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Freitag, 27. Februar 2026

Schaffen wir uns selbst ab- oder ist denn wirklich die Ordnung des freien Marktes die bestmögliche?

 

Schaffen wir uns selbst ab- oder ist denn wirklich die Ordnung des freien Marktes die bestmögliche?


Wenn es einen Konsens in conservativen und liberalen Kreisen gibt, dann den, daß unsere „soziale Marktwirtschaft“ die optimale Ordnung sei und christliche Sozialethiker betonen dann noch, daß gerade sie dem hl. Prinzip der Subsidarität als einzige Ordnung gerecht werde.Man kann dann auch im Geiste des „Kalten Krieges“ die christlich freiheitliche Ordnung des Marktes der atheistisch kommunistischen der Planwirtschaft entgegenstellen, um so jede Kritik an der Marktordnung zu desavouieren.


Das demographische Problem ist uns allen bekannt,daß in unserem Lande Jahr für Jahr mehr Menschen sterben als geboren werden. Für die Theologie und die Kirche müßte dies als das zentrale Problem der Gegenwart angesehen werden, nähmte man da noch das erste Gebot Gottes: „Seid fruchtbar und mehret Euch!“ ernst. Aber in der Realität wird der Wille zur Selbsterhaltung des eigenen Volkes als „völkischer Nationalismus“ perhorresziert.


Zu dieser Causa bietet nun der KI (Abfrage am 23.2.2026) diese Übersicht:

Kinder sind emotional unbezahlbar, werden jedoch in Deutschland von 55 % der Menschen als finanziell kaum noch tragbar empfunden. Bis zum 18. Geburtstag kostet ein Kind im Schnitt ca. 165.000 € (monatlich rund 763 €), wobei Paare 55 % und Alleinerziehende zwei Drittel ihres Einkommens aufwenden. Hohe Lebenshaltungskosten prägen diese Wahrnehmung.“


Die „Welt“ ergänzt ergänzt am 22.Februar 2026 in dem Artikel: „Mehrheit hält laut Umfrage Kinder in Deutschland für kaum noch bezahlbar.“:Ihre Haltung begründeten der Umfrage zufolge 81 Prozent der Befragten vor allem mit hohen Lebenshaltungskosten wie Miete, Lebensmittel und Energie. 59 Prozent gaben zudem Steuern und Abgaben als wesentliche Belastung an. 48 Prozent halten die staatliche Unterstützung für Familien für nicht ausreichend.“

Müßte es angesichts dieser Realität erlaubt sein, die Qualität der Marktwirtschaftsordnung in Frage zu stellen? Wenn die Wirtschaft um des Menschen willen ist und das heißt im politischen Raume für das nationalstaatlich organisierte Volk, dann müßte sie doch die Überlebensfähigkeit des eigenen Volkes gewährleisten, daß zumindest so viele Kinder geboren werden, wie andere sterben. Daß nun die Lebenshaltungskosten so hoch sind, daß die Staatsbürger Kinder als für sie kaum noch finanzierbar halten, das muß nun, so ungern das auch die Marktwirtschaftsgläubigen hören wollen, dieser allerbesten aller Wirtschaftsordnung angelastet werden. Sie schafft es nicht, die Grundversorgung der Bürger so zu gewährleisten, daß sie hinreichend genügend Kinder zur Welt bringen können.

Daß der Feminismus das als die Befreiung von der Mutterschaft bejubelt und daß dies die Antideutschen hoffen läßt, Deutschland untergehen zu sehen, ist so offenkundig, daß dies hier noch zu erörtern wäre. Aber wer nur sich auf dies ideologische Problem kapriziert, übersieht das reale der Kaumnochfinanzierbarkeit von eigenen Kindern.

Nun sehe ich mich selbst außer Standes, ein Programm zu skizzieren, die diesem Notstand ein Ende setzt, ich meine aber, daß mit nur marktwirtschaftlichen Mitteln dieses Problem nicht gelöst werden kann. Was die autonome Wirtschaft nicht leisten kann, daß muß eben der Staat selbst in die Hand nehmen. Dazu gehörte als erstes das Verbot jeglicher Abtreibungen,in 10 Jahren werden bei uns 1 Million Kinder getötet mit der staatlichen Erlaubnis, aber es müssen auch die Lebensmittelkosten und isb die Mieten durch staatliche Maßnahmen gesenkt werden.Es müßte auch Frauen, die ihre Kinder selbst erziehen, ermöglicht werden, sich ganz diesem allerwichtigsten Beruf zu widmen, ohne zu einer Erwerbstätigkeit genötigt zu werden. Diese Punkte reichen nicht aus, wären aber Schritte in die richtige Richtung!




Donnerstag, 26. Februar 2026

Wenn Frauen nicht wollen, wie sie sollen: Die Internetseite „Feinschwarz“ nimmt den Kampf auf!

 

Wenn Frauen nicht wollen, wie sie sollen: Die Internetseite „Feinschwarz“ nimmt den Kampf auf!



Dies Problem hat das Urgestein des Feminismus, Simone de Beauvoir so auf den Punkt gebracht: „Keine Frau sollte berechtigt sein, zu Hause zu bleiben und ihre Kinder zu erziehen. Die Gesellschaft sollte anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, gerade weil, wenn es eine solche Wahl gibt, zu viele Frauen diese Wahl treffen werden.“1Feinschwarz“ nimmt nun den Kampf gegen die Frauen auf, die die Frechheit besitzen, nicht so ihr Leben gestalten zu wollen, wie es ihnen die feministische Ideologie vorschreibt.Im Feuer der Kritik steht dabei die „TradeWives“ Bewegung, die der „traditionalistischen Frauen“, die „Hexen“ des 21.Jahrhundertes. In dem Artikel: TradWives: Wenn ein Buch von 1972 revolutionärer erscheint als ein Social Media Trend vom 23 Februar 2026 wird diese Bewegung wie folgt daimonisiert. Hinter diesem Lebensstil verbirgt sich ein Social Media Trend: „Junge Frauen, die sich in den sozialen Medien […] als traditionelle Hausfrauen inszenieren, werden TradWives genannt – ein Portemanteauwort gebildet aus traditional und housewives. In ihren Accounts verbreiten sie ihr Ideal einer nach traditionell heteronormativen Gesichtspunkten vergeschlechtlichten Aufgabenteilung. Sie entziehen sich den Anrufungen neoliberaler Vergesellschaftung an beruflichen Erfolg und fokussieren sich vollkommen auf reproduktive Tätigkeiten.“

In einfacheren Worten formuliert sind das Frauen, die ihren Lebensmittlpunkt in der Familie sehen, daß sie für ihre Kinder dasein wollen und im Familienleben ihre Erfüllung suchen. Sie wollen also genauso leben, wie es ihnen die Feministin Beauvoir und mit ihr alle Feministin nicht erlauben wollen!

Dennoch lohnt es sich genauer hinzuschauen, bei Accounts, die die Unterordnung der Frau propagieren und offensichtlich oder unterschwellig rechte Tendenzen aufweisen. Denn eines eint sie alle: Antifeminismus. “ Also, wenn eine Frau heiraten will, ihren Lebensraum primär in der Familie und der Erziehung der Kinder sieht, dann ist sie ein Opfer rechter Tendenzen geworden. Alles, was rechts ist, ist der Leserschaft dieser theologischen Internetseite das schlechthin Böse, sodaß nun jeder Leser weiß, was für Grauenhaftes diese traditionalistische Bewegung ist.

