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Freitag, 14. August 2026

Peinliche Erinnerungen an einen Maria Himmelfahrtsgottesdienst- oder sich schämen, noch katholisch zu sein

 

Peinliche Erinnerungen an einen Maria Himmelfahrtsgottesdienst- oder sich schämen, noch katholisch zu sein



Tatort: Göttingen, eine Universitätsstadt im südlichen Niedersachsen gelegen, der Täter: ein Jesuit, der zu diesem Festtag predigte:Zuerst entschuldigte er sich ausgiebigst dafür, daß wir noch Mariae Himmelfahrt feierten, da dies doch den Protestanten ein Greuel sei, dieses Ereignis sei ja gar nicht in der Bibel bezeugt.Dann, nach einer langen Entschuldigungslitanei erklärte er, daß Gott den Menschen als Ganzes bejahe und nicht etwa nur unsere Seele als etwas dem Körperlichen gegenüber Höherwertigem. Maria Himmelfahrt besage so nur, daß Gott jeden Menschen als Seele/Körper Einheit bejahe – dagegen könne nun doch auch ein Protestant keine Einwände erheben!

So beraubt man dem Dogma der leiblichen Aufnahme der Mutter Gottes ihrem ganzen Gehalt zugunsten der Phrase, daß Gott uns ganz bejahe.



Ein Szenenwechsel: das Fronleichnamsfest. Wir Katholiken glaubten doch wie die Protestanten an die Realpräsenz Jesu Christi, denn er lebt und lebt so auch unter uns. Die Verheißung Jesu Christi: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich unter ihnen“ wird nun dazu mißbraucht, die grundlegende Differenz zwischen dem katholischen Glauben und der lutherischen Lehre zu übertünchen. Denn nach Luther entschwindet Jesus Christus nach dem Ende des Gottesdienstes aus den im Gottesdienst konsekrierten Elementen des Brotes und des Weines, in der er in der Konsekration sich einwohnte, sodaß nur noch das Brot und der Wein zurückbliebe, wohingegen die katholische Lehre besagt, daß Brot und Wein transsubstantioniert werden und so Leib und Blut Christi dauerhaft bleiben. So können sie dann auch in einer Monstranz verehrt werden und in Prozessionen durch die Städte geführt werden. Für den Lutheraner dagegen stellt das eine Götzenverehrung da, da nun etwas Kreatürliches, ein Brot wie der Sohn Gottes verehrt wird. In der Monstranz ist nur ein Stück Brot, in dem einst Jesus zwar gewohnt habe, das er nun aber verlassen habe.

Aber ganz ökumenisch gesonnen übersieht man diese Differenz, um zu erklären, daß man doch da den in der Prozession anwesenden Jesus verkünde, der nun da sei, weil sich da so viele, mehr als zwei in seinem Namen versammelten. Ob Jesus Christus nun in dem gewandelten Brot real gegenwärtig sei, sei nun doch nur eine Nebensächlichkeit, es reiche doch der Glaube, daß er mitten unter uns in der Prozession sei.

Auch hier wird wiederum das spezifisch Katholische eskamotiert um der Ökumene willen.

Sind das nun einfach Manifestationen einer weitgehenden Kompromiß - bereitschaft unserer katholischen Seite den Protestantismus gegenüber? Eine andere Vermutung drängt sich da doch auf, daß man so sich all der Elemente der katholischen Religion entledigen möchte, die im Verrufe stehen, nicht mehr zeitgemäß zu sein, dem Aufgeklärten nicht mehr zumutbar zu sein. Das Protestantische erscheint moderner bzw modernitätsfähiger zu sein, wohingegen das Katholische in dem Mittelalterlichen so verwurzelt zu sein, daß es nicht mehr recht in die Modere transformierbar sei.

Dabei verwandelt sich das Verständnis von dem Begriff der Reform, der Reformation:Bezeichneten diese Begriffe ursprünglich eine Rückkehr zur verloren gegangen normativen Urform, so bezeichnet jetzt der Begriff der Reform ein Mitgehen mit dem allgemeinen Fortschritt, reformerisch zu sein, heißt progressiv zu sein, das Alte hinter sich lassend, stets auf das Neue sich zu orientieren. Die katholische Theologie und Kirche habe nun seit der Reformation diesen Fortschritt verschlafen, sich an Überholtes festhaltend, statt mit dem Fortschritt voranzuschreiten.

Das hieße, das nicht ein simpler Opportunismus die katholische Haltung in der Ökumene charakterisiert sondern die Meinung des Überholtseins des Katholischen, daß die der Moderne gemäße Gestalt des Christentumes die des Protestantismus, natürlich nur des liberalen sei. Die Ökumene, um ihretwillen bietet so den Anlaß zur Entkatholisierung der Katholischen Kirche. Im tiefsten schämt man sich des Katholischen wegen seines mittelalterlichen Wesens und schaut neiderfüllt auf den so modernisierungsfähigen Protestantismus.

Samstag, 18. Juli 2026

Abendmahl für alle und der marktwirtschaftlich sozialisierte Konsument

 

Abendmahl für alle und der marktwirtschaftlich sozialisierte Konsument



Als marktwirtschaftlich Sozialisierte weiß man, daß 1,5 Liter Wein zu 2 Euro nicht trinkbar ist, zumindest unzumutbar ist für jeden Weinkenner,daß Turnschuhe unter 10 Euro nicht tragbar sind usw. Die Qualität eines Produktes erkennt man an der Höhe seines Preises. Was also umsonst ist,kann nichts taugen!

Früge ein Lehrer seine vierzehnjährigen Schüler: „Welches dieser zwei Bücher wollt Ihr lesen, das für Euch geeignete, ab 14 Jahren empfohlen oder das, daß Ihr nur ab 18 lesen dürft?, die Antwort fiele eindeutig aus: Fast jeder will das ab 18! Alles Verbotene steht höher im Kurs als das Erlaubte; so hieß ja auch eine Fernsehserie, eine sehr erfolgreiche: „Verbotene Liebe“.

Was umsonst und dann noch für jedermann ist, das kann so einfach nichts taugen, urteilt so jeder Kenner der Marktwirtschaft. Aber die Kirche preist nun gerade so den Empfang der hl.Kommunion an. Vielen ihrer Vertretern ist es geradezu peinlich, sagen zu müssen, daß nicht jeder, der sie empfangen will, sie nicht empfangen dürfe.So müsse es ein Anliegen der ökomenischen Gespräche sein, dafür zu sorgen, daß jeder Christ bei jeder Abendmahlsfeier, bzw Eucharistie kommunizieren dürfe. Aber Juden. Muslime und Buddhisten dürfe man doch auch nicht ausschließen und warum dann einen Atheisten, wenn er zur Kommunion möchte?

Theologisch“ ließe sich das so legitimieren: In dem Abendmahl begegne uns doch die Liebe Jesu, die Liebe Gottes zu uns und mit welchem Recht dürfe die Kirche jemanden von diesem Liebesbegegnungsgeschehen ausschließen!Gottes Liebe wolle doch jeden erreichen. Daß so die hl Kommunion verramscht für jeden marktwirtschaftlich Sozialisierten entwertet wird, übersieht diese Strategie des Abendmahles für jedermann völlig. So kann es nicht verwundern, daß für die Erstkommunikanten ihre erster Empfang auch für lange Zeit ihr letzter ist: für alle umsonst, das kann nichts sein.

Wir leben in einer Massengesellschaft: Nur wenn ich in den nächst gelegenen Verbrauchermarkt zum Einkaufen gehe, begegne ich in ihm so viele andere Menschen, daß ich mich auf meinem Daheimwege kaum noch an eine der Begegnungen erinnern kann.1 Gravierender ist aber, daß ein heiliges Essen kein Begegnungsgeschehen ist: Niemand würde sagen: „Zu Mittag ist mir mein Mittagessen begegnet“, selbst wenn es ein aufgewärmtes Sauerkraut wäre! Im Empfang incorperiert ein Mensch das Gegessene und Getrunkene, also in der Eucharistie das Fleisch und das Blut Christi.

Die hl.Kommunion empfangen zu dürfen, ist genau genommen ein Privileg. Jesus Christus lud eben zur ersten Eucharistiefeier nur seine 12 Apostel ein und sonst niemanden!

Warum ist denn nun nicht jeder zum Empfang der hl.Kommunion zulaßbar? Im Hebräerbrief, 13, 10 werden die Juden vom Empfang ausdrücklich ausgeschlossen, da sie nicht an Jesus als den Christus glauben. Wer ungläubig kommunizierte, würde sich zum Unheile die Kommunion empfangen.

Da diese Erkenntnis in der heutigen Zeit fast völlig verschwunden ist, bedarf sie einer Erläuterung. Die Kirche bezeichnet die Eucharistie als die Medizin zur Unsterblichkeit. Jeder Medizin wohnt nun ein Wirkstoff inne, in der Eucharistie das Fleisch und das Blut Jesu Christi, bzw er selbst. Die Wirkkraft dieses Wirkstoffes kann mathematisch als sein Betrag bezeichnet werden. Der Betrag 5000 meint, daß er 5000 Einheiten von Null entfernt ist. Das Vorzeichen,plus oder minus qualifiziert diesen Betrag etwa als 5000 Euro Guthaben oder als 5000 Euro Schulden auf einem Bankkonto. Auf den Bereich der Medizin angewandt heißt das, daß die Wirkkraft der Medizin gemäß ihrem Betrag entweder zum Guten oder zum Bösen sich auswirkt. Die vorschriftsmäßig richtig eingenommene Medizin wirkt gesundungsfördernd, eine nicht vorschriftsgemäß eingenommene gar krankmachend. Je stärker die Wirkkraft einer Medizin ist, desto destruktiver wirkt sich ihr falscher Gebrauch aus. Die Eucharistie ist nun die stärkste Medizin auf Erden und so ist ein falscher Empfang auch für den Empfangenden äußerst gefährlich. Das meint: ein sakrelegischer Empfang.

