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Mittwoch, 25. Dezember 2024

Der Untergang der Titanic und Jesu Verkündigung – oder über die große Transformation der christlichen Religion

 

Der Untergang der Titanic und Jesu Verkündigung – oder über die große Transformation der christlichen Religion



Der „Tatort“: 3 Tage vor der Kollision der „Titanic“ mit dem Eisberg und somit 3 Tage vor dem Untergang dieses unsinkbaren Schiffes. Der Hauptdarsteller: Jesus Christus. Er verkündet: „Dies Schiff wird in Bälde untergehen, alle Passagiere mit in den Tod reizen! Nur wer dann in dem Rettungsbot sitzen wird, wird überleben.“ Die von ihm gegründete Kirche ist die neue „Arche“, daß wenn der Weltuntergang kommen wird, die Insassen dieser Arche gerettet werden.Wie komme ich aus dem Schiff in die Arche, dieser Frage war Jesu Lehrtätigkeit gewidmet.Der apokalyptische Untergangsprophet zeigte uns den Weg zur Rettung auf. So kreiste dann auch des Apostels Pauli Missionspredigten um die Frage: „Wie können wir dem auf uns zukommendem Gericht Gottes entkommen?“ (1.Thes 1,10)

Aber der modernisierte Jesus trat ganz anders auf der „Titanic“ auf: Er nahm sehr großen Anstoß an der 3 Klassengesellschaft des Luxusschiffes, daß denen der Ersten Klasse es so viel besser erging als denen der Dritten. Ja, der Menschenwürde widersprächen die Arbeitsbedingungen der Heizer und die Kellner würden für ihre Dienste auch unterbezahlt, ihre Serviceleistungen nicht angemessen gewürdigt.Daß dann gar kaum Frauen in den Führungs- und Leitungspositionen aufzufinden seien, widerspräche der Geschlechtergerechtigkeit. Jesus sah sich ob dieser Mißstände genötigt, ein Sofortreformprpgramm zu konzipieren, um diese Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Diesem Reformprogramm gab er den wohlfeilen Namen: „Reich Gottes“ und meinte damit den sozialevolutionären Weg der stetigen Verbesserung der Lebensbedingungen auf der „Titanic“. Die Kirche ist nun angesichts der Umweltkatastrophen, der sich immer mehr annährenden, dazu berufen, für den Erhalt der „Titanic“ zu sorgen, also ihren Untergang zu verhindern durch die Propagierung vielfältigster Askeseprogramme, daß wir alle, isb die Passagiere der 3. und 2.Klasse den Gürtel enger zu schnallen haben, da die über ihre Verhältnisse lebten und dadurch die Umweltverschmutzung verursachten.

Aus dem Ausstiegsprogramm, eine Rettung gibt es für uns nur in dem Seenotsbot „Arche“ wird ein sozialutopisches Reformprogramm der Humanisierung des Schiffslebens, bei dem aber die 3. Klassepassagiere die Hauptlast zu tragen haben. Das Vertrauen in die Unsinkbarkeit des Luxusdampfers setzte sich eben gegen die urchristliche Predigt vom Ende dieses Äons durch. Deswegen kann die Kirche auch keine Erlösungsreligion mehr sein, sondern sie transformierte sich zu einer Agentur zur Verbesserung der Lebensbedingungen auf der „Titanic“

Dabei wendet sie sich dann ganz linksliberal gestimmt isb den Luxussorgen der 1.Klassepassagiere zu, etwa den LGBTQ-Passagieren, wohingegen eine Ausrichtung auf die Nöte der Drittlklassigen als Popularismus verurteilt wird.





Montag, 23. Dezember 2024

„Theologe Tück: "Jesus war Jude, kein Befreiungskämpfer" Eine Kritik

 

Theologe Tück: "Jesus war Jude, kein Befreiungskämpfer" Eine Kritik

So angemessen in diesem Artikel (Kath net am 23.Dez.2024) darauf insistiert wird, daß Jesus kein Palästinenser war und somit auch nicht für den antiisraelischen Kampf der Palästinenser instrumentalisiert werden darf, so problematisch ist doch diese Antithese von „Jude“ und „Befreiungskämpfer“. Denn zu Zeiten Jesu gab es in Israel eine starke Bewegung, die einen jüdischen Befreiungskampf wider die römische Besatzungsmacht forderte und die dann auch 70n. Chr. Zur Tat schritt. So spricht einiges dafür, daß Barrabas, „der bei einem Aufstand einen Mord begannen hatte“ (Mk 15,7) ein solcher jüdischer Befreiungskämpfer gewesen war, dessen Freilassung deshalb auch die Juden forderten, wie es das Makusevangelium berichtet.