Aber es kommt noch ärger: „Für religiöse TradWives ist die Zuteilung der Geschlechterrollen dabei von G*tt gegeben und geht auf die Schöpfungserzählung zurück.“ Daß diese Geschlechterrolle“ direkt im 1.Timotheusbrief des Apostels Paulus grundgelegt wird, erwähnt dieser feministische Artikel selbstredend nicht, steht da doch geschrieben: „Die Frau wird aber gerettet werden dadurch, daß sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie bleiben mit Besonnenheit im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung.“ (2, 15) Der Apostel beantwortet im 12. Vers die Anfrage, ob denn Frauen es erlaubbar sei, in der Kirche zu lehren, negativ und zeigt der Frau nun im 15. Vers den Ort an, wo sie wen zu lehren habe: Daheim ihre eigenen Kinder. Feministin verurteilen das als eine ungerechtfertigte Subordination der Frau, statt zu erkennen, daß hier die Aufgabe der religiösen Erziehung geschlechtsspezifisch ausdifferenziert wird. Gerade das Amt der Einführung und Grundlegung des christlichen Gaubens wird hier der Mutter zugetraut, auf die dann aller weiterer Unterricht aufbauen kann und muß!

Daß die Schöpfungserzählung mit dem ersten Gebot Gottes: „Seid fruchtbar und mehret Euch!“ hier zugrunde liegt, ist für einen Bibelleser auch unübersehbar. Nur haben Feministin mit dem Gott der Bibel und dem Jesu Christi wenig im Sinne, sie glauben an eine Entität namens: „G*tt“.

Aber dann kann der Artikel Entwarnung geben: „Die Mehrheit der jüngeren Frauen in Deutschland orientieren sich an egalitären Vorstellungen“.Beauvoir hat sich durchgesetzt: Wenn die Frauen nicht freiwillig wollen, wie sie sollen, dann müssen sie dazu eben gezwungen werden. Welcher Ehemann verdient den heute so viel Geld, daß er damit eine ganze Familie finanzieren kann?Einst stimmten Karl Marx und die katholische Soziallehre darin überein,daß der Mindestlohn für einen Familienvater zur Finanzierung seiner Familie ausreichen müßte. Der „Feinschwarz“Artikel hat recht: Keiner Erwerbstätigkeit nachgehen zu müssen sondern stattdessen seinen Lebensmittelpunkt in der Familie zu legen, das ist ein Privilegium weniger Frauen, die meisten müssen arbeiten um des Geldes willen. Die Emanzipation der Frau besteht also darin, daß sie wie auch der Mann primär für den Arbeitsmarkt da zu sein hat und nur ein Familienleben führen darf, wenn das ihre Verfügbarkeit für den freien Arbeitsmarkt nicht limitiert. Phantastisch ist dabei, wie die bürgerliche Ideologie und auch der Feminismus den Zwang, arbeiten zu müssen, in ein Recht, arbeiten zu dürfen,uminterpretiert.Nur Reiche unterliegen diesem Zwange nicht. 



 

Samstag, 10. Januar 2026

Unsere Kriege für die Marktwirtschaft und die Menschenrechte- eine neue Kriegstheologie

 

Unsere Kriege für die Marktwirtschaft und die Menschenrechte- eine neue Kriegstheologie


Carl Schmitts Bemerkungen zu der ideologischen Begründung der zeitgenössischen Kriege, jetzt der USA und seiner Verbündeten ist nun durch den Kath net Leitartikel: „Gott schütze Venezuela“ vom 8.Jänner 2026 bedenkenswert bereichert und konkretisiert worden. Es geht erstmal um die Militäraktion der USA gegen Venezuela, daß nachdem die USA schon ein beachtliches Kopfgeld auf den Regierungschef Venezuelas ausgesetzt hatte, sie ihn nun gekidnapt haben, um ihn in den USA vor Gericht zu stellen.Der US- Präsident stellte auch eindeutig klar, daß dessen Hauptverbrechen die Verstaatlichung der Ölindustrie sei, zu der nun die amerikanischen Firmen keinen Zugriff mehr hätten, obschon ihnen die dortige Ölindustrie gehöre.Daneben soll die dortige Regierung einen Rauschgifthandel zu Lasten der Bevölkerung der USA betreiben, wofür aber bis jetzt keine Beweise vorgelegt worden wären und es wird behaupte, daß die letzte Wahl gefälscht sei, sodaß die USA die jetzige Regierung nicht anerkenne.(Wahlen,in denen nicht Prowestler gewinnen, werden in der Regel vom Westen als manipuliert verurteilt.)

Aber diese militärische Angriff dient eben nicht nur dazu, einen für die USA inakzeptablen Präsidenten zu stürzen und gerichtlich verurteilen zu lassen.sondern es soll so auch ein Regimewechsel in Venezuela erwirkt werden.

Diese Militäraktion veranlaßt nun eine neue Debatte um die Erlaubtheit von Kriegen und Militäraktionen unter der Schwelle von Kriegen. Hierfür liefert nun der Kath net Leitartikel einen Beitrag. Steil ist nun die Hauptthese:Das Völkerrecht sei ad acta zu legen, es wird von der „Heuchelei des Völkerrechtes“ gesprochen. Das heißt im Klartext: Es gilt nur noch das Recht des Stärkeren! Die USA haben so das „Recht“, Venezuela einer ihr genehmen Politik zu erzwingen!

So heißt es dann in diesem Kommentar: „Die Lage ist daher relativ einfach: Die USA möchten den ÖL-Preis möglichst niedrig haben, Länder wie Russland oder auch die OPEC möchten das nicht. Mit der Macht über das Öl in Venezuela haben die USA die Macht, auf Jahre den Öl-Preis niedrig zu halten und das ist gut für die USA und für die ganze Welt und mit dem Tech-Know-How der US-Firmen könnte Venezuela wieder auf die Beine kommen.“

Weil die USA das Interesse haben, den Ölpreis in ihrem Sinne zu beeinflussen, hätten sie auch das Recht, die Ölquellen Venezuelas sich selbst anzueignen.

"Es geht ums Öl und das ist gar keine so schlechte Botschaft für die Welt und auch für uns UND die Heuchelei vom 'Völkerrecht'."Eine Analyse von Roland Noé.“

Aber eine so nackte Machtpolitik braucht doch noch einer ideologischen Ummäntelung, damit sie zumindest in der Kath net Leserschaft und unter den Staatsbürgern, die noch meinen, daß die Politik auch moralisch zu sein habe, bejahbar wird. Die wird nun so präsentiert:Mit der Wiedereinführung einer freien Marktwirtschaft durch eine demokratische Regierung könnten das Land und auch die Menschen in einigen Jahren wieder eines der reichsten Länder der Region werden. Das wird nicht einfach und wird dauern, doch besser ein durchaus großer Schritt in die richtige Richtung als gar keiner.“

Das Argument lautet also: Das Ziel der Einführung der Marktschaft und der Etablierung der Demokratie rechtfertige es, wenn die USA andere Länder bekriege und mit ihrer Macht dann diese Ziele durchsetze1. Daß dabei die USA vorrangig ihre Eigeninteressen verfolge, delegitimiere einen Krieg bzw Militäraktionen nicht, da ja die dann eingesetzte Marktwirtschaft und die Demokratie dem angegriffenen Volke zugute kommen würde. Um der Universalisierung der Marktwirtschaft und der Demokratie willen sind Kriege damit „gerechte Kriege“!

