Dienstag, 17. Juli 2018

Jesuit fordert „Recht auf Abtreibung“

Da gibt es also noch Staaten auf der Welt, in denen es noch nicht erlaubt ist, daß Mütter ihre Kinder im Mutterleibe töten lassen, so die Dominikanische Republik. Das ist natürlich für die Feministin weltweit ein Skandal, haben sie doch sonst fast überall das Recht auf das Tötenlassen von Kindern im Mutterleibe durchgesetzt- ja, der Feminismus kann sich ja jetzt schon rühmen, daß noch nie im Namen einer Ideologie so viele unschuldige Menschen getötet worden sind. 
Jetzt soll es einen Marsch zum Recht auf Kindestötungen im Mutterleibe in der Republik geben. Nach dem triumphalen Sieg des Antichrist in Irland schaut nun die Welt hoffnungsfroh auf die Dominikanische Republik.
Und welche Stimme ertönt da? Die eines Jesuiten:   „Heute für die Entkriminalisierung der Abtreibung auf die Straße zu gehen, heißt, Jesus nahe sein, der liebt, der begleitet und Menschen nicht verurteilt“. kath info 16.7.2018. Kath info kommentiert: "Nun meldete sich ein Jesuit zu Wort und empörte sich öffentlich über das Abtreibungsverbot. P. Mario Serrano ist auf der Insel im Orden für soziale Fragen zuständig. In einem Video sprach er sich für die Einführung eines Abtreibungsgesetzes aus, das die Tötung ungeborener Kinder legalisieren soll. Er rief die Gläubigen auf, „mit den Frauen zu sein“, was in der Vorstellungswelt des Jesuiten offensichtlich bedeutet, sie bei der Tötung ihres ungeborenen Kindes zu unterstützen."
So proklamiert ein Jesuit das Recht auf das Töten von Kindern im Mutterleibe.
Es muß wohl davon ausgegangen werden, daß dieser Jesuit das Apostolische Glaubensbekenntnis nicht kennt oder es zumindest teilweise verwirft, denn da heißt es ja, daß der zur Rechten Gottes sitzende Jesus Christus wiederkommen wird in Herrlichkeit, um zu richten die Lebenden und die Toten. In diesem Gericht wird Jesus Christus selbst Menschen zum ewigen Tod verurteilen, wie er es in seinen eschatologischen Gerichtsankündigungen klar zum Ausdruck bringt. Aber der Jesus dieses Jesuiten sagt eben zu allen Sündern: Sündigt weiter- Gott liebt euch, auch wenn ihr mordet und Todsünde auf Todsünde begeht. 
Dieser theozentrische Nihilismus bildete also das Zentrum der Verkündigung dieses Jesuiten, müßte man präsumieren, daß der Jesuit das von ihm Gesagte auch ernst meint. Aber das ist ausgeschlossen. Wer gegen die Politische Korrektheit sündigt, zu dem wird dieser Jesuiten-Jesus natürlich nicht weiterhin Ja sagen, er sagt nur sein Ja zu allen, die politisch korrekt leben und dazu gehört auch das Tötenlassen der Kinder im Mutterleibe durch die eigene Mutter. 
So eine "Theologie" entsteht eben, wenn die Grundlagen der christlichen Religion reprobiert werden und stattdessen die Ideologie der Politischen Korrektheit zur ewigen Wahrheit gekürt wird.  
Aber dieser Jesuit steht damit nicht allein in seinem Orden:
"Carlos Novoa: Jesuit und Abtreibungsbefürworter
Die Kontakte zwischen der Jesuitenuniversität und der Abtreibungslobby stellte der Jesuit Carlos Novoa Matallana her. Pater Novoa, der ehemalige Dekan der Theologischen Fakultät, lehrt Ethik an der Päpstlichen Universität Xaveriana und ist einer der streitbarsten Theologen Lateinamerikas – allerdings gegen die katholische Lehre. Novoa ist bekennender Abtreibungsbefürworter. Eine Position, die er an der Universität und ebenso als häufiger Gast in den Medien und von Abtreibungsbefürwortern öffentlich und lautstark vertritt. "
zitiert nach: "Die (gar nicht) " Stille Apostasie"- Wenn Jesuiten...Gloria TV https://gloria.tv/article/jEasqJ2aGfQS2cKa673K9hWtt

