Posts mit dem Label Hegel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hegel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 29. Juni 2024

Ist Antisozialsein en vogue? Ist die Freiheit das höchste Gut, dem alles andere unterzuordnen ist?

 

Ist Antisozialsein en vogue? Ist die Freiheit das höchste Gut, dem alles andere unterzuordnen ist?

An den Anfang möchte ich eine Stellungnahme eines führenden Mitgliedes der CDL zum Vorhaben der Regierung, durch die Einführung einer Widerspruchsregelungen, daß jeder Staatsbürger bereit ist, Organe im Falle seines Todes zu spenden, sofern er dagegen nicht einen Widerspruch einlegt, die Zahl der Organspender zu erhöhen. Es ist eben eine bittere Wahrheit, daß in Deutschland Menschen sterben müssen, da es für sie keinen Organspender gibt. Diese Widerspruchslösung wird abgelehnt. (Vgl dazu den Kath net Artikel vom 27.6.2024 zu dieser Causa) CDL steht für „Christdemokraten für das Leben“ und diese Organisation stellt sich nun gegen eine Veränderung der Organspenderegelung, daß so weniger Menschen als bisher in Folge eines Mangels an Organspendern sterben. Die körperliche Unversehrtheit eines Menschen, bei dem der Gehirntod diagnostiziert wurde, dessen Organe aber noch nicht alle tot sind, sodaß sie noch transplantierar sind, sei höher zu schätzen als das Leben der ohne eine Organtransplation sterben müssenden Patienten: Mein Körper müsse bis zu seinem Ganztod unversehrt bleiben, auch wenn deshalb andere Menschen sterben müssen! Antisozialer geht es wirklich nicht mehr. Daß das von Christdemokraten vertreten wird, dürfte auf den ersten Blick irritieren, aber da in dieser C-Partei der Liberalismus zu der tonangebenden Parteiphilosophie aufgestiegen ist, verwundert es doch nicht, gehört doch die antisoziale Einstellung ja zur Substanz des Liberalismus.

So ist in einer Laudatio auf den neuen argentinischen Prasidenten (Tagespost vom 26.6.2024:“Soziale Marktwirtschaft statt entfesselter Kapitalismus“ ) zu lesen: „Wenn das kein Grund zur Freude ist! Zumindest für alle, die eine Abkehr von marktwirtschaftlichen Prinzipien und der schleichenden Siegeszug des Wohlfahrtstaates leid sind.“ Da heißt es dann weiter: „Christen haben keine Scheu vor ökonomischem Liberalismus. Schließlich sind Leistungsgedanke, Privateigentum, Unternehmertum oder Subsidiarität Schnittmengen.“

Dem Staat als Wohlfahrtsstaat negativ bewertet stellt dieser „Tagespost“ Artikel positiv eine Laudatio auf das freie Unternehmertum entgegen. Das Subsidaritätsprinzip soll hier als das Argument gegen den Sozialstaat fungieren, daß etwa Spitäler privatwirtschaftlich gestaltet staatlichen vorzuziehen seien, denn in ihnen würde eben eine bessere Leistung erbracht, da sie ja gewinn/profitorientiert agieren. Je mehr originär staatliche Aufgaben privatwirtschaftlich übernommen wird, desto besser. Denn der (Wohlfahrts)Staat sei ja der Feind der (unternehmerischen) Freiheit, wie dieser Vorzeigeliberaler Argentiniens nicht müde wird zu betonen.

Aber der „Tagespost“ ist dann dieser Liberaler doch ein wenig zu liberal: „Die Freude am Libertären hat aber klare Grenzen. Dazu zählen etwa Ideen von Robert Nozik, der Einkommensteuer als Zwangsarbeit ablehnte. Oder die Einsicht Friedrich A. von Hayeks, dass Sozialtransfers an Bedürftige libertär nur als Duldungsprämie zur Minderung gesellschaftlichen Drohpotenzials begründbar seien.“

Die freie Marktwirtschaft müsse doch sozialpolitisch begrenzt werden, um diese Ordnung aufrechtzuerhalten. Das ist in sich evident, wenn man bedenkt, daß um des Funktionierens der Wirtschaft willen eine Sockelarbeitslosigkeit notwendig ist, um die Löhne gering halten zu können und um die Arbeitsmoral zu erhöhen, daß eben viele sich nicht trauen, sich krank zu schreiben ob der Möglichkeit der Entlassung. Je höher die Arbeitslosigkeit, je besser die Gesundheit der Angestellten. Von was sollten denn dann die Arbeitslosen leben, wenn nicht der Sozialstaat mit der Zahlung von einem Arbeitslosengeld aushülfe! Der radicale Liberalismus destruierte so die Grundlagen der Möglichkeit der freien Marktwirtschaft, den Staat als Sozialstaat.

