Mittwoch, 4. November 2026

Verdrängte biblische Wahrheiten – oder wie Gott irrelevant wurde

 

Verdrängte biblische Wahrheiten – oder wie Gott irrelevant wurde



Geben wir der hl. Schrift das Wort: „Werdet nicht wie eure Väter und Brüder, welche von dem Herrn, dem Gott ihrer Väter, abfielen, und die er dem Untergang preisgab1, wie ihr selbst seht. Seid nicht halstarrig,wie eure Väter;bietet dem Herrn die Hand,und kommet zu seinem Heiligthume,das er auf immerdar2 geheiligt hat, dienet dem Herrn, dem Gott eurer Väter,so wird sein grimmiger Zorn sich von euch wenden.“ 2.Chronik, 30,7f.

„Kehret um, dann wird Gott auch zu Euch wieder umkehren. Jetzt zürnt Euch Gott, aber wenn Ihr umkehrt zu ihm hin, dann wird er seinen Zorn von Euch abwenden und Euch wieder ein gnädiger Gott sein!“

Das ist nicht nur die Kernaussage dieser Bibelstelle, sondern eine, die wie ein roter Faden sich durch die ganze hl.Schrift zieht.

Gott kann uns zugewandt oder im Zorne gegenüber stehen. Das macht seine Relevanz aus. Wenn Gott zwar existierte, aber beziehungslos zu uns, dann wäre er für und irrelevant.Wenn Gott existierend stets als uns liebender zugewandt wäre, dann wäre zu urteilen, daß es diesem Gott gleichgültig wäre,wie wir uns ihm und uns selbst gegenüber verhielten. Diese Liebe wäre eine, die nicht auf die Antwort von uns, unsere Liebe ausgerichtet wäre. Nur, das Bekenntnis: „Ich liebe Dich“ wird nie ausgesprochen ohne die Erwartung der positiven Antwort: „Und ich liebe Dich!“Wäre ohne diese Erwartung die Liebe Gottes wirklich eine Liebe?

Wenn aber von Gott geglaubt wird, daß er uns liebend oder zürnend sein kann, dann wird er für uns relevant. Denn es kann keinem Menschen gleichgültig sein, ob ihm Gott zürne oder ob er von Gott geliebt werde, insbesondere, wenn Gott nie als uns gegenüber indifferent sich verhaltend geglaubt werden kann.

Das Volk Israel verlor seine Heimat, sein Königtum, seinen heiligen Ort der Gottesverehrung, weil Gott ihm zürnte wegen seines Sündigen Gott gegenüber, aber Gott verheißt ihm, all das zurückzugeben, wenn es wieder zu ihm sich zurückwendet.

Das ist nun nicht ausschließlich als ein besonderes Ereignis der Beziehungsgeschichte Gottes mit seinem Volke in den Chronikbüchern erzählt, sondern zeigt an, wie Gott generell sich zu uns Menschen verhält. In einer narrativen Theologie wird das Allgemeine in eine besondere Geschichte verkleidet, um darin das Allgemeine erkennen zu lassen.

Wenn Gott nicht mehr so gedacht wird, dann muß er selbst für die Gläubigen irrelevant werden, da eine solche objejektivistische Liebe, einer Liebe, die das Wie des Antwortens des Geliebten gleichgültig ist, von einer Gleichgültigkeit uns gegenüber nicht mehr unterscheidbar ist.





Von Gott muß also gedacht werden können, daß er nicht nur sich in irgendeiner Weise zu Anderem als sich selbst verhalten kann sondern auch, daß er auf das seinem Verhalten reagierenden Verhalten selbst noch einmal reagieren kann. Das stellt für einen traditionell metaphysisch gedachten Gott ein Problem dar. Denn Gottes Sein wird als ein zeitloses ewiges Sein gedacht. Das ermöglicht zwar die Vorstellung, er könne eine Realtion zu anderem als sich unterhalten, aber nur eine ewig konstante, nicht kann aber gedacht werden, daß Gott auf unser Verhalten ihm gegenüber reagieren könnte, denn das erheischt , daß Gott sein Verhalten zu uns ändern könnte, was aber ein zeitliches Sein und eine Veränderbarkeit Gottes in seinem Verhalten denknotwendig voraussetzt. Das Beides ist aber in einer Metaphysik im Stile Aritoteles undenkbar.

Wenn Gottes Relation zu seinem von ihm gesetzten Sohn als eine lebendige Beziehung gedacht werden soll, dann muß gedacht werden, daß der von seinem Vater geliebte Sohn ihn antwortend liebt und der Vater auf diese ihm erbrachte Liebe wieder reagiert. Ihm ist die Liebe seines Sohnes zu ihm selbst nicht gleichgültig. Das inkludiert aber, daß mit der Setzung des Sohnes in der immanenten Trinität Gottes die Dimension der Zeit eingefügt wurde, damit eine lebendige Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn so ermöglicht wurde. Wenn das wahr ist, dann kann dieser Gott auch Beziehungen zu uns Menschen unterhalten, lebendige, in denen er auch auf unser Reagieren ihm gegenüber selbst noch mal reagieren kann.

