Sonntag, 12. April 2026

Versagt die Kirche? In 2 Punkten jedenfalls

 Wunder mag es in den wundergläubigen Zeiten gegeben haben, aber nicht mehr seit der Aufklärung in der Moderne. Wahrscheinlich hat es nie Wunder gegeben, sondern sie wurden in frommen Kreisen erphantasiert und gelten uns Modernen nur noch als Legenden.

Aber was ereignete sich in Portugal in der Cova da Iria? Das Sonnenwunder zu Fatima! In der Fatimanovene  (Parvis Verlag, 2009, 13 Oktober 1917) steht geschrieben: Plötzlich hörte der Regen auf.Die Wolken zerrissen und die Sonnenscheibe wurde sichtbar.Sie war silbern wie der Mond.Mit einem Mal begann die Sonne mit ungeheurer Geschwindigkeit wie ein Feuerrad um sich selbst zu kreisen,gelbe,grüne,rote,blaue und violette Strahlenbündel werfend;die Wolken,Bäume, Felsen,Erde und die ungeheure Menge wurden in phantastische Farben ge-taucht. Einen Augenblick hielt sie inne.um ein zweites und drittes Mal den wunderbaren Anblick zu bieten,noch farbenprächtiger und glänzender als vorher.Hierauf hatten alle Anwesenden circa 70000) den Eindruck,die Sonne löse sich  vom Firmament und stürze auf sie nieder.Die Leute warfen sich auf die Knie in den Schlamm und verrichteten Stoßgebete und Reueakte.Lucia,Francisco und Jacinta schauten neben der Sonne die Heilige Familie,der heilige Joseph segnete mit einem Kreuzzeichen die Welt.Hierauf sah Lucia den Heiland,der ebenfalls das Volk segnete und nacheinander die Schmerzensmutter und Maria vom Berge Karmel."

Warum schweigt und verschweigt die kirchliche Verkündigung und Theologie dieses Wunder des 20.Jahrhundertes? 

Ein weiteres Wunder: Der Sohn Gottes ist der hl.Faustyna erschienen mit dem Auftrage:Erschaffe ein Bild, in dem ich so abgebildet werde, wie du mich jetzt siehst.So entstand das Bild des barmherzigen Jesu, er gab uns sozusagen so sein Auogramm. Es gibt viele, viele Jesusbilder, aber nur dieses ist wirklich wahr. Jesus offenbarte so uns  sein wahres Angesicht. Durch es, seinem Abbild sollen wir nun ihn verehren,aber man suche ein Mal in katholischen Kirchen  nach diesem alleinig wahren Bild.Wie sehr beschenkte uns der Sohn Gottes durch die hl. Faustyna mit diesem Bild und was macht die Kirche  damit?

Samstag, 11. April 2026

Unchristlich: Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum

 Hält man sich vor Augen, daß diese Äußerung von Friederich Nietzsche stammt, liegr es sehr nahe, dies als un- und gar als antichristlich zu verurteilen. Ohne daß es Gott gibt und ohne seine Religion, die von ihm gegründete, wäre das Leben ein Irrtum, aber doch nicht, wenn es keine Musik gäbe. Gott wird als die Einheit des Wahren,des Guten und des Schönen gedacht, die in der theoretischen, praktischen und ästhetischen Vernunft reflektiert wird. Die Ordnung des Schönen, der Kunst gehört so zu den drei mataphysischen Ordnungen Gottes. Dabei ist die Ordnung der Kunst eine selbstständige und somit nicht ableitbar aus den zwei anderen. Sie ist somit kein Medium der Vermittelung von Erkenntnissen der theoretischen oder praktischen Vernunft, Die Kunst ist eine eigensändige Sprache, es sei denn, sie wird degradiert zur puren Werbung. 

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum, ist dann eine wahre Aussage, wenn es die drei metaphysischen Ordnungen gibt,die zusammen die notwendig hinreichenden Conditionen für ein Leben sind, das kein Irrtum ist.

