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Montag, 23. Februar 2026

Der wichtigste Beruf, die demographische Katastrophe und die Krise des Sozialstaates

 

Der wichtigste Beruf, die demographische Katastrophe und die Krise des Sozialstaates

Der Beruf des Friseurs und der des Bundeskanzlers haben eines gemein-sam, daß keiner von ihnen ausgeübt werden könnte, wenn eine Frau nicht die Kinder geboren hätte, die dann diesen Beruf ausübten noch könnte dieser Beruf ausgeübt werden, wenn nicht von Frauen Kinder geboren werden, denen die Haare frisiert werden bzw die dann regiert werden können.

In allen Industriestaaten erblicken wir nun dieses Problem, daß pro Jahr weniger Kinder geboren werden als daß Menschen sterben. Simpel gesagt: Immer weniger Arbeitende müssen immer mehr Nichtmehrarbeitende und auch Nichtmehrarbeitenkönnende ihren Lebensunterhalt finanzieren. Da die durchschnittliche Lebenszeit zunimmt, verstärkt das dies Problem noch.Der Sozialstaat verspricht den Alten, daß sie bis zu ihrem Lebensende gut versorgt leben können, aber die Finanzierbarkeit dieser Versprechung stößt auf ihre Grenzen.

Wir erlebten Zeiten der Reformeuphorie, isb unter dem sozialdemokratischen Kanzler Brandt: Die Gesellschaft sei etwas permanent zu Verbesserndes und die Reformpolitik verwirkliche nun diese unbegrenzte Optimierungshoffnung. Der sozialdemokratische Nachfolgekanzler Schmitt beendete diese Reformepoche, denn nun galt die Maxime, daß die Politik die Kunst des Mach- und des Finazierbaren sei, eine antiutopistische „Reformpolitik“ wurde eingeleitet, daß nun Reformen in der Regel eine Verschlechterung für alle Bürger oder zumindest für den „Kleinen Mann“, das gemeine Volk bedeuteten. Das Wünschbare müsse auf das Machbare reduziert werden! Der Sozialstaat sei zu teuer, das ist nun das Credo des Wirtschaftsliberalismus. Angesichts der demograpischen Fehlentwickelung ist das auch keine falsche Behauptung: Immer weniger Arbeitsfähige können nicht immer mehr Rentner, immer länger lebende finanzieren! Das Problem zu lösen, indem massenweise Arbeitskräfte als „Flüchtlinge“ importiert werden,um „uns“ die Rente zu sichern, funktioniert zur Zeit nicht und: Auch i den sog. Entwickelungsländern“ wird es nach allgemeinen Prognosen nicht fernerhin einen Geburtenüberschuß geben, der dann exportiert werden könnte.

Wenn es keine Lösung für das demographische Problem gibt, ist aber der Sozialstaat nicht mehr finanzierbar. Aber er ist aus sozialpolitischen Gründen auch nicht so reduzierbar, daß er weiter finanzierbar bleibt.

Die Mutterschaft ist nun mal der wichtigste Beruf, der, wenn er nicht genügend ausgeübt wird, zu einer sozialpolitischen Katastrophe führt! 

Zusatz: 

In der marxistischen Anthropologie ist der Begriff der Arbeit von zentralster Bedeutung. Nicht mehr wie in der philosophischen Tradition von Platon bis Hegel galt das Spezifische des Menschen, daß er denkt, sondern nun, daß er sich durch sein Arbeiten als Mensch hervorbrachte und hervorbringt. Im 19.Jahrhundert galten nun die 3 "K" für den Lebensraum der Frau: Küche, Kinder, Kirche, sodaß sie aus dem eigentlichen Leben, das des Berufslebens ausgeschlossen war.Denn als Arbeit galten die Tätigkeit der Frau in diesen drei Sphären nicht, eigentlich !arbeitete" nur der Arbeiter, der einer Lohnarbeit nahging. Die Kaprizierung des Arbeitsbegriffes auf den Lohnarbeiter erzwangso, daß das Arbeiten der Frau keine Arbeit war. Zum vollwertigen Menschen konnte so die Frau nur werden, wenn auch sie einer Erwerbstätigkeit nachging. Das war so unter den bürgerlichen Feministin das Emanzipationsziel der Frau, während der linke Feminismus in der Industrie schonn arbeitende Frauen wahrnahmen und eine Humanisierung der Arbeitswelt forderten. Die "Hausfrau" arbeitet nicht, diese Meinung war ihnen gemeinsam. Deshalb ist die Frau erst e-mann-zipiert, wenn sie wie der Mann arbeitet. Das muß aber zwangsläufig zu Lasten des allerwichtigsten Berufes, der der Mutter sich auswirken.    





