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Samstag, 14. März 2026

Wir brauchen eine neue Kirche – Umstürzlerische Vorschläge aus der Giftküche des Laien-ZKs

 

Wir brauchen eine neue Kirche – Umstürzlerische Vorschläge aus der Giftküche des Laien-ZKs



Der ZK-Theologe und Vizepräsident dieser Vereinigung Herr Södling stellt klar, daß die von dieser Vereinigung propagierte Reformagenda erst der Schritte zur Zerstörung der Katholischen, denn wenn man erst Mal die Macht in der Kirche übernommen habe,dann könne erst richtig mit der Kirche aufgeräumt werden. „Es braucht eine katholische Internationale“ so betitelt Kath net am 13.März 2026 das Anliegen dieses ZK- Theologen.1

Als den ersten Punkt formuliert dieser ZK- Theologe sein vernichtendes Urteil über den jetzt gültigen Katechismus der Katholischen Kirche, diesem Kompendium der Lehre der Kirche: „Vizepräsident des ZdK behauptet: Die Kirche müsse sich ehrlich eingestehen, >dass der ‚Katechismus‘ nur eine kleine Zielgruppe erreicht<.“ Unter dem Verb: erreichen wird hier nicht verstanden, daß der Katechismus zur Kenntnis genommen wird, und das dann nur von sehr wenigen, sondern daß er nur von sehr wenigen bejaht wird, daß nur sehr wenige der Katholiken der Lehre der Kirche zustimmten.

Da für diesen demokratisch gesonnenen Theologen als wahr nur gelten kann, was von einer Mehrheit der Katholiken bejaht wird und zudem abstimmungsberechtigt nur die jetzt gerade lebenden Katholiken sind, was die vor uns und was die nach uns Katholiken glauben, ist eben irrelevant, weil es nur auf die jetzigen ankäme,ist damit hinreichend bewiesen, daß dem Katechismus die „ Rote Karte“ zu zeigen sei.

„Wie die katholische Kirche in der globalisierten Welt ihre diakonische, soziale, pädagogische, kulturelle und dann auch politische Aufgabe erfüllen will, muss sie unter den verschärften Bedingungen der Gegenwart neu herausfinden.“ Was ist also die Aufgabe der Kirche? Sie habe diakonisch,pädagogisch,kulturell und politisch zu wirken. Damit gibt sich die Kirche selbst auf, indem sie auf ihre wesentliche Aufgabe verzichtet, die der Verkündigung des Evangeliumes und noch grundlegender die der Gottesverehrung durch und in ihrem Gottesdienst. Die Kirche soll in eine humanitaristische NGO transformiert werden eingedenk des Faktums, daß die Kirche,wenn überhaupt noch nur nach als eine Organisation der praktizierten Nächstenliebe akzeptiert wird.

Positives kann dieser ZK- Theologe aber schon in der jetzigen kirchlichen Praxis erkennen: „Es fehle ja nicht „an Initiativen und Projekten“, so Söding, und lobt dann: >von Caritas International über Justitia et Pax bis zum Flüchtlingswerk der Jesuiten, von den kirchlichen Hilfs- und Solidaritätswerken über Gemeinde- und Bistumspartnerschaften bis zu kirchlichen Basisbewegungen<, immerhin erwähnt er wenigstens noch >die Orden, die erfahrensten Gemeinschaften mit den intensivsten Kontakten weltweit<.

Ein Problem wird dabei aber übersehen:Wenn auch wohl die Allermeisten die Kirche als organisierte Nächstenliebe noch bejahen,so sagen sie dann aber auch: „Hoffentlich brauche ich die Kirche nicht,denn ich hoffe, nicht so in eine Notlage zu kommen, daß ich deren Dienste beanspruchen muß!“ Christsein heißt dann, die Kirchensteuer zu bezahlen, die hoffentlich die Kirche für ihr diakonisches Wirken ausgeben möge und daß man wenigstens ab und zu für ein sozial- caritatives Anliegen spendet – die zeitgenössische Version des Ablasses: „Spende und Du bist ein guter Mensch!“

Ach, und war da noch was mit Gott, dem Dreieinigen, ist das Christentum nicht eine Religion und hat was mit einer Gottesverehrung zu tuen? Das ist ein vorkonziliares Kirchenverständnis, dem leider noch der jetzige Katechismus ganz und gar verhaftet sei, aber das ist eben modernen Menschen Unzumutbares. So hat sich die Kirche aufzugeben! Stattdessen sei es die Aufgabe der Kirche, als eine neue „Internationale“ die Welt zu humanisieren im Bunde mit allen humanistischen Kräften, das Menschenrecht universal zur Geltung zu bringen! Aus  der zur Mission berufenen Kirche wird so eine Agentur zur Weltoptimierung. 


1Ob dieses ein kryptisches Anspiel auf die „Kommunistische Internationale“ ist, in der bekanntermaßen wir nicht auf ein höheres Wesen,Gott vertrauen sollen, sondern die Welt selbst revolutionieren sollen, indem wir das Menschenrecht universal verwirklichen,überlasse ich der Phantasie der geneigten Leser.

Dienstag, 7. Mai 2024

Enthält die neueste Erklärung: „Dignitas infinita“ gar Häretisches?

 

Enthält die neueste Erklärung: „Dignitas infinita“ gar Häretisches?   Oder    daß Gott umsonst Mensch wurde....


Wer sich die literarischen Werke des Verfassers dieses Textes vor Augen hält, berühmt berüchtigt als der „Pornokardinal“, könnte schon Schlimmstes befürchten, aber die gediegene Kritik, auf Kath info am 6.5.2024 unter dem Titel: „Dignitas infinita und vergiftete Suppe“ zeigt dezidiert auf, wie viel tödliches Gift da wirklich eingemischt worden ist. Von den vielen Giftzusätzen,die dieser vortreffliche Artikel aufdeckt. soll hier nun der erörtert werden, der tatsächlich tödlich für die Kirche ist.


Es heißt: „Deshalb sollte es uns nicht wundern, dass die Erklärung eine Reihe von Aussagen enthält, die gelinde gesagt an Ketzerei grenzen. Eine davon ist: „Der glorreiche Christus wird aufgrund der Nächstenliebe richten, die darin besteht, dem Hungrigen, dem Durstigen, dem Fremden, dem Nackten, dem Kranken, dem Gefangenen, mit denen er sich identifiziert, geholfen zu haben (vgl.Mt 25,34–36). Für Jesus ist das Gute, das jedem Menschen getan wird, unabhängig von den Banden des Blutes oder der Religion, das einzige Beurteilungskriterium“ (12). Mit anderen Worten: Die Erklärung behauptet, dass es für das Heil der Seele überhaupt nicht darauf ankommt, was man glaubt, sondern dass das einzige Kriterium darin besteht, ob man seinem Nächsten hilft.“


Das ist selbstredend eine Kriegserklärung an den katholischen Glauben.Die Gerichtsrede Jesu Christi wird hier antikatholisch so ausgelegt, als hätte hier der Sohn Gottes gelehrt: Das einzige Kriterium.ob ein Mensch gemäß Gottes Willen lebe oder nicht und ob er so in den Himmel aufgenommen oder zur Hölle verdammt würde, sei die Nächstenliebe. Aber das trifft die Pointe noch nicht ganz, denn die Nächstenliebe wird hier auf ein sozialdiakonisches Verhalten reduziert, auf die Sorge um das leibliche Wohlergehen.

Es käme allein darauf an,Gutes anderen Menschen zu tuen, aber auch dies verdrängt nicht den Primäreindruck, daß es hauptsächlich um das sozialdiakonische Handeln geht, was sicher Papst Franziskus politischen Intentionen entspricht. Die Banden des Blutes dürften dabei keine Rolle spielen! Das ist natürlich ein Zentralangriff auf das Konzept der Nächstenliebe, indem die Nächstenliebe durch einen universalistischen Humanitarismus ersetzt werden soll. Eine Mutter soll eben nicht ob der Bande des Blutes ihre eigenen Kinder lieben sondern jedes, weil jedem Kinde die unendliche Würde zukäme. Die Bande der Familie und des eigenen Volkes müssen auch zerschnitten werden für eine allgemeine Menschheitsliebe.

Noch wichtiger: Die Bande der Religion sollen nicht mehr zählen.Damit ist jetzt gemeint, daß Gott es selbst gleichgültig sei, ob der so sozialdiakonisch Wirkende ein Christ sei oder nicht und wie es der Empfänger der sozialen Wohltaten mit der Religion hält.Es zähle allein die Praxis eines universalistischen Humanitarismus mit der ihm eigenen Präferenz für die materiellen Bedürfnisse des Menschen. Damit werden alle Aussagen der Bibel und der Kirche über das Heil des Menschen, über seine Erlösung ad acta gelegt. Luthers häretischen Lehre des „Allein aus Glauben“ würde der Mensch gerettet setzt „Dignitas infinita“ nun ein anderes „Allein“ entgegen: „Allein aus den guten Werken“.Das ist purster Pelagianismus! Ohne Gnade, allein dadurch,daß ein Mensch für die leiblichen Nöte eines anderen Menschen sich sorgt, kann jeder Mensch vor Gott gerecht werden,und so sich den Himmel verdienen!

Hier vergewaltigt „Dignitas infinita“ die Gerichtsrede Jesu Christi. Denn in dieser Gerichtsrede werden die Christen dazu aufgefordert, in Not geratene Christen zu helfen. Insbesondere dachte Jesus hier an die ihm in wörtlichem Sinne Nachfolgenden, den christlichen Wanderpredigern und Missionaren, die auf ihren Reisewegen oft viel Not erleiden und gar ob ihrer Verkündigung inhaftiert werden.Die „kleinsten seiner Brüder“ sind dann die weniger angesehenen Wanderprediger, die auch zu unterstützen seien. Der Kerngedanke ist dabei dieser: Wer die Kirche verfolgt, verfolgt den Herrn der Kirche!“ Darum sagt Jesus zu Saulus, dem Kirchenverfolger: „Warum verfolgst Du mich?“ (Apg 9,4) und wer sie unterstützt, der unterstützt damit den Herrn der Kirche. Darum gilt: Wer die im Dienste der Kirche Wirkenden unterstützt, dem wird das in Gottes Endgericht so angerechnet, als wenn er es dem Sohn Gottes getan.

