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Dienstag, 25. August 2026

Ein Bischof der klaren Standpunkte: Evangelisieren, Missionieren ohne mich!

 

Ein Bischof der klaren Standpunkte: Evangelisieren, Missionieren ohne mich!



Bischof Feige profiliert sich eben nicht nur als ein Agitator gegen Rechts und isb gegen die AfD sondern er ist vielseitiger: „Feige: Es geht nicht darum, Menschen das Evangelium überzustülpen“. Dieses Verb überstülpen soll nun die Missionstätigkeit der Kirche diffamieren und so auch ihren Missionsauftrag. Mit Blick auf den Auftrag des Evangeliums, die Frohe Botschaft in die Welt zu tragen, sagte Feige: >Es geht nicht darum, Menschen das Evangelium überzustülpen. Die heutige Zeit fordert uns heraus, möglichst authentisch und diakonisch Kirche zu sein.<“

Die hier angewandte Strategie ist klar: Die diakonische Kirche wird der missionarisch ausgerichteten gegenübergestellt, um klar zu stellen, daß in unserer Zeit ihre Aufgabe die diakonische und nur diese sei. Weiter führt der Bischof dazu aus: „Neben dem wichtigen karitativsozialen Dienst gebe es auch eine kulturelle Diakonie.

"Sie ist dann gefragt, wenn Menschen Formen brauchen – bei großen Katastrophen genau wie im alltäglichen Leben und überall dort, wo sie auf der Suche sind." Das Angebot zur Feier der Lebenswende, einer Feier für konfessionslose Jugendliche, etwa nähmen im Bistum Magdeburg in manchen Jahren an die 1.000 Jugendliche an.“

Die „Freie Deutsche Jugend“ der DDR initiierte die „Jugendweihe“ als die Alternative zur Firmung bzw Konfirmation der Kirchen und war damit recht erfolgreich. Jetzt prolongiert diese „Jugendweihe“ die Katholische unter dem Namen der Lebenswendefeier! Die Zielgruppe sind die konfessionslosen Jugendlichen, die auch konfessionslos bleiben sollen, denn sie sollen nicht evangelisiert werden!

Was wird ihnen dann wohl vermittelt? Es ist wohl keine Unterstellung, wenn vermutet wird, daß zuvörderst sie zum Kampf gegen Rechts mobilisiert werden sollen. Es solle eben nicht darum gehen, mehr Mitglieder für die Kirche zu gewinnen.

Aber das ist nicht unser erstes Anliegen. Die Aufgabe der Kirche ist es, selbstlos für die Gesellschaft da zu sein."

Mit dem „selbstlos“ wird eine Antithetik von einer egoistisch agierenden Kirche, die durch eine Evangelisation mehr Kirchenmitglieder gewinnen will, und einer um der Mitmenschen agierenden Kirche suggeriert. Die „Aufgabe der Kirche“ sei so ihr Sichnützlichmachen für die Gesellschaft. Es dürfte im Sinne dieses Bischofes sein, wenn der Kampf gegen Rechts damit vorrangig gemeint ist, daß sich die Kirche als nützlich für die Herrschaft der demokratischen Blockparteien erweist.

Ach, wie tiefgründig begründet dann dieser Bischof noch sein „Nein“ zur Evangelisation. „Laut Religionssoziologen schritten gesellschaftliche Entwicklungen wie die Säkularisierung, Pluralisierung und Individualisierung voran. >Ich würde zusätzlich noch die Mobilisierung und die Digitalisierung nennen. Die Welt ist unheimlich komplex geworden. Methoden zur Evangelisierung scheinen mir kaum die richtige Antwort auf diese komplizierten Phänomene zu sein.<"

Weil die Welt „unheimlich komplex“ geworden sei voller komplizierter Probleme, müsse man konstatieren, daß das Evangelium darauf eben nicht (mehr) eine adäquate Antwort sei. Indirekt spielt er damit auf die erschreckenden Erfolge von den Rechtspopulisten an, die sich angeblich deren Strategie der Versimplifizierung und des Gebens auf vereinfachende Antworten auf die heutigen Fragen verdanken. So dürfe die Kirche nicht vorgehen, sie müsse einräumen, daß sie über keine Antworten verfüge auf diese aus der unheimlichen Komplexität resultierenden Fragen.

Im Hintergrund steht dabei das gerade in Ostdeutschland positiv rezipierte Kirchenverständnis des protestantischen Theologen Bonhoeffer: „Bonhoeffer hat sein Kirchenverständnis in dem Begriff „Kirche für andere“ verdichtet: >Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist. … Sie muß an den weltlichen Aufgaben des menschlichen Gemeinschaftslebens teilnehmen, nicht herrschend, sondern helfend und dienend.< Die Kirche ist kein Selbstzweck.“ 1

Unter dieser Parole gelang es der Evangelischen Kirche und wohl auch der Katholischen, sich mit dem DDR- Staat zu arrangieren, indem die Marginalisierung der Kirche um ihrer Selbstlosigkeit willen bejaht wurde, die Kirche habe nichts für sich zu wollen, sondern habe selbstlos der Gesellschaft zu dienen, das inkludierte, sie so anzuerkennen, wie sie ist und keinerlei Privilegierung dem Staate gegenüber einzufordern, also endgültig den Schlußstrich unter die Konstantinische Epoche zu setzen.Und aus dieser Marginalisierung will und soll die Kirche auch nicht mehr herauskommen wollen, da das das zeitgemäße Geschick der Kirche sei:Nein zum Missionsauftrag der Kirche!

Daß die Kirche den Bürgern jedes Staates am besten dient, wenn sie ihrer Aufgabe als die von Jesus Christus selbst eingesetztes Heilsvermittelungsinstitution erfüllt, ist für diesen protestantischen Theologen völlig unbegreiflich und auch für seine vielen ihm darin Nachfolgenden.