Das ist aber die denknotwendige Präsumption der Kernbotschaft nicht nur dieser Chronikbibelstelle.

Sonst entstünde für den Gläubigen ein Gott, der von seiner Natur aus uns immer nur lieben könnte und dem es gleichgültig wäre, wie wir dann auf seine Liebe zu uns reagierten, da er nicht auf unser Verhalten ihm gegenüber reagieren könnte: Er könnte immer nur lieben!


1Tradit ...in internittum“ meint aber. In den Untergang geben, nicht ein Zulaasen, wie diese Übersetzung suggerieren könnte.

2„In aeternum“ = für die Ewigkeit. Der Tempel in Jerusalem wurde aber 70 n Chr endgültig zerstört und bis heute nicht wieder aufgebaut. Die Verheißung des auf immer Geheiligtseins dieses Tempels war also eine konditionierte: Wenn Israel vom Glauben abfällt, konnte Gott seine Verheißung revozieren.

Wenn die Täter zu Opfern ummodelliert werden...

 

Wenn die Täter zu Opfern ummodelliert werden...



Was in Frankreich Linksradicalen und Migranten gelang, und gelingt, ein Hauch von „Französischer Revolution“ zu verbreiten, es wurde revoltiert und randaliert und Polizisten angegriffen als die Repräsentanten des verhaßten Staates, das sollte nun in unserem Lande imitiert werden.

Die „Generation Z“ rief auf zur Revolte, aber so erfolgreich in Frankreich war man nun doch nicht. Um so heftiger tobt nun der Kampf um die Interpretation diese Revolten-versuche.

„Polizei bestätigt migrantisch geprägte Tätergruppe

Dabei hatte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) bereits am Sonntag auf entsprechende Erkenntnisse der Frankfurter Polizei verwiesen. >In Frankfurt hat sich ein enormes Gewaltpotenzial von Linksextremisten und gewaltorientierten jungen Menschen, größtenteils mit Migrationshintergrund, entladen“, erklärte er. Die Tätergruppe sei „überwiegend migrantisch geprägt“ gewesen. Poseck betonte: „Es darf hier keine falschen Tabus geben.<“1

Das ist eine erstaunlich klare Aussage für einen CDU-Politiker, aber er zensiert eben nicht die politisch inkorrekten Erkenntnisse der Polizei Frankfurts.

Aber seitens der SPD wird dem wider-sprochen.Bundesverteidigungsminister Pistorius (SPD) kann da keine jugendlichen Migranten wahrnehmen. (Nicht auszuschließen ist, daß der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk uns darüber aufklären wird, daß die wahren Täter als Ausländer verkleidete Neonazis waren.)

„Merz verspricht hartes Vorgehen gegen migrantische Krawallmacher“ titelt am 3.11.2026 die Junge Freiheit, weist aber nicht daraufhin, daß dies Versprechen ein Versprecher des Bundeskanzlers ist. Immerhin bestätigt er die Einschätzung der Täter des hessischen Innenministers.

Aber nun kommt die TAZ, die ihrer Leserschaft nun die politisch korrekte Interpretation offeriert: „Ausschreitungen nach Gen-Z-Protesten Und wieder als fremd markiert“ heißt es am 3.11. 2026 dort:“Unionspolitiker machen das „migrantische Millieu“ für Ausschreitungen in Frankfurt verantwortlich. Kein Wunder, dass sich die ständige Ausgrenzung in Wut verwandelt.“ Die Randalierer sind also die Opfer einer Ausgrenzungspolitik!

Merke: Asylanten, Migranten und überhaupt Fremde sind nie als Täter anzusehen, sondern sie sind primär die Opfer von uns ach so ausländerfeindlichen Deutschen. Uns fehle dann eben das Verständnis dafür, daß denen dann mal der Geduldsfaden reiße, sie also ihrer Wut freien Lauf ließen.

Immerhin bestreitet die TAZ nicht wie der SPD-Minister die Herkunft der Täter aus dem linksradicalen und migrantischen Milieu, nur gilt es dann, dann die Migranten zu exculpieren und die wahren Schuldigen zu markieren, letztlich wir Deutschen.