Diese Verheißung gilt so dem Christen, wenn er die Mitchristen und hier insbesondere die Wanderprediger,die Missionare unterstützt. Mit dem universalistischen Humanitarismus hat dies überhaupt nichts gemein. Aber schon Arnold Gehlen stellte in seinem Werk: „Moral und Hypermoral“ fest, daß die Kirche ihr Proprium in der Neuzeit durch den Humanitarismus ersetzt habe.

Dieser Neopelagianismus ist nun kein Fremdkörper in dem Gesamttext sondern harmonisiert mit ihm.Die unverlierbare Würde des Menschen präfiguriert geradezu diesen säkularistischen Humanitarismus. Der Mensch bedürfe nämlich gar keiner Erlösung mehr, er ist ja schon immer der von Gott Bejahter, sodaß es nur noch darauf ankäme, jeden Menschen menschenwürdig zu behandeln, besser ihm dazu zu verhelfen, sein Leben menschenwürdig führen zu können. Der Kirche verbleibt so nur noch die Aufgabe eine Sozialagentur zu sein und gibt sich mit dieser Aufgabe selbst auf!


































Montag, 28. August 2023

Kann ein Christ dem widersprechen? „Theologe: Kirche und Vernunft verurteilen esoterischen Okkultismus“ Oder ein Eigentor?

Kann ein Christ dem widersprechen? „Theologe: Kirche und Vernunft verurteilen esoterischen Okkultismus“ Auch wenn dies eine Überschrift der quasi offiziösen Internetseite der deutschen Bischöfe ist, vom 25.8.2023, die sich sonst nicht gerade durch ihre Katholizität auszeichnet, in dieser Causa wird doch jeder Christ dieser Verurteilung zustimmen. Da steht nun geschrieben: „Deshalb ist es für Christen ein Grundprinzip, dass man, wenn man Heilung sucht, immer zuerst die wissenschaftliche Erwiesenheit bestimmter Praktiken überprüft, damit diese nicht mehr okkult, sondern eben medizinisch offenbar sind, so dass dann auch keine Gefahr bestehen kann, sich dämonische Belastungen einzufangen.“ Auch dem wird doch jeder Christ zustimmen, oder etwa nicht? Eine experimentelle Erprobung soll so nun hier gewagt werden. Der Probant: eine blutflüssige Frau, die schon Ewigkeiten an ihrer Krankheit leidet. Da hört sie von einem „Wunderheiler“, da reiche es, sein Gewand zu berühren, und glaube man fest daran, so geheilt zu werden, würde man auch geheilt werden. Als erstes hat also nun die so Leidende nach der wissenschaftlichen Erwiesenheit dieser Praxis des Berührens des Gewandes dieses Wunderheilers zu fragen: Ist die Effektivität dieser Berührungsheilung erwiesen? Was qualifiziert diesen Wunderheiler? Das Rechercheergebnis fiele selbredend negativ aus: Jesu Wunderheilungen sind alle sehr zweifelhaft. Eine therapeutisch-medizinische Qualifikation kann dieser Zimmermannssohn nicht aufweisen. Verdächtig ist auch die Betonung des Glaubenmüssens, daß nur Gläubigen eine Heilung erlebten: Sie müßten an den Wunderheiler glauben! Das klingt doch mehr als obskurantistisch. Jetzt könnte die kranke Frau noch Relegionsexperten befragen: Geht das da bei diesem Wunderheiler mit rechten Dingen zu? Die Antwort würde heißen: „Hier treibt jemand Daimonen kraft des Teufels aus, um so Menschen zu einem Irrglauben zu verführen!“ Laut dem Talmud habe Jesus in Ägypten eine schwarz-magische Ausbildung genossen, um dann, heimgekehrt, Juden zu dem neuen Irrglauben, dem christlichen zu verführen. Daß dieser Wunderheiler Jesus ein Sektenguru war, erkennt man ja schon daran, daß er sich als die einzige Wahrheit und als den einzigen Weg zum Vater behauptete und von seinen Jüngern absoluten Gehorsam verlangte, gar, alles, Beruf und die Familie aufzugeben, um ihm nachzufolgen. Dies Sektierische und diese obskurantistische Heilerei machen klar: Hüte Dich vor diesem Wunderheiler. Er verfügt über keinerlei medizinisch-therapeutische Qualifikation und wahrscheinlich wirkt er im Bunde mit daimonischen Kräften! Kath de klärt uns auf: Kein vernünftiger Mensch hätte zu Lebzeiten Jesu diesem Wunderheiler nachfolgen können- aber jetzt ist die Kirche vernünftig geworden und hat mit diesem Wunderheiler nichts gemein: Wir glauben allein an die moderne Medizin und Wunder sind reiner Obskurantismus! Summa summarum: Um den esoterischen Obskurantismus zu bekämpfen, schüttet man hier das Kind mit dem Badewasser aus, denn aus dieser Perspektive geurteilt war Jesus auch nur ein sektierischer Obskurantist. Das ist nun leider kein Einzelfall, denn genau genommen kann die heutige Theologie und die auf sie hörende Kirche mit dem Jesus Christus, wie ihn uns das Neue Testament bezeugt, nichts mehr anfangen.

Sonntag, 23. Juli 2023

Die „Förderung der Menschlichkeit und des Weltbürgertums“ ist das nicht urchristlich?

Die „Förderung der Menschlichkeit und des Weltbürgertums“ ist das nicht urchristlich? Wer auch nur oberflächlich dem heutigen Kirchengerede so zuhört, wenn nicht über „Sex and Crime“ palavert wird, der hört das doch so, unendlich variiert. Die Aufgabe der Kirche als eine Organisation der praktischen Nächstenliebe sei die Diakonie, in der einst 3. Welt genannten Regionen die Entwickelungshilfe. Gott liebe jeden Menschen, darin gründe sich seine Würde als Mensch und deshalb stehe die Kirche vor der Aufgabe der Humanisierung der Welt, an der sie mit allen Menschen guten Willens arbeite. „Die Humanität bezieht sich auf alle Menschen, ist allgemeine Menschenliebe,insofern sie sich über alle Trennungen und Spaltungen der Menschen erhebt: sie fragt nicht nach Volks- und Religionsgemeinschaft,sie sieht und ehrt in jedem Volks- und Religionsgenossen – den Menschen,den gleichgearteten,den gleichberechtigten,den geschlechtsverwandten Bruder...“. Das hätte Papst Franziskus so doch auch sagen können, striche man den „Genossen“ aus dem Text und ersetzte den „Bruder“ durch „Geschwister“: Die Aufgabe der Kirche sei die Humanität als die praktizierte Liebe zu allen von Gott bejahten Menschen. Nur dieser Text stammt aus dem „Allgemeinen Handbuch der Freimaurerei“, zitiert nach:Dieter Schwarz, Die Freimaurerei, 1937, Nachdruck 2019, S.50f Da heißt es dann weiter: „Für diese höchsten Muster des Menschenlebens,für Förderung der Menschlichkeit und des Weltbürgertums ist die Freimaurerei gestiftet, der Freimaurerbund ist eine humane und kosmopolitische Gesellschaft...“ (S.51) Schwarz urteilt dann: „Die der Freimaurerei entsprechende Staatsform ist die demokratische Republik“ (S.51), so müßte hier korrigierend hinzugefügt werden: „Weltrepublik“. Damit stehen wir vor dem Credo der Ideologie des „Einen Weltstaates“, dem alles andere zu subordinieren sei. Alle Religionen sollen um dieses Zieles willen als gleichgültig gelten und die Binnendifferenzierung der Menschheit in Völker beseitigt werden. Wie konnte nun dies genuine Freimaurerprogramm in die Verkündigung der Kirche sich einheimaten, um dann gar die Evangeliumsverkündigung zum Verschwinden zu bringen?Statt des Erlösers Jesus Christus wird ja die Humanisierung der Welt propagiert, jetzt vor allem in der reduzierten Fassung des Kampfes gegen den Klimawandel zum Erhalt der Welt. Für den Erhalt der Schöpfungsordnungen, die Ordnung von Mann und Frau, die der Familie, die Ordnung der Völker mit ihren je eigenen Volksstaaten setzt sich die Kirche dann aber nicht mehr ein, sondern propagiert geradezu ihre Nichtung.

Dienstag, 27. September 2022

Bischof Bätzing: Der Synodale Weg habe nichts mit einer Zeitgeistanpassung gemein!

Bischof Bätzing: Der Synodale Weg habe nichts mit einer Zeitgeistanpassung gemein!


Das aus dem Munde Bischof Bätzings zu hören verblüfft nun doch, klingt es doch so, als wenn er hier einem bekannten SED-Politiker imitieren wolle: Niemand habe die Absicht, eine Mauer zu bauen!Aber geben wir diesem Bischof doch das Wort, wie er diese Causa ansieht:

„Die Reformen des Synodalen Wegs hätten mit "simpler Zeitgeistigkeit nichts zu tun", verteidigte Bätzing den Dialogprozess. Der Zeitgeist zeige sich vielmehr etwa in einem Rechtsruck der Politik, wie jüngst bei den Parlamentswahlen in Italien, aus denen die rechtskonservative Partei "Fratelli d’Italia" als Sieger hervorging. "Das scheint mir der Zeitgeist zu sein, den man bekämpfen muss."


zitiert nach: Kath de 26.9.2022: Bischof Bätzing:“Reformen dürfen vor der Lehre nicht halt machen.“ Diese Bischofsaussage ist nun ein klarer Affront gegen Roms Kritik an dem Synodalen Weg. So hieß es ja in der römischen Stellungnahme: „Die Erklärung des Heiligen Stuhls im Wortlaut

Zur Wahrung der Freiheit des Volkes Gottes und der Ausübung des bischöflichen Amtes erscheint es notwendig klarzustellen: Der "Synodale Weg" in Deutschland ist nicht befugt, die Bischöfe und die Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten.“

zitiert nach: Kath de 21.7.2022.


