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Sonntag, 26. Juli 2026

Hat das Gemeinwohl etwas mit der Religionsfreiheit zu tuen?

 

Hat das Gemeinwohl etwas mit der Religionsfreiheit zu tuen?


Spontan dürfte die Antwort „Ja“ lauten, denn es ist doch für ein friedliches Miteinander günstig, wenn jeder Bürger seine eigene Religion frei ausüben könne und auch das Recht besitzt, nicht religiös zu sein.

Aber selbst da erhebt Marcel Lefebvre einen Einwand. Es sei ihm hier das Wort gegeben: „Kommen wir nun zu einigen weiteren Gebrechen der Religionsfreiheit,die noch fundamentaler sind. Die Argumentation des Konzils beruht im Grund auf einer falschen,personalistischen Auffassung des Gemeinwohls, das hier auf die Summe der Einzelinteressen reduziert ist, wie man sagt,auf die Respektierung der Rechte der Personen auf Kosten des gemeinsamen Werkes.das zur größeren Ehre Gottes und zum Wohl aller zu vollbringen ist,“ 1

Papst Johannes XXIII wird dann dazu so zitiert: „>Für das heutige Denken<,schreibt er,>beruht das Gemeinwohl vor allem in dem Schutz der Rechte und Pflichten der menschlichen Person>.“2


Das Allgemeine, auf das sich das Ziel des Wohlergehens bezieht, ist nicht die Summe der Privatinteressen der Einzelbürger. Es fehlt nun eine positive Bestimmung des dem Privatbürgers übergeordnetem Allgemeineren. Für den politischen Diskurs im Kontrast zu einem humanistischen ist das das Volk, das sein Leben im Nationalstaat als selbstbewußtes führt. Wenn nun die Rechte des Einzelnen verabsolutiert werden, stellt das eine Gefährdung des Allgemeinwohles dar.

Nur, was hat diese Einsicht mit der Frage der Religionsfreiheit zu tuen? Was soll man sich bei der Formulierung: „des gemeinsamen Werkes.das zur größeren Ehre Gottes und zum Wohl aller zu vollbringen ist,“ denken? Das gemeinsame Werk meint die Religionsausübung, die um des Gemeinwohles willen zu vollbringen ist. Pointiert formulierter: Unser Wohlergehen ist von der rechten Gottesverehrung und dem Ja zur wahren Religion abhängig.

So irritierend dieser Gedanke auch erscheinen mag, wird er doch einsichtig, wenn bedacht wird, daß einerseits Gott der Spender aller guten Gaben ist und daß es ihm andererseits nicht gleichgültig sein kann, ob er gemäß seinem offenbarten Willen geehrt wird oder nicht. Näherliegend ist nun wohl der Gedanke, daß für das Wie des Miteinanders und der Einsicht in die Bereitschaft der Unterordnung des Bürgers unter das Allgemeinwohl die wahre Religion förderlich ist.

Für das Alte Testament ist es eine selbstverständliche Wahrheit, daß das Wohlergehen des jüdischen Volkes abhängig ist von der rechten Gottesverehrung. Kaiser Konstantin förderte die christliche Religion, nicht primär als eine Privatperson, sondern weil er von seinem Beruf her für die rechte Gottesverehrung zuständig war um des Wohlergehens des römischen Volkes.

Ein heute völlig verworfener Gedanke muß aber noch mitbedacht werden: Gott kann auch zürnen, wenn er nicht recht verehrt wird, wobei die rechte Gottesverehrung nicht als reine Privatangelegenheit gemeint ist. Die privaten Sünden straft Gott an dem Einzeltäter, die öffentlichen an dem Volke, dass sie begeht. Das Gericht Gottes über Sodom und Gomorrah war keines über die vielen Privatsünden. Daß das Gemeinwohl nichts mit der rechten Gottesverehrung zu tuen habe, ist ein erst in der Moderne aufgekommender Gedanke, dessen Wahrheit bezweifelt werden kann.


1Marcel Lefebvre, Sie haben ihn entthront, 1988, S.206.

2A.a,O.

Donnerstag, 2. Juli 2026

Eine unredliche Kritik an der Piusbruderschaft

 

Eine unredliche Kritik an der Piusbruderschaft


Die Freude über die Exkommunikation der Bischöfe und Priester der traditionalistischen Piusbruderschaft nach den unerlaubten Bischofsweihen ist unüberhörbar, hofft man doch so, diese energischen und vielleicht auch manchmal übereifrigen Kritiker des Modernismus in der Kirche los zu sein, um nun getrost das 2.Vaticanum hinter sich lassend, es enthält leider noch so viel Katholisches, die Verprotestantisierung voranzutreiben.

Auch die Internetseite „Communio“ liefert nun pflichtgemäß ihren Beitrag wider die Priesterbruderschaft in dem Artikel: „Außerhalb der Kirche kein Heil:Ein Dogma im Wandel der Geschichte – oder: Warum die Traditionalisten die Tradition nicht gut genug kennen.“ Dabei konzentriert sich die Kritik auf die Bejahung des katholischen Dogmas: „Außerhalb der Kirche kein Heil“.1 Aus dem von der Piusbruderschaft vorgelegtem katholischen Glaubensbekenntnis wird dann zitiert:

Die Krise der Kirche hänge damit zusammen, dass das Dogma Außerhalb der Kirche kein Heil aufgeweicht wurde. Der missionarische Auftrag der Kirche sei dadurch kollabiert. In der Glaubenserklärung vom 14. Mai 2026 hat die Piusbruderschaft daher noch einmal bekräftigt: "Es gibt nur einen einzigen (!) Glauben und eine einzige (!) Kirche, durch die wir gerettet werden können. Außerhalb der römisch-katholischen Kirche und ohne das Bekenntnis des von ihr seit jeher gelehrten Glaubens gibt es weder Heil noch Vergebung der Sünden. Folglich muss jeder Mensch Glied der katholischen Kirche sein, um seine Seele zu retten, und es gibt nur eine einzige (!) Taufe als Mittel, um in sie aufgenommen zu werden. Diese Notwendigkeit betrifft die gesamte Menschheit ohne Ausnahme und schließt unterschiedslos Christen, Juden, Muslime, Heiden und Atheisten ein."


Es wird also die Behauptung aufgestellt, daß faktisch die Kirche die Mission eingestellt hat und diese Behauptung läßt sich empirisch verifizieren: Das Konzept des Dialoges mit allen Religionen und das Projekt des gemeinsamen Eintretens für eine Humanisierung der Welt ist faktisch an die Stelle des Missionsauftrages gestellt worden seit dem 2. Vaticanum. Es liegt nun nahe, dies Ende der Missionstätigkeit der Kirche in einen kausalen Zusammenhang mit der Auflösung des Dogmas, daß es kein Heil außerhalb der Kirche gäbe, zu sehen.

Das Faktum der Beendigung der Missionsarbeit der Kirche erwähnt die Kritik nicht sondern stellt zu recht fest, daß dies Dogma sehr sorgfältig zu explizieren ist. So gilt das göttliche Gebot: „Du sollst nicht töten!“ auch wenn dann in seiner Explikation ein Töten in einem Kriegsfalle, in einer Notwehraktion und bis zu Papst Franziskus auch der Vollzug der Todesstrafe die Kirche erlaubt. Deswegen wird aber die Gültigkeit dieses Gebotes nicht außer Kraft gesetzt.Das gilt so auch für das Dogma des kein Heils außerhalb der Kirche bis zum 2,Vaticanum.

Jetzt aber wird dies Dogma faktisch außer Kraft gesetzt. In dem Communioartikel heißt es nun nämlich: „Die Kirche kennt unterschiedliche Grade der Zugehörigkeit: Neben den Katholiken, die zur vollen Gemeinschaft der Kirche gehören, gibt es die Nichtkatholiken, die mit ihr durch eine Vielzahl von gemeinsamen Elementen verbunden sind. Selbst die Nichtchristen und Agnostiker sind insofern auf die Kirche als Volk Gottes hingeordnet, als sie nach der Wahrheit suchen und sich um eine humane Praxis bemühen.“

Das bedeutet, daß diese Art der Hinordnung zur Kirche und die graduelle Zugehörigkeit zu ihr zum Heile ausreiche: Das „und“ in der Aussage „als sie nach der Wahrheit suchen und sich um eine humane Praxis bemühen.“ ist hier wohl nicht addidativ sondern explizierend zu lesen: die Wahrheit suchen meint, eine Humanisierung der Welt zu versuchen. Sich um eine „humane Praxis bemühen“ reiche so zum Heile aus. Ob und wie jemand religiös sei, wird damit letztendlich als gleichgültig erklärt.

Damit beweist dieser Communioartikel, wie rechtmäßig diese Piusbruderschaftskritik ist: Die Weise der Deutung des Dogmas, kein Heil außerhalb der Kirche hat zum Ende der Mission der Kirche geführt, denn nun wird gelehrt und es wird so auch praktiziert: Jeder Mensch kann außerhalb der Kirche das Heil erlangen in jeder Religion oder gar als Atheist, wenn er nur humanistisch aktiv ist. Genau genommen reicht für jeden Menschen eine humanistische Gesinnung aus, wohingegen dann die Religion und isb die christkatholische gleichgültig ist.



