Sonntag, 2. August 2026

Religion mal ganz einfach

 

Religion mal ganz einfach


Alle Herreach, zumindest die aus der weiteren Gegend,waren von der Existenz eines Gottes mit Namen Kummerog überzeugt.Mit einem Gott zu leben,das vereinfachte viele Dinge.Zufall existierte nicht mehr.Glück oder Pech ließen sich beeinflussen,indem man Kummerog günstig stimmte; was man nicht begreifen konnte,das war offenbar von Kummerog so eingerichtet.“1 Dem Perry Rhodan Autor gelingt es hier, mit wenigen Sätzen die Substanz einer monotheistischen Religion zu skizzieren,

Der hier geglaubte Gott wird als Geber aller guten Gaben geglaubt und daß er bereit ist, auf die Bitten seiner Gläubigen zu hören.Man kann diesen Gott günstig stimmen. Das, was nicht begreifbar ist, wird auf ihn hin zurückgeführt und verwandelt sich so in etwas Annehmbares. Selbstredend ist dies noch Lichtjahre entfernt von der Komplexität der christlichen Religion, aber auch sie ist als eine Religion auf diese einfache Struktur reduzierbar. Treffend ist auch das Verb: „überzeugt“ gewählt im Sinne von, daß man sich seiner Existenz gewiß ist und nicht meint: Man wüsse nicht, ob er existiert, aber man glaubt schon, daß er ist. In der Vorstellung, diesen Gott günstig stimmen zu können ist auch schon eine komplexere Vorstellung enthalten, daß dieser Gott seinen Gläubigen gegenüber ungünstig gestimmt sein könnte, da sie nicht so gelebt haben, wie er es von ihnen gewollt hat und daß er so zu versöhnen sei.

Wenn nun eingewandt wird, daß das doch eine recht primitive Religions-vorstellung sei, ist zu erwidern, daß jede monotheistische Religion auf dieser einfachen Vorstellung sich auferbaut, um dann allerdings weit über sie hinauszugehen, aber es darf dabei diese einfache Vorstellung nicht als eine zu primitive ad acta gelegt werden! Denn ohne diese einfache Vorstellung verliert jede Religion ihre Relevanz.

1Robertt Feldhoff, Die Herraach, Perry Rhodan Nr. 1801, S.30f. Die „Herreach“ sind nichttrrreistische Wesen.

Fragmentarische Erwägungen zum Relevanzverlust Gottes- oder: „Warum haben wir aufgehört, Gott zu vermissen?“

 

Fragmentarische Erwägungen zum Relevanzverlust Gottes- oder: „Warum haben wir aufgehört, Gott zu vermissen?“


Was müssen wir von Gott denken, damit er für uns relevant wird in einer der christlichen Religion angemessenen Weise?“ Von dieser Fragestellung her soll ein Versuch unternommen werden, seinen Relevanzverlust zu rekonstruieren.


Thesen dazu:


Gott ist als das höchste Gut zu denken, daß er einerseits selbst das summum bonum für uns Menschen ist und daß er andererseits der Geber von allem für uns Guten ist.


Religiös relevant wird Gott nun aber erst, wenn von ihm, wenn er so gedacht wird, gedacht wird, daß er auf unser Verhalten ihm gegenüber hin, sich auch reagierend verhält, daß er uns das höchste Gut sein will oder sich uns auch als höchstes Gut verweigern kann, und daß er so auch uns Gutes geben will oder auch nicht, je nach unserem religiösen Verhalten ihm gegenüber.

