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Montag, 5. Mai 2025

Der Katholische Katechismus – ein Ärgernis den Progressiven, aber ein Fels des Bewahrens des katholischen Glaubens: ein Vorurteil?

 

Der Katholische Katechismus – ein Ärgernis den Progressiven, aber ein Fels des Bewahrens des katholischen Glaubens: ein Vorurteil?


In katholischen Fakultäten wird unter Priesteramtskandidaten das Gerücht kolportiert, daß man besser nicht aus dem Katechismus zitieren möge, weil der als völlig inakzeptbel, reaktionär und ewig gestrig unter der Professorenschaft verurteilt wird. Zitiert wird höchstens noch aus den Katechismustexten zur Causa der Homosexualität und der Sexuallehre, um dann die Revision dieser Texte als nicht mehr zeit(geist)gemäß zu fordern.Daraus könnte nun der Schluß gezogen werden, daß der Katechismus eben deswegen so angefeindet wird von der linksliberalen Universitätstheologie, weil er so gut katholisch sei. Man könnte dann sogar dem liberalen Narrativ von dem angeblichen progressiven Charakter der verabschiedeten Texte des 2. Vaticanumes und der darauf folgenden reaktionären Interpretation dieses Reformkonziles etwas Positives abgewinnen, wenn man dies Narrativ so umdeutet: Die polyinterpretablen Texte des 2.Vaticnumes erlangten durch seine Interpretation durch diesen nachkonziliaren Katechismus eine eindeutige katholische Auslegung.

Aber stimmt das auch? Es soll nun diese Frage untersucht werden, indem die vom Katechismus unternommene Auslegung der apostolischen Glaubens-aussage: „zu richten die Lebenden und die Toten“ Nr 678 und 679 diskutiert wird. Auf diese Kernaussage der Wiederkunft Jesu Christi, um die Welt zu richten, wird sich hier kapriziert, weil sie wohl zu den jetzt am meisten verurteilten und nicht mehr gelehrten Gehalten der christlichen Religion gehört.


Im Text 678 heißt es, daß Jesus das „Gericht der letzten Tage“ ankündigte1. Das „Verhalten“ und der „geheimste Herzensgrund“ jedes Menschen würde aufgedeckt werden und Menschen werden ob ihrer Sünden willen verurteilt. Dann heißt es weiter: „Die Haltung gegenüber dem Nächsten wird zeigen, ob man die Gnade und Liebe Gottes angenommen oder zurückgewiesen hat.Jesus wird sagen: „Was ihr einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40)“.

Hier wird nun allerlei durcheinander geworfen: Die Aussage Mt 25,40 bezieht sich auf das Verhalten anderen Christen gegenüber. Jesus bezeichnet nämlich nicht alle Menschen als seine Brüder und Schwestern sondern nur die Mitchristen. Es muß der Bruderbegriff Jesu von dem der Französischen Revolution unterschieden werden.

Der Begriff des „Nächsten“ ist nur ein sinnvoller, wenn er eingedenk der Einsicht, daß alles Bestimmen ein Negieren ist verstanden wird als die Negation des Nichtnächsten. Es gibt so Nächste und Nichtnächste, etwa den Fernen oder den Fremden. Es gehört aber heutigen Tages zum guten Ton, diese Bestimmung dieses Begriffes zu reprobieren, um aus ihm eine universalistische: Alle-Menschen-Liebe abzuleiten.2 Faktisch läuft die gegenwärtig übliche Interpretation der Nächstenliebe darauf hinaus, die Fremden- und Fernenliebe zu fordern, die zu den Nächsten, der eigenen Familie und dem eigenen Volk aber zu verurteilen als patriachalistisch und nationalistisch.

Problematischer ist nun aber die Reduktion des Anzeichens, daß Gottes Gnade und Liebe angenommen wurde auf das der praktizierten Nächstenliebe. Der christliche Glaube als das Annehmen der Gnade und Liebe Gottes wird hier nicht erwähnt: Sollte das dann heißen, daß etwa ein Anhänger irgendeiner Religion oder auch ein Atheist die Gnade und Liebe Gottes angenommen hätte, wenn er im Rahmen seiner Möglichkeiten die Menschenliebe praktiziert habe? Jesus selbst lehrt: „glaubt und getauft wird, wird gerettet werden!“ (Mk 16,16). Jeder modernistische Theologe dürfte dieser Aussage zustimmen, da sie so gedeutet ein menschenrechtskompatibles Verständnis des Endgerichtes Gottes aufwiese,daß auch Gott der Glaube, die Religion bei der Beurteilung eines Menschen gleichgültig sei, es allein auf sein Tuen im Sinne der Respektierung der Menschenwürde aller ankäme.

Aber der Text 679 verwirrt nun alles vollends. Hier heißt es nun, daß Jesus nicht gekommen sei, um die Welt zu richten sondern um zu retten. Daß diese Aussage auf das erste Kommen Jesu bezogen gilt und nicht auf seine zweite zukünftige, wenn er wiederkommen wird in Herrlichkeit, um zu richten, wird hier völlig verschwiegen. Also kommt Jesus gar nicht wieder, um zu richten? Jetzt heißt es tatsächlich: „Wer in diesem Leben die Gnade zurückweist, richtet sich schon jetzt selbst.“ Das will besagen, daß der Sünder sich selbst richtet und so nicht mehr von Gott bzw Jesus Christus gerichtet werden würde! „er kann sich selbst sogar für die Ewigkeit verurteilen.“ Daß Gott bzw sein Sohn uns Menschen richten wird, wird hier völlig zum Verschwinden gebracht, weil stattdessen eine Art Tun- und Ergehenszustand gelehrt wird, daß der Sünder durch sein eigenes Tuen sich selbst schädige und das wäre dann seine Strafe.

