Mittwoch, 21. Oktober 2026

Gewißheiten im Meer des postmodernistischen Relativismus:Totalitäre Staaten bekämpfen die Kirche, liberal ausgerichtete Staaten schützen die Freiheit der Kirche

 

Gewißheiten im Meer des postmodernistischen Relativismus:Totalitäre Staaten bekämpfen die Kirche, liberal ausgerichtete Staaten schützen die Freiheit der Kirche



In unserer Epoche der Postmoderne scheint es nur noch wenige Gewißheiten zu geben, zumindest werden die traditionellen außer Kraft gesetzt, die der christlichen Religion insbesondere. Die Kirche habe so nach den Erfahrungen mit dem Konzept des totalitären Staates eines dazugelernt: Für sie ist nur das System der liberalen Demokratie bejahbar. Die stalinistische und die nationalsozialistische Diktatur bewiesen das hinlänglich.

Um diese Entscheidung der Kirche für das System der westlichen Demokratie zu legitimieren,lag es nahe, sowohl den Nationalsozialismus als auch den Stalinismus als nihilistische Ideologien zu deuten, denen dann das auf die Menschenrechte und Menschenwürde im christlichen Sinne sich auferbauende westliche System gegenübergestellt wird.

Unübersehbar ist nun aber,daß diese zwei Ideologien auch ganz anders interpretierbar sind, daß im Geiste der Postmoderne beide totalitäre Systeme als Wahrheits-diktatuen verstehbat sind, die im „Besitz der Wahrheit“ sich wähnend alles davon abweichende Denken bekämpften: „Es gibt nur eine Wahrheit und jeder, der die nicht anerkennt, ist ein Feind, der zu bekämpfen ist!“ Das könnte auch als die Substanz des Konstruktes jedes totalitären Systemes gedeutet werden. Dann aber gerät die Kirche und somit auch die christliche Religion unter einen Totalitarismusverdacht, da auch sie von der Erkenntnis der Wahrheit ausgeht: In der Kirche ist die Wahrheit als erkannte und als von jedem zu erkennende präsent. Man schaue auf die immer wiederkehrende Kampagne in den Medien, daß der christlicher Fundamentalismus die Demokratie gefährde, da dieser Fundamentalismus von sich behauptet, daß die christliche Religion die einzig wahre sei!

Aber eines so doch sicher: Beide Diktaturen, die stalinistische wie die nationalsozialistische wollten doch die Kirche und die christliche Religion vernichten.

Stimmt das so? Sicher war in der Anfangsphase der Entstehung der Sowjetunion, der leninistischen Phase der Kampf gegen die christliche Religion und die Russisch- Orthodoxe Kirche ein wesentliches Anliegen der Revolutionsregierung. Aber man wird das Verhältnis des Revolutionsstaates unter Stalin zur Russisch-Orthodoxen Kirche als diffiziler betrachten müssen.

Mein Verdacht: Stalin hat von unserem Kaiser Wilhelm gelernt, als der erklärte, daß er nun keine Parteien sondern nur noch Deutsche kenne. Er erklärte den Krieg gegen Deutschland zum großen vaterländischen Krieg, nicht als den Verteidigungskrieg der Errungnschaften des Kommunismus wider den deutschen Faschismus. Zu diesem Kriegskonzept gehörte dann auch die Einbindung der Kirche in diesen Vaterlandsverteidigungskrieg. Meine These lautet also, daß die Russisch- Orthodoxe Kirche seit der stalinistischen Phase nicht mehr von der Kirche unterdrückt und gar verfolgt wurde, solange sie politisch sich dem sowjetischen Staat gegenüber loyal verhielt.Wie im heutigen China die Katholische Kirche nicht verfolgt wird, wenn sie als patriotisch ausgerichtete das chinesische System bejaht und nur die sogenannte „Untergrundkirche“ verfolgt wird, da ihr aus Sicht des Staates eine staatsfeindliche und antipatriotische Haltung vorgeworfen wird.

Das ist nun ein sehr grobes Schema und wird in seiner Abstraktheit nicht der wirklichen Beziehung zwischen diesen zwei kommunistischen Staaten und der Kirche ganz gerecht, aber dies Schema reicht aus, um die simple These, daß jeder totalitäre Staat wesensnotwendig kirchenfeindlich sein muß, in Frage zu stellen.