Würde Gottes Verhalten uns gegenüber nur als ein Verhalten Gottes zu uns gedacht ohne daß gedacht wird, daß er dann auf unser Verhalten ihm gegenüber kontingent reagiere, dann kann es keine Religion geben. Es entstünde ein Gott ohne eine religiöse Relevanz. Jede Religion setzt nämlich voraus, daß es eine Kommunikation zwischen dem Gott oder den Göttern und den Menschen möglich ist, eine nicht herrschaftsfreie sondern eine asymmetrische, in der Gott gibt und sich bitten läßt, etwas Gutes oder gar sich selbst zu geben. Das impliziert, daß uns Menschen offenbart ist, wie wir mit dem Gott oder den Göttern kommunizieren können und wie Kommunikationsstörungen zwischen uns und dem Gott behoben werden können, theologisch formuliert, wie uns unsere Sünden vergeben werden können.


Wenn der Gott der christlichen Religion so nicht mehr geglaubt wird, dann verliert er seine Relevanz und diese Religion stirbt ab. Mit diesen Thesen ist nun noch nicht das Spezifische der christlichen Religion erfaßt, aber wenn so der Gott der christlichen Religion nicht geglaubt wird, dann nichtet das das Wesen jeder Religion und damit auch die christliche.


Merke:

Wer wissen will, was ein „Trabi“ ist,muß wissen, was ein Automobil ist,um dann das Besondere dieser Automarke begreifen zu können. Das gilt ebenso für das Verhältnis der christlichen Religion als einer besonderen zum Begriff der Religion.


Freitag, 31. Juli 2026

Wer über die Krise der Kirche ernsthaft schreiben will, darf über den Relevanzverlust Gottes nicht schweigen- oder Ratlosigkeit

 

Wer über die Krise der Kirche ernsthaft schreiben will, darf über den Relevanzverlust Gottes nicht schweigen- oder Ratlosigkeit



Wann haben wir aufgehört, Gott zu vermissen?“ frägt der kath net Artikel "Die Hölle ist der Ort der größtmöglichen Gottesferne“ am 29.7.2026 und stellt damit die gewichtigste Frage zur aktuellen Krise der christlichen Religion. Geradezu naiv wirkt dagegen die gegenwärtige innerkirchliche Reformdebatte mit ihren schon längst verstaubten Parolen der Demokratisierung der Kirche, der Forderung nach der Einführung des Frauenpristertumes und der Forderung: „Sex für alle!“, als wenn dadurch die christliche Religion wieder in unserem Lande verlebendigt werden könnte. Das Zentrum der christlichen Religion ist nun mal der sich in Jesus Christus offenbart habende dreieinige Gott und sein Jesu Christi Erlösungswerk.

In Anlehnung an Martin Heideggers Geschichte der Seinsvergessenheit bräuchte es einer Rekonstruktion der Geschichte der Gottvergessenheit: „Wie kam uns Gott abhanden?“ Der Philosoph Hegel konnte noch urteilen,daß der einzige Gegenstand des Denkens Gott sei und daß die Religion mit ihrer Theologie und die Philosophie sich nur in verschiedener Weise dieses Gegenstandes annähmen. Heute interessiert fast jede Frage mehr als die nach Gott: Ist er, wie ist er und was ist er für uns? Die Antworten auf diese Fragen finden kaum noch Leser. Es ist ja nicht so, daß es keine Antworten auf diese Fragen gäbe,daß der Reichtum der gegebenen Antworten nicht ganze Bibliotheken anfüllte, aber wer sucht noch die Archive auf, in denen die Antworten gesammelt einstauben?

Es scheint so zu sein, daß der Diskurs über Gott sich erschöpft hat, daß eben alle möglichen Antworten schon gegeben worden sind und man nur noch schon gegebene nur noch zitieren kann, weil allem dazu schon Gedachtem nichts mehr hinzufügbar ist.

Auf der anderen Seite stößt selbst unter Theologiestudenten, zumindest nach meinen Beobachtungen die Gotteslehre kaum noch auf ein Interesse und geliebt wird das Fach „Dogmatik“ schon gar!

