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Samstag, 29. März 2025

Was nicht in der hl.Schrift stehen dürfte und darum wegexegetisiert werden muß

 

Was nicht in der hl.Schrift stehen dürfte und darum wegexegetisiert werden muß

Auch nur der oberflächlichste Bibelleser kann es nicht vermeiden, auf Bibeltexte zu stoßen,die er nicht lesen und schon gar nicht als wahr akzeptieren möchte. Wer behauptet, die christliche Religion wäre ein Produkt unseres Wunschdenkens, der dürfte wohl nie in seinem Leben die Bibel wirklich gelesen haben. Die hl.Schrift mutet uns allerhand zu, tritt sie uns doch mit dem Anspruch entgegen, wahr zu sein und nicht nur ein Angebotssortiment zu sein, aus dem wir Leser uns das uns Wohlgefällige aussuchen dürfen, um daraus dann wie in einem Verbrauchermarkt wir unseren Einkaufswagen füllen, unseren Privatglauben zusammenmixen.

Es steht geschrieben: Gott spricht zu den Leviten, dem Priesterstamm Israels: „So spricht der Herr,der Gott Israels:Jeder gürte sein Schwert an seine Lenden, und gehet hin und her,von Thor zu Thor mitten durch das Lager,und ein jeder tödte seinen Bruder,Freund, und Nöchsten.Das thaten die Söhne Levis nach dem Worte Mosis, und es fielen an diesem Tage bei dreiundzwangitausend Mann.“ 1(2.Mose 32,27f)

Mose weilte auf dem Berge Sinai, um da von Gott die Gebote Gottes zu empfangen und das Volk wurde unruhig: Was ist mit Mose, daß er nicht mehr zurückkommt zu uns? Und was ist mit dem Gott, der uns aus dem Sklavenhaus Ägyptens herausführte, den wir doch verehren möchten? Das Volk fand eine Lösung: Lasset uns ein Götzenbild erschaffen für die Götter, die uns aus Ägypten befreit haben. Sie hatten Mose vergessen, der ihnen den Gott, der sie befreien wolle, bekannt gemacht hatte, den Gott, wie er sich im brennenden Dornbusch bekannt gemacht hatte. Sie erfanden sich selbst Götter, denen sie meinten, ihre Befreiung zu verdanken haben. Sie erschufen das „Goldene Kalb“.Ihm opferten sie und feierten dann ein Befreiungsfest. (2.Mose 32,4-6)

Und wie reagiert der Gott, der wirklich sein Volk aus Ägypten befreit hat: Er beauftragt Mose, den Leviten den Auftrag zu geben, diese Sünde zu bestrafen: Mit dem Schwert ziehen sie los und töten – nach der Vulgata- 23.000 des jüdischen Volkes. Das ist Gottes Strafgericht über diese Sünde.

Die rabiateste Lösung für diesen Text und aller sonstigen so arg anstößigen des Alten Testamentes offeriert uns Marcion mit seiner These, daß der Gott Jesu Christi nicht der Gott des Alten Testamentes sei. Für uns Christen existiere nur der Gott Jesu, der Gott des Alten Testamentes sei in Wahrheit ein Daimon2. Es geht auch gemäßigter: Im Alten Testament läge noch ein verworrenes Gottesverständnis vor, erst Jesus habe uns ein eindeutiges vermittelt, daß Gott nur der uns alle liebende Gott sei, der der Humanität. Nur vermittelt das AT nicht von Menschen produzierte Gottesbilder, dem wir dann das durch Jesu offenbarte gegenüberstellen dürften! Außerdem ist die naive Blauäugigkeit dieses Umganges mit der hl.Schrift zu offensichtlich: Wahr ist nur das, was mir gefällt!

Wer nun aber trotzdem auf diese Unterscheidung insistiert, der Gott des Alten Bundes als ein zürnender und rächender und der Gott Jesu, der nur der liebende sei, der muß sich durch die Johannesoffenbarung eines besseren belehren lassen, denn da müssen wir lesen: „Ein Drittel der Menschen wurde durch diese drei Plagen getötet, durch Feuer,Rauch und Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen.“ (9,18). Die Rachengel Gottes werden dies Gericht über die Menschheit vollziehen, prophezeit uns dieser Bibeltext. Angesichts solcher Aussagen verwundert es nicht, daß die Johannesoffenbarung das mißachteste Buch der ganzen Bibel ist3: So einen Gott wollen wir nicht. Er hat sich nach unseren Wünschen zu richten, sonst wollen wir ihn nicht.

Wie viel theologischen Aufwand betreibt nun die wissenschaftliche Theologie, um all dies so Anstößige und Inakzeptable zu beseitigen! Aber das Anliegen dieser Art von Wissenschaft ist nicht das Suchen nach Wahrheit sondern die Umformung der christlichen Religion in eine für uns angenehme Süßspeise, eine konsumentenfreudige als wäre die Theologie eine Unterabteilung des Marketings, der Kunst des kundenzentrierten Verkaufens. 

1.Zusatz:

Ohne eine Lehre von Gottes Zorn und Gericht über die Sünde ist der Kreuzestod Jesu Christi aber unbegreifbar, Vgl hierzu: Anselm von Canterbury 

2.Zusatz

Völlig abwegig ist nun die Behauptung, Gottes Wille widerspräche die Todesstrafe. Er selbst ordnet sie hier an. Leider versteigt sich Papst Franziskus zu dieser Meinung, die aber klar der hl.Schrift und der Lehre der Kirche widerspricht.



1Der Jesuit A.Arndt kommentiert in seiner Vulgataausgabe die Zahl 23.000 wie folgt:Im hebräischen Text hieße es 3000 Mann, die Vulgata habe sich hier wohl verschrieben. Wenigstens nicht 23.000 sondern „nur“ 3000. Der Jesuit verdrängt dabei aber, daß für uns Katholiken der Vulgatatext maßgebend ist, zumal exegetisch gar nicht sicher ist, ob der hebräische Text, so wie er jetzt rekonstruiert vorliegt, wirklich der ursprüngliche ist.

2Nach meiner Erfahrung erfreut sich diese These auch heute noch einiger Beliebtheit etwa in dem Narrativ, daß die „Amtskirche“die Gläubigen betrüge, indem sie lehre, der Gott des Alten Testamentes sei der Jesu! Der Gott des AT sei aber so „schrecklich“, er könne nicht identisch sein mit dem Gott Jesu .

3Die beliebteste Version der Entwertung der Johannesoffenbarung ist, den Text nicht zu lesen als einen, der den Anspruch erhebt, uns das Zukünftige zu offenbaren und zwar das Endgeschehen, sondern als einen, der wohl im 2.Jahrhundert produziert, uns nur einen Einblick in die zeitgeschichtlich bedingten Zukunftsvorstellungen der damaligen Christen gewährt.