Aber bei Hitler sei die Sache doch klar: Der wollte von Anfang an die Kirche zerstören. Als der Kronzeuge dafür gilt Rauschnings Deutung des Nationalsozialismus als einer rein nihilistischen Ideologie, die Hitler nur benutzte, um seinen Machtwillen durchzusetzen und da er der Alleinherrscher sein wollte, mußte er die Kirche darum zerstören wollen.

Aber das Parteiprogramm der NSDAP besagte genau das Gegenteil, es bejaht die christlichen Kirchen Deutschlands. Dann muß man eben seine Zuflucht nehmen zu der These,daß die Partei ihr eigenes Programm nicht ernst genommen hätte und in Wirklichkeit etwas ganz anderes vertreten hätte. Dann liegt es ja nahe, in Hitlers Schrift: „Mein Kampf“ die wahre Absicht Hitlers erkennen zu können, die in dem Parteiprogramm dann verschleiert worden sei.

Nur enttäuscht dieses Buch den noch so kritisch Lesenden noch mehr. Hitlers These lautet, daß der Niedergang der christlichen Religion für Deutschland fatale Folgen zeitige, daß um der Abwehr gegen nihilistische Tendenzen die christliche Religion gar notwendig sei! „Die breite Masse eines Volkes besteht nicht aus Philosophen;gerade aber für die Masse ist der Glaube häufig die einzige Grundlage einer sittlichen Weltanschauung überhaupt:“ 1

Ja, da heißt es auch noch darüber„hinaus: „Bemerkenswert ist auch der immer heftiger einsetzende Kampf gegen die dogmatischen Grundlagen der einzelnen Kirchen,ohne die aber auf dieser Welt von Menschen der praktische Bestand eines religiösen Glaubens nicht denkbar ist.“ Hitler urteilt hier also, daß die Dogmenkritik die sittliche Substanz der christlichen Religion destruiere, daß die von der Kirche gelehrte Moral alo in ihrer Dogmatik fundiert sei und deshalb auch zu bewahren sei. Es heißt dann da auch: „Die verschiedenen Ersatzmittel haben sich im Erfolg nicht als so zweckmäßig erwiesen,als daß man in ihnen eine nützliche Ablösung der bisherigen religiösen Bekenntnisse zu erblicken vermöchte.“

Ja, er ermahnt die Kirche, statt in Afrika zu missionieren, Sorge dafür zu tragen, daß nicht noch mehr Menschen sich von der Kirche abwendeten!

Wenn man nun noch beachtet, daß diese Aussagen in dem Kapitel: „Ursachen des Zusammenbruches“ = Ursachen der Niederlage im 1.Weltkrieg getätigt sind, müssen sie den Leser irritieren, hätte man doch mutmaßen müssen, daß ein so antichristlich eingestellter Hitler den Kirchen eine Mitschuld an dieser Niederlage zuschreibt.

Meine These: Der nationalsozialistische Staat war nicht an sich kirchen- und religionsfeindlich, aber er bekämpfte Christen dann, wenn sie aus ihrem Glauben politische Konsequenzen zogen, die dieser Staat nicht bereit bereit war, zu tolerieren.

Politisch wäre es auch sehr unklug, wenn die Partei sich als die antikommunistische Kraft profilieren wollte, ich folge hier Ernst Nolte, die Kirche als Feind anzusehen, statt sie als einen Verbündeten gegen den kommunistischen Atheismus anzuerkennen, was im Gefolge des Präventivkrieges gegen Rußland 1941 dann auch getan wurde.



Weder ist der Stalinismus noch der Nationalsozialismus wesensnotwendig antichristlich bzw antikirchlich, es sind politische Ideologien, die dann aber Christen bekämpft, wenn diese politisch oppositionell agieren.

Erst nach 1945 wurde der Mythos von dem Nazi-Staat, der die Kirche bekämpfte, hervorgebracht, um im Kampfe gegen den Kommunismus in der Kirche die guten Deutschen zu finden, die nicht für Hitler waren und so nun gute Verbündete gegen Stalin sein konnten.Bis 1945 galten ja alle Deutschen als „Nazis“- wie hätte dann der Westen mit uns Westdeutschen Front gegen den Osten machen können? Es mußten erst „gute Deutsche“ gefunden werden, die Antinazis waren, keine Kommunisten und keine preußischen Militärs, da das Preußische ja als der Hort des Bösen von den Siegermächten verteufelt wurde- da fand man nur die Christen, die objektiv die Feinde des Nationalsozialismus waren, weil dieser sie vernichten wollte und die dann auch teilweise subjektiv den Kampf aufgenommen hatten wider Hitler und jetzt so gegen die Kommunisten zu kämpfen hätten.

