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Montag, 19. Januar 2026

Ver-rücktes über die Sünde

 

Ver-rücktes über die Sünde


„Was man die Sünde nennt,ist ein wesentliches Glied in der Kette des Fortschrittes. Ohne sie würde die Welt zum Sumpfe, sie würde alt und farblos.Durch die starke Betonung der Individualität rettet sie uns vor der Einförmigkeit des Typus.“ So lautet einer der bekannten Aphorismen des Schriftsteller Oscar Wilde.Francoise Sagan, zitiert in ihrem Roman: „Bonjour tristesse“ diesen Schriftsteller so: „Die Sünde ist der einzige lebendige Farbfleck,der in der modernen Welt existiert.“ 1

Das klingt verrückt und ist nicht nur antichristlich sondern auch antimoralistisch. Allerdings ergänzt die Protagonistin des Sagan Romanes diesen Aphorismus Wildes so: „Vollkommen überzeugt machte ich mir diesen Ausspruch zu eigen,und dies um so leichter, als ich ihn nie in die Tat umgesetzt hatte.“ Eine einfache Kontrollfrage zeigt das Problem eins solchen Antimoralismus: Was, wenn ich selbst das Opfer eines solchen Antimoralismus werden würde? Wer so denkt, dürfte sich immer nur als Täter denken, oder zumindest als ein außerhalb des Lebens Stehender, dem das Leid der Opfer unberührt läßt.

Aber irritieren müßte einen aufmerksamen Leser doch der Zusammenhang zwischen der Sünde und der Individualität, von der dieser Aphorismus spricht. Daß Oscar Wilde nun selbst seine Individualität inszeniert hat, ist auch allseits bekannt. Was bedeutet es denn nun für das Verständnis des Sünde, wenn sie auf das engste mit der Vorstellung des Individualismus verbunden wird? Man könnte den Individualisten als einen Menschen verstehen, der sich selbst sein Gesetz, wie er leben will oder meint, leben zu sollen, sich selbst gibt. Es existiert für ihn dann keine objektiv geltende Moral, sondern er entscheidet sich selbst für eine oder kreiert sie gar für sich. Im Sinne Nietzsches wäre ein Individualist jemand, der das Faktum, daß es keine objektiv geltenden moralischen Gesetze anerkennt und diesen Nihilismus überwindet, indem er sich selbst ein Gesetz gibt, das aber dann nur für ihn selbst gelten würde. Es gäbe so nur eine Privatmoral und Menschen, die ihre Privatmoral anderen zum Gesetz machen wollen, obgleich ihre Geltung doch nur eine rein subjektive ist.

Ist also der Individualismus so gedeutet im Sinne Wildes die Quelle des Fortschrittes und der Lebendigkeit des Lebens, daß es nicht ein uniformes Einerlei ist? Soziologisch, isb im religionssoziologischen Diskurs ist ja die These von der Individualisierung der Religion wie überhaupt der Lebensstile des modernen Menschen eine übliche Vorstellung geworden: Jeder erwähle sich seinen Lebensstil,bestimme selbst, wie er es mit der Religion halten wolle und was er selbst für ein moralisches Leben erachtet.Wenn nun das theokratische System des Irans zugrunde geht, dann ist das ja für jeden Individualisten der Beweis, wohin ein System führt, das jedem Menschen diktieren will, wie er zu leben habe. Nur ein liberaler Staat sei so der Garant für die Freiheit seiner Bürger, privat leben zu können, um dabei nur ein Minimum an für alle geltende Gesetze anerkennen zu müssen.

Aber kann man sich einen König David oder Salomon vorstellen, die obschon selbst fromm, erklärten, daß jeder sich frei entscheiden dürfe, welchen Gott oder welche Götter er verehren möchte und daß dann in Jerusalem es so viele Göttertempel gäbe wie Religionen in dieser Stadt praktiziert werden? Aber das hat es gegeben zum Ende der Regentschaft des Königs Salomon: Gott rechnete das ihm und dem jüdischen Volke aber als Sünde an und nicht als ein Musterbeispiel gelebter Pluralität, als ein buntes Festival der Religionen!

Aber in der Politikwissenschaft gilt es wohl als ein Allgemeinplatz, daß die Demokratie von der Prämisse lebt, daß nicht erkennbar sei, was objektiv das wahre Leben oder das Gemeinwohl sei, sondern daß die Pluralität der Meinungen darüber eine unhintergehbare Tatsache sei. Wahrheit ist und kann nur eine Privatmeinung sein des Einzelnen oder von Gruppen, in denen die Einzelnen dann in ihrem Meinen übereinstimmten. Deswegen verurteilt ja Popper alle Philosophen von Platon bis Hegel, die eine Erkennbarkeit der Wahrheit vertreten.

