Posts mit dem Label Eucharistie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Eucharistie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 14. August 2026

Peinliche Erinnerungen an einen Maria Himmelfahrtsgottesdienst- oder sich schämen, noch katholisch zu sein

 

Peinliche Erinnerungen an einen Maria Himmelfahrtsgottesdienst- oder sich schämen, noch katholisch zu sein



Tatort: Göttingen, eine Universitätsstadt im südlichen Niedersachsen gelegen, der Täter: ein Jesuit, der zu diesem Festtag predigte:Zuerst entschuldigte er sich ausgiebigst dafür, daß wir noch Mariae Himmelfahrt feierten, da dies doch den Protestanten ein Greuel sei, dieses Ereignis sei ja gar nicht in der Bibel bezeugt.Dann, nach einer langen Entschuldigungslitanei erklärte er, daß Gott den Menschen als Ganzes bejahe und nicht etwa nur unsere Seele als etwas dem Körperlichen gegenüber Höherwertigem. Maria Himmelfahrt besage so nur, daß Gott jeden Menschen als Seele/Körper Einheit bejahe – dagegen könne nun doch auch ein Protestant keine Einwände erheben!

So beraubt man dem Dogma der leiblichen Aufnahme der Mutter Gottes ihrem ganzen Gehalt zugunsten der Phrase, daß Gott uns ganz bejahe.



Ein Szenenwechsel: das Fronleichnamsfest. Wir Katholiken glaubten doch wie die Protestanten an die Realpräsenz Jesu Christi, denn er lebt und lebt so auch unter uns. Die Verheißung Jesu Christi: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich unter ihnen“ wird nun dazu mißbraucht, die grundlegende Differenz zwischen dem katholischen Glauben und der lutherischen Lehre zu übertünchen. Denn nach Luther entschwindet Jesus Christus nach dem Ende des Gottesdienstes aus den im Gottesdienst konsekrierten Elementen des Brotes und des Weines, in der er in der Konsekration sich einwohnte, sodaß nur noch das Brot und der Wein zurückbliebe, wohingegen die katholische Lehre besagt, daß Brot und Wein transsubstantioniert werden und so Leib und Blut Christi dauerhaft bleiben. So können sie dann auch in einer Monstranz verehrt werden und in Prozessionen durch die Städte geführt werden. Für den Lutheraner dagegen stellt das eine Götzenverehrung da, da nun etwas Kreatürliches, ein Brot wie der Sohn Gottes verehrt wird. In der Monstranz ist nur ein Stück Brot, in dem einst Jesus zwar gewohnt habe, das er nun aber verlassen habe.

Aber ganz ökumenisch gesonnen übersieht man diese Differenz, um zu erklären, daß man doch da den in der Prozession anwesenden Jesus verkünde, der nun da sei, weil sich da so viele, mehr als zwei in seinem Namen versammelten. Ob Jesus Christus nun in dem gewandelten Brot real gegenwärtig sei, sei nun doch nur eine Nebensächlichkeit, es reiche doch der Glaube, daß er mitten unter uns in der Prozession sei.

Auch hier wird wiederum das spezifisch Katholische eskamotiert um der Ökumene willen.

Sind das nun einfach Manifestationen einer weitgehenden Kompromiß - bereitschaft unserer katholischen Seite den Protestantismus gegenüber? Eine andere Vermutung drängt sich da doch auf, daß man so sich all der Elemente der katholischen Religion entledigen möchte, die im Verrufe stehen, nicht mehr zeitgemäß zu sein, dem Aufgeklärten nicht mehr zumutbar zu sein. Das Protestantische erscheint moderner bzw modernitätsfähiger zu sein, wohingegen das Katholische in dem Mittelalterlichen so verwurzelt zu sein, daß es nicht mehr recht in die Modere transformierbar sei.

Dabei verwandelt sich das Verständnis von dem Begriff der Reform, der Reformation:Bezeichneten diese Begriffe ursprünglich eine Rückkehr zur verloren gegangen normativen Urform, so bezeichnet jetzt der Begriff der Reform ein Mitgehen mit dem allgemeinen Fortschritt, reformerisch zu sein, heißt progressiv zu sein, das Alte hinter sich lassend, stets auf das Neue sich zu orientieren. Die katholische Theologie und Kirche habe nun seit der Reformation diesen Fortschritt verschlafen, sich an Überholtes festhaltend, statt mit dem Fortschritt voranzuschreiten.

Das hieße, das nicht ein simpler Opportunismus die katholische Haltung in der Ökumene charakterisiert sondern die Meinung des Überholtseins des Katholischen, daß die der Moderne gemäße Gestalt des Christentumes die des Protestantismus, natürlich nur des liberalen sei. Die Ökumene, um ihretwillen bietet so den Anlaß zur Entkatholisierung der Katholischen Kirche. Im tiefsten schämt man sich des Katholischen wegen seines mittelalterlichen Wesens und schaut neiderfüllt auf den so modernisierungsfähigen Protestantismus.

Samstag, 18. Juli 2026

Abendmahl für alle und der marktwirtschaftlich sozialisierte Konsument

 

Abendmahl für alle und der marktwirtschaftlich sozialisierte Konsument



Als marktwirtschaftlich Sozialisierte weiß man, daß 1,5 Liter Wein zu 2 Euro nicht trinkbar ist, zumindest unzumutbar ist für jeden Weinkenner,daß Turnschuhe unter 10 Euro nicht tragbar sind usw. Die Qualität eines Produktes erkennt man an der Höhe seines Preises. Was also umsonst ist,kann nichts taugen!

Früge ein Lehrer seine vierzehnjährigen Schüler: „Welches dieser zwei Bücher wollt Ihr lesen, das für Euch geeignete, ab 14 Jahren empfohlen oder das, daß Ihr nur ab 18 lesen dürft?, die Antwort fiele eindeutig aus: Fast jeder will das ab 18! Alles Verbotene steht höher im Kurs als das Erlaubte; so hieß ja auch eine Fernsehserie, eine sehr erfolgreiche: „Verbotene Liebe“.

Was umsonst und dann noch für jedermann ist, das kann so einfach nichts taugen, urteilt so jeder Kenner der Marktwirtschaft. Aber die Kirche preist nun gerade so den Empfang der hl.Kommunion an. Vielen ihrer Vertretern ist es geradezu peinlich, sagen zu müssen, daß nicht jeder, der sie empfangen will, sie nicht empfangen dürfe.So müsse es ein Anliegen der ökomenischen Gespräche sein, dafür zu sorgen, daß jeder Christ bei jeder Abendmahlsfeier, bzw Eucharistie kommunizieren dürfe. Aber Juden. Muslime und Buddhisten dürfe man doch auch nicht ausschließen und warum dann einen Atheisten, wenn er zur Kommunion möchte?

„Theologisch“ ließe sich das so legitimieren: In dem Abendmahl begegne uns doch die Liebe Jesu, die Liebe Gottes zu uns und mit welchem Recht dürfe die Kirche jemanden von diesem Liebesbegegnungsgeschehen ausschließen!Gottes Liebe wolle doch jeden erreichen. Daß so die hl Kommunion verramscht für jeden marktwirtschaftlich Sozialisierten entwertet wird, übersieht diese Strategie des Abendmahles für jedermann völlig. So kann es nicht verwundern, daß für die Erstkommunikanten ihre erster Empfang auch für lange Zeit ihr letzter ist: für alle umsonst, das kann nichts sein.

Wir leben in einer Massengesellschaft: Nur wenn ich in den nächst gelegenen Verbrauchermarkt zum Einkaufen gehe, begegne ich in ihm so viele andere Menschen, daß ich mich auf meinem Daheimwege kaum noch an eine der Begegnungen erinnern kann.1 Gravierender ist aber, daß ein heiliges Essen kein Begegnungsgeschehen ist: Niemand würde sagen: „Zu Mittag ist mir mein Mittagessen begegnet“, selbst wenn es ein aufgewärmtes Sauerkraut wäre! Im Empfang incorperiert ein Mensch das Gegessene und Getrunkene, also in der Eucharistie das Fleisch und das Blut Christi.

Die hl.Kommunion empfangen zu dürfen, ist genau genommen ein Privileg. Jesus Christus lud eben zur ersten Eucharistiefeier nur seine 12 Apostel ein und sonst niemanden!

Warum ist denn nun nicht jeder zum Empfang der hl.Kommunion zulaßbar? Im Hebräerbrief, 13, 10 werden die Juden vom Empfang ausdrücklich ausgeschlossen, da sie nicht an Jesus als den Christus glauben. Wer ungläubig kommunizierte, würde sich zum Unheile die Kommunion empfangen.

