Sonntag, 23. August 2026

„allein vor Gott stehen“ - eine Kritik eines überspannten Antikatholizismus

 

allein vor Gott stehen“ - eine Kritik eines überspannten Antikatholizismus





Eine alte Dame (ich kannte sie sehr gut), deren Treue zur Institution von niemandem zu übertreffen war, wenige Jahre vor ihrem Tod, wie beiläufig: >Am Ende werde ich allein vor Gott stehen. Nur ihm muss ich dann Rechenschaft ablegen. Ganz persönlich. Kein Papst und keine Kirche kann mir dabei helfen.<" 1 Der in diesem Artikel gefeierte Philosoph Sören Kierkegaard hätte es nicht besser formulieren können.

Ein Verhängnis wäre es für die katholische Theologie und Kirche, brächten sie das Gespräch mit der Philosophie ab, um sich in einen abseitigen Biblizismus einzumauern,denn ohne die Wissenschaft oder die Weisheit des Denkens, die Philosophie kann die Theologie als das Denken über Gott nicht auskommen. Das in der Bibel Ausgesagte soll eben begriffen werden, sonst wäre der christliche Glaube kein menschlicher Glaube, von ihm vollzogener. Nur ist nicht jede Philosophie gleichermaßen geeignet für den katholischen Glauben.

Das gerade zitierte Bekenntnis ist ein durch und durch antikatholisches Bekenntnis, dem sogar Luther nicht hätte zustimmen können, denn so antikatholisch war nicht mal dieser Reformator.Denn nach seiner Lehre kommen uns Christen, wenn und wenn wir wirklich Jesum Christum glauben, seine Verdienste zugute, sodaß wir nur um seiner Gerechtigkeit und nicht um einer unserigen willen im Endgericht vor Gott Erbarmen finden können. Nackt, unbekleidet mit Jesu Christi Gerechtigkeit bestünde kein Mensch im Gericht Gottes.

Nach der katholischen Lehre kommt einem gläubigen Katholiken, steht er post mortem vor seinem göttlichen Richter, der Gnadenschatz der Kirche, die Verdienste Jesu und aller Heiligen zugute und alle für ihn gelesenen Messen und Gebete zugunsten des Verstorbenen. Nie steht er als Einzelner, nackt vor dem Richterstuhl Gottes sondern als Glied der Kirche bekleidet mit diesem Schutzmantel. Isb stehen wir als die Kinder unserer Himmelsmutter vor dem dreieinigen Gott und so nie ohne eine Hilfe. Keine Kirche könne uns helfen, das ist wirklich purster Antikatholiizismus.

Kierkegaard bekämpft eben laut diesem Communioartikel die Erkenntnis Cyprians, daß niemand Gott zum Vater haben könne, der die Kirche nicht als seine Mutter habe.

Prinzipieller gedacht: Wer denkt und das Gedachte artikuliert, gar verschriftlicht, kann dies nur tuen, indem er eine bestimmte Sprache dazu verwendet. Nicht verhält es sich dabei nun so, daß vorrangig wir in unserem inneren Denken unsprachlich denken könnten und daß wir dann nur unser eigentliches Denken in eine bestimmte Sprache formten, um mit anderen kommunizieren zu können, unser Denken also so vermitteln. Einen Gedanken können wir nur in einer bestimmten Sprache, ohne eine bestimmte Sprache denken, ohne sie, in meinem Falle die deutsche, könnte ich keinen einzigen Gedanken denken.

Das System der deutschen Sprache ermöglicht mir so erst, individuierte Gedanken zu denken. Schachspielen kann nur, wer das Regelsystem dieses Spieles kennt. Es determiniert nun nicht die Spielzüge eines Schachspielers sondern ermöglicht ihm erst, sinnvoll Züge kontingente, frei gewollte vollziehen zu können. Das Allgemeine ist so nicht etwas dem Individuieren, dem Einzelnen oppositionell Entgegengesetztes sondern erst der Ermöglichungsgrund eines individuellen Lebens.

So geht auch der Glaube der Kirche dem Glauben des Einzelnen voraus, ermöglicht einen persönlichen Glauben als individuierende Aneignung des Glaubens der Kirche. Selbst in unserem intimsten Denken denken wir, in meinem Falle in der deutschen Sprache und partizipieren so an diesem Allgemeinen, das meinem Privatdenken vorrausliegt.

Kierkegaards Philosophie kann nur in einer Zeit entstehen, in der der Mensch von sich selbst völlig entfremdet ist und in der diese Entfremdung als ein unaufhebbares Schicksal mißverstanden wird, daß jeder Einzelne nur als ein Einzelner existiert und nie zu einem Gemeinschaftsleben finden kann, da er in seiner Selbstisolation verharrt. Für dies Denken kann es weder die Ordnung der Ehe, der Familie, des Volkes noch die der Kirche geben, da sich hierin jeder,wenn er sich im Sinne Kierkegaards versteht, in sich selbst abschließt von allem Gemeinschaftlichen. Aber da er nun denkt, gar philosophisch kann er dieses nur, indem er an dem Anteil nimmt, einer bestimmten Sprache, die er dann im Denken ableugnet. 

Zusatz: 

"Das Christentum, schreibt Kierkegaard, ist >keine Lehre, sondern eine Existenzmitteilung<".Damit sagt dieser Philosoph , daß Jesus nicht gelehrt habe, und daß Jesus so schon im Neuen Testament völlig mißverstanden wurde, da hier von seiner Lehre geschrieben wird, als Genetivus subjectivus: Er lehrte und als Genetivus objectivus, daß über ihn gelehrt wurde. 