Freitag, 7. August 2020

Wo Religion ist, soll Wissenschaft werden! Oder die Lust zum Eigentorschießen

Welcher Torwart kennt dies nicht, wenn Stürmer, übereifrig und ungeschickt im eigenen Strafraum aushelfend den Ball dann unhaltbar ins eigene Tor versenken: gescheiterte Apologeten. Das gibt es auch in der Kirche. Ein peinliches Beispiel dafür präsentiert kath de mit dem Artikel: Die Kirche und die Hexen: Sollten "weise Frauen" vernichtet werden? , am 2.8.2020. Es geht also um den antikirchlichen Klassiker der Hexen verfolgenden Kirche in apologetischer Intention.

Wettermagie, Teufelspakt, Schadenszauber – das ist natürlich Unsinn. Wie auch so vieles, was man über die Hexenverfolgung bis heute hören und lesen kann. Denn so falsch die damals unterstellten Zusammenhänge und so haarsträubend der Aberglaube, so falsch und haarsträubend sind manche Unterstellung der Römisch-Katholischen Kirche gegenüber. Sie habe die Verfolgung betrieben, sie habe damit "weise Frauen" unterdrücken wollen. Doch an der Hexen- und Zaubererverfolgung hat die katholische Kirche und die von ihr eingesetzte Inquisition nur einen geringen Anteil.“

Wettermagie, Teufelspakt, Schadenzauber“ das sei „natürlich Unsinn“. Wenn das aber nur Unsinn war, warum beteiligte sich die Kirche dann an der Bekämpfung der Verursacher dieser Zauberpraktiken, wenn auch nur geringfügig? Dann wird es noch richtig vulgärsoziologisch:

Mitteleuropa, beginnende Neuzeit. Der Klimawandel trifft die Menschen hart. Irgendjemand muss Schuld sein an Missernten und langen, harten Wintern. Der Sündenbock ist schnell gefunden: Hexen und Zauberer hätten, so die populäre Vorstellung, durch böse Wettermagie die klimatischen Extremereignisse hervorgerufen und die Ordnung zerstört. Die Macht für diese negativen Interventionen käme direkt vom Teufel, so der Aberglaube im Volk, das zum Schutz vor diesen schädlichen Umtrieben die Verfolgung von angeblichen Hexen und Zauberern verlangte, wenn sie nicht gleich Selbstjustiz betrieb.“

Also so entsteht der Aberglaube: Menschen stehen vor einem Phänomen, dem Klimawandel, das sie nicht begreifen können. Deshalb greifen sie zu abergläubischen Verschwörungstheorien, daß Hexen und Zauberer im Bund mit dem Teufel diesen Klimawandel herbeigezaubert hätten. Hier wird einfach das religionskritische Narrativ, Religionen gäbe es, weil Menschen Naturkatastrophen noch nicht naturwissensschaftlich sich erklären konnten, ummoduliert zur Kritik eines populären Aberglaubens an das Wirken des Teufels, daß der Pakte mit Menschen schlösse: Ich tue Dir das, wenn Du mir das gibst. Wo also Religion ist, da soll Wissenschaft werden, denn die abergläubige Religion lebt ja nur, solange der Mensch unwissend ist, noch nicht hinreichend die Naturwissenschaften entwickelt hat.

Sollte das dann heißen, daß auch Teile der Kirche diese abergläubige Vorstellung geteilt haben und so- wenn auch nur geringfügig- an der Hexenverfolgung mitwirkten? Hätte der Verfasser statt dieser vulgärsoziologischen Religionskritik, die Religion verdanke sich der Unwissenheit, die hl. Schrift befragt, woher die Vorstellung eines Teufelspaktes käme, dann hätte er- o Graus- Jesus Christus selbst als den Urheber der Teufelspaktvorstellung erkennen müssen. Denn der Leibhaftige schlug ja in verscherischer Intention Jesus selbst einen Teufelspakt vor: Ich mache Dich zum Herren über alle weltlichen Mächte, wenn Du mich dafür anbetest. Das ist die Struktur des Teufelspaktes:

a) Er beruht auf der Freiwilligkeit. Der so Angesprochene kann Ja oder Nein zum vorgeschlagenen Pakt sagen.

b) Der Teufel bietet ein Gut an, das dem so Versuchten als begehrenswert erscheint. Wichtig ist dabei, daß Jesus nicht urteilt: Was Du verheißt, kannst Du gar nicht realisieren, Du betrügst einfach. Nein, der Sohn Gottes traut dem Teufel wirklich zu, das Verheißende realisieren zu können. Der Teufel ist ja ein gefallener Engel und so sehr mächtig, nicht allmächtig wie Gott aber übernatürlich mächtig.

c) Jesus kennt aber auch den Preis, den er dann dem Teufel dafür zu zahlen hat: Er gehört dann dem Teufel. Und darum sagt er Nein zu diesem Pakt mit dem Teufel. (Es wird Dostojewskis Großinquisitor vorbehalten sein, darum Jesus zu kritisieren: Wenn er doch nur diesen Pakt eingegangen wäre zum Wohle der Menschen!)



Sollte nun auch der Sohn Gottes in abergläubigen Vorstellungen verhaftet sich diese Versuchung nur erphantasiert haben, da er noch nicht wissenschaftlich gebildet erkannte, daß hier nur sein Unterbewußtsein zu ihm spricht in der Maskerade des Versuchers. Jesus kannte eben noch nicht Sigmund Freuds Unterbewußtsein!

Zu allen Zeiten hat die Kirche gelehrt, daß es den Teufel gibt und daß er Menschen zum Sündigen verführt und daß er dabei die Menschen nicht so versuchten kann, daß sie gezwungen Ja sagen müssen. Der Teufel kann nur verführen, wo der Verführte auch sich verführen lassen will, er also sein Ja spricht zum Teufel.

So reagierte die Kirche auf die populär- „abergläubige“ Vorstellung von Teufelspakten, die zum Nachteil von Menschen von Hexen und Zauberen vollzogen worden sind, gemäß ihrer eigenen Lehre vom Teufel. Der Teufelsglaube ist aus christlicher Sicht eben kein Aberglaube, sondern gehört selbst zur Lehre der Kirche. Es gibt zudem keinen legitimen theologischen Grund, auszuschließen, daß der Teufel nicht nur Jesus sondern auch anderen Menschen einen so gearteten Pakt vorschlägt und daß Versuchte dann ihr Ja sagen!

Gibt es das heute noch? Sicher, da wo Satanismus drauf steht, gerade auch bei einschlägigen Schwermetallmusikgruppen ist das in der Regel eher eine PR-Werbemaßnahme, aber das schließt nicht aus, daß es wirkliche Satanisten gibt, die ihrem Gott schwarze Messe feiern, die dann auch von dem Leibhaftigen erhört wird, daß er mit ihnen ist. Der praktizierte Satanismus wird maßlos verkannt, wird die Wahrheit verdrängt, daß der Teufel wirklich lebt und Menschen für sich in seinem Kampfe gegen Gott als Verbündete sucht, gerade auch in der Form des Teufelspaktes.Dem großen französischen Lyriker Boudelaire,(Die Blumen des Bösen) wird der Ausspruch zugeschrieben, daß noch nie der Teufel so erfolgreich war, seit dem man aufhörte, an ihn zu glauben.



