Sonntag, 12. Juli 2026

Kann Gott erhören? Eine kleine Exkursion in die Gotteslehre Ein Auszug aus meinem Buch: Der zensierte Gott

 

 Kann Gott erhören? Eine kleine Exkursion in die Gotteslehre


Wir stoßen hiermit auf die Zentralfrage jeder Religion: Wie denken wir uns die Beziehung Gottes oder der Götter zu uns? Jede Religion stellt sich diese Beziehung als eine Wechselbeziehung vor. Gott ist in Beziehung zu Menschen und der Mensch zu Gott. Keine Wechselbeziehung besteht mehr, wenn von Gott nicht mehr gedacht werden kann, daß er sich zum Verhalten der Menschen selbst noch einmal verhalten kann. Das meint konkreter, daß Gott auf die Reue und Buße der Stadt Ninive schauen kann, und er um dieser Reue und Buße willen auf sein Gericht verzichtet. Der Gott der Liebe, wie ihn uns das Zitat aus der Credo-Schrift darstellt, kann das nicht. Er ist einfach vorgestellt als liebender Gott, der seine Liebe wie die Sonne ihr Licht ausströmen läßt über alle Menschen. Dieser Liebesgott verhält sich nun gleichgültig dazu, ob und wie die so geliebten Menschen auf seine Liebe antworten. Das wäre so, als sagte ein Mann zu der Frau, die er liebt: „Ich liebe dich! Es ist mir gleichgültig, ob Du mich liebst oder auch nicht liebst und wie du dich sonst verhältst. Ich werde nie aufhören, dich zu lieben.“ Gott kann, weil er die Liebe ist, kein Gebet und kein Opfer erhören, ja er kann nicht mal zu unserem Leben, ob wir als Heilige oder wie Schweine leben, sich verschieden verhalten, weil er nur lieben kann. Bittet ein Mensch Gott um etwas, kann Gott dies Gebet oder sein Opfer, das in dieser Intention ihm dargebracht wird, nicht erhören. Denn er gibt das Erbetene, wenn es gemäß der Liebe Gottes zu dem Menschen ist, unabhängig von dem Gebet und dem Opfer. Wenn das Erbetene aber nicht gemäß der Liebe Gottes zu den Menschen ist, dann kann Gott dies Gebet und Opfer auch nicht erhören, weil er nur wirken kann, was gemäß seiner Liebe zu den Menschen ist. Gott ist so unwandelbar der Liebende, daß von ihm nie gedacht werden kann, daß er um des Gebetes und des Opfers willen den Menschen etwas gewährt, was er ihnen ohne das Gebet und Opfer nicht gewährt hätte. Damit werden die Grundvollzüge des religiösen Lebens, das Opfern und das Beten, zu sinnlosen Handlungen. Aber nicht nur das!

Wenn ich mich entscheide, ob ich Gutes oder Böses tun will, kann ich nach dieser Gotteslehre urteilen, nein, ich muß es sogar, daß es dem Liebesgott gleichgültig ist, ob ich Gutes oder Böses tue. Gleich ob ich das Gute oder das Böse vollbringe, Gott wird mich in beiden Fällen weiterhin lieben, weil er nur lieben kann, die Heiligen wie die Sünder. Aus welchen Gründen auch immer ich mich dann für das Gute und gegen das Böse entscheide, den Liebesgott brauche ich bei dieser Entscheidung nicht zu berücksichtigen, denn ihm ist sie gleichgültig. Dostojewskij sagte: Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt. Jetzt dürfen wir ergänzen: Weil Gott die Liebe ist, ist alles erlaubt!


Aber wie anders stellt uns die hl. Schrift die Beziehung Gottes zum Menschen und sein Verhalten zu unserem Beten dar! Da wir schon das Thema der Fürbitte angeschnitten haben, sollen nun Mose und Maria, die Gottesmutter, uns als Fürbitter vor Augen gestellt werden.


Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk angedroht hatte“ (Exodus 32, 14). Wie kam es dazu? Das Volk hatte schwer gesündigt. Es hatte sich ein Goldenes Kalb gegossen und dies als seinen Gott verehrt, während Mose auf dem Berg die Gesetze Gottes empfing. Gott spricht zu Mose: „Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten herausgeführt hast, läuft ins Verderben. Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden. Sie bringen ihm Schlachtopfer dar und sagen: das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben.“ (32, 7-8) Zu beachten ist dabei, daß mit dem „sie laufen ins Verderben“ kein Tun- und Ergehenszusammenhang gemeint ist, sondern, daß das Volk wußte, daß, wenn es zu anderen Göttern sich bekehrt, Gottes Zorn über es entbrennen wird. Sie wußten, was sie taten.


Weiter sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut. Ein störrisches Volk ist es. Jetzt laß mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen.“ (32, 9-10). Liebt Gott alle gleich, ob sie sündigen oder gemäß seinen Geboten leben? Der von modernistischen Theologen erdachte Gott liebt so! Aber hier liebt Gott ganz anders! Er liebte sein Volk, und darum ließ er es durch Mose aus dem Sklavenhaus Ägyptens befreien. Jetzt schlägt aber die göttliche Liebe in göttlichen Zorn um! Warum: Weil das Volk durch die Anbetung des Götzenbildes Gottes Liebe zu ihm verachtet. Aus geschmähter Liebe wird Zorn. Wem das völlig unbegreiflich sein sollte, der stelle sich vor: Der Ehemann kommt früher als erwartet von der Arbeit heim und sieht seine Frau im Ehebett mit einem Geliebten! Sein Zorn entbrennt, gerade weil er seine Frau liebte! Nur wer liebt, kann auch zürnen. Die Begriffe Liebe und Zorn sollen uns dabei vor Augen stellen: Gott ist kein apersonales Prinzip, das der Gerechtigkeit etwa, das nun die Gerechten belohnt und die Bösen bestraft, sondern ein sich engagierendes Wesen. Er ist eine persönlicher Gott, der Beziehungen zu anderen stiftet, in Beziehungen eingeht, sich in ihnen engagiert als Menschen wirklich Liebender und so auch als Zürnender! Gott will sein Volk vernichten, weil es gesündigt hat gegen ihn, und er will Mose retten, weil er gerecht ist.


