Posts mit dem Label Faschismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Faschismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 29. September 2022

„Familie, Gott, Nation“ ein „faschistischen Leitbild“


„Familie, Gott, Nation“ ein „faschistisches Leitbild“


Lieber Leser, das ist kein verspäteter makaberer Aprilscherz, sondern so kommentierte die „Welt“ den Wahlsieg des rechten Wahlbündnisses in Italien.

„Bei der Welt bemühte man sich um eine differenzierte Analyse, statt stumpf >Faschismus< zu rufen. Der Versuch scheiterte jedoch spätestens, als das Blatt >Familie, Gott, Nation< zum >faschistischen Leitbild< erklärte.“ Nachzulesen in der „Jungen Freiheit“, „Die krassesten Reaktionen zur Italien-Wahl“, am 27.9.2022.


Nun steht die „Welt“ doch eher in dem Rufe, eine liberal-conservativ ausgerichtete Zeitung zu sein. Aber in dieser und nicht in einer linksradicalen stand das so geschrieben. Ein Antifaschist und Demokrat ist so nur der, der gegen „Familie“ und „Nation“ ist. Irritieren muß aber, daß man als Demokrat auch gegen „Gott“ sein muß! Wenn kurz nachgedacht wird, leuchtet das sogar ein: Wer Gottes Schöpfungsordnungen der Familie und der Nation ablehnt, der muß auch den Schöpfer dieser Ordnungen verwerfen. Wenn so „Gott“ ein faschistisches Leitbild ist, dann hat man als antifaschistischer Demokrat ein Atheist zu sein!


In einer Diskussion in einer Wohngemeinschaft (in einer WG) im Jahre 68 proklamiert eine junge Frau: „Nicht der Kapitalismus bringt den Massenmord hervor, sondern der Kern, die Familie!“. Auch wenn der in dem Roman erzählte Disput über die Familie ein rein fiktiver ist (Anja Jonulett, Das Nachtfräulein Spiel, S.77), so ist er doch unverkennbar authentisch für den damaligen Diskurs über die Familie. Die Büchse der Pandora war nun entmythologisiert und als die bürgerliche Familie enttarnt. Seit dem gilt: Wer die Welt verbessern will, muß die Familie abschaffen.

(Daß jede Art Liebe zum Eigenen, zum Vaterland, zur Nation etwas zutiefst Verwerfliches ist, gehört inzwischen ja zu den Selbstverständlichkeiten jedes anständigen Bürgers seit der erfolgreich bei uns durchgeführten Umerziehung durch die westlichen Siegermächte und braucht so nicht eigens hervorgehoben werden.)


Der Ort der Familie ist eben auch der Ort, an dem nicht „jegliches geschlechtstypishe und klischeebehaftete Spielzeug von Kindern“ ferngehalten wird. (S.79). Denn: „Ich frage mich,was das überhaupt sein soll:typisch männlich und typisch weiblich?. Das sind doch bloß stereotype Klischees,gegen die wir uns zur Wehr setzen müssen!“ (S.78)


Die Lebendigkeit der Familie entspringt eben der Geschlechterdifferenz von Mann und Frau. Erst durch sie kann auch nur neues Leben hervorgebracht werden.Wo zwei Frauen oder zwei Männer eine „Ehe“ führen, kann kein neues Leben entstehen. Aber wozu sollte sich denn auch das Leben fortpflanzen und so gar perpetuieren. Es soll eben nur noch der Einzelne zählen, der nach einem Maximum an Lebensgenuß strebt.


Nicht nur die Familie, auch die Geschlechterdifferenz soll aufgelöst werden, damit der Mensch, ganz von allen menschlichen Bindungen emanzipiert frei leben kann. Gottes Schöpfungsordnungen und somit Gott selbst stehen einer solchen Emanzipation entgegen und darum gelten sie nun als faschistische Leitbilder. In Italien hat nun gar ein Parteienbündnis mit diesem Leitbild die Wahl gewonnen! Und wie reagieren deutsche Bischöfe? Sie warnen vor dem Erfolg dieser Rechtsparteien, ja Bischof Bätzing ruft gar zum Kampf gegen diesen rechten Zeitgeist auf, deren Leitbild nach der „Welt“: „Familie,Gott und Nation“ lautet.

