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Dienstag, 24. Oktober 2023

„Mit Joseph Ratzinger Synodenzukunft schreiben“

"Mit Joseph Ratzinger Synodenzukunft schreiben“- Ratzinger: ein Modernist?



Das linksliberale Reformlager der jetzt tagenden Synode zu Rom wird sicher höchst erfreut gewesen sein, als in einem Referat der Theologe Joseph Ratzinger als Kronzeuge für die Notwendigkeit der Kirche an den modernen Zeitgeist instrumentalisiert wurde:

"Die eigentliche Frage hinter der Diskussion könnte man so formulieren: Sollte die intellektuelle Position des 'Antimodernismus' - die alte Politik der Ausgrenzung, Verurteilung und Verteidigung, die zu einer fast neurotischen Verleugnung alles Neuen führte - fortgesetzt werden? Oder würde die Kirche, nachdem sie alle notwendigen Vorkehrungen zum Schutz des Glaubens getroffen hatte, ein neues Kapitel aufschlagen und zu einer neuen und positiven Begegnung mit ihren eigenen Ursprüngen, mit ihren [Mitmenschen] und mit der Welt von heute übergehen?"

Tatsächlich votierte auch der Theologe Ratzinger zur Zeit des 2.Vaticanumes für eine Versöhnung mit der Moderne. So kraftvoll die Päpste vordem auch die Parolen der Französischen Revolution und ihre Gestaltwerdung in der Moderne als etwas Widerchristliches verwarfen, so sehr war es das Anliegen dieses Reformkonziles, sich mit der Moderne zu versöhnen. Dies Ja zur Moderne und die klare Absetzung von der Kritik des Projektes der Moderne, nun die ganze Welt vom Prinzip des vernünftigen Denkens aus neu zu erbauen, ist nur verstehbar, wenn man die Prämisse dieser Bejahung versteht, daß die aufklärerische Geschichtsphilosophie bejaht wurde, daß die Geschichte ein Entwickelungspozeß sei, in der die jeweils gestrige Wahrheit durch die heutige überwunden wird. Einen kleinen Rest ewig gültiger Wahrheiten wollte Ratzinger noch bewahrt sehen, sonst aber müsse wohl die ganze Lehre der Kirche der Moderne eingepaßt werden.

Die Moderne ist nun das Ergebnis der Aufarbeitung der innerchristlichen Religionskrige des 17. Jahrhundertes, daß die Religion so zu pazifizieren ist, daß die kontroversen confessionellen Auffassungen der Wahrheit der christlichen Religion vergleichgültigt werden sollten, damit sie ihres Konfliktpotentiales beraubt werden. Die rein vernünftige Religion sollte da die Konfessionskirchen ersetzen, indem alle confessionellen Differenzen als gleichgültig entwertet wurden. Die Welt sollte so dann nur noch von der allein genügsamen Vernunft her gestaltet werden. Der religiöse Glaube sollte dann nur noch privat Daheim zu leben sein. Das Ende der Konstntinischen Epoche mit dem Ende des 1.Weltkrieges erbrachte dann den endgültigen Sieg der Moderne als das Ende des christlichen Abendlandes.

Mit der Verurteilung des Antimodernismus stellte sich somit die Kirche auf ein Fundment, das einer Schräge glich, auf der die Kirche notwendig sich immer weiter von ihrer eigenen Wahrheit entfernte, bis sie nur noch das Gerede der Welt sich zu eigen gemacht wiederholt. Auch der Theologe Ratzinger hatte damals die Macht der Moderne als das tatkräftige Nein zur Kultur des christlichen Abendlandes nicht erkannt, ganz eingenommen von dem allgemeinen damaligen Fortschrittsglaubens, für den es keine ewigen Wahrheiten geben kann, sondern nur den ewig strömenden Fluß des Progresses, dem sich auch die Kirche zu subordinieren habe. 

Merke: Die Maxime der Zeitgemäßheit ersetzt so die der Sachgemäßheit. Das Ewige transformiert sich dabei in einen Prozeß der permanenten Annäherung an die Wahrheit, die aber nie erreicht wird. So wird aus der Kirche als dem Ort der präsenten geoffenbarten Wahrheit eine Suchbewegung, die nie ans Ziel kommen kann, weil ihr Leben dies Suchen nach Gott ist.

Die Kirche muß sich ändern!“ Aber warum? Und wer hat das beschlossen? frägt Kath info am 24.10.2023. Der Modernismus respondiert: Weil der Gott Chronos, die Zeit alles sich unterwirft und seine Veränderung fordert.

Zusatz: Es ist schwer vorstellbar, daß Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation sich so noch wider den Antimodernismus geäußert hat, kämpfte hier die Kirche doch um ihre Freiheit, sich nicht der Welt unterzuordnen.


 

Die Kirche muß sich ändern!“ Aber warum? Und wer hat das beschlossen?
Die Kirche muß sich ändern!“ Aber warum? Und wer hat das beschlossen?

 

„Die Kirche muß sich ändern!“ Aber warum? Und wer hat das beschlossen?

 

„Die Kirche muß sich ändern!“ Aber warum? Und wer hat das beschlossen?

„Die Kirche muß sich ändern!“ Aber warum? Und wer hat das beschlossen?