1.Zusatz:  

Junge Freiheit 2.11.2026: „Warum dürfen immer nur Linke und Migranten „wütend“ sein? Medien und Politik verurteilen die Randale nach den „GenZ“-Protesten. Doch es schwingt Verständnis für die „Wut“ mit. Gehen aber Menschen friedlich gegen Migranten-Gewalt auf die Straße, ist ihnen eines sicher: einhellige Empörung.“

2.Zusatz 

"Gewaltdelikte in Deutschland: Fast sieben von zehn Gesuchten sind Ausländer .Neue Zahlen des Bundesinnenministeriums zeigen eine dramatische Entwicklung bei Haftbefehlen wegen Gewaltkriminalität." Kath net 4.11.2026



 

Corollarium

Es müßte dies Phänomen ausdifferenziert erörtert werden, a) die Dekadenz des linksliberalen Bürgertumes mit seinen suzidialen Tendenzen, b)die hier eingewanderten Migranten, die sich feindlich unserer Kultur gegenüber stehen, ihr Vandalismus, c) das Konzept der einen neuen Weltordnung, in der alle Differenzen in einem Weltmarkt und einem den einen freien Weltmark ermöglichenden Staat untergehen sollen, d) die sozialen Konflikte, die ethnischen und die religiös-kulturellen, aber auch die geschlechtlichen.   



1 Junge Freiheit, 2.11. 2026 Pistorius widerspricht Dobrindt bei „migrantischen Chaoten“

Montag, 2. November 2026

Empfinden wir noch eine Angst vor dem Tode? Haben wir uns mit ihm versöhnt?

 

Empfinden wir noch eine Angst vor dem Tode? Haben wir uns mit ihm versöhnt?

Benedikt 16..: „Wir fragen uns jedoch: Warum empfinden wir Angst vor dem Tod?“ In diesem Kath net Artikel vom 2.11.2026 heißt es dann weiter: „Papst Benedikt 2011 in Generalaudienz an Allerseelen: >Warum hat die Menschheit zu einem großen Teil sich nie damit abgefunden zu glauben, daß jenseits des Todes einfach nur das Nichts ist?<“ Er gibt darauf diese Antwort: „Ich würde sagen, daß es vielfältige Antworten gibt: Wir fürchten den Tod, weil wir Angst haben vor dem Nichts, vor dem Aufbrechen zu etwas, das wir nicht kennen, das uns unbekannt ist.“

Wenn die Angst vor dem Todsein eine menschliche Konstante wäre, könnte die Verkündigung des ewigen Lebens an diese Angst anknüpfend, auf einen fruchtbaren Boden fallen. Statt daß diese Angst verdrängt wird, wäre doch die Hoffnung auf ein ewiges Leben sinnvoller als ein resigniert sich mit dem Tode Abfinden.

„Mir ist klar geworden,dass wir nicht koexistieren können,der Tod und ich.Solange ich am Leben bin,ist er nicht da.Wenn er übernimmt, werde ich nicht mehr sein.Warum also sollte ich vor etwas Angst haben, das ich nie erleben werde.“ 1

In der sehr populären Zukunftsromanserie Perry Rhodan findet sich diese auf den Philosophen Epikur zurückgehende Antwort auf die Frage: Ist der Tod zu fürchten? Wenn der Tod die Angst vor dem Nichts wäre, dann muß im Geiste Epikurs geantwortet werden, daß das Nichts nie von mir erlitten werden kann, denn solange ich lebe ist nicht das Nichts und wenn ich durch den Tod genichtet worden bin, dann gibt es mich nicht mehr, sodaß ich das Nichts erleiden könnte. Den um meinen Tod erleiden zu können, müßte es mein Ich noch geben, das dann den Tod erleidend erfahren könnte.

Unserem zeitgenössischen biologistisch-materialistischen Weltbild entspricht dies Verständnis des Todes als einfache Nichtung: Meinen Tod gibt es nur für die Anderen, er kann nie der meinige sein. Wenn das Lebensziel aus der hedonistischen Lebensperspektive das der Glücks-gefühlsmaximierung ist oder wenigstens das der Vermeidung von einem Unglücklichsein, dann ist das Todsein eine „schwarze Null“: Man empfindet weder Lust noch Unlust, weder Glück noch Unglück. Das ist fürwahr für viele Menschen, älter geworden und durch vielen Altersleiden in ihrer Lebenszufriedenheit sehr limitiert, eine erstrebenswerte Perspektive.

Den Kontext des Verlustes an der Angst vor dem Todsein bildet unsere Dekadenzepoche, daß generell der Wille zum Leben geschwächt ist. In der demographischen Fehlentwickelung manifestiert sich direkt diese Dekadenz des Verneinens des Lebens, indem es sich nicht mehr fortpflanzen will.

Ich empfehle, die Todesanzeigen in Zeitungen daraufhin zu lesen, in welchen noch etwas von der Hoffnung auf ein ewiges Leben geschrieben steht. Meiner Beobachtung nach dominiert die Idee, daß ein Verstorbener im Gedächtnis der um ihn Trauernden „weiterlebt“, oder daß der Verstorbene nun ewig „ruht“ im Grabe.

