Donnerstag, 1. Oktober 2026

Ein grobes Mißverständnis über die Kinder, die es gilt aufzunehmen?

 

Ein grobes Mißverständnis über die Kinder, die es gilt aufzunehmen?



Was meint in dem Text Matthäus 18, 1-5 die Vokabel „Kind“? Die in der „Einheitsübersetzung“ diesem Text vorangestellt Überschrift: „Der Rangstreit der Jünger“ ist dabei zu beachten, trifft diese Betitelung doch die Materie, um die es hier geht. Wir lesen dort:

„1 In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist denn im Himmelreich der Größte? 2 Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte 3 und sagte: Amen, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen. 4 Wer sich so klein macht wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. 5 Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.“

Meint hier „ein solches Kind“ jedes Kind als Kind? Dann würde „in meinem Namen“ wohl eine Kindesaufnahme motiviert durch das Gebot der Nächstenliebe unter der besonderen Berücksichtigung des Schutzbedürfnisses jedes Kindes meinen, oder von besonders in eine Notlage geratener Kinder. Die Errichtung von Waisenhäusern wäre dann die angemessendste Praxtizierung dieses Bibeltextes.

Nur, dann hätte dieser Text überhaupt nichts mit der Überschrift zu tuen und das in den Versen 1 bis 4 Ausgesagte wäre völlig bedeutungslos.

Die Jünger Jesu, besser übersetzt die Schüler streiten darüber, wer (von ihnen) wohl der Größte, der Angesehnendste im Himmel sein wird. Jesus bestreitet nun nicht, daß es auch im Himmel Rangstufen gibt bzw geben wird. Der Sohn Gottes ist kein Anhänger der Französischen Revolutionsparole der „Gleichheit“!

Es lehrt nun aber die Kriterien,die jemand erfüllen muß, um überhaupt in den Himmel kommen zu dürfen. „Bevor Ihr über den zukünftigen Rang im Himmelreich Euch streitet, erfüllt erst mal die Bedingungen für den Eintritt in das Himmelreich.“

Hier lehrt Jesus Christus uns, daß wir werden müssen wie das Kind,das er in die Mitte der Schüler gestellt hatte. Das verlangt eine Umkehr. Was macht nun die Qualität der Kinder aus, sodaß gilt: Wer so ist, wird eingehen in das Himmelreich? Es muß eine Qualität sein, die Erwachsene nicht schon ob ihres Erwachsenseins besitzen, die sie aber erwerben können durch ihr Umkehren. Für die Kinder dagegen ist damit eine Qualität gemeint, die ihnen wegen ihres Kindseins zukommt. Aber diese natürliche Kindeigenschaft muß nun für einen Erwachsenen eine erwerbbare Eigenschaft, wohl eine Tugend sein und kann so keine natürliche Eigenschaft mehr sein.

Ob der Schüleranfrage, wer den der Größte im Himmel von ihnen sein wird, liegt es nahe, die hier gemeinte jedem Kinde ob seines Kindseins innewohnende Eigenschaft als die ihres Kleinseins anzunehmen.

„Wer groß, gar der Größte sein will im Himmel, der muß hier klein sein wollen, der Kleinste unter Euch sein wollen!“Das kann sich natürlich nicht auf die körperliche Größe beziehen sondern auf ein „Sich als klein einschätzen und wahrnehmen.“ KEigenschaft jedes Kindes1, klein zu sein, zu einer Tugenind, zu der Erwachsene umkehren können.

Der 4.Vers bewahrheitet dann diese Deutung. Das Sichkleinmachen meint die Tugend der Demut.

„ein solches Kind“ meint also einen Erwachsenen, der sich so klein, wie jedes Kind ist, gemacht hat, der also ein demütiger Mensch geworden ist.Wer einen so Demütigen aufnimmt der wird in das Himmelreich eingehen, wenn er einen Demütigen in Jesu Christi Namen aufnimmt.

Damit ist eine weitere Condition als eine Einlaßberechtigung in das Reich Gottes gemeint. Damit ist zuvörderst der christliche Glaube gemeint, aber vielleicht ein spezifizierter, der Glaube, daß die Demut eine von Gott besonders geliebte Tugend ist.