1Communio 1.7.2026.

Montag, 29. Juni 2026

Von der Reich Gottes Verkündigung zum Jawort zur modernen pluralistischen Gesellschaft – eine Grobskizze

 

Von der Reich Gottes Verkündigung zum Jawort zur modernen pluralistischen Gesellschaft – eine Grobskizze


In der Jesusforschung, was hat er wirklich gepredigt und wie verstand er sich selbst verbunden mit dem kritischen Unterton, daß vielleicht schon die Evangelien und die Briefe des Neuen Testamentes Jesu von Nazareth Anliegen fehldeuteten und verzeichneten, existieren doch einige Konsens, daß er den Einbruch des Reich Gottes baldigst erwartete und daß er predigte: Kehret um.damit ihr eingehen könnt in dies Reich!

Der „alte Äon“ glich der Titanic kurz vor ihrem Untergang und es galt nun: Nur die in den Rettungsboten werden gerettet werden, die also in der neuen Arche Noah, der Kirche sich gerettet Habenden. Damit wäre schon der Kerngedanke der frühen Kirche charakterisiert. Die beliebte Polemik, Jesus verkündigte das Reich Gottes, aber die Kirche kam, verkennt, daß die ursprüngliche Bedeutung der Kirche die der Arche war, die die Christen aus dem Weltuntergang retten sollte und konnte, aus dem Untergang der die Niederkunft des Reich Gottes einleiten würde.

Die Gestalt dieser Welt vergeht“(1.Korintherbrief 7,31) lautete nicht nur bei dem Apostelfürsten Paulus die Grundüberzeugung, sondern so glaubte das Urchristentum.


Die Konstantinische Epoche zeigt uns nun grob skizziert ein anderes Gesicht: Im Bund mit dem Kaiser wurde die Welt nun zu einer Gestaltungsaufgabe, es galt die Gesellschaft als eine bestimmte vorgefunden Weltgestaltung zu christianisieren. Zu erforschen wäre, ob nun der Reich Gottes Idee eine Entwickelungstendenz innewohnte als einem Wachsen zum Reich Gottes hin.Die Kirche stand mit dem Staat der Gesellschaft gegenüber und wurde von ihnen als ihre Gestaltungsaufgabe begriffen.


Das Ende der Konstantinischen Epoche, als die drei großen christlichen Monarchien Europas, die Österreichs, Rußlands und Deutschlands untergingen führte zu einer neuen Situierung der Kirche, vollzogen im 2.Vaticanum. Sie bejaht sich jetzt als ein Subsystem der modernen pluralistischen Gesellschaft. Sie legitimiert sich nun durch ihre Systemleistungen, die sie für die Gesellschaft erbringt. Sie will dabei teilhaben an dem Projekt der Moderne, dem der Humanisierung der Welt und offeriert dazu religiöse Vorstellungen zur Motivationssteigerung für ein Engagieren für dies Projekt der Moderne.Als ein Element der pluralistisch strukturierten Gesellschaft rangiert nun für die Kirche der Staat neben der allgemeinen Öffentlichkeit als der Adressat seiner moralisch- sozialethischen Anliegen. Das eigentlich Christliche, die christliche Erlösungsreligion wird so zu einem innerweltlichen Humanitarismus transformiert,das Eigentliche nicht mehr kommuniziert.

Der „alte Äon“, dem das Reich Gottes sein Ende bereiten sollte, wird nun zu der zu bejahenden und im Kampf gegen seine Kritiker zu verteidigenden modernen Gesellschaft, der die Kirche subordiniert dient.

Das Urchristentum ersehnte den Untergang der alten Welt, damit das Reich Gottes einbräche, jetzt kämpft die Kirche um  den Erhalt dieser Welt: "Schöpfung bewahren!"

Aus dem "Ich bin die Wahrheit" Jesu Christi wird: "Eine von vielen Wahrheiten bin ich." 

 


Sonntag, 28. Juni 2026

Wenn von einer unbedingten Bejahung des 2.Vaticanumes geschrieben wird, was wird damit gemeint?

 

Wenn von einer unbedingten Bejahung des 2.Vaticanumes geschrieben wird, was wird damit gemeint?


Seit einiger Zeit hege ich diesbezüglich einen Verdacht, den ich noch nicht verifizieren kann, aber den ich für sehr wahrscheinlich halte.Nicht die vielfältigen theologischen Aussagen der Texte dieses Konziles sind gemeint, wenn das Konzil als unbedingt zu Bejahendes gefeiert wird, sondern primär seine kirchenpolitischen Intentionen.


Im 2.Vaticnum habe die Kirche die moderne bürgerliche Gesellschaft, fundiert auf der Ideologie der Menschenrechte und der Menschenwürde anerkannt und damit objektiv gesehen die gesamte konstantinische Epoche als den Irrweg der Kirche abgeurteilt. Sie habe daraus aber noch nicht die Konsequenz gezogen, nun ihr eigenes Innenleben demgemäß zu gestalten, sich also zu enthierarchisieren und zu verdemokratisieren.


Im 2.Vaticanum sei die Zeit(geist)gemäßheit zu dem Kriterium der Kirche und der Theologie avanciert, daß die Geschichte der Kirche und ihrer Theologie ein permanenter Anpassungsprozeß an die jeweilige Zeit gewesen sei, auch wenn die conservativen Kräfte in der Kirche sich jeweils der notwendigen Modernisierung entgegengesetzt hätten, aber den Progreß nicht aufhalten konnten. Das wäre die „Tradition“ der Kirche, daß so nun ein weiteres Einpassen in die Moderne verlange.

Dazu gehöre die Anerkenntnis aller Religionen als gleich wahre, der Verzicht auf jegliche Mission und daß stattdessen das Eintreten für die Menschenrechte die Zentralaufgabe der Kirche zu sein habe.


Im 2.Vaticanum habe so die Kirche die zeitgeschichtliche Bedingtheit all ihrer Lehren erkannt und sei so offen geworden für eine generelle Modernisierung der Kirche, die nur von Conservativen und Reaktionären torpediert würde


Dabei oszilliert das innerkirchliche Reformlager zwischen einer rein marktwirtschaftlichen Konzeption: „Der Kunde ist König“ und einer dogmatisch aufklärerischen, daß einfach gesagt reaktionären, conservativen Bedürfnissen nicht nachgegangen werden dürfe, das wäre ein illegitimer Populismus sondern nur den progressiven Wünschen nachzugehen sei. So sei jeder Versuch einer Rehabilitierung der „Alten Messe“ zu verwerfen, aber wenn Homosexuelle oder LGBTQ- Anhänger Gottesdienste für sich haben wollen, müsse das begeistert bejaht werden.


Dabei gilt die Morallehre der Kirche als ihr größter Irrtum, sodaß es am besten wäre, einfach dem vernünftigen Menschen es anheimzustellen, wie er selbst leben möchte, sofern er dabei die Moraldogmen der Politischen Korrektheit respektiert als die von jedem Bürger anzuerkennenden öffentlichen Religion,


Da die Bejahung der westlichen Demokratie, faktisch die Herrschaft einer Parteienpolitikeroligarchie die Aufgabe der Kirche sei, müsse sie nun vorrangig den Kampf gegen „Rechts“ führen. Die Kirche habe sich dabei als ein Subsystem der Gesellschaft zu verstehen, die sich durch ihre Leistungserbringungen für sie legitimiert. Traumatisierend wirkte dabei die Einstufung der Kirche und der Religion als nichtsystemrelevant in der Coronakrisenzeit: Nein wir sind relevant für die moderne Gesellschaft.

Nun ist das nicht eine Anreihung von Einzelpunkten, sondern meint einen Grundsatz, der sich dann so expliziert, daß die Anerkennung des Pluralismus als dem Fundament der modernen Gesellschaft die Behauptung, daß es eine Wahrheit gäbe, die als uns offenbarte uns beansprüche, nicht akzeptierbar sei.  

Freitag, 17. April 2026

Luthers (Un)Geist unter den Traditionalisten und unter.....

 Luther müßte begeistert sein, wenn er den Siegeszug seiner Kampfparole:"Konzile können irren" in der heutigen Zeit in der Katholischen Kirche erleben könnte. Demun einen extremen Standpunkt nimmet der ein,der urteilt, daß alle Konzilien die Wahrheit gelehrt hätten, daß dann aber im 2.Vaticnum Irrlehren in der Kirche sich eingeheimatet hätten. die nun zur aktuellen Kirchenkrise führten. Den anderen der, der urteilt, daß endlich erst das 2.Vaticanum die Kirche aus dem Sumpf der kirchlichen Irrtümer befreite oder begann, sie zu befreien. Beide Positionen setzen damit voraus, daß es innerhalb der Kirchengeschichte Phasen gegeben hätte oder gibt, in denen der Hl.Geist die Kirche verlassen hätte, soff daß sie dann in Irrtümer fallen konnte, wenn sie nur noch ein Menschenwerk sei.

