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Samstag, 31. Januar 2026

Keine Probleme mit dem Sakrament der Taufe - oder seine Vergleichgültigung?

 

Keine Probleme mit dem Sakrament der Taufe - oder seine Vergleichgültigung?



Eine kleine Orientierungsskizze soll hier Klarheit bringen,ohne daß dabei schon die Theologie dieses Sakramentes expliziert wird.

Die relevanteste Frage zu diesem Sakrament: Bewirkt die Taufe etwas oder bezeichnet sie nur eine Realität, die unabhängig von der Spendung dem Getauften schon gilt?

Die Antwort der hl.Schrift ist hier eigentlich eindeutig, daß sie nach Jesu Belehrung heilsnotwendig sei, so nach Mk 16,16 und seinem Nachtgespräch mit Nikodemus, daß niemand in das Reich Gottes eingehen könne, der nicht durch die Taufe neugeboren worden sei, Das große Glaubensbekenntnis bezeichnet die Taufe als zur Sündenvergebung.Aber trotz dieser Eindeutigkeit wurden und werden theologische Bedenken angemeldet, die fragen, wie denn die Partikularität der Spendung der Kirche sich zur Universalität des Heilswillens Gottes verhielte, daß eben viele Menschen gar keine Möglichkeit gehabt haben und haben, getauft zu werden.

Entweder wird dann gelehrt, daß Gott für diese Menschen andere Wege zum Heil eingesetzt habe, oder es muß der universalistische Heilswille Gottes in Frage gestellt werden, daß das Heil nur für die dazu von Ewigkeit her Erwählten sei.Dann kann es aber von Gott zum Heil Erwählte geben, die ohne den Empfang des Taufsakramentes das Heil erlangen und Nichterwählte, die trotz des Empfanges des Taufsakramentes das Heil nicht erlangen. Diese Position ist der orthodoxe Lehrstandpunkt der reformierten Theologie, von der nicht ganz verfehlt gesagt wird, daß ihr die Prädestinationslehre, die Erwählungslehre das Zentrum der Theologie bildet.Damit stießen wir auf wohl die ursprünglichste Konzeption einer Tauflehre, die besagt, daß dies Sakrament selbst nichts wirke:Denn entweder sei jemand zum ewigen Heile prädestiniert, dann sei das der hinreichende Grund seines Heiles oder falls er nicht prädestiniert sei,nütze ihm sein Getauftsein nichts.

Wenn aber Surrogate für die heilsnotwendige Taufe konstruiert werden1,dann kann im pelaginistischen Sinne gesagt werden, daß für das Heil nur das notwendig sei, was jeder Mensch kraft seiner natürlichen Fähigkeiten realisieren könne: die natürliche Gotteserkenntnis und das Leben gemäß dem Gewissen.Die christliche Religion mit all ihren Sakramenten würde dann faktisch nur eine Erleichterung darstellen, ein gottgefälliges Leben zu führen.Das Taufsakrament ist dann nicht mehr heilsnotwendig, sondern erleichtert nur das Erreichen des Zieles.



Muß der Zutaufende glauben um die Taufe gültig zu empfangen oder nicht? Durch die reformatorische Theologie, daß es allein auf den vertrauenden Christusglauben ankäme, entstand hier faktisch ein Problem, das im Rahmen dieser Theologie unlösbar ist. Entweder lehrt man, daß das gespendete Taufsakrament auch hinreichend zum Heile wirke, auch wenn der Getaufte bei der Taufe nicht glauben konnte, und starb, bevor er zum Glauben kommen konnte altersbedingt, oder man meinte, daß die Taufe schon im Kleinkinde einen Glauben erwecke oder daß dann der Glaube der Eltern als Ersatz für den fehlenden Glauben des Täuflings wirke.Überzeugen kann keine dieser Antworten im Kontext der reformatorischen Theologie.

Die Alternative boten die Widertäufer, daß die Taufe nur wirke, wenn sie im Glauben empfangen werde.Was dann mit den Kindern ist, die sterben, bevor sie vom Alter her glauben können, ist eine von diesem reformatorischen Ansatz her unbeantwortbare Frage. Als Antwortmöglichkeit bietet sich konsequenterweise nur die an, daß die unmündigen Kinder sündlos seien, da ihnen ihr Tuen erst ab ihrer Mündigkeit als eine Schuld anrechenbar sei.Das zeitigt aber die Folge, daß Jesus Christus nicht für alle Menschen am Kreuze gestorben sei, sondern nur für die, denen ihr Tun ob ihrer Mündigkeit als eine Sünde zurechenbar sei.



Wenn gelehrt wird, daß es den Eltern freigestellt würde,ob sie ihr Kind im Kleinkindalter oder mündig taufen lassen wollen, dann impliziert das, daß entweder die Taufe nichts bewirkt, weil die Eltern sonst ja für eine längere Zeit ihrem Kinde das durch die Taufe Bewirkte vorenthalten würden,oder aber nur so Unwesentliches, daß dem Kinde durch diese Vorenthaltung nichts Bedeutsames vorenthalten wird,etwa daß es durch die Taufe zum Kirchenmitglied wird, das so wahlberechtigt wird, während es ansonsten wie jeder Getaufte am Gemeindeleben teilnehmen kann.



Wie kann nun aber theologisch begründet werden, daß die Taufe gar nichts bewirkt? Der Grundsatz dazu heißt, daß Gott jeden Menschen liebe und daß die Taufe nur dies Geliebtwerden anzeige. Es könne so das Taufsakrament wie auch jedes andere nicht heilsnotwendig sein, da diese Liebe Gottes allein der hinreichende Grund des Heiles sei. Diese Lehre könnte aus der reformierten Prädestinationslehre rekonstruiert werden, daß die Erwählung schon für sich allein der hinreichende Grund des Heiles sei,daß dann aber statt einer Partikularität,einige seien Erwählte, andere Nicherwählte, die Erwählung aller Menschen gelehrt wird im Sinne des Glaubens an die unverlierbare Menschenwürde jedes Menschen. Im christlichen Glauben wird dann nur noch erkannt und bekannt, was für jeden Menschen gälte, unabhängig davon, ob er glaube und getauft sei oder nicht. Damit wird das Taufsakrament unwichtig,zu einem bloßen Ritual einer Familienfeier.





1Die urchristliche Praxis der Taufe zugunsten von Verstorbenen, die selbst ungetauft verstorben sind,bejaht ja die Heilsnotwendigkeit der Taufe. Daß Jesus Christus den Verstorbenen in der Unterwelt das Evangelium gepredigt hatte nach seinem Kreuzestod, besagt aber, daß in diesem Falle der Glaube an das Evangelium zum Heile ausreiche.

Samstag, 15. März 2025

Das Ende der Volkskirche – wenn sich Selbstverständlickeiten beginnen aufzulösen

 

Das Ende der Volkskirche – wenn sich Selbstverständlickeiten beginnen aufzulösen



Es ist noch nicht lange her, so in den 80er Jahren meiner Erinnerung nach, daß an die Beständigkeit der Volkskirche geglaubt wurde, da jede Geburt doch mit dem Familienfest der Taufe gefeiert wurde und man keinen ohne ein kirchliches Begräbnis unter die Erde bringen wollte. Dazu käme dann noch das Familienfest der Weihnacht, zu dem stets ein Kirchgang gehöre. Auf diesen 3 Säulen fuße nun die Stabilität der Volkskirche, da nun jeder mal geboren wird und mal sterben muß und für das Familienleben sei der Weihnachtsgottesdienst doch ein unverzichtbares Dekor wie zu Sylvester das Ansehen des „Dinners for one“.

Aber was tuen, wenn auch diese Selbstverständlichkeiten sich auflösen, wenn etwa die Kinder nur noch getauft werden, weil es so eine kulturelle Praxis ist, deren Sinn aber schon nicht mehr verstanden wird, wenn gerade für diese religiöse Praxis gilt, was Zizek so formulierte, daß uns Kultur das ist, was wir praktizieren, ohne an sie zu glauben: Sie würde in diesem Sinne als etwas Kulturelles praktiziert.

Die Taufpraxis ist uns nun so selbstverständlich geworden, daß weitestgehend vergessen worden ist, was die Taufe eigentlich ist, daß sie etwas eigentümlich Unklares ist, ja das sie zu den Mysterien des Urchristentumes gehörte wie auch die hl.Eucharistie, sodaß die christliche Religion auch als eine Mysterienreligion bezeichnet werden könnte.

Johannes, der Täufer, für seine religiöse Bewegung war das Taufen etwas so Signifikantes, daß nach dieser nach dieser Tätigkeit diese ganze Bewegung ihren Namen erhielt. Jesus von Nazareth wurde auch von Johannes getauft. Damit beginnen aber auch schon die ersten Probleme: Jesus wurde selbst nicht christlich getauft. Die johanneische Taufe wurde im Urchristentum nicht anerkannt, sodaß so Getaufte noch einmal christlich getauft wurden. Apg 19,3-5. Und noch etwas fällt auf: Nach der Taufe legte der Apostel den Getauften die Hände auf und dadurch erst empfingen die Getauften den Heiligen Geist. Apg 19,6.

Wie entstand dann aber die christliche Taufe, wenn sie so klar von der des Johannes abgesetzt wurde und Jesus selbst nicht christlich getauft worden ist? Es könnte höchstens die Johannestaufe als eine Vorlage für die christliche gedient haben. Aus dem Alten Testament ist sie auch nicht deduzierbar und auch nicht als ein funktionales Äquivalent zur Beschneidung, da ja Beschnittene von Johannes und dann später auch von den Christen getauft wurden! Franz Diekamp, ein in allen theologischen Fragen zuverlässiger Dogmatiker urteilt in seiner Lehre über die Taufe, (Bd 3, 11.u.12.Auflage, S.73:“Die Einsetzung des Sakramentes der Taufe (im vollen Sinn des Wortes) hat wahrscheinlich bei den letzten Erscheinungen Jesu in Galliläa stattgefunden,als er den Aposteln befahl, alle zu taufen.“Das ist nicht die Klarheit, die man als ein Theologe sich erwünscht.

Es bleiben Fragen: Wie entstand der Glaube, daß ein Christ die Taufe nur einmal gültig empfangen könne, wenn es doch nahe läge, wenn durch sie der Mensch von seinen Sünden gereinigt wird, sie als eine wiederholbare Praxis zu verstehen und zu praktizieren?

In welchem Verhältnis steht die Taufe zu Jesu Kreuzestod und seiner österlichen Auferstehung,könnte es dieses Sakrament auch geben, wenn Jesus nicht gekreuzigt und auferstanden wäre als ein einfach von dem Sohn Gottes eingesetztes Ritual der Sündenabwaschung? Man kann ja nicht urteilen, daß wir in unserem Getauftwordensein einen Anteil an der Taufe erhielten, mit der Jesus selbst getauft worden ist, denn die war ja gar keine christliche.

Maßgebend ist für uns Christen Jesu Christi Aussage: „Wer glaubt und getauft wird, wird im Endgericht gerettet werden, wer nicht glaubt, wird da verdammt werden.“ (Mk 16,16). Aber wie erhielt die Taufe diese Heilsbedeutung? Erschließt sie sich uns aus einer genauen Exegese der Belehrung Jesu über das Taufsakrament im 3.Kapitel des Johannesevangeliumes, daß jeder noch einmal durch die Taufe neu geboren werden muß, damit er in das Reich Gottes eingehen kann? Nur, wenn ein Mensch zum zweiten Male geboren werden kann, wieso könnte er dann nicht auch noch zum dritten oder x.Mal neu geboren werden?