Das widerstreitet dem Völkerrecht auf das Elementarste. Nehmen wir mal an, die Regierung des Irans wäre fest davon überzeugt, daß nur in einer islamistischen Staatsordnung die Menschen und alle Völker gut regiert würden, dann dürfte diese Regierung gegen die ganze Welt Krieg führen, weil sie ja nur das Allerbeste für alle Menschen möchte. Ihr Pech ist nur, daß sie dazu nicht die Militärmacht hat, aber Gott sei es gedankt die USA!2 Wer so das Recht des Stärkeren propagiert, will die ganze Welt in „Wildwest“ verwandeln, in der stets besserer Revolverschießer siegt und deswegen auch im Recht ist. Denn Gott ist mit den Siegern.Vulgärer kann man den amerikanischen Imperialismus, sein Recht, alle anderen Völker sich zu unerjochen nicht legitimieren.

Aber schon jeder Cowboy weiß ja, daß Recht,Gesetze alles nur bureaukratische Hindernisse für den Freiheitsliebenden sind: Der Revolver schafft das einzig gültige Recht! 

Das Gebet: "Gott schüze Venezuela" hat sich nun auch erübrigt da "Gottes eigenes Land" (God's Own Country) die USA diese Aufgabe zufriedenstellend erledigt.

72 Prozent der Deutschen sollen nach einer Umfrage die Militäraktion der USA als nicht gerechtfertigt ansehen! Ein erfreulich hohes Maß an Verstänndnis für Recht. 

Zusäze: 

"Das US-Justizministerium hat kurz vor der ersten Anhörung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro vor dem Bundesgericht in New York die Anklageschrift massiv überarbeitet und einen der zentralen Vorwürfe, dass Maduro Chef des Drogenkartells „Los Soles“ sei, zurückgenommen. Kanzler Merz hatte bei seiner ersten Stellungnahme zum US-Angriff ebenfalls auf die angeblich zentrale Rolle von Maduro und Venezuela im internationalen Drogengeschäft verwiesen. Gleichzeitig spricht das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) davon, dass Venezuela, sowohl was Drogentransfer als auch Drogenproduktion angeht, nur eine marginale Rolle spielt, insbesondere was den Export in die USA angeht."  zitiert: "NachDenkseiten" 9.Jänner 2026:

Ich möchte noch auf die sehr guten Artikel der "NachDenkseiten" zu dieser Causa verweisen, etwa am 8.Jänner 2026: "Der wilde Westen kehrt zurück"


1Die zwei Opiumkriege, 1839 bis 1842 und 1856 bis 1860 , die England gegen den Schurkenstaat China führte, um den freien Verkauf von Rauschgiften in China zu erwirken, waren so Menschenrechtskriege, da China das Recht, unbehindert Geschäfte zu machen, behinderte und so gegen die Marktwirtschaftsordnung verstieß.

2Nun war der amerikanische Präsident bei Kath net aber auch in der „Tagespost“ob seines nichtkonfrontativen Kurses gegen Rußland, dem Hort des Bösen,,in Kritik geraten, aber jetzt begeistert man sich für dien imperialistisch regierenden Trump.

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Verwirrungen in der aktuellen katholischen Soziallehre oder der Personalismus als ein protestantischer Fremdkörper

 

Verwirrungen in der aktuellen katholischen Soziallehre oder der Personalismus



In dem Beitrag: „Raymund Fobes: Gerechtigkeit,Barmherzigkeit und Gottesliebe.Die Katholische Soziallehre von der Zeit seit 1989“1 lautet das Credo der personalistischen Philosophie: „Der Mensch wird auf diese Weise zu einem Bündel gesellchaftlicher Beziehungen verkürzt,es verschwindet der Begriff der Person als autonomes Subjkt moralischer Entscheidung,das gerade dadurch die gesellschaftliche Ordnung aufbaut.“2 Daß der Mensch hier als ein autonomes Subjektgedacht wird, das durch seine moralischen Entscheidungen die „gesellschaftliche Ordnung aufbaut“ ist nun aber eine völlig aburde Vorstellung. Erstens geht die „gesellschaftliche Ordnung“ den Entscheidungen der Personen voraus. Ein einfaches Beispiel kann das veranschaulichen: Das Regelsystem des Schaches ist die notwendige Bedingung dafür, daß ein Schachspieler dann überhaupt einen Spielzug machen kann und er muß ein regelkonformer sein, sonst ist er kein Spielzug. Das gilt fundamentaler noch für das Sprechen: Nur weil es eine bestimmte Sprache gibt, das Regelsystem der deutschen Sprache etwa kann ich in ihr einen einzelnen Satz formulieren. So ist jedes Subjekt immer auch ein einem System Untergeordnetes, das ist die Bedeutung des subjectum als ein Unterlegtes, das so dann aber auch nur das Subjekt gedachter, gsprochener und geschriebener Sätze sein kann.

Zweitens: Eine moralische Entscheidung setzt genauso eine moralische Ordnung voraus, in der dann eine moralische Entscheidung erst getroffen werden kann. Wenn es nun in einer pluralistisch strukturierten Gesellschaft mehrer divergierende Morallehren gibt, entscheidet ein Subjekt eben zuerst sich für eine Morallehre und dann fällt er gemäß ihr eine Entscheidung. Aber nie bringt eine „Person“ selbst die gesellschaftliche noch die moralische Ordnung hervor!

Papst Johannes Paul II, der in diesem Artikel als der Überwinder des Kommunismus gefeiert wird, als einer der wichtigsten, habe nun so die kommunistische Ideologie kritisiert: „Johannes Paul ii schreibt,dass der Kommunismus >den einzelnen Menschen lediglich als ein Instrument und Molekül des gesellschaftlichen Organismus (sieht),so dass das Wohl des einzelnen dem Ablauf des wirtschaftlich-gesellschaftlichen Mechanismus vällig untergeordnet wird;gleichzeitig ist man der Meinung,dass eben dieses Wohl unabhängig von freier Entscheidung und ohne eine ganz persönliche und unübertragbare Verantwortung gegenüber dem Guten verwirklicht werden könnte.“3

Aber diese Argumentation wirkt nun in sich konfus. Die Ideologie des Organismus, antipersonalistisch ausgerichtet, denkt die Gesellschaft in einer Analogie zum menschlichen Körper, daß jedes Glied in ihm eine Aufgabe habe, die es zu erfüllen habe und daß nur so der Körper als Ganzes leben könne. Paulus denkt so die Kirche und von daher wurde dies organologische Denken dann auch auf den Gesellschaftskörper übertragen. Die Wohlgeordnetheit des Kosmos korreliert im Mikrokosmos mit der des Menschen und dann auch mit der der Gesellschaft als Makrokosmos. Der antiplatonische und antihegelianische Philosoph Popper ist das das Denken der Feinde der offenen liberalen Gesellschaft.