Keine Mutter läßt den Medizinschrank unverschlossen, solange sie nicht ausschließen kann, daß ihr Kind davon mal naschen will und das dann für die Gesundheit ihres Kindes die fatalsten Folgen haben kann: daß ihre Medizin ihr Kind sehr krank machen kann. Genauso verschließt die Mutter Kirche ihren Medizinschrank, das Tabernakel, damit nicht ihre Kinder oder andere einen Schaden nehmen, damit sie diese Medizin gar zum eigenen Unheil empfangen. Die Liebe zu allen Menschen verpflichtet die Kirche also dazu, sehr sorgfältig diese stärkste aller Medizinen auszuteilen. Die Kirche ist ja auch die Apotheke Gottes auf Erden, uns zur Gesundmachung von Gott selbst eigens eingesetzt!


1Davon sind aber Begegnungen im emphatischen Sinne zu unterscheiden, die ihren Sitz im Leben in dem Genre des Liebesfilmes hat, daß sich zwei begegnen und im Augenblick der Begegnung sich als für einander bestimmt erkennen.. Wer dafür ein sehr gelungenes Anschauungsbeispiel sucht, dem sei die erste Folge der Serie:“Sturm der Liebe“ empfohlen, der Begegnung zwischen Laura und Alexander! Das Schicksal führt sie dann nach circa 300 Folgen zueinander. Dieser Vorstellunsgkomplex ist nun ein religiös sehr aufgeladener, aber er paßt nicht zur Eucharistie!

Samstag, 24. Januar 2026

Eine ökomenische Selbstverständlichkeit, daß die Katholische Kirche die Taufen in allen evangelischen Kirchen anerkennt – eine Irritation

 

Eine ökomenische Selbstverständlichkeit, daß die Katholische Kirche die Taufen in allen evangelischen Kirchen anerkennt – eine Irritation



Die Internetseite der Evangelisch-Reformierten Gemeinde München I gibt eine klare und vielleicht doch nicht klare Antwort darauf, was sie unter der Taufe versteht. Hier der vollständige Text: „Unsere Kinder sind uns anvertraut, sie sind ein Geschenk Gottes!Gott liebt uns und schenkt uns unser Leben. Das feiern wir mit der Taufe – sie ist das sichtbare Zeichen der Liebe Gottes zu uns Menschen.Wir taufen Kinder und Erwachsene –  im Sonntagsgottesdienst, auf einem Berg oder an einem See.“

Daß Gott uns Menschen, uns alle liebt, wird hier als eine objektive Tatsache verstanden.Weil Gott alle Menschen liebt,liebt er auch „unsere Kinder“.Die Taufe zeigt somit nur an, was dem Getauftwerdenden objektiv unabhängig von der Taufe gilt. Darum kann sie sowohl Kleinkindern gespendet werden wie auch Erwachsenen, da ein Mensch, solange er nicht getauft wird, nichts fehlt,das ihm dann erst durch die Taufe vermittelt wird. Jesus Christus braucht bei diesem Taufverständnis nicht erwähnt werden, da ja der Glaube, daß Gott jeden Menschen liebe, schöpfungstheologisch begründet wird. Jeder Mensch sei ein Geschenk Gottes.

Wenn also weder der Spender der Taufe noch im Falle der Getauftwerdende glaubt, daß die Taufe etwas vermittelt sondern nur bezeichnet, was jedem Menschen gälte,kann das dann noch als eine gültige Taufe angesehen werden? Es fehlt ja hier die Intention, die „unum baptisma in remissionem“ zu spenden, da von ihr nicht geglaubt wird, daß sie um der Vergebung der Sünden willen gespendet wird.

Auf der Internetsauftrittsseite der Evangelisch- Reformierten Gemeinde Erlangen heißt es zur Taufe:

Durch die Taufe wird ein Mensch unter den Segen Gottes gestellt und in die Gemeinschaft der christlichen Gemeinde aufgenommen. In unserer Kirche werden sowohl Kinder als auch Erwachsene getauft.Die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer (Matthäus 3,13-17; Markus 1,9-11; Lukas3,2lf.; Johannes 1,32-34) ist der historische Ausgangspunkt der christlichen Taufpraxis.“

Das Getauftwerden ist also eine pure Segenshandlung mit dem Zusatz, daß so der Getaufte in die Kirche aufgenommen wird. Das heißt, daß die Taufe kein Sakrament ist und auch nicht als solches gespendet wird.Auch hier gilt, daß einem Menschen kein Nachteil erwächst dadurch, daß er erst als Erwachsener und nicht schon als ein Kind getauft wird. Schließlich werden ja am Ende auch des reformierten Gottesdienstes die ganze Gemeinde gesegnet und abgesehen von dem Gewinn einer Kirchenmitgliedschaft vermittelt der Segen der Tauffeier nichts was nicht auch jeder Segen vermittelt. 

Es existiert heute faktisch in den reormierten Gemeinden kein einheitliches Taufverständnis, der Freiraum ist da für die Gemeinden beachtlich.

Man kann nicht umhin: Es muß erlaubt sein, hier die Gültigkeit der Taufe in Frage zu stellen.

Im Hintergrund steht die Theologie Karl Barths, der eine Umformung der Sakramentnlehre forderte, daß sie keine Gnadenmittel mehr sein sollen, sondern die Ethik als die Antwort des Menschen auf seine Annahme durch Gott.daß er nun als Christ leben wolle. Daraus ergab sich sein Nein zur Unmündingentaufe. Der Ausgang der innerreformierten Kontroerse: Man stellte es den Eltern frei, ob sie ihre Kinde als Kleinkind oder mündig taufen ließen. Das Taufsakrament wurde dazu entsakramentaliert, es ist ein bloßes Zeichen, das nichts mehr bewirkt, nur etwas anzeigt. was unbhängig von der Taufe schon Wirklichkeit isrt außer daß es ein Aufnahmeritual in die Kirche ist.    



Sonntag, 18. Januar 2026

Die Handkommunion – eine sakrilegische Praxis ?

 

Die Handkommunion – eine sakrilegische Praxis ?


Daß seit dem 2.Vaticanum die Handkommunion als die angemessene Praxis der modernisierten Liturgie angesehen wird und die Mundkommunion als vorkonziliar verurteilt wird, ist bekannt. Konfessionskundlich stellt sich die Lage so dar: Nach der evangelisch- reformierten Abendmahlslehre empfängt der Gläubige nur Brot und Wein mit dem Mund, und nur im Herzen Jesus Christus.Die Formel lautet so: Mit Brot und Wein empfängt der Gläubige Jesus Christus,der Ungläubige nichts außer Brot und Wein. Hier kann also nur die Handkommunion praktiziert werden.

Nach der evangelisch- lutherischen Lehre wird der Leib Christi und sein Blut in,unter und zwischen Brot und Wein empfangen, sodaß hier auch eine Mundkommunion möglich ist, aber wohl nur in sehr conservativen Kreisen praktiziert wird.1

Nun evoziert der Vorrang der Handkommunion in der nachkonziliaren Kirche den Verdacht, daß um der Ökumene willen die Mundkommunion zurückgedrängt wird. Stellt sich die Lage also so dar, daß nur die Mundkommunion zum katholischen Verständnis der Eucharistie paßt, daß aber trotzdem die Handkommunion jetzt propagiert wird um der Ökumene willen? Daß es zur ökomenischen Praxis gehört, daß wir Katholiken auf spezifisch Katholisches verzichten,um den Protestanten nicht zu verärgern, ist ja bekannt, wobei sich aber der Verdacht aufdrängt, daß mancher ökömenisch Engagierte froh ist, so das eigentümlich Katholische loszuwerden.

Die Eucharistie ist die Vergegenwärtigung des Kreuzaltaropfers Jesu Christi. Es ist so erstmal ein kultisches Opfer, das Gott dargebracht wird. Das Besondere ist nun, daß der Sohn Gottes sich hier selbst Gott zum Opfer darbringt und dargebracht wird von einem Priester, der dazu eigens durch seine Weihe befähigt wird.Nun sagt Jesus Christus selbst über seinen Kreuzesstod: „Denn er lehrte seine Jünger und sprach: Der Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der Menschen und sie werden ihn töten“. Mk 9,31.Spontan drängt sich da doch diese Analogie auf: So wie der Sohn Gottes sich hier in die Hände der Menschen begab, damit sie ihn dann kreuzigten, so gibt sich nun auch in der Eucharistie der Sohn Gottes in unsere Hände. So sehr erniedrigt sich Gottes Sohn,daß er unseren Menschenhänden sich ausliefert, um uns damit zu erhöhen.So heißt es ja ausdrücklich im Philipperhymnus, daß der Sohn Gottes sich selbst erniedrigte und gehorsam war bis zu seinem Kreuzestod. (Phil 2,5-10).

Wird die Eucharistie von dem Kreuzestod Jesu Christi her verstanden, dann entspräche seiner dortigen Selbsterniedrigung die Handkommunion: Er erniedrigt sich, indem er sich selbst in unsere Hände begibt. Der Mundkommunion entspräche dann der österlich auferstandende und im Himmel zur Rechten Gottes thronende Jesus Christus,der erhöhte. Der Erhöhte soll nicht noch einmal dadurch, daß wir ihn in unsere Hände nehmen, erniedrigt werden, denn er hat sich selbst nur einmal am Karfreitag erniedrigt. Man könnte nun für die Handkommunion einwenden, daß Christi Selbsterniedrigung zum Kreuzestod im Zentrum der Eucharistie steht und nicht seine Himmelfahrt, also seine Erhöhung!

Es ist zu befürchten, daß tatsächlich die Leidenschaft zur Selbstver-protestantisierung zur Praxis der Handkommunion führte und führt, aber es gibt doch gute theologische Argumente für diese Praxis: So sehr erniedrigt sich der Sohn Gottes, er gibt sich selbst in unsere Hand, damit wir erhöht werden.


1Ich habe es selbst mal erlebt, daß in einem lutherischen Gottesdienst die Eucharistie wahlweise sehend oder kniend mit einer kleinen Kniebank, mit der Hand oder mit dem Mund empfangen werden konnte. Das ist aber eine äußerst seltene Ausnahmepraxis.