Es ist wirklich ein Unglück, daß die Kirche aufgehört hat, dies Gebet zum Abschluß jeder Messe zu beten:

Heiliger Erzengel Michael, verteidige
uns im Kampfe; gegen die Bosheit und
die Nachstellungen des Teufels sei unser
Schutz. "Gott gebiete ihm", so bitten wir
flehentlich; du aber, Fürst der himmlischen
Heerscharen, stoße den Satan und die
anderen bösen Geister, die in der Welt
umhergehen, um die Seelen zu verderben,
durch die Kraft Gottes in die Hölle. Amen. 

 

Es muß aber festgehalten werden, daß mit dieser plumpen Vulgärsoziologie, die abergläubige Religion verdanke sich der Unwissenheit die christliche Religion sich selbst attackiert und so den Atheismus fördert.  
















Welcher Torwart kennt dies nicht, wenn Stürmer, übereifrig und ungeschickt im eigenen Strafraum aushelfend den Ball dann unhaltbar ins eigene Tor versenken: gescheiterte Apologeten. Das gibt es auch in der Kirche. Ein peinliches Beispiel dafür präsentiert kath de mit dem Artikel: Die Kirche und die Hexen: Sollten "weise Frauen" vernichtet werden? , am 2.8.2020. Es geht also um den antikirchlichen Klassiker der Hexen verfolgenden Kirche in apologetischer Intention.


Wettermagie, Teufelspakt, Schadenszauber – das ist natürlich Unsinn. Wie auch so vieles, was man über die Hexenverfolgung bis heute hören und lesen kann. Denn so falsch die damals unterstellten Zusammenhänge und so haarsträubend der Aberglaube, so falsch und haarsträubend sind manche Unterstellung der Römisch-Katholischen Kirche gegenüber. Sie habe die Verfolgung betrieben, sie habe damit "weise Frauen" unterdrücken wollen. Doch an der Hexen- und Zaubererverfolgung hat die katholische Kirche und die von ihr eingesetzte Inquisition nur einen geringen Anteil.“

Wettermagie, Teufelspakt, Schadenzauber“ das sei „natürlich Unsinn“. Wenn das aber nur Unsinn war, warum beteiligte sich die Kirche dann an der Bekämpfung der Verursacher dieser Zauberpraktiken, wenn auch nur geringfügig? Dann wird es noch richtig vulgärsoziologisch:

Mitteleuropa, beginnende Neuzeit. Der Klimawandel trifft die Menschen hart. Irgendjemand muss Schuld sein an Missernten und langen, harten Wintern. Der Sündenbock ist schnell gefunden: Hexen und Zauberer hätten, so die populäre Vorstellung, durch böse Wettermagie die klimatischen Extremereignisse hervorgerufen und die Ordnung zerstört. Die Macht für diese negativen Interventionen käme direkt vom Teufel, so der Aberglaube im Volk, das zum Schutz vor diesen schädlichen Umtrieben die Verfolgung von angeblichen Hexen und Zauberern verlangte, wenn sie nicht gleich Selbstjustiz betrieb.“

Also so entsteht der Aberglaube: Menschen stehen vor einem Phänomen, dem Klimawandel, das sie nicht begreifen können. Deshalb greifen sie zu abergläubischen Verschwörungstheorien, daß Hexen und Zauberer im Bund mit dem Teufel diesen Klimawandel herbeigezaubert hätten. Hier wird einfach das religionskritische Narrativ, Religionen gäbe es, weil Menschen Naturkatastrophen noch nicht naturwissensschaftlich sich erklären konnten, ummoduliert zur Kritik eines populären Aberglaubens an das Wirken des Teufels, daß der Pakte mit Menschen schlösse: Ich tue Dir das, wenn Du mir das gibst. Wo also Religion ist, da soll Wissenschaft werden, denn die abergläubige Religion lebt ja nur, solange der Mensch unwissend ist, noch nicht hinreichend die Naturwissenschaften entwickelt hat.

Sollte das dann heißen, daß auch Teile der Kirche diese abergläubige Vorstellung geteilt haben und so- wenn auch nur geringfügig- an der Hexenverfolgung mitwirkten? Hätte der Verfasser statt dieser vulgärsoziologischen Religionskritik, die Religion verdanke sich der Unwissenheit, die hl. Schrift befragt, woher die Vorstellung eines Teufelspaktes käme, dann hätte er- o Graus- Jesus Christus selbst als den Urheber der Teufelspaktvorstellung erkennen müssen. Denn der Leibhaftige schlug ja in verscherischer Intention Jesus selbst einen Teufelspakt vor: Ich mache Dich zum Herren über alle weltlichen Mächte, wenn Du mich dafür anbetest. Das ist die Struktur des Teufelspaktes:

a) Er beruht auf der Freiwilligkeit. Der so Angesprochene kann Ja oder Nein zum vorgeschlagenen Pakt sagen.

b) Der Teufel bietet ein Gut an, das dem so Versuchten als begehrenswert erscheint. Wichtig ist dabei, daß Jesus nicht urteilt: Was Du verheißt, kannst Du gar nicht realisieren, Du betrügst einfach. Nein, der Sohn Gottes traut dem Teufel wirklich zu, das Verheißende realisieren zu können. Der Teufel ist ja ein gefallener Engel und so sehr mächtig, nicht allmächtig wie Gott aber übernatürlich mächtig.

c) Jesus kennt aber auch den Preis, den er dann dem Teufel dafür zu zahlen hat: Er gehört dann dem Teufel. Und darum sagt er Nein zu diesem Pakt mit dem Teufel. (Es wird Dostojewskis Großinquisitor vorbehalten sein, darum Jesus zu kritisieren: Wenn er doch nur diesen Pakt eingegangen wäre zum Wohle der Menschen!)



Sollte nun auch der Sohn Gottes in abergläubigen Vorstellungen verhaftet sich diese Versuchung nur erphantasiert haben, da er noch nicht wissenschaftlich gebildet erkannte, daß hier nur sein Unterbewußtsein zu ihm spricht in der Maskerade des Versuchers. Jesus kannte eben noch nicht Sigmund Freuds Unterbewußtsein!

Zu allen Zeiten hat die Kirche gelehrt, daß es den Teufel gibt und daß er Menschen zum Sündigen verführt und daß er dabei die Menschen nicht so versuchten kann, daß sie gezwungen Ja sagen müssen. Der Teufel kann nur verführen, wo der Verführte auch sich verführen lassen will, er also sein Ja spricht zum Teufel.

So reagierte die Kirche auf die populär- „abergläubige“ Vorstellung von Teufelspakten, die zum Nachteil von Menschen von Hexen und Zauberen vollzogen worden sind, gemäß ihrer eigenen Lehre vom Teufel. Der Teufelsglaube ist aus christlicher Sicht eben kein Aberglaube, sondern gehört selbst zur Lehre der Kirche. Es gibt zudem keinen legitimen theologischen Grund, auszuschließen, daß der Teufel nicht nur Jesus sondern auch anderen Menschen einen so gearteten Pakt vorschlägt und daß Versuchte dann ihr Ja sagen!