Außer Stande sehe ich mich nun, eine zureichende Erklärung für dies Desinteresse an Gott zu geben, aber es ist wohl schon etwas gewonnen, wenn der Kern der heutigen Krise so benennbar ist: Wir tapsen nicht im Dunklen! Einer großen Anstrengung des theologischen Denkens bedarf es dazu. 

Ich werde zukünftig versuchen, dazu vorläufige fragmentarische Erwägungen zu schreiben

Donnerstag, 30. Juli 2026

„Wann haben wir aufgehört, Gott zu vermissen?“ Hört der Himmel auf, eine Verheißung zu sein?

 

Wann haben wir aufgehört, Gott zu vermissen?“ Hört der Himmel auf, eine Verheißung zu sein?



"Die Hölle ist der Ort der größtmöglichen Gottesferne“ , lautet die Definition der Hölle nach diesem kath net Artikel vom 29.7.2026 in der gegenwärtigen Theologie. Die Schreckensbilder unvorstellbarem Gequältwerdens in den Folterkammern der Hölle sind so in das Kirchenarchiv ausgelagert und durch diese Vorstellung substituiert worden. Aber welche Reaktion evoziert diese Vorstellung: Dem Menschen,dem sein ganzes Leben hindurch Gott gleichgültig war,läßt auch diese Höllenvorstellung kalt: Was vermisse ich schon, wenn Gott mir auch in einem möglichen postmortalen Leben fern ist, da ich ihn ja auch in meinem ganzen Erdenleben nie vermißt habe? Für wen Gott keine Rolle spielt in seinem Diesseitsleben, für den ist auch die Drohbotschaft eines postmortalen Lebens in der „größtmöglichen Gottesferne“ eine bedeutungslose Aussage.

Ist also die Hölle als der Ort der Gottesferne gar genauso bedeutungslos geworden für den modernen Menschen wie der Himmel als der Ort der größtmöglicher Gottesnähe, da Gott uns gleichgültig geworden ist?

Statt einer Drohbotschaft habe die Kirche den jeden Menschen liebenden Gott zu verkünden und nur ihn. Diese Zentralforderung des sogenannten „Kirchenvolksbegehrens“ von „Wir sind Kirche“ ist inzwischen zur Standardmaxime der Kirche geworden, ja die Gattung der Höllenpredigt ist als unzeitgemäß abgeschafft.

Aber diese Predigt des: „Ich lieb Euch alle Gott“ setzt negative Folgen aus sich heraus: Menschlich, allzumenschlich ist es, daß ein Mensch nur von dem geliebt werden möchte, den er auch selbst liebt. In was für eine Bedrängnis gerät ein verheirateter Mann,wenn ihm eine andere Frau bekennt, daß sie ihn liebe und sie ihn auch wirklich liebt? Nur Politiker und Stars wollen von allen „geliebt“ werden. Wem bedeutet so schon die Aussage, daß Gott ihn liebe, etwas? Nur dem, dem Gott etwas sehr Relevantes ist.

Gesund zu sein, den Wert des Gesundseins erfaßt wirklich nur der Kranke. Ein kleines Experiment dazu: Der Leser möge sich bitte vorstellen: Ich erwache und bin plötzlich blind. Nichts kann ich mehr sehen! Hätte ich dann nicht nur noch einen Wunsch, daß Gott mir mein Sehenkönnen zurückgibt? Erst im Kontrast zur Blindheit ergreife ich den Wert des Sehens! Wie nun, wenn das auch für den Kontrast von der Hölle und dem Himmel gilt?Die Verheißung des Himmels verblast, wenn sie nicht mehr kontrastiert wird mit der Drohung der Hölle!

Der Terminus der „Gottesferne“ ist außerdem ein sehr zweifelhafter! Gott selbst ist niemandem fern, aber er ist nicht jedem positiv zugewandt nahe. In seinem Strafgericht über Sodom war Gott dieser Stadt sehr nahe in seinem Zorn über sie. Der in der Bibel so oft erwähnte „Gottlose“1 ist nie jemand, dem Gott selbst fern wäre. Er kann nur „gottlos“ sein, insofern er selbst nicht an Gott glaubt. Die Hölle kann so kein gottferner Ort sein, sondern ist der,in dem Menschen den Zorn Gottes über sie erleiden, der ihnen in seinem Zorne nahe ist.

