Dienstag, 1. September 2026

Ist der Teufel aus exegetisch - biblischen Gründen aus der Theologie zu entfernen – oder wer versucht den Menschen?

 

Ist der Teufel aus exegetisch - biblischen Gründen aus der Theologie zu entfernen – oder wer versucht den Menschen?



In 1.Chronic 21,1 heißt es: „Satan aber erhob sich gegen Israel und reizte David an,Israel zu zählen.“ Diese Volkszählung wurde ihm als eine Sünde von Gott angerechnet.

In 2.Könige 24,1 der Vulgata bzw 2.Samuel 24,1 heißt es: „Der Zorn des Herrn aber entbrannte abermals gegen Israel,und er reizte David gegen sie,indem er sprach: Auf zähle Israel und Juda!“

Wer verführte nun den König David zu dieser Sünde der Volkszählung, Gott oder der Satan? Warum nun diese Volkszählung im Urteile Gottes eine Sünde war, soll hier nicht erörtert werden, vielleicht, weil der König auf die Stärke seines Volkes sein Vertrauen setzen wollte, daß wir so viele sind, und somit nicht auf Gottes Stärke.

Die Chronik ist später als die Königs- bzw Samuelbücher verfaßt worden.So könnte man dann urteilen: Ursprünglich war es Gott selbst, der erzürnt über die Sünden seines Volkes oder isb der des Königs David versuchte. David ließ sich dann verführen. Nachträglich fand man, daß diese Aussage Gott nicht gerecht würde und schrieb nun, daß der Satan ihn zu dieser Sünde verführt hätte. Die nachträgliche Umdeutung, daß der Satan der Versuchende gewesen sei, sei als sekundär abzulehnen, da das Ursprüngliche zähle.Ursprünglich käme diese Geschichte des Falles und der Bestrafung und Buße des Königs David ohne die Figur des Satans aus, der leider nachträglich eingeführt, dies Ereignis vermythologisierend verklärt habe. Ja, man könne diese Geschichte in ihren zwei Versionen zum Anlaß nehmen, prinzipiell den Verdacht zu hegen, daß die Figur des Satans nur nachträglich eingeführt worden sei, aber eigentlich wieder ausstreichbar sei als eine unnötige Vermythologisierung.

Aber aus der theologischen Perspektive ist dieser literakritische Umgang mit diesen zwei Versionen nicht akzeptabel: In der hl.Schrift sind keine unwahren Aussagen über Gott enthalten, schon gar nicht diverse Gottesbilder, so daß wir uns das uns genehmste als das für uns wahre uns dann erwählen dürften.

Wie können nun diese zwei Versionen gleich wahr sein? Das ist eine wahrhaft theologische Aufgabe, die uns andemonstriert, warum die Theologie nicht einfach biblizistisch verfahren kann. Zwei Subjekte, Gott und der Teufel sind so für die eine Tat des Versuchens des Königs David verantwortlich. Wie ist das zu denken? Die mögliche Interpretation, Gott ließe es zu, daß der Teufel den König versuche, wird der Aktivität Gottes nicht gerecht: Ein Zulassen ist kein aktives Verführen. Daß der Satan nur ein Instrument gewesen sei, durch das Gott sein Vorhaben des Verführens realisierte, wird aber dem Satan als dem eigenmächtig Verführenden nicht gerecht.

In diesem Falle wollten also Gott und der Satan das Gleiche, den König David zu versuchen. Gott war erzürnt über den König. In diesem Zorn wollte Gott das, was auch der Satan wollte, den König zu Fall zu bringen. Der Unterschied Gottes zum Satan ist nun der, daß Gott angesichts des reumütigen Schuldbekenntnisses dem König vergibt, er nimmt seinen Zorn von ihm fort, obgleich Gott doch noch eine Strafe für des Königs Sünde einfordert. (Hier wird der Gedanke des Fegefeuers präfiguriert, daß Gott einem Sünder seine Sünden vergibt und doch noch ein Abstrafen der Sünde im Fegefeuer verlangt.)

Aber es bleibt das Schockierende: Hier wollte der erzürnte Gott und der Satan das Gleiche, den König David zu einer Sünde verführen. Gott erweist sich hier ganz im Sinne Rudolf Ottos als die Einheit des tremendum und faszinosum, des zu fürchtenden und des faszinierenden Gottes ! Die hl. Schrift macht es sich mit dem Gott nicht so einfach, wie wir es gerne hätten, denn sie kennt und bekennt den lebendigen Gott, nicht ein blutleeres Abziehbild Gottes!



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