Da diese Erkenntnis in der heutigen Zeit fast völlig verschwunden ist, bedarf sie einer Erläuterung. Die Kirche bezeichnet die Eucharistie als die Medizin zur Unsterblichkeit. Jeder Medizin wohnt nun ein Wirkstoff inne, in der Eucharistie das Fleisch und das Blut Jesu Christi, bzw er selbst. Die Wirkkraft dieses Wirkstoffes kann mathematisch als sein Betrag bezeichnet werden. Der Betrag 5000 meint, daß er 5000 Einheiten von Null entfernt ist. Das Vorzeichen,plus oder minus qualifiziert diesen Betrag etwa als 5000 Euro Guthaben oder als 5000 Euro Schulden auf einem Bankkonto. Auf den Bereich der Medizin angewandt heißt das, daß die Wirkkraft der Medizin gemäß ihrem Betrag entweder zum Guten oder zum Bösen sich auswirkt. Die vorschriftsmäßig richtig eingenommene Medizin wirkt gesundungsfördernd, eine nicht vorschriftsgemäß eingenommene gar krankmachend. Je stärker die Wirkkraft einer Medizin ist, desto destruktiver wirkt sich ihr falscher Gebrauch aus. Die Eucharistie ist nun die stärkste Medizin auf Erden und so ist ein falscher Empfang auch für den Empfangenden äußerst gefährlich. Das meint: ein sakrelegischer Empfang.

Keine Mutter läßt den Medizinschrank unverschlossen, solange sie nicht ausschließen kann, daß ihr Kind davon mal naschen will und das dann für die Gesundheit ihres Kindes die fatalsten Folgen haben kann: daß ihre Medizin ihr Kind sehr krank machen kann. Genauso verschließt die Mutter Kirche ihren Medizinschrank, das Tabernakel, damit nicht ihre Kinder oder andere einen Schaden nehmen, damit sie diese Medizin gar zum eigenen Unheil empfangen. Die Liebe zu allen Menschen verpflichtet die Kirche also dazu, sehr sorgfältig diese stärkste aller Medizinen auszuteilen. Die Kirche ist ja auch die Apotheke Gottes auf Erden, uns zur Gesundmachung von Gott selbst eigens eingesetzt!


1Davon sind aber Begegnungen im emphatischen Sinne zu unterscheiden, die ihren Sitz im Leben in dem Genre des Liebesfilmes hat, daß sich zwei begegnen und im Augenblick der Begegnung sich als für einander bestimmt erkennen.. Wer dafür ein sehr gelungenes Anschauungsbeispiel sucht, dem sei die erste Folge der Serie:“Sturm der Liebe“ empfohlen, der Begegnung zwischen Laura und Alexander! Das Schicksal führt sie dann nach circa 300 Folgen zueinander. Dieser Vorstellunsgkomplex ist nun ein religiös sehr aufgeladener, aber er paßt nicht zur Eucharistie!

Freitag, 6. März 2026

„Wortgottesdienste mit oder ohne Kommunionausteilung? Bei der Frage scheiden sich die Geister.“ Welch eine Confusion!

„Wortgottesdienste mit oder ohne Kommunionausteilung? Bei der Frage scheiden sich die Geister.“ Welch eine Confusion!


Es ist schon fast eine theologische Spitzenleistung, wie viel an Confusion der Kath de Artikel :“Priestermangel prägt die liturgische Praxis.Kranemann: Liturgie lebt von Vielfalt, nicht von Verengung“1 anrichten kann. Ein Liturgieprofessor, Herr Kraenemann stimmt dabei die übliche Laudatiogesänge über die liturgische „Vielfalt“ an, verkennt dabei dann aber, daß man seitens Kath de doch nur daran interessiert war, zum zigsten Male den Priestermangel als einen Vorwand zur Abschaffung des Zölibates und der Einführung des Frauenpriestertumes zu vernutzen.

Statt nun die dargebotenen Confusionen zu dieser Causa nachzuerzählen, versuche ich nun eine kleine Übersichtsskizze zu dieser Problematik.


Erstens muß festgestellt werden, daß ursprünglich es nur eine Gestalt des Gottesdienstes im Alten Bund gab, die des Opferkultes, wobei nach der Errichtung des Jerusalemer Tempels nur noch in ihm dieser Gottesdienstzelebriert werden durfte.

Zweitens: Im babylonischen Exil, da dort die Priester keine Opfer Gott mehr darbringen durften, wurde als ein Surrogat der sog. „Wortgottesdienst“ kreiert, der jetzige Synagogengottesdienst, in dem die Predigt: „Warum sind wir aus unserer Heimat vertrieben worden und was haben wir nun zu tuen?“ im Zentrum stand.

Drittens: Nicht das ganze jüdische Volk kehrte in seine Heimat zurück, viele blieben im Exil als Diasporagemeinden und die hielten dann an der Praxis des synagogalen „Wortgottesdienstes“ fest. Jetzt existierte die Pluralität der Gottesdienste, der des kultischen im Tempel und der des „Wortgottesdienstes“ in der Synagoge.

Viertens: Nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels und ob der politisch bedingten Unmöglichkeit einer Restitution des Tempels avancierte der Synagogengottesdienst zu der einzigen Gestalt der jüdischen Religion. Die Kirche erschuf nun eine Synthese, indem der synagogale Gottesdienst und das Meßopfer der Eucharistie als die christliche Version des Tempelkultes zu einem Gottesdienst verschmolzen wurde mit der Unterscheidung von der Vormesse, dem Wortgottesdienst und der eigentlichen Messe, der Eucharistie zelebriert als Sacrificium und als Sakrament,

Fünftens: Die Reformation löste diese Synthese auf und erachtete den „Wortgottesdienst“ als den wahren Gottesdienst und reduzierte die Eucharistie auf ein heiliges sakramentalistisches Essen, das den Status eines Appendix des Wortgottesdienstes erhielt, lutherisch ein Mal im Monat, reformiert 4 bis 6 Mal im Jahr zu feiern.



So weit der Überblick. Eine Messe ohne die Eucharistiefeier kann so katholisch geurteilt nur ein defizitärer Gottesdienst sein. Es muß dabei an der Erkenntnis festgehalten werden, daß der „Wortgottesdienst“ ursprünglich nur ein Ersatz für den Tempelkult war.

Die Eucharistie setzt sich nun selbst aus zwei religiösen Praktiken zusammen, der des Opferkultes und der des heiligen Essens, daß entweder etwas Heiliges gegessen wird oder daß mit den Göttern oder mit einem Gott zusammen etwas gegessen wird.

Wenn nun in Folge eines Priestermangels die Eucharistie nicht als heiliges Meßopfer zelebriert werden kann, kann sie sehr wohl noch als das Sakrament des Altares zelebriert werden. Dazu ist kein Priester notwendig, es reicht ein Kommunionausteiler. Die Hostien werden dann als schon von einem Priester gewandelte dem Tabernakel entnommen, um sie an die Gläubigen auszuteilen. Für den gläubig Empfangenden entsteht dadurch kein Nachteil, denn für den gültigen Empfang ist es gleichgültig, ob ein Priester in der Eucharistie erst die Elemente transsubstantionalisiert hat oder ob sie schon vorher gewandelt worden aus dem Tabernakel entnommen werden.

Um den Eindruck einer Meßsimulation zu vermeiden, die ist eine schwere Sünde, empfiehlt es sich, die Liturgie auf die Austeilung und den Empfang der Hostie zu reduzieren: „Das ist mein Leib“

Es gibt keinen legitimen Grund, den Gläubigen das Sakrament der Eucharistie vorzuenthalten, ihnen den Empfang der Kommunion zu verwehren durch eine Reduktion des Gottesdienstes auf einen bloßen „Wortgottesdienst“. Die Zelebration des Meßopfers muß dann zwar ob des Priestermangels entfallen, die Gläubigen können aber gültig das Sakrament der Eucharistie empfangen.


Zudem: Zur Gültigkeit der Eucharistie reicht es, wenn ein Priester die Messe ließt und dann die heilige Kommunion empfängt auch wenn kein sonstiger Gläubiger an dem Gottesdienst teilnimmt. Es ist aber für das Heil der Gläubigen gut, wenn sie so oft es ihnen möglich ist, die hl. Kommunion empfangen und deswegen sollten keine „Wortgottesdienste“ ohne einen Empfang der Kommunion durchgeführt werden,da sonst ihnen ein sehr wichtiges Gut vorenthalten wird.

Jeder Gottesdienst wird in erster Linie zur Ehre Gottes zelebriert, deshalb kann er auch gültig ohne eine Gemeinde gefeiert werden, Um der Gläubigen willen sollte aber stets ein Empfang der Euchariste ermöglicht werden, auch dann, wenn die Feier des hl. Meßopfers in dem Gottesdienst dann nicht möglich ist.

Außerdem sollte die Bedeutung der Realpräsenz Jesu Christi im Tabernakel, in den gewandelten Hostien nicht unterschätzt werden: Der Herr der Kirche ist stets in ihr lebendig gegenwärtig und deswegen versammeln sich die Gäubigen da, wo er schon immer für sie da ist. Jede Kirche ist eben ein Wohnort Gottes, der im Tabernakel, dem Begegnungszelt auf seine Gläubigen wartet.

1Kath de am 3.März 2026.

 

Sonntag, 18. Januar 2026

Die Handkommunion – eine sakrilegische Praxis ?

 

Die Handkommunion – eine sakrilegische Praxis ?


Daß seit dem 2.Vaticanum die Handkommunion als die angemessene Praxis der modernisierten Liturgie angesehen wird und die Mundkommunion als vorkonziliar verurteilt wird, ist bekannt. Konfessionskundlich stellt sich die Lage so dar: Nach der evangelisch- reformierten Abendmahlslehre empfängt der Gläubige nur Brot und Wein mit dem Mund, und nur im Herzen Jesus Christus.Die Formel lautet so: Mit Brot und Wein empfängt der Gläubige Jesus Christus,der Ungläubige nichts außer Brot und Wein. Hier kann also nur die Handkommunion praktiziert werden.

