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Dienstag, 13. August 2019

Der päpstliche Kampf gegen die Ordnung der Völker und gegen Europa

TURIN. Papst Franziskus hat im Kampf gegen Populisten ein „Europa zuerst“-Bekenntnis gefordert. Das Denken müsse sein: „Erst kommt Europa, dann kommt jeder einzelne“, sagte Franziskus der italienischen Zeitung La Stampa. Der einzelne sei wichtig, aber Europa zähle mehr, stellte er klar. Die Menschen dürften nie vergessen: „Das Ganze ist größer als seine Teile.“
Mit Blick auf den italienischen Innenminister Matteo Salvini sagte der Pontifex: „Ich bin besorgt, weil wir derzeit Reden hören, die an die von Hitler 1934 erinnern.“ Dabei würden Worte wie „Wir zuerst“ benutzt. Dies seien „angsteinflößende Gedanken“. Junge Freiheit am 12.8.2019
Daß Papst Franziskus seine Aufgabe auch darin sieht, Wahlkampf gegen die jetzige italienische Regierung zu betreiben, verwundert niemand, zumal vorgezogene Neuwahlen sich ankündigen. Daß er dabei den patriotisch agierenden Innenminister Salvini mit Hitler vergleicht, zeigt nur einmal wieder, wie sehr dieser Papst sich in erster Linie als Linker versteht, für den die Conservativen und Rechten die größten Feinde darstellen.
Daß ein regierender Politiker Politik zuvörderst für sein eigenes Volk betreibt, daß er sich als Staatsmann für sein Volk verantwortlich fühlt, das ist für diesen Papst eine unverzeihliche Sünde. Muß dann nun auch- folgerichtig- jeder Familienvater kritisiert werden, wenn er sich zuvörderst für seine Familie, die Mutter für ihre eigenen Kinder einsetzt? Ja, weil sie ob ihrer Liebe zu den Eigenen die Anderen, die Fremden vernachlässigen. Nach Papst Franziskus hat Jesus also nicht die Nächstenliebe gepredigt sondern die Fernstenliebe. 
In Europa sollen also die einzelnen Völker aufgehen, sich ihrer nationalen Souveränität entledigen.Das sonst in der Katholischen Kirche so gefeierte Prinzip der Subsidarität verlangte das Gegenteilige, daß die einzelnen Nationalstaaten so wenig an Souveränität wie irgendwie möglich nur an die europäische Bureaukratie abgeben sollten. Aber hier mutiert der Papst plötzlich zum radicalen Zentralisten, der so die Entmündigung der Völker fordert, daß nun Eurokraten das Schicksal der Völker bestimmen sollen.
Allerdings ist diese Europaeuphorie des Papstes etwas Zwielichtiges, denn der hier so vehement europäisch sich Präsentierender ist doch  zugleich ein dezidierter Antieuropäer.Die von ihm aufs höchste gelobte Politik der offenen Grenzen der Bundeskanzlerin Merkel würde, täten es alle Regierungen der deutschen Kanzlerin gleich, Europa in Kürze zugrunde richten, würde nämlich den europäischen Kontinent mit Nichteuropäern überfluten.So wie dieser Papst ein vehementer Gegner der amerikanischen Regierungspolitik ist, die amerikanische Identität zu bewahren durch eine Politik der Drosselung der illegalen Masseneinwanderung, so fordert er ja auch die europischen Politiker auf, Europa aufzugeben, indem sie Europa freigeben zum neuen Lebensraum für Nichteuropäer. 
Deutschland und alle anderen Völker sollen sich also aufgeben zugunsten von Europa, dies Europa soll dann aber auch aufgegeben werden zugunsten einer neuen Weltordnung, in der es keine Völker und auch keine Religionen mehr geben soll, wie es schon John Lennon in seinem Lied: "Imagine" besang.      .      