 

Montag, 13. September 2021

Die Kirche und die Parteien zur Bundestagswahl



Nun könnte ein Katholik doch meinen, daß die Frage des Lebensschutzes, wie stehen die zur Wahl stehenden Parteien zum „Menschenrecht“ der Tötung ungeborenen Lebens, euphemistisch als „Abtreibung“ verklärt und wie zur jetzigen Praxis der Abtreibung, ein wesentliches Kriterium zur Beurteilung der politischen Parteien sei. Würden daraufhin die zur jetzigen Bundestagswahl vorgelegten Parteiprogramme gelesen, das Ergebnis wäre desillusionierend: Nur die AfD will sich für den Lebensschutz einsetzen, die C-Parteien schreiben zu dieser Causa nichts in ihrem Programm, die SPD, die Grünen und die Linken wollen Frauen die Tötung ihrer Kinder im Mutterleibe erleichtern. So fordert gar die „Linke“, daß die Politik dafür zu sorgen habe, daß jede Frau möglichst ortsnahe diese Tötung in einem Spital durchführen lassen könne. Es gibt nämlich leider aus feministischer Sicht Ärzte und Ärztin, die sich weigern, Kinder im Mutterleibe zu töten. Darum müsse die Politik für genügend tötungswillige Ärzte sorgen. Vielleicht muß dann der Staat, wenn es nicht anders geht, Ärzte zum Töten von den Kindern im Mutterleibe verpflichten.

Daß nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes jede „Abtreibung“ eine unerlaubte Handlung ist, nur daß in bestimmten Fällen der Staat auf eine strafrechtliche Ahnung dieser Tat verzichten will, findet sich in den Parteiprogrammen von SPD, Grünen und Linken auch nicht. So genau nimmt man es halt doch nicht mit dem Grundgesetz, denn die Tötung Unschuldiger widerspricht auf jedem Falle dem Grundgesetz, es sei denn die Tötung würde als Beihilfe zu einem Freitod gewünscht.

Aber in dem Punkte der Beurteilung der politischen Parteien herrscht ein ökumenischer Konsens: Alle demokratischen Parteien seien für Christen wählbar, nur die AfD nicht. Läste man gar noch die Ausführungen zum Thema: Familie dazu, auch hier gibt es die meisten Übereinstimmungen zur Katholischen Position bei der AfD. Warum ist dann diese Partei für Christen unwählbar, aber die anderen wohl? Dafür gibt es mehrere Erklärungen:

A) Die Causa der „Abreibung“ und die der Familie sind aus katholischer Sicht nicht so wichtig. Es gibt wichtiger! Die sind: Bejahung des Islam, Ja zur Politik der offenen Grenzen: jeden der „Asyl“ sagt aufnehmen und ihm hier eine Aufenthaltsgenehmigung zu gewähren und Ja zu einer ökologischen Klimapolitik.

B)Es gibt aber wohl noch einen simpleren Grund: Die Kirche lebt aus der Kraft der vom Staate für sie eingezogenen Kirchensteuer. Da ist es eben ein Gebot der Klugheit, sich mit den die Politik dominierenden Parteien gut zu stellen, damit diese Weise der Kirchenfinanzierung nicht in Frage gestellt wird.

C)Es muß aber auch gesehen werden, daß die Bindungskräfte der Katholischen Kirche nachlassen, daß eben auch viele Katholiken in ethischen Fragen die Lehre der Kirche nicht mehr als verbindlich für sich ansehen und so Parteien wählen, die mit der Lehre der Kirche Inkompatibles vertreten. Das berücksichtigen die Bischöfe in ihren Voten und insbesondere, daß es in der Kirche selbst sehr einflußreiche Kräfte gibt, die für eine liberale Abtreibungspraxis votieren und das traditionelle Familienverständnis ablehnen- nicht nur die feministisch ausgerichteten katholischen Frauenorganisationen. Jeder Blick auf einen katholischen oder ökumenischen Kirchentag zeigt ja, daß sie wie Rot-Grüne Kulturfestivals ablaufen. Der politisch korrekte Zeitgeist ist so lebendig in der Kirche, daß selbst viele Kirchenmitgliedern nicht klar ist, daß der christliche Glaube nicht in eins fällt mit diesem Zeitgeist.Die Kirche lebt heute mehr aus dem Zeitgeist als aus dem Evangelium. Und dieser Zeitgeist ist eben identisch mit dem, was den Konsens der etablierten Parteien ausmacht.

Auch die Kirchen sollten vor dem Wählen der AfD warnen“ proklamiert dann wie es zu erwarten war die quasi offizielle Internetseite der Deutschen Bischöfe. Wie schon jüdische Organisationen sollten nun auch die Kirchen ihre Verurteilung ökumenisch aussprechen. (13.9.2021) Die Begründung lautet nun so:

Rassistische, antisemitische und andere menschenfeindliche Inhalte aber dürfen in einer Demokratie nicht zur Diskussion gestellt werden. Man muss sie benennen und ausgrenzen.“ Nun ist aber doch zu fragen, ob es etwas Menschenfeindlicheres gibt in dem heutigen Deutschland als die Tötung von circa 100.000 Kindern im Mutterleibe mit faktisch staatlicher Erlaubnis. Wer auch noch so kritisch das Wahlprogramm der AfD durchliest, Antisemitisches findet sich dort überhaupt nicht. Für den Politisch Korrekten gilt hier einfach das Vorurteil: Wer rechts ist, der ist auch selbstverständlich antisemitisch – Beweise braucht man dazu nicht zu erbringen, das politisch korrekte Vorurteil reicht aus. Als „Rassist“ gilt ja heutzutage jeder, der sich für den Erhalt des Deutschen Volkes einsetzt. Deshalb ist die AfD „rassistisch“. Aber es ist nicht mit dem Glauben an Gott als Schöpfer und Erhalter zu vereinbaren, die Schöpfungsordnung Gottes, daß er die Menschheit in Rassen und Völker aufgegliedert hat, abschaffen zu wollen, um eine Welt des Massenmenschen ohne eine völkische Identität zu erschaffen. (Zudem: Das jüdische Volk wird sich gewiß nicht dem Projekt der Auflösung der Völker unterwerfen, sondern es kämpft um die Bewahrung seiner Identität. So bringt es deshalb auch so patriotisch gesonnene Staatsmänner wie Netanjahu hervor!)

Noch eines fällt auf: Galt nicht einst der Dialog, das Miteinander- statt das Übereinanderreden als tugendhaft, so gilt jetzt das Gebot der Ausgrenzung: Mit wem darf man, wenn man als anständiger Bürger und Christ gelten will, nicht reden. Zeichnete einst der Religionsunterricht Jesus als den, der alle Kontaktverbote hinter sich lassend mit jedem sprach, sich so gerade den Ausgegrenzten zuwandte, den Zöllnern und den Sündern, so ist das heutige christliche Ideal der Gutmensch, dessen Tugend es ist, alle Kontaktverbote zu befolgen: Ich rede nicht mit den Ausgegrenzten!

Ergo: für eine Kirche, für die der Zeitgeist die Rolle des Hl. Geistes übernimmt, kann so simpel das Christliche mit dem herrschenden Zeitgeist in eins setzen. Aber dafür steht ja diese Internetseite. Und die Gutmenschkultur verlangt eben gerade auch die Ausgrenzung der Schmuddelkinder.


 

Samstag, 8. Mai 2021

Unser Kampf gegen Rom- auf Kath de werden die ersten Erfolge bilanziert

(Nicht geht es um Reformen, sondern um die Revolutionierung des Römisch-Katholischen Kirchensystemes!)



Euphorisiert tönt es auf Kath de am 8.5.2021:

Segnungen homosexueller Paare: Den lauten Protest auslaufen lassen. Der Protest gegen das Vatikan-Veto zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare habe schon jetzt alles erreicht, resümiert der Kommunikationsberater Erik Flügge“ Die antirömischen Protestler haben erreicht, was erreichbar ist. Jetzt gälte es, die Erfolge zu feiern. So sieht die Erfolgsbilanz des Kampfes den Vatican aus:

Wir haben mit diesem gigantischen Protest jetzt schon alles erreicht:

  • Die Auflehnung tausender Kirchenmitglieder hat Rom gezeigt, dass diese Position der Glaubenskongregation in der Kirche an vielen Orten nicht mehr geglaubt wird. Ein echter Autoritätsverlust.

  • Die Auflehnung hunderter Priester hat Rom gezeigt, dass auch der Klerus in Deutschland der Glaubenskongregation widerspricht. Ein noch größerer Autoritätsverlust.

  • Die Auflehnung tausender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche in Deutschland hat Rom gezeigt, dass diese Konfrontation systemsprengendes Potential hat.

  • Die Auflehnung von 200 Theologieprofessoren hat Rom gezeigt, dass ihnen die argumentative Basis abhanden kommt.“

Die Begeisterung ist grenzenlos: Ein echter Autoritätsverlust, ein noch größerer Autoritätsverlust, der Protest zeige systemsprengende Kraft und Rom habe keine argumentative Basis mehr. So bilanziert ein Revolutionsführer diese große Schlacht gegen Gott, die hl. Schrift, die Lehre der Kirche und das Nein der Glaubenskongregation. Rom deklariert zwar was, aber es wird nicht mehr gehorcht. Deutsche Bischöfe lassen die Aufständischen machen, was sie wollen, ja ermuntern sie sogar und die Universätitätstheologie, ganz erfüllt vom antirömischen Geist kämpft mit.

Systemsprengendes Potential“ das ist ernst zu nehmen. Es geht eben nicht nur um die Segnung von Homosexpaaren, nein, es geht um die Sprengung, das ist die Zerstörung der Katholischen Kirche. Sie ist eben nur ein „System“, das nun überwunden werden soll. Die Erfolge sind beachtlich: In Deutschland wird nicht mehr auf Rom gehört. Die hl. Schrift besitzt keine Autorität mehr, weil das in ihr Geschriebene durch moderne Wissenschaften als erledigt anzusehen ist. Die Lehre der Kirche ist ebenso obsolet wie die aktuellen Lehraussagen der Kirche, denn es zählt nur noch: Was die Mehrheit ist wahr, weil es die Mehrheit ist. Darum insistiert diese Bilanz so sehr auf die Zahlen. Argumente für die Segnung von solchen Paaren führt sie gar nicht mehr auf, denn die Zahlen erübrigen die Ausführung von Argumenten: tausende Kirchenmitglieder, hunderte Priester, tausende Mitarbeiter, 200 Theologieprofessoren.