Wenn das nicht völlig daneben gedacht ist, dann hieße das, daß unsere jetzige postmoderne Gesellschaft den Individualismus als ihr Fundament anerkenne und damit auch die Sünde. Die innerkatholische Strömung des Integralismus tendiert tatsächlich zu diesem Urteil und wird deswegen auf das entscheidendste bekämpft von allen Bejahern des Pluralismus.

So scheinen die verrückt anmutenden Aphorismen Wildes über die Sünde doch viel bedeutsamer zu sein, als es der erste Leseeindruck suggeriert. Abstrackter formuliert: Wie verhält sich die Wahrheit, wenn sie erkennbar ist, zur Pluralität der menschlichen Lebensgestaltungen? Die Extremthese lautet : Wahrheit schließt die Legitimität der Pluralität aus und kann sie nur als eine Abkehr von der Wahrheit begreifen. (Das ist die Hauptthese der Vorlesung: „Grundkurs der politischen Systeme“ von Professor Patzelt. Wo das, was das Allgemeinwohl ist, politikwissenschaftlich ver-standen,philosophisch, das, was die Wahrheit ist, a priori erkannt wird, etwa durch die Offenbarung Gottes oder durch eine Philosophie, da könne es keinen legitimen Pluralismus geben.) Ist eine andere Verhältnisbestimmung zwischen der Wahrheit als erkannten bzw erkennbaren und der Pluralität und Individualität konstruierbar? Das ist wahrlich keine leichte Aufgabe.





1Erster Teil, 2.Kapitel, Schluß. Übersetzung Helga Treichl.

Dienstag, 2. Dezember 2025

„Welche Re-Evangelisierung wir wirklich brauchen“ und welche wir ablehnen müssen.Wir werden aufgeklärt!

 

„Welche Re-Evangelisierung wir wirklich brauchen“ und welche wir ablehnen müssen

Wir werden aufgeklärt!

Der allseits bewährte Kämpfer gegen Rechts und alles, was er für rechts hält, Herr Pütmann stellt klar, welche Reevangelisierung die Kirche zu verwerfen hat und welche allein gutzuheißen ist.Da nun der Kreuzzug gegen die AfD und alles sonstige Rechte die wichtigste Aufgabe der Kirche zu sein hat,verbindet sich für diesen Autor selbstverständlich der Kampf gegen die AfD mit dem rechten, Entschuldigung,mit dem linken Verständnis von der wahren Mission.

Bewundern wir nun diesen Argumentationsgang des Standpunktkommentares von Kath de, diesem Musterschüler der Politischen Korrektheit vom 1.12.2025 ,der uns beweisen soll ,daß die einzig wahre Evangelisation der Kampf gegen die AfD und alles Conservative und Traditionalistische sei. Als erstes stellt der Kommentar leicht irritiert fest, daß 30 Prozent der Befragten der Aussage,wir bräuchten in Deutschland eine Rechristisansierung.zustimmten: Das seien deutlich mehr als die eine enge Kirchenanbindung angeben.Ein aufmerksamer Leser ahnt nun schon, daß mit diesen Evangelisationsbefürwortern irgendetwas nicht stimmen kann. Und so verhält es sich dann auch:

„Trotzdem hat die Umfrage mich alarmiert. Laut einer (nicht repräsentativen) Auszählung nach Parteineigung befürworten eine Re-Christianisierung nicht die Anhänger der C-Parteien (39 Prozent) am häufigsten, sondern solche der rechtsextremen AfD (49 Prozent), und links mehr im BSW (31 Prozent) als in SPD (24 Prozent), Grünen und Linken (je 16 Prozent). Der Begriff stimuliert wohl bei vielen identitäre Affekte gegen den Islam und die religiös-kulturelle Pluralisierung. Sie wird als Verlust vertrauter "Leitkultur" wahrgenommen. Mit christlichem Glauben hat "cultural defense" aber wenig zu tun.“

Was immer auch AfD-Anhänger fordern,ist immer etwas Übles.Der „antifaschistische Schutzwall“ trennt klar die Guten von den Bösen. Daß nun aber gar 31 Prozent der Sarah-Wagenknecht-Partei sich für eine Rechristianisierung aussprechen, beweist nun aber, daß Linke doch eigentlich Kryptofaschisten und somit fast genauso verwerflich sind.1 Darum kann es bei diesen nicht um eine wirkliche Evangelisierung handeln sondern nur um eine Islamphobie und einen antipluralistischen Affekt. Jetzt taucht auch noch der Begriff der „Leitkultur“ auf, mit einem pejorativem Unterton verwendet.Es gilt ja noch,die 39 Prozent der C-Parteien zu verteufeln.Auch diese würden doch nur wegen ihrer Islamfeindlichkeit und ihren Antipluralismus zu einem Ja zu dieser Art von Evangelisation getrieben. Die abendländische Kultur gegen den Islamismus zu verteidigen,habe überhaupt nichts mit der christlichen Religion zu tuen.

