Mittwoch, 29. April 2026

Eine gefährliche Illusion des christlichen Glaubens?

"Ich habe ihnen versprochen, ihr Leben zu schonen,falls sie ein offenes Geständniß ablegen; sie haben dies gethan, und nun ist es meine Pflicht, mein Wort zu halten."

"Hm, das ist nicht vorsichtig.Diese Kerls haben den Strick verdient.Werden sie ohne Strafe entlassen,so sind Sie Ihres Lebens ja gar nicht mehr sicher."

"Das sage ich auch,aber ich habe mein Wort noch nie gebrochen und werde es auch jetzt nicht thun. Vielleicht macht meine Nachsicht einen bessernden Eindruck auf sie." Karl May, "Waldröschen" Bd 3, Zweite Abtheilung, Die erste Menschenjagd, 5.Kapitel, Tief unter der Erde, S.1450. Praktizierte Nachsicht verbessere (vielleicht) Menschen, das ist die hier zu bedenkende Aussage. Die nachsichtig Behandelten wollten einen Auftragsmord begehen und kamen doch straffrei davon, da sie ihren Anstifter benannten. Das war das Wesentliche ihres "offenen Geständniß", nicht aber eine ehrliche Reue.

Gehört der Glaube an das Gute im Menschen, daß er ein besserer wird, wenn man ihn gütig begegnet und behandelt zum christlichen Glaubensgut? In dem Roman erfolgt diese Antwort: "Dies glaube ich nicht; auf diese Art von Menschen macht Liebe keinen Eindruck, da sie die Milde doch nur für Schwäche halten." (S.1450f) Aber besagt denn nun Jesu Gebot: "Liebet Eure Feinde" nicht genau das Gegenteil, daß ein Mensch durch die ihm entgegengebrachte Liebe wohl ein besserer wird?   

Die Auslegung der Bergpredigt Jesu Christi gehört zu den schwierigsten Aufgaben der Moraltheologie, wie diese in Einklang zu bringen ist mit dem Gebot der Nächstenliebe und dem darin eingeschlossenen Gebot der Selbstliebe. Eindeutig ist  nun aber die Intention der Bergpredigt: Sie lehrt uns, wie wir zu leben haben, um in das ewige Leben eingehen sollen in der Tradition des 15.Psalmes, der Einlaßbedingungen in das Allerheiligste. Das schließt nun aus, daß Jesus uns hier die Feindesliebe lehrt, um ein innerweltliches Ziel zu erreichen, etwa daß durch die praktizierte Feindesliebe die Welt friedlicher würde, der Feind durch die ihm erwiesende Liebe in einen Nichmehrfeind verwandelt würde, daß vielleicht der Feind, mit liebenden Augen gesehen, sich als verkannter Freund erwiese. 

Für Jesus gibt es zwei grundlegenden verschiedene Belohnungen, den irdischen oder den himmlischen. Wer also seine Freunde liebt, der wird dann auch von denen wiedergeliebt und darin empfängt er seinen Lohn, den irdischen. Wer aber seine Feinde liebt, wird von diesen nicht wiedergeliebt und empfängt so keinen irdischen Lohn. Gott wird ihm dafür aber einen himmlischen Lohn geben. Zu handeln, ohne dabei auf einen innerweltlichen Gewinn zu erstreben, hofft auf den Himmelslohn. Darum ist es ja auch konsequent, daß Jesus uns rät, nicht die einzuladen, die gewiß einen dann eine Gegeneinladung aussprechen werden, denn das wäre dann der intendierte Lohn, sondern Menschen, arme, die nicht dann selbst wieder einladen können. Dieser Einladungspraxis verheißt Jesus einen Himmelslohn.

Aber ist es nicht Gottes Wille, daß wir zu besseren Menschen uns entwickeln sollen, daß er uns wie ein Erzieher von den Anfängen hin zur Sittlichkeit führt, bis daß dann die Menschheit die Reifeprüfung bestanden habend in das ewige Leben versetzt wird? Was sagt uns dazu die hl.Schrift selbst? "Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen,denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf."1.Mose, 8,21) Eigentlich wollte Gott die Menschen vertilgen etwa durch eine weitere Sintflut,weil die Menschen so böse sind, wie sie nun mal sind. Daß Gott nun den Menschen als eine erzieherische Aufgabe ansieht und ein Pädagogikprogramm startet, damit sie in das Gute Liebende verwandelt werden, das steht hier nicht. Diese Aussage klingt eher resignativ: Aus denen wird nichts Ordentliches mehr! Nun könnte man meinen, daß das nur eine Einzelaussage der Bibel sei, aber die Geschichte Gottes mit seiner Menschheit sei doch eine erzieherische, in der  am Ende die Menschheit die Maturaprüfung bestehen wird und so in das Reich Gottes eingehen werde. 

Wer nun aber daraufhin den letzten Text der Bibel liest, in der uns das zukünftige Ende der Menschheitsgeschichte offenbart wird,der findet da keine Spuren einer so allgemeinen Versittlichung des Menschen, daß nun ihre Herzen zum Guten geneigte wären!

Warum vertilgt dann Gott die Menschheit nicht endgültig? Dieser Mosetext offenbart es uns, auch wenn die Antwort der zeitgenössischen Theologie und Kirche zuwider ist: "Noah aber baute dem Herrn einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar." (1.Mose,8,20) Gottes Reaktion auf das ihm so dargebrachte Opfer steht dann im 21.Vers: " Und der Herr roch den lieblichen Gerich". Um dieses ihm so wohlgefälligen Opfers verzichtet nun Gott auf die Vertilgung der Menschheit, die ihre Vertilgung ob ihrer Boshaftigkeit verdient hätte. Dieser Mosetext stellt also eine  Reflexion über die Frage des Wozus des Opferkultes dar, erzählend dargelegt.Das ein Mal so dargebrachte Opfer Noahs ist so der Urtypus aller Gott wohlgefällig dargebrach-ten Opfer.Der Opferkult setzt so eine Störung der Beziehung des Menschen zu Gott voraus, er ist und lebt nicht so, wie es Gott von uns will, aber um der Opfer willen hebt Gott diese Störung auf, indem er auf die Vernichtung der Menschheit verzichten will. 

Daß Menschen, dessen Herz zum Bösen geneigt ist, durch die Nächstenliebe oder durch Nachsicht bessere Menschen werden, das ist nun leider eine humanitaristische Vorstellung, die nicht in der christlichen Religion fundiert ist!         

 

Ist die (Drogen- Alkohol)Sucht eine säkularisierte Version der Besessenheit und was ist dann ein Teufelspakt?

 Erwägungen angesichts einer Bekannten, die sich einer Drogenentzugstherapie unterziehen muß

 

Besessenheit sei ein voraufklärerisches Mißverstehen einer Sucht oder einer psychischen Erkrankung, das wird auch so gepredigt, wenn es gilt, Jesu Exorzismen zeitgemäß zu verkünden. Aber ist etwas dran an dieser Aktualisierung? 

Unter einer Besessenheit wird ein Überweltigwerden eines Menschen durch einen oder mehrere Daimonen verstanden, sodaß das Opfer von diesen Mächten beherrscht wird und es für das Opfer keine Möglichkeit einer Selbstbefreiung gibt. Ein Exorzist allein kann mit der Kraft Gottes ihn befreien, der Befallene verhält sich dabei nur passiv.

Ganz anders verhält sich bei einem Teufelspakt: Der Teufel bietet dem Menschen sozusagen ein Geschäft an: "Übergebe mir Deine Seele und dafür helfe ich Dir bei Deinen Angelegenheiten!"Nur wenn der so Versuchte freiwillig sein "Ja" zu dem offerierten Pakt gibt, entsteht er. Es ist dem Menschen dann auch möglich, wenn auch nur mit Gottes Hilfe, diesen Pakt aufzulösen.

Wird eine Sucht, etwa die Drogen- oder die Alkoholsucht ähnlich einer daimonischen Besessenheit vorgestellt, heißt das, daß es keinen Eigenanteil des Süchtigen an seiner  Entwickelung zu einem Süchtigen gibt und daß er nicht selbst aktiv an seiner Überwindung seiner Sucht mitwirken kann.

Sinnvoll ist es, die Entstehung einer dieser zwei Süchte anhand des aristotelischen Begriffes des Habitus zu rekonstruieren, als eine in Fleisch und Blut eingegange schlechte Gewohnheit. Am Anfang stünde ein Schmerz, eher psychisch als körperlich verursacht. Der Schmerz selbst ist ein Handlungs-appell, daß hier ein bedrängendes Problem vorliegt, das zu behandeln ist. Nun kann der Schmerz als das Problem wahrgenommen werden und nicht als ein Warnzeichen für ein vorliegendes Problem. So wird nun das Schmerzempfinden beseitigt durch Schmerzbetäubungsmittel. "Wer Sorgen hat, hat auch Likör", heißt es im Volksmunde. Wer nun alle seine Sorgen mit Likör bekämpft, wem das zur Gewohnheit geworden ist, der ist zum Alkoholiker geworden, dem der Griff zur Flasche zu der Problemverdrängung schlechthin geworden ist., zumal die Alkoholosierung kontinuierlich erhöht werden müssen, um eine betäubende Wirkung zu erzielen. 

Auf Probleme kann der Mensch prinzipiell in dreierlei Weise reagieren: Flüchten, standhalten und angreifen. Der Griff zu Drogen ist eindeutig eine Untervariante des Flüchtens.Das Problem selbst determiniert nicht selbst, welche der drei Möglichkeiten erwählt wird. Es muß also in den Menschen je nach seiner Individualität eine Disposition, eine Tendenz dazu geben, welche von den drei Optionen er für sich bevorzugt. Ich selbst vermute, daß diese Tendenz in der frühkindlichen Phase entwickelt worden ist und sich dann in aktuellen erlebten Problemen aktualisiert. Daß hieße dann aber auch, daß die Entstehung dieser Dispositon dem Süchtigen selbst nicht transparent, bewußt ist und nur durch eine Analyse im Stile S. Freuds erhellbar sein dürfte.

Wenn aber die Sucht ähnlich einer Besessenheit interpretiert wird, dann wird der Eigenanteil an der Genese der Sucht nicht analysiert: Das Suchtmittel habe eben süchtig gemacht. Die Sucht sei das Resultat des süchtig machenden Stoffes. Adam wußte schon, daß er ganz unschuldig sei, da  ihn Eva verührte, wobei er sein Sichverführenlassen tunlichst vergaß, das ist sein Eigenanteil an dieser Sünde.Wenn es aber keinen Eigenanteil an der Genese der Sucht gibt, wie soll dann der Süchtig-gewordende selbst aktiv mit der Unterstützung eines Therapeuten seine Sucht überwinden können. Müßte dann ein Therapeut nicht wie ein Exorzist wirken? 

Der Favorisierung der Form der Gruppentherapie anstelle der Analyse auf der Couch S.Freuds hängt mit einer gesellschaftskritischen zusammen. Adornos Votum: "Im falschen Leben könne es kein wahres geben!", grob versimplifizierend wurde: Da die Gesamtgesellschaft krank sei, was sich in den gestörten Kommunikationsbeziehungen manifestiere, müssen die Menschen ja erkranken, zumindest die sensibleren und Nichtabgehärteten und Verhärteten. Deshalb müssen nun in einer Gruppe Kommunikationsweisen erprobt und erlernt werden, die  diese krankmachenden transzendieren. 

Verkannt wird dabei, daß eine Sucht ein erlerntes Fehlverhalten ist, das zum Habitus geworden ist, zu einer  in Fleisch und Blut übergangen wordenen Gewohnheit, die nicht schon durch eine intellektulle Einsicht überwunden werden kann: Schlechte Gewohnheiten können nur durch bessere oder gute ersetzt werden, urteilt in kritischer Intention Aristoteles gegen Platon. 

   

Dienstag, 28. April 2026

Gottes Gerechtigkeit: "schlechten Menschen geht es immer gut, Unkraut verdirbt nicht"?

 "Nun ich weiß,was ihn auf seiner kleinen Nußschale hinausgetrieben hat in die Wüste des Meeres (eine Anzahl schrecklichster Verbrechen aufzuklären und für eine gerechte Bestrafung der Täter zu sorgen)bin ich überzeugt,daß er zurückkehren wird. Gott muß einen solchen Menschen beschützen;er kann den Gerechten nicht untergehen lassen,um den Ungerechten mit Glück zu überschütten." So steht es in dem Karl May Roman: "Waldröschen" Bd 2, Zweite Abtheilung, zweites Kapitel: "Der verlorene Sohn", S.1166. Dieser Gerechtigkeitsglaube prägt ebenso Mays großen Erzählromane: "Die Liebe des Ulanen", "Der verlorene Sohn","Der Weg zum Glück". So erfolgreich auch die Machinationen und Intrigen der Bösen ausfallen, am Ende, aber erst am Ende dieser mehrbändigen Romane setzt sich Gottes Gerechtigkeit durch.

