Wirkungen erzielte. Dann wurden in den Medien die sexuellen Mißbräuchsfälle publik gemacht. Das Entscheidende eines Ereignisses ist nun nicht, was sich da ereignet hatte und nun an das Licht der Öffentlichkeit gebracht wurde, sondern deren Interpretation. Nietzsche mutmaßte gar, daß es gar keine Tatsachen, sondern nur Interpretationen der Tatsachen gäbe, aber so, daß die Tatsachen unerkennbare „Dinge an sich“ seien, um es mit Kant zu formulieren. Wahr ist daran zumindest, daß die Wirkung von Ereignissen nicht den Ereignissen selbst sondern der sich durchgesetzt habenden Interpretation der Ereignisse sich verdankt.

Die propagandistische Verinstrumentalisierung dieses Ereignisses ging nun so vor: Als erstes revitalisierten die Reformkräfte das Deformprogramm dieses Volkskirchenbegehrens und erkürten es jetzt zu dem Reformprogramm, ohne dem es keine Zukunft der Kirche mehr geben könne. Zur Legitimierung dieses Reformprogrammes wurde es nun umgeschrieben als die notwendige Antwort der Kirche auf die bekannt gewordenen Mißbräuchsfälle. Dazu mußte nun eine zu dieser Therapie passende Ursachenanalyse der Mißbräuchsfälle konstruiert werden, daß also das Zölibat, das Fehlen des Frauenpriestertumes und der nichtdemokratischen Struktur der Kirche die Ursachen der sexuellen Mißbräuchsfälle gewesen sein sollen. In das Zentrum dieser Diagnose rückte dabei der Terminus des Klerikalismus und die These, die Sexualmoralehre der Kirche sei schuld an diesen Mißbräuchsfällen.

Daß die Morallehre und isb die Sexuallehre der Kirche an den Mißbräuchsfällen schuld sein soll, ist nun so widersinnig wie die Behauptung, daß die Verkehrsordnungsvorschrift, daß es nicht erlaubt sei, alkoholisiert Auto zu fahren, schuld daran sei, daß in der Folge von Alkohol am Steuer so viele Verkehrsunfälle sich ereigneten. Hielte sich jeder Autofahrer an diese Vorschrift, würden sich diese durch Alkohol am Steuer verursachten Unfälle nicht ereignen und genauso wenig hätten sich die Mißbräuchsfälle ereignen können, hielten alle sich an die Sexualmorallehre der Kirche. Aber nun wurde vehement die Morallehre für das Übertreten von ihr ihr zur Last gelegt, als würden weniger alkoholisiert Auto fahren, wenn das erlaubt werden würde.

Zu dieser propagandistischen Interpretation der Mißbräuchsfälle gehört dann der Begriff der sexualisierten Gewalt mit all ihren Derivaten. Es ist so banal, daß man es gar nicht hier erwähnen müßte, daß Männer Frauen vergewaltigen um ihre sexuellen Begierden zu befriedigen. Um das Phänomen der Vergewaltigung und dann auch aller anderen sexuellen Mißbräuche zu erklären, ist es somit unbrdingt notwendig, dieses Verhalten im Rahmen der Sexualität und der Fortpfanzung zu erörtern. Sex zu haben, ist das Ziel und die angewandte Gewalt das Mittel, dieses Ziel zu erreichen. Diese triviale Wahrheit soll nun der Begriff der sexualisierten Gewalt aus der Welt schaffen, denn nun soll die schlichte Umkehrung gelten: Die Gewaltausübung diene der Durchsetzung der Männerherrschaft in der Kirche und sei eigentlich mit ihr identisch. Eine Weise, nun die Herrschaftsgewalt auszuüben, wäre ihre sexualisierte Version.

Die Männerherrschaft bediene sich also der gewaltsam praktizierten Sexualität, um ihre Herrschaft durchzusetzen und habe so mit sexuellen Begierden und Leidenschaften nichts zu tuen. Diese bewußt erwirkte Entsexualisierung der Vergewaltigung kann als die propagandistische Meisterleistung der Reformlagers angesehen werden. Nun paßt aber die Tatsache, daß die Mehrzahl der Opfer weiblichen Geschlechtes sind, nicht in diese Deutung, daß die Motivation zu diesen Mißbräuchen die Aufrechterhaltung der Männerherrschaft in der Kirche sei, denn dann müßte ja auch in der Kirche die Mehrzahl der Opfer weiblichen Geschlechtes sein. Männer unterdrücken so halt die Frauen!

Früge man nun, wer denn sich durch gewaltsam durchgeführten Sex an Männern und Knaben befriedige, hieße die klare Antwort, das seien homosexuelle Männer, denn heterosexuelle befriedigen ihr Begehren an Frauen. Gerade weil diese Antwort so offensichtlich ist,wurde sie zum Verschwinden gebracht durch die Entsexualisierung der Mißbräuchsfälle.Jetzt sollen machtbessene Kleriker schuld sein an den sexuellen Mißbräuchen, damit niemand mehr nach der sexuellen Ausrichtung der Täter frägt, wenn in der Kirche und nur in ihr die Mehrzahl der Opfer männlichen Geschlechtes sind.

Aber mit dieser Vertuschung um des Täterschutzes willen begnügte man sich nicht, sondern präsentierte sehr medienwirksam die Homosexuellen als das Opfer der unmenschlichen Sexualmorallehre der Kirche! Der Kleriker dagegen, der consersativ sich verstehender Priester soll so die Wurzel allen Übels in der Kirche sein und auf keinen Fall homosexuelle Priester, denn die seien ja das Opfer der Morallehre der Kirche.

So verwandelte sich das ursprüngliche linksliberale Deformprogramm in das Therapiekonzept der von den Mißbräuchen zerrütteten Kirche. Nur haben die vorgeschlagenen Reformen nichts mit den Ursachen der Mißbräuchsfälle zu tuen. Das Credo dieser Reformbewegung lautet einfach: Nur eine Kirche, die sich dem vorherrschenden Zeitgeist unterwirft, hat eine Zukunft. Daß die protestantischen Kirchen kein Deut besser dastehen und daß in ihnen es auch so viele Mißbräuchsfälle gibt wie in der Katholischen Kirche irritiert das linksliberale Reformlager nicht,dogmatisch daran zu festzuhalten, daß nur eine Verprotestantisierung der Kirche sie überlebensfähig mache. Sonst degeniere sie zu einer Sekte.

Aber nun kam die große Ernüchterung: Der Vatican und auch der Reformpapst Franziskus stoppt den Reformübereifer des Synodalen Weges. Es sieht nun so aus, daß trotz der sehr geschickt eingefädelten Instrumentalisierung der Mißbräuchsfälle die alte linksliberale Reformagenda in der Kirche nicht durchgesetzt werden kann, zu stark sind die katholischen Kräfte, die die Kirche als Katholische erhalten wollen.

Die einfachste Lösung wäre ja nun die, daß diese Liebhaber des Protestantismus, diese Deformer einfach in den Protestantismus konvertieren würden, aber sie wollen halt die Katholische Kirche destruieren und begnügen so sich nicht damit, in ihre geistliche Heimat zu konvertieren. 

Merke:

Auf eines ist Verlaß: auf die Feindschaft der Welt gegen die Kirche Jesu Christi, die Katholische Kirche. Die Feinde der Kirche sind nun nicht allein außerhalb der Mauern der Kirche sondern als Wölfe im Schafsfell gerade in ihr. 