„ein solches Kind“ meint somit nicht ein „natürliches“ Kind, sondern einen sich zur Demut bekehrt habenden Erwachsenen.

Matthäus 10, 40 -42 erklärt das im 18 Kapitel Ausgesagte: »Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen gering Geachteten auch nur einen Becher kaltes Wasser zu trinken gibt, einfach weil er ´mein` Jünger ist, der wird – das versichere ich euch – nicht ohne Lohn bleiben.«

Wer also einen Demütigen aufnimmt im christlichen Glauben, der wird den Lohn eines Demütigen empfangen, daß er in den Himmel aufgenommen werden wird.“euch“ meint damit die Schüler Jesu Christi und damit jeden Christen, dann aber besondere Christen, die Propheten, die Gerechten, aber auch die Geringgeachteten unter den Christen.

So sehr nun auch die Liebe zu Kindern ein wesentlicher Bestandteil der Praxis der Nächstenliebe ist, hier geht es Jesus nicht um die Liebe zu Kindern, sondern darum: Wie muß ich leben, um in das ewige Leben eingehen zu dürfen? Wer nun einen Christen um des Glaubens willen aufnimmt, der wird dafür belohnt mit dem ewigen Leben. Besonders gilt das für die Aufnahme von Gerechten, Propheten und für Demütige und für unter Christen selbst als „klein“ Erachtete. Mit einem universalistischen Humanitarismus hat diese „Kinderliebe“ aber nichts gemein!





1Kindern zugeschriebene Eigenschaften wie, ihren Eltern vertrauen, oder Gehorsam sein, kindlich glauben= vertrauend haben den Nachteil, daß so nicht alle Kinder sind, hier Jesus aber keine Näherqualifizierung vornimmt.

Wird die christliche Religion abgeschafft in der Kirche von ihr selbst?

 

Wird die christliche Religion abgeschafft in der Kirche von ihr selbst?



Das muß als eine maßlos übertriebene Polemik wider die heutige Kirche erscheinen, aber könnte dieser Verdacht der Selbstabschaffung der christlichen Religion nicht doch begründet sein? Zu Zeiten Jesu war die Frage, ob es denn auch ein Heil für Nichtjuden geben könnte, virulent und man darf sich sicher sein, daß es darauf in der jüdischen Theologie keine einheitliche Meinung gegeben hat.

Aber es wurde die Position vertreten, daß es einen Heilsweg für einen im ethnischen Sinne Nichtjuden gäbe, ohne daß er durch die Beschneidung zu einem jüdischen Volksgenossen werden müßte. Das war der Weg der Prosyliten bzw Gottesfürchtigen, die sich vom heidnischen Polytheismus hin zu dem Glauben an den einen wahren lebendigen Gott bekannten und versprachen, moralisch anständig zu leben, die so dann vom ganzen Gesetz Mose befreit waren.

Jesus von Nazareth soll ja nach den „Erkenntnissen“ des jüdisch- christlichen Dialoges ein jüdischer Reformer gewesen sein, der aber nichts lehrte, was damals nicht auch schon inherhalb der jüdischen Religion vertreten worden sei. Daß dann aus der Jesusbewegung die christliche Religion mit ihrer Kirche entstanden sei, muß so als eine Fehlentwickelung beurteilt werden. Die Apostel seien keine Christen gewesen, sondern jüdisch Gläubige.

Für die Heilsmöglichkeit für Nichtjuden reiche der Ordo salutis der Gottesfürchtigen aus, alles, was Jesus gelehrt und vorgelebt habe, sei so für die Heiden irrelevant, das seien doch nur Lehrmeinungen des Jesus von Nazareth gewesen für jüdische Ohren bestimmt.

An Gott glauben und anständig leben, auf mehr käme es doch nicht an! Damit ist die christliche Religion vollständig aufgelöst zugunsten eines simplen humanistisch ausgelegten Monotheismus.

Ist nicht eine Tendenz in der Kirche zu erkennen, so die christliche Religion auf einen simplen Humanitarismus, fundiert in dem Glauben an einen jeden Menschen bejahenden Gott, zu reduzieren? Sagt etwa das Sakrament der Taufe noch etwas anderes aus als daß die Taufe zeige, daß Gott zu dem Getauftwerdenden sein Ja gesagt hatte, und dieser Taufritus nun dies Ja symbolisch darstelle. Begegnet in der Eucharistie nur noch die Liebe zu uns, die allen Menschen gilt, unabhängig vom Empfang des Sakramentes? Gilt die Menschenwürde und die Menschenrechte nicht jedem, egal wie er es mit der Religion hält?