Das heißt aber auch,daß die "Sprache der Musik" nicht einfach übersetzbar ist in unsere Rede-und Schriftsprache. Man könnte sich sonst ja ein Musikwerk vorstellen wie einen geschriebenen Brief, der in einen Briefumschag hineingelegt vom Empfänger geöffnet und gelesen wird: Es existiert eine Aussage, die sprachlich formuliert ist und dann kommt die Musik dazu, daß der Text gesungen wird und von Musikinstrumenten begleitet als ein Transportmedium, damit der Hörer aus dem Musikstück die Botschaft heraushört wie der Briefempfänger den Brief aus dem Briefumschlag herausholt, Die Musik wäre so der Botschaft rein äußerlich wie der Briefumschlag dem Gehalt des Briefes.

Der Gehalt eines Musikstückes ist das Musikwerk selbst, bzw wird aus ihm herausge-hört.Die Form der Liedes, ein gesungener Text mit oder ohne eine Instrumentenegleitung verführt aber zu der Ansicht, daß der  Text gar unabhängig von seinem Gesungensein der Gehalt des Liedes wäre.

Die Musik gilt als eine Sprache, die universell verstanden wird aber wenn dann nachgefragt würde, wie denn nun ein bestimmtes Musikwerk verstanden worden sei, was seine Botschaft sei, fällt es sehr schwer, den wahrgenommenen Gehalt sprachlich zu artikulieren, denn er läßt sich nicht in unsere Sprech- und Schreibsprache übersetzen. 

Corollarium

Musik wird zu einem Hör- und Seherlebnis

Legt man das einfache Kommunikationsmodell von dem Sender, der Sendung und dem Empfänger zugrunde, dann ist nur das Musikstück das Kunstwerk, dem der Musikkünstler und der Musikhörer äußerlich sind. Das ändert sich, wenn der Künstler einfach naiv auf der Bühne auftritt, sondern seinen Auftritt reflektiert und er so zu einem Element des Kunstwerkes wird. Die einfachste Gestalt ist die der Show, die komplexere die der Musikinszenierung, daß das Stück wie ein Theaterspiel auf der Bühne aufgeführt wird. Die Inszenierung ist dann dem Musikwerk so wenig äußerlich wie eine Theaterstück-inszenierung dem Text des Theatersückes. Ein Musikvideo könnte so als eine kleinformatige Oper bezeichnet werden. Es entsteht so eine Kunstgestalt, in der alle Kunstgestalten integriert sind. (Vgl R-Wagner zur Oper)  Das Licht, bzw die Beleuchtung, ursprünglich nur ein Mittel, damit ein Musikwerk in einem Raum,nicht unter freiem Himmel aufgeführt werden kann, verwandelt sich in der inszenierten Musik selbst zu einem Teil des Kunstwerkes, es soll die Gestimmtheit des Musikwerkes ausdrücken: helle und dunkle Töne korrelieren hellem und dunklerem Licht.

Ein Versuch, unsere Gegenwart zu verstehen- ein Auszug zu meinem Buch über den zensierten Gott

 

Ein paar sehr vorläufige Anmerkungen zur Moderne und der Postmoderne-diese Anmerkungen kann der eilige Leser gern überlesen.


Man kann heute in den Zeiten der Postmoderne nicht mehr einfach, in medias res gehend, anfangen. Lyotard schlägt für das Verständnis von Postmoderne vor: „Bei extremer Vereinfachung hält man die Skepsis gegenüber den Metaerzählungen für `postmodern`“1. Lyotard denkt dabei primär an die großen philosophischen Systeme Hegels und Marx, die großen Erzählungen von der Emanzipation und Befreiung des Menschen aus seinem selbstverschuldeten Unglück. Als Christen denken wir an die Großerzählung von der Schöpfung des Menschen im Paradies, die Geschichte seines Falles und seiner Erlösung durch Jesus Christus mit der Verheißung des Reich Gottes. Leicht fällt es uns, ausgehend von dieser großen Erzählung die Metaerzählungen Lyotards als säkularisierte Fassung dieser Ursprungserzählung zu deuten. Was der religiöse Mensch von Gott erhoffte und ersehnte, daß soll in der säkularisierten Fassung der Mensch selbst leisten durch humanistische Bildung oder durch politische Revolutionen.


Die Postmoderne markiert somit einen Paradigmenwechsel: wir leben nicht mehr im Mittelalter, nicht mehr in der Moderne. Postmoderne zeigt das Ende der konstantinischen Epoche an, dem großen Versuch der Verchristlichung der Welt durch die Kooperation von Kirche und Staat. Wir erleben und erleiden das, was Oswald Spengler den „Untergang des Abendlandes“2, Franz Lisson das Ende der Kultur und den Beginn der Epoche der Zivilisation benennt.3


Den Grundtext der christlichen Religion bildet eine Sammlung von heiligen Schriften, von Erzählungen und Reflexionen über das Erzählte, die Bibel, das Buch der Bücher. Darüber baute sich ein in Archiven und Bibliotheken präsenter großer theologischer Diskurs auf, immer schauend auf den Grundtext, und ihn verknüpfend mit den gewichtigen Texten der jeweiligen Umwelt, der Philosophie vorrangig.


Ernst Jünger schrieb in seiner Aphorismen: Über den Autor und Autorschaft: „ Für den Konservativen kommt(...)der Punkt, an dem die Akten geschlossen sind. Die Tradition darf dann nicht mehr verteidigt (…) werden. Die Väter werden schweigend und in den Träumen verehrt. Sind die Akten geschlossen, so mögen sie ruhen, zu treuen Händen künftiger Historiker verwahrt.“4 M. Mosebach zitiert Jünger als selbstkritische Anfrage des Anliegens des Wunsches der Wiederbelebung der Alten Liturgie, der tridentinischen. „Das Paradies auf Erden. Liturgie als Fenster zum Jenseits“ betitelt er seine Erwägungen zur Wahrheit der Alten Messe. Aber am Schluß steht die resignative Frage: ist die Epoche dieser Liturgie und damit auch des gelebten Glaubens zu Ende? 5


Die alte Messe lebt aus ihrem Gottesverständnis. Wie wir uns Gott denken, so feiern wir auch Gottesdienst. Und wir denken Gott gemäß der großen Erzählung von Gott in dem Buch der Bücher.

Unser Gottesverständnis hat sich sehr geändert. Wir lesen die alten Erzählungen von Gott und den Menschen heute anders. Die Geschichten verwandeln wir. Gott wird zensiert, um ihn den Ansprüchen der Moderne gemäß weiter erzählen zu können. Mit dem Anheben der Postmoderne verliert auch der so modernisierte Gott seine Bedeutung; die modernisierten Erzählungen wirken plötzlich antiquiert und verstaubt.


Der zensierte Gott“ ist so eine Suchbewegung nach dem ursprünglichen Gottesverständnis, wie es in den biblischen Erzählungen uns übermittelt wurde, das wir übermalt haben und zwar so sehr, daß uns das Religiöse fremd geworden ist. Aber mit dem Untergang der Moderne können wir nun auch unbeschwert die Umschreibungen und Anpassungen der Gottesvorstellung an die Moderne wieder zurücknehmen. Wenden wir uns den großen Erzählungen wieder zu, in der Hoffnung, daß gerade in ihnen sich Wahrheiten eingeschrieben haben, die ewig und somit auch für unsere Zeit wahr sind. Nicht wollen wir das Vergangene künstlich konservieren, um es vor dem Verfall zu bewahren, sondern um das ewig Wahre in ihnen zu suchen und das zu verlebendigen.


Alles ernste Denken, was nicht im Vorläufigen endet und nicht vor der Frage nach dem Anfang und dem Ende sich verschließt, ist ein metaphysisches Denken. Die schöne Kinderfrage: „Warum ist das so?“ bildet den Anfang dieses Denkens, weil es nicht zur Ruhe kommt, bis es eine Antwort gibt, die keine weitere Frage nach einem Warum zuläßt. Das wäre der Uranfang. Das ist die Antwort: Gott. Aber entscheidend ist, wie wir diesen Uranfang denken. Selbst der radikale Atheist Lenin konnte der Frage nach dem Uranfang nicht ausweichen, und erweist sich so als redlicher Denker6. Er beantwortete diese Frage nach dem Uranfang mit der Idee der Materie. Das ist ihm das, was dem Religiösen Gott ist.