"Wer gut lebt - im moralischen Sinne- dem geht es auch gut". kantianisch formuliet: "Der Glückswür-digkeit folgt die Glücksseligkeit als Verheißung der Gerechtigkeit." Aber die Wirklichkeit des Lebens widerspricht dem doch so oft, wie es die obig zitierte Volksweisheit zum Ausdruck bringt. Der "Prediger Salomo" gilt unter den Büchern der Bibel als der Kronzeuge der Krise der Weisheit, daß es dem, der weise und gerecht lebt, in seinem Leben gut geht, dem Nichtweisen nicht gut. Der Tun- und Ergehenszu-sammenhang bewirke das. Ein simple Beispiel veranschaulicht dies: Die Mutter sagt zu ihrem Kinde: "Jeden Abend hast Du Dir Deine Zähne zu putzen und danach darfst Du im Bette keine Süßigkeiten mehr naschen, denn sonst wird Dich ein schlimmes Zahnweh befallen!" Aber dem Kinde bereitet die im Bette genaschte Schokolade einen so großen Genuß, daß er sich nicht an die mütterliche Weisung hält. Das Ergebnis: Den Genuß bezahlt das Kind mit argen Zahnschmerzen. Weise ist es, auf den kurzfristigen Genuß um der darauf folgenden Zahnschmerzen zu verzichten, aber der Sünde handelt törricht und bezahlt so sein Genießen mit den darauf folgenden Schmerzen. Denn jeder Sünde wohne es inne, seinen Täter selbst zu schaden, nur nicht immer sofort. 

Diese Konstruktion des Tun- und Ergehenszusammenhanges wird aber der Gottesvorstellung der hl.Schrift nicht gerecht. Gott ähnelt dann eher einer Mutter, die ihrem Kinde, wenn es  nach dem Zähneputzen noch unerlaubt nascht etwa die Strafe eines einwöchigen Fernsehverbotes ankündigt: Das  Negative ist somit nicht eine immanente Folge des Sündigens sondern eine verhängte Strafe für das Sündigen. 

Also kurzfristig könne es auch den Übeltätern gut gehen, aber dann erdolgt die gerechte Strafe durch Gott. Daß das so ist, das ist das Credo der Weisheit des Alten Testamentes. Die Krise der Weisheit ist nun, daß die Lebenswirklichkeit mit diesem Credo nicht mehr in Einklang zu bringen ist. Das Schicksal der Märtyrer in der Zeit der Makkabäer stellt dies Credo insbesondere in Frage: Um nicht gegen das Gesetz Gottes zu sündigen, ließen sich die Märtyrer lieber töten, als daß sie um ihres Überlebens willen gesündigt hätten. Das Halten der Gebote Gottes, daß sie nicht sündigen wollten, führt so zu ihrem Tode, hätten sie gesündigt, hätten sie weiterleben können. Die Gebote Gottes, die er seinem Volke zum Leben gab, führt so in den Tod und ein Sündigen erhielte das Leben: Das ist die völlige Verquerrung der Intenion der Gebote Gottes. Gottes Gerechtigkeit kann es nicht zulassen, daß die Gehorsamen den Tod als Sold ausgezahlt bekommen und die Sünder das Leben.

Den Glückswürdigen würde so die ihnen geltende Glücksseligkeit vorenthalten werden. Das wider-stritte aber der Gerechtigkeit Gottes. Deswegen glauben die Gerechten der Makkabäerzeit an Gott, der die Gerechten zu einem neuen ewigen Leben am Ende aller Zeiten auferwecken werden wird. So postuliert auch Kant die Idee eines ewigen Lebens als Glücksseligkeit für die Glückswürdigen.

Innerhalb eines Romanes kann nun die Vorstellung eines ewigen Lebens, in dem Gottes Gerechtikeit sich erfüllt, nicht erzählt werden, das ewige Leben kann nur geglaubt werden. Deswegen wird der Idee der Gerechtigkeit  in den großen Romanen Karl Mays am Ende des Romanwerkes genügegetan. So sehr die Bösen auch immer wieder aufs Neue in der Romanhandlung triumphieren, am Ende, aber nur am Ende siegt die Gerechtigkeit endgültig. Das macht das Christliche diser Romane aus, auch der Realismus des den Guten hartnäckig Widerstreitenden. 

Zu merken ist, daß der Ursprung des Glaubens an ein ewiges Leben das Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit ist. So glaubte es der Pharisäer Saulus und diesen Glauben bewahrte er sich auch als Paulus als Christ.   

Montag, 27. April 2026

BDKJ: Schützt die Jugend!

Das Gerücht, schon Adam und Eva hätten über ihre Kinder geklagt, daß sie doch (etwas) mißraten seien und nicht so seien wie es ordentlichen Kindern geziehmt, hält sich hartnäckig und prolongiert sich von Generation zu Generation, daß die jeweiligen Nachwüchse nicht den Wünschen ihrer Eltern entsprächen.

Dem widerstreitet nun das Narrativ, daß die Jugend für die Kreativität, den Wille zu Reformen stünde, gar zu Revolutionärem, das ihnen im Blute läge. Setzten orthodoxe Marxisten einseitig auf das revolutionäre Potential der Arbeiterklasse, so entdeckte die Neue Linke neben den unterdrückten Frauen und Homosexuellen auch das reformerisch- revolutionäre Potential der mit dem Bestehenden unzufriedenden Jugend.

Für den BDKJ heißt das, daß zumindest ein richtig Jugendliche uneingeschränkt die Reformagenda des Synodalen Weges bejaht, gegen Rechts ist, hundertprozentig politisch korrekt stets bereit ist, dafür einzutreten. Was aber ist zu tuen, wenn es sich herumspricht, daß die Jugend nicht so ist, daß gar conservative und gar rechte Positionen eine Zustimmung unter ihnen finden gar traditionalistisch gesonnene Frauen das Ziel einer eigenen Familie als sehr erstrebenswert ansehen und das Glück eher in der Liebe erwarten als in einem feministischem Engagement? 

Die Jugend müsse manipuliert, korrumpiert worden sein, wenn sie so dem Jugendlichen Wider-sprechendes gutheißen! Als der vorrangige Urheber solcher Fehlentwickelungen können nur von Jugendlichen genutzte Medien in Frage kommen, die eben nicht politisch korrekt ausgerichtet sind. Nicht will man nun Jugendlichen den Zugang zu den sozialen Medien verbieten oder wenigstens einschränken, denn sie sollen ja, um auf den rechten, Entschuldigung linken Pfad der Tugend geführt werden durch den Gebrauch der Medien. Nur sie dürfen nicht den falschen ihr Gehör schenken!So verbot die EU "Rußland heute", da da der russische Krieg gegen die Ukraine gerechtfertigt wurde, aber nie käme die EU auf die Idee, Medien zu verbieten, die den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA gegen den Iran rechtfertigen. Eine SPD- Ministerin wollte gar das Magazin "Compact" verbieten, da es rechts stehend die Regierung zu energisch kritisierte und scheiterte dann vor dem Gericht mit ihrem Verbotsantrag. 

Die neuen Sozialen Medien müßten so zum Schutze der Jugend einer Zensur unterworfen werden bzw sich einer Selbstzensur unterwerfen.     "Soziale Netzwerke sind wichtige Lebensräume junger Menschen. Gleichzeitig sind es Räume, in denen Hass, Desinformation und Manipulation besonders jene treffen, die ohnehin Diskriminierung erfahren", erklärte der BDKJ-Bundesvorsitzende Henner Gädtke. Es brauche klare und verbindliche Regeln, die die Betreiber von Plattformen in die Verantwortung nähmen und die Rechte junger Menschen stärkten." Kath de: BDKJ fordert Schutzstanards für Jugendliche in Sozialen Medien." 26.4.2026. Das ist eindeutig als das Vokabular der politischen Korrektheit recognizierbar,mit der die Einrichtung einer Zensur gefordert wird. Den Jugendlichen sollen weiterhin ihre Lebensräume der sozialen Netzwerke erhalten bleiben, aber sie sollen durch sie politisch korrekt erzogen werden. 

Man kann eben nicht auf eine natürliche Zuneigung der Jugend für eine linke Politik vertrauen, sie muß dazu erzogen werden und das verlangt eben Zensurmaßnahmen.  

Samstag, 25. April 2026

Ermöglicht das Alte Testament eine politische Theologie?

 Eine der bedeutsamsten Entscheidungen die Kirche war es, der These, der Gott Jesu Christi sei unvereinbar mit dem Schöpfergott des Alten Testamentes: Jesus erlöse uns vielmehr aus einer von einem Demiurgen erschaffenen Welt, in die die Seelen gefangen genommen worden wären um nun aus dieser Kerkerhaft unseres Leibes und der materiellen Welt erlöst zu werden.Das könnte nur eine weltverneinde Theologie und ein weltflüchtiges Christentum hervorbringen, das so unpolitisch sein muß.

Wenn nun aber der Schöpfergott und der Erlösergott identisch sind,dann kann die Haltung der christlichen Religion zur Welt keine rein negative sein. Auch die von der Sünde korrumpierte Welt bleibt die Schöpfung Gottes, in der er regiert. Der Weltgestaltungsauftrag: "Machet Euch die Welt untertan", das bedeutet: "Gestaltet sie!" erlaubt kein unpolitisches Christentum, denn die Frage, wie denn von uns die Welt gestaltet werden solle?, ist eine politische Frage, da sie nicht reduzierbar ist auf die der privaten Lebensführung. 

Hätten wir nur das Neue Testament in seiner Zentrierung auf die Frage nach dem ewigen Leben: "Was tuen, um es zu erlangen?" könnte so ein Reduktionismus naheliegen, zumal wenn die Nächstenliebe als unter uns Christen zu praktizierende verstanden wird. Zum Schöpfergott gehört dagegen konstitutiv die Bejahung der Sexualität, damit wir Menschen uns fortpflanzen, die Ordnung der Völker mit ihren Staaten und das Leben der Völker, ob sie gemäß Gottes Willen leben oder nicht. Die wichtigste politische Frage des Volkes Israel lautete so: Regiert der amtierende König gemäß Gottes Geboten, wovon die Wohlfahrt des Volkes abhing. 

Damit ist noch keine Aussage über die Ausrichtung der Politik gemacht, das soll hier unterlassen bleiben, es soll nur dafür plädiert werden, daß die Kirche Jesu Christi keine unpolitische sein kann. 

 

 

Kritik der bürgerlichen und verbürgerlichten christlichen Religion

 Es gilt nun, die Differenz zwischen der bürgerlichen und der verbürgerlichten Gestalt der christlichen Religion zu erfassen. Anheben möchte ich dabei eingedenk der mehr als lesenswerten Studie Gerd Theißens über die "Jesusbewegung" mit der schon im Neuen Testament und dem Urchristenum dokumentierten Differenz zwischen einer radical wörtlich verstandenden Nachfolgepraxis Jesu Christi und einer, in der die Christen nicht alles aufgaben, die Familie, den Besitz und den Beruf, um mit oder wie einst Jesu als Wanderprediger von Ort zu Ort das Evangelium zu predigen.Diese Wanderprediger verzichteten auf eine Broterwerbsarbeit, da sie ganz für das Evangelium leben wollten und lebten so nur von Spenden. (Der Apostel Paulus wurde ja kritisiert, ob er denn ein wirklicher Apostel sei, da er einer Arbeit nachginge, statt wie ein Apostel sich von den Gemeinden versorgen zu lassen. 1.und 2.Korintherbrief) 

Von Anfang an gab es nun aber auch sagen wir mal "seßhafte" Christen, die weiter in ihrer Familie lebten, einen Beruf ausübten und staatsbürgerlichen Pflichten nachgingen, indem sie die Steuern zahlten. Aus denen bildeten sich dann die Ortsgemeinden heraus. Statt all ihren Besitz den Armen zu geben, geben sie den Armen Allmosen, statt ihr Leben der Verkündigung zu widmen, arbeiten sie und führen ein Familien-leben.Das verlangt eine Entradicalisierug der Nachfolgepraxis Jesu, das Leben Jesu in dem bürgerlichen Leben gerecht werden wollend dies doch den Lebensnotwendigkeiten des bürgerlichen Lebens einzu-passen. Ein Extrembeispiel zeigt uns das Leben des zum christlichen Glaubens bekehrten Kaiser Konstantins: Er schob die Taufe bis an sein Lebensende hinaus, angesichts der Problematil, wie könne er als getaufter Christ noch als Kaiser regieren, ohne zu sündigen, auch damals war die Politik schon ein "schmutziges Geschäft- eine zweite Taufe zur Sündenvergebung gibt es in der christlichen Religion nicht.