Nach der evangelisch- lutherischen Lehre wird der Leib Christi und sein Blut in,unter und zwischen Brot und Wein empfangen, sodaß hier auch eine Mundkommunion möglich ist, aber wohl nur in sehr conservativen Kreisen praktiziert wird.1

Nun evoziert der Vorrang der Handkommunion in der nachkonziliaren Kirche den Verdacht, daß um der Ökumene willen die Mundkommunion zurückgedrängt wird. Stellt sich die Lage also so dar, daß nur die Mundkommunion zum katholischen Verständnis der Eucharistie paßt, daß aber trotzdem die Handkommunion jetzt propagiert wird um der Ökumene willen? Daß es zur ökomenischen Praxis gehört, daß wir Katholiken auf spezifisch Katholisches verzichten,um den Protestanten nicht zu verärgern, ist ja bekannt, wobei sich aber der Verdacht aufdrängt, daß mancher ökömenisch Engagierte froh ist, so das eigentümlich Katholische loszuwerden.

Die Eucharistie ist die Vergegenwärtigung des Kreuzaltaropfers Jesu Christi. Es ist so erstmal ein kultisches Opfer, das Gott dargebracht wird. Das Besondere ist nun, daß der Sohn Gottes sich hier selbst Gott zum Opfer darbringt und dargebracht wird von einem Priester, der dazu eigens durch seine Weihe befähigt wird.Nun sagt Jesus Christus selbst über seinen Kreuzesstod: „Denn er lehrte seine Jünger und sprach: Der Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der Menschen und sie werden ihn töten“. Mk 9,31.Spontan drängt sich da doch diese Analogie auf: So wie der Sohn Gottes sich hier in die Hände der Menschen begab, damit sie ihn dann kreuzigten, so gibt sich nun auch in der Eucharistie der Sohn Gottes in unsere Hände. So sehr erniedrigt sich Gottes Sohn,daß er unseren Menschenhänden sich ausliefert, um uns damit zu erhöhen.So heißt es ja ausdrücklich im Philipperhymnus, daß der Sohn Gottes sich selbst erniedrigte und gehorsam war bis zu seinem Kreuzestod. (Phil 2,5-10).

Wird die Eucharistie von dem Kreuzestod Jesu Christi her verstanden, dann entspräche seiner dortigen Selbsterniedrigung die Handkommunion: Er erniedrigt sich, indem er sich selbst in unsere Hände begibt. Der Mundkommunion entspräche dann der österlich auferstandende und im Himmel zur Rechten Gottes thronende Jesus Christus,der erhöhte. Der Erhöhte soll nicht noch einmal dadurch, daß wir ihn in unsere Hände nehmen, erniedrigt werden, denn er hat sich selbst nur einmal am Karfreitag erniedrigt. Man könnte nun für die Handkommunion einwenden, daß Christi Selbsterniedrigung zum Kreuzestod im Zentrum der Eucharistie steht und nicht seine Himmelfahrt, also seine Erhöhung!

Es ist zu befürchten, daß tatsächlich die Leidenschaft zur Selbstver-protestantisierung zur Praxis der Handkommunion führte und führt, aber es gibt doch gute theologische Argumente für diese Praxis: So sehr erniedrigt sich der Sohn Gottes, er gibt sich selbst in unsere Hand, damit wir erhöht werden.


1Ich habe es selbst mal erlebt, daß in einem lutherischen Gottesdienst die Eucharistie wahlweise sehend oder kniend mit einer kleinen Kniebank, mit der Hand oder mit dem Mund empfangen werden konnte. Das ist aber eine äußerst seltene Ausnahmepraxis.

Mittwoch, 3. September 2025

Die Kirche kann sich auf ihre Feinde verlassen, so sehr sie sich ihnen auch anzubiedern versucht! Oder das Feindbild Carlo Acutis!

 

Die Kirche kann sich auf ihre Feinde verlassen, so sehr sie sich ihnen auch anzubiedern versucht! Oder das Feindbild Carlo Acutis!



Wem ist nicht die Klage vertraut, daß so mancher Freund in der Not, ent-täuschte, und sich mancher als ein falscher Freund erwies. Anläßlich der anstehenden Heiligsprechung von Carlo Acutis erleben wir nun eine beeindruckende Cooperation von Kirchenfeinden, von der Internetseite: „Feinschwarz“ über die TAZ, einem Knonenboot der politischen Korrektheit bis zu Kath de.

Kath de gibt sich am 1.9.2025 noch gemäßigt, schlägt aber doch heftig zu mit der Allzweckkampfwaffe des Vorwurfes des Antisemitismus: 

"Die Wundererzählungen, die Carlo Acutis gesammelt hat, sind historisch gesehen oft Teil des christlichen Antijudaismus", schreibt er in einem Beitrag für das Portal "Feinschwarz" am Montag. Acutis (1991-2006) hatte ein Online-Verzeichnis eucharistischer Wunder erstellt, das bis heute im Internet und als physische Ausstellung zu sehen ist.“

Der Leserschaft von Kath de reicht die Vokabel der „Wundererzählungen“ schon aus, um hier Obskurantistisches aus dem dunkelsten Mittelalter zu vermuten. Daß diese obkurantistischen Erzählungen dann antijudaistisch motiviert sind, geben ihnen den Rest. Jemand, der solche Erzählungen in das Internet stellt, den dürfe die Kirche nicht heiligsprechen und da sie es tut, zeigt nur mal wieder, daß die Kirche eben doch ein Hort des Antijudaismus und des Antisemitismus sei.

Aber es kommt noch schlimmer: „Es sei >die Aufgabe der Kirche, die Gläubigen aufzuklären und ihnen den historischen Kontext dieser Wundergeschichten bewusst zu machen<, so Rutishauser. "Zu leicht wird latenter Antijudaismus wieder aktiviert." In den Geschichten geht es unter anderem um Hostien, die von Juden geschändet worden seien, aber nicht vernichtet werden konnten. "Aus ihnen fließt Blut zum Zeugnis, dass sie Leib Christi sind, oder sie verwandeln sich in eine Realpräsenz des Auferstandenen, indem sie leuchten und fliegen." Die Hostienwundernarrative hätten in der Geschichte "immer wieder zu Gewaltexzessen geführt". Sie seien oft Motivation für Pogrome gewesen, so der Judaist.“

Einfach gesagt: Wer diesen Acutis heilig spricht, bereitet den Boden für antisemitische Pogromme vor. Die Internetseite „Feinschwarz“, eine für das antikatholisch eingestellte Bildungsbürgertum sehr rege tätige Internetseite wird da schon handgreiflicher. So werden die „Hostiennarrative“ dort durch diesen Judaistikprofessor Rutisbauer diffamiert: „Hostien-wundernarrative.Solche Legenden sind besonders ab den 13. Jahrhundert verbreitet worden, als die Kirche sich genötigt sah, das Wandlungswunder der Messe durch die Transsubstantiationslehre rationalistisch zu erklären. Der dramatische Kampf zwischen Gut und Böse, der diesen Hostienfrevelgeschichten eingeschrieben ist, wie auch das magische Verständnis einer Speise, die sich in göttliche Nahrung verwandelt, scheint nicht nur die Menschen damals angesprochen zu haben.“

Die Verunglimpfung der katholischen Transsubstationslehre als eines irregulären Versuches, ein rein magisches Verständnis der Eucharistie zu verrationalisieren, gehört nun zu dem bewährten Repetoire der antikatholischen Polemik und erfreut sich stets großer Beliebtheit. Die vulgäre reformierte Version, daß man sich in der Abendmahlsfeier doch nur an den Bruder Jesus erinnere, kommt eben den Bedürfnissen des modernen Menschen näher.1 Die Kirche verhielte sich dabei opportunistisch2, indem sie den Bedürfnissen nach magischen Erlebnissen nachgäbe, statt sie aufzuklären: „Die Eucharistie ist eine vielschichtige Dankesfeier für die Selbsthingabe Jesu, die christlich-kollektive Identität stiftet, indem alle Feiernden zu einem Leib Christi zusammenwachsen sollen. Sie ist heiliges Mahl und unblutiges Opfer zugleich, eingebettet in Wortliturgie mit Predigt und Gebet, damit eine Lerngemeinschaft entsteht. Die Feiernden sollen befähigt werden, in der Nachfolge Christi von der Frohbotschaft Zeugnis zu geben – mit eigenem Blut und ohne das Blut der anderen zu vergiessen.“

Es wird hier zwar richtig ausgesagt, daß die Eucharistie ein heiliges Mahl und ein unblutges Opfer sei, dann wird aber der Gehalt der Eucharistie völlig verdreht: Der Zweck der Eucharistie ist nicht die Herorbringung einer „Lerngemeinschaft“, denn die katholische Gemeinschaft setzt diese Feier voraus und versteht diese Gemeinschaft nicht als ein Ergebnis dieser Feier.