Zusatz:
Der Vorzeigekämpfer gegen Rechts  Andreas Püttmann formuliert in dieser Causa gemäßigter, indem er conservativen Katholiken  zuviel Engagement für den Lebensschutz und gegen die Genderideologie vorwirft (Katholisch de am 8.7.2018)- wichtiger sei der Kampf gegen die AfD! Das ist eben politisch korrektes Christentum, dem sich auch die Jesuiten verpflichtet fühlen, ja dem sie gut jesuitisch Kadavergehorsam leisten! 


 



Montag, 16. Juli 2018

Papst Franziskus- ein Kryptolutheraner?

"Es wird Zeit, dass die Todesstrafe dorthin kommt, wo die Duldung der Sklaverei und weite Teile des "Syllabus Errorum"  sind: Auf den Müllhaufen der Kirchengeschichte. Es wird Zeit, dass Papst Franziskus den Katechismus ändert." So tönt der heutige Standpunktkommentar auf der quasi offiziellen Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz: katholisch de am 16.7. des Jahres.Als Begründung wird Papst Franziskus zitiert, der behauptet haben soll, daß die Todesstrafe dem Evangelium widerspräche.
Bis heute ist es gültige Lehre der Kirche, daß die Todesstrafe nicht dem Evangelium widerspricht, ja sie wurde vom Paulus, dem Apostelfürsten  bis heute bejaht. Wie kann es sein, daß die Kirche unter der Leitung des Heiligen Geistes dauerhaft etwas lehrt, was dem Evangelium widerspricht? Das ist nur vorstellbar, wenn der genuin lutheriche Standpunkt eingenommen wird, daß Konzilien und die ganze Kirche irren kann.
Also steht jetzt der Papst über der Hl. Schrift und der Lehre der Kirche, oder wird über sie gestellt, damit er eigenmächtig Lehren der Kirche, die dem herrschenden Zeitgeist mißfallen, abschaffen kann! Denn nirgends in der Bibel noch in der Tradition wurde je das Recht des Staates, gerechte  Kriege zu führen und die Todesstrafe zu vollstrecken, in Frage gestellt- es ist eben das Recht des Staates als Gewaltmonopol! Und Jesus Christus selbst lehrt so, indem er zu Pontius Pilatus sagt: Du hättest keine Macht über mich, mich zu Tode zu verurteilen, wenn Du sie nicht von Oben, von Gott verliehen hättest. Gott selbst läßt ja durch den Römischen Staat die Todesstrafe an Jesus Christus, seinem Sohn vollstrecken um der göttlichen Gerechtigkeit willen. 
Aber von solchen theologischen Wahrheiten wollen zeitgenössische Modernisten nichts wissen,denn ihnen ist der Beifall der Medien das wichtigste.  

1.Zusatz:
Nie hat die Kirche offiziell den Syllabus Errorum als Irrtum abgeurteilt, daß er nicht mehr beachtet wird, ist eine der Ursachen ihres heutigen Niederganges! Die Bejahung der Sklaverei war nie Lehre der Kirche!   