Ein einfaches Experiment: Aus dem Fenster schaue ich, sehe,daß es regnet. Ich schreibe nun auf einen Zettel: "Jetzt regnet es!"und hebe diesen Zettel auf, Ein paar Stunden später schaue ich wieder aus dem Fenster und sehe, daß die Sonne scheint, Die vordem wahre Aussage: "Jetzt regnet es!" hat sich entwahrheitet, Vor mir steht ein Baum und ich schreibe: "Hier steht ein Baum!" und ich wende mich um und sehe: "Hier steht ein Strauch!" Auch diese vorherige Wahrheit hat sich entwahrheitet. Sollten wir uns die Wahrheitsfähigkeit von den Lehren der Kirche ähnlich denken, daß jede wahre Aussage zeit- und raumbedingt sich so entwahrheitet? Modernisten scheinen das so zu sehen.

Aber frägt man sie, ob den Kirche anfänglich im Recht war, die Ideologie der Menschenrchte, die Parole der Französischen Revolution: "Freiheit, Gleichheit und Brüderlicdhkeit" zu verwerfen, so lautet das Urteil: "Mitnichten, die Kirche habe nun erst anerkannt, was sie von Anfang an hätte bejahen müssen!"Das gälte eigentlich auch für die Anliegen der Reformatoren, die sie, statt sie zu reprobieren, positiv hätte rezipieren sollen, was nun ja dank des 2.Vaticanumes geschähe. 

Wie konnte dann aber so lange die Kirche sich in so wesentlichen Fragen irren? Das ist nur vorstellbar, wenn Konzilien sich irren könnten, da sie der Hl.Geist verlassen habe. Der Conträrstdandpunkt  stimmt nun Luther auch zu, indem er urteilt, daß dieses Reformkonzil nicht eines aus der Kraft des Hl.Geistes gewesen wäre. Nun wenden Traditionalisten mit guten Argumenten ein, daß in gar Gewichtigem das 2.Vaticanum Lehren verträte, die nicht mit der bisherigen Lehre der Kirche übereinstimme. Die modernistische Auslegung der Texte des Konziles bestätigt dann auch diese Kritik.

Grundsätzlich gilt: Texte sind polyinterpretabel. Das schlichte Kommunikationsmodell des Senders, der eine Botschaft vermittelt, die dann der Leser eindeutig verstehen kann, scheitert an jedem komplexen Text. Die Erfahrung zeigt, daß es soviele Bibelstellendeutungen gibt, wie es Leser gibt. Jede Deutschunterrichtsstunde zeitigt das Resultat, daß es keine eine wahre Auslegung eines literarischen Textes gibt, 

Es bedarf einer Auslegungsnorm, um angemessene von nichtangemessenen Interpretationen zu distinguieren. Die Auslegungsnorm der Texte des 2,Vaticanumes ist nun die, daß als wahr nur eine beurteilt werden kann, die die Texte als übereinstimmend mit der bisherigen Lehre auslegen. Faktisch wird aber anders ausgelegt, daß die Texte sich in einem Widerstreit zur bisherigen Lehre befänden sodaß entweder die Tradition oder die jetzigen Texte falsches lehren. Unbestreitbar ist eine Auslegung, die die Reformkonzilstexte als übereinstimmend mit der Traad ition liest, keine leichte Aufgabe, aber nur eine solche kann als wahrhaft katholisch beurteilt werden. Die Alternative dazu ist, daß wir Luther zustimmen, daß die Kirche sich in wesentlichen Lehren irren kann.

 

 

Dienstag, 31. März 2026

Das „wahre Konzil“ und das „Konzil der Medien“- oder: „Das Konzil und der Kampf um die Deutungshoheit“1.

 

Das „wahre Konzil“ und das „Konzil der Medien“- oder: „Das Konzil und der Kampf um die Deutungshoheit“1.

Papst Benedikt XVI hätte es auf den Punkt gebracht: „Es gab das Konzil der Väter, das wahre Konzil, aber es gab auch das Konzil der Medien.Es war fast ein Konzil für sich,und die Welt hat das Konzil durch diese, durch die Medien wahrgenommen...Und während das Konzil der Väter sich innerhalb des Glaubens vollzog...entfaltete sich das Konzil der Journalisten natürlich nicht im Glauben, sondern in den Kategorien der heutigen Medien, also außerhalb des Glaubens,mit einer anderen Hermeneutik. Es war eine politische Hermeneutik: Für die Medien war das Konzil ein politischer Kampf,ein Machtkampf zwischen verschiedenen Strömungen in der Kirche. Selbstverständlich haben die Medien für jene Seite Partei ergriffen, die ihnen zu ihrer Welt am besten zu passen schien.“2

Diese antithetische Gegenüberstellung von dem wahren Konzil und dem der Medien erscheint plausibel, aber hält sie einer kritischen Nachfrage auch stand? Wenn dem so wäre, wie konnten dann die Medien aus dem Konzil, wie es wirklich gewesen war, etwas so völlig anderes machen und warum gelang es dann nicht, eine angemessene Darstellung des Konziles gegen die Medien durchzusetzen? Daß die Medien eine politische Kommentierung des Konziles bevorzügten, da für sie ein Konzil nur ein Ort kirchenpolitischer Machtkämpfe sein könne,impliziert ja nicht, daß sie über die Ergebnisse dieser vermeintlichen Machtkämpfe falsch berichten müßten. Ganz ungeklärt bleibt dabei dann noch die Frage, wieso denn die Medien so kirchenfeindlich eingestellt berichteten, besser das wahre Konzil verfälschten.

Außerdem müßte angefragt werden, ob nicht schon innerhalb des 2.Vaticanums die Konfliktparteien ihre Kontroversen (kirchen)politisch wahrnahmen, daß da die Progressiven wider die conservativeren Bewahrer kämpften?

Die Priesterbruderschaft St.Petrus führt nun eine Dauerkontroverse mit der St.Piuspriesterbruderschaft über die Deutung des 2. Vaticanums, wobei sie lehren,daß das Konzil uneingeschränkt zu bejahen sei und daß alles dem Konzil negativ Angelastete nur Hervorbringungen hervorgerufen durch (absichtliche)Fehldeutungen dieses Konziles seien. Nur, warum konnten dann die Texte des Konziles so wider ihre eigentliche Intention mißinterpretiert werden und wie kam es dazu, daß diese Fehldeutungen die die universitäre Theologie dominierenden werden konnten?

Das klingt,mit Verlaub gesagt, durch alles nach einer zu simpel gestrickten Verschwörungstheorie. Pathetisch heißt es dann gar in diesem Informationsblattartikel: „Auch wenn dieses Konzil vornehmlich eine pastorale Ausrichtung hatte, enthält es doch wichtige Fortschritte der katholischen Lehre.“3 ,ohne uns zu informieren, worin denn diese gewichtigen Fortschritte bestünden. Das evoziert zudem die Kritik, ob es denn überhaupt in der Theologie Fortschritte geben könnte,wenn es doch in der Theologie primär darum geht,offenbarte Wahrheiten zu explizieren, so wie eine Hebamme das Kind zwar zur Welt bringen verhilft, es aber doch nicht selbst erschaffen hat.Über den hier verwendeten Fortschrittsbegriff wäre ein klärendes Wort nötig,mehr als nötig gewesen.

Weiter heißt es dann in diesem Text: „Wenn man das Zweite Vatikanische Konzil endlich ernst nehmen würde, eröffnete sich eine neue missionarische Sicht auf die Kirche,´die den Menschen nichts Anderes bringen will als Chrisus.“4 Nun ist es eine Tatsache, daß die Kirche ihre missionarische Tätigkeit vollständig eingestellt und stattdessen nur noch diakonisch tätig ist, isb substituiert sie in den einstigen Ländern ihrer Missionstätigkeit die Mission durch ihre Entwickelungshilfe im Kontext des interreligiösen Dialoges, daß alle Religionen sich für eine Humanisierung der Welt engagieren.

Zu fragen ist nun, ob diese Einstellung eine Frucht des 2.Vaticanumes ist. Als Kandidat kommt diesbezüglich die „Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen >Nostra aetate<“ in Frage. Der Befund. In jeder Religion kann ein Mensch das Heil erlangen, insofern er das in ihr an Wahrem praktiziert und wenn Gottes Gnade das Fehlende dann ergänzt. Selbst ein Atheist kann so, folgt er nur seinem Gewissen, das Heil erlangen.Das ist nun selbst eine sehr problematische Auslegung des Petrus Abaelardus zugeschriebenen Votums: „Dem,der tut,was in ihm ist, versagt Gott nicht die Gnade“= Facienti quod in se est,Deus non denegat gratiam“ .

Ein der Theologie innewohnende Widerspruch artikuliert sich hier, daß einerseits an dem universalistischen Heilswillen Gottes festzuhalten ist, sodaß jeder Mensch eine Möglichkeit gegeben sein müsse, das Heil zu erlangen und daß andererseits das Heilsmittel, Jesus Christus und die Kirche nur partikular für Menschen erreichbar war und ist. Können Menschen, sagen wir mal unsere germanischen Vorfahren: Hatten die eine Möglichkeit, das Heil zu erlangen, bevor sie christianisiert wurden? Wenn es dazu eine Möglichkeit gibt etwa im Sinne des Petrus Abaelardus, dann gab es die und gibt es sie noch jetzt. Oder sollte Gott nach Christi Geburt alle bisherigen Wege zum Heil als ungültig erklärt haben, da es nun nur noch den christlichen geben soll? Wird nicht eine solche Ungültigkeitserklärung durch Gott angenommen,dann sind auch nach Christus alle Religionen Wege zum Heil und selbst ein Atheist ist nicht notwendig vom Heile ausgeschlossen.