Aber das Ziel der Marktwirtschaft ist die Freiheit des Unternehmers, möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften ohne daß es eine Orientierung auf das Gemeinwohl des Volkes gäbe. Die Wirtschaft dürfe eben keine Volkswirtschaft sein, so wie sie etwa der Philosoph Fichte in seinem Konzept des „geschlossenen Handelsstaates“ konzipiert sondern ist allein das Betätigungsfeld des Bourgeoise, seine individuelle Freiheit zu realisieren. Statt einer Allgemeinwohlorientierung tritt die Verabsolutierung von Privatinteressen, wobei der Staat nur noch aushelfen soll, um nicht hinnehmbare Negativfolgen dieses Freiheitsgebrauches abzumildern. Hegel würde wohl urteilen,hier wird nun der Verstandesstaat gekannt, aber nicht der Vernunftstaat, in dem der Bürger sein eigentiches Leben hat.  So ist im Kern dieses liberalen Freiheitsverständnis asozial ausgerichtet, weil es nur den Einzelbürger in seinen egoistischen Interessen anerkennt und zu der Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft erhebt. Der Bürger wird so entsozialisiert zu einem bloßen Ich-Menschen, der keine Gemeinschaft mehr kennt und anerkennt, die über ihm stehend seinen Dienst in Anspruch nimmt, für das Ganze, das Allgemeine zu wirken.

Damit triumphiert die Ideologie des Liberalismus über den Menschen, der nach christlichem Verständnis ein Sozialwesen ist als Glied einer Familie und eines Volkes und als Christ als ein Glied der Kirche, stets als ein ihm Übergeordnetes eingeordnetes Menschsein.








Mittwoch, 26. Juni 2024

Eine (fast) ganz verdrängte Wahrheit unseres christlichen Glaubens- die Vorsehung oder hat Gott abgedankt?

 

Eine (fast) ganz verdrängte Wahrheit unseres christlichen Glaubens- die Vorsehung oder hat Gott abgedankt?

Die christliche Orthodoxie eines Vorsehungsglaubens, einer möglichen Intervention Gottes bis in die Materie hinein, gehört zu dem "skandalösen Realismus", ohne den man dem biblischen Gott "das Gottsein absprechen" würde (Joseph Ratzinger).“So wird Joseph Ratzinger in dem „Communio“Artikel: „Vom Blitz getroffen:Vorsehungsglaube und menschliche Kompensationsgeschäfte“ am 26.6.2024 zitiert.Wie verhält sich nun in dieser Aussage der Vorsehungsglaube zu der Vorstellung eines möglichen Intervenierens Gottes in der Welt?Ist dieser Vorsehungsglaube identisch mit dem Glauben,daß Gott in die Welt hineinintervenieren könne und das dann wohl auch tut oder bezeichnet das Intervenieren nur ein Teilmoment der Vorsehung Gottes.

Von der Wortbedeutung her meint ja das Vorsehen nur ein Vorauswissen alles zukünftig geschehen Werdenden, aber in der theologischen Tradition bedeutet die Vorsehung das göttliche Regieren: Gott führt die Regie im großen Welttheater. Schließt dann nicht aber dies Regieren Gottes ein Intervenieren aus, da in dem Welttheater sowieso nur das sich ereignet, wie Gott es vorausgeplant hat?Zur Vorstellung eines Intervenierens gesellt sich doch spontan die Vorstellung, daß etwas Danebengehendes durch eine Intervention korrigiert würde - aber wie kann etwas in dem von Gott selbst regierten Welttheater außer Plan geraten?