Es ist davon auszugehen, daß in allen Zeiten Antworten auf die Frage, was heißt es, tot zu sein, gegeben wurden und werden. Die Hoffnung auf ein postmortales Leben ist eine mögliche Antwort, aber nur eine von vielen möglichen. In den Zeiten der Dekadenz ist das aber eine Antwort, die nicht auf eine breite Zustimmung hoffen kann.

Zusatz:

Das Leben hört nicht auf, wird nicht einfach im Tode genichtet, weil wir das so uns imaginieren. Nur ist nicht jedes postmortale Leben ein ewiges im guten Sinne. 

1Marie Erikson, Die Runen des Tartorus, Perry Rhodan Bd. 3401, S.15f.

Sonntag, 1. November 2026

Gott will das Heil aller Menschen – eine Problemanzeige. Eine Orientierungsskizze der Vergleichgültigung der christlichen Religion

 

Gott will das Heil aller Menschen – eine Problemanzeige



Eine Orientierungsskizze

Das Heil aller Menschen ist an keine von Gott gestellte Bedingung abhängig.Das evozierte einen theozentrischen Nihilismus, da nun gälte, was Dostojewski als den atheistischen Nihilismus bezeichnete: Wenn es keinen Gott gäbe,sei alles erlaubt. So wäre auch Gott es gleichgültig,wie wir Menschen leben, da er jedem das Heil gewähren würde.



Das Heil des Menschen sei seine Würde, seine ihm eigenen Menschenrechte, die, da Gott der Schöpfer und der seine Geschöpfe Liebender sei, jedem Menschen zukäme. Auch dem Sünder gälte die Menschenwürde, sodaß ein humaner Strafvollzug innerweltlich gefordert sei,aber Gott würde letztendlich jedem das ewige Heil gewähren, sofern es ein Mensch erlangen möchte.



Das Heil der Menschen ist abhängig von der Erfüllung der zum Erreichen des Heile gesetzten Bedingungen seitens des Menschen. Das macht die Substanz jeder Religion aus: Der Mensch kann wissen, was die Götter oder der Gott von ihm will und er gewährt Gutes, je nachdem er die Bedingungen erfüllt oder nicht erfüllt.

Das hätte für die christliche Religion diese Folge: Da diese Religion nicht zu allen Zeiten und in allen Orten bekannt war, muß prinzipiell das Erlangen des Heiles als unabhängig von der christlichen Religion gedacht werden. Das Konstrukt der natürlichen Religion leistet das: Zu jeder Zeit war eine zum Heile hinreichende Gotteserkenntnis möglich,daß Gott ist und was er von uns will. Es läge nun allein an dem Menschen, so das Heil zu erlangen.

Die christliche Religion kann dann nur eine zusätzliche, aber nicht notwendige Möglichkeit zur Erlangung des Heiles sein.Wir glichen Schwimmern, denen ein Rettungsring zugeworfen würde, die darauf aber antworten könnten: „Wir sind gute Schwimmer und sind so nicht einer Ertrinkungsgefahr ausgesetzt!“

Eine Alternativkonstruktion dazu: Jeder Mensch könnte so zwar theoretisch das Heil erlangen, aber faktisch hat es keiner geschafft, sodaß nun faktisch das Heil nur durch die christliche Religion erreichbar ist. Eigentlich hätte jeder Mensch durch die natürliche Religion das Heil erlangen können, aber da es keinem faktisch gelang, bietet Gott nun sozusagen auf dem zweiten Bildungsweg den Weg zum Heile an.

Die Gnade Gottes bestünde in all diesen Versionen darin, daß Gott entweder bedingungslos jedem Menschen das Heil gewähre, oder daß er Bedingungen setzt, die jeder Mensch erfüllen könne. Wenn aber nun doch das Heil faktisch von der christlichen Religion abhängig wäre, dann wäre es nur ein partikular realisierbares. Im Urchristentum fand sich dafür eine zweifache Antwort: Erstens ermöglichte die Taufe zugunsten von schon als nichtgläubig Verstorbener deren Seelenheil, zweitens wurde geglaubt, daß der Heiland selbst, niedergefahren in das Reich der Toten, den dortigen Seelen das Evangelium predigte, um ihnen das Heil so doch noch zu ermöglichen.

Um des Heiles willen, müsse nun die Kirche aber allen das Evangelium predigen, also missionieren.



Wenn aber die christliche Religion gar nicht notwendig zum Heile gewesen wäre, wenn die Menschen die Möglichkeiten der natürlichen Religion genutzt hätten, sondern nur notwendig wurde, da wir unsere erste Chance verspielten, dann wird das der Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus nicht gerecht, als wäre diese Offenbarung nur eine Zusatzhandlung Gottes zum Heile, nachdem der erste Weg der natürlichen Religion sein Ziel nicht erreicht hätte. In der paulinischen Diktion des Römerbriefes hieße das: Das Gesetz Gottes war und ist der eigentliche Heilsweg, da uns Menschen der aber faktisch überforderte, kam das Evangelium dazu als ein Sonderweg, eine Art der Sonderschulpädagogik zur Erleichterung für uns Menschen.