Das ist dann, wenig überraschend das Ende der Mission. Der der christlichen Religion innewohnende Widerspruch zwischen der Aussage, daß nur die wahre Religion der Weg zum Heile der Menschen ist und das Insistieren auf den universalistischen Heilswillen Gottes bedrängt das theologische Denken, eine Lösung zu finden.Mit dem 2. Vaticanum hat nun die Lösungsstrategie, die um des Heilsuniversalismus willen die christliche Religion und die Katholische Kirche als den einzigen Weg zum Heile relativiert, die Oberhand gewonnen. Wenn aber so jede Religion ein Weg zum Heil ist und selbst der Atheismus nicht vom Heile ausschließt, dann ist damit der Mission ihr Fundament entzogen.

Das ist nun wahrlich nicht ein Ergebnis eines Konziles der Medien sondern das Ergebnis einer Lektüre der Texte des 2. Vaticanumes,die „Nostrae aeate“ zu dem Haupttext aufwertet, die so alles über die Mission als der Aufgabe der Kirche entwahrheitet. Wenn dann noch die Erklärungen zur Religionsfreiheit und Gewissensfreiheit von „Nostrae aetae“ gelesen werden, erzwingt das eine völlige Relativierung des Wahrseins der christlichen Religion und ihrer Kirche.





1Informationsblatt der Priesterbruderschaft St.Petrus, 4/2026, S.14-16.

2a.a.O. S.14.

3a.a.O. S.15.

4A.a. O. S.16.

Dienstag, 24. Februar 2026

Was sind die wahren Kernpunkte des 2. Vaticanums? „Communio“ beleher uns!

 

Was sind die wahren Kernpunkte des 2. Vaticanums? „Communio“ beleher uns!



Angesicht des Konfliktes Roms mit der traditionalistischen Piusbruderschaft, sie erkläre, nun neue Bischöfe weihen zu wollen, offenbart uns der „Communio“ Artikel: „Kommt es zum Schisma?: Der Papst und die Pius-brüder am Scheideweg“ am 21.Februar 2026 von Prof Tück, warum die Piusbruderschaft ohne irgendeine Relativierung das ganze 2.Vaticnum anerkennen müsse. Die Konzilzdokumente enthielten nämlich unhintergehbare Entscheidungen, die jeder Katholik zu bejahen habe,

So heißt es dann in diesem Artikel: „Würde die Piusbruderschaft ohne Revision ihrer theologischen Positionen in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche zurückkehren, stünde die Gefahr im Raum, dass ein Trojanisches Pferd lanciert würde, das antiökumenisches, antijüdisches und antidemokratisches Ideengut einschleusen würde.“

Daraus ergibt sich, daß das Kernanliegen des 2.Vaticanums die Ökumene, ein Projudaismus und die Bejahung der Demokratie sei. Zu der Thematik der Ökumene und der Bejahung der Religionsfreiheit äußert sich dann der Artikel so: „Oder sollen Nichtkatholiken wieder als >Häretiker< und >Schismatiker<, Nichtchristen als >Götzenanbeter> und Anhänger >falscher Religionen< tituliert werden?“ Diese rein rhetorisch gemeinte Frage hat aber die Katholische Kirche bis zum 2.Vaticanum bejaht. Schon im Alten Testament werden die andere Götter Verehrende als Götzenanbeter qualifiziert und so urteilt auch das Neue Testament. Das Konzil zu Trient verurteilt viele Lehren der Reformatoren als häretisch und den Ungehosam wider den Papst als chismatisch. Selbsterständlich hat die Kirche bis zum 2.Vaticanum alle nichtchristlichen Religionen als „falsche Religionen“ beurteilt. Offensichtlich versteht der Autor dieses Artikels das 2.Vaticanums so, als wenn es die Gleichwahrheit aller Religionen lehrt und damit auch ihre Gleichgültigkeit.

Aber dann wird gar noch die Holocaustkeule geschwungen:“Vor allem im Gespräch mit dem Judentum wären Irritationen zu erwarten. Das Konzil hat jeden Antijudaismus verurteilt und die wurzelhafte Verbindung zwischen Israel und der Kirche betont. In der Piusbruderschaft aber werden Juden auch nach dem Zivilisationsbruch der Shoah noch als "Gottesmörder" bezeichnet, solange sie Jesus Christus nicht als ihren Herrn anerkennen.“ Läßt man nun die Polemik auf sich beruhen, bleibt der Vorwurf übrig, daß die Piusbruderschaft immer noch lehrt, daß ein Jude um seines Heiles willen den christlichen Glauben anzunehmen habe! Das bezeugt so das gnze Neue Testament und hat so auch die Kirche in ihrer Treue zum Missionauftrag Jesu Christi immer so gelehrt. Nun soll das Faktum, daß Juden Grauenhaftes in Auschwitz erlitten haben, ein, nein das Argument sein, ihnen das Evangelium nicht mehr zu verkünden! Das ist mehr als absurd, denn was kann einem Menschen Besseres verkündet werden als die Wahrheit und warum soll nun erlittendes Leid ein Argument sein, dem Gelittenhabenden die Wahrheit nicht mehr zu verkünden?

Diesen Standunkt kann nur der einnehmen, der meint, daß der christliche Glaube für das Heil irrelevant sei, da jeder Mensch ja in der ihm eigenen Religion das Heil finden könne und der Atheist, wenn er nur seinem Gewissen folge. Das 2.aticanum lehre also die Gleichgültigleit der christlichen Religion und dazu müsse nun auch die Piusbruderschaft ihr „Amen“ sagen.

So unnsinnig kritisierten nun die Traditionalisten die Errungenschaften des Reformkonziles: „Liberté – durch die Anerkennung der Religions- und Gewissensfreiheit habe man dem Irrtum Rechte eingeräumt, die Wahrheit des Glaubens verraten und dem Relativismus Tor und Tür geöffnet.“ „Fraternité – durch die ökumenische Öffnung habe man eine >Fraternisierung mit Schismatikern und Häretikern< vollzogen, durch das Gespräch mit den >falschen Religionen< dem Synkretismus Vorschub geleistet.“

Nun kann man aber nicht verkennen, daß all diese kritisierten Positionen der „Communio“-Artikel selbst vertritt durch seine Behauptung der Gleichgültigkeit aller Religionen. Wenn wahr nicht mehr von unwahr distinguiert wird, sind dem Snkretismus und dem Relativimus die Tore weit geöffnet.

Bezeichnend ist hierbei der Anthropozentrismus: Wie gehen wir mit den Andersgläubigen und Atheisten um ohne zu fragen, wie Gott denn die Andersgläubigen und Ungläunbigen beurteilt.Humanitär sei es eben ganz im Geiste der Menschenrechtsideologie, die Religion des Anderen und die eigene für gleichgültig zu deklarieren, um so ein friedliches Miteinander zu ermöglichen. „Über Glaubens- und Religionsfragen streitet man eben nicht! Das wnn äre ein unzivilisiertes Verhalten!“ Und dann stören diesen Religionsfrieden der Vergleichgültigung aller Religionen diese Jesusgläubigen, indem sie urteilen, daß nur Jesus Christus die Wahrheit ist!Wenn dieser Theologieprofesor mit seiner Deutung des 2.Vaticanums recht hätte, dann hätte sich die Kirche mit diesem Konzil selbst aufgegeben!



Donnerstag, 20. November 2025

Ein Skandal- oder: Wie sehr ließ und läßt sich die Kirche von Opportunitätserwägungen leiten? 1.Teil

 

Ein Skandal- oder: Wie sehr ließ und läßt sich die Kirche von Opportunitätserwägungen leiten?


Dies sehr populäres und sich viel Zustimmung erfreuende Narrativ: „Macht korrumpiert den Charakter“, angewandt auf die Texte des 2.Vaticanumes drängt geradezu zu diesem Verdacht: Die Kirche,nun endlich befreit aus der babylonischen Gefangenschaft des „Thron- und Altarbündnisses“,das Ende der Korrumption durch die Konstantinische Epoche vor Augen, fand und findet so zu ihrer Ursprünglichkeit zurück,ganz allein der (offenbarten)Wahrheit verpflichtet zu sein. Vordem habe die Kirche wohl um dieses Bündnisses willen zu viel Rücksicht genommen auf die Macht des Staates, von der sie durch diesen Bund selbst auch profitierte.

Diesem Verdacht steht nun aber eine andere Realität gegenüber, die daß asymmetrische Kommunikaionsverhältnisse der Wahrheitsfindung nicht förderlich sind. Der allseits bekannte Witz: Paragraph 1: „Der Chef hat immer Recht.“ Paragraph 2: „Hat der Chef Unrecht,tritt automatisch Paragraph 1 in Kraft“ zeigt überdeutlich,daß die Stellung der Subalternität,unter einer Macht eines anderen zu stehen,dem Aussprechen der Wahrheit sehr hinderlich ist,ja daß die Wahrheit nur sagen kann, wer dazu auch die Macht hat.