Montag, 2. Februar 2026

„Die neue Religion des Sozialen“ - ein Phantasmata oder eine Realität?

 

„Die neue Religion des Sozialen“ - ein Phantasmata oder eine Realität?



„Das Christentum hatte die Erlösung von den Leiden und Beschwernissen der Welt im Jenseits verkündet;die neue Religion des Sozialen verspricht einen gesellschaftlichen Endzustand,in dem Leid und Angst.Gewalt und Unterdrückung;Armut und Ausbeutung nicht mehr auftreten können.“ So analysierte der Soziologe Helmut Schelsky im Jahre 1975 diese neue Religion.1

Zuvörderst stellt diese neue Religion nicht eine pure Negation der christlichen Religion mit ihrer Hoffnungsbotschaft dar, sondern deren Aufhebung, daß ihr Hoffnungsgehalt bewahrt wird, aber nun als die Aufgabe des Menschen verstanden wird, daß nun er selbst das erreichen soll, was vordem die christliche Religion von Gott erhoffte. Bleibt also die Aufhebung der christlichen Religion noch eine Religion? Dafür spricht, daß die pure Nichtung ihrer Hoffnungsbotschaft ihre Sälularisierung wäre, aber eine Aufhebung die aufgehobene Religion als eine Religion bewahrt.

Klaus Kunzes Buchtitel: „Wie der Mensch sein eigener Gott wurde. Humanitarismus – die Religion der Gottlosen“ erfaßt so die Religiösität des „Humanitarismus“.Allerdings wirkt die Formulierung eines gesellschaftlichen Endzustandes“ Schelskys antiquiiert, oder besser gesagt als der Moderne zugehörig. Der große sozialdemokratischer Kritiker des maristischen Glaubens an einen solchen Endzustand, Eduard Bernstein setzte dem das Projekt der permanenten Reform entgegen, daß es gälte, kontinuierlich die Gesellschaft zu verändern, statt sie auf einen solchen Endzustand hin zu revolutionieren. Der daraufhin als „Revisionist“ verketzter Bernstein hat sich seit dem Godesberger Parteitag der SPD in ihr durchgesetzt und seit dem Ende der „Sozialistischen Staaten“ 1989f existiert dieser Glaube an diesen Endzustand nicht mehr im politischen Diskurs, nur noch ein paar wenige Nostalgiker halten an ihm fest, in Deutschland die Deutsche Kommunistische Partei und die Marxistisch-Leninstische Partei Deutschlands.

So müßte man von dem Absterben dieser neuen Sozialreligion seit dem Ende des „Real existierenden Sozialismus“ sprechen. Gerade von seinem Ende her wird aber der religiöse Charakter dieses Sozialutopismus deutlich: Im Zentrum stand der Glaube an den Menschen, daß er selbst die Aufgabe übernehmen könne, die die christliche Religion Gott allein zutraut.

So ein Sozialutopismus steht dabei theorieimmanent vor dem Problem, erklären zu müssen, warum die Menschen, die ja bis jetzt schon das Subjekt der Geschichte gewesen waren, einer Geschichte der Ungerechtigkeit und der Ausbeutung nun zu dem Subjekt werden sollen und es auch können, die im Kontrast dazu eine so gute Welt erschaffen können! Das verlangt wirklich den Glauben an den Menschen, daß er sich selbst am Schopfe ziehend aus dem Sumpf herausziehen könne.

Um es mit dem Philosophen Lyotard zu sagen: Die großen Emanzipationserzählungen sind unglaubwürdig geworden und das muß leider auch hinzugefügt werden, ihre Vorlage, die christliche Religion mit ihrer Reichsgotteshoffnung. Offensichtlich führte ja die Auflösung dieser neuen Sozialreligion nicht zu einer Rückbesinnung auf das Ursprüngliche, die christliche Religion. Sondern die verzichtet nun im Geiste der Postmoderne auch auf ihre eschatologische Hoffnung, die nur noch randständig erwähnt wird. Stattdessen bejaht sie nun die moderne Welt, so wie sie ist. Dabei rezipiert sie dann, ohne es wohl zu wissen den bernsteinischen Reformismus, daß die Welt Schritt für Schritt zu humanisieren sei, das ist, daß überall die Menschenrechte in Kraft gesetzt werden sollten. Die affirmative Haltung überwiegt dabei, wobei ein gewisser Reformbedarf aber eingestanden wird.