Mittwoch, 6. Juli 2016

Ein abgestumpfer und geschichtsvergessener Kommentar zum Brexit auf Kath de

"Die britischen Brexit-Wähler stehen nicht allein. In vielen europäischen Ländern haben in den letzten Jahren Parteien an Einfluss gewonnen, die die EU aufgeben wollen. Mit großenteils unsinnigen Argumenten geißeln sie angebliche Brüsseler Vorherrschaft und Einmischung. Was sie offenbar nicht sehen, ist die friedensbewahrende Wirkung der Europäischen Einigung. Das heißt, das Wichtigste sehen sie nicht.Wie abgestumpft und geschichtsvergessen muss man sein, wenn es so weit gekommen ist?!"So kommentiert K. Gerhard in Standpunkt : Abgestumpft und geschichtsvergessen den Ausstieg Englands aus der EU-Vormundschaft auf Kath de vom 6.7. 2016. Gut, das Übliche an Polemik gegen den aktuellen englischen Mißbrauch des Selbstbestimmungsrechtes des Volkes. Daß die Argumente der Befürworter einfach "unsinnig" sind, erspat dem Kommentator jede Auseinandersetzung mit ihnen. Stattdessen beschimpft er die Unterstützer als "abgestumpft und geschichtsvergessen". Ist es nicht befremdlich, auf was für einem dürftig rein polemischen Niveau hier auf der offiziellen Seite der Internetseite der Katholischen Bischofskonferenz Stimmung gemacht wird gegenüber mehr als 50 Prozent der englischen Wähler! 
Aber wer Splitter an Abgestumpftheit und Geschichtsvergessenheit in den Augen seiner Nächsten sieht, der möge doch bitte dem Rat Jesu Christi befolgen, und erst den Balken seiner eigenen Abgestumpftheit und Geshichtsvergessenheit betrachten! Wie war das denn noch mit dem friedensbewahrenden Charakter der EU bei dem Angriffskrieg auf Jugoslawien? Oder ist dieser Krieg schon vergessen! Hat der Kommentator dann auch die Gründungsintention der EU ganz vergessen, als Ergänzung zur NATO die ökonomischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, einerseits sich gegen den sozialistischen Ostblock verteidigen zu können und andererseits offensiv die Ostblockstaaten wieder in die kapitalistische Weltordnung zu reintegrieren? Hat der Kommentator vergessen, daß wir den Frieden bis 1989 primär dem atomaren Patt zwischen der UdSSR und den USA zu verdanken haben und nicht einer plötzlichen Liebe zum Frieden? Hat der Kommentator vergessen, daß nur uns Deutschen - nach zwei verlorenen Kriegen nur zu verständlich- der Krieg kein Mittel der Politik mehr sein sollte, aber alle anderen Krieg weiterhin als Mittel der Politik bejahten?
Und übersieht er gänzlich, daß die jetzige Einkreisungspolitik gegen Rußland und die Einverleibung der Ukraine in den freien Westen aggressive Akte gegen Rußland sind, daß hier mit dem Feuer gespielt wird, ja ein Krieg gegen Rußland nicht mehr 100 prozentig ausgeschlossen wird? 
Nein, der Friede zwischen den westeuropäischen Staaten gründete sich bis 1989 ausschließlich in dem Projekt der gemeinsamen Feindschaft gegen die Sowjetunion! Nichts verbindet mehr als ein gemeinsamer Feind! Wer hier von "Friedensliebe" redet, ist eben völlig geschichtsvergessen! Und es ist kein Zufall, daß nach dem Wegfall des gemeinsamen "Feindes" die jeweiligen Nationalinteressen der Völker Europas dem EU-Projekt jetzt zuwiderlaufen und man über eine Auflösung der EU nachdenkt, gerade in geschichtsbewußten und selbstbewußten Nationen!  
Nur politisch korrekt Deutsche sehen in der Subordinierung ihres Volkes unter die Eurokratenherrschaft etwas Gutes! Sie sehen ein Friedesprojekt, wo es doch nur eine aggrssive auf Expansion und Unterwerfung intendierende Organisation ist, unter dem Hegemon USA! Der Name spricht dafür schon Bände, wenn ein paar westeuropäische Staaten sich anmaßen, sich Europa zu nennen unter Ausschluß aller osteuropäischen Staaten und Rußlands, einem immer zu Europa dazugehörendem Lande, aber mit dem Anspruch, auch für sie zu sprechen als Ganzeuropa.                      