Aber wozu führte dies magische Eucharistieverständnis mit seinen dazugehörgen Wundererzählungen: „Gewaltexzesse.Die Hostien-wundernarrative haben jedoch in der Geschichte immer wieder zu Gewaltexzessen geführt. Daran muss zweitens erinnert werden, wenn Acutis zur Ehre der Altäre erhoben wird. Frauen, als Hexen stigmatisiert, ketzerischen Protestanten und im Mittelalter den Juden wurden die Hostienschändungen vorgeworfen.“

Magie3 und Gewaltexzesse, das seien die Folgen des katholischen Eucharistieverstäändnisses! Und das würde nun durch diese unselige Heiligkeitssprechung reaktiviert. Ob uns davor eine neue Auflärung noch bewahren kann? Und wir dürfen wohl ganz im Sinne dieser Kritiker hinzufügen, daß es um das Projekt der Aufklärung schlimm steht, wenn solche Dunkelmänner wie Trump, Putin und die AfD im Bunde mit den Mächten des Obskurantismus, die zusehens in der Kirche Boden gewinnen, man denke nur an den aufklärungsfeindlichen Papst Benedikt XVI.

Die TAZ krönt nun diesen Frontalangriff auf die Kirche mit dem Artikel: „Heiligsprechung von Carlo Acutis Auch tote Jungen kann man noch missbrauchen.“ (1.9.2025) Meinen Lesern möchte ich diesen Haßexzeß ersparen und beschränke mich auf den Höhepunkt dieses Haßartikels: „Die Kanonisierung von Carlo Acutis wird durch sie, der Wiedereinführung der judenfeindlichen Karfeitagsfürbitte durch Papst Ratzinger nicht unähnlich, auch zum Wink an rechte bis ultrarechte katholische Gruppen von Opus Dei bis zu den Ku-Klux-Klan-nahen Kolumbus-Rittern, dass sie mit ihren Ressentiments weiterhin willkommen sind.“

Mit dieser Heiligkeitssprechung lädt die Kirche also dem Ku-Klux-Klan Nahestehenden dazu ein, sich in ihr zu beheimaten! Und diese fänden ja schon in der Kirche dieser Organisation Nahestehenden, nicht nur das Opus Dei sondern letztlich gar den judenfeindlichen Papst Benedikt XVI. Die antikatholische Front steht: von der TAZ über Feinschwarz bis zu Kath de!


Seit der Französischen Revolution ist die politische Linke antikirchlich und antichristlich engagiert.Und auch wenn es der politisch korrekten Geschichtsschreiung widerspricht: General Franco rettete in Spanien die Katholische Kirche vor den militanten linksradicalen Atheisten Spaniens. Aber die Kirche,nicht nur in Deutschland, aber besonders hier buhlt geradezu um die Sympatie der Linken und profiliert sich dabei als eine entschiedende Anti-Rechts-Kampftruppe. Typisch dafür ist der Kath de Artikeldes 2.9-2025: „Profiteur sei die AfD.Theologe Lütz: Debatte um Abtreibung schadet der Demokratie“, in dem der Kirche anempfohlen wird, nicht mehr für das Lebensrecht der Kinder im Mutterleibe sich einzusetzen und stattdessen circa 100.000 getötete Kinder,in 10 Jahren 1 Million zu akzeptieren, um sich bei den Feministin und Linken beliebt zu machen und nicht in die Nähe der AfD zu geraten, die sich als eine Antilinkspartei für das Lebensrecht einsetzt.

Und der Lohn für diesen Anbiederungskurs: Bei jeder günstigen Gelegenheit schlagen Linke mit Zaunpfählen auf die Kirche ein,auch wenn man sie doch als eine Aushilfskampftruppe gegen Rechts ausnützt.


1Eine Zeitlang war gar auf der Internetsauftrittsseite einer Reformierten Gemeinde zu München zu lesen, daß im Abendmahl die Werte gefeiert werden, für die Jesus gelebt hätte: Humanität, Toleranz, Nächstenliebe und ähnliches.

2Nicht opportunistisch verhält sich die Kirche aber, wenn sie die Hostienschändungserzählungen „neutralisiert“, indem aus den Juden als Täter einfach Ungläubige werden. (im „Feinschwarzartikel“.


3Läßt man die plimpe Polemik, daß die Katholische Kirche zur Magie neige, beisite und setzte man sich ernsthaft mit der Frage des Verhältnisses von Religion und Magie auseinander, müßte Georg Lukacs These, daß die Religion sich aus der Magie herausentickelt habe, aber nie sich ganz von ihr emanzipieren könne, so dargelegt in seiner Ästhetik, ernsthaft bedacht werden.

Donnerstag, 26. Juni 2025

Ein Klassiker: Zum Kampf gegen die Eucharistie – oder wie schwer ist es, das lutherische Narrativ vom Abendmahl zu verteidigen!

 

Ein Klassiker: Zum Kampf gegen die Eucharistie – oder wie schwer ist es, das lutherische Narrativ vom Abendmahl zu verteidigen!


Das lutherisch-reformatorische Narrativ zur Lehre vom Abendmahl ist sattsam bekannt und bräuchte keinen Katholiken zu beunruhigen, gäbe es nicht in der katholischen Theologie die Tendenz zur Verprotestantisierung. Dem liegt die Selbstdeutung des Protestantismus als der der Moderne gemäßen Ausgestaltung der christlichen Religion zugrunde, wohingegen der Katholizismus im mittelalterlichen Denken verhaftet, nie in der Moderne heimisch geworden sei, weil er nicht in sie hineinpasse. Katholisch sein könne man halt nur noch in den tiefsten bayrischen Waldgegenden, die noch nicht an die moderne Zivilisation angeschlossen seien, wie Protestanten sich das zurechtlegen, wenn kein katholisches Ohr mithört. So verwundert es nicht, daß dann im Katholizismus eine Modernistenbewegung entstand, die die Verprotestantisierung der Kirche erstrebte, dessen Neuauflage der Synodale Weg ist.


Nach Luther und die ihm Nachfolgenden hat Jesu Christi Sühnopfertod am Kreuze nicht nur jedes weitere Opfer überflüssig gemacht sondern gar verboten, denn jedes danach dargebrachte Opfer der Kirche könnte ja nur die Mißachtung des Opfers Christi ausdrücken. Deshalb sei das Abendmahl von Jesus selbst nur als ein heiliges Essen konzipiert worden, in dem Jesus uns einen Anteil an seinem Heilswerk gibt, indem er uns sein Fleisch und Blut da zum Essen und Trinken gibt. Deshalb dürfe es in der Kirche kein Opfer und keine Priester geben, sondern nur noch einen Predigtgottesdienst, an dem sich eine Abendmahlsfeier anschließen kann, bei den Lutheranern ein Mal im Monat, bei den Reformierten 3 bis 5 Mal im Jahr,denn das Zentrum des Gottesdienstes sei die Predigt, nicht schon allein das Verlesenwerden von Texten der hl.Schrift.

Den Abfall vom christlichen Glauben markiert also, daß die Abendmahlsfeier ein Opfer genannt wird und daß von Priestern gesprochen wird, die dann noch gar dem eigentlichen heiligen Essen voranstünden als wäre es ein kultisches Opfer.

Rudolf Bultmann diskutiert nun in seiner immer noch sehr lesenswerten „Theologie des Neues Testaments“ in dem Paragraphen 13: „Die Sakramente“1 auch das Abendmahl in genuin lutherischer Tradition, stößt dabei aber auf gravierende Probleme.

So heißt es da: „Im Laufe der Entwicklung ist die Eucharistie als Opfer aufgefaßt worden.“ Hier meint Entwickelung natürlich eine Fehlentwickelung, weg vom Ursprünglichen. Dann heißt es: „Wenn sie freilich Did2 14,1 Opfer3 genannt wird, so ist das noch bildlich gemeint, bzw die Eucharistie wird dadurch nur als kultische Handlung bezeichnet, die in der christlichen Gemeinde an die Stelle eigentlicher Opfer getreten ist.“

Die Eucharistie solle somit nur ein Bild eines Opfers und nicht selbst ein Opfer sein! Daß das Bild eines Apfels nicht selbst ein Apfel sei, stellt ein modernes Bildverständnis dar, das so in der Antike und in der Alten Kirche nicht vorausgesetzt werden darf. Im platonischen Denken partizipiert das Bild am Urbild, das es abbildet, und nur so ist es ein Bild. Wenn gar die Eucharistie eine kultische Handlung sein soll, wie könnte sie das, wenn sie keine Opferhandlung wäre. Die Taufe, das andere kirchliche Sakrament, ist ja selbst keine kultische Handlung sondern befähigt erst zur Teilnahme an einer Kultfeier. Wenn nun dann noch geschrieben wird, daß die Eucharistie an die Stelle der eigentlichen Opfer getreten sei, muß das die Frage aufwerfen: Kann denn etwas das Opfer, das im Tempel dargebracht worden ist, durch eine Kulthandlung substituiert werden, die nicht selbst wiederum ein Opfer ist?

Offensichtlich paßt schon diese erste uns bekannte Kirchenordnung nach dem Neuen Testament nicht in das lutherische Narrativ von dem später erst erfolgtem Abfall von dem ursprünglich opferlosen Kult der Urgemeinde.