Der Bischof weiß natürlich, daß die Installation der Räte auf allen Ebenen der Kirche der Katholischen Kirche in Deutschland eine „neue Form der Leitung“ geben wird. Der Bischof sagt es selbst (nach Kath de am 26.9.2022): „Die Bischöfe hätten sich für eine synodale Kirche entschieden, so Bätzing. Das sei das wichtigste Ergebnis der vierten Synodalversammlung: "Wir haben Synodalität auf Dauer gestellt."


Eine synodale Kirche ist eben keine Katholische Kirche mehr, denn die ist von ihrem Wesen her eine hierarisch aufgebaute. Die Deformer orientieren sich eben am staatlichen Parlamentarismus, an den demokratisch aufgebauten evangelischen „Kirchen“ und man darf doch auch mal mit der linksradicalen Parole: „Alle Macht den (Arbeiter- und Soldaten)Räten träumen. Simpler formuliert: Man will die Kirche, so weit wie möglich der politischen Ordnung des Parlamentarismus angleichen. So wie der Staat, soll auch die Kirche sein! Daß die Kirche zwar in der Welt ist (als ecclesia militans), aber nicht aus und von ihr ist, das soll so zum Verschwinden gebracht werden.

Dies Verweltichungskonzept soll nun aber nichts mit einem Sichanpassen an den Zeitgeist gemein haben! Der Bischof will gar stattdessen den Zeitgeist bekämpfen.Das muß die Kirche gar! Dazu ruft der Bischof auf! Den „Rechtsruck“ in Italien hat die Kirche zu bekämpfen und insbesondere die „rechtskonservative Partei "Fratelli d’Italia". Ergo: Indem die Kirche ihre Aufgabe darin sieht, Rechtskonservatives und Rechtes zu bekämpfen, beweise sie, nicht dem Zeitgeist sich zu subordiinieren. Das ist so, als wenn ich sagte:“Ich beweise Euch, daß ich Antialkoholiker bin, indem ich eine Flasche Rum leertrinke! Nichts gehört doch zum jetzig vorherrschenden Zeitgeist so sehr wie der heilige Kreuzzug gegen alles Rechtsconservative und Rechte.

Der Bischof zeigt sich hier als ein Musterschüler der Politischen Korrektheit: Unser Kampf gegen Rechts! Die Kirche führt den aber nicht nur außerhalb der Kirchenmauern sondern auch innerkirchlich: Denn was anderes als Rechtsconservative sind denn die Kritiker des jetzt vom Synodalen Weg beschlossenen Reformpaketes. Diese ihr Abstimmungsrecht mißbraucht habenden Bischöfe müssen eben nun auch bekämpft werden. Mustergültig ist dafür die Dauerkampagne gegen den reformkritischen Kardinal Woelki. Solche Bischöfe kann und darf es in der neuen „Synodalkirche“ nicht geben. Die „Synodalkirche“ bräuchte eben einfach einen „antifaschistischen Schutzwall“, um alles Conservative und Rechte von ihr abzuwehren.

Nein, der Bischof zeigt hier Rom die „Rote Karte“: Wir verändern die Kirche und ihre Lehre; dazu haben wir eben die Macht.



„Mit unserer recht liberalen und reflektierenden Kultur und mit unserer freien Gesellschaftsordnung haben wir die Chance, in manchen Fragen voranzugehen und damit einen Dienst für alle zu leisten.“ So unterstützt der Jesuit Kiechle diese Neuauflage von: Los von Rom! Hier leben die Katholiken eben in einer „liberalen und reflektierenden Kultur“, da werden im letzten Jahre 100.000 Kinder per Abtreibung getötet und dürfen Homosexuelle heiraten und Stellenausschreibungen müssen: „w/d/divers ausgeschrieben werden. Das gibt den Katholiken Deutschlands das Recht, ja gar die Pflicht, der Katholischen Kirche als Avantgarde voranzuschreiten in dem großen Projekt ihrer Abwickelung in eine humanitaristische NGO! Es ist wohl kein überzogener Pessimismus, kommentierte man: „Satan regnat!“ 

 

1.Zusatz

Wie  sehr sich die Kirche in Deutschland den Zeitgeist zu eigen gemacht und sich so ihm untergeordnet hat, demonstriert unübersehbar, daß sie sich mehr im "Kampf gegen Rechts" engagiert als für die Neuevangelisation! 

2.Zusatz:

"Wir brauchen eine Revolution"  Katholische Verbände und Initiativen dringen auf Reformen.  Domradio 25.9.2022 . Das ist ernst zu nehmen: Von der Katholischen Kirche soll nur noch der Name erhalten bleiben, damit der Besitz der Kirche, ihr Reichtum erhalten bleibt. Gründete man einfach eine neue Synodalkirche des Zeitgeistes, verlöre man ja all diesen Kirchenbesitz. 























 

Dienstag, 28. Juni 2022

359 338 Kirchenaustritte in einem Jahr und illusionäre Therapievorschläge

359 338 Kirchenaustritte in einem Jahr und illusionäre Therapievorschläge


Schenkte man den arrivierten Medien und dem Zentralorgan des links-liberalen Katholizismus, Kath de Glauben, wäre diese Sache ganz einfach: Die Menschen treten aus, weil immer noch nicht die Kirche sich der modernen Gesellschaft hinreichend angepaßt habe: Wenn erst das Frauenpriestertum und die Segnung der Homo“ehen“, eingeführt, die Kirche verdemokratisiert und verparlamentarisiert wäre, sie ihre vormoderene Morallehre abschüfe und sich mehr am Menschen orientiere, dann hätte auch die Katholische Kirche noch eine Zukunft. Bischöf Bätzing sagt deshalb angesichts von fast 400.000 Ausgetretenen: Das bestärke ihn, den Synodalen Weg weiter zu beschreiten. Auch die kritische Anfrage Papst Franziskus, wenn es doch in Deutschland schon eine gut funktionierende Evangelische „Kirche“ gäbe, wozu solle dann jetzt noch eine weitere ins Leben gerufen werden (durch die Transformation der Katholischen Kirche), beunruhigt diesen Bischof nicht: Er will einfach nur noch vorwärts marschieren, der Selbstauflösung der Kirche entgegen.


Aber so illusionär ein Weiter so mit der Selbstverprotestantisierung der Kirche, dann kommen die Menschen wieder zu uns, ist, so illusionär ist auch der Therapievorschlag, wenn die Kirche in Deutschland nur zurückfände zur rechten Lehre und die dann auch praktiziere, dann kämen die Menschen schon wieder retour zur Kirche. Als Jesus Christus (6.Kapitel des Johannesevangeliumes) lehrte, was mein Fleisch, mein Blut in der Eucharistie essen und trinken bedeutete, da verließen ihn viele Jünger, weil ihnen seine Lehre zu hart war. (6,60) In unseren Zeiten, da die „Blutwurst“ nicht mehr „Blutwurst“ heißen darf sondern „Rot-“ oder „Fleischwurst“ ob der Zartbeseiteten, wer käme da noch zum Kommunionempfang, hieße es da statt: „Da begegnet uns die Liebe Jesu, die Liebe Gottes“: „Trinket sein Blut als Medizin zum ewigen Leben“?

Nein, schon als der Sohn Gottes auf Erden selbst die Wahrheit predigte, zogen es viele, sehr viele vor, dieser Wahrheit fern zu bleiben. Wie viele gingen wohl jetzt, predigte die Kirche so wahr wie Jesus es im 6.Kapitel des Johannesevanglium praktizierte!


Unter der Überschrift: „Jesuitenpater sieht katholische Kirche am Kipp-Punkt“ (Kath de am 27.6.2022) wurde der Leserschaft ein jesuitischer Therapievorschlag zur Krise der Kirche vorgelegt. Nachdem der Jesuit sich sehr skeptisch zu den Erfolgsausichten der Reformvorhaben des „Synodalen Irrweges“ äußerte, legte er sein Konzept vor als einen Rückruf zum Wesentlichen der Kirche. Ein aufmerksamer Leser könnte hieraus die Differenz zwischen der Kirchenvorstellung des jesuitischen Papstes und den linksliberalen Ideen des „Synodalen Irrweges“ herauslesen.


Für den Jesuiten ist die Katholische Kirche: „dass unterschiedlichste Leute in Anerkennung ihrer Verschiedenheit im Dialog zusammenkommen und gemeinsam versuchen,aus der Welt eine Welt für alle zu machen.“ Die Kirche sei dazu da, „für Menschen dazusein und Hoffnung zu geben und für Gerechtigkeit einzutreten.“ Hier wird die Selbstsäkularisation der Kirche exzessiv bis zur völligen Aufgabe ihrer Identität vorangetrieben. So ist die Kirche (noch) nicht, aber so sollte sie sein! Aber so kirchenumstürzlerisch das auch klingen mag, ist das nicht schon längst die Realität, daß die Kirche nur noch als eine Organisation der Nächstenliebe gesellschaftlich akzeptiert wird, wohingegen das eigentlich Religiös-Christliche höchstens noch als eine Motivationskrft für die praktische Diakonie bejaht wird? Denn streicht man das Pathetische aus der Kirchenutopie dieses Jesuiten heraus, bleibt doch nur noch die fade Vorstellung, daß Christsein heißt, gut zu seinem Mitmenschen zu sein und besonders zu den Bedürftigen und Armen in der 3. Welt.