Der Liberalismus avancierte nach 1945 dann zu der antitotalitären Ideologie, der die Kirche dann auch zustimmte. Damit verschob sich aber die Interpretation der totalitären Ideologien im postmodernen Denken dann: Sie galten nicht mehr als nihilistisch sondern als totalitär, weil sie antiliberal ausgerichtet Wahrheitsdiktaturen waren , da sie von ihrer Wahrheit als der einzig wahren überzeugt alle anderen Weltanschauungen bekämpften im Namen ihrer Wahrheit.

































1Adolf Hitler, Mein Kampf, Kapitel: Religiöse Verhältnisse, im 10.Kapitel: Ursachen des Zusammenbruches.

Wie Gott irrelevant (gemacht) wurde? - „Wenn nichts fehlt,wo Gott fehlt“.

 

Wie Gott irrelevant (gemacht) wurde? - „Wenn nichts fehlt,wo Gott fehlt“.1



Die religiöse Indifferenz, die in dem Buch Loffelds konstatiert wird, ist wesentlich eine Indifferenz dem Glauben an Gott gegenüber. Nicht mehr die Kontroverse, gibt es einen Gott oder gibt es keinen?, bestimmt den religiösen Diskurs, sondern die Vergleichgültigung dieser Frage. Debattiert wird zwischen Conservativeren und Liberaleren, ob und mit wem wer Sex haben darf, ob das Heil der Kirche in ihrer Verdemokratisierung oder in ihrem Bewahren der hierarischen Struktur liege, ob das Wichtigste ihr Engagement gegen Rechts sei. Nur Gott wird nicht mehr thematisiert, nicht weil in der Gotteslehre alle Fragen geklärt wären, sondern aus Desinteresse.

Armin Kreiner zitiert in seinem Buch: „Das wahre Antlitz Gottes“ J. R.Searle: „ Heutzutage schert sich niemand darun,und es bezeugt einen gewissen Mangel an gutem Geschmack,überhaupt nur die Frage nach der Existenz Gottes aufzuwerfen.Mit den religiösen Dingen ist es wie mit den sexuellen Vorlieben: Man erörtert sie nicht in der Öffentlichkeit, und selbst die abstrakten Fragen werden nur noch von Langweilern erörtert.“2

Wie wurde Gott uninteressant?, oder um sich auf den kirchlichen und theologischen Eigenanteil der Vergleichgültigung Gottes zu kaprizieren ist ist zu fragen: Wie wurde Gott gleichgültig gemacht?

Es soll nun der Versuch gemacht werden, zu konstruieren, welche Aussagen über Gott notwendig zu machen sind, damit er als für das Leben relevant und nicht als irrelevant erscheint. Die pure Aussage, daß Gott ist, ist nämlich zwar die notwendige Voraussetzung dafür, daß Gott für uns Menschen relevant ist, aber nicht ist sie hinreichend genügend.

Meine These dazu: Von Gott muß notwendig um seiner Relevanz willen ausgesagt werden, daß es einen für uns Menschen erkennbaren Willen gibt, daß und was er von uns Menschen will und daß er auf unser Verhalten seinem Willen uns gegenüber auch reagiert. Jede Religion, gleichgültig, ob sie an einen oder viele Götter glaubt, präsumiert, daß der Wille Gottes oder der Götter uns bekannt ist, wie auch immer, etwa durch eine Offenbarung oder durch ein regelmäßiges Befragen Gottes oder der Götter und daß der Gott oder die Götter auf unser Verhalten ihm, bzw ihnen gegenüber auch reagieren. Ein Gott, der nur existierte, aber weder in Hinsicht auf uns agierte noch auf unser Reagieren hin selbst noch mal reagierte, wäre ein Gott ohne eine Relevanz für uns.

Genau diese notwendigen zwei Prämissen werden in der heutigen Theologie und Kirche weitestgehend in Frage gestellt.

Erstens ist die Tendenz erkennbar, zwar noch von einer Offenbarung Gottes in Jesus Christus zu schreiben, aber was er denn da offenbart habe, als faktisch kaum erkennbar zu dekonstruieren: Die Religion, der Glaube sei eben nur eine (mögliche) Antwort auf die Offenbarung und zwar eine zeitgeschichtlich bedingte, sodaß sie keine wirkliche Verbindlichkeit für uns mehr haben, da wir in einer anderen Zeit lebten.Die zeitgeschichtliche Bedingtheit alles theologischen Denkens schlösse so die Möglichkeit einer wahren Erkenntnis Gottes und seines Willens an uns aus.

