Freitag, 7. August 2026

 

Ausverkauf der Katholischen Kirche – ein Musterbeispiel der Selbstliquidation der Kirche 

Der Anlaß des Kath de Artikels: „Dogmatikerin: Es gibt keine fixierte katholische Identität“  vom 5.8. 2026 ist ein höchst löblicher, soll doch zum zigsten Male der Piusbruderschaft und allen conservativen Kräften  in der Kirche der Krieg erklärt werden. Diese reaktionären Kräfte sehen ja die Identität der Katholischen Kirche durch das Reformkonzil und die auf ihm basierende Weiterentwickelung auf das höchste gefährdet.  
So wird nun in diesem Artikel diese Kritik verworfen: Letztlich sei die Identitätsbildung Aushandlungssache – auch wenn es Eckpfeiler gebe, an denen sich die Aushandlung orientieren müsse. Als Beispiele nannte sie die Anerkennung eines universalen Heilswillen Gottes, der auf das Heil aller Menschen und nicht nur einer exklusiven Gruppe ziele, das gemeinsame kirchliche Wirken zugunsten einer Einheit der Menschheit, die Anerkennung der >Geschichtlichkeit der Offenbarung< sowie den Einsatz für soziale Gerechtigkeit und das Gemeinwohl.“ 
Findet sich in diesem Text eine spezifisch katholische oder wenigstens spezifisch christliche Aussage? Nein, was hier ausgesagt wird, könnte in dem Namen jeder monotheistischen Religion getätigt werden. Niemand, auch nicht die Piusbruderschaft bestreitet, daß Gott das Heil aller Menschen erstrebt, aber abgesehen von den Vertretern einer Allversöhnungslehre wird von allen bestritten, daß alle Menschen das Heil erlangen werden. Nicht irgendein obskuranter Dogmatiker sondern Jesus Christus selbst lehrt: „Wer glaubt und getauft wird, wird errettet werden im Endgericht, wer nicht glaubt, wird verdammt werden.“ (Mk 16.16). 
Die Aufgabe der Kirche ist nun aber die Evangelisation, nicht die Schaffung einer Menschheitseinheit! Stattdessen wird hier als die Aufgabe der Kirche ihr Engagement für eine gerechte Gesellschaft angesehen und somit die Verkündigung des jenseitigen Reich Gottes vergessen! 
Der Terminus der „Geschichtlichkeit der Offenbarung“ dient nun nicht dazu, das reale Geschehensein der Offenbarung Gottes zu betonen, sondern daß die Offenbarung selbst in einer zeitgeschichtlichen Bedingtheit sich ereignet habe und so nicht mehr einfach für uns wahr sein könne: Alles fließt, alles sei eben nur relativ bis auf diesen Kern eines humanistischen Appelles im Namen den jeden Menschen bejahenden Gottes. 
Alles darüber Hinausgehende sei stets neu zu bestimmen, was wir jetzt als katholisch verstehen wollen und was morgen dann durch eine andere Vorstellung vom Katholischsein ersetzt werden könne. Das bedeutet die völlige Auflösung des Katholischseins hin zu einer humanitaristischen NGO mit einem bißchen theologischem Dekor. Alles spezifisch Christliche oder gar Christkatholische ist hiermit völlig abgeschafft. Für diese „Dogmatikerin“ ist also das 2.Vaticanum nichts anderes als der Appell zur Selbstauflösung der Katholischen Kirche um ihrer Transsubstantion in einen Humanistenverein, in dem noch an einen jeden Menschen liebenden Gott geglaubt wird- eine Konzeption, die der Glaubenswelt des Freimaurertumes weit mehr ähnelt als dem christlichen Glauben!    


Donnerstag, 6. August 2026

Eine provokante These zur monogamen Ehe in der Bibel

 

Eine provokante These zur monogamen Ehe in der Bibel


Uns Modernen ist es eine Selbstverständlichkeit, daß es ursprünglich die Idee der Monogamie gab und daß die dann sekundär auf das Verhältnis des Volkes Israel zu seinem Gott übertragen wurde: So wie es viele Männer, aber für eine verheiratete Frau nur einen Ehemann gibt, so existieren viele Götter, aber für das Volk Israel nur einen Gott, der sich mit ihm ehelich verband. Damit ist in beiden Fällen die Möglichkeit der ehelichen Untreue mitgesetzt, daß wie eine Ehefrau „fremdgehen“ kann auch das jüdische Volk „fremdgehen“ kann. Da es für eine verheiratete Frau nur einen Mann gibt, so gibt es für Israel nur einen Gott.