Donnerstag, 23. Januar 2025

Anfragen zur „Gebetswoche für die Einheit der Christen vom 18. - 25. Jänner 2025“

 

Anfragen zur „Gebetswoche für die Einheit der Christen vom 18. - 25. Jänner 2025“



Spontan wird wohl kein Christ an diesem Gebetsanliegen einen Anstoß nehmen, ist doch die Christenheit zu offensichtlich in sich nicht nur zerspalten sondern auch oft zerstritten, dabei solte sie doch eins sein in dem einen christlichen Glauben. Was wird denn dabei unter der Einheit verstanden? Zwischen einem Mann und einer Frau existieren Geschlechtsunterschiede, die aber aufgehoben werden können, wenn beide sich als Menschen wahrnehmen, sodaß diese Differenzen dann als etwas Vernachlässigbares übersehen werden.Sollen nun etwa die innerchristlichen Differenzen auch so aufgehoben werden, daß das allen christlichen Confessionen Gemeinsame als die Wahrheit der christlichen Religion und alles den jeweils Confessionen Eigenes als etwas Dekoratives, Ausschmückendes angesehen werden?

Aber so wird völlig übesehen, daß die Confessionen mit ihren jeweiligen Wahrheitsansprüchen sich wechselseitig als unwahr ausschlossen. Die Reformtoren verurteilten die Katholische Kirche als unwahr und die Katholische beurteilte die neue reformatorische Lehre und die auf sie sich aufbauenden Gemeinschaften als unwahr. Das soll nun ein einziger großer Irrtum gewesen sein, denn nun sollen alle Confessionen sich wechselseitig als wahre anerkennen. Wie begründet sich nun dabei die Ansicht, daß das, was allen christlichen Confessionen gemeinsam ist, sozusagen die wahre Substanz des Christentumes sei und alles Umstrittende, nicht von allen Bejahte das Falsche oder wenigstens Unwesentliche sei. Das hieße ja, auf die Kathilische Kirche appliziert, daß sie, insofern sie katholisch ist, unwahr bzw unwesentlich sei und nur wahr, soweit sie mit den Glaubenslehren aller anderen Confessionen übereinstimmt.

Wir glauben „et unam sanctam,catholicam et apostolicam Ecclesiam“.Wie verhält sich denn nun diese eine Kirche zu der Christenheit? Sie dürfte sich dann nur noch als eine Teilmenge der Christenheit verstehen, die nur in den Punkten wahr ist, wo sie nicht katholisch ist sondern wo sie mit den anderen Confessionen übereinstimmt. Ihr Katholischsein wäre so ihr Unwahr- oder wenigstens Unwichtigsein.

Das Johannesevangelium berichtet uns im 6. Kapitel von der ersten Kirchenabspaltung:Jesus Christus belehrte seine Schüler über das Abendmahl: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben.“ Diese Lehre empfanden einige Schüler als „unerträglich“ (6,60) , und sie verließen ihren Lehrer. Auch sie wollten Christen sein, ihrem Lehrer folgen, aber diese „unerträgliche“ Lehre stieß sie ab. Warum versuchte hier Jesus nicht einen Kompomiß mit ihnen, entschärfte so seine Abendmahlskatechese, um die Fortgehenden zum Beiihmbleiben zu motivieren? Ist nicht die darauf folgende Kirchengeschichte trotz ihrer Komplexität eine dauernde Wiederholung dieses Ereignisses, daß Christen sich von der Kirche Jesu Christi abwandten, da auch ihnen bestimmte Lehren der Kirche als „unerträglich“ erschienen?

Nun aber soll plötzlich gelten, daß alle Lehrdifferenzen, daß bestimmte Lehren der Kirche als inakzeptabel von Sichabspaltenden erachtet wurden, irrümlich als bedeutsam wahrgenommen worden sind, daß alle im Wesentlichen sich eins waren und immer nur über Unwesentliches sich zerstritten wurde. Bis zum 2.Vaticanum hätte so sich die Katholische Kirche permanent geirrt, da sie nicht erfaßt hatte, daß alles spezifisch Katholische unwahr oder wenigstens unwesentlich sei, da nur das allen Confessionen Gemeinsame wahr sei.

Worin hätte dann nur die gemeinsame Wahrheit in der Causa der Abendmahlslehre zwischen Jesu Lehre und der Position der an Jesu Lehre Anstoß nehmenden Schüler bestehen mögen, daß Jesus die nicht erkannt hatte, um sie als Consenslehre diesen Schülern dann vorzutragen? Daß alles Confessionelle nur das Wahre und bloß das allen Gemeinsame die Wahrheit der christlichen Religion sei, das macht die Katholische Kirche als katholischen zur Unwahrheit, weil sie somit um der Einheit willen alles Eigene als etwas Unwesentliches abstreifen müßte. 

Ein Zusatz:

Jesus Christus hat selbst seiner Kirche das Petrusamt eingesetzt, als er Petrus die Regierung der Kirche anvertraute. Wie können dann christliche Gemeinschaften sich als eine wahre Gemeinschaft Jesu Christi verstehen, wenn sie diese Leitung der Kirche verwerfen? 

Zweiter Zusatz

Der Begriff der Einheit ist eine äußerst komplizierte Angelegenheit: Wie verhält er sich zu der Frage der Identiät der Katholischen Kirche mit sich selbst im Laufe der Geschichte? Wenn die Einheit meinen sollte, daß all ihre Mitglieder den gleichen Glauben teilen, dann war die Kirche nie eine Einheit, die Individualität des Glaubens ließe eine solche Gleichförmigkeit nicht zu. Nun könnte unter der Einheit der Kirche aber auch verstanden sein, daß ihr ideeles Sein und ihr wirkliches identisch sind, daß sie also die Realisierung ihrer Idee ist, daß das "ante rem" und das "in rem" und das "post rem" eines sind.Jesus ist eben der wahre Mensch, weil in ihm sein Sein (in rem) mit dem, wie er sein sollte (ante rem), eins ist und dies erkannt wird (post rem).Der Begriffsrealismus gehört konstitutiv zur Theologie. 



Freitag, 10. Januar 2025

Ökumene oder der Kampf gegen das Altarsakrament- die Lust an der Selbstverleugung des Katholischen!

 

Ökumene oder der Kampf gegen das Altarsakrament- die Lust an der Selbstverleugung des Katholischen!


Der Reformator Luther wußte,warum er die Lehre und die Praxis der Eucharistie verdammte, daß ob der Alleingenügsamkeit des Sühnopfers die Eucharistie kein kultisches Opfer sein dürfe und daß es deswegen auch in der Kirche keine Priester geben könne,denn wenn es kein kirchliches Opfer mehr gäbe, könne es auch keine Amtspersonen mehr geben, dessen Aufgabe die Darbringung des Meßopfers sei. Das Trienter Konzil stellte dann folgerichtig die Unvereinbarkeit des katholischen Verständnisses der Eucharistie mit dem evangelischen Abendmahlsverständnisses fest, daß nur noch ein heiliges Essen es sein soll. Wo die Reformation siegte, mußten so die Priester ihre Priestergewänder ablegen, um die Amtskleidung von Lehrern anzuziehen, da sie nun in erster Linie Gemeindelehrer sein sollten, die durch das Medium der Predigt die Zuhörer zu belehren hatten. Die Katholische Kirche dagegen hielt fest an dem Glauben, daß die Eucharistie eine kultische Opferhandlung und ein heiliges Essen sei und reprobierte so diese reformatorische Verkürzung auf eine religiöse Mahlveranstaltung.

Gegen diese Klarheit kämpft nun die Ökomene und zwar in der Intention,daß wir Katholiken uns die reformatorische Position zu eigen machen sollten. Ein Musterbeispiel dieser katholischen Selbstaufgabe präsentiert nun der Aufruf zur wechselseitigen Einladung zur Eucaristie- und Abendmahlsfeier in Frankfurt im Jahre 2025. Das „Domradio“ meldet dazu am 9.Jänner 2025:"Gegenseitig einladen"

Michael Thurn, der als Nachfolger von Stadtdekan zu Eltz gemeinsam mit Christiane Moser-Eggs die katholische Stadtkirche Frankfurt leitet, erklärte: "Wir freuen uns sehr, dass wir den Impuls des Ökumenischen Kirchentages aufgreifen und uns gegenseitig zu Abendmahl und Eucharistie einladen. Indem wir gemeinsam auf die Gegenwart Jesu Christi in unseren Mahlfeiern vertrauen, wächst auch unser Vertrauen zueinander. Ein starker ökumenischer Impuls!"

Die Eucharistie wird hier reduziert auf den Glauben der Gegenwart Jesu Christi in unseren Mahlfeiern. Das ist die völlige Selbstaufgabe der katholischen Lehre von dem Altarsakrament: 1.wird damit der Opfercharakter der Messe geleugnet, 2. wird nicht die Gegenwart Jesu Chriti in den gewandelten Elementen des Brotes und Weines benannt, die sakramentale, sondern nur, daß er irgendwie da gegenwärtig sei. Diese Formulierung schließt nämlich die Möglichkeit ein, zu meinen, daß wo auch immer Menschen im Namen Jesu Christi zusammenkommen, er da unter ihnen sei, auch wenn gar nicht das Abendmahl oder die Eucharistie gefeiert wird.Aber die sakramentale Gegenwart ist das Zentralanliegen der katholischen Theologie. Um aber die reformierten Christen nicht auszuschließen,die keine sakramentale Gegenwart Jesu Christi anerkennen, bei ihnen empfängt der Gläubige mit dem Mund nur Brot und Wein und nur im gläubigen Herzen Jesus Chrisus, wird hier auf die sakramentale verzichtet, und stattdessen nur von einer wie auch immer gearteten Gegenwart Jesu Christi gesprochen. 3.wird vergessen, daß nach der katholischen Lehre nur ein Priester die Wandlungsworte so sprechen kann, daß auch wirklich Jesus Chritus unter den Zeichen von Brot und Wein gegenwärtig ist, sodaß in einer evangelischen Abendmahlsfeier nur Brot und Wein empfangen werden können, es keine sakramentale Gegenwart des Herren geben kann. 4. wird geleugnet, daß das hl.Meßopfer zugunsten der Verstorbenen dargebracht wird, um sich der reformatorischen Position anzuschließen, daß das Abendmahl nur den Kommunizierenden einen Nutzen bringen kann. Die Katholische Kirche insistiert dagegen, daß mit 2.Makkabäer 12,32-45, die Einheitsübersetzung betitelt diesen Text mit: „das Sühnopfer für die Toten“ das Meßopfer auch für die Verstorbenen dargebracht wird und um ihres Heiles willen auch darzubringen ist. Luther und alle ihm Folgenden entfernten die Makkabäerbücher aus dem Kanon der Bibel, da ihnen diese Texte mißfielen und so verleugnen sie die Schriftgemäßheit eines Opfers zugunsten von Verstorbenen.