Zweitens: Solange geglaubt wird, daß es Gott bzw den Göttern nicht gleichgültig ist, wie wir uns ihnen gegenüber verhielten, muß die Frage: Wie ist wahrhaft Gott oder den Göttern zu dienen ist, von existentieller Bedeutung sein. Wenn es aber keine gewisse Erkenntnis über die wahre Gottesverehrung gibt und jede Religion eine ihr eigentümliche als die einzig wahre glaubt, dann könne es zu keinem Frieden zwischen den Religionen geben, da ja geglaubt wird, daß es Gott nicht gleichgültig sei, ob und wie er verehrt wird, Gott also als uns wohltuend geglaubt wird, verehren wir ihn gemäß seinem Willen und uns strafend, wenn wir ihm ungehorsam sind.

Deswegen ist um des interreligiösen Friedens willen von Gott bzw den Göttern (es sei an den Polytheismus der indischen Religion gedacht) zu glauben, daß er oder sie sich selbst indifferent unserem Verhalten ihnen gegenüber verhalten. „Gott ist es doch gleichgültig, ob wir ihn katholisch, evangelisch, islamisch, jüdisch oder als Göttin Erde in indianischen Religionen verehren. Ja, wenn Gott vernünftig gedacht wird, kann Gott oder den Göttern es doch nur wichtig sein, daß wie Menschen „anständig“, humanistisch miteinander umgehen, das sei die Vernunfteinsicht der natürlichen= vernünftigen Gottes-(v)erkenntnis.

Dem so irrelevant gemachten Gott korreliert dann die Gleichgültigkeit des Menschen Gott gegenüber.

Theologiegeschichtlich begann dieser Vergleichgültigungs-strategie Gottes in der Aufklärung, daß alle religiösen Kontroversen über das Wie der wahren Gottesverehrung gleichgültig seien, da es allein auf die vernünftige ankäme.In der Epoche der Globalisierung wird diese Vergleich-gültigungsstrtegie auf das Verhältnis aller Religionen zueinander appliziert: Alle Religionen seien als gleich wahr und gleichgültig anzuerkennen um des innerreligiösen Friedens willen. Nur die fundamentalistischen Richtungen in jeder Religion existent bedrohen durch ihre Lehre, nur die eigene Verehrung Gottes sei die wahre, diesen Religionsfrieden.

Drittens:Diese Vergleichgültigungsstrategie um des innereligiösen Friedens willen resultiert nicht aus einer besseren Gotteserkenntnis, sondern ist die Antwort auf die Frage: „Wie muß Gottes Verhältnis zu uns gedacht werden, damit alle Religionen als gleich wahr und gleichgültig behauptet werden können?“Der Nichterkennbarkeit des Willens Gottes, keine Religion könne verifizieren, daß die ihrige „Erkenntnis“ die wahre sei, fungiert somit als die denknotwendige Präsumption dafür, alle Religionen als gleich wahr anzuerkennen um des Friedens willen.

Viertens:Diese Vergleichgültigungsstrategie devitalisiert um der Domestikation der Religionen willen die Religionen, denn nur so erscheinen sie dem postmodernen Denken gegenüber friedensfähig. Es sei an das postmoderne Credo erinnert: Jede erkannte oder als erkannte behauptete Wahrheit erzwinge eine Wahrheitsdiktatur- nicht nur in den totalitären Staaten, etwa denen Hitlers oder Stalins. Nicht waren diese Diktaturen Diktaturen eines Nihilismus sondern die Konsequenz der Behauptung der Wahrheitserkenntnis und des Wahrheitserkenntnisbeseitzes. Deswegen gilt ja für Popper Platon und Hegel als die Vordenker des Totalitarismus, da in ihrem philosophischen Denken die Wahrheit als eine erkannte zu stehen käme.

Religionen dürften so nur Suchbewegungen nach der Wahrheit sein, verbunden mit der Einsicht, daß sich die Wahrheit aller menschlichen Erkenntnis entzöge.

Damit stehen wir vor dem Resultat, daß Loffeld in seinem Buch feststellt, daß Gott uns Menschen nicht mehr fehlt, da er uns gleichgültig geworden ist. Nicht enthält dieses Buch aber die Genalogie dieses festgestellten Indifferentismus, daß Gott um des Friedens willen domestiziert und vergleichgültigt worden ist.