Wie denken wir den Uranfang? Die großen religiösen Erzählungen sollen daraufhin befragt werden in der Vermutung, daß es einen guten Grund dafür gibt, daß vor dem theoretischen Denken über Gott die Erzählung von Gott war und ist. Diesen Erzählungen soll nun unsere Aufmerksamkeit gelten, hoffend gerade hier, Wahrheiten zu finden.



Wir erleben und erleiden einen Epochenwandel. Wir wissen nicht, was kommen wird, wir wissen nur, was zu Ende gegangen ist. Das soll hier unter Postmoderne gemeint sein. Vielleicht können wir zu einem begrifflich klareren Denken wieder zurückfinden, wenn sich unsere Zeit selbst wieder begriffen hat. Postmoderne zeigt an, daß unsere Gegenwart sich noch nicht begriffen hat.


Gott wird in Szenen dargestellt, die sich dann zusammenschreiben zu einer großen Gesamterzählung. Einzelne bedeutsame Stellen sollen in den Vordergrund gestellt werden, die unter dem Verdacht stehen, bevorzugte Objekte einer Zensur geworden zu sein.


So soll nun eine Bildergeschichte Gottes eröffnet werden. Im Zentrum stehen dabei Bilder des Opferns. Denn der Opferkult bildet das lebendige Zentrum jeder Religion. „Das Wesen und die Natur der Religion enthüllt die Notwendigkeit des Opfers. ...Und wenn man die Opfer entfernt, kann eine Religion weder sein noch gedacht werden.“, lehrt Leo XIII.7 Die Moderen ist vielleicht gerade darin die Abwendung von der Religion, indem sie Schritt für Schritt sich vom religiösen Opferkult abwendete. Und damit könnte tatsächlich der Reformator Luther mit seiner Revolution wider das Zentrum des christlichen Gottesdienst, dem Meßopfer, daß die Messe kein Opfer mehr sein soll!, den Beginn der Moderne bezeichnen, versteht man darunter die Abwendung von der Religion, oder besser gesagt die Säkularisierung der Religion, in dem das, was der religiöse Mensch von Gott erhoffte, er sich nun zu seiner eigenen Aufgabe machte: sich selbst durch Bildung und die Humanisierung der Welt zu erlösen. Glaser urteilt so über den spätbürgerlichen Bildungsbegriff: „Die Erlösungshoffnung, die in den Bildungsbegriff hineinprojiziert werde, sei auch eine der Selbsterlösung.“8 Die Postmoderne bezeichnete dann die Erschöpfung des Glaubens des Menschen an die Möglichkeit einer politischen, das meint durch Menschen selbst hervorgebrachten Erlösung. Die Postmoderne meint dann: Leben ohne eine Hoffnung auf eine Erlösung. Das Implosion des real existierenden Sozialismus 1989 als dem letzten Versuch der Erlösung der Welt durch eine Selbsthumanisierungskonzeption markiert dann das endgültige Ende der Moderne. Sloterdijk datiert ebenso den Durchbruch der Postmoderne.9


Wir schauen auf dies Projekt der Säkularisierung und Politisierung der Religion zurück und schauen, wie diesem Projekt das Bild des Priesters, der Gott sein wohlgefälliges Opfer darbringt, dem Urbild gelebter Religion zum Opfer fiel. Das Opfer ist dabei ein privilegiertes Opfer des Fortschritts: nur der noch nicht Aufgeklärte glaube an Gott gewollte Opfer.

Der Fortschrittsglaube, der den Jenseitsglauben ersetzte, ist die naive Vorstellung. Zur Veranschaulichung: einst glaubten die Menschen, die Erde sei eine Scheibe. Sie hatten Angst, entfernten sie sich zu weit, kamen dem Rand zu nahe, daß sie in einen unbegreifbaren Abgrund des Grauens stürzten. Jetzt wissen, wir daß die Erde eine Kugel ist und mit diesem Erkenntnisfortschritt einher geht ein Weniger an Angst. Niemand fürchtet sich mehr, am Rand der Scheibenerde hinabzustürzen. Auf eine Kurzformel gebracht: je mehr Fortschritt, je mehr Wissenschaft, desto weniger Angst, desto besser lebt der Mensch!