 

Montag, 28. September 2020

Infiltrierte Kirche? Die Lateranverträge 1929

„Man kann sich das breite Grinsen Mussolinis vorstellen, als Papst Pius XI dessen Bedingungen annahm und die Verträge anschließend vom italienischen Parlament ratifizieren ließ.“ Dies soll eines von vielen Beispielen sein, mit denen Marshall ( Infiltriert. Die Verschwörung zur Zerstörung der Kirche, 2020, S. 102) die Infiltration der Kirche durch freimaurerisch/daimonische Mächte veranschaulichen möchte: Nicht erst mit oder seit dem 2.Vaticanum gäbe es erfolgreiche Infiltrationen zum Schaden der Kirche. So werden von ihm die Lateranverträge aus dem Jahre 1929 verurteilt.

Folgende Punkte werden dann als die Kernpunkte dieses Vertrages aufgeführt (S.101f):


Die Vatikanstadt wird als souveräner Staat anerkannt, verzichtet dafür aber auf alle Gebietsansprüche des ehemaligen Kirchenstaates.

Der Papst wird als Souverän dieses Staates anerkannt.

„Der Katholizismus wird als alleinige Religion Italiens anerkannt.

„Italien wird die Gehälter der Priester und Bischöfe zahlen.“

Kirchliche Eheschließungen werden vom Staat anerkannt.

„An öffentlichen Schulen wird katholischer Religionsunterricht stattfinden.“

„Dem italienischen Staat wird das Vetorecht bei Bischofsernennungen zuerkannt.“

Der Vatikan erhält circa 60 Millionen Euro (auf heut(e umgerechnet) als Entschädigung für die Enteignungen, die seit 1860 vollzogen worden waren.


Sicher war die Anerkennung eines staatlichen Vetorechtes bei Bischofsernennungen eine bittere Pille für die Katholische Kirche, aber setzt man das in Relation zu dem, was so der Italienische Staat der Kirche gewährte, muß dieser Vertrag zwischen der Kirche und dem Staat als hervorragend angesehen werden. Die Anerkennung der katholischen Religion als der Religion Italiens galt der vorkonziliaren Katholischen Kirche als non plus ultra, was für sie vom Staat zu erlangen war. Erst im 2. Vaticanum verzichtete die Kirche auf diese Ideallösung, weil sie sie nicht mehr für kirchenpolitisch durchsetzbar hielt. Aber in diesem Punkte realisierte der Lateranvertrag das, was die Kirche seit Kaiser Konstantin als ihr kirchenpolitisches Ideal ansah. Dem entspricht dann auch der katholische Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen. Daß der Staat dann gar rein kirchlich geschlossene Ehen anerkannte, muß auch als großer Erfolg katholischer Verhandlungsdipomatie angesehen werden. Und der Italiienische Staat anerkennt den Vaticanstaat als souveränen Staat mit dem Papst als seinem Souverän an.


Wenn das die Substanz der Lateranverträge ist, dann ist es unbegreiflich, wie diese eine Infilttration der Kirche durch feindliche Mächte dokumentieren soll. Marshall behauptet dann aber neben seiner Kritik, daß die 60 Millionen Euro nur ein Schnäppchenpreis gewesen wäre:

„Leider unterminierte dieser Kompromiss die Lehre Pius X von der Herrschaft des Christkönigs über das Politische.“ (S.102). Aber der Übersetzer kommentiert dazu in einer Fußnote (S.281, Nr.56), daß diese Behauptung nicht akzeptabel sei.

Irritierend ist wohl, daß von einer faschistischen Regierung ein der Kirche so zugute kommendes Abkommen zustande kommen konnte. Die Fixierung auf antikatholische Kräfte, die die Katholische Kirche zu unterwanderten, läßt Marshall hier das Naheliegende verkennen, daß sowohl der Faschist Mussolinie wie auch die Katholische Kirche in dem Kommunismus die größte Gefahr sahen, die Kirche hatte nur zu gut die kirchenfeindliche Politik der Bolschewisten Rußlands vor Augen, und so verband man sich angesichts des gemeinsamen Feindes. Auch der faschistische Staatsführer Mussolinie hatte, wie später auch der spanische Faschistenführer Franco ein ureigenstes Interesse, die Katholische Kirche zu stärken als Partner im Kampfe gegen den atheistischen Kommunismus. Weder Mussollinie noch Franco waren der Kirche gegenüber „barmherzige Samariter“,sondern nüchtern kalkulierende Staatsmänner, die so für ein Miteinander von Staat und Kirche sich einsetzten. Und es darf nicht vergessen werden, daß die Konstantinische Epoche erst gerade mit dem 1.Weltkrieg zu Grunde gegangen war, sodaß die Bereitschaft der Kirche, neu mit Staaten Bündnisse einzugehen zu wechselseitigem Nutzen sehr groß war, besonders wenn dabei die Katholische Religion als die Religion im Staate anerkannt wurde- das Ideal der konstantinischen Epoche.