Leider muß dieser lutherische Exeget einräumen, daß dann schon Ignatius für die Eucharistie „die Opferterminologie“ benutzte, ja Ignatius spricht gar schon von einem „Altar“, bzw von einem „Altarraum“, in dem die Eucharistie gefeiert wurde. Der 1.Klenensbrief versteht dann die Kultdiener in einer Analogie zu den Priestern des Alten Bundes als Priester.

Den Anfang dieser Fehlentwickelung verortet Bultmann dann aber schon in der ´Absonderung der Eucharistie von einer wirklichen Mahlzeit, wie es Paulus initiiert hätte. Ursprünglich sei nämlich das Herrenmahl eine wirkliche Mahlzeit gewesen, „die zur Sättigung der Teilnehmer diente.“4 Unter Berücksichtigung des zunehmenden Einflusses der hellinistischen Christen stellt Bultmann dann die jeden Lutheraner beängstigende Frage: „ob sich in der christlichen Gemeinde wieder ein Opferkult und ein Priestertum entwickeln werden“?Nur steht dieser Exeget vor dem Problem, daß faktisch schon die Didache die Eucharistie als Opfer verstand und auch wenn es Bultmann nicht zugestehen will, daß in der Antike und somit auch im Urchristentum eine kultische Opferhandlung ohne Priester nicht denkbar war. Es ist so auch nicht überraschend, daß die Aussage des Hebräerbriefes 13,10: „Wir haben einen Altar, von dem die nicht essen dürfen“, nicht in der „Theologie des Neuen Testaments zitiert wird, da das Vorhandensein eines Altares für die Eucharistiefeier nun überhaupt nicht in das lutherische Narrativ paßt. Ein Altar, auf dem nicht geopfert wird, ist kein Altar!

Mt 5,23f: „Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altar liegen, geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder,dann komm und opfere deine Gabe.“ bringt nun das lutherische Narrativ in arge Bedrängnis: Wie kann der, der jeden Opferkult zu überwinden kam durch sein allein genügsames Sühnopfer am Kreuze hier die Christen belehren, wie sie zu opfern haben. Bultmann schreibt dazu nur, daß hier „die Beteiligung am Tempelkult als selbstverständlicher Brauch vorausgesetzt“5 wird, ohne zu klären, wie das in der Urgemeinde möglich gewesen sein soll, galt in ihr doch das Ende jedes Opferkultes, wie es Luther uns lehrt. Der Exeget muß gar konstatieren, daß die Urgemeinde „am Tempel und seinem Kult“ festhält.6 Also hat das Urchristentum von Anfang an die Bedeutung des Kreuztodes Jesu Christi mißverstanden, denn sonst hätten sie sich nicht an dem jerusalemer Tempelkult beteiligen dürfen.

Ob allerdings hier wirklich der Opferkult des jerusalemischen Tempels gemeint sein kann, ist fraglich, denn als Mt sein Evangelium schrieb, war der Tempel schon zerstört, sodaß auch ein Christ da nicht mehr opfern konnte, also diese Aussage für den Evangelisten und seine Leser völlig sinnlos sein müßte, wenn es in der Urgemeinde nicht schon eine Möglichkeit des kultischen Opferns gegeben hätte, auf die dann diese Aussage zu beziehen wäre, daß also die Christen ihre Opfergabe zur Eucharistiefeier brachten, daß Brot und Wein dafür vorhanden waren.


Liebe Leser, wir müssen ungeschminkt nun den Tatsachen ins Auge sehen: Erst Luther und vor ihm keiner hat begriffen, daß Jesus den Opferkult abschaffen wollte und nach ihm dann die Aufklärung, etwa Kant!





1Auf die Angabe von Seitenzahlen verzichte ich, da dieses Werk so vielfältig publiziert worden ist.

2Did= Didache, die älteste uns bekannte nachneutestamentliche Kirchenordnung, deren Datierung umstritten ist.

3Im Text: griechisch.

4Alle Zitate aus Paragraph 13.

5Paragraph 2 : Die Auslegung der Forderung Gottes.

6Paragraph 8: Ansätze zur Ausbildung kirchlicher Formen.

Donnerstag, 19. Juni 2025

Kirchenmarketingexperten: Fronleichnam kommt nicht mehr an – Alternativen sind gefragt!

 

Kirchenmarketingexperten: Fronleichnam kommt nicht mehr an – Alternativen sind gefragt!

In dem Kath de Artikel vom 19.6.2025 zum Hochfest des „Fronleichnames: „Inszenierung reicht nicht – Warum wir Fronleichnam neu denken müssen“ beglückt eine Pastoraltheologin ihre Leserschaft mit sensationellen Neuerkenntnissen: „ Die Eucharistie ist laut II. Vatikanum „Quelle und Höhepunkt“ kirchlichen Handelns. Doch wo immer weniger Menschen diese Quelle nicht mehr suchen, wird eine noch so perfekte Inszenierung dieses Desinteresse nicht beheben.“ Das Produkt, das Fronleichnamsfest findet keine Abnehmer mehr und deshalb muß da etwas geändert werden. Eine bessere Inszenierung dieses Festes reiche nicht aus. Das ist vergleichbar mit einem ostdeutschen Autohändler, der zu der Einsicht gekommen ist, daß ein „Trabant“, liebevoll: „Trabi“ genannt, nicht mehr an den Mann zu bringen sei, wie gute Verkaufsstrategien man auch anwenden mag.Wie nur noch DDR-Nostalgiker einen Trabant käuften, so nähmen halt auch nur noch Traditioonalisten, ewiggestrige Nostalgiker an den Fronleichnams-prozessionen teil.

Deshalb stellt diese pastoraltheologische Marketingexpertin die rein rhetorisch gemeinte Frage,ob die Kirche sich nicht von der Fonleichnamstraditon verabschieden solle oder sie so radical neu zu gestalten habe, daß von dessen Substanz nichts übrig bliebe außer der Name. „Auch wenn die Prozession ein Ausrufezeichen sein kann, zeigt sie auf den ersten Blick nicht gerade das, was die Botschaft Jesu nicht sein will – nämlich Pomp, Macht und Hierarchie?1 Wenn der Inhalt für so viele bedeutungslos ist, wäre es nicht notwendig, neu zu überlegen, wie Kirche zeigen kann, dass wir mit Gott unterwegs sind?“Aber dieser Kath de Kommentar stellt so nicht einfach nur die gesamte liturgische Praxis der Kirche in Frage, daß da alles prunkvoll, die Sinne ansprechend sei, sondern formuliert auch die Alternative zur liturgischen Praxis der Kirche:“Es braucht Menschen und eine Kirche, die glaubwürdig in Wort und Tat den Spuren Jesu folgt. Das meint heute: sich unabdingbar für Menschenwürde einzusetzen,“. Das Wesentliche der Kirche sei also ihr Engagement für die Menschenwürde! Eine kirchliche Liturgie wäre demnach nur gut, wenn auch sie im Dienste der Menschenwürde stünde.

Dahinter steckt die Erkenntnis, daß die Kirche fast nur noch als eine Institution organisierter Nächstenliebe bejaht wird, sodaß sie sich auf dies Gebiet kaprizieren solle. Die faktische Praxis dieser Neukonzeption heißt dann, daß ein Christ ein Mensch ist, der anständig lebt und mindestens ein Mal pro Jahr für etwas Caritatives spendet, aber das religiöse Leben als völlig überflüssig ansieht.

Aber Kath de präsentiert uns am gleichen Tage noch eine andere Alternative zur Tradition des Fronleichnamsprozessionen, eine unsere Sinne mehr ansprechende als die schlichte Vermoralisierung: „Wie ein Pfarrer Traditionen mit neuem Leben füllt. Fronleichnam mal anders – ohne Prozession geht es auch.“ Ganz enthusiasmiert von dem Bericht von dieser Alternativfonleichnamsfeier gebe ich den Rapport ungekürt wieder:Veröffentlicht am 19.06.2025 kath deDie Eucharistie im Mittelpunkt

„So sei die Idee entstanden, bei der Feier von Fronleichnam weniger Wert auf die Prozession zu legen, sondern die Eucharistie als gemeinsames Mahl in den Mittelpunkt zu stellen. Im Anschluss an einen ganz traditionellen Fronleichnamsgottesdienst2 sei man im vergangenen Jahr in Sankt Josef erstmals nicht zur Prozession aufgebrochen, sondern habe die Gemeinde zum gemeinschaftlichen Festmahl auf dem Platz eingeladen, auf dem zuvor der Gottesdienst gefeiert wurde. "Wir haben jede zweite Bank rausgenommen und dafür Biertischgarnituren reingestellt", erklärt Schürkens.

Zuvor konnten sich Interessierte als "Gastgeber" melden, und dafür sorgen, dass "ihr" Tisch schön gedeckt wurde. Zwei unterschiedliche Suppen stellte die Gemeinde, die Schützen den Bierpilz, und alle haben mit angepackt. Nach der Messe um 10 Uhr haben die Menschen zusammen gegessen, und "bestimmt noch bis 15 Uhr zusammengesessen", so der sich als Eventmanager profilierende dafür verantwortliche Pfarrer.