1 Communio 23.8.2026 :Der Einzelne: Sören Kierkegaards bleibende Herausforderung.

Samstag, 22. August 2026

Regressive Frömmigkeit – eine neue Kampfparole wider den katholischen Glauben?

 

Regressive Frömmigkeit – eine neue Kampfparole wider den katholischen Glauben?





Eine gediegene Übersicht bietet der KI zu diesem Stichwort abgefragt am: 23.8.26: „Als >regressive Frömmigkeit< bezeichnet man eine Form des religiösen Glaubens, die sich aus Angst vor Komplexität und gesellschaftlichem Wandel in frühere, vermeintlich heile und starre Dogmen zurückzieht. Sie meidet den kritischen Dialog mit der Moderne und setzt stattdessen auf blinden Gehorsam, Rituale und emotionale Sicherheit.

Hier findet sich fast das gesamte Kampfvokabular des linksliberalen Katholizismus wieder : „der religiöse Glaube“ ist selbst schon pejorativ gemeint, da der Terminus „religiös“ den Glauben, den an sich guten, depraviert, ähnlich wie das Wortfeld: fromm, frömmelnd, frömmlerisch. Der wahre Glaube ist stattdessen ethisch, moralisch sich engagierend und verbleibt nicht im „Religiösen.“

Die Quelle solch einer Frömmigkeit, solcher Religiösität ist die „Angst“, nur nicht mehr vor dem Menschen beängstigende Naturereignisse, die er nicht (noch nicht) begreifen konnte wie Donner, Blitz und Seuchen etc sondern vulgärsoziologisch vor der „Komplexität“ der Gesellschaft und der „Angst“ vor dem gesellschaftlichen Wandel. Damit ist a priori ausgeschlossen, daß es für diese Frömmigkeit aus dem Wesen der Religion selbst stammende Gründe existieren könnten.

Es wird also die Zuflucht davor in „starre Dogmen“ gesucht. Damit ist selbstredend die ganze Lehre der Kirche gemeint und wird so abgeurteilt. Der Glaube, es gäbe offenbarte und in der Kirche erkannte und bekannte Wahrheiten ist so nur das Produkt verängstigter Christen bzw einer verängstigten Kirche. Es gibt keine Religion, keine praktizierte, die ohne eine Ritualpraxis auskäme. Der wahre Glaube, der antiregressive, also progressive ist demnach ein religionsloser Glaube, das ist einer, der nur die moralisch/ethische Praxis kennt und alles eigentlich Religiöse als abergläubisch abtuen möchte.

Der „kritische Dialog mit der Moderne“ sei zu führen, aber das meint hier nun nicht, der Moderne gegenüber kritisch eingestellt zu sein, sondern die Moderne als die Kritikinstanz anzuerkennen, von der aus die Kirche zu kritisieren sei, wenn sie der Normativität der Moderne nicht genüge.(Marxistischer formuliert: Die Religion gehört zum „Überbau“ und muß sich stetig dem gesellschaftlichen Wandel, dem Fundament der Gesellschaft anpassen, letztendlich der Ökonomie.

Als die Merkmale dieser Frömmigkeit zählt der KI nun auf:Rückzug ins Gestern: Alte Traditionen werden unkritisch verherrlicht und als einzig wahre Norm gesetzt.Abwehr von Kritik: Zweifel oder theologisches Nachdenken gelten als Verrat oder Schwarz-Weiß-Denken: Die Welt wird streng in „gut“ (die eigene Gruppe) und „böse“ (die säkulare Welt) eingeteilt.Autoritäre Struktur: Führungspersönlichkeiten oder feste Dogmen geben strikte Antworten vor, um eigene Verantwortung abzugeben.

Wer als Katholik über diese Punkte gründlich nachdenkt, kommt unweigerlich auf die Erstursache dieser Frömmigkeit: Jesus Christus selbst. Dieser selbst unterscheidet wirklich zwischen Gott und dem Teufel, ist Vertreter einer autoritären Struktur: Er fordert Gehorsam ihm gegenüber, lehrt feste Dogmen, statt daß er nur seine persönlichen Privatansichten mitteilt, gibt sich selbst als den einzig wahren Hirten aus, dem seine Schafe zu folgen haben, setzt dann gar noch einen Nachfolger in dies autoritäre so gar nicht demokratische Hirtenamt ein, proklamiert sich als die eine Wahrheit! Jesus Christus war und ist einfach das Schlimmste, was der Kirche passieren konnte.Die Revolte gegen den Herrn der Kirche ist eben das eigentliche Anliegen des progressiven Katholizismus.

Als die Ursachen werden dann noch genannt, statt auf den Verursacher des regressiven Glaubens zu verweisen:

Überforderung: Schnelle gesellschaftliche Veränderungen und Krisen erzeugen Angst.