Wenn aber gilt,daß die Kirche heilsnotwendig ist, der Glaube an Jesus Christus, dann wird es sehr schwer, diese Aussage mit dem universalistischen Heilswillen Gottes zu vereinbaren. Der Rekurs auf eine Präfestinationslehre, daß Gott einige zum ewigen Heile erwählt hätte, andere aber nicht, widerstreitet dem Heilswillen Gottes, dem universalistischen.Am überzeugendsten erscheinen mir dann doch noch die zwei Lösungen des Neuen Testamentes, die der Taufe zugunsten der Verstorbenen und der Glaube an Jesu Christi Evangeliumspredigt im Reiche der Toten.  

Die anthropozentrische Wende: 

In der gegenwärtigen Diskussion kapriziert sich dieser Diskurs über das Verhältnis vom Gott, der alle erlösen will und ob wirlich  alle erlöst werden, auf die Frage: Wie sind Menschen für die Kirche und die christliche Religion gewinnbar, alle oder nur einige? Ist die christliche Religion als die wahre eine für jeden notwendige  oder nur eine für wenige attraktiv? Die zunehmende Gleichgültigkeit der christlichen Religion gegenüber ist das Problem der heutigen Kirche: der Indifferentismus. Setzen alle bisher skizzierten Versionen darauf, daß es einen objektiv gültigen Weg zum Heile der Menschen gibt, so verschieden sie dann auch gedacht wurden, der deswegen auch hinreichend anziehend für jeden Menschen sei, da er sein eigenes Heil wolle,so verschwindet dieser Objektivismus nun völlig: Es wird gefragt: Was will der potentielle Kunde der Kirche, was sind seine Konsumbedürfnisse? Das ist das Konzept der Marktwirtschaftskirche. Es wird somit nach nichtreligiösen Bedürfnissen geforscht, die die Kirche, wenn sie ihre Angebote auf diese Nachfrage hin ausrichtet, erfüllen könne, um so wieder attraktiv zu werden.Idealer weise sollte ein oder ein paar bestimmte Bedürfnisse eruiert werden, auf die hin jeder potentielle Kunde ansprechbar sei.

Nur, es wollen sich solche Bedürfnisse nicht mehr recht finden lassen. Die Verkaufsstrategie, daß Menschen auf der Sinnsuche seien, orientierungslos und daß die christliche Religion darauf die oder zumindest eine besonders gediegene Antwort sei, kommt nicht an! Akzeptanz erreiche die Kirche fast nur noch als organisierte Nächstenliebe. Die religiöse Substanz der Kirche würde dagegen als uninteressant nicht mehr zur Kenntnis genommen.

Existieren Bedürfnisse nichtreligiöser Art, die dann durch die christliche Religion befriedigt werden können oder antwortet die christliche Religion auf Bedürfnisse, die selbst schon in der Religion begründet sind? Wer nach Erlösung und der Wahrheit frägt, frägt schon als ein religiöser Mensch. Jesu Christi Verkündigung und die missionarische der Kirche setzte religiös Sozialisierte voraus, denen darum auch das Evangelium eine erkennbare Wahrheit war, da das Evangelium sich auf ihre Religion bezog, auf die Fragen der vorchristlichen Religion.

Die Kirche diene der Geselligkeit und der Humanität, wäre so die Kirchenantwort auf den Verlust des Interesses an allem Religiösen! Auf diesem (Irr)Weg scheint die konziliare Synodenkirche nicht nur in Deutschland voranschreiten zu wollen. Das Heil, eine Heilssuche wäre dann nur noch ein Minderheiten ansprechendes Programmsegment in der Angebotspalette der Kirche.






Ein verdrängtes Gebet als eine der vielen Gründe der Kirchenkrise oder wie man sich die Welt schön redet

 

Ein verdrängtes Gebet als eine der vielen Gründe der Kirchenkrise oder wie man sich die Welt schön redet

Papst Leo der 13 wünschte, daß dieses Gebet regelmäßig zu beten sei, auch in der hl.Messe:

„Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels und sei du unser Schutz.Gott gebiete ihm,so bitten wir flehentlich.Du aber,Fürst himmlischer Heerscharen, stürze den Satan und die anderen bösen Geister, die zum Verderben der Seelen die Welt durchstreifen,mit der Kraft Gottes hinab in den Abgrund der Hölle.Amen.“

Der „Mozart der Theologie, der spätere Bapst Benedikt, schrieb als Kardinal Joseph Ratzinger: „Man braucht sich nicht mehr überall und rundherum vor den Geistern zu fürchten, die da umgehen und die man immer wieder vergeblich zu bannen versucht.“ 1