Einfach auf dem Punkt gebracht: Die Katholische Kirche gibt hier einfach  die katholische Lehre vollständig auf und übernimmt die protestantische, um das dann ökumenisch zu nennen! Besser wäre es doch, daß die, die katholisch bleiben wollen, weiterhin katholisch die Eucharistie feiern und die Katholiken, die faktisch dem protestantischen Glauben anhängen, zum Protestantismus konvertieren. Als überzeugte Protestanten würden sie da gerne aufgenommen werden!

Freitag, 3. Januar 2025

Der tiefste Grund, das „Gift der Entwicklung“ der jetzigen Kirchenkrise enthüllt!

 

Der tiefste Grund, das „Gift der Entwicklung“ der jetzigen Kirchenkrise enthüllt!



Der Artikel: „Fühlen wir uns noch beheimatet?“ (Der Fels, Jänner 2025,S.29) will uns den Grund der aktuellen Kirchenkrise offenbaren: Im Jahre 1980 gingen noch 29,1 Prozent der Katholiken zur hl.Messe, 1990 nur noch 21,9Prozent, im Jahre 2000 nur noch 16,5 Prozent, und auch wenn diese Zahl hier nicht genannt wird, dürfte das Jahr 2024 zwischen 5 bis 6 Prozent Gottesdienstteilnehmer gesehen haben. Zöge man nun noch andere Zahlen hinzu, wie viele wurden getauft, gefirmt, gingen zur Erstkommunion und wurden beerdigt, auch hier würden die Zahlen diesen Trend aufzeigen: Wir werden immer weniger.

Welche Gründe benennt nun dieser Felsartikel für diese deströse Fehllentwickelung? 4 werden benannt, in Anlehnung an Pieper: „Willkür in der Liturgie, Unverständnis gegenüber dem Weihepriestertum, Verlust des Glaubens an die Realpräsenz in der Eucharistie“ und die „Verfremdung des Sakralcharakters von Kirchenbauten.“ (S.29) Hier wird sich ganz auf die Krise des katholischen Gottesdienstes konzentriert und deren Gründe aufgewiesen. Diese Kaprizierung muß nun den Einwand provozieren, ob nicht allgemeinere Gründe diese Fehlentwickelung hervorgerufen haben: Wer geht denn zu einem Gottesdienst, wenn er gar nicht mehr an Gott glaubt und wenn er an einen glaubt, dann nicht an den, der sich in Jesus Christus selbst offenbart hat. Man könnte nach dem Bedeutungsverlust der christlichen Religion für das öffentliche wie das private Leben fragen, denn der Gottesdienst ist eine religiöse Praxis, die religiöse schlechthin.

Aber doch überzeugen diese vier hier genannten Gründe, die eben das spezifische Problem des katholischen Gottesdienstes markieren. Der Gottesdienst ist ja nicht einfach eine Veranstaltung von Gläubigen, die da ihren Glauben gesellig praktizieren, sondern gerade der Ort, in dem die christliche Religion sich auch dem Einzelnen gegenüber vermittelt. Pointiert könnte gesagt werden, daß der so reformierte und demolierte Gottesdienst gar nicht mehr als ein Gottesdienst erfahrbar gemacht wurde. Der Kult lebt von der Präsenz Gottes in ihm, daß Gott da seinen Namen wohnen läßt, um es mit den Worten der Einweihung des ersten jerusalemischen Tempels zu sagen, daß der christliche so sein Zentrum in dem Tabernakel hat, der dauerhaften Gegenwart Gottes in seinen Kirchen. Der Sakralraum war so der Wohnraum Gottes auf Erden, klar abgegrenzt von der profanen Welt. Die „Verfremdung“ des Binnenkirchenraumes zu einer bloßen Versammlungs-gelegenheit setzt den Verlust des Glaubens an seine Präsenz im Tabernakel voraus. Der ökumenische Dialog über die Realpräsenz Christi in der Eucharistie, daß die Evangelischen nur eine aktuelle in der konsekrierten Elementen anerkennen, leistete dem Vorschub, letztlich die Eucharistie nur noch als eine Erinnerungsveranstaltung an Jesus zu mißdeuten. Wo die Messe keine kultische Opferfeier mehr sein soll, man wolle die Protestanten doch nicht durch die Rede vom hl. Meßopfer vor den Kopf stoßen, da verliert auch notwendigerweise der Priester seine Bedeutung, denn wo Gott kein Opfer mehr dargebracht wird, da ist auch der Priester völlig überflüssig, sodaß er durch einen Veranstaltungsleiter ersetzt werden kann.

Wenn der Kult nicht in erster Linie ein Gott Dienen ist, sondern eine Veranstaltung für die Gemeinde, dann verführt das ja automatisch zu einer „Willkür in der Liturgie“, da diese sich nun an die differenzierten Bedürfnisse und Wünsche der Besucher der Religionsveranstaltung auszurichten hat. Die Nichtmehrpräsenz Gottes in den Kirchen, die Kaprizierung auf die Gemeinde, daß sie das Zentrum und auch der Akteur des Gottesdienstes sein soll, entgöttlicht den Gottesdienst und beraubt ihn so seiner Substanz.

Aus der Alltagswelt ist dem modernen und noch mehr dem postmodernen Menschen Gott entschwunden, sodaß, wenn er im Gottesdienst nicht mehr in der praktizerten Religion erfahrbar wird, er ganz entschwindet. Erst der da erfahrene Gott kann nämlich dann auch im Alltagsleben recogniziert werden. Sonst fehlt das Sensorium für ein mögliches Gotterfahren im Alltagsleben.

Die vier Punkte bilden so eine Einheit, deren Zentrum die Entgöttlichung der Liturgie ist, daß Gott selbst in dem Gottesdienst als nicht mehr als präsent geglaubt wird. Ein so säkularisierter Gottesdienst kann eben keine Quelle der Religion mehr sein, denn er erscheint nur noch als etwas bloß Menschliches.

Zusätze:

1.Den Niedergang des Kirchenbaus als ein ästhetisches Problem kann aber nur verstanden werden, wenn man die allgemeine Krise der Ästhetik mitbedenkt- das Beste dazu: "Vom Unglück und Glück der Kunst in Deutschland nach dem letzten Kriege."Hans-Jürgen Syberberg, Die Liturgiereform und die ihr folgende Neausrichtung der Binnengestaltung des Kirchenraumes lebte auch von dem Primat des Pädagogischen und der Herabsetzung des Ästhetischen, Da die Erscheinungsform des Wahren ihr Schönsein ist, entwahrheitete die pädagogisch orientierte Liturgiereform die Kirche, in der nun nur noch menschliche Meinungen verkündet werden.

2. Die Verwendung des Verbes: "erfahren" ist hier problematisch, da sein Sinn nicht geklärt ist.Hegel vertritt in seiner "Einzyklopädie der philosophischen Wissenschaften I im 50.Paragraphen die These, und nicht nur da: "Für das Denken und nur für das Denken ist das Wesen,die Substanz,die allgemeine Macht und Zweckbestimmung der Welt." ,das sind nach Hegel die Bestimmungen Gottes. "Das Erheben des Denkens über das Sinnliche, das Hinausgehen desselben über das Endliche zum Unendlichen, der Sprung, der mit der Abbrechung der Reihen des Sinnlichen ins Übersinnliche gemacht werde, alles dieses ist das Denken selbst,das Übergehen ist nur Denken." Ist Gott uns in der Erfahrung oder erst, wenn die gemachte Erfahrung im Denken aufgehoben wird? 

 
 







Freitag, 20. Dezember 2024

Wird nun das Ende des confessionellen Religionsunterrichtes an den Schulen eingeleitet?

 

Wird nun das Ende des confessionellen Religionsunterrichtes an den Schulen eingeleitet?



Kath de konnte am 19.Dezember 2024 jubeln: „Es ist eine deutschlandweite Premiere: In Niedersachsen wollen katholische und evangelische Kirche einen gemeinsam verantworteten christlichen Religionsunterricht einführen. Ein Vorbild für andere Bundesländer? Das Interesse ist jedenfalls groß.“ Die Artikelüberschrift :“Gemeinsamer Religionsunterricht stößt auf bundesweites Interesse“ wird wohl als zutreffend anzusehen sein. Das Land Niedersachen, Rot-Grün regiert prescht vor, eben auch da hier die Säkularisierung schon weiter progressiert ist als im Süden Deutschlandes.

Im Gesangbuch des Erzbistumes München und Freising hieß es im Jahre 1950 noch unter der Überschrift: „Andere Kirchengesetze“: Du sollst keine religiös gemischte Ehe eingehen“ und darunter wurden auch die Ehen mit mit nichtkatholischen Christen subsumiert. Dem lag eine klare Erkenntnis zugrunde: Ist der eine Elternteil katholisch, der andere nichtkatholisch christlich, werden die Kinder dieser Ehe sehr wahrscheinlich, selbst wenn sie ein positives Verhältnis zur christlichen Religion entwickeln kirchendistanzierte Christen sein werden: Hauptsache, man sei ein Christ, zu welcher Kirche man dann gehöre, wenn man denn überhaupt zu einer bestimmten zugehörig sein will, sei doch unwichtig. Daß so ein kirchendistanzierter Glaube dann sich auch schnell ganz auflösen kann in eine diffuse Religiösität, irgendwie an etwas Höheres zu glauben, ist darüber hinaus erwartbar.

Ein gemeinsamer katholisch-evangelischer Religionsunterricht dürfte ähnliche Früchte hervorbringen: Wenn es ihm noch gelingen sollte, ein Interesse an der christlichen Religion zu wecken, dann nur als ein kirchendistanziertes.