Die christliche Religion war so von Anfang an eine Zweigesichtige, die der radicalen Nachfolge,aus der sich dann das Mönchtum herausentwickelte und das bürgerliche. Die radicale Nachfolge verhinderte eine Verweltlichung der christlichen Religion, das bürgerliche ein weltfüchtiges Christentum. Die Welt wurde zu dem Ort, in der der Christ seinen Glauben zu leben hatte. Gott ist eben nicht nur ein jenseitiger, der uns das ewige Leben verheißt, sondern auch einer, der jetzt die Welt regiert und in ihr wirkt, sodaß auch der Christ daran partizipiert.

Unter einer verbürgerlichten christlichen Religion soll nun ein Christentum verstanden werden, daß diese seine Zweigesichtigkeit verloren hat oder verliert. Es hat sich so eingeheimatet in die Welt, daß ihr  das ganz andere, das Reich Gottes, die wahre Heimat des Menschen, der Himmel verlustig geht. Die verbürgerlichte Religion bejaht die Welt, die Gesellschaft wie sie ist und versteht den persönlichen Glauben als eine Hilfe zur Bewältigung und Meisterung dieses Lebens. Der Glaube, so wie man ist, als von Gott bejaht zu sein, soll sich dann in persönlichen Krisen bewähren,eine Lebenshilfe zu sein. Die Erlösung der Welt,ihre Erlösungsbedürftigkeit gerät außer Sicht oder wird durch humanitaristische Optimierungskonzepte ersetzt, dem Glauben an die Reformierbarkeit von allem.       

Freitag, 24. April 2026

Kriterien für die Falschheit einer Religion - Der Apostel Paulus klärt uns auf!

 "Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel Euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es Euch gepredigt haben,der sei verflucht." So schreibt es der Apostelfürst Paulus in seinem Galaterbrief. 1,8. Es gilt nunhier zwischen einem innerkirchlichen Abfall vom wahren Evangelium und einer Stiftung einer neuen Religion, die sich als die wahre ausgibt, da sie ja selbst von einem Engel des Himmels bewahrheitet ist, zu distinguieren. In der Kirche muß so mit der Möglichkeit der Häresie und gar der Apostasie gerechnet werden, da Gott das Evangelium nicht durch Künstliche-Intelligenzroboter sondern durch Menschen verkündigen läßt. 

Nach dieser Aussage läßt es der allmächtige Gott aber zu, daß ein Engel vom Himmel ein Falschevan-gelium verkündet, das wäre eine Religion, die der christlichen ähnelt, das heißt, sie ist ihm einerseite gleich, sonst wäre es kein Evangelium und andererseits ist es verschieden davon, denn sonst wäre es kein anderes Evangelium. Dieser Engel kann selbstredend keiner vom Himmel sein, sondern ist einer des Teufels, der sich als ein himmlischer maskiert. Die so gestiftete Religion wäre so selbst eines übernatürlichen Ursprunges und so auch mächtig. Ein Engel verliert ja nun seine ihm eigene Engelmacht nicht durch seinen Fall, wie der Mensch ja durch den seinigen nicht seine Macht verloren hat.

Ob ein solches Ereignis, daß ein Engel eine Falschreligion so gestiftet habe,sich wirklich ereignet hat,  soll nun nicht erforscht werden, wenngleich die islamische Religion sich als ein Prüfungsfall anböte, sondern gefragt werden, ob dann etwa alle nichtchristlichen Religionen als von falschen Engeln ins Leben gerufene zu begreifen wären. Paulus Aussage: "So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden" (Gal, 3,24) könnte uns hier weiterhelfen, insbesondere wenn man den "Zuchtmeister" erst Mal als "Pädagoge" übersetzte

Einen kleinen Umweg begehe ich nun, um so eine Antwort auf diese Frage zu finden. Wenn Tafelkläßler das Addieren und Subtrahieren im Rechenunterricht erlernen sollen. müssen sie zuerst das  Zählen lernen.   Wer nicht bis 5 zählen kann, wie sollte der erlernen, daß 3 plus 2  5 sind? Die Religionen, die vorchristlichen könnten so als eine pädagogische Hinführung zur wahren Religion verstanden werden. Jesus Christus kann nicht unmittelbar vermittelt werden, sondern bedarf einer erzieherischen Vorbereitung. Das in allen vorchristlichen Religionen offenbare Gesetz, lehrt eben, daß Gott zu verehren sei, oder die Götter, daß der Mensch nach ihren Willen zu leben hat, daß sein Glück von dem Wohlwollen Gottes abhängt. Jeder vorchristlichen Religion ist nun auch ein eigener Kult eingeschrieben mit einem Opferkult. Das sind sozusagen die elementaren Grundbausteine der Religion.

Wird nun Tafelkläßlern das Subtrahieren beigebracht, einen klugen Schüler gibt es immer, der den Lehrer frägt: "Was ist 3 minus 5?" Der Erstkläßler bekommt darauf die enttäuschende Antwort: "Das geht nicht! Die Zahl, von der man abzieht, muß größer sein als die Zahl, die abgezogen werden soll!"Das ist nicht falsch, denn in der Menge der positiven Zahlen kann es auf die Frage: "Was ist 3 minus 5 keine Antwort geben. Erst wenn die Rechenschüler in das Universum der negativen Zahlen eingeführt worden sind, ist ihnen die Antwort: - 2 verstehbar. Das einmal Erlernte,das ginge nicht!,muß negiert werden durch die Erkenntnis, daß es im Raume der negativen Zahlen darauf eine wahre Antwort gibt. 

So muß nach Paulus auch die vorchristlichen Religionen in der wahren auch negiert werden, wobei ihr Wahres in der christlichen Religion hegelisch aufgehoben wird. Die vorchristlichen sind noch nicht selbst wahre Religionen, sodaß der Mensch in ihnen durch sie das Heil erlangen könnte, denn dann wäre ja die christliche überflüssig, aber sie sind die Vorbereitungen für die wahre Religion. Die Wahrheit der vorchrsitlichen Religionen ist so ihre Negation und Aufhebung in der wahren Religion.

Das hat auch weitreichende Konsequenzen für den christlichen Religionsunterricht: Er darf nicht unmittelbar mit Jesus Christus anfangen. Wer Schülern den Unterschied zwischen einem "BMW" und einen "Trabi" erklären wollte, käme ja nie auf die Idee, daß  der Unterschied erklärbar wäre,ohne daß zuerst zu vermitteln sei, was denn überhaupt ein Automobil sei. Die Christuserkenntnis verlangt so ein Verständnis von der Religion, vom Religiösen überhaupt,um das Besondere Jesu Christi zu erkennen.  

Donnerstag, 23. April 2026

Was sind die Bedingungen dafür, daß eine Religion wahr sein kann? Ein Versuch einer Kriteriologie

 Die zu eruierenden Bedingungen dürfen nun nicht selbst einer empirisch vorfindlichen Religion entnommen werden, sondern sind spekulativ zu entwickeln, um dann daraufhin vorhandende Religionen zu untersuchen.

Meine These: Eine Religion kann nur wahr sein, wenn erstens die Existenz eines oder mehrerer Götter vorausgesetzt wird, die sich nicht gleichültig zu uns Menschen verhalten und die auf unser Verhalten ihnen gegenüber different reagieren können. Damit Gott oder die Götter recht verehrt werden können.muß uns Menschen die rechte Verehrung irgendwie durch eine Offenbarung vermittelt werden.Allein durch die menschliche Vernunft ist die rechte Gottesverehrung nicht erkennbar, da ja nicht gewiß sein kann,ob sie vernünftig verehrt werden wollen.

Die Kommunikation, und eine Religion ist nun mal eine Kommunikation zwischen dem einen bzw den vielen Göttern und uns Menschen ist eine asymmetrische: Nur der Mensch kann sündigen,nicht der Gott oder die Götter,nur der Mensch kann einen Gott bitten,nicht ein Gott einen Menschen. Die religiöse Kommunikation ist primär die des Kultes, sekundär eine private. Diese Asymmetrie hat Folgen für die Weise des Kultes, daß der Mensch in ihr Bitt-und Dankopfer darbringt, Entsühungsopfer und Freundschaftsopfer, da das eine menschliche Möglichkeit ist, diese asymmetrische Kommunikation zu gestalten.  

Hiermit ist nicht viel, aber doch einiges für eine Kriteriologie der wahren Religion gewonnen. Schön wäre es,könnte unabhängig von Gottes Offenbarung ergründet werden, daß nur eine monotheistische Religion wahr sein könne oder gar nur eine, die Gott als eine Dreifaltigkeit denkt, aber dafür sehe ich keine Möglichkeit. 

Aber es ist nun zu urteilen, daß eine Religion, die diese Bedingungen nicht erfüllt,keine wahre sein kann. So darf gefragt werden,ob die jüdische Religion,indem sie auf das religiöse Zentrum des Alten Bundes, den Tempelkult verzichtet, bis heute ist in Jerusalem kein neuer Tempel errichtet worden,obgleich den der Alte Bund verlangte, eine wahre Religion sein kann? Der Synagogengottesdienst ist ja nur im babylonischen Exil konstruiert worden als einen Ersatz für den dort nicht möglichen Tempelkult. Auch kennt der Islam  keinen Tempelkult. Man kann nun gar anfragen,ob nicht die reformatorischen Kirchen die christliche Religion entwahrheiten, da sie meinen, daß die Eucharistie kein kultisches Meßopfer sei.

Die christliche Religion unterliegt einer Selbstgefährdung durch eine zu  radicalen Kirchenkritik.indem etwa Jesus Christus als die Wahrheit anerkannt wird, die Kirche aber nur den Status eines Antwortens auf die Wahrheit zugeschrieben wird, daß ihre Antworten nur so zeitgeschichtlich bedingte seien und nicht die Wahrheit selbst. Jesus wird so transformiert in das "Ding an sich", als etwas kantisch geredet Unerkennbaren, dem wir Christen uns immer nur in einer unendlichen Suchbewgung annähern könnten,ohne ihn je zu erreichen. Selbst das Neue Testament sei dann nur ein Antwortversuch auf das Offenbarungsereignis Jesu Christi. 

Eine Religion kann aber nur  eine wahre sein, wenn das Offenbarte in ihr als erkannte  und als vermittelbare  präsent offenbar ist. Das erfordert eine Institution, die das Offenbarte weitervermitteln kann in einer notwendigen Treue zum Ursprünglichen, da Gott oder die Götter eben durch Menschen ihre Wahrheiten vermitteln, damit sie zu Wahrheiten der Menschen werden können. 

So spricht manches dafür, daß die christliche Religion in der Form der Römisch-Katholischen Kirche die wahre Religion ist. 

Mittwoch, 22. April 2026

Ewiges Leben- eine Illision, eine Vertröstung und völlig unglaubwürdig?

 Eine Illusion?  Diese Kritik übersieht,daß die Vorstellung von einem postmortalem Leben in allen monotheistischen Religionen und wohl auch in allen anderen eine ambivalente ist, daß das postmortale ein paradisisches oder ein höllisches, verdammtes sein kann. Eine Illusion, eine sehr erfolgreiche über den Tod konstruierte nun der Philosoph Epiktet: "Wenn ich bin, ist der Tod nicht und wenn der Tod ist, bin ich nicht, sodaß es meinen Tod nicht geben kann. Wer sich also vor seinem Tode fürchtet, fürchtet, fürchtet sich vor etwas, was es nicht geben kann!"

Das ist so sinnvoll, als wenn ein Schaf erklärte: "Solange wir nicht glauben, daß der Wolf ein Vegetarier ist, werden wir in Furcht vor ihm leben. Deshalb wollen wir nun glauben, daß er ein Vegearier ist." Keine Illusion ist dagegen der Glaube an eine postmortale Existenz ob der Möglichkeit eines ewig verdammten Lebens.