Sonntag, 15. Juli 2018

Kunst und Wirklichkeit-oder ein Plädoyer für deutsche Philosophie

"Leicht ließe sich denken, daß ihr [der Kunst] autonomes Reich mit der auswendigen Welt nicht mehr gemein hat als entlehnte Elemente, die in einen gänzlich veränderten Zusammenhang treten." Diesen Gedanken finden wir in:  Adorno, Ästhetische Theorie, das letzte große Werk dieses Philosophen, das aber unvollendet blieb.
(Eine Nebenbemerkung: In conservativen Kreisen macht man es sich manchmal zu leicht mit der Kritik der "Frankfurter Schule" im Allgemeinen und im Besonderen mit Adorno. Es reicht eben zu wissen, daß die irgendwie alle marxistisch waren, die sexuelle Freizügigkeit propagierten und alle Werte und Normen der bürgerlichen Gesellschaft liquidieren wollten. Und irgendwie ist dann diese Schule schuld an allem, was nach 1968 dann bei uns daneben ging- war doch irgendwie dieser 68er Destruktionsprozeß von diesen Philosophen erdacht worden. Bedenklich ist dabei aber, daß die Hauptwerke Adornos in solchen Kritiken in der Regel gar nicht erwähnt werden, geschweige denn daß man sich mit ihnen auseinandersetzt.
Wer aber auch nur die ersten 10 Seiten etwa der "Negativen Dialektik, des "Jargons der Eigentlichkeit", "Die Dialektik der Aufklärung" und in seine Ästhetik liest, wird ad hoc verstehen, warum so verfahren wird: Selbst einem im Lesen von philosophischen Texten Geübten fällt das Verstehen nicht leicht. Es sind eben Produkte der Hochkultur philosophischen Denkens. Die Philosophie von Platon über Kant bis Hegel und Marx wird hier als selbstverständlich bekannt vorausgesetzt und darauf aufbauend, bejahend und kritisierend wird darüber hinaus gedacht. Aber den Kritikern reicht oft ein Blick in die "Studien zum autoritären Charakter" mit dem Basiswissen, irgendwie hat da Adorno herausgefunden, daß die bürgerliche  Familie an allem schuld sei, daß die so aufgelöst werden müsse und das reicht dann, um zu urteilen: So nicht. Schon die Frage,ob diese Studie nicht eher ein Nebenwerk  im Schaffen dieses Philosophen ist, wird dann nicht gestellt, damit man sich nicht genötigt sieht. die Hauptwerke lesen zu müssen.
Für Optimisten ist auch die Geschichte der Philosophie eine stetige Aufwärtsbewegung vom Dunkleren hin zu immer Klarerem, zu mehr Licht, auch wenn hier und da mal ein Irrweg beschritten worden ist. Ein Blick gerade in die Hauptwerke Adornos belehrt uns da etwas anderem: Daß es auch Zeiten des Niederganges gibt, daß da das Erbe, was auf die Jetzigen zukommt, ihnen zu groß ist, sie zu klein dafür sind. Der hochkomplexe Diskurs der Scholastik vor Luther ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn die Tradition nicht mehr weitergeführt werden kann, weil sie ihre Erben überfordert. Das lutherische "Sola scriptura" ist so auch eine kulturfeindliche Parole, daß man sich weigert, die Tradition fortzuführen. "All das vor uns Geleistete soll nicht mehr gelten- nur mein neues Denken, das ab ovo wieder anfängt, zählt!" 
Der deutsche Idealismus, auf Kant aufbauend, war gewiß der Höhepukt deutscher Kultur- aber wie schwer zugänglich ist uns das Denken eines Fichtes, eines Schellings und eines Hegels geworden!  Und selbst noch die "Frankfurter Schule" und ein Adorno schöpfen aus dem Reichtum dieses Denkens- es ist ihn ihren Werken präsent.
Es ist wohl keine allzu überspitzte These, daß erst der Import angelsächsischer Philophie mit ihrer Vorliebe für den Empirismus und Pragmatismus, mit ihrer antimetaphasischen Neigung  und ihre Vorherrschaft im heutigen Diskurs uns den Zugang zu unseren eigenen Traditionen verbaut. Die Verwestlichung Deutschlands ist immer auch eine Entfremdung vom Eigenen. Das hat natürlich auch etwas mit dem Vorurteil zu tuen, daß irgendwie die ganze deutsche Kultur und somit auch die Philosophie Auschwitz ermöglicht hätte als rein deutsche Untat. 
"Was tun?"- so frug schon Lenin, der mit Verlaub gesagt gerade den deutschen Philosophen Hegel und nicht nur Karl Marx aufs höchste wertschätzte!
Wenn uns die großen Werke unserer eigenen Kultur zu groß geworden sind- uns Kleingezüchteten, dann wollen wir wenigstens versuchen, Perlen und schöne Kleinode aus ihnen herauszufischen, um sich ihnen dann zu widmen!  (Vergleichbares ist ja auch in der Literatur erlebbar: Versuche man doch einmal, Jean Pauls Meisterwerk: "Der Titan" zu lesen! Welch eine Sprachvirtuosität begegnet uns da, die uns heutige Leser in unserem verarmten Deutsch so sehr überfordert! Wie arm ist da verglichen mit dieser Sprachkunst Jean Pauls selbst die Sprache unserer Gegenwartsliteratur!)

