Der wichtigste Beruf, die demographische Katastrophe und die Krise des Sozialstaates
Der Beruf des Friseurs und der des Bundeskanzlers haben eines gemein-sam, daß keiner von ihnen ausgeübt werden könnte, wenn eine Frau nicht die Kinder geboren hätte, die dann diesen Beruf ausübten noch könnte dieser Beruf ausgeübt werden, wenn nicht von Frauen Kinder geboren werden, denen die Haare frisiert werden bzw die dann regiert werden können.
In allen Industriestaaten erblicken wir nun dieses Problem, daß pro Jahr weniger Kinder geboren werden als daß Menschen sterben. Simpel gesagt: Immer weniger Arbeitende müssen immer mehr Nichtmehrarbeitende und auch Nichtmehrarbeitenkönnende ihren Lebensunterhalt finanzieren. Da die durchschnittliche Lebenszeit zunimmt, verstärkt das dies Problem noch.Der Sozialstaat verspricht den Alten, daß sie bis zu ihrem Lebensende gut versorgt leben können, aber die Finanzierbarkeit dieser Versprechung stößt auf ihre Grenzen.
Wir erlebten Zeiten der Reformeuphorie, isb unter dem sozialdemokratischen Kanzler Brandt: Die Gesellschaft sei etwas permanent zu Verbesserndes und die Reformpolitik verwirkliche nun diese unbegrenzte Optimierungshoffnung. Der sozialdemokratische Nachfolgekanzler Schmitt beendete diese Reformepoche, denn nun galt die Maxime, daß die Politik die Kunst des Mach- und des Finazierbaren sei, eine antiutopistische „Reformpolitik“ wurde eingeleitet, daß nun Reformen in der Regel eine Verschlechterung für alle Bürger oder zumindest für den „Kleinen Mann“, das gemeine Volk bedeuteten. Das Wünschbare müsse auf das Machbare reduziert werden! Der Sozialstaat sei zu teuer, das ist nun das Credo des Wirtschaftsliberalismus. Angesichts der demograpischen Fehlentwickelung ist das auch keine falsche Behauptung: Immer weniger Arbeitsfähige können nicht immer mehr Rentner, immer länger lebende finanzieren! Das Problem zu lösen, indem massenweise Arbeitskräfte als „Flüchtlinge“ importiert werden,um „uns“ die Rente zu sichern, funktioniert zur Zeit nicht und: Auch i den sog. Entwickelungsländern“ wird es nach allgemeinen Prognosen nicht fernerhin einen Geburtenüberschuß geben, der dann exportiert werden könnte.
Wenn es keine Lösung für das demographische Problem gibt, ist aber der Sozialstaat nicht mehr finanzierbar. Aber er ist aus sozialpolitischen Gründen auch nicht so reduzierbar, daß er weiter finanzierbar bleibt.
Die Mutterschaft ist nun mal der wichtigste Beruf, der, wenn er nicht genügend ausgeübt wird, zu einer sozialpolitischen Katastrophe führt!
Zusatz:
In der marxistischen Anthropologie ist der Begriff der Arbeit von zentralster Bedeutung. Nicht mehr wie in der philosophischen Tradition von Platon bis Hegel galt das Spezifische des Menschen, daß er denkt, sondern nun, daß er sich durch sein Arbeiten als Mensch hervorbrachte und hervorbringt. Im 19.Jahrhundert galten nun die 3 "K" für den Lebensraum der Frau: Küche, Kinder, Kirche, sodaß sie aus dem eigentlichen Leben, das des Berufslebens ausgeschlossen war.Denn als Arbeit galten die Tätigkeit der Frau in diesen drei Sphären nicht, eigentlich !arbeitete" nur der Arbeiter, der einer Lohnarbeit nahging. Die Kaprizierung des Arbeitsbegriffes auf den Lohnarbeiter erzwangso, daß das Arbeiten der Frau keine Arbeit war. Zum vollwertigen Menschen konnte so die Frau nur werden, wenn auch sie einer Erwerbstätigkeit nachging. Das war so unter den bürgerlichen Feministin das Emanzipationsziel der Frau, während der linke Feminismus in der Industrie schonn arbeitende Frauen wahrnahmen und eine Humanisierung der Arbeitswelt forderten. Die "Hausfrau" arbeitet nicht, diese Meinung war ihnen gemeinsam. Deshalb ist die Frau erst e-mann-zipiert, wenn sie wie der Mann arbeitet. Das muß aber zwangsläufig zu Lasten des allerwichtigsten Berufes, der der Mutter sich auswirken.