Ein Spalt tut sich hier auf zwischen diesen zwei Päpsten: Papst Leo treibt die Sorge vor dem Wirken des Teufels und der Daimonen zum Gebet zum Erzengel Michael, Papst Benedikt ist das keine Sorge mehr: Der Gott der Liebe hat all diese bösen Mächte entmachtet. Der Gott, „der Vernunft und Liebe ist,“ der sei stärker als alle dunklen Mächte, „die es in der Welt geben mag.“2 Möglicherweise gibt es diese dunklen Mächte, für Papst Leo waren sie eine reale Bedrohung für unser Seelenheil. Kann es denn überhaupt in einer Welt, die von dem Gott der Vernunft und der Liebe regiert werden, solche obskuren finstren Mächte geben? Hat vielleicht das Licht der Aufklärung, erhellt durch den christlichen Glauben diese Mächte wegaufgeklärt, sodaß es des flehentlichen Betens zum Schutzengel Michael gar nicht mehr bedarf?

Die Welt vor der Erhellung durch den Gott der Vernunft und der Liebe war ja nun auch eine zu schreckliche,wie es der „Mozart der Theologie“ uns schreibt: „Viele Gottheiten der Religionen der Welt sind schrecklich,grausam,egoistisch oder undurchschaubar, gemischt aus Gutem und Bösen.Die antike Welt war weithin von der Furcht vor den Göttern und ihrer unheimlichen Macht geprägt: Man muß sie zu versöhnen versuchen“. 3

Die christliche Religion setzte all dem nun ein Ende, denn Gott ist die Vernunft und die Liebe. In einem solch appolinischen Universum kann es eben nichts Dionysisches mehr geben, das ist einfach wegaufgeklärt worden, als die Welt eine licht- und vernunfterhellte wurde.

Nur, warum lehrte uns dann Jesus Christus selbst, daß wir nur den zu fürchten hätten, der unseren Leib und unsere Seele zur ewigen Verdammnis verurteilen könne, nämlich Gott selbst? „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle!“ Mt 10,28. Brachte der Sohn Gottes nicht auf dem Kreuzaltar am Karfreitag das Sühnopfer seinem Vater dar, hat er uns wirklich nur durch eine Aufklärung, daß Gott die Vernunft und die Liebe sei, erlöst von unseren vernunftwidrigen dunklen Gottesvorstellungen?

Wir sind durch das Blut Christi von unseren Sünden reingewaschen- wie paßt das zu diesem rein appolinischen Gottesverständnis. Ja der Gott der Liebe und Vernunft vertilgte gar in der Sintflut die ganze Menschheit, ausgenommen die acht der Arche Noah!

Es müßte wohl eine Theologie im Stile Mozarts durch Elemente des Schwermetallrocks, etwa die christliche Band "Antestor" mit "The forsacken" ergänzt werden,damit sie realistisch wird. 



1Kardinal Joseph Ratzinger, Werte in Zeiten des Umbruchs, 2005, S.149.

2A.a.O. S.148.

3A.a.O. S.148.

Freitag, 30. Oktober 2026

Eine Totalkapitulation vor dem Islam oder die Vergleichgültigung aller Religionen um des Weltfriedens willen

 

Eine Totalkapitulation vor dem Islam1



Auf Kath de lesen wir: „Der US-amerikanische Bischof Robert Barron hat den algerischen Kardinal Jean-Paul Vesco für seine Interviewaussage kritisiert, die Kirche sei nicht dazu da, zu bekehren, sondern solle nach Brüderlichkeit streben. "

„Brüderlichkeit“ - statt bekehren, und das aus einem Bischofsmund! Offenkundig verwendet dieser Pseudokardinal den Begriff der „Brüderlichkeit“ nicht im Sinne der christlichen Religion, denn Jesus Christus verwendet ihn nur zur Bezeichnung von Mitchristen, sondern im Geiste eines humanitaristischen Universalismus. Es sei gleichgültig, wie wer es mit der Religion hielte, wir seien eben alls ob unseres Menschseins „Brüder“. Die Parole der Französischen Revolution, die der „Brüderlichkeit“ dürfte diesen Pseudokardinal inspiriert haben, gerade auch in dem dieser Revolution eigenen Intention, die christliche Religion aus dem öffentlichen Leben zu verbannen.

„>Entschuldigung, aber … was?", schrieb Barron in einem Posting auf der Plattform "X" (Mittwoch). Wenn ich wirklich glauben würde, dass die Kirche nicht existiert, um Menschen zu Christus zu führen, dann würde ich kündigen und einen ehrlichen Job annehmen.<"

Was sagte nun dieser Pseudokardinal? ">Wir sind die Kirche dieses Volkes. Keine missionierende Kirche, keine Kirche, die dazu da ist, zu bekehren, sondern eine Kirche, die danach strebt, ein Teil dieses Volkes zu sein<", erklärte Vesco. An anderer Stelle sagte er: >In monotheistischen Religionen ist Missionierung Gift, weil sie impliziert, die Religion des anderen ist falsch." Wenn ein Moslem ihm gegenüberstehe und sage, dass er in Ordnung, seine Religion aber wertlos sei, dann sei der Dialog beendet. "Plötzlich leben wir nicht mehr in derselben Welt, gehören nicht mehr derselben Menschheit an.<"

Jede „Missionierung“ sei also ein „Gift“, das ein friedliches Miteinander zwischen den Menschen verunmögliche, Im Dialog mit dem Islam dürfe also nicht geurteilt werden, daß die christliche Religion wahr und somit die islamische unwahr sei. Ein Dialog setze voraus, daß jeder Dialogisierer jede andere Religion als gleich wahr anerkenne , um so keinerlei Versuche unternähme, ihn von der Wahrheit seiner eigenen Religion zu überzeugen!

Das Ziel der Einheit der Menschheit, der Bejahung der Einheit des eigenen Volkes und, so ist wohl zu ergänzen, um des guten Miteinanders mit den Nächsten willen, verlange die Vergleichgültigung aller Religionen! Wenn eine Religion sich als die wahre glaubt und somit nicht als gleich wahr mit allen anderen, dann zerstöre sie die Einheit der Menschheit.

Die ganze Geschichte der Kirche, von ihrem ersten Heidenmissionar Paulus, von Jesus an, der gar Juden zum christlichen Glauben bekehrte, war ein einziger Irrtum. Nie hätte ein Bonifatius uns Germanen von unserem Glauben an Odin, Wotan und Dona wegbekehren dürfen!

Dieser Pseudokardinal hat zuerst die Lage der Kirche in einem mehrheitlich islamischen Lande vor Augen, in der wir Christen nur eine geduldete Minderheit sind. Um die Muslime nicht zu verärgern, habe die Kirche auf jede Art von Mission zu verzichten. Aber der Pseudokardinal kritisiert die Kirche nun noch viel weitergehend: Sie hätte nie eine missionarische sein dürfen und müsse nun jede Mission einstellen um des Menschheitsfriedens willen!

John Lennon fordert, freimaurerisch inspiriert, daß alle Religionen abgeschafft werden sollen in seinem Lied“ Imagine“ um des Weltfriedens willen, dieser Pseudokardinal die Vergleichgültigung aller Religionen um des Weltfriedens willen.

Die Furcht vor dem Islam diktiert hier, man will sich ganz klein machen, hoffend so nicht vom Islam attackiert zu werden. Aber der Islam glaubt an sich als die einzig wahre Religion und will so die christliche liquidieren. Sich selbst totstellen wird den Angriffswillen des Islam nicht bremsen und schwächt nur die Kirche, die ihren Sendungsauftrag so verrät aus purer Menschenfurcht.

Zusätze zur Macht des Islams in Berlin:

"Die Furcht der Linken-Politikerin

 Eralp ist den angsteinflößenden >Leuten“<etwas schuldig.Organisierte Kriminalität und Islamisten sind mächtig. So mächtig, dass auch sie die Linke in Berlin zur stärksten Partei gemacht haben. Kompromisse sind nicht ihr Ding: Daher muss Eralp nun liefern. Sonst hat sie ein Problem. Davor hat die designierte Bürgermeisterin Angst." Junge Freiheit, 30.10.2026.

TAZ, 29.1o.2026: „Eine Offenbarung – und eine Chance"

"Die Furcht einer potenziellen künftigen Regierenden Bürgermeisterin der Hauptstadt vor einem Hamas-Freund oder der Hamas-nahen Szene ist beileibe keine Bagatelle. Wenn Eralp in einer (vom Spiegel gegen ihren Willen veröffentlichten) internen Anmerkung schreibt, die Erwähnung von Ibrahim Ibrahim bringe sie und ihre Familie in Gefahr, dann drückt sie damit unfreiwillig öffentlich aus, was auch viele andere in der Stadt spüren: Diese Szene ist zu einer informellen Kraft in Berlin geworden und diskreditiert zugleich die Solidarität mit Palästina, mit den Pa­läs­ti­nen­se­r*in­nen und jene, die sich für ein friedliches Nebeneinander einsetzen.

Niemand sollte Angst haben müssen, dies auszusprechen.“

 

 

 





1 Kath de am 29.10. 2026: Bischof Barron kritisiert Kardinal: "Entschuldigung, aber was?"

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Konflikte - die Utopie eines konfliktlosen Lebens

 

Konflikte - die Utopie eines konfliktlosen Lebens


Ein Urzustand ist konstruierbar, aus dem dann der Mensch herausgefallen sei, sodaß er nun in einer konfliktbehafteten Welt lebte.Aber diese Vorstellung evoziert sie problematisierende Anfragen.