Wir werden dabei auch kurze Blicke werfen auf die unzähligen Opfer, Menschenopfer dieses humanistischen Selbsterlösungsprojektes und bedenken, ob es wirklich nur eine konservative Illusion ist, daß mit der Rückkehr zur Alten Messe , die ihr Zentrum im Meßopfer hat , das der Priester Gott darbringt, eine Revitalisierung der christlichen Religion möglich ist nach der Epoche ihrer Verdunkelung.













1Lyotard, J.-F., Das postmoderne Wissen, 1982.

2Vgl:Spengler, O., Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte, 7.Auflage, 1983.

3Lisson, F., Homo Viator. Die Macht der Tendenzen, 2013.

4Zitiert nach:Mosebach, M., Das Paradies auf Erden, in Una Voce-Korrespondenz, 3/2013 S. 214.

5Mosebach,M., a.a,O. S.214.

6Lenin, Materialismus und Empiriokritizimus, 1909, 1920.

7Leo XIII, Enzykl. Cariatatis studium; Opfercharakter der Messe, DH 3339.

8Glaser, H., Bildungsbürgertum und Nationalismus. Politik und Kultur im Wilhelminischen Deutschland, 1993, S.106.

9Vgl: Sloterdijk, P., Zorn und Zeit, 2008, S.285.

Freitag, 10. April 2026

Eine Männerkirche, die eine Frauenkirche ist? Ein Kurztext

 

Eine Männerkirche, die eine Frauenkirche ist? Ein Kurztext



Nicht nur aus feministischen Federn liest man fast täglich, daß die Katholische Kirche ein Männerverein sei, der die Frauen diskriminiere.Wenn ich aber Werktags zur hl. Messe gehe, bin ich des öfteren der einzige Mann, die Frauen in der Regel so alt sind, daß ihre Männer im Rentenalter sich befinden müßten und so zur Kirche gehen könnten.. Auch in den Sonntagsmessen dominiert das weibliche Geschlecht.Warum ziehen die ach so arg von Männern dominierte Kirche die Frauen so viel mehr an? Sie fühlen sich in der patrachalen Kirche heimischer als die Männer, oder?ar

Die Kirche hat so gesehen in erster Linie ein Männerproblem!

Den Anfang bildete evtl die Parole, daß der Mann hinauszugehen habe in das "feindliche Leben", dem Raum des Berufslebens, der Politik und des Vereinslebens, die nach ihrer jewweiligen Eigengesetzlichkeit sich formieren, wohingegen der Lebensraum der Frau die drei Ks bildete: Küche,Kinder, Kirche. Die christliche Religion reduzierte sich so auf den Geltungsraum der Familie, für die die Hausfrau zuständig wurde, Der Mann lebte dagegen in Räumen außerhalb dieses Geltungsbereiches,  

Donnerstag, 9. April 2026

Ein Einstieg daß Gott irgendwie ganz anders ist als der uns heute gelehrte und verkündigte -eine Kritik der heutigen Kirche

 Ein Einstieg daß Gott irgendwie ganz anders ist als der uns heute gelehrte und verkündigte 

Dunkle Wahrheiten-eine Erinnerung an Hamlet


Der Geist des verstorbenen Hamlet erscheint seinem Sohn, um ihn über seine heimtückische Ermordung aufzuklären und ihn zur Rache zu berufen.


Ich bin deines Vaters Geist;

Verdammt auf eine Zeitlang, nachts zu wandern

Und tags gebannt zu fasten in der Glut,

Bis die Verbrechen meiner Zeitlichkeit

Hinweggeläutert sind. Wär mir`s nicht untersagt,

Das Innre meines Kerkers zu enthüllen,

So höb ich eine Kunde an, von der

Das kleinste Wort die Seele dir zermalmte,

Dein junges Blut erstarrte, deine Augen

Wie Stern! Aus ihren Kreisen schießen machte,

Dir die verworrnen krausen Locken trennte,

Und sträubte jedes einzle Haar empor

Wie Nadeln an dem zorn`gen Stacheltier:

Doch diese ew´ge Offenbarung fasst

Kein Ohr von Fleisch und Blut,-

Horch, horch! o horch!1


Die Beschäftigung mit der Religion, auch und gerade mit der christlichen ist keine liebliche Freizeitbeschäftigung. Wir müssen auch mit Bildern rechnen, denen wir gern aus dem Wege gingen, wie wir um Horrorliteratur a la Locecraft einen weiten Bogen schlagen und Liebesromane mit garantiertem Happy-End bevorzugen. Gott zensierte die Moderne ja gerade um dieser erschreckenden Bilder willen.