Eine Vertröstung? Diese Kritik basiert auf der Vorstellung, daß es die eigentliche Aufgabe des Menschen sei, die Welt humaner und gerechter zu gestalten und daß nun der Glaube an ein ewiges Leben ihn von dieser Aufgabe abhält. Nun ist aber die Verheißung des ewigen Lebens an Bedingungen geknüpft, wie wir Menschen zu leben haben, um das ewige Leben zu erlangen. In der christlichen Religion ist das neben der Gottesliebe die Nächstenliebe. Diese Nächstenliebe motiviert so zum Streben nach einer gerechteren Welt. Ein völlig unpolitische gelebte Nächstenliebe würde ihr selbst nicht gerecht werden.

Zudem ist jedes menschliche Streben nach einer gerechten Welt in einer eigenümlichen Aporie befangen: Die vielen gelitten Habenden können keinen Anteil an der noch zu erwirkenden gerechten Welt erlangen und die Verursacher des Leidens der Vielen werden nie zu einer Rechenschaft gezogen.Auch wenn es eine Menschenmöglichkeit wäre, eine vollkommen gerechte Welt  zu erschaffen, wäre sie so notwendigerweise keine vollkommen gerechte. Nur der Glaube an eine allgemeine Totenauferstehung und ein göttliches Endgericht vermag wirklich einer universalistischen Gerechtigkeit Genüge leisten. 

Unglaubwürdig? Warum sollten alle Religionen in diesem Punkte sich irren und nur die Epiktet Zustimmenden nicht. Es kann nicht bewiesen werden, daß es einen Gott gibt, der Menschen das ewige Leben geben will, wenn sie gemäß seinem Willen leben und es kann nicht bewiesen werden, daß das nicht wahr ist. Wie kann nun eine Entscheidung getroffen werden, wenn nicht erkennbar ist, was wahr ist?

4 Möglichkeiten existieren, 2 Möglichkeiten, daß die richtige Entscheidung getroffen wird:

Erstens: Ich entscheide mich dafür, es für wahr zu halten, daß es einen Gott gibt, der uns so das ewige Leben gibt und es ist wahr, daß es so ist.

Zweitens: Ich entscheide mich dafür, das für unwahr zu halten und es ist unwahr.

Es gibt nun 2 Möglichkeiten einer falschen Entscheidung:

Drittens: Ich entscheide , daß das wahr ist und es ist unwahr.

Viertens: Ich entscheide, daß es unwahr ist und es ist wahr.

Zur Kriteriologie

Ich wähle von der dritten und vieten Option die, die in Folge meiner Fehlentscheidung das geingere Übel hervorruft. Wählte ich die dritte Option, hätte ich umsonst gemäß Gottes Willen versucht zu leben,ja hätte  Epiktet recht, würde der sich falsch Entschiedende nie erkennen können, daß er sich falsch entschieden habe, da er tot das nicht mehr erkennen könn.

 wählte ich die vierte Option verlöre ich nicht nur das ewige Leben sondern erlangte ein ewig verdammtes Leben. Deswegen ist es vernünftig, an Gott zu glauben, der uns ein ewiges Leben verheißt, wenn wir gemäß ihm leben, als das nicht zu glauben.

Diese vernünftige Entscheidung zum Glauben ist nun nicht ein Vertrauensglaube im katholischen Sinne, aber ein "kleiner", der dann in den Katholischen Glauben der Kirche hineinwachsen kann. Dem Protestantismus, und nicht nur den Evangelicalen wohnt eine Tendenz inne, den Glauben auf einen Entscheidungsakt zu reduzieren: "Glaub an Jesus, übergib Dich ihm!"aber das ist nicht katholisch.Hier gilt, daß der Glaube ein Wachstumsprozeß ist,in dem der Christ in den Glauben der Kirche hineinwächst. Dafür wäre dann diese vernünftige Entscheidung der erste gute Schritt.

 

  

Dienstag, 21. April 2026

Spurensuche: Vorstellungen von einem postmortalen Leben

Von den Indianen heißt es: sie "haben den Glauben,daß wer ohne Scalp ,ohne Waffen und richtiges Begräbniß aus diesem Leben geht,dort nicht in die ewigen Weidegründe gelangen kann." Karl May.Waldröschen,Bd 1,Erste Abtheilung.Lebendig begraben, S.698.Der Autor bezeichnet hier diese Indianer als "Wilde".da sie nicht zu den christianisierten gehören. So sei der Glaube der indianischen Religion. 

Auf Seite 688 heißt es dazu ergänzend: "Er wird nicht in die ewigen Jagdgründe kommen,denn er wurde von den Thieren gefressen."  "Seine Seele wird bei den unglücklichen Schatten wandeln,die sich vor Kummer und Unmuth verzehren.Der Apache ist verflucht in diesem und im anderen Leben."

Es gibt also auch in dieser Religon die Vorstellung von einem postmortalen Leben und mann glaubt, daß wie man in diesem Leben gelebt hat, die Qualität des postmortalen Lebens bestimmt, ob ein Indianer eingeht in die "ewigen Jagdgründe" oder ein unglückliches Schattendasein führen wird.

Kann diese Vorstellung als eine Invariable aller Religionen angesehen werden und eben nicht als ein Sondergut der christlichen? Drängt sich da nicht der Verdacht auf, daß der Glaube an die Endgültigkeit des Todes eine Hervorbringung dekadenter Zeiten ist,Zeiten des geschwächten Willens zum Leben?

Zudem müßte nicht der Glaube an die Endgültigkeit des Todes fatale Folgen für die Sittlichkeit zeitigen, da egal wie ein Mensch gelebt hat, sein Ende immer das gleiche ist: sein Todsein?

Montag, 20. April 2026

Spurensuche: Grabbeilagen und das Verständnis vom Tode

 Grabbeigaben sind eine übliche Praxis der Beerdigungspraxis zumindest in vormodernen Zeiten.Zwei Deutungen gibt es dazu, daß sie als Gebrauchsgegenstände für das postmortale Leben gedacht sind oder als Begrüßungsgschenke zur Erleichterung des Einganges in das Jenseitsleben.Der Körper des Verstorbenen ruht nun zwar im Grabe, er selbst soll aber irgendwie postmortal leben, vielleicht in einer Unterwelt oder in einer Art Paradies. Diese Dualität läßt sich durch eine dualistische Anthroplogie erklären, daß der Körper im Grabe weilt, die Seele aber postmortem weiterlebt.Aber wie verhalten sich dazu die Grabbeigaben,die doch für das postmortale Leben bestimmt sind, aber im Grabe liegen? Verdoppeln die sich auch,sodaß sie hier im Grabe sind und doch auch jenseitig sind?

Wahrscheinlicher ist es, daß an eine Auferstehung der Toten geglaubt wird, sodaß sie dann die beigegten Grabbeigaben nutzen können, Das  evoziert nun die Frage, was denn mit dem Verstorbenen ist, wenn sie schon gestorben sind und noch nicht auferstanden sind. Dazu geben die Grabbeigben keine Auskunft, denkbar ist aber ein Zwischenzustand der Seele in einer Art Unterwelt.

Sonntag, 19. April 2026

Zur Wiederkehr einer conservativen Ordnungsmacht Europas - eine Orientierungsskizze

 Die Französische Revolution wollte die ganze Welt auf ein neues Fundament stellend neu erschaffen, dem der Vernunft mit seinen der Vernunft evidenten Menschenrechten, um die alte Ordnung des christlichen Abendlandes, die des Thron und Altarbündnisses aufzulösen, stattdessen die Kirche zu verprivatisieren und anstatt der Monaechie die demokratische Republik zu setzen. 

Die hl. Allianz, Preußen, Österreich und  Rußland stellten sich dem conservativ antirevolutionär entgegen ganz im Geiste des christlichen Abendlandes.

Das Ende des 1.Weltkrieges erbrachte den Siegeszug der Ideen der Französischen Revolution, die drei conservatien Mächte wurden selbst revolutioniert.Rußland schlug dabei durch die bolschwistische Revolution und dem  darauf folgendem Stalinismus einen Sonderweg ein, indem es eine auf die Vernunft fundierte totalitäre Ordnung sich gab,die des Marxismus-Leninismus, Unter Lenin vollzogen die Bolschewisten eine Synthese der kommunistischen Ideologie mit dem Feminismus, der Befreiung der Frau aus der Herrschaft der drei Ks: Kinder, Küche, Kirche. Die Abtreibung wurde erlaubt, die Kindererziehung sollte vollständig verstaatlicht werden und so die Ordnung der Ehe und Familie aufgelöst werden. Der Stalinismus löste nun diese Synthese auf und initiierte eine wirklich conservative Familienpolitik: Die Abtreibung wurde verboten , die Familie als das Fundament der sozialistischen Ordnung wieder restituiert. Stalin proklamierte 1941 den großen Vaterländischen Krieg und nahm dabei die Russisch-Orthodoxe Kirche mit ins Boot, die Lenin noch unbedingt bekämpfen woll

So charakterisiert den Stalinismus eine ihm eigentümliche Ambiguität,daß er einerseits linksradical revolutionär war, andererseits Conservatives restituierte, den russischen Patriotismus, die Ordnung der Familie und sein Zugehen auf die russische Kirche.

Deutschland schloß so 1939 den sog.Hitler-Stalin- Pakt, da man meinte, Stalin hätte den auf das Ziel der Weltrevolution ausgerichteten Kommunismus in einen National-Kommunismus transformiert,sodß es ein Nebeneinander des National- Sozialistischen Deutshlandes mit dem National-Kommunistischen Rußland geben,aber 1941 erwies sich das als eine Fehldeutung: Deutschland führte einen Präventievkrieg gegen das sowjetische Projekt, die Revolution durch einen Krieg zu exportieren.

Mit dem Zerfall der sozialistischen Staaten siegte nun endgültig die Französische Revolution.Die siegreiche Ideologie hat sich dabei auch weiterentwikelt: der Feminismus, der von dem Narrativ der vermeintlichen Frauenunterdrückung lebt, über die Radicalisierung des Selbstbestimmungsrechtes in der Genderideologie, der LGBTQ-Bewegung bis zur propagierten Auflösung der Völker und der Nationalstaaten durch die Massenemigration von "Flüchtlingen".

Das Rußland unter Putin stellt dagegen eine conservative Ordnungsmacht dar mit seinem Patriotismus, seiner Ablehnung der heutigen Ideologien des Westens, auch mit seinem Verhältnis zur Russich-Orthodoxen Kirche, einer Art des Thron- und Altarbündnisses.  




 

Samstag, 18. April 2026

"Was tun?" Lenin und eine provokannte katholische Antwort

 Das Rosenkranzgebet "ist das Bittgebet um den Frieden in der Welt und in den Herzen,ein Sühnegebet für die Sünden,ein wirkungsvolles Rettungsggebet für die Seelen,ein heiliges Werkzeug für die Bekehrung der Sünder,das Gebet,das schmerzvolle Herz Mariens tröstet. Kurz gesagt:Das Rosenkranzgebet ist das Sturmgebet der Katholischen Kirche, vor dem die Hölle zitiert."

Papst Pius X sagt, "dass für den Priester nach der heiligen Messe und dem Brevier das Rosenkranzgebet von höchster Bedeutung sei;für den Laien soll der Rosenkranz nach der heiligen Messe den ersten Platz unter den christlichen Andachtsübungen einnehmen."

Fatimanovene,.7.Tag, 13.Oktober 1917 -Parvis Verlag 2009, S.22f,

 Als Christen vertrauen wir weit mehr auf Gott, den Allmächtigen als auf unser Vermögen zum Guten. 

Freitag, 17. April 2026

Luthers (Un)Geist unter den Traditionalisten und unter.....

 Luther müßte begeistert sein, wenn er den Siegeszug seiner Kampfparole:"Konzile können irren" in der heutigen Zeit in der Katholischen Kirche erleben könnte. Demun einen extremen Standpunkt nimmet der ein,der urteilt, daß alle Konzilien die Wahrheit gelehrt hätten, daß dann aber im 2.Vaticnum Irrlehren in der Kirche sich eingeheimatet hätten. die nun zur aktuellen Kirchenkrise führten. Den anderen der, der urteilt, daß endlich erst das 2.Vaticanum die Kirche aus dem Sumpf der kirchlichen Irrtümer befreite oder begann, sie zu befreien. Beide Positionen setzen damit voraus, daß es innerhalb der Kirchengeschichte Phasen gegeben hätte oder gibt, in denen der Hl.Geist die Kirche verlassen hätte, soff daß sie dann in Irrtümer fallen konnte, wenn sie nur noch ein Menschenwerk sei.