Die christliche Taufe scheint tatsächlich etwas sehr Mysterienhaftes zu sein und vielleicht macht das auch das Sakramentale der Taufe aus, daß es eben keine bloße Symbolhandlung ist, die etwas bezeichnen soll, was unabhängig von ihrem Vollzug schon wirklich ist.

Ich vermute, daß uns der Begriff des Mysteriumes weiterhelfen könnte und folge damit R.Bultmanns exegetischen Erkenntnissen, die man nicht gleich mit dem Verweis auf sein Entmythologisierungsprogramm reprobieren sollte1.Seine Grundthese lautet, daß in den Mysterienrelligionen ihre Anhänger durch Rituale einen Anteil bekamen an dem Geschick der Götter, auf die hin das Ritual vollzogen wird: Also, indem ein Christ getauft wird, stirbt er mit Jesus am Kreuze,um dann auch mit ihm als ein neuer Mensch aufzuerstehen. Das Kreuz und die Auferstehung ist so einmal ein Ereignis in der Geschichte, das sich aber in jeder Taufe so aktualisiert, daß der Getauftwerdende in dies Kreuz und in diese Auferstehung mithineingetauft wird. Anders formuliert: Die Taufe ist ein Abbild des Gekreuzigtwerdens und Auferstehens Jesu Christi, in dem der Getaufte selbst gekreuzigt wird und seinen Anteil an der Auferstehung Jesu bekommt.Aber es bleibt noch die Frage,warum die Taufe nicht wiederholbar ist. Legte man nun nicht das Gewicht auf das Opfer Jesu Christi, das als solches wiederholbar sein müßte, sondern auf das Sterben und Neugeborenwerden, das Auferstehenn, dann könnte das die Einmaligkeit des Mitgekreuzigt- und Mitauferstehens präfigurieren: Jesus starb nicht zyklisch immer wieder wie die Naturgötter und erwachte wie sie in jedem Frühling.


Diese Bultmannthese scheint mir immer noch trotz vielfältigster anderer Versuche das überzeugendste Erklärungsmodell zu sein. In Ungnade ist dieser Erklärungsversuch ja nur durch den jüdisch-christlichen Dialog gekommen zu sein, durch die daraus entspringende Vorliebe dafür, alles Christliche zumindest des Anfanges aus nur rein jüdischen Traditionen entstanden zu rekonstruieren, um dann auf die Korruption durch die sogenannte Hellenisierung zu verweisen, als die Kirche den guten jüdischen Mutterboden verließ! Bultmanns Annahme einer generellen Tendenz zum Synkretistischen und eine Vielzahl von religiösen Strömungen, aus der dann ideengeschichtlich betrachtet das Urchristentum entstand, dürfte da einfach realistischer sein.

Daß eine modernistische Theologie alles Mysterienhafte aus der Kirche exkommunizieren möchte,liegt nun auf der Hand, aber damit nichtet sie auch notwendiger weise alle Sakramente der Kirche.


1Vgl hierzu die immer noch lesenswerte „Theologie des Neuen Testamentes“ von Rudolf Bultmann.

 

Über ein vergessenes oder in seiner Bedeutsamkeit verdrängtes Sakrament – ein Beitrag zum Niedergang der (Volks)Kirche



Nun hatten wir noch eine große Bedenklichkeit und Sorge auf dem Herzen.Daß wir an der lieben Ertrunkenen Stelle die Gefundne behalten und aufziehen wollten,war freilich sehr bald ausgemacht;aber wer konnte nun wissen,ob das Kind getauft sei,oder nicht?Sie selber wußte darüber keine Auskunft zu geben.Daß sie eine Kreatur sei1,zu Gottes Preis und Freude geschaffen, wisse sie wohl,antwortete sie“.So lesen wir es in der wunderbaren Erzählung des Romantikers: Friederich de la Motte Fouque: Undine, 2.Kapitel2.

Ist für einen heutigen Leser diese Sorge dieser Pflegeeltern noch nachvolziehbar oder erscheint es ihm nur als ein Element der Märchenwelt, in die der dies Werk Lesende eintaucht, wenn er denn noch einen fiktiven Text lesen kann und er nicht sich selbst aus dem Lesen herausruft durch den Einwand, daß das Erzählte doch nur etwas rein Erphantasiertes sei. Welche Vorstellungen, heute selbst in der Kirche lebendig, verhindern denn nun ein sachgemäßes Verständnis des Taufsakramentes? Die vulgärste ist wohl die, daß durch die Taufe der Zutaufende in die Kirche aufgenommen würde sodaß die Anfrage, warum das Kind denn schon als Baby und nicht erst als selbst über seine Kirchenmitgliedschaft entscheiden Könnender getauft wird, unbeantwortbar bleibt. Etwas niveauvoller ist dann schon die Vorstellung, daß, weil Gott jeden Menschen liebe, als ein Zeichen dieses Geliebtwerdens seitens Gottes es getauft würde. Die Taufhandlung zeigt somit die Liebe Gottes zu diesem Kinde an, die ihm völlig unanhängig von der Spendung des Taufsakramentes gälte und deswegen genau genommen überflüssig ist.Es darf aber vermutet werden, daß die Taufe bei solch einem Taufverständnis mehr als eine Feier der elterlichen Liebe zu ihrem eigenen Kinde empfunden wird als daß hierbei Gottes Liebe zu dem Täufling in dem Vordergrunde stünde.

Daß durch den Vollzug der Taufe Gottes Verhältnis zu dem Getauften sich ändert, das Zentrum der Lehre vom Taufsakrament, das ist eben heutzutage völlig in Vergessenheit geraten. Der reformierte Theologe Karl Barth schlug deshalb eine völlige Neudeutung dieses Sakramentes in seiner Dogmatik vor, daß sie eine Antworthandlung auf Gottes ihm geltende Liebe sei als das Fundament der Ethik. Deswegen könne auch nur die Taufe an Mündige und nicht an Kleinkinder als angemessene kirchliche Praxis angesehen werden. Von diesem rabiaten Angriff auf die Taufe blieb aber in der reformierten Praxis nur übrig, daß es den Eltern völlig freigestellt wird, ob sie ihr Kind als Baby oder später als Selbstentscheidenkönnender taufen lassen wollen. Damit wird aber nun bestätigt, daß die Taufe nichts Gutes bewirkt, denn bewirkte sie etwas Gutes für den Zutaufenden, würden die Eltern dies Gute ihrem Kinde nicht vorenthalten wollen.

Was ist nun die Sorge der Pflegeeltern der Undine? Auch wenn diese romantische Erzählung eine nach der Aufklärung ist, setzt diese Sorge noch die Sorge um das Seelenheil voraus, daß man tatsächlich Jesus recht gibt, wenn dieser göttliche Lehrer dem Schüler Nikodemus in einem Nachtgespräch darin unterweist, daß der Empfang des Taufsakramentes heilsnotwendig ist. Wer nicht von Neuem geboren wird durch die Taufe, kann nicht in das ewige Leben eingehen, so lehrt es Jesus Christus selbst in Joh 3,1-7.

Es ist wirklich ein Nachtgespräch, nicht nur im zeitlichen Sinne. Hier werden dunkle Seiten des Lebens angesprochen, die das Licht der Aufklärung wegleuchten möchten, daß Gott in seinem Endgericht auch „Nein“ sagen kann zu Menschen, daß sie so nicht eingehen werden in das Reich Gottes, daß er sein „Nein“ sagt, weil wir Menschen Sünder sind und nichts Unreines in sein Reich eingehen kann! Ja, die Praxis der Babytaufe erklärt sich in ihrer Wahrheit allein aus der Erbsündenlehre, daß wir Menschen von Anfang an so sehr von der Sünde Bestimmte sind, daß wir der Reinigung durch dieses Sakramentes bedürfen, um erst wieder Kinder der Liebe Gottes zu werden. In der Taufe treten wir eben auch in diese Nachtseite des Lebens ein, die bestimmt ist von dem Glauben an Gottes Zorn über uns Sünder, daß es Gott wirklich ernst ist mit seiner Gerechtigkeit, die den Sünder strafen will. Ja sie mutet uns gar zu, unser schicksalhaftes Bestimmtsein durch die Ursünde Adams und Evas anzuerkennen, statt in jedem Neugeborenen nur die pure Unschuld zu sehen, daß jeder erst im Laufe seines Lebens durch seine freien Entscheidungen sich zu einem bestimmten Menschen entwickelt, eben eventuell auch zu einem bösen.

Aber das Neugeborne, das ist die pure Unschuld, ist eben auch gesund, so erhoffen es ihre Eltern wenigstens und bedarf so als Kind sehr viel an elterlicher Liebe nur eines gewiß nicht, das Sakrament der Taufe zur Vergebung seiner Sünden. Indem so nun die Nachtseite des Taufsakramentes völlig weggekärt wird, verschwindet aber ebenso die Lichtseite dieses Sakramentes: Wie sollte auch einem völlig Gesunden eine von einem Arzt verschriebene Medizin etwas bedeuten können, wenn er sich der allerbesten Gesundheit erfreut? Ohne die dunkle Nacht kann es auch keinen lichten Tag geben – auch das könnte von der aufklärungskritischen Romantik gelernt werden. Dabei ist die Romantik nun nicht eine einfache Rückkehr zu einem voraufklärerischen Denken, in eine sgechlichte Naivität sondern ihre Aufhebung in eine sachgemäßere Erkenntnis des Lebens.

Zum Schluß etwas Erfreuliches: Fouque zu lesen ist ein einzigartiges Lesevergnügen!


(Die Fußnoten sind verrutscht und wollen nicht höher klettern, sind aber "unten".








































1.Daß sie eine Kreatur sei, aber daß Undine kein Mensch ist, dieses Wesentliche dieser Erzählung Fouques, bleibt hier unberücksichtigt, auch wenn die Interpretation Arno Schmidts, daß eine unglückliche Liebe des Autors zu einer Frau den biographischen Hintergrund dieser Erzählung bilde, als der Erzählung nicht gerecht werdend, abzulehnen ist. Es sei aber auf die gar nicht genug zu bewundernde Neuinterpretation der „Undine“ in dem Film „Undine“ Film von Petzold verwiesen, die gerade dem nichtmenschlichen Charakter Undines gerecht wird als einem Wasserwesen.

2Es sei die Ausgabe in der „Bibliothek der Erstausgaben“ von „dtv“ hier empfohlen, da durch die sonst übliche Modernisiererrei der Text entstellt wird, als wenn die Orthographie eines Textes für den Gehalt des Textes völlig gleichgültig wäre. Das ist ein doketistisches Textverständnis, es gleicht der Meinung, daß für den Sohn Gottes sein menschlicher angenommener Körper gleichgültig sei.

Donnerstag, 14. November 2024

Kennt Papst Franziskus das Kirchenrecht nicht oder ignoriert er es einfach?

 

Kennt Papst Franziskus das Kirchenrecht nicht oder ignoriert er es einfach?