Jetzt zur Sache: Es ist wohl eines der verbreitesten Vorurteile, daß die Literatur und insbesondere der Roman eine Wirklichkeit widerspigele und daß so die Aufgabe der Literaturkritik die ist, das Widergespiegelte aus den Kunstwerken herauszukristallisieren.Die plumpeste Vorstellung ist dabei die, daß der Stoff eines Romanes sich aus der Biographie des Autoren erschlösse. Romane wären so eigentlich nur verschriebene Autobiographien. Dieser Ansatz kann nun gar noch ausgebaut werden, daß sich in einem Roman die gesellschaftliche Wirklichkeit widerspiegele und daß die Qualität der Widerspigelung ihre kritische Haltung zur gesellschaftlichen Wirklichkeit sei. Kunst müsse gesellschaftskritisch sein, "engagiert" parteiergreifend für den Fortschritt und die Humanität. So tönt es seit 68 in den germanistischen Lehrveranstaltungen. 
Wie nun aber, wenn Adorno hier recht hätte! Wenn die Literatur nichts Reales widerspiegelt, sondern daß sie  Kunstwelten erschafft, in die der Kunstnutzer sich versetzen läßt im Akt  des Lesens? "Wo bin ich denn, wenn ich mit den Hobbits aus Tolkiens: "Herr der Ringe" durch düstere Wälder wandere?  Ist nicht jedes Romanlesen ein Eintauchen in eine rein fiktive Welt, die  im Lesen mir zur realen Lebenswirklichkeit wird? 
Anthropologisch gesagt: Weil der Mensch als Geistwesen nie in der Natur heimisch werden kann, weil er Geist ist, schafft er sich künstliche Welten, um sich in ihnen zu beheimaten!Die Natur dagegen gestaltet er für sich um, um sie sich ihm genehm zu machen. Die komod gewordene Welt wäre so die vollständig kultivierte.
Es ist vielleicht eine der verhängnisvollsten Folgen des Übergewichtes des Denkens im Indikativ, daß das Denken primär auf die Wirklichkeit bezogen ist mit dem Ziel, das Wirkliche  adäquat zu erfassen. Aber es gibt auch das konjunktivische Denken: Es könnte auch Alles ganz anders sein! und das optativische: Wenn es doch so wäre! Vielleicht ist die Literatur mehr der Ort der Konjunktive  und Optative als der der Wirklichkeiten widerspiegelnden Indikative.  Erfassen wir aber nicht erst so, was das Eigentliche eines Kunstwerk ausmacht?
     

   

Samstag, 14. Juli 2018

Was bewegt die anglikanische Episkopalkirche? Oder der Tod des (amerikanischen)Protestantismus

