Freitag, 14. August 2026

Peinliche Erinnerungen an einen Maria Himmelfahrtsgottesdienst- oder sich schämen, noch katholisch zu sein

 

Peinliche Erinnerungen an einen Maria Himmelfahrtsgottesdienst- oder sich schämen, noch katholisch zu sein



Tatort: Göttingen, eine Universitätsstadt im südlichen Niedersachsen gelegen, der Täter: ein Jesuit, der zu diesem Festtag predigte:Zuerst entschuldigte er sich ausgiebigst dafür, daß wir noch Mariae Himmelfahrt feierten, da dies doch den Protestanten ein Greuel sei, dieses Ereignis sei ja gar nicht in der Bibel bezeugt.Dann, nach einer langen Entschuldigungslitanei erklärte er, daß Gott den Menschen als Ganzes bejahe und nicht etwa nur unsere Seele als etwas dem Körperlichen gegenüber Höherwertigem. Maria Himmelfahrt besage so nur, daß Gott jeden Menschen als Seele/Körper Einheit bejahe – dagegen könne nun doch auch ein Protestant keine Einwände erheben!

So beraubt man dem Dogma der leiblichen Aufnahme der Mutter Gottes ihrem ganzen Gehalt zugunsten der Phrase, daß Gott uns ganz bejahe.



Ein Szenenwechsel: das Fronleichnamsfest. Wir Katholiken glaubten doch wie die Protestanten an die Realpräsenz Jesu Christi, denn er lebt und lebt so auch unter uns. Die Verheißung Jesu Christi: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich unter ihnen“ wird nun dazu mißbraucht, die grundlegende Differenz zwischen dem katholischen Glauben und der lutherischen Lehre zu übertünchen. Denn nach Luther entschwindet Jesus Christus nach dem Ende des Gottesdienstes aus den im Gottesdienst konsekrierten Elementen des Brotes und des Weines, in der er in der Konsekration sich einwohnte, sodaß nur noch das Brot und der Wein zurückbliebe, wohingegen die katholische Lehre besagt, daß Brot und Wein transsubstantioniert werden und so Leib und Blut Christi dauerhaft bleiben. So können sie dann auch in einer Monstranz verehrt werden und in Prozessionen durch die Städte geführt werden. Für den Lutheraner dagegen stellt das eine Götzenverehrung da, da nun etwas Kreatürliches, ein Brot wie der Sohn Gottes verehrt wird. In der Monstranz ist nur ein Stück Brot, in dem einst Jesus zwar gewohnt habe, das er nun aber verlassen habe.

Aber ganz ökumenisch gesonnen übersieht man diese Differenz, um zu erklären, daß man doch da den in der Prozession anwesenden Jesus verkünde, der nun da sei, weil sich da so viele, mehr als zwei in seinem Namen versammelten. Ob Jesus Christus nun in dem gewandelten Brot real gegenwärtig sei, sei nun doch nur eine Nebensächlichkeit, es reiche doch der Glaube, daß er mitten unter uns in der Prozession sei.

Auch hier wird wiederum das spezifisch Katholische eskamotiert um der Ökumene willen.

Sind das nun einfach Manifestationen einer weitgehenden Kompromiß - bereitschaft unserer katholischen Seite den Protestantismus gegenüber? Eine andere Vermutung drängt sich da doch auf, daß man so sich all der Elemente der katholischen Religion entledigen möchte, die im Verrufe stehen, nicht mehr zeitgemäß zu sein, dem Aufgeklärten nicht mehr zumutbar zu sein. Das Protestantische erscheint moderner bzw modernitätsfähiger zu sein, wohingegen das Katholische in dem Mittelalterlichen so verwurzelt zu sein, daß es nicht mehr recht in die Modere transformierbar sei.

Dabei verwandelt sich das Verständnis von dem Begriff der Reform, der Reformation:Bezeichneten diese Begriffe ursprünglich eine Rückkehr zur verloren gegangen normativen Urform, so bezeichnet jetzt der Begriff der Reform ein Mitgehen mit dem allgemeinen Fortschritt, reformerisch zu sein, heißt progressiv zu sein, das Alte hinter sich lassend, stets auf das Neue sich zu orientieren. Die katholische Theologie und Kirche habe nun seit der Reformation diesen Fortschritt verschlafen, sich an Überholtes festhaltend, statt mit dem Fortschritt voranzuschreiten.

Das hieße, das nicht ein simpler Opportunismus die katholische Haltung in der Ökumene charakterisiert sondern die Meinung des Überholtseins des Katholischen, daß die der Moderne gemäße Gestalt des Christentumes die des Protestantismus, natürlich nur des liberalen sei. Die Ökumene, um ihretwillen bietet so den Anlaß zur Entkatholisierung der Katholischen Kirche. Im tiefsten schämt man sich des Katholischen wegen seines mittelalterlichen Wesens und schaut neiderfüllt auf den so modernisierungsfähigen Protestantismus.

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