Gibt es das heute noch? Sicher, da wo Satanismus drauf steht, gerade auch bei einschlägigen Schwermetallmusikgruppen ist das in der Regel eher eine PR-Werbemaßnahme, aber das schließt nicht aus, daß es wirkliche Satanisten gibt, die ihrem Gott schwarze Messe feiern, die dann auch von dem Leibhaftigen erhört wird, daß er mit ihnen ist. Der praktizierte Satanismus wird maßlos verkannt, wird die Wahrheit verdrängt, daß der Teufel wirklich lebt und Menschen für sich in seinem Kampfe gegen Gott als Verbündete sucht, gerade auch in der Form des Teufelspaktes.Dem großen französischen Lyriker Boudelaire,(Die Blumen des Bösen) wird der Ausspruch zugeschrieben, daß noch nie der Teufel so erfolgreich war, seit dem man aufhörte, an ihn zu glauben.



Es ist wirklich ein Unglück, daß die Kirche aufgehört hat, dies Gebet zum Abschluß jeder Messe zu beten:

Heiliger Erzengel Michael, verteidige
uns im Kampfe; gegen die Bosheit und
die Nachstellungen des Teufels sei unser
Schutz. "Gott gebiete ihm", so bitten wir
flehentlich; du aber, Fürst der himmlischen
Heerscharen, stoße den Satan und die
anderen bösen Geister, die in der Welt
umhergehen, um die Seelen zu verderben,
durch die Kraft Gottes in die Hölle. Amen.


























 

Freitag, 11. Januar 2019

Das Geheimnis modernistischer Theolgie: Die Ineinssetzung vom Hl. Geist mit dem Zeitgeist

Einen "Brandbrief" gegen Kardinal Brandmüller provozierte seine Aussage, daß Homosexuelle  schuld sind an den Mißbräuchsfällen. Zudem warf der Kardinal der Kirche vor, sich dem herrschenden Zeitgeist anzupassen. So tönte nun der Angriff auf den Kardinal  auf der de facto offiziellen Internetseite der Deutschen Bischhofskonferenz am 11.Jänner 2019
"Sie kritisieren, dass die Kirche in Deutschland und Westeuropa sich dem gesellschaftlichen Mainstream und dem Zeitgeist anpasst.Sie sagen das, als wäre es immer etwas Schlechtes, eine Beleidigung. Aber waren nicht die Evolutionstheorie, die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder die Ächtung der Todesstrafe auch zunächst Zeitgeist, dann Mainstream und erst viel später kirchlich legitimiert? Vielleicht sollten Kardinäle und Bischöfe noch öfter ein Ohr für den Mainstream und das Kirchenvolk haben. "Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt." (Offb 2,7)". 
Diese Aussage sticht doch merklich aus der inzwischen schon standardisierten Desinformationskampagne der Homosexlobby hervor, in der um des Täterschutzes willen jeder Zusammenhang zwischen der Homosexualität und den Mißbräuchsfällen abgeleugnet wird. Das Verblüffende, daß hier die Zeitgeistanpassung gar nicht verneint wird:"Nein, die Kirche paßt sich dem Zeitgeist nicht an, sondern...". Offenherzig wird nun das, was Kritiker als Opportunismus verurteilen, als Tugend qualifiziert! Wie ist das möglich? Es wird  aus der Offenbarung 2,7 zitiert und dann der Geist, der den Gemeinden etwas sagt, mit dem Zeitgeist identifiziert. Hier wird der Hl Geist emanzipiert von seinem Sein aus Gott, dem Vater und dem göttlichen Sohn zu einem Geist, dem es gleichgültig ist, was die Hl. Schrift und was die Kirche in der Kraft des Hl. Geistes gelehrt hat, der eben Neues verkündet, als wenn das bisherige Zeugnis des Hl. Geistes nun antiquiert.
So lehrt die Hl. Schrift, daß Gott der Schöpfer ist und daß er die Welt in 7 Tagen schuf- aber der Zeitgeist revidiert dies, indem er uns die Evolutionsthorie verkündet. Da dieser Zeitgeist der Hl. Geist ist, heißt das, daß er sich selbst geirrt hatte, als er durch die Hl. Schrift die Schöpfung durch Gott lehrte. Noch schlimmer: Die Bibel irrt in Gänze, wenn  sie die Todesstrafe bejaht, und wenn die Kirche so fundiert die Todesstrafe stets bejahte. Auch in diesem Falle irrte also der Hl. Geist als Inspirator der Bibel und der Lehre der Kirche über 2000 Jahre lang, bis dann der zeitgeisthörige Papst Franziskus die Lehre der Kirche eigenmächtig außer Kraft setzte, um stattdessen das Gegenteil zu lehren. Was muß das nur für ein Heiliger Geist sein, der 2000 Jahre lang sich irrte und der selbst in der Hl. Schrift so fatal geirrt hatte, die Todesstrafe als von Gott gewollt zu bejahen. 
Ach, und dann hätten wir noch die "Gleichberechtgung von Mann und Frau". Die verdanken wir auch dem Zeitgeist. Das ist wahr, wenn unter der "Gleichberechtigung" die Nivilierung der Geschlechterdifferenz verstanden wird, wenn es nur noch Menschen geben soll. Daß Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat, soll so ersetzt werden durch die Genderideologie, daß die Frau nur ein soziales Konstrukt der patrichachalistischen Gesellschaft sei, das nun zu dekonstruieren sei, damit die Frau von ihrem Frausein erlöst werde. 
Der Zeitgeist widerspricht so vehement der Hl. Schrift, die vom Heiligen Geist selbst inspiriert und darum wahr ist und der Lehre der Kirche, die in der Kraft des Heiligen Geistes lehrt. Wie kann da gemeint werden, daß der Zeitgeist und der Hl. Geist eins sind, daß der Heilige Geist so wirr ist, daß er heute verneint, was er gestern als wahr offenbart hat? Das ist unmöglich. 
Ergo: Nicht jeder Geist ist identisch mit dem Zeitgeist! Es gibt auch einen daimonischen Geist, der durch den Zeitgeist zu uns spricht. Der Hl. Geist ist nun klar daran erkennbar, daß er nie etwas als wahr offenbart, was der Hl. Schrift und der Lehre der Kirche widerspricht. Wer auf diesen daimonischen Zeitgeist hört, der stellt sich so in den Dienst des Antichrist.  

Dienstag, 18. Dezember 2018

Christentum=eine Buchreligion Oder: Wo kann uns Jesus Christus begegnen?