Jetzt wird der Gerechte aktiv!Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen, und sagte: Warum, Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt? Du hast es doch mit großer Macht und starker Hand aus Ägypten herausgeführt. Sollen etwa die Ägypter sagen können: in böser Absicht hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und sie vom Erdboden verschwinden zu lassen? Laß ab von deinem glühenden Zorn und laß dich das Böse reuen, das du deinem Volk antun wolltest. Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du mit einem Eid bei deinem eigenen Namen zugesichert und gesagt hast: ich will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel,und dieses ganze Land, von dem ich gesprochen habe, will ich euren Nachkommen geben und sie sollen es für immer besitzen.“ (32, 11-13)


So betet der gerechte und fromme Mose zu seinem Gott. Er stellt sich zwischen Gottes Zorn und das Volk, das Gottes Zorn vertilgen will. Er steht nicht unter dem Zorn Gottes. Nur deshalb kann er jetzt als Fürbitter vor Gott treten, um sein Volk zu retten versuchen. Hier ringt ein Mensch mit Gott. Dem Gerede, daß Juden von Natur aus für den Beruf des Rechtsanwaltes geeignet seien, könnte man angesichts dieses glanzvollen Plädoyers ein wenig Glauben schenken. Selbstverständlich weiß Mose, warum Gott über das Volk erzürnt ist. Er stellt trotzdem diese Warumfrage. Er appelliert damit an Gott, sich von seinem Zorn zu distanzieren und sich zu fragen: „Ist das so gut, daß ich jetzt so zürne?“ Nicht versucht nun Mose die Sünde des Volkes kleinzureden: „So schlimm war das doch nicht!“ Nein, er weiß, daß das so nicht geht. Gottes Zorn ist gerecht angesichts dieses Greuels des aufgestellten und vom Volke verehrten Götzenbildes. Er appelliert an Gott: „Was werden die anderen Menschen, die Ägypter, von dir denken, wenn du so handelst!“ Mose glaubt von seinem Gott, daß ihm die Menschen, auch die Ägypter nicht gleichgültig sind. Und darum ist es diesem Gott auch nicht gleichgültig, was die Ägypter über ihn denken werden, wenn er so in seinem Zorne handelt. Es wäre rufschädigend. Verborgen enthält diese Mahnung Mose die Vorstellung: Gott will nicht nur der Gott Israels sein, sondern der Gott aller Völker. Wie will Gott das aber werden, wenn er in den Ruf gerät, sein Volk, das er sich erwählt hatte, selbst vernichtet zu haben? Welches Volk möchte einen solchen Gott als seinen Gott haben! Danach erinnert Mose Gott an seine Verheißungen an die Väter Israels. „Bleibe deiner Verheißung treu!“


Im Zentrum dieses Gebetes steht nun aber: „Lasse dich das Böse reuen!“ Das dürfte nicht nur nach Meinung der Modernisten, sondern schon Calvins und vieler anderer nicht in der Bibel stehen. Wie viel Schweiß vergoß man, um diese Aussage zum Verschwinden zu bringen! Nur, wenn wir diese Aussage streichen: Was bleibt dann von Gott? Das Böse meint hier selbstredend nicht etwas moralisch Verwerfliches! Das angedrohte Zornesgericht ist gerecht. Aber, was gerecht ist, das ist für das Volk sein Todesurteil. Dies Todesurteil ist für das Volk böse, einfach in dem Sinne, daß es denen, die leben wollen, ihr Leben vernichtet. Gott will hier den Tod seines erwählten Volkes. Das ist das Böse schlechthin für das Volk, auch wenn es ein gerechtes Todesurteil ist. Mose kritisiert ja auch gar nicht dies göttliche Urteil als ungerecht. Er sagt stattdessen zu Gott: Das gerechte Urteil schadet dir. Es ist zwar gerecht, aber nicht gut für dich. Welches Volk, welcher Mensch möchte dich noch zu seinem Gott haben, wenn man von dir zu erzählen weiß, daß du dein eigenes Volk vernichtet hast und daß du deine Eide deinem Volke gegenüber nicht einhältst, wenn das Volk sündigt. Was nützten dann deine Eide, wenn die Einlösung der Eide daran gebunden ist, daß man nicht sündige!


Und was antwortet Gott auf dieses Gebet, das uns doch gar nicht so recht fromm erscheint, ja eher einen guten Rechtsanwalt als Urheber vermuten läßt? Wir haben es schon vernommen: „Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk angedroht hatte.“ Reuen meint hier nicht, daß Gott von Anfang an nicht vorhatte, sein Volk zu strafen für seine Sünde und dies nur Mose vorspielte, um zu prüfen, wie er sich da verhalten würde. Bewährt sich Mose? Nein, die Reue Gottes meint hier wirklich, daß Gott umgekehrt ist. Er änderte sein vorgesehenes und von ihm selbst gewolltes Verhalten zu seinem Volke. Das ist die Macht und die Kraft des Gebetes wie des Opfers. Gott kann sein Wollen ändern. So lebendig ist Gott.