1Shakespeare, W., Hamlet, Prinz von Dänemark, Tragödie. 1.Aufzug, 5,Szene. Übersetzt von August Wilhelm Schlegel, Hrsgb: Klose, D, 2001, S.27f.

Mittwoch, 8. April 2026

»Gott will es« oder der Krieg als ein Mittel der Religion(spolitik)

 

»Gott will es« oder der Krieg als ein Mittel der Religion(spolitik)

Die „Junge Welt“ meldet am 28.März 2026 unter der obigen Überschrift: „USA: Evangelikale in der Trump-Regierung wollen die Streitkräfte zum Heer von Glaubenskriegern umbauen – ohne »dumme Rules of Engagement«“.

Näherin wird dazu dann ausgeführt: „US-Kriegsminister Pete Hegseth inszeniert sich seit Beginn des Iran-Kriegs als Vollstrecker göttlicher Vorsehung. »Gelobt sei der Herr, mein Fels, der meine Hände geschickt macht für den Kampf, meine Finger für den Krieg«, las er aus Psalm 144 des Alten Testaments bei einer Pentagon-Pressekonferenz und versprach, »Tod und Zerstörung« auf die Feinde herniederregnen zu lassen. Hegseth, Träger von Tattoos mit dem Jerusalemer Kreuz und dem Schlachtruf der Kreuzfahrer »Gott will es«, betonte bei einem nationalen Gebetsfrühstück, dass die »Krieger« der USA nicht nur mit dem »Arsenal der Freiheit«, sondern auch mit dem »Arsenal des Glaubens« bewaffnet seien.“

Weiterhin heißt es da: „Dass die Trump-Regierung die Option beansprucht, die Fesseln der Haager und Genfer Abkommen sowie der Zusatzprotokolle zu sprengen und einer Kriegführung unbeschränkter Rücksichtslosigkeit nachzugehen, hat ihr Kriegsminister bereits im Fall Iran deutlich gemacht: »Das sollte nie ein fairer Kampf sein, und es ist kein fairer Kampf. Wir schlagen sie, während sie unten sind«, verkündete Hegseth Mitte März auf einer Medienkonferenz.“

Unüberlesbar ist hier der „Feind“ keiner in dem politischen Sinne sondern einer in einem religiösen, den es nun nicht zu besiegen gilt,um politische Ziele zu erreichen, sondern um ihn zu vernichten. Gegen den „Feind“ im religiösen Sinne können und dürfen dann auch alle rechtlichen Bestimmungen, warum und wie dann ein Krieg erlaubt zu führen ist, ad acta gelegt werden. Das ist nun kein Anwendungsfall der moraltheologisch äußerst problematischen Maxime: „Der Zweck heiligt die Mittel“, denn diese Maxime impliziert, daß so politische Ziele realisiert werden sollen. Aber das Ziel der Vernichtung des „Feindes“ ist kein politisches Ziel. König Saul wurde der Sünde bezichtigt durch den Propheten Saul, weil er den kriegsgefangenen König nicht getötet hatte. Der Prophet tötete ihn dann. Das Volk hätte den Krieg nicht führen dürfen, um Beute zu machen, sondern um den „Feind“ zu vertilgen.

Der KI informiert uns zu dieser Causa:



In der biblischen Erzählung (1. Samuel 15) ist der gefangene König, den Saul nicht tötet, König Agag von Amalek. Obwohl Gott Saul durch den Propheten Samuel den ausdrücklichen Befehl gegeben hatte, das Volk der Amalekiter und all ihren Besitz vollständig zu vernichten (den sogenannten "Bann" zu vollstrecken), hielt Saul sich nicht strikt daran. 