Die Verkündigung der Menschenwürde substituiert so die Evangeliumsverkündigung. Ein schlichter Monotheismus in der Tradition der „Gottesfürchtigen“ bzw der Prosyliten ersetzt so den christlichen Glauben. Eine Tendenz dahin ist m.E nicht mehr übersehbar.

Ein Quellgrund dieser Auflösungstendenz der christlichen Religion ist nun der jüdisch – christliche Dialog, in dem es vor allem darum geht, die Gleichgültigkeit der christlichen Religion für jeden Juden zu bekennen und damit dann auch für jeden Menschen: Ein schlichter Monotheismus reiche doch, zumal wenn er humanitaristisch ausbuchstabiert wird, daß der Glaube an die Menschenwürde das Zentrum jeder monotheistischen Religion sei!

Mittwoch, 30. September 2026

Caritas: „Wir sind längst zum Lieblingsfeind der AfD geworden“ oder daß der zum Feind Erklärte sich nicht wehren darf!

 

Caritas: „Wir sind längst zum Lieblingsfeind der AfD geworden“1 oder daß der zum Feind Erklärte sich nicht wehren darf!



In dem Artikel lamentiert die Caritasfunktionärin Welskop-Deffaa über die angebliche Feindschaft seitens der AfD. Aber dabei vergißt sie wohlweislich, daß zuerst die „Caritas“ und die Katholische Kirche die AfD zu ihrem Feind und zum Feind des demokratischen Staates erklärt hat. Es bedarf keiner hellseherischen Begabung, um sicher zu sein, daß kein Mitglied der AfD noch eine hauptamtliche oder ehrenamtliche Stellung in der Kirche oder der Caritas einnehmen kann, die bewährte Praxis des Radicalenerlasses, auch als die Berufsverbotspraxis betitelt, belebt nun die Caritas: Wer rechte isz, darf bei uns nicht arbeiten. Dürfte wohl noch eine Frau, verheiratet mit einem AfD- Parteimitglied in der Caritas arbeiten, haupt- oder ehrenamtlich? Sehr wahrscheinlich nicht, denn eine solche Ehe wäre ein Verstoß gegen das Kontaktgesetzverbot, daß unerlaubte Beziehungen diskriminiert werden dürfen.2

Wer so eindeutig eine Partei zu seinem Feind erklärt und bekämpft, der darf sich doch nicht darüber beschweren, nun selbst als Feind angesehen zu werden. Wer so konsequent ausgrenzt und den Dialog mit ihm verweigert, mit AfDlern rede ich nicht, erklärte Bischof Bätzing, der macht sich im parteipolitischen Kampf zum Feind!

Aber die Caritasfunktionärin weiß auch, wer ihr Freund ist, dem sie beisteht im Parteikampf: „Dass Elif Eralp als Spitzenkandidatin der Linken in Berlin so viel Unterstützung gewonnen hat, empfinde ich persönlich als Überraschung. Sie ist eine türkischstämmige, feministische Politikerin, die sich vernehmlich gegen Diskriminierung eingesetzt und Netzwerke gegen Rassismus gegründet hat. Angesichts der ständigen Verhetzung von Migranten und Migrantinnen durch die Rechtspopulisten und deren Vorliebe, sich über Geschlechtergleichstellung lächerlich zu machen, hätte ich es nicht mehr für möglich gehalten, dass eine Frau mit einem solchen Profil in Deutschland eine Landtagswahl gewinnen kann.“.

Das ist fast eine Liebeserklärung an die Spitzenkandidatin der Linkenpartei. Es wird dann zwar eingeräumt, daß die Linkenpartei ein Antisemitismusproblem habe, aber das ändert doch nichts an ihrer Sympathie für die „Linke“. Eine ausländische Feministin mit einem deutschen Paß, das ist für eine Caritasfunktionärin eine „heilige Kuh“, eine die so zu verehren ist wie diese Kühe in Indien.