Das hieße, auf die Kirchenkrise gemünzt, daß die Zukunft der Kirche in einer Kaprizierung auf die „Soziale Frage“, wie es im 19. Jahrhundert formuliert wurde, bestünde. Aber leisten diese Aufgabe heutzutage nicht die vielfältigen NGOs und sonstigen sozialpolitisch orientierten Vereinigungen viel besser? Maßen nicht die großen politischen Parteien mit ihren jeweiligen Weltbeglückungsprogrammen sich das nicht schon an, wozu sollte die Kirche da mit denen konkurrieren wollen, zumal man dann auch nur deren Programme sich aneignete?

Aber vielleicht ist dies Jesuitenvotum doch noch viel aussagekräftiger als es dem Leser beim ersten Überlesen bewußt wird. Es enthält nämlich auch die Zeitdiagnose, daß der heutige Mensch mit der (christlichen)Religion nichts mehr anzufangen weiß,daß die ihm nicht mehr vermittelbar sei. Wie es sozusagen unmusikalische Menschen so gäbe es auch unreligiöse. Dem habe die Kirche Rechnung zu tragen, wenn die Vielen keinen Sinn mehr für das Religiöse haben. Konsequent zu Ende gedacht heißt das, daß die Kirche zu einer bloßen Institution des sozialen Engagements umgeformt werden müsse. Wie das aussehen könnte, skizziert dann dieser Jesuit in diesem Kath de Artikel mit wenigen aber sehr prägnanten Worten.

Das wäre aber selbstredend der Tod der Katholischen Kirche. Aber sind sich darin nicht eigentlich alle Reformer einig, daß es nur noch eine Zukunft für die Kirche in Deutschland und wohl auch für den Rest der Welt geben wird, wenn sie sich radical entkatholisiert, ja sogar das Religiöse abwirft, um ganz und gar sich zu verweltlichen, so sehr, daß nichteinmal mehr Gott in dieser „Kirche“ noch eine Rolle spielen wird.



 

Dienstag, 31. Mai 2022

Wie chismatisch ist die Katholische Kirche Deutschlands? Spurensuche

Wie chismatisch ist die Katholische Kirche Deutschlands? Spurensuche


Professor M. Striet gebührt der Dank dafür, daß er das, was viele wahrnehmen und doch nicht wahrhaben wollen, auf den Punkt brachte: In der Kirche haben sich viele verabschiedet von dem Glauben der Kirche, ist die Lehre der Kirche bedeutungslos geworden. Das Schisma als der Absonderung von der Lehre und den Dogmen der Kirche sei zu einer unübersehbaren Realität geworden. Darin manifestiere sich das Freiheitsbewußtsein des modernen Menschen, nur noch das zu glauben, was er glauben wolle und so könne es keine eine Katholische Kirche mehr geben, denn jede Einheit destruiere die Unhintergehbarkeit der Pluralität der Individualität der Gläubigen.

„Was Rom sagt,das ist uns gleichgültig, wir glauben nur noch, was uns gefällt“, das könnte dann als die Formel des Chismas unter den Bedingungen der Postmoderne angesehen werden. Bischof Bätzing reichte auf dem jetzigen Katholikenkirchentag dem Präsidenten des Evangelischen „Kirchentages“ 2023 die hl. Kommunion: ein Musterbeispiel dafür, wie weit sich selbst katholische Bishöfe von dem katholischen Glauben entfernt haben und selbst das geltende Kirchenrecht mißachten, die diesen Kommunionempfang selbstverständlich verbietet.

Aber auch auf anderen Gebieten zeigt sich erschreckend, wie weit der Abfall vom katholischen Glauben schon progressiert ist. Unbestreitbar gehört die Marienfrömmigkeit zu den Herzenstücken des katholischen Glaubens und deshalb wird es erstmal nicht irritieren, daß um der Verprotestantisierung der Kirche willen, auch diese Marienfrömmigkeit ins Visier der „Kirchenreformer“ gerät.Auf Kath de wird so ein rabiater Angriff auf dies Charakteristische der Kirche geführt. Die Überschrift bildet dabei schon gleich den Höhepunkt der Polemik: „Maria muß endlich wieder menschlicher werden“ (28.5.2022) Der damit erhobene Vorwurf ist klar: Die Kirche habe und vergöttliche Maria wohl immer noch, damit müsse nun Schluß sein. Sachlich muß hier widersprochen werden, denn nie hat die Kirche in ihrer Lehre oder ihrer Frömmigkeitspraxis Maria vergöttlicht. Die Aussage: „Maria ist die Mutter Gottes, sie ist die Gottesgebärerin“ sind Aussagen, die nur die notwendigen Konsequenz aus der Inkarnation des göttlichen Logos ziehen, setzen aber die Gottheit Jesu Christi voraus.

Der Artikel arbeitet dann sehr plump mit der Antithetik von: „einst“ und „jetzt“, um die traditionellen Mariologie und die Marienfrömmigkeit als nicht mehr zeitgemäß zu verurteilen. Vom Rosenkranzgebet bis zum sehr populären Marienlied: „Segne mich, Dein Kind...“ fällt alles unter das Verdikt der Unzeitgemäßheit. Als eine Skurilität sondergleichen wird dann noch das Rosenkranzgebet für die Armen Seelen im Fegefeuer zitiert und als Abzählfrömmigkeit lächerlich gemacht, als käme es darauf an,möglicht viel zu beten.

Was soll dann von Maria übrigbleiben? Nur dies, daß sie eine Frau war, die ganz auf Gott vertraute und der so ihr Leben gelang. Das ist der völlige Ausverkauf der Mariologie, denn das sie allein Auszeichnende, daß sie und nur sie Gottes Sohn zur Welt gebracht hat, wird hier wegmodernisiert und dann auch das Faktum, daß Jesus Christus seine eigene Mutter uns allen als unsere Mutter gab, bevor er am Kreuze starb. Er vermachte sie uns sozusagen testamentarisch als unsere Mutter. Aber von all dem will dieser Modernist nichts mehr wissen, all dies als nicht mehr zeitgemäß abschaffen.Das ist aber nur möglich, wenn auch die Gottheit Jesu Christi wegmodernisiert wird, denn nur so könnte Maria ihrer Mutterschaft Gottes beraubt werden, um sie zu einem simplen Vorbild des Gottvertrauens herabzustufen.

Ach ja, da gibt es ja noch das Ärgernis von Maria als unserer Himmelskönigin, daß ihr Sohn sie nach ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel zur Himmelskönigin gekrönt hat. Nein, Maria thront nicht mehr im Himmel, sie war und bleibt eine rein irdische Frau, die eben auf Gott vertraute. Anbei: Ist dies Gottvertrauen etwas spezifisch Christliches, oder vertrauen Muslime und Juden nicht auch auf Gott und vertrauten unsere germanischen Vorfahren nicht auch auf ihre Götter und auf ein jenseitiges Leben in Wallhala? Wird so sie, indem ganz von ihrer Mutterschaft, daß sie die Mutter Gottes ist, abstrahiert wird, nicht ihrer spezifisch Christlichkeit und ihrer Einzigartigkeit beraubt und so vulgarisiert? Aber diese Vulgarisierung ist eben doch nur die Rückseite der Herabwürdigung von der Einzigartigkeit ihrer Berufung, die Mutter Gottes zu sein, zu einer Jedermanberufung, eben auf Gott zu vertrauen.

Genau genommen führt so dieser mariologischer Minimalismus, Maria sei nur eine Frau, die auf Gott vertraute, so auch zu einer Entchristlichung der Kirche, wenn sie nur noch auf ein Gottvertrauen reduziert wird.

In den aktuellen innerkirchlichen Kontroversen spielt die Mariologie und die Marienfrömmigkeit keine besondere Rolle, aber dieser kleine Beitrag auf Kath de demonstriert doch aufs eindrücklichste, wie weit sich nicht nur diese Internetseite sondern auch viele Maßgeblichen in der Kirche schon von dem katholischen Glauben abgewandt haben. Für sie ist das Katholische eben nur noch etwas Früheres, für uns Heutige Unzumutbares. Ist so gesehen nicht tatsächlich die Kirche Deutschlands chismatisch, weil sie nur noch eine katholische Fassade ist, die ihre Substanzlosigkeit nur noch mühsam zu verhüllen weiß?

 

Montag, 30. Mai 2022

Stehen wir vor dem Ende der christlichen Religion und ihrer Kirche?


„Erst in der heutigen Zeit,in der eine postmetaphysische Umformung des Christentumes eingesetzt hat, will man eine rein menschliche Form von Christlichkeit hervorbringen, folglich möchte man die Gläubigen aus den vertikalen Spannungen entlassen,die vormals seine Würde begründeten.“ Diese zeitdiagnostische Analyse des heutigen Christentumes, in: Peter Sloterdijk, Nach Gott, S.228 ist wirklich mehr als bedenkenswert, ist Sloterdijk doch einer der anregendsten Denker der Gegenwart.

Wenn das metaphysische Christentum das eigentliche war, ist dann das umgeformte überhaupt noch ein Christentum, eben nur noch ein entkerntes Fassadenchristentum, oder soll diese Aussage morphologisch verstanden werden, daß es sich um einen Gestaltwandel des sich im Kerne gleich bleibenden Christentumes handelt? Kann so im letzteren Sinne dies Umformungsprodukt des einst metaphysischen Christentumes, dies rein menschliche Christentum verstanden werden?

Die Näherbestimmung dieser Umformung als: aus den vertikalen Spannungen zu entlassen erschafft wohl die nötige Klarheit. Das Christentum lebt aus dem Glauben an die Differenz von Jenseits und Diesseits, von Gott und Welt und Mensch. Dadurch konstituiert es sich als eine metaphysische Weltanschauung, wenn dann hier einmal unter einer metaphysischen Weltanschauung jede Weltdeutung gemeint wird, die aus einer Differenz von Idee zur Wirklichkeit, von Jenseits und Diesseits sich komstituiert. Für den in der Welt existierenden Menschen bedeutet eine solche Differenz, daß er seine Existenz entweltlichtend nach dem Anderen der Welt ausrichtet. Die Erkenntnis von dieser Differenz und der Wille zu einer Annäherung an das Jenseitige macht dann die Lebendigkeit der menschlichen Existenz aus. Der Mensch will sich förmlich überwinden, um ein Himmelsbürger zu werden, seine Erdenexistenz hinter sich lassend.