Für den modernistischen Theologen Eugen Biser ist das eine klare Angelegenheit, wenn er urteilt, daß die christliche Religion nicht wie die anderen eine Buchreligion sei, sondern nur in zweiter Linie, denn in erster Linie stehe die Person Jesus Christus. (vgl: Markus Krienke, Zum 100.Geburtstag Eugen Bisers,in: Stimmen der Zeit 12/2018, S.878.) Die heilige Schrift enthält eben zu viele Aussagen, auch von Jesus Christus selbst, die nicht kompatibel sind mit der Gotteslehre Bisers, der Gott auf einen: "Ich hab euch doch alle lieb" Pappagott reduzieren möchte. So wird eben der wahre Jesus als die Wahrheit hinter der heiligen Schrift konstruiert gerade als das kritische Gegenüber zu den Aussagen des Neuen Testamentes. (So gehört es zum Basiswissen des liberalen Protestantismus, daß der Apostelfürst Paulus Jesu Verkündigung völlig verkannt habe, wie es schon Friedrich Nietzsche in seinem "Willen zu Macht" aufdeckte, dem später nicht nur Alfred Rosenberg in seinem "Mythos des 20. Jahrhundertes" folgte. 
Einfach gesagt: Da der Jesus Christus, wie in die Bibel verkündigt, so manchem Leser mißfällt, erdichtet man sich seinen eigenen Jesus, den dann die Autoren des Neuen Testamentes leider verfälscht hätten.  Den tiefsinnigsten  Angriff auf die Autorität des Neuen Testamentes startete dann ja der jetzt amtierende Jesuitengeneral mit seiner Erkenntnis, daß Jesu Worte und Reden damals noch nicht aufgezeichnet werden konnten von Aufnahmegeräten, sodaß es jetzt zweifelhaft sei, daß Jesus so gelehrt habe, wie es das Neue Testament bezeugt. 
Das kann auch niveauvoller formuliert werden, daß etwa das Ereignis Jesu Christi in der Sprache antiker Weltanschauungen ausgedrückt worden sei, so spreche das Johannesevangelium etwa in gnostischer Sprache das Jesusereignis aus, sodaß es nun für uns in eine andere zeitgemäße Sprache zu übersetzen sei- so etwa R.Bultmann. 
Es soll nun aber grundsätzlicher der Begriff der Buchreligion angedacht werden. Angedacht, das soll hier den vorläufigen Charakter der Erwägungen anzeigen.
Ein einfaches Schema : a) der Mensch denkt in sich, dann b) formuliert er das Gedachte in eine bestimmte Sprache, damit das innerlich Gedachte mitteilbar wird und c) wird dann das nach Außen Mitgeteilte verschriftlicht, so daß es als Schrift dauerhaft präsent ist und viele, nicht nur die aktuellen Hörer es vernehmen können. 
Diesen Stufen, a bis c wohnt nun auch ein Gefälle inne: Das eigentlich Wahre ist das unsprachlich rein innerlich Gedachte, wird das in eine bestimmte Sprache überführt, so ist das schon ein Verlust der Authenzität des rein innerlich Gedachten, der dann noch durch die Verschriftlichung gesteigert wird. Die Schrift wäre so das vom innerlich Gedachten am weitest Entfernte. Wie könnte da die  Schrift noch die Quelle der Wahrheit sein, die doch nur das rein innerlich Gedachte ist? 
Dies Dreischrittschema evoziert aber Fragen: Gibt es denn überhaupt ein nichtsprachliches Denken in unserem Inneren, das erst nachträglich versprachlicht wird?  Ist das Nichtsprachliche nicht eher ein Fühlen als ein Denken, sodaß dann wirklich zu fragen wäre, ob denn die Sprache mein individuelles Fühlen adäquat ausdrücken kann.  und zur Verschriftlichung:Kommt nicht erst durch die Verschriftlichung eine Lehre, eine Offenbarung die ihr gemäße Gestaltung, weil nur als Schrift sie universell zur Sprache kommen kann als nun lesbarer Text. Kann es ein Reden geben, das um seiner Schriftwerdung willen nur getätigt wird? Sagen wir es anders: Jesu Christi Verkündigung bzw. Lehre, seine Offenbarung kann nur offenbar werden, wenn sie als Schrift universal präsent werden kann im Kontrast zur Sprechsituation, in der nur der Angesprochene und eventuelle Hörer seine Lehre vernehmen konnten. Ohne eine Schriftwerdung der Offenbarung wäre die Offenbarung Jesu Christi gar nicht offenbar! Sie wäre uns ein plusquamperfektisches Ereignis geworden, das uns nicht mehr erreichen kann. 
Das Johannesevangelium begreift Jesus Christus als den Logos. Logos, (das Wort) ist zuvörderst ein Begriff der Sprache. Daß der Logos in sprachlichen Ausdrücken zu uns kommt als heilige Schrift entspricht so dem Logoshaften der Person Jesus Christus und es könnte hinzugefügt werden, daß der Inkarnation des Logos in das Fleisch die Schriftwerdung der gesprochenen Worte Jesu  korreliert, daß also die Inkarnation Gottes erst ihren Abschluß in der Schriftwerdung des Logos findet, daß Weihnachten erst in der heiligen Schrift ihre Vollendung findet. Die Krippe zu Bethlehem wird so zur offenbaren Wahrheit erst in der Schrift, der heiligen, der Bibel. Deshalb könnte gesagt werden: Nur weil die Offenbarung zur Schrift wurde, wurde sie zur christlichen Religion.  
So könnte dann R. Bultmanns berühmt berüchtigtes Votum:Bultmann wörtlich: "An den im Kerygma präsenten Christus glauben, ist der Sinn des Osterglaubens." nicht im Sinne der Autorenintetion auch so verstanden werden: Jesus Christus ist so in der heiligen Schrift präsent, daß es uns in ihr offenbar ist, sodaß die gläubigen Leser durch die Schrift im Verstehen der Schrift eine Gemeinschaft mit ihm erlangen können. Und deshalb ist wahrhaftig das Christentum eine Buchreligion.   

Corollarium 1 
Wird nicht eine wahre ausgesprochene Wahrheit erst dadurch. daß sie verschriftlicht wird, zur Schrift wird in die einer Wahrheit angemessene Gestalt gegossen, indem nun das in einem Zeitpunkt und einem Ort Gesagte zu einer von diesen ihren Kontext sich emanzipierenden allgemeinen Wahrheit wird?  

    

Freitag, 24. Juli 2015

Ist die hl. Schrift noch die erste Norm der Kirche?