Eucharistie, das heißt gemeinsam essen. Da speist man dann in den dafür eigens umgestalteten Kirchraum, eine Biertischgarnitur ist eben publikumsanziehender als die Kirchenkniebänke und wenn es dann noch ein gutes Essen und hoffentlich dazu auch eine Maß Bier und einen Obstler gibt, dann erleben wir endlich eine volle Kirche, ja daß die Menschen sie gar nicht mehr verlassen wollen und so 5 Stunden lang in ihr essend und trinkend verweilen.

Diese sinnenfröhliche Alternativkonzeption kommt sicher besser an als die vorgeschlagene Vermoralisierung: Lasset uns also die Kirche in eine Gastwirtschaft verwandeln, in der man umsonst speisen und trinken kann.Vielleicht könnte man dann auch die Hauptamtlichen, auch die Pfarrer durch Köche ersetzen, damit die Speisekarte auch höheren Ansprüchen genügt! Für Jesus bestand ja auch die Menschenwürde darin, ihnen gutes Essen und trinken zu ermöglichen.





1Untersuchenswert wäre, aus welcher antikaholischen Quelle hier diese Marketingexpertin schöpft, wahrschinlich aus Quellen des linken Flügels der Reformation, die mehr das Äußere der Kirche verdammten als ihre Lehre, wie es Luther und Melanchthon praktizierten.

2Für Kath de nicht so gut Kennende: „Tradition“ mit all seinen Derivaten wird hier stets in einem negativen Sinne verwandt.

Donnerstag, 17. April 2025

„Gründonnerstag: Das letzte Abendmahl“ - was wird daraus in glaubensschwachen Zeiten ? Eine Kritik dieser Liturgie!

 

„Gründonnerstag: Das letzte Abendmahl“ - was wird daraus in glaubensschwachen Zeiten ? Eine Kritik dieser Liturgie!



Daß die Kirche am „Gründonnerstag“ das letzte Abendmahl Jesu feiert und dabei das Fußwaschritual vollzieht, wie es Jesus Christus nach dem Zeugnis des Johannesevangeliumes selbst praktiziert hatte, das gehört zur Tradition der Kirche und ist somit auch in Ordnung: Katholisch ist das, was die Kirche zu allen Zeiten und allen Orten gelehrt und praktiziert hat. Kann aber etwas an sich Richtiges am falschen Ort oder zur falschen Zeit praktiziert zu etwas Falschem werden? Welche Mutter würde bestreiten, daß für das Sichwohlbefinden ihres Kindes die Einnahme von einer Portion Speiseeis von Nöten ist, auch wenn die Mutter dann nicht jedes Mal dem Kinderwunsch: „Eis!, Eis!“ nachkommen wird. Aber wenn das Kind dann mit zur Sonntagsmesse genommen wurde, welche Mutter gäbe ihrem Kinde während der hl. Messe ein Eis zum Essen oder irgendeine sonstige Süßigkeit? Das an und für sich Richtige würde so zu etwas völlig Deplacierten und Falschem.

Könnte das auch für die Praxis des Gründonnerstages gelten? Der Begriff des „Letzten Abendmahles“ suggeriert ja, daß Jesus schon vielmals ein Abendmahl mit wem eigentlich, mit seinen Schülern oder als Gast bei?, eingenommen hätte und nun sein letztes, da er danach am Kreuze sterben würde und darauf nicht mehr zu Abend essen würde. Der Begriff des Abendmahles bezeichnet nämlich nichts anderes als ein Abendessen, das zu mehrt eingenommen wird und das sagen wir mal etwas üppiger ausfällt, als wenn es nur eine Wurstsemmel und ein Glas Bier dazu gäbe. Das Eigentliche, daß hier Jesus Christus zum ersten Mal die Eucharistie feierte, ja dieses Sakrament überhaupt erst einsetzte, verschleiert dieser Begriff völlig. Eine Kontinuität wird hier suggeriert, wo etwas völlig Neues entsteht: die Kultfeier der Kirche.

Wer nahm den an den vielen Abendmählern Jesu teil? Zwei Antworten sind darauf möglich: Entweder nur seine Schüler oder wenn unter diesen Begriff auch die Abendessen subsumiert werden, zu der Jesus eingeladen worden ist, auch die ihn Einladenden und welch eine Provokation auch die Sünder und Zöllner, mit denen er zusammen gespeist hatte. Zur ersten Eucharistiefeier hatte er dagegen nur die 12 Apostel eingeladen, nicht seine Schüler und Schülerin, welch ein grober Verstoß gegen die hl.Prinzipien der Egalität und der Geschlechtergerechtigkeit und auch nicht seine Freunde. Jesus hat gewiß den ihn verraten werdenden Schüler nicht als seinen Freund angesehen, denn er wußte ja, wer sein Verräter sein wird.Diese 12 Apostel hat er dann gar noch zu Priestern geweiht, damit sie dann in der Kirche die Eucharistie zelebrieren können.

Damit stehen wir vor dem zweiten gravierenden Problem des Begriffes des Abendmahles: Wer assoziiert schon mit diesem Begriff den des Kultopfers? Das Eigentliche der Eucharistie ist aber, daß diese Feier an die Stelle des jerusalemischen Tempelopfers tritt: Die Urgemeinde verläßt somit die Ordnung des Alten Bundes mit seinem Zentrum, dem Kult des jerusalemischen Tempels, indem der Herr seiner Kirche die Ordnung des Neuen Bundes, das hl.Meßopfer einstiftete. Seit der Reformation wird der Begriff des Abendmahles gegen die Lehre der Kirche über die Eucharistie, daß ihr Eigentliches die Darbringung des Opfers Jesu Christi ist, instrumentalisiert: Es handle sich dabei nur um ein heiliges Essen und auf keinen Fall um eine kultische Opferfeier. Deswegen, da es sich nur um eine Mahlgemeinschaft handle, könnten und dürften an ihre keine Priester teilnehmen, gar dieser Feier vorstehen. Denn die Alleingenügsamkeit des einen Sühnopfers Jesu Christi verböte der Kirche jede weitere Opferhandlung und somit auch die Existenz von Priestern. Wo nicht mehr Gott geopfert wird, da kann es kein legitimes Priestertum mehr geben. Jesus könne so unmöglich Schüler zu Priestern geweiht haben1.

In glaubensstarken Zeiten hat die Kirche trotzdem von dem „Letzten Abendmahl Jesu Christi“ sprechen können, da sie darauf vertrauen konnte, daß die Gläubigen das Eigentliche dieses Abendmahles verstünden und auch bejahten. Aber das wird man heute so nicht mehr voraussetzen können: In Folge der Ökumene verdunstet doch gerade das Verständnis und die Zustimmung zum spezifisch Katholischen, daß halt wir Christen doch alle irgendwie das Gleiche glaubten, was einhergeht mit dem Verzicht auf das Katholische: Hauptsache, wir begehen gemeinsam das Abendmahl, die dogmatischen Differenzen möge man doch bitte als sophistische Spitzfindigkeiten ablegen.

Das Johannesevangelium stellt nun jeden aufmerksamen Leser bezüglich der Causa der Eucharistie vor ein gravierendes Problem:Warum expliziert Jesus in dem 6.Kapitel des Evangeliumes seine Eucharistielehre,(6,22-71) und nicht kurz vor dem Karfreitag, wie es die anderen Evangelien praktizieren und positioniert dann den Ritus der Fußwaschung dahin, wo eigentlich die Einsetzung der Eucharistie gehörte? Da dies Evangelium die Eucharistielehre in dem 6.Kapitel placierte, füllte es die so entstehende Lücke mit dem Fußwaschungsritual. Die Intention dieser Verortung der Eucharistie in das 6.Kapitel erklärt sich aus der Besonderheit des johanneischen Verständnisses der Eucharistie: Dies betont das Woher der hl.Speise der Eucharistie als das sie Qualifizierende. Nicht die Speisen von „unten“ sondern nur die von „Oben“ könne uns Menschen das wahre Leben, das ewige erwirken. Jesus ist unser Erlöser als der vom Himmel Herabgekommende, der uns zurückführen will in die himmlische Heimat. Er speist uns mit einer Himmelsspeise, der wahren, nicht mit dem Manna der Wüste, damit wir dadurch einen Anteil an dem himmlischen Leben hier auf Erden schon bekommen:unser ewiges Leben. Wegen dieses Verständnisses, das Heil kommt von „Oben“, vom Himmel positioniert das Evangelium in das 6.Kapitel, da es nicht primär die Heilskraft der Eucharistie von der Kreuzigung Jesu Christi her thematisiert.

Die traditionelle Gründonnerstagsliturgie stellt nun das Fußwaschungsritual in den Vordergrund, das ursprünglich Johannes hier eingesetzt hatte, da er die Eucharistie schon im 6.Kapitel exponiert hatte, also als ein Surrogat für die Einsetzung der Eucharistie. Für glaubensschwache Zeiten muß das fatale Folgen zeitigen: Das Eigentliche der Eucharistie wird verdrängt durch dies Ritual, das dann leicht popularisiert werden kann zur Aufforderung, daß jeder seinem Nächsten dienen solle, indem er ihm Gutes tue.Der Auflösungstendenz der christlichen Religion in einen moralistischen Humanitarismus stärkt diese liturgische Ordnung in glaubensschwachen Zeiten.Papst Franziskus Vorliebe, am Gründonnerstag in Gefängnisse zu gehen, um den dortig Einsitzenden dann diesen Liebesdienst zu erweisen, forciert nun noch diese Säkularisierungstendenz. Es ist wohl eine erlaubte Kritik, daß die Einfügung des Rituales der Fußwaschung einem defizitären Verständnis der johanneischen Theologie verschuldet ist, daß da die Bedeutung des johanneischen Dualismuses von „Oben“ und „Unten“ nicht hinreichend erfaßt wurde2.