Die Moderne glaubte, daß durch die Transformation aller positiven Religionen in die eine vernünftige Religion, die wahre also der innerreligiöse Friede erwirkbar sei, die Postmoderne dagegen fordert den Verzicht auf jede Wahrheitserkenntnis und jeden Wahrheitsbesitz um der Freiheit und des Friedens willen. Wahrheit sei eben auch nur eine Maske des Willens zur Macht, Nietzsche.



1Jan Loffeld, Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt..

2Armin Kreiner, Das wahre Antlitz Gottes, 2006, S.9.

Montag, 19. Oktober 2026

„Völkisches Gedankengut ist inhumanes Gift“ – oder ein "Nein" zum Alten Testament?

 

„Völkisches Gedankengut ist inhumanes Gift“1 – oder nicht jeder Antisemitismus ist ein Antisemitismus



"Es ist statistisch belegt, dass rechtsextremer Antisemitismus, wie wir ihn von der AfD erfahren, die größte Gefahr für jüdisches Leben in Deutschland darstellt" wird eine Jüdin in diesem Standpunktkommentar vom 19.10.2026 zitiert. Daß für die Erstellung der Statistik über antisemitische Straftaten offiziell die Regel gilt, daß wenn ein Täter nicht erfaßt werden kann, pauschal Rechte, Rechtsextreme anzugeben seien in der Statistik , wird dabei verschwiegen: Wenn eine Synagoge brennt und kein Brandstifter gefaßt werden kann, zählt diese Untat als eine von Rechten begangene.

Daß die Linken-Politikerin Vanessa Emde das Existenzrecht Israels bestreitet, ist keine antisemitische Äußerung. Kein einziger AfD- Politiker bestreitet das Existenzrecht Israels, nur Linkenpolitiker.2

Worum geht es nun in dem Standpunktkommentar:“Sorge um Palästina ist kein Judenhass“3 Der stets politusch 100 prozentig korrekte Dogmatik- und Fundamentaltheologie-professor stellt fest, daß die Quelle allen Übel das „völkische Gedankengut“ sei, das es gleichermaßen unter Deutschen wie unter Juden gäbe. „Ein Blick auf den nationalistischen Extremismus in Israel selbst: Fakt ist, dass Minister im Kabinett Netanjahu, Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich, völkischem Gedankengut huldigen.“

Also, so denkende Juden seien die Bösen wie in Deutschland eben die AfD! Die Palästinenser dagegen sind die Guten, sie kämpfen gegen die Bösen! „Völkischen Nationalismus gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Israel, kommentiert Oliver Wintzek. Kritik daran sei aber kein Antisemitismus.“ heißt es dann in der Einleitung zu diesem Kath de Standpunktkommentar.Eine Frage provoziert nun aber dieses Verdammungsurteil über jeden „völkischen Nationalismus“:

Ist das Alte Testament nicht selbst völkisch inspiriert? Es gibt viele Völker, aber nur ein von Gott Erwähltes, nämlich Israel. Das kämpft seit König Saul um seine Existenz und ist nur, weil Gott sein Volk bewahrt, auch wenn es von Gott auch immer wieder um seines Abfalles vom Glauben bestraft wird. Der Apostelfürst Paulus rühmt in einer Predigt an die Juden Gottes Wohltaten an sein erwähltes Volk: „Sieben Völker hat Gott im Lande Kanaan vernichtet, und ihr Land ihnen zum Besitz zu geben.“ Apg 13,19. Gott vernichtete diese Einwohner Palästinas, um seinem Volke dessen Land zum ewigen Besitz zu geben! Gott gab seinem Volk die Verheißung, ein großes Volk zu werden und daß er ihm das Land schenken wird, das anderen Völkern gehörte, die Gott aber vernichtete oder aus ihrer Heimat vertrieb. Wenn das kein völkisches Denken ist, was dann? Israel habe sich von allen Heidenvölkern zu separieren, um seine religiös-kulturelle Identität zu bewahren. In der nachexilischen Zeit mußten alle Mischehen aufgelöst werden um der Identitätswahrung des jüdischen Volkes willen.

Wer pauschal ein völkisches Denken verdammt, der muß auch die hebräische Bibel verwerfen! Denn diese bildet noch heute das religiöse Fundament des heutigen jüdischen Staates mit seiner Politik, die nie eine sein kann,die sich gänzlich von der jüdischen Religion emanzipieren kann.

Augenfällig ist nun, daß der Standpunktkommentar mit keinem Wort den islamistischen Antisemitismus erwähnt oder gar kritisiert, und nicht erwähnt, daß nicht mehr die marxistisch orientierte PLO sondern islamistisch-fundamentalistische Organisationen den palästinensischen Krieg gegen Israel führen! Diesen Feind gibt es eben für Politisch Korrekte nicht, nur Rechte.