Ein einfaches Experiment: Aus dem Fenster schaue ich, sehe,daß es regnet. Ich schreibe nun auf einen Zettel: "Jetzt regnet es!"und hebe diesen Zettel auf, Ein paar Stunden später schaue ich wieder aus dem Fenster und sehe, daß die Sonne scheint, Die vordem wahre Aussage: "Jetzt regnet es!" hat sich entwahrheitet, Vor mir steht ein Baum und ich schreibe: "Hier steht ein Baum!" und ich wende mich um und sehe: "Hier steht ein Strauch!" Auch diese vorherige Wahrheit hat sich entwahrheitet. Sollten wir uns die Wahrheitsfähigkeit von den Lehren der Kirche ähnlich denken, daß jede wahre Aussage zeit- und raumbedingt sich so entwahrheitet? Modernisten scheinen das so zu sehen.

Aber frägt man sie, ob den Kirche anfänglich im Recht war, die Ideologie der Menschenrchte, die Parole der Französischen Revolution: "Freiheit, Gleichheit und Brüderlicdhkeit" zu verwerfen, so lautet das Urteil: "Mitnichten, die Kirche habe nun erst anerkannt, was sie von Anfang an hätte bejahen müssen!"Das gälte eigentlich auch für die Anliegen der Reformatoren, die sie, statt sie zu reprobieren, positiv hätte rezipieren sollen, was nun ja dank des 2.Vaticanumes geschähe. 

Wie konnte dann aber so lange die Kirche sich in so wesentlichen Fragen irren? Das ist nur vorstellbar, wenn Konzilien sich irren könnten, da sie der Hl.Geist verlassen habe. Der Conträrstdandpunkt  stimmt nun Luther auch zu, indem er urteilt, daß dieses Reformkonzil nicht eines aus der Kraft des Hl.Geistes gewesen wäre. Nun wenden Traditionalisten mit guten Argumenten ein, daß in gar Gewichtigem das 2.Vaticanum Lehren verträte, die nicht mit der bisherigen Lehre der Kirche übereinstimme. Die modernistische Auslegung der Texte des Konziles bestätigt dann auch diese Kritik.

Grundsätzlich gilt: Texte sind polyinterpretabel. Das schlichte Kommunikationsmodell des Senders, der eine Botschaft vermittelt, die dann der Leser eindeutig verstehen kann, scheitert an jedem komplexen Text. Die Erfahrung zeigt, daß es soviele Bibelstellendeutungen gibt, wie es Leser gibt. Jede Deutschunterrichtsstunde zeitigt das Resultat, daß es keine eine wahre Auslegung eines literarischen Textes gibt, 

Es bedarf einer Auslegungsnorm, um angemessene von nichtangemessenen Interpretationen zu distinguieren. Die Auslegungsnorm der Texte des 2,Vaticanumes ist nun die, daß als wahr nur eine beurteilt werden kann, die die Texte als übereinstimmend mit der bisherigen Lehre auslegen. Faktisch wird aber anders ausgelegt, daß die Texte sich in einem Widerstreit zur bisherigen Lehre befänden sodaß entweder die Tradition oder die jetzigen Texte falsches lehren. Unbestreitbar ist eine Auslegung, die die Reformkonzilstexte als übereinstimmend mit der Traad ition liest, keine leichte Aufgabe, aber nur eine solche kann als wahrhaft katholisch beurteilt werden. Die Alternative dazu ist, daß wir Luther zustimmen, daß die Kirche sich in wesentlichen Lehren irren kann.

 

 

Donnerstag, 16. April 2026

"Wir haben Gott getötet!" ein obskurer Deutungsversuch

n

Aber fragen wir: War Kaiser WilhelmII nach seinem erzwungenen Rücktritt und seinem niederländischen Exil nicht ein "toter" Kaiser, der nur noch als ein Privatmensch in seinem Exil lebte? Zu dem Kaisersein gehört konstitutiv daß er einerseite als Kaiser regiert und als so regierender von dem Volke anerkannt wird, Als in der Revolution am Ende des 1.Weltkrieges er nicht mehr als unser Kaiser anerkannt wurde, endete sein Kaisertum, es war revolutionär ermordet worden, aber als ein Privatmensch überlebte er.

Könnte man dann in einer Analogie dazu sagen, daß Gottes Gottsein nicht mehr anerkannt er zu einem Privatgott abgewertet wurde, daß er so entthront worden ist? Das evoziert nun eine sehr schwierig zu respondierende Frage: Welche Bedeutung hat das Nichtanerkennen Gottes für Gott selbst? Die traditionelle Vollkommenheitslehre Gottes müßte darauf antworten: "Keine!" Denn Gott wird hier als sich selbst so vollkommen genügend gedacht, er ist vollkommen saturiert, daß jede seiner Beziehungen zu anderen als ihm selbst, keine konstitutive Bedeutung haben kann.Diese gründet sich in der aristotelischen Handlungstheorie, daß jedes Handeln ein Gut erstrebt, das nur erstrebt wird, weil es dem Handelnden fehlt. Jedes Handeln ist so motiviert durch ein dem Handelnden innewohnenden Mangel.Gottes Besonderheit ist nun, daß ihm an nichts mangelt und er so nie handelt. So bewegt Gott nach diesem Philosophen alles andere auch nur, wie eine schöne Frau Männer dazu motiviert, ihr den Hof zu machen.Seine Anziehung zieht an und bewegt so alles.

In der traditionellen Gotteslehre wird die Vollkommenheitslehre Gottes expliziert, bevor seine Dreieinigkeit thematisiert wird,wodurch der Eindruck entstehen kann, daß Gott ganz unabhängig von seinem Dreieinssein schon vollkommen wäre und sich als reine Selbstbeziehung ohne die auf seinen Sohn und den Heiligen Geist schon genügen werde, er sei so schon saturiert. Das entwertet die Dreieinigkeir Gottes zu einem kontingnten Zusatz zu ihm. Im interreligiösm Dialog wirkt sich das vorteilhaft aus: Wir glauben monotheistisch alle an den einen Gott, seine Dreifaltigkeit ist eben ein letztlich überflüssiger Zusatz der christlichen Theologie.

Gott wird als die Liebe gedacht, das ist eine zentrale Vorstellung der christlichen Religion.Es glt nun, diese Liebe denkerisch zu begreifen. Gottes Liebe ist nicht einfach eine der reinen Selbstezüglichkeit sondern eine, die einen anderen setzt, seinen Sohn und die gesetztr  Differenz aufhebt durch seine Liebe zu seinem Sohn und die Liebe des Sohnes zum Vater. Das ist das Fundament des innertrinitarischen Lebens Gottes.

Gottes Liebe ist also eine, die anderes als sich selbst setzt und diese gesetzte Differenz dann in der wechselseitigen Liebe aufhebt, Das gilt nun in ähnlicher Weise auch für das Wirken Gottes nach außen, für seine Schöpfung. Zu Gottes Liebe gehört die Differenz von ihm zu seiner Schöpfung, sie ist nichtgöttlich und die Aufhebung dieser Differenz durch die wechselseitige Liebe. Gott kann so unser "Nein" zu seiner Liebe nicht gleichgültig ihn untangiert sein lassend sein, Das "Nein" berührt, ja verletzt gar Gott selbst, 

Man könnte vielleicht in einer sehr gewagten Analogie das "Nein" zu Gottes Liebe als den revolutionären Versuch deuten, nun auch Gott zu privatisieren, ihn ins Exil zu schicken: Nicht mehr soll er uns re

Aber fragen wir: War Kaiser WilhelmII nach seinem erzwungenen Rücktritt und seinem niederländischen Exil nicht ein "toter" Kaiser, der nur noch als ein Privatmensch in seinem Exil lebte? Zu dem Kaisersein gehört konstitutiv daß er einerseite als Kaiser regiert und als so regierender von dem Volke anerkannt wird, Als in der Revolution am Ende des 1.Weltkrieges er nicht mehr als unser Kaiser anerkannt wurde, endete sein Kaisertum, es war revolutionär ermordet worden, aber als ein Privatmensch überlebte er.

Könnte man dann in einer Analogie dazu sagen, daß Gottes Gottsein nicht mehr anerkannt er zu einem Privatgott abgewertet wurde, daß er so entthront worden ist? Das evoziert nun eine sehr schwierig zu respondierende Frage: Welche Bedeutung hat das Nichtanerkennen Gottes für Gott selbst? Die traditionelle Vollkommenheitslehre Gottes müßte darauf antworten: "Keine!" Denn Gott wird hier als sich selbst so vollkommen genügend gedacht, er ist vollkommen saturiert, daß jede seiner Beziehungen zu anderen als ihm selbst, keine konstitutive Bedeutung haben kann.Diese gründet sich in der aristotelischen Handlungstheorie, daß jedes Handeln ein Gut erstrebt, das nur erstrebt wird, weil es dem Handelnden fehlt. Jedes Handeln ist so motiviert durch ein dem Handelnden innewohnenden Mangel.Gottes Besonderheit ist nun, daß ihm an nichts mangelt und er so nie handelt. So bewegt Gott nach diesem Philosophen alles andere auch nur, wie eine schöne Frau Männer dazu motiviert, ihr den Hof zu machen.Seine Anziehung zieht an und bewegt so alles.

In der traditionellen Gotteslehre wird die Vollkommenheitslehre Gottes expliziert, bevor seine Dreieinigkeit thematisiert wird,wodurch der Eindruck entstehen kann, daß Gott ganz unabhängig von seinem Dreieinssein schon vollkommen wäre und sich als reine Selbstbeziehung ohne die auf seinen Sohn und den Heiligen Geist schon genügen werde, er sei so schon saturiert. Das entwertet die Dreieinigkeir Gottes zu einem kontingnten Zusatz zu ihm. Im interreligiösm Dialog wirkt sich das vorteilhaft aus: Wir glauben monotheistisch alle an den einen Gott, seine Dreifaltigkeit ist eben ein letztlich überflüssiger Zusatz der christlichen Theologie.

Gott wird als die Liebe gedacht, das ist eine zentrale Vorstellung der christlichen Religion.Es glt nun, diese Liebe denkerisch zu begreifen. Gottes Liebe ist nicht einfach eine der reinen Selbstezüglichkeit sondern eine, die einen anderen setzt, seinen Sohn und die gesetztr  Differenz aufhebt durch seine Liebe zu seinem Sohn und die Liebe des Sohnes zum Vater. Das ist das Fundament des innertrinitarischen Lebens Gottes.

Gottes Liebe ist also eine, die anderes als sich selbst setzt und diese gesetzte Differenz dann in der wechselseitigen Liebe aufhebt, Das gilt nun in ähnlicher Weise auch für das Wirken Gottes nach außen, für seine Schöpfung. Zu Gottes Liebe gehört die Differenz von ihm zu seiner Schöpfung, sie ist nichtgöttlich und die Aufhebung dieser Differenz durch die wechselseitige Liebe. Gott kann so unser "Nein" zu seiner Liebe nicht gleichgültig sein, kann ihn nicht tangieren. Das "Nein" zu Gott könnte so auch gedeutet werden als den revolutionären Versuch, Gott selbst zu privatisieren, ihn zu exilieren, weil nun wir selbst   nun sein Regieren übernehmen wollen., Diese Verprivatisierung Gottes könnte dann auch etwas eigentümlich aber nicht sinnwidrig als seine Tötung gedeutet werden. 

Wichtig ist mir dabei die These, daß unser "Nein" zu Gott, wir haben ihn entthront, nicht nur negative Folgen für uns hat, sondern auch Gott berührt in seiner Liebe, die konstitutiv eine zu anderen als sich selbst ist, die dabei die Differenz aufhebt in der Gemeinschaft der Gottesliebe, der Kirche. Die Beziehungen zu uns Menschen ist so etwas ihm nicht Äußerliches sondern in seiner Entsprechung zur innertrinitarischen Liebe etwas Konstitutives. Der Überreichtum der göttlichen Liebe drängt ihn zur Liebe zu den Menschen, die nun um seiner Liebe willen zuvörderst ihn zu lieben haben.

Zusatz

Ist die Ablegung der päpstlichen Tiara ein Symbol für eine solche Verprivatisierungstendenz Gottes?  

Mittwoch, 15. April 2026

"Wir haben Gott getötet!"- ein unüblicher Deutungsversuch

Wäre uns dies Votum aus Nietzsches Mund nicht schon zu bekannt und vertraut  „Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unseren Messern verblutet.“,wir würden kopfschüttelnd dies als eine völlig absurde Behuptung abtuen.Götter unsd schon gar nicht der Gott der christlichen Religion, wir glauben ihn als allmächtig, können nicht von Menschen getötet, gemordet werden. 

