Eine unredliche Kritik an der Piusbruderschaft
Die Freude über die Exkommunikation der Bischöfe und Priester der traditionalistischen Piusbruderschaft nach den unerlaubten Bischofsweihen ist unüberhörbar, hofft man doch so, diese energischen und vielleicht auch manchmal übereifrigen Kritiker des Modernismus in der Kirche los zu sein, um nun getrost das 2.Vaticanum hinter sich lassend, es enthält leider noch so viel Katholisches, die Verprotestantisierung voranzutreiben.
Auch die Internetseite „Communio“ liefert nun pflichtgemäß ihren Beitrag wider die Priesterbruderschaft in dem Artikel: „Außerhalb der Kirche kein Heil:Ein Dogma im Wandel der Geschichte – oder: Warum die Traditionalisten die Tradition nicht gut genug kennen.“ Dabei konzentriert sich die Kritik auf die Bejahung des katholischen Dogmas: „Außerhalb der Kirche kein Heil“.1 Aus dem von der Piusbruderschaft vorgelegtem katholischen Glaubensbekenntnis wird dann zitiert:
„Die Krise der Kirche hänge damit zusammen, dass das Dogma Außerhalb der Kirche kein Heil aufgeweicht wurde. Der missionarische Auftrag der Kirche sei dadurch kollabiert. In der Glaubenserklärung vom 14. Mai 2026 hat die Piusbruderschaft daher noch einmal bekräftigt: "Es gibt nur einen einzigen (!) Glauben und eine einzige (!) Kirche, durch die wir gerettet werden können. Außerhalb der römisch-katholischen Kirche und ohne das Bekenntnis des von ihr seit jeher gelehrten Glaubens gibt es weder Heil noch Vergebung der Sünden. Folglich muss jeder Mensch Glied der katholischen Kirche sein, um seine Seele zu retten, und es gibt nur eine einzige (!) Taufe als Mittel, um in sie aufgenommen zu werden. Diese Notwendigkeit betrifft die gesamte Menschheit ohne Ausnahme und schließt unterschiedslos Christen, Juden, Muslime, Heiden und Atheisten ein."
Es wird also die Behauptung aufgestellt, daß faktisch die Kirche die Mission eingestellt hat und diese Behauptung läßt sich empirisch verifizieren: Das Konzept des Dialoges mit allen Religionen und das Projekt des gemeinsamen Eintretens für eine Humanisierung der Welt ist faktisch an die Stelle des Missionsauftrages gestellt worden seit dem 2. Vaticanum. Es liegt nun nahe, dies Ende der Missionstätigkeit der Kirche in einen kausalen Zusammenhang mit der Auflösung des Dogmas, daß es kein Heil außerhalb der Kirche gäbe, zu sehen.
Das Faktum der Beendigung der Missionsarbeit der Kirche erwähnt die Kritik nicht sondern stellt zu recht fest, daß dies Dogma sehr sorgfältig zu explizieren ist. So gilt das göttliche Gebot: „Du sollst nicht töten!“ auch wenn dann in seiner Explikation ein Töten in einem Kriegsfalle, in einer Notwehraktion und bis zu Papst Franziskus auch der Vollzug der Todesstrafe die Kirche erlaubt. Deswegen wird aber die Gültigkeit dieses Gebotes nicht außer Kraft gesetzt.Das gilt so auch für das Dogma des kein Heils außerhalb der Kirche bis zum 2,Vaticanum.
Jetzt aber wird dies Dogma faktisch außer Kraft gesetzt. In dem Communioartikel heißt es nun nämlich: „Die Kirche kennt unterschiedliche Grade der Zugehörigkeit: Neben den Katholiken, die zur vollen Gemeinschaft der Kirche gehören, gibt es die Nichtkatholiken, die mit ihr durch eine Vielzahl von gemeinsamen Elementen verbunden sind. Selbst die Nichtchristen und Agnostiker sind insofern auf die Kirche als Volk Gottes hingeordnet, als sie nach der Wahrheit suchen und sich um eine humane Praxis bemühen.“
Das bedeutet, daß diese Art der Hinordnung zur Kirche und die graduelle Zugehörigkeit zu ihr zum Heile ausreiche: Das „und“ in der Aussage „als sie nach der Wahrheit suchen und sich um eine humane Praxis bemühen.“ ist hier wohl nicht addidativ sondern explizierend zu lesen: die Wahrheit suchen meint, eine Humanisierung der Welt zu versuchen. Sich um eine „humane Praxis bemühen“ reiche so zum Heile aus. Ob und wie jemand religiös sei, wird damit letztendlich als gleichgültig erklärt.
Damit beweist dieser Communioartikel, wie rechtmäßig diese Piusbruderschaftskritik ist: Die Weise der Deutung des Dogmas, kein Heil außerhalb der Kirche hat zum Ende der Mission der Kirche geführt, denn nun wird gelehrt und es wird so auch praktiziert: Jeder Mensch kann außerhalb der Kirche das Heil erlangen in jeder Religion oder gar als Atheist, wenn er nur humanistisch aktiv ist. Genau genommen reicht für jeden Menschen eine humanistische Gesinnung aus, wohingegen dann die Religion und isb die christkatholische gleichgültig ist.
1Communio 1.7.2026.
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