Montag, 12. Oktober 2026

„Schwester Tod“ - oder der Abschied von der Hoffnung auf das ewige Leben

 

„Schwester Tod“ 1- oder der Abschied von der Hoffnung auf das ewige Leben

In Franz von Assisis „Sonnengesang“ heißt es: „Gelobt seist du,mein Herr, durch unsere Schwester,den leiblichen Tod,“ Franziskus habe den „Sonnengesang“ auf seinem Sterbelager verfaßt, den Tod vor Augen habend, dem „Übergang in die himmlische Herrlichkeit ganz nahe.“ Was läge da nicht näher als ein „Lobgesang auf das Paradies“ oder eine „Abhandlung über die Ewigkeit.“ Er schrieb aber ein Lob auf die „Schwester Tod“.

Warum? Der Bistumsblattredakteur klärt uns auf: Ein unendlich währendes Leben müsse „irgendwann einmal unendlich langweilig werden“. Nun wird es obskur: „Selbst Franziskus war nicht immer heilig,hat in seiner Jugend wild in den Tag hineingelebt.“ Es gäbe so Momente in unserem Leben, „in denen wir uns lebendig gefühlt haben“.Solche Momente seien dann was wahre eigentliche ewige Leben -bei Franziskus die seines wilden noch nicht heiligen Lebens? .

Die „Schwester Tod“, bewahrt sie uns so vor einem unendlichen Leben in Langeweile? Eine Ewigkeit sei für den Redakteur nicht vorstellbar und evoziert nur die Vorstellung von einem endlos langen Langeweileleben!

Seit Ludwig Thomas: „Ein Münchner im Himmel“ gehört die Desavouierung der Hoffnung auf das ewige Leben zu dem Repertoire der antichristlichen Propaganda: Nicht wird dogmatisch behauptet, daß es das nicht gäbe, denn dann stünde ja nur die Behauptung, es gäbe kein ewiges Leben gegen die, daß es das gäbe, sondern: Seien wir froh, nicht ewig leben zu müssen im Himmel, das wahre „ewige Leben“ erlebten wir hier auf Erden in erfüllten Augenblicken, etwa im Hofbräuhaus zu München.

Franziskus schreibt vom „leiblichen Tod“. Mitgesetzt ist damit die Idee, daß den Tod nur den Leib und nicht die Seele betrifft, denn die ist ja unsterblich und kann so nur den Tod als den ihrigen erleiden! Aber der Redakteur scheint eher an der Vorstellung eines Ganztodes des Menschen Gefallen zu haben, daß es nun zu Ende sei und den Blick eröffnet für die wahren erfüllten Momente des Diesseitslebens. „Carpe diem!“ paßt eben besser in unsere Zeit als ein Hoffen auf ein ewiges jenseitiges Leben, das doch nur eines der Langeweile sein könne! 

P.S.

Man muß aber dem Bistumsblatt zugute halten, daß seine Stärken eher im Kampf gegen die AfD und Trump liegen als in theologuschen Fragen!



1Passauer Bistumsblatt, 4.10.2026, S.2.

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