Donnerstag, 19. Dezember 2024

 

Das katholische System sei Schuld an den Mißbräuchsfällen – eine Kritik des Klassiker der Deformagenda


Am 26.Jänner 2024 beschwor der Kath de Standpunktkommentar noch das Dogma von den systemischen Ursachen der Mißbrauchsfälle, nachdem peinlicherweise eine Studie zu den Mißbrauchsfällen in der EKD zeigte, daß all dies der Katholischen Kirche Spezifische so auch in den protestantischen „Kirchen“ sich ereignet hat: „Missbrauch: Systemische Faktoren bei Katholiken nun nicht relativieren.“ Da tönt es nun: „Die Reduzierung von Sexualität auf den Geschlechtsakt in der Ehe, der Zölibat als Rückzugsort für Menschen, die ihre Sexualität unterdrücken woll(t)en und/oder anschließend nicht ausleben durften sowie die Ehrfurcht vor dem geweihten Mann haben Missbrauch und dessen Vertuschung begünstigt.“ Diese Analyse ist offenkundig das Produkt des Wunschdenkens des linksliberalen Reformlagers. Die Therapie lag diesen Reformern schon in der Gestalt des Forderungskataloges der antikatholischen Initiative: „Wir sind Kirche“ vor, sodaß nur noch die dazu passende Analyse der Ursachen der Mißbräuchsfälle konstruiert werden mußte. Daß nun in den protestantischen „Kirchen“ die Mißbrauchsfälle sich genauso ereigneten wie in der Katholischen Kirche, fichtet diese Dogmatiker nicht an, den sie brauchen diese systemischen Ursachen für ihr Destruktionsprogramm der Kirche.

Aber wie wäre es, wenn man wirklich nach systemischen Ursachen der Mißbräuchsfälle forschte und dabei bedenkt, daß, wenn in zwei christlichen Organisationen das Gleiche sich ereignet, es wohl wenig plausibel ist, daß für die Mißbräuchsfälle in der Katholischen Kirche Systemisches die Ursache sein soll, das es im Protestantismus nicht gibt. Wären nicht eher gleiche Ursachen für diese Vorfälle verantwortlich zu machen, also in beiden Organisationen Vorfindliches.

Eine These möchte ich dazu zur Diskussion stellen. Wenn es eine in beiden Organisationen die Mißbrauchsfälle Förderliches gibt, dann ist das ein sehr problematischer pazifistischer Interpretationskomplex der Bergpredigt. Dieser Vorstellungskomplex setzt sich aus ein paar rekonstruierbaren Axiomen zusammen:

a) Es wird die Aussage: „Leistet dem,der euch etwas Böses antut,keinen Widerstand“. (Mt, 5,39) von den Opfern selbst auf sich bezogen: daß ein Mißbrauchtwerden ein Böses Angetanwerden ist,ist dabei unbestreitbar.

b) Nun soll gar gelten, daß dem Mißbrauchstäter 77x zu vergeben sei, so hieße es ja Mt 18,21f. Wer als Opfer so dem Übeltäter vergeben soll, wie sollte der denn dann noch anzeigen können!

c) Ein Narrativ verbindet sich damit, das der Gewaltspirale, daß wenn A aggressiv sich B gegenüber verhält, und B aggressiv reagiert, reagiere A noch agressiver als beim ersten male, sodaß sich die Gewalt permanent steigere, sich hochschaukele von Stufe zu Stufe. Diese Spirale der Gewalt könne nur gestoppt werden, wenn das Opfer B auf ein aggressives Reagieren verzichtet und stattdessen dem Täter A vergibt. Angeblich soll Jesus sich bei seiner Kreuzigung auch so verhalten haben: Er verzichtete auf eine aggressive Reaktion sondern ließ sich zu Tode quälen, um so keine Gewalteskalation in Gang zu setzen. So hätte sich auch ein Opfer von Aggressionen zu verhalten als ein guter Jesus nachfolgender Christ.

d) Ein weiteres Narrativ verbindet sich damit, daß vom Kern her jeder Mensch gut sei, daß ihn aber eine traurige Kindheit oder sonstige Negativeinflüsse in seinem Gutsein beeinträchtigt hätten. Es gälte so, in dem Täter zuvörderst ein Opfer negativer Beeinflussungen zu sehen, der statt bestraft zu werden, das Mitgfühl und das Mitleid gerade des Opfers bedarf, um wieder ganz ein guter Mensch zu werden.So gälte es, ihm zu verzeihen und ihm dann zu helfen, wieder in Ordnung zu kommen. Ihn der Tat zu beschuldigen, ihn als Täter gar anzuzeigen, sei so wider den Geist Jesu. Je sanftmütiger und devoter sich das Opfer dem Täter gegenüber verhält, desto christlicher verhält es sich. Eine Aggression dem Täter gegenüber sei so geradezu widerchristlich.

Aus diesen Axiomen baut sich dann eine Gesamthaltung des Opfers auf, die das Opfer geradezu dazu prädestiniert, immer wieder die Opferrolle zu übernehmen. Man muß dabei davon ausgehen, daß der Täter ein Blick für so sich verstehende Christen hat, daß sie sein Idealopfer sind. So wie das Vorzugsopfer des Mobbings der nicht Zurückmobbende ist, der stattdessen alles über sich ergehen läßt, so findet auch ein Mißbrauchstäter sein Idealopfer, den so seine Jesusnachfolge Verstehenden.

Ein alte Römerweisheit sagt: Wer in Frieden leben will,muß kriegsbereit sein. Auf gestellten Photographien lächeln in der Rege alle Photographierten in die Kamera. Dabei zeigen sie lächelnd immer auch die Zähne. Warum? Mit ihrer Körpersprache sagen sie so zweierlei aus: „Ich kann zu Dir freundlich sein, ich kann aber auch anders, denn ich kann Dich auch beißen!“ Es ist doch vernünftig, sich statt auf einen Beißkampf einzulassen, friedlich miteinander umzugehen. Wo nun aber potentiell zur Gewalt Bereite auf Menschen stoßen, die zum Ausdruck bringen, daß sie sich nicht wehren werden, greift wer sie an, ja daß sie gar ganz sanftmütig pazifistisch gesonnen stets alles erdulden und vergeben werden, da sind so Eingestellte das Idealopfer für nach Opfern ausschauende Sexualstraftäter.

Die systemischen Ursachen sind dann genau in diesem pazifistischen Konzept zu finden, daß man meint im Geiste der Bergpredigt, dem Bösen, was einem angetan wird, sich nicht widersetzen zu dürfen, sondern es erdulden zu haben, um dann dem Täter gar zu verzeihen und ihm sein Böses mit Gutem vergelten zu haben.

Der Bundeskanzler Helmut Schmidt urteilte, daß man mit der Bergpredigt keine Politik machen dürfe, denn dann würde das Böse triumphieren. Wenn in der Kirche nicht mehr gewußt wird, daß der Mensch von seiner depravierten Natur her zum Bösen neigt und durch die Androhung von Strafen davon abgehalten werden muß,da gedeiht ein Klima, das die sexuellen Mißbräuche fördert. Eine bittere Wahrheit: Eine Gesellschaft kann nur humanitär sein, wenn sie auch repressiv ist. Durch einen sanftmütigen Pazifismus im hier dargelegten Sinne werden aber die zum Bösen Geneigten nur dazu motiviert, auch böse nun zu handeln. 

Merke:Gemeingefährlich sind Schafe, die ihren Mitschafen aufklären, daß Wölfe Vegetarier seien! 










Freitag, 29. Dezember 2023

Was keine Bischofskonferenz bis jetzt sich zu sagen traute über die Mißbräuchsfälle!

 

Was keine Bischofskonferenz bis jetzt sich zu sagen traute über die Mißbräuchsfälle!