Daß zum Gottsein Gottes die Lehre von der Vorsehung und seiner Allmacht, sodaß er, wenn er will, in der Welt intervenieren kann, ist theologisch eine Selbst-verständlichkeit. Man könnte das so erklären:Zu der Nominaldefinition Gottes gehören diese 2 Aussagen,bezweifelt werden kann so nur, ob ein so definierter Gott auch real existiert.

Vielleicht könnte das Verhältnis der Vorsehung Gottes und seines Intervenierens in die Welt hinein so gedeutet werden, daß im Welttheater es von Gott her vorgesehen sei, daß er in bestimmten Szenen des Welttheaters interveniert, sozusagen selbst schauspielerisch auf der Bühne auftritt und sich nicht darauf limitiert,der Regisseur zu sein,die Regie zu führen. Inakzeptabel wäre jedoch die Reduktion des Regierens Gottes auf ein Ab-und Zuintervenieren, daß er sonst sich auf die Rolle eines Zuschaugottes beschränken würde.

Der Apostelfürst Paulus schreibt: „Ich glaube nämlich,Gott hat uns Apostel auf den letzten Platz gestellt,wie Todgeweihte;denn wir sind zum Schauspiel geworden für die Welt, für Engel und Menschen.“ (1.Kor 4,9) Gott hat demnach den Aposteln eine besondere Rolle zugeschrieben,wobei dann sie zu einem Schauspiel, einem Theaterstück geworden sind. Für wen? Für die Engel und die Menschen.Nicht eindeutig ist, welche Menschen damit gemeint sind. Sind die Apostel für die anderen Menschen in dem Theaterstück ein Schauspiel geworden oder, da ja zuerst von den Engeln die Rede ist,oder für die Menschen im Himmel, die da dann mit den Engeln zusammen das Schauspiel schauen? Ein Theater wird für...aufgeführt und zu welchem Zweck? Geschichtsphilosophisch gewendet: Ist die Menschheitsgeschichte als Ganzes etwas in sich Sinnvolles, das auf einen Zweck ausgerichtet ist? Das ist die Kernaufgabe der Geschichtsphilosophie und des theologischen Begreifens der Geschichte.

Einige Differenzierungen sind dabei zu vollziehen: In einem Kriminalfilm, man denke zur Veranschaulichung an die Serie: „Inspektor Barnaby“,da in ihr die Rolle des Kommissares so glänzend veranschaulicht wird, ist das immanente Ziel, daß der Kommissar den Mörder überführt, das Wie macht dann dabei den Reiz der Einzelfilme aus, aber was ist der Zweck, der externe für den Zuschauer? In einem Liebesfilm,etwa in der 1.Staffel von „Sturm der Liebe“bildet die Geschichte von „Laura“ und „Alexander“, wie die zwei füreinander Bestimmten zueinander finden, den Gehalt aus. Kann für das Welttheater ein vergleichbarer interner Zweck ausgemacht werden und dann davon unterschieden ein oder der externe Zweck?

Wir leben noch nicht im Schauen, sondern noch im Glauben, einem defizitären Erkenntnismodus, aber als Gott Vertrauende dürfen wir glauben, daß das Ganze einen Sinn hat einen immanenten und einen externen für die Zuschauer, die Engel. Für die Menschen wäre wohl zuvörderst der interne Sinn von Relevanz. Das Regieren Gottes wäre so nicht einfach seine Machtausübung sondern das Ausrichten aller Ereignisse in der Geschichte auf ein gemeinsames Ziel, den Sinn des Ganzen. Die gewichtigste theologische Frage wäre dann die, ob das Welttheater auch für Gott selbst eine Bedeutung hat, für ihn selbst relevant ist. Die Vormacht des anthropozentristischen Denkens blockiert nun völlig diese Frage, aber sie wäre unbedingt zu stellen. Hegel war der letzte Philosoph, der sich noch traute, auf diese Frage eine Antwort zu geben,die heutige Theologie stellt die Frage nicht einmal mehr!



















































Montag, 24. Juni 2024

(Fast) Alle lieben ihn, der da ausruft: „Der Staat ist keine Lösung, sondern das Problem“ (JF)Zum Aufstand wider Gottes Schöpfungsordnung des Staates