"Mögen bitte immer Beichtväter zur Hand sein", sagte er am Montag im Vatikan. Oft kämen sogar Muslime und Angehörige anderer Religionen und würden sie um einen Segen bitten. "Gib immer allen den Segen", so Franziskus. "Und vergib allen, allen, allen - ohne große Reden!" So liest man es auf Kath net am 14.11.2024. Die Artikelüberschrift: „Franziskus an Beichtväter:Gebt auch Andersgläubigen den Segen“ läßt schon Arges erwarten und das Weitere bestätigt den Argwohn. Die Aufforderung an die Beichtväter meint wohl nicht einfach, daß den um Gottes Segen Bittenden dann noch als ein Zusatz die Sünden vergeben werden sollen, sondern daß ihnen durch einen Beichtvater sakramental die Sünde vergeben werden soll.

Jeder Christ kann und soll, dem, der gegen ihn gesündigt hat, diese Sünde vergeben und er hat dazu auch die Vollmacht, da es um ein Sündigen wider ihn sich handelt. Die Sünde als ein Handeln oder Unterlassen wider Gott dagegen kann nur Gott selbst oder die dazu eigens von Gott Bevollmächtigten vergeben, also nur die Priester. Für die Vergebung der nicht lässigen Sünden wider Gott ist allein das Bußsakrament zuständig. Der Priester kann und soll so gemäß der kirchlichen Ordnung dieses Sakramentes die Sünden wider Gott vergeben. Das Kirchenrecht stellt nun eindeutig fest: Can 842,§1: “Wer die Taufe nicht empfangen hat, kann zu den übrigen Sakramenten nicht gültig zugelassen werden.“ Wenn also ein Beichtvater einem Ungetauften die Sünden vergibt, ist diese Lossprechung objektiv ungültig. Der Beichtvater kann nur einem Ungetauften die Sünde vergeben, die der Ungetaufte gegen ihn selbst beging.

Papst Franziskus verfolgt eine Strategie der Vergleichgültigung aller Religionen für sein Konzept, daß die Gläubigen aller Religionen vereint sich für die Humanisierung der Welt engagieren sollen und dabei alle religiösen Differenzen als unwesentlich abzuqualifiezieren haben. In diese Konzeption paßt es nun, den Beichtvätern zu empfehlen, jedem, egal welcher Religion er anhängt, die Sünden zu vergeben und zwar sakramental. Augenfällig ist dabei, daß der Andersgläubige, der nur um den Segen bittet, sozusagen ungefragt auch noch die Sünden vergeben werden sollen, obgleich er die gar nicht nachgefragt hat. Die Sündenvergebung verkommt hier zu einer Zusatzgabe angehängt an die Segensspendung!

Mit der Toleranz anderen Religionen gegenüber hat das nichts zu tuen. Hier werden Priester dazu aufgerufen, eine sakramental gültige Sündenvergebung zu simulieren. Objektiv geurteilt gilt den Empfängern aber die Sündenvergebung nicht, es wird nur eine solche vorgetäuscht. Papst Franzikus stellt sich mal wieder über die Lehre der Kirche und über das Kirchenrecht als ein wahrer Schüler Ludwig XIV: „Die kirche bin ICH!“

Dienstag, 19. September 2023

„Die Wiederentdeckung der Sakramentalien“ eine Orientierungsskizze

Die Wiederentdeckung der Sakramentalien“ eine Orientierungsskizze oder:Wider die Selbstverprotestantisierung der Kirche



Anläßlich dieses sehr gediegenen Artikel zu den Sakramentalien möchte ich eine kleine Orientierungsskizze zu diesem Gegenstand vorlegen.

Gott wirkt unmittelbar oder auch mittelbar. Die Sakramentalien sind Medien des mittelbaren Wirkens Gottes. Somit werden sie mißverstanden,meinte man, Gott wirke nur anläßlich ihres Gebrauches. Ein Bittgebet hilft nicht selbst, weder dem Beter noch dem, zugunsten gebetet wird, sondern nur wenn Gott es erhört und dann selbst hilft. Hier kann gesagt werden: Anläßlich eines Gebetes hilft Gott. Dagegen gilt bei dem Sakrament der Taufe, daß Gott durch das geweihte Wasser wirkt, was die Taufe verheißt. Das geheiligte Taufwasser ist dabei mitwirkend.

Für die Sakramentalien gilt das ebenso: Wenn sich ein Gläubiger mit dem Weihwasser besprengt, wirkt Gott als die Erstursache mit der Zweitursache zusammen, wenn der Empfänger das Weihwasser gläubig empfängt. Das Spezifische der Sakramentalien ist es nun, daß hier die objektive und die subjektive Seite genau zu distinguieren ist. Dem Weihwasser ruht eine Heilskraft inne als eine Potenz, die aber für den Empfänger ihre Kraft nur aktualisiert,wenn sie glaubend empfangen wird.

Würde die objektive Seite verneint, würden die Sakramentalien zu einem Placebo verformt, zu einem Mittel, dem keinerlei Heilkraft innewohnt, das dann aber nur „wirkt“, weil an seine Heilkraft geglaubt wird. Hier würde dann der Glaube allein als eine Autosugesstivkraft wirken. Aber auch die subjektive Seite darf nicht in ihrer Bedeutung negiert werden: Nur wenn eine Sakramentalie gläubig empfangen wird, wirkt sie.Hier ist nun nicht einfach der christliche Glaube gemeint, sondern konkret das Vertrauen darauf, daß die Sakramentalie auch das wirkt, was die Kirche von ihr lehrt.

Daß nun gerade die Sakramentalien bevorzugte Angriffsobjekte sich selbst gern als kritisch aufgeklärte Theologen sind,liegt auf der Hand, ist es doch die Vorstellung,Gott wirke durch Mittel, durch Zweitursachen, einfach skandalös, entweder weil Gott für moderne Theologen sowieso überhaupt nicht wirke oder weil er nicht durch kreatürliche Zweitursachen wirke. Dann werden die Sakramentalien aber auch die Sakramente zu kirchlichen Handlungen umgeformt, die nur noch dazu dienen, etwa an Gottes Liebe zu uns Menschen zu erinnern. Typisch dafür ist, wenn in der Taufe es heißt: Gott liebt dies Kind und als Zeichen seiner ihm geltenden Liebe wird es nun getauft.Das Sakrament soll dann nichts mehr wirken, sondern nur anzeigen, was unabhängig vom Vollzug des Sakramentes schon dem Empfänger des Sakramentes oder der Sakramentalie gilt.

Stattdessen ist daran festzuhalten, daß Gott mit den Sakramenten und den Sakramentalien zum Heile der Empfangenden wirkt. Gott wirkt nicht allein- daran muß gegen die reformatorische Position der Alleinwirksamkeit Gottes festgehalten werden. Gott selbst qualifiziert Medien dazu, er heiligt sie dazu, mitwirken zu können.

Infolge der Tenndenz, Gott wirke nicht durch Sakramentalien und auch nicht durch die Sakramente wird der Gottesdienst zu einer bloßen Erinnerungs- und zu einer Appellierveranstaltung: Lebet so! Die hl. Messe vermittelt dann nichts mehr sondern ist eine rein pädagogische Veranstaltung des Erinnerens und Ermahnens.

 

Donnerstag, 8. Juni 2023

Bischof Meier: "Verweigern wir keinem die Kommunion" oder wie Christus verramscht wird

Bischof Meier: "Verweigern wir keinem die Kommunion" oder wie Christus verramscht wird Auf Kath de am Tag des Hochfestes von Fronleichnam stand es schwarz auf weiß geschrieben: Bischof Meier, einigen Reformenthusiasten wohl nicht progressiv genug, reitet nun eine weitere Attacke gegen das hl. Altarsakrament, um sich so wohl für die Neusynodalkirche zu profilieren. Der Bischof will jedem den Leib Christi und das Blut Christi austeilen lassen, der es begehrt, völlig gleichgültig ob und was der Empfangenwollenden glaubt. "Wir sind keine Türsteher vor dem Festsaal der Eucharistie." So tönt dieser Bischof: „Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat sich gegen Ausgrenzungen bei der Kommunion gewandt. "In den Diskussionen um Diversität und sexuelle Orientierung greifen wir zu kurz, wenn wir im Hinblick auf den Empfang der Kommunion darüber befinden wollen, wer hinzutreten darf und wer nicht", sagte Meier laut Manuskript an Fronleichnam im Augsburger Dom.“ Wie weit entfernt von dieser: Wir schließen niemanden aus Haltung war doch das Urchristentum, heißt es doch schon im Hebräerbrief:“Wir haben einen Altar,von dem die nicht essen dürfen,die dem Zelt dienen.“(13,10) Mit den dem Zelte Dienenden sind die Juden gemeint, die Jesus Christus nicht als den Sohn Gottes anerkennen.Auch ist zu beachten, daß hier nicht von einem Mahltisch geschrieben wird, sondern von einem Altar, von dem her gegessen wird. Das Zuessende ist somit ein Opferfleisch. Das evoziert dann die Frage: Wer darf vom Opferfleisch, das Gott geopfert wurde, essen? Die Standardantwort lautet: die Priester. Offenkundig durften aber in der Kirche von Anfang an die Gemeindemitglieder und nicht nur die Priester vom Opferfleisch essen. Unüberlesbar ist aber, daß von Anfang an Menschen von der Teilnahme an der Eucharistie ausgeschlossen worden sind. Die Vollmacht zum Ausschluß besaß so die Kirche von Anfang an. So war sie stets der Türsteher,der Unbefugte ausschloß vom Empfang der hl Kommunion. So kann sie Menschen von einem Empfang der Kommunion ausschließen, wenn sie davon ausgehen muß, daß die die hl. Kommunion sich zum Unheil empfangen würden. Ein einfacher Gedanke steht dahinter: Je wirkmächtiger eine Medizin zum Guten ist, desto destruktiver wirkt sie,wenn sie nicht angemessen empfangen wird. Mathematisch ließe sich das so formulieren: Als Betrag sind 1000 Euro gleich, auch wenn der Betrag einmal ein Bankguthaben von 1000 Euro und ein anderes mal die Höhe der Schulden, 1000 Euro beziffert. Die Eucharistie ist nun die wirkmächtigste Medizin auf Erden, speist sie doch zum ewigen Leben, und damit ist sie auch die destruktivste, wenn sie sakrilegisch empfangen wird. So schützt die Mutter Kirche ihre Glieder vor so einem sakrilegischen Empfang, damit Glieder der Kirche nicht einen Schaden nehmen. Wie eine Mutter den häuslichen Medizinschrank gut verschließt, damit ihre Kinder nicht von dem vermeintlichen Naschwerk essen, so verschließt die Mutter Kirche auch das Altarsakrament vor einigen, ihnen zum Schutz. Ein Bischof, der diese Schutzaufgabe nicht mehr erfüllen will, ist ein Feind seiner Herde, setzt er doch Menschen der Gefahr eines sakrilegischen Empfanges aus. Nun kann zwar kein Bischof in die Herzen der Empfänger schauen, er kann aber offensichtlich nicht zum würdigen Empfang Befähigte von dem Empfang ausschließen. Wer etwa bei „Donum vita“ mitarbeitet, ist ob seiner Beihilfe zur Kindestötung vom Empfang der Kommunion auszuschließen. Das gilt so auch für andere offensichtlich in Sünde Lebender, etwa Mitgliedern der Mafia. Wer so auszuschließen ist, das festzulegen, gehört zu den Elementaraufgaben der Kirche. Bischof Meier dagegen mokiert sich lieber über die Wähler Italiens, weil die eine ihm nicht genehme politische Partei bei der letzten Wahl bevorzugten, statt seinem Türwächteramt nachzukommen. Die verdrängte Wahrheit: "Wer also unwürdig von dem Brot ißt,macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn." 1.Kor.11,27 Zudem: In welchem religiösen Opferkult wurde schon jedem, nur weil er mitessen wollte, ein Anteil am Opferfleisch gewährt? War nicht zu allen Zeiten die Teilnahme ein Privileg? So hat ja Jesus Christus selbst an der ersten Eucharistiefeier nur den 12 Aposteln, die er da zu Priestern weihte, die Teilnahme erlaubt!