Der religiöse Pluralismus sei etwas sehr Bejahenswertes und da müsse der Islam besonders gegen seine Kritiker verteidigt werden. Wenn aber dieser Pluralismus so etwas Gutes ist, wie kann man dann noch irgendeine Mission befürworten,nähme der Pluralismus doch ab,wenn viele sich zum christlichen Glauben bekehrten?Jetzt wird der Text nebulös und unklar in seiner Begrifflichkeit.Es habe um eine Herzensbekehrung sich zu handeln, Demut solle eingeübt werden. Aber diese Unklarheiten lichten sich dann schnell: „Wo Hybris, Egozentrik und Daueraufgeregtheit tönen, sucht man Re-Christianisierung vergeblich. Gegen den Christianismus ihrer falschen Propheten müssen sich die Kirchen sozialethisch, vor allem aber geistlich wappnen.“

Das heißt,Klartext redend:Die wahre Evangelisation ist die geistliche Aufrüstung des Kampfes gegen die AfD- und auch C-Parteien Anhänger,denen es doch nur um ihren Antiislamismus und Antipluralismus ginge,indem sie einer verlorenen „Leitkultur“ nachtrauern, statt das „bunte Deutschland“ zu bejubeln,in dem nur noch Rote und Grüne Fahnen wehen und selbstredend unsere neue Leitkulturfahne, die des Homosexes.

Eines könnte nun aber doch irritieren: Wie verträgt sich ein solches dichotomisches Weltbild mit dem propagierten Pluralismus?Darauf gibt es nun eine einfache Antwort:Der Pluralismus wird gegen alles Conservative und Rechte als eine Kampfparole vernutzt,um dann eine Grün-Rote Monokultur zu etablieren,wobei Grün dann auch die Fahne des Propheten, des einzig wahren bedeutet..



Zusatz;:

Als „Hybris“ wird hier wohl die Anmaßung verstanden, daß die christliche Religion die wahre sei und daß deswegen nicht alle Religionen gleichgültig seien. Darum kann und darf es auch keine Evangelisation im eigentlichen Sinne geben sondern nur eine Erziehung zur Vergleichgültigung aller Religionen. Das neue Religonsunterrichtskonzept im Land Niedersachsen ist da vorbildlich.



1Seit Frau Wagenknecht die Politik der Ausgrenzung der AfD kritisierte,(Tagesspiegel am 19.11.2025) ist ihre Partei ja für jeden Antirechtskämpfer eine Feindpartei.

Montag, 1. Dezember 2025

Pluralismus – Konkurenz – Freund-Feind Denken: ein Orientierungsversuch

 

Pluralismus – Konkurenz – Freund-Feind Denken: ein Orientierungsersuch





Das Klima hat sich irgendwie verändert- aber keine Sorge, es wird hier nicht über das Wetter geschrieben, sondern über die klimatischen Verhältnissen in den öffentlichen Diskursen. Augenfällig ist der inflationäre Gebrauch des Begriffes des Pluralismus. Darunter könnte nun eine Vielzahl von Meinungen zu Themen verstanden werden,wobei man nicht (mehr) eine Unterscheidung von wahr und falsch treffen kann oder will und stattdessen diese Pluralität als etwas Positives wertet.

Der Begriff der Konkurenz wird dagegen kaum noch verwendet, so zumindest nach meinem Eindruck. Denn dieser Begriff besagt ja, daß statt einer friedlichen Koexistenz vielfältigster Meinungen ein Dialog geführt wird, in dem nach der Wahrheit gesucht wird, die Pluralität also ein Übergangsstadium ist, da sich der besser begründete Meinung als Wahrheit noch nicht den anderen Meinungen gegenüber durchgesetzt hat.

Was bedeutet denn dann das Freud/Feinddenken? Der Feind, das ist der, mit dem man nicht redet und den man dann stattdessen bekämpft: „Du darfst Deine Meinung hier und jetzt nicht (mehr)sagen!“Die extremste Gestalt ist die des Tötens des Feindes, damit er nie mehr reden kann, die gemäßigtere die des Ausschlusses vom Diskurs. Anthropologisch gesehen gehört die Freund/Feind Erkennung neben dem Beuteschema: eßbar/uneßbar und dem Fortpflanzungsschema: fortpflanzngsfähig/unfähig zu der Grundausstattung des Menschen, denn diese drei sind nun mal für die Überlebensfähigkeit des Menschen notendig. Kontrovers wird dabei nun diskutiert, in wie weit diese Vermögen vererbt werden, sozusagen als eine Art Festplattenprogramme und inwieweit sie erlernt werden.