Es wird dann aber konträr dazu ausgesagt: „Jeder erhält Lohn“ „nach seinen Werken“und das bedeutet hier, daß damit nicht die immanente Folge des Gutestuen gemeint ist, aber es soll für den, der nichtgute Werke vollbracht hat, gelten, daß er Verlust erleidet. Meint das nun eine dem Bösetuen immanente Folge oder eine Bestrafung durch den ihn richtenden Sohn Gottes? Heißt das etwa, daß Gott zwar die guten Werke belohnt, aber den Sündern, denen er nicht seine Sünden vergeben hat, die immanenten Folgen seines Sündigen erleiden läßt, so als wenn ein Arzt zu einem Alkoholiker sagte: „Wenn Sie weiterhin so viel trinken, werden Sie an Ihrer kaputten Leber sterben!“ und der dann konstatieren muß, daß dieser Patient ein paar Jahre später tatsächlich an seiner Lebererkrankung gestorben ist. Der Arzt hat den so gestorbenen Patienten nicht zu Tode verurteilt, sondern ihn nur vor den Folgeschäden des zu hohen Alkoholkonsumes gewarnt.

Die zwei Texte scheinen so ambivalent: Einerseits enthält es Aussagen, die die traditionelle Lehre vom Endgericht Jesu Christi zu bestätigen und andererseits ist auch eine Tendenz einer modernistischen Umdeutung erkennbar: daß es nur noch auf die guten Werke im Geiste eines universalistischen Humanismus ankäme3 und daß auch die Aussage, daß der Sohn Gottes verdunkelt wird zu der Vorstellung, der Sünde richte sich selbst, daß also aus der gerichtlichen Verurteilung das Eintreten der selbstschädigenden Folgen des Gesündigthabens eintritt.Gott nicht mehr als Richter zu denken gehört zur deistischen Gottesvorstellung, daß Gott eine vollkommen von ihm geschaffene Welt nun sich selbst überlassen könnte,ohne noch in ihr einzuwirken.

1In dem Nachtgebet der Kirche liest man jeden Dienstag: „Gott hat uns nicht für das Gericht seines Zornes bestimmt“ (1.Thess 5,9), aber nie taucht der Begriff des Zornes Gottes im Katechismus auf. Gott ist eben nur noch die Liebe, die dem Sünder nicht zürnen kann! Das ist purer nachkonziliarer Modernismus.

2Zuletzt wurde das so auf dem evangelischen Kirchentag 2025 so praktiziert. In dem Jubelbericht von Kath de am 4.5.2025 liest sich das so:“Beim Abschlussgottesdienst vor der schlossartigen Kulisse des Neuen Rathauses predigte die in Princeton (USA) lehrende Theologin Hanna Reichel. Sie kritisierte die von US-Vizepräsident J.D. Vance vertretene Verständnis von christlicher Nächstenliebe, wonach man zuerst seine Familie, dann sein Volk und dann vielleicht andere Menschen liebe. "Gottes Liebe macht nicht an deinem Gartenzaun halt. Gottes Liebe ist weiter als dein Social Network und deine Tea-Party, und ganz bestimmt größer als dein erbärmlicher kleiner Rassismus", sagte Reichel.“Zutiert nach: "Evangelischer Kirchentag endet mit politischen Tönen".

3Im Hintergrund dütfte wohl die Vorstellung stehen, daß jeder in jeder Religion das Heil erlangen könne und daß der Atheist es auch erlangen könne, wenn er nur seinem Gewissen folge. Das ist nun unter Papst Franziskus die neue Evangeliumsverkündigung der Kirche geworden!

Donnerstag, 17. Oktober 2024

Eine verdrängte Wahrheit - existiert eine verbindliche Lehre in der Katholischen Kirche? Lehrte Jesus etwa nicht?

 

Eine verdrängte Wahrheit - existiert eine verbindliche Lehre in der Katholischen Kirche?


Oft kann man lesen, aber auch in Predigten hören, daß im Zentrum der christlichen Religion nicht eine Lehre, oder gar Dogmen stünden, sondern eine Person, dieser Jesus - von Nazareth wird gerne hinzugefügt, auch um zu insinuieren, daß dann die Kirche alles Mögliche aus ihm gemacht hätte, ihn verdogmatisiert habe und so das Eigentliche, ihn, seine Persönlichkeit ganz aus dem Auge verloren hätte. Ja, Lehren und Dogmen, das hätten die Pharisäer und Schriftgelehrten wohl doziert, Jesus hingegen praktizierte die universalistische Liebe Gottes zu allen Menschen, die keinen ausschlösse , ja er war eben mehr ein Mann der Tat als ein Theoretisches Lehrender.

Aber warum kann es in dem 2.Johannesbrief (1,9) heißen: „Jeder der nicht in der Lehre Christi bleibt,hat Gott nicht,Wer aber in der Lehre bleibt, hat den Vater und den Sohn.“ Die „Lehre Christi“ ist hier nun eindeutig doppeldeutig. Einerseits bezeichnet dieser Genitiv als Genitivus subjectivus das, was Jesus gelehrt hat und andererseits, was über ihn gelehrt wurde als von ihm selbst und von anderem über ihn als Genitivus objectivus. Ja im Markusevangelium wird angesichts eines Exorzismus Jesu gefragt: „quaenam doctrina nova?“ =Was ist das für eine neue Lehre? Mk 1,27. Jesus lehrt eine Doktrin!Der Apostelfürst Paulus schreibt gar in seinem Römerbrief: „Gott aber sei Dank;denn ihr wart Sklaven der Sünde,seid jedoch von Herzen der Lehre gehorsam geworden,an die ihr übergeben wurdet.“ (Röm 6,17) Der Lehre sind sie nun gehorsam!