"Noch bis zum Wochenende tagen Mitglieder der US-Episkopalkirche in Texas zu aktuellen Themen der Anglikaner. " katholisch de am 13.7.2018. Und was sind nun die Themen dieser anglikanischen Christen? "Bei der 79. Generalsynode der Kirche in Austin, Texas, geht es unter anderem um Zuwanderung, Umweltschutz und Waffenkontrolle." 
Es gibt leider keinen berechtigten Grund, das als Falschmeldung zu beurteilen. Die Synodalisierung führt eben auch dazu, daß die Tagesordnung der Welt zu der der "Kirche" wird. Es bedarf keiner großen Kenntnisse, um bei dieser rein politischen Tagesordnung die Anti-Trump Ausrichtung herauszuhören. Multikulti und Öko sind eben die Lieblingsthemen des politisch korrekten Amerikas. In diesen Herzstücken linksliberaler Medien versagt ja der amerikanische Präsident vollends, der sich stattdessen um so reaktionäre Themen wie den Lebensschutz und der Familie zuwendet. 
Für diese Syndalanglikaner gibt es eben nur diese politisch korrekten Themen! Aber da gibt es nun doch noch schwarze Schafe in dieser Gutmenschkirche!katholisch de:
" Doch die als Hassgruppe eingestufte Westboro-Baptist Gemeinde aus Kansas nutzt seit über 30 Jahren jede Gelegenheit, um gegen Homosexuelle zu demonstrieren. So machte sich die Gruppe auch diesen Sonntag nach Austin zur Synode auf. Die episkopale Gemeinde in Austin will dem Hass Liebe entgegensetzen." Im Klartext heißt das, daß eine Kritik der Glorifizierung der Homosexualität mit biblischer Begründung eine Haßattacke gegen Homosexuelle ist. Das muß bekämpft werden. Ob diese "Episkopalkirche" schon beschlossen hat, alle Aussagen der Bibel zur Homosexualität aus ihr als Haßtexte zu streichen, entzieht sich meiner Kenntnis- aber das wird wohl auch nicht nötig sein, da dank der historisch-kritischen  Bibelauslegung die hl. Schrift jegliche Normativität verloren hat. 
Wozu auch die Bibel, wenn doch die Synodalen ganz erfüllt sind vom Weltgeist der Politischen Korrektheit: Multikulti, Umweltschutz und Deliberalisierung des Waffengesetzes und tatkräftige Unterstützung der Homosexbewegung, so stellt sich das total amerikanisierte Christentum dar- mehr hat es nicht mehr der Welt zu sagen. Dies Christentum ist so verweltlicht, so ganz von und in dieser Welt, daß es nur noch die Nachäffung  des Gutmenschtumes ist, dekoriert mit ein paar christlichen Phrasen! 
Dem aufmerksamen Leser dieses Berichtes auf katholisch de kann aber nicht entgehen, wie begeistert dieser Kommentar über dies Verfallschristentum ist!     

Zusatz:
Für Kontinentaleuropäer wird der uramerikanische Gundsatz, daß ein Amerikaner nur ein freier Bürger ist, wenn er einen Colt in seinem Halfter trägt, nie nachvollziehbar sein. Dieser Grundsatz speist sich aus dem Mythos vom "Wilden Westen", daß ein Mann nur ein Mann ausgestattet mit Pferd und Colt ist. Das nicht zu akzeptieren, heißt, den Amerikaner nicht Amerikaner sein zu lassen. 