Die Sünde Israels ist so das Fremdgehen, nicht daß man sich ganz von dem Gott Jahwe abgewandt hätte, nur diente man daneben auch gern Fruchtbarkeitsgöttern als einer Art „Nebenfrau“.

Die eheliche Norm der Treue wäre so auf das religiöse Verhältnis zu dem Gott Israels übertragen worden: Auch hier gälte das Gebot der Bundes-Treue in einer Analogie zur ehelichen Treue.

Wie wäre es nun aber, verhielte es sich genau umgekehrt, daß die religiöse Vorstellung, daß das Volk Israel nur einem Gott verpflichtet sei, die der Monolatrie erst die Norm der ehelichen Treue der monogamen Ehe hervorrief?Man blättere mal das Alte Testament durch: Welcher König war nur mit einer Frau verheiratet, wie viele Nebenfrauen nahmen sie sich? Wenn eine Ehe kinderlos blieb, war die Ehefrau verpflichtet, ihrem Mann eine andere Frau zu geben, damit er mit ihr schliefe, bis sie von ihm schwanger wird, damit dann dieses Kind als ein Kind der Ehe angesehen wurde, obschon die Ehefrau nicht die leibliche Mutter war! Die Töchter Evas „heirateten“ leibliche Brüder, das waren alles Inzestehen, die nach der Morallehre der Kirche durch nichts rechtfertigbar gewesen wären. So wenig „ernst“ nahmen die ersten Menschen die Ordnung der Ehe.

Ist da nicht der Verdacht erlaubt, daß erst in der Folge der Monolatrie, daß es für das Volk Israel nur einen Gott gäbe, dem es verbunden sei, dem jedes Fremdgehen ein Greuel ist, die Ordnung der monogamen Ehe mit ihrem Treueverständnis entstanden ist?

Kann es dann uns noch irritieren, daß heutzutage die Ehe als ein aufkündbarer Bund wahrgenommen wird, daß es auch keine schwere Sünde sei, wenn einer der Eheleute fremd geht, wenn das weltanschauliche Fundament der monogamen Ehe der Glaube an einen Gott ist, der sich mit dem Volke Israel verbunden hat und der von ihm die eheliche Treue verlangt? Israel mußte ja auf das bitterste erfahren und erleiden, was die Folgen seines Fremdgehens waren: die Exilierung Israels in die babylonische Gefangenschaft 586 v.Chr!

In traditionellen Gesellschaften, vgl dazu etwa Julius Evola, bestimmen die Religion auch die scheinbar weltlichen Beziehungen, die in der Moderne säkularisiert worden sind. 

Auffallend ist doch, daß wie um einer Kinderlosigkeit einer Ehe gegen die Ordnung der Ehe verstoßen werden durfte Israel auch so gegen die Monolatrie sich versündigte, um Fruchtbarkeitsgöttern zu dienen.

Die Unauflöslichkeit einer gültig sakramental geschlossenen Ehe begründet sich ja in der Unauflöslichkeit des (Ehe)Bundes Jesu Christi mit seiner Kirche. 

Mittwoch, 5. August 2026

Zur Demokratisierung der Kirche – ein abschreckendes Fallbeispiel

 

Zur Demokratisierung der Kirche – ein abschreckendes Fallbeispiel


In einem öffentlichen Hörbeitrag einer Ruhrgebietspfarrei wünscht der Pfarrgemeinderatsvorsitzende die Streichung des Agnus Dei in der Messe. Hintergrund ist die angeblich nicht mehr vermittelbare Deutung des Todes Jesu als ein Sühnopfer für unsere Sünden. Eine Diskussion entsteht.“ 1

Ob das Agnus Dei noch theologisch akzeptabel oder zu streichen sei, das soll nun urdemokratisch der Pfarrgemeinderat entscheiden! Wie immer nun diese Entscheidung ausfiel, der Skandal ist die Anmaßung eines Pfarrgemeinderates, selbstherrlich über diese Causa entscheiden zu dürfen.Denn hier gilt nun, daß nur das als „wahr“ gelten dürfe, was eine Mehrheit dieses Gremiumes als wahr bestimmt.

Wie viele Pfarrgemeinderäte existieren in Deutschland? Soll es so so viele „Wahrheiten“ geben, wie es Pfarrgemeinderatsbeschlüsse gibt? Das wäre aber nun eine rabiate Umsetzung des Subsidaritätsprinzipes auf das Innenleben der Kirche, daß alles Relevante auf der untersten Ebene der Kirche entschieden würde und nur das dort nicht Entscheidbare auf eine höhere Entscheidungsebene hochdelegiert wird. Das wäre der Tod der Katholischen Kirche!