Montag, 22. Februar 2016

Über das gestörte Verhältnis des Papstes zum Staat

Das Verhältnis der Katholischen Kirche zum Staat  war in der vorkonziliaren Zeit im Geiste des Thron- und Altarbündnisses, der Konstantinischen Epoche von Kaiser Konstantin bis zu deren Ende, dem Ausgang des 1.Weltkrieges geklärt. Aber seit der Neuorientierung der Kirche durch das 2. Vaticanum, in dem die Kirche sich als Teil der Gesellschaft versteht und nicht primär als Partner des Staates im gemeinsamen Gegenüber zur Gesellschaft, entstehen Unklarheiten in diesem Verhältnis. Das Problem der Verhältnisbestimmung kapriziert sich dabei auf das Problem, daß der Staat von seinem Wesen her Schwertgewalt ist, daß er nicht Moral predigt sondern durch Gewalt(androhung) das Recht durchsetzt: Wenn die Moral auf die freiwillige Zustimmung setzt, setzt der Staat das Recht per Gewalt durch und bestraft Verstöße gegen das Gesetz mit Gewalt, von der Geldstrafe über die Gefängnisstrafe bis zur Todesstrafe. Der Staat ist, indem er Grenzen setzt, seine Staatsgrenzen, durch die er sich von den anderen Staaten absetzt, so sein Staatsgebiet definiert mit der darin wohnenden Bevölkerung. 
Aber was verkündet nun Papst Franziskus? Er erklärt die elementarste Praxis des Staates, Staatsgrenzen zu setzen, zwischen Staatsbürgern und Nichtstaatsbürgern zu unterscheiden und selbst darüber zu entscheiden, wen er als Mitbewohner in seinem Staatsgebiet zuläßt und wen nicht, für unchristlich in seiner Polemik gegen einen amerikanischen Präsidentschaftskandidatenanwerber, der eine Stärkung der Grenzbefestigung einforderte, um illegale Einwanderungen zu erschweren. Damit wir das Grundrecht des Staates, Grenzen zu setzen und durch sie die Einwanderung in sein Staatsgebiet zu regulieren, außer Kraft gesetzt! Es wäre so, als wenn man Hauseigentümern das Verschließen ihrer Türen als Verstoß gegen das Gebot der Nächstenliebe auslegte, weil jeder verpflichtet wäre, jeden, der an seiner Haustüre anklopft, aufzunehmen, um ihm Kost und Logie zu gewähren, solange es der vor der Türe Stehende möchte. Es würde so die Privatsphäre des Lebens im  eigenen Hause, in der eigenen Wohnung als unchristlich verurteilt, weil jeder Wohnraum nun allen frei zur Verfügung zu stehen habe, der da mitwohnen möchte. 
So absurd diese Vorstellung ist, appliziert man sie auf das Privatleben, so viel Beifall findet es bei Gutmenschen, wenn es auf den Staat bezogen wird: Hier darf es plötzlich keinen "Privatraum" eines Volkes geben, das sich organisiert in einem Staate sein Volkshaus errichtet hat: Hier soll nun gelten, daß die Staatsgrenzen aufzulösen sind und jeder in den Staat aufzunehmen ist, bloß weil er es möchte. Das ist aber die Destruktion jedes Staates und des Volkes, das in seinem Staate lebt. 
Das Prinzip der Kirche, daß sie Niemanden ablehnen darf, wenn er ein Glied der Kirche werden möchte, wird so auf den Staat übertragen, zu dessen Wesen es aber gerade gehört, souverän zu entscheiden, wer als Staatsbürger zu gelten hat, und wer nicht und wem ein Aufenthaltsrecht zugebilligt wird und wem nicht- so wie einer in einem Eigenheim wohnenden Familie auch nicht zumutbar ist, jeden, der ein Familienmitglied und Mitbewohner des Eigenheimes sein möchte, aufnehmen zu müssen als Familienmitglied.
Die Ordnung des Staates und die der Familie ist nun mal eine andere als die der Kirche und so muß es auch sein, wenn diese drei Ordnungen, jede erhalten bleiben sollen!  Sie sind als Ordnungen, als von Gott gewollte in ihrer Verschiedenartigkeit zwar aufeinander bezogen, aber gerade in ihrer substantiellen Verschiedenheit!
Genauso schlimm ist die Perhorreszierung der Todsstrafe durch den jetzigen Papst. Hoffen wir, daß keiner der Staaten, die die Todesstrafe praktiziert, sich vom Appell des Papstes, in dem von ihm ausgerufenen Jahr der Barmherzigkeit auf den Vollzug der Todestrafe zu verzichten, verleiten läßt, das ihm Aufgetragene zu tuen!  
Der Deutschlandfunk berichtet am 22. 2. 2016 über diesen päpstlichen Einfall:

"Auch Verbrecher hätten ein unverletzliches Recht auf Leben, das ein Geschenk Gottes sei, sagte er auf dem Petersplatz im Vatikan. In der öffentlichen Meinung wachse ein Bewusstsein dafür, dass Hinrichtungen keine gerechte Strafe seien. Der Papst appellierte an die Regierungen, zumindest im derzeitigen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit auf Hinrichtungen zu verzichten." 
Es ist schon bedenklich, in welcher Impertinenz in der kirchlichen Debatte im Namen der Barmherzigkeit von Gott selbst gesetzte Ordnungen aufgelöst werden sollen, so etwa in der Forderung nach einer kirchlichen Segung von Homoehen, in der Zulassung von Geschieden-Wiederverheirateten zum Kommuionmpfang etc...Es wird der Eindruck evoziert, als gäbe es göttliche Ordnungen, etwa die der Gerechtigkeit, die für Schwerstverbrechen die Todesstrafe verlangt, die wohl gerecht, aber nicht barmherzig wären, sodaß sie um der Barmherzigkeit willenaufzulösen seien! Daß Gott selbst die Todesstrafe gewollt hat als legitime Möglichkeit des Staates, zu strafen um der Gerechtigkeit willen, demonstriert uns Christen ja aufs ausdrücklichste der Kreuzestod Jesu Christi selbst: Indem der Heiland alle Menschenschuld auf sich nahm, wurde er zu dem Sünder schlechthin, der das wurde, obgleich er rein von aller Schuld war. Das ist so, als wenn jemand zu seinem hochverschuldeten Freund sagt: Ich übernehme deine Gesamtschuld und zahle sie für dich ab, obwohl ich schuldenfrei bin und es nur deine Schulden sind. So erlitt Jesus die Strafe, die uns zukam. Und Gott ließ Jesus durch den Staat strafen, weil dieser für das Bestrafen um der Gerechtigkeit willen zuständig ist, und Jesus erlitt die staatliche Todesstrafe, weil das die Strafe des Staates ist, mit der er die schlimmsten Sünden zu bestrafen hat. 
Merke: Gegen den Willen des Allmächtigen hätte Pontius Pilatus die Todesstrafe an Jesus nicht vollstrecken können. Wer nun urteilte, aber dies wäre doch ein einziger römischer Justizirrtum gewesen, urteilt eben so zu oberflächlich. Denn der Unschuldige hatte ja all die Sünde auf sich genommen und so wurde er zum Sünder, nicht weil er gesündigt gehabt  hätte, sondern nur weil er die Sündenstrafe auf sich nehmen wollte, sdaß Gott ihn statt der Menschheit am Kreuze straffte. 
Das Nein zur Todesstrafe ist so ein Nein zum göttlichen Gericht über die Sünde am Kreuze , vollzogen durch den römischen Staat. Aber dort, wo die christliche Religion sich humanitaristisch mißversteht, da erst kann sie die Gottgewolltheit der staatlichen Gewalt nicht mehr anerkennen und verflüchtigt sich in säkularistischen Humanismus. 

Daß der Papst gar das öffentliche Beußtsein, (was ja faktisch nur die Stimme der Massenmedien ist) zum Maßstab der moraltheolgischen Beurteilung der Legitimität der Todestrafe macht, zeigt eben wieder mal den popularistichen Zug dieses Pontifikates auf!                 
           