Wer nun aber im Stichwortregister der Ökumenischen Einheitsübersetzung, einem erfreulich ausgiebigen nachschlägt, findet da weder das Stichwort: Lehre noch Lehrer , es gibt Jesus nur als Meister. Dem entspricht ja die gängige Übersetzungspraxis, aus den Schülern des Lehrers Jesus „Jünger“ zu machen. Wenn man nun die Art der Interaktion zwischen Jesus und seinen „Jüngern“ analysiert, ist es ein klares Lehrer-Schüler-Verhältnis. Der bekannte Schülerwitz möge es uns verdeutlichen: „Herr Lehrer, warum fragen Sie mich dauernd nach Dingen, die Sie viel besser wissen als ich?“ Der Lehrer Jesus frägt seine Schüler nie, weil er etwas von ihnen wissen oder erfahren möchte, sondern um zu überprüfen, ob sie den Lernstoff verstanden haben. Allerdings erweisen in der Regel seine Schüler sich nicht als Musterschüler, denn wie oft verstehen sie das von ihm Gelehrte nicht. Besonders ist dabei noch die Unterscheidung der Lehrtätigkeit Jesu einer allgemeinen Öffentlichkeit gegenüber und der seiner besonderen Lehrtätigkeit seinen Schülern gegenüber zu beachten: Es gibt Lehren eigens für seinen Schülerkreis.

Jesus lehrt über das Reich Gottes, legt das Gesetz Gottes aus und auch die hl.Schrift. Wie oft ist doch im Neuen Testament zu lesen,daß er in den Synagogen lehrte. Diese Feststellung ist nicht ohne eine Relevanz für die heutige Kirche: Jesus Christus war in erster Linie als ein Lehrer, nein als der Lehrer der Wahrheit tätig. Er lehrte dabei gerade auch über sich selbst. Es existiert also eine Lehre über Jesus, die er selbst autorisiert hat. Wenn die Kirche Jesus vermittelt, dann hat sie die „Lehre Jesu“ zu lehren als Genitivus subjectivus wie als objectivus. Das ist aber etwas anderes, als die“Person“ Jesu in den Mittelpunkt zu stellen und die Lehre dann als etwas Sekundäres abzuqualifizieren. Die Wahrheit seiner Person entfaltet sich erst in der Lehre Jesu Christi. Deshalb ist Jesus uns in der Lehre gegenwärtig, in der er sich uns expliziert.Wo aber Jesus seiner Lehre entkleidet wird und er nur noch als eine pure Person gelten soll, da wird so eine Person konstruiert als eine reine Projektionsfläche, auf die dann Phantasiebilder von Jesus projiziert werden: „Mein Jesus- mein Wunschjesus!“ 

Anders gsagt: Der christlichen Erlösungseligion liegt eine große Erlösungserzählung zugrunde, in der der Akteur Jesus Christus nur begriffen werden kann, wenn er als ein Element, eines der wesentlichen wahrgenommen wird.  Erst in der Umformung der Erlösungserzählung in eine Lehre wird dann aber erst dieser Akteur wirklich begriffen, also in der Lehre der Kirche.

 

Montag, 18. September 2023

Ein Theologieprofessor nimmt den Kampf gegen Jesus Christus auf: Er sei nur ein seiner Zeit verhafteter menschlicher Verkünder gewesen

Ein Theologieprofessor nimmt den Kampf gegen Jesus Christus auf: Er sei nur ein seiner Zeit verhafteter menschlicher Verkünder gewesen. Kath de kämpft mit.


Die Standpunktkommentarüberschrift: „Der reaktionäre neue Traditionalismus ist im Kern eine alte Irrlehre“ (Kath de am 18.9.2023) läßt nur schon sattsam Bekanntes erwarten, den Kampf wider alles Katholische im Namen eines totalitären Relativismus. Wenn man dann noch den Namen des Kommentators zur Kenntnis nimmt: Professor Oliver Wintzek, weiß man, was man zu erwarten hat, hausiert dieser „Theologe“ doch schon seit langen mit seinen Lieblingsthesen in der Medienwelt herum, daß das Lehramt des Papstes eine Erfindung des 19. Jahrhundertes sei,er meint damit das zu verteufelnde 1. Vaticanum, daß der Katechismus, der jetzt gültige völlig veraltet sei und als besonderen Gag, daß Gott niemanden zu etwas berufe.

„Was Wintzek lehrt, sollte dem Ortsbischof Peter Kohlgraf bekannt sein. Schon 2021 durfte dieser auf „feinschwarz“ (und dann natürlich auch auf katholisch.de) dartun, dass er das unfehlbare Lehramt für eine „Neuerfindung des Katholizismus“ im 19. Jh. hält, der nunmehr "über keine auf Partizipation basierenden Kontrollmechanismen in struktureller wie inhaltlicher Hinsicht“ verfüge; dieser Katholizismus sei „Gefangener seines eigenen Systems." Tagespost am 17.6.2022: Meuser kritisiert Wintzek für amtliche Verkündigung von Unsinn“.



Dieser Theologe will nun den Fundamentalismus bekämpfen, der für ihn, das ist für ihn natürlich immer ein reaktionärer Fundamentalismus ist bekämpfen, den er besonders im letzten Weltjugendtag am Wirken sah. So polemisiert er nun gegen den Weltjugendtag:

"Mehr"-Begeisterung als kritisch-aufgeklärter Geist, Theologie-Bashing und (diskriminierende) "Jesus-Unmittelbarkeit" haben Konjunktur. All dies im Bunde mit einer irritationsresistenten Gewissheit zu wissen, was Gott (oder Jesus) für alle Ewigkeit offenbart habe und wolle. Religionssoziologisch heißt das Fundamentalismus, in der Binnenwahrnehmung heißt dies, Verteidiger:innen "ewiger Wahrheiten" zu sein, die es trotz oder gerade wegen einer gesellschaftlichen Marginalisierung zu forcieren gilt. Reaktionärer Inhalt und hippes Design gehen oft Hand in Hand. Auch ein "Jesus"-affiner (höherer) Klerus ist anfällig für Anbetungsevents, wo sich Mittelalter, das die Transsubstantiationslehre oft nicht verstanden hat – sie ist nämlich ein Bollwerk gegen haptische Unmittelbarkeit –, und Postmoderne kreuzen.