1Communioartikel: „War der Kreuztod Jesu ein heilswirksames Opfer?, 31.7.2026, Kommentar: Zimmerer.

Montag, 3. August 2026

Gott nicht so ernst nehmen?

 

Gott nicht so ernst nehmen?


Die Geschichte vom Streit zwischen den Jahwe-Verehren und den Baalspriestern ist bekannt: Auf dem Berg Karmel erwies sich Jahwe eindeutig als der wahre Gott, denn er erhörte das Opfer Elijas, das der Baalspriester wurde nicht erhört. 1.Könige 18.Weniger bekannt und meist überlesen heißt es dann im 1.Vers des 19. Kapitels: „Ahab erzählte Isebel alles, was Elija getan hatte,auch daß er alle Propheten (des Baals)mit dem Schwert getötet habe.“

Um des wahren Gottes willen läßt sein Prophet die Diener des falschen Gottes töten!

Im 2.Buch der Könige lesen wir über den großen Reformer Josia, er fand das Buch des Gesetzes im Tempel wieder und reformierte danach das ganze Land:“Und alle Priester der Höhen,die daselbst waren, tödtete er bei den Altären.“ 23,20. Die Priester der Höhen verehrten zwar Jahwe, aber an den falschen, nicht von Gott verordneten Orten, nämlich nur im Jerusalemer Tempel durften dem wahren Gott seine Opfer dargebracht werden.


Hier wird Gott so ernst genommen, daß um des wahren Gottes willen und um des einen Ortes willen, an dem Gott nur recht kultisch verehrt werden darf, Andersgläubige getötet wurden. Die innerchristlichen Religionskriege des 17.Jahrhundertes zeigen nun an, daß dies nicht etwas auf die Zeit des Alten Bundes Limitiertes ist: Um der wahren Gottesverehrung willen führte man in Europa Krieg. Erst nachträglich, nach der Domestizierung der christlichen Religion durch die Aufklärung kam das Narrativ auf, die christliche Religion sei hier nur von politisch Mächtigen mißbraucht worden.

Man nehme es bitte um des Friedens willen nicht so genau, so ernst mit der Religion: Jeder dürfe doch glauben, was er wolle und glaubt er nichts, ist das auch in Ordnung.

Wer über den Relevanzverlust des Glaubens an Gott nachdenkt, darf diese Verdomnestikationsstrategie, die sehr erfolgreich war, nicht wegdiskutieren: Um des innerweltlichen Friedens willen Gott nicht ernst nehmen, ihn und das Wie und gar das Ob seiner Verehrung für gleichgültig zu erklären! Der wahre Gott und die wahre Verehrung hätten zu vielen das Leben gekostet! 

Die Domestikation der christlichen Religion führt notwendig zu ihrer Devitalisierung: So ernst und wichtig bräuche man es mit Gott nicht zu nehmen! So ist ja ein zentrales Anliegen der Menschenrechte, daß bei der Beurteilung eines Bürgers seine Religion keine Rolle spielen darf, sie dürfe nur in seinen Privaträumen relevant sein. Gar in Benimmregelartikeln kann man den "guten Rat" bekommen: "Rede nicht über Religiöses, das sei etwas Konfliktträchtiges."

„War der Kreuzestod Jesu ein heilswirksames Opfer?:Gestorben für unsere Sünden: zur Heilsbedeutung des Kreuzes“

 

War der Kreuzestod Jesu ein heilswirksames Opfer?:Gestorben für unsere Sünden: zur Heilsbedeutung des Kreuzes“



In diesem „Communio“ Artikel vom 31.7.2026 wird das Buch des Neutestamentlers Trummer:“Jesus ohne Opfer“ rezensiert. Dessen Kernthese lautet, daß Gott keine Opfer bräuchte. „ >Sündenböcke seien "eine eklatante Fehlleistung menschlicher Projektionen" (ebd.) – "Ein solch blutrünstiges Monster hätte Jesu niemals Abba nennen können"<(78).“ Eine solche Vorstellung vergifte das „Gottesbild“. Das Kritikniveau dieses Buches ist an blauäugiger Naivität kaum noch unterbietbar: Gott ist so, wie ich ihn mir wünsche, das ist mein Gottesbild und ein Gottesbild, was dem widerspricht, muß somit unwahr sein. Dabei identifiziert dann der Exeget sein Idealgottesbild mit dem von Jesus, denn Jesus könne doch nicht etwas diesem „Exegeten“ Anstößiges und Inakzeptables vertreten haben.