Aber wenn nur noch Köpfe gezählt werden und so auf die Prüfung der Argumente ganz verzichtet werden kann, dann zähle man doch bitte einmal die Köpfe aller Theologieprofessoren, die bis zum 2.Vaticanum eine Segnung homosexueller Paare abgelehnt haben, und die Priester, Bischöfe und Päpste und die Laien; dann frage man, auf wie viel Zustimmung diese Segnung in Afrika und Asien stößt. Liegt der Verdacht nicht nahe, daß hauptsächlich im deutschsprachigen Raum und schon weniger stark in den USA gegen das Nein zum Homosexsegen revoltiert wird?

Eines muß aber konstatiert werden: Faktisch sind die Mehrheit der deutschen Bistümer schismatisch orientiert. Sie kämpfen gegen Rom, gegen die ganze Lehrtradition der Katholischen Kirche weil sie eine neue „Kirche“ kreieren wollen, deren Spezificum der Gehorsam gegen den herrschenden Zeitgeist sein soll. Die Autorität Roms muß endgültig fallen, damit man sich ganz dem Zeitgeist unterwerfen kann.



 

Sonntag, 4. August 2019

Aus der "Erklärung der Wahrheiten in Bezug auf einige der häufigsten Irrtümer im Leben der Kirche in unserer Zeit"

Kardinal Burke, Kardinal Pujats, Erzbischof Peta, Erzbischof Lenga und Weihbischof Schneider verfaßten diese 40 Punkte umfassende Erklärung: Wie weiht weicht doch die Katholische Kirche heute von diesen Wahrheiten ab. Der Gesamttext ist in Theologisches Juli/August 2019 wiedergegeben, mehr als lesenswert. Hier soll jetzt nur der 28. Punkt erörtert werden:
Der lautet: "In Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift und der beständigen Überlieferung des ordentlichen  und allgemeinen Lehramts, hat sich die Kirche nicht geirrt, wenn sie lehrte, dass die staatliche Gewalt die Todesstrafe an Übeltätern erlaubterweise anwenden kann, wo dies wirklich notwendig ist,um die Existenz oder die gerechte Ordnung von menschlichen Gesellschaften zu bewahren." (Sp. 321)
Auch wenn hier Papst Franziskus nicht ausdrücklich erwähnt wird, so ist doch klar, daß vor allem sein Nein zur Legitimität der Todesstrafe damit gemeint ist. Dieser Papst behauptet ja, daß die Todesstrafe mit der Menschenwürde unvereinbar sei! So jubelte Spiegel- Online am 2.8.2018:
"Papst Franziskus verbannt die Todesstrafe aus der Glaubenslehre der katholischen Kirche. Sie sei unzulässig, "weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt", heißt es in einer Änderung des Katechismus, des offiziellen Lehrbuchs." Dieser Papst stellt sich so gegen das Zeugnis der Hl. Schrift und die Glaubenslehre der Kirche mit der sensationellen Einsicht, daß die Todesstrafe gegen die Menschenwürde verstieße.
Was bedeutet das nun aber für die Theologie des Karfreitages, daß Jesus Christus für unsere Sünden am Kreuze gestorben ist? Gott selbst wollte den Kreuzestod seines Sohnes für die Sühne der Sünden der Menschen. So kreuzigte Pontius Pilatus Jesus Christus auch, weil Gott es selbst so gewollt hat.
Ja, Gott will die Kreuzigung von Sündern, er ordnet die Todesstrafe selbst so an: Gott sprach zu Mose:"Nimm alle Häupter des Volkes und hänge sie im Angsichte der Sonne an Galgen, damit mein Grimm sich von Israel abwende." 4.Mose, 25,4.Also, als das Gott selbst anordnete, da erkannte er nicht, daß seine eigene Anordnung wider die Menschenwürde verstößt, die er selbst geschaffen und mit ihrer Würde ausgestattet hat. Und als Gott das Kreuzaltaropfer seines Sohnes zur Sühne der Sünden verlangte, da verstieß Gott selbst gegen die Menschenwürde seines Sohnes! Wie kann das ein Papst ernsthaft vertreten, daß Gott selbst nicht weiß, was mit der Menschenwürde kompatibel  und was inkompatibel ist?
Noch verwirrender ist nun, daß der heutige Zeitgeist sich einerseits vehement gegen die Todesstrafe ausspricht, andererseits aber die Vollstreckung der Todesstrafe an unschuldigen Kindern im Mutterleibe bejubelt als Erfolg der Frauenemanzipation. Die Katholische Kirche unterwirft sich nun zusehens unter dem jetzigen Papst diesem Zeitgeist, auch wenn er inkompatibel ist mit dem Zeugnis der Hl. Schrift und der Lehre der Kirche. Ja, Papst Franziskus glaubt sogar von sich, daß er selbst besser Bescheid wüsse über die Menschenwürde als Gott, der Schöpfer der Menschen.        

Freitag, 7. September 2018

Zeitgeistopportunismus in der Kirche?