„Die neue Religion des Sozialen“ ist so in der Postmoderne gestorben, ohne daß es der Kirche gelang, nun die christliche Religion als die wahre Hoffnung für die Welt wieder in das Gespräch zu bringen. Aber Tote führen oft ein Nachleben, daß das Gespenst der Sozialreligion bemüht wird, um den Sozialstaat zu kritisieren im Geiste des Liberalismus.

Freitag, 2. September 2022

Ein vergessenes Reformverständnis = zurück zum Ursprünglichen!

Ein vergessenes Reformverständnis = zurück zum Ursprünglichen!


Wer den aktuellen innerkirchlichen Diskurs über die „notwendigen“ Reformen, die Klage über einen vermeintlichen „Reformstau“ mitverfolgt, dem müßte eigentlich eines auffallen, daß nicht mehr klassisch von einem Zurück zu den Ursprüngen der Kirche die Rede ist, sondern daß das Argument dominiert, daß die Kirche dem allgemeinen Fortschritt verschlafen und ihn nun nachzuholen habe. Es ist so, als stünde die Katholische Kirche immer noch im Mittelalter, wohingegen die „Kirchen der Reformation“ sich modernisiert hätten, sie seien eben in der Moderne angekommen. Jetzt gälte es also, in der Gegenwart anzukommen, die durch die normativen Vorgaben der Demokratie, der Menschenrechte und der Liberalität bestimmt sei. Darum muß eben auch die Modernisierung der Kirche einer Verprotestantisierung gleichen, denn der Protestantismus ist die Gestalt der reformatorischen Theologie der Moderne.

Kann da noch das ursprüngliche Reformverständnis, das ein Retour zum Ursprunge meint, ein Element dieses Reformdiskurses sein? Die Vorstellung eines normativen Anfanges, von dem sich dann die Kirche fortentwickelt habe und nun aus dieser Entfremdung sich zurückrufen läßt, ist unversöhnlich mit der Fortschrittsideologie, daß die Anfänge immer nur das Nochnichtentwickelte bedeuten,die überwunden werden müssen. Kinder müssen eben aus ihren Kinderschuhen herauswachsen.

Materialiter läßt sich die Reformagenda des Synodalen Irrweges auch schwerlich mit der Maxime einer Rückkehr zum Ursprünglichen legitimieren. Zu deutlich dominiert da der Wille zur Zeitgemäßheit. Die Zeitgemäßheit konnte dabei nur soweit zu dem Kriterium einer sachgemäßen Ecclesiologie avancieren, wie die Fortschrittsideologie in der Kirche Anerkennung fand. Denn die Zeit wird ja in dieser Ideologie verstanden als ein Entwickelungsprozeß, der unaufhaltsam vom Niedrigen zum Höheren aufsteigt, sodaß das, was gestern noch als wahr galt, heute schon überholt und veraltet ist. So kann nur das Zeitgemäße wahr sein, indem alle Wahrheit in dem Laufe der Zeit immer wieder überholt wird.


Wer also ein Retour zu den Ursprüngen einfordert, gleicht einem Erwachsenen, der sich nach seiner verlorenen Kindheit sehnt. So wird das Reformkonzil von diesen Fortschrittsgläubigen einerseits gegen jede conservative Kritik verteidigt, weil die ein Zurück zum Ursprünglichen fordert und andererseits wird ein Über -das- Konzil- Hinaus gefordert, weil selbst das 2. Vaticanum beginnt, zu veralten.


So scheint das ursprünglich kirchliche Verständnis von einer Reform nicht mehr ein Bestandteil des Reformdiskurses sein zu können. Wie sollte auch die Normativität des Ursprünglichen noch begründet werden in dem Modell des Fortschrittes, in dem ein Sichentfernen vom Ursprung als ein Positives beurteilt wird. Materialiter heißt das ganz einfach, daß Jesus von Nazareth und das Urchristentum so sehr zeitbedingt sind, daß außer ein paar Kerngedanken, daß Gott als die Liebe alle und jeden Menschen liebe, alles andere für uns Heutigen keine Bedeutung mehr haben könne, denn wir sind doch schon so viel weiter als die Damaligen.