Nach diesem etwas zu umständlichen Prologes nun in medias res: Es geht um die neueste vaticanische Erklärung: „Mater Populi fidelis“, die leider von vornherein in einem argen Verdacht steht, daß sie weniger der Klärung dient: „Was ist über und von der Mutter Gottes zu lehren?“ als daß hier eine Art katholische Außenpolitik betrieben wird, die Sprache der Diplomatie diesen Text bestimmt und nicht der Wille zur Wahrheit.

Auf der Internetauftrittsseite: „Communio“ stand am 4.11.2025 dieser Kommentar zu Mater Populi fidelis“: „Die Tochter des Sohnes: Vatikan setzt übersteigerter Marienfrömmigkeit Grenzen.“ Da heißt es gleich am Anfang:Ein neues vatikanisches Dokument über "marianische Titel" klärt die Rolle Marias im Heilswerk. Das Papier macht deutlich: Maria wird nicht "neben" Christus verehrt. Das ist ein wichtiges ökumenisches Signal.“ Es muß nun untersucht werden, welcher den der hier zugrunde gelegte Maßstab sei,um eine angemessene Aussage der Mariologie von einer übersteigerten distinguieren zu können. Die Antwort gibt uns dieser gerade zitierte Text selbst: Die Ökumene, und das heißt nun hier, daß der Maßstab für eine wahre mariologische Aussage die Verträglichkeit bzw Unverträglichkeit mit dem ökumenischen Dialog ist.Simpler formuliert:Die Kirche dürfe (in dieser Causa) nichts sagen, was den protestantischen Dialogpartnern als anstößig empfunden werden könnte.

Der Kath info Artikel: „Maria ruft ihre Getreuen“ vom 18.11.2025 bestätigt nun diesen Verdacht der Korrumption der Wahrheit durch die Rücksichtsnahme auf den Protestantismus:Auch im Vorfeld des Zweiten Vatikanums sollen etwa 500 Konzilsväter dafür plädiert haben, Maria als „Mediatrix“ zu definieren; rund 50 wollten sie als „Miterlöserin“ bezeichnen.Und in der Tat: Die Theologische Kommission des Zweiten Vatikanischen Konzils habe den Titel „Miterlöserin des Menschengeschlechtes“ als „vollkommen richtig (verissimus)“ bezeichnet, „verwandte ihn aber nicht im vorgestellten Text mit Rücksicht auf die Protestanten (Acta synodalia I, 99)“

Die Aussage, Maria sei so zu qualifizieren sei zwar richtig, aber um der Rücksichtsnahme den Protestanten gegenüber sei es nicht opportun, das zu sagen! Schon bei der Formulierungen der mariologischen Aussagen des 2.Vaticanums bestimmte so die Frage:“Was können wir den Protestanten in Rücksicht auf die Ökumene sagen, die Grenzen des Aussagbaren der Mariologie. Nur woher kommt dieser Rücksichtsnahmeimperativ:“Sage nur,was Niemanden und isb Mächtigen mißfällt?“ Die Antwort fällt leicht:Die eigene Machtlosigkei behindert,die erkannte Wahrheit zu sagen.In wie vielen Mitarbeiterbesprechungen wird nicht die Wahrheit gesagt,da der Chef der Besprechung vorsteht.(Hinter seinem Rücken wird dann aber über ihn um so mehr gelästert.) Man traut sich nicht zu sagen, was von einem selbst als wahr erkannt worden ist,weil die Macht des Anderen zu fürchten ist. Die Menschenfurcht, als Genitivus objectivus zu lesen, ist so eines der größten Hindernisse für die Wahrheit, daß entweder die erkannte Wahrheit nicht mehr ausgesagt wird oder daß die Wahrheit gar nicht mehr erkannt werden soll aus der Befürchtung heraus,daß sie nachteilhaftig ist für den sie Erkennenden.

Jesus Christus wollte uns vor der Menschenfurcht befreien,indem er uns lehrte:fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und die Seele nicht können töten; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.“ Die Furcht vor Gott, denn er allein verfügt über die Macht,unsere Seele und unseren Leib verderben zu können, überwindet die Furcht vor den Menschen, da diese über viel weniger Macht gegen uns anwendbar verfügen. Von dieser Gottesfurcht hat die modernistische Theologie die Christen befreit, aber um den Preis, daß wir nun nur noch die anderen Menschen fürchten.

Aber die Macht ist unter uns Menschen sehr unterschiedlich verteilt. Es drängt sich so der Verdacht auf, daß die jetzigen kirchlichen Aussagen zu Maria mehr der Rücksichtsnahme auf die Macht des Protestantismus sich verdankt als einer vertieften Erkenntnis im Rahmen der Mariologie! Dieser Verdacht fällt aber auch auf die Aussagen des 2.Vaticanums zur jüdischen wie zur islamischen Religion und zum Atheismus.Die ihres Bündnispartners beraubte Kirche begann sich wieder zu fürchten, während sie in der Konstantinischen Epoche machtvoll sich traute, die Wahrheit auszusagen.


Merke: Subalterne sagen, was ihre Herren hören wollen!


Mittwoch, 9. Juli 2025

Was ist das Revolutionäre des 2.Vaticanums? Die Selbstrelativierung der Kirche und der Beginn ihrer Selbsthistorisierung!

 

Was ist das Revolutionäre1 des 2.Vaticanums? Die Selbstrelativierung der Kirche und der Beginn ihrer Selbsthistorisierung!



Im Geiste des 2.Vaticanumes über es hinaus, seine positiven Potenzen weiterentwickeln, das sei die jetzige Aufgabe der Theologie, offenbart uns der Fundamental“theologe“ Hoff. Ja, es gäbe Revolutionäres im 2.Vaticanum. Damit reiht sich dieser Theologe in die Heerschar derer ein, denen dies Konzil zuvörderst das der Diskontinuität gewesen sei, daß einer Befreiung von der fast 2000 jährigen Tradition zugunsten eines Aufbruches zu neuen Ufern. Meist wird dann aber relativierend hinzugefügt, daß der Bruch noch nicht gänzlich gelungen sei, daß eben doch noch zu viel Traditionalistisches in ihr weiter west, und noch nicht verwest sei.

Zu einem der Favoriten dieser Diskontinuitätstheorie avancierte nun die Behauptung des kryptoprotestantischen Kirchenhistorikers Hubert Wolf, das Papstamt mit seiner Kompetenzbestimmung sei eine Erfindung des 19. Jahrhundertes, von der sich leider dies Reformkonzil nicht gelöst hätte. In dem Kath de Artikel liest sich das so: „Im 19. Jahrhundert – das hat Hubert Wolf überzeugend herausgearbeitet – wird auf dem Boden der Tradition ein neues Lehrformat entwickelt. Was bedeuten diese Prozesse für die Selbstbestimmung der Kirche?“ (Das hätte dieser Fundamentalteologe auch simpler formulieren können: Jetzt haben wir erkannt, daß Luthers Papsttumskritik im Recht war, aber das klänge doch zu trivial, es soll wissenschaftlicher daherkommen!)Das Papstamt, so wie es dann das 1.Vaticanum explizierte sei ein Konstrukt des 19. Jahrhundertes. Dieser Subtext muß dabei mitzuhören, daß die Kirche sich da gegen die Moderne verbarrikadiert hätte, statt diese Frucht der Aufklärung in sich beglückt aufzunehmen, aber das 2.Vaticanum öffnete dann ihre Tore weit, weit, auch wenn der jetzige Modernistenpapst Magnus Striet bemängelt, daß Kants Philosophie immer noch nicht zum neuen Fundament der Kirche gekürt worden sei!

Von zentraler Bedeutung ist nun der Terminus der „Selbstbestimmung der Kirche“: Was sie lehrt und was sie dann auch tut, das ist ein Ergebnis ihrer Selbstbestimmungsakte.Damit ist die These mitgesetzt, daß sie all ihre Gehalte als die Produkte von ihren Selbstbestimmungsakten revozieren und durch neue ersetzen könne. „Alles fließt“- darauf läßt sich diese Selbstrelativierung der Lehre der Kirche reduzieren.

So formuliert dies dieser Fundamental“theologe“: Es hat der Pluralität von Kirche einen anderen Ort gegeben. Es hat die Globalität von Kirche und der unterschiedlichen kirchlichen Traditionen markiert und eine neue Wissensform entwickelt – nämlich diejenige, dass man sich von anderen Perspektiven, Wahrheitsüberzeugungen und gesellschaftlichen Realitäten relativieren lassen kann. Relativieren heißt, sich zu ihnen in ein produktives Verhältnis setzen. Menschenrechte, Religionsfreiheit, Ökumene, die Bedeutung anderer Religionen: sich davon relativieren zu lassen, ohne die eigenen Überzeugungen und den eigenen Geltungsanspruch aufzugeben, war ein bedeutender Schritt.“

Aus den Offenbarungswahrheiten werden so Überzeugungen, die Kirche tätige nun nur auch Aussagen, die Geltungsansprüche erhebten. Tätige ich die Aussage: „Es regnet jetzt!“, dann erhebe ich damit den Anspruch, daß diese Aussage wahr sei, verbunden mit der Möglichkeit, daß dieser Geltungsanspruch veri- oder falsifizierbar sei. So werden in jedem Gespräch Geltungsansprüche getätigt. In denen manifestieren sich auch Überzeugungen, in diesem Falle die, daß es regnet!