Donnerstag, 3. November 2022

Kurz und bündig: "Ein Sakrament stirbt..."

„Ein Sakrament stirbt...“ Kurz und bündig So titelte am 2.11.2022 Kath net. Ein Sakrament, sterben denn nicht alle aus, wenn danach gefragt würde, wie häufig sie noch benutzt werden? Aber der Artikel kapriziert sich nur auf ein „Sakrament“, das es faktisch nicht mehr gibt, das der „Sterbebegleitung“. In vorkonziliaren Zeiten existierte das Sakrament der „Letzten Ölung“. Dies Sakrament war eingeschrieben in die komplexe Vorstellung vom Sterben und vom Übergang in die postmortale Existenz. Dieser Transitus kann scheitern, daß der Mensch zur ewigen Verdammnis eingeht, er kann aber auch in das Fegefeuer zu seiner Reinigung versetzt werden oder es kann sich die Verheißung Jesu Christi an ihn erfüllen, daß der Verstorbene noch heute mit ihm im Paradiese sein wird. Das Sakrament der „Letzten Ölung“ war so eine effektive Hilfe für das Gelingen dieses Überganges. Dies Sakrament wurde nun ein Opfer des Reformenthusiasmus des Konziles: Aus ihm wurde das Sakrament der Krankensalbung. Archäologen behaupteten, daß ursprünglich dies Sakrament wirklich nur eines der Krankenheilung gewesen sei und so zurückverwandelt werden müsse. Wer sollte nun der Empfänger dieses Sakramentes sein? Eine Unklarheit blieb, auch wenn es vielfältige Klärungsversuche gab. Wer krank sei, könne dies Sakrament empfangen, nur wer ernstlich krank sei oder doch jeder, wenn er meinte, es könnte ihm nützlich sein. Es verblüfft dann nicht, daß die Kranken, so lange sie noch hoffen, zu gesunden, auf den Arzt und seine Medizin vertrauend auf dies Sakrament verzichteten. Wenn es aber nach menschlichen Maßstäben geurteilt nichts mehr zu hoffen gibt, dann ist dies umgewandelte Sakrament dafür nicht mehr zuständig. Die Kunst, gut zu sterben, das gehörte einst zur Kompetenz der Kirche: die Beichte auf dem Sterbebett, die „Letzte Ölung“, das Lesen heiliger Messen für den Verstorbenen und die Möglichkeit, Ablässe, gar vollständige für den Verstorbenen zu erbeten. Was blieb von dieser christlichen Kultur der Sterbe-und der Totenbegleitung? Sie hat sich aufgelöst. Zu sicher sind sich die einen, die wissen, daß wir alle, weil von Gott Geliebte in den Himmel kommen werden und die anderen, daß es mit dem Tode aus ist, daß danach nichts mehr ist. Eine Hilfe für den Transitus in die postmortale Existenz ist so jedenfalls überflüssig. Kranke dagegen brauchen die Krankensalbung nicht mehr, solange sie noch auf die Medizin hoffen und gibt es keine weltliche Hoffnung mehr, dann bräuchten sie das Sakrament der „Letzten Ölung“, das aber abgeschafft, wegmodernisiert wurde. Die hl Sakramente können nur begriffen werden, wenn sie als eingeschriebene in die große Erzählung der Erschaffung des Menschen, der seines Falles und der seiner Erlösung durch Jesus Christus verstanden werden. Wenn aber diese große Erzählung sich auflöst, dann müssen auch die Sakramente sterben.

Montag, 10. Januar 2022

Irritierendes: Wurde Jesus christlich getauft?

Irritierendes: Wurde Jesus christlich getauft?


Nahe liegt doch der Gedanke, daß, weil Jesus getauft worden ist, auch seine Nachfolger getauft werden, daß dann gar Gottes Verheißung: „Das ist mein geliebter Sohn,an dem ich Gefallen gefunden habe“ (Mt 3,17) auch jedem Getauften nun gilt.Dann müßte aber die Taufe, mit der Jesus getauft worden ist, und die, mit der wir Christen getauft worden sind, identische sein, also daß beides male das Sakrament der Taufe gültig gespendet wurde.

Aber Johannes, der Täufer taufte Jesus. Das war so keine christliche Taufe. Johannes sagt nämlich von der von ihm gespendeten Taufe aus, daß sie nur eine des Wassers sei (Mt 3,11), wohingegen Jesus mit dem Hl.Geist taufen werde.

Wie verfuhr man im Urchristentum mit von Johannes bereits Getauften? Die Apostelgeschichte gibt uns darüber eine klare Auskunft. Der Apostelfürst frägt die schon Getauften: „Mit welcher Taufe seid ihr denn getauft worden?“ (Apg 19,3) Paulus tauft sie dann mit der christlichen Taufe, als er erfährt, daß sie nur mit der des Johannes getauft worden sind.Sie ließen sich auf den Namen Jesu taufen. Dies meint nun nicht nun nur ein einmaliges Geschehen, sondern soll klar machen, daß die Taufe des Johannes nicht eine sakramentale Taufe ist und daß deshalb die johanneisch Getauften noch christlich zu taufen sind. Faktisch galt die Johannestaufe als ungültige Taufe.

Nun berichtet die Apostelgeschichte im 8.Kapitel 14-18 von einem besonderen Problem. Es gab Christen, die auf den Namen Jesu getauft waren, aber „noch war auf keinen von ihnen der Heilige Geist herabgekommen.“ (V 16). Sie werden nicht noch einmal getauft, als wären sie ungültig getauft worden.Aber ihnen fehlte doch die Gabe des Heiligen Geistes. Die Apostel Petrus und Johannes „legten ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist.“ (V.17) Dies Händeauflegen vermittelt also den Heiligen Geist, nicht schon das gültig gespendete Taufsakrament. Selbstredend bezeugt diese Handauflegungspraxis das Sakrament der Firmung, das nach der Taufe gespendet wird und das erst den Heiligen Geist vermittelt. Darum heißt es ja auch vom Apostelfürsten Paulus, daß er, nachdem er den johanneisch Getauften das Sakrament der Taufe gespendet hatte: „Paulus legte ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie herab.“ (Apg 19,6) So heißt es im Kirchenrecht sehr treffend im Can 879: „Das Sakrament der Firmung...beschenkt die Getauften...mit der Gabe des Heiligen Geistes“. Can 849 lehrt die Wirkung des Taufsakramentes und hier wird nicht von der Gabe des Heiigen Geistes gesprochen. Dem entspricht die urchristliche Tauftheologie, daß nach der Spendung des Taufsakramentes den Getauften die Hände aufgelegt wurden, sodaß sie so als durch die Taufe Purifizierte, die Sünden sind ihnen abgewaschen worden durch dies Sakrament nun der Heilige Geist gegeben werden kann.

Wenn also die christliche Taufe eine des Heiligen Geistes und nicht nur eine des Wassers ist, dann reinigt der Heilige Geist den Zutaufenden von seinen Sünden, das ist dann eine Wirkung des 3Heiligen Geistes, die Gabe des Heiligen Geistes als seine Vermittelung ereignet sich aber erst durch die Handauflegung des Sakramentes der Firmung. Darum kann es gültig Getaufte geben, ohne daß ihnen der Heilige Geist schon gegeben ist.

So muß resümierend festgestellt werden, daß Jesus selbst nicht die christliche Taufe empfing. Zudem war der Heilige Geist, der auf Jesus herabstieg wie eine Taube, weder eine Gabe der johanneischen Taufe noch vermittelt die christliche Taufe den Heiigen Geist.

Nun ist gelegentlich zu hören.daß das Urchristentum gar keine Sakramente kannte bzw die Taufe und dann auch die Eucharistie ganz anders verstanden hätten als es später die Kirche lehrte. Der Apostelfürst Paulus entfaltet seine Tauflehre im 6. Kapitel des Römerbriefes: „wißt ihr denn nicht, daß wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?“ (V 3) Der Vers 4 expliziert nun das „auf“: „Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod“. Es spricht einiges dafür, daß dies Taufsakramentsverständnis inspiriert ist durch ähnliche Vorstellungen in damaligen Mysterienreligionen, daß durch Rituale Gläubige am Schicksal des verehrten Gottes teilhaben, in ihn incoporiert werden. Die Taufe bewirkt also, daß wir mit Christus Jesus am Kreuze sterben und so unsere Sünde gekreuzigt wird. Das ist ein genuin sakramentalistisches Taufverständnis.

Noch deutlicher wird der sakramentale Charakter des urchristlichen Taufverständnisses in der Praxis des Sichtaufenlassens zugunsten von ungetauft Verstorbenen. Diese Praxis setzte schon die Lehre von der Heilsnotwendigkeit der Taufe voraus, so wie sie Jesus im Nikodemusgespräch entfaltet (Joh 3, 1-7) und Jesus Mk 16,16 lehrt: „Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet;wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“ Zu beachten ist, daß für die Errettung zwei Bedingungen genannt werden: der Glaube und die Taufe! Was bedeutet das nun für die schon Verstorbenen, die ungetauft Verstorbenen. Paulus erinnert nun die Kritiker seiner Lehre von der leiblichen Auferstehung der Toten zum ewigen Leben an ihre und die allgemeine Taufpraxis des Sichtaufenlassens zugunsten von Verstorbenen: „Wie kämen sonst einige dazu, sich für die Toten taufen zu lassen?“ (1.Kor 15,29)

Paulus meint, daß diese korinthische Taufpraxis ja sinnwidrig wäre, würden sie, die dies so praktizieren, nicht an die allgemeine leibliche Auferstehung der Toten glauben. Paulus Kritiker glaubten allerdings wirklich nicht an die leibliche Auferstehung der Toten, sondern nur an die Möglichkeit eines ewigen Lebens für die Seele. Damit aber die Seele wirklich ewig leben kann, müsse sie die Taufe empfangen. Ungetauft Verstorbene müssen so noch getauft werden, damit ihre Seele ewig leben kann. Das geschah, indem Lebende sich zugunsten von schon Verstorbenen taufen ließen, sodaß dies Sakrament auch ihnen so zu Gute kam.

Wenn das kein sakramentalistisches Taufverständnis ist! Das Urchristentum dachte halt schon viel sakramentalistischer als es die liberale Theologie wahrhaben will. (Der liberale R.Bultmann löst dies Problem bekanntlich so: Nachdem er ein sakramentenfreies Urchristentum konstruiert hatte, erfand er eine „kirchliche Redaktion“, die dann nachträglich sakramentalistische Vorstellungen in die Evangelien hineinschrieb als erste Kontaminierung des reinen sakramentslosen Urchristentumes.)

Es bleibt nun aber noch das theologische Problem: Warum ließ sich Jesus von Johannes taufen? Eine schwer respondierbare Frage...