1Die Vulgata übersetzt mit „impius“ und das bedeutet eigentlich: „unfromm“, das ist: Man glaubt an Gott und lebt aber so, als wenn es ihn nicht gäbe!

Mittwoch, 29. Juli 2026

„Aktuelle Bertelsmann-Studie: Deutsche bewerten Demokratie überwiegend negativ“ - oder sind wir umerzogen worden?

 

Aktuelle Bertelsmann-Studie: Deutsche bewerten Demokratie überwiegend negativ“ - oder sind wir umerzogen worden?



Das Magazin: „Zuerst“ berichtet unter dieser Überschrift über diese Negativstimmung am 22.7.2026,aber der Artikel bringt dann klar zum Ausdruck, daß wir Deutschen nur ob einer idealisierten Vorstellung von der Demokratie der jetzigen real existierenden nicht positiv gegenüberstünden.

Ich bekenne mich tief überzeugt,daß das deutsche Volk die politische Demokratie niemals wird lieben können,“. So urteilt niemand anderes als Thomas Mann in seiner „Vorrede“ zu: „Betrachtungen eines Unpolitischen“.1 Knapp 100 Jahre später gilt uns die Demokratie selbstverständlich als die beste denkbare Staatsform, nur daß viele urteilen, die jetzige sei keine zufrieden stellende Realisierung der Idee der Demokratie.Eine Bejahung der Demokratie setzte so „die völlige Umwandlung des Volkscharakters“ voraus. Denn die Demokratie sei etwas zutiefst Westliches und passe so nicht zu unserem deutschen Volkscharakter. Ja,Thomas Mann versteigt sich gar zu der Aussage, „daß der vielverschriebene >Obrigkeitsstaat< die dem deutschen Volke angemessene zukömmliche und im Grunde gewollte Staatsform ist und bleibt.“ 2

Mann setzt sich dabei primär ab von der französischen Demokratie und sekundär von der russischen Despotie. Ihm schwebt dabei keine Idealgstalt des Staates vor, die für alle Völker die wahre sei, sondern insistiert darauf, daß wegen der Verschiedenheit der Volkscharaktere auch ihre Staatsgestaltungen verschieden auszufallen haben. So bestimmt nun Man die Differenz zwischen dem Westlichen und uns Deutschen: „Der Unterschied von Geist und Politik enthält den von Kultur und Zivilisation, von Seele und Gesellschaft, von Freiheit und Stimmrecht, von Kunst und Literatur; und Deutschtum, das ist Kultur, Seele,Freiheit, Kunst und nicht Zivilisation,Gesellschaft, Stimmrecht, Literatur.“

Den ersten Weltkrieg begreift so Thomas Mann als den Selbstbe-hauptungskampf unseres Volkes zur Wahrung unserer Eigenart. Ja, so rekonstruiert er die wahren Gründe dieses Weltkrieges: „Die Geschichsforschung wird lehren,welche Rolle das internationale Illuminatentum, die Freimaurer-Weltloge, unter Ausschluß der ahnungslosen Deutschen natürlich, bei der geistigen Vorbereitung und wirklichen Entfesselung des Weltkrieges, des Krieges der >Zivilisation< gegen Deutschland gespielt hat.“3

Wenn uns heutigen Deutschen das alles nur noch als obskur und abwegig vorkommt, könnte das daran liegen, daß zumindest wir Westdeutschen so erfolgreich umerzogen worden sind.

1Ich gebe keine Seitenzahlen an, da dies Werk in so vielen verschiedenen Ausgaben publiziert worden ist.

2Alle Zitate aus der „Vorrede“.