Leicht und manchmal zu eilfertig wird gegenüber der Kirche der Vorwurf des Zeitgeistopportunismus erhoben (und auch der Autor selbst kann sich davon nicht ganz frei sprechen), denn es liegt doch so nahe, a) die wahre Lehre der Kirche vor Augen, b) wahrzunehmen, was heute Theologen und selbst Bischöfe und der Papst sagen und dies c) als Akkommodation an den Zeitgeist zu beurteilen.
So ist es schon mehr als augenfällig, wie nun angesichts des Mißbrauchsskandales in der Kirche und dem Faktum, daß circa 80% der Opfer männlichen Geschlechtes sind (nirgends sonst, wo sexueller Mißbrauch sich ereignet sind die Opfer mehrheitlich männlichen Geschlechtes)  und der eindeutigen Verurteilung der ausgelebten Homosexualität als naturwidriges Verhalten, also als Sünde) Kirchenvertreter und Theologen sich die größte Mühe geben, den Zusammenhang zwischen der homosexuellen Orientierung und den Sexualmißbäuchen zu verschleiern.
Papst Franziskus erklärte so den "Klerikalismus" zum Grund der Mißbrauchsfälle- nicht ungeschickt, da er  so die wahre Tätergruppe aus dem Schußfeld nahm und er darauf setzt, daß mit dem Begriff des "Klerikalismus" eher das Negativbild von conservativ, gar traditionalistsch orientierter Priester assoziert wird, sodaß auch so das linksliberale Milieu mit ihrem Ideal auszulebender Sexualität verdrängt wird.
Vorausgesetzt wird dabei aber, daß die so opportunistisch Agierenden, die wissen daß für die politische Korrektheit Homosexuelle "heilige Kühe" sind, die traditionelle Lehre der Kirche auch in dieser Causa bejahen und trotzdem wider besseres Wissen öffentlich die Unwahrheit sagen. Wie nun aber, wenn so ein unzutreffendes Verständnis vom herrschenden Zeitgeist appliziert werden würde?Es wird dabei doch einfach vorausgesetzt, daß der herrschende Zeitgeist den Akteuren nur etwas rein Äußerliches ist, dem sie sich aber unterwerfen- trotz der Erkenntnis der Unwahrheit dieses Geistes- weil sie sich dadurch Vorteile versprechen, wenn auch nur den, nicht in der Öffentlichkeit angegriffen zu werden, wenn sie die wahre Lehre der Kirche verträten.
Ein einfaches Beispiel im Bereich der Vorbereitung auf theologische Prüfungen. Da sagt der Student, daß der Professor A  dies vertritt zur Erbsündenlehre, der Professor B etwas ganz anderes zur Erbsündenlehre und man so Prüfungen zum Thema der Erbsündenlehre nur gut bestehen könne, wenn man weiß, was der jeweilige Prüfungsprofessor dazu lehrt. Was die Wahrheit dieser Lehre ist, interessiert den Prüfungskandidaten dabei überhaupt nicht, denn er lernt den Stoff nur für die Prüfung. Hierbei bleiben ihm die Lehrmeinung der Prüfer rein äußerlich; er darf nur die Professoren nicht verwechseln und dem Professor A sagen, was Professor B hätte hören wollen als richtige Antwort.
Hier ist der Opportunismus leicht zu leben, weil er gar keiner ist: Ich antworte immer nur so, wie es jeweils der Prüfer hören möchte und kann das auch, weil ich weder eine eigene Meinung zu dem Prüfungsstoff habe noch daß ich wüßte, was denn die wahre Lehre der Kirche dazu ist. Ja, die wahre Lehre kommt hört der Theologiestudent nie, weil er stattdessen nur noch Privatlehren der Professoren doziert bekommt.  Das so aber Angelernte kann dann auch jederzeit reproduziert  werden, wenn es darauf ankommt, in der Öffentlichkeit gut anzukommen. Hierbei übernimmt dann die Öffentlichkeit die Rolle des Prüfers: Was habe ich zu sagen, wenn ich hier gut ankommen will?
Aber ist der herrschende Zeitgeist wirklich so etwas den Einzelnen äußerlich Bleibendes? Ist es nicht vielmehr so, daß, um es in psychologischer Begrifflichkeit zu formulieren, die Gehalte des Zeitgeistes unser Überich, unser Gewissen erfüllen und daß nur so ein Zeitgeist zu dem herrschenden Zeitgeist wird? Der Zeitgeist in uns bestimmt dann, wie wir das, was wir als Realität bezeichnen, sehen. Das Wahrnehmen der Realität ist nicht ein objektives Wahrnehmen, wie die Realität ist, sondern ein Produkt unser interpretierenden Wahrnehmung. Unsere Realität ist immer ein vom Subjekt ausgelegte Realität.
Das heißt für die wahre Lehre der Kirche, daß sie von den Heutigen im Geiste des herrschenden Zeitgeistes rezipiert wird, daß  sie nur so noch wahrgenommen wird. Beliebte Phrasen erleichtern das: Das kann man heute so nicht mehr sagen! Das muß heute anders, in einer zeit(geist)gemäßen Sprache neu formuliert werden! Die Tradition ist auch nur in ihrer damaligen Zeitgeistsprache formuliert worden- jetzt muß das neu übersetzt werden....beliebig erweiterbar.
Daraus entsteht dann der Dogmatismus der vom herrschenden Zeitgeist Erfüllten, denn für sie kann nur daß Realität sein, was diesem Geiste entspricht. Nicht wird so eine erkannte und bejahte Wahrheit opportunistisch nicht ausgesprochen, sondern der herrschende Zeitgeist spricht ganz authentisch aus diesen Akteuren. Sie sind reine Medien des herrschenden Zeitgeistes.
Diese Akteure bilden nun geradezu die Antipole zum Klerikalismus, weil für sie die Gleichförmigkeit mit der Welt mit ihrem Meinen das Wichtigstes ist. Hier triumphiert der jedem Menschen eigene Herdentrieb, der Wille in und mit der Herde zu sein, weil das der beste Schutz füt das eigene Überleben ist. Die Steppenwolfexistenz (vgl dazu Hermann Hesse, Der Steppenwolf) ist dagegen die immer gefährdete Existenz, das Dissidentendasein des Intellektuellen, der selbstständig denkend sich vom Man-Gerede, so denkt man darüber Entfremdete. Diese Fremdenfeindlichkeit ist so für den Hordentriebmenschen das selbstverständliche Reagieren auf Andersdenkende- aber nicht aus einem Opportunismus heraus, sondern weil dieser Mensch eben immer nur so denkt, wie man denkt.Die Untertänigkeit dem herrschenden Zeitgeist gegenüber ist so verinnerlicht, daß der moderne "Untertan" (Heinrich Mann), nur jeden Opportunismus verachtet, den Splitter im Augen anderer sehend, den  Balken im eigenen Auge aber nicht wahrnehmend!
Die Existenz dissidentischer Steppenwölfe ist das Erstaunliche, nicht das Denken der Herdentriebexistenz.  