 

Montag, 9. November 2020

Der Coronavirus und das Sakrament der Taufe

Der Coronavirus und das Sakrament der Taufe

Österreichs Bischöfe legten nun ihren Schutzmaßnahmenkatalog zur Eindämmung der Pandemie vor und wie nicht anders zu erwarten ließ die Kritik nicht auf sich warten. Kath net kommentierte: „Wieder ein neues Corona-Regelwerk der österreichischen Bischöfe: Wo bleibt die Hoffnung?“ Nur ein Punkt soll hier nun erörtert werden.

Kath net: „Tauffeiern, so heißt es, „sind auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben“. Hier bleibt unklar, ob nur größere Feiern untersagt sind oder ob Priester und Diakone überhaupt nicht mehr erlaubt taufen dürfen. Die Taufe, die „Pforte des Glaubens und des christlichen Lebens“ (Papst Franziskus) muss gesundheitlicher Einigelung weichen? Nicht zu fassen…“

Diese Unklarheit ist aber von höchster Bedeutung. Die Kirche lehrt mit Jesus (Joh 3) die Heilsnotwendigkeit der Taufe, denn Niemand kann in das Reich Gottes eingehen, wenn er nicht von „Oben“ neu geboren wird, wenn er nicht getauft worden ist. Die Spendung des Taufsakramentes zu untersagen, wäre so in keinster weise hinnehmbar. Man stelle sich vor, daß so ein Kind ungetauft stürbe! In einem Kommentar dazu ist zu lesen:

Aber das Verbot der Taufe zeigt deutlich, dass dieses Sakrament in der Kirche von heute bis hinauf ins höhere Kader vielfach zum reinen Aufnahmeritual verkommen ist. Wie die Kirche so überleben will, ist mir schleierhaft.“

Wenn die Spendung des Taufsakramentes wirklich durch die Österreichischen Bischöfe untersagt werden würde, es müßte konstatiert werden, daß hier dann jegliches Verständnis für dies hl. Sakrament abhanden gekommen sein muß! Tatsächlich ist es realistisch, daß viele Katholiken dies Sakrament nur noch als ein feierliches Aufnahmeritual in die Kirche ansehen, sodaß es dann auch als unproblematisch erscheint, die Taufe zu verschieben. Was macht es denn schon aus, wenn wer ein paar Monate oder gar 1 Jahr später erst Mitglied der Kirche wird.

Zudem: Warum sollte das Taufsakrament in den Zeiten der Coronaseuche nicht gespendet werden können. Es reichte ja, wenn die Eltern mit dem Täufling in die Kirche kämen, um dann das Kind vom Priester taufen zu lassen. 4 Personen wären beteiligt und da dürfte es doch ein Leichtes sein, die Spendung dieses Sakramentes so zu gestalten, daß die Infektionsgefahr auf ein Minimum reduziert werden kann.

Anders sähe es aus, wenn eine „Tauffeier“ durchgeführt werden sollte, daß also viele Personen, Verwandte, Freunde und wer sonst noch daran teilnehmen. Für die Gültigkeit der Taufe und für das Heil des Zutaufenden ist eine solche Gemeinschaftsfeier völlig überflüssig. Nur dort, wo die Taufe primär als eine Familienfeier oder als Feier der Gemeinde verstanden wird, wird das Dabeisein einer Tauffeiergemeinde zum Wesentlichen.

Pater Karl Wallner (Missio Österreich) betont in seinen Predigten vorbildlich , daß jetzt es darauf ankommt, das Beste aus dieser Situation zu machen, statt zu jammern! Wenn jetzt keine Tauffeiern mehr möglich sind ob des Ansteckungsrisikos, dann ist das auch eine große Chance, das Wesentliche dieses Sakramentes wieder in den Vordergrund zu stellen, daß es um das Seelenheil des Zutaufenden geht.Wird das Taufsakrament gespendet, feiert da nicht eine Familie mit oder ohne Freunden und Verwandten, daß es schön ist, daß ihr ein Kind geschenkt wurde, auch feiert die Kirche da nicht den Kircheneintritt eines Neukirchenmitgliedes! Gerade die heutig übliche Gestalt der Spendung dieses Sakramentes als Familienfeier, so menschlich verständlich das auch ist, verunklart das Eigentliche dieses Sakramentes.

Wenn also die österreichischen Bischöfe nur Tauffeiern als eine Art Familienfeier untersagten, dann wäre dagegen nichts einzuwenden, ja die Konzentration aufs Eigentliche dürfte gar zu begrüßen sein. Inakzeptabel wäre aber ein Verbot der Spendung dieses hl. Sakramentes. Daß kaum noch verstanden wird, was die Taufe ist, das ist das Kernproblem in unser Zeit!Dann erst kann Nebensächliches zum Zentrum der Spendung dieses Sakramentes werden,daß es eine schöne Familienfeier in der Kirche sein soll!



 

Samstag, 8. August 2020

Irritationen: Vergibt Gott und vergibt er auch nicht unsere Sünden?

Ein Versuch, hoffend bessere Lösungen noch zu finden!

Täglich betet ein Christ wohl das Vater Unser: und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Kann es sein, daß Gott mir zwar meine Schuld vergibt, dem anderen, nehmen wir an, daß auch er ein Christ ist, aber nicht, sodaß ich dem seine Schuld mir gegenüber zu vergeben habe und nicht Gott. Das scheint absurd. Suchen wir einmal Ordnung in diesen Gedankengang zu bringen. Jede Sünde ist immer ein Tuen oder Unterlassen gegenüber Gott und oft auch ein Tuen und Unterlassen anderen Menschen gegenüber. Wenn Gott vergibt, vergibt er dann sowohl die Sünde wider ihn wie auch, wenn es eine Sünde wider andere Menschen ist, die Sünde wider die anderen Menschen? Sünde verlangt nach einer Strafe, gerecht straft Gott, wenn das Maß der Strafe dem Maß der Sünde entspricht, er also ausgewogen straft. Denken wir uns einen Vergewaltiger- durch diese Tat sündigte der Täter wider Gott und die Frau, die er vergewaltigte.

Nehmen wir an, daß er diese Tat jetzt im Beichstuhl beichtet und der Priester ihm die Sünde verzeiht, ist ihm dann auch die Sünde als gegen die Frau vollzogene vergeben oder nur die Sünde,sofern sie auch ein Tuen wider Gott, Gottes Gesetz ist? Könnte der Täter nach der Beichte urteilen, daß nun eigentlich der Staat kein Recht mehr hätte, ihn wegen dieser Tat zu bestrafen, weil Gott sie ihm durch den Priester schon vollständig vergeben hätte.

Nehmen wir an, das Opfer träte an den Täter heran um ihm diese Untat zu vergeben, (vielleicht weil sie das Vater Unser sehr ernst nimmt: wie auch wir vergeben unseren Schuldigen) könnte dann der Täter respondieren, Gott habe ihm schon diese Untat vergeben, deshalb sei ihre Vergebung, so löblich sie auch gemeint sei, für ihn überflüssig. Warum mußte dann aber der reuige Sünder am Kreuze noch seinen Straftod erleiden, obzwar ihm Jesus Christus am Kreuze seine Sünden vergab: Heute noch wirst Du im Paradiese sein, verheißend? Kann irgendwie dieser erlittene Kreuzestod noch gerechtfertigt werden, wenn der Sohn Gottes ihm seine Sünden vergeben hatte?Hätte Jesus als Allmächtiger nicht eher sagen müssen: Weil ich Dir Deine Sünden vergeben habe, wäre es ein Unrecht, müßtest Du jetzt noch die Todesstrafe für Deine Sünden erleiden. Steig also ab vom Kreuze herab und sündige forthin nicht wieder? Aber der Sohn Gottes hatte ihm zwar seine Sünden vergeben, ob seiner reuigen Beichte, aber er erließ ihm nicht die weltliche Todesstrafe für seine Verbrechen.

Anders gefragt: Warum gibt es noch das Fegefeuer für Sündiger, denen Gott ihre Sünden vergeben hat, sonst könnten sie nicht ins ewige Leben eingehen, aber die doch noch ihre Sünden im Fegefeuer abzubüßen haben? Vergibt Gott und vergibt er doch nicht? Warum soll denn überhaupt ein Christ einem Anderen vergeben, wenn es allein auf die Vergebung durch Gott ankommt, der dann dem Vergewaltiger in der Beichte seine Sünde vergibt nicht nur als etwas ihm Zuwidere sondern auch als Verbrechen der Frau gegenüber? Könnte es sein, daß dieser Vergewaltiger tatsächlich im Fegefeuer seine Untat als der Frau gegenüber getätigte abzubüßen hat, weil sie ihm nur als Untat wider Gott vergeben wurde, sodaß ihm das Fegefeuer nur erspart bliebe, wenn die vergewaltigte Frau auch ihm diese Untat verziehen hätte?

Ein sehr gewagter Gedanke, aber doch nicht ganz uneinsichtig. Als Geschädigter kann Gott sehr wohl jedes Sündigen gegen ihn selbst verzeihen, wenn er es will,aber mit welchem Recht würde er im Namen des Vergewaltigungsopfers diese Untat verzeihen können, wenn Gott nicht völlig willkürlich vergibt? Könnte es so also sein, daß wenn er die Sünde gegen sich verzeiht, er damit nicht gleichzeitig die Sünde, sofern sie auch ein Sündigen wider Menschen ist, verzeiht, sodaß dies im Fegefeuer abgebüßt wird, sofern das Opfer der Sünde nicht selbst dem Täter die Untat verzeiht. Dann büßte am Kreuz der Mörder, obgleich ihm von Gott her seine Sünde verziehen war, seine Verbrechen gegen die Menschen ab, denn die hatten ihm seine Untaten nicht verziehen.



Wer eine bessere Lösung dieses Problemes weiß, bitte sie anzeigen!

 

Sonntag, 29. März 2020

Kampf der Katholischen Frömmigkeit - ein neuer Gott muß her!!

