Montag, 27. Juli 2026

Bedenkliches: Gott verheißt – bedingungslos oder über eine gefährliche Illusion

 

Bedenkliches: Gott verheißt – bedingungslos oder über eine gefährliche Illusion


So Verheißungsvolles steht in der hl. Schrift über den Jerusalemer Tempel: „von welchem der Herr zu David und zu seinem Sohne Salomon gesprochen hatte:In diesem Tempel und zu Jerusalem ,das ich aus allen Stämmen Israels erwählt habe, will ich meinen Namen wohnen lassen auf ewig = in sempiternum) 1.Könige 21,7) Gott verheißt so seinem Volke, daß es für es einen Ort gibt und für ewig geben wird, an dem er für es anrufbar ist. Ein Tempel ist nur ein Tempel, wenn zumindest geglaubt wird, daß ein Gott hier gegenwärtig ist. In dem Ausdruck, seinen Namen dort wohnen lassen, reflektiert sich die Frage, ob denn Gott in einem von Menschen erbauten Tempel Gott selbst wohnen kann. Es wird somit eine Differenz eingezeichnet zwischen dem Gott an sich als dem jenseitigen und seiner Präsens für uns Menschen als einen ansprechbaren, daß er seinen Namen da wohnen läßt.


Das ist Gottes Verheißung aber jeder weiß, daß Gott dieses Versprechen nicht eingelöst hat. Im Jahre 70 wurde der Tempel endgültig zerstört und bis heute nicht wieder auferbaut. Sind Gottes Verheißungen etwa nicht vertrauenswürdig? Gott selbst gibt uns in diesem Text die Antwort, warum er seinen Namen nicht mehr in dem Tempel wohnen läßt und ihn gar zerstören ließ: „weil sie gethan, was vor mir böse ist,und nicht aufgehört haben,mich zum Zorne zu reizen, von dem Tage an, wo ihre Väter aus Ägypten gezogen sind, bis auf diesen Tag.“ (21,15)

Gott verheißt, aber seine Verheißungen knüpft er an seine Bedingungen, die er auch den die Verheißung Geltenden offenbar gemacht hat. Ein Arzt sagt zu seinem Patienten: „Sie werden wieder gesund werden, wenn Sie....“Was geschieht nun aber, wenn der Patient höchst erfreut die Verheißung hört: „Sie werden gesunden!“, aber den Nachsatz: „wenn Sie...“ überhört?

Könnte es sein, daß wir heutigen Christen den Nachsatz, die Bedingungen, die Gott stellt, damit sich seine Versprechungen auch erfüllen, überhören?


Hier beschreitet nun die zeitgenössische Theologie und ihr folgend die Kirche eine fatale Strategie: Man lehrt nun, daß Gott sein Volk Israel nie verlassen habe, es immer auf ewig Gottes erwähltes Volk sei, um dann sich selbst beruhigend zu folgern, daß so Gott auch nie seine Kirche und uns Christen verlassen würde. Keine noch so arge Sünde wider Gott hätte Gott dazu veranlassen können, „Nein“zu seinem Volke zu sagen und das gälte nun auch so uns!





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