1Zitiert nach: dietrich bonhoeffer verein: Bonhoeffers Kirchenverständnis.. Der Ruhm dieses Theologen resultiert ja auch weniger aus der Qualität seiner Theologie als aus dem Faktum., politisch richtig gelegen zu haben und gar ein Widerstandskämpfer gegen Hitler gewesen zu sein,, was ihn zu einem quasi Heiligen im Protestantismus werden ließ.

Samstag, 23. September 2017

Populäre Irrtümer in der Kirche- Heilig und Profan

In dem Kompendium zeitgenössischer Häresien: "Credo. Glaube und Bekenntnis der Christen, Bd 1, 1987-Medienverbundprojekt zum Katholischen Erwachsenen-Katechismus lesen wir:"daß man die Welt fälschlich in göttliche und profane Bereiche einteilt. Das ist zwar für die übrigen Religionen typisch, sollte aber für das Christentum überwunden sein." (S.70) Daß die Unterscheidung von heilig und profan konstitutiv zum Wesen der Religion gehört, hat gerade der Religionsphilosoph  Mircea Eliade in seinen Werken fundiert. Wie soll nun das, was konstitutiv zur Religion gehört, der christlichen Religion nicht zu eigen sein. Das Typische der Religionen soll ihm fehlen? 
Das plumpe Argument lautet, daß Gott die ganze Welt erschuf und erhält, sodaß eigentlich alles gleichermaßen heilig und profan sei.Nur: wenn es nichts Heiliges gibt, dann kann es auch nichts Profanes mehr geben, denn das Heilige ist nur als Negation des Profanen und das Profane ist nur als Negation des Heiligen. 
Aber Gott ist zwar der Schöpfer aller Völker, indem er die Menschheit die Ordnung der Volkstümer gab, aber er hat nur ein Volk als das seinige erwählt, das Volk Israel und dann im neuen Bund die Kirche als sein Volk. So ist das Volk Israel und dann die Kirche das von Gott Geheiligte in dem Meer der profanen Völker. Gott selbst sonderte sein Volk aus der Reihe der Völker aus, wie er dann auch die Kirche aussonderte. Die Bibel kennt selbstverständlich heilige Orte. Hier ist heiliger Boden, heißt es etwa in 2.Mose 3,5, und selbstverständlich ist der Jerusalemer Tempel ein heiliger Ort, denn hier läßt Gott seinen Namen wohnen. Bei der Einweihung des Tempels durch König Salomo wird dies überdeutlich: Gott mag zwar überall präsent sein, aber für sein Volk ist er da, wo er es ihm verheißen hat: in seinem Tempel. Ein Tempel ist so nicht in erster Linie ein Versammlungsort, wo dann eine Religion praktiziert wird, sondern zuvörderst ist er der Ort der Anwesenheit Gottes. Nur darum werden dann da  Gottesdienste zelebriert. 
Das ewige Licht vor dem Tabernakel zeigt so uns an: Hier ist Gott selbst für uns gegenwärtig, hier wohnt er für uns als Anrufbarer! So konstituiert die Präsenz Gottes den heiligen Raum. Darum reinigte Jesus ja auch den Jerusalemer Tempel, weil das profane Tuen der Händler und Geldwechsler die Heiligkeit des Tempels bedroht- denn das Heilige wird durch das Profane kontaminiert.
Niemand hat etwas gegen  Eis essende Kinder einzuwenden, aber in der Kirche ist das Eisessen unerlaubt, obgleich das Eisessen doch nichts Unmoralisches oder Unanständiges ist. Es ist aber ein profanes Tuen und nur darum gehört es nicht in den heiligen Raum der Kirche.
Zur Eucharistie wird ein Kelch genommen, der nur für diesen heiligen Zweck benutzt wird, daß in ihm das Blut Christi nach der Wandlung sich befindet- und darum darf dieser Kelch nicht zum profanen Weintrinken benutzt werden. Denn Heiligkeit heißt hier a) daß der Kelch ausschließlich zur Eucharistiefeier benutzt wird und diese Absonderung von jedem profanen Gebrauch macht den Kelch zu einem heiligen, und b) daß dieser Kelch das Blut Christi auffängt, sodaß die Heiligkeit dieses Blutes auch den Kelch heiligt. Gäbe es diese Unterscheidung nicht, dann wäre das Trinken des Blutes Christi genauso ein profaner Akt wie das Trinken eines Glases Wein oder jedes Weintrinken wäre selbst ein so heiliger Akt wie das Trinken des Blutes Christi. 
Wo die zur Religion konstitutive Unterscheidung von heilig und profan genichtet wird, da wird Alles in ein graues Einerlei aufgelöst, in dem es dann auch keine Religion mehr gibt. Daß das Christentum keine Religion mehr sein soll, sondern sich umwandelt in einen theozentrisch fundierten Humanismus, das ist dabei das Anliegen dieser Modernisierung. Dietrich Bonhoeffer gilt dabei als einer der Begründer dieser Entreligionisierung des christlichen Glaubens, daß es eigentlich nur um die zu praktizierende Nächstenliebe und sonst nichts gehe. Aber wenn die Religion nichts Heiliges mehr kennt, dann kann die Welt auch nicht mehr profan sein.  

Merke: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich gegenwärtig." Diese Zusage Jesu Christi ist nicht die Zusage, auf die hin sich die Gemeinde in der Kirche zur Meßfeier versammelt, denn die Gemeinde versammelt sich dort in der Kirche zum Gottesdienst, weil Gott da immer schon gegenwärtig für uns ist. Die Präsens Gottes im Tabernakel macht die Kirche zum heiligen Ort, zu dem dann die Menschen kommen.