Ein postmetaphysisches Christentum kennt so dieser Differenz nicht mehr,sodaß es für es nur noch die Welt als Ganzes als seinen Bezugsrahmen kennt. Es versteht sich dann als Subsystem in der Weltgesellschaft, das sich durch seine Funktionen für die Weltgesellschaft als Weltreligion und Weltkirche legitimiert. Nichts drückt diesen Selbstverständniswandel der Kirche besser auf als die jetzt en vogue seiende Selbstbezeichnung der Katholischen Kirche als Weltkirche aus. Die Tagesordnung der Welt und nur sie bildet die Tagesordnung der Kirche. Darum sind eben die Topthemen des diesjährigen Kirchentages die Ukraine, die Umweltschutzproblematik und selbstverständlich das Dauerthema: Unser Kampf gegen Rechts. Ach ja,mit dem Lieblingsthema der Welt, mit Sex natürlich auch noch, insbesondere in der Mischung von Sex and Crime, versuchte der Kirchentag auch noch, viele anzulocken, was aber nicht so recht gelang.

Damit wäre der Begriff des postmetaphysischen Christentumes ein gehaltvollerer Begriff als der der Verweltlichung des Christentumes. Er zeichnet diese Umformung ein in den Prozeß des Zerfalles des metaphysischen Denkens, das nach ihrem Eigenverständnis Nietzsche und Marx erst innerhalb der abendländischen Kultur zu überwinden begannen. Den Tod jeder metaphysischen Weltdeutung trüge so das Christentum in sich selbst hinein, um sich ganz dieser nachmetaphysisch denkenden Zeit einzuschreiben.

In Sloterdijks Aussage findet sich kein expliziertes Subjekt dieser Umformung der christlichen Religion, nur das unbestimmte: „man“. Das ist sicher in diesem Text nicht unbeabsichtigt: Nicht eine Personengruppe oder gar benennbare Einzelpersonen führen diesen Umformungsprozeß an, leiten ihn an und vollziehen ihn, sondern es handelt sich hier um einen Wandel des Zeitgeistes, der eben nicht einfach die Summe aller Privatmeinungen zu einer bestimmten Zeit ist, es ist eher etwas, das in der Luft liegt und so von jedem ein- und ausgeatmet wird. Im Alltagsleben heißt das: „Da hängt der Haussegen schief“, „Da ist dicke Luft“...Beide Formulierungen betonen den transsubjektiven Charakter dieser Stimmung, die jeden einnimmt, tritt er in einen so gestimmten Raum ein, etwa in ein Trauerhaus, der dann doch so schwer begrifflich zu erfassen ist: Was ist der Zeitgeist? Sloterdijk bestimmt so auch gerade in dieser Unbestimmtheit des Subjektes der Umformung das Charakteristische dieses Umformungsprozesses: Die auf der Bühne der Kirche als Reformer Agierenden wirken wie Schauspieler, die nun ihrer Reformerrolle regiegemäß spielen. Aber wie regiert hier der Zeitgeist?

Der Endpunkt dieser Umformumg zeichnet sich aber deutlich ab: ein auf einen Humanitarismus umgeformtes Christentum, in dem Gott nur noch der Appell zur Humanität sein kann: der Tod der christlichen Religion.

1.Zusatz: 

Der letzte Mensch (Nietzsche) wäre dann auch der Christ der nachmetaphysischen Kirche! 

2.Zusatz

Der Artikel: "Welt zum Kirchentag: Hier schafft sich der Katholizismus ab" vom 30.5.2022 demonstriert, wie weit das Konstrukt eines nachmetaphysischen Christentumes schon vorangeschritten ist.

 


 

Samstag, 28. Mai 2022

Wie der Heilige Geist wider die Kirche kämpft - oder das Feindbild: 1.Vaticanum

Wie der Heilige Geist wider die Kirche kämpft – oder das Feindbild: 1. Vaticanum


Feinbilder sind en vogue, nicht nur im politischen Diskurs, auch im inner-kirchlichen. Seit dem Theologen Joachim von Fiore mit seiner 3 Stadienlehre, die des Vaters, die Zeit des Alten Bundes, die des Sohnes, die Epoche der hierarisch strukturierten Kirche käme die des Hl.Geistes, in der Gott allen unmittelbar so nahe werden sein wird, daß die Kirche überflüssig würde, gehört die antithetische Gegenüberstellung von der Institution der Kirche und dem Heiligen Geist zum Repertoire der Kirchenkritik.

In einem Pfarrblatt wird Fiore dann so aktualisiert (Pfarrblatt für den Pfarrverband Vilshofen,Aunkirchen und Sandbach Juni/Juli 2022):

„Auch wir haben in den letzteb Jahrzehnten und Jahrhunderten erlebt,dass das Wirken des Geistes stark eingeschränkt wurde. Viele Bestimmungen,Regelungen und Rechtsvorschriften haben mehr auf eigenes Können gezählt, wie mit dem Wirken des Geistes gerechnet wird. Stellvertreend dafür seien nur die einengenden Beschlüsse des Ersten Vatikanischen Konzils von 1870 zu nennen (Unfehlbarkeit).“

Das päpstliche Lehramt enge also das Wirken des (Heiligen) Geistes ein! Das Allerschlimmste sei, wen wundert es, die Lehre von der Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramtes. „Die Machtstrukturen der Kirche“ widersetzen sich eben dem Geist. Die seien dann natürlich auch für die sexuellen Übergriffe in der Kirche verantwortlich. Für ihre Untaten Verantwortliche gibt es genau genommen auch nicht, denn getreu der Parole: „Von Adam lernen, heißt siegen lernen!“, war Eva, nein die Machtstrukturen an allem Elend der Kirche schuld.

Was soll denn dann nun der Geist, gelegentlich auch Heiliger Geist betitelt bewirken? „Es ist zu hoffen, dass mit der Einbindung des ganzen Volkes in Deutschland und weltweit die Kirche wieder dorthin findet, wo ihr eigentlicher Auftrag ist: Vielfältige Beziehungen herzustellen zwischen den Menschen untereinander“. Vielfältige Beziehungen untereinander machen also das Wesen der Kirche aus! Ein aufmerksamer Mitleser des „Synodalen Irrweges“ wird bei der Vokabel: „vielfältig“ gleich an die neue Geschlechterpluralität in der Kirche denken, daß es neben M- und W-Menschen nun auch die Diversen gibt und daß die Kirche sich aus der Monotonie heterosexueller Beziehungen emanzipiert durch die Bejahung homosexueller und lesbischer Beziehungen.Ach ja, und dann gibt es in der Kirche noch vielfältige Beziehungen zu Gott! Diese Vielfalt wirke der Hl.Geist.

Wer in der Hl. Schrift über das Wirken des Hl. Geistes liest, wird dort Vielfältiges finden, nur eines nicht, daß dieser Geist vielfältige Beziehungen unter Menschen erwirke. Auch findet sich kein einziger Hinweis darauf, den Geist wider die Institutionen des Alten oder Neuen Bundes auszuspielen. Vom Ersten Apostelkonzil, auf dem die Apostel und Ältesten allein ohne eine Beteiligung des Volkes die Frage des Wies der Heidenmission beschlossen, heißt es ausdrücklich (Apg 15,28): „Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen“. Seit dem gilt in der Kirche,gegen Luther, daß alle Konzile in der Kraft des Heiligen Geistes das was sie beschlossen haben, beschlossen haben. Das gilt sowohl für das 1. wie für das 2.Vaticanum, sodaß es unkatholisch ist, das 2.Vaticanum als Antithese zum 1. Vaticanum zu interpretieren. Wäre das 2. Vaticanum wirklich eine Revision des 1.Vaticanums, dann müßte es ein illegitimes Konzil gewesen sein, ein lutherisches, das irrte.

Die Beschlüsse des 1.Vaticanums als das Wirken des Hl. Geistes einengend zu interpretieren, heißt so, gegen den Hl. Geist, der da gewirkt hat wie im Ersten Apostelkonzil zu protestieren. Daß der Geist nur wirke, wenn die Kirche demokratisch parlamentaristisch Entscheidungen träfe, wird gerade durch das 1.Apostelkonzil eindeutig widerlegt, denn es war nicht demokratisch, weil da nur die Apostel und die Presbyter entschieden haben.

Aber eine genauere Lektüre dieses Vorwortes erweckt doch den Verdacht, daß hier viel simpler gedacht wurde: Wo eine Hierachie ist, wo Machtstrukturen sind, da ist kein Geist und nur wo es demokratisch zugeht, ist der Geist. So sind alle Entscheidungen der demokratisch gewählten Parlamente geisterfüllte Entscheidungen,denen so zu gehorchen ist, dagegen die Zeiten, als Bayern von den Wittelsbachern und Österreich von den Habsburgern regiert worden, geistlose Zeiten! Darum müsse die Kirche demokratisch parlamentarisch = synodal regiert werden.

Und worum geht es inhaltlich in der Kirche? Darum daß in ihr die Menschen untereinander und mit Gott vielfältige Beziehungen unterhalten. Die radicale Kaprizierung auf die Strukturfragen der Kirche entleert sie so völlig jeglicher Gehalte, Kirche ist eben, wenn man miteinander redet egal worüber und was man dann darüber redet, Hauptsache: demokratisch.

Bedauerlicherweise verfügte der Gründer der Kirche, Jesus noch über gar keine Einsicht in die allein selig machende Demokratie, denn sonst hätte er nie Petrus rein autokratisch zum ersten Papst der Kirche erwählt, um ihn dann mit der monarchischen Regierung des Kirchenvolkes zu beuftragen: „Weide meine Schafe“, statt zu sagen: „Schafe, hütet Euch selbst!“Aber der „Synodale Irrweg“ wird auch diese Fehler Jesu und die seiner ihm bisher folgenden Kirche korrigieren.