Daß kein Christ Mitglied der SED werden konnte bis 1989, interessiert diese Caritasfrau nicht, daß nun erst um der Ausdehnung gen Westen auch Christen da Mitglied werden können. Nein, der Feminismus, das Ja zu ihm, ist das Entscheidende und das Ja zur Auflösung des deutschen Volkes durch seine Vermultiethnisierung. Kardinal Müller: „Massenmigration dient der Zerstörung nationaler Identitäten“. Es darf hinzugefügt werden, daß der Feminismus die geschlechtliche Identität zerstören will, wobei das Hauptanliegen des Feminismus die Erkämpfung des Rechtes der Frau ist, ihr Kind im Mutterleibe töten lassen zu dürfen!



1Katth de am 25.9.2026.

2In Westdeutschland durfte ein Mann nicht Lehrer werden, da er mit einer Kommunistin verheiratett gewesen war, auch obschon er bei seiner potentiellen Anstellung schon von ihr geschieden war. Eine Ruderin mußte die Olympiamannschaft verlassen, da sie mit einem NPD- Mitglied liiert war.

Dienstag, 29. September 2026

Über die Auftragsverweigerung der Kirche – ein gravierendes Beispiel

 

Über die Auftragsverweigerung der Kirche – ein gravierendes Beispiel



„Zum Auftakt des Monats der Weltmission hat der Aachener Bischof Helmut Dieser zum gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. Er verwies am Sonntag im Aachener Dom laut Mitteilung des katholischen Hilfswerks missio Aachen darauf, dass die Menschen im globalen Süden besonders stark unter den Folgen des Klimawandels zu leiden hätten. Madagaskar ist das Beispielland des Monats der Weltmission.“

So steht es in der quasi offiziösen Internetauftrittsseite der deutschen Bischöfe in dem Artikel: „Monat der Weltmission eröffnet – Bischof: Gemeinsam gegen Klimawandel“ am 27.9.2026.

Den Kampf wider den „Klimawandel“ sieht Missio Deutschland jetzt als ihre Kernaufgabe an, Die früher als „Entwickelungsländer“ qualifizierten Länder litten unter diesem Wandel mehr als die Anderen, sodaß sie insbesondere unserer Hilfe bedürften.

Was hat nun diese im Rahmen einer „Entwickelungshilfe“ Aufgabe mit der der Kirche Beauftragung zur Mission zu tuen? Nichts, denn dieser Auftrag lautet nun mal:So lautete der Missionsauftrag Jesu Christi an die 11 Apostel, damit der Kirche: „Darum gehet zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie, alles zu befolgen, was ich ihnen geboten habe.“ Mt 28,19f.

Im Sinne des Subsidaritätsprinzipes soll die Entwickelungshilfe primär von freien Trägern durchgeführt werden und die staatliche soll dann nur diese Arbeit ergänzen. So übernimmt die Kirche faktisch die staatliche Entwickelungshilfe, zu der dann auch der Klimaschutz gehört, Aber mit ihrer Berufung zur Mission hat das nichts zu tuen.

Wie es zu diesem Verzicht auf die Mission und ihre Ersetzung durch die Diakonie und Entwickelungshilfe gekommen ist, das ist keine leicht respondierbare Frage. Daß die Kirche so aber „Nein!“ sagt zu ihrem Auftrag, den ihr der Sohn Gottes selbst gegeben hat, ist unverkennbar.








Sonntag, 27. September 2026

Die „armen Seelen“ und das Helloweenfest – oder wird vor einem zutiefst katholischen Fest gewarnt?

 

Die „armen Seelen“ und das Helloweenfest – oder wird vor einem zutiefst katholischen Fest gewarnt?