Dann könnten wir diese Behauptung des Gottesmordes„Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unseren Messern verblutet.“ als eine atheistische Proklamation deuten: Es habe nie einen Gott gegeben und das haben wir nun erkannt. Es wäre dann kein jubelnder Atheismus sondern einer, der selbstkritisch sich befrägt: Können wir wirklich ohne einen Glauben an Gott leben? Aber töten kann man nur etwas, das vordem gelebt hat- ein nur im Glauben "existierender" Gott ist kein lebender, ihm wohnte nur ein Scheinleben inne.

Könnte es sein, daß völlig unanhängig von der Autorenintention diese Aussage, die nun zu uns gekommen ist wie eine in eine in einen Fluß geworfene Flaschenpost eine Wahrheit enthalten könnte, an die dieser Philosoph selbst nicht gedacht hat? 

Mein Deutungsversuch: "Gott bleibt tot!" negiert das Osterwunder, daß Jesus Christus als der Sohn Gottes nach seinem Tode wieder auferweckt worden ist bzw wieder auferstanden ist.  Am Karfreitag ist Jesus Christus als wahrer Gott und nicht nur als ein Mensch getötet worden. Seine Mörder waren Menschen, die Verantwortlichen sind benennbar. Das Unmögliche ist so möglich geworden. Menschen könnten diesen Gottessohnmord nicht vollbringen, wenn Gott selbst ihnen dazu nicht die Macht gegeben hätte. Das nun bezeugt das Neue Testament: Gott wollte den Kreuzestod seines eigenen Sohnes und befähigte Menschen dazu, diesen auch zu erwirken.

Was bedeutet dann das Todsein? Hier stoßen wir notwendig auf eine eigentümliche Paradoxie: Nur wer unsterblich ist, kann seinen Tod als seinen sich selbst zuschreiben, ihn als den seinigen erleben. Dächten wir den Tod als eine pure Nichtung des Menschen, gälte: "Wenn ich bin, ist der Tod nicht und wenn der Tod ist, bin ich nicht, ergo kann es meinen Tod nicht geben" Nur aus einer Beobachterperspektive kann der Tod eines Menschen ausgesagt werden. Nur wenn das Ich im Tode nicht einfach negiert wird, kann es den Tod als den seinigen sich zuschreiben. Das Sterben ist also der Pozeß der Trennung der Seele von dem Körper, die dann ihr Todsein als sie Betreffendes überhaupt wahrnehmen kann. Am Kreuze ruft Jesus aus: "Mein Gott, warum hast Du mich verlassen!" Dies Verlassensein ist der Tod Jesu. Er stieg wirklich hinab in das Reich des Todes, des Ortes des Verlassenseins aller Dortigen von Gott. Bis Ostern hielt Jesu Christi Gottverlassenheit an, denn das war sein Todsein. Nur so gedacht, wird Jesi Christi Tod ernsthaft gedacht. 

Aber Nietzsches: "Gott bleibt tot!", das widerlegt das Osterevangelium:Gott erweckte seinen Sohn, das heißt: Er wandte seine Liebe ihm wieder zu und Jesus stand auf von den Toten, das heißt: Er wandte sich wieder der Liebe seines Vaters zu. 

Das wahre Leben ist das, das Gott liebt und das ihn wiederliebt, die Sünde ist das Gottes Liebe sich verweigernde Leben, das im Tode endet, in dem Gott Nein zum Sünder sagt und er bis zum Ende sein Nein zu Gott aufrechterhalten hat.

Aber mit Nietzsche können und müssen wir nun auch sagen: Wir haben Gott getötet, indem unsere alle Sünden ihm den Tod am Kreuz erbracht hat. Das ist sicher nicht die Aussageintention dieses großen Philosophen, aber vielleicht verbirgt sich in seinem Denken mehr an Wahrheit als ihm selbst bewußt war. 

 

Dienstag, 14. April 2026

Ein schockierender Gedanke zur Macht des Bösen

"Hahaha,der Teufel ist mein Genosse;er ist oft mächtiger als dieser Gott,vor dem sich Tau-sen fürchten,ohne daß sie sagen können,daß er auch wirklich existiert!" So redet ein Protagonist des Karl May Romanes:"Waldröschen" Erste Abtheilung, 5.Kapitel,"Zum Wahnsinn verurtheilt" der historisch-kritischen Ausgabe S.201.

Die Gottesfurcht wird in dieser Aussage in ein eigentümliches Zwielicht gestellt: Einerseits gilt die Gottesfurcht als der Anfang aller Weisheit, konnte Bismarck noch urteilen: "Wir Deutschen fürchten nichts außer Gott" und andererseits soll der Teufel oft sich als mächtiger als der Gott der Christen erweisen,sodaß eigentlich der Teufel und nicht Gott zu fürchten sei,zumal gar nicht gewiß sei, ob dieser Gott überhaupt existiere. An der Existenz des Teufels nun zweifelt dieser Protagonist nicht. Die Intimität seiner Beziehung zu ihm drückt sich in der Anrede als "mein Genosse"aus.

Dostojewskis Dictum: "Wenn Gott nicht ist, ist alles erlaubt!" liegt diesem Protagonisten fern, denn für ihn bestimmt der, der sich oft als mächtiger als Gott erweist, wie er sein Leben führen will, als ein Genosse des Teufels

Kurz darauf lesen wir in diesem Roman: "Es begann mit  diesem Ritte eine neue Episode im Kampfe des Bösen gegen das Gute" und keinen erfahrenen Karl Mayleser wird es erstaunen, daß ganz am Ende dieses mehrbändigen Romanwerkes die Guten mit der Hilfe Gottes siegen. Doktor Sternau sagt so: "Was sie hörten,war nicht ein Seufzer der Schwäche,sondern ein Gebet zu Gott,dem Allmächtigen und Allgütigen,daß er es mir gelingen lassen möge." "Meine Erfahrung ist reich und meine Hand ist sicher;aber ich erflehe immer Gottes Segen bei jedem Werke,welches ich unternehme das verlorene Glück zurückzugeben." "Waldröschen, Erste Abtheilung, Im Kampf um die Liebe" S.40. Daß Gott wirklich allmächtig ist, darauf liegt hier der Ton, denn was nützte uns Menschen seine Allgüte, wäre der Teufel mächtiger als er.

Die Werke Karl Mays wie die Courths Mahlers ziehen nun den Vorwurf des Kitsches und des Trivialen geradezu magnetisch auf sich, weil ihre Romane stets gut ausgehen. Daß dieser positiver Ausgang bei beiden Autoren etwas mit diesem Gottesglauben zu tuen hat, ist unüberlesbar. Könnte es sein, daß wir Postmodernen in Wirklichkeit mit einer Übermacht des Negativen rechnen, auch wenn wir sie nicht als Teufel perso-nalisieren? Sollte der einst als allmächtig geglaubte Gott in den Ruf der Schwäche gekommen sein, daß er nicht das Gute durchsetzen kann, da das Negative stärker ist als er selbst? Gott sei zwar wohl die Aufforderung an uns, das Gute zu tuen, aber die Macht der Wirklichkeit läßt dann die Gutwollenden scheitern. 

Ein Irrweg der Kirche: Vom Thron- und Altarbündnis zum Subsidaritätsprinzip

 Thesenartig soll nun dieser Irrweg skizziert werden, eine detaillierte Explikation wird später fsolgen.

Das Subsidaritätsprinzip erblickte das Licht der Welt im Jahre 1571 zu Emden in Ostfreisland gelegen auf der da tagenden reformierten Synode: Alles sollte in den jeweiligen Ortsgemeinden entschieden werden, nur was vor Ort nicht entscheidbar sei, soll von der Gesamtkirchenleitung entsxhieden werden: ein antihierarisch dezentralistisches Orgnisations-prinzip mit einer unverkennbar antikatholischen Intention.

Nach der katholischen Lehre, auf der sich das Thron-und Altarbündnis stützte und theologisch fundiert war galt; Wie die Offenbarung der Vernunft, die Gnade der Natur und die ewigen Ziele den endlichen überzuordnen sind, so ist die Kirche demf Staate überzuordnen. Als auf die Kirche hörender regiert der Staat gemäß den Wahrheiten der Kirche.

Als Konsequenz der neuen reformatorischen Rechtfertigungslehre mußten alle Klöster und Ordensgemeinschaften abgelüst werden. Die Armenfürsorge übertrugen die Reformatoren dem Staate, Ab dieser Aufgabenverlagerung begann der Kampf zwischen dem sich heraus-bildenden Nationalstaat und der Katholischen Kirche: In wessen Hände gehört  das Bildungswesen, die Armenfürsorge und die Eheschließung.Der Nationalstaat verlangte seine Zuständigkeit für diese Bereiche, die Kirche kämpfte für den Erhalt dieser ihr ursprünglich zugehörenden Aufgabenfelder, das ist die Substanz des Kulturkampfes unter Bismaeck.

Das Subsidaritätsprinzip wurde so als ein Abwehrprinzip gegen die Tendenz des Staates, die Aufgaben der Kirche zu übernehmen, instrumentalisiert. Ein antikatholisches Prinzp diente so der Verteidigung  der Aufgabenbereiche der Kirche: Der Staat solle nur die Aufgaben übernehmen, die die Vereine und Organisationen der Zivilgesellschaft nicht selbst erfüllen können, Das heißt konkreter, daß es katholische, evangelische und sonstige weltanschaulich basierte Kindergärten geben solle, die Eltern so für ihre Kinder den ihnen passenden Kindergarten auswählen und der Staat nur dann selbst Kindergärten einrichten sollen,, wenn das Angebot der freien nichtstaatlichen Kindergärten nicht ausreicht.

Damit vertritt die Katholische Kirche die These, daß der Staat jede Religion und Weltanschauung als gleichberechtigt anzuerkennen habe,sodaß er auch die Kirche als einen freien Träger im Geiste des Subsidaritätsprinzipes anzuerkennen habe. Der Staat solle nur selbst aktiv werden, wenn die freien Träger nicht hinreichend diese Leistungen erbrächten.

Das ist das Prinzip des Liberalismus, der in der Institution des Staates stets eine Gefährdung der Freiheit des Bürgers sieht und so so wenig Staat wie irgendwie möglich fordert. 

Das Thron- und Altatknzept sieht dagegen den Staat als alles regierend an im Hören auf die Kirche.Das Subsidaritätsprinzip schwächt so die staatlche Ordnung im Geise der Ideologie des Liberalismus, um der Kirche als einen von vielen freien Trägern einen Spielraum zu eröffnen,wo der Staat sich zurückzieht, um Aufgaben der Zivilgesellschaft zu überlassen. 

Sonntag, 12. April 2026

Versagt die Kirche? In 2 Punkten jedenfalls

 Wunder mag es in den wundergläubigen Zeiten gegeben haben, aber nicht mehr seit der Aufklärung in der Moderne. Wahrscheinlich hat es nie Wunder gegeben, sondern sie wurden in frommen Kreisen erphantasiert und gelten uns Modernen nur noch als Legenden.

Aber was ereignete sich in Portugal in der Cova da Iria? Das Sonnenwunder zu Fatima! In der Fatimanovene  (Parvis Verlag, 2009, 13 Oktober 1917) steht geschrieben: Plötzlich hörte der Regen auf.Die Wolken zerrissen und die Sonnenscheibe wurde sichtbar.Sie war silbern wie der Mond.Mit einem Mal begann die Sonne mit ungeheurer Geschwindigkeit wie ein Feuerrad um sich selbst zu kreisen,gelbe,grüne,rote,blaue und violette Strahlenbündel werfend;die Wolken,Bäume, Felsen,Erde und die ungeheure Menge wurden in phantastische Farben ge-taucht. Einen Augenblick hielt sie inne.um ein zweites und drittes Mal den wunderbaren Anblick zu bieten,noch farbenprächtiger und glänzender als vorher.Hierauf hatten alle Anwesenden circa 70000) den Eindruck,die Sonne löse sich  vom Firmament und stürze auf sie nieder.Die Leute warfen sich auf die Knie in den Schlamm und verrichteten Stoßgebete und Reueakte.Lucia,Francisco und Jacinta schauten neben der Sonne die Heilige Familie,der heilige Joseph segnete mit einem Kreuzzeichen die Welt.Hierauf sah Lucia den Heiland,der ebenfalls das Volk segnete und nacheinander die Schmerzensmutter und Maria vom Berge Karmel."

Warum schweigt und verschweigt die kirchliche Verkündigung und Theologie dieses Wunder des 20.Jahrhundertes? 