3Die Geschichtsforschung brachte wirklich die hier von Thomas Mann angekündigten Erkenntnisse, etwa: Friedrrich Hasselbacher: Entlarvte Freimaurerei, aber sie werden nach 1945 als Verschwörungstheorien abqualifiziert und als unwissenschaftlich verurteilt.

Dienstag, 28. Juli 2026

Verdrängtes und Vergessenes in der heutigen Kirche

 

Verdrängtes und Vergessenes in der heutigen Kirche


Perry,glaub ganz fest daran: Wie viele Millionen Lichtjahre uns auch trennen, wie viele Jahre vergehen – eines Tages sehen wir uns wieder. Es ist uns bestimmt. Ich bin fest davon überzeugt, dass es im Universum ein Schicksal gibt. Dieses Schicksal steht auf unserer Seite.“1

Der Glaube ist hier eine feste Überzeugung, nicht ein: „Ich weiß es nicht, aber es wird wohl so sein.“ Der Begriff des Schicksales ist nun ein Begriff aus der Welt der Religion, aber kein spezifisch christlicher. Da nun aber die christliche Religion eine Religion ist, gehört er auch zu ihr, auch wenn es die Tendenz gibt, statt von der christlichen Religion von dem christlichen Glauben zu sprechen, auch um zu verdecken, daß sie eine Religion ist. Dietrich Bohnhoefers fragmentarischen Erwägungen zu einem „religionslosen Christentumsverständnis wirkten sich dabei destruktiv aus ob der dem erwachsenden Tendenz, die christliche Religion auf eine Morallehre und Praxis zu reduzieren.

Hinter dem Glauben an das Schicksal steht der Glaube an einen die Welt im Allgemeinen und im Besonderen regierenden Gott. Würde an mehr als einen Gott geglaubt, könnte nicht mehr mit Gewißheit geglaubt werden, daß das Schicksal, für den ein Gott Menschen bestimmt hat, sich auch erfüllen wird, da ja die anderen Götter dies verhindern könnten. So verlangt der Schicksalsglaube eine monotheistische Religion.

In allen monotheistischen Religionen wird ihr Gott als sich offenbart habender und sich so bekannt gemacht habender geglaubt. Der Begriff des Schicksales entfaltet hier nun eine zu bedenkende Differenzierung: Der Gott, wie er sich offenbart und somit zu erkennen gegeben hat, kann nicht direkt in seinem Wirken an uns recogniziert werden, er erscheint als ein anderer Gott . Luther entfaltete dies in seiner Lehre vom „verborgenem Gott“. Der Begriff des Schicksales verdankt sich ebenso dieser Differenzerfahrung.Wer einen „Schicksalsschlag“ erleidet, etwa daß eine Mutter ihr eigenes Kind beerdigen muß, da es durch einen Unfall zu Tode kam, der kann in diesem Ereignis nicht das Wirken des uns Menschen doch liebenden Gottes wiedererkennen. Aber dieses Schreckliche wird nicht als ein Ereignis außerhalb des Regierens Gottes gedeutet, sondern daß auch hier Gottes Wille sich ereignet hat.

Aber das „Warum“, das „Wozu“ bleibt den davon Betroffenden und es Erleidenden unerforschlich. Es widersetzt sich nun aber der Schicksalsglaube dem, indem er darauf setzt, daß auch dies Schreckliche einen guten Sinn hat, da dies Schicksal von Gott selbst verhängt worden ist.

Die Frau von Perry Rhodan kann nicht erkennen, warum sie nun so lange und so weit von ihrem Manne getrennt ihre besondere Pflichten, ihre ihr zugemutete Aufgabe zu erfüllen hat, aber sie vertraut darauf, daß das Schicksal es gut mit ihnen beiden meint und somit sie auch wieder zusammenführen wird.