Sicherheitsdrang: Einfache Antworten und feste Regeln bieten psychologischen Halt in einer unübersichtlichen Welt.“


Das erstaunt nun jeden mitdenkenden Leser: Gibt es denn noch simplere Antworten auf die jetzige Krise der christlichen Religion als: Sex für jeden, die Verdemokratisierung der Kirche und die Einführung des Frauenpriestertumes?Ist diese linksliberale Reformagenda noch an Einfachheit und an fester Regelhaftigkeit unterbietbar? Wer die Welt sich so versimplifiziert zurechtlegt, für den existiert keine unübersichtliche Welt, der weiß genau, wo die Guten und wo die Bösen stehen: Außenpolitisch: Putin und Trump, neuerdings auch Netanjahu, religiös alles was rechts von der CDU positionierbar ist und im religiösen Raum: alle Conservativen, Traditionalisten, Fundamentalisten, eben jeder, der nicht linksliberal ist und die LGBTQ für die neueste Gottesoffenbarung hält. .







Freitag, 21. August 2026

„Wollen die wirklich diese DDR zurück?“ Der Kampf wider eine gefährliche Nostalgie, der Kampf eines Christen und Sozialdemokraten gegen Rechts und die Kirche

 

Wollen die wirklich diese DDR zurück?“ Der Kampf wider eine gefährliche Nostalgie, der Kampf eines Christen und Sozialdemokraten gegen Rechts



Der bekennende Christ und Sozialdemokrat Thierse sieht im Kampf gegen Rechts und insbesondere die AfD seine Lebensaufgabe als Christ und als Sozialdemokraten. „Thierse ruft Christen dazu auf, die AfD zu bekämpfen“, titelte Kath de am 26.4.2024. Hätte ein AfD- Parteimitglied zur Bekämpfung der SPD aufgerufen, wäre das als ein Indiz für eine Verfassungsfeindlichkeit der AfD bewertet worden, denn es gehört nicht zu dem regulären Umgang von Parteien in einer Demokratie, nicht zur Bekämpfung einer anderen Partei aufzurufen sondern mit ihr zu konkurrieren.

Warum müsse nun die AfD von uns Christen bekämpft werden? Weil sie antiiuniversalistisch und antihumanitär sei, heißt es dann in dem Kath de Artikel. Damit meint dieser Sozialdemokrat, daß für den christlichen Glauben nur die Politik der „offenen Grenzen“ der Bundeskanzlerin Merkel zustimmbar sei, daß wir verpflichtet seien, jeden „Flüchtling“ aufzunehmen, ihn gut zu versorgen und wenn er möchte zu integrieren zu Lasten des eigenen Volkes. Eine Mutter, die zuvörderst für ihre eigenen Kinder sorgte und für die fremden Kinder nur, wenn das nicht zu Lasten der eigenen sich auswirkte, verhielte sich so antichristlich.Sie agierte so ja antiuniversalistisch, das ist, die Fremden mehr zu lieben als die Nächsten und anithumanistisch.

Wie soll nun die AfD bekämpft werden? Da hat die SPD, ganz im Einklang mit der zur „Die Linke“ umfirmierten SED eine klare Position: Die AfD muß verboten werden. Da zu viele isb in Ostdeutschland ihr Wahlrecht mißbräuchten, müsse dieser Mißbrauch verunmöglicht werden durch ein Verbot dieser Partei. Dies Demokratieverständnis erinnert fatal an das Eheversprechen: „Wenn Du mich heiraten wirst, werde ich Dir jeden Deiner Wünsche erfüllen...vorausgesetzt, Du mißbrauchst das Versprechen nicht, indem Du Dir etwas wünscht, was mir nicht gefällt!“ Den demokratischen Blockparteien obliegt es, zu bestimmen, wen das Volk wählen darf, mißbraucht es seine Wahlfreiheit durch ein Kreuzmachen bei einer diesen nichtgenehmen Partei, ist das durch ein Parteienverbot zu verhindern. So das Demokratieverständnis der SPD, der Linken und der Grünen.

In der antifaschistisch ausgerichteten DDR hätte die AfD oder eine ähnliche Partei nie geben können, denn dort nahm den Kampfauftrag: „Nie wieder Hitler“ ernst.Im Geiste dieses Antifaschismus vereinten sich in Ostdeutschland die Kommunisten und die Sozialdemokraten zur „Sozialistischen Einheitspartei Deutschland“ , um die Gefahr eines Neofaschismus ein für alle mal zu bannen. Bis zum Kollabieren des „Antifaschistischen Schutzwalles“ 1989 gelang die Abwehr allem Rechten gegenüber ja auch.

Aber was nun? So sieht der Christ und Sozialdemokrat Thierse am 13.8.2026 die Lage Kath de :“Thierse warnt vor AfD“. „Thierse beklagt zudem eine schwindende Erinnerungskultur an die Opfer des SED-Regimes. "Ich fürchte, dass vieles vergessen worden ist. Anders lässt sich nicht erklären, wer in Ostdeutschland AfD wählt. Diese Partei sagt ja ganz offen, dass sie das gute Alte wiederhaben wolle. Wollen die wirklich diese DDR zurück?", fragt er.“

Hier kritisiert also ein DDR- Antifa- Nostalgiker die Ostdeutschen, daß sie die DDR wiederhaben wollten, indem sie die AfD wählten! Dabei hätte doch in der antifaschistisch ausgerichteten DDR nie die AfD gegründet werden können.