„Knapp 82 Prozent der Missbrauchsfälle sind homosexueller Natur.“ Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Parlament Spaniens beauftragte Studie über die dortigen Mißbräuchsfälle. Kurz vor Weihnachten wurde diese Studie von der spanischen Bischofskonferenz veröffentlicht.(„Tagespost“, 28.12.2023: „Fiducia supplicans“: Dokument mit kurzer Halbwertszeit) „Bisher hat keine Bischofskonferenz wider-sprochen.“

Daß der Hommolobby ein propagandistisches Meisterstück durch die völlige Tabuisierung des Zusammenhanges zwischen der Homosexualität und den sexuellen Mißbrauchsfällen gelang, ist unverkennbar und nun triumphiert man gar über „Fiducia supplicans“. Es soll nun ein Versuch gewagt werden, über das Verhältnis von der Homosexualität und den Mißbrauchsfällen Klarheit zu gewinnen. Dies ist nur ein erster Versuch, ohne den Anspruch zu erheben, so dies Verhältnis damit schon hinreichend geklärt zu haben.

Den Ausgang bildet die These, daß die Mißbräuchsfälle nicht verstehbar sind, wenn keine Klarheit über die menschliche Sexueralität, wie sie natürlich gelebt wird, erarbeitet wird. Denn jede kulturelle moralische Regulierung der Sexualität setzt eine natürlich gelebte voraus, auch wenn dann faktisch nie die Sexualität rein natürlich gelebt wurde und wird. (Die Hoffnung, bei sog.“Naturvölkern“ durch ethnologische Studien die noch nicht kulturell entfremdete authentische Sexualität eruieren zu können, erwies sich als eine Illusion.)

Der Zweck der Sexualität ist die Arterhaltung im Kampf um das Überleben. Zwei Konzepte existieren für die menschliche Sexualität: das der großen Zahl und der geringeren Betreuung der Nachkommenschaft und das der kleinen Zahl und der größeren Betreuung der Nachkommenschaft.Das der großen Zahl beinhaltet, daß möglichst viele Schwangerschaften erstrebt werden, daß dann aber eine größere Sterblichkeit, das ist, daß die Kinder sterben, bevor sie geschlechtsreif sind, in Kauf genommen wird, sodaß dann doch noch genügend Fortpflanzungsfähige entstehen. Dies Konzept wird der Tendenz nach vom Mann bevorzugt, da er in einem Jahr oft Frauen schwängern kann, wohingegen eine Frau circa nur einmal im Jahr schwanger werden kann. Zu diesem Konzept gehört notwendig, daß der Geschlechtsverkehr auch mit Frauen erstrebt wird, die der Mann nicht liebt sondern nur sexuell begehrt.Zudem kann der Mann gewaltsam gegen den Willen der Frau den Geschlechtsverkehr erzwingen, was der Frau rein biologisch nicht möglich ist.

Die Frau dagegen bevorzugt das Konzept der kleinen Zahl und strebt deshalb die Sexualität mit einem Mann an, den sie liebt und der sie liebt erwartend, daß dann,wenn sie schwanger wird, der Mann die Aufgabe des Vaters übernimmt, sodaß dann ob der Versorgung der Kinder durch die Mutter und den Vater die Kindersterblichkeit sinkt.

Nun existieren Studien zur praktizierten Sexualität bei lesbischen Frauen,Heterosexuellen und homosexuellen Männern. Lesbische Frauen praktizieren am seltenstens mit wenigen Partnerin die Sexualität, homosexuelle Männer mit verschiedenen Partnern am häufigsten und die Heterosexuellen liegen in der Mitte. Dem korreliert die jeweilige Präferenz für eine der zwei Fortpflanzungskonzepte: Bei Lesberin überwiegt das Konzept, nur mit Personen intim zu werden, die man liebt, bei Homosexuellen das der großen Zahl, mit möglichst vielen verschiedenen intim zu werden und die Praxis der Heterosexuellen entspringt einem Kompromiß zwischen diesen zwei Konzepten. Leider muß dann noch hinzugefügt werden, daß zur natürlichen Praxis der männlichen Sexualität die Erzwingung des Geschlechtsvekehres gegen den Willen der Frau gehört, damit so möglichst viele Nachkommen erzeugt werden.

Sowohl die lesbische wie auch die heterosexuelle Sexualität gründet sich nun in einer Fehlfunktion des Beuteschematas, das angemessene Objekte des sexuellen Begehrens von ungeeigneten, nicht fortpflanzungsfähigen unterscheidet, um die ungeeigneten auszuschließen. Aber doch läuft dann die praktizierte Sexualität trotz der Fehlwahl des Objektes des Begehrens nach diesen zwei Schemata ab. Homosexuelle begehren ob ihrer männlichen Sexualität des Konzeptes der großen Zahl möglichst viele Sexkontakte mit diversen Sexpartnern und für sie kommt auch ein Geschlechtsverkehr ohne eine Zustimmung des Sexpartners in Frage.

Die Sexualität wird nun moralisch - institutionell reguliert, aber dadurch wird die natürliche Sexualität nicht aus der Welt geschafft. So praktiziert ein Ehemann in der Ehe die Sexualität gemäß dem Konzept der kleinen Zahl, die auch moralisch legitimiert ist, und wenn er regelmäßig ein Bordell aufsucht, das Konzept der großen Zahl, wobei diese Praxis dann als moralisch unangemessen verurteilt aber doch toleriert wird.

Da nun in der Kirche Homosexuelle überdurchschnittlich hoch vertreten sind, erstaunt es nun nicht, daß sie da ihre Sexualität gemäß ihrer Präferenz für die große Zahl mit möglichst verschiedenen Sexpartnern leben. Förderlich verhält sich dazu dann noch der moralkritische Diskurs, daß die kirchliche Morallehre unrechtens die Sexualität zu streng reguliere und Erlaubbares und Gutes verurteile: Die homosexuell gelebte Sexualität sei in Ordnung und nicht zu diskriminieren, das ist die der großen Zahl, also der vielen Sexkontakte mit diversen Partnern. Man sündigt so mit einem guten Gewissen, weil man ja nur gegen eine inhumane Sexmorallehre der Kirche verstieße.


Montag, 13. Juni 2022

Kirche= Täterorganisation? Oder Täterschutz über alles

Kirche= Täterorganisation ? Oder Täterschutz über alles


In dem Standpunktkommentar vom 13.6. des Jahres, diesem Thema gewidmet heißt es, daß in den Mißbrauchsfalluntersuchungen Spezifika der Katholischen Kirche als Ursachen für diese Fälle angesehen werden, isb:


das Amtsverständnis, die Bischofsherrschaft,das Geschlechterbild und die unplausible Sexualmoral.


Daraus ergäbe sich dann der Schluß, daß die Katholische Kirche ob dieser Eigentümlichkeiten als „Täterorganisation“ zu begreifen und auch zu vermaledeien sei. Ist das wirklich plausibel. Eine unbestreitbare Tatsache ist, daß die Mehrzahl sexueller Mißbräuche nicht sich in der Kirche noch im Wald sondern im familiären Bereich sich ereignen. Nun können für die Mehrzahl sexueller Übergriffe und insbesondere der Vergewaltigungen somit nicht auf eine unplausible Sexualmoral noch auf das Amtsverständnis und das Geschlechterbild der Kirche zurückgeführt werden. In der Gesellschaft herrscht doch eher eine laxe Sexualmorallehre vor, sodaß inzwischen gar sadistisch-masochistische Sexpraktiken toleriert werden und alles andere sowieso. Unmöglich kann also die Sexualmorallehre der Kirche für die sexuellen Übergriffe in der Kirche verantortlich sein. Das gilt so auch für das Geschlechterbild und das katholische Amtsverständnis.