Aber ist wirklich nur eine solche Kirchenindifferenz als Frucht dieses Religionsunterrichtsvorhabens zu erwarten? Man könnte nun einwenden, daß doch die meisten Religionslehrer heutigentages sowieso eher als Kirchendistanzierte einzuschätzen seien, sodaß sich somit an dem Resultat nicht viel durch diese Neukonzeption ändern dürfte, daß Schüler urteilen: „Jesus vielleicht, Kirche nein danke!“ Dagegen spricht aber, daß in der Ökumene die Tendenz vorherrscht, daß die da engagierten Katholiken für eine Entkatholisierung der eigenen Kirche votieren um eines Konsenses mit den Protestanten. Die Kompromißformel könnte so bestimmt werden: Ökumene ist: Protestantismus pur plus Katholisch minus alles dem Protestanten Nichtakzeptables. Ob dann nicht auch das Protestantische als das Gemeinsamchristliche zu stehen kommen wird,wohingegen das spezifisch Katholische eskamotiert wird. Zur Veranschaulichung: Statt daß die Eucharistie eine Opfer- und eine Mahlfeier ist, katholisch ist sie dann nur noch ein Mahl, evangelisch, statt Schrift, Tradition und Lehramt, katholisch nur die Schrift,evangelisch, statt Jesus und Maria und die Heiligen nur Jesus usw-

Papst Franziskus kritisierte das Deformvorhaben des Synodalen Weges mit der rhetorischen Frage: Da es schon eine gut funktionierende Evangelische Kirche in Deutschland gäbe, wozu wolle man da jetzt eine zweite dazufügen?Der Verdacht ist deswegen wohl nicht unberechtigt, daß so ein Unterrichtskonzept zu Stande kommen wird, in dem das Protestantische als der Kern und das Katholische nur als etwas zusätzlich Dekoratives zu stehen kommen wird. Zu erwarten ist zudem, daß die jetzt schon erkennbare Tendenz, den Religionsunterricht faktisch als einen Religionskundeunterricht durchzuführen, dadurch noch gestärkt wird: Es wird unterrichtet, was Christen zu verschiedenen Zeiten und Orten geglaubt haben und glauben, um es dann dem Belieben der Schüler anheim zu stellen, ob sie irgendwas des Dargelegten dann für sich als wahr bejahen wollen oder auch nicht.

Der Beliebigkeit der vorgestellten Glaubensvorstellungen korreliert dann auch die Beliebigkeit des Sichentscheidens eines Fürwahrhaltens von irgendeinem der vielen Glaubensvorstellungen. Als reales Lernziel entwickelt sich so dies der Beliebigkeit des Was ich glaube, solange ich alle anderen Positionen auch als tolerierbar erachte. Diese Tendenz ist schon im jetzigen Religionsunterricht m.E die vorherrschende, aber durch diese Neukonzeption wird sie noch einprägsamer werden: Auf die Gretchenfrage: „Wie hältst Du es mit der Religion?“ gibt es nur eine richtige Antwort: „Das ist gleichgültig, denn alle Optionen seien zu tolerieren und als der kulturelle Reichtum zu bejahen. Die Differenzen zwischen Katholisch und Protestantische eine Bedeutung zuzumessen, das wäre so, als wenn es jemand als wichtig erachte, statt der Coca Cola die Pepsi- oder Sinalco- Cola zu trinken. Die Aufklärung brachte so schon das Konstrukt der sog „natürlichen Religion“ hervor als die Alternative zum Kirchenglauben. Man wird nicht überrascht sein dürfen, wenn nun dieser alter Ladenhüter aufpoliert den Schülern als das Allerzeitgemäßestes von Neuem vorgesetzt werden wird.







Dienstag, 21. Mai 2024

Maria, ökumenistisch entleert....was bleibt von ihr noch übrig? 2 Zusätze

 

Maria, ökumenistisch entleert....was bleibt von ihr noch übrig?



Karl Rahner wird in dem Artikel: „Maria,ökumenisch“, in „Christ in der Gegenwart, 21/2024 S.5 so zitiert: „Maria ist die Mutter Jesu. Dieser ganz einfache Satz ist der immer bleibende Ausgangspunkt jeder Glaubenslehre über Maria.“ Nur ist dieser Ausgangspunkt nicht selbst schon das Produkt einer drastischen Abstraktion davon, daß sie die nämlich die Mutter Jesu Christi, die Mutter Gottes ist und daß sie, obschon sie die Mutter Gottes ist, jungfräulich blieb, da sie vom Hl. Geist ihr Kind empfing und die immerwährende Jungfrau blieb?

Wie lautet nun aber das Resümee des Urhebers dieses Artikels, des Jesuiten Batlogg über die Mutter Gottes? Die letzten Sätze über sie in diesem Artikel lauten: „Maria ist Mama,Schwester,Gefährtin im Glauben – eine Frau mit weitem Herzen. Sie kann Horizonte öffnen. Ob wir von ihr lernen (wollen)?“ Armseliger und dürftiger geht es wohl nicht mehr! Was da über die Mutter Gottes geschrieben worden ist, über welche gläubige Frau, die ein Kind hat, könnte das nicht genauso ausgesagt werden!

Aber vielleicht findet sich in diesem einseitigen Text doch noch Gehaltvolleres? Einer Katholiken wird da diese Aussage über die Mutter Gottes in den Mund gelegt: „Für mich steht Maria für die Kraft,die jede Frau besitzt. Jede Frau, die Schmerzen und Leid erlebt,aber auch großes Vertrauen im Leben erfahren hat- wild und kämpferisch für das, woran sie glaubt,und für das,wofür sie einsteht.Eine Frau, die ihre Stärke aus der alten Linie der Eva schöpft.Maria ist für mich ein Symbol der reifen Frau,die alt wird und weiß,dass alles irgendwann einen Sinn hat.Und die dshalb Vertrauen schenken kann.“

Auffällt, was alles da nicht geschrieben wurde, ja daß Maria hier völlig entchristlicht wird. Daß ihr Sohn der Erlöser der Welt ist, wird mit keinem Worte erwähnt, daß sie gläubig war, daß sie glaubte, daß sie als Jungfrau eine Mutter werden wird, da der Vater ihres Kindes kein menschlicher Vater ist. Gott kommt hier überhaupt nicht vor!Sie, die sich als die Magd Gottes bezeichnet, wird hier völlig ihres Gottes beraubt. Sie wird reduziert auf die Idealvorstellung einer modernen selbstbewußten Frau.

Warum grüßte der Engel sie mit einem „Ave“? Weil sie die umgekehrte Eva ist: Durch die Sünde Evas kam das Unheil in die Welt, durch das „Ja!“ Marias das Heil in die Welt, unser Erlöser. Dem Ungehorsam der Eva wird so der Gehorsam der Maria entgegengestellt. Als die Kinder Evas sind wir Verbannte und Exilierte, als die Kinder Marias die geretteten Kinder, die ausschauen auf unsere himmlische Heimat. Aus der Kraft des Ungehorsams Eva schöpfte Maria nicht, sie ist ihr Antityp.

Als Maria Mutter wurde, war sie 16 Jahre alt, sie war also nach unserem Verständnis eine sehr junge,ja für eine Mutterschaft zu junge Frau aber so jung wurde sie ihrer Aufgabe als der Mutter des Erlösers gerecht. Unter dem Kreuze ihres Sohnes stehend, setzte ihr Sohn sie dann als unserer aller Mutter ein und nahm sie dann in den Himmel auf,um sie dort zur Himmelskönigin zu krönen!

All das, was Maria ausmacht, wird in diesem Artikel weggestrichen, um aus ihr nichts anderes als eine moderne selbstbewußte Frau zu machen,die uns nur ein paar Allerweltsweisheiten mitzuteilen hat: Reife, sei mutig,vertraue in das Leben, stehe zu dem, wovon du überzeugt bist! 

1.Zusatz:

Die Ökumene ist der Totengräber der Katholischen Kirche:Um den Protestanten zu gefallen,entledigt man sich alles Katholischen! 

2.Zusatz:

Gerade in dem heutige Redeweise über die Gottesmutter zeigt sich, wie sehr die Kirche ihre Selbstsäkularisierung vorantreibt. Maria wird eben umgeformt zu dem Ideal einer modernen Frau, für die der christliche Glaube völlig ohne eine Bedeutung ist . 

Freitag, 15. März 2024

Irrwege der ökumenischen Praxis- ein Beispiel

 

Irrwege der ökumenischen Praxis- ein Beispiel


Eine Einladung zu einer ökumenischen Andacht für Angehörige und Freunde von Menschen, die durch Suizid verstorben sind, liegt mir vor. Da ich selbst in meinem Freundeskreis vier Menschen durch Suizide verloren habe, erwog ich,zu dieser Veranstaltung zu gehen, aber ich entschied mich dagegen, weil es eine ökumenische Veranstaltung ist.

Der Freitod ist in der Regel eine schwere Sünde, auch wenn die Möglichkeit besteht, daß die Verantwortlichkeit für diese Tat eingeschränkt ist oder etwa bei einer psychischen Erkrankung, wenn die Tat in der Folge dieser Erkrankung vollbracht wurde, nicht mehr angenommen werden kann. Aber das sind Ausnahmefälle.

Wer in seinem Bekanntenkreis also einen Menschen hat, der sich sein Leben genommen hat,der frägt, wenn er gläubig ist, als erstes:“Wie steht es um ihn, der nun vor Gott, seinem Richter steht angesichts dieser Tat?“

Die hl. Schrift gibt uns dazu eine klare Antwort in 2.Makkabäer 12,32-45. (Luther hat die 2 Makkabäerbücher und ihm folgend alle Reformatoren aus dem Kanon gestrichen, weil auch diese biblischen Bücher ihnen mißfielen.) Soldaten der Makkabäer hatten aus der Furcht vor dem Fallen in einer der Schlachten ihrer Befreiungskriege, sich Talismänner umgehängt, die sie vor dem Tode schützen sollten.Gott erzürnte das so sehr, daß er all diese in der Schlacht fallen ließ. Die frommen Makkabäer erkannten Gottes gerechtes Gericht über diese an, gedachten dann aber der Güte Gottes, sodaß sie im Jerusalemer Tempel ein Sühnopfer für diese Gefallenen darbringen ließen, damit auch die von den Toten zum ewigen Leben auferstehen können. Durch ihre schwere Sünde waren sie davon ausgeschlossen. Aber da Gott ein gnädiger Gott ist,ist er bereit, ein Sühnopfer für sie anzunehmen und ihnen so zu vergeben.

Nicht versuchten sie, die Sünde ihrer Kameraden kleinzureden,sie taten es doch in Todesangst, nein sie akzeptierten, daß ihr Gott als gerechter sie bestraft hatte und daß sie wegen ihrer Sünde nicht in das ewige Leben eingehen können. Aber sie vertrauten auch auf die Gnädigkeit Gottes und darum ließen sie ein Meßopfer für sie darbringen.