Ergänzend dazu berichtet Deuteronomium 5 von Moses' rettender Fürbitte: Ich warf mich also vor dem Herrn nieder und lag vor ihm vierzig Tage und vierzig Nächte lang. Ich warf mich nieder, weil der Herr gedroht hatte, er werde euch vernichten. Ich betete zum Herrn und sagte: Gott, mein Herr, bring nicht das Verderben über dein Volk und deinen Erbbesitz, die du in deiner Macht freigekauft und mit starker Hand aus Ägypten geführt hast. Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Jakob! Beachte nicht den Starrsinn dieses Volkes, sein Verschulden und seine Sünde, damit man nicht in dem Land, aus dem du uns geführt hast, sagt: offenbar kann der Herr sie nicht in das Land führen, das er ihnen zugesagt hat, oder er liebt sie nicht; also hat er sie nur herausgeführt, um sie in der Wüste sterben zu lassen. Sie sind doch dein Volk und dein Erbbesitz, die du mit großer Kraft und hoch erhobenem Arm herausgeführt hast.“ (9,25-29)


Wenn Mose dem Credo der Katholischen Erwachsenenbildung geglaubt und auf die Fürbitte verzichtet hätte, wäre Israel hier vom Gottes Zorn vertilgt worden! Aber das war Mose! Wie ist das heute bei uns Christen?


Freitag, 10. Juli 2026

Wir werden aufgeklärt über „die Wurzeln allen Übels“ oder was macht den heutigen Christen aus?

 

Wir werden aufgeklärt über „die Wurzeln allen Übels“oder was macht den heutigen Christen aus?



Dagegen wußte er sehr genau,daß die Propheten des Hexameron vom Übel waren1.Die Spur der Tränen und des Leidens zog sich wie ein blutigroter Faden durch die Geschichte aller zivilisierten Völker: Immer waren es die ideologischen Eiferer gewesen,die Unheil brachten.Es war nichts gegen eine Ideologie,gegen einen Glauben religiöser,politischer oder soziologischer Art einzuwenden.Das denkende Wesen war gezwungen,sich ein Weltbild zu zimmern,an dem es sich orientieren konnte. Die Probleme entstanden dann,wenn der Glaube oder die Ideologie Anspruch darauf zu erheben begannen,die einzige und unbestreitbare Wahrheit zu sein.Ansprüche dieser Art gebaren Intoleranz,aus intoleranten Gläubigen wurden Zeloten, und Zeloten waren die Wurzeln allen Übels.“2

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In In den PI   In den Perry Rhodan Romanen 1 bis 1360 treten relevant solche Ideologien,

solche Gläubigen nicht auf, in diesem Band werden die Anhänger des Hexamerons zum ersten Male so charakterisiert.Die „Geschichte aller zivilisierten Völker“ ist so auf die reale Menschheitsgeschichte zu beziehen und nicht auf die fiktive der Völker des Perry Rodan Universumes. Die Trias: religiös, politisch und soziologisch gibt zu denken. Da religiös auf die christliche Religion zu beziehen ist, der Roman ist 1987 verfaßt worden und da stand der Islam bei weitem noch nicht so wie jetzt im Zentrum des Diskurses um den religiösen Fanatismus und soziologisch wohl auf alle marxistischen Heilslehren dürfte politisch für den Nationalsozialismus bzw Faschismus stehen.

Die Zeloten sind nun die nationalrevolutionäre jüdische Befreiungsbewegung zu Zeiten Jesu.Sie verstehen sich dabei als die Zeloten= die Eiferer um das Gesetz Gottes in der Tradition des Befreiungskampfes der Makkabäer. Der Apostelfürst Paulus urteilt über die Juden, daß die Eiferer um Gott seien, das meint er als eine Auszeichnung, aber mit Unverstand,da sie nicht an Jesus als den Christus glauben. (Röm 10,2). Für ihn haben wir Christen so auch Zeloten zu sein, aber verständige in unserem Glauben an Jesus Christus.

In diesem Kurztext wird uns das Basiscredo der Postmoderne vor Augen gestellt: Aufklärungskritisch wird hier die Unhintergehbarkeit von Weltbildern, Ideologen oder Religionen behauptet und zugleich ihre Unwahrheit ausgesagt: Es sind nur Konstruktionen, die uns helfen, besser im Leben zu recht zu kommen und fungieren somit als nützliche Illusionen. Daß ein Mal alle Ideologien bzw Religionen als ein falsches Bewußtsein des Menschen und der Welt überwunden sein werden.diese Wissenschaftsutopie ist hier aufgegeben.

Das Elend begönne nun aber, wenn eine Religion oder eine Religion sich als die einzig wahre behaupte. Faktisch ist in der Sicht des Romanautors jede Religion und jede Ideologie unwahr aber sie seien eben nützlich für das Leben. Hierbei widerstreiten sich nun die Binnenperspektive des jeweiligen Anhängers einer Religion bzw Weltanschauung, daß die jeweilige für ihn und für alle als wahr gilt mit der Außenperspektive, daß jede Religion und jede Ideologie keine Wahrheit sei und für sich beanspruchen dürfe.

Der Gläubige müßte sich somit zerteilen in ein gespaltendes Subjekt, daß es einerseits an die Wahrheit seiner Religion oder Weltanschauung glaubt für sich und für alle und daß es andererseits das Wahrsein dann bestreitet, daß eben alle Religionen und Ideologien gleich wahr und auch gleichgültig seien. Dies Zerspaltung muß nun aber jede Religion oder Ideologie entvitalisieren. Mit Slavoj Zizek könnte man urteilen: Sie werden zu Kulturgütern, die man noch praktiziert, ohne noch an sie zu glauben.

Damit nähert sich dieser Text der Friedensutopie John Lennons an, der in seinem Lied: „Imagine“ von einer Welt ohne Religionen träumt, denn nur so könne es eine friedliche sein.