 

Zusatz:

Die Propaganda des Antikleikalismus verstärkt dann noch die Tendenz, am Gründonnerstag daran zu erinnern, daß Jesus Christus selbst da das Priesteramt in seiner Kirche eingeführt hat und daß so dies "letzte Abendmahl" eine Opferfeier, die des neuen Bundes war und ist.

















1Wenn Luther dann aber doch von einem allgemeinen Priestertum aller Gläubigen schreibt, so vernutzt er diesen Begriff nur in der negativen Intention der Abschaffung des Amtspriestertumes, ohne dabei mitzubedenken, daß wegen seiner Kreuzestheologie es in der Kirche überhaupt kein Priestertum mehr geben dürfe.

2Es ist das Verdienst des Exegeten R.Bultmann, die Bedeutung dieses Dualismus erfaßt zu haben, darum empfehle ich diesbezüglich seine Kommentare zum Johannesevangelium und seine „Theologie des Neuen Testamentes“ weiterhin gern trotz seines völlig inakzeptablen Entmythologisierungsprogrammes. Bultmann arbeitet dabei das sakramentalistische Verständnis der Taufe und des Abendmahles im Johannesevangelium in bestechender Klarheit heraus, um dann diesen Sakramentalismus zu delegitimieren durch seine These, dies Sakramentenverständnis gehöre nicht zum Urspünglichen sondern sei eine nachträgliche Einfügung einer „kirchlichen Redaktion“,die die Theologie des Johannes nur korrumpiere.

Freitag, 21. Februar 2025

Wortgottesdienste – das Zukunftsmodell der Synodalkirche- oder ihre Verprotestantisierung?

 

Wortgottesdienste – das Zukunftsmodell der Synodalkirche?



Man kann sich ja nicht des Eindruckes erwehren, daß die Begeisterung für die Eucharistie als dem Höhepunkt des geistlichen Lebens ihrer Instrumentalisierbarkeit für die Forderung nach der Abschaffung des Zölibates und der Einführung des Frauenpriestertumes sich verdankt, aber eigentlich man den protestantischen Wortgottesdienst mehr schätzt. Der paßt einfach besser in eine sich um die Modernisierung bemühende Kirche, schließlich gehört die Rede als Aufklärungsmedium neben dem guten Buch zu dem Inventar der Aufklärung. Daß in der Geschichte des Gottesdienstes der Predigtgottesdienst eine Spätform darstellt, wird dabei geflissentlich übersehen. Am Anfang war der Kult mit einer Opferfeier, in Israel dürfte sich der Predigtgottesdienst dem babylonischen Exil zu verdanken haben, als die exilierten Priester dort keinen Opferkult vollzogen durften, da ein solcher nach dem deuteronomistischen Kultzentralisationsgebot nur im Jerusalemer Tempel legitim war, sodaß als ein Surrogat der Synagogengottesdienst da entwickelt wurde als eine Belehrung der Exilierten über ihre Lage und was nun zu tuen sei.

Der christliche Gottesdienst ist nun eine Synthese der Gestalt des so entstandenen Synagogengottesdienstes mit der Gestalt des jerusalemischen Tempelkultes in der Gestalt des Wortgottesdienstes und des Meßopfers1. Daß der Wortgottesdienstteil als die Vormesse bezeichnet wurde, entspricht dem Primat des Kultgottesdienstes, dem als eine Vorbereitung eine Gestalt des Synagogengottesdienstes vorangestellt wurde. Die Reformatoren zerstörten nun diese Synthese, indem für sie nur noch der Wortgottesdienst zählte, der ab und zu durch eine Abendmahlsfeier ergänzt wird, bei den Lutheranern einmal im Monat, bei den Reformierten 3 bis 4 mal im Jahr.

Kath de berichtet nun am 20.2.2025 über die neuesten Deformumtriebe: „Werden Sie auch an einem Sonntag mit einem Wortgottesdienst beglückt? Dann fliehen Sie. Nach Diözesanreformen und Pfarrzusammenlegung werden manche an Sonntagen plötzlich mit einem Wortgottesdienst beglückt und dies obwohl es Priester vor Ort gibt.“ Es sei an die Neukonstruktion der Konzelebration erinnert: Statt daß jeder Priester eine hl. Messe liest, konnten und sollten nun Priester, unterschieden zwischen dem Hauptzelebranten und den Konzelebranten gemeinsam die hl.Messe feiern.Damit sollte die Praxis,daß Priester an den Nebenaltären der Kirchen2 je ihre Messe lasen, unterbunden werden. Warum das? Es gab so viele Priester, daß nicht jeder einem Gottesdienst vorstehen und dann das Meßopfer darbringen konnte.Die katholische Lösung der Zelebration an den Nebenaltären, während ein Priester an dem Altar das Meßopfer darbrachte, wurde so substituiert durch eine Gemeinschaftsmesse von zelebrierenden Priestern.

Aber nun leidet die Kirche doch an einen eklatanten Priestermangel! Trotzdem kann man es erleben, daß in einem sonntäglichen Gottesdienst mehrere Priester zelebrieren, während gleichzeitig ein Wortgottesdienst, nur von Laien vollzogen wird wegen des Priestermangels!

Zum Konzept der Verprotestantisierung der Kirche gehört eben nicht nur die Einführung einer Rätedemokratiestruktur in die Kirche sondern auch, daß der Wortgottesdienst als das Eigentliche angesehen wird, wohingegen das Meßopfer durch etwas recht Voraufklärerisches ist. Die Kirche müsse eben, um auf die Höhe der Aufklärung sich zu erheben eine Kirche des Wortes werden. Das Emanzipatorische ist dabei, daß in den Wortgottesdiensten kein Pfarrer mehr benötigt wird, sodaß endlich die Gemeinde ihre Gottesdienste demokratisch antiklerikal selbst gestalten kann: Welch ein Triumph des Antiklerikalismus bahnt sich damit doch an! Nur, vielleicht will man doch noch an der Hochschätzung der Eucharistie festhalten, nur um endlich das Frauenpriestertum durchzudrücken.





1Es wäre mehr als wünschenwert, würde einmal untersucht werden, ab wann zumindest im deutschen Sprachraum der Begriff des Meßopfers in der Kirche faktisch exkommuniziert wurde und ersetzt wurde von der Rede eines Mahles,in dem uns Gottes bzw Jesu Liebe begegnete.

2Wer eine unser wunderschönen Barockkirchen aufsucht, schaue mal auf die Nebenaltäre, auf denen nun nicht mehr das Meßopfer dargebracht wird: Was für ein Trauerspiel!

Donnerstag, 23. Januar 2025

Anfragen zur „Gebetswoche für die Einheit der Christen vom 18. - 25. Jänner 2025“

 

Anfragen zur „Gebetswoche für die Einheit der Christen vom 18. - 25. Jänner 2025“



Spontan wird wohl kein Christ an diesem Gebetsanliegen einen Anstoß nehmen, ist doch die Christenheit zu offensichtlich in sich nicht nur zerspalten sondern auch oft zerstritten, dabei solte sie doch eins sein in dem einen christlichen Glauben. Was wird denn dabei unter der Einheit verstanden? Zwischen einem Mann und einer Frau existieren Geschlechtsunterschiede, die aber aufgehoben werden können, wenn beide sich als Menschen wahrnehmen, sodaß diese Differenzen dann als etwas Vernachlässigbares übersehen werden.Sollen nun etwa die innerchristlichen Differenzen auch so aufgehoben werden, daß das allen christlichen Confessionen Gemeinsame als die Wahrheit der christlichen Religion und alles den jeweils Confessionen Eigenes als etwas Dekoratives, Ausschmückendes angesehen werden?

Aber so wird völlig übesehen, daß die Confessionen mit ihren jeweiligen Wahrheitsansprüchen sich wechselseitig als unwahr ausschlossen. Die Reformtoren verurteilten die Katholische Kirche als unwahr und die Katholische beurteilte die neue reformatorische Lehre und die auf sie sich aufbauenden Gemeinschaften als unwahr. Das soll nun ein einziger großer Irrtum gewesen sein, denn nun sollen alle Confessionen sich wechselseitig als wahre anerkennen. Wie begründet sich nun dabei die Ansicht, daß das, was allen christlichen Confessionen gemeinsam ist, sozusagen die wahre Substanz des Christentumes sei und alles Umstrittende, nicht von allen Bejahte das Falsche oder wenigstens Unwesentliche sei. Das hieße ja, auf die Kathilische Kirche appliziert, daß sie, insofern sie katholisch ist, unwahr bzw unwesentlich sei und nur wahr, soweit sie mit den Glaubenslehren aller anderen Confessionen übereinstimmt.