Aber dies organologische Denken paßt nun gar nicht zur kommunistischen Ideologie, für die der Klassenkampf, der antagonistische Charakter der Gesellschaft das Bestimmende ist und wird so von dieser Ideologie als eine reaktionäre Täuschung über den antagonistischen Charakter der Gesellschaft kritisiert auf das Allerheftigste. Mechanisch ist das organologische Denken nun überhaupt nicht, denn für dies Denken sind die Beziehungen der Teile zum Ganzen natürlich-biologistisch gedacht.Das soll die Alternative sein zu allen Vertragskonstruktionen des personlistischen Denkens, daß zuerst Einzelmenschen existieren, die sich dann sekundär durch Vertragsbeziehungen vergesellschaften. Die elementarste ist dabei das Geschäft des Kaufens und Verkaufens. Gegen diese Künstlichkeit der zwischenmenschlichen Beziehungen setzt das organologische Denken die Natürlichkeit der Beziehungen der Glieder zum Gesamtkörper.

Aber das soll nun eine Kritik der kommunistischen Ideologie sein, ist aber faktisch nur ein Credo des Liberalismus. Der Mensch solle nun aber kein „Rad im Getriebe“ sein.4 Der Text suggeriert nun, daß nach dem Urteil dieses Papstes nur die Marktwirtschaftsordnung die Alternative sei, in der allein der Personalität des Menschen, daß er frei, autonom, selbstverantwortlich Entscheidungen zu treffen habe, gerecht würde.5 Aber so ist nun zu fragen, nicht diese Ordnung die der völligen Subordination des Menschen unter den Primat der Ökonomie? In dieser Ordnung fungiert der Mensch nur noch als ein Warenproduzent und als ein Warenkonsument und er muß sich selbst als eine auf dem Arbeitsmarkt sich anzubieten habende Ware zu begreifen.Was er wie konsumieren will, wie er auf dem Arbeitsmarkt eine ihm genehme Anstellung findet.das sind dann seine freien autonomen Entscheidungen. Ob er dann noch heiraten will, eine Familie gar gründen will, hängt dann eben von seinem Erfolg im Berufsleben ab. In erster Linie ist er eben eine Funktion der Ökonomie. Seine Freiheit ist dann die des Konsumierens, die aber von der Fülle seines Geldbeutels als seine Hndlungsfreiheit limitiert wird.

Was bedeutet das für die Ordnung der Geschlechter?
Das Urgestein des Feminismus, Simone de Beauvoir bringt diese Erkenntnis auf den Punkt: „Keine Frau sollte berechtigt sein, zu Hause zu bleiben und ihre Kinder zu erziehen. Die Gesellschaft sollte anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, gerade weil, wenn es eine solche Wahl gibt, zu viele Frauen diese Wahl treffen werden.“6 Also aus der Sicht dieser Feministin würden zu viele Frauen, wenn sie ihr Leben selbst frei bestimmen könnten, das Falsche wählen: Sie würden nämlich das Leben als einer Familienmutter einem Berufsleben gegenüber bevorzugen.

Also muß dafür gesorgt werden, daß die Gehälter der Familienväter so niedrig sind, daß die Frau „mitarbeiten“ muß, möglichst schon 40 Stunden pro Woche, wenn die Kinder noch unter 3 Jahren sind.



Was bedeutet das für die Ordnung der Völker und ihren Nationalstaaten? Sie sollen aufgelöst werden für den globalisierten Weltmarkt. Es soll eben nur noch atomisíerte Individuen geben, die ihre Sozialbeziehungen nur noch frei vertraglich regeln.Die Migrationsbewegungen stellen faktisch eine Nomadisierung einst seßhafter Menschen dar.

Aber dieser Text hat auch die Zeichen der Zeit erkannt, daß es dem gemeinen Volk zu gut gehe: Man müsse schon mal zum Verzichten bereit sein7 und auch mal unbezahlte Überstunden leisten.8

Somit endet dieser Personalismus einfach in der Ökonomisierung des Menschen,daß er nur noch eine Funktion für die Ökonomie sein soll. Und das soll seine Würde sein!




1„Der Fels“ 12/2025, S.344f.

2A,a.O. S.344. Dies Zitat konnte ich aber weder in der Schrift: „Lborem excercens“ noch in „Sollicitudo rei socialis“ verifizieren, aber beide Texte liegen mir nur verkürzt vor.

3A.a,O. S.344. Auch dieses Zitat konnte ich nicht verifizieren.


4A,s.O- S.344.

5Es ist bezeichnend, daß alle kapitalismuskritisvhen Aussagen der zwei Texte: Laborem exerrcens“ und „Sollicitudo rei socialis“ nicht erwähnt werden.

6Tagesspiegel, 8.3.2025: Männer sind anders.

7Fobes, S.344.

8AaO. S.345.

Samstag, 22. November 2025

Der Westen „muss wieder christlich werden“ oder: Unsere Rettung durch ein „Kulturchristentum“

 

Der Westen „muss wieder christlich werden“ oder: Unsere Rettung durch ein „Kulturchristentum“1



Nicht nur Kath net dürfte begeistert gewesen sein, als in der Tageszeitung: „Die Welt“ diese Parole zu lesen war und widmete so dem am 20.11.2025 einen ganzen Artikel!. Da hieß es dann: Westliche Werte sind weitestgehend christliche Werte. Umso wichtiger wäre ein Aufstieg des Kulturchristentums als Bewahrer eben dieser Werte, ohne die es keine freie Gesellschaft geben kann.“

Als Feinde der freien Gesellschaft werden dann das heutige China, das kommunistisch regierte und der islamisch regierte Iran zitiert, Putins Rußland wurde wohl im Eifer des Gefechtes vergessen! Aber welche Werte sollen nun gegen diese Staaten verteidigt werden und was haben diese Werte mit einem Kulturchristentum zu tuen? Der Kath net Artikel klärt uns auf!

>Uns ist das Wissen verloren gegangen, dass unsere westlichen Werte weitestgehend christliche Werte sind.<“ Darauf macht der >Welt<-Kolumnist und Buchautor Gideon Böse aufmerksam. In seinem Meinungsbeitrag unter dem Titel >Wenn das Christentum verschwindet, verschwindet mit ihm auch der Westen< stellt er die Frage, wie der Westen aus seiner Krise wieder herauskommt. Böse schlägt die Rückkehr zum Christlichen vor.“

Aber dann wird der Text konkreter: „Gründung der ersten Universitäten, Eheverbot unter nahen Verwandten, Predigt von Vergebung statt Rache2, und der Kathedralenbau prägte die Ästhetik. >Ach ja, und ohne Christentum auch keine universellen Menschenrechte und damit kein Artikel 1 des Grundgesetzes, dass die Würde des Menschen unantastbar ist – keine schlechte Bilanz nach 2.000 Jahren Christentum<.“

Die „Menschenrechtemachen so den Kern des Christentumes aus.Jetzt wird verständlich, warum von einem „Kulturchristentum“die Rede ist,weil nämlich damit ein seiner Substanz beraubtes Christentum verstanden wird. Das Christentum wird nicht mehr als eine Religion, schon gar nicht mehr als eine Erlösungsreligion begriffen, sondern als der kulturelle Hintergrund der Ideologie der Menschenrechte. Der „Westen“ wird somit verstanden als der Kulturraum, in dem die Menschenrechte anerkannt werden und der dann gegen seine äußeren und inneren Feinde zu verteidigen sei. Daß die Proklamation der Menschenrechte die Beendigung des christlichen Abendlandes sein wollte,indem nun die Gesellschaft ganz neu allein auf dem Fundament der Vernunft auferbaut werden sollte, vergißt dieser Kath net Artikel völlig und daß deswegen die Kirche bis zum 2.Vaticnum dazu ihr „Nein“ gesagt hatte. Man wird wohl nicht fehlgehen, daß dies Konstrukt eines Kulturchristentumes nur dazu dienen soll, die Ideologie des Liberalismus vor ihrer Kritik zu schützen. Von der christlichen Religion bliebe so nur ein Personalismus übrig, daß dem Einzelnen vor der Gemeinschaft der Primat zukomme. Daraus resultiert dann das Ja zur Marktwirtschaft und zur liberal-parlamentarischen Demokratie.In diesen 2 Punkten stimmen nun Kath net und die „Welt“ überein.

