Donnerstag, 13. August 2026

„Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...“

 

Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...“



Prägnanter und zutreffender kann man die Haltung der Neusynodalkirche Deutschlands nicht erfassen als mit dieser Artikelüberschrift von Kath net am 12.8.2026. „Der Vatikan hat die Laienpredigt verboten. Bischof Kohlgraf, der Bischof von Mainz, interessiert dies aber nur wenig. Mitarbeiter, die dagegen verstoßen, müssen nicht mit Maßnahmen rechnen.“

Darf nun jeder in diesem Bistum machen, was und wie es ihm gefällt? Das sei ferne: Würde ein Priester eine „Tridentinische Messe“ auf die Anfrage von Interessierten zelebrieren, er müßte gewiß mit Sanktionen rechnen. Aber Progressiven ist alles erlaubt, weil diese Bischof selbst ein Modernist ist. „Ich höre nur auf Rom, wenn es mir zusagt!“, ist die Devise des linksliberalen Reformlagers. Im Zentrum des Neins zu Rom steht das Nein zur hierarischen Struktur der Kirche, die dem Ideal des bürgerlichen Vereinswesens widerspricht. Die Kirche konstituiere sich wie ein Verein aus Bürgern mit gemeinsamen Interessen. Die Weise der Ausübung setze man dann in einer Vereinsordnung fest. Prinzipiell gälte dabei, daß jedes Vereinsmitglied die gleichen Rechte habe und jeder jede Aufgabe in dem Verein übernehmen könne. Die Kirche Jesu Christi versteht sich dem gegenüber organologisch, als ein Gesamtkörper, in dem jedes Glied seine ihm eigene Aufgabe zugeordnet ist: Die Augen sind zum Sehen, die Ohren zum Hören etc bestimmt.

Die Revolte gegen diese Ordnung: Die Nase will nun sehen und die Ohren sehen! Wir seien doch alle gleich! Nur, das Ganze kann nur ein Ganzes sein, weil es aus Teilen sich auferbaut, die verschiedene Aufgaben des Gesamtkörpers übernehmen. So kann keine Fußballmannschaft ein Spiel gewinnen, bestünde sie nur aus Stürmern und wenn keiner die Aufgabe des Torwartes übernehmen wollte.

Man denke nur an die absurde Praxis der Kommunionausteilhelfer: Ursprünglich legitimierten Laien dies Recht zur Kommunionausteilung mit der Notwendigkeit, zu lange „Wartezeiten“ beim Empfang der Kommunion zu vermeiden. Jetzt sind die Kirchen fast leer, nur noch wenige empfangen die Kommunion, aber die Laienausteiler bestehen auf ihr Recht, austeilen zu dürfen, auch wenn diese Beihilfe bei fast allen Gottesdiensten überflüssig ist. Man will nicht dienen, sondern ein Amt innehaben. So will man nun auch predigen, obschon die meisten Messen keine Predigt vorsehen, nur an den Sonntagen und Hochfesten gepredigt wird und dafür reichen die Priester aus. Wenn aber keine Eucharistiefeier stattfindet sondern nur ein Wortgottesdienst dürfen Laien predigen - warum reicht das nicht? Der Neid führt hier eben die Feder: Alles was andere dürfen, will ich auch!



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