„There
are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in
your philosophy.“
Diesen
in seiner Bedeutsamkeit und Gewichtigkeit gar nicht unterschätzbaren
Satz verdanken wir dem Theaterstück „Hamlet“,1.Akt, 5 Szene von
William Shakespeare. Der KI erklärt uns diese Aussage wie folgt: „Es
drückt aus, dass die menschliche Vernunft, das logische Denken oder
die wissenschaftliche Bildung nicht alles erklären können. Es gibt
Phänomene und Geheimnisse im Leben, die über unser aktuelles Wissen
hinausgehen.“ Das
ist fürwahr eine kluge Deutung dieser Aussage, zumal wenn betont
wird, daß es unser „aktuelles
Wissen“ transzendiert.
Wissen, was einst als ein Wissen anerkannt wurde, gilt für das
heutige Wissensverständnis als ein Nichtwissen.
Ein
triviales Beispiel möge dies veranschaulichen: Zu Zeiten Jesu galt
die Astrologie als ein Wissen: Wären die 3 Könige keine Astrologen
gewesen, hätten sie dem Stern, dem sie folgten, nie eine Bedeutung
beigemessen und hätten so den Weg zum Heiland in der Krippe, um ihn
anzubeten, nie gefunden. Der neben dem hl. Augustin größte
Kirchenlehrer Thomas von Aqiun hielt die Astrologie für mit dem
christlichen Glauben vereinbar, insofern nicht die Wirkung von
Sternkonstellationen deterministisch
ausgelegt
wird: „Ich mußte den Mann ermorden, weil die Sterne mich dazu
determinierten.Jetzt
gilt laut dem jetzigen Katechismus die Astrologie als ein Aberglaube
und die Kirche müßte die 3 Könige eigentlich einer
abergläubischen Praxis bezichtigen!
Aber
es geht um Wesentlicheres: Meine These lautet,daß diese Aussage:
„There
are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in
your philosophy.“ von
fundamentaltheologischer Bedeutung ist. Die Theologie muß Gott als
allmächtig
denken,
sonst dächte sie nicht Gott als Gott. (Bestreitbar ist nur, ob es
einen allmächtigen
Gott
außerhalb unseres Denkens wirklich gibt, nicht aber, daß Gott, wenn
er als Gott gedacht wird, als allmächtig
zu
denken ist.
Ob
dieses Gedankens der Allmacht
Gottes
ist in der Welt alles möglich, was Gott will und es wäre auch das
möglich, was Gott nicht will, aber hätte wollen können.
Gott
selbst hat ja erst die Differenz von dem Möglichen und dem
Nichtmöglichen in seiner Schöpfung gesetzt, sodaß er dies Dekret
auch widerrufen, außer Kraft setzen kann, um in ihr so etwas
„Unmögliches“ zu realisieren. Er kann eben Propheten die
Zukunft anzeigen, sodaß sie zukünftige Ereignisse voraussagen
können, obzwar das uns Menschen unmöglich ist. Selbst die Aussage,
daß wir in Deutschland am 24.12.2026 Weihnachten feiern werden,
könnte eine unwahre Aussage sein, wenn vorher etwa die Welt
unterginge. Dem Johannes offenbarte Gott gar alle zukünftigen
Ereignisse des Weltendes, in der Johannesoffenbarung dokumentiert.
Aber für die moderne Wissenschaft, für die historisch- kritische
Methode können das nur zeitbedingte Phantasien eines uns unbekannten
Autoren sein.
Was
wirklich und was nicht wirklich, was ein mögliches oder was ein
unmögliches Ereignis sei, legt die heutige Wissenschaft fest unter
der Pämisse, daß kein als allmächtig zu denkender Gott in die
Wirklichkeit hineinwirken könne. Diese Prämisse ist nun selbst
keine wissenschaftlich begründete Prämisse, sondern durch sie wird
erst der Unterschied produziert, was als ein mögliches und was als
ein unmögliches Ereignis zu gelten habe, was so als wissenschaftlich
wahre Aussage gelten könne.
So
kann der hl. Faustyna nicht der schon längst verstorbene Jesus
erschienen sein, um sie zu beauftragen, ihn so wie er ihr erschien,
zu malen. Das Barmherzigkeitsjesusbild kann eben nur ein Erzeugnis
der religiösen Phantasie dieser Nonne sein, denn Tote erscheinen
nicht Lebenden. So wie Hamlet seinem Sohn nicht erscheinen kann, um
ihm zu offenbaren, er sei ermordet worden, so könne auch Jesus nicht
einer Nonne erschienen sein, damit sie ihn male. So hat uns Jesus
Christus sein wahres Bild durch diese Heilige geschenkt und die
allermeisten Christen wollen dies Bild nicht, da für sie jedes
Wunder eine Unmöglichkeit darstellt.
Shakespeare
war nicht nur in diesem Punkte, es sei an seine tiefgründige
Menschenkenntnis in seinen Werken erinnert, weit überlegen im Wissen
darum, was wahr und unwahr, was möglich und was unmöglich ist. Aber
so machen wir Modernen unsere Rechnung ohne Gott.