Wenn außerhalb und innerhalb der Kirche Vergewaltigungen geschehen, warum sollen dann die in der Kirche sich ereignenden ganz andere Ursachen haben als die außerhalb der Kirche? Gleiche Ereignisse lassen doch eher auf gleiche Ursachen schließen! Daß eine laxe Sexualmorallehre etwa für den sexuellen Mißbrauch von Minderjährigen förderlich ist, ist in sich evident: Der Täter kann sich dann nämlich sagen: Sex mit Kindern schadet ihnen gar nicht, eigentlich wollen die gar Sex mit Erwachsenen, nur eine „reaktionäre“ und „kinderfeindliche“ Morallehre verurteile das. Der Täter kann so Kinder mit einem guten Gewissen mißbrauchen und das fördert die Bereitschaft zu solchem Mißbrauch. So darf gemutmaßt werden, daß die Nichtakzeptanz der kirchlichen Morallehre und die Bejahung einer laxen Moral auch in der Kirche die Bereitschaft zum Mißbrauch fördert.

Wenn es keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Mißbräuchsfällen in der Kirche und denen in der Umwelt der Kirche gäbe, wäre es so inkonsequent, für die Vorfälle in der Kirche kirchenspezifische Faktoren verantwortlich zu machen. Noch verdächtiger werden aber diese angeblichen Faktoren, wenn berücksichtigt wird, daß die Kritik an ihnen schon lange vor dem Bekanntwerden der Mißbräuchsfälle erhoben wurde und zwar von kirchlichen Linksliberalismus. „Wir sind Kirche“, ihr „Kirchenvolksbegehren“ proklamierte ja schon damals das gesamte Reformprogramm, das jetzt als Maßnahmenkatalog gegen die Mißbräuchsfälle verkauft wird. Wie kann es sein, daß ein „Reformprogramm“, das nichts mit den Mißbräuchsfällen zu tuen hatte, jetzt plötzlich die Agenda zur Prävention gegen sexuelle Mißbräuche sein soll? Das kommt einem vor wie ein Arzt, der zu jedem seiner Patienten sagt: Sie essen zu viel Zucker und Fett- wenn Sie gesund sich ernähren, werden Sie wieder gesunden. So ein Arzt braucht nicht mehr einen Patienten zu untersuchen, eine Diagnose zu erstellen, weil er für alle Erkrankungen die richtige Therapie schon im Voraus kennt: o Zucker, o Fett!


Aber es gibt einen charakteristischen Unterschied der kirchlichen Mißbräuchsfällen zu den außerkirchlichen: Überall außerhalb der Kirche sind die Opfer mehrheitlich weiblichen Geschlechtes und nur in der Kirche mehrheitlich männlichen Geschlechtes. Aber genau dies Alleinstellungsmerkmal wird in den Gutachten zu den Mißbräuchsfällen nicht berücksichtigt! Wenn die Mißbräuchsfälle in der Kirche kirchenspezifische Ursachen hätten, dann müßten das solche sein, die diese Besonderheit der kirchlichen Mißbräuchsfälle erklärt. Eine Besonderheit der Katholischen Kirche ist nun, daß überdurchschnittlich viele Homosexuelle in ihr tätig sind. Wo Heterosexuelle überwiegen, überwiegen Mädchen und Frauen als Opfer, wo viele Homosexuelle sind, überwiegen die männlichen Opfer. Es gibt keine zuverlässigen Zahlen, wie viel Prozent der kirchlichen Mitarbeiter homosexuell sind, manchmal wird gar von 40 Prozent geschrieben, aber wenn 80 Prozent der Opfer männlichen Geschlechtes sind, dann darf gemutmaßt werden, daß die Mehrzahl der Täter homosexuell sind.


So drängt sich der Verdacht auf, daß diese Faktoren: das Amtsverständnis, das Geschlechterbild und die unplausible Morallehre nur genannt werden, um die wahren Täter zu schützen. Je mehr das Amtsverständnis der Kirche ins Visier der Kritik gerät, desto mehr verschwindet das Problem der Homosexualität. Natürlich werden die Mißbräuchsfälle auch dazu instrumentalisiert, die linksliberalen Reformprogramme endlich durchzusetzen, um so die Kirche zu entkatholisieren, aber es darf dabei der Aspekt des Täterschutzes nicht übersehen werden: Wenn der Klerikalismus und die unzeitgemäße Sexualmoral die Schuld an diesen Fällen haben, dann haben die Homosexuellen keinerlei Schuld daran, denn die sind ja antiklerikal und lehnen die Sexualmorallehre der Kirche ja vehement ab und sie teilen auch nicht das altmodische Geschlechterverständnis!

 

Montag, 4. April 2022

Nichts tut so not wie der Täterschutz bei den Mißbräuchsfällen und attraktive Feindbilder

( Zu dem Projekt der Deliberalisierung der Gesellschaft gehört die Renaissance des klar umrissenen Feindbildes. Ein solches Feindbild wird nun auch im Kampfe um die Deutung der Mißbräuchsfälle in der Kirche eingesetzt, isb um die wahren Täter zu schützen, denn der Täterschutz ist das Wichtgste.)

„Missbrauch an Männern ist in der katholischen Kirche nach Ansicht von Experten weiter ein Tabuthema.“ So betitelt Kath de am 2.4. 2022 seinen Expertenartikel zu dieser Causa. (Am 1. April wäre angemessener gewesen.) Auch in Ordens-gemeinschaften ereigneten sich solche Vorfälle. Wenn Männer die Opfer sexueller Übergriffe“ sind, liegt es ja wohl auf der Hand, nach der sexuellen „Orientierung“ der Täter zu fragen, um daraus dann auch Konsequenzen zu ziehen. Aber genau diese Frage unterblieb und es ist keine anhaltslose Spekulation, wenn gemutmaßt wird, daß dies Expertentreffen, von dem hier kath de berichtet, primär dem Zwecke der Tabuisierung der Frage nach der sexuellen „Orientierung“ der Täter diente.

„Gefährdet seien besonders Menschen in fundamentalistisch ausgerichteten geistlichen Gemeinschaften, sagte Peter Hundertmark, Moderator der Tagung und im Bistum Speyer in der geistlichen Begleitung tätig.“

Darf man hier mutmaßen, daß in den fundamentalistischen Gemeinschaften vor allem Gemeinschaften gesehen werden, die eine unliebsame Konkurrenz zu den alten fest etablierten Ordensgemeinschaften bilden, die unbegreiflicherweise noch junge Männer ansprechen? Da liegt es dann doch auf der Hand, daß eine solche Konkurrenz mit unredlichen Methoden arbeiten muß, wenn die ordentlichen Gemeinschaften in Folge von zu wenigen Berufungen am Aussterben sind.

„Derartige Gemeinschaften seien oftmals einem Schwarz-Weiß-Denken verhaftet und wollten ihre Mitglieder regelrecht von der in ihren Augen schlechten "Welt" separieren.“

Welche Gemeinschaften sind damit denn nur gemeint? Es bedarf keiner excellenten Kirchengeschichtskenntnisse, um zu erkennen, daß damit das Urchristentum gemeint ist als das Muster aller fundamentalistischen Gemeinschaften: exclusiver Wahrheitsanspruch, ein Gründer, der von allen seinen Jüngern Gehorsam ihm gegenüber verlangt, die Vorstellung, daß es das Heil nur in dieser Gemeinschaft gäbe, die urchristiche Kirche verstand sich ja als die Neuauflage der Arche Noah, keine demokratische Struktur mit Mitgiederrechen, stattdessen rigoristische Aufforderungen zur Kreuzesnachfolge...Also herrschten da die optimalen Voraussetzungen für sexuelle Mißbräuche.