Wer von einer „Schuldkultur4“ spricht sei ein Antisemit wie der AfD Politiker Tillschneider, aber Frau Emde ist keine Antisemiten, wenn sie dem Staat Israel das Existenzrecht abspricht, denn sie gehört der Gutmenschpartei: „Die Linke“ an! Sie hegt gar Sympathien für eine Einstaatenlösung, daß also der jüdische Volksstaat aufgelöst wird und die Juden dann als eine ethnisch- religiöse Minderheit in einem (islamischen) Palästninenserstaat zu leben hätten! Das wäre der Tod des jüdischen Volkes! Aber warum wollen die Juden auch einen völkischen Nationalstaat.

Bezeichnend ist, daß diesem Standpunktkommentar jegliches theologische Verständnis für das Volk Israel fehlt, daß es das von Gott erwählte Volk ist, das nun wieder in dem Lande lebt, das ihm Gott selbst verheißen und gegeben hatte und nun dahin wieder zurückgeführt hat.



1Katth de Standpunktkommentar 19.10.2026: Sorge um Palästina kein Judenhass

2 Ostdeutsche Zeitung 9.10, 26: „Vanessa Emde

Besondere Aufmerksamkeit erregte Emde jedoch mit einer grundsätzlichen Aussage über das Existenzrecht von Staaten.Bei einer Veranstaltung im Mai 2026 erklärte sie: „Es gibt kein Existenzrecht für Staaten – Menschen haben ein Recht zu existieren.“Zugleich bezeichnete sie die Forderung nach einer demokratischen Einstaatenlösung, in der alle Menschen zwischen Mittelmeer und Jordan gleiche Rechte besitzen, als politisch legitim.Auf die ausdrückliche Frage nach dem Existenzrecht Israels gab sie gegenüber der Berliner Morgenpost kein eindeutiges Bekenntnis ab.“

3Kath de Standpunkt vom 19.10.2026. Oliver Wintzek ist Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Katholischen Hochschule in Mainz.


4 Daß zwischen einem Schuldbekenntnis und einer Schuldkultur zu unterscheiden ist, liegt diesem Theologen völlig fern: Wenn die Kirche eine Mitschuld an den Holocaust träfe, hätte sie sich dafür als schuldig zu bekennen, aber eine Schuldkultur ist es, wenn sie wegen der angeblichen Mitschuld auf die Judenmission verzichtet: Es ist irrational, weil, wenn man mitschuldig am Bösen wider die Juden sei nun darauf zu verzichten, ihnen Gutes zu tuen, indem den Juden die Wahrheit, die christliche Religion verkündet wird. Als Schuldkultur ist als ein irrationales Reagieren auf die eingestandene Schuld zu verstehen.

Sonntag, 18. Oktober 2026

„Glaube als Exportprodukt?“ - der Tod der Mission

 

„Glaube als Exportprodukt?“1 - der Tod der Mission



Mit erfrischender Offenheit zeigt dieser Communioartikel zum Weltmissionssonntag den Tod der Mission an: „Zwischen kolonialer Vergangenheit, theologischer Selbstkritik und neuen globalen Herausforderungen steht der Missionsbegriff vor einer Neubestimmung. Mission sollte heute vor allem in solidarischer Präsenz, offener Dialogbereitschaft und dem befreienden Einsatz für Gerechtigkeit verstanden werden.“

Diese „Neubestimmung“ ist selbstredend keine sondern eine Proklamation ihres Todes. Eine solidarische Präsenz, eine Dialogbereitschaft und ein Eintreten für die Gerechtigkeit benennt Aktivitäten, die nichts spezifisch Christliches sind und von jeder humanitär ausgerichteten Organisation ebenso getätigt werden können, wie es die Kirche praktiziert, wenn sie so den Missionsauftrag versteht.

Polemisch wird dann mit dem Theologen Karl Rahner die Missionstätigkeit der Kirche, ihre bisherige, die den Auftrag Jesu Christi an sie erfüllte als Wirken einer „Exportfirma“ diffamiert, Die traditionelle Mission habe sich nicht ernsthaft mit den außereuropäischen Kulturen und Religionen auseinandergesetzt. Damit ist gemeint, daß die Kirche die christliche Religion für heilsnotwendig erachtete und nicht der Meinung war, daß jede Religion ein Weg zu Gott sei, also,daß alle Religionen gleich wahr seien und somit als gleichgültig zu beurteilen seien.Signifikant ist, daß kein einziger Begriff der christlichen Religion bzw Theologie in diesem Communioartikel auftaucht – die christliche Religion geht hier auf Tauchstation um sich hinter so wohlklingendem Vokabular wie: „Solidarität“ und „Gerechtigkeit“ zu verstecken.