Wer nun wirklich um ihn Nahestehenden trauert,gerade wenn sie selbst durch einen Freitod aus dem Leben geschieden sind,ist es das Beste, was wir für sie tuen können,eine hl.Messe für sie als ein Sühnopfer lesen zu lassen. Aber genau das kann in einer ökumenischen Veranstaltung nicht gemacht werden, da die Evangelischen jede Art von Sühnopfer ablehnen. Das Abendmahl ist für sie nur ein Sakrament, aber keine kultische Opferhandlung, die dann auch für Verstorbene dargebracht werden kann.

Eine Gedenkfeier an Verstorbene ohne daß dabei ein Meßopfer für die Verstorbenen dargebracht ist,ist so gesehen eine Absurdität,da das Wichtigste, was da für sie zu tuen wäre,unterlassen wird.Und warum?Nur aus einer Rücksichtsnahme auf Evangelische wird somit den Verstorbenen das ihnen Nützlichste, das Sühnopfer vorenthalten. Und wenn nun gar die Verstorbenen Menschen sind, die durch einen Freitod aus dem Leben geschieden sind,um wie viel mehr wäre da die Darbringung des Meßopfers notwendig.

Aber es soll doch für die Verstorbenen wenigstens gebetet werden!Im Jakobusbrief (der Luther auch sehr mißfiel) steht:“Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.“ (5,16) Aber wer von uns darf von sich sagen,daß er gerecht im Urteil Gottes ist? Wer ist sich seiner Gerechtigkeit vor Gott so sicher? Die Katholische Antwort auf diese Frage: Wie bitten die Mutter Gottes und alle Heiligen, auf deren Fürsprache wir vertrauen,um ihren Beistand für die Verstorbenen. Die Reformatoren verwarfen diese Gebetspraxis und heute noch halten sich die Protestanten daran! In allen ökomenischen Gottesdiensten wird so katholischerseits auf die Anrufung der Heiligen verzichtet zum Schaden derer, für die dann gebetet wird! Aber wie sehr bedürften dann die sich selbst das Leben genommen Habenden der Fürbitte der Mutter Gottes und all der anderen Heiligen. Auch diese Fürbitte wird aus einer Rücksichtsnahme den Protestanten gegenüber zum Nachteil der, für die gebetet wird, verzichtet.

Aber nun könnte man einwenden, daß diese ökomenische Veranstaltung gar nicht für die so Verstorbenen sondern in erster Linie für die um sie Trauernden durchgeführt würde. Das wäre dann aber die völlige Aufgabe des katholischen Anliegens, denn für die Katholische Kirche ist die erste Sorge die für das Seelenheil derer,um die getrauert wird. Das reformatorische Anliegen ist es dagegen,hauptsächlich sich um die Trauernden zu sorgen, als könnte für das Heil der Verstorbenen nichts mehr getan werden im klaren Widerspruch zu der Aussage der hl. Schrift. (2.Makkabäer,12,32-45).

Summa Summarum: Solch eine ökumenische Veranstaltung schadet in erster Linie denn,um die da getrauert wird,da aus einer falsch verstandenen Rücksichtsnahme auf die Protestanten das für die Verstorbenen,um die da getrauert wird,Wichtigste und Notwendigste unterlassen wird, für sie ein Meßopfer darzubringen und für sie die Heiligen anzurufen! 

Zusatz:

Bezeichnend für die ökumenische Praxis ist, daß dabei die katholische Seite stets auf das Katholische um dieser Praxis willen verzichtet, daß so die Praxis eine protastantische wird.

 



Montag, 19. Februar 2024

Irrwege der Kirche – oder was nicht mehr wahr sein soll

 

Irrwege der Kirche – oder was nicht mehr wahr sein soll


Es muss also die ganze und ungekürzte katholische Lehre vorgetragen und dargelegt werden.Keineswegs darf man verschweigen oder mit zweideutigen Worten verschleiern,was die katholische Lehre sagt über die wahre Natur und die Stufen der Rechtfertigung, über die Verfassung der Kirche, über den Jurisdiktionsprimat des römischen Papstes,über die einzig wahre Union durch die Rückkehr der Dissidenten zur einen wahren Kirche Christi.“ Papst Pius XII: Instruktion Ecclesia catholica über die ökumenische Bewegung. (zitiert nach: T.R.Marshal, Infiltriert, 2020,S.118.

Es verwundert nicht, daß in dem „Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen“ Denzinger-Hünermanns diese Instruktion nicht aufgenommen wurde, wird sie doch seit dem 2.Vaticanum nicht nur sträflichst mißachtet sondern wird genau das hierin Verurteilte praktiziert. Zur Selbstverständlichkeit ist seit dem die Verachtung der Rückkehrökumene avanciert, stattdessen sollen alle Lehrdifferenzen zwischen der Katholischen Kirche und den von ihr sich abgesondert habenden christlichen Vereinigungen als mehr oder weniger gleichgültig beurteilt überwunden werden. „Im Prinzip glauben wir Christen doch alle das Selbe...“ bildet das Fundament der Ökomene seit dem 2.Vaticanum.

Die Voraussetzung dieser Vergleichültigungsstrategie ist natürlich eine Delegitimierung der Lehre der Katholischen Kirche, daß in ihr wohl ein Wahrheitskern enthalten sei, daß aber somit nicht die ganze Lehre der Kirche wahr sei. Die Wahrheit drücke sich halt stets in geschichtlich kontingenten Formulierungen aus, die stets neu in die jeweilige Gegenwart zu übersetzen sei. Optimistisch gedacht, soll dann dieser Wahrheitskern in allen christlichen Confessionen lebendig sein, wenn auch stets eingekleidet in differenten Lehrsystemen.

Aber zeitgenössisch muß man schon an dem Begriff der Lehre einen Anstoß nehmen, stünde doch im Mittelpunkt des christlichen Glaubens Jesus als Person und sei der Glaube doch nichts anderes als das persönliche Vertrauen auf ihn. Alle Lehre sei da doch nur etwas Abgeleitetes und in ihrer Sekundarität Nebensächliches. Der Glaube eine, auch wenn dann so intellektualistische Lehren trennten.

Dies: „Im Prinzip glauben wir Christen doch alle das Selbe“ auf dem der ökume-nischen Dialog fußt, zeitigt nun aber auch Rückwirkungen auf die innerkirchliche Kommunikation: Was im ökumenischen Dialog als etwas Unwesentliches herabgewürdigt wird, das wird dann auch für die kircheninterne Kommunikation als unwesentlich und vernachlässigbar beurteilt. Wozu sollen etwa im Religionsunterricht noch die Differenzen in der Lehre vom Altarssakrament expliziert werden, wenn das ökumenische Lernziel lautet: Im Prinzip meinen alle das Selbe und daß es traurig sei, daß immer noch nicht alle Christen miteinander das Abendmahl feierten. Welche Materie des ökumenischen Disloges man auch heranziehen mag, überall herrscht der Geist des Indifferentismus vor, ja wenn schon alle Religionen der Welt als gleichgültig angesehen werden, wie sollte man da den dogmatischen Differenzen zwischen Christen noch eine Bedeutung zukommen lassen wollen.

Statt der Rückkehr in die eine wahre Kirche gilt es nun, daß sich alle christlichen Confessionen als gleich wahr und damit auch als gleichgültig anerkennen sollen. Gott sei es doch völlig gleichgültig, ob ich Christ, ein katholischer, ein lutherischer oder was auch immer einer sei, ist es ihm doch auch gleichgültig, ob ich ein Christ oder Muslim oder oder bin....Nur, dieser Gott, dem alle Religionen und Confessionen gleichgültig sind, ist ein Gott, der nur ein Phantasieprodukt der liberalen Theologie ist, außerhalb derer existiert dieser Gott eben nicht. Der wahre Gott will in Wahrheit geglaubt und verehrt werden.

 

1.Zusatz

Jesus Christus selbst hat das Petrusamt als das Regierungsamt seiner einen Kirche ihr eingestiftet. Wie kann es dann eine andere Einheit der Kirche geben als die unter dem Petrusamt?

2.Zusatz:

Die Ökume ist der Dialog unter verschieden glaubenden Christen. Der Dialog ist nun aber immer auch etwas in der Spannug zwischen Wahrheitsliebe und der Pflicht zur Höflichkeit Praktiziertes. Im Kontrast zu den platonischen Dialogen tendiert so der ökumenische Dialog zum höflichen Miteinanderplaudern, in dem alles Konfliktträchtige ausgespart bleibt und man sich stets wechselseitig seine Achtung bekundet. Erst im monologischen Denken wird dann ehrlich gedacht, was zu sagen gewesen wäre, müßte man nicht Rücksicht nehmen auf die anderen Dialogpartner.

 












Donnerstag, 25. Januar 2024

„Patriarch Kyrill I. bezeichnet "westliche Eliten" als Antichristen“

 

Patriarch Kyrill I. bezeichnet "westliche Eliten" als Antichristen“

Spätestens seit dieser Enthüllung, was denkt dieser Putinversteher auf kath de am 24.Jänner 2024 weiß jeder, warum der freie Westen die Ukraine in ihrem Krieg gegen Rußland unterstützen muß. Solche Abscheulichkeiten gab dieser Patriarch von sich: "Die westlichen Eliten führen heute einen Krieg gegen die Institution der traditionellen Familie– natürlich unter dem Vorwand der Achtung der Menschenrechte, der freien Wahl", so der Geistliche. Er kritisierte unter anderem eine Gender-Ideologie, die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Lebens-gemeinschaften und "Propaganda für Geschlechtsumwandlungen".

So charakterisierte er gar denWestens: „Kyrill I. sagte: "Das europäische Haus gleicht, um es mit den Worten des Evangeliums auszudrücken, immer mehr einem angestrichenen Sarg, der von außen schön aussieht, innen aber voller Knochen eines Toten und allerlei Schmutz ist." Das Gebäude beeindrucke zwar durch Luxus, "aber das Fundament ist hoffnungslos schlaff, die tragenden Wände stehen kurz vor dem Einsturz".