"Genau hinzusehen, wie Gemeinschaften mit den Mitgliedern umgehen, welche Strukturen von Privatraum es gibt und ob Leitung und geistliche Begleitung strikt getrennt werden, sind wichtige Kriterien zur Beurteilung dieser Gemeinschaftsformen".

Da in den urchristlichen Gemeinden diese Trennung von der Leitung und der geistlichen Begleitung nicht existierte, muß wohl mit einer großen Dunkelziffer von Mißbräuchsfällen zu rechnen sein.

"Geistliche Manipulation steht meistens am Anfang des gewaltsamen Handelns bei Männern. Diesen Kern von Machtmissbrauch müssen wir freilegen, damit er nicht mehr so leicht anwendbar ist."

Mit der Kampfparole des geistlichen Mißbrauches oder der geistlichen Manipulation wird im Mißbrauchsdiskurs faktische jede katholische Gemeinschaft attackiert, in der die Lehre der Kirche dogmatisch und moraltheologisch als für sie verbindlich gelehrt und praktiziert wird. Wo das so noch gelebt würde, da käme es vor allem zu sexuellen Übergriffen!

Haben wir als aufmerksame Leser von Kath de nicht schon immer es gewußt: Die Traditionalisten, die Conservativen und Reaktionäre, der „Rechte Rand der Kirche“ das ist der fruchtbare und furchtbare Mutterboden für all die sexuellen Übergriffe. Es ist doch sonnenklar, daß besonders die Anhänger der „Tridentinischen Messe“ potentielle Sexkriminelle sind und daß darum der Papst so couragiert gegen die „Alte Messe“ kämpft.

Und warum wird uns nun dieser Popanz aufgetischt? Die Intention ist unübersehbar: damit der Zusammenhang zwischen dem Faktum, daß die Mehrheit der Opfer männlichen Geschlechtes sind und der Homosexualität ausgeblendet wird. Darüber hinaus wird dann ein politisch korrektes Feindbild konstruiert, das sich gut anschließt an den offiziellen Kampf gegen Rechts: Auch innerkirchlich führen die Gutmenschen diesen Kampf in der Kirche: Die Fundamentalisten (=die Rechten in der Kirche) sind eben an Allem schuld. Ohne attraktive Feindbilder kommt eben weder die Politik noch der Kirchenkampf aus!

Daß damit man faktisch dem Römischen Staat seine Praxis der Christendiskriminierung und Verfolgung nachträglich rechtfertigt als seinen Kampf gegen religiöse Fundamentalisten, beunruhigt dabei modernistische Christen keinesfalls, denn mit diesen Urchristen habe man liberal modern aufgeklärt so wie so nichts gemein, hat doch das wahre Christentum erst durch die Aufnahme der Aufklärung und der Ideale der Französischen Revolution das Licht der Welt erblickt, im 2.Vaticanum also.

 

Freitag, 5. November 2021

Absurdistan: Es gäbe keinen Zusammenhang zwischen der sexuellen Orientierung und den sexuellen Mißbräuchen!

Absurdistan: Es gäbe keinen Zusammenhang zwischen der sexuellen Orientierung und den sexuellen Mißbräuchen!


Das ist so absurd wie die Behauptung, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen dem Vegetarismus und dem Nichtkonsum von Schweinebraten. Katholisch de bespricht am 4.11. 2021 eine Studie der sexuellen Mißbräuchsfälle in der Kirche Frankreichs: „Studienleiter: Kein Zusammenhang zwischen Zölibat und Missbrauch“Das ist natürlich eine für linksliberale Katholiken enttäuschende Feststellung, aber die Studie kommt doch zu dem Wunschergebnis des „Synodalen Irrweges“

Unter der Parole der notwendigen Bekämpfung der „Überhöhung des Priesters“, damit ist selbstredend die Sakramentalität der Weiheämter gemeint, die der Reformator Luther doch schon beseitigt hat, heißt es dann: „Auch wenn der Zölibat an sich kein Risikofaktor sei: Die Möglichkeit verheirateter Kleriker müsse geprüft werden, weil >dadurch eine Überhöhung des Priesters bekämpft werden kann<, so der Leiter von Frankreichs Missbrauchsstudie.“

Der Studienleiter hat eben seinen Auftrag verstanden: Egal wie auch immer begründet, der Zölibat muß zum Abschuß freigegeben werden. Wenn dann noch irgendein Zusammenhang zwischen dem Zölibat und den Mißbräuchsfällen angedeutet wird, umso besser.

Aber diese Studie enthält noch viel Ärgeres für unsere politisch korrekten Reformer: „Opfer zu 80 Prozent männlich. Die Opfer von Gewalt durch Kleriker in Frankreich sind laut der Studie zu 80 Prozent männlich - während sie in der Gesamtgesellschaft zu 60 Prozent weiblich sei. Die deutsche sogenannte MHG-Studie von 2018 kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.“ Das sind natürlich völlig inakzeptable Tatsachen. Es drängt sich ja geradezu die These auf, daß dann wohl die Mehrzahl der Täter Männer mit einer homosexuellen Orientierung seien. So unwahrsheinlich es ist, daß ein überzeugter Vegetarier, hat er einen großen Hunger, sich einen Schweinsbraten ordert, so unwahrscheinlich ist es doch, daß ein heterosexueller Mann sich an männlichen Opfern sexuell befriedigt. Daß Frauen die Täter wären, behauptet ja niemand. Noch unbestreitbarer ist ja, daß der Wille zur sexuellen Befriedigung die Motivation dieser Untaten ist, sodaß von dem Geschlecht der Opfer auf die sexuelle Orientierung der Täter zu schließen ist.

Das darf aber nicht sein! „Sich auf Homosexualität als Erklärung für Missbrauch festzulegen, sei aber "sehr heikel". Sauve wörtlich: "Genauso gut könnte man sagen, dass seine heterosexuelle Orientierung erklärt, warum ein Priester ein Mädchen angreift." Ein kausaler Zusammenhang zwischen sexueller Orientierung und sexuellen Übergriffen sei nicht nachzuweisen. Dennoch sei der Anteil Homosexueller unter den Tätern "hoch, viel höher als in der Allgemeinbevölkerung und auch im Klerus selbst".

Das ist nun wirklich eine Höchstleistung politisch korrekter Vergewaltigung von Tatsachen. Selbstverständlich ist die heterosexuelle Orientierung ein Grund dafür, daß Männer Frauen vergewaltigen und nicht etwa Männer. Diese Orientierung ist noch keine hinreichende Begründung für eine vollzogene Vergewaltigung, aber sie erklärt hinreichend, warum dann Frauen und nicht Männer die Opfer sind. Niemand würde behaupten wollen, daß Homosexuelle, weil sie homosexuell sind, sich an Buben und Männern sexuell vergreifen, aber es ist klar, wenn sie sich sexuell vergreifen, dann an Buben oder Männern. Da nun wohl nicht anzunehmen ist, daß 80 Prozent der Kleriker homosexuell und 20 Prozent heterosexuell sind, ist auch zu konstatieren, daß überdurchschnittlich viele Täter homosexuell sind.