So verklärt dann dieser Artikel den Tod der Mission:“Die Sendung der Kirche wird also durch das Wirken erfüllt, durch das sie […] allen Menschen oder Völkern in voller Wirklichkeit gegenwärtig [pleno actu praesens] wird […]", so Ad gentes 5. Diese Präsenz der Kirche wird in aller Welt – und das heißt auch: hier in Mitteleuropa – auf manchmal bewundernswerte Weise gelebt. Ob das die vielen Frauen und Männer sind, die an Orten der Armut, der Peripherie oder der sozialen Krisen präsent bleiben; ob das Christen sind, die in Stadtvierteln und sozialen Brennpunkten, in Schulen und Fabriken, in sozialen Bewegungen und politischen Parteien "pleno actu praesens" sind: sie leben "Mission" unter den konkreten Bedingungen der heutigen Zeit.“

Die Sozialarbeiterin oder der Sozialarbeiter oder der diverse Sozialarbeiter, um es politisch korrekt zu formulieren, ist der Missionar unserer Zeit! Jesus hat ja bekanntermaßen in erster Linie die Armen mit Speis und Trank versorgt und sich eingesetzt für ein sozialpolitisch engagiertes Reformprogramm, adressiert an die Behörden des Römischen Staates. Warum hat er nur vergessen, die Abschaffung der Sklaverei zu fordern, den römischen Imperialismus zu kritisieren und warum gründete er keine Spitäler, Schulen und Ausbildungsfirmen?

Nun ja, seine Praxis war doch recht dürftig, das hätte er doch besser hinbekommen können. Sein Gerede von Gott, dem Reich Gottes, der Sünde und der Erlösung, das alles hätte er seinen Hörern doch auch ersparen können, er hätte ihnen besser das Arbeitsleben fördernde Fähigkeiten vermitteln sollen!

Aber die Kirche hat nun die völlige Überflüssigkeit der christlichen, ja jeder Religion erkannt und stattdessen weiß sie, daß ein voller Magen das höchste Erdengut ist! Das hatte schon der wahre Humanist, Herr Satan erkannt, als er den Sohn Gottes versuchte der leider nicht auf dies humanistische Programm zur Weltbeglückung sich einließ. Zum Verhältnis des Teufels zum Humanismus verweise ich hier auf Dostojewskis genialen Text: „Der Großinquisitor“!Jesus hätte den Welthunger beseitigen sollen dadurch, daß er Steine zu Brot verwandelt und seine Menschenliebe hätte darin bestehen müssen, den Menschen großzügig das Sündigen zu erlauben, wenigstens die kleinen Sünden,isb dann wohl im Sexbereich.

Aber was steht denn nun in dem Text: ad gentes Nr.5 wirklich? Um meinen Lesern hierzu zu einem angemessenen Urteil zu befähigen, gebe ich den Text vollständig wieder:

5. Der Herr Jesus rief von Anfang an “die zu sich, die er wollte, ... und bestellte Zwölf, damit sie bei ihm seien und er sie sende, zu verkündigen” (Mk 3,13) (28). So bildeten die Apostel die Keime des neuen Israel und zugleich den Ursprung der heiligen Hierarchie. Als er dann ein für allemal durch seinen Tod und seine Auferstehung in sich selbst die Geheimnisse unseres Heils und der Erneuerung von allem vollzogen hatte, gründete er, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist (29), vor der Aufnahme in den Himmel (30) seine Kirche als Sakrament des Heils, sandte die Apostel in alle Welt, so wie er selbst vom Vater gesandt worden war (31) , und trug ihnen auf: “Geht also hin, und macht alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie alles halten lehrt, was ich euch geboten habe” (Mt 28,19f.) “Geht in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium aller Kreatur. Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden” (Mk 16,15). So liegt auf der Kirche die Pflicht, den Glauben und das Heil Christi auszubreiten, und zwar sowohl aufgrund des ausdrücklichen Auftrags, der von den Aposteln her dem Bischofskollegium, dem die Presbyter zur Seite stehen, in Einheit mit dem Nachfolger Petri und obersten Hirten der Kirche überkommen ist, wie auch aufgrund des Lebens, das Christus in seine Glieder einströmen läßt. “Von ihm aus wird der ganze Leib zusammengefügt und zusammengehalten durch jedes Band der Dienstleistung gemäß dem Wirken nach dem Maß eines jeden Gliedes. So geschieht das Wachstum des Leibes zum Aufbau seiner selbst in Liebe” (Eph 4,16). Die Sendung der Kirche vollzieht sich mithin durch das Wirken, kraft dessen sie im Gehorsam gegen Christi Gebot und getrieben von der Gnade und Liebe des Heiligen Geistes allen Menschen und Völkern in voller Wirklichkeit gegenwärtig wird, um sie durch das Zeugnis des Lebens, die Verkündigung, die Sakramente und die übrigen Mitteilungsweisen der Gnade zum Glauben, zur Freiheit und zum Frieden Christi zu führen: So soll ihnen der freie und sichere Weg zur vollen Teilhabe am Christusgeheimnis eröffnet werden. 