Freitag, 13. Juli 2018

Populäre Irrtümer :Weil es Unterschiede gibt, gibt es Konflikte

Wer auch nur oberflächlich dem allgemeinen Gerede in den Medien Gehör verleiht, kann eines nicht überhören, das Axiom, daß Unterschiede die Ursache aller Konflikte seien, sodaß nur die Einebnung aller Differenzen uns einen kinflktfreien Frieden ermöglichen könne. So gilt heutzutage in den Medien das Urteil, die Person sein umstritten, oder ein Werk sei umstritten,als reines Negativurteil- nur was unumstritten sei, sei gut. Umstrittenheit beinhaltet eben, daß etwas different beurteilt wird und das ist schon in einem konsensverliebten Diskurs etwas zutiefst Anstößiges. 
Der Umstrittene tritt dann nur noch als Objekt des öffentlichen Geredes auf, es wird nur noch über ihn- gegen ihn- geredet. M. Foucault, dem wir eine brillante Analyse der Ordnung des Diskurses verdanken, (Ordnung des Dikurses) wird in einem Punkte diesbezüglich oft mißverstanden: Er konstatiert nämlich, daß jeder reale Diskurs immer nur geführt wird, indem er bestimmte potentielle Kommunikanten und Gegenstände ausschließt und so erst zu einem Diskurs wird. 
(Zur Veranschaulichung des Gemeinten: Man kann nicht regellos einen Ballsport betreiben, sondern es wird eine bestimmte Version des Ballsportes gewählt, etwa das Fußballspiel und damit ist die Differenz gesetzt von einem regelkonformen Umgang mit dem Ball und einem unerlaubten. Diese Ballsportregeln können nicht aus einer Analyse des Balles konstruiert werden, daß man etwa urteilen könnte, daß das Ballspielsystem Fußball dem Wesen des Balles gerechter würde als das Handballsystem. Nur eines gilt: Es muß entschieden werden, durch welche Regeln ein Diskurs bestimmt wird.) 
Gäbe es keine Unterschiede, Differenzen mehr, dann verschwänden alle Konflikte. Also, weil es Völker gibt, die auf ihrer Identität Wert legen, gibt es Patriotismus und Nationalismus als die Quelle der Weltkriege. Deshalb müssen die Völker aufhören, deutsch, englisch, französisch zu sein, sie sollen nur noch Europäer sein. Weil es Männer und Frauen gibt, gibt es Beziehungsprobleme zwischen den Geschlechtern. Wenn aber die Männer und die Frauen nur noch Menschen sein wollen, dann verschwinden diese Konflikte. Weil es Katholiken, Evangelische und Orthodoxe gibt, gibt es innerchristliche Konflikte- wenn aber alle nur noch Christen sein wollten, dann verschwänden die. Weil es Christen, Juden und Muslime gibt, gibt es gar Religionskriege- gäbe es nur noch Gläubige, verschwänden auch diese Konflikte.  Solange es Rassen gibt, gibt es Rassenkonflikte...
Abstrakter: Gäben alle ihre Identität auf,löste sich Alles in einem Einerlei auf, lebten wir in einer konfliktfreien Welt. Nur, die Differenzen sind ja- und deshalb sollen sie als unwesentlich abgetan werden: Es ist doch (selbst Gott) gleichgültig, ob ich evangelisch oder katholisch oder muslimisch glaube, ob ich Mann oder Frau bin, ob ich Deutscher oder Franzose bin, denn es soll nur noch unterschiedslos Menschen geben, die überall die selben Rechte für sich beanspruchen können. Ein Afghane darf eben nach Deutschland auswandern und hier leben,blos weil er es will, und dann  genießt er qua Menschsein gleich die Rechte jedes Deutschen. Wer hier Unterschiede sieht, der ist eben ein menschenverachtender Nationalist, nur weil er seine Identität nicht verlieren will. 
Im Hintergrund dieses Willens zum Einheitsmenschen ohne eine Identität, (denn die ist ihm nur durch eine Differenz zu anderen Menschen) steht selbstredend der Wunsch nach dem Massenmenschkonsumenten, der das will, was auch nur jeder will und der universell überall als Arbeitskraft einsetzbar ist. Die sich globalisierende Wirtschaft schafft sich selbst ihren homo oeconomicus, den Konsumenten und Produzenten ohne eine Identität. Dem korreliert der ökomenische und interreligiöse Dialog als Überwindungsversuch gläubiger Identität: Alles gleichgültig!   
Und was bedeutet das für das Leben. Leben ohne Differenzen wäre Kulturlosigkeit.