 

(Fast) Alle lieben ihn, der da ausruft: „Der Staat ist keine Lösung, sondern das Problem“ (JF)Zum Aufstand wider Gottes Schöpfungsordnung des Staates


In einem Jubelartikel der FAZ am 22.6.2024 stand geschrieben: „Der argentinische Präsident Javier Milei gibt den Anarchisten. Mit Radikalreformen will er dem Kapitalismus freien Lauf lassen. Jetzt kommt er nach Deutschland.“ Die „Junge Freiheit stimmte nun am selben Tag in diesen Jubelchor ein: „Argentiniens Präsident Javier Milei wird mit der Hayek-Medaille für seine freiheitliche Regierungspolitik geehrt.“ Nur ein kleines linksextremistisches Häuflein protestierte: Kein Preis für die extreme Rechte – Keine Medaille für Milei“, wie die Polizei der JUNGEN FREIHEIT mitteilte.“

In welch konfusen Zeiten wir doch leben! Linksextremisten bezeichnen einen Radicalliberalen als einen extremen Rechten.Das ist nun völlig abwegig, da alle Rechte wie auch jeder Conservative für einen starken Staat sich einsetzen, für sie ist gerade Bismarck ein Vorbild in seiner Verneinung des liberalen „Nachtwächterstaates“. Aber die heutigen Linken stehen in der Tradition mit der Philosophie des Liberalismus, in dem sie eine Revolutionierung der bürgerlichen Kultur verlangen um der Freiheit des Einzelnen willen. Die jetzige Kultur unterdrücke halt die Menschen und isb der Staat mit seinen Gesetzen und streiten nun gegen einen Radicalliberalen. Die Ethikettierung: „rechts“ ist somit jedes Inhaltes beraubt und besagt nur noch, daß die so diffamierte Person oder Personengruppe moralisch völlig Inakzeptables verträte. Das Ethikett: „rechts“ wird so verwendet wie das Ethikett: „kitsch“- es besagt nur noch, daß das so Bezeichnete völlig inakzeptabel sei. Man kann dies kleine Experiment mal starten: Wenn irgendwer sagt: „Das ist Kitsch!“, frage man ihn, was den „Kitsch“ sei. Nach meiner Erfahrung scheitern selbst Germanistikstudenten kläglich an dieser Frage!

In der JF wie auch in der FAZ, 2 Zeitungen, die sonst nur in der Datumsanzeige übereinstimmen, bejubeln hier ein und den selben Politiker. Antithtisch wird dabei nun der poitive Pol mit „Freiheit“ und „Kapitalismus“ gekennzeichnet, dem der Gegenpol, der negative: „Der Staat“ entgegengestellt wird. Was kann denn dann unter dem Begriff der „Freiheit“ verstanden werden, wenn er dem Staat gegenübergestellt wird? Hegel erfaßt dies Freiheitsverständnis treffend so: „Es findet allerdings Beschränkung durch die Gesellschaft und den Staat statt,aber eine Beschränkung jener stumpfen Empfindungen und rohen Triebe,wie weiterhin auch des reflektierten Beliebens und der aus Bildung hervorgehenden Bedürfnisse der Willkür und Leidenschaft.“ (Die Vernunft in der Geschichte, B Die Verwirklichung/Das Material) Der Begriff des Kapitalismus bestimmt nun näher, um welche Bedürfnisse der Willkür und der Leidenschaft es hier geht, die durch den Staat als illegitim limitierte gedacht werden: Das Streben nach einem maximalen Gewinn würde durch den Staat ungerechtfertigt begrenzt. Es sei an die Polemik der JF gegen die Einführung eines Mindestlohnes erinnert, die der unternehmerischen Freiheit zuwider sei. Alle Schutzgesetze, vom Mieterschutz bis zum Kündigungsschutz seien eben unerlaubte Beeinträchtigungen der unternehmerischen Freiheit.