„Mehr“-Begeisterung, damit wird gegen das Augsburger Gebetshaus mit seinen „Mehr-Konferenzen“ polemisiert.Statt Begeisterung oder statt „Freude am Glauben“, das ist ja eine weitere reaktionäre Kirchenveranstaltung soll ein kritisch-aufgeklärter Geist das Kommando übernehmen. Dieser Professor identifiziert sich dabei selbst mit diesem Geist, der durch ihn und seine Kombattanten zur Welt spricht. Das Schlimmste: Da treten Christen auf, die behaupteten, genau zu wissen, was Gottes Wille sei und was ewig wahr sei. Statt die Kirche zu kritisieren, würden Anbetungsevents durchgeführt! Ein "Jesus"-affiner (höherer) Klerus sei dafür mitverantwortlich. „Kommt,lasset uns anbeten“ das sei eben eine Melange aus dem Mittelalter und der Postmoderne und zutiefst reaktionär.

Aber nach dieser nun wirklich nicht originellen Hetze gegen die Tradition der Kirche , stößt er nun doch in unerwartete Tiefen vor,indem er nun das Fundament der Kirche zu destruieren versucht, das ja als solches auch diesen reaktionären Fundamentalismus legitimiert. „In dieser Sichtweise mutiert Jesus von Nazareth von einem seiner Zeit verhafteten menschlichen Verkündiger der (universalen) Gotteshoffnung Israels zu einem göttlichen Lautsprecher ewiger Wahrheiten.“ Jesus von Nazareth sei eben nur ein Kind seiner Zeit gewesen und so könne dieser nicht als die Quelle ewiger Wahrheiten mißbraucht werden.

Der angewandte Trick ist dabei simpel: : „Es geht bei den Frontstellungen um jenes "hat Fleisch angenommen und ist MENSCH geworden"!, interpretiert dieser „Theologe“ so, als wenn Gott damit aufgehört hätte, Gott zu sein,um nur noch als Mensch zu wirken. Als solcher könne er eben keine ewigen Wahrheiten offenbaren. Ist so erst mal das Fundament der Theologie zerstört, kann nun alles Beliebige und den postmodernen Hörern Gefällige von einer nichtreaktionären Kirche verkündet werden.

Eine zeitgeistgemäße Katholische Kirche könnte so das Licht der Welt erblicken,hörte die Kirche doch endlich auf diesen kritisch aufgeklärten Geist.dem liberalen „Theologengeist“ und ließe ab von so mittelalterlichem Anbeten des Herrn Jesus Christus.



 

Sonntag, 10. September 2023

Kann der Katholische Katechismus Irrtümer enthalten? Eigentlich nein aber was,wenn doch?

Kann der Katholische Katechismus Irrtümer enthalten? Eigentlich nein aber was,wenn doch?


Aus theologischer Sicht ist ein Irrtum in dem gültigen Katechismus ausgeschlossen.In ihm lehrt ja die Kirche, was die verbindliche Wahrheit ist. Vielen, denen so manches des im Katechismus Geschriebenem mißfällt, wollen das nicht wahrhaben, denn für sie gilt: Nur was uns oder gar den Meisten unangenehm ist, kann nicht wahr sein. Aber was tuen, wenn der Katechismus objektive Irrtümer enthält?

In der Auslegung des „Vater Unsers“ (2846) steht geschrieben zur Bitte: „Und führe uns nicht in Versuchung“: „Es ist nicht einfach,den den griechischen Ausdruck,der so viel bedeutet wie>laß uns nicht in Versuchung geraten< oder >laß uns ihr nicht erliegen> in einem Wort wiederzugeben.“


Diese Aussage ist eindeutig falsch. Das Verb, das hier als „Ausdruck“ bezeichnet wird, ist eine Form des Verbes: hineintragen. Es ist vom griechischen Text her unmöglich, auf die hier vorgeschlagene Übersetzung zu kommen. Die Vulgata übersetzt völlig richtig: „Et ne nos inducas in tentationem“: „inducas“ = hineinführen. Wörtlicher wäre so zu übersetzen: und trage uns nicht in die Versuchung hinein.

Der Katechismus versucht nun, diese eindeutige Falschübersetzung durch das Zitiern von Jak 1,13 zu legitimieren: „Denn Gott kann nicht in die Versuchung kommen,Böses zu tun,und er führt auch selbst niemand in Versuchung.“ Es ist nun eine Aufgabe der Theologie zu erklären, wie beide Aussagen, die Jesu Christi und die des Jakobusbriefes gleich wahr sein können, aber es ist illegitim, diese „Vater Unser“ Bitte falsch zu übersetzen, zumal das griechische Verb eindeutig: hineintragen bedeutet und auf keinen Fall ein Zulassen meint.


Mein Lösungsvorschlag: Im Jakobusbrief ist gemeint: Gott führe uns nicht so in eine Versuchung, daß wir urteilen könnten: Wir sündigten, weil wir als Menschen nicht einer Versuchung durch Gott widerstehen können, sodaß Gott der Urheber unserer Sünde sei.Gott tut nichts Böses: Er ist nicht der Urheber unseres Inversuchungfallens, denn das sind wir selbst, die wir der Versuchung durch Gott freiwillig nachgeben.


Ein zweiter Irrtum des Katechismus ist nun nicht so offensichtlich, aber in der Causa des Inzests wird eine Position vertreten, die man als Christ unmöglich vertreten kann. Der Inzest sei Unzucht und so eine schwere Sünde. (2388)


Kann diese Lehre wahr sein? Überprüft werden so deshalb ihr Wahrheitswert. Stellen wir uns die Kinder Evas und Adams vor, der Übersichtlichkeit willen eine junge Frau und einen jungen Mann. Die Frau: Eigene Kinder möchte ich! Der Mann: Dein leiblicher Bruder bin ich, Also dürfen wir keine Kinder erzeugen, denn das wäre Inzest,d.i eine schwere Sünde. Die Frau: Aber alle Männer, die es gibt, sind meine leiblichen Brüder! Der Mann: Ja, wir dürfen uns nicht fortpflanzen, denn wir könnten das nur, wenn wir schwer sündigten! Also: Gottes Wille müßte es dann gewesen sein, daß zwar Adam und Eva Kinder erzeugten, daß dann aber deren Kinder nicht mehr heiraten durften,keine Kinder bekommen konnten und somit wäre die Menschheit,kaum erschaffen mit dem Tode des letzten Kindes Evas und Adams ausgestorben. Alle Menschen danach hätte es nach Gottes Willen nicht geben dürfen und uns schon gar nicht mehr.