„Arme Seelen sind nach Lehre und Tradition der römisch-katholischen Kirche Seelen im Fegefeuer (Purgatorium), wohin sie durch die Entscheidung des Partikulargerichts (mit seiner Seelenwägung) – das Eingangsportal des Fegefeuers – gelangt sind. Dort erleiden sie Qualen, dies aber hoffnungsfroh, weil sie nicht endgültig im Fegefeuer festgehalten werden, sondern immer die Gewissheit haben, daraus in den Himmel entlassen zu werden, den einzigen Ausgang des Fegefeuers. Gebete von Lebenden, besonders im Rahmen des Memorialwesens, helfen, diese Zeit zu verkürzen und sie aus ihren Qualen zu erretten. In der Liturgie wird der Armen Seelen vor allem zu Allerseelen und im Requiem gedacht.“1

Das ursprüngliche Anliegen des Helloweenfestes vor seiner Veramerikanisierung: daß es den „armen Seelen“ an dem Tag des Helloweenfestes gestattet ist,uns zu erscheinen, um uns um unsere Hilfe für sie zu beten. Die Masken sollen uns dabei an das wirkliche Leiden der „armen Seelen“ erinnern mit der Bitte: Helft uns!, symbolisch durch ein Süssigkeitengeschenk an sie, realiter durch unser Beten und Messelesenlassen für sie.

In diesem Fest feiert der Katholik die Gnade Gottes, daß er uns die Möglichkeit gewährt, den „armen Seelen“ helfen zu können!

Eine Bekannte von mir erklärte mir, daß doch die Kirche im 2.Vaticanum das „Fegefeuer“ abgeschafft hätte und: Sie habe noch nie eine Predigt gehört, in der dies „Fegefeuer“ auch nur mit einem Worte erwähnt werden würde. Sie als eine Religionslehrerin würde selbstverständlich so etwas Obskures auch nie erwähnen im Religionsunterricht! Daß Tote uns Lebenden erscheinen würden, sei doch auch nur etwas völlig Mittelalterliches – das elektrische Licht habe dem dann doch sein wohlverdientes Ende bereitet.

Sicher steht diese progressive Katholiken mit dieser Meinung nicht allein, daß die Kirche das Mittelalter in sich selbst noch scheinlebendig zu überwinden habe.

So protestiert die Kirche mit ihrem „Nein“ zu „Helloween“ gegen eine ihr eigentümliche religiöse Vorstellung, die fest in dem Katholischen Glauben verankert ist.

Aber: „Drei von vier Deutschen werden im Laufe ihres Lebens Zeuge eines paranormalen Phänomens. Häufig erscheinen den Betroffenen verstorbene Angehörige.“ 2

Dem „Focus“-Magazin kann man gewiß weder eine Neigung zum Spiritismus noch gar zum Katholischen vorwerfen, aber in diesem Magazin stand dieser Bericht. Erstaunlich ist,daß in repräsentativen Befragungen so viele sich zu so etwas Mittelalterlichem bekennen.

Wenn heutzutage gefordert wird, die Kirche habe auf die Menschen zu hören, statt auf die Dogmen der Kirche, dann sind damit diese Dreiviertel nicht gemeint, denn die erleben etwas, daß es nach dem Reformkonzil nicht mehr geben dürfe.

Nur, was tuen, wenn die Seelen der Verstorbenen sich nicht nach den modernistischen Meinungen verhalten?

Es dauert noch, bis „Helloween“ angesagt ist – aber es wäre gut, begönnen wir jetzt schon damit, in diesem Fest ein zutiefst katholisches zu recognizieren und das zum Anlaß nähmten, Ablässe für unsere Verstorbenen zu erbeten, statt gegen dieses Fest zu polemisieren! 

Zusatz aus dem Leben des hl. Pater Pio:

Eines abends war Pater Pio in einem Zimmer, im Erdgeschoß des in eine Pension umgewandelten Klosters. Er war allein und hatte gerade die Liege bezogen, als ihm plötzlich ein Mann erschien, eingehüllt in einem schwarzen Umhang. Pater Pio war erstaunt und erhob sich, um den Mann zu fragen, wer er sei und  was er wolle.  Der Fremde antwortete, er sei eine Seele aus dem Fegefeuer. "Ich bin Pietro Di Mauro", sagte er, „ich starb in einem Feuer am 18. September 1908 in diesem Kloster.  In der Tat war dieses Kloster nach der Enteignung des kirchlichen Guts in ein Altenpflegeheim verwandelt worden. Ich starb in den Flammen, als ich auf meiner Strohmatratze schlief, genau in diesem Zimmer. Ich komme aus dem Fegefeuer: Gott hat mir gewährt, hierher zu kommen und Sie zu bitten, für mich morgen früh eine Messe zu lesen.  Dank einer Messe ich werde bereit sein, ins Paradies zu gelangen". Pater Pio teilte dem Mann mit, daß er die heilige Messe für ihn lesen wuerde,..., "aber…" sagte Pater Pio: "Ich wollte ihn zur Tür des Klosteres begleiten.  Ich war gewiss, daß ich mit einer toten Person gesprochen hatte. In der Tat, als wir in den Kirchhof hinaustraten, verschwand der  Mann, der bei meiner Seite war, ganz plötzlich. Ich muß zugeben, daß ich sehr erschrocken wieder zurueck ins Kloster ging.  Pater Paolino von Casacalenda, Abt meines Ordens, bemerkte meine Nervosität.  Nachdem ich ihm erklärt hatte, was geschehen war, erbat ich die Erlaubnis, Heilige Messe für die verstorbene Seele zu feiern.“  Wenige Tage später wollte Pater Paolino, die Informationen nachprüfen. Er ging zum Büro der Registratur der Gemeinde von St. Giovanni Rotondo, und bekam die Erlaubnis, im Jahr 1908 das Register des Verstorbene zu konsultieren. Die Geschichte von Pater Pio Pater war wahr. Im Register der Verstorbenen des Monats September waren Namen, Nachnamen und Todesursache  aufgeführt: "Am 18. September 1908, im Feuer des Pflegeheimes, starb Pietro Di Mauro." 


zitiert nach:

Arme Seelen, die Unglücklichen, Pater Pio, Maria Simma, Emmerich




1Wikipedia: Arme Seelen.

2Focus am 10.7.2017: Fast drei Viertes der Deutschen sehen Geister.

Freitag, 25. September 2026

Eine Genalogie: der coole Typ und was der mit einer Weihnachtspredigt zu tuen hat

 

Eine Genalogie: der coole Typ und was der mit einer Weihnachtspredigt zu tuen hat


Eine Weihnachtspredigt, gehalten an einem 24.Dezember. Der in der Kirche aufgestellte Weihnachtsbaum leuchtete, aber nur zur Hälfte, denn genau so viele elektrische Kerzen brannten, so viele brannten nicht. „Dürfen wir Christen uns hier in Deutschland freuen und die Weihnachtsnacht feiern, wenn gleichzeitig so viele Mitchristen etwa in Afrika leiden, im Elend leben, afrikanische Kinder jetzt hungern!“ Die nichtbrennenden Kerzen sollten die leidenden Mitchristen symbolisieren, die sich nicht Weihnachten freuen könnten.

Es sei doch geradezu herzlos, feierten wir Privilegierten jetzt das Weihnachtsfest – wir dürfen und können es erst recht feiern, wenn jeder Christ auf der Welt Weihnachten auch feiern könne.

Diese Predigt lebt von dem Konzept der „Sensibilierung“: Es reiche nicht die rein cognitive Einsicht in das Leiden andere, um uns zum Helfen für sie zu motivieren. Emotional müssen die Bürger unseres Landes angesprochen werden, Mitleid müsse evoziert werden, auch Schuldgefühle erweckt werden- also: Die Menschen müssen sensibiliert werden für die Not der Anderen.

Zufrieden, gar glücklich sein, ist da etwas Unmoralisches und Widerchristliches, denn wenn ein Christ leidet, habe jeder Christ mit ihm zu leiden.

Die Antithese zu diesem: „Du darfst Dich nicht freuen, zufrieden zu sein, wenn andere leiden“, ist der coole Typ, der nur in seiner Opposition dazu begriffen werden kann. Er insistiert darauf, selbst glücklich sein zu dürfen, wenn sein Mitmensch leidet. Ihm ist sein Leben das Wichtigste und seine Mitmenschen, wenn sie ihm für seine Lebenszufriedenheit nützlich sind. „Coolsein“ ist somit die Antistrategie zur Pädagogik der Sensiblisierung,

Vorausgesetzt ist in beiden Fällen der Mensch, der beziehungslos zu seinem Mitmenschen lebt. Er sei so erst zu einem Mitleben zu motivieren, daß ihn emotional das Leid des Mitmenschen betroffen macht.Der so zum beständigen Mitleiden und Sichsolidarisieren mit... Aufgerufene entzieht sich diesem Appellieren durch das Konzept des Coolseins: für sich zu leben und die Anderen nur zu gebrauchen zur Steigerung der eigenen Lebensqualität. (Man könnte hier eine Ähnlichkeit zum Nein Nietzsches zur Mitleidsethik Schopenhauers sehen, den „Willen zur Macht“ glorifizierend.)