Als eine Art der kulturellen Domestikation kann die Kultur der Konkurenz rekonstruiert werden: Nicht mehr gewaltsam sondern allein kraft der besseren Argumente soll sich die eine der vielen Meinungen gegen die anderen durchsetzen, die dann als die wahre Position verstanden wird. In den Wissenschaften ist das das übliche Verfahren. Das Ja zum Pluralismus bedeutete dann das Eingesändnis, daß man nicht mehr glaubt, daß eine Meinung sich als die wahre durchsetzen kann bzw daß es gar nicht als erstrebenswert angesehen wird, die wahre Meinung zu erkennen. So heißt dann die liberale Position, daß jeder gemäß seiner Willkür leben dürfe, solange er die Willkürfreiheit des Anderen dabei nicht beeintächtige. Jeder besäße sein eigenes Kleingartenland, in dem er tuen könne, was er wolle, wenn er nur dabei den anderen Kleingartenlandbesitzer nicht störe.Diese Selbtbegrenzung verlangt nun selbst eine gewisse asketische Praxis, es zu dulden, daß der Andere all das liebt, was man selbst für inakzeptabel hält.

Damit tritt diese Haltung aber in einen Widerstreit zum moralischen Denken, das in seiner Unterscheidung von gut und böse darauf insistiert, daß Niemand das Böse tuen dürfe.

Wer den jetzigen öffentlichen Diskurs beobachtet, wird aber ein Phänomen nicht mehr übersehen können: Der Feind ist wieder da! Jetzt avanciert die Frage: „Mit wem darf ich nicht reden?“ zur wichtigsten. Die Kontaktschuld besteht darin, mit Peronen oder Gruppen einen Kontakt zu haben oder gehabt zu haben, mit denen man nicht reden darf. Aber die Feindschaft geht noch weiter: Man müsse auch verhindern, daß der Feind reden darf. Die einfachste Methode ist die des Niederbrüllens: Man kann so nicht mehr hören, was der Feind sagt indem man verhindert, daß der Feind sich Gehör verschafft.

Der Feind tritt nun unter verschiedenen Masken auf, soll aber immer nur einer sein. Die Reduzierung auf einen Feind ist propagandistisch effektiver als eine Verzettelung auf viele zu bekämpfende. So korreliert der außenpolitische Feind, Rußland. China, die USA unter Trump und neuerdings Israel mit dem innenpolitischen, der AfD und allem. Was irgendwie rechts ist: Es ist der Feind des Pluralismus. Das Feindbild im theologischen Diskurs, der Fundamentalist, der Traditionalist etc paßt dazu.

Wer mit solchen redet, mit dem darf kein Anständiger mehr reden. Wenn man den Feind verbieten und zum Verschwinden bringen könnte, wäre die Welt wieder in Ordnung.

Erklärungsbedürftig ist nun die Frage, warum jetzt der Feind eine solche Revitalisierung erfährt. Meine These dazu ist: Die postmodernen Gesellschaften sind so verpluralisiert, daß die einzige Gemeinsamkeit nur noch eine politische sein kann, die der Proklamation des einen Feindes, den alle zu bekämpfen haben.

Die Feindschaft ist nun aber gerade etwas Emotionales: Endlich darf der Bürger wieder hassen, seine Kultiviertheit sich entledigend. Die Bürgerlichkeit verlangt von jedem ein beachtliches Maß an Affektbeherrschung, ist also eine Selbstbeherrschungskultur. Dank des Feindes darf der Bürger nun diese als eine Zwangsjacke empfundende Kultur punktuell abwerfen, um wieder ganz archaisch hassen zu dürfen. Dazu wird der Feind daimonisiert, ja sogar zum Ermorden des Feindes aufgerufen, Tötet AfDler, tötet Nazis, ganz X haßt euch!, gehört inzwischen zu den gängigen Antirechtskampfparolen.

Hauptsache, wir reden darüber und jeder soll dabei gehört werden, und keiner dürfe ausgegrenzt werden, so wurde eine zeitlang Habermas Kommunikationstheorie rezipiert und gefeiert, Jetzt heißt es: Rede nicht mit dem Feind!So gab es einst die Ökumene, jetzt redet kein Mann der Kirche mehr mit einem Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche, einst gab es die Entspannunspolitik. jetzt gilt jeder Aufenthalt in Rußland schon als ein Verrat an die westliche Freiheit. Aber auch israelische Künstler und Wissenschaftler werden ausgeladen, weil sie als Juden diskriminiert werden: Die brächten ja die Palästinenser um! 