Da reicht es nicht,daß der Westen,wie die „Tagespost“ leidenschaftlich fordert. mehr Kriegswaffen an die Ukraine liefert :“Warum Kiew mehr Militärhilfe braucht“ (24.Jänner 2024), es müsse auch die russische Kirche theologisch bekämpft werden.Dazu sollten ökumenische Kontakte vernutzt werden,wie etwa die Theologin Elsner es einfordert:“Unterdessen rief die katholische Theologin Regina Elsner dazu auf, liberale Kräfte in der russisch-orthodoxen Kirche zu stärken.“ (Kath de am 19.Jänner 2024)

Für die westliche Theologie ist eben die Bejahung der westlichen (Un)Kultur zu einer solchen Selbstverständlichkeit geworden, sodaß gar nicht mehr kritisch erwogen wird, ob die denn auch noch aus christlicher Sicht akzeptabel sei.Stattdessen wird der zweite Kriegsgegner Kyrill neben dem ersten Putin angegriffen, da er noch die traditionelle Ordnung der Ehe und Familie und die natürliche Geschlechterdifferenz bejaht. Auch“homophob“ soll dieser Patriarch sein. Es gälte also,daß auch die Russisch-orthodoxe Kirche liberalisiert wird,daß auch sie dann die westliche Kultur bejubele. Deutlich wird so,wie sehr der Westen den Ukrainekrieg als ihre Chance ansieht, die Globalisierung voran zu treiben hoffend, daß ein langwährender Krieg zum Sturz der nichtwestlichen Putinregierung führe. Dem sollen dann auch die ökumenischen Kontakte zu liberalen Kreisen der Russischen Kirche dienen.

Wie sehr die Ökumene zur Auflösung der Identität der Katholischen Kirche nicht nur in Deutschland gedient hat,das wäre mehr als untersuchenswert.

Zusatz:

Die westliche Kultur mit ihrem radicalen Individualismus zerstört ja die Ordnung der Ehe und Familie, aber auch die des Volkes und des Staates! So ist es signifikant, daß der politische  Wille zum Erhalt des eigenen Volkstumes bei uns schon als rechtsextremistisch und grundgesetzwidrig diffamiert wird. Die Ablehnung der Ordnung der Familie gehört heute ebenso zur Selbstverständlichkeit. Das ist auch eine Revolte gegen die Schöpfungsordnungen Gottes.

Donnerstag, 17. August 2023

Vorwärts im Kampf für die Entkatholisierung der Kirche!

Vorwärts mit der Entkatholisierung der Kirche Wenn auf der quasi offiziellen Internetsauftrittsseite „Für einen ökumenisch sensiblen Umgang mit Maria“ plädiert wird (Standpunktkommentar vom 17.8.2023),dann weiß der kundige Leser, daß hier mal wiedermal zur Entkatholisierung der Kirche aufgerufen wird. Denn unter einem „sensiblen Umgang mit Maria“ versteht man unter den Ökumeneengagierten, daß wir Katholiken nichts in Hinsicht auf Maria sagen dürften, was einem feinfühligen Protestanten ärgerlich aufstoßen könnte. Das Wichtigste ist doch, daß die Kirche so von der Mutter Gottes spricht, daß Nichtkatholiken daran nichts ihnen Nichtzusgendes zu hören bekommen. Deshalb : „Von katholischer Seite aus wünsche ich mir, dass wir das Thema Marienverehrung ökumenisch sensibler angehen und etwa in Predigten nicht in erster Linie die Aufnahme in den Himmel hervorheben, sondern die Bedeutung der biblischen Maria, immer in Bezug auf ihren Sohn.“ Gut protestantisch wird hier die biblische Maria gegen die katholische Mariologie ausgespielt. Deshalb solle am Hochfest Mariä Hiummelfahrt nicht gemäß dem Dogma der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel gepredigt werden, sondern biblisch! Daß Maria nur in ihrer Bedeutung hinsichtlich ihres Sohnes gepredigt werden dürfe, ist aus katholischer Sicht selbstverständlich völlig inakzeptabel, denn jeder Mensch, auch die Mutter Gottes ist ein selbstständiges Wesen, das auch als solches zu respektieren ist. Als die Himmelskönigin verfügt sie eben auch wenn sie als Mensch ein Geschöpf Gottes ist, doch einen eigenen Selbststand. So ist sie in Allem uns ein Vorbild des Glaubens und des Gehorsames Gott gegenüber,und zeigt sie uns doch auch die Berufung der Frau auf. Die Maxime der öumenischen Sensibilität dient faktisch aber nur dazu, zutiefst Katholisches aus der Kirche zu entfernen,meinend, so die Kirche modernisieren zu müssen, damit sie den Zeitgenossen noch als akzeptabel erscheint. Alles spezifisch Katholische gilt eben als unmodern, nicht mehr zeitgemäß, weil man völlig unkritisch dem protestantischen Narrativ glaubt, daß nur der Protestantismus zeitgemäß sei. Kurzfassung: Ökumene heißt, daß die Kirche nichts sagen darf, das andere Christen nicht hören mögen! (Ich erinnere mich noch gut einer Predigt zu Maria Himmelfahrt, in der der Prediger sich zu allererst dafür entschuldigte, daß wir Katholiken hier im Norden Deutschlands in der Diaspora noch Mariä Himmelfahrt feierten, um dann zu sagen, daß dies Fest doch nur besage, daß Gott zu uns nicht nur als Seele sondern auch als Leib Ja sage. Dazu müßte doch auch ein Protestant Ja sagen können.)

Samstag, 24. Juni 2023

Feststellungen: Wie gerecht werden, wie gerecht sein vor Gott- eine verschwundene Frage

Feststellungen: Wie gerecht werden, wie gerecht sein vor Gott- eine verschwundene Frage „Die Gerechten aber leben in Ewigkeit,der Herr belohnt sie,der Höchste sorgt für sie.“ Weisheit 5,15. Jesus Christus konkretisiert dies dann noch in seiner Bergpredigt: „Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer,werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ Mt 5,20. Zu allen Zeiten wurde in der Kirche und unter den Theologen kontrovers diskutiert, wie denn nun ein Mensch vor Gott ein Gerechter sein kann. Diese Frage führte dann auch zur Abspaltung der Evangelischen von der Katholischen Kirche, da die Reformatoren eine Antwort auf diese Frage konstruierten, die nicht mit der Lehre der Kirche kompatibel war. Die reformatorische Theologie wird dagegen völlig mißverstanden, wenn gemeint wird, ihr ginge es um die Abstellung kirchlicher Mißstände. Der Mensch sollte ohne jedes Mitwirken allein aus der göttlichen Gnade heraus als gerecht vor Gott gelten können. Das Anliegen der Ökumene war es dann, diese Differenz zu bagatellisieren: Im Prinzip lehrte man doch das Selbe, wie ein Mensch vor Gott gerecht werden könne. Nur, diese Frage ist aus dem theologischen Diskurs, außer dem rein historischen verschwunden. Als „ökumenischer Konsens“ hat sich stattdessen das Indikativ-Imperativ- Schema durchgesetzt: Gott liebt jeden Menschen- der Indikativ- und darum hat jeder Mensch alle anderen Menschen zu lieben und sich selbst auch – der Imperativ. Die Liebe Gottes zu jedem Menschen wird dabei schöpfungstheologisch begründet, Jesus Christus habe und dann nur diese Allliebe Gottes verkündet in Wort und Tat. Statt der Frage: Was soll ich tuen, um vor Gott gerecht zu werden, wird jetzt gefragt: Wie werde ich der Liebe Gottes zu allen Menschen gerecht? Wird diese Liebe Gottes als unbedingte behauptet, gilt gar, daß ich, auch wenn ich noch so viel sündigen mag, nie aus dieser seiner Liebe herausfallen könne. In selbstbestimmungstheoretischer Hinsicht wird dann aber gern angemerkt, daß wenn ein Mensch nicht von Gott geliebt werden möchte, er nicht in Gottes ewiges Reich eingehen möchte, Gott diese freie Entscheidung respektieren würde. Gott zwänge keinem das ewige Leben auf. Unklar ist dann aber doch gelegentlich, ob nicht durch ganz arge Sünden ein Mensch doch aus der Liebe Gottes herausfallen könne – das wären dann schwerwiegendste Verstöße gegen die Politische Korrektheit. Dogmatisch formuliert: Weil der Mensch ein Geschöpf Gottes ist, wird er von Gott geliebt. Von Gott geliebt zu werden ist so weder ein Akt der Gnade Gottes noch ein Verdienst sondern das rein natürliche Verhalten des Kreators zu seinen Kreaturen.Der Begriff der Gerechtigkeit verschwindet so ganz aus diesem Diskurs: Gott liebt einfach jeden Menschen, und somit braucht er auch nicht mehr gerecht vor Gott zu sein. Denn Gottes Liebe mache keinen Unterschied zwischen Ungerechten und Gerechten. Damit ist eine Transformation der christlichen Religion in einen Humanitarismus präfiguriert. Corollarium Das Indikativ-Imperativ-Schema setzte sich nach 1945 im deutschen Protestantismus durch. Der reformierte Theologe Karl Barth bekämpfte dabei die lutherische Position: Gesetz und Evangelium: Erst käme das Evangelium: daß Gott den Menschen liebe und darauf das Gesetz: daß der Mensch Gott und die Menschen zu lieben habe. Die lutherische Position ging vom Sünder aus, der Mensch, der im Gesetz sich als Sünder erkannte, der nur durch das Evangelium gnadenhaft gerettet werden könne. Was für Luther ein Ergebnis war: der durch den Glauben Gerechtfertigte, ist für Barth die Voraussetzung, daß der Mensch von Gott immer schon der Bejahte ist. Darum verwarf Barth ja auch vehement die "Unmündigentaufe", denn der Mensch bedürfe keiner Taufe zur Abwaschung seiner Sünden.

Freitag, 23. Juni 2023

Klarstellungen in den Zeiten theologischer Konfusionen: Gemeinsam Eucharistie feiern?