Unter der Überschrift: „Gestorben für unsere Sünden: zur Heilsbedeutung des Kreuzes“ wird nun eine äußerst konfuse Kreuzestheologie skizziert:

Jedoch sein Zeugnis von der Grenzen überschreitenden Liebe Gottes nicht durch deren für ihn tödlichen Zurückweisung begrenzen, sondern betet sogar für seine Peiniger (vgl. Lk 23,34). Insofern er auf diese Weise sein Zeugnis göttlicher Barmherzigkeit sogar über die Grenze hinausträgt, die deren Zurückweisung errichtet, wird diese Barmherzigkeit auch in einer von der Sünde durchwirkten Welt lebendig. Sie gewinnt so die Qualität einer religiösen Opfergabe ("sacrifice"), denn Jesus ist in einem Akt der Solidarisierung mit denjenigen Sündern gestorben, die ihn in den Tod getrieben haben. Damit ist er auch für diese Sünder und um ihrer Sünde willen gestorben. Und der Gott, den er seinen Vater nannte, "brauchte" dieses Opfer, weil ihm auch dort am Menschen liegt, wo dieser sich in den Mechanismen der Sünde verfangen hat.“

Jesu Barmherzigkeit erstrecke sich somit sogar auf die, die seinen Tod gewollt haben und ihn kreuzigen ließen. Er habe sich so mit diesen Sündern solidarisiert.1 Aber was hat das mit dem Opfer im kultischen Sinne zu tuen? Nichts: Im Kult wird Gott das Opfer dargebracht mit einem Zweck, ihn günstig zu stimmen, um somit etwas von ihm zu erbitten. Wie bei der Frage: „Was ist ein Trabi?“ zuerst gewußt werden muß, was ein Automobil ist, um dann das Spezifische dieser Automarke zu begreifen, so verlangt das Begreifen des Opfers Jesu Christi zuvörderst einen Allgemeinbegriff von dem Opfer, um dann sein Spezificum zu begreifen.Die Opfer des Alten Testamentes, isb das alljährlich vom Hohenpriester dargebrachte Versöhnungsopfer sind sozusagen Vorabbildungen des wahren Kreuzaltaropfers Jesu Christi und somit legen diese Opfer sich wechselseitig aus.

Das Kreuz Christi besitzt so gar keine Heilsbedeutung, es besagt nämlich nur, daß Gott allen Sündern barmherzig eingestellt sei. Diese Verkündigung wäre auch wahr, wenn Jesus nicht gekreuzigt worden wäre.

Das Kreuz Christi ist eben nicht nur den Heiden eine Torheit, den Juden ein Skandal sondern unseren modernistischen Theologen etwas Unzumutbares. Um sich des Kreuzes Christi zu entledigen wird dabei gerne die Kultopferpraxis des Alten Bundes als ein Irrtum, etwas Primitives abgetan, obzwar Gott selbst diesen Opferkult eingesetzt hat. Letztendlich muß so auf einer Nichtidentität des Gottes, der Opfer wollte, mit dem Nurliebesgott Jesu insistiert werden: Marcion grüßt!








1Ob der Begriff der Solidarität ein guter Ersatz für den der Liebe bzw Nächstenliebe ist, läßt sich bestreiten, gehört er doch ursprünglich in das Vokabular der Arbeiterklasse und meint: „Setze Du Dich jetzt für die von einer Entlassung bedrohten Kollegen ein, damit die dann sich für Dich einsetzen.“ Es ist somit ein Begriff einer utilitarisrstischen Ethik, wohingegen die Nächstenliebe nicht auf einen irdischen Lohn hofft sondern auf ihn verzichtend auf den himmlischen.