Ein in Ostdeutschland kursierender Witz kann hier nun weiterhelfen: „Vor dem Fall der Mauer durften wir nicht gegen Massenarbeitslosigkeit, Mietwucher, explodierende Lebensmittelpreise und überbordende Kriminalität demonstrieren - jetzt in der Demokratie dürfen wir all das! Auch wenn das in den Medien nicht geschrieben wird: Die Grundversorgung der Bevölkerung klappte besser in Ostdeutschland als jetzt bei uns im wiedervereinten Deutschland: 3 Millionen Arbeitslose, Millionen Hartz 4 Empfänger, Millionen, die auf die Armenspeisungen angewiesen sind, Deutsche die in Wohncontainern hausen müssen, da sie die Mieten nicht bezahlen können...Aber solche Trivialitäten interessieren dem Christen und Sozialdemokraten Thierse nicht. Seine Sorge gilt allein dem Wohlergehen der „Flüchtlinge“ und „Asylanten“- ach ja und den Schickeriabekümmernissen des neuen Lieblingsklientels der SPD und der Kirche, der LGBTQ – Communitie .

Aber dieser christliche SPD- Politiker verblüfft uns auch sonst: „Ex-Bundestagspräsident Thierse: Wollte in DDR christliche Werte leben“ titelt kath de am 13.8. 2026. Nur, was hat denn die SPD mit den christlichen Werten gemeinsam, in die nun dieser Christ eingetreten ist, nachdem er schon in Ostdeutschland sich für diese engagierte? Ist etwa der Wille der SPD zur Entkriminalisierung der Tötung von Kindern im Mutterleibe etwas Christliches, oder die Einführung der Homoehe? Was hat die Genderideologie, die energischst von der SPD propagiert wird, mit den christlichen Werten gemein? Wie verträgt sich die Präferenz einer militärischen Lösung des Ukrainekonfliktes der SPD mit der Lehre vom gerechten Krieg der Kirche, wobei der AfD eine mangelnde antirussische Haltung von der SPD vorgeworfen wird? Noch nie hat Deutschland wohl so stark aufgerüstet wie jetzt und das Gerede von unserer Kriegsbereitschaft gegen Rußland,was ist daran christlich?

Wenn es „Christliches“ in der SPD gibt, dann nur deshalb weil große Teile der Katholischen Kirche und der EKD die Grün-Roten- Parteiprogramme sich selbst zu eigen machend sie als christlich glorifizieren!

Aber es existieren wirklich Nostalgiker des DDR- Antifaschismus: Alles Rechte war da verboten!



Donnerstag, 20. August 2026

Weiter im Kampf gegen Rom! Erzbischof Heßes und Bischof Feiges Kampf gegen die Lehre der Kirche

 

Weiter im Kampf gegen Rom! Erzbischof Heßes und Bischof Feiges Kampf gegen die Lehre der Kirche


Kath net berichtet unter der Überschrift: „Vatikan reagiert auf LGBT-Sexualkonzept für katholische Schulen in Hamburg!“ am 19.8.2026. „Das Dikasterium für Kultur und Bildung habe sich auf die Seite jener Eltern gestellt, die sich gegen die von Erzbischof Stefan Heße für katholische Schulen im deutschen Erzbistum erlassenen Richtlinien zur sexuellen >Vielfalt< wehren: „Die Antwort ist kurz, aber notwendig. Das Vorhaben muss gestoppt werden, bevor es in die Praxis umgesetzt wird.“

Es gälte nämlich in der Katholischen Kirche „dass hinsichtlich der Frage etwaiger Leitlinien zur Sexualerziehung die Position weiterhin jene bleibt, die im Dokument ‚Als Mann und Frau schuf er sie“, heißt es zu dieser Causa in dem „Tagespostartikel“: vom 19.8.2026: „Vatikan reagiert auf Streit um sexuelle Bildung im Erzbistum Hamburg“.

Dabei hat doch der als Anti-Rechts- Kämpfer sich profilierende Magdeburger Bischof Feige festgestellt, daß die AfD für keinen Katholiken wählbar sei: „Mit Blick auf queere Menschen und das Segnen homosexueller Paare habe die Kirche sicher eine Entwicklung hinter sich, sagte Feige in einem Podcast der "Mitteldeutschen Zeitung" und der "Volksstimme". Aber die große Tendenz sei, >dass wir da offen sind für jeden Menschen und jeden Menschen achten in seiner Art und Weise, in seiner Sexualität und in seiner Selbstbestimmung<. In ihrem Parteiprogramm setzt sich die AfD primär für die klassische Kernfamilie ein."1

Weil die Katholische Kirche sich von ihrem Modell der klassischen Kernfamilie verabschiedet habe und das Konzept der sexuellen Selbstbestimmung nun bejahe,sei die AfD nicht wählbar, da sie das vertritt, was die Kirche nun schon überwunden habe.

Hier wird also die LGBTQ- Ideologie als für uns Katholiken jetzt verbindliche Glaubenslehre verkündet. In Hamburg soll nun diese Ideologie das Fundament des Unterricht in den dortigen „katholischen“ Schulen bilden!

Leider hält die Katholische Kirche aber bis jetzt an ihrer traditionellen Lehre über die Geschlechterdifferenz, die von Frau und Mann, an ihrer Ehe- und Sexuallehre fest, nur daß das deutsche Bischöfe einfach völlig ignorieren und lehren, was ihnen gefällt. Die LGBTQler sind nun inzwischen zum Lieblingsklientel aller progressiven Kirchenvertretern geworden, man buhlt geradezu um ihre Gunst. Galt vorgestern noch in den progressiven Kreisen die Parole der Solidarität mit den Unterdrückten und Ausgebeuteten der Welt, so nehmen jetzt diesen Platz die Schickeriaprobleme der LGBTQ-Aktivisten diese Position ein. Das korreliert mit dem Positionswechsel der linken Parteien, den „Grünen“, der „Linken“2 und der SPD, statt für den „Kleinen Mann“ für dieses Milieu vorrangig Politik zu betreiben. Man könnte meinen, daß heutzutage die Kirchenoberen und die in den demokratischen Linksparteien das Sagen Habenden aus dem gleichen linksliberalen Milieu sich rekurrieren.