Die Welt, so wie sie wirklich ist, ist keine,in der der Mensch leben könnte.Im Sinne Max Webers könnte gesagt werden, daß die Welt als Seiendes, als entzauberte uns keine Auskunft darüber geben kann, was wir wollen sollen, was wir hoffen können, welche Ziele wir überhaupt erstreben sollen. Diese Fragen können nur Religionen bzw Ideologien beantworten, aber diese sind weder verifizierbar noch falsizierbar.: Es sind irrationale Vorstellungen, ohne die der Mensch aber nicht auskommt. Da es nun keine Vernunft gibt, die die divergierenden Wahrheitsansprüche auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen könne, entsteht uns eine Epoche der ideologischen Kämpfe oder der Religionskämpfe.

Der Perry Rhodan Autor sucht hier nun nach einer Alternative, daß die jeweiligen Gläubigen ihren Glauben als wahr anerkennen dürfen und zugleich ihren Glauben als gleichgültig beurteilen sollen.Das wären ungläubige Gläubige..

Es drängt sich der Verdacht auf, daß das genau den postmodernen Christen charakterisiert.




1Es reicht für unseren Zweck zu wissen, daß die „Propheten“ religiöse Eiferer sind. Wer Näheres wissen möchte sei auf die Perry Rhodan Romane 1350 bis 1399 verwiesen, ein wunderbares Leseerlebnis!

2Kurt Mahr, Das Anklam.-Projekt, Perry Rhodan Bd 1361.

Die Theologie und die Kirche im Dienste der Regierungspolitik oder: „Wir sind systemrelevant!“

 

Die Theologie und die Kirche im Dienste der Regierungspolitik oder: „Wir sind systemrelevant!“



Wo anders als im Kampfe gegen alles Nichtkonformistische, also Rechte kann die Theologie und die Kirche ihre heutige Relevanz beweisen? Der Communioartikel: "Marine Le Pen – Retterin der Grande Nation?: Wider die rechtspopulistische Vereinnahmung des Kreuzesdes 7.9. 2026 demonstriert das auf das Eindrücklichste. Heißt es da doch: „Marine Le Pen inszeniert sich nach ihrem politischen Comeback als Retterin Frankreichs – und nutzt dabei bewusst christliche Symbolik. Warum ihre rechtspopulistische Vereinnahmung des Kreuzes dem christlichen Universalismus widerspricht. Von Jan-Heiner Tück“.

Selbstverständlich wäre es im Sinne des Konzeptes der wehrhaften Demokratie gewesen, dieser Politikerin jede weitere Kandidatur zu verbieten, da eben wie auch in Deutschland zu viele Bürger ihr Wahlrecht mißbrauchend der Parteienoligarchen nicht akzeptable Parteien wählen. Nun sieht es die Theologie als eine ihrer dringlichsten Aufgaben, für diese Oligarchie den Kampf gegen die politischen Feinde zu führen, um sich als die Univeritätstheologie als politisch relevant zu legitimieren, da die Kirchen selbst an Relevanz verlieren.

Der christliche Universalismus widerspräche dem politischen Willen, Frankreich zu retten. Das ist so absurd, als verträte ich die These, daß die Ehe dem christlichen Universalismus widerstreite, da die Eheordnung der Liebe zu allen Menschen widerspreche oder die Liebe der Mutter zu ihren Kindern der von ihr geforderten Liebe zu allen Kindern der Welt.

Der Politikerin wird einfach vorgeworfen,für das französische Volk Politik machen zu wollen, es also gut regieren zu wollen. Nicht wirft dieser Theologe nun der Politikerin vor, daß sie das, was sie so verspricht, nicht erfüllen kann oder will, sondern daß sie überhaupt das Beste für ihr Volk wolle. Es muß hier an das Faktum erinnert werden, daß die Parole „Alles für Deutschland!“ bestraft wird, die „Deutschland verrecke“ dagegen da politisch korrekt erlaubt ist.

Innerhalb der katholischen Theologie gilt das Prinzip,daß die Gnade die Natur nicht zerstört sondern vollendet. Wenn der Begriff der Gnade oppositionell zu dem der Natur verwendet wird, wird die Natur nicht biologistisch naturwissenschaftlich gebraucht sondern als die Summe aller menschlichen Hervorbringungen, die er ohne die Gnade Gottes erwirkt, etwa die natürliche Gotteserkenntnis in ihrer Opposition zur offenbarten. Die offenbarte Gotteserkenntnis negiert nun nicht die natürliche sondern bestätigt sie und vollendet sie, denn sie ist selbst der Vollendung bedürftig. Zu den natürlichen Ordnungen in diesem Sinne gehört die Ordnung der Familie und der Ehe, wie die des Volkes und des Nationalstaates.

Dieser Antirechtstheologe fordert so die Liquidierung der natürlichen Ordnung des Volkes und des Nationalstaates im Namen eines christlichen Universalismus. Die Ordnung der Liebe (Thomas von Aquin) fußend auf der Distinktion der Nächsten- und der Fernstenliebe wird dabei ebenso negiert. Die Politik dürfe sich nicht für das Gemeinwohl des eigenen Volkes einsetzen, sondern habe eine für die Menschheit zu sein, und darum keine für das französische Volk.

Faktisch paßt das zur politischen Praxis der Eurokraten,denen das Ergehen der Völker Europas gleichgültig ist. Zu dieser Art von Theologie paßt es dann auch, wenn die quasi offizielle Internetsauftrittsseite der Deutschen Bischöfe vermelden kann: „Militärbischof äußert Verständnis für steigende Verteidigungsausgaben“ (7.7.2026) um so die Rückkehr in die Zeiten des „Kalten Krieges“ zu begrüßen. Die „Entspannungspolitik“ war eben ein Irrtum. Die Politik: „Kanonen statt Butter“ läßt zudem eine Politik zum Wohlergehen des eigenen Volkes nicht zu.