Abstrakter formuliert: Der Bürger dürfe bei seinem Streben zur Realisierung seiner Partikularinteressen nicht durch den Staat, der vorgibt, für das Allgemeinwohl zu sein, beeinträchtigt werden. Auch wenn man kein Marxist ist, kann man nicht leugnen, daß Marx das Freiheitsverständnis des Liberalismus, so wie es sich in den Menschenrechten expliziert, angemessen erfaßt, wenn er über die Menschenrechtsidee urteilt: „Ihre Anerkennung bedeute >nichts anderes als die Anerkennung des egoistischen,bürgerlichen Individuums und der zügellosen Bewegung der geistigen und materiellen Elemente,welche...den Inhalt des heutigen bürgerlichen Lebens bilden<“. (Zitiert nach: Corth,Ehlen,Schmidt, Philosophie des 19. Jahrhunderts, 3.Auflage 1997, S.166) „Keines der sogenannten Menschenrechte geht also über den egoistischen Menschen hinaus, über den Menschen,wie er Mitglied der bürgerlichen Gesellshaft, nämlich auf sich,auf sein Privatinteresse und seine Privatwillkür zurückgezogen ist und vom Gemeinwesen abgesondertes Individuum ist.“ (S.166) Der Mensch ist so nicht von seiner Natur aus, sondern legt sich so in der bürgerlichen Gesellschaft aus. Dabei löst der Mensch, der als Einzelner immer ein individuiertes Allgemeine ist, sich ganz von seinem Gemeinwesen, im Raume des Staates von seinem Gliedsein eines bestimmten Volkes, um nur noch ein Einzelwesen zu sein. Dessen Freiheit findet dann seine Limitierung in der Freiheit des Anderen, sodaß nun durch Verträge das Miteinander der Einzelnen zu regulieren ist. Damit wird aber schon der reine Individualismus transzendiert, aber dies soll noch in der Sphäre der bürgerlichen Gesellschaft möglich sein. Unreflektiert bleibt dabei aber, daß ohne das Gewaltmonopol des Staates die Gültigkeit von Verträgen, daß sie eingehalten werden von allen Vertragsparteien, nicht mehr gesichert wäre.

Aber die bürgerliche und das ist faktisch immer die unternehmerische Freiheit sieht in den staatlichen Gesetzen, die die Wirtschaft auf das Gemeinwohl des Volkes hin ausrichten sollen, primär nur eine Beschränkung ihrer Freiheit.

Ganz anders urteilt Hegel (a.s.O): „Indem der Staat,das Vaterland, eine Gemeinsamkeit des Daseins ausmacht,indem sich der subjektive Wille des Menschen den Gesetzen unterwirft,verschwindet der Gegensatz von Freiheit und Notwendigkeit.Notwendig ist das Vernünftige als das Substantielle, und frei sind wir,indem wir es als Gesetz anerkennen und ihn als der Substanz unseres eigenen Wesens folgen: der objektive und der subjektive Wille sind dann ausgesöhnt und ein und dasselbe ungetrübte Ganze.“ Einfacher formuliert: Das Interesse des Volkes ist nur dem Bürger etwas ihm Entgegengesetztes, wenn er sich selbst verabolutiert und alle anderen Bürger nur noch als Mittel der Realisierung seiner Privatneigungen ansieht. Das Allgemeininteresse ist nun die Substanz des Staates, der nun das innere Leben durch Gesetze daraufhin ausrichtet darin gerade auch dem Einzelnen dient, wenn dieser sich als im Ganzen aufgehoben erkennt.

Der Liberalismus kennt eben in der Tradition des Nominalismus verwurzelt kein Gemeinwesen, nichts über das Einzelsubjekt hinüberragende Transzendentes.

Realpolitisch reduziert sich dann aber dieser Antietatismus in eine Politik des Abbaues des Sozialstaates und in Steuererleichterungen für die Gutverdiener. Es findet dann einfach eine Umverteilungspolitik von Unten nach Oben statt. Genereller formuliert: Der Staat wird zur Beute von Partikularinteressen, da es nach dem Liberalismus gar kein Gemeinwohl gäbe. 

Corollarium

Dem Menschen,der nicht mehr ein  Zoon politicon sein will erscheint das Gemeinwohl und damit der Staat als die Grenze seiner Freiheit,die für ihn nur seine Willkür ist. Moeller van den Bruk urteilte deshalb so: "Am Liberalismus gehen die Völker zugrunde."