Aber hier sind andere,gewichtigere Dinge gemeint, und zwar nur Größen, die die Katholische Kirche vor dem Konzil als nicht mit der Wahrheit kompatibel verworfen hatte.Zur Bedeutung der anderen Religionen: Nie hat die Kirche die anderen Religionen als bedeutungslos bezeichnet, denn gerade eine falsche Religion ist nicht bedeutungslos, sie insistiert aber darauf, daß nur die Katholische Kirche die wahre sei, daß nur in ihr der die ganze Wahrheit präsent sei. Dies aufgegeben zu haben, sei nun die Revolution des 2.Vaticanums. Die Ökumene und die Bejahung der Religionsfreiheit fungieren dabei als die Einfallstore der Vergleichgültigung aller Religionen.

Aber dies Konzil sei eben noch nicht weit genug gegangen in dem Prozeß de Selbstrelativierung: „Historisches Denken greift wirklich Raum. Doch jetzt kommt das große Aber: Eine wirklich konsequente Selbsthistorisierung der eigenen Wissensform, das heißt, die Konzepte, mit denen man arbeitet, kontextbewusst in den Blick zu nehmen, hat das Konzil nicht geleistet.“ Die Theologie stehe so vor der Aufgabe, die Dogmen und Lehren der Kirche historisch kritisch zu dekonstruieren als zeitgeschichtlich bedingte Meinungen über Gott und die Welt.

Aber Kath de frug nun diesen „Theologen“:Wie verhält sich denn ein solches geschichtliches Denken zu Glaubenswahrheiten, die für die Kirche überzeitig sind? Darauf erhielt der Frage diese meisterliche Antwort: Aus meiner Sicht exzellent. Erstens, weil sich gerade im geschichtlichen Bestimmen dieser Glaubenswahrheit zeigt, dass der Gott, an den wir glauben, ein Gott ist, mit dem wir unterwegs sind.“ Die ewigen Wahrheit ist also die, daß alle sich gebildet habenden Meinungen und Überzeugungen über Gott und die Welt sich stetig modifizieren, daß alle die Wahrheit der stetige Wandel sei. In Anlehnung an Hegel könnte gesagt werden: „Jetzt regnet es“, ich schreibe den Satz auf und ein paar Stunden später ist der Satz unwahr geworden, da nun die Sonne wieder scheint.Alle Wahrheit sei eben nur eine kontextuelle.Das Mit-Gott-Unterwegs-Sein macht so in letzter Konsequenz aus Gott etwas zu sich selbst noch Unterwegsseiendes, das wie einem Politiker sein Geschwätz von gestern heute nicht mehr interessiert.  

So verwundert es nicht, daß dieser Fundamental“theologe“ im Papstamt das größte Problem für die Kirche sieht: „Neues Verständnis des Petrusdienstes nötig. Hoff sieht monarchisches Papstamt als Grundproblem der Synodalität“ Kath de am 3.4.2024. Wenn alles relativiert werden soll, dann muß das päpstliche Lehramt einfach das Übel schlechthin sein. Aber genaugenommen richtet sich diese in diesem Artikel beschworene Revolution gegen den, der von sich sagt:“Ich bin die Wahrheit“, denn eine solche darf und kann es nicht geben, ist doch jede vermeintliche Gotteserkenntnis nur ein zeitgeschichtlich bedingtes Meinen.

Faktisch wird hier die Theologie beseitigt durch eine historisch kritisch vorgehende Ideengeschichte, die eben jede theologische Erkenntnis relativiert: Nichts Gewisses weiß man, außer das alles ungewiß sei. Der Philpoosoph P.Sloterdijk ("Menschenverbesserung", in: ders: "Nach Gott", S,228) spricht von einer "postmetaphysischen Umformung des Christentums". Dieser Begriff könnte diese Transformation der Theologie in eine Disziplin der Geschichtswissenschaft erklären, daß keine wahrheitsfähigen Aussagen über Gott mehr als möglich erachtet werden und daß sich so die "theologische" Wissenschaft auf die Klärung der historischen Bedingtheit aller Aussagen über Gott zu kaprizieren habe. Wahre Aussagen über Gott sind eben metaphysische Aussagen, auch wenn sie theologische, von Gott offenbarte sind.





1 Kath de, 9.7.2025:“Fundamentaltheologe über Hinterlassenschaften des Zweiten Vatikanums Hoff: Es braucht Antworten auf die offenen Fragen des Konzils.“

Donnerstag, 12. Juni 2025

"Wir haben Kämpfe darum, was als legitime Form des Christlichen gilt. Da sind wir mittendrin."1 Eine Kampfansage!

 

"Wir haben Kämpfe darum, was als legitime Form des Christlichen gilt. Da sind wir mittendrin."1 Eine Kampfansage!

Kath de führt nun diesen Kampf zusammen mit vielen anderen Mitkämpfern: Was gehört zur Kirche und was ist auszugrenzen? Das Gerede von der Toleranz und die Vielfältigkeit meint so einerseits, daß neue Formen des Christlichen in die Kirche integriert und anderes aus ihr entfernt werden sollen. Eine marketingstrategische Interpretation dieses Vorhabens lautete: Um Neukunden zu gewinnen, müsse der Verlust von Altkunden in Kauf genommen werden, wenn vom Potential her die möglicherweise neu zu gewinnenden Kunden zahlenmäßig die Zahl der jetzigen Altkunden übertrifft und anzunehmen ist, daß nur modernisierte Formen, die die Altkunden wohl nicht akzeptieren werden, die Neukunden zu gewinnen sind. Kath de sieht sich nun aber mit einem gravierenden Problem konfrontiert, daß die Causa Carlo Acutis christliche Formen revitalisiert werden, die schon längst aus der Kirche ausgeschlossen worden sind, oder nur noch ein kümmerliches Randschattenleben führten. Verschwörungstheoretisch formuliert hieße das, daß finsterste reaktionäre Kreise diesen Carlo Acutis, dessen Heiligsprechung zu befürchten ist, dazu mißbrauchen, Ewiggestriges zu repristinieren.

Der Standpunktkommentar vom 11.6. 2025 formuliert das unter der Überschrift: „Der Hype um Carlo Acutis ist befremdlich“ so:  „Die Tournee seiner Herzreliquie durch Europa im vergangenen Jahr half, bestimmte Frömmigkeitsformen wieder voranzubringen, die "Freunde Carlo Acutis" nutzen seine Bekanntheit auch als Vehikel für andere Themen.“ Für einen mit Kath de vertrauten Leser sind diese mirakulösen Andeutungen klare Botschaften, daß hier mit dem „Geist des Konziles“ Unvereinbares revitalisiert werden soll. Schon allein der Terminus: „Reliquie“ ruft ja unter Modernisten unvorstellbaren Ekel hervor,ist ihm doch die ganze Reliquienfrömmigkeit ein einziger Exzeß des Aberglaubens.Daß Jesus selbst der Urheber dieses abergläubischen Exzesses ist, als er der blutflüssigen Frau sagte, daß ihr Glaube, wenn ich sein Gewand nur berühre, werde ich geheilt, sie wirklich geheilt habe,macht die Sache noch schlimmer! Aber diese Jesusaussage kann man ja wegexegetisieren!

Am 25.7.2024 durfte ein Religionssoziologe den großen Hammer gegen diese revitalisierte Reliquienfrömmigkeit schwingen: Unter der Überschrift: „Ebertz: In Tournee von Acutis-Reliquie steckt pastorale Strategie“ heißt es: „Mit Blick auf die katholische Kirche zeichnete Ebertz einen Gegensatz zwischen eher rational und intellektuell orientierten Gläubigen und einer Richtung, die an Volksfrömmigkeit und ekstatischen Formen des Religiösen ausgerichtet sei. " Der „Volksfrömmigkeit“ im Verbund mit „ekstatischen Formen des Religiösen“ wird antithetisch der rationale und intellektuell orientierte Glaube entgegengesetzt. Diese Schwarz-Weiß-Malerei soll nun klarstellen, was in der heutigen Kirche einen legitimen Platz einnehmen darf und was auszugrenzen ist. Der „Geist des Konziles“ verlange eben die Austrocknung der „Volksfrömmigkeit“, die nun mal irrational- abergläubisch ist.