 

Samstag, 26. Februar 2022

Maria 1.0 und Maria 2.0 in ihrem Kampf um die Kirche – ein aufschlußreiches Interview

(Worum es im jetzigen Kirchenkampf wirklich geht!)


In dem Passauer Bistumsplatz erschien in der Ausgabe vom 27.Februar 2022 auf den Seiten 16-17 ein Interview mit Vertreterin von Maria 1 und 2 zur Lage der Kirche: Was wollen diese 2? Die Überschrift: „Männer und Frauen haben die gleiche Würde als Kinder Gottes“, signalisiert dann schon, worum es hauptsächlich gehen soll. Beiden wurden nun jeweils die selben Fragen gestellt. Die Unterschiedlichkeit der gegebenen Antworten offenbart in klarster Prägnanz, worum jetzt in der Kirche gekämpft wird!

Was sind ihre Wünsche und Forderungen an die Kirche?

Maria 1.0: „Wir wünschen uns, dass die Kirche wieder die katholische Lehre, wie wir sie zum Beispiel im Katechismus wiederfinden, in Gänze verkündet und sich zu ihr bekennt.“

(Das ist nun wirklich eine couragierte Positionierung, ist doch dem heute die Kirche dominierendem Linksliberalismus schon der Begriff der Lehre der Kirche ein Greuel, stünde doch im Zentrum Jesus als Person, das persönliche Verhältnis zu ihm und keine Lehre. Zudem gilt der jetzt gültige Katechismus als Rückfall in vorkonziliare Zeiten, der zumindest aber dem „Geiste des Konziles“ widerspräche.)


Maria 2.0: „Die Wünsche orientieren sich an dem, was in der >zivilen< Gesellschaft in der Zwischenzeit mit Nachdruck vorangetrieben wird: Wir wünschen uns also,dass alle Menschen Zugang zu allen Ämtern erhalten;dass wir auch in der Kirche Demokratie leben und Macht teilen“.

(Die Kirche habe sich also der Welt, so wie sie heute ihr gesellschaftliches Leben gestalte, anzupassen! Weil das politische Leben demokratisch organisiert ist, müsse auch das kirchliche demokratisch werden. Die Anpassung an die Welt ist so das Kernanliegen von Maria 2.0! Alle Menschen sollen so einen Zugang zu allen Ämtern der Kirche gewährt werden. Würde das so Geschriebene ernst genommen, hieße das auch, daß auch jedem Nichtkatholiken ein Kirchenamt verwehrt werden dürfe. Für die bürgerliche Zivilgesellschaft ist es ja eine Selbstverständlichkeit, daß Niemand ob seines Glaubens oder Nichtglaubens diskriminiert werden dürfe! Aber zuvörderst denkt Maria 2.0 an die diversen sexuellen Neigungen der Menschen. Das heißt konkret, daß es der Kirche gleichgültig zu sein habe, ob ein Bewerber für ein kirchliches Amt im Bereich der Sexualität gemäß der Morallehre der Kirche lebt oder nicht. Hier soll die Kirche also konsequent verweltlicht werden. So wie im bürgerlichen Berufsleben einem Arbeitgeber das Sexleben seiner Angestellten außerhalb der Arbeit nichts anzugehen habe, so soll es auch die Kirche handhaben. Die Forderung nach der Demokratisierung der Kirche stellt dann klar, wer es in der Kirche zukünftig zu sagen haben soll: demokratisch legitimierte Gremien, Parlamente und Synoden. Der Herr der Kirche, Jesus Christus wird so demokratisch entthront.)


Welchen Stellenwert habe die Gottesmutter Maria?


Maria 1.0 respondiert: „Sie ist die Mittlerin zwischen Gott und den Menschen schlechthin.“ Sie sei die „Muttergottes“ und die „allzeit reine Jungfrau.“

(Kurz aber sehr prägnant wird hier das Wesentliche über Maria ausgesagt.)


Maria 2.0 antwortet anders: Maria habe Jesus geboren und „war für ihn das Vorbild, das Mütter in aller Regel sind.“

(Liest man dies als Antwort auf die gestellte Frage nach dem „Stellenwert der Gottesmutter“, dann heißt das: Sie war nur eine Mutter wie jede andere eben auch: ein Vorbild für ihren Sohn! Und daß der Sohn der Sohn Gottes ist, wird ebenso verschwiegen. Stattdessen heißt es nur, daß sie ihrem Sohn „loyal ergeben“ war. Viel wichtiger aber war: Sie habe sich schon „in jungen Jahren gegen die Konventionen ihrer Zeit gestellt.“ Denn sie verstand sich als „ebenbürtig“ mit den Männern, die Jesus begleiteten. Maria war also einerseits eine Mutter und andererseits schon eine für die Frauengleicherechtigung sich einsetzende Sufragettte.)


Was sei das Spezifische der „Marianischen Spiritualität?


Maria 1.0 antwortet: „Wir glauben, jeder kann durch die Verehrung der Gottesmutter näher zu Gott finden.“ Das Rosenkranzgebet wird dann ausdrücklich empfohlen.


Maria 2.0 antwortet: Maria stünde für die „weibliche Seite des Glaubens“, daß alle Menschen in der Kirche „respektiert“ werden. (Das rein weltimmanente Verständnis fällt auf: Mit Gott hat diese Maria nichts zu tuen, sie steht einfach nur für das, was in jedem bürgerlichen Vereinsleben auch eine selbstverständliche Praxis sein sollte, daß eben jedes Vereinsmitglied respektiert wird.)


Welche Bedeutung habe nun Marienwallfahrtsorte wie etwa Altötting?


Maria 1.0 respondiert: „Das Maria, als unser aller Mutter, eine mächtige Fürsprecherin ist, auf deren Bitte hin Gott zahlreiche Wunder tut“.


Maria 2.0 kontert: Wahlfahrtsorte seien Orte „der Begegnung und des Glaubens.“

(Deutlicher kann die Differenz zwischen diesen zwei nicht zum Ausdruck kommen. Wo Maria 1.0 Maria als Fürsprecherin bei Gott glaubt, ist ein Wallfahrtsort für Maria 2.0 nur ein Ort zwischenmenschlicher Begegnung, Gläubige treffen sich da.)


Die weiteren Fragen und Antworten brauchen jetzt nicht mehr dargestellt zu werden außer diesem beeindruckenden Votum von Maria 2.0:


Die Einführung des Frauenpriestertumes würde :“Alte, sich als dysfunktional herausgestellte patriarchalistische Machtstrukturen würden durch das Priestertum aufgebrochen.“ Dann kommt das wichtigste Argument: „Diese Abschaffung überkommender Machtstrukturen wäre eine Entwicklung,die Staatsgebilde im Übrigen schon vor längerer Zeit durchmachen mussten: zum einen durch den Wechsel von der monarchischen zur demokratischen Staatsform, zum anderen durch die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechtes.“ (S.17, alle anderen Zitate S.16)


Deutlicher kann die Differenz zwischen Maria 1.0 und Maria 2.0 nicht zum Ausdruck gebracht werden. Maria 2.0 vertritt ein völlig säkularistisches Kirchenverständnis. Die Kirche habe sich so zu verweltlichen, daß sie wie ein beliebiger bürgerlicher Verein ihr Leben gestalte. Dabei müsse die Kirche einfach die staatliche Ordnung für sich übernehmen und auf alles spezifische Eigenleben so verzichten. Die Kirche der Maria 2.0 ist so eine Kirche ganz ohne Gott und ohne den Sohn Gottes, eben nur ein reiner Humanitätsverein, der im Punkto Demokratie und Frauengleichberechtigung einen großen Nachholbedarf aufweist.

 

Freitag, 28. Januar 2022

Gelten die Menschenrechte auch vor Gott? Die Kirche und die Menschenrechtsideologie

Gelten die Menschenrechte auch vor Gott? Die Kirche und die Menschenrechtsideologie


Niemand anderes als Kardinal Ratzinger schrieb: „Begnügen wir uns hier mit der Feststellung, daß der Text (gemeint ist die Pastoralkonstitution >Gaudium et spes< H-L B)die Rolle eines Gegensyllabus spielt und insofern den Versuch einer offiziellen Versöhnung der Kirche mit der seit 1789 gewordenen neuen Zeit darstellt.“ Zitiert nach: Heinz-Lothar Barth, Keine Einheit ohne Wahrheit, 1999, S.194f. Damit sagt der spätere Papst Benedikt, daß im 2.Vaticanum die Katholische Kirche ihre Versöhnung auch mit der Menschenrechtsideologie versucht hat, die der „Syllabus“ noch verworfen hat als inkompatibel mit der christlichen Religion.

Hier soll nun nicht die Quaestio diskutiert werden, wie diese Äußerung sich zu der sonst von Papst Benedikt XVI vertretenden These der Kontinuität des Reformkonziles zur katholischen Tradition verhält, sondern sich auf die Erörterung der Folgen der Bejahung der Menschenrechte kapriziert werden.

Es soll sich dabei aus verständlichen Gründen auf die Aussage der Menschenrechte focussiert werden, daß ein Mensch nicht ob seines Glaubens diskriminiert werden dürfe. Denn Jesus Christus selbst lehrt uns: Wer glaubt und getauft wird, wird eingehen in das ewige Leben, wer nicht glaubt, wird verdammt werden. (Mk 16,16) Unter dem Glauben ist hier selbstredend nicht irgendein Glaube sondern der christliche gemeint, denn nur er kennt nämlich das Sakrament der Taufe. Wenn also Jesus Christus, sitzend zur Rechten des allmächtigen Gottes wiederkommt zu richten die Lebenden und die Toten, wird er mit Faust Gretchen fragen: „Wie hieltest Du es mit der wahren Religion?“

Von der Menschenrechtsideologie her beurteilt, dürfte Jesus gerade diese Frage nicht stellen. Auch er dürfte einen Menschen ob seines Glaubens oder Unglaubens oder anders gearteten Glaubens verurteilen, denn auch ihm müßte der Glaube des von ihm zu Beurteilenden gleichgültig sein. Nach welchen Kriterien dann Jesus Christus auch sein Gericht halten mag, die Frage des Glaubens und die nach dem Getauftsein dürfte er nicht stellen.

