Wir werden aufgeklärt über „die Wurzeln allen Übels“oder was macht den heutigen Christen aus?
„Dagegen wußte er sehr genau,daß die Propheten des Hexameron vom Übel waren1.Die Spur der Tränen und des Leidens zog sich wie ein blutigroter Faden durch die Geschichte aller zivilisierten Völker: Immer waren es die ideologischen Eiferer gewesen,die Unheil brachten.Es war nichts gegen eine Ideologie,gegen einen Glauben religiöser,politischer oder soziologischer Art einzuwenden.Das denkende Wesen war gezwungen,sich ein Weltbild zu zimmern,an dem es sich orientieren konnte. Die Probleme entstanden dann,wenn der Glaube oder die Ideologie Anspruch darauf zu erheben begannen,die einzige und unbestreitbare Wahrheit zu sein.Ansprüche dieser Art gebaren Intoleranz,aus intoleranten Gläubigen wurden Zeloten, und Zeloten waren die Wurzeln allen Übels.“2
In
de
In In den PI In den Perry Rhodan Romanen 1 bis 1360 treten relevant solche Ideologien,
solche Gläubigen nicht auf, in diesem Band werden die Anhänger des Hexamerons zum ersten Male so charakterisiert.Die „Geschichte aller zivilisierten Völker“ ist so auf die reale Menschheitsgeschichte zu beziehen und nicht auf die fiktive der Völker des Perry Rodan Universumes. Die Trias: religiös, politisch und soziologisch gibt zu denken. Da religiös auf die christliche Religion zu beziehen ist, der Roman ist 1987 verfaßt worden und da stand der Islam bei weitem noch nicht so wie jetzt im Zentrum des Diskurses um den religiösen Fanatismus und soziologisch wohl auf alle marxistischen Heilslehren dürfte politisch für den Nationalsozialismus bzw Faschismus stehen.
Die Zeloten sind nun die nationalrevolutionäre jüdische Befreiungsbewegung zu Zeiten Jesu.Sie verstehen sich dabei als die Zeloten= die Eiferer um das Gesetz Gottes in der Tradition des Befreiungskampfes der Makkabäer. Der Apostelfürst Paulus urteilt über die Juden, daß die Eiferer um Gott seien, das meint er als eine Auszeichnung, aber mit Unverstand,da sie nicht an Jesus als den Christus glauben. (Röm 10,2). Für ihn haben wir Christen so auch Zeloten zu sein, aber verständige in unserem Glauben an Jesus Christus.
In diesem Kurztext wird uns das Basiscredo der Postmoderne vor Augen gestellt: Aufklärungskritisch wird hier die Unhintergehbarkeit von Weltbildern, Ideologen oder Religionen behauptet und zugleich ihre Unwahrheit ausgesagt: Es sind nur Konstruktionen, die uns helfen, besser im Leben zu recht zu kommen und fungieren somit als nützliche Illusionen. Daß ein Mal alle Ideologien bzw Religionen als ein falsches Bewußtsein des Menschen und der Welt überwunden sein werden.diese Wissenschaftsutopie ist hier aufgegeben.
Das Elend begönne nun aber, wenn eine Religion oder eine Religion sich als die einzig wahre behaupte. Faktisch ist in der Sicht des Romanautors jede Religion und jede Ideologie unwahr aber sie seien eben nützlich für das Leben. Hierbei widerstreiten sich nun die Binnenperspektive des jeweiligen Anhängers einer Religion bzw Weltanschauung, daß die jeweilige für ihn und für alle als wahr gilt mit der Außenperspektive, daß jede Religion und jede Ideologie keine Wahrheit sei und für sich beanspruchen dürfe.
Der Gläubige müßte sich somit zerteilen in ein gespaltendes Subjekt, daß es einerseits an die Wahrheit seiner Religion oder Weltanschauung glaubt für sich und für alle und daß es andererseits das Wahrsein dann bestreitet, daß eben alle Religionen und Ideologien gleich wahr und auch gleichgültig seien. Dies Zerspaltung muß nun aber jede Religion oder Ideologie entvitalisieren. Mit Slavoj Zizek könnte man urteilen: Sie werden zu Kulturgütern, die man noch praktiziert, ohne noch an sie zu glauben.
Damit nähert sich dieser Text der Friedensutopie John Lennons an, der in seinem Lied: „Imagine“ von einer Welt ohne Religionen träumt, denn nur so könne es eine friedliche sein.
Die Welt, so wie sie wirklich ist, ist keine,in der der Mensch leben könnte.Im Sinne Max Webers könnte gesagt werden, daß die Welt als Seiendes, als entzauberte uns keine Auskunft darüber geben kann, was wir wollen sollen, was wir hoffen können, welche Ziele wir überhaupt erstreben sollen. Diese Fragen können nur Religionen bzw Ideologien beantworten, aber diese sind weder verifizierbar noch falsizierbar.: Es sind irrationale Vorstellungen, ohne die der Mensch aber nicht auskommt. Da es nun keine Vernunft gibt, die die divergierenden Wahrheitsansprüche auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen könne, entsteht uns eine Epoche der ideologischen Kämpfe oder der Religionskämpfe.
Der Perry Rhodan Autor sucht hier nun nach einer Alternative, daß die jeweiligen Gläubigen ihren Glauben als wahr anerkennen dürfen und zugleich ihren Glauben als gleichgültig beurteilen sollen.Das wären ungläubige Gläubige..
Es drängt sich der Verdacht auf, daß das genau den postmodernen Christen charakterisiert.
1Es reicht für unseren Zweck zu wissen, daß die „Propheten“ religiöse Eiferer sind. Wer Näheres wissen möchte sei auf die Perry Rhodan Romane 1350 bis 1399 verwiesen, ein wunderbares Leseerlebnis!
2Kurt Mahr, Das Anklam.-Projekt, Perry Rhodan Bd 1361.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen