Mittwoch, 4. Februar 2026

„Die Krise der liberalen Demokratie – auf welcher Seite steht der Katholizismus?“

 

Die Krise der liberalen Demokratie – auf welcher Seite steht der Katholizismus?“


So frägt der gleichnamige Artikel der Internetseite „feinschwarz“ am 29.Jänner 2026. Die Frage, „auf welcher Seite stehst Du?“ ist eine inquisitorische, denn sie impliziert, daß es eine richtige und eine falsche Seite gibt, und daß man nur vom richtigen Standpunkt aus richtig etwas beurteilen könne. Parteipolitisch gewendet heißt das, daß es die eine Partei gibt, die immer recht hat und andere können nur recht haben, insoweit sie mit dieser Partei übereinstimmen.

So ließ die SED einst über sich singen:Die Partei, die Partei, die hat immer Recht Und, Genossen, es bleibe dabei.Denn wer kämpft für das Recht.Der hat immer Recht.Gegen Lüge und Ausbeuterei.Der das Leben beleidigt.ist dumm oder schlecht.Wer die Menschheit verteidigt Hat immer recht So, aus Leninschem Geist Wächst, von Stalin geschweißt.Die Partei – die Partei – die Partei“

So einfach ist das in den Zeiten der Postmoderne nicht mehr, aber auch jetzt noch wird so dualistisch die Welt gedeutet: Wer rechts steht, ist stets im Unrecht und nur wer linksliberal ist, steht richtig. Die Guten bejahen also die liberale Demokratie, wer sie kritisiert hat a priori Unrecht. Die Französische Revolution wird nun in diesem „feinscwarz“ Artikel als die Mutter der liberalen Demokratie angesehen mit ihren Revolutionsideen, die der Menschenrechte. Deshalb müsse die Kirche auf der Seite der liberalen Demokratie stehen und jetzt praktisch die etablierten Parteien gegen die rechtspopulistische Kritik verteidigen. Es werden dann im Katholizismus finstere Hintermänner entlarvt, die sich gegen die liberale Demokratie verschworen haben, die Rechtskatholiken und wie immer man dann dies feindliche Lager beschimpft.


Eines könnte nun einen aufmerksamen Zeitgenossen zu denken geben: War nicht einst die Passion aller Linksintellektuellen die Gesellschaftskritik? Selbst Kunstwerke galten nur, wenn sie gesellschaftskritisch intendiert waren.(So erinnere ich mich, daß im Deutschunterricht Goethes „Leiden des jungen Werter“ ob seiner Gesellschaftskritik uns anempfohlen wurde!) Der Geist ist eben ein kritischer, sonst ist er keiner. Wenn man daraufhin heute sich frägt, wo denn nun die Tugend der Gesellschaftskritik noch praktiziert wird, kann irritiert konstatieren, daß jetzt die Apologie der politischen Verhältnisse zur Hauptaufgabe der Intellektuellen und der Medien avanciert ist. Kritisiert werden nur noch die Kritiker der bestehenden Verhältnisse. Die liberale Demokratie und ihre Marktwirtschaft gilt seit dem Ende des „Real existierenden Sozialismus“ als alternativlos. Ja sie muß ob ihres fortschrittlichen Charakters mit allen Mitteln verteidigt werden.

Und die Kirche soll nun als ein systemrelevanter Faktor ihre Aufgabe der Apologetik des politischen Systemes übernehmen. Alle utopistisch- eschatologischen Elemente der christlichen Religion werden so eingemottet,um sich ganz auf die Herleitung der Menschenrechte und der Würde des Menschen aus dem Schöpfergott zu deduzieren. In dem Menschenrechtsglauben habe sich so die Mission der christlichen Religion erfüllt. Die liberale Demokratie und ihre Marktwirtschaft sei sozusagen die Fleischwerdung der christlichen Religion.

Deswegen müsse diese Errungenschaft verteidigt werden wie alle reaktionären Kräfte, die sich gegen den Universalismus der Menschenrechte stellen,außenpolitisch Rußland, China, der Iran und jetzt gar die USA und innenpolitisch alles, was rechts von der Politik der Bundeskanzlerin Merkel verortbar ist, denn die stehen alle auf der falschen Seite. Der kritische Geist dankt so ab indem er jetzt zum Apologeten der bestehenden Verhältnisse sich transformiert hat. Nur noch conservative Restbestände der bürgerlichen Kultur, die Ordnungen der Ehe und der Familie, des Volkes mit seinem Nationalstaat und selbst die Geschlechterdifferenz sollen wegreformiert werden, damit der Liberalismus zur einzig legitimen Ordnungsvorstellung inthronisiert wird.Deswegen habe sich auch die Kirche von Grund auf, also radical zu liberalisieren! 

Dienstag, 3. Februar 2026

„León XIV verteidigt die synodale Kirche „ >Niemand besitzt die gesamte Wahrheit<“ - eine Kritik

León XIV verteidigt die synodale Kirche „ >Niemand besitzt die gesamte Wahrheit<“ - eine Kritik



Die Internetseite: „infovaticana“ zitiert wie folgt Papst Leo XIV am 26.Oktober 2025: „Synodale Kirche zu sein bedeutet, anzuerkennen, dass die Wahrheit nicht besessen wird, sondern zusammen gesucht wird, indem wir uns von einem unruhigen und in die Liebe verliebten Herzen leiten lassen.“1 Auf Kath net heißt es dann am 28.Jänner 2026 „Kardinal Fernández erinnert vor Mitgliedern des Glaubensdikasteriums an Worte von Papst Leo XIV., wonach "niemand die ganze Wahrheit besitzt."2

Wenn Gott sich in Jesus Christus offenbart hat und die Kirche Jesu sich auf dies Fundament auferbaut, verbunden mit der natürlichen Gotteserkenntnis und der Tradition und dem Lehramt, wie kann dann geurteilt werden, in ihr wäre nicht die ganze Wahrheit als erkennbare präsent? Ist es doch die Aufgabe des Heiligen Geistes, das Offenbarsein der Offenbarung in der Kirche zu erwirken.

Die ganze Wahrheit“: Sollte denn da unter der „ganzen Wahrheit“ eventuell mehr verstanden werden als die Wahrheiten, die zum Heile des Menschen notwendig sind? Das wären dann aber keine Wahrheiten für uns Menschen, da sie für unser Heil irrelevant wären. Zudem: Warum sollte dann die Kirche diese Wahrheiten gemeinsam suchen? Als die Kirche vor der Frage des Wies der Heidenmission stand, entschied das erste Apostelkonzil, bestehend aus den Aposteln und Presbytern in der Kraft des Heiligen Geistes das Wie dieser Mission. Die Laien, die Gemeinde waren daran nicht beteiligt und seit dem wird die Kirche auf ihren Konzilien so durch den Heiligen Geist geführt. Was für Wahrheiten seien denn da noch zu erkennen, etwa zu unserem Heile notwendige?

Wer sucht, der hat noch nicht gefunden. Aber Gott hat sich doch schon längst in Jesus Christus finden lassen! Ist es denn dann wirklich ein Akt der Demut, wenn zur offenbarten Wahrheit gesagt wird, daß wir Christen so sie noch suchen haben? Das wäre so, als wenn ein Freund zu mir sagte, daß er ab 21 Uhr in Hofbräuhaus anzutreffen sei und ich ihn dann von 6 Uhr früh bis 20 Uhr in ganz München suchte, um dann erschöpft die Suche nach ihm aufzugeben!

Die Theologie weiß von der Differenz zwischen der Erkenntnis Gottes im Glauben zur Gotteserkenntnis im Schauen, die uns erst postmortal zuteil werden wird, aber deswegen sagt sie nicht, daß die Kirche nicht über eine klare Gotteserkenntnis verfüge. Gott selbst kennt sich nämlich selbst und gibt uns Menschen unseren Anteil an seiner Selbsterkenntis durch seine Offenbarung. Deswegen existiert in der Kirche die wahre Gotteserkenntnis, die alles umfaßt, was zum Heile des Menschen notwendig zu wissen ist.

Die Vollständigkeit der Erkenntnis des zum Heile Notwendigen ist nun aber wirklich ein Problem für den wissenschaftlichen Diskurs, denn der lebt aus immer neuen Erkenntnissen, aus innovativen Ideen. Aber für die Theologie gilt der Grundsatz: Es gibt nichts Neues unter der Sonne! Dieser Diskurs will die Wahrheit nicht schon als eine erkannte vorfinden, sondern sie erst noch hervorbringen wollen, um sich am Leben zu erhalten. Zu diesem Zwecke werden dann alle bisherigen Erkentnisse als noch nicht genügend, als noch nicht hinreichende kritisiert, um weiter suchen zu können! Im Idelfall findet man die Wahrheit nie, um sie ewig suchen zu können!

Praktisch werden dann alle schon in der Kirche gefundenen Wahrheiten als die Hervorbringungen früherer Zeiten dekonstruiert, die so keine Wahrheit mehr für uns Jetzige beanspruchen könnten. Alles sei eben relativ, zeit(geist)bedingt und ferne von der Wahrheit!



Man bedenke doch einmal, aus wie vielen und qualifizierten Quellen die Kirche ihre Erkenntnisse schöpft: aus der Vernunfterkenntnis, aus der Selbstoffenbarung Gottes, dem Zeiugnis der hl. Schrift und der Tradition, und dem Lehramt und sie darf auf das Wirken des Heiligen Geistes setzen, daß er sie führt, vom ersten Apostelkonzil an. Bei einer so guten Quellenlage ist die Klage, die Kirche besäße nicht die ganze Wahrheit als in ihr erkannte eine grobe Gotteskritik, als wenn es ihm nicht gelungen sei, sich uns klar zu vermitteln durch diese Medien, die Quellen der Theologie! Gott muß wohl ein sehr schlechter Pädagoge sein! 

Zusatz:

Nach "infovatica" scheint Papst Leo die Liebe gegen die Wahrheit ausspielen zu wollen, als wenn der Mangel an Erkentnis durch eine Praxis der Liebe kompensiert werden könnte. Nur, nicht alles, was aus Liebe getan wird, ist auch gut getan! So handelte König David aus Liebe, er beging einen Ehebruch und ließ den Ehemann der Frsu, die er liebte, töten, um sie zu ehelichen. Man kann aus Liebe sündigen, "Kann den Liebe Sünde sein?" muß die Theologie leider bejahen. Die Erfolgsserie: "Sturm der Liebe" bietet dafür reichliches Anschauungsmaterial," 





1Infovaticana com/wp-content/uploads/2025/11/!

2 Kardinal Fernández erinnert vor Mitgliedern des Glaubensdikasteriums an Worte von Papst Leo XIV., wonach "niemand die ganze Wahrheit besitzt"


Montag, 2. Februar 2026

„Die neue Religion des Sozialen“ - ein Phantasmata oder eine Realität?

 

Die neue Religion des Sozialen“ - ein Phantasmata oder eine Realität?



Das Christentum hatte die Erlösung von den Leiden und Beschwernissen der Welt im Jenseits verkündet;die neue Religion des Sozialen verspricht einen gesellschaftlichen Endzustand,in dem Leid und Angst.Gewalt und Unterdrückung;Armut und Ausbeutung nicht mehr auftreten können.“ So analysierte der Soziologe Helmut Schelsky im Jahre 1975 diese neue Religion.1

Zuvörderst stellt diese neue Religion nicht eine pure Negation der christlichen Religion mit ihrer Hoffnungsbotschaft dar, sondern deren Aufhebung, daß ihr Hoffnungsgehalt bewahrt wird, aber nun als die Aufgabe des Menschen verstanden wird, daß nun er selbst das erreichen soll, was vordem die christliche Religion von Gott erhoffte. Bleibt also die Aufhebung der christlichen Religion noch eine Religion? Dafür spricht, daß die pure Nichtung ihrer Hoffnungsbotschaft ihre Sälularisierung wäre, aber eine Aufhebung die aufgehobene Religion als eine Religion bewahrt.

Klaus Kunzes Buchtitel: „Wie der Mensch sein eigener Gott wurde. Humanitarismus – die Religion der Gottlosen“ erfaßt so die Religiösität des „Humanitarismus“.Allerdings wirkt die Formulierung eines gesellschaftlichen Endzustandes“ Schelskys antiquiiert, oder besser gesagt als der Moderne zugehörig. Der große sozialdemokratischer Kritiker des maristischen Glaubens an einen solchen Endzustand, Eduard Bernstein setzte dem das Projekt der permanenten Reform entgegen, daß es gälte, kontinuierlich die Gesellschaft zu verändern, statt sie auf einen solchen Endzustand hin zu revolutionieren. Der daraufhin als „Revisionist“ verketzter Bernstein hat sich seit dem Godesberger Parteitag der SPD in ihr durchgesetzt und seit dem Ende der „Sozialistischen Staaten“ 1989f existiert dieser Glaube an diesen Endzustand nicht mehr im politischen Diskurs, nur noch ein paar wenige Nostalgiker halten an ihm fest, in Deutschland die Deutsche Kommunistische Partei und die Marxistisch-Leninstische Partei Deutschlands.

So müßte man von dem Absterben dieser neuen Sozialreligion seit dem Ende des „Real existierenden Sozialismus“ sprechen. Gerade von seinem Ende her wird aber der religiöse Charakter dieses Sozialutopismus deutlich: Im Zentrum stand der Glaube an den Menschen, daß er selbst die Aufgabe übernehmen könne, die die christliche Religion Gott allein zutraut.

So ein Sozialutopismus steht dabei theorieimmanent vor dem Problem, erklären zu müssen, warum die Menschen, die ja bis jetzt schon das Subjekt der Geschichte gewesen waren, einer Geschichte der Ungerechtigkeit und der Ausbeutung nun zu dem Subjekt werden sollen und es auch können, die im Kontrast dazu eine so gute Welt erschaffen können! Das verlangt wirklich den Glauben an den Menschen, daß er sich selbst am Schopfe ziehend aus dem Sumpf herausziehen könne.

Um es mit dem Philosophen Lyotard zu sagen: Die großen Emanzipationserzählungen sind unglaubwürdig geworden und das muß leider auch hinzugefügt werden, ihre Vorlage, die christliche Religion mit ihrer Reichsgotteshoffnung. Offensichtlich führte ja die Auflösung dieser neuen Sozialreligion nicht zu einer Rückbesinnung auf das Ursprüngliche, die christliche Religion. Sondern die verzichtet nun im Geiste der Postmoderne auch auf ihre eschatologische Hoffnung, die nur noch randständig erwähnt wird. Stattdessen bejaht sie nun die moderne Welt, so wie sie ist. Dabei rezipiert sie dann, ohne es wohl zu wissen den bernsteinischen Reformismus, daß die Welt Schritt für Schritt zu humanisieren sei, das ist, daß überall die Menschenrechte in Kraft gesetzt werden sollten. Die affirmative Haltung überwiegt dabei, wobei ein gewisser Reformbedarf aber eingestanden wird.

Die neue Religion des Sozialen“ ist so in der Postmoderne gestorben, ohne daß es der Kirche gelang, nun die christliche Religion als die wahre Hoffnung für die Welt wieder in das Gespräch zu bringen. Aber Tote führen oft ein Nachleben, daß das Gespenst der Sozialreligion bemüht wird, um den Sozialstaat zu kritisieren im Geiste des Liberalismus.

Sonntag, 1. Februar 2026

Das Ende des Synodalen Weges : sein Abschlußdokument- purer Säkularismus

 

Das Ende des Synodalen Weges : sein Abschlußdokument-purer Säkularismus


So beeindruckend klingt der Titel dieses einstimmig beschlossenen End-dokumentes:“Für eine Welt, die Zukunft hat – mit einer Kirche, die Hoffnung macht. Die katholische Kirche in Deutschland auf dem Synodalen Weg.Eine Erklärung der Synodalversammlung.“

Am 31.Jänner 2026 wurde diese Erklärung verabschiedet. Sein erster Satz wird sicher in alle danach verfaßten Ecclesiologien eingehen ob seines revolutionären Neuansatzes des theologischen Bedenkens über das Wesen und die Aufgabe der Kirche! „Freude, Hoffnung, Angst und Leid der Menschen müssen das Handeln der Kirche bestimmen.“ Das Verb: „bestimmen“ ist ernst gemeint:Nicht bestimmt der Herr der Kirche, was und wozu seine Kirche ist,ein gewisser Jesus Christus, der aber in diesem Dokument nicht ein Mal erwähnt wird, sondern die Kirche müsse sich ganz auf ihre Adressaten kaprizieren, besonders ihren emotionalen Befindlichkeiten.

Was ist nun der Auftrag „unserer Kirche“, man beachte das besitzanzeigende „unsere“? „Denn unsere Kirche hat die Aufgabe, in unserer zerrissenen Welt die Frohe Botschaft sichtbar zu machen. Ihre Sendung ist es, sich aus Liebe zu Gott für die Menschenwürde und die Menschenrechte einzusetzen, für den Frieden in Freiheit, für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.“

Was versteht dieser Text nun unter der Frohen Botschaft? Aus dem Text heraus ergibt sich dieser Gehalt der Frohen Botschaft: sich für die „Menschenwürde und die Menschenrechte einzusetzen“. Das ist nun nichts spezifisch Christliches und könnte von jedem atheistischen Humanisten und Anhänger der Französischen Revolution auch so vertreten werden.Das wird dann noch konkretisiert durch die Zielbestimmung: „Frieden in Freiheit, für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.“ Meines Wissen stammt die Parole „Frieden in Freiheit“ von der CDU, ihrem Generalsekretär Geißler und ward gegen die Friedensbewegung gerichtet, dem eine zu große Nachgiebigkeit gegen Rußland vorgeworfen wurde: Wir müßten aufrüsten, um unsere Freiheit gegen Rußland zu verteidigen! Daß eine kirchliches Dokument von der Bewahrung der Schöpfung“ spricht, ist eine theologische Bankrotterklärung: Nur Gott kann seine Schöpfung bewahren, da sie das ganze Universum beinhaltet und nicht nur den einen Planeten Erde!


Aber viel wichtiger war diesem letzten Treffen doch der Kampf um die Demokratisierung der Kirche, der Kampf wider ihre hierarische Ordnung: „Mit der Synodalkonferenz wird die katholische Kirche in Deutschland ein Instrument gewinnen, um dauerhaft die systemischen Dimensionen des Machtmissbrauchs zu bekämpfen. Das Ziel der Synodalkonferenz ist es, Partizipation, Transparenz und Rechenschaft zu sichern, Diskriminierung zu

bekämpfen und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. Die Synodalkonferenz führt durch gemeinsame Beratungen zu gemeinsamen Beschlüssen.“


Hiermit soll ein neues nationales Leitungsgremium installiert werden,in dem das Laien-ZK und die Bischöfe bestimmen da den Kurs der Kirche.Aber nun wird es problematisch:Laut Dom radio vom 30.Jänner 2026: Bischof Overbeck rechnet mit Ja aus Rom zu neuem Kirchengremium handelt es sich bei der Synodalkonferenz um ein kirchliches Beratungsgremium, wohingegen das Abschlußdokument von dort zu treffenden Beschlüssen spricht! Klar ist, daß die Vertreter des Synodalen Weges zur Verdemokratisierung der Kirche ein nationales Entscheidungsgremium einsetzen wollen,das so den Bischöfen übergeordnet ist. Das ist aber mit der hierarchischen Struktur der Kirche unvereinbar. Will nun etwa Bischof Overbeck Rom dies neue Leitungsgremium als einen Beraterkreis verkaufen, das faktisch aber ein Leitungsgremium sein soll- so eine Neuvariante des „trojanischen Pferdes“?


Diese Abschlußerklärung zeigt aber in erschreckender Weise den Grad der Selbstsäkularisierung der Kirche.Die christlichen Gehalte spielen keine Rolle mehr, man segelt ganz unter der Flagge des Menschenrechts-humanitarismus.Die Erklärung zeigt aber noch eines überdeutlich, daß es geelungen ist, die Mißbräuchsfälle für das linksliberale Deformprogramm der Kirche zu instrumentalisieren. Das "Kirchenvolksbegehren" von "Wir sind Kirche" ist nun avanciert zum offiziellen Reformprogramm der Kirche in Deutschland. Das Mittel dazu war das Konstrukt der sogenannten "sexualisierten Gewalt",daß also nicht die Gewalt eingesetzt würde, um sexuelle Begierden zu befriedigen, sondern daß die Mißbräuche im Herrschaftsinteresse der Kleriker ausgeübt werden, also ein Beherrschungsmedium des Klerikalismus sei.


Samstag, 31. Januar 2026

Keine Probleme mit dem Sakrament der Taufe - oder seine Vergleichgültigung?

 

Keine Probleme mit dem Sakrament der Taufe - oder seine Vergleichgültigung?



Eine kleine Orientierungsskizze soll hier Klarheit bringen,ohne daß dabei schon die Theologie dieses Sakramentes expliziert wird.

Die relevanteste Frage zu diesem Sakrament: Bewirkt die Taufe etwas oder bezeichnet sie nur eine Realität, die unabhängig von der Spendung dem Getauften schon gilt?

Die Antwort der hl.Schrift ist hier eigentlich eindeutig, daß sie nach Jesu Belehrung heilsnotwendig sei, so nach Mk 16,16 und seinem Nachtgespräch mit Nikodemus, daß niemand in das Reich Gottes eingehen könne, der nicht durch die Taufe neugeboren worden sei, Das große Glaubensbekenntnis bezeichnet die Taufe als zur Sündenvergebung.Aber trotz dieser Eindeutigkeit wurden und werden theologische Bedenken angemeldet, die fragen, wie denn die Partikularität der Spendung der Kirche sich zur Universalität des Heilswillens Gottes verhielte, daß eben viele Menschen gar keine Möglichkeit gehabt haben und haben, getauft zu werden.

Entweder wird dann gelehrt, daß Gott für diese Menschen andere Wege zum Heil eingesetzt habe, oder es muß der universalistische Heilswille Gottes in Frage gestellt werden, daß das Heil nur für die dazu von Ewigkeit her Erwählten sei.Dann kann es aber von Gott zum Heil Erwählte geben, die ohne den Empfang des Taufsakramentes das Heil erlangen und Nichterwählte, die trotz des Empfanges des Taufsakramentes das Heil nicht erlangen. Diese Position ist der orthodoxe Lehrstandpunkt der reformierten Theologie, von der nicht ganz verfehlt gesagt wird, daß ihr die Prädestinationslehre, die Erwählungslehre das Zentrum der Theologie bildet.Damit stießen wir auf wohl die ursprünglichste Konzeption einer Tauflehre, die besagt, daß dies Sakrament selbst nichts wirke:Denn entweder sei jemand zum ewigen Heile prädestiniert, dann sei das der hinreichende Grund seines Heiles oder falls er nicht prädestiniert sei,nütze ihm sein Getauftsein nichts.

Wenn aber Surrogate für die heilsnotwendige Taufe konstruiert werden1,dann kann im pelaginistischen Sinne gesagt werden, daß für das Heil nur das notwendig sei, was jeder Mensch kraft seiner natürlichen Fähigkeiten realisieren könne: die natürliche Gotteserkenntnis und das Leben gemäß dem Gewissen.Die christliche Religion mit all ihren Sakramenten würde dann faktisch nur eine Erleichterung darstellen, ein gottgefälliges Leben zu führen.Das Taufsakrament ist dann nicht mehr heilsnotwendig, sondern erleichtert nur das Erreichen des Zieles.



Muß der Zutaufende glauben um die Taufe gültig zu empfangen oder nicht? Durch die reformatorische Theologie, daß es allein auf den vertrauenden Christusglauben ankäme, entstand hier faktisch ein Problem, das im Rahmen dieser Theologie unlösbar ist. Entweder lehrt man, daß das gespendete Taufsakrament auch hinreichend zum Heile wirke, auch wenn der Getaufte bei der Taufe nicht glauben konnte, und starb, bevor er zum Glauben kommen konnte altersbedingt, oder man meinte, daß die Taufe schon im Kleinkinde einen Glauben erwecke oder daß dann der Glaube der Eltern als Ersatz für den fehlenden Glauben des Täuflings wirke.Überzeugen kann keine dieser Antworten im Kontext der reformatorischen Theologie.

Die Alternative boten die Widertäufer, daß die Taufe nur wirke, wenn sie im Glauben empfangen werde.Was dann mit den Kindern ist, die sterben, bevor sie vom Alter her glauben können, ist eine von diesem reformatorischen Ansatz her unbeantwortbare Frage. Als Antwortmöglichkeit bietet sich konsequenterweise nur die an, daß die unmündigen Kinder sündlos seien, da ihnen ihr Tuen erst ab ihrer Mündigkeit als eine Schuld anrechenbar sei.Das zeitigt aber die Folge, daß Jesus Christus nicht für alle Menschen am Kreuze gestorben sei, sondern nur für die, denen ihr Tun ob ihrer Mündigkeit als eine Sünde zurechenbar sei.



Wenn gelehrt wird, daß es den Eltern freigestellt würde,ob sie ihr Kind im Kleinkindalter oder mündig taufen lassen wollen, dann impliziert das, daß entweder die Taufe nichts bewirkt, weil die Eltern sonst ja für eine längere Zeit ihrem Kinde das durch die Taufe Bewirkte vorenthalten würden,oder aber nur so Unwesentliches, daß dem Kinde durch diese Vorenthaltung nichts Bedeutsames vorenthalten wird,etwa daß es durch die Taufe zum Kirchenmitglied wird, das so wahlberechtigt wird, während es ansonsten wie jeder Getaufte am Gemeindeleben teilnehmen kann.



Wie kann nun aber theologisch begründet werden, daß die Taufe gar nichts bewirkt? Der Grundsatz dazu heißt, daß Gott jeden Menschen liebe und daß die Taufe nur dies Geliebtwerden anzeige. Es könne so das Taufsakrament wie auch jedes andere nicht heilsnotwendig sein, da diese Liebe Gottes allein der hinreichende Grund des Heiles sei. Diese Lehre könnte aus der reformierten Prädestinationslehre rekonstruiert werden, daß die Erwählung schon für sich allein der hinreichende Grund des Heiles sei,daß dann aber statt einer Partikularität,einige seien Erwählte, andere Nicherwählte, die Erwählung aller Menschen gelehrt wird im Sinne des Glaubens an die unverlierbare Menschenwürde jedes Menschen. Im christlichen Glauben wird dann nur noch erkannt und bekannt, was für jeden Menschen gälte, unabhängig davon, ob er glaube und getauft sei oder nicht. Damit wird das Taufsakrament unwichtig,zu einem bloßen Ritual einer Familienfeier.





1Die urchristliche Praxis der Taufe zugunsten von Verstorbenen, die selbst ungetauft verstorben sind,bejaht ja die Heilsnotwendigkeit der Taufe. Daß Jesus Christus den Verstorbenen in der Unterwelt das Evangelium gepredigt hatte nach seinem Kreuzestod, besagt aber, daß in diesem Falle der Glaube an das Evangelium zum Heile ausreiche.

Freitag, 30. Januar 2026

Ein überdrüssiges Thema: Schöpfung und Evolution - aus dem Üblichen- aber herausfallende Gedanken

 

Ein überdrüssiges Thema: Schöpfung und Evolution - aus dem Üblichen aber herausfallende Gedanken



Es ist wohl unmöglich,zu diesem Thema irgendetwas zu schreiben, was nicht schon zigfach gedacht und bedacht worden ist,daß sich die Frage wirklich stellt, wozu noch etwas dazu schreiben. Das ist aber auch die Not unserer Postmoderne, daß das für alles gilt,worüber geschrieben werden könnte: Zu jedem Gegenstand,über den etwas geschrieben werden könnte,ist schon so viel geschrieben worden, daß wollte man, bevor man Eigenes schreiben, so viel an Primär- und Sekundärliteratur zu dieser Causa lesen,wie es nötig ist,um sich in dieser Causa auszukennen,man nie zum Schreiben kommen kann,zumal man dann noch konstatieren muß, daß das vermeintlich Eigene schon längst zigfach publiziert worden ist.

Nun reizt mich dieses Thema trotzdem und so formuliere ich dazu ein paar Gedanken, die sicher nicht durch eine große Originalität sich auszeichnen werden, die aber hilfreich für dies Thema sind.

Die analogia entis Lehre berücksichtigend könnte gesagt werden:Ähnlich wie ein Architekt einen Hausbauplan erstellt, der dann Schritt für Schritt realisiert wird, so setzt Gott als Schöpfer zuerst die ideele Welt, das ist die Menge aller Ideen der Welt,die untereinander geordnet alle Elemente der zur realisierenden Welt bilden. Schöpfungstheologisch ist das die unsichtbare Welt als von Gott verschiedene,als die Welt von Gottes Ideen von allem, was dann realisiert werden sollen.

So ist die Idee des Menschen durch Gottes Denken und davon zu distinguieren ist nun die prozessuale Hervorbringung des Menschen als die Individuation der Idee des Menschen in seinen vielen Erscheinungen. Die Idee des Menschen ist so ante rem als die Idee,die dann in vielen Exemplaren individuiert realisiert wird: Das ist,daß ein Mensch ist,daß er also ein Fall des Menschseins ist.Die Idee des Menschen ist so in jedem Exemplar des Menschen, individuiert realisiert, aber doch als diese Idee recognizierbar. Das ist der Ermöglichungsgrund dafür, daß wir alle Menschen, so sehr sich jeder von den anderen Menschen unterscheidet, unter dem Begriff des Menschen subsumieren können. In dem Begriff des Menschen wird so die Idee des Menschen erfaßt. Der Begriff ist so die recognizierte Idee des Menschen, realisiert in dem Einzelmenschen in einer Individuieren Gestalt. Die Idee ist so das Erste und in seiner Realisierung das Letzte so wie der Bauplan für ein Haus das Erste und am Schluß der Realisierung erst das Haus erscheint als die Realisierung der Idee.

Die Naturwissenschaft kann nun nur den Prozeß der Entwickelung des Menschen untersuchen und seine Gesetzmäßigkeiten erkennen, aber nicht den Ursprung dieser Entwickelung, die Idee des Menschen. Denn die gehört nicht in die Welt sondern ist vor der Welthervorbringung als die Idee Gottes vom Menschen.Der biblische Schöpfungsbericht zeigt sozusagen Gottes Bauplan für die ganze Welt als in sich wohl geordnete, die dann auch realisiert wird, in dem die Idee von etwas nun individuierend realisiert wird:Die Urbilder erscheinen in einer Vielzahl ihrer Abbilder. Und diese Abbildungen werden nun gemäß den von Gott dekretierten Naturgesetze hervorgebracht.Der Erforschung dieser gesetzmäßig verlaufenden Entwickelung dient nun die Evolutionstheorie, ihre Grenze aber findet in den Ideen, den jenseitigen, die sich dann in ihrer Entwickelung realisieren.

So müßte auch strikt zwischen dem ersten Menschen als seiner Idee, wie Gott ihn gedacht hat und seinem ersten Erscheinen in der Entwickelung der Natur unterschieden werden. Adam und Eva im Paradies meinen nicht die ersten in der Naturentwickelung hervorgebrachten Menschen der Urzeit der Menschheitsgeschichte. Die reale,realisierte Welt ist eben strikt von der ideelen zu distinguieren.

Das Eigentümliche des Menschen ist nun, daß Gott ihn als zur Selbstbestimmung befähigtes Geschöpf wollte.Der Mensch konnte sich so in seiner Urwahl als seinem Gott gehorchen Wollender oder ihm widerstreiten Wollender hervorbringen.Indem das erste Menschenpaar sein Nein zu Gottes Willen sagte,brachte es das menschliche Geschlecht gemäß dieser Urentscheidung hervor. Die Idee des Menschen wäre ja nicht eine Idee des Menschen, wenn ihr,der Idee nicht die Möglichkeit zur Selbstbestimmung gegeben wäre. Zu ihr sagt ja Gott: „Vermehret Euch!“ Es ist also als gehorsamsfähig zu denken. Das erste Menschenpaar, das nur in seiner geschlechtlichen Polarität fortpflanzungsfähig ist, sollte eben kein Unikat bleiben, sondern das Urbildpaar, das sich dann in vielen Exemplifikationen des Urbildes des Menschen realisieren sollte. Aber die Abbilder der Idee des Menschen reproduzierten in sich das Menschsein so,wie es durch diese Urentscheidung geworden ist, als zum Sündigen Geneigte.

Deswegen existiert auch die Differenz zwischen dem Menschen, wie Gott ihn erdacht hat, der ideele Mensch und wie er sich dann in den vielen individuierten Abbildern des Menschen realisiert,als eben durch diese Urwahl bestimmte. So gehört zwar das Sterbenkönnen zur menschlichen Natur, nicht aber das Sterbenmüssen. Die Naturwissenschaft kann nur den in der Welt realisierten Menschen erforschen, und so urteilt sie, daß das Sterbenmüssen zur Natur des Menschen gehöre,aber verkennt so notwendig den Menschen als seiner Idee.

So wie die Wahrheit des Kreises seine mathematische idee ist und nicht die Kreise, wie sie im Rechenunterricht von den Schülern gezeichnet werden,so ist auch die Idee des Menschen seine Wahrheit und nicht seine durch den Sündenfall depravierte Erscheinungen!Es ist so der wirkliche Mensch von dem wahren, das ist seine Idee und die Wirklichkeit von ihrer Wahrheit zu unterscheiden. Das markiert eine Grenze der Naturwissenschaften.

Soweit meine vorläufigen Gedanken zu dieser Causa.





Donnerstag, 29. Januar 2026

Ist die christliche Religion privatistisch oder doch auch politisch?

 

Ist die christliche Religion privatistisch oder doch auch politisch?



Faktisch fällt die Antwort auf diese Frage einfach aus: Wem eine politische Position der Kirche zusagt,der fordert eiine politische Kirche, wem sie mißfällt, fordert eine auf eine ihre Kernaufgabe sich konzentrierende Kirche, die so unpolitisch sein solle. Statt politisch solle sie sich auf das Jenseitige kaprizieren, um der Politik die Weltgestaltung zu überlassen, oder sie soll sich auf den Einzelnen focussieren, auf den Privatmenschen mit seinen existenziellen Fragen. Der Glaube seie eben ein persönlicher und auch wenn dann sich auch Gläubige zu Gemeinschften zusammenschlössen, blieben es doch privatistische Gemeinschaften, die eben nur für sich ihr Glaubensleben führten.

Aber nun existiert zwischen dem Gäubigen, selbst wenn er ganz privat nur für sich glaubte, etwa das Leben eines Einsiedlers führte und dem Gott, an dem er so privat glaubt, eine gewaltige Differenz. Denn als Christen glauben wir an den Gott, der alles erschaffen hat. und der die ganze Welt auch regiert.Der Gehalt des Glaubens widerspricht zu dem privaten Glauben. Daraus resultiert auch der Missionsauftrag der Kirche, der Welt das Evangelium zu verkünden, um die Menschen zum christlichen Glauben zu bekehren.