Sonntag, 2. August 2026

Religion mal ganz einfach

 

Religion mal ganz einfach


Alle Herreach, zumindest die aus der weiteren Gegend,waren von der Existenz eines Gottes mit Namen Kummerog überzeugt.Mit einem Gott zu leben,das vereinfachte viele Dinge.Zufall existierte nicht mehr.Glück oder Pech ließen sich beeinflussen,indem man Kummerog günstig stimmte; was man nicht begreifen konnte,das war offenbar von Kummerog so eingerichtet.“1 Dem Perry Rhodan Autor gelingt es hier, mit wenigen Sätzen die Substanz einer monotheistischen Religion zu skizzieren,

Der hier geglaubte Gott wird als Geber aller guten Gaben geglaubt und daß er bereit ist, auf die Bitten seiner Gläubigen zu hören.Man kann diesen Gott günstig stimmen. Das, was nicht begreifbar ist, wird auf ihn hin zurückgeführt und verwandelt sich so in etwas Annehmbares. Selbstredend ist dies noch Lichtjahre entfernt von der Komplexität der christlichen Religion, aber auch sie ist als eine Religion auf diese einfache Struktur reduzierbar. Treffend ist auch das Verb: „überzeugt“ gewählt im Sinne von, daß man sich seiner Existenz gewiß ist und nicht meint: Man wüsse nicht, ob er existiert, aber man glaubt schon, daß er ist. In der Vorstellung, diesen Gott günstig stimmen zu können ist auch schon eine komplexere Vorstellung enthalten, daß dieser Gott seinen Gläubigen gegenüber ungünstig gestimmt sein könnte, da sie nicht so gelebt haben, wie er es von ihnen gewollt hat und daß er so zu versöhnen sei.

Wenn nun eingewandt wird, daß das doch eine recht primitive Religions-vorstellung sei, ist zu erwidern, daß jede monotheistische Religion auf dieser einfachen Vorstellung sich auferbaut, um dann allerdings weit über sie hinauszugehen, aber es darf dabei diese einfache Vorstellung nicht als eine zu primitive ad acta gelegt werden! Denn ohne diese einfache Vorstellung verliert jede Religion ihre Relevanz.

1Robertt Feldhoff, Die Herraach, Perry Rhodan Nr. 1801, S.30f. Die „Herreach“ sind nichttrrreistische Wesen.

Fragmentarische Erwägungen zum Relevanzverlust Gottes- oder: „Warum haben wir aufgehört, Gott zu vermissen?“

 

Fragmentarische Erwägungen zum Relevanzverlust Gottes- oder: „Warum haben wir aufgehört, Gott zu vermissen?“


Was müssen wir von Gott denken, damit er für uns relevant wird in einer der christlichen Religion angemessenen Weise?“ Von dieser Fragestellung her soll ein Versuch unternommen werden, seinen Relevanzverlust zu rekonstruieren.


Thesen dazu:


Gott ist als das höchste Gut zu denken, daß er einerseits selbst das summum bonum für uns Menschen ist und daß er andererseits der Geber von allem für uns Guten ist.


Religiös relevant wird Gott nun aber erst, wenn von ihm, wenn er so gedacht wird, gedacht wird, daß er auf unser Verhalten ihm gegenüber hin, sich auch reagierend verhält, daß er uns das höchste Gut sein will oder sich uns auch als höchstes Gut verweigern kann, und daß er so auch uns Gutes geben will oder auch nicht, je nach unserem religiösen Verhalten ihm gegenüber.

Würde Gottes Verhalten uns gegenüber nur als ein Verhalten Gottes zu uns gedacht ohne daß gedacht wird, daß er dann auf unser Verhalten ihm gegenüber kontingent reagiere, dann kann es keine Religion geben. Es entstünde ein Gott ohne eine religiöse Relevanz. Jede Religion setzt nämlich voraus, daß es eine Kommunikation zwischen dem Gott oder den Göttern und den Menschen möglich ist, eine nicht herrschaftsfreie sondern eine asymmetrische, in der Gott gibt und sich bitten läßt, etwas Gutes oder gar sich selbst zu geben. Das impliziert, daß uns Menschen offenbart ist, wie wir mit dem Gott oder den Göttern kommunizieren können und wie Kommunikationsstörungen zwischen uns und dem Gott behoben werden können, theologisch formuliert, wie uns unsere Sünden vergeben werden können.


Wenn der Gott der christlichen Religion so nicht mehr geglaubt wird, dann verliert er seine Relevanz und diese Religion stirbt ab. Mit diesen Thesen ist nun noch nicht das Spezifische der christlichen Religion erfaßt, aber wenn so der Gott der christlichen Religion nicht geglaubt wird, dann nichtet das das Wesen jeder Religion und damit auch die christliche.


Merke:

Wer wissen will, was ein „Trabi“ ist,muß wissen, was ein Automobil ist,um dann das Besondere dieser Automarke begreifen zu können. Das gilt ebenso für das Verhältnis der christlichen Religion als einer besonderen zum Begriff der Religion.