Montag, 30. Juli 2018

"Jesus hatte auch 2 Väter"

"Da haben die Organisatoren des Christopher Street Days gestaunt: Katholische Jugendliche demonstrieren für Geschlechtervielfalt, vorneweg der Papst auf einem Plakat – das war dem CSD ein Preis wert." So jubelt katholisch de am 30. 7. 2018. Dabei untertreibt die Laudatio sogar noch! Den die KJG- Stuttgart gewann gar den ersten Preis für ihre Teilnahme an der Homosexjubelfeier des Christopher Street Days. 
Mit einem ganz originellen Transparent brachte sich ja diese "katholische" Jugend  auch ein:"mit einem Zitat von Papst Franziskus: "Gott hat dich so geschaffen. Gott liebt dich so, und du solltest dich selbst lieben und dir keine Gedanken machen, was die Leute darüber sagen." Diese Worte hatte derPapst zu Juan Carlos Cruz, der selbst homosexuell ist, in einem persönlichen Gespräch gesagt, wie Cruz später in einem Interview berichtete."
Diese Jugendorganisation kennt sich aus in der Bibel. So ist auf dem auf kath. de. das Transparent dieser Aktion zu sehen mit der Aussage, daß Jesus 2 Väter gehabt habe. Das soll im Kontext dieser Homosexpropagandaveranstaltung wohl aussagen, daß nichts gegen homosexuelle Paare zu sagen sei, wenn sie "gemeinsame" Kinder hätten! Sind also Gott und Joseph ein Homoehepaar gewesen, sodaß Jesus in einer Homoehe aufwuchs?  Das wird wohl so in einer Bibel in homosexuell gerechter Sprache stehen, eben zeitgeistgemäß.
Aber die KJG weiß noch mehr, daß es da eine conservative Position zur Homosexualät und die ihrige in der Kirche gäbe, so gleichberechtigt nebeneinander; eine verbindliche Lehre gäbe es natürlich nicht, aber Papst Franziskus stimme mit ihnen überein.Dafür wird die KJ hier nun gelobt! 
Hier zeigt sich aber mal wieder, wie verhängnisvoll Papst Franziskus wirkt. Oder lehrte je die Kirche, daß Gott Homosexuelle als Homosexuelle schuf und daß deshalb die Homosexualtät, wenn sie gelebt wird, im Sinne Gottes wäre? Die KJG-Stuttgart wie ja auch der BDKJ nehmen natürlich diese päpstliche Unterwerfungsgeste unter den herrschenden Zeitgeist euphorisiert auf! 
Stand einst Jugend für den Willen zur Opposition, für das Wagen von Neuem, so zeichnet sich diese Katholische Jugend durch ein Maximum an Zeitgeistopportunismus aus. Das allein macht das "spirituelle" Leben dieser "katholischen" Jugendarbeit aus.Auch kath de ist da begeistert über so viel Gespür für das, was jetzt der Geist dieser Welt von uns Katholiken fordert. 
Die Kirche Jesu Christi ist zwar in dieser Welt, aber nicht aus und gemäß ihr. Das ist der Skandalon des Wesens der Kirche- hiergegen kämpft nicht nur die KJG-Stuttgart, nein sie steht da fest im Bunde mit allen Rotten-Korach-Reformkräften innerhalb der Kirche und ihren äußeren Feinden. 
Kath net mußte am 28.7. des Jahres schon wieder einen großen Sieg der Homosexlobby gegenüber der Katholischen Kirche vermelden:Irland: "Katholische Eheberatungsstelle auch für Homosexuelle "  Die irische Regierung verlangt von katholischen Eheberatungsstellen, daß sie nun nach der Einführung der Homoehe in Irland auch Homoehepaare zu beraten haben. Täte sie das nicht, würden ihr die finanzielle Förderung durch den Staat entzogen. Die Drohung mit dem Geldentzug war efolgreich: Man gab nach! Man braucht nicht prophetisch begabt zu sein, um zu wissen, daß bald so auch die irische Regierung gegen katholische Spitäler vorgehen wird, wenn sie sich der Tötung von Kindern im Mutterleibe verweigern werden. Der Antichrist triumphiert heute gerade durch die feministische und die Homosexbewegung- aber sie trifft ja auch auf eine kampfunwillige zum Opportunismus geneigte Kirche, die eben ihren Frieden mit der Welt schließen will, indem  daß sie  rein weltlich wird- rein ohne überweltliche und übernatürlliche "Schadstoffe"= den Wahrheiten der Kirche.      