Auf diese Tatsache weiß der politisch korrekt geführte Diskurs nur eine Antwort: Um des Täterschutzes willen wird das Feindbild des Klerikalismus konstruiert: Der Klerikalismus sei an allem schuld. Dies Feindbild gehört nun zum Glaubenskanon des Linksliberalismus und kann so jederzeit populistisch aktiviert werden. Ist dieses Feindbild ist fest im Diskurs der Mißbräuchsfälle installiert, kann dann auch effektiv der Kampf wider den Zölibat geführt werden.

„Sich auf Homosexualität als Erklärung für Missbrauch festzulegen, sei aber "sehr heikel" – dies offenbart das ganze Dilemma dieser französischen Studie. Die Fakten sprechen eindeutig dafür, daß hauptsächlich homosexuell Orientierte die Täter sind- das darf aber nicht wahr sein, denn Homosexuelle haben im politisch korrekt geführten Diskursen die Rolle des Opfers inne, sie sind niemals Täter. Also, es ist heikel,weil es ein Verstoß gegen diese Diskursordnung wäre, homosexuell Orientierte als Täter erscheinen zu lassen, und deshalb muß der Studienleiter diesen offensichtlichen Zusammenhang verleugnen. Diesen Zusammenhang darf es eben nicht geben. Deshalb wird ein Popanz aufgebaut, als behauptete irgendwer, daß Homosexuelle, weil sie homosexuell wären, andere sexuell mißbrauchen um so zu urteilen, daß es so dieses Kausalverhältnis nicht gäbe. Vertuscht werden soll so das Faktum, daß Homosexuelle überdurchschnittlich häufig die Täter sind und daß ihre sexuellen Befriedigungsbedürfnisse zu diesen Mißbräuchen sie motiviert.

 

Dienstag, 18. Mai 2021

Zum Begriff der „sexualisierten Gewalt“ oder wie ein falscher Begriff das Problem der sexuellen Mißbräuchsfälle in der Kirche verschleiert!


Wenn über die Relation von Gewalt und Sexualität diskutiert wird, fällt eines ad hoc auf: Komplizierte mit vielen Fremdwörtern garnierte Theorien, meist aus dem Fundus des Feminismus kreiert, dominieren den Diskurs.Akademiker hegen nun mal eine instinktive Abneigung gegen einfache Erklärungen, aber diese Geschmacksvorliebe beweist keineswegs, daß die so präferierten Theorien auch wahrer sind als die simpleren. Warum sollte die Wirklichkeit nicht einfach sein, auch wenn Intellektuelle es lieber kompliziert mögen.

So soll hier ganz wider dem vorherrschenden Trend einfach angefangen werden: Ein Alkoholiker, spät in der Nacht steht er vor einem Schaufenster eines Spirituosengeschäftes. Eine Glasscheibe trennt den Durstigen von den Objekten seiner Begierde, den Schnapsflaschen. Da er keinen Pfennig Geld in der Tasche hat, er nirgendwo mehr Kredit bekommt: Den Schnaps bezahle ich morgen!, sieht er nur noch eine Möglichkeit für sich, an den da ausgelegten Alkohol zu kommen: Er zerschlägt die Scheibe und trinkt die Flasche leer.

Hier ist das Verhältnis klar: Erstrebt wird der Alkoholgenuß und da er von diesem Mann nicht legal erreicht werden kann, benutzt er Gewalt. Diese Gewaltanwendung ist eine rein instrumentelle. Denn die Gewaltanwendung verhält sich zum Alkoholgenuß völlig indifferent. Der Schnaps schmeckt dem Trinker, egal ob er die Flasche gekauft oder durch eine Gewaltanwendung an sich gebracht hat. Nur eines ist im letzteren Falle von Relevanz: daß der Täter hoffen kann, nicht erwischt und dann gar für diesen Diebstahl bestraft zu werden.

Es spricht nun nichts dagegen, daß es sich im Regelfall bei den sexuellen Mißbräuchen ebenso verhält. Der Täter will sich sexuell befriedigen, er geht davon aus, daß das Objekt seiner Begierde nicht freiwillig bereit ist zu dem erstrebten Sex und so wendet er Gewalt an, um den erstrebten Sex zu erzwingen. Die Weise der Gewaltanwendung ist nun sehr vielfältig, von der Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen bis zur direkten körperlichen Gewaltanwendung. Immer aber wird in dieser Grundform die Gewalt rein instrumentell benutzt. Also geht es um Sex und Gewalt wird benutzt, um den Sex zu bekommen. Der Begriff der sexualisierten Gewalt verkennt dieses Verhältnis völlig, denn dieser Begriff besagt, daß es dem Täter um die Gewaltausübung als Selbstzweckliches ginge und die sexualisierte Gewalt wäre dann nur eine besondere Modifikation der Gewalt. Diese Vorstellung ist ein Element der feministischen Ideologie, daß das Ziel die Beherrschung der Frauen durch Gewalt sei und daß Männer die sexualisierte Gewalt nur anwenden, um ihren allgemeinen Beherrschungswillen durchzusetzen. Damit wird aber völlig verkannt, daß die Motivation der sexuellen Mißbräuche der erwartete Lustgewinn aus der praktizierten Sexualität ist.

Nun muß aber dies einfache Modell auch korrigiert werden. Marquise de Sades Romanen verdankt sich die bittere desillusionierende Erkenntnis, daß es Männer gibt, denen gewaltsam praktizierte Sexualität ein Mehr an sexueller Befriedigung bereitet. Hier gilt die Formel: Sex+Gewalt= mehr Lust als Sex ohne Gewalt. Welchem Leser das völlig unvorstellbar ist, dem sei die Lektüre der Romane de Sades empfohlen, der sich in seinen Werken als großer Menschenkenner auszeichnet, so desillusionierend diese Lektüre auch für jeden humanistisch Gesonnenen ausfallen muß.

Resümierend kann nun geurteilt werden, daß zwei Arten des Verhältnisses von Sex und Gewalt konstruierbar sind, das eine, in der einen Art die angewandte Gewalt rein instrumentellen Charakter aufweist und in der anderen, wo die Gewalt einen den Lustgewinn steigernden Charakter besitzt. Nun läßt sich vermuten, daß es in der Realität nie eine dieser beiden Arten rein vorzufinden sein wird, sondern daß die Fälle ein Mischverhältnis aufweisen, wobei von Fall zu Fall, mal der instrumentelle Charakter oder der luststeigernde der Gewaltanwendung vorherrscht.

Eines ist aber eindeutig: Es geht immer um ausgelebte Sexualität mit dem Ziel der Realisierung eines hohen Lustgewinnes. Der Begriff der sexualisierten Gewalt verkennt so völlig die Intention der sexuellen Mißbräuche und auch die Verortung dieser Untaten im Sexualleben der Männer. Die Vergewaltigung ist einfach gesagt eine unkultivierte Gestalt des Auslebens sexueller Begierden. (So auch Camille Pagila in ihrem genialen Werk: Masken der Sexualität.) 

Ob dieses verkehrten Begriffes zur Analyse der Mißbräuchsfälle wundert es dann nicht mehr, daß die empfohlene Therapie, die Reformagenda des "Syndalen Irrweges", auf diesem Misverständnis fußend, nur in die Irre führt. Daß diese Reformagenda schon durch das "Kirchenvolksbegehren" der antikatholischen Bewegung:"Wir sind Kirche" popularisiert wurde und nun plötzlich eine Abhilfe für diese Mißbrauchsfälle sein soll, obzwar dies Reformprogramm völlig unabhängig von diesen Fällen aufgestellt wurde, läßt auch an der Qualität dieses Programmes zweifeln.  