Also kann der Inzest nicht immer eine schwere Sünde in dem Urteil Gottes sein,denn sonnst hätte Gott das Aussterben der Menschheit nach dem Absterben der Kinder Evas und Adams wollen müssen. Dieser Inzest war also im Urteile Gottes keine Sünde, weil nur durch ihn das 1.Gebot Gottes: Seid fruchtbar, mehret Euch!, erfüllt werden konnte.


Zur Veranschaulichung:Gesetz den Fall, ein Sankafahrer transportiert einen Schwerstverletzten in das nächstgelegende Spital. Höchstgeschwindigkeit: 60 km. Muß sich der Sankafahrer an diese Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung halten, auch wenn er ob der Straßenverhältnisse und der Einschätzung seiner Fahrfähigkeiten sich ein schnelleres Fahren zutraut,um den Verletzten so schnell wie möglich in das Spital zu bringen? Das Urteil ist klar: Er darf schneller fahren. Aber warum? Die Intention der Straßenverkehrsordnung ist die, den Verkehr so zu regeln, daß möglichst sehr wenige Unfälle geschehen,isb keine Unfälle mit Personenschäden. Dieser Intention dient diese Geschwindigkeitsbegrenzung:60 km. Wenn nun der Sankafahrer diese Bestimmung einhielte, verstieße er gegen die Intention dieser Höchstgeschwindigkeitslimitierung, da er so das Überleben des Schwerstverletzten gefährdete. Indem er dieser Einzelbestimmung abstrakt gehorcht als einer Bestimmung für sich,losgelöst von der Intention des Gesamtregelwerkes der Straßenverkehrsordnung , verstößt er gegen diese Ordnung. Nur das Ganze ist das Konkrete. So verstießen die Kinder Evas und Adams auch gegen die Intention der Moral- und Eheordnung Gottes, wenn sie abstrakt dem Einzelgebot des Inzestverbotes gehorcht hätten. Ein Inzest ist also dann keine Sünde, wenn nur so eine Fortpflanzung als die Erfüllung des 1.Gebotes Gottes möglich ist.


So muß die Lehre des Katechismus in dieser Causa als ein Irrtum beurteilt werden! Nur, wie können so gewichtige Irrtümer in den Katechismus geraten? Die Kirche ist wohl kränker als wir es allgemein annehmen!

 

Mittwoch, 8. Februar 2023

Papst Franziskus: "Viele, die in der Kirche sind, kennen weder die Bibel noch die Lehre der Kirche!

Papst Franziskus: "Viele, die in der Kirche sind, kennen weder die Bibel noch die Lehre der Kirche!" Wer wollte diesem Urteil des Papstes (Kath net am 7.2.2023)widersprechen! Symptomatisch dafür: Ein katholischer diplomierter Theologe: Unmöglich könne soetwas: „Wer glaubt und getauft ist, wird gerettet, wer nicht glaubt,wird verdammt werden“ in der Bibel stehen. Als ich ihn dann auf Mk 16,16 verwies, erstarrte er vor Entsetzen.Dieser Katholik hatte Theologie studiert und das Examen bestanden! Eine zweite Erinnerung: Ein Informationsstand, an dem Christen Werbung machten für eine ökumenische „Gastfreundschaft“, daß Christen aller Confessionen zum jeweiligen Abendmahl der einladenden Gemeinde zuzulassen seien. Auf meine Anfrage, daß doch sehr verschiedene Lehren über die Eucharistie bzw das Abendmahl in den Confessionen existierten, bekam ich die Antwort: „Die sind so minimal, daß sie kein Hindernis dafür darstellten.“ Aber worin denn diese doch vorhandenen Differenzen bestünden, das konnte keine der an diesem Informationsstand Stehenden sagen! Die seien so unwichtig, daß man sich mit ihnen nicht zu beschäftigen bräuchte. Damit stehen wir wohl schon vor dem eigentlichen Problem: Die Bibel und die Lehre der Kirche gilt als so unwichtig, daß man sich damit nicht zu beschäftigen brauche. Dem könnte entgegengehalten werden, daß man, um die Wichtigkeit bzw Unwichtigkeit der Bibel und der Lehre der Kirche beurteilen zu können, die doch kennen müsse. Aber dieser berechtigte Einwand läßt sich leicht so widerlegen: Bei der Entscheidung, mit was ich mich beschäftigen will und mit was nicht, kann ich unmöglich erst mit allen möglichen Optionen, mit was ich mich beschäftigen möchte, prüfen und sie kennen lernen, um dann eine zu erwählen. In einem Büchergeschäft stehe ich, da ich mir einen Roman kaufen möchte. Wie wähle ich mir dann einen aus dem Meer der angebotenen Romane aus? Wenn die Kenntnis aller Romane die Voraussetzung dafür wäre, den mir dann am besten zusagenden erkennen zu können, könnte ich nie einen Roman kaufen. Die Entscheidung für einen bestimmten Roman ist so auch immer ein Nein zu vielen anderen, obgleich ich sie gar nicht kenne. Abstrakter formuliert: Damit wer sich für die Bibel und die Lehre der Kirche interessiert, muß es dafür für ihn gute Gründe geben, sich dafür überhaupt zu interessieren. Offenkundig existieren für viele in der Kirche solche Gründe nicht: Wozu sollte ich mich denn damit beschäftigen? Untersucht man nun die Frage, warum sich denn ein Christ mit der Bibel und der Lehre der Kirche beschäftigen solle, stößt man auf ein irritierendes Ergebnis: Um es in altmodischer Kirchensprache zu formulieren: Für das Seelenheil sind solche Kenntnisse nicht notwendig, denn Gott bejaht ja jeden Menschen, auch wenn er nichts von Gott weiß. Für das praktische Leben reicht es aus, wenn der Mensch seinem Gewissen folgt, oder weniger pathetisch formuliert: Wenn er sich bemüht, anständig zu leben. Dazu ist die Kenntnis der Morallehre der Kirche nicht notwendig, es reicht die Orientierung an dem „Man“: das darf man nicht, das gehört sich nicht! Nur von den Hauptamtlichen erwartet die Kirche theologische Kenntnisse, die sich aber in der Alltagsroutine des Kirchenlebens meist als überflüssig erweisen. So hören die Theologiestudenten zwar in ihren Vorlesungen noch etwas über die Dreifaltigkeit Gottes, aber lernen dann in der praktischen Theologie, daß man die Laienchristen mit solchen theologischen Diffizilitäten nicht belästigen solle. Jesus habe ja auch ganz theologiefrei gelebt, denn das einzige, worauf es ankäme, wäre doch die Nächstenliebe, besser die praktizierte Solidarität mit Pflanzen, Tieren und Menschen. Wie viele Pfarrer, gefragt, was sei der bessere Teil, am Sonntag in die Messe zu gehen oder einen Kranken im Spital zu besuchen, würden wohl für den Krankenbesuch votieren: Wir sollen ja nicht Hörer sondern Täter des Wortes sein! Es darf gemutmaßt werden, daß die an der Bibel und an der Lehre der Kirche Desinteressierten eben zu aufmerksam der heutigen Kirche zugehört haben, sodaß sie nun wissen, daß alle theologischen Kenntnisse für sie überflüssig sind. Dann kommt noch das Vorurteil hinzu, daß das in der Bibel Ausgesagte und die Lehren der Kirche nur menschlich, allzumenschliche Vorstellungen über Gott und die Welt und so keine Erkenntnisse seien. Ich vermute gar, daß heutzutage selbst der Astrologie mehr getraut wird als den Lehren der Kirche und der hoffnungslos veralteten Bibel. Das ist aber im Kern die Frucht der historischen Bibel- und Dogmenkritik: alles seien nur zeitbedingte Meinungen über Gott und die Welt.Wahrheit ist hier nicht zu finden.

