Wenn die Guten gegen die Bösen Krieg führen und die Politik zu Kreuzzügen aufruft
Für die Medienwelt ist die Sache klar: Da gibt es die zwei Guten, Trump und Netanjahu und die Bösen des Irans. Wie in einem Fantasyroman stellen nun die Guten die Bösen zum Endkampf.Nur eines müßte uns Nachrichten- konsumenten etwas irritieren: Galten diese zwei Regierungschefs nicht vor kurzem selbst noch als die Bösen?
Aber daß der Iran eine menschenverachtende Diktatur ist, das ist doch eine unbestreitbare Tatsache! Die Übersicht mit KI , abgefragt am 4.3.2026 meldet: „Abtreibungen sind im Iran unter der aktuellen Gesetzgebung zur „Verjüngung der Bevölkerung“ (seit 2021) weitgehend verboten und gelten als Straftat. Ausnahmen sind nur bei direkter Gefährdung des Lebens der Mutter zulässig. Zudem wurden staatliche Verhütungsmittelprogramme eingeschränkt.“ Wie paßt diese Meldung denn nun zu der Verurteilung des iranischen Regimes als Menschen verachtend? Aus der feministischen Sicht beweist dies geradezu den Frauen unterdrückerischen Charakter des iranischen Staates und so wird dann auch in den westlichen Medien dies Antiabtreibungsprogramm perhorresziert. Wenn bei uns in 10 Jahren circa 1 Million Kinder im Mutterleibe getötet werden, dann beweist das die Humanität unseres demokratischen Rechtsstaates, wohingegen ein Verbot der Kindestötungen eine Diktatur auszeichnet. Aber die Realität dieses Regimes wird eben durch ein so simples Schwarz-Weiß- Denken nicht erfaßt, die Realität ist in sich selbst sehr widersprüchlich.
Aber das islamistische Regime unterdrücke doch auf das Brutalste das eigene Volk. So meldete die „Tagesschau“ am 20.Jänner 2026: „Wie die unterschiedlichen Todeszahlen zustande kommen“: Über die Opferzahlen im Zusammenhang mit den Protesten in Iran kursieren viele verschiedene Angaben. Wie die Daten ermittelt werden und wie schwierig es ist, an verlässliche Informationen zu kommen.“ Die angegebenen Opferzahlen schwankten zwischen 2000 bis 18000 Getöteten. Die iranische Regierung sprach dann von circa 500 getöteten Polizisten.
Da ich nun über keine hellseherischen Fähigkeiten verfüge, verzichte ich auf eine Festlegung, wie viele es denn nun gewesen seien mit dem Urteil, daß jeder Getötete einer zu viel sei. Die Proteste seien völlig friedlich gewesen, aber das Regime habe dann auf die Protestler das Feuer eröffnet. Wie kam es dann aber zu den circa 500 getöteten Polizisten, oder auch weniger als 500, wenn man den Verdacht hegt, daß diese Zahl übertrieben sei? Sollten die etwa durch (Küchen)Messer getötet worden sein, obgleich sie polizeilich ausgerüstet waren? Oder, wenn die Protestler ursprünglich völlig gewaltfrei demonstriert hätten, woher bekamen sie dann plötzlich die Waffen,mit denen sie so viele bewaffnete Polizisten töten konnten?
Meiner Einschätzung nach, ich möchte nicht urteilen, daß das so wahr, ich erachte es nur für wahrscheinlicher als das Narrativ vom gewaltfreien Protest, gab es von Anfang an eine militante Opposition, die gewaltsam vorging hoffend auf eine gewaltsame Reaktion der Polizeikräfte,daß es so zu einer Eskalation der Gewalt käme, die den Sturz der Regierung herbeiführen sollte.Ich bin zudem mir sicher, daß der beste Geheimdienst der Welt, der israelische und dann auch der amerikanische diese Eskalation der Gewalt unterstützten, um so den Umsturz zu ermöglichen. Als diese Umsturzhoffnung sich als eine Illusion erwies, da setzten dann Israel und die USA auf einen Angriffskrieg, um den Systemwechsel zu erreichen.
Weder vom Völkerrecht noch von der Lehre des „Gerechten Krieges“ , wie sie die Kirche lehrt, ist aber die Beseitigung einer inhumanitär das eigene Volk regierende Staatsführung legitimierbar.
Um einer moralischen Rechtfertigung dieses Angriffskrieges wird deswegen der Angegriffene im wahrsten Sinne des Wortes verteufelt. Ich empfehle hierzu das „Compact“ Video: „Iran Krieg- Kessseltreiben gegen AfD- Friedenskurs“ vom 3.3.2026, in dem gut recherchiert die Haltlosigkeit der Antiiranpropaganda entlarvt wird: Es gibt keine Beweise dafür, daß der Iran das Haupt eines islamistischen Terrorismus sei.
Aus der theologischen Perspektive muß gesagt werden, daß nur Gott gut und nur der Teufel böse ist und wir Menschen weder so gut wie Gott noch so böse wie der Teufel sein können. Jede Politik, die den Gegner verteufelt, ist so nicht hinnehmbar. Eine solche Verteufelung verunmöglicht a priori eine diplomatische Lösung von Konflikten, indem sie faktisch nur noch die Gewalt und den Krieg als das Lösungsmittel zuläßt.
Aus der theologischen Perspektive muß gar geurteilt werden, daß wie die Kirche den Römischen Staat als legitimen ansah, da jede Obrigkeit von Gott ist, daß erstmal auch ein islamischer Staat als eine Obrigkeit anzuerkennen ist, was selbstredend eine Kritik an einem solchen Staat nicht ausschließt. Fragwürdig ist aber, ob zu einem gewaltsamen revolutionären Umsturz die Kirche ein Ja sagen darf. So beteiligten sich auch die Judenchristen nicht an dem Volksaufstand gegen die römische Besatzungsmacht und lehrten stattdessen die Legitimität des heidnischen Römischen Staates. Auf keinen Fall darf die Kirche aber einen Angriffskrieg mit dem Ziel eines Systemwechsels bejahen, auch wenn der Staat ein islamischer ist. Denn wenn das die Kirche dürfte, mit welchem Recht dürfte sie dann dem Islam verbieten, Angriffskriege gegen jeden nichtislamischen Staat zu propagieren, um die Menschen dort von den falschen Religionen oder dem Atheismus zu „befreien“?
Aus der theologischen Perspektive ist selbstredend eine Lynchjustiz, daß Regierende einfach als Kriegsverbrecher angeklagt getötet werden ohne eine richterliche Verurteilung, ohne die Gewährung einer Verteidigung vor einem unabhängigen Gericht, inakzeptabel. Eine Lynchjustiz kann nicht der Gerechtigkeit dienen, auch wenn die USA dafür ihr Vorliebe hegen ob ihrer „Wild-West“-Kultur. Für den Weltfrieden wäre China als Weltmacht Nummer Eins ein Gewinn, denn der Chinese ist ein geborener Diplomat.
1. Zusatz
"Die Junge Welt" kommentiert am 4.März 2026 in dem Artikel: "Merz beräbt Völkerrecht": "Friedrich Merz hatte den Ton für seinen Besuch am Dienstag im Weißen Haus bereits am Sonntag gelegt und dabei nicht weniger als die Abkehr vom Völkerrecht zum offiziellen Kurs der Bundesregierung von CDU/CSU und SPD erklärt." Den Krieg Rußlands wider die Ukraine wurde noch lautstark als ein Verbrechen wider das Völkerrecht gebrandmarkt, nun wird angesichts des amerikanischen Angriffskrieges schlicht das Völkerrecht als nicht mehr zeitgemäß ad acta gelegt, denn Israel und die USA stünden über jedem Gesetz!
2.Zusatz
Erklärung der Abgeordneten des BSW im Europäischen Parlament:
„Wir sind zutiefst schockiert über den Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf die Islamische Republik Iran. Wir fordern alle Parteien auf, die Feindseligkeiten sofort einzustellen und unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Wir finden es unerträglich, dass weder die Europäische Union noch die deutsche Bundesregierung den illegalen militärischen Angriff klar verurteilt hat.
Es gibt keine Rechtfertigung für diesen Angriff. Er stellt einen Verstoß gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen dar, denen alle beteiligten Staaten beigetreten sind. Was diese Entwicklung noch beunruhigender macht, ist die Tatsache, dass der Angriff – wie bereits der Angriff auf den Iran im Juni 2025 – in einer Zeit stattfand, während die Vereinigten Staaten und der Iran noch diplomatische Bemühungen um eine friedliche Lösung unternahmen. Laut Quellen aus dem Oman waren diese Verhandlungen nicht ins Stocken geraten, sondern machten greifbare Fortschritte. Selbst Einschätzungen des US-Geheimdienstes bestätigten, dass der Iran keine Atomwaffen entwickelte.
Es liegt auf der Hand, dass der Angriff der USA nicht stattgefunden hätte, wenn der Iran über ein eigenes Atomwaffenarsenal verfügen würde. Der Angriff untergräbt deshalb auch das Vertrauen in die Logik und Glaubwürdigkeit des Vertrages der Vereinten Nationen zur Nichtverbreitung von Atomwaffen. Das Vorgehen gegen den Iran dürfte immer mehr Staaten zu dem Schluss verleiten, dass der einzige wirksame Schutz vor willkürlichen Militärschlägen, wie im Fall Nordkoreas, der Besitz von Atomwaffen ist.“
3.Zusatz
So urteilt Rom (Kath de am 4.3.2026):
"Keine hinreichenden Gründe für einen Krieg. Brandgefährlich – Vatikan verurteilt Präventivkrieg im Iran". "Auch die Unterdrückung der Menschenrechte durch das Mullah-Regime ist aus seiner Sicht kein hinreichender Kriegsgrund."