Aber es muß nun die Frage gestellt werden: Kann sich Rom noch gegen die Aufstandsbischöfe und Kombattanten in Deutschland durchsetzen oder tanzen die nicht schon lange, ganz vom antirömischen Geiste Luthers erfüllt, Rom auf der Nase?





1Domradio, 6.8.2026: Bischof Feige: Katholisch heißt nicht unbedingt konservativ.

2Dieser Positionswechsel der Partei der „Linken“ veranlaßte ja Frau Wagenknecht, als die Alternative zu dieser Partei die „BSW“ zu gründen; sie ist eben eine Traditionalistin.

Mittwoch, 19. August 2026

Ist die Menschenwürde der Zentralbegriff der christlichen Religion? Eine Kritik

 

Ist die Menschenwürde der Zentralbegriff der christlichen Religion? Eine Kritik



Gott liebe jeden Menschen, da er den Menschen erschuf und nun sein Geschöpf liebe. Das konstituiere die Menschenwürde. Die Botschaft der Kirche wäre so die Verkündigung der Menschenwürde und der davon abgeleiteten Menschenrechte, aber sie solle das nicht nur verkündigen, sondern auch für dafür sich engagieren, daß auf der ganzen Welt der Mensch menschenwürdig leben könne und seine Rechte respektiert werden. So könnte die Zentralbotschaft dieses Verständnisses der christlichen Religion erfaßt werden. Dies Verständnis habe dann noch den Vorzug, daß alle monotheistischen Religionen sich auf diese Kernbotschaft im interreligiösen Dialog einigen können, um gemeinsam dann dafür sich einzusetzen. (Nur stören leider fundamentalistische Strömungen in allen Religionen dies humanitaristische Anliegen aller monotheistischen Religionen.)

Wenn dies Verständnis wahr wäre, dann müßte doch der Schöpfergott selbst zuvörderst den Menschen, jeden und alle Menschen gemäß dieser Menschenwürde behandeln! In der Sintflut tötete Gott alle Menschen bis auf die acht der Arche Noah ob ihrer Sünden. Ist diese biblische Aussage mit der These der Menschenwürde als dem Zentrum der christlichen Religion vereinbar? Wie viele kleine Kinder wurden in dieser Sintflut ertränkt, deren Tun und Lassen ihnen nicht als eine Sünde anrechenbar gewesen war, da sie noch unmündig waren. Laut dem deutschen Grundgesetz soll gar die Todesstrafe der Menschenwürde widersprechen und Gott tötete hier die ganze Menschheit außer den Achten.

Mit den Menschenrechten ist das Gericht Gottes über uns Menschen ebenso unvereinbar, offenbart uns doch Gottes Sohn darüber: „Wer glaubt und getauft ist, wird gerettet werden, wer nicht glaubt, wird verdammt werden. Mk 16,16. Die Menschenrechte dagegen sagen, daß kein Mensch ob seines Glaubens, seiner Religion diskriminiert werden dürfe, also darf das Gericht Gottes so nicht vollzogen werden, da hier Gott ganz und gar gegen die Intention der Menschenrechte, die Religion für gleichgültig zu erklären, verstößt.

Das Zentrum der christlichen Religion bildet die Großerzählung von Gott, der den Menschen erschuf, von des Menschen Sündenfall und wie Gott den Menschen dann erlösen will durch das Erlösungswerk Jesu Christi und dessen Vermittelung durch die Kirche.Seine Würde ist so eine durch sein Sündigen gefährdete, der Mensch steht als von der Wahrheit Abgefallener, auf Erden Exilierter und somit Erlösungsbedürftiger im Vordergrund.All das bringt die Kaprizierung auf die Menschenwürde und seine Rechte zum Verschwinden. Stattdessen steht hier der gesunde starke Mensch im Zentrum, den aber oft die gesellschaftlichen Verhältnisse daran hindern, sein Menschsein, seine positiven Potentiale zu verwirklichen. Der Mensch müsse deswegen in seiner einzigartigen Personalität in das Zentrum der Gesellschaft gerückt werden, damit sie eine humane wird, die so der Menschenwürde gerecht werden würde.

Hier gibt sich die christliche Religion vollständig als eine Erlösungsreligion auf, um als ein Humanistenverein weiterleben zu wollen! 

Außerdem: In jeder monotheistischen und somit auch in der christlichen Religion bildet Gott das Zentrum und alles andere ist nur relevant  in seiner Relation von, in und zu Gott. 

Dienstag, 18. August 2026

Menschenwürde statt sich auf Gottes Gebote zu richten – der neue Trend in der Kirche?

 

Menschenwürde statt sich auf Gottes Gebote zu richten – der neue Trend in der Kirche?