So weit wäre nun die Welt in Ordnung, erwüchse diesem Konstrukt der Einheit von dem Christentum und der Marktwirtschaft und dem liberal ausgelegten Staate nicht aus der Mitte der Kirche, aus ihrem Zentrum eine Gegenbewegung. KI stellt uns diesen „Feind der offenen Gesellschaft“, um es mit dem Philosophen Popper zu formulieren, ihm gelten ja bekanntlich Platon und Hegel als die gefährlichsten Philosophen, so vor:

Katholischer Integralismus ist eine politisch-theologische Interpretation der katholischen Soziallehre, die einen autoritären und antipluralistischen Staat fordert, in dem die katholische Kirche die höchste Autorität hat. Die Bewegung entstand im 19. Jahrhundert in Ländern wie Portugal, Spanien, Frankreich und Italien. Moderne Ausprägungen, wie der Neo-Integralismus, stellen eine intellektuelle Bewegung dar, die sich durch eine starke Betonung traditioneller Werte und eine Ablehnung liberaler Demokratie auszeichnet, wie die Konrad-Adenauer-Stiftung berichtet.“

Dieser Integralismus fundiert sich theologisch aus der Verhältnisbestimmung von der Natur zur Gnade, der Vernunft zur Offenbarung als der Vollendung der Vernunft und der endlichen Ziele zu dem ewigen. Die Natur, wie die Vernunft wie auch die endlichen Ziele sind der Gnade,der Offenbarung und das Endliche dem Ewigen subordiniert und auf diese auszurichten.In der Lehre von den 2 Schwertern, ausformuliert in der Bulle:“Unam sactam“ des Papstes Bonifatius VIII findet das seinen manifesten Ausdruck.

Es wundert keinen, daß dieser katholische Integralismus nun auf das heftigste von allen Liberalen attackiert wird, nicht nur von der CDU nahen Konrad- Adenauer- Stiftung.Aber eines kann nicht wegdiskutiert werden: Dieser Integralismus paßt weit besser zur kaholischen Theologie und Kirche als dieses Konstrukt namens „Kulturchristenum“,das nur der Stützung der Ideologie des Liberalismus dienen soll.Dann ist aber an das bekannte Votum Arthur Möller van den Bruck zu erinnern: „Am Liberalismus gehen die Völker zugrunde!“





1Dieser Begriff erinnert an den des „Kulturmarxismus“, das ist die Aufgabe des eigentlichen Anliegens des Marxismus, das der Kapitalismuskritik zugunsten des Projektes der Revoluionierung der bürgerlichen Kultur.

2Daß Paulus in seinem Römerbrief schreiben kann: Gott sagt: „Mein ist die Rache, ich werde vergelten!“ (12,19) paßt nicht zu einem Kulturchristenum, wie die Drohung einer ewigen Verdammnis zur Menschenwürde, weswegen modernistische Theologen ja die Hölle abschaffen möchten.

Sonntag, 9. November 2025

Über die fröhliche Markttheologie – was sie alles uns verspricht und was sie uns nimmt

 

Über die fröhliche Markttheologie1 was sie alles uns verspricht und was sie uns nimmt



In dem Buch: „Zur Tytrannei der Werte“ wird unter dem Begriff der Theologie eine Lehre vom Heil für den Menschen verstanden und der Begriff des Marktes soll das Medium bezeichnen, das uns das Heil verspricht, wenn wir denn nur gemäß den Marktgesetzen uns selbst verstehen und dem gemäß auch agieren. Dabei tritt der Mensch als Subjekt, wie es in der postmodernen Philosophie fast üblich geworden ist, in zweifacher Stellung auf, als das von einer Ordnung Unterworfene, als Subjectum und als das Subjekt auf, als das alles selbst Bestimmende. Diesem so zweifach verstandenem Subjekt gelten nun die Verheißungen der Markttheologie, wobei hier diese Art von Theologie auch als die Alternative zur christlichen Theologie sich versteht, indem sie selbst diese zu einer Ware des Marktes, die ihre Käufer sucht, herabstuft.

So wird diese der Marktwirtschaftsideologie immanente Paradies-vorstellungen dann näher bestimmt: „Dessen Paradiese verlocken und verführen,weil sie ein Begehren nicht vollständig befrieden und sättigen.Ein Hunger nach Weiterem muss immer bleiben.Vollkommenheit als vollkommen gestillter Hunger würde den Markt und die Wirtschaft vollkommen durcheinanderbringen.“2 Die Verheißung, durch den Konsum von vielen Waren einmal satuiert zu sein, verschiebt sich immer wieder zu der Hoffnung, daß noch eines fehle, das es noch zu konsumieren gälte, um endlich zufrieden zu sein. Hier tritt der Konsument nicht in der Position des königlichen Kunden auf, sondern als ein durch diese Verheißung zu immer weiterem Konsumieren Getriebener. Konsum ist Pflichtheißt es deshalb.3 Resümierend wird dann festgestellt: „Der Aufstieg vom Menschen zum Endverbraucher war das Programm fröhlicher Markttheologen.Sie erhoben den Markt zum Erlöser,Retter und Befreier, zu einer Glaubensmacht,die keinen verlässt,der sich seiner Gnadenmittel beflissen als Marktgerechter versichert.“4

Diese religiöse Sprache disiertverwendet hier Straub absichtlich, um den religiösen Charakter dieser Marktideologie zu erfassen, daß nun der freie Markt verheißt, was einst der Gläubige von Gott sich erhoffte. Der heutige politische Duskurs, das müßte jetzt ergänzt werden, bejaht diese Markttheologie und sieht so seine Aufgabe darin, a) die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, daß massenhaft die zu konsumierenden Güter von der Wirtschaft auch produziert werden können und daß b)die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen daß alle, eher so viel wie möglich auch als Käufer der Waren fungieren können. Um es im Geiste des Eudaimonismus zu formulieren: Der Raum möglichen Glückes ist der durch den Markt ermöglichte Konsum des Endverbrauchers und der Staat soll es ermöglichen, daß der Markt so funktioniert.

Die Menschen müßten dafür angeglichen und gleichförmig gemacht werden: Der Markt könne nämlich nur so funktionieren, „wenn die Mannigfaltigkeit der Begehrlichkeiten standadisiert wird,Massenware und Luxusprodukte zu ein und der gleichen Wertordnung gehören.“5 Die Massenproduktion verlangt den Massengeschmack, der selbst wiederum durch den Markt erzeugt wird. Der Mensch fungiere so nur noch als Arbeitstier und als Kunde auf dem Markt.“6 Er ist nur noch als ein dem Markt Unterworfener, als subjectum.Hierbei ist also die ideologische Fiktion vom Kunden als dem Keinenönig des freien Erwählens und seiner faktischen Indienstnahme durch die Ordnung des Marktes strikt zu unterscheiden.