Samstag, 30. Januar 2016

Das Lob der Grenze

„Wir haben das Lob der Grenze nicht gelernt“, sagte Sloterdijk. In Deutschland glaube man immer noch, „eine Grenze sei nur dazu da, um sie zu überschreiten“. Innerhalb Europas schere Deutschland damit aus. „Die Europäer werden früher oder später eine effiziente gemeinsame Grenzpolitik entwickeln. Auf die Dauer setzt der territoriale Imperativ sich durch. Es gibt schließlich keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung.“ Peter Sloterdijk, in Cicero, Februarausgabe. Sloterdijk ist sicher einer der anregendsten Philosophen der Gegenwart, den immer der Mut zum selbstständigen Denken auszeichnet. Hier ist nun nicht der angemessene Ort, diesen Denker geziehmend zu würdigen, zumal die beste Würdigung darin besteht, ihn zu lesen und mit ihm zu denken.
In R. Musils Romanwerk: Der Mann ohne Eigenschaften im 7. Kapitel: "In einem Zustand von Schwäche zieht sich Ulrich eine neue Geliebte"  lesen wir, scheinbar den ganz und gar lapidar daherkommenden Satz: "Schließlich besteht ja das Ding nur durch seine Grenzen und damit durch einen gewissermaßen feindseligen Akt gegen seine Umgebung". Der Begriff des Dinges steht hier für alles Seiende, den auch die Farbe Rot ist ja nur durch seine Grenze zu allen Nichtrotfarben. Wo die Grenze aufgehoben würde, löste sich alles Seiende auf in ein graues Einerlei. Nur, spontan empfindet der freiheitsliebende Menschen Grenzen als ihn Begrenzendes und so werten ja selbt von Christen die Gebote Gottes und der Kirche als freiheitsbegrenzend empfunden, als etwas den Menschen Hemmendes. Und ist nicht die ganze menschliche Kultur etwas den ursprünglichen Menschen Begrenzendes und Domestizierendes? War die Freiheit des Menschen seine Ursprünglichkeit in einem unbegrenzten Leben? Wer so denkt, identifiziert Freiheit mit Willkür. Dann müßte aber auch im Sinne Marquise de Sade geurteilt werden, daß nur der wie ein Diktator Lebende ein freier Mensch ist, und das auch nur, weil er allen anderen ihre Freiheit raubt.   
Aber so "philosophisch" tiefschürfend  geht es im Leben nicht zu. Viel banaler: jede Grenze empfindet das Wirtschaftsleben als Begrenzung seines Ideales des unbegrenzten Freihandels, für den alles kauf- und verkaufbare Ware sein soll. Der Primat der Politik über die Wirtschaft fordert, wie Fichte es in seinem Konzept des "geschlossenen Handelsstaates" den Nationalstaat, der um seiner Freiheit als Selbstbestimmung des Volkes gedacht, den Außengrenzen setzenden Staat, der so Ein- und Ausfuhr regelt ausgerichtet an dem Gemeinwohl des Volkes. Lösen sich diese Grenzen, bestimmt nicht mehr die Politik das Wirtschaftsleben sondern das Wirtschaftsleben die Politik. 
Wo ein Volk auf seine Grenzen verzichtet, da beginnt es sich aufzulösen. Denn zum Volkssein gehört unbedingt die Unterscheidung von dazugehören und nichtdazugehören dazu. Gibt es diese nicht mehr,löst sich jedes bestimmte Volk auf in das Einerlei von bloßem Menschsein. So existiert ja die Katholische Kirche auch nur durch ihre Grenzziehung zu den anderen christlichen Dominationen; wird diese Grenze aufgelöst, entsteht ein diffuses unbestimmte Irgendwiechristentum.  
Das Lob der Grenze bedeutet so für den religiösen Raum die Bejahung der Katholischen Kirche, die ihre Grenze zu allen anderen christlichen  Kirchen und Gemeinschaften setzt und bewahrt, für den politischen Raum, daß der Nationalstaat  zur Bewahrung seines Volkes seine Grenzen setzt und bewahrt und im menschlich elementaren Bereich, daß Frauen und Männer sich jeweils wechselseitig begrenzen, damit sie sich erhalten. In all diesen drei Räumen gibt es aber nun starke dazu antithetisch sich verhaltende Bewegungen der Auflösung aller Grenzen. Die Globalisierung will alle Nationalstaaten abschaffen, die Ökumene und der interreligiöse Dialog alle bestimmten Religionen und der Genderismus die Grunddifferenz von Mann und Frau!