Ich sehe diese Herztournee auch als einen Ausdruck einer pastoralen Strategie, einer ganz bestimmten Gruppe von Menschen in der Kirche, die versuchen wollen, diese traditionellen Formen wieder nach oben zu bringen", sagte Ebertz. Verschwörungstheoretisch formuliert heißt es dann weiter: "Ich sehe diese Herztournee auch als einen Ausdruck einer pastoralen Strategie, einer ganz bestimmten Gruppe von Menschen in der Kirche, die versuchen wollen, diese traditionellen Formen wieder nach oben zu bringen", sagte Ebertz.“ Eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen, das ist die Gruppe der Verschwörer wollen so durch raffinierte Machinationen ewiggestrige überkommende Frömmigkeitsformen revi-talisieren.

Dieser Standpunktkommentar krönt nun die Polemik wider die ewig-gestrigen irrationalen Frömmigkeitsformen: In dem Standpunktkommentar vom 17.12.2024: „Carlo Acutis wird für Marketing ausgenutzt“ lesen wir den Zentralangriff auf die gesamte katholische Glaubenspraxis: Die Aktivitäten etwa der Kölner Gruppe konzentrieren sich laut Webseite auf Eucharistische Anbetung, Beichte, Rosenkranz und Heilige Messe“. Mit der Kölner Gruppe ist ein Freundeskreis von Acutis gemeint, die sich hier solch abscheulicher mittelalterliche Frömmigkeitsformen widmet. Das sind selbstredend für einen Kath de Leser Manifestationen irrationalistischen Aberglaubens. Geschickt wird dabei das Augenmerk auf die eucharistische Anbetung und den Rosenkranz gelenkt, zwei für jeden rational und intellektuell redlich Gläubigen Unzumutbarem, um damit auch die Beichte und die Heilige Messe in einen Mißkredit zu bringen. Bewußt wird dabei von der Heiligen Messe gesprochen und nicht von dem Gottesdienst, als wenn die nachkonziliare Messe gar keine Messe mehr und schon gar keine heilige mehr wäre sondern eben eine Gläubigenversammelung. Von der hl.Messe sprechen eben nur Irrationalisten!

Kath de weiß eben genau, was aus der Katholischen Kirche alles ausgemerzt werden muß, damit sie für modern aufgeklärte Menschen akzeptabel wird. Der größte Feind ist dabei die Volksfrömmigkeit und die reaktionären Verschwörerkreise, die Ewiggestriges revitalisieren möchten. ee

1.Zusatz:

Auch das amerikanische FBI kämpft gegen die Ewiggestrigen in der Katholischen Kirche,nicht nur Kath de: "Überwachung traditionalistischer Katholiken durch FBI war umfassender als bisher bekannt." Kath net am 12.6.2025

2.Zusatz:

Eine Religion, die die Volksfrömmigkeit selbst verwirft, ruiniert sich dadurch selbst.

3. Zusatz

Zur Volksfrömmigkeit assoziiert der politisch Korrekte: "völkisch", "nationalistisch" und verdammt so das Heimischwerden einer Religion in einem Volke. Hier wäre viel von den Orthodoxen Kirchen zu lernen, isb von der Russisch Orthodoxen, die nun im Westen nur noch verteufelt wird.

 


















































1 Ebertz: In Tournee von Acutis-Reliquie steckt pastorale Strategie. Kath de am: 25.07.2024 

Donnerstag, 19. September 2024

„Jeder Mensch kann Gott finden, braucht ihn subjektiv aber nicht unbedingt für sein Glück.“,lehrt das 2.Vaticanum! Es geht auch gut ohne ihn.

 

Jeder Mensch kann Gott finden, braucht ihn subjektiv aber nicht unbedingt für sein Glück.“,lehrt das 2.Vaticanum!



In dem Bericht über ein Treffen der Revovabis zum Thema der Zukunft der Kirche in Europa schreibt die „Tagespost“ am 18.9.2024 in dem Artikel: „Rückbesinnung oder Revolte?“ über das dort gehaltene Referat des Pastoraltheologen Loffeld: Er „vertrat die Ansicht, man könne nicht-religiösen Menschen heute nicht mehr mit der Botschaft entgegentreten, dass ihnen etwas fehle. Das Zweite Vatikanum hätte daher aus gutem Grund den suchenden an die Stelle des sündigen, erlösungsbedürftigen Menschen gesetzt. Daher gelte es, konsequent einen Paradigmenwechsel zu vollziehen von der „Bedürfnisprämisse“ hin zur „Diversitätsprämisse“: „Jeder Mensch kann Gott finden, braucht ihn subjektiv aber nicht unbedingt für sein Glück.“

Diese Aussage stellt nun jeden mitdenkenden Leser vor ein gravierendes Problem: Wenn dem „nicht-religiösem Menschen“ nichts fehle, wie kann er dann noch als ein Suchender angesehen und angesprochen werden? Nach etwas suchen setzt doch das Fehlen dessen, wonach gesucht wird, voraus.

Außerdem ist der sündige und erlösungsbedürftige Mensch nicht als sich als Sünder und Erlösugsbedürftiger Erkennender vorausgeetzt in der klassischen Theologie, ja wüßte er sich als solcher, wäre er ja schon dabei, sich aus der Macht der Sünde zu befreien. Die klassische Theologie analysiert die objektive Lage des Menschen als sündig und erlöungsbedürftig und lehrt dann, wie dieser Mensch dann gerettet werden kann, wobei die Erkenntnis seines Sünderseins der erste Schritt seiner Heilung wäre.

Diese Diagnose der objektiven Lage des Menschen hält dieser Pastoraltheologe für nicht mehr an die potentiellen Kunden vermittelbar. Wie ein Marketingstratege frägt er, wonach bestünde eine Nachfrage, auf die hin die Kirche ihre Angebote zu kallibrieren hätte. Da die potentiellen Kunden sich nicht mehr selbst als sündig und erlösungsbedürftig ansähen, bestünde also keine Nachfrage nach einer wie auch immer gearteten Erlösungsbotschaft. Jetzt fügt er eine vermeintliche Konstante des Menschen an: Jeder Mensch wolle glücklich sein! (Nietzsches Votum:" Der Mensch strebt nicht nach Glück, nur der Engländer thut das",sollte die Kirche mitbedenken.)

„Der Mensch strebt nicht nach Glück; nur der Engländer thut das“

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/1949201-friedrich-nietzsche-der-mensch-strebt-nicht-nach-gluck-nur-der-englan/
„Der Mensch strebt nicht nach Glück; nur der Engländer thut das“

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/1949201-friedrich-nietzsche-der-mensch-strebt-nicht-nach-gluck-nur-der-englan/
„Der Mensch strebt nicht nach Glück; nur der Engländer thut das“

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/1949201-friedrich-nietzsche-der-mensch-strebt-nicht-nach-gluck-nur-der-englan/
„Der Mensch strebt nicht nach Glück; nur der Engländer thut das“

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/1949201-friedrich-nietzsche-der-mensch-strebt-nicht-nach-gluck-nur-der-englan/
„Der Mensch strebt nicht nach Glück; nur der Engländer thut das“

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/1949201-friedrich-nietzsche-der-mensch-strebt-nicht-nach-gluck-nur-der-englan/sollte in der Theologie eigentlich mitbedacht werden!) Der Pastoraltheologe bestimmt dies Glückssuchen nun näher, als er es als ein Streben nach einem subjektiven Glück erfaßt. Das soll sagen, daß es kein objetivies Glück gäbe, das für jeden deshalb sein Glück wäre, sondern nur subjektive Glücksvorstellungen: „Für mich heißt Glück....“. Es könnten also Menschen geben, für die Gott der Grund ihres subjektiven Glückes ist, wie es auch Menschen gibt, die glücklich sind oder sein können ohne Gott.

Die Kirche bietet also Menschen die Option an, mit Gott glücklich sein zu können oder zu werden unter der Prämisse, daß man auch gut ohne Gott glücklich sein könne. Das solle nun auch das Neue des 2.Vaticanums sein, daß hier schon das Angebot Gott ganz auf die Konsumwünsche der potentiellen Kunden kallibriert worden sei: „Du kannst, wenn Du willst, mit dem von Dir gefundenen Gott glücklich sein, aber das geht auch ganz gut ohne Gott!“ Als sündige und erlösungsbedürftige Mensch wollen sich die Kirchenkunden aber nicht (mehr) verstehen, und darum müsse auf so eine Ansprache verzichtet werden.

Man möge sich diesen Fall einmal vorstellen: Ein Arzt urteilte: Meine Patienten wollen nicht mehr hören, daß sie krank sind, schon gar nicht, daß sie schwer erkrankt sind. Deshalb sage ich zu jedem: „Sie sind gesund, Ihnen fehlt nichts!“ Dann fügt er hinzu: „Wenn Sie mögen, können Sie diese Medizin einnehmen, vielen mundet sie, aber Sie brauchen sie nicht einzunehmen, auch anderes schmeckt gut! Das wäre eine Applikation der „Diversitätsprämisse“ auf den Gesundheitssektor. Daß es objektiv Erkrankte gibt, die einer Therapie bedürfen, wird einfach ignoriert, denn es gilt der Grundsatz: Ein Mensch ist so, wie er sich subjektiv wahrnimmt. Wer sich gesund fühlt, ist es deshalb auch. Das heißt für den religiösen Bereich: Wer sich nicht als Sünder und als Erlösungsbedürftiger wahrnimmt, der ist es auch nicht.