Bedenkenswert ist dabei der Versuch, die Marktwirtschaft nicht einfach nur als eine Ordnungsmöglichkeit der Ökonomie zu begreifen, sondern in seiner quasi religiösen Dimension zu erfassen, daß diese Ordnung dem Menschen das Glück auf Erden als ein mögliches vor Augen stellt als die Option des unbegrenzten Konsumes.

Das dieser Wirtschaftsordnung immanente Problem ist nicht auf den ersten Blick offenkundig, daß nämlich einerseits diese Ordnung eine fast unbegrenzte Kaufkraft der Konsumenten verlangt und daß andererseits zur Gewinnmaximierung die Produktionskosten zu senken sind und das heißt, daß die Löhne klein gehalten werden sollen, was aber die Kufkraft der Konsumenten beeinträchtgt: Als Arbeiter soll er wenig verdienen und als Konsument über eine große Kaufkraft verfügen, damit die massenhaft produzierten Güter auch verkauft werden können.

Erstaunlicherweise wird dann in diesem Buch die Kritik Karl Marx an dieser Marktwirtschaftsordnung zugefügt, wie sich diese Ordnung auf das Miteinander der Menschen auswirkt,erstaunlich, da der Verlg, in dem dieses Buch erschienen ist, eher conservativ- rechts orientiert ist. Über die Grundwerte der bürgerlichen Gesellschaft: Freiheit,Gleichheit, Eigentumspottet Marx: „Freiheit! Denn Käufer und Verkäufer einer Ware,z.B.der Arbeitslraft,sind nur durch ihren freien Willen bestimmt.Sie kontrahieren als freie,rechtliche ebenbürtige Personen.Der Kontrakt ist das Endresultat,worin sich ihre Willen einen gemeinsamen Rechtsausdruck geben.Gleichheit! Denn sie beziehen sich nur als Warenbesitzer aufeinander und tauschen Äquivilant für Äquialent.Eigentum!Denn jeder verfügt nur über das Seine! Bentham! Denn jedem von beiden ist es nur um sich zu tun.Die einzige Macht,die sie zusammen und in ein Verhältnis bringt,ist ihres Eigennutzes.(,,,)ihrer Privatinteressen.“ So weit Marx Kritik, die die Ordnung des Marktes als bloßen Raum der wechselseitigen Realisierungen von Privtinteressen ansieht, in der jeder nur ein Mittel zur Realisierung der Privatinteressen des Anderen sein kann. Dem Menschen als Zoon politicum wird somit sein gesellschaftliches Leben nur noch ein Mittel zur Steigerung des Genusses seines Privatlebens, das ihm das Reich des Konsumierens ist. Aber der so verprivatisierte Mensch verfehlt sein Leben als Mensch, lebt entfremdet von sich, urteilte Karl Marx als, um es mit dem marxistischen Philosophen Althusser zu formulieren der noch humanistisch denkende Marx, bevor er ein Marxist wurde.

Man tut sich keinen Gefallen, alles, was Karl Marx schrieb, zu verdammen, nur weil es von ihm stammte. Das gilt ebenso für den ihm gleichbürtigem Philosophen Nietzsche! Es ist ein Stärke der kaholischen Theologie, stets im Gespräch gewesen zu sein und zu sein mit der Philosophie.

Wenn alles zur Ware wird, wird auch der Mensch zu einer Ware, die, wenn sie keinen Gebrauchswert mehr hat, nichts mehr wert ist. 









1Eberhard Straub, Zur Tyrannei der Werte, 2019, S.92.

2A.a,O. S.92.

3A.a.O.S.92.

4A.a,O. S.92.

5A.a.O. S.91.

6A.a.O. S.91.

Montag, 27. Oktober 2025

„Personalität,Subsidarität,Solidarität und Gemeinwohl“ - eine bedenkliche Zusammenstellung der „Katholischen Soziallehre“

 

Personalität,Subsidarität,Solidarität und Gemeinwohl“ - eine bedenkliche Zusammenstellung der „Katholischen Soziallehre“


In dem „Fels“ Artikel: „Die Anfänge der Katholischen Soziallehre“ werden diese 4 Größen als die Grundsätze der „Katholischen Soziallehre“ gefeiert, die ihre Grundlage in dem Wirken Don Boscos hätten.1 Unter dem Subsidaritätsprinzip wird hier verstanden: „Der Staat soll so viel Eigen-initiative des einzelnen und einer Gemeinschaft wie etwa auch der Kirche ermöglichen,wie möglich und soviel helfenden Einfluss ausüben wie nötig.“2 Die hierbei vollzogene Positionierung der Kirche in die bürgerlich pluralistisch verfaßte Gesellschaft, dem der Staat irgendwie gegen-überstehend gedacht wird, ist schon selbst genau genommen keine katholische Position, setzt sie doch die Kirche und den Staat als ein Gegenüber zur bürgerlichen Gesellschaft, um dann das genauere Verhältnis, das „und“ näher zu bestimmen. Die Kirche verlangt also so einen Freiraum, in dem dann sie wie auch andere Privatorganisationen und Einzelne frei wirken dürfen und der Staat solle dann nur noch einen die Privatakteure „helfenden Einfluß ausüben.“

Damit expliziert dieser Artikel die zwei ersten Prinzipien der katholischen Soziallehre, das der „Personalität“ und das der „Subsi darität“. Damit ist verschönernd das gesagt, was Klartext redend Hegel so erfaßt: „Die bürgerliche Gesellschaft ist für Hegel zuerst der >Verstandesstaat<,der im Wesentlichen aus dem Polizeiapparat besteht;er regelt die chaotischen Beziehungen Einzelner,welche jeweils ihre eigenen egoistischen Interessen verfolgen. Ein solch individualitisch- atomistischer Freiheitsbegriff korreliert strikt mit der Vorstellung einer Rechtsordnung,die den Einzelnen als Beschränkung seiner Freiheit aufgezwungen sind.“3 Dieser Rechtsstaat muß also Sorge dafür tragen, daß jeder Einzelne seine Privatfreiheit nur so praktiziert, daß er dadurch die Freiheit des Anderen nicht beeinträchtigt.

Das Subsidaritätsprinzip – und das ist jetzt kein Ostfriesenwitz- hat das Licht der Welt auf einer Synode der Reformierten Kirche in Emden, das ist eine ostfriesische Staat, 1571 erblickt als antikatholisches antihierarisches Organisationsprinzip der Reformierten Kirche! Würde die Katholische Kirche dies Prinzip auf sich selbst anwenden, würde das die völlige Nichtung ihrer hierarchischen Struktur zeitigen! Aber selbst die rabiatesten Deformer des Synodalen Irrweges gehen nicht soweit. Die Reformation verlangte als eine ihre ersten Konsequenzen die Abschaffung aller Orden, da diese unvereinbar seien mit der neuen evangelischen Rechtfertigungslehre. Damit fiel aber der bisherige Träger der Armenfürsorge, die Orden und ihre Klöster weg. Die Armemfürsorge übernahm nun der Staat, als Anfang des sich herausbildenden Sozialstaates, den dann Bismarck in Deutschland erschuf!Die Katholische Kirche sah sich nun einem sich herausentwickelnden Soziatstaat gegenübergestellt, der immer mehr der der Kirche eigenen Aufgaben selbst in die Hand nahm, isb im Bereich der Bildung und der Eheschließung, aber auch der Sozialpolitik. Als eine Abwehrstrategie instrumentalisierte nun die Kirche das reformierte antikatholisch intendierte Subsidaritätsprinzip, um für ihr Wirken Freiräume gegenüber dem Staate zu erwirken. Da sie sich nicht mehr zutraute, für sich als die einzig wahre Kirche diese Freiräume zu erkämpfen, verlangte sie nun diese Freiräume für alle Privatvereinigungen und Privatpersonen, um damit diesen Freiraum auch für sich beanspruchen zu können. Das ähnelt aber nun sehr der Praxis, dem Volke, hier dem Staate Wasser zu predigen, das Subsidaritätsprinzip anzuerkennen, und selbst den Wein, das hierarische Prinzip für die Kirche zu genießen!