Mittwoch, 29. Juli 2015

Modernität und Kirche

"Der Streit um die Modernität der Kirche muss neu ausgetragen werden" erklärt Dr. Hähnel auf Kath net am 28.7. und liefert dazu  bedenkenswerte Überlegungen. Damit will er sich mit dem Argument der "Nichtzeitgemäßheit" der Kirche auseinandersetzen. Fragen wir erstmal, warum überhaupt der Begriff des "Zeitgemäßen" etwas Positives sein soll, sodaß es ungut ist, nicht "zeitgemäß" zu sein. Ganz banal könnte an die Jahreszeiten gedacht werden und dann läge es nahe, zu urteilen, daß es unklug ist, sich nicht gemäß der Jahreszeit zu kleiden, etwa im Wintermantel im Hochsommer spazieren zu gehen. Die Jahreszeiten mit ihren Besonderheiten geben uns einen Rahmen für das Wiesichbekleiden ab und es ist einsichtig, daß es sinnvoll ist, sich so zeitgemäß zu kleiden. Die Zeit normiert dabei uns nicht, sondern wenn wir bestimmte Ziele erreichen wollen, wie etwa, daß wir nicht frieren wollen, dann sagt uns etwa der Winter, daß wir dieses Ziel wohl kaum erreichen werden, wenn wir sommerlich gekleidet spazieren gehen wollen. 
Aber was meint denn nun der Begriff "Zeit", wenn man urteilt, daß etwas nicht mehr zeitgemäß sei? Etwa, daß früher Schwaz-Weiß-Filme im Fernsehen und im Kino üblich gewesen sind, daß es aber heuer nicht mehr zeitgemäß wäre, Filme in Schwarz-Weiß auszusenden, weil das Publikum nur noch farbige Filme sehen möchte. Dann wäre das Ziel, Filme so zu produzieren, daß viele sie ansehen und das erreiche man heuer nicht mehr durch Schwarz-Weiß- Filme. Diese Art von Film wäre somit veraltet. Der technische Progreß besteht eben im Farbfilm und deshalb könne und dürfe man heuer keine nichtfarbigen mehr herstellen. Aber so einfach ist es denn doch nicht, denn die Machbarkeit von Farbfilmen verpflichtet den Filmproduzenten ja nicht zum Farbfilm! Es könnte ja filmästhetische Gründe dafür geben, einen bestimmten Film in Schwarz-Weiß zu drehen- wie ja auch heute noch Photographen auch Schwarz-Weiß Bilder anbieten. Nicht schon allein die Möglichkeit zum Farbfilm als Zeichen der Modernisierung der Filmkunst verpflichtet zum Farbfilm, sondern allein die Meinung, daß, weil es Farbfilme gibt, auch nur noch Farbfilme von vielen gesehen werden wollen und man sich diesem Geschmack anzupassen habe, um viele zu erreichen.Dahinter steht eine Grundsatzentscheidung: MEIN ZIEL ist es, möglichst viele zu erreichen mit dem von mir produzierten Film und darum produziere ich ihn so, wie es wohl dem Massengeschmack gefällt.
Sollte in diesm Sinne der Vorwurf der Unzeitgemäßheit der Kirche verstanden werden, dann hieße dies, daß auch sie wie ein Filmproduzent gemäß dem Massengeschmack ihre "Produkte" zu produzieren habe und daß die Kirche dem nicht gerecht würde, weil sie noch für einen "veralteten" Geschmack produziere!
Aber kann und darf die Kirche ihren von Gott ihr gegebenen Auftrag wie ein Verkaufsprodukt gestalten und je nach dem sich ändernden Zeitgeschmack dann neu entwerfen, um halt anzukommen bei vielen Konsumenten? 
Nur, es darf vermutet werden, daß der Begriff des Zeitgemäßen doch noch etwas anderes meint als nur, daß sich eben der "Geschmack" der Menschen in der Zeit verändert und Produzenten das beachten müssen, wollen sie ihre Produkte gut verkaufen. Zur Veranschaulichung: Einst glaubten die Menschen, die Erde sei eine Scheibe und mann müsse Sorge tragen, nicht zu weit hinauszufahren ins offene Meer, damit man nicht herunterfalle ins.. ja in was? Dann wurden die Menschen klüger und erkannten, daß die Erde eine Scheibe sei und daß so die Sorge, herunterfallen zu können, sich erledigt hat. Die Zeit ist dann etwas, indem der Mensch sich aus der Dunkelheit der Unwissenheit und Unaufgeklärtheit Schritt für Schritt emporentwickelt.Auf der Höhe der Zeit zu sein, bedeutet dann auf der Höhe der jetzt erreichten Aufklärung zu leben und alles demgemäß auszurichten. Unzeitgemäß ist dann der, der den erreichten Stand der Aufklärung und des Erkennens noch nicht rezipiert hat, sodaß er an Erkenntnissen noch festhält, die der Fortschritt der Wissenschaften schon überwunden hat.  Das kann grob geurteilt meinen, daß die Religion generell ein Produkt mangelnder wissenschaftlichen Welt- und Menschenerkenntnis sei, sodaß es gälte: je mehr die Wissenschaft progressiert, desto mehr nimmt die Religion als vor- und unwissenschaftliche Welterklärung ab. Es kann aber auch etwas weniger grob geurteilt meinen, daß die Kirche alle ihre Aussagen zu überprüfen habe, ob sie noch mit dem jetzigen Stand der Erkenntnis inkompatibel sei und Nichtkpompatibles sei dann zu modernisieren.