Daraufhin stößt die Theologie auf ein gravierendes Problem: Wie verhält sich die Glaubesaussage, daß Gott nicht nur einst, sondern jetzt auch die Welt regiere, zu dem Faktum, daß in der Welt täglich sehr vieles sich ereignet, was zumindest mit dem uns offenbarten Willen Gottes1 schwerlich als vereinbar beurteilt werden kann. Welche Aufgbe erwächst daraus der Kirche, daß ob der vielen Sünden, die sich in der Welt ereignen, sie nicht einfach sagen kann: „Immer ereignet sich nur das, was Gott will und so ist alles gut, wie es ist!“ Die Formel: „Gott läßt es zu“. Soll diese gewaltige Differenz erklären. Nicht ist damit nun aber gemeint, daß, da Gott all dies ihm Zuwidere zulasse,die Kirche ebenso alles zulassend hinzunehmen hätte. So verfehlte ein Christ seinen Glauben, kaprizierte er sich allein auf sein sittliches Leben, daß er zu sündigen zu vermeiden versucht, aber meint, daß halt die Welt im Argen läge und er sich darum nicht zu kümmern bräuchte, da er nur für sein eigenes Leben zuständig sei, so ein christlicher Individualimus gelebt wird.

Solange das Papstamt mit der Tiara gekrönt wurde, demonstrierte das Papstamt den Regierungsanspruch Gottes über die ganze Welt und daß Gott selbst seine Kirche den Staaten als Übergeordnetes eingesetzt hat, denn in ihr ist der Wille Gottes als erkannter offenbar in der Kraft des Heiligen Geistes. Aber es ist nun doch auch wahr, daß Gott nicht nur unmittelbar sondern auch mittelbar die Welt regiert, durch seine zwei Schwerter, das der Kirche als das geistliche und durch das des Staates als weltliches Schwert. Damit ist gesetzt, daß Gott auf zwiefache Weise mittelbar regiert, und daß so das Eigentümliche des staatlichen Regierens von der Kirche zu respektieren ist. Daraus resultiert nun ein komplexes Beziehungsgeflecht zwischen der Kirche und dem Staate, das aber auf keinen Fall eine unpolitische Kirche erlauben kann. Denn Gott selbst beschränkt sich ja auch nicht darauf, nur im Jenseits, in seinem Himmelreiche zu regieren oder nur zukünftig, am Ende der Geschichte sein Endgericht abzuhalten.

Gott hat den Menschen, als er ihn erschuf, mit einem Gestaltungsauftrag versehen, daß er sich die Welt untertan machen solle und deswegen wollte er auch, daß Adam und Eva Kinder und Enkelkinder und und bekämen, damit so dieser Auftrag erfüllbar wird, Erst in der Folge des Sündenfalles, daß durch ihn der Mensch ein Sterbenmüssender wurde erhielt die Fortpflanzung ja den Zusatzzweck der Gattungserhaltung. Dieser Weltgestaltungsauftrag kann nun nicht einfach als ein bedauerlicher Rest des Alten Testamentes angesehen werden, den man nun ob der Ausrichtung auf das eschatologische Reich Gottes ad acta zu legen hat. Die Konstantinische Epoche ist somit der christlichen Religion gerechter geworden als ein rein privatistisch sich verstehendes Christentum. Erst durch die Aufklärung mit ihrem Säkularismus wurde die Kirche und der christliche Glaube verprivatisiert.

So schwierig nun auch zu sagen ist, wie das Verhältnis der Kirche zur staatlichen Politik zu gestalten sei im Ganzen wie im Detail, so muß doch geurteilt werden, daß die bei uns praktizierte Subordination der Kirche unter die Regierungspolitik eine verkehrte Unterordnung ist. Eines kann aber doch gesagt werden: Da die Kirche weiß, wie der Mensch wirklich ist und weiß, daß er nicht so ist, wie er sein sollte, verfügt sie über einen gesunden Realismus, um Utopismen abzulehnen. In der Maskerade des mündigen Bürgers lebt eben doch nur der „Alte Adam“., dem man in seinen Neigungen zum Bösen bremsen muß eben gerade durch den Staat, und der stets hilfsbedürftig ist, weil er trotz alles Selbstbewußtseins doch stets auch ein schwacher Mensch ist. Daraus läßt sich nun nicht direkt eine politische Praxis ableiten, aber ein Spielfed möglicher poitischer Optionen einzeichnen lassen.Dabei ist die Politik eine Aufgabe der Kirche als Ganzer und nicht zuvörderst die des Einzelchristen.. 

Dies sind  aber nur Vorüberlegungen zu diesem komplexen Thema, so fehlt noch eine Erörterung der Schöpfungsordnungen Gottes, die der Familie mit der Institution der Ehe und die des Volkes mit der Institution des Staates,denn der Erhalt und die Pflege dieser Lebensordnungen gehören gerade zur Kernaufgabe des Staates.  



1Luther unterscheidet sehr stark zwischen dem sich uns offenbart habenden Gott und dem „verborgenen“, dem deus absconditus, der die Welt regiere, aber in dem wir den uns bejahenden Gott nicht recognizieren können.