1.Zusatz

Die Ideologie des Pluralismus lebt einerseits von einem erkenntnistheoretischen Skeptizismus und dem Willen, die Wahrheit nicht erkennen zu wollen, weil so der Mensch willkürlich leben kann.

2.Zusatz

Zum Feindbild Rußland

Otto von Bismarck: " Wenn Preußen und Rußland in einem Bündnis zusamenstanden, ging es beiden Ländern gut und Europa.Wenn irgendwelche Kräfte aus dieser Welt es geschafft haben,daß beide Länder in Konfrontation gegeneinander gestanden haben, war es eine Katastrophe für beide Länder und Europa."    





Dienstag, 12. November 2024

Pluralitäts- Diversität- Vielfaltigkeitsprediger aber sie wollen die Uniformität

 

Pluralitäts- Diversität- Vielfaltigkeitsprediger aber sie wollen die Uniformität



Großen Jubel wird wohl im linksliberalen Reformlager der Kirche ausgebrochen sein, als man dort von einem neuen Erfolg Papst Franziskus in seinem Kampf wider die „Alte Messe“ hören durfte: „Vatikan verbietet Alte Messe im Bistum Tyler.Ausgenommen bleibt nur die von der Petrusbruderschaft betreute Pfarre. Der apostolische Administrator hofft auf ‚Einheit mit der Gesamtkirche’. Kath net am 12.11.2024. Daß die Einheit mit der Kirche nicht darin bestehen kann, daß die Form, in der die Kirche seit dem Trienter Konzil die Messe zelebrierte, verboten wird, ist offenkundig, denn durch dies Verbot kündigt ja Papst Franziskus die Einheit mit der Kirche auf, denn zu dieser gehört die „Tridentinische Messe“.

Kopfschmerzen bereitet nun nicht nur Kath de die Erfolge der Petrusbruderschaft, daß die eben mit ihrem Traditionalismus, formulieren wir es mal salopp, gut ankommt. Steigende Zahlen, mehr Priester, mehr Seminaristen, eine wachsende Gemeinschaft in der Kirche, das darf und kann es nicht geben, denn unerschütterlich hält man im linksliberalen Kirchenreformlager an dem Dogma fest, daß nur eine dem Zeitgeist hinterherhechelnde Kirche noch die Zeitgenossen erreichen könne. Auch sich leerende Kirchen zählen dann nicht als ein Argument, denn man glaubt wider alle Realität an die Verheißungen der Modernisierung der Kirche, daß nur so sie eine Zukunft hätte. So fällt eben dem Kath de Standpunktkommentar auch nichts außer zu polemisieren ein in ihrem Kampf wider die Petrusbruderschaft:“Traditionalismus in der Kirche hat Erfolg – als Randphänomen“ titelte so Kath de am 7.11.2024. Ein Erfolg an den Rändern sei also kein Erfolg und daß obschon Papst Franziskus doch dauernd appelliert, an die Ränder zu gehen! Das sind dann wohl die falschen Ränder, denn die wahren bilden doch die LGBTQ-Klientel.

Nur, wenn man dies Gerede von der Notwendigkeit einer Verpluralisierung und Förderung der Diversität der Kirche um ihrer Zukunftsfähigkeit mal ernst nähme, dann müßten diese Plurasierungsanhänger doch gerade die „Alte Messe“ als ein Alternativangebot zur modernisierten Messe bejahen: Je ausdifferenzierte das Angebot der Kirche, desto mehr erreicht sie. So stellt ja auch der enthusiastischte Liebhaber der Klassiker in sein Buchgeschäft auch Liebes- und Horrorromane, weil er weiß, daß mancher Kunde Romane dieser Genren Klassikern gegenüber bevorzugt. Das Reformlager unter der Führung des Papstes sieht das nun aber ganz anders: Nur noch die modernistische Version der Messe dürfe in der Kirche zelebriert werden und wenn auch noch so viele die traditionelle mehr lieben, dann ist das nur ein Grund mehr, sie zu verbieten. Gerade weil die „Alte Messe“ unter den jüngeren Priestern auf eine Gegenliebe stößt und das Durchschnittsalter der Besucher dieser Messe niedriger sein soll als das der modernisierten, will ja der Papst die „Alte Messe“ bekämpfen, damit allein die modernisierte in der Kirche noch gefeiert werden darf.