In dieser Sendung setzt die Kirche die Sendung Christi selbst fort, der den Armen frohe Botschaft zu bringen gesandt war, und entfaltet sie die Geschichte hindurch. Deshalb muß sie unter Führung des Geistes Christi denselben Weg gehen, den Christus gegangen ist, nämlich den Weg der Armut, des Gehorsams, des Dienens und des Selbstopfers bis zum Tode hin, aus dem er dann durch seine Auferstehung als Sieger hervorging. Denn solchermaßen sind alle Apostel in der Hoffnung gewandelt, sie, die in vielerlei Trübsal und Leiden ausfüllten, was an den Leiden Christi noch fehlt für seinen Leib, der da ist die Kirche (32). Oft auch erwies sich das Blut der Christen als Same (33) .  

Mit dem Text "ad gentes" hat dieser Communioartikel nichts gemeinsam, er vertritt genau das Gegenteil von dem in diesem Text Ausgesagtem! 

 



 

 

1Communio 17.10.2026: „Glaube als Exportprodukt?Gedanken zur Zukunft des Missionsbegriffs anlässlich des 100. Weltmissionssonntags.

Samstag, 17. Oktober 2026

„Was ist für Sie das drängendste theologische Problem der Gegenwart?

 

„Was ist für Sie das drängendste theologische Problem der Gegenwart? 1

Der Pastoraltheologe Christian Bauer, also Marketingexperte gibt auf diese Frage des linksliberalen Tendenzmagazins „Christ in der Gegenwart“ eine klare und eindeutige Antwort, ganz im Geiste Carl Schmitts, daß die Markierung des Feindes die Aufgabe der Politik und wohl auch der Theologie sei:

„Dass es identitärautoritäre Feinde einer offenen Kirche und Gesellschaft gibt, mit denen man – auf synodalen Wegen und anderswo – nicht nur nicht einfach ,sondern auch einfach nicht reden kann.“

Für einen an M.Foucault Interessierten wie diesem Pastoraltheologen ist das eine irritierende Antwort,wird dieser postmoderne Philosoph doch gerade als der Kritiker jedes Ausgrenzens gefeiert, wobei dessen Homosexualität dann gern besonders betont wird: der selbst so Ausgegrenzte.Aber die Zeiten ändert sich: Habermas „herrschaftsfreier Diskurs“ als auch dieses Anliegen Foucaults sind ad acta gelegt. Die wichtigste Frage lautet nun: „Wer darf nicht mitdiskutieren, wer ist auszugrenzen?“Mit den „Feinden der offenen Gesellschaft“ spielt der Pastoraltheologe auf das Anliegen Poppers an, die Philosophie Platons und Hegels als antipluralistisch und staatsfixiert zu brandmarken im Geiste des Liberalismus.

„nicht reden kann“ meint natürlich: mit wem man nicht reden will! Auf dem „Synodalen Weg“ und in der „synodalen Kirche“ erhält dieser Feind eben ein Auftritts- und Redeverbot.Hatte Foucault noch dargelegt,daß jeder Diskurs ein geregelter und somit ausschließender ist, 2und daß das ein strukturelles Problem jedes Diskurses ist, so bejaht nun dieser Antirechtskämpfer diesen Ausschlußcharakter.

Einfacher gesagt: Wer mit Willi Brandt „mehr Demokratie wagen will“ muß als Machtkirchenpolitiker dafür sorgen, daß nicht die Kritiker seiner Positionen Einfluß gewinnen können. Sie müssen also ausgegrenzt werden.

Was soll nun aber konkret ausgeschlossen werden? Der Kath de Artikel: „Theologe Bauer: Von "irregulären" Lebensformen ist