Freitag, 20. Januar 2023

"Heilsamer Neuanfang: Warum ein deutsches Schisma unausweichlich ist"

„Heilsamer Neuanfang:Warum ein deutsches Schisma unausweichlich ist“ So betitelt Kath net am 19.Jänner 2023 einen bedenkenswerten Kommentar zur jetzigen Lage der Katholischen Kirche Deutschlands. Es soll nun eine Annäherung an das Problem eines möglichen deutschen Schismas versucht werden. Das Problemfeld soll nun hier abgeschritten werden. Zu distinguieren wäre zwischen einem objektiven Schisma und einer offiziellen Beurteilung als Schisma. Im Fußballspiel gilt, daß erst dann ein Tor ein Tor ist, wenn es durch den Schiedsrichter als Tor beurteilt, anerkannt werden. So kann ein objektiv geschossenes Tor als ungültig erklärt werden und ist dadurch kein Tor. Müßte dann nicht geurteilt werden, daß erst dann deutsche Bischöfe oder der Synodale Irrweg schismatisch sind, wenn das Rom so beurteilt. Wenn nun die Zuschauer an den Empfangsgeräten und die Fußballkommentatoren übereinstimmend sagen: „Das war ein Tor!“, dann wird diese Aussage ja erst wahr durch das Schiedsrichterurteil: Tor! Aber gibt es nun nicht auch das Recht, ein Schiedsrichterurteil als falsch anzusehen? Aber das Fehlurteil bliebe rechtsgültig bestehen. Daß Papst Franziskus, bzw Rom couragiert so deutschen Bischöfen die „Rote Karte“ zeigen würde durch die Beurteilung als chismatisch, ist schwer vorstellbar. Nicht nur der Theologe Striet jubelt, daß weder Rom noch irgendwelche Bischöfe mehr die Macht haben, das, was sie für wahr halten, durchzusetzen. Daß Bischöfe faktisch das geltende Kirchenrecht in ihren Diözösen außer Kraft setzen, mit der Lehre der Kirche Unvereinbares bejahen, kann nicht mehr übersehen werden. Man lese dazu einmal das 10 Punkteprogramm des Bischofes Bätzing zur Sexualmorallehre: Die Kirche bejahe die Diversität gelebter Sexualität: Alles ist gut! Daß Frauen in Meßgottesdiensten predigen, homomosexuellen Paaren der Segen gespendet wird, daß in Bälde die Bistümer durch einen Zentralrat aus dem Laien-ZK und dem Bischofsratsvorsitzenden regiert werden soll, alles sind mit der Lehre und der Disziplin der Kirche Unvereinbares, aber Bischöfe machen das einfach, weil sie selbst schon innerlich aus der Kirche emigriert sind als Kryptoprotestanten. Kryptoprotestantische Bischöfe sind objektiv geurteilt keine katholischen mehr und sind somit auch schismatisch aber solange sie so von Rom nicht beurteilt werden, sind sie all dies auch nicht. Das Tor ist zwar geschossen, aber der Schiedsrichter hat das Tor noch nicht gegeben. Für die deutschen Reformbischöfe gibt es nun keinen vernünftigen Grund, sich von Rom zu separieren, sie setzen darauf, weitestgehend machen zu können, was sie wollen, den Rom verfügt wohl nicht mehr über die Autorität, sie zu stoppen.So kann etwa, wenn das Frauenpriestertum nicht durchgesetzt werden, ja die Kompetenz der Laien so erweitert werden, daß faktisch Frauen als Pfarrer in den Gemeinden wirken können. Mit etwas Kreativität könnte so die Kirche weitestgehend entkatholisiert werden, nur das Namensschild bliebe hängen. Dabei könnten dann die Reformbischöfe guten Gewissens erklären: „Wir sind nicht schismatisch, denn die „Rote Karte“ wird uns nicht gezeigt!“ Aber den prominentesten Reformkritiker, Kardinal Woelki, den werden wir in Bälde weggemobt haben, um zu demonstrieren, daß katholische Bischöfe in Deutschland nicht mehr geduldet sind. Das Schisma ist so offensichtlich und doch nicht wahr, weil Rom nicht eingreift. 1 Zusatz: Für einen Neuanfang in oder gar der Kirche sehe ich selbst keinerlei Anzeichen, so ist die Hoffnung auf einen wie auch immer geratenen Neuanfang pures Wunschdenken, wenn nicht der Herr der Kirche selbst ein solches Wunder eines Neuanfanges bewirkte. 2.Zusatz: Wäre die Verprotestantisierung und Versäkularisierung nur die vorherrschende Tendenz im deutschen Katholizismus, könnte man sich eine Separierung von Rom imaginieren, aber ist diese Tendenz nicht zumindest in allen westeuropäischen Ländern vorherrschend, auch und gerade in Rom unter dem jetzigen Papst .