Daß die Kirche dem Volke Wasser predigte und selbst Wein trank, ist eine Tatsache, die sich nun wiederholt: Man predigt, daß eine Verpluralisierung der Kirche um ihrer Zukunft willen nötig ist und kömpft gleichzeitig um die Uniformierung der Kirche: Nur noch der modernisierte Messe dürfe es geben und auch nur noch die modernistische Theologie. Alles Traditionalistische müsse aus ihr exkommuniziert werden. Der Fundamentaltheologe Striet legte für so eine Destruktion des katholischen Glaubens ja ein mustergültiges Buch vor: „Mein Kampf gegen das Apostolocum bis zum Endsieg“ nannte er dies Elaborat aber leider nicht. Der Kampf gegen die Kirche wird eben auf allen Ebenen geführt, gegen die tradituonelle Liturgie wie gegen die traditonelle Lehre. Das dies aber zu einer völligen Uniformierung der Kirche führt, daß in ihr nur noch das Modernistische, Zeitgeistgemäße existieren soll, ist aber das genaue Gegenteil von der Forderung nach einer Pluralität und Vervielseitigung der Kirche. 

Das Gleiche praktiziert auch das feminitische Lager: Einerseits fordert es das Recht der Frau auf ein selbstbestimmtes Leben, wenn aber Frauen nun im traditionellen Sinne Frauen sein wollen, die ihre Lebensmitte in der Familie sehen, wird gegen sie polemisiert, werden die gar als Rechtsextremisten daimonisiert. Nicht in der Familie und schon gar nicht in der Liebe sondern allein im Berufsleben habe die moderne Frau ihren Lebensinhalt zu sehen. Es sei auch an die aktuelle Polemik wider Liebesromane lesende junge Frauen erinnert. 







Mittwoch, 6. November 2024

Alle wollen Pluralität, Diversität, Vielfalt aber die Wahrheit diskriminiert!

 

Alle wollen Pluralität, Diversität, Vielfalt aber die Wahrheit diskriminiert!


Man könnte geneigt sein, von einem Ressentiment gegen die Wahrheit zu schreiben, aber das wäre wohl ein übereiltes Urteil. Beginnen wir einfach: Auf die Rechenlehrerfrage: „Was ist 5+7? gibt es nur eine richtige Antwort:12. In vielen Bereichen des Lebens existieren auf Fragen nur eine wahre Antwort sodaß die anderen als falsch diskriminiert werden. Es gibt auf die Frage: „Wer ist der Autor des Romanes: Der Zauberberg?, eben auch nur eine wahre Antwort und die Antwort: Kafka, Goethe werden als eindeutig falsch dysqualifiziert.

Aber auf die Frage: „Was ist die Wurzel von 9?, existieren 2 wahre Antworten:plus 3 und minus 3.Aber auch in diesem Falle werden alle anderen Antworten als falsch diskriminiert. Wenden wir uns einem anderen Bereich zu, dem Kriminalfilm. Ein Mord hat sich ereignet und ein Kommissar ermittelt den Fall. Diverse Theorien entwickelt er, wer wie aus welchen Gründen den Morgen begangen haben könnte, aber am Schluß erweist sich nur eine als die wahre und alle anderen als falsche. Nur, es ist im Regelfall nicht von Anfang an klar, wer der Mörder gewesen ist, sodaß die Vielzahl der Theorien über den Täter eine notwendige Zwischenstufe darstellt, um aus der Vielzahl dann den wahren Täter zu erfassen. Für den wissenschaftlichen Diskurs wird dies der Regelfall sein, daß es eine Vielzahl von Theorien über etwas gibt, weil die wahre noch nicht erkannt worden ist. Das Ziel ist die eine wahre Theorie,aber auf den Weg zu ihr werden viele Theorien entworfen, bis sich im Idealfall eine als die wahre durchsetzt. Bis das geschieht ist die Diversität der Theorien notwendig, weil noch nicht zwischen der wahren und den falschen unterschieden werden kann.

Gibt es nun aber auch Bereiche, in denen die Vielfalt als Vielfalt etwas Positives ist? Denken wir an den Deutschunterricht, etwa an die Lehrerfrage: „Was wollte Kafka uns durch den Roman: „Der Prozeß“ sagen?“ Mit den Antworten auf diese Frage könnte man wahrscheinlich eine ganze Bibliotek anfüllen, würden alle gettätigten und möglichen Antworten da archiviert werden. Läge man nun das simple Kommunikationsmodell des Senders, der Botschaft und des Empfängers zugrunde, daß der Autor seine Botschaft in den Roman verschlüsselt dargestellt hätte und der Empfänger nun den Roman entschlüsseln müsse, um die Botschaft daraus heraus-zukristallisieren, hieße das Resultat, daß es Kafka wohl nicht gelungen sei, seine Botschaft zu vermitteln, da fast jeder Leser in dem Roman eine andere herausliest. Näher liegt aber die These, daß diese Polyinterpretablität das Eigentümliche literarischer Texte sei, eben ihre ihnen innewohnende Potentialität diverser Deutungen. Hier wäre dann die Pluralität etwas Gesolltes, das das Leben dieser Texte ausmacht.