Denkwürdiges konnte man in der Juni Ausgabe des "Altöttinger Liebfrauenboten" vom 5.7. unter der Überschrift: "Debatte über den Segen" (S.10) lesen. "Dagegen fordert der Psychotherapeut und katholische Theologe Wunibald Müller homosexuellen Paaren die Segnung nicht zu verweigern. Dass Homosexualität "eine Anlage des Menschen ist","dieses Verständnis hab es zu der Zeit, als die biblischen Texte verfasst worden sind, nicht", erklärte er. Der Anteil von Homosexuellen in der katholischen Kirche ist nach Müllers Überzeugung nicht höher als in der Gesamtgesellschaft. Bei Priestern und Bischöfen allerdings sei der Anteil "erheblich höher. Bei den Priestern können wir von mindestens 20 Prozent ausgehen." So tönt es bei KNA! 
Es bedarf keiner Entfaltung einer Theologie des Segens, um den Zusammenhang von dem Segnen der Ehe und dem Kindersegen als Ausdruck einer fruchtbaren, nämlich gesegneten Ehe zu sehen. So wie Felder und Äcker gesegnet werden, damit sie mehr Frucht bringen, so werden eben auch Ehen gesegnet, damit sie Frucht bringen. Abstrakter formuliert: durch das Segnen werden die positiven Potenzen des Gesegneten gestärkt, so daß sie eben fruchtbarer werden! Und auch wenn das christliche Pazifisten aller Richtungen nicht gern hören. Die Kirche segnete auch Waffen von Soldaten, damit der Soldat mit ihnen erfolgreicher kämpfen kann, als wären sie ungesegnet. Davon ist strikt das Weihen von etwas zu distinguieren, daß etwas aus der Welt entnommen wird und ganz in den Dienst Gottes gestellt wird! 
So ist ad hoc klar, daß die Segnung einer Homosexehe ein in sich absurder Akt ist, weil hier ein Kindersegen notwendigerweise ausgeschlossen ist. Nun mag sich die Segnungskraft auch auf andere Aspekte des Ehelebens beziehen, auf ein gedeihliches Miteinander, aber wenn der Hauptzweck der Ehe nicht realisiert werden kann, weil es eine Ehe zwischen zwei Männern oder zwei Frauen ist, dann wird auch der Ehesegen sinnwidrig. Homosexehen zu segnen ergäbe nur dann einen Sinn, wenn man das Ehesakrament und das Segnen völlig anders als die Kirche versteht, nämlich nur noch als Ausdruck öffentlicher Anerkennung. So wie halt dem Siege eine Goldmedaille um den Hals gehängt wird, so solle die Kirche homosexuelle Paare eben segnen um zu zeigen, daß sie diese Art von Lebenspartnerschaft auch als gleichwertig anerkennt. Dann wird aber nichts mehr gesegnet- es wäre ein bloßes Ritual, das die kirchliche Anerkennung ausdrückt. 
Im Klartext heißt dies: damit homosexuelle Paare gesegnet werden können, muß zuerst der Segen abgeschafft werden, und dann ein rein äußerlicher Anerkennungsakt stattdessen durchgeführt werden, der nichts mehr bewirkt, der nur anzeigt, daß auch die Kirche ein positives Verhältnis zum Homosex hat! Das kommt einem so vor, als fordere man für alle Schüler das Abitur und da nicht alle die Befähigung zum Abitur haben, setze man das Ansprichsniveau der Matura so weit herunter, bis es auch der Dümmste noch schafft und erklärt dann, daß jetzt erst endlich es Bildung für Alle gibt, indem man die Maturabildung abschafft. 
Mit dem Segen, wie die Bibel und die Kirche ihn lehrt, hat dieser Segen dann so wenig zu tun, wie wenn man alle Schülern das Abitur gibt, unabhängig von ihren schulischen Leistungen, nur weil man niemanden mehr durch die Nichtvergabe der Matura diskriminieren wolle!
Aber wahrhscheinlich würde dieser "Theologe" dann respoindieren, daß die Bibel und die Kirche eben noch nicht wußten, was ein Segen ist,nämlich nichts anderes als ein ritualisierter Anerkennungsakt! 
Aber die "biblischen Texte" sind eben nicht von unserer Zeit- sie wußten eben vieles noch nicht, was der (post)moderne Mensch weiß und so kann er das nicht auf der Höhe der Zeit Seiende unbedenklich streichen! Homosexualität sei eine "Anlage des Menschen". Nähme man die Bibel noch ernst, dann müßte man auch sagen, daß die Neigung des Menschen zum Bösen auch eine Naturanlage des Menschen nach dem Sündenfall ist- und trotzdem hat noch nie ein Theologe die Meinung vertreten, daß, weil es eine natürliche Geneigtheit des menschlichen Herzens zum Bösen gibt nach dem Sündenfall, das Böse Wollen und Tuen nun deshalb keine Sünde mehr sei! Denn ob eine innermenschliche Anlage zur Maxime meines Handelns wird, daß ich nicht nur zum Bösen geneigt bin, sondern es auch will und vollbringe, das geschieht nur kraft meiner Wahl, daß mein freier Wille das Böse  auch will! 
Es müßte nämlich theologisch distinguiert werden zwischen der Natur des Menschen vor dem Sündenfall und der nach dem Sündenfall. So wie das Sterbenmüssen nicht zur menschlichen Natur vor dem Sündenfall gehörte, so wenig gehört die Homosexualität zur Natur des Menschen vor dem Sündenfall! Nicht unterscheiden zu können zwischen Vor und Nach dem Sündenfall führt dann zu solchen katastrophalen Fehlurteilen. Die hl. Schrift kennt eben den Menschen besser als unsere moderne Wissenschaft, gerade weil nur sie diese Differenz kennt und um ihren Ursprung weiß.Dort, wo man aber in der hl. Schrift nur noch Manifestationen früheren Vorstellens und Denkens religiöser Menschen sieht, und dann urteilt, daß wir Heutigen eben Alles besser wüßten, da wird wird dann tatsächlich die Katholische Theologie zu Tode modernisiert. Den Anfang bildet dabei die fast schon zur Selbstversändlichkeit gewordene Entwertung der Autorität der hl Schrift durch die Meinung, weil sie in der Zeit    geschrieben worden sei, sei sie auch gemäß der Zeit geschrieben und damit so zeitbedingt, daß wir sie sie heute kaum noch ernst nehmen brauchen. Früher, als man sich die Erde noch als eine Scheibe vorstellte, vor der man runter fallen könne, früher, ..da ist auch die Bibel so geschrieben worden...aber für uns HEUTIGEN zählt das, was uns die moderne Wissenschaft sagt! So plump entsorgt diese modernistische Theologie die Autorität der hl. Schrift - und wozu? Nur, damit endlich die kirchlich Angestellten mit homosexuellen Wünschen leben können, wie es ihnen gefällt und das öffentlich und von der Kirche anerkannt! 
Aber selbst, wenn uns nicht die hl. Schrift und die Lehre der Kirche gegeben wäre, selbst dann wäre jedem vernünftigen Denken Homosexualität als etwas Wider-Natürliches sofort erkennbar. Denn alles, was lebt, lebt aus dem Willen zur Fortpflanzung und die Natur hat das Konzept der Sexualität hervorgebracht, damit so die Arten erhalten bleiben, auch wenn die Einzelglieder der Art dem Schicksal des Sterbenmüssens unterworfen sind. Eine sexuelle Ausrichtung, die die Fortpflanzung ausschließt muß deshalb als naturwidrig bezeichnet werden. Sie kommt in der Natur so vor, wie es eben blind geborene Menschen gibt-niemand würde die Blindheit als positive Naturanlage bezeichnen- es ist eine in diesem Punkte defekte  Natur, weil sie nicht kann, wozu sie bestimmt ist,nämlich sich fortzupflanzen! Aber selbst diese Elementaria der Biologie wollen solche Modernisten nicht wahrhaben! Nur ihr Nein zur hl. Schrift und zur Natur ermöglicht so eine so abstruse Vorstellung wie die der Segnung von Homosexualität!                                          