Unter der reizerischen Überschrift: "Ein Retrokatholizismus, der gerade fröhliche Urständ feiert” – Julia Knop warnt vor kirchlichen Rückschritten angesichts Corona"kämpft nun diese Dogmatikprofessorin ihren Kampf gegen die Katholische Frömmigkeit. Seit dem 2.Vaticanum ist ja eine erfreuliche Entwickelung nicht zu übersehen: Immer weniger Anklang finden die traditionellen Praktiken des Katholischen Glaubens. Das signalisiert eben das Vernünftigwerden der Katholischen Kirche, auch wenn sie immer noch nicht das Ideal der Religionspraxis in den Grenzen der bloßen Vernunft (Kant) erreicht hat, nach dem der einzig wahre Gottesdienst in dem Streben nach einem sittlichen Leben bestehen könne.Aber nun wird Erreichtes wieder in Frage gestellt, nicht erst seit der Coronaepedemie. Es sei nur an diese voraufklärerische Praxis der Aussetzung und Anbetung des Allerheiigsten erinnert, die leider nun sich wieder revitalisiert. Da muß nun die modernistische Dogmatik den Kampf gegen die vorkonziliare Frömmigkeit  führen.   "Magische Restbestände und regressive Muster, die einen fatalen Trost versprechen, sind theologisch zu dekonstruieren. Weder Weihwasser noch Hostie wirken viruzid. Und nicht alles, was erlaubt ist und vor Jahrzehnten einmal gängig war, ist heute sinnvoll. Ob ein täglicher Blasiussegen, Einzelkommunionen außerhalb der privatim zelebrierten Messe, priesterliche Sakramentsprozessionen durch leere Straßen, die Weihe ganzer Bistümer an das Herz der Gottesmutter, Generalabsolutionen und Ablässe im Jahr 2020 angemessene und tragfähige kirchliche Reaktionen auf die Corona-Krise sind, kann zumindest gefragt werden. Nicht wenige Katholik*innen sind ernsthaft verstört angesichts des Retrokatholizismus, der gerade fröhliche Urständ feiert."
Als erstes fällt die politisch korrekt gegenderte Sprache auf, für eine Modernisten aber eine Selbstverständlichkeit. Die Katholische Frömmigkeit als magisch zu perhoreszieren, das stammt wohl aus dem Arsenal antikatholischer Confessionspolemik der Reformatoren und dann der antikatholischen Aufklärung. Ein Horrorzenarium abscheulichsten Aberglaubens führt hier nun diese "Dogmatikerin"  an. Der Blasiussegen, als könne ein Segen vor Kranheiten schützen, Prozessionen. in denen das allerheiligste Sakrament aus der Kirche hinausgetragen wird, damit so der Heiland die Orte segnet, durch die er getragen wird, die  Mutter Gottes, die zum Schutze angerufen wird, daß ganze Bistümer sich ihrem Schutz anvertrauen und Abläße und wohl das Allerschlimmste: die schon von Luther verteufelte Praxis, daß ein Priester allein ohne Volk Gott zu Ehre, den Menschen zum Heile die Messe liest und Gott das Meßopfer darbringt: Das ist zuviel Katholizismus! 
Aber was bietet diese Modernisten nun als die Alternative an? So schreibt sie: "Abseits solcher Angebote (er-)finden Menschen derzeit kreativ und eigenständig neue Formen von Gebet und Solidarität, die sie untereinander und mit Gott verbinden. Angehörige verschiedener Konfessionen und Religionen artikulieren in Gedanken, Worten und Werken ihr Leben vor Gott. " 
Das Wichtigste: Statt der Katholischen Traditon gälte es nun, Neues kreativ zu erfinden. Dabei sollen sich diese Kreativen miteinander verbinden und dann auch mit Gott. Wer verbindet sich da so vor welchem Gott. Hier gilt es, kreativ zu sein! Gläubige verschiedenen Confessionen und Religionen verbinden sich so zu einem Miteinander vor einem Gott, der wohl der Gott aller Relligionen sein soll.

 Dieser Gott, vor dem sich so die Erfinder versammeln ist einer, von dem ihre Erfinderin aussagt: "Sie muten ihm ihre Verunsicherung, ihre Einsamkeit und ihre Toten zu. Mit der Kerze im Fenster, dem Gebet oder Gottesdienst zuhause entsteht eine andere, deinstitutionalisierte und überkonfessionelle Weise, Christ*in und Kirche oder einfach ein gottgläubiger Mensch zu sein. Das besiegt nicht das Virus und rettet nicht vor dem möglichen Zusammenbruch des Systems. Aber es öffnet die Möglichkeit, Mensch vor Gott zu sein, wie auch immer dieses Drama ausgeht." 
An diesen Gott sich so zu wenden, ist völlig sinnlos, denn der hilft nicht, weil er es nicht kann oder weil er es nicht will. So ist das gewiß nicht der Gott der christlichen Religion, auch nicht der der jüdischen oder der islamischen, denn nach diesen Religionen kann und will Gott helfen, sondern ein anderer, eben ein kreativ erdichteter Gott. Vor diesem Phantasiegott können dann seine Verehrer Mensch sein, weil er auch nur ein Menschengott ist, ein von Menschen erschaffender. 
In vorkonziliaren Zeiten wäre das als Apostasie, als vollkommender Abfall vom Katholischen Glauben beurteilt worden, jetzt liegt der synodale Irrweg ihr zu Füßen.

So bejubelt diese "Dogmatikerin" katholisch de am 20.3.2020:"Sie war der heimliche Star der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in der vergangenen Woche in Lingen: Professorin Julia Knop."

Montag, 9. März 2020

Angriff auf das Sakrament der Ehe?


Angriff auf das Sakrament der Ehe?

Ist das Sakrament der Ehe nur dann gültig gespendet, wenn beide, das Ehepaar gläubig sind? Diese und andere gewichtige Fragen zur katholischen Ehelehre erörtert die internationale Theologenkommission, die nun ihre Ehestudie vorgelegt hat:  Theologenkommission legt Ehestudie vor – mit Auswirkungen für die Nichtigkeitsverfahren? Kath info am 4.3.2o2o. Die Zentralaussage lautet: "Damit verwirft die Kommission theologische Positionen, die sie als „extreme Positionen“ bezeichnet, die entweder einen Automatismus des Sakraments vertreten, unabhängig vom Vorhandensein von Glauben bei den Eheleuten, oder den fehlenden Glauben der Brautleute durch den Glauben der Kirche ersetzt sehen, wodurch die Gültigkeit und Wirksamkeit des Ehesakraments garantiert werde."
Diese Aussage ist nun leider mehr als unklar, da der Begriff des Glaubens bzw des Unglaubens unbestimmt bleibt. Bezieht sich der Glaube auf die katholische Lehre vom Ehesakrament oder auf die ganze Lehre der Kirche, ist eine Bejahung des Glaubens von Nöten oder reicht die Nichtablehnung des Lehre der Kirche, entweder des Ehesakramentes oder oder der ganzen Lehre der Kirche aus?
Sollte wirklich die Bejahung der ganzen Lehre der Kirche als notwendige Bedingung der Gültigkeit des Empfanges des Ehesakramentes angesehen werden, dann muß wohl davon ausgegangen werden, daß die überwältigende Mehrheit der kirchlich geschlossenen Ehen ungültig geschlossen ist. Oder sollte doch schon die Bejahung der kirchlichen Lehre des Ehesakramentes ausreichen?
Auch diese Formulierung bringt Klarheit: "Sie gelangt daher zum Schluß, dargelegt im Paragraphen 188, daß es eine Ehe ohne Glauben nicht geben könne, weshalb die Kirche mit gutem Grund die Eheschließung verweigert, wenn die Brautleute einen offenkundigen Glaubensmangel erkennen lassen. " Welcher Nichtglaube verunmöglicht eine gültige Eheschließung? Wenn ein Glaubensmangel in den Vorbereitungsgesprächen zum Empfang dieses Sakramentes nicht offenkundig wird, aber doch vorhanden ist, ist dann die Ehe ungültig geschlossen worden? Pointierter: Gesetz den Fall, der Ehemann in spe glaubt nicht an die Auferstehung der Toten und ein ewiges Leben, ist dann die kirchlich geschlossene Ehe ungültig, oder gilt das nur, wenn die katholische Ehelehre abgelehnt wird, wenn etwa der Mann meint, wenn ich will, kann ich mich ja wieder von der Frau scheiden lassen?
Bezöge sich der Mangel an Glauben wirklich auf die ganze Lehre der Kirche,welche heutzutage kirchlich geschlossene wäre noch gültig? Wenn der problematische Glaubensmangel aber wirklich nur auf die Bejahung der Ehelehre kapriziert werden würde, wie viele der Sichverheiratenden gehen wohl selbstverständlich von der Prämisse aus, daß wenn ihre Ehe "scheitere", sie gültig geschieden werden kann und man, wenn auch nicht kirchlich, so doch weltlich problemlos neu sich verheiraten kann? Gibt es dann in unseren Zeiten des verdunstenden Glaubens überhaupt noch objektiv gültig geschlossene Ehen, sodaß im Prinzip fast jede geschlossene als nichtig erklärt werden müßte?



Montag, 13. Januar 2020

Die Taufe als Einstieg in eine multikulturelle Existenz

Der Kampf um eine neue Kirche, da die Katholische (post)modernen Menschen als nicht mehr vermittelbar und als unzumutbar empfunden wird, geht voran, nicht nur auf dem "synodalen (Irr)Weg. Bahnbrechend ist da der Umdeutungsversuch des für das Seelenheil wichtigsten Sakramentes der Taufe durch den Standpunktkommentar auf Kath. de am 10.Jänner 2020. 
Der Kampf um dies Sakrament währt nun schon fast ewig, könnte man sagen, besondere Brisanz erhielt er aber in der Zeit der Reformation, als der radicalere Teil der Reformationsbewegung die Kindertaufe zugunsten einer Mündigentaufe abschaffen wollte, im 20. Jahrhundert engagierte sich der wohl einflußreichste evangeische Theologe, der Reformierte Karl Barth für die Mündigentaufe. All diesen Versuchen ist eines gemeinsam, daß die Erbsündenlehre der Kirche reprobiert wird, sodaß gemeint wird, daß ungetauft Verstorbenen, zumindest wenn sie minderjährig stürben, kein Nachteil daraus entstünde.  Zumeist ist die Kritik der katholischen Tauflehre und Taufpraxis damit verbunden, daß dies Sakrament nicht mehr als Gnadenmittel, als göttliche Gnade Vermittelndes begriffen wird, sondern primär als eine Selbstverpflichtung zu einem christlichen Lebenswandel.
In diesem Sinne verfährt auch dieser Standpunktkommentar:Die Taufe – das Faszinosum des christlichen Glaubens 

Die Zentralaussage lautet: "Radikal gesprochen reißt die Taufe die Menschen aus ihren familiären, nationalen, kulturellen und anderen menschlichen Identitätszuschreibungen und schenkt eine neue Art von Kindschaft durch Gott, welche jede menschen- oder naturgemachte Identitätsschublade sprengt. Durch die Taufe fliegen die Fenster aus dem Haus der menschlichen Enge und frische Luft zieht durch." Man vergleiche diese Aussage mit dieser (möglichen): "Radical gesprochen reißt die Mitgliedschaft in einer NGO ihre Mitglieder aus ihren familiären, kulturellen und nationalen Identitätszuschrebungen  und schenkt ein neues Menschseinverständnis, das jede familiäre, kulturelle und nationale Identität sprengt, indem es das Mitglied humanistisch universalistisch bestimmt. 
Der einzige Unterschied ist der, daß ich einmal durch die Gotteskindschaft, das andere mal durch einen universalistischen Humanitarismus aus den dem Menschen eigene Lebensordnung der Familie, der Nation und der eigenen herausgerissen werden soll. Also, die Taufe dient dazu, Menschen zu in den Zeiten der Globalisierung und der Auflösung der Schöpfungsordnungen Gottes, der der Familie und der Ehe, der der Nation und des Nationalstaates lebensfähigen Menschen umzuformen, die eben außerhalb dieser Schöpfungsordnungen leben sollen. 
Vom eigentlichen Sinn des Taufsakramentes bleibt so nichts erhalten, indem die Taufe nun nur noch als die Verpflichtung zu einem multikulturellen Lebensstil in der sich globalisiernden Welt umgedeutet wird. Zudem wird der katholische Grundsatz der Gnadenlehre, daß die Gnade die Natur nicht zerstört, sondern vollendet in sein Gegenteil verkehrt: Jetzt soll nämlich gelten, daß die Gnade der Taufe den Getauften aus den natürlichen Lebensordnungen herausreißt, zumal diese dann auch nur noch rein negativ beurteilt werden, als menschliche Enge ohne frische Luft. Hier spricht das Herz der Multikulifans. Das "erinnert mich an sehr viele Glaubensgespräche, die ich in den vergangenen Jahren mit meinen jüdischen und muslimischen Freunden in Jerusalem führen durfte." So stellt sich der Autor dieses Standpunktkommentares selbst als gelungenes Beispiel multikultureller Existenz vor, der die Enge von Familie, Volk und eigener Kultur hinter sich gelassen habend dialogisch lebt. Dazu muß dann aber faktisch die  eigene religiöse Heimat (die Katholische Kirche mit ihrer Taufsakramentslehre) aufgegeben werden, die Tauflehre zum Ermöglichungsgrund multikulturellen Lebens umgeformt werden.