(Vorab: Von Lesern wurde ich gebeten, etwas zur Causa der „Leihmutterschaft“ bzw auch der „Leihvaterschaft“ zu schreiben.) Ich möchte diese Causa nun etwas aus dem Rahmen fallend unter dieser Fragestellung diskutieren, daß wir als Christen das erste Gebot,das Gott uns gab: „Seid fruchtbar und mehert Euch!“ auch als das Fundament der Diskussion über die mögliche Legitimität der „Leihmutterschaft“ und der „Leihvaterschaft“ anzusehen haben. Gott hat uns Menschen eine Ordnung des Wiesichfortpflanzens eingesetzt, daß ein Mann und eine Frau heiraten und dann auf die natürliche Weise Kinder bekommen, die sie aufziehen und erziehen.

Probleme entstehen nun deswegen, weil diese Ordnung nicht eingehalten werden kann, sodaß keine Kinder gemäß dieser Ordnung hervorgebracht werden können, aber das erste Gebot dazu verpflichtet. Das bekannteste Beispiel für dieses Problem sind die leiblichen Kinder Evas und Adams, denen eine Eheschließung untersagt war, da sie nur eine Inzestehe hätten schließen können, was aber als eine schwere Sünde laut dem heutigen Katechismus ist. Hätten sich alle Kinder Evas und Adams an das Inzestverbot gehalten, wäre die Menschheit mit dem Tode des letzten Kindes dieser Eltern ausgestorben. Zu behaupten, das wäre wirklich Gottes Wille gewesen, wäre absurd, also muß zumindest anfänglich die Inzestehe erlaubt gewesen sein von Gott selbst her.

Moraltheologisch formuliert: Eine Inzestehe ist genau dann erlaubt, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, das erste Gebot zu erfüllen.



Was tun“ (Lenin), wenn eine Ehe kinderlos bleibt? Die Bibel gibt uns darauf eine eindeutige Antwort: Die Ehefrau war dann verpflichtet, ihrem Manne eine andere Frau zu geben, mit der er dann Kinder erzeugte, die dann aber als legitime Kinder der Ehe angesehen wurden, obzwar sie nicht von der Ehefrau stammten. Unklar ist, ob die andere Frau nun als eine Zweitfrau geheiratet wurde von dem Ehemann oder nur als eine Leihmutter fungierte. Wäre die Leihmutter wirklich geehelicht worden, stünden wir vor dem Problem, warum ihre Kinder dann nicht als die ihrigen sondern als die der Erstfrau angesehen werden.

In beiden Fällen wird um des Einhaltens des ersten Gebotes willen eine punktuelle Außerkraftsetzung der Ordnung der Hervorbringung von Kindern erlaubt. So wird der Inzest erlaubt wie auch eine Leihmutterschaft. Das ist vergleichbar mit der Frage: „Ist es einem Verhungernden erlaubt, Lebensmittel zu stehlen, wenn ohne einen begangenen Diebstahl er verhungern würde?“

Auch die Leihvaterschaft erlaubt die Bibel, wie es uns die Erzählung von Onan aufzeigt: Da die Ehe seines Bruders kinderlos blieb, war er verpflichtet, zu dieser Witwe zu gehen, bis sie von Onan schwanger wurde. Das so erzeugte Kind sollte dann als ein legitimes der Ehe seines Bruders angesehen werden, obschon er nicht der leibliche Vater gewesen ist. Onan verweigerte die Leihvaterschaft und Gott tötete ihn deshalb.



In allen Fällen besteht das Problem darin, daß dem ersten Gebot gehorcht werden sollte, aber die normative Ordnung des Wiesichfortpflanzens eine Fortpflanzung verunmöglicht. In diesen Fällen darf die normative Ordnung punktuell außer Kraft gesetzt werden um des ersten Gebotes willen.



Die Stellungnahmen der Katholischen Kirche zu dieser Causa zeichnen sich nun leider dadurch aus, daß erstens das erste Gebot Gottes nicht erwähnt wird und dann zweitens auch nicht erörtert wird, ob und wie dem ersten Gebot Genüge getan werden kann, wenn die normative Ordnung des Wiesichfortpfanzens eine Erfüllung des ersten Gebotes verunmöglicht.

Stattdessen wird nur von einem subjektiven Kinderwunsch gesprochen unter der Fragestellung: „Ist dieser Wunsch in jedem Falle ein legitimer?“ Der Begriff der „Würde des Menschen“ soll nun dazu verwendet werden, die Legitimität eines Kinderwunsches zu prüfen. Dabei wird dann die „Würde des Kindes“, wenn es denn so oder so geboren werden würde, in den Vordergrund gestellt. Wenn also das Kind von einer Zweitfrau geboren wird, weil die Ehefrau unfruchtbar ist, solle das der Würde des Kindes widersprechen. Wenn eine Mutter ihr Kind nicht abtreibt sondern zur Adoption freigibt, widerspricht das nicht der Würde des Kindes und stellt unbezweifelbar eine bessere Lösung dar als seine Tötung im Mutterleibe.

Theologisch ist diese Vernutzung der Würde des Kindes zum Nein zu jeder Leihmutterschaft noch zweifelhafter, denn die Würde jedes Menschen begründet sich darin, daß er ein Geschöpf Gottes ist und diese Würde wird nicht durch eine Leihmutterschaft tangiert. Auch wenn man dem Argument, daß, wenn das Kind von einer Frau ausgetragen wurde, aber eine andere dann seine Mutter wird, keine optimalen Bedingungen für dies Kind sind, zustimmt, heißt das nicht, daß eine solche zweifache Mutterschaft der Würde des Kindes widerstreiten würde.