Freitag, 19. Juni 2015

Der Protestantismus- ein Auslaufmodell Teil 2

Es ist leicht, die Schuld am Scheitern,von unserem Ahnen Adam lernend, stets auf den Anderen abzuschieben und so den Eigenanteil auszublenden.Aber wie nun, wenn das Scheitern nicht Folge von kontingenten Ereignissen und Umständen ist, daß das und dies so und nicht so sich ereignete, sondern im Wesen der Sache selbst gegründet ist? Daß also, so meine These, der Tod des Protestantismus schon durch seine Geburt determiniert war: dieses durch Luther in die Welt gesetzte Kind war sozusagen nicht überlebensfähig, denn es mußte an seinen eigenen inneren Widersprüchen zu Grunde gehen. Bildlich ausgedrückt: der Zweig, der sich von Christus abtrennte, er muß verdorren. Das erleben wir jetzt! 
Als Jesus Christus Petrus als seinen Stellvertreter einsetzte mit dem Auftrage: weide meine Herde, da wollte er seine Kirche nicht ohne einen Hirten auf Erden allein lassen. Wie nun, wenn sich Schafe absondern aus dieser Herde, sich absondern von ihrem von Christus eingesetzten Hirten, weil sie sich nun selbst weiden wollen? Man möge sich dies mal versuchen zu vorstellen. Der Inhaber einer Firma will einen längeren Urlaub machen und setzt für die Zeit seiner Absens einen Geschäftsführer als seinen Stellvertreter ein. Darauf erklärte eine kleine Gruppe von Mitarbeitern, daß sie den Geschäftsführer nicht anerkennen wolle, sie nehme nur Arbeitsanweisungen direkt vom Inhaber entgegen. Da der ihnen keine direkten mehr gibt, erklären sie, daß nun jeder nach seiner Meinung, was der Inhaber jetzt wohl von ihm wolle, arbeite, dabei alle Anweisungen des Stellvertreters ignorierend. So emanzipiert sich diese Gruppe immer mehr von dem, was der Inhaber wollte, weil sie nur noch das tuen wollen, was ihnen selbst gefällt. Das bezeichnen sie dann als ihre "evangelische Freiheit"! Preisfrage: gibt es noch ein einziges Gebot Gottes, daß der evangelische Christ nicht-in Übereinstimmung mit seiner "Kirche" brechen darf? Beispiele erwünscht? Aus: "Du sollst nicht morden/töten" macht der Protestant: Abtreibung- ja gerne! Aus "Du sollst die Ehe nicht brechen"- Ehebruch ja gerne, wenn man eine andere liebt! Das erste Gebot- zu intolerant- der Dialog der Religionen hat das schon längst ersetzt! 
Aber die christliche Religion ist doch in erster Linie Religion und nicht eine Morallehre, könnte nicht ganz unzutreffend eingewandt werden! Nur, da kommt es noch schlimmer! Indem Luther das Herzstück jeder Religion, das Opfer und das Priestertum entfernt hat, entherzte er das Christentum und so herzlos verendet es jetzt! Und Luthers Kritik an den guten Werken, sie seien nicht zum Heile des Menschen, führte ja gerade zur Abkehr von dem religiösen Leben, vom Gebet, von der Messe, von den Wallfahrten, von den Gelübden- denn diese religiösen Werke wurden ja als die von der Katholischen Kirche gelehrten guten Werke verurteilt und stattdessen wurde Moral gepredigt. Ein guter Christ ist, wer anständig lebt und an Gott glaubt. Daß mit dem Glauben an Gott kann dann auch weggelassen werden- es reicht das anständige Leben! 
Aber es blieb nicht nur beim Abfall von Christi Stellvertreter auf Erden. Anfänglich desavouierte Luther im Namen der Autorität die Autorität der kirchlichen Tradition und das päpstliche Lehramt. Die Kirche verfälsche die Wahrheit der Bibel. War nun einmal dieser Generalverdacht entzündet, schwellte der Brand weiter: hat den nicht die Kirche den Kanon der Bibel festgesetzt, haben nicht Männer der Kirche die Evangelien verfaßt? Steht demzufolge nicht Alles unter dem Verdacht der Verfälschung des Ursprünglichen? Die Autorität der hl. Schrift versank so in dem Feuer der historischen Kritik! Und was bleibt von Jesus übrig? Ein Reformjude, den die Kirche später zum zweiten Sohn der göttlichen Trinität beförderte! Ein Mann, ganz seiner Zeit, der gar an Daimonen und den Teufel glaubte und an das nahe Weltende! Nein, selbst Jesus Christus fiel unter die Räuber der historischen Kritik- man raubte ihm alles und als er dann ganz entblößt da stand, da wurde er zur Projektionsfläche der Leben Jesu-Forschung- bis hin zum marxistisch gemalten Berufsrevolutzer! Also: nichts Verbindliches weiß man- alles beliebig! Das ist dann der liberale Protestantismus auf der Höhe der Postmoderne. 
Die christliche Religion hat sich so in einem kontinuierlichen Selbstauflösungsprozeß selbst destruiert, bis jetzt nur noch ein buntes vielfarbiges (selbstredend unter Ausschluß der Farben schwarz =conservativ und braun =rechts) Unterhaltungsprogramm übriggeblieben ist ohne jede religiöse Substanz- Zuckerwattenchristentum light, kalorien-und nährstoffarm!
Nicht an äußeren mißlichen Umständen, sondern aus sich selbst heraus produzierte es seinen Untergang. 
Der Protestantismus stirbt an seinen eigenen inneren Widersprüchen:
Christus als den Herrn bekennen wollen und seinen Stellvertreter abzulehnen,
die hl. Schrift bejahen zu wollen, und die Kirche,die diese Autorität gesetzt hat, abzulehnen
christliche Religion sein zu wollen, und das Herzstück der Religion, das Opfer und den Priester abzulehnen,
Allein die Schrift! zu verkünden und als Legitimation auf die Autorität Luthers setzen zu müssen, weil dies "Allein die Schrift" Prinzip nicht aus der Schrift allein deduzierbar ist! 
An diesen inneren Widersprüchen entwickelte sich dann die Geschichte des Protestantismus als eine Untergangsgeschichte! Geschichte ist nämlich nur oberflächlich betrachtet eine Serie von kontingenten Ereignissen!            
     