Mittwoch, 8. Januar 2020

Verdrängte Wahrheiten: Warum sandte Gott seinen Sohn in die Welt?

"Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt,daß er seinen eingeborenen hingab, damit  jeder, der an ihm glaubt, das ewige Leben habe." Joh 3,16. Vortrefflich sind hier die kurzen Kommentare der Fußnoten von Augustin Arndt S.J., Die Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments.Mit dem Urtexte der Vulgata. 1903, 2.Auflage: zu hingab: "in den Tod" und zu glaubt:"An den Heiland glaubt, wer glaubt, daß er Gottes Sohn und Gesandter, der Erlöser der Welt ist, daß in ihm allein das Heil ist, und wer eben deshalb ihm anhängt, seine Lehre festhält, seine Gebote beobachtet , seine Gnadenmittel gebraucht." Mit den Gnadenmitteln sind natürlich die Sakramente gemeint.
Also hat der, der nicht an Jesus Christus glaubt, nicht das ewige Leben. Das ist die Negativseite dieser positiven Aussage. Der Einwand modernistischer Theologie: Wenn Gott die Welt und somit auch die Menschen der Welt liebe, dann könne Gott seine Gabe des ewigen Lebens nicht von einer vom Menschen zu erbringenden Condition abhängig machen. Würde nun der Glaube gar als gnadenhaft von Gott in Menschen gewirkt vorgestellt (so Luther und mit ihm alle Reformatoren), dann würde es noch schlimmer werden, denn dann wäre ja der Gott, der die Menschen liebt, selbst allein  dafür verantwortlich, daß die einen glauben und die anderen nicht, weil Gott selbst diesen keinen Glauben schenkt. Also müßte es heißen: Denn weil Gott die Welt liebt, gibt er jedem Menschen das ewige Leben. Auch dürfte da nichts von einer Hingabe des Sohnes in den Kreuzestod die Rede sein, denn Gottes Liebe sei ja schon die hinreichende Bedingung dafür, daß Gott jedem das ewige Leben gibt. Die Gläubigen wissen das, die Nichtgläubigen nicht, aber allen gälte die gleiche das ewige Leben schenkende Liebe Gottes. 
Nur, warum steht das so nirgends im Neuen Testament, warum verkündigt daß der Sohn Gottes so nicht und warum hat die Kirche das so nie gelehrt? Denken wir uns einen Arzt, der zu einem lebensgefährlich erkrankten  Patienten sagt, daß er sich operieren lassen müsse, denn sonst würde er in Bälde sterben. Hier motiviert die Nächstenliebe des Arztes ihn dazu, dem Patienten zu sagen, wie schlimm es um ihn steht und wie er doch gerettet werden kann. Würde nun der Erkrankte die zum Weiterleben notwendige Maßnahme verweigern, ist es dann die Schuld des Arztes, wenn der Patient daraufhin stirbt? Ist es etwa ein Mangel an Liebe, dem Erkrankten die zu seiner Gesundung unbedingt notwendigen Maßnahmen mitzuteilen? 
Die Menschen, denen Gott durch seinen Sohn den Weg zum Heil offenbart -aus Liebe- sind eben Schwersterkrankte, die vom Tode bedroht sind! Und Gott will sie davon erlösen.Nun wird es aber komplizierter. Der Tod, der den Menschen droht, ist selbst nichts anderes als das Strafgericht Gottes über den Sünder, der ob seines Sündigens nichts anderes als den ewigen Tod verdient hat.Gott will so als der Liebende den Sünder vor Gottes eigenem Strafgericht erretten durch a)das Heilswerk Jesus Christi und b) daß dem Sünder offenbart wird, wie ihm das Heilswerk Christi zum Heile werden kann, indem er glaubt. 
Gott handelt hier also in zweifacher Weise. Als die Gerechtigkeit  hat er den Sünder zum Tode zu verurteilen und als die Liebe will er seine Errettung. Aus dieser  Spannung zwischen göttlicher Gerechtigkeit und der göttlichen Liebe heraus resultiert das Heilswerk Christi, das Gottes Gerechtigkeit wie der göttlichen Liebe Genüge zu tuen hat: das Kreuz Christi und die Aneignung der Frucht des Kreuzes durch den Glauben an den Heiland: "An den Heiland glaubt, wer glaubt, daß er Gottes Sohn und Gesandter, der Erlöser der Welt ist, daß in ihm allein das Heil ist, und wer eben deshalb ihm anhängt, seine Lehre festhält, seine Gebote beobachtet , seine Gnadenmittel gebraucht." 
Nur wenn Gott nicht mehr als die Gerechtigkeit sondern nur noch als die Liebe vorgestellt wird, kann der Irrglaube entstehen, daß, weil Gott jeden liebe, er auch jedem das ewige Leben schenken will, unabhängig davon, ob er an den Sohn Gottes glaubt oder nicht glaubt.  

Samstag, 21. Dezember 2019

Zum Kampf wider den Menschen, daß er nur noch Fleisch sein soll!

Jetzt, wo nicht nur in deutschen Landen die Parole ausgegeben wird, die Kirche müsse sich neu erfinden, weil die alte nicht mehr bei den heutigen Menschen ankäme, wundert es nicht, daß einer der bedeutsamsten Kultursynthesen- dem christlich -platonischen Weltbild der Kampf angesagt wird, oder sagen wir es realistischer, die Entrümpelung der christlichen Religion vom Platonismus gefeiert wird. Nietzsche habe eben Unrecht, wenn er die christlliche Religion für einen Platonismus für das Volk erklärte. Daß der hl. Augustin ebenso eine große Affinität der platonischen Philosophie zur christlichen Religion wahrnahm, wie im 16. Jahrhundert der große Humanist Erasmus von Rotterdamm, der gar das Studium der platonischen Philosophie als Vorbereitung auf ein verständiges Lesen der hl. Schrift empfahl gegen Luthers "sola scriptura", davon wil der Standpunktommentar katholisch de am 20.12.2019 nichts wissen. Dort steht geschrieben:
 "Der Katholizismus ist eine durch und durch weihnachtliche, also eine inkarnatorische, dem Fleisch und seinen Bedürfnissen, das Gott selbst angenommen hat, zugewandte und also zutiefst menschliche Konfession. Wie feiern an Weihnachten, dass Gott nichts Menschliches fremd ist. Er nimmt den Menschen und das Menschsein an. Franz Kamphaus hatte recht und wir sollten es uns auch heute gesagt sein lassen: Machs wie Gott! Werde Mensch!"
Irritieren könnte nun, warum gerade dieser Bischof Kamphaus so hervorgehoben wird, aber der Link dazu offenbart uns sofort den Sinn der Anrufung dieses Bischofes, wird da doch dessen heroisches Ringen um die Fortsetzung der Mithilfe der Kirche bei den Tötungen von Kindern im Mutterleibe ,euphemistisch Abtreibung genannt, hervorgehoben gegen den ausdrücklichen Willen des Papstes.Soll etwa die Mithilfe an dieser Kindertötungspraxis die inkarnatorische Menschlichkeit der Kirche ausmachen?
Unter dem inkarnatorischen Prinzip wird eigentlich das Spezificum des Katholischen verstanden, daß Gott das Heil durch Zweitursachen wirkt und nicht einfach unmittelbar. Gott wirkt das Heil durch die Sakramente der Taufe, der Eucharistie und der Beichte, aber auch durch Sakramentalien und Reliquien. Antikatholisch ist dagegen ein Sakramentsverständnis, die diese nur verstehen als Handlungen, die etwas ausdrücken, was unabhängig von ihnen schon wahr ist, etwa, wenn in der Taufe gesagt wird, Gott sagt Ja zu diesem Kinde, er liebt es und als Zeichen seines Geliebtwerdens wird es jetzt getauft. 
Das inkarnatorische Prinzip hat so mit einem Ernstnehmen des Fleisches, der Bedürfnisse des Fleisches nichts zu tuen, zumal in der Moraltheologie unter den Bedürfnissen des Fleisches die sexuellen Bedürfnisse verstanden werden in der Ausprägung der Wolllust. Soll also dieser zur Schau gestellter Antiplatonismus nur sagen, daß die Kirche endlich auf dem "synodalen Weg" die sexuellen Wünsche der Menschen respektieren zu lernen habe und deshab habe sie auch dem platonisierenden Augustin die Rote Karte zu zeigen, der ja den Heutigen schon mit seiner  Erbsündenlehre unzumutbar geworden ist, zumal ja dieser Kirchenlehrer die Erbsünde irgendwie mit der Sexualität verband. 
Soll so die Maxime der Menschlichkeit der katholischen Kirche nur ein weiteres Argument für das Reformprojekt der Verweltichung der Kirche bilden? Das liegt nahe. Tatsächlich ist die platonische Philosophie ja ein großer Aufruf zu einer entweltlichten Existenz und diese Ausrichtung entspricht ja der christlichen mit ihrer Ausrichtung auf das Jenseitige und Himmlische.
Jesus Christus forderte seine Schüler auf (Mt, 6,33): Trachtet erst nach dem Reiche Gottes und seiner Gerechtigkeit"...jetzt soll die Kirche zuerst nach den Bedürfnissen des Fleisches sich ausrichten, denn die materiellen und insbesondere die sexuellen Bedürfnisse seien doch das Menschliche des Menschen.
Was ist der Mensch? Diese Frage sei nun endgültig geklärt: Er ist Fleisch mit fleischlichen Bedürfnissen. Darauf habe sich die Kirche auszurichten, und deshalb müsse sie den Platonismus mit seiner exponierten Seelenlehre und dem Primat des Geistigen hinter sich lassen.
Verständlich wird die Vehemenz dieses Kampfes für die Verweltlichung der Kirche, hier im Namen der Inkarnation aber erst, wenn man sich an die Rede Papst Benedikt XVI. über die notwendige Entweltlichung der Kirche erinnert: Rom (kath.net) Am 25. September 2011 hielt Papst Benedikt XVI. seine denkwürdige Ansprache zur Entweltlichung im Konzerthaus von Freiburg. Vier Jahre sind vergangenen, seit der Papst angemahnt hatte, es sei „wieder an der Zeit, die wahre Entweltlichung zu finden, die Weltlichkeit der Kirche beherzt abzulegen“. (25.Sept. 2015  Kath net)
Mit Papst Franziskus kämpft nun die Kirche gegen diese Einsicht des Papstes Benedikt, der "synodale Weg" markiert dabei den Sieg des Verweltlichungsprojektes der Kirche.

Vgl dazu auch Professor Beinerts Angriff auf Papst Benedikts Rede von der Entweltlichung der Kirche, der schon das Argument der Inkarnation gegen Papst Benedikt ausspielt:

Beinert: Entweltlichung? - YouTube




https://www.youtube.com › watch

Corollarium1  
Christus wurde Mensch, damit wir vergöttlicht werden. Papst Benedikt XVI. über den heiligen Kirchenvater Athanasius. https://www.kathnews.de › christus-wurde-mensch-damit-wir-vergoettlicht Das bezeichnet Papst Benedikt als das Herzstück der Theologie des Kirchenvaters Athanasius. Für den Bischof Kamphaus und seinen jetzigen Interpreten des Standpunktkommentares verhält sich das ganz anders: Christus wurde Mensch, damit wir als Menschen ganz fleischlich menschlich leben können.