Damit steht die Kirche vor einer Aporie: Wie kann sie die Menschenrechte bejahen und zugleich lehren, daß das eschatologische Endgericht über uns Menschen, so wie es Jesus hier in Mk 16,16 lehrt, nicht im Einklang mit diesen Menschenrechten durchgeführt werden wird? Das Kriterium, das nach der Lehre der Kirche das wichtigste im Endgericht sein wird, darf ob der Anerkennung der Menschenrechte durch die Kirche nicht mehr von ihr affimiert werden.

Würde die Kirche gar in Gänze die Menschenrechte auch im Bereich ihres kirchlichen Arbeitsrechtes anerkennen, dürfte sie keinen atheistischen Bewerber auf eine ausgeschriebene Stellen-ausschreibung mehr ablehnen mit der Begründung, der Bewerber sei ein Atheist. Auch müßte sie dann Frauen zu allen kirchlichen Ämtern zulassen und dürfte von keinem Homosexuellen verlangen, seine Sexualität nicht auszuleben, steht er im Dienste der Kirche, weil auch niemand ob seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden dürfe. Innerkirchlich müßte so weitestgehend auf das eigenständige kirchliche Leben verzichtet werden, die Kirche hätte sich ganz der bürgerlichen Gesellschaft gleich zu schalten. Bisher braucht das die Kirche noch nicht, weil sie die Privilegien eines Tendenzschutzbetriebes genießt, daß sie zur Wahrung ihrer Eigenart, ihrer Tendenz also limitiert Menschen diskriminieren darf, eben einen Atheisten oder praktizierenden Homosexuellen nicht als Arbeitnehmer akzeptieren zu dürfen. Dieses Eigenrecht der Kirche ist natürlich umkämpft und es wird versucht, es der Kirche abzusprechen nicht nur von der starken Homosexlobby und den Feministin, die im Namen der Menschenrechte so agitieren.

Die Agitation ist simpel und so auch erfolgreich:Da die Kirche die Menschenrechte bejahe, müsse sie denen auch in ihrem Eigenleben gerecht werden, also muß sie das Frauenpriestertum einführen. Ja, es wurde auch die Forderung erhoben, daß die Kirche jeden zum Empfang der Kommunion zuzulassen habe,egal was der um einen Empfang Ersuchende auch glauben mag, da niemand ob seines Glaubens diskriminiert werden dürfe.

Das innerkirchliche Eigenleben würde sich so, befolgte die Kirche in Gänze die Menschenrechtsideologie, auflösen, indem sie sich ganz einem bürgerlichen Vereinsleben gemäß umformen müßte. Unverkennbar ist das die Haupttendenz des „Synodalen Irrweges“, die der völligen Verweltlichung der Kirche durch die vollständige Anerkennung der Menschenrechte für das Binnenleben der Kirche.

Aber wenn dann die Kirche auch noch zu lehren hat, daß in Gottes Endgericht die Gretchenfrage: Wie hieltest Du es in Deinem Leben mit dem wahren Glauben, der wahren Religion?, nicht mehr von Gott selbst gestellt werden darf, dann erklärte sie damit die ganze christliche Religion nfür gleichgültig, ja sogar eigentlich für inakzeptbel, wenn sie weiterhin verkündete, was Jesus Christus uns selbst MK 16,16 gelehrt hat.

Wenn die Menschenrechte auch vor Gott selbst im Endgericht gelten, dann wäre die ganze Verkündigung Jesu Christi und die Lehre der Kirche somit auch unwahr!Wollte die Kirche sich gänzlich diese Menschenrechtsideologie zu eigen machen, dürfte sie als eschatologisches Endgericht nur noch verkünden, daß in ihm allein die humanitäre Praxis zähle, wie solidarisch hast Du gelebt? , oder es müßte die Vorstellung eines göttlichen Endgerichtes ganz aufgegeben werden, weil jeder Mensch ob der Menschenrechte und seiner Menschenwürde von Gott in sein Reich aufgenommen werden müsse, denn auch und gerade Gott dürfe eben keinen Menschen irgendwie diskriminieren.

(Genau genommen war Gottes Erwählen des Volkes Israel schon ein unverzeihlicher Verstoß gegen die Menschenwürde, denn Gott diskriminierte damit ja alle anderen Völker, die er so nicht erwählte.)

Um der Affirmation der Menschenrechte willen müßte sich so gesehen die Kirche in eine rein humanitaristische Nächsten-liebesorganisation umwandeln. Nur, ist sie nicht schon auf dem Wege dazu?


 

Dienstag, 18. Januar 2022

Kurze Anmerkungen zur Causa Kardinal Woelki

Kurze Anmerkungen zur Causa Kardinal Woelki


Seit dem der Termin seiner ersten Predigt im Bistum Köln, am Aschermittwoch nach seiner wohl nicht ganz freiwillig angetretenden Pause bekannt gemacht worden ist, beginnt wohl die heiße Phase des „kirchlichen“ Aufstandes gegen diesen Bischof. Jedem ist klar, daß die Mißbräuchsfälle hier dazu instrumentalisiert werden, einen mißliebgen Bischof in die Wüste zu schicken.

Dieser Bischof hatte sich in den Hochzeiten der Asylantenkrise als treuer Apologet der Regierungspolitik einen Namen gemacht, predigte er doch die Asylantenliebe als höchste Tugend. Ein ganz und gar politisch korrekter Bischof! Wie konnte der nun zu einem der beliebtesten Feindobjekt im Kirchenkampf werden? Er stellte und stellt sich gegen die Re/Deformagenda des „Synodalen Irrweges“!

Jetzt steht so eine Frage im Zentrum des jetzigen Kirchenkampfes: Kann in Deutschland noch jemand Bischof oder Kardinal sein, der nicht der Re/Deformagenda dieses „Synodalen Irrweges“ zustimmt. Die geforderte Verdemokratisierung der Kirche verlangt eben, daß Amtsträger nur solange Amtsträger sein können, wie sie durch die Zustimmung der „Basis“ legitimiert werden. Im Idealfall sollen sie demokratisch gewählt und auch bei Mißfallen demokratisch abgewählt werden können. Von diesem Organisationsprinzip des bürgerlichen Vereinsleben ist die Katholische Kirche noch weit entfernt, ist sie doch eine Institution, die zwar in der Welt existiert, aber nicht aus ihr, weil sie ihren Grund und ihre Ordnung aus Gott empfangen hat. Aber der Wille zur Verprofanisierung der Kirche erheischt eben gerade auch die Angleichung ihrer inneren Ordnung an die Ordnungen der bürgerlichen Welt. Ein verbürgerlichtes Christentum will eben auch eine verweltlichte Kirchenordnung. In dem Versuch, diesen Kardinal zu stürzen wird so die Verdemokratisierungspaole selbst schon praktiziert.Der „Synodale Irrweg“ wird jetzt richtig praktisch.

Dabei tritt ein interessanter Doppelcharakter der Parole nach einer Pluralisierung und nach einer Diversität in der Kirche zu Tage: Einerseits wird die verbindliche Lehre der Kirche in Frage gestellt durch die Forderung einer Pluralisierung und andererseits soll alles Conservative und Traditionalistische aus der Kirche exkommuniziert werden. So wie im politischen Diskurs die Forderung nach einer „bunten“ Gesellschaft primär den Ausschluß der Farben: Schwarz für conservativ, Braun für rechts und Blau für die AfD meint und faktisch so nur Rot und Grün erlaubt, so führt die Forderung nach mehr Pluralität und Diversität auch nur zu einem Einheitschristentum Rot-Grüner-Färbung. Daß nun der einstige Liebling der politisch korrekten Medien zur persona non grata avancieren konnte, verdankt sich dem Sündenfall dieses Kardinales, kritisch sich zum „Synodalen Irrweg“ geäußert zu haben. Das Laien ZK verlangt eben gehorsame Bischöfe, die sich dem Revolutionsparlament des „Synodalen Irrweges“ unterwerfen.

Eine Frage steht nun im Vordergrund: Wird Kardinal Woelki seine anoncierte Aschermittwochpredigt halten können oder werden Reformenthusiasten das verhindern können als ihren ersten Sieg über die Katholische Kirche? Ein Prophet bin ich nicht, aber wenn ich auf die Haßkampagnen gegen Kardinal Woelki schaue, ich halte es für realistisch, daß er die Messe nicht lesen werden kann ob vielfältiger „kreativer“ Störaktionen vor und in der Kirche. Dieser Kardinal soll weg, denn in der Kirche des „Synodalen Weges“ ist kein Platz für Kritiker der Re/Deformagenda des Linksliberalismus! 

 

Corollarium 1

Diese Reformsynode hat mehr mit des Aufklärungsphilosophen Voltairs Parole: "Vernichtet die Infame" gemeint ist die Katholische Kirche gemein als mit einer Reform im eigentlichen Sinne, einer Zurückführung einer deformierten Kirche zu ihrer Ursprünglichkeit.  