 

 

Montag, 26. April 2021

Irritierendes: Der Mißbrauchsskandal in der Kirche und die vorgeschlagenen Heilmittel



Eines fällt sofort auf: Es gibt da ein Problem, das abbreviaturhaft hier als sexuelle Übergriffe im Raum der Katholischen Kirche bezeichnet werden soll und Vorschlägen, des Wie auf diese Mißbräuchsfälle zu Reagierens, die in Gänze schon in der Kirche vertreten wurden, lang bevor dieser Mißbrauchsskandal in der (ver)öffentlichen Meinung die Kirchein Mißkredit brachte. Es sei nur an die antikatholische Initiative: „Wir sind Kirche“ erinnert werden, die seit ihrem Bestehen die Demokratisierung der Kirche, das Frauenpriestertum, die Bejahung gelebter Homosexualität und die Liberalisierung der Sexualmorallehre der Kirche einforden.

Was sich geändert hat ist jetzt nur, daß viele Deutsche Bischöfe sich mehr oder weniger dies Deformprogramm zu eigen gemacht haben und im und durch den „Synodalen Irrweg“ umsetzen wollen. Das Befremdliche ist nun dabei, daß dieses schon verstaubte Deformierungsprogramm plötzlich die kirchliche Antwort auf die mehr oder weniger aufgedeckten sexuellen Übergriff in der Katholischen Kirche sein soll. Die Therapie war hier also schon präsent, bevor die Krankheit wahrgenommen und auf ihre Ursachen hin analysiert worden war. Das ist so als sagte ein Arzt, was immer auch ihre Krankheit sein mag, Antibiotika und gesunde Ernährung seien immer die richtige Therapie.

Liegt da der Verdacht nicht nahe, daß hier dieser Skandal nur zum Anlaß genommen wird, endlich dies Deformierungsprogramm umzusetzen, obgleich es mit dem Problem der Mißbräuchsfälle in keinerlei Zusammenhang besteht.

Aber das könnte zu schnell hier geschlußfolgert worden sein. Der behauptete Zusammenhang zwischen der Demokratie, bzw der Demokratisierung der Kirche, also dem Hierarchieabbau und der nichtdemokratischen Verfaßtheit der Katholischen Kirche soll dabei ja dieser sein: Weil die Kirche nichtdemokratisch strukturiert sei, gäbe es in ihr viele Mißbräuchsfälle, wäre sie demokratisch strukturiert weniger. Dann müßte es in unserem Kaiserreich viel mehr Vergewaltigungen von Frauen gegeben haben als in der demokratischen Weimarer Republik und viel mehr Vergewaltigungen im 3.Reich als danach in Westdeutschland. Nur, nirgends findet sich dazu ein Beleg. Stattdessen gilt: Das Risiko für eine Frau in Westdeutschland, vergewaltigt zu werden war eindeutig höher als das für eine Frau in der DDR. Die Gewaltkriminalität war in der DDR überhaupt geringer als in der westdeutschen Demokratie.

Gibt es denn überhaupt irgendeinen Beleg dafür, daß eine Demokratisierung zu weniger Gewaltkriminalität und so auch zu weniger Vergewaltigungen führt? Ich kenne keinen.

Die zweite Säule der Deformagenda ist die Forderung der Liberalisierung der kirchlichen Sexualmorallehre. Wenn die Morallehre verliberalisiert würde, würde weniger gesündigt- das klingt doch sehr befremdlich. Die Antithese dazu würde lauten: Lehrte die Kirche, daß die Vergewaltigung eine schwere Sünde wäre, sodaß der Täter mit der ewigen Verdammnis in der Hölle zu rechnen habe, wer würde dann noch andere Menschen sexuell mißbrauchen? Das Ziel jedes sexuellen Mißbrauches ist der erwartete Lustgewinn. Dies kann in zweifacher Weise vorgestellt werden.Einmal ist der sexuelle Akt das Lusterzeugende und die Gewalt dient nur dazu, den sexuellen Akt zu erzwingen, da der Andere nicht freiwillig zum Sex bereit ist, er wird dazu gewaltsam gezwungen. Die andere Vorstellung: Die angewandte Gewalt steigert den Lustgewinn des Täters. Wem das völlig unvorstellbar ist, dem sei die Lektüre eines Romanes von Marquise de Sade sehr empfohlen.

Das Ziel ist also ein Lustgewinn und wohl ein sehr intensiver. Die Hölle gilt nun in der christlichen Religion, aber nicht nur in ihr als der Ort extremsten Leidens. Diese ewige Qual vor Augen habend, wer würde dann um des kurzen Lustgewinnes gewinnen die ewige Qual der Hölle in Kauf nehmen? Innerweltlich gilt oft die Parole, man könne so viel sündigen wie man wolle, nur dürfe man sich nicht erwischen lassen. Wie viele Täter haben wohl darauf vertrauend, nie in der Kirche überführt zu werden, sexuelle Mißbräuche sich geleistet? Nur dem allwissenden Gott gegenüber kann kein Täter seine Untaten verbergen, alles kommt im göttlichen Gericht ans Tageslicht und jeder empfängt dann für seine Untaten die gerechte Strafe von Gott her.

Aber dieser gerecht ur- und verurteilende Gott ist längst aus der Kirche verbannt worden, es gibt nur noch den: „Ich hab euch alle lieb Gott“, der niemanden verurteilt, bestraft oder gar zur ewigen Verdammnis verurteilt. Weil so die Gerechtigkeit keine Eigenschaft Gottes mehr ist, er eher einer Mutter gleicht, die wohl mal mit ihren Kindern schimpft, wenn sie den Fußball zum zigsten male ins Blumenbeet geschossen haben und alle Rosen hin waren, aber dann ihre Buben gleich wieder in den Arm nimmt, weinen sie deshalb und ihnen sagt: Ich hab euch doch lieb, auch wenn ihr soviel Unfug anstellst. Der Mensch ist eben vor Gott so zu einem Unmündigen geworden, dem sein böses Tuen nicht angerechnet werden kann. Er ist strafunmündig. Dieser Unmündige kann also vor Gott so viel sündigen wie er will, immer wird Gott zu ihm nur sagen: Dich hab ich lieb. Der verliberalisierte Gott begünstigt so jede Art des Sündigens, auch die sexuellen Übergriffe. So wäre die Revitalisierung des gerechten und so auch den Sünder strafenden Gottes das beste Mittel wider das Sündigen in der Kirche, wenn klar herausgestellt wird, daß Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe wirklich schwere Sünden sind, sodaß mit der Hölle als Strafe ernsthaft zu rechnen ist.



Noch eines fällt dabei auf: Allgemein stellt man sich eine Vergewaltigung so vor: Eine junge attraktive Frau wandert im Wald ganz allein, ein Mann springt ihr entgegen mit einer Waffe: Entweder bekomme ich jetzt meinen Sex mit dir oder ich bring dich um. Eine Möglichkeit hat diese Frau nun, daß sie nach ihrer Vergewaltigung der Polizei dies Verbrechen anzeigt, hoffend daß die den Täter überführt und der dann angemessen bestraft wird.Komplizierter liegt aber der Fall, wenn etwa ein Nachhilfelehrer regelmäßig ein Mädchen oder einen Jungen sexuell mißbraucht, Sex mit ihnen hat. Wo es eine Serie von Mißbräuchen an ein und dem selben Opfer gibt, stellt sich die Frage, warum dies Opfer diese Untat nicht anzeigt bei den Eltern, bei Freunden, die Rat wissen oder am besten bei der Polizei. Wie viele Mißbräuche in der Kirche hätten gar nicht sich ereignen können, hätten die Opfer diese Mißhandlungen gleich nach dem ersten male angezeigt!