Generalisierend könnte also die These vertreten werden, daß in den theoretischen Wissenschaften das Ideal die Hervobringung der einen wahren Erkenntnis ist, daß aber auf dem Weg dahin viele Theorien hervorgebracht werden,damit dann die wahre sich durchsetzt. Im Bereich der Ästhetik dagegen gälte die Pluralität als etwas Positives im Bereich der Kunstinterpretation und selbst im Bereich der Kunstproduktion. Es kann eben nicht das eine wahre Kunstwerk geben.

Wie sieht es nun aber im Bereich der Morallehre aus? Hier widerstreiten offenkundig verschiedene sich oft widersprechende Morallehren, welche nun die wahre sei, aber bis heute existiert keine allgemein anerkannte. Das Ziel ist dabei zwar die eine wahre, und so verstehen sich die Morallehren auch in ihrem Geltungsanspruch, aber keine konnte sich bisher als die eine wahre verifizieren. Hier ist also die Pluralität das Eingeständnis des Nichterkennens der einen wahren Morallehre.

So drängt sich doch der Eindruck auf, daß die Pluralität, die Diversität eher ein Resultat des Nichterkennens der Wahrheit ist als daß das etwas Positives sei.

Nun könnte erwidert werden, daß es doch um etwas ganz anderes ginge, nämlich um die Lebendigkeit des Lebens, die eben seine Diversität sei. Hier wird aber ein einfaches Faktum vergessen, daß jedes Einzeletwasse stets eine Individuation eines Allgemeineren ist, eben ein Fall, ein Exemplar von einem Allgemeineren: Jeder Mensch ist so eine Individuation der Idee des Menschen und diese Idee zu begreifen verlangt eine wahre Theorie dieser Idee. Wie die Idee nur eine ist, so muß auch der Begriff des Menschen einer sein, wenn es der wahre Begriff des Menschen ist. Ein bloßer Pluralismus, das Ideal der Diversität entsubstantialisiert so das Einzelseiende, da es nicht mehr als eine Individuation begriffen wird.

Für das Erkennen ist somit die Pluralität eher nur ein Moment auf dem Wege zur wahren Erkenntnis, die in der Erkenntnis dann aufgehoben wird.

Im politischen Diskurs spiegelt sich das wider in der Strategie, die vorherschende Politik durch die Propagierung von einer Diversität von politischen Optionen zu delegitimieren, um dann die eigene als die einzig legitime durchsetzen zu können, nachdem die bisherig dominierende desavouiert ist.Die politische Praxis, im Namen der Diversität die nichtgenehmen Positionen als antipluralistisch auszuschließen, zeigt, wie sehr die geforderte Pluralisierung nur ein Mittel ist, selbst zur Macht zu kommen, um dann nur noch die eigenen Positionen gelten zu lassen.

Papst Franziskus krönte nun den Diversitätsglauben mit der Behauptung, Gott selbst wolle die Vielzahl der Religionen als sich gleich wahr anerkennende. Das ist eine Lehre, die nun wirklich unvereinbar ist mit dem Glauben an Jesus Christus, der sich nicht als eine von ganz vielen Wahrheiten offenbart hat. Außerdem, wenn es war wäre, daß alle Religionen gleich war wären, warum ist dann Gott noch Mensch geworden, hat die Kirche gegründet, wenn da schon vor dem alle vorhandenen Religionen Wege zu dem einen Gott waren und sind?