So verwendet dient der Begriff der Würde des Menschen nur dazu, die Moralthelogie von den Geboten Gottes zu emanzipieren und durch zweifelhafte Konstrukte zu ersetzen.



Wenn das erste Gebot nicht gemäß der Ordnung der Nachkommenschaft erfüllbar ist, darf diese Ordnung punktuell außer Kraft gesetzt werden. „Was tun?“, wenn der Kinderwunsch gemäß der Ordnung der Nachkommenschaft erfüllbar wäre, aber die ein Kind sich Wünschenden diese Ordnung nicht einhalten wollen? Zwei Homosexuelle haben „geheiratet“ und wünschen sich nun ein Kind durch eine Leihmutterschaft. Hier ist die Unmöglichkeit,ein Kind gemäß der Nachkommenschaftsordnung zu bekommen, selbst verschuldet. In diesem Falle ist m.E. Eine Leihmutterschaft nicht bejahbar, denn das setzt die Unmöglichkeit, gemäß der Ordnung ein Kind zu bekommen, voraus.

Wenn aber ein Mann und eine Frau kein eigenes Kind gemäß der Nachkommensschaftsordnung bekommen können, existieren im Regelfall weniger von der Norm abweichende Möglichkeiten, die deswegen zu präferieren wären, etwa die einer künstlichen Befruchtung. Aber als die ultima ratio ist dann auch eine Leihmutterschaft bejahbar, isb da diese Lösung die hl.Schrift selbst schon bejaht. 

Eine Ergänzung

Es ist zwischen erlaubten und unerlaubten Dienstleistungen zu unterscheiden. Wer zu einem Friseur geht, um sich die Haare schneiden zu lassen und den Friseur dafür bezahlt, wird nicht der Vorwurf gemacht werden, daß er die Geldnot des Friseures ausnutze, denn die Erbringung dieser Dienstleistung ist moralisch und rechtlich erlaubt und auch sozial angesehen. Wenn nun ein Kunde eine Prostituierte für ihre Dienstleistung bezahlt, ist das zwar erlaubt, gilt aber vielen als moralisch verwerflich. Hier lautet dann ein Vorwurf den Kunden gegenüber, sie nutzten die finanzielle Not der Frauen aus. Dies Urteil legitimiert sich aber nur durch die moralische Verurteilung dieser Tätigkeit und der Meinung, nur eine extreme finanzielle Not brächte Frauen dazu, so ihr Geld zu verdienen. 

Ist nun die Leihmutterschaft eine moralisch und rechtlich zu verurteilende Dienstleistung? Die Bibel sagt: Nein. Die Intention dieser Dienstleistung ist die, einer Frau, die sonst kein eigenes Kind bekommen könnte,zu einem zu verhelfen. Darüber hinaus ist das so hervorgebrachte Kind ein von Gott selbst bejahtes und etwas von Gott Bejahtes hervorzubringen, dürfte schwerlich als etwas Unmoralisches verurteilt werden.  

Montag, 17. August 2026

„ Abkehr von biblischem Menschenbild gefährdet Demokratie“ oder eine große Confusion!

 

Abkehr von biblischem Menschenbild gefährdet Demokratie“



Diese These stammt von den Passauer Bischof Oster, über die Kath de in dem so betitelten Artikel am 16.8.2026 berichtete, erstaunlich untendenziös. „Der Bischof sagte, die Väter und Mütter des Grundgesetzes hätten bei der Festschreibung der Unantastbarkeit der Menschenwürde im Wesentlichen das biblische Bild vom Menschen im Kopf gehabt. Die meisten hätten damals wohl nicht im Entferntesten daran gedacht, dass Abtreibung einmal als ein Menschenrecht in die Diskussion gebracht werden würde. Oder dass das Bundesverfassungsgericht einmal ermöglichen würde, aus der Beihilfe zum Suizid ein Geschäftsmodell zu machen.“

Bei aller Wertschätzung diesem Bischof gegenüber, was er hier sagt, ist eine einzige Confusion. Der Reihe nach: Es ist es aus prinzipiellen Gründen nicht sinnhaft, das biblische Menschenbild als dem Ausgangspunkt von moraltheologischen Erwägungen zu verwenden, denn erstens: Dies Bild enthält indikativische Aussagen über den Menschen, imperativische, wie er sein soll und wohl auch optativische, wie er doch sein möge. Um dies Menschenbild also moraltheologisch verwenden zu können, müßte es zuerst in diese drei Teile aufgelöst werden und diese Fragmentierung zerstört das Bild. Zweitens steht im Zentrum der Anthropologie der Bibel nicht ein Menschenbild sondern die große Erzählung von der Schöpfung des Menschen, seines Falles und seiner Erlösung.

Drittens suggeriert die Verwendung des Begriffes des Bildes, daß letztendlich jeder selbst sich das ihm gefallene „Menschenbild“ sich auswählen könne, da wir uns hier im Bereich einer unverbindlichen Ästhetik befänden nach dem Motto: Die Geschmäcker seien halt verschieden. In der Theologie geht es aber um das wahre Verständnis des Menschen, um sein Begriffenwerden.