Mittwoch, 21. September 2022

„Massenabfall von Schrift und Tradition“ Der synodale Weg





„Massenabfall von Schrift und Tradition“ Der synodale Weg



Kardinal Brandmüller: Die Vorlage des Synodalen Wegs „kann man nur als Massenabfall von Schrift und Tradition bezeichnen“.Kath net 21.9.2022. Dies Faktum ist leider nicht bestreitbar. Daß selbst die Mehrheit der Bischöfe und nicht nur der Laiensynodalen Texten ihre Zustimmung gaben, die mit der hl.Schrift, der Tradition und dem Lehramt nicht kompatibel sind, entsetzt diesen Kardinal, zu recht. Aber ein bloßes Empören, so berechtigt es auch ist, enthebt einen Beobachter dieses Synodalen Irrwges nicht der Frage, wie es zu diesem Abfall kommen konnte.

Ob es wohl zukünftigen Kirchenhistorikern möglich sein wird, dieses Ereignis adäquat zu begreifen? Gewiß ist nur eines, daß die Zukunft die Bedeutung dieses Ereignisses verändern wird, ob dies Geschehen als der Gründungsakt eines neuen Typus von der „Katholischen Kirche“ eingehen wird oder als ein Versuch des Abfalles von ihr.

Eines kann aber doch darüber hinaus konstatiert werden, daß die Texte des Synodalen Weges so nicht hätten produziert werden können, wenn die Autorität der hl. Schrift und der Tradition und des Lehramtes nicht vordem schon untergraben und in Frage gestellt worden wäre. Bei der Destruktion der Autorität dieser Quellen der Theologie, der hl. Schrift, der Tradition und des Lehramtes hat wohl das Konzept der Kontextualisierung eine gewichtige Rolle gespielt.

Die Grundidee dieses Konzeptes ist dabei eine sehr simple und darum auch sehr durchschlagkräftige. Alles Geschriebene ist zu einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit niedergeschrieben worden. Das Geschriebene ist zwar dem ihn Lesenden präsent, der Text könne aber nur verstanden werden, wenn er im Kontext seiner einstigen Zeit gelesen und dann in den Kontext der Zeit des ihn Lesenden übersetzt und verstanden wird. Was einst in einem bestimmten Kontext als wahr angesehen wurde, könne eben für uns Heutige nicht einfach so übernommen werden.

Nun sind diese variierenden Kontexte nicht einfach eine Reihung von Kontexten, sondern diese Reihung unterliegt eine Tendenz des Fortschrittes. Einfacher formuliert: Wir Jetzigen wissen eben besser Bescheid als die, die Urheber der Bibel, der Tradition und des Lehramtes, denn die waren eben früher als wir. Das in der Bibel, in der Tradition und dem Lehramt Ausgesagte unterliegt sozusagen einer Mindesthaltbarkeitsgrenze, danach beginnt ihr Wahrheitswert abzulaufen. Ja, noch skeptizistischer kann überhaupt in Frage gestellt werden, ob denn je eine zeit-und raumbedingte Aussage eine oder die ewige Wahrheit gar adäquat erfassen kann.

Die Autorität der hl. Schrift, der Tradition und der Lehre der Kirche ist durch diese Konzeption der Kontextualisierung so sehr dekonstruierbar, daß nun der Synodale Weg ganz neue „Wahrheiten“ konstruieren konnte aus dem vorherigen Vorstellungsmaterial heraus. Man findet in den Texten des Synodalen Weges eben auch manches Altvertraute, nur in einem ganz anderen Kontext, dem einer Menschenkirche, die der Welt unbedingt gefallen will. 

Zusatz

Auch  wenn  es der heutigen etablierten Kirchengeschichtsschreibung völlig inakzeptabel klingen muß: Das Thron-und Altarbündnis war auch ein Schutzraum für den theologischen Diskurs, jetzt wo die Kirche nur noch eine Organisation unter vielen in der pluralistisch verfaßten Gesellschaft ist, beeinflußt die "öffentliche Meinung" den innerkirchlichen Diskurs, unterliegt die Kirche auch dieser 4.Macht. Wer über Macht verfügt, kann bestimmen, was als wahr zu gelten habe.

 


 

Montag, 5. Oktober 2015

Kardinal Marx und die Hierarchie? Ist das nicht vorkonziliar?