Samstag, 13. Juni 2015

"Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen (Mt19,6) Irritationen

Eine Irritation: setzt nicht die Aussage, daß der Mensch nicht trennen soll, was Gott verbunden hat, voraus, daß das von Gott Gebundende trennbar ist durch den Menschen, er das  aber nicht tun soll? Das Gebot: "du sollst nicht ehebrechen" setzt ja auch die menschliche Möglichkeit zum Ehebrechen voraus und sagt, daß der Mensch diese Möglichkeit nicht realisieren soll! Wäre dagegen dem Menschen ein Ehebrechen eine Unmöglichkeit, dann ergäbe das Gebot des Verbotes eines Ehebruches keinen Sinn, denn warum sollte dem Menschen Gott etwas verbieten, was der Mensch gar nicht kann?   
Nun beinhaltet aber die Katholische Lehre von der Ehe, daß sie unauflöslich ist. Das hat nun zur Folge, daß hier etwas verboten wird, was der Mensch gar nicht realisieren kann, weil er das sakramentale Eheband einer gültigen Ehe nicht auflösen kann! Wenn der Mensch das trotzdem versucht, kann er sich zwar einbilden, daß seine Ehe durch ein weltliches Gericht geschieden sein, aber dem ist nur in der Einbildung so. Das sakramentale Eheband überlebt unbeschadet diesen Zerschneidungsversuch und das Ehepaar bleibt gültig verheiratet. Damit haben wir aber schon die Lösung gefunden. Denn nur eine gültig geschlossene Ehe zwischen zwei christlich Getauften ist eine unauflösliche Ehe. Nichtgetaufte und darunter zählen auch beschnittene Juden gehen eine naturrechtliche Ehe ein, und dies natürliche, nichtsakramentale Eheband kann gelöst werden. Nur darum konnte der Gesetzeslehrer Mose auch die Auflösbarkeit der Ehe durch das Ausstellen eines Scheidebriefes erlauben. Ehen zwischen Juden sind keine sakramentalen Ehen und können so geschieden werden. Mose benannte nun die Fälle, in denen das erlaubt sei, weil es prinzipiell möglich war. Dagegen ist eine unter Christen gültig geschlossene Ehe unauflösbar und so ergibt für diese sakramentale Ehe der Satz, daß Menschen nicht auflösen soll, was Gott verbunden hat, genau genommen keinen Sinn, weil hier etwas verboten wird, was unmöglich ist. 
Also ist diese Aussage nur an die Juden gerichtet, die eine Naturrechtsehe eingegangen sind, die prinzipiell auflösbar ist. Zu ihnen sagt Jesus, daß sie das, was sie tuen könnten, nämlich eine Ehe aufzulösen, nicht tun dürfen. 
Erst durch Jesus Christus wird ja eine Ehe zwischen gültig Getauften zu einer sakramentalen Ehe, die dann unauflöslich ist. 
Nun kommt der schwierige Satz: "Wer seine Frau entläßt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus" (Mt, 5,23). Diese Ausssage, "obwohl..." gehört nun zu den am meist kontrovers ausgelegten Stellen der Bibel. (Vgl dazu: A. Wollbold, Pastoral mit wiederverheirateten Geschiedenen- gordischer Knoten oder ungeahnte Möglichkeiten", 2015) Meint das "obwohl" eine Ausnahme, (so Luther und die Mehrheit der heutigen Exegeten) oder ein selbst dann, (so die orthodox Katholische Auslegung). Aber fangen wir langsam an: wenn eine gültig geschlossene sakramentale Ehe vorliegt, kann ein Mann seine Ehefrau gar nicht aus der Ehe entlassen, weil das Entlassen dann das Auflösen von etwas Unauflöslichen bedeuten würde. Der Ehebruch meint hier ja, daß die entlassene Ehefrau wieder heiratet und so durch die neue "Ehe" die alte brechen würde, denn die alte Ehe besteht weiterhin als gültige, weil das Eheband, das sakramentale durch ein Entlassen der Frau nicht zerschnitten werden kann. So gesehen kann nur eine nichtsakramentale Ehe durch das Entlassen der Ehefrau gelöst werden. Und Jesus sagt nun, daß in Gottes Augen das nicht sein soll- der Mann darf die Ehe so nicht auflösen. Nun stehen wir aber vor einem Problem: wenn die nichtsakramentale Ehe prinzipiell auflösbar ist, dann beginge die aus ihrer Ehe entlassene Frau keinen Ehebruch, wenn sie sich neu verheiratete, denn die alte Ehe wäre ja durch das Entlassen aufgelöst. 
Der Zusatzgedanke kann hier weiter helfen: Ursprünglich sollte auch die Naturrechtsehe unauflöslich sein. Nur der Barmherzigkeit des Mose sei es zu verdanken,daß Gott Ausnahmen zuließ. Dann hätte Jesus nun auch die alte Naturrechtseheordnung repristiniert, sodaß nun auch jede Lösung dieser Ehe unerlaubt ist und das deshalb eine unerlaubte Lösung der Ehe die Ehe nicht auflöst. Dann sündigt tatsächlich die scheinbar aus der Ehe entlassene Frau, wenn sie wieder sich verheiratet. 
Anders läge der Fall, wenn man auch die unter Christen gültig geschlossene Ehe als auflösbar hielte, wie das Luther gelehrt hat! Ihm ist das "obwohl" der Beweis, daß im Falle eines Ehebruches auch eine christliche Ehe auflösbar sei und so wird es dann ja auch im Protestantismus praktiziert.
Damit steht und fällt die Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe mit der Ausdeutung dieses: "Obwohles"! Was Gott verbunden hat, dürfe der Mensch nun nicht trennen, ist nun leider kein Argument für die Unauflösbarkeit der sakramentalen Ehe, denn dies Verbot setzt denknotwendig die Möglichkeit einer Auflösbarkeit der Ehe voraus und besagt nun, daß diese Möglichkeit keine erlaubte Möglichkeit ist und konfirmiert damit die Möglichkeit der Auflösbarkeit einer Ehe. 
Wie kommt nun die kirchlich verbindliche Lehre von der Nichtauflösbarkeit der Ehe zustande? A. Wollbold spricht da von dem "krudesten Klischee einer römischen Kirche, die ihre Autorität über die Schrift stellt" (S.53). Läßt man den polemischen Ton weg, reduziert sich das auf die These, daß der Kirche das Lehramt zukommt, unklare und nicht eindeutige Aussagen der Bibel definitiv auszulegen, daß also in solchen Fällen die Auslegung der Kirche wahr ist, weil Jesus Christus ihr selbst diese Lehrautorität verliehen hat. Sie steht dann nicht über der Schrift, aber sie ist die authentische Auslegerin der Hl. Schrift, weil die Schrift eben polyinterpretabel ist. Das ist eben das Schicksal aller Texte, Roland Barthes explizierte das ja brillant in seinem Essay über den Tod des Autors. Versimplifiziert: der Text emanzipiert von der Aussagenintention des Autoren und wird zu einem von dm Autoren Selbstständigen, dem der Leser nun erst seine  Bedeutung  gibt durch sein Auslegen! Denn die Bibelausssgen sind bezüglich der  Unauflöslichkeit der Ehe nicht eindeutig!   
Katholisch formuliert: wäre die Hl Schrift so eindeutig klar, wie es Luther lehrte, dann bräuchte es tatsächlich nicht des Lehramtes der Kirche- aber wo das kirchliche Lehramt fehlt, wie im Protestantismus, da versinkt die Autorität der Hl Schrift in dem Meer der Auslegungsmöglichkeiten der Bibeltexte!