Freitag, 23. August 2019

Irritierendes: Was tun für Tote?

Der Apostelfürst Paulus schreibt im 1.Korintherbrief (15,29): Was werden sonst die thun, welche sich für die Todten taufen lassen, wenn die Todten überhaupt nicht auferstehen? Warum lassen sie sich für dieselben taufen? Vulgata, Die Heilige Schrift, Augustin Arndt SJ, 1903. Diese Formulierung: für die Toten sich taufen lassen, wäre wohl den Adressaten des Briefes klar gewesen, uns sei es aber ein Rätsel, kommentiert dann diese Vulgataausgabe in der dazugehörigen Fußnote. Dann weiß sie aber doch noch Klärendes dazu zu sagen: "Will man die allereigenste Bedeutung derselben festhalten, so waren also in der apostolischen Zeit Männer, welche sich für Verwandte und Freunde,die ohne die Taufe empfangen zu haben, gestorben waren, taufen ließen, um jene der Früchte der Taufe theilhaftig und der glorreichen Auferstehung fähig zu machen."
Der Apostel Paulus soll das zwar als "irrthümliche Meinung" abgelehnt haben, aber sich dieses Irrtumes angepaßt haben, um die Korinther auf den inneren Widerspruch zwischen ihrer Theologie und dieser Praxis hinzuweisen: Sie glauben nicht an die Auferstehung der Toten und ließen sich doch zugunsten von Toten taufen, was aber nur einen Sinn ergibt, wenn an eine Auferstehung der Toten geglaubt würde. 
Aber woher weiß dieser Kommentar, daß Paulus diese Taufpraxis als "irrthümliche Meinung" beurteilt? In dem ganzen 1. und auch dem 2.Korintherbrief liest Paulus, um es mal salopp zu formulieren, den Korinthern die Leviten, was alles da bei ihnen  nicht in Ordnung sei und dann soll er bei der Lehre und Praxis der Taufe eine so grobe Fehlpraxis nicht kritisiert haben?  Das ist mit dem Gesamtgestus dieses Briefes nicht vereinbar. Zudem gibt es in den Briefen des Apostels keinen Hinweis darauf, daß er diese Taufpraxis abgelehnt hätte. Auch kann nicht geurteilt werden, daß die von ihm explizierte Tauflehre dieser Totentaufpraxis widersprechen würde. 
Frägt man nun, woher der Kommentar weiß, daß es Männer und nicht auch Frauen gewesen sind, die sich so taufen ließen oder warum die Männer sich nur für Freunde oder Verwandte so taufen ließen, und nicht auch für andere, muß konzediert werden, daß dies nur Vermutungen sind. Sicher ist aber, daß die so Begünstigten ungetauft Gestorbene waren, daß sie so entweder ungetauft gestorbene Christen waren oder Nichtchristen. Für die Möglichkeit, daß es Nichtchristen gewesen sein könnten, spricht, daß im Rahmen der Germanenmission kolportiet wird, daß Germanen sich nicht taufen lassen wollten, weil sie dann getrennt von ihren Vorfahren, ohne sie in den Himmel kämen: Nicht ohne meinen Vater und meine Mutter in den christlichen Himmel! Dann würde diese Taufpraxis es ermöglichen, auch für die heidnischen Vorfahren, die schon verstorben waren, Gutes zu tuen für ihr Seelenheil.
Aber was glaubten dann die Korinther, wenn sie nicht an die Auferstehung der Toten glaubten und doch sich für Verstorbene taufen ließen? Dafür gibt es eine einfache Antwort: Die Korinther glaubten, daß eine Auferstehung der Toten etwas Absurdes wäre, denn stünden die Toten körperlich auf, müßten sie ob ihrer Körperlichkeit auch wieder sterben.Nur als Seele könnten sie unsterblich leben. Dabei glaubten sie wohl nicht an eine natürliche Unsterblichkeit der Seele, sondern daß sie getauft werden müsse, um in das ewige Leben eingehen zu können. (R.Bultmann bezeichnet dies als ein gnostisches Verständnis, m:E. zu recht.)Also besteht kein Widerspruch zwischen diesem Verständnis des ewigen Lebens und dieser Taufpraxis.  
Schon die frommen Makkkabäer standen vor einer ähnlichen Frage: Was können wir zum Heile von Verstorbenen tuen. (2.Makkabäer 12,32-45) Dieser Text ist sicher einer der Gründe, warum Luther die Makkabäerbücher aus seinem neuen Kanon entfernte. Was war geschehen? In einer Schlacht waren jüdische Krieger gefallen, die alle einen Talisman sich umgelegt hatten, hoffend, daß dieser sie vor dem Tode bewahre. Gott erzürnte das und ließ alle Talismanträger sterben.  Die frommen Makkabäer dachten nun an die Auferstehung von den Toten. Davon waren die so gesündigt Habenden ob ihrer Sünde ausgeschlossen. Da ließen sie von den Jerusalemer Priestern ein Entsühnungsopfer darbringen, damit so diese Sünder doch noch zum ewigen Leben auferstehen können. (vgl dazu ausführlich: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott)
Also können Lebende für das Heil schon Verstorbener etwas Gutes tuen, nämlich zu ihren Heile ein Sühnopfer darbringen und das gar für Menschen, die so schwer gesündigt haben wie diese Makkabäer. Wenn das Meßopfer so zugunsten Verstorbener appliziert werden kann, was spricht dagegen, daß auch die Taufe zugunsten von Verstorbenen appliziert werden kann? Wollte wer nun behaupten, nur Lebende könnten die Taufe zu ihrem Nutzen empfangen, dann müßte gefragt werden, warum dann schon Verstorbenen das für sie dargebrachte Meßopfer nutzen kann. Luther lehnt das ja ab, aber auch nur die Reformatoren und heutigen Protestanten! Zudem muß berücksichtigt werden, daß weder das Alte Testament noch das neue die Ganztodtheorie kennt-immer glaubte man an ein Weiterexistieren nach dem Tode, etwa in der Hades oder in der Sheul. Die Toten sind also nicht im neuzeitlichen Sinne tot, wie es Epikur schon meinte. Die Toten können also etwas für sie Dargebrachtes auch selbst noch annehmen.
Den Hintergund des Neins zur Taufe zugunsten von Verstorbenen wie des Neins der Applizierung des Meßopfers zugunsten von Verstorbenen bildet eine Individualisierung des Menschen: Jeder kann und muß für sich allein sein Heil wirken. Das zeitigt die Folge, daß die Kirche für das Heil unwichtig wird, weil es nun allein auf die persönliche Beziehung des Einzelnen zu Gott ankommt und nur darauf!

Zusatz:
Bedenkenswert ist die Frage, ob eine Taufe zugunsten im Mutterleibe gtöteter Kinder so möglich wäre. 
   


             

Dienstag, 13. Februar 2018

Alles Begenung-Jesus begeggnet Dir....eine kleine Polemik

Wir kennen das zur Genüge: Jesus (meist ohne den Titel: Christus) begegnet uns im Wort, im Sakrament, im Nächsten (isb. im Asylanten), in der Liebe....Bei so viel Begegnung, da könnte schon von einer Inflation die Rede sein...aber ich möchte mich jetzt auf das "Begegnen" kaprizieren, denn auch ich hatte eine mich tief beeindruckende Begegnung:
Ein schöner und warmer Sonntagnachmittag, im Biergarten saß ich und orderte eine Maß Bier- man gönnt sich ja sonst nichts. Kaum in Auftrag gegeben, stellte die charmante Kellnerin schon ihr Tablett auf meinen Tisch, voller Biergläser und in der Mitte meine Maß Bier- ganz korrekt eingeschenkt, sodaß wirklich ein Liter drinne ist, verziert durch eine Schaumkrone.
Ist das nicht eine wahre Begegnung: Ich schaue das Bier an, es mich, die Vorfreude auf das edle Naß...die Erwartung der Durststillung....aber dann nahm die Kellnerin ihr Tablett wieder fort: Das ist noch nicht ihre Maß!, fügte sie entschuldigend hinzu. Das war das Ende dieser Begegnung. Wem begegnen, was das ist? Diese kleine Begebenheit besagt es: Vor und nach der Begegnung- ich bleibe der Gleiche,der ich vordem war, denn nichts ändert sich. Der Augenblick: ich nahm das Bier wahr und es mich (so redet die personalistische Philosophie), in einem einzigen Augenblick erfasse ich den Wert des Gegenübers, und dann entschwindet mir meine Begegnung.
Nur, es dauerte nicht lange, da kam die Kellnerin wieder, sie stellte mir jetzt meine Maß hin:Das ist jetzt die ihre. Jetzt ereignete sich keine "Begegnung", denn ich trank die Maß auf: Ich war voll und der Maßkrug war leer. Das war ein Incorperationserlebnis. Vordem war ich durstig, jetzt satuiert, der volle Bierkrug nun leer. Wenn die Bibel von "Begegnungen" spricht, dann meint sie damit ein Geschehen, durch das Menschen zu ihrem Heile verändert werden. Jesus Christus gibt etwas Heilswirkendes. Dem Sünder begegnet er nicht einfach, er verändert ihn. indem er ihn von der Sünde befreit. Gerade der Empfang der hl.Kommunion ist kein Begegnungsgeschehen, denn er läßt sein Fleisch und sein Blut von uns verzehren, damit wir heil werden. 
Der Begegnungsmensch ist da ganz anders: Er weiß, ich bin in Ordnung Gott liebt mich und in der Begegnung wird das mir nur noch mal bestätigt. Er ist satuiert und so reicht ihm die Begegnung mit der Maß Bier, denn einen Bierdurst hat er nicht. Eine Veränderung braucht er auch nicht, denn wozu bedürften auch die Gesunden des Arztes- sie konsultieren ihn höchstens, um sich bestätigen zu lassen, daß sie bester Gesundheit sind. Diese Begegnungsphilosophie basiert auf dem Gesundheitsideal humanistischer Psychologie, verkürzt ausgedrückt in der Erfahrung (nicht in der Erkenntnis, das wäre zu cognitivistisch!): Ich bin in Ordnung, Du bist in Ordnung (das mich begegnende Du) und Alles ist in Ordnung. In jeder Begegnung mit Jesus, mit der göttlichen Liebe, erleben wir das, das ist dann unsere gute Begegnung. 
Der Leser möge jetzt an die Taufpraxis denken: Gott liebt dieses Kind (denn er liebt jedes Kind) und als Zeichen seiner Liebe zu ihm taufen wir es jetzt. Für das getaufte Kind ändert sich nichts, vor und nach der Taufe gilt ihm die Zusage: Gott sagte Ja zu dir und jetzt wiederholt er nur sein Ja. Auch dieses Begegnungszeichen bewirkt nichts, wie auch das Begegnungssakrament der Eucharistie nichts wirkt, denn auch es konfirmiert uns nur.
Die Voraussetzung dieser Begegnungstheologie ist so der sich gesund Wähnende, der nur zur Bestätigung seines Gesundseins einen Arzt aufsucht. Ein kurzer Blick des Gesundheitsfachmannes: Alles bei ihnen in Ordnung und die Begegnung ist zu Ende.