Gravierender ist aber nun die hier vorherrschende Confusion über das Verhältnis der Idee der Demokratie zur Idee des Rechtsstaates. Eine simples Beispiel möge das damit angezeigte Problem verdeutlichen: Gesetz den Fall, daß zwei Wölfe und ein Lamm darüber entscheiden, was es am Sonntag zu essen geben wird, dann können die Wölfe ganz demokratisch durch eine 2 zu 1 Entscheidung bestimmen, daß es einen Lammbraten geben wird. Die Demokratie meint ein rein formales Procedere, durch das bestimmt wird, was als Recht und was als Unrecht zu gelten habe. Da die Frage, was solle es am Sonntag zu essen geben, korrekt demokratisch entschieden wurde, ist es das Recht der Wölfe, das Lamm zu verspeisen.

Das Rechtsstaatsprinzip dagegen beinhaltet unveräußerliche Rechte jedes Bürgers, in unserem Falle das Lebensrecht des Lammes, sodaß dieser demokratische Entscheid kein rechtsstaatlich hinnehmbarer ist. Das Rechtsstaatsprinzip in unserer Demokratie limitiert also die Gegenstände bzw Sachverhalte, über die demokratisch entschieden werden darf. Das Lebensrecht einer Gruppe von Menschen abzusprechen widerstreitet so nicht der Idee der Demokratie sondern der des Rechtsstaates, wenn dem die Menschenrechte bzw die Menschenwürde als das Fundament zugrunde gelegt sind, das nicht selbst wieder durch einen demokratischen Entscheid revoziert werden darf.

So entsteht ein unauflösliches Spannungsfeld zwischen der Position der Demokratie und der des Rechtsstaates: Die Demokratie will den Rechtsstaat limitieren, um möglichst alles zu Gegenständen politischer Entscheidungen zu machen, auch das Recht auf Leben, wohingegen der Rechtsstaat die Demokratie limitieren will, um die Rechte der Bürger vor einer demokratischen Willkürherrschaft zu schützen. Wird die pervertierte Version der Monarchie als eine Diktatur bezeichnet, so pervertiert die Demokratie zur Willkürherrschaft der Mehrheit, der Ochlokratie, das ist eine Demokratie ohne ein sie begrenzendes Rechtsstaatsprinzip.

In einer Demokratie wird in und durch das demokratische Wie des Entscheidens bestimmt, was der Würde des Menschen gemäß und was ihr nicht gemäß ist. Der demokratischen Entscheidungen ist nämlich kein substantielles Verständnis von dem, was gut, wahr und recht ist, vorausgesetzt, sondern nur eine Form, durch die bestimmt wird, was so anzusehen sei, bis es durch eine neue Entscheidung wieder außer Kraft gesetzt werden kann.

In der mehrteiligen Vorlesung des Professors Patzelt: „Typen der politischen Systeme“, mehr als hörenswert, im Internet auffindbar, wird dargelegt, daß es für die Demokratie konstitutiv sei, daß nicht a priori erkannt ist, was das Wahre und Gute sei, was das Gemeinwohl ausmache, sondern daß es die Aufgabe der Demokratie sei, immer wieder Antworten auf diese Fragen hervorzubringen, die stets revidierbar seien. Die Legitimität einer Antwort resultiere so allein aus ihrer formal korrekten Hervorbringung.

So können offenbarte Wahrheiten mit ihrem Wahrheitsanspruch nicht ein Element der Demokratie sein. Sie können nur in einer Art der Menschenrechtserklärung als einem möglichen Fundament des Rechtsstaates Geltung beanspruchen, die so einem demokratischen Entscheiden über sie enthoben sind.

Die Demokratie an sich betrachtet bedeutet die Willkürherrschaft der Mehrheit. Nur das Rechtsstaatsprinzip mit nicht mehr der demokratischen Entscheidungsbefugnis entzogener Grundrechte verhindert, daß faktisch die Demokratie eine Ochlokratie ist, denn das ist sie aus sich heraus ohne eine Limitierung durch die Idee des Rechtsstaates.

Zur Demokratie als faktischer Ochlokratie paßt es, den Menschen bis einschließlich des neunten Schwangerschaftsmonates das Lebensrecht abzusprechen, wie es jetzt in den USA in Massachusetts geschieht. Kath net berichtet über diesen demokratischen Exzeß am 13.8.2026:

Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey Massachusetts-Gouverneurin Maura Healey/Demokraten hat Gesetz für das Töten ungeborener Kinder bis unmittelbar vor der Geburt unterschrieben – Bischof Barron: „Barbarische Regelung“. Diese Gouverneurin ist eine Demokratin, für die wahr ist, was die Mehrheit meint und Gottes Wille ist ihr als einer Demokratin völlig gleichgültig! 

Aus politisch korrekter Sich gelten deswegen allein die Fundamentalisten als die Feinde der Demokratie, da sie an den Wahrheitsgehalt von Offenbarungen festhalten, wenn diese nicht demokratisch legitimiert worden sind. 

Zusatz:

Das prinzipielle Poblem: Die Demokratie setzt sich selbst eine Begrenzung durch eine demokratische Dezision, die sie dann, obzwar demokratisch legititimiert als eine nicht mehr durch eine demokratische Entscheidung aufhebbare ansehen will. Außerdem: Im demokratischen Diskurs entscheidet eine demokratische Entscheidung, was der Würde des Menschen gemäß und was nicht gemäß ist und diese Entscheidung legitimiert sich selbst wiederum nur durch ihre reine Formalität der demokratischen Hervorbringung.