Die Antithese dazu präsentiert der Philosoph Heraklit:

„Der Krieg ist der Vater von allen, König von allen. Die einen macht er zu Göttern, die anderen zu Menschen, die einen zu Sklaven, die anderen zu Freien.“

Spontan wird man wohl urteilen, daß dies philosophische Votum unvereinbar sei mit dem christlichen Glauben und es darf mit Recht angefragt werden,warum man sich nun mit einem so vormaligen Philosophen überhaupt beschäftigen solle.Verstehen wir den Begriff des „Krieges“ als Differenz, eingedenk der Einsicht: „omnia determinatio est negatio“.Ohne Differenzen existierte nur ein unterschiedsloses Einerlei, dem man mit dem großen Philosophen Plotin nicht mal das Prädikat: „seiend“ zuschreiben könnte, denn damit wäre eine Differenz gesetzt, die von Sein und Nichtsein!

Alles ist nur als etwas Bestimmtes durch seine Differenz zu Anderem. Eine Frau ist nur eine Frau in ihrer Differenz zum Mann, ein Deutscher nur ein Deutscher in seiner Differenz zu allen Nichtdeutschen, ein Gott nur ein Gott in seiner Differenz zu allem Nichtgöttlichen.

„Ich bin ich, weil ich nicht Du bist!“- ist so der Grundsatz jeder Identität. Aber in dieser Negation existiert immer auch ein strukturell feindlicher Akt. Robert Musil schreibt in seinem Roman : „Der Mann ohne Eigenschaften“ einmal: Alles existiert als etwas Bestimmtes nur durch seine Grenze zum Anderen.1 Der negativen Gotteslehre ist zustimmen, daß über Gott nichts ausgesagt werden kann, da jede Aussage über ihn, ihn notwendig verendlicht, da in ihr immer auch eine Verneinung, was er nicht sei, inkludiert ist.

Durch die Setzung der Schöpfung, auch wenn es „nur“ die ideele Welt ist, setzt Gott Differenzen, die zwischen ihm und seinen Ideen von etwas und bestimmte Ideen sind nur bestimmte durch eine bestimmte Negation: Die Idee des Guten ist nur durch die Verneinung der Idee des Nichtguten,des Bösen. Die Ordnung der Ideen zeichnet sich so durch diese Struktur aus, daß eine Idee nur eine bestimmte ist durch ihre bestimmte Negation.

Werden nun die Ideen individuierend realisiert, das ist die Schöpfung als die Verwirklichung der Ideen, konstituiert sich ein Raum voller Differenzen, ein sehr konfliktträchtiger Raum. Im gesellschaftlichen Leben sind das die Geschlechtsdifferenz, die ethnische Differenz, die sozialen Differenzen, die von jedem Ich zu jedem Du.

Wie nun mit diesen Differenzen umgegangen wird, macht die Qualität dieser Differenzen aus. Die Liebe überwindet diese Differenzen, hebt sie hegelisch gedacht auf, und die Nichtliebe verstetigt diese ontologische Differenz, läßt sie zu Widersprüchen sich entwickeln.

Um es mit Heraklit zu sagen: Die Differenzen gehen der Einheit voraus, aber sie können aufgehoben werden. Ein Verharren in ihnen erwirkt dann aber den „Krieg aller gegen Alle“, in der ein Cooperieren nur eine Coopertion wider einen gemeinsamen Feind sein kann.So müßte der Anfang der Menschheitsgeschichte der Fall aus der Einheit sein, die Einheit etwas Vorgeschichtliches, ein Jenseits der Geschichte. Die Menschheitsgeschichte gäbe es so erst nach der verlorenen Einheit als den Versuch des Wiedererstellens der verlorenen Einheit.

Aber durch die Hervorbringung von Bestimmten war die Einheit schon negiert, sie hätte aber aufgehoben werden durch die Liebe und perpetuiert werden durch ein Verharren in der Einzelheit, der Besonderheit,die sich gegen das Andere verschließt und kein „Wir“ kennt.

Ohne die Differenzen gäbe es nichts Bestimmtes, alles wäre völlig unbestimmt, aber das macht gerade nicht den Naturzustand aus, der erst durch die Setzungen der Differenzen entstand. Das Wie des Sichverhaltens zu den Differenzen, den ontologischen macht sie erst zu einer Realgeschichte der Konflikte, daß die Differenzen nicht in der Liebe aufgehoben werden. Aber die ontologische Differenz ermöglicht erst das Werden der Geschichte zu einer Konfliktengeschichte.

Es kann so keinen konfliktlosen Zustand in einer einfachen Unmittelbarkeit geben, sondern nur einen Zustand der Aufhebung aller Konflikte: Die Liebe setzt die Differenz voraus, die sehr konflikttächtige, um sie nicht einfach zu negieren sondern um sie aufzuheben.

1Das Zitat finde ich momentan nicht in meiner Musilausgabe!