Mitgesetzt ist damit aber auch, daß Gott nur als ein Glücksgott von der Kirche angeboten werden dürfe, daß er als das subjektive Glücks fördernd oder ermöglichend darzustellen ist. Das Evangelium dürfe also nur eine reine Fohbotschaft sein.Die Rede von „Sünde“ und „Erlösung“ verhält sich dazu contraproduktiv und darum ist wohl auf diese Rede zu verzichten. Es soll nur noch den Glücksgott geben im Angebot der Kirche, ohne den man aber auch gut glücklich sein könne.

Nur, wo außer in den Phantasiewelten liberaler Pastoraltheologen existiert so ein Glücksgott! Zu einem solchen wird Gott nur transformiert, weil er. so wie er ist, den heutigen Kunden nicht mehr zugemutet werden kann.

Zusatz:

Dieser marktwirtschaftlche Ansatz frägt nicht nach dem objektiven Bedarf sondern nur nach der subjektiven Nachfrage der Kunden.

„Der Mensch strebt nicht nach Glück; nur der Engländer thut das“

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/1949201-friedrich-nietzsche-der-mensch-strebt-nicht-nach-gluck-nur-der-englan/

 

Sonntag, 11. August 2024

Korrumpiert die Caritas die Kirche? Oder die für die Ökonomie abgeschobenen Kinder!

 

Korrumpiert die Caritas die Kirche? Oder die für die Ökonomie abgeschobenen Kinder!


In der“ Tagespost“ am 11.8.2024 konnte man lesen:Zweifel am KiTa-Glück sind berechtigt.Die Politik streitet über die Finanzierung von KiTa-Plätzen. Aber ist die KiTa für Unter-Dreijährige der richtige Ort? Skepsis ist hier angebracht.“

Am Anfang der Kindertagesstätten, der Kindergärten und der Vorliebe zu den Ganztagsschulen stand nicht die Liebe zu den Kindern, die Sorge um ihr Wohlergehen sondern der Wille der Wirtschaft und der Politik, daß auch die Frauen dem Arbeitsmarkt als Arbeitskräfte zur freien Verfügung stehen. Solange noch die allermeisten Frauen verheiratet waren und so nur zum Gehalt des Mannes etwas dazuverdienen wollten oder mußten, da das Gehalt des Ehemannes für das Familienleben nicht ganz ausreichte, erfreuten sie sich auch als billigere Arbeitskräfte großer Beliebtheit. Sie waren ja nur Dazuverdiener.

Aber die Vorliebe der Frauen für ein familiäres Leben mit einem Ehemann und eigenen Kindern setzte ihre Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt Grenzen. Karl Marx und anfänglich auch die Katholische Kirche urteilten dann noch so, daß der Mindestlohn bzw der Lohn gerecht, angemessen sei, wenn der Mann so viel verdiene, daß er davon eine Familie unterhalten könne, daß also die Ehefrau sich ganz dem Familienleben widmen könne. Wenn nun aber die Ehefrauen selbst berufstätig werden, dann kann das Gehalt der Männer gesenkt werden, denn dann gilt, daß beide zusammen den Familienunterhalt bestreiten.

Der bürgerliche Feminismus mit dem von ihr propagierten Ideal der Berufstätigkeit der Frau war so für die Wirtschaft ein Geschenk des Himmels, wohingegen der linke Feminismus das Elend auch der Frauenarbeit in den Fabriken vor Augen habend, stärker für eine Humanisierung der Arbeitswelt eintraten, aber auch ob der Hochschätzung der Berufsarbeit durch Marx die berufstätige Frau als das Ideal der modernen Frau propagerten. Nach Marx wurde der Mensch ja erst durch das Arbeiten zum Menschen in seiner Absetzung von der traditionellen Anthropologie, daß er ob seines Denkvermögens sich als Mensch den Tieren gegenüber auszeichne.

Einst hieß es: „Der Mann geht hinaus ins feindliche Leben, die Frau dagegen wirkt in den 3 Ks: Kinder, Küche und Kirche. Von dem wahren Leben, dem der Arbeit, der Politik und des Vereinslebens sei sie so ausgeschlossen und in das Reservat dieser 3 Ks eingespert. Die Frauenemanzipation wollte dem nun ein Ende setzen, das heißt, daß sie so wie der Mann leben solle. In der Geschichte der Frauenemanzipation muß deshalb der kommunistische Revolutionär Lenin an erster Stelle genannt werden, denn die Oktoberrevolution sollte die Frau aus diesen 3 Ks emanzipieren:Die Befreiung von dem Kind: Einerseits bescherte diese Revolution der Frau das Recht auf die Kindestötung im Mutterleibe und die Erziehung der Kinder sollte in Gänze von dem Staat übernommen werden. Ja, es wird sogar berichtet, daß Wohnungen ohne eine eigene Küche konzipiert worden seien, da alle Menschen sich nur noch in Betriebskantinen ernähren sollten, um die Frau von der Küchenarbeit zu befreien. Nur mußte Trotzki konzedieren, daß der sowjetische Staat der Aufgabe, die Familie ganz zu ersetzen nicht gewachsen war, sodaß sein Widerpart, Stalin die reaktionäre Konzeption der Familie, in der die Frau unterdrückt würde, repristinierte. (Aus der feministischen Sicht war der Stalinismus ein ultrareaktionärer Rückfall, da da von der Berufung der Frau zur Mutterschaft und zur Erzieherin ihrer Kinder gesprochen wurde.)

Die Frau sei ganz von der Trias von Kinder,Küche und eigentlich auch der Kirche zu befreien, damit sie wie der Mann uneingeschränkt der Wirtschaft zur Verfügung stehe. Das verlangt aber notwendigerweise, daß ihr ihre Kinder genommen werden, daß sie außerhalb der Familie aufwachsen und erzogen werden. Deshalb und nur deshalb wurde das Konzept der Kita, des Kindergartens und die Ganztagsschule erfunden. An das Wohlergehen des Kindes hat dabei niemand gedacht außer man sagte, daß eine berufstätige Mutter dann ihren Kindern mehr zu Weihnachten und zum Geburtstage schenken könne. Da nun der Zuverdienst der Ehefrauen für die Familie fast schon zum Regelfall geworden ist, konnte nun das Gehalt des Mannes auch deutlich gesenkt werden, da es nicht mehr allein zum Unterhalt der Familie auszureichen braucht. So verwandelte sich das eingeforderte Recht der Frau auf eine Erwerbstätigkeit zum Zwang, arbeiten zu müssen. Aber die Emanzipationsideologie verkauft diesen Zwang zur Arbeit nun als einen Sieg der Gleichberechtigung der Frau.

Der moderne Staat unterscheidet sich nun von dem totalitäten Staat Lenins durch sein Subsidaritätsprinzip, daß er Aufgaben des Staates an nicht staatliche Organisationen überträgt, die die dann in dem vom Staate vorgezeichnetem Rahmen an seiner statt diese Aufgaben ausführen. Davon profitiert nun gerade auch die Katholische Kirche, denn die Caritas ist in Deutschland eine der größten Träger solcher vom Staat anderen übergebender Aufgaben.

Aber welche Folgen zeitigen nun die Kitas und Kindergärten in katholischer Trägerschaft? Dem katholischen Verständnis der Familie und des Berufungsverständnises der Frau zur Mutter widerspricht das, aber wenn heute die Katholische Kirche noch auf Akzeptanz stößt,dann eigentlich nur noch als die Caritas. Außerdem hat sie im 2.Vaticanum die moderne Gesellschaft bejaht, ihre Skepsis dem Primat der Ökonomie gegenüber faktisch so auch aufgegeben und bejaht somit auch die Konsequenz, daß auch die Frau in erster Linie für die Wirtschaft da zu sein hat. Ein Familienleben darf auch sie nur noch führen, sofern das sie in ihrer Berufstätigkeit nicht zu sehr limitiert. Das „Recht auf die Abtreibung“ resultiert so aus diesem Primat der Ökonomie, daß sie um ihrer Erwerbstätigkeit willen, ihr Kind im Mutterleibe töten lassen darf und daß sie, wenn sie doch noch eigene Kinder bekommt, die an die Kitas und Kindergärten und später dann an die Ganztagsschulen abzugeben hat.

Die völlige Emanzipation der Frau vom Kinde läßt sich nun auch schon erahnen, wenn die Kinder künstlich erzeugt in Kunstbrutkästen aufgewachsen dann in Kitas,Kindergärten und Ganztagsschulen ausgebildet werden. 

Die Kirche nun hat durch ihre kritiklose Bejahung der modernen Gesellschaft mit ihrem Primat der Ökonomie, daß der Mensch für die Wirtschaft ist, ihre eigenen Grundlagen verraten. Aber dieser Verrat fällt ihr leicht, da sie nun im Gefolge des staatlichen Subsidaritätprinzipes in der Caritas  ihre Existenzlegitimierung findet, da sie als Religionsinstitution für die postmoderne Gesellschaft funktionslos und damit überflüssig geworden ist.So bestimmt die Caritas den Kurs der Kirche und die lebt eben auch davon, daß viele Mütter ihre Kinder abgeben müssen, da sie Geld verdienen müssen.