Die Frage, wie hältst Du es mit der Gewalt?, war also zu Zeiten Jesu im jüdischen Volke von höchster Aktualität. Man würde heute diese Bewegung als national- religiöse- Befreiungsbewegung oder diskriminierend als eine fundamentalistisch- nationalistische Bewegung bezeichnen. Im Hintergrund stand die Tradition der makkabäischen Befreiungskämpfe. In der Exegese wird gar gelegentlich gemutmaßt, daß das „Magnifikat“: „er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen“ seinen Sitz im Leben in solchen befreiungstheologischen Kreisen gehabt haben könnte.

Augenfällig ist nun, wie klar sich Jesus selbst und ihm folgend das Urchristentum von dieser jüdischen befreiungstheologischen Bewegung distanzierte. Wenn Jesus Christus dann zu Pilatus sagte: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt“ (Joh, 18,36) und dann noch hinzufügt: „Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich nicht den Juden ausgeliefert würde“ (36) , dann distanziert sich Jesus damit energisch von einer Messiasvorstellung dieser befreiungstheologischen Bewegung, daß der Messias die Freiheit des jüdischen Volkes widerherstellen und so die Römer vertreiben würde. Ja, die hier angezeigte Feindschaft der Juden Jesus gegenüber könnte hier auch als eine Reaktion auf das Nein der Urchristen an einer Beteiligung am jüdischen Befreiungskampf gedeutet werden.

Wenn das Urchristentum, dann nicht nur, wie es der Apostelfürst Paulus zeigt, den römischen Staat als die legitime Obrigkeit anerkennt, obschon sie das jüdische Volk unterdrückt, dann muß das in jüdischen Ohren als ein Affront empfunden worden sein. Die Zöller, stets mit den Sündern in einem Atemzug genannt, waren ja deshalb so verhaßt, weil sie sich in den Dienst der römischen Besatzungsmacht stellten und nicht deshalb, weil nun alle, oder fast alle sich betrügerisch bereicherten. Jesus, der sich als der Messias nun gar diesen Volksfeinden zuwandte, muß da mehr als skandalös auf viele Juden gewirkt haben, die auf ihre Befreiung von der römischen Fremdherrschaft hofften. Die Anfrage an Jesus, wie sie uns die Apostelgeschichte dokumentiert: „“Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?“ (Apg 1,6), zeigt, daß selbst unter seinen Schülern die befreiungstheologische Vorstellung ihre Anhänger hatte. Aber das Urchristentum war stattdessen jenseits orientiert mit sehr starken apokalyptischen Vorstellungen. Das Ende des „Alten Äons“ wurde erhofft, eine neue Erde und ein neuer Himmel. Da paßte die Hoffnung auf eine Wiederaufrichtung eines jüdischen Staates, eines jüdischen Reiches nicht hinein.

Jesus war so gesehen, obgleich er von seiner Volkszugehörigkeit ein Jude war, kein Anhänger einer jüdischen befreiungstheologischen Bewegung, sondern er verkündete das Weltende und ein jenseitiges Reich, einen neuen Himmel und eine neue Erde. Gab es denn nun im Urchristentum keine Feindschaft wider die römische Besatzungsmacht? Wenn, dann zeigt uns der Apostelfürst Paulus, wie die Christen mit solcher Feindschaft umgingen: „Rächt euch nicht selber, liebe Brüder,sondern läßt Raum für den Zorn Gottes, denn in der Schrift heißt es: Mein ist die Rache,ich werde vergelten“.(Röm 12,19). Das ist auch eine Absage an den revolutionären Befreiungskampf der Zeloten, denn in jeder Revolution spielt der Wille zur Rache an den da „Oben“, gegen die revoltiert wird, eine maßgebliche Rolle.(Die verkleinerte Form der Rache ist das Ressentiment, vgl dazu Nietzsche.)