 

Freitag, 19. November 2021

„Theologie wird Anthropologie“- oder zur anthropozentristischen Wende der Kirche

„Theologie wird Anthropologie“- oder zur anthropozentristischen Wende der Kirche


„Seit dem Konzil steht auch in der Kirche der Mensch im Mittel-punkt, nicht mehr Gott. Das zeigt auch die neue Messe: Wo früher der Tabernakel stand, steht heute der Gemeinde-Vorsteher.“ So urteilt W.J. Mertensacker, Treue. Deutschlands Wesen und Ehre. Ein Plädoyer für Deutschland, S.98. Als weitere Konsequenz dieses Stellungswechsel heißt es dann, daß aus der Theologie eine Anthropologie wird. (S.98)

In dem Tabernakel knüpft die katholische Liturgie an die Tradition des Begegnungszeltes des „Alten Bundes“ an, dem Ort der Gegenwart Gottes, wo Mose sich mit Gott besprach. Wie im „Alten Bund“ Gott seinen Namen im Jerusalemer Tempel wohnen ließ, damit er da ansprechbar und kultisch verehrbar war, so nimmt im „Neuen Bund“ diese Rolle der Tabernakel ein.

Der Priester ist nun als Pontifax der Brückenbauer zwischen dem im Tabernakel gegenwärtigen Gott und der Gemeinde. Vom Tabenakel hin zur Gemeinde wendet er sich, wenn er von Gott her zur Gemeinde hin vermittelt, wenn er aber von der Gemeinde her sich zum Tabernakel wendet, dann vermittelt er zu Gott hin. Das Meßopfer bringt er Gott dar, deshalb wendet er sich gerade bei der Elevation zum Tabernakel, aber wenn er dann sich zum Volke hinwendet, dann teilt er das Sakrament des Altares den Gläubigen aus. So steht der Priester in der „Alten Messe“ nie im Zentrum, sondern er fungiert immer nur als Vermittler zwischen Oben und Unten. Diese Horizontalität manifestiert sich dann auch im inneren Aufbau der Kirche. Der Hochaltar steht auf einem erhöhten Boden, von dem der Versammlungsraum der Kirche, niedriger gelegt durch eine Chor- und Kommunionbank abgetrennt ist. Der Priester steigt empor zum präsenten Gott im Tabernakel des Hochaltares und steigt hinab von dort,wenn er sich dem Volke zuwendet. So gliedert sich auch der Innenraum der Kirche auf in den allerheiligsten Raum,dem vor dem Hochaltar und dem heiligen der sich da versammelnden Gemeinde. So konstituiert sich der heilige Raum der Kirche nicht nur durch seine Differenz zur profanen Welt, dem Außerhalb der Kirchenmauern sondern auch intern durch diese Differenzierung. Die ganze Ordnung der hl. Messe ist so theozentrisch durchgestaltet.

Diese vorkonziliare Ordnung wird nun konfundiert durch die „Neue Messe“. In ihr steht nun wirklich der Pfarrer im Zentrum, der stets zur Gemeinde hin gewandt agiert. Er sagt, daß er zu Gott bete, aber seine Körperhaltung dementiert dies, da er die theoretisch an Gott gesprochenen Gebete praktisch zu seinen Zuhörern spricht. Das eingeschaltete Mikrophon sagt alles, denn in ihm manifestiert sich die Sorge der Kirche, daß auch jeder der Gemeinde das Gebet gut hören kann. Beim Reformator Calvin findet sich schon als Begründung für die Nutzung der Volkssprache für die Gebete in dem Gottesdienst, daß sonst die Gemeinde das Gebete ja nicht verstünde. Es ist dann keine überspitzte Polemik, wenn geschlußfolgert wird, daß der faktische Hörer des Gebetes, die Gemeinde dann auch zum Erhörer der Gebete werden soll. Aus dem Gebet, Gott stehe den Kranken bei, wird so der Appell: Kümmert Euch um Eure Kranken!

Aber diese Anthropologisierung erwirkt auch weitere Folgen für die Theologie im engeren Sinne, für die Gotteslehre. Aus dem Gott, wie ihn die hl. Schrift bezeugt und die Kirche lehrt wird ein Gott nach Menschengeschmack. Hierfür ist Papst Franziskus selbst der beste Beleg.Jesus Christus lehrte uns im „Vaterunser“ wörtlicher als gewohnt übersetzt: Und trage uns nicht in Versuchungen“, aber dem Papst mißfällt die darin enthaltende Gottesvorstellung, daß Gott uns in Versuchungen führen könnte und er will so dies Gebet ändern, meinend, daß es wohl vielen Menschen mißfalle. Gott habe eben so zu sein,wie wir Menschen ihn uns wünschen. Darum widerspricht dieser Papst auch Gott, der die Todesstrafe für schwere Verbrechen einfordert um der Gerechtigkeit willen. Einem humanistischem Anthropologismus ist eben die Todesstrafe etwas Inhumanes .Selbst Gott muß so veranthropologisert werden, er darf nicht mehr so sein, wie er ist, er muß eben unseren menschlichen Wünschen unterworfen werden.

Nach Mertensacker sind die heutigen Predigten nur noch unendliche Variationen des: „Seid nett zueinander und haltet Frieden.“ (S.989 Als Begründung dafür kann dann wohl noch die Aussage: „Weil Gott uns alle liebt“, herangezogen werden, aber auf sie könnte auch verzichtet werden, wenn doch nur noch ein Humanismus gepredigt wird. Dem entspricht es dann auch, daß nicht mehr von der Predigtkanzel herab, also von Oben gepredigt wird zum Volke nach unten, sondern daß dies horizontale Gefälle ersetzt wird durch ein vertikales auf (fast) gleicher Höhe. Der Pfarrer als einer aus der Gemeinde spricht zu den Anderen der Gemeinde. Alle sind Gott eben gleich nahe (oder auch gleich fern) und so vermittelt die Predigt auch nicht mehr zwischen Oben und Unten, zwischen Himmel und Erde, sondern ist eben die Darlegung des persönlichen Glaubens des Pfarrers zur Anregung des Glaubens seiner Hörer.

So wird auch Papst Franziskus Kampf wider die „Alte Messe“ verständlich, denn für ihn ist dieser Anthropozentrismus der nachkonziliaren Kirche irrevokabel und darf so nicht durch eine weitere Zelebration der theozentrischen „Alten Messe“ in Frage gestellt werden .



 

Samstag, 12. Juni 2021

Verdemokratisierte Kirchen- Quo vadis?



Gottes Sohn setzte Petrus als den Hirten seiner Kirche ein: Weide Du meine Herde! Nicht sagte er zu allen Gläubigen: Weidet meine Herde! Wenn nämlich jeder ein Hirte ist, wer sollte dann noch behirtet werden? Hüten, Weiden etc sind Begriffe aus der Königsideologie und bestimmen wie ein König sein Volk zu regieren habe. Aber wie sollte noch ein König regieren können, wenn jedermann des Volkes sich auch zum König proklamiert?

Gottes Sohn setzte 12 Männer als Apostel ein, nur sie und sonst keinen lud er ein zur Einsetzung der Eucharistiefeier, nur zu ihnen sagte er: Tuet dies...

Nur zu den 11 Aposteln sagte der Sohn Gottes: Gehet hinaus in die ganze Welt, um allen das Evangelium zu verkünden! (Mk 16,15).

Der demokratisch Gesonnene protestiert angesichts von soviel Hierarchie: Immer seien alle und jeder gemeint. Auf mich kommt es an: Ich soll der Hüter sein, der Apostel, der die Eucharistie zelebriert, der Missionar, der Lehrer, der Prophet....Und was bleibt dann noch für die Anderen übrig? Die sollen eben alle auch wie ich Papst, Bischof, Priester, Prophet und Lehrer sein.

Nur, warum hat der Sohn Gottes das dann nicht so gesagt? Sollte er da zeitgeschichtlich bedingt eben noch nicht auf der Höhe der Demokratie sich befunden haben, sodaß wir ihn nur (nicht nur in diesem Punkte) korrigieren müssen? Wie konnte Jesus nur die obligatorische 50 Prozent Frauenquote bei der Besetzung der Ämter vergessen? Wie konnte er dann nur Homosexuelle, Lesben und Menschen, die weder Mann noch Frau sind, bei der Ämtervergabe nicht berücksichtigen? Das sind doch alles schwere Verstöße Jesu gegen den Geist des postmodernistischen Demokratismus?

Nein, diesem Jesus müßte auf dem „Synodalen Weg“ das Rederecht entzogen werden ob seiner ultrareaktionären Ansichten.

Nur, was wird aus der Kirche, wenn ihre Hirten ihr Amt nicht mehr ausüben, wenn die Schafe den Hirten anfangen vorzuschreiben, was sie wie zu tuen und zu unterlassen haben? Das erste Opfer der so gearteten Verdemokratisierung ist die Wahrheit, denn nun werden die Stimmen gezählt und was mehrheitlich gemeint wird, das soll nun als Wahrheit gelten. Dort, wo per herrschaftsfreiem Diskurs kraft der besseren Argumente, aber meist eher durch eine effektivere Rhetorik ein Konsensus sich bildet, etwa, der Zölibat muß weg!, dann hat das als wahr zu gelten, weil es ein vernünftig zustande gekommene Konsens ist. Gott und Jesus Christus zählen dann natürlich auch nur als eine stimmberechtigte Person und- ganz undemokratisch- zählen die Stimmen der vor uns gelebt habenden Christen auch nicht mit, denn nur wir Jetzigen haben zu bestimmen.

Die Demoskopie ist so der beste Wegweiser für die Kirche: Wie hätten Sie, werter Konsument denn die Katholische Kirche gerne? Denn der Kunde ist der alleinige König der Kirche. 

Corollarium 1

Die Kirche ist nicht zu denken als eine Vergemeinschaftung von einzelnen religiösen Subjekten, die dann ein religiöses Gemeinschaftsleben sich gestalten, sondern etwas einem menschlichen Körper Vergleichbares, der eben nicht aus lauter Gleichen sich zusammensetzt sondern eine Organisation ist, in der jedes Glied seine spezifische Aufgabe hat, das Auge, die zu sehen, das Ohr, die zu hören. Nun kann der Mund nicht zum Auge sagen, warum kann ich nicht sehen? Der Gläubige ist nur durch seine Teilhabe am Leib Jesu Christi, der seine Kirche ist, Gläubiger und nicht erst ein Gläubiger, der darauf noch sich einer christlichen Vereinigung anschließt.