Der warmherzige Mensch ist somit sowohl der Antitypus zum zum Mitleiden Sensibilierten und zu dem „coolen Typ“. Nur ist die Warmherzigkeit keine erlernbare Tugend sondern eine Menschen gegebene oder auch nicht gegebene Charaktereigenschaft! Sie ist so eine Gabe Gottes!



Die christliche Religion = das Fundament (West)Europas?

 

Die christliche Religion = das Fundament (West)Europas?


Kardinal Joseph Ratzinger schreibt: „Es ist kein Zweifel,dass bei den Grundvätern der europäischen Einigung das christliche Erbe als Kern dieser geschichtlichen Identität angesehen wurde,natürlich nicht in konfessionellen Formen, das Gemeinchristliche schien über die konfessionellen Grenzen hinweg als verbindende Kraft weltlichen Handelns durchaus erkennbar.“1

Das „Gemeinchristliche“ ist nun mehr als das Konstrukt der natülichen Religion, auf die die Aufklärung, isb in Deutschland die christliche Religion und alle anderen reduzieren wollte, an den Glauben an Gott, der Bestimmnng des Menschen zur Sittlichkeit und dem Glauben an das ewige Leben, aber doch auch weit weniger als das confessionelle kirchliche Christentum.

Natürlich“ war die Entscheidung dazu nicht, sondern eine politische! Eingedenk der Erkenntnis Carl Schmitts über die Bedeutung des „Feindes“ im politischen Diskurs galt für die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG, später zur EU umfirmiert und der Nato der „Ostblock“ mit seiner kommunistischen Ideologie als der „Feind“, gegen den sich alle Christen Westeuropas zusammenschlossen, die confessionellen Grenzen hintenanstellend um des gemeinsamen Feindes willen.

Der Rardinal schreibt, daß Europa „kein geographisch fassbarer Kontinent sei, „sondern ein kultureller und historischer Begriff „sei 2,dann verdrängt er damit, daß Europa primär ein politischer Begriff ist.Wer sich die Epoche des „Kalten Krieges“ vor Augen hält, sieht hier klarer: Westeuropäische Staaten taten sich zusammen als ein Verteidigungsbändnis gegen die sozialistischen Staaten und deren Ziel des Weltkommunismus und mit dem Ziel, alle osteuropäischen Staaten in die EWG und die Nato zu integrieren, aber Rußland dabei herauszuhalten3. Dies Ziel verkennt Kardinal Ratzinger völlig, wenn er meint, Europa sei ein Friedensprojekt, nein es ist primär ein Eroberungsprojekt, denn wäre es ein Defensivprojekt, hätte es sich als „westeuropäische Union“ bezeichnet und nicht als Europa,das Osteuropa in sich integrieren will. Um dieses gemeinsamen Feindes willen gründeten sich die C-Parteien als confessionsüberwindende: Es sei gleichgültig, ob man Katholisch oder Protestantisch sei, Hauptsache christlich- antikommunistisch.

Die Ideologie des „freien Westens“ war und ist die des Liberalismus, dem die Kirche und auch der Protestantismus4 als der erfolgreichsten antikommunistischen Ideologie zustimmten, nachdem der Faschismus und der Nationalsozialismus als antikommunistischen Ideologien 1945 gescheitert waren.

Damit stellt sich die Frage, wie denn nun der katholische Glaube sich zum Liberalismus verhält. Meine These lautet nun: Die Reduzierung des katholischen Glaubens auf das „Gemeinchristliche“ diente dazu, die christliche Religion auf das mit dem Liberalismus Kompatible zu reduzieren. Aktuell heißt das, daß zum Zentrum der christlichen Religion der Glaube an die Menschenwürde, die Menschenrechte und der Aufruf zur Humanisierung der Welt aufgestiegen ist, der dann theologisch mit dem Glauben an den Schöpfergott begründet wird, daß Gott als Schöpfer jeden Menschen bejahe unter der Absehung aller spezifisch christlichen Gehalte.

