Dienstag, 28. April 2026

Gottes Gerechtigkeit: "schlechten Menschen geht es immer gut, Unkraut verdirbt nicht"?

 "Nun ich weiß,was ihn auf seiner kleinen Nußschale hinausgetrieben hat in die Wüste des Meeres (eine Anzahl schrecklichster Verbrechen aufzuklären und für eine gerechte Bestrafung der Täter zu sorgen)bin ich überzeugt,daß er zurückkehren wird. Gott muß einen solchen Menschen beschützen;er kann den Gerechten nicht untergehen lassen,um den Ungerechten mit Glück zu überschütten." So steht es in dem Karl May Roman: "Waldröschen" Bd 2, Zweite Abtheilung, zweites Kapitel: "Der verlorene Sohn", S.1166. Dieser Gerechtigkeitsglaube prägt ebenso Mays großen Erzählromane: "Die Liebe des Ulanen", "Der verlorene Sohn","Der Weg zum Glück". So erfolgreich auch die Machinationen und Intrigen der Bösen ausfallen, am Ende, aber erst am Ende dieser mehrbändigen Romane setzt sich Gottes Gerechtigkeit durch.

"Wer gut lebt - im moralischen Sinne- dem geht es auch gut". kantianisch formuliet: "Der Glückswür-digkeit folgt die Glücksseligkeit als Verheißung der Gerechtigkeit." Aber die Wirklichkeit des Lebens widerspricht dem doch so oft, wie es die obig zitierte Volksweisheit zum Ausdruck bringt. Der "Prediger Salomo" gilt unter den Büchern der Bibel als der Kronzeuge der Krise der Weisheit, daß es dem, der weise und gerecht lebt, in seinem Leben gut geht, dem Nichtweisen nicht gut. Der Tun- und Ergehenszu-sammenhang bewirke das. Ein simple Beispiel veranschaulicht dies: Die Mutter sagt zu ihrem Kinde: "Jeden Abend hast Du Dir Deine Zähne zu putzen und danach darfst Du im Bette keine Süßigkeiten mehr naschen, denn sonst wird Dich ein schlimmes Zahnweh befallen!" Aber dem Kinde bereitet die im Bette genaschte Schokolade einen so großen Genuß, daß er sich nicht an die mütterliche Weisung hält. Das Ergebnis: Den Genuß bezahlt das Kind mit argen Zahnschmerzen. Weise ist es, auf den kurzfristigen Genuß um der darauf folgenden Zahnschmerzen zu verzichten, aber der Sünde handelt törricht und bezahlt so sein Genießen mit den darauf folgenden Schmerzen. Denn jeder Sünde wohne es inne, seinen Täter selbst zu schaden, nur nicht immer sofort. 

Diese Konstruktion des Tun- und Ergehenszusammenhanges wird aber der Gottesvorstellung der hl.Schrift nicht gerecht. Gott ähnelt dann eher einer Mutter, die ihrem Kinde, wenn es  nach dem Zähneputzen noch unerlaubt nascht etwa die Strafe eines einwöchigen Fernsehverbotes ankündigt: Das  Negative ist somit nicht eine immanente Folge des Sündigens sondern eine verhängte Strafe für das Sündigen. 

Also kurzfristig könne es auch den Übeltätern gut gehen, aber dann erdolgt die gerechte Strafe durch Gott. Daß das so ist, das ist das Credo der Weisheit des Alten Testamentes. Die Krise der Weisheit ist nun, daß die Lebenswirklichkeit mit diesem Credo nicht mehr in Einklang zu bringen ist. Das Schicksal der Märtyrer in der Zeit der Makkabäer stellt dies Credo insbesondere in Frage: Um nicht gegen das Gesetz Gottes zu sündigen, ließen sich die Märtyrer lieber töten, als daß sie um ihres Überlebens willen gesündigt hätten. Das Halten der Gebote Gottes, daß sie nicht sündigen wollten, führt so zu ihrem Tode, hätten sie gesündigt, hätten sie weiterleben können. Die Gebote Gottes, die er seinem Volke zum Leben gab, führt so in den Tod und ein Sündigen erhielte das Leben: Das ist die völlige Verquerrung der Intenion der Gebote Gottes. Gottes Gerechtigkeit kann es nicht zulassen, daß die Gehorsamen den Tod als Sold ausgezahlt bekommen und die Sünder das Leben.

Den Glückswürdigen würde so die ihnen geltende Glücksseligkeit vorenthalten werden. Das wider-stritte aber der Gerechtigkeit Gottes. Deswegen glauben die Gerechten der Makkabäerzeit an Gott, der die Gerechten zu einem neuen ewigen Leben am Ende aller Zeiten auferwecken werden wird. So postuliert auch Kant die Idee eines ewigen Lebens als Glücksseligkeit für die Glückswürdigen.

Innerhalb eines Romanes kann nun die Vorstellung eines ewigen Lebens, in dem Gottes Gerechtikeit sich erfüllt, nicht erzählt werden, das ewige Leben kann nur geglaubt werden. Deswegen wird der Idee der Gerechtigkeit  in den großen Romanen Karl Mays am Ende des Romanwerkes genügegetan. So sehr die Bösen auch immer wieder aufs Neue in der Romanhandlung triumphieren, am Ende, aber nur am Ende siegt die Gerechtigkeit endgültig. Das macht das Christliche diser Romane aus, auch der Realismus des den Guten hartnäckig Widerstreitenden. 

Zu merken ist, daß der Ursprung des Glaubens an ein ewiges Leben das Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit ist. So glaubte es der Pharisäer Saulus und diesen Glauben bewahrte er sich auch als Paulus als Christ.   

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