Der Schicksalsbegriff hat in der Frömmigkeit so eine zentrale Bedeutung, wird durch ihn die Serie unserer kontingenten Ereignisse unseres Lebens mit dem Glauben, daß Gott nicht nur die ganze Welt sondern auch unser besonderes Leben regiert. Die Verhältnisbestimmung zwischen Gottes Regieren isb als dem Bestimmer unseres Schicksales und unserer Freiheit, gehört zu den schwierigsten Aufgaben des sich reflektierenden Glaubens, der Theologie,aber in der Frömmigkeit wird beides geglaubt: unsere Verantwortlichkeit für unser Leben und daß doch Gott regiert.

Ein großer Verlust stellt es so dar, wenn dieser Begriff in der Theologie und Kirche fast völlig vergessen ist!

1Robert Felddorf, Das Sternenfenster, Perry Rhodan Nr 2100.

Montag, 27. Juli 2026

Bedenkliches: Gott verheißt – bedingungslos oder über eine gefährliche Illusion

 

Bedenkliches: Gott verheißt – bedingungslos oder über eine gefährliche Illusion


So Verheißungsvolles steht in der hl. Schrift über den Jerusalemer Tempel: „von welchem der Herr zu David und zu seinem Sohne Salomon gesprochen hatte:In diesem Tempel und zu Jerusalem ,das ich aus allen Stämmen Israels erwählt habe, will ich meinen Namen wohnen lassen auf ewig = in sempiternum) 2.Könige 21,7) Gott verheißt so seinem Volke, daß es für es einen Ort gibt und für ewig geben wird, an dem er für es anrufbar ist. Ein Tempel ist nur ein Tempel, wenn zumindest geglaubt wird, daß ein Gott hier gegenwärtig ist. In dem Ausdruck, seinen Namen dort wohnen lassen, reflektiert sich die Frage, ob denn Gott in einem von Menschen erbauten Tempel Gott selbst wohnen kann. Es wird somit eine Differenz eingezeichnet zwischen dem Gott an sich als dem jenseitigen und seiner Präsens für uns Menschen als einen ansprechbaren, daß er seinen Namen da wohnen läßt.


Das ist Gottes Verheißung aber jeder weiß, daß Gott dieses Versprechen nicht eingelöst hat. Im Jahre 70 wurde der Tempel endgültig zerstört und bis heute nicht wieder auferbaut. Sind Gottes Verheißungen etwa nicht vertrauenswürdig? Gott selbst gibt uns in diesem Text die Antwort, warum er seinen Namen nicht mehr in dem Tempel wohnen läßt und ihn gar zerstören ließ: „weil sie gethan, was vor mir böse ist,und nicht aufgehört haben,mich zum Zorne zu reizen, von dem Tage an, wo ihre Väter aus Ägypten gezogen sind, bis auf diesen Tag.“ (21,15)

Gott verheißt, aber seine Verheißungen knüpft er an seine Bedingungen, die er auch den die Verheißung Geltenden offenbar gemacht hat. Ein Arzt sagt zu seinem Patienten: „Sie werden wieder gesund werden, wenn Sie....“Was geschieht nun aber, wenn der Patient höchst erfreut die Verheißung hört: „Sie werden gesunden!“, aber den Nachsatz: „wenn Sie...“ überhört?

Könnte es sein, daß wir heutigen Christen den Nachsatz, die Bedingungen, die Gott stellt, damit sich seine Versprechungen auch erfüllen, überhören?


Hier beschreitet nun die zeitgenössische Theologie und ihr folgend die Kirche eine fatale Strategie: Man lehrt nun, daß Gott sein Volk Israel nie verlassen habe, es immer auf ewig Gottes erwähltes Volk sei, um dann sich selbst beruhigend zu folgern, daß so Gott auch nie seine Kirche und uns Christen verlassen würde. Keine noch so arge Sünde wider Gott hätte Gott dazu veranlassen können, „Nein“zu seinem Volke zu sagen und das gälte nun auch so uns!