Die Liaison mit dem Liberalismus, antikommunistisch motiviert, muße sich als eine Mesalliance erweisen, denn in dieser Ehe löste der Liberalismus die Substanz der christlichen Religion auf.

Kardinal Ratzingers Intention ist klar: Europa bedürfe als sein Fundament das Christliche, denn ohne dies ist es grundlos. Daß aber das Fundament Westeuropas und jetzt auch fast aller osteuropäischen Staaten der Liberalismus ist, übersieht er.

Dabei hat er selbst das Anliegen des Liberalismus im Raume der Politik erfaßt: „der rein säkulare Staat, der die göttliche Verbürgung und Normierung des Politischen als mythische Weltansicht ablegt und Gott selbst zur Privatsache erklärt,die nicht ins Öffentliche der gemeinsamen Willensbildung gehört.“ 5


Zusätze

Slavoj Zizek spricht von „unserem Zeitalter des globalen Kapitalismus und seines ideologischen Suppements,des liberal - demokratischen Multikulturalismus“ 6 Der Begriff des Supplementes wird der Ideologie, auch der des Liberalismus nicht gerecht, denn die Wirklichkeit unserer Zeit ist ja die Materialisierung dieser Ideologie. Daß dieser Ideologie aber der Glaube an das Privateigentum eine „heilige Kuh“ ist, ist unverkennbar und das macht die Substanz des Kapitalismus aus.Man schaue auf die geradezu hysterischen Reaktionen auf das Vorhaben der Partei „Die Linke“, die Wohnraumnot in Berlin durch Verstaatlichungen als die ultima ratio zu lösen.

„Der Dollar-Imperialismus des 21. Jahrhunderts – oder:
Die westliche Wertegemeinschaft in Aktion

Die westlichen Demokratien verstehen sich als und bilden eine Wertegemeinschaft. Das ist in mehrfacher Hinsicht, im materiellen wie im höheren Sinn von ‚Wert‘, ernst zu nehmen. Die Partnerländer des sogenannten Westens haben sich einer Staatsräson verschrieben, deren ökonomischer Gehalt durch den materiellen Wert schlechthin definiert ist: das private Eigentum und seine Vermehrung. Der Erwerb von Dollars resp. Euros oder verwandtem Geld ist das gesellschaftliche Lebensmittel und findet statt in Abhängigkeit von der Verwendung des Geldes als Kapital; das Gelingen des einschlägigen Geschäftslebens ist die allgemeine, unerbittlich geltende gesellschaftliche Lebensbedingung, also der die Gesellschaft beherrschende Lebenszweck. Das gilt im Innern der verbündeten Demokratien so absolut und so selbstverständlich, dass Alternativen nicht einmal verboten werden müssen: Alles andere als die marktwirtschaftliche Realität disqualifiziert sich einfach als unrealistisch. Im ideellen Wertekanon der westlichen Nationen wird das Dasein unter der Notwendigkeit des Gelderwerbs und nach Maßgabe des damit erzielten Kapitalwachstums als verwirklichte Handlungsfreiheit verbucht, speziell in Amerika als „way of life“ vom Rang eines Menschenrechts, dem die Staatsgewalt dient, wenn sie mit ihrem Schutz des privaten Eigentums die Konkurrenz um einen Gelderwerb zum ersten und entscheidenden Inhalt der gewährten staatsbürgerlichen Freiheit macht.“ „Gegenstandpunkt“ 3/2014

So polemisch dieser Text auch verfaßt ist, erfaßt er wohl besser das Wesentliche der europäischen Werteordnung als der Glaube an ihre christliche Fundierung!











1Kardinal Ratzinger, Was ist Europa – Grundlagen und Perspektiven, in: ders: Werte in Zeiten des Umbruchs, 2005, S.90.

2A.a.O. S.68.

3Es ist bezeichnend, daß der Kardinal etwa Sibierien als nicht zu Europa gehörend ansieht, obschon auch dort Europäer leben (S.68), sie aber nicht westlich sind sondern zum Feind gehört..

4In Deutschland fand der Nationalsozialismus isb unter den Protestanten viel Zustimmung ob seiner antikommunistischen Ausrichtung.

5A.a.O. S.76.

6Slavoj Zizek, Die Tücke des Subjekts, 2001, S.11.