Ein weiteres Wunder: Der Sohn Gottes ist der hl.Faustyna erschienen mit dem Auftrage:Erschaffe ein Bild, in dem ich so abgebildet werde, wie du mich jetzt siehst.So entstand das Bild des barmherzigen Jesu, er gab uns sozusagen so sein Auogramm. Es gibt viele, viele Jesusbilder, aber nur dieses ist wirklich wahr. Jesus offenbarte so uns  sein wahres Angesicht. Durch es, seinem Abbild sollen wir nun ihn verehren,aber man suche ein Mal in katholischen Kirchen  nach diesem alleinig wahren Bild.Wie sehr beschenkte uns der Sohn Gottes durch die hl. Faustyna mit diesem Bild und was macht die Kirche  damit?

Samstag, 11. April 2026

Unchristlich: Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum

 Hält man sich vor Augen, daß diese Äußerung von Friederich Nietzsche stammt, liegr es sehr nahe, dies als un- und gar als antichristlich zu verurteilen. Ohne daß es Gott gibt und ohne seine Religion, die von ihm gegründete, wäre das Leben ein Irrtum, aber doch nicht, wenn es keine Musik gäbe. Gott wird als die Einheit des Wahren,des Guten und des Schönen gedacht, die in der theoretischen, praktischen und ästhetischen Vernunft reflektiert wird. Die Ordnung des Schönen, der Kunst gehört so zu den drei mataphysischen Ordnungen Gottes. Dabei ist die Ordnung der Kunst eine selbstständige und somit nicht ableitbar aus den zwei anderen. Sie ist somit kein Medium der Vermittelung von Erkenntnissen der theoretischen oder praktischen Vernunft, Die Kunst ist eine eigensändige Sprache, es sei denn, sie wird degradiert zur puren Werbung. 

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum, ist dann eine wahre Aussage, wenn es die drei metaphysischen Ordnungen gibt,die zusammen die notwendig hinreichenden Conditionen für ein Leben sind, das kein Irrtum ist.

Das heißt aber auch,daß die "Sprache der Musik" nicht einfach übersetzbar ist in unsere Rede-und Schriftsprache. Man könnte sich sonst ja ein Musikwerk vorstellen wie einen geschriebenen Brief, der in einen Briefumschag hineingelegt vom Empfänger geöffnet und gelesen wird: Es existiert eine Aussage, die sprachlich formuliert ist und dann kommt die Musik dazu, daß der Text gesungen wird und von Musikinstrumenten begleitet als ein Transportmedium, damit der Hörer aus dem Musikstück die Botschaft heraushört wie der Briefempfänger den Brief aus dem Briefumschlag herausholt, Die Musik wäre so der Botschaft rein äußerlich wie der Briefumschlag dem Gehalt des Briefes.

Der Gehalt eines Musikstückes ist das Musikwerk selbst, bzw wird aus ihm herausge-hört.Die Form der Liedes, ein gesungener Text mit oder ohne eine Instrumentenegleitung verführt aber zu der Ansicht, daß der  Text gar unabhängig von seinem Gesungensein der Gehalt des Liedes wäre.

Die Musik gilt als eine Sprache, die universell verstanden wird aber wenn dann nachgefragt würde, wie denn nun ein bestimmtes Musikwerk verstanden worden sei, was seine Botschaft sei, fällt es sehr schwer, den wahrgenommenen Gehalt sprachlich zu artikulieren, denn er läßt sich nicht in unsere Sprech- und Schreibsprache übersetzen. 

Corollarium

Musik wird zu einem Hör- und Seherlebnis

Legt man das einfache Kommunikationsmodell von dem Sender, der Sendung und dem Empfänger zugrunde, dann ist nur das Musikstück das Kunstwerk, dem der Musikkünstler und der Musikhörer äußerlich sind. Das ändert sich, wenn der Künstler einfach naiv auf der Bühne auftritt, sondern seinen Auftritt reflektiert und er so zu einem Element des Kunstwerkes wird. Die einfachste Gestalt ist die der Show, die komplexere die der Musikinszenierung, daß das Stück wie ein Theaterspiel auf der Bühne aufgeführt wird. Die Inszenierung ist dann dem Musikwerk so wenig äußerlich wie eine Theaterstück-inszenierung dem Text des Theatersückes. Ein Musikvideo könnte so als eine kleinformatige Oper bezeichnet werden. Es entsteht so eine Kunstgestalt, in der alle Kunstgestalten integriert sind. (Vgl R-Wagner zur Oper)  Das Licht, bzw die Beleuchtung, ursprünglich nur ein Mittel, damit ein Musikwerk in einem Raum,nicht unter freiem Himmel aufgeführt werden kann, verwandelt sich in der inszenierten Musik selbst zu einem Teil des Kunstwerkes, es soll die Gestimmtheit des Musikwerkes ausdrücken: helle und dunkle Töne korrelieren hellem und dunklerem Licht.

Ein Versuch, unsere Gegenwart zu verstehen- ein Auszug zu meinem Buch über den zensierten Gott

 

Ein paar sehr vorläufige Anmerkungen zur Moderne und der Postmoderne-diese Anmerkungen kann der eilige Leser gern überlesen.


Man kann heute in den Zeiten der Postmoderne nicht mehr einfach, in medias res gehend, anfangen. Lyotard schlägt für das Verständnis von Postmoderne vor: „Bei extremer Vereinfachung hält man die Skepsis gegenüber den Metaerzählungen für `postmodern`“1. Lyotard denkt dabei primär an die großen philosophischen Systeme Hegels und Marx, die großen Erzählungen von der Emanzipation und Befreiung des Menschen aus seinem selbstverschuldeten Unglück. Als Christen denken wir an die Großerzählung von der Schöpfung des Menschen im Paradies, die Geschichte seines Falles und seiner Erlösung durch Jesus Christus mit der Verheißung des Reich Gottes. Leicht fällt es uns, ausgehend von dieser großen Erzählung die Metaerzählungen Lyotards als säkularisierte Fassung dieser Ursprungserzählung zu deuten. Was der religiöse Mensch von Gott erhoffte und ersehnte, daß soll in der säkularisierten Fassung der Mensch selbst leisten durch humanistische Bildung oder durch politische Revolutionen.


Die Postmoderne markiert somit einen Paradigmenwechsel: wir leben nicht mehr im Mittelalter, nicht mehr in der Moderne. Postmoderne zeigt das Ende der konstantinischen Epoche an, dem großen Versuch der Verchristlichung der Welt durch die Kooperation von Kirche und Staat. Wir erleben und erleiden das, was Oswald Spengler den „Untergang des Abendlandes“2, Franz Lisson das Ende der Kultur und den Beginn der Epoche der Zivilisation benennt.3


Den Grundtext der christlichen Religion bildet eine Sammlung von heiligen Schriften, von Erzählungen und Reflexionen über das Erzählte, die Bibel, das Buch der Bücher. Darüber baute sich ein in Archiven und Bibliotheken präsenter großer theologischer Diskurs auf, immer schauend auf den Grundtext, und ihn verknüpfend mit den gewichtigen Texten der jeweiligen Umwelt, der Philosophie vorrangig.


Ernst Jünger schrieb in seiner Aphorismen: Über den Autor und Autorschaft: „ Für den Konservativen kommt(...)der Punkt, an dem die Akten geschlossen sind. Die Tradition darf dann nicht mehr verteidigt (…) werden. Die Väter werden schweigend und in den Träumen verehrt. Sind die Akten geschlossen, so mögen sie ruhen, zu treuen Händen künftiger Historiker verwahrt.“4 M. Mosebach zitiert Jünger als selbstkritische Anfrage des Anliegens des Wunsches der Wiederbelebung der Alten Liturgie, der tridentinischen. „Das Paradies auf Erden. Liturgie als Fenster zum Jenseits“ betitelt er seine Erwägungen zur Wahrheit der Alten Messe. Aber am Schluß steht die resignative Frage: ist die Epoche dieser Liturgie und damit auch des gelebten Glaubens zu Ende? 5


Die alte Messe lebt aus ihrem Gottesverständnis. Wie wir uns Gott denken, so feiern wir auch Gottesdienst. Und wir denken Gott gemäß der großen Erzählung von Gott in dem Buch der Bücher.

Unser Gottesverständnis hat sich sehr geändert. Wir lesen die alten Erzählungen von Gott und den Menschen heute anders. Die Geschichten verwandeln wir. Gott wird zensiert, um ihn den Ansprüchen der Moderne gemäß weiter erzählen zu können. Mit dem Anheben der Postmoderne verliert auch der so modernisierte Gott seine Bedeutung; die modernisierten Erzählungen wirken plötzlich antiquiert und verstaubt.


Der zensierte Gott“ ist so eine Suchbewegung nach dem ursprünglichen Gottesverständnis, wie es in den biblischen Erzählungen uns übermittelt wurde, das wir übermalt haben und zwar so sehr, daß uns das Religiöse fremd geworden ist. Aber mit dem Untergang der Moderne können wir nun auch unbeschwert die Umschreibungen und Anpassungen der Gottesvorstellung an die Moderne wieder zurücknehmen. Wenden wir uns den großen Erzählungen wieder zu, in der Hoffnung, daß gerade in ihnen sich Wahrheiten eingeschrieben haben, die ewig und somit auch für unsere Zeit wahr sind. Nicht wollen wir das Vergangene künstlich konservieren, um es vor dem Verfall zu bewahren, sondern um das ewig Wahre in ihnen zu suchen und das zu verlebendigen.


Alles ernste Denken, was nicht im Vorläufigen endet und nicht vor der Frage nach dem Anfang und dem Ende sich verschließt, ist ein metaphysisches Denken. Die schöne Kinderfrage: „Warum ist das so?“ bildet den Anfang dieses Denkens, weil es nicht zur Ruhe kommt, bis es eine Antwort gibt, die keine weitere Frage nach einem Warum zuläßt. Das wäre der Uranfang. Das ist die Antwort: Gott. Aber entscheidend ist, wie wir diesen Uranfang denken. Selbst der radikale Atheist Lenin konnte der Frage nach dem Uranfang nicht ausweichen, und erweist sich so als redlicher Denker6. Er beantwortete diese Frage nach dem Uranfang mit der Idee der Materie. Das ist ihm das, was dem Religiösen Gott ist.


Wie denken wir den Uranfang? Die großen religiösen Erzählungen sollen daraufhin befragt werden in der Vermutung, daß es einen guten Grund dafür gibt, daß vor dem theoretischen Denken über Gott die Erzählung von Gott war und ist. Diesen Erzählungen soll nun unsere Aufmerksamkeit gelten, hoffend gerade hier, Wahrheiten zu finden.



Wir erleben und erleiden einen Epochenwandel. Wir wissen nicht, was kommen wird, wir wissen nur, was zu Ende gegangen ist. Das soll hier unter Postmoderne gemeint sein. Vielleicht können wir zu einem begrifflich klareren Denken wieder zurückfinden, wenn sich unsere Zeit selbst wieder begriffen hat. Postmoderne zeigt an, daß unsere Gegenwart sich noch nicht begriffen hat.


Gott wird in Szenen dargestellt, die sich dann zusammenschreiben zu einer großen Gesamterzählung. Einzelne bedeutsame Stellen sollen in den Vordergrund gestellt werden, die unter dem Verdacht stehen, bevorzugte Objekte einer Zensur geworden zu sein.


So soll nun eine Bildergeschichte Gottes eröffnet werden. Im Zentrum stehen dabei Bilder des Opferns. Denn der Opferkult bildet das lebendige Zentrum jeder Religion. „Das Wesen und die Natur der Religion enthüllt die Notwendigkeit des Opfers. ...Und wenn man die Opfer entfernt, kann eine Religion weder sein noch gedacht werden.“, lehrt Leo XIII.7 Die Moderen ist vielleicht gerade darin die Abwendung von der Religion, indem sie Schritt für Schritt sich vom religiösen Opferkult abwendete. Und damit könnte tatsächlich der Reformator Luther mit seiner Revolution wider das Zentrum des christlichen Gottesdienst, dem Meßopfer, daß die Messe kein Opfer mehr sein soll!, den Beginn der Moderne bezeichnen, versteht man darunter die Abwendung von der Religion, oder besser gesagt die Säkularisierung der Religion, in dem das, was der religiöse Mensch von Gott erhoffte, er sich nun zu seiner eigenen Aufgabe machte: sich selbst durch Bildung und die Humanisierung der Welt zu erlösen. Glaser urteilt so über den spätbürgerlichen Bildungsbegriff: „Die Erlösungshoffnung, die in den Bildungsbegriff hineinprojiziert werde, sei auch eine der Selbsterlösung.“8 Die Postmoderne bezeichnete dann die Erschöpfung des Glaubens des Menschen an die Möglichkeit einer politischen, das meint durch Menschen selbst hervorgebrachten Erlösung. Die Postmoderne meint dann: Leben ohne eine Hoffnung auf eine Erlösung. Das Implosion des real existierenden Sozialismus 1989 als dem letzten Versuch der Erlösung der Welt durch eine Selbsthumanisierungskonzeption markiert dann das endgültige Ende der Moderne. Sloterdijk datiert ebenso den Durchbruch der Postmoderne.9


Wir schauen auf dies Projekt der Säkularisierung und Politisierung der Religion zurück und schauen, wie diesem Projekt das Bild des Priesters, der Gott sein wohlgefälliges Opfer darbringt, dem Urbild gelebter Religion zum Opfer fiel. Das Opfer ist dabei ein privilegiertes Opfer des Fortschritts: nur der noch nicht Aufgeklärte glaube an Gott gewollte Opfer.