Mit der Betonung der Freiheit des Einzelnen und der Würde des Menschen öffnete sich so die Kirche den Anliegen des (Wirtschafts-)Liberalismus in seiner antietatischen Ausrichtung. Zu dieser Ideologie gehört nun der Glaube an die unsichtbare Hand des Marktes, die da so einwirke, daß jeder Einzelne, nur seine privaten Interessen verfolgend, doch „zum Wohl aller beiträgt.“4 Das stellt nun jeden nicht Marktgläubigen vor beachtliche Verstehensprobleme: Man denke sich ein Synphonieorchester, jeder habe da sein Musikinstrument und es gälte die Regel, daß jeder auf seinem Instrumente spielen dürfe, was auch immer er wie spielen möchte, nur dürfe er seine Mitmusizierenden nicht daran hindern, daß diese nun auch nach ihrem Gustos spielen. Wer glaubt, daß er so eine Synphonie zu hören bekommen wird und nicht eher eine Kakophonie? Ohne einen Dirigenten zerfällt die gespielt werden sollende Synphonie in ein einziges unerträgliches Gelärme. Auf die bürgerliche Gesellschaft appliziert heißt das, das statt ein Agieren auf das Gemeinwohl hin nur ein chaotisches Durcheinander entsteht, in dem die Stärkeren auf Kosten der Schwächeren sich durchsetzen.

Der eingesetzte Begriff der Solidarität wirkt dabei wie ein Fremdkörper, der einfach nicht zu den 2 vorangestellten Begriffen der Personalität und Subsidarität passen will, es sei denn, man meine damit die Spendenbeeeitschaft für sozialcaritative Projekte. Wenn nun jeder zuerst an sich privatissimo denkt, dann entsteht aus der Summe solcher privatistischen Aktivitäten keine gemeinwohl orientierte Gesamthandlung, wie auch noch so gute Einzelmusiker keine Synphonie hervorbringen können, spielte jeder nur privat sein eigenes Instrument.

Diesem Konzept fehlt es eben völlig an einem wirklichen Staatsverständnisses, wie es etwa der Philosoph Fichte in seiner Konzeption vom „geschlossenen Handelsstaat“ skizziert hat und was der hegelsche Philosophie unter dem Begriff des Vernunftstaates expliziert. Auf der anthroplogischen Ebene wird das hier zugrunde gelegte Freiheitsverständnis, der individualistisch- atomistischer Freiheits-begriff“5 dem Menschen als Zoon politicon auch nicht gerecht.

Corollarium

Laut KI versteht Aristoteles den Staat so: "Aristoteles' Staatsphilosophie basiert auf der Annahme, dass der Mensch ein „politisches Wesen“ (zoon politikon) ist, das sein volles Potenzial nur in der staatlichen Gemeinschaft entfalten kann. Der Staat soll das „gute Leben“ (eudaimonia) seiner Bürger fördern, indem er ihnen ermöglicht, Tugenden zu entwickeln." Es ist kein gutes Zeichen, wenn die Theoogie sich so weit von den von ihr anerkannten Philosophen,Platon und Aristoteles entfernt. 






1„Der Fels“, Oktober 2025,S.289.

2A.a.O. S.289.

3Slavoj Zizek, Die bösen Geister des himmlischen Bereichs, 2016, S,62.

4Zizek, a.a,O. S.62.

5Zizek, a.a.O. S.62.

Samstag, 18. Oktober 2025

Jeder Mensch strebt nach dem Glück, nur worin sich das Glück befindet, darüber existieren sehr verschiedene Auffasungen.

 

Jeder Mensch strebt nach dem Glück, nur worin sich das Glück befindet, darüber existieren sehr verschiedene Auffasungen.



Diese Meinung, als Eudaimonismus bezeichnet könnte ob ihrer Verbreitung als einen Konsens unter uns Menschen angesehen werden. In dem Zeitalter der Massenproduktion von Waren und dem Massenkonsum synthetisiert sich diese Vorstellung mit der, daß im Prinzip das Glücklichsein in dem Konsum bestimmter Waren bestünde, wobei die Konsumentenfreiheit darin existiere, das meinem persönlichen Geschmacke Entsprechende kaufen zu können. Diese Idee des Erdenglückes evoziert aber den Einwand, daß einige, oder zu viele von diesem möglichen Glück ausgeschlossen seien, da sie zu arm seien, um so frei konsumieren zu können. Das Ideal der Gerechtigkeit verlange so, daß jeder Erdenbürger frei konsumieren könne.

Nietzsche widerstreitet nun völlig dem Eudaimonismus. In seiner „Götzen-Dämmerung“ Nr.12 heißt es: „Der Mensch strebt nicht nach Glück,nur der Engländer tut dies.“ Hat hier dieser deutsche Philosoph England als das Land des Kapitalismus vor Augen, wie auch Karl Marx, wie es Oswald Spngler in seiner Marxkritik ausdrücklich rekonstruiert.1 Werner Sombart zitiert nun in seinen Erwägungen darüber, was uns Deutsche als Deutsche ausmache Nietzsche so: „Was liegt am Glücke;trachte ich denn nach Glück?Ich trachte nach dem Werke.“ 2 Das Erschaffen des Werkes wird hier als ein selbstzweckliches Wirken verstanden und somit nicht als eine Hervorbringung von einer Ware, die verkauft werden soll, um einen Gewinn zu erzielen. Dazu paßt dann auch Richard Wagners Votum, was das Deutsche ausmache: „Deutsch sein heißt,eine Sache um ihrer selbst willen tun.“3 Schopenhauer sagt ganz in diesem Geiste: „Nehmen wir die Betrachtung des Menschengeschlechts hinzu...Auch hier stellt sich das Leben keineswegs dar als ein Geschenk zum Genießen, sondern als eine Aufgabe, ein Pensum zum Abarbeiten.“ Goethe äußert sich nun zu dieser Causa so: „Versuche deine Pflicht zu tun,und du weißt gleich,was an dir ist.Was aber ist deine Pflicht? Die Forderung des Tages.“

Und als Krönung dieser antieudomistischen Lebensauffassung zitiert Sombart M.Friederich: „Es ist nicht nötig,daß ich lebe;wohl aber,daß ich meine Pflicht tue für das Vaterland kämpfe,um es zu retten,wenn es noch zu retten ist.“

Könnte es sein, daß uns Deutschen nach dem verlorenen Krieg durch die Reeducation, durch dies Umerziehungsprogramm diese deutsche Lebensauffassung aberzogen worden ist, damit wir nun westlich und das hieße im Sinne Nietzsches engländisch werden sollten? Denn dieser engländische Geist ist der des ökonomischen Zeitalters, dem Sombart die Idee eines deutschen Sozialismus entgegenstellt. Darüber sollte nachgedacht werden.

1Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus.

2Werner Sombart, Deutscher Sozialismus, 1934, S.143.

3Sombart, a.a.O. S.143, wie auch alle jetzt noch folgenden Zitate.

Donnerstag, 16. Oktober 2025

Kein gutes Klima für die christliche Religion

 

Kein gutes Klima für die christliche Religion



Deutlich lassen sich die Wege verfolgen,auf denen Satan die Menschen auf seine Bahnen gelenkt hat“- das schrieb Werner Sombart in seinem Buch: „Deutscher Sozialismus“ in dessen Kapitel: Das ökonomische Zeitaltervor circa 100 Jahren und es klingt wie eine Prophezeiung für unsere Jetztzeit.1 Die hier als das „ökonomische Zeitalter“ charakterisierte Gegenwart zeitigt das Verschwinden der (christlichen)Religion als eine relevante Größe der Gesellschaft und des Lebens des modernen Bürgers.

Was brachte dies Zeitalter zum Verschwinden? Dies Zeitalter, bzw der Satan „hat in immer weiteren Kreisen den Glauben an eine jenseitige Welt zerstört und hat damit die Menschen mit aller Wucht in die Verlorenheit der Diesseitigkeit geworfen.“ 2 Diese Aussage weiß noch um den erlittenen Verlust des Glaubens an die jenseitige Welt zu trauern, jetzt, knapp 100 Jahre später wird selbst dieser Verlust nicht mehr als ein Verlust empfunden, wie es Jan Loffeld in seinem Buch: „Wenn nichts fehlt,wo Gott feht“ des Jahres 2024 anzeigt.

Aber durch was wurde denn nun der Glaube an eine jenseitge Welt und damit auch an Gott substituiert? Dies Zeitalter habe seinen Zeitgenossen „die Ueberzeugung beigebracht,daß jeder einzelne genug Verstand besitze,um durch sein willkürliches Handeln das Wohlergehen der Gesamtheit herbeizuführen und das Zusammenleben sinnvoll zu gestalten.“3 Damit wird die Ideologie der Marktwirtschaft, der Liberalismus charakterisiert, daß jeder auf dem freien Markt nur als ein vernünftiger Egoist zu agieren bräuchte und dann ginge es am Ende allen gut. Das „willkürliche Handeln“ meint hier, daß jeder Einzelne auf sich schauend agiert, ohne dieses Handeln dann bewußt auf das Allgemeinwohl auszurichten. Den Liberalismus bezichtet dann der Autor als den „Rausch der >Freiheit<!“4

Diese Epoche spreche „alle niedrigen Triebe des Menschen,die immer in diesem schlummern“ an5 und führe dazu, daß das „Gewinnstreben und die Anwendung des Rentabilitätsprinzips“6, das diese Epoche Bestimmende geworden ist. Die raffinierte Technik7 ermögliche nun, daß der Mensch selbst die Wunder bewerkstelligen könne, die er einst von dem jenseitigen Gott sich erhofft habe.

Die Auswirkungen des ölonomischen Zeitalters zeigen sich im öffentlichen Leben zunächst in der Tatsache,daß es nur einem Grund und einen Maßstab der Geltung gibt: den Geldreichtum, und nur eine Rangordnung: die nach dem Geldbesitz oder Geldeinkommen.“ 8 Alle anderen Seinswere würden so entwertet: „Schönheit, Stärke,Güte,Weisheit,künstlerische Bega-bung,Geburt,Familientradition,Rasse usw.“9

Das habe nun auch für das kulturelle, Sombart spricht hier von dem geistigen Leben10,um es von dem verkommerzialisierten Kulturbetrieb, (vgl dazu Theodor Adorno) abzusetzen. Mit Goethe unterscheidet er dabei „objektive und subjektive (organische und kritische, aufbauende und zerstörende, gläubige und ungläubige) Perioden.“ 11 Die jetzige Epoche sei eine „Subjektive“. 12 Goethe urteilt so: „Unsere ganze jetzige Zeit ist eine rückschreitende,denn sie ist eine subjektive.“13

Das Wie des Miteinanders der Menschen verändere sich in dieser Epoche des Primates der Ölonomie: „Immer sieht sich der Einzelne anderen Einzelnen gegenüber, mit denen ihm in Grunde keine innerlich Gemeinsames, sondern nur die gemeinsame Oede und Leere, die Vereinzelung und Vereinsamung verbindet.“14

Das „ökonomische Zeitalter“ drängt so die christliche Religion in das Abseits, denn es kennt die Welt nur noch als eine einzige zur Ermöglichung von Gewinn verheißenden Geschäften, wenn diese Möglichkeit dann auch nur darin beteht, eine gut bezahlte Anstellung zu erlangen und nicht arbeitslos zu sein. Jesu Christi Ausspruch, man könne nicht Gott und dem Mammon zu gleich dienen, setzte aus sich heraus eine Vielzahl von Konzepten, wie doch Beides zugleich möglich wäre, das verbürgerlichte Christentum des 19.Jahrhundertes versuchte dies inbesondere und benannte das einen Ausgleichsversuch zwischen der Religion und der Vernunft. Der Begriff der Vernunft geriet dabei aber in ein eigentümliches Zwielicht, wenn man  die Bedeutung des Begriffes der Vernunftehe sich vor Augen hält als der Antithese zur Liebesheirat, daß da nun aus primär ökonomischen Erwägungen heraus geheiratet wird. Werner Sombart skizziert so eindrucksvoll das Ende dieses bürgerlichen Ausgleichveruches, daß nun der Primat der Ökonomie die Religion aus dem Leben an den Rand verdrängt.Erstaunlich ist es, daß das Werner Sombart schon fast 100 Jahre zuvor sehr hellsichtig diagnostiziert hat. Vielleicht ist uns Heutigen der Primat der Ölonomie so eine Selbstverständlichkeit geworden,daß wir die Folgen davon nicht mehr wahrnehmen können.

Zusatz:

Kath de schreibt am 16.10.2025:"Wirtschaft ohne Seele".Papst Leo XIV. klagt Welt-wirtschaftssystem wegen Hunger an."  Dem hätte der Autor Sombart gewiß zugestimmt,nicht aber Kath net, denn dort wird unerschütterlich an die allein selig machende Marktwirtschaft geglaubt.


 

 



1Werner Sombart, Deutscher Sozialismus, 1934, S.3.

2A.a.O. S.3.

3A.a.O. S.3.

4A.a,O. S.3.

5A.a.O. S.3.

6A.a,O. S.3.

7A.a.O. S.3.

8A.a.O. S.21.

9A.a.O.S.21.

10A.a,O. S.25,.

11A.a.O. S.25.

12In Thomas Manns Werk; „Doktor Faustus“ wird aber schon die Reformation so beurtilt: „als einen Einbruch subjektiver Willkür in die objektiven Satzungen und Ordnungen der Kirche“.11.Kapitel.

13A,a,O. S.25.

14A.a.O. S.33.Vgl hierzu auch Ferninand Tönnies Gegenübersrellung von Gemeinschaft und Gesellschaft.