Die Theologie und die Kirche im Dienste der Regierungspolitik oder: „Wir sind systemrelevant!“
Wo anders als im Kampfe gegen alles Nichtkonformistische, also Rechte kann die Theologie und die Kirche ihre heutige Relevanz beweisen? Der Communioartikel: "Marine Le Pen – Retterin der Grande Nation?: Wider die rechtspopulistische Vereinnahmung des Kreuzes“ des 7.9. 2026 demonstriert das auf das Eindrücklichste. Heißt es da doch: „Marine Le Pen inszeniert sich nach ihrem politischen Comeback als Retterin Frankreichs – und nutzt dabei bewusst christliche Symbolik. Warum ihre rechtspopulistische Vereinnahmung des Kreuzes dem christlichen Universalismus widerspricht. Von Jan-Heiner Tück“.
Selbstverständlich wäre es im Sinne des Konzeptes der wehrhaften Demokratie gewesen, dieser Politikerin jede weitere Kandidatur zu verbieten, da eben wie auch in Deutschland zu viele Bürger ihr Wahlrecht mißbrauchend der Parteienoligarchen nicht akzeptable Parteien wählen. Nun sieht es die Theologie als eine ihrer dringlichsten Aufgaben, für diese Oligarchie den Kampf gegen die politischen Feinde zu führen, um sich als die Univeritätstheologie als politisch relevant zu legitimieren, da die Kirchen selbst an Relevanz verlieren.
Der christliche Universalismus widerspräche dem politischen Willen, Frankreich zu retten. Das ist so absurd, als verträte ich die These, daß die Ehe dem christlichen Universalismus widerstreite, da die Eheordnung der Liebe zu allen Menschen widerspreche oder die Liebe der Mutter zu ihren Kindern der von ihr geforderten Liebe zu allen Kindern der Welt.
Der Politikerin wird einfach vorgeworfen,für das französische Volk Politik machen zu wollen, es also gut regieren zu wollen. Nicht wirft dieser Theologe nun der Politikerin vor, daß sie das, was sie so verspricht, nicht erfüllen kann oder will, sondern daß sie überhaupt das Beste für ihr Volk wolle. Es muß hier an das Faktum erinnert werden, daß die Parole „Alles für Deutschland!“ bestraft wird, die „Deutschland verrecke“ dagegen da politisch korrekt erlaubt ist.
Innerhalb der katholischen Theologie gilt das Prinzip,daß die Gnade die Natur nicht zerstört sondern vollendet. Wenn der Begriff der Gnade oppositionell zu dem der Natur verwendet wird, wird die Natur nicht biologistisch naturwissenschaftlich gebraucht sondern als die Summe aller menschlichen Hervorbringungen, die er ohne die Gnade Gottes erwirkt, etwa die natürliche Gotteserkenntnis in ihrer Opposition zur offenbarten. Die offenbarte Gotteserkenntnis negiert nun nicht die natürliche sondern bestätigt sie und vollendet sie, denn sie ist selbst der Vollendung bedürftig. Zu den natürlichen Ordnungen in diesem Sinne gehört die Ordnung der Familie und der Ehe, wie die des Volkes und des Nationalstaates.
Dieser Antirechtstheologe fordert so die Liquidierung der natürlichen Ordnung des Volkes und des Nationalstaates im Namen eines christlichen Universalismus. Die Ordnung der Liebe (Thomas von Aquin) fußend auf der Distinktion der Nächsten- und der Fernstenliebe wird dabei ebenso negiert. Die Politik dürfe sich nicht für das Gemeinwohl des eigenen Volkes einsetzen, sondern habe eine für die Menschheit zu sein, und darum keine für das französische Volk.
Faktisch paßt das zur politischen Praxis der Eurokraten,denen das Ergehen der Völker Europas gleichgültig ist. Zu dieser Art von Theologie paßt es dann auch, wenn die quasi offizielle Internetsauftrittsseite der Deutschen Bischöfe vermelden kann: „Militärbischof äußert Verständnis für steigende Verteidigungsausgaben“ (7.7.2026) um so die Rückkehr in die Zeiten des „Kalten Krieges“ zu begrüßen. Die „Entspannungspolitik“ war eben ein Irrtum. Die Politik: „Kanonen statt Butter“ läßt zudem eine Politik zum Wohlergehen des eigenen Volkes nicht zu.
Die neue Kriegsbefürwortungstheologie schimmert dann auch in dem Communioartikel „Allein den Betern kann es noch gelingen: Gebet um Frieden oder Krieg gegen Gewalt?“ vom 9.7.2026 durch: Gegen Diktatoren müsse doch das Mittel des Krieges erlaubt sein, da reiche das Beten eben nicht.Als die aktuellen anzugreifenden Diktaturen sind wohl der Iran, Rußland und China, aber auch Kuba anzusehen: Um der Menschenrechte willen dürfe man doch wohl völkerrechtswidrige Angriffskriege führen wie jetzt gegen den Iran.Damit erleben wir eine Renaiscance der politischen Theologie.