Die Details des Ungehorsams

  • Schonung von Agag: Saul nahm König Agag lebendig gefangen, anstatt ihn wie befohlen zu töten.

  • Schonung des Viehs: Saul und sein Volk verschonten zudem die besten Schafe, Rinder und das Mastvieh, während sie nur das minderwertige Gut vernichteten.

  • Begründung: Saul behauptete später gegenüber Samuel, das Volk habe die besten Tiere verschont, um sie Gott zu opfern. Bibelkommentatoren vermuten jedoch auch andere Motive, wie etwa die Hoffnung auf Lösegeld für Agag oder schlichten Eigenwillen. 

Die Folgen

Dieser Ungehorsam markiert den Wendepunkt in Sauls Herrschaft:

  1. Verwerfung durch Gott: Samuel erklärte Saul, dass Gott ihn als König verworfen habe, weil "Gehorsam besser ist als Opfer".

  2. Samuels Handeln: Da Saul seinen Auftrag nicht ausführte, ließ Samuel Agag zu sich kommen und tötete den gefangenen König eigenhändig.

  3. Ende der Dynastie: Gott entzog Saul seinen Geist und ließ Samuel später David zum neuen König salben.“

(Kleine private Anmerkung: je öfter ich den KI befrage, desto mehr nimmt meine Zufriedenheit mit ihm zu! Er ist einfach gut!)  

Klarer kann das Spezifische eines religiös fundierten Krieges mit einem politisch geführten nicht distinguiert werden: Der politische will den Besiegten beherrschen,ihn dabei ausnutzen, die simpelste Gestalt ist dabei die des ihn Beraubens und Ausplünderns, der religiöse will die Vernichtung des Feindes und verschmäht dabei gar jedes Beutemachen.

Die amerikanische Regierung im Bunde mit Israel will so den „Bann“ an den Iran vollziehen und deswegen werden die Staatsmänner des Iran auch einfach gelyncht.Es bedarf gegen so einen „Feind“ einfach keines fairen Gerichtspozesses: Er ist einfach wie der König Agag zu töten.

Für die Moderne galt die Emanzipation der Politik von der Religion als die kulturelle Leistung der Aufklärung, die nun postmodernistisch durch die jetzige amerikanische Politik ad acta gelegt wird: Jetzt avanciert der Krieg zu einem Mittel der Religion, den „Feind“ im religiösen Sinne zu vernichten.

Zusatz:

Gott ist allein vollkommen gut, der Teufel allein vollkommen böse.Uns Menschen ist es so nicht gegeben, so vollkommen gut wie Gott oder so vollkommen böse wie der Teufel zu sein, wir sind eben stets Grauwesen, ein Gemisch aus Weiß und Schwarz. Wo so relative Gegensätze des politischen Diskurses durch die Verteufelung des „Feindes“ verabsolutiert werden, da endet das mit dem Vernichtungswillen des Feindes, weil der wahre Feind mit feindlich gesonnenen Menschen verwechselt wird.



Dienstag, 7. April 2026

Weitere Anmerkungen zu Ostern -Irritierendes

 Weitere Anmerkungen zu Ostern -Irritierendes

Paulus hat nicht ob seiner Christusoffenbarung zu Damaskus an die Auferstehung der Toten geglaubt, sondern als ein schriftgelehrter Pharisäer. Sein Damuskuserlebnis bestätigte diesen Glauben.

Daß Jesus Ostern auferweckt, seinen Schülern erschien, bewies nicht schon, daß er schon zum ewigen Leben erweckt worden ist. Erst seine Himmelfahrt bewies das.

Die Bedeutung des ewigen Lebens im Jenseits erschließt sich uns erst, wenn wir unser Erdenleben als ein Exilsleben, fern der Heimat begreifen.Wir sind der Erde zu treu geworden. (Nietzsche)

Gott erweckt zum ewigen Leben aber der Mensch verhält sich dabei nicht nur passiv- als Seele steht er auch auf, denn sie ist unsterblich, ihr Tod ihr völliges Getrenntsein von Gott,  Gott wendet sich ihr wieder zu und sie sich ihm, das ist die Auferweckung und die Auferstehung.