Montag, 13. März 2023

Existieren in der Kirche nur beliebige Glaubensmeinungen? Zum Tod der Wahrheit

Existieren in der Kirche nur beliebige Glaubensmeinungen? Zum Tod der Wahrheit Der deutsche Synodale Weg erkennt „den überlieferten Glauben, der den Heiligen ein für allemal anvertraut ist" (Judasbrief 1,3) nicht an. In einem der „Grundtexte" zu Beginn dieses Jahres hieß es vielmehr: „Auch in der Kirche können legitime Anschauungen und Lebensentwürfe sogar im Hinblick auf Kernüberzeugungen miteinander konkurrieren." Portal zur katholischen Geisteswelt Die deutsche Krise, die Weltkirche und Papst Franziskus:Warum der "Synodale Weg" eine Ablehnung des Zweiten Vatikanischen Konzils darstellt. 10.März 2013 Der überlieferte Glaube, der der Kirche anvertraut wurde, der scheint vielen heutzutage als etwas Veraltetes und Korrekturbedürftiges. Kernüberzeugungen existieren also in der Kirche. Der überlieferte Glaube ist nun etwas ganz anderes als eine Überzeugung. Wenn ich von etwas überzeugt bin, dann heißt das, daß mir etwas gewiß ist. Dies besagt aber nicht, daß es wahr ist. So bin ich davon überzeugt, daß es auch auf anderen Planeten des Universums intelligentes Leben gibt, aber so gute Gründe auch für eine große Wahrscheinlichkeit dafür sprechen, sage ich damit nicht, daß es so auch ist. Nun sollen gar es Anschauungen in der Kirche geben,die mit diesen Kernüberzeugungen nicht übereinstimmen, und die dann noch untereinander konkurrieren. Diese sollen nun auch als legitime angesehen werden. Dem überlieferten Glauben stünden so anderen Anschauungen gegenüber, die aber auch in der Kirche ihr Recht hätten. Sie bezögen sich dabei nicht um Randthemen, sondern Kernaussagen des Glaubens. Nun könnte geurteilt werden, daß das doch einsichtig sei. So lehrt die Kirche das Dogma der leiblichen Aufnahme Mariae in den Himmel, läßt aber die Frage offen, ob sie gestorben und dann auferweckt worden ist oder wie Hennoch und Elischa ohne zu sterben direkt in den Himmel aufgenommen wurde. Nur ist die leibliche Aufnahme Mariae in den Himmel eine wahre Aussage und keine Kernüberzeugung und die differenten Thesen über das Wie ihrer Aufnahme sind Ergebnisse theologischen Denkens, wo aber bis jetzt keine der beiden Thesen sich eindeutig als der anderen überlegen erwiesen hat. Der zitierte Text verschiebt das alles in einen rein subjektivistisch geprägten Diskurs, in dem es eben nur Meinungen und feste Überzeugungen gibt. Hier wird dann für einen innerkirchlichen Pluralismus votiert.Auch in Kernfragen des Glaubens existierten keine Erkenntnisse, gebe es keine offenbarte Wahrheiten sondern nur Überzeugungen. Die Kirche erscheint damit von der Wahrheit entfernt wie Kant den Menschen abgetrennt von der Erkenntnis des Dinges an sich sieht. Wenn es denn nur Meinungen und zu Überzeugungen fixierte Meinungen gibt, warum sollte dann nicht eine Pluralität von Meinungen bejaht werden. Das soll nun aber auch für die faktische Pluralität von Lebensentwürfen gelten. Ein möglicher Lebensentwurf, wohl nicht nur in Italien, ist der eines Mafiamitgliedes. Diese Mitgliedschaft ist nun wirklich ein Lebensentwurf, denn diese Mitgliedschaft bestimmt dann das ganze Leben, anders als wenn wer ein Mitglied etwa eines Schachvereines wird. Bisher wäre es eine Selbstverständlichkeit, die Legitimität eines Lebensentwurfes zu prüfen, indem untersucht wird, ob er in Einklang sich befindet mit den Geboten Gottes. Jeden Lebensentwurf anzuerkennen, bloß weil er ein praktizierter ist und frei erwählt wurde, ist aber nicht nur im Raume der Kirche völlig inakzeptabel. Oder wird hier rein tautologisch gedacht: Legitime Anschauungen und legitime Lebensentwürfe sollen in der Kirche als legitime beurteilt werden? Das wäre abstrus.Wenn die Anschauungen aber inkompatibel sich verhalten zur Lehre der Kirche, dann können sie keine legitimen in der Kirche sein. Wenn davon ausgegangen werden kann, daß mit den Kernüberzeugungen die Dogmen der Kirche gemeint sind, die aber durch diese Bezeichnung ihres Wahrheitsgehaltes beraubt werden sollen, dann wird hier für die Anerkennung von häretischen Lehren in der Kirche plädiert. In der Kirche soll jeder glauben können, was ihm gefällt, solange er nur alle anderen Glaubensmeinungen toleriert. So emanzipierte sich die Kirche von ihrem Sein als dem Ort der Präsens der offenbarten Wahrheit zu einem Verein, in dem jeder seinen Privatglauben lebt. Der überlieferte Glaube verkommt so zu einer Ansammlung von beliebigen Glaubensmeinungen. Die Kirche würde so endgültig liberal. Zusatz: Der Apostelfürst Paulus konnte noch schreiben: "Die Wahrheit Christi ist in mir". (2.Kor 11.10). Heutzutage könnte höchstens noch gesagt werden: Die Wahrheit mag zwar Jesus Christus sein, aber in der Kirche verfügen wir nur über Meinungen über diese Wahrheit, die uns wie das kantische Ding an sich verschlossen ist.