Die neue Kriegsbefürwortungstheologie schimmert dann auch in dem Communioartikel   „Allein den Betern kann es noch gelingen: Gebet um Frieden oder Krieg gegen Gewalt?“ vom 9.7.2026 durch: Gegen Diktatoren müsse doch das Mittel des Krieges erlaubt sein, da reiche das Beten eben nicht.Als die aktuellen anzugreifenden Diktaturen sind wohl der Iran, Rußland und China, aber auch Kuba anzusehen: Um der Menschenrechte willen dürfe man doch wohl völkerrechtswidrige Angriffskriege führen wie jetzt gegen den Iran.Damit erleben wir eine Renaiscance der politischen Theologie.



Zur Pius Priesterbruderschaft und dem 2.Vaticanum,dessen Interpretationsprobleme

 

Zur Pius Priesterbruderschaft und dem 2.Vaticanum,dessen Interpretation



Kirchenrechtlich gesehen ist die jetzt vollzogene Exkommunikation wegen der unerlaubten Bischofsweihen nicht beanstandbar, auch wenn kirchenpolitisch anfragbar wäre, ob so der Vatican klug gehandelt habe.

Grundlegend für den Widerstreit zwischen Rom und der Piusbruderschaft ist aber der Dissens in der Beurteilung des 2.Vaticanumes.Die Kritiker des 2,Vaticanumes widersprechen sich nun selbst, wenn sie im Namen der verbindlichen Lehrtradition Lehren dieses Konziles ablehnen, die selbst zur Tradition der Kirche gehören. Das ähnelt sehr der Aporie Luthers, der erklärte, daß seiner schriftgemäßen Rechtfertigungslehre der zur Schrift gehörende Jakobusbrief widerspräche und dieser Bibeltext so zumindest in diesem Punkte zu reprobieren sei.

Für den rechten Umgang mit der hl. Schrift gilt, daß keine in ihr getätigte Aussage über Gott einer anderen in ihr getätigten widersprechen könne, daß eben die Aussage, „Gott ist die Liebe“ 1.Joh,4,16) nicht der Aussage: „Mein ist die Rache Röm 12,19 nicht widerspricht. Beide Aussgen sind so auszulegen, daß sie sich nicht wechselseitig als widersprechende zu stehen kommen. Das ist diesbezüglich die Auslegungsnorm für die hl.Schrift.

Diese Auslegungsnorm muß nun auch für alle Texte der Konzilien gelten sodaß nicht im Geiste Luthers Konzilien als irrtumsfähig beurteilt werden um so die einem genehmen Konzilstexte von den einen nichtgenehmen zu unterscheiden. Denn der Heilige Geist widerspricht sich nicht, in dessen Kraft die Konzilien, vom 1.Apostelkonzil an bis zum 2.vaticanischen beraten und beschlossen haben.

In der Kirche tobt von Anfang an ein Kampf um die rechte Interpretation der Texte der Bibel, der Tradition und der lehramtlichen Äußerungen Roms. Der faktischen Polyinterpretabilität der Texte setzen nun die Auslegungsnormen eine Grenze.

Wenn nun die Texte des 2.Vaticanums so ausgelegt werden, daß sie im Widerspruch zu allen anderen vetbindlichen Lehrtexten der Kirche stehen, dann sagt diese Auslegungsnorm, daß eine solche Auslegung falsch ist. Das gilt sowohl für die Auslegungstradition, die das 2.Vaticanum als den Bruch mit der Tradition feiert, die es nun zu überwinden gälte als auch für die, die das 2.Vaticanum verwirft, weil es der Tradition widerspräche. In Deutschland, aber nicht nur hier dominiert die Bruchinterpretation mit der normativen Aussage, daß nun faktisch fast alles Vorkonziliare reprobierbar sei, so sehr, daß man leicht zu der Auffassung kommen kann, daß das 2.Vaticanum den Bruch mit der bisherigen Tradition darstelle, damit die Kirche endlich modern werden könne, also auf der Höhe der Zeit sich zu bewegen begönne. Das setzt aber voraus, daß entweder der Heilige Geist, der die Kirche führt, eine längere Zeit sich schlafen gelegt und so die Kirche sich selbst überlassen hätte oder aber, daß er sich selbst widerspräche getreu der Politikermaxime: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern!“ Das ist aber mit der Lehre vom Heiligen Geist unvereinbar.

Die katholische Auslegungsnorm verlangt also, die Texte des 2.Vaticanumes so auszulegen, daß sie allen anderen verbindlichen Texten der Tradition und des Lehramtes gegenüber als sie nicht widersprechende zu stehen kommen.Das das keine einfache Aufgabe ist, ist offensichtlich, aber nur eine solche kann als eine katholische anerkannt werden. Die Piusbruderschaft legt somit die Texte des 2,Vaticanumes nicht katholisch aus in fataler Übereinstimmung mit allen Modernisten, für die dies Konzil die Absage an den Katholischen Glauben ist.



So erlaubt die Kirche das Töten von Menschen in besonderen Fällen, auch wenn prinzipiell das Tötungsverbot gilt. Ein konsequenter Pazifismus widerspricht nämlich dem Gebot der Nächstenliebe. So könnte auch manches im 2.Vaticanum Ausgesagte auf den ersten Blick der Tradition widersprechen, aber es doch nicht tuen wie das Tötendürfen im Kriegsfalle nicht dem Tötungsverbot widerspricht. 

Zusatz:

In historisch-kritischer Perspektive ist dies Konzil zu rekonstruieren als die Reaktion der Kirche auf den Zusammenbruch der Konstantinischen Epoche nach dem 1.Weltkrieg, daß sich die Kirche nun neu situieren mußte als ein Element der pluralistisch verfaßten Gesellschaft, der der moderne Staat immer auch eine Bedrohung der Freiheit ist in seiner Tendenz zum totalitären Staat, daß er als ein Weltanschauungsstaat die christliche Religion umd die Kirche als Unwahrheit bekämpfen könnte.Die Kirche versucht nun defensiv, statt offensiv wie in der Konstantinischen Epoche mit dem Staate cooperierend die Gesellschaft zu gestalten, sich Freiräume dem Staate gegenüber auszuhandeln, in denen sie dann frei wirken kann. Darum fordert sie nun die Religionsfreiheit und die Gewissensfreiheit als Freiräume und vertritt deswegen auch das Subsidaritätsprinzip dem Staate gegenüber. Um dem Staate nicht die Möglichkeit zu geben, sie als eine falsche Religion zu bekämpfen, begann die Kirche, alle Religionen als im Prinzip gleich wahre zu legitimieren,um so sich selbst vor dem Staate zu schützen.

Das Konzil war so primär ein kirchenpolitisches, "pastoraltheologisches", in dem die Kirche ihre Antwort auf das Ende der Konstantinischen Epoche suchte und kein theologisch-dogmatisches. Die "Aufbruchstimmug" des Konziles sollte dabei autosuggestiv die Angst, nun ohne den "Ehepartnet Staat" auskommen zu müssen.verdrängen.  


Donnerstag, 9. Juli 2026

Ist uns der Nächste abhanden gekommen? Zur Krise der Nächstenliebe

 

Ist uns der Nächste abhanden gekommen? Zur Krise der Nächstenliebe



Wer ist denn mein Nächster?“, ist eine Zentralfrage der christlichen Religion, zumal in einer Zeit, in der die christliche Religion auf die zu praktizierende Nächstenliebe reduziert wird. Daß der sonntägliche Gottesdienst zur Religion gehört, scheint ja nur noch eine antiquarische Vorstellung zu sein.

Wer nur einen Blick in die Medienwelt wirft, stößt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf die Problemanzeige der Einsamkeit: der vereinsamte sozial isolierte Mensch.

Der Nächste, das ist primär eine räumliche Kategorie und dann eine Qualifizierung der Verwandtschaftsbeziehungen, es sei an die Weisheit: „Blut ist dicker als Wasser“ erinnert. In unserer jetzigen Zeit hat sich hier etwas grundlegend geändert: Im Zeitalter der Medien ist der „Nächste“ der in den Medien Präsente. Manchmal kann man eine Gruppe junger Mädchen beieinander sitzen sehend, jedes mit einem Mobiltelephon kommunizierend, im Internet surfend und kommunizieren die noch miteinander?

Je prominenter eine Person ist, desto mehr kennt ihn der Medienkonsument, während man vom Nachbarn kaum noch etwas weiß. Das wirkt sich auf die Praxis der Nächstenliebe aus: Die heutige Gestalt der praktizierten Nächstenliebe ist die der Spende zugunsten von in notleidenden Medien, deren Not uns in den Medien vermittelt wird. Das ursprüngliche Almosengeben avanciert so zu der Gestalt der Nächstenliebe.

Die (post)moderne Gesellschaft ist eine Dienstleistungsgesellschaft. Das heißt für die Nächstenliebe: Die potentiellen Adressaten der Nächstenliebe sind Auftraggeber für die die Dienstleistungen geworden, die sie dann bezahlen. Zur Veranschaulichung: Der Nachbar, der nicht mehr rüstig genug ist für die anstehenden Gartenarbeiten, beauftragt damit eine Servicefirma. Das, was einst zu den potentiellen Aufgabengebieten der Nächstenliebe gehörte, sind nun die Aufgabengebiete von Dienstleistungsunternehmen geworden.

Wer für Dienstleistungen bezahlen kann, der bedarf keines Nächsten mehr, der ihm hilft und er hat keine Nächsten mehr vor seinen Augen, denen er helfen bräuchte. Die professionalisierte Hilfe ersetzt so auch die zu praktizierende Nächstenliebe.

Weihnachten, das Fest der Nächstenliebe: Wie viele Spendenaufrufe flattern da einem ins Haus und wir Deutschen spenden eifrig!

Der Nächste ist uns einerseits als räumlich Naher abhandengekommen in dem Medienzeitalter und andererseits in der gut funktionierenden Dienstleistungsgesellschaft als ein der Nächstenliebe Bedürftiger.

Die christliche Religion wird so praxislos. Spenden verwandelt auch den Nächsten in einen faktisch Fremden und Fernen, dem wir nur noch durch die Medien kennen. Die praktizierte Nächstenliebe lebt aber vom Pathos der interpersonalen Kommunikation, dem „Du“ der Begegnungsrhetorik. Die Appelle der Medien: „Spende für“ sind Einbahnkommunikationen, denn es ereignet sich keine Kommunikation zwischen dem Spendengeber und dem Spendenempfänger. Anders gesagt: Der Nächstenliebende verharrt so in seinem Alleinsein, seiner Einsamkeit obgleich er nun die Nächstenliebe praktiziert. Die Dienstleistungsgesellschaft löst die mitmenschlichen Beziehungen in Geschäftsbeziehungen auf: Für alles muß bezahlt werden und dann kann man auch alles bekommen! Die Kaufkraft ersetzt so die Liebenswürdigkeit des Mitmenschen.

Dienstag, 7. Juli 2026

Eine Theologie nach Auschwitz müsse eine andere als vor diesem Ereignis sein! Was dürfe die Kirche nicht mehr!

 

Eine Theologie nach Auschwitz müsse eine andere als vor diesem Ereignis sein!



Aktuell wird der Piusbruderschaft vorgeworfen, sie verleugne die Notwen-digkeit einer Umkehr der Verhältnisbestimmung der Kirche und der Theologie zur jüdischen Religion, wie sie im 2.Vaticanum irreversibel vollzogen worden wäre angesichts von Ausschwitz: Es könne und dürfe keine Judenmission seitens der Kirche mehr geben. Deshalb lehre jetzt die Kirche, daß Gottes Bund mit dem Volke Israel ein ungekündigter sei, daß Israel weiterhin das von Gott erwählte Volk sei.

Nicht wird hier die Frage erörtert, warum das Ereignis Auschwitz nicht unter der Thematik der Theodizee: „Warum läßt der allmächtige und gute Gott das Leiden der Menschen zu, zu subsumieren ist und daß dann der Theodizeediskurs weiter zu führen ist. Man behauptet, daß so der Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit dieses Verbrechens nicht genüge getan würde, obschon selbst der Superlativ: „das größte Menschheitsverbrechen“ denknotwendig die Vergleichbarkeit dieses einen Verbrechens mit allen anderen präsumiert.

Die zugrundeliegenden Thesen zum Nein zu jeder Art von einer kirchlichen Mission Juden gegenüber1 könnten so rekonstruiert werden.

Erstens: In Auschwitz ist dem jüdischen Volke etwas sehr Böses angetan worden. Ergänzt wird diese These durch die These, daß in irgendeiner Weise die christliche Religion und die Kirche mitschuldig sei an Auschwitz.

Zweitens: Juden zu missionieren wäre auch ihn gegenüber etwas Böses Tuen.

Deshalb darf es keine Judenmission mehr geben, auch weil die Kirche mitschuldig sei an den Verbrechen den Juden in Auschwitz.



Eine Überprüfung dieser Thesen:

Wenn jede Judenmission den Juden gegenüber etwas Böses ist, dann war es das vor wie nach Auschwitz gleichermaßen. Dann hätte nicht nur die Kirche sondern schon Jesus selbst niemals Juden in seine Nachfolge berufen dürfen. Daß Jesus selbst gesündigt habe, indem er Juden zu seinen Schülern (Jünger) machte, ist eine theologisch unmöglich wahre Aussage.

Dann müßte gelten, daß die Judenmission von Jesus bis zum Ereignis Auschwitz eine erlaubte kirchliche Praxis war und erst durch Auschwitz eine verbotene wurde. Das Evangelium allen Menschen und somit auch den Juden zu verkünden, ist etwas Gutes, denn es wird ja die Wahrheit so den Hörern verkündet. Nun sei irgendwie die Kirche mitschuldig an Auschwitz, sie trage so eine Mitverantwortlichkeit an dem da den Juden Böses Angetane. Da drängte sich doch der Schluß auf, daß nun, um das Böse Tuen wieder gutzumachen, den Juden jetzt umso mehr Gutes getan werden müsse, ihnen also die Wahrheit zu verkünden sei. Einem das Evangelium nicht zu verkünden, wäre da doch eine Unterlassung an einem Gutes zu tuen!

Nur wenn die These, einem Juden das Evangelium zu verkünden, sei etwas Böses ihm gegenüber, wahr ist, ergibt die These, daß um Auschwitz willen nicht mehr das Evangelium ihnen zu verkünden sei, einen Sinn: Da man den Juden so viel Böses da angetan wurde,müsse nun auch das Böse Tuen der Mission ihnen gegenüber von der Kirche eingestellt werden.

Daß aber den Juden die Wahrheit zu verkünden, etwas Böses sei, diese Behauptung ist mit der Praxis Jesu Christi und dem ganzen Zeugnis des Neuen Testamentes unvereinbar.



Ein paar Klärungen zur jüdischen Religion:

Es muß distinguiert werden zwischen der Gottesverehrung des jüdischen Volkes, wie es sie das Alte Testament bezeugt und der jüdischen Religion zu der prinzipiell jeder Mensch sich bekennen kann, auch wenn die Mehrheit ihrer eAnhänger Juden im ethnischen Sinne sind.

Die Genealogie die jüdischen Religion: Die jüdische Religion konstituiert sich durch das Nein zu Jesus, daß er nicht der im Alten Testament verheißende Messias Israels ist und schon gar nicht der Sohn Gottes und dadurch, daß der hebräische Kanon umgedeutet werden mußte, da die Juden nach der Zerstörung ihres Kultzentrumes, des Jerusalemer Tempels keinen neuen Tempel mehr erreichten konnten und eine tempellose Religion konstruiert werden mußte. Nun avancierte der Synagogengottesdienst zum alleinigen Gottesdienst der jüdischen Religion, obgleich im babylonischen Exil der Synagogengottesdienst nur als ein Surrogat für den Tempelkult konzipiert worden war. (In der christlichen Religion wurde der Tempelkult und der Synagogengottesdienst synthetisiert zu der einen hl. Messe, bestehend aus der Vormesse, dem Synagogengottesdienst und dem Meßopfer, der christlichen Version des Tempelopferkultes. )

Die jüdische Religion zeichnet sich durch diesen Bruch mit dem Alten Testament aus, mit ihrer Verneinung des Tempelkultes und des Neins zu dem im Alten Testament verheißenden und in Jesus gekommenden Messias. .So urteilt Jesus selbst über die jüdische Religion, daß sie nicht Mose glaubt, denn wenn Juden Mose glaubten, würden sie Jesus als den Messias glauben. (Joh 5.45-47.)

Die jüdische Religion ist im Urteile Jesu Christi eine falsche Religion: „Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht.“ (Joh,5,23)Diese Aussage ist einer der Ausgangspunkte der Trinitätslehre: Gott Vater und Gott Sohn sind Verschiedene und doch eins, denn es gilt, daß wer den Sohn nicht ehrt, auch den Vater nicht ehrt. Nicht urteilt Jesus hier ja, daß im Synagogengottesdienst zwar Gott geehrt würde, aber nur der Sohn dann nicht, als wenn diese Verehrung eine teilweise wahre wäre.

Gerade da die jüdische Religion eine unwahre ist, muß ihr gegenüber die wahre verkündet werden.

Es bliebe nur als ein Ausweg zur Rechtfertigung des Neines zur Judenmission die These, daß das jüdische Volk, jetzt im ethnischen Sinne, so von Gott erwählt sei, daß es für dies Volk gleichgültig wäre, wie es sich zur christlichen und zur jüdischen verhielte. Aber diese These widerstreitet das ganze Alte Testament und Jesus wirft den nicht an ihn glaubenden Juden vor, daß sie so auch sie ungläubig Mose und dem ganzen Alten Testament gegenüber verhielten.







1Die Frage, wer ein Jude ist, kann hier nicht erörtert werden ob der Kompliziertheit dieser Materie: Ist Jude im ethnischen oder staatspolitischen oder religiösem Sinne gemeint? M.W wird diese Frage im christlich-jüdischen Dialog auch nicht erörtert, geschweige den geklärt.

Montag, 6. Juli 2026

Was bedeutet die Gewissenfreiheit unter Politikern – ein Aufklärungsbeitrag

 

Was bedeutet die Gewissenfreiheit unter Politikern – ein Aufklärungsbeitrag



Wenn ein Berufspolitiker vor der Wahl verspricht: „Niemand habe die Absicht, die Steuern zu erhöhen!“, und nach der Wahl, in der neuen Regierung sitzend erklärt: „Eine Steuererhöhung sei unvermeidbar!“, dann ist das keine arge Wählertäuschung, sondern er gehorchte der Stimme seines Gewissens, die ihn nun dazu drängte, doch einer Steuererhöhung zuzustimmen. Als ein demokratisch gewählter Parlamentarier unterliegt er keinem „imperativen Mandat“, das ihn dazu verpflichtete, das vor der Wahl Versprochene auch zu tuen. Denn als Gewählter hat er das Recht und gar die Pflicht, nur seinem Gewissen folgend zu entscheiden.

Nur Politiker, die nicht nach der Wahl in die neue Regierung eingetreten sind, halten daran fest,daß sie das vordem Verheißende auch nach der Wahl auch umzusetzen würden, stellten sie die neue Regierung.

Die katholische Moraltheologie exculpiert die Politiker, die der Stimme ihres Gewissens folgen mit der Lehre, daß jeder, also auch die gewählten Politiker immer ihrem Gewissen zu folgen hätten, wenn das ihnen klar anzeigt, für was sie im Parlament zu votieren haben, selbst wenn ihr Gewissen sich irre.



Damit nun diese Gewissensfreiheit nicht zu anarchischen Exzessen in den Parlamenten führt, wird sie aber vertikal in die Fraktionsdisziplin und horizontal in die der Parteidisziplin eingehegt. Damit ein Parlamentarier nicht an seine Versprechungen an das Wahlvolk gebunden ist, soll und darf er auf seine Gewissensfreiheit pochen. Damit aber in den Parlamenten nicht anarchisch entschieden wird, wird dann die Gewissensfreiheit der Fraktions- und Parteidisziplin subordiniert.

Der KI klärt uns nun über das eherne Gesetz der Oligarchisierung der Parteien auf: Übersicht mit KI: „Das sogenannte „eherne Gesetz der Oligarchie“ besagt, dass jede demokratische Organisation – wie etwa eine politische Partei – mit der Zeit unweigerlich bürokratische Strukturen ausbildet. Dadurch konzentriert sich die Macht in den Händen einer kleinen Führungselite, wodurch die Kontrolle durch die Parteibasis schwindet und demokratische Ideale letztlich unterlaufen werden.“

Das bedeutet für die parlamentarische Demokratie, daß in jeder etablierten Partei eine Oligarchie die Politik der Partei bestimmt und daß alle Parteioligarchen unter sich in den Parlamenten die Regierungs-aufgabe und die der Oppositionsaufgabe aufteilen, wobei in letzter Instanz immer die Bundesparteivorstände den politischen Kurs bestimmen. So ist letztendlich die parlamentarische Demokratie die Herrschaft der sich wechselseitig als koaliations- und regieungsfähig anerkennenden Parteien.

Als demokratiegefährdend wird dann verstanden, wenn eine so nicht anerkannte Partei in die Parlamente gewählt wird, die diese inneroligarchische Aufteilung zwischen Regierungs- und Oppositionsparteien behindert oder gar verhindert. Denn die Stabilität dieser Parteienoligarchieherrschaft beruht darauf, daß einer Regierung im Parlament eine Opposition gegenübersitzt, die eine mögliche und nie unwahrscheinliche Unzufriedenheit des Wählervolkes zu ihrer Sache erklärt: „Wir würden besser regieren als die jetzige Regierungspartei.“ So können die Oligarchien abwechselnd regieren und dann opponieren, ohne daß die Politik sich ändern würde, da die Parteioligarchen in allen wesentlichen Fragen das Gleiche vertreten und nur deswegen sich wechselseitig als regierungsfähig beurteilen.

Wenn aber alle sich wechselseitig als regierungsfähig anerkennenden Parteien gemeinsam regieren müssen, um ein Mitregieren oder gar Regieren der nichtanerkannten Partei zu verhindern, dann gefährdet das die Stabilität des Systemes, die eine fiktive Opposition verlangt, die, wenn sie dann gewählt wird, die Politik der abgewählten Regierung nahtlos prolongieren kann.

Diese Oligarchenherrschaft verlangt nun aber als erstes den Parlamentarier, der nicht an seine Wahlversprechungen dem Volke gegenüber gebunden ist, sein freies Gewissen, damit er ganz der Parteiherrschaft subordinierbar ist.

So ist die Gewissensfreiheit überhaupt nur die Emanzipation des Menschen von den Geboten Gottes und der Kirche, damit er sich ganz dem Zeitgeist des „Man“ subordiniert, was man tut und was nicht, was sich gehört und was sich nicht gehört.Die Individualität des Gewissens ist wohl ein Phantasmata.