Es ist kein Zufall, daß am 4.7. 2018 die antideutsche FAZ jubeln kann
"In Graz hat am Mittwoch der Prozess gegen die rechtsextreme Identitäre Bewegung Österreich (IBÖ) begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft zehn Führungsmitgliedern und sieben „aktiven Sympathisanten“ der Bewegung die Bildung einer kriminellen Vereinigung vor sowie Anstachelung zum Hass, teilweise auch Sachbeschädigung und Nötigung." Der Willle zur Bewahrung eigener Identität ist für diesen rein politischen Prozeß eine kriminelle Handlung und eine Anstachelung zum Haß. Hieße ihre Parole: Österreich, Deutschland verrecke!, könnten sie dagegen mit Extragratifikationen und dem Lob aller Gutmenschen rechnen. 
        

Donnerstag, 12. Juli 2018

Jesuiten im Kampf gegen die Wahrheit! Ein Beispiel

"In einem Blogeintrag im November 2014 hatte sich McAdams kritisch mit einer Dozentin der Marquette University befasst, die einem Studenten vorgeworfen hatte, seine Kritik an der „Homo-Ehe“ sei eine Beleidigung für homosexuelle Studenten. Manche Meinungen seien „nicht angebracht“ und „homophobe Ansichten“ würden in dem von ihr unterrichteten Ethikkurs nicht toleriert." kath net am 10.7. 2018.
Was passierte da?
1) Ein Student nimmt kritisch zur Homoehe Stellung, wahrscheinlich in einer Seminardiskussion
2) Die Dozentin erklärt darauf, daß sie solche Kritik nicht dulde; ja eine Kritik der Homoehe sei nicht
    tolerierbar. Das ist ein Musterfall der Grenzen der Toleranz: Verstöße gegen die politische Kor-
    rektheit sind nicht duldbar. An einer Universität sind nur politisch korrekte Äußerungen erlaubt.
3. Ein Dozent kritisiert nun diese Zensur der Dozentin.
4. Daraufhin suspendiert die Leitung der Universität  den kritisiernden Dozenten. Sein Eintreten für
   die Meinungsfreiheit sei inakzeptabel. Manche Meinungen sind nicht angebracht und nicht 
   tolerierbar.

An welcher Universität ereignete sich das? Es klingt sehr unglaubwürdig, aber ist wahr. Der Tatort: Die Jesuitenuniversität  Marquette University! In einer jesuitischen Universität wird ein Student gemaßregelt, weil er die Homosexehe kritisiert. Diese Kritik ist an einer Jesuitenuniversität intolerabel. Die Leitung der Universität stimmt dem zu. Als ein Professor diese Unterdrückung der Meinungsfreiheit kritisiert, wird er von der Jesuitenleitung vom Dienst suspendiert!
5. Jetzt folgt ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen der Unileitung und dem Suspendierten. Er gewinnt den Prozeß gegen die Jesuitenleitung!
Per weltlichem Gericht muß ein Dozent das Recht erstreiten, daß die Lehre der Katholischen Kirche zur Causa Homosexualität und Homoehe in einer Jesuitenuniversität nicht als nicht tolerierbar unterdrückt wird. 
Preisfrage: Welche sonstigen Lehren der Katholischen Kirche dürften wohl in dieser Jesuitenuni nicht mehr vertreten werden, weil sie intolerabel sind für jesuitische Gutmenschen? So bitter es auch ist: Zu einem der größten Feinde der Katholischen Kirche ist der Jesuitenorden geworden! Papst Franziskus ist an solchen Universitäten "ausgebildet" worden!
 

 


Mittwoch, 11. Juli 2018

Irritierendes: War das früher nicht alles ganz anders?

Philo von Alexandrien, sicher einer der bedeutendsten jüdischen Theologen, vergleichbar vom Niveau her mit Origenis urteilte über das menschliche Leben:"...Denn jeder von uns ist in diese Welt gekommen wie in eine fremde Stadt, an der wir vor unserer Geburt keinen Anteil hatten und in dieser hält er sich wie ein Gast auf, bis er die ihm zugemessene Lebensspanne erschöpft hat." (zitiert nach: Sloterdijk, Die wahre Irrlehre: Gnosis, in: Ders.Nach Gott, 2017, S.78. Paul Gerhardt expliziert diesen Grundgedanken dann aufs beeindruckendste in seinem Kirchenlied: "Ich bin ein Gast auf Erden":

1) Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand;
der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland.
Hier reis ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh
ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu.