Wenn es eine wirksame Prävention gegen zukünftige sexuelle Übergriffe gibt, dann wäre die effektivste der Aufruf an jedes Opfer, den Täter anzuzeigen. Wenn der Weg zur Polizei, um Untaten anzuzeigen, zur selbstverständlichen Praxis würde, dann hätten auch die Täter in der Kirche keine Chance mehr. Wer traute sich noch einen sexuellen Übergriff zu, wüßte er, daß dann am nächsten Tage die Kriminalpolizei vor seiner Türe steht.

Nicht kirchliche Reformen sind von Nöten, sondern eine Praxis des Anzeigens solcher Untaten bei der Polizei und eine Justiz, die solche Vergehen nicht als Kavaliersdelikte beurteilt sondern mit aller gebotenen Härte abstraft. Und dann ist eine Revitalisierung der Predigt von der Hölle von Nöten. Gott ist eben nicht einfach nur lieb, er ist auch gerecht und so immer auch als ein Gott der Strafe zu glauben. Dostojewski urteilte einst: Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt- es gilt aber genauso: Wenn Gott nur lieb ist, dann ist auch alles erlaubt. An einem liberal gedachten Gott: Ich hab euch alle lieb, egal wie ihr lebt!, daran geht auch die beste Moral der Kirche zugrunde!

 

Dienstag, 23. März 2021

Ein Mißbrauchsfall: König David unter Verdacht


Orientieren wir uns an den Tatsachen. König David verliebt sich in eine Frau, die aber schon verheiratet ist und schon fällt der gute Vorsatz der Orientierung an den Tatsachen dahin: hat der König sich in die Frau verliebt, liebte er sie gar oder begehrte er sie nur? (2.Samuel 11). Es kam zu einen Rendesvouz zwischen ihm und Batseba, aber realistischer formuliert: Sie wurde die oder eine Mätresse des Königs und dann wurde sie auch schwanger von ihm. Sie war nämlich eine „Strohwitwe“, denn ihr Mann war im Kriegseinsatz, fern von der Heimat.

König David faßte nun einen einfachen Plan: Er forderte ihren Ehemann zum Rapport über die Kriegslage retour, hoffend, daß er dann auch zu seiner Ehefrau geht, mit ihr intim wird, sodaß nun dies Kind, dessen Vater er ist, dem Ehemann als sein eigenes Kind untergeschoben werden kann.

Aber der betrogene Ehemann geht nicht zu seiner Ehefrau, denn irgendwie muß ihm die Liaison seiner Frau mit dem König zu Ohren gekommen sein, wahrscheinlich wurde auf den Marktplätzen schon über dies Verhältnis getratsch. Er erkannte also, welche Falle ihm da der König gestellt hatte.

Nun ergriff König David Plan B: Er ließ den an die Front zurückgeorderten Ehemann von Batseba von ihm Getreuen umbringen, um dann die Witwe zu ehelichen.

Liegt hier nun ein Mißbrauch vor? Mißbrauchte der König seine Macht, indem er dieser verheirateten Frau mitteilen ließ: Dein König begehrt Dich- Du hast ihm nun willig zu sein? Oder haben wir es hier mit einer romantischen Liebesgeschichte zu tuen, daß der König sich verliebt und um seiner großen Liebe willen alle Konventionen beiseite läßt, um nur noch zu lieben? Liebte Batseba den König oder sah sie sich genötigt, dem König Folge zu leisten, sie die Frau, deren Ehemann in der Ferne im Krieg war und sie allein dem Begehren des Königs gegenüberstand?

Aber wenn der König diese Frau wirklich liebte, warum stellte er dann dem Ehemann diese Falle, daß er so das königliche Kind ihm unterschieben wollte? Sieht das nicht eher danach aus, daß diese Frau ihm eine Geliebte war, die er nun so wieder loswerden wollte? Als aber diese Plan scheiterte, da ließ der König den Ehemann töten, um dann seine Mätresse zu heiraten. Was sagt das über die Beziehung Davids zu dieser Frau aus? Schauen wir nun auf die Witwe: Sie heiratet den Mörder ihres Ehemannes, der aber auch der Vater ihres Kindes ist. War das eine Liebesheirat von ihr aus gesehen, oder: Was blieb ihr als Witwe mit einem unehelichen Kind sonst übrig, wenn schon auf den Marktplätzen von ihr als Geliebte des Königs geredet wurde? Mißbrauchte so der König seine Macht, sodaß ihr nichts anderes übrig blieb, als ihr Ja zum König zu sagen? Oder hat sie in David den Mann ihres Lebens gefunden, sodaß sie den Mord hinnahm, weil so nur sie die Frau dieses Mannes werden konnte, der ja auch der Vater ihres Kindes war?

Wer mag hier klar entscheiden: Mißbrauch oder kein Mißbrauch sondern eine tragische aber auch leidenschaftliche Liebesgeschichte, die nicht mal vor einem Mord zurückschreckt? Man könnte es sich nun einfach machen und so daraus eine ganz klare Mißbrauchsgeschichte herauszukristallisieren: Ein Herrscher vergreift sich an einer seiner Untertanin, als die schwanger wird, will er sie loswerden und als das mißlang erzwang er eine Ehe mit ihr. Dazu tötete er gar ihren Ehemann. So könnte diese Geschichte erzählt werden, aber wie war sie wirklich? Was unterscheidet ein leidenschaftliches Liebesverhältnis,das auch von einer Ermordung nicht zurückschreckt von einer brutalen Mißbrauchsgeschichte mit einem ermordeten Ehemann und einer erzwungenen Ehe?

Aber da gibt es doch noch Gott! Ja, Gott greift hier ein! König David bekennt reumütig vor Gott seine Schuld und Gott vergibt ihm. Aber nun wird es dramatisch: Ob der Schwere des Vergehens insistiert Gott auf eine Strafe. Gott beschließt, das Kind von David und Batseba zu töten als Strafe für den Ehebruch und den Mord des Ehemannes. David kämpft nun eine ganze Nacht hindurch um das Leben seines Kindes. Er betet und fleht zu Gott: Verschone es!, aber Gott tötet es trotzdem.David akzeptiert dies Urteil Gottes, aber da Gott ihm vergeben hat, hofft er ein weiteres Kind mit Batseba. Das wird ihm auch geschenkt: Salomo: der Sohn von Batseba, den er als der Mörder ihres Ehemannes mit ihr erzeugte. Gott hat dann auch, wenn es denn ein Mibrauch war, diesen David verziehen, denn er durfte weiter König bleiben, ganz anders als Saul, den Gott verwarf und ihm dann auch sein Königstum nahm.

Könnte diese Geschichte auch irgendeine Bedeutung für uns Heutige haben, wie in der Kirche mit Mißbräuchsfällen umzugehen ist? Kann ganz sicher zwischen einer Mißbrauchsgeschichte und einer realen Liebesbeziehung immer unterschieden werden? Erzählt der Roman: „Lolita“ von Nabakov eine Mißbrauchsgeschichte oder eine wahre Liebesgeschichte? Ist auf jeden Fall ein Mißbrauch eine unverzeihbare Sünde oder könnte ein Mißbrauchstäter nach seiner Bestrafung auch wieder rehabilitiert werden, wie auch David weiter König sein durfte, obzwar nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden konnte, daß er rückfällig würde? Aber so wird heute nicht in der Kirche gefragt, weil einerseits die moralische Entrüstung zu groß ist und weil andererseits diese Mißbrauchsfälle nun für den Kampf gegen die Kirche aufs vortrefflichste instrumentalisiert werden können zur Abschaffung des Zölibates, der Liberalisierung der Morallehre der Kirche und der Aufwertung der Homosexualität.