"Hierarchie Organisation bedeutet eigentlich nur die Anerkennung des Wirkens des Heiligen Geistes, der die Kirche in der Wahrheit hält und nicht zulässt, dass sie sich endgültig verläuft.", erklärt Kardinal Marx. (Marx, Kirche überlebt"S.65). Die Grundprinzipien der Kirche, ihres organisatorischen Aufbaues wären: "Personalität, Solidarität und Subsidarität". (S.69).Kirche sei nicht als ein "kollektives Subjekt zu begreifen, sondern von der Person her zu konzipieren." (S.68). Wären wir Protestanten, ergäbe das für uns eine sinnvolle Konzeption von der Lehre von der Gestalt der Kirche: sie baut auf, ausgehend von der Einzelperson, die kraft des Heiligen Geistes gläubig ist und wo sich nun die Personen ob ihres gemeinsamen Glaubens vergemeinschaften, wobei das wichtigste der "spezifische Kommunikationszusammenhang"(S.69) der Personen ist, die so per Kommunikation die Kirche bilden. Das Wie der Gestaltung des "Kommunikationszusammenhanges" unterläge dann eben auch dem Wandel der Zeiten, wenn nur diese drei Prinzipien die Qualität der Kommunikation bestimmen.  
Die zentrale Frage lautet nun: baut sich die Kirche von den Personen her auf, die sich dann zu einem Verein vergemeinschaften? Kardinal Marx bennent auch klar die Alternative: daß die Kirche ein Kollektivsubjekt sei- was er aber ablehnt, da er philosophisch vom Personalismus herkommend. kollektive Subjekte als nichtmögliche ansieht, sondern nur Kommunikationszusammemnhänge von Personen. Aber dann stellt sich ad hoc die Frage: wie ist denn die Identität der Kirche zu denken, wenn sie nur aus Personen bestünde, die miteinander wohl kommunizierten, die aber sterben, so daß andere Personen dann den Kommunikationszusammenhang bilden? Eigentlich müßte streng peronalistisch gedacht, die Kirche mit jedem Generationenwechsel der Personen neu gegründet werden. Das ist aber absurd. Die Kirche ist eben den einzelnen Gläubigen vorgeordnet, und sie "überlebt" auch den Tod einer Generation von Personen, weil sie eben ein kollektives Subjekt ist. Zur Veranschaulichung: wenn ein Kind das Sprechen lernt, erlernt es eine bestimmte Sprache, bei uns das Deutsche. Damit ich sprechen kann, individuell mich ausdrücken kann, setzt dies das System der Deutschen Sprache voraus. Die Sprache spricht sich nicht selbst (das wäre eine Vorstellung eines extremistischen Strukturalismus), aber kein Deutscher kann einen individuellen Satz sprechen (in dem er etwas Persönliches ausdrückt), wenn ihm nicht die Deutsche Sprache als System zur Verfügung stünde.(vgl: Soussure zu System und Parole in der Sprachwissenschaft). So geht auch der Glaube der Kirche (als System) dem persönlichen Glauben (als Parole= individueller Sprechakt) voraus und ermöglicht erst den individuellen Glauben. Wenn aber, wie Marx es meint, nur Personen glauben können: "denn nur die einzelnen Personen können durch ihre Antwort auf das Wort und Ereignis Gottes zur Kirche werden."  (S70) und aus der Vergemeinschaftung der Personen durch Komunikation enstünde erst die Kirche, dann wäre das so, als meinte man, daß zuerst Menschen je für sich eine Privatsprache kreiert hätten, aus der dann durch die Versuche des Miteinanderredens eine Gemeinschaftssprache entstanden sei. Das ist genuiner Protestantismus- aber was hat das mit der Katholischen Kirche zu tun: hier gilt der Primat des Glaubens der Kirche, der dann von seinen Gliedern individuell rezipiert wird. 
Der Apostelfürst Paulus spricht von der Kirche als einem Leib Christi. Nun entsteht ja ein Leib nicht so, daß da Gebilde wie der Magen, das Herz und die Lunge zusammenkämen, um dann zu beschließen, sich vereinsmäßig zusammenzuschließen zu einem Leib, in der dann jeder die Aufgabe übernähme, die ihm besonders liege oder gefalle. Denn die Teile eines Leibes können nicht vor dem Leib sein und dann sich erst vergemeinschaften zum Leib! Und so ist auch die Kirche als Ganzes vor ihren Einzelgliedern (den Personen). die sie dann in sich aufnimmt. Da die Kirche die Einheit der Kirche im Himmel, im Fegefeuer und auf Erden ist, wird der Einzelne immer nur in die schon vor ihm seiende Kirche integriert, nicht aber baut sie sich auf als eine Vergemeinschaftung von Einzelpersonen! Das hieße, die Institution der Kirche mit einer von Personen  gegründeten Verein zu verwechseln- und selbst da beginnt das Problem des Lebens des Vereines mit dem, wie die Identität des Vereines zu denken ist, wenn die Gründer verstorben sind und Nachfolger den Verein fortführen! Wenn die Personen, die den Verein gegründet haben, die Identität des Vereines bilden, wie kann der dann seine Identität bewahren über den Tod der Gründer hinaus? Das kann jeder Verein nur, indem er sich als Kollektivsubjekt begtrift, das unabhängig von den Einzelpersonen ist als sich identisch Bleibendes. 
Und so ist auch die Hierarchie eine von Gott gewollte und eingesetzte Ordnung, die dem Wollen und Wünschen der Glieder der Kirche entzogen ist! Nicht waren erst Personen, die dann die Ämter der Kirche kreierten, sondern die Kirche mit ihrer hierarchischen Ordnung bestimmt Menschen, in ihr, gemäß ihrer inneren Ordnung zu wirken. Wenn eine Fußballmannschaft für ein Spiel vom Trainer aufgestellt wird, erfinden ja die Spieler samt dem Trainer das Ordnungsschema von: Verteidigung-Mittelfeld- Sturm nicht neu, sondern teilen die Mannschaft gemäß dieser vorgegebenen Ordnung auf. 
Es ist erschütternd, wie in dieser "Ecclesiologie" die Grundprinzipien der Katholischen Kirche über Bord geworfen werden, um sich ganz zu protestantisieren! Aber das ist nun leider auch due Grundintention des Reformlagers in der Kirche, daß sie so protestantisch wie möglich umgestaltet
werden soll!

Corollarium 1
Der Personalismus ist selbst ein Ausdruck der Entfremdung des Menschen von sich selbst, indem er den Menschen, den Einzelnen nicht mehr als individuiertes Gattungswesen begreift, sondern nur noch als Person, der andere Personen gegenüberstehen, mit denen er sich durch eine Kommunikation vergemeinsxhaften kann, statt daß er ob seines Gattungsbewußtseins sich immer auch schon vereint weiß mit den anderen Menschen. So ist jeder Mensch als Teil der Gattung auch immer schon mehr als eine Person, er ist Glied von etwas Größerem.