Klarstellungen in den Zeiten theologischer Konfusionen: Gemeinsam Eucharistie feiern? Da zu befürchten ist, daß durch die Einsetzung von „Synodalräten“ auf allen Ebenen der Kirche, auf der Pfarreiebene, der Bistumsebene bis zu einem gesamtdeutschen Synodalrat nun alle Fundamente der Katholischen Kirche hier aufgelöst werden sollen ohne eine Rücksichtnahme auf die verbindliche Lehre der Kirche: „Was schert uns Rom!“ sollen nun nach und nach Themen behandelt werden, in denen zur Zeit die größten Konfusionen anzutreffen sind. Ein sehr beliebtes Narrativ: Nur ewiggestrige Dogmatiker Roms verhindern, daß wir in Deutschland nicht schon längst mit den Evangelischen zusammen Eucharistie/Abendmahl feiern. Denn im Prinzip glauben wir Katholiken und die Protestanten in dieser Causa das Selbe und überhaupt sei es unchristlich, Menschen von der Eucharistie auszuschließen. Wesentliche Differenzpunkte: Nach Luther gilt, daß jeder Christ die Einsetzungsworte so sprechen kann, daß Jesus Christus dann in dem Brot und dem Wein real gegenwärtig ist, präziser: „in, unter und zwischen“ Brot und Wein. Nach der Katholischen Kirche: Nur ein geweihter Priester kann die Einsetzungsworte so sprechen, daß Jesus Christus dann in dem Brot und dem Wein real gegenwärtig ist, präziser, daß das Brot und der Wein in das Fleisch und das Blut Jesu Christi verwandelt wird. Beide Aussagen können nicht zugleich wahr sein.Auch wenn nun der dreieinige Gott als die Erstursache und die gesprochenen Einsetzungsworte als die Zweitursache verstanden werden, können beide Aussagen als nicht wahr sein. Ist die Katholische Lehre in dieser Causa wahr, empfängt man im evangelischen Abendmahl nur Brot und Wein und nur in der katholischen Eucharistie Jesus Christus. Wäre die evangelische Lehre in dieser Causa wahr, empfing man sowohl in dem evangelischen Abendmahl wie in der katholischen Eucharistie Jesus Christus. Darum darf nach evangelischer Lehrer jeder Protestant zur Eucharistie gehen, nicht aber darf nach der katholischen Lehre ein Katholik am evangelischen Abendmahl teilnehmen, da er dort nur Brot und Wein empfinge. Nach Luther darf das Abendmahl kein von der Kirche dargebrachtes Opfer sein ob der Alleingenügsamkeit des Kreuzaltaropfers Jesu Christi.Deshalb darf es auch keine Priester in der Kirche geben. Nach der Katholischen Kirche ist die Eucharistie eine Opferfeier der Kirche, ein wahres Opfer, das die Kirche durch den dazu geweihten Priester darbringt. Als Abbild des Kreuzaltaropfers ist es ein wahres Opfer. (Alles Nähere dazu in meinem Buch: Der zensierte Gott) Beide Lehren sind nun unvereinbar miteinander: Es ist kein Opfer oder:Es ist ein Opfer. (Es ist zu befürchten, daß man zumindest in Deutschland die Lehre von der Eucharistie als Opfer gern los werden würde, da liberalkatholisch man meint, daß Jesu Kreuzestod doch gar kein Opfer gewesen sei!) Nach Luther bringt das Abendmahl nur dem gläubig Empfangenden einen Nutzen. Nach der Katholischen Kirche kann das Meßopfer auch zugunsten von Nichtkommunizierenden appliziert werden, isb für Verstorbene. Der Schriftbeweis ist das Sühnopfer für die Toten in 2.Makkabäer 12,32-45). Diesen Schriftbeweis lehnt Luther aber ab, da er die Makkabäerbücher aus dem Kanon der Bibel gestrichen hat. Auch hier gilt, daß beide Lehren unvereinbar miteinander sind. Jetzt muß auch noch die reformierte Abendmahlslehre berücksichtigt werden, da auch sie zur EKD gehört: Nach reformierter Lehre empfängt man mit dem Mund nur Brot und Wein in der Abendmahlsfeier und nur, wenn man gläubig ist, mit dem Herzen Jesus Christus. Die Formel lautet deshalb: Mit dem Brot und dem Wein wird Jesus Christus empfangen, aber nicht durch das Brot und den Wein. Ansonst lehrt man wie Luther. Der innerprotestantische „Konsens“ besteht nun in der Vergleichgültigung der Frage, ob Jesus Christus in dem Brot und dem Wein ist oder nicht und ob man ihn mit dem Mund oder nur in dem gläubigen Herzen empfängt. Genau genommen ist nach der reformierten Lehre Jesus Christus auch nur nach seiner göttlichen Natur in der Abendmahlsfeier gegenwärtig und dabei nicht im Brot und nicht im Wein. Die reformierte Abendmahllehre ist so gänzlich unvereinbar mit der Lehre der Katholischen Kirche. Aber im ökomenischen Diskurs gilt eben als die oberste Maxime: „Ist doch alles wurscht! Hauptsache: Wir feiern gemeinsam. Es ist nun zu befürchten, daß dieser Standpunkt sich durch die Verrätung der Kirche, durch die Auflösung der Hierarchie der Kirche allgemein durchsetzen wird. Ganz vergessen wird dabei die urchristliche Praxis, Menschen ob ihres Glaubens von der Eucharistie auszuschließen: Hebräer 13,10: Wir haben einen Altar,von dem die nicht essen dürfen,die dem Zelte dienen. Die Juden wurden so von der Eucharistie ausgeschlossen. Nicht fand man einen ökumenischen Kompromiß, daß so auch sie teilnehmen konnten.

Montag, 10. April 2023

Daß das Neue Testament kein sakrales Opferpriestertum kenne oder wie Luther die Katholische Kirche besiegt

Daß das Neue Testament kein sakrales Opferpriestertum kenne „Historisch-kritisch hat sich die Einsicht der Reformatoren bewährt, daß das NT keine hierarische Ordnung im eigentlichen Sinne kennt,sondern deren Grundlage im sakralen Opferpriestertum außer Kraft setzt,weil Christus in seinem Kreuzestod ein für allemal die Versöhnung vollbracht hat“, proklamiert P.Eicher in dem Lexikonartikel: Hierarchie, in:Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe, Bd 2, S.195, hrsg P.Eicher. Mit dieser kritiklosen Zustimmung zu einer der Zentraldogmen der reformatorischen Theologie destruiert P. Eicher hier das Fundament der Kirche. Zutreffend wird hier als die Grundlage der hierarischen Ordnung der Kirche das sakrale Opferpriestertum erfaßt,um so diese Ordnung zur Disposition zu stellen. Erstaunlicher weise wird gerade im ökumenischen Dialog über die Frage der Möglichkeit einer wechselseitigen Anerkennung die Kirchenämter die logische Konsequenz aus dieser reformatorischen Einsicht, daß das Priesteramt abgeschafft werden muß, verdrängt: Ein evangelischer Pfarrer ist kein Priester und darf es auch nicht sein, weil es kein Oper mehr geben darf ob der Alleingenügsamkeit des Kreuzaltaropfers Jesu Christi. So tragen ja auch evangelische Pfarrer keine Priestergewänder sondern kleiden sich, wie im 16. Jahrhundert es Dozenten taten. Nun stellen sich natürlich Fragen: Stimmt es wirklich, daß alle, oder zumindest die Mehrheit der katholischen Exegeten der reformatorischen These sich angeschlossen haben? Die Katholische Kirche lehrt aber eindeutig, daß Jesus Christus selbst das sakrale Opferpriestertum am Gründonnerstag eingesetzt hat, indem er die Apostel und nur sie zu Priestern weihte. Seit dem Trienter Konzil gehört das zur verbindlichen Kirchenlehre und ist und konnte auch nicht vom 2.Vaticanum als überholt erklärt werden. Wenn der Hebräerbrief in seiner Ausdeutung des Opfers Christi zu der Auffassung gekommen wäre, daß es deshalb nun in der Kirche keine Priester mehr geben dürfe,wie kann dann im 13.Kapitel, Vers 10 statt von einem Abendmahlstisch von einem Altar die Rede sein, wo die hl. Kommunion empfangen wird? Ein Altar, auf dem nicht geopfert wird, wäre kein Altar und opfern können nur Priester. Das war schon im Alten Bund so wie es auch jetzt in der Kirche gilt. Die Betonung der Einmaligkeit des Opfers Christi (9,11-28) schließt ja nur aus, daß es neben diesem einen Opfer weitere andere geben könne, nicht aber, daß das eine Opfer als Urbild sich in den vielen Meßopfern abbildet und mit ihnen zusammen so das eine Opfer bildet. Das reformatorische Verständnis der Alleinigkeit des Kreuzaltaropfers macht es ja zudem unmöglich, die Opferpraxis des Alten Bundes zu begreifen, denn dann hätte Gott da den Opferkult eingesetzt, den er gar nicht hat wollen können! Dieser Opferkult war aber gar wirksam, denn sonst hätte Gott ja nicht den gefallenen makkabäischen Soldaten ihre Todsünde vergeben können ob des ihm dargebrachten Sühnopfer im Jerusalemer Tempel! (2.Makkabäer 12,32-45: einer der Texte, die die Reformatoren aus ihrer Bibel entfernten!) Dies so wirksame Sühnopfer kann nun aber kein anderes als das Sühnopfer Christi sein wie auch das Gott so wohlgefällige Opfer Noahs, (1.Mose 8,20f) um dessen willen Gott verhieß, die Welt nicht noch einmal durch eine Sintflut zu ertränken, das Opfer Christi gewesen sein muß. Das EINE Opfer Jesu Christi ist eben etwas sehr viel Komplexeres als es sich die vulgäre Interpretation der Reformatoren vorgestellt hat. Das EINE Opfer ist nämlich zu denken als die Einheit des Opfers Jesu Christi als dem Urbild mit den vielen Vorabbildungen dieses einen Opfers im Alten Bund und den vielen Nachabbildungen im Neuen Bund. Das ist eben eine Aufgabe für das theologische Denken. (Vgl dazu ausführlich mein Buch: Der zensierte Gott) Aber statt sich kritisch mit dieser reformatorischen These auseinanderzusetzen, gefällt es zumindest einigen „katholischen“ Theologen mehr,mit diesem protestantischen Dogma die hierarische Ordnung der Kirche zu destruieren. Zusatz: Wenn Gott das Amtspriestertum als ein gutes Ordnungselement des Alten Bundes angesehen hat, wie sollte Gott dann uns im Neuen Bund diese gute Ordnung vorenthalten?