Ein
großer Sieg des Feminismus – ein Einordnungsversuch
„Massachusetts-Gouverneurin
Maura Healey von den Demokraten hat gestern ein Gesetz für das Töten
ungeborener Kinder bis zur Geburt unterschrieben.“ So
meldet es Kath net am 11.8.2026.
Damit hat der Feminismus zumindest in Massachusetts sein wichtigstes
Ziel erreicht, das Recht, Kinder bis einschließlich des
9.Schwangerschaftsmonates töten lassen zu dürfen in der Form eines
Auftragmordes, wie es Papst Franziskus treffend formulierte.
Ein
Einordnungsversuch:
Zwei
verschiedene Erlösungsvorstellungen gibt es, die der Erlösung des
Lebens und die der Erlösung vom Leben. Die der Erlösung des Lebens
beinhaltet die Idee, daß das jetzige Leben nicht so ist, wie es sein
sollte und daß so es in das wahre Leben umzugestalten sei. Die drei
großen monotheistischen Religionen sind so Vertreter dieser
Erlösungsvorstellung, im philosophisch politischen Raum ist das isb
der Marxismus in all seinen Spielarten: Ist ein Gott der, von dem wir
die Erlösung erhoffen oder hoffen wir auf die Erlösung als einer
rein menschlichen Aufgabe, diese Unterscheidung markiert die
grundlegende Differenz innerhalb der divergierenden
Erlösungsvorstellungen.
Die
Alternative dazu ist die Erlösung vom Leben, daß das Leben selbst
zu verneinen ist, denn letztendlich bringt nur der Tod die Erlösung.
Diese Vorstellung ist die tragende des Buddhismus, wie es gerade der
Philosoph Schopenhauer kongenial erfaßt hat. Der Feminismus ist als
eine andere Version dieses Erlösungskonzeptes zu begreifen, da er
„Nein“ sagt zum Leben! Das menschliche Leben verlangt nach seiner
Prolongierung durch die Fortpflanzung, denn nur durch die
Hervorbringung von Nachwüchsen kann sich der Mensch wider sein
Todesschicksal behaupten.
Es
hat noch nie auf Erden eine Weltanschauung gegeben, in deren Namen so
viele Menschen getötet worden sind wie im Namen des Feminismus.
Selbst wenn man alle Toten des Nationalsozialismus und Kommunismus
zusammenaddiert, sind das weit weniger als die des Feminismus. Aber
die Tötungsgewalt allein macht noch nicht die Erlösungskonzeption
der Lebensverneinung aus. Es gibt nun mal in jeder
Erlösungskonzeption einen Feind, den Feind, der endgültig besiegt
werden muß, damit das Leben zum wahren Leben erlöst werden kann: In
den Erlösungsreligionen ist das der Teufel und seine Anhänger, die
Feinde der Wahrheit, in den politischen Erlösungskonzeptionen wird
dann der Feind entmythologisiert zum politischen Feind, den es zu
vernichten gilt. Es ist der Feind des Lebens, der um des Lebens
willen, zu vernichten ist. So unterschiedlich dann in der politischen
Theorie dieser Feind bestimmt wird, er ist nur die säkularisierte
Fassung des Glaubens an den Feind schlechthin, dem Teufel, für den
es in keiner Religion eine Erlösungsmöglichkeit gibt sondern nur
die Hoffnung auf sein endgültiges Ende.
Wo
aber das Leben selbst vom Leben erlöst werden soll, da ist das Töten
des Lebens selbst der Endzweck. Die Vorraussetzung der Weitergabe des
Lebens ist es nun mal, daß Frauen ihren Beruf der Mutterschaft
ausüben, denn nur so kann das Todesgeschick des Menschen überwunden
werden. Darum kapriziert sich der Feminismus auf das Nein zur
Mutterschaft. Die Befreiung der Frau sei ihre Verneinung der Berufung
zur Mutterschaft. Das bildet das Zentrum der feministischen
Ideologie, Ideologie als in sich reflektierte Weltanschauung.
Diese
Ideologie kann sich mit anderen verbinden, etwa zur ´Zeit Lenins mit
der kommunistischen Ideologie, aber das war und ist nur ein mögliches
Bündnis, daß z.B. Stalin aufgelöst hat mit seinem Verbot der
Abtreibung und seinem Familienförderungsprogramm aber auch mit dem
Liberalismus, der jetzt der Vorzugspartner des Feminismus ist,
seitdem die traditionelle Linke seit dem Ende des realen Sozialismus
keine relevante Rolle mehr spielt.
Dabei kann sich der Feminismus dem Anliegen des Vorranges des
Einzelnen vor allem Gemeinschaftlichen zu Nutze machen. Wichtig ist
nun aber, die feministische Ideologie als etwas Selbstständiges zu
begreifen und nicht als eine besondere Version einer politischen
Weltanschauung. Eine vulgäre Soziologie neigt dazu, alle
Weltanschauungen und Ideologien als letztendlich durch die materielle
Basis des gesellschaftlichen Lebens bestimmt rekonstruieren zu
wollen, als seien das nur Phänomene des „Überbaues“, wie man es
gerne marxistisch formulierte . Damit wird aber die Selbstständigkeit
des Denkens nicht erfaßt und die Macht, die dann die
Weltanschauungen ausüben können.
Einen
großen Sieg erlangte der Feminismus durch seine Infiltration in die
Kirche und den Protestantismus: Es gelang, einer mit der christlichen
Erlösungsvorstellung inkompatiblen Weltanschauung in ihnen zu
beheimaten. Die Einführung „feministischer Lehrstühle“ muß als
eine Bravourleistung raffiniertester Strategie des Kampfes um die
Macht angesehen werden. Erfolgreich war der Feminismus dabei mit dem
Narrativ der Diskriminierung der Frau isb in und durch die Kirche,
verbunden mit dem Appell, die Kirche habe Partei zu ergreifen für
alle „Unterdrückten“.
Es
ist wohl keine ärgere Perversion der Frau denkbar als die der zur
Mutterschaft bestimmten Frau, die das Recht zur Kindestötung im
Mutterleibe als ihr höchstes Recht feiert. Das „Nein“ zum Leben
triumphiert hier. Das zeigt aber auch, daß der Mensch ein höchst
gefährdetes Wesen ist, denn er will nicht notwendig leben und sein
Leben erhalten, er braucht Gründe zum Jasagen zum Leben, denn er
kann auch Nein zum Leben sagen! Dabei sagt er nicht einfach zu seinem
persönlichen Leben: Nein, sondern zum Leben, das sich erhalten will
durch die Hervorbringung von Kindern. Darin aber wird das Leben
verneint.