So muß es als völlig abwegig angesehen werden, wenn nun gar palästinensische Befreiungskämpfer für ihr revolutionäre Anliegen Jesus vernutzen zu versuchen, wie es versucht wurde, als man das Kind in der Krippe auf ein Palästinensertuch bettete und der Papst gar dieser Krippe seine Referenz erwies. (Vgl dazu den Kath net Artikel vom 23.12.2024)





Dienstag, 9. November 2021

Apokalypse und der Glaube an die Optimierbarkeit der Welt

Hat  Jesus nicht irgendwie etwas ganz anderes verkündigt als jetzt in der Kirche zu hören ist?


Den Kern der Verkündigung Jesu Christi (Genitivus subjektivus) könnte so veranschaulicht werden: Auf der „Titanic“ ruft ein Prophet aus, daß das Schiff sinken wird und dann nur die in einem Rettungsboot dann Sitzenden werden gerettet werden. Dieses Rettungsboot, die neue „Arche Noahs“ ist die Kirche,zu der die gehören, die Jesus als Sohn Gottes glauben und demgemäß leben. Die alte Welt wird Gott ob ihrer Sündhaftigkeit richten, aber er wird dann einen „neuen Himmel und eine neue Erde“ errichten, in der dann die Geretteten ewig leben werden. So steht nichts dagegen, daß die Johannesoffenbarung, auch wenn sie modernen Christen ein einziges Greuel ist, Jesu Vorstellung vom Ende der alten Welt entspricht. Jesus als Lehrer der Gerechtigkeit beantwortet so uns die Frage: Wie müssen wir sein und leben,damit wir als „Arche Noah“ Passagiere den Weltuntergang überleben, indem wir in sein Reich Gottes eingehen werden. Das kann als der Kern der Reich Gottes Verkündigung verstanden werden.

Verweilen wir nun im Bild der in ihren Untergang hineinfahrenden „Titanic“. Auf ihr wirkt nun die Kirche. Was sieht sie da als ihre Aufgabe an? Irritiert stellen wir fest: Sie engagiert sich für die 3.Klasse Passagiere, daß es ein Unrecht sei, sie von all dem Luxus des Schiffes auszuschließen, ja sie tritt für bessere Arbeitsbedingungen für das Schiffspersonal ein, nimmt sich der Sorgen und Nöte der Seekranken an. Sie ist diakonisch wirksam und verkündet dabei auch ein neues Evangelium: Gott liebt jeden Passagier so wie er ist.

Wir fahren auf dem Schiff „Titanic“, und sehen uns vor die Aufgabe gestellt, die Seereise schöner, humaner und besonders wichtig sozial gerechter zu gestalten. Ohne Bild formuliert: die Aufgabe, die Gesellschaft zu humanisieren. Nun muß dazu aber die gesamte Verkündigung Jesu transformiert werden in Lehrstücke eines Programmes zur Erreichung einer gerechten und „geschwisterlichen“Welt. So formuliert Papst Franziskus dies Programm als Aufruf an alle Gottgläubigen jeder Religion und den Menschen guten Willens:“von hier aus wollen wir uns gemeinsam für die Verwirklichung des Traumes Gottes einsetzen: dass die Menschheitsfamilie für alle ihre Kinder gastfreundlich und aufnahmebereit werde“. Papst Franziskus, Wir Nachkommen sind gerufen, in Frieden unseren Weg zu gehen, in: „Der Fels, April 2021, S.115. Die „Titanic“ soll also optimiert werden, damit alle Passagiere auf ihr besser als jetzt leben können.

Was bleibt dabei aber von Jesu Christi Reich Gottes Verkündigung übrig? Nichts außer dem Projekt der Lebensqualitätsoptimierung des Passagierlebens auf der „Titanic“. Ein Rettungsboot braucht keiner mehr, weil dies Schiff unsinkbar ist, sofern wir selbst es nicht durch gröbstes Fehlverhalten zum Versinken bringen. Aber gegen diese mögliche Katastrophe engagiert sich die Kirche ja schon vorbildlich unter der Flagge des Primates des Umweltschutzes.Die Seelen rettet die Kirche nicht mehr sondern die Wälder und Wiesen und die lieben Tiere in ihnen. Denn auch jedes Ungezieferlein ist ein erhaltenswertes Tierlein. Aus der Reich Gottes Umkehrpredigt wird so die Proklamation des Glaubens an die Menschenwürde, Gott liebe jeden Menschen, und der Auftrag,das gesellschaftliche Leben dem zu Folge zu humanisieren.