Wenn also unter dem Begriff des Zeitgemäßen verstanden wird, der Stand und die Höhe der zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichten Erkenntnis des Wahren,Guten und Schönen, um es allumfassend zu benennen, dann hätte dieser Begriff tatsächlich eine normative Bedeutung  auch für die Theologie.  
Die implizite Voraussetzung dabei ist, daß auch alle theologischen Aussagen der Kirche, weil sie in der Zeit gemacht werden gemäß der Zeit sind, also auf der Höhe ihrer Zeit sich befanden und deshalb, weil die Zeit vorangeschritten ist und wir aufgeklärter und wissender geworden sind, sie jetzt nicht mehr auf der Höhe der Zeit sein können!
Aber kann dies progressive Zeitverständnis auf  von Gott offenbarte Wahrheiten appliziert werden? Sind nicht göttliche Wahrheiten Wahrheiten jenseits der Zeit, also ewige Wahrheiten, die in der Zeit erscheinen, aber eben gerade nicht Produkte der Zeit sind, also Hervorbringungen der Kultur auf dem zu einer bestimmten Zeit erreichten Niveau. Das Wahre der Zeit einzupassen, setzt nämlich voraus, daß es gar nicht wahr war, sondern nur eine Annäherung an die Wahrheit und daß die jetzige Erkenntnis das, was vordem als Erkenntnis galt, widerlegt hat!   Vulgär gedacht: die Urchristen glaubten an den Teufel und Daimonen, wir sind da aufgeklärt und wissen es so besser und darum urteilen wir, daß in diesem Punkte die Urchristen sich falsche Vorstellungen davon gemacht hätten, daß wir es ihnen aber nicht zum Vorwurf machen können, weil man es damals halt noch nicht besser wußte. Ganz unreflektiert und naiv wird der Erkenntnisfortschritt, einst glaubten Menschen, die Erde sei eine Scheibe, jetzt wissen wir, sie ist kugelförmig , auf alle Gebiete des Wissens übertragen, als wäre alles, was einst gut, schön und wahr war, es nun nicht mehr, weil wir jetzt alles wahrer, schöner und besser hervorbringen könnten und es auch tun! 
Aber schon die Ästhetk zeigt uns etwas  anderes: ein Goethe, ein  Thomas Mann, etc bleiben Hochliteratur, auch wenn sie der Vergangenheit angehören, während Meere von jetzigen Bestsellern morgen schon auf dem Ramschtisch landen. Richard Wagners Musik wird  noch gespielt, wenn 90 Prozent unser heutigen Musikproduktion, die ganz und gar zeitgemäß ist, keiner mehr hören mag! Ja, man darf hier wohl urteilen, daß gerade das Nichtzeitgemäße den wahren Kern der Kunst ausmacht und daß sie gerade darum den Lauf der Zeit überlebt, weil sie in, aber nicht aus der Zeit ihres Entstehens ist.  Und so ist zum Schluß dieser kleinen Betrachtung zu fragen: ist nicht das Wesen der Religion ihr Unzeitgmäßsein, weil sie aus der Ewigkeit, dem Jenseits ihren  Grund hat und daß sie nur in der Zeit erscheint als etwas Überzeitliches?

Corollarium 1
Man kann die Moderne aber sehr wohl begreifen als Säkularisierung der christlichen Religion, in dem Sinne, daß das, was der Christ von Gott erwartet, er nun als seine Aufgabe ansieht- daß das Reich Gottes zur Aufgabe des Menschen wird und die Zeit der Raum, in der er diese Aufgabe bewältigen will. Das Reich Gottes wird dabei verzeitlicht zu einem Entwicklungsprogramm, daß der Mensch vor der Moderne schon angefangen hat, unter falschen , weil religiösen Vorstellungen und daß es nun gelte, den wahren Kern der christlichen Religion zu realisieren als dem Projekt der Humanisierung der Welt. So gesehen ist die Moderne noch ein Abbild der christlichen Religion, indem die Religion aufgehoben wird in der Praxis der Humanisierung der Welt. So steht die Moderne den ewigen Wahrheiten der christlichen Religion nahe und doch auch fern gegenüber.