Wir glauben „et unam sanctam,catholicam et apostolicam Ecclesiam“.Wie verhält sich denn nun diese eine Kirche zu der Christenheit? Sie dürfte sich dann nur noch als eine Teilmenge der Christenheit verstehen, die nur in den Punkten wahr ist, wo sie nicht katholisch ist sondern wo sie mit den anderen Confessionen übereinstimmt. Ihr Katholischsein wäre so ihr Unwahr- oder wenigstens Unwichtigsein.

Das Johannesevangelium berichtet uns im 6. Kapitel von der ersten Kirchenabspaltung:Jesus Christus belehrte seine Schüler über das Abendmahl: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben.“ Diese Lehre empfanden einige Schüler als „unerträglich“ (6,60) , und sie verließen ihren Lehrer. Auch sie wollten Christen sein, ihrem Lehrer folgen, aber diese „unerträgliche“ Lehre stieß sie ab. Warum versuchte hier Jesus nicht einen Kompomiß mit ihnen, entschärfte so seine Abendmahlskatechese, um die Fortgehenden zum Beiihmbleiben zu motivieren? Ist nicht die darauf folgende Kirchengeschichte trotz ihrer Komplexität eine dauernde Wiederholung dieses Ereignisses, daß Christen sich von der Kirche Jesu Christi abwandten, da auch ihnen bestimmte Lehren der Kirche als „unerträglich“ erschienen?

Nun aber soll plötzlich gelten, daß alle Lehrdifferenzen, daß bestimmte Lehren der Kirche als inakzeptabel von Sichabspaltenden erachtet wurden, irrümlich als bedeutsam wahrgenommen worden sind, daß alle im Wesentlichen sich eins waren und immer nur über Unwesentliches sich zerstritten wurde. Bis zum 2.Vaticanum hätte so sich die Katholische Kirche permanent geirrt, da sie nicht erfaßt hatte, daß alles spezifisch Katholische unwahr oder wenigstens unwesentlich sei, da nur das allen Confessionen Gemeinsame wahr sei.

Worin hätte dann nur die gemeinsame Wahrheit in der Causa der Abendmahlslehre zwischen Jesu Lehre und der Position der an Jesu Lehre Anstoß nehmenden Schüler bestehen mögen, daß Jesus die nicht erkannt hatte, um sie als Consenslehre diesen Schülern dann vorzutragen? Daß alles Confessionelle nur das Wahre und bloß das allen Gemeinsame die Wahrheit der christlichen Religion sei, das macht die Katholische Kirche als katholischen zur Unwahrheit, weil sie somit um der Einheit willen alles Eigene als etwas Unwesentliches abstreifen müßte. 

Ein Zusatz:

Jesus Christus hat selbst seiner Kirche das Petrusamt eingesetzt, als er Petrus die Regierung der Kirche anvertraute. Wie können dann christliche Gemeinschaften sich als eine wahre Gemeinschaft Jesu Christi verstehen, wenn sie diese Leitung der Kirche verwerfen? 

Zweiter Zusatz

Der Begriff der Einheit ist eine äußerst komplizierte Angelegenheit: Wie verhält er sich zu der Frage der Identiät der Katholischen Kirche mit sich selbst im Laufe der Geschichte? Wenn die Einheit meinen sollte, daß all ihre Mitglieder den gleichen Glauben teilen, dann war die Kirche nie eine Einheit, die Individualität des Glaubens ließe eine solche Gleichförmigkeit nicht zu. Nun könnte unter der Einheit der Kirche aber auch verstanden sein, daß ihr ideeles Sein und ihr wirkliches identisch sind, daß sie also die Realisierung ihrer Idee ist, daß das "ante rem" und das "in rem" und das "post rem" eines sind.Jesus ist eben der wahre Mensch, weil in ihm sein Sein (in rem) mit dem, wie er sein sollte (ante rem), eins ist und dies erkannt wird (post rem).Der Begriffsrealismus gehört konstitutiv zur Theologie. 



Freitag, 10. Januar 2025

Ökumene oder der Kampf gegen das Altarsakrament- die Lust an der Selbstverleugung des Katholischen!

 

Ökumene oder der Kampf gegen das Altarsakrament- die Lust an der Selbstverleugung des Katholischen!


Der Reformator Luther wußte,warum er die Lehre und die Praxis der Eucharistie verdammte, daß ob der Alleingenügsamkeit des Sühnopfers die Eucharistie kein kultisches Opfer sein dürfe und daß es deswegen auch in der Kirche keine Priester geben könne,denn wenn es kein kirchliches Opfer mehr gäbe, könne es auch keine Amtspersonen mehr geben, dessen Aufgabe die Darbringung des Meßopfers sei. Das Trienter Konzil stellte dann folgerichtig die Unvereinbarkeit des katholischen Verständnisses der Eucharistie mit dem evangelischen Abendmahlsverständnisses fest, daß nur noch ein heiliges Essen es sein soll. Wo die Reformation siegte, mußten so die Priester ihre Priestergewänder ablegen, um die Amtskleidung von Lehrern anzuziehen, da sie nun in erster Linie Gemeindelehrer sein sollten, die durch das Medium der Predigt die Zuhörer zu belehren hatten. Die Katholische Kirche dagegen hielt fest an dem Glauben, daß die Eucharistie eine kultische Opferhandlung und ein heiliges Essen sei und reprobierte so diese reformatorische Verkürzung auf eine religiöse Mahlveranstaltung.

Gegen diese Klarheit kämpft nun die Ökomene und zwar in der Intention,daß wir Katholiken uns die reformatorische Position zu eigen machen sollten. Ein Musterbeispiel dieser katholischen Selbstaufgabe präsentiert nun der Aufruf zur wechselseitigen Einladung zur Eucaristie- und Abendmahlsfeier in Frankfurt im Jahre 2025. Das „Domradio“ meldet dazu am 9.Jänner 2025:"Gegenseitig einladen"

Michael Thurn, der als Nachfolger von Stadtdekan zu Eltz gemeinsam mit Christiane Moser-Eggs die katholische Stadtkirche Frankfurt leitet, erklärte: "Wir freuen uns sehr, dass wir den Impuls des Ökumenischen Kirchentages aufgreifen und uns gegenseitig zu Abendmahl und Eucharistie einladen. Indem wir gemeinsam auf die Gegenwart Jesu Christi in unseren Mahlfeiern vertrauen, wächst auch unser Vertrauen zueinander. Ein starker ökumenischer Impuls!"

Die Eucharistie wird hier reduziert auf den Glauben der Gegenwart Jesu Christi in unseren Mahlfeiern. Das ist die völlige Selbstaufgabe der katholischen Lehre von dem Altarsakrament: 1.wird damit der Opfercharakter der Messe geleugnet, 2. wird nicht die Gegenwart Jesu Chriti in den gewandelten Elementen des Brotes und Weines benannt, die sakramentale, sondern nur, daß er irgendwie da gegenwärtig sei. Diese Formulierung schließt nämlich die Möglichkeit ein, zu meinen, daß wo auch immer Menschen im Namen Jesu Christi zusammenkommen, er da unter ihnen sei, auch wenn gar nicht das Abendmahl oder die Eucharistie gefeiert wird.Aber die sakramentale Gegenwart ist das Zentralanliegen der katholischen Theologie. Um aber die reformierten Christen nicht auszuschließen,die keine sakramentale Gegenwart Jesu Christi anerkennen, bei ihnen empfängt der Gläubige mit dem Mund nur Brot und Wein und nur im gläubigen Herzen Jesus Chrisus, wird hier auf die sakramentale verzichtet, und stattdessen nur von einer wie auch immer gearteten Gegenwart Jesu Christi gesprochen. 3.wird vergessen, daß nach der katholischen Lehre nur ein Priester die Wandlungsworte so sprechen kann, daß auch wirklich Jesus Chritus unter den Zeichen von Brot und Wein gegenwärtig ist, sodaß in einer evangelischen Abendmahlsfeier nur Brot und Wein empfangen werden können, es keine sakramentale Gegenwart des Herren geben kann. 4. wird geleugnet, daß das hl.Meßopfer zugunsten der Verstorbenen dargebracht wird, um sich der reformatorischen Position anzuschließen, daß das Abendmahl nur den Kommunizierenden einen Nutzen bringen kann. Die Katholische Kirche insistiert dagegen, daß mit 2.Makkabäer 12,32-45, die Einheitsübersetzung betitelt diesen Text mit: „das Sühnopfer für die Toten“ das Meßopfer auch für die Verstorbenen dargebracht wird und um ihres Heiles willen auch darzubringen ist. Luther und alle ihm Folgenden entfernten die Makkabäerbücher aus dem Kanon der Bibel, da ihnen diese Texte mißfielen und so verleugnen sie die Schriftgemäßheit eines Opfers zugunsten von Verstorbenen.

Einfach auf dem Punkt gebracht: Die Katholische Kirche gibt hier einfach  die katholische Lehre vollständig auf und übernimmt die protestantische, um das dann ökumenisch zu nennen! Besser wäre es doch, daß die, die katholisch bleiben wollen, weiterhin katholisch die Eucharistie feiern und die Katholiken, die faktisch dem protestantischen Glauben anhängen, zum Protestantismus konvertieren. Als überzeugte Protestanten würden sie da gerne aufgenommen werden!