Der Fortschrittsglaube, der den Jenseitsglauben ersetzte, ist die naive Vorstellung. Zur Veranschaulichung: einst glaubten die Menschen, die Erde sei eine Scheibe. Sie hatten Angst, entfernten sie sich zu weit, kamen dem Rand zu nahe, daß sie in einen unbegreifbaren Abgrund des Grauens stürzten. Jetzt wissen, wir daß die Erde eine Kugel ist und mit diesem Erkenntnisfortschritt einher geht ein Weniger an Angst. Niemand fürchtet sich mehr, am Rand der Scheibenerde hinabzustürzen. Auf eine Kurzformel gebracht: je mehr Fortschritt, je mehr Wissenschaft, desto weniger Angst, desto besser lebt der Mensch!


Wir werden dabei auch kurze Blicke werfen auf die unzähligen Opfer, Menschenopfer dieses humanistischen Selbsterlösungsprojektes und bedenken, ob es wirklich nur eine konservative Illusion ist, daß mit der Rückkehr zur Alten Messe , die ihr Zentrum im Meßopfer hat , das der Priester Gott darbringt, eine Revitalisierung der christlichen Religion möglich ist nach der Epoche ihrer Verdunkelung.













1Lyotard, J.-F., Das postmoderne Wissen, 1982.

2Vgl:Spengler, O., Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte, 7.Auflage, 1983.

3Lisson, F., Homo Viator. Die Macht der Tendenzen, 2013.

4Zitiert nach:Mosebach, M., Das Paradies auf Erden, in Una Voce-Korrespondenz, 3/2013 S. 214.

5Mosebach,M., a.a,O. S.214.

6Lenin, Materialismus und Empiriokritizimus, 1909, 1920.

7Leo XIII, Enzykl. Cariatatis studium; Opfercharakter der Messe, DH 3339.

8Glaser, H., Bildungsbürgertum und Nationalismus. Politik und Kultur im Wilhelminischen Deutschland, 1993, S.106.

9Vgl: Sloterdijk, P., Zorn und Zeit, 2008, S.285.

Freitag, 10. April 2026

Eine Männerkirche, die eine Frauenkirche ist? Ein Kurztext

 

Eine Männerkirche, die eine Frauenkirche ist? Ein Kurztext



Nicht nur aus feministischen Federn liest man fast täglich, daß die Katholische Kirche ein Männerverein sei, der die Frauen diskriminiere.Wenn ich aber Werktags zur hl. Messe gehe, bin ich des öfteren der einzige Mann, die Frauen in der Regel so alt sind, daß ihre Männer im Rentenalter sich befinden müßten und so zur Kirche gehen könnten.. Auch in den Sonntagsmessen dominiert das weibliche Geschlecht.Warum ziehen die ach so arg von Männern dominierte Kirche die Frauen so viel mehr an? Sie fühlen sich in der patrachalen Kirche heimischer als die Männer, oder?ar

Die Kirche hat so gesehen in erster Linie ein Männerproblem!

Den Anfang bildete evtl die Parole, daß der Mann hinauszugehen habe in das "feindliche Leben", dem Raum des Berufslebens, der Politik und des Vereinslebens, die nach ihrer jewweiligen Eigengesetzlichkeit sich formieren, wohingegen der Lebensraum der Frau die drei Ks bildete: Küche,Kinder, Kirche. Die christliche Religion reduzierte sich so auf den Geltungsraum der Familie, für die die Hausfrau zuständig wurde, Der Mann lebte dagegen in Räumen außerhalb dieses Geltungsbereiches,  

Donnerstag, 9. April 2026

Ein Einstieg daß Gott irgendwie ganz anders ist als der uns heute gelehrte und verkündigte -eine Kritik der heutigen Kirche

 Ein Einstieg daß Gott irgendwie ganz anders ist als der uns heute gelehrte und verkündigte 

Dunkle Wahrheiten-eine Erinnerung an Hamlet


Der Geist des verstorbenen Hamlet erscheint seinem Sohn, um ihn über seine heimtückische Ermordung aufzuklären und ihn zur Rache zu berufen.


Ich bin deines Vaters Geist;

Verdammt auf eine Zeitlang, nachts zu wandern

Und tags gebannt zu fasten in der Glut,

Bis die Verbrechen meiner Zeitlichkeit

Hinweggeläutert sind. Wär mir`s nicht untersagt,

Das Innre meines Kerkers zu enthüllen,

So höb ich eine Kunde an, von der

Das kleinste Wort die Seele dir zermalmte,

Dein junges Blut erstarrte, deine Augen

Wie Stern! Aus ihren Kreisen schießen machte,

Dir die verworrnen krausen Locken trennte,

Und sträubte jedes einzle Haar empor

Wie Nadeln an dem zorn`gen Stacheltier:

Doch diese ew´ge Offenbarung fasst

Kein Ohr von Fleisch und Blut,-

Horch, horch! o horch!1


Die Beschäftigung mit der Religion, auch und gerade mit der christlichen ist keine liebliche Freizeitbeschäftigung. Wir müssen auch mit Bildern rechnen, denen wir gern aus dem Wege gingen, wie wir um Horrorliteratur a la Locecraft einen weiten Bogen schlagen und Liebesromane mit garantiertem Happy-End bevorzugen. Gott zensierte die Moderne ja gerade um dieser erschreckenden Bilder willen.

1Shakespeare, W., Hamlet, Prinz von Dänemark, Tragödie. 1.Aufzug, 5,Szene. Übersetzt von August Wilhelm Schlegel, Hrsgb: Klose, D, 2001, S.27f.

Mittwoch, 8. April 2026

»Gott will es« oder der Krieg als ein Mittel der Religion(spolitik)

 

»Gott will es« oder der Krieg als ein Mittel der Religion(spolitik)

Die „Junge Welt“ meldet am 28.März 2026 unter der obigen Überschrift: „USA: Evangelikale in der Trump-Regierung wollen die Streitkräfte zum Heer von Glaubenskriegern umbauen – ohne »dumme Rules of Engagement«“.

Näherin wird dazu dann ausgeführt: „US-Kriegsminister Pete Hegseth inszeniert sich seit Beginn des Iran-Kriegs als Vollstrecker göttlicher Vorsehung. »Gelobt sei der Herr, mein Fels, der meine Hände geschickt macht für den Kampf, meine Finger für den Krieg«, las er aus Psalm 144 des Alten Testaments bei einer Pentagon-Pressekonferenz und versprach, »Tod und Zerstörung« auf die Feinde herniederregnen zu lassen. Hegseth, Träger von Tattoos mit dem Jerusalemer Kreuz und dem Schlachtruf der Kreuzfahrer »Gott will es«, betonte bei einem nationalen Gebetsfrühstück, dass die »Krieger« der USA nicht nur mit dem »Arsenal der Freiheit«, sondern auch mit dem »Arsenal des Glaubens« bewaffnet seien.“

Weiterhin heißt es da: „Dass die Trump-Regierung die Option beansprucht, die Fesseln der Haager und Genfer Abkommen sowie der Zusatzprotokolle zu sprengen und einer Kriegführung unbeschränkter Rücksichtslosigkeit nachzugehen, hat ihr Kriegsminister bereits im Fall Iran deutlich gemacht: »Das sollte nie ein fairer Kampf sein, und es ist kein fairer Kampf. Wir schlagen sie, während sie unten sind«, verkündete Hegseth Mitte März auf einer Medienkonferenz.“

Unüberlesbar ist hier der „Feind“ keiner in dem politischen Sinne sondern einer in einem religiösen, den es nun nicht zu besiegen gilt,um politische Ziele zu erreichen, sondern um ihn zu vernichten. Gegen den „Feind“ im religiösen Sinne können und dürfen dann auch alle rechtlichen Bestimmungen, warum und wie dann ein Krieg erlaubt zu führen ist, ad acta gelegt werden. Das ist nun kein Anwendungsfall der moraltheologisch äußerst problematischen Maxime: „Der Zweck heiligt die Mittel“, denn diese Maxime impliziert, daß so politische Ziele realisiert werden sollen. Aber das Ziel der Vernichtung des „Feindes“ ist kein politisches Ziel. König Saul wurde der Sünde bezichtigt durch den Propheten Saul, weil er den kriegsgefangenen König nicht getötet hatte. Der Prophet tötete ihn dann. Das Volk hätte den Krieg nicht führen dürfen, um Beute zu machen, sondern um den „Feind“ zu vertilgen.

Der KI informiert uns zu dieser Causa:



In der biblischen Erzählung (1. Samuel 15) ist der gefangene König, den Saul nicht tötet, König Agag von Amalek. Obwohl Gott Saul durch den Propheten Samuel den ausdrücklichen Befehl gegeben hatte, das Volk der Amalekiter und all ihren Besitz vollständig zu vernichten (den sogenannten "Bann" zu vollstrecken), hielt Saul sich nicht strikt daran. 

Die Details des Ungehorsams

  • Schonung von Agag: Saul nahm König Agag lebendig gefangen, anstatt ihn wie befohlen zu töten.

  • Schonung des Viehs: Saul und sein Volk verschonten zudem die besten Schafe, Rinder und das Mastvieh, während sie nur das minderwertige Gut vernichteten.

  • Begründung: Saul behauptete später gegenüber Samuel, das Volk habe die besten Tiere verschont, um sie Gott zu opfern. Bibelkommentatoren vermuten jedoch auch andere Motive, wie etwa die Hoffnung auf Lösegeld für Agag oder schlichten Eigenwillen. 

Die Folgen

Dieser Ungehorsam markiert den Wendepunkt in Sauls Herrschaft:

  1. Verwerfung durch Gott: Samuel erklärte Saul, dass Gott ihn als König verworfen habe, weil "Gehorsam besser ist als Opfer".

  2. Samuels Handeln: Da Saul seinen Auftrag nicht ausführte, ließ Samuel Agag zu sich kommen und tötete den gefangenen König eigenhändig.

  3. Ende der Dynastie: Gott entzog Saul seinen Geist und ließ Samuel später David zum neuen König salben.“

(Kleine private Anmerkung: je öfter ich den KI befrage, desto mehr nimmt meine Zufriedenheit mit ihm zu! Er ist einfach gut!)  

Klarer kann das Spezifische eines religiös fundierten Krieges mit einem politisch geführten nicht distinguiert werden: Der politische will den Besiegten beherrschen,ihn dabei ausnutzen, die simpelste Gestalt ist dabei die des ihn Beraubens und Ausplünderns, der religiöse will die Vernichtung des Feindes und verschmäht dabei gar jedes Beutemachen.

Die amerikanische Regierung im Bunde mit Israel will so den „Bann“ an den Iran vollziehen und deswegen werden die Staatsmänner des Iran auch einfach gelyncht.Es bedarf gegen so einen „Feind“ einfach keines fairen Gerichtspozesses: Er ist einfach wie der König Agag zu töten.

Für die Moderne galt die Emanzipation der Politik von der Religion als die kulturelle Leistung der Aufklärung, die nun postmodernistisch durch die jetzige amerikanische Politik ad acta gelegt wird: Jetzt avanciert der Krieg zu einem Mittel der Religion, den „Feind“ im religiösen Sinne zu vernichten.

Zusatz:

Gott ist allein vollkommen gut, der Teufel allein vollkommen böse.Uns Menschen ist es so nicht gegeben, so vollkommen gut wie Gott oder so vollkommen böse wie der Teufel zu sein, wir sind eben stets Grauwesen, ein Gemisch aus Weiß und Schwarz. Wo so relative Gegensätze des politischen Diskurses durch die Verteufelung des „Feindes“ verabsolutiert werden, da endet das mit dem Vernichtungswillen des Feindes, weil der wahre Feind mit feindlich gesonnenen Menschen verwechselt wird.