Beiden gemein ist der Glaube an die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen. Als Exillierte Kinder Evas leben wir hier auf Erden in der Verbannung, abgetrennt von unserer Heimat, unserem Ursprung. Sloterdijk verortet nun die Differenz zwischen der gnostischen und der christlichen Erlösungsvorstellung genau in dem einen wirklich wesentlichem Punkte, daß im gnostischen Denken schon die Schöpfung der Fall als Entfremdung vom Ursprünglichen gedacht wird, während das christliche Denken zwischen der ursprünglich guten Schöpfung und ihrer Depravation durch den Sündenfall des Teufels und der Menschen distinguiert wird, sodaß es einen guten Schöpfergott geben kann, der dann auch als Erlösergott fungieren kann, wohingegen für das gnostische Denken es nur einen guten Erlösergott geben kann, dem ein demiurgischer Schöpfer entgegengesetzt ist.
Gemein ist aber beiden, daß die Erlösung einer aus der gefallenen Welt hinaus ist. So erst erschließt sich uns diese Zentralaussage der Johanneischen Theologie: 
"Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist! Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht. Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz, stammt nicht vom Vater, sondern von der Welt."  1.Joh, 2,15-17. Christlich ist diese Aussage, wenn hier die Welt als die sich von ihrem Ursprunge emanzipiert habende Welt gemeint ist.
Aber all das muß uns Heutigen verwirren, gilt uns doch die Liebe zur Welt und der Wille, zum Erhalt der Schöpfung etwas beizutragen, als höchste christliche Tugend, nachdem der Umweltschutzgedanke in der Kirche heimisch wurde. Fühlt die zeitgenössische Theologie nicht viel eher mit Heinrich Heines Deutsches Wintermärchen, 2. Kapitel?

"Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.

Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen."


Und ist es nicht bezeichnend, daß für dies neu entdeckte Erdenleben, wozu brauchen wir da noch einen Himmel- Paradiesleben? die Magenfreuden von Brot und Zuckererbsen entdeckt werden, aber auch die Lust und die Freude am Schönen? Das Erdenleben ist eben für den sich auf Magen- und Geschlechtsbedürfnisse Kaprizierenden ein Paradies, denn davon bietet die Welt ausreichend an, es muß nur noch sozial gerecht verteilt werden: für jeden Brot und Zuckererbsen und der Lustgewinn. So gewinnt man die Erde lieb in Folge dieser Reduction menschlicher Bedürfnisse aufs Materielle und Sexuelle (Lust). Ist das nicht das Spezifische der postkonziliaren Theologie mit ihrer Zentrierung auf das diakonische Handeln der Kirche? Kann man den Diskurs über die Zulassung zum Empfang der hl.Kommunion in Deutschland verstehen ohne die These, daß die Frage nach dem ewigen Heil und die Bedeutung eines sakrilegischen Empfanges der Kommunion für das Seelenheil einfach ausgeklammert wird, weil selbst in der Kirche man sich nur noch auf das irdische Wohlergehen konzentriert- das ewige Heil bekommt ja jeder gratis dazu, wenn er es denn überhaupt als erstrebenswert erachtet!
Ob nicht auch der Kirche der Himmel, das Jenseits als unserer eigentliche Heimat abhanden gekommen ist, weil auch die Kirche den Menschen nun so materialistisch sieht wie dieser Dichter, daß uns die fremde Welt, das Exil zur Heimat wird, reduzieren wir Menschen uns auf Magen- und Geschlechtsbedürfnisse, die in einer sozial gerecht organisierten Welt für Jedermann erfüllbar sein sollen. (Vgl: A.Gehlen, Moral und Hypermoral: Brot und Sex für alle, um es polemisch scharf zu formulieren! Wie weit hat sich doch so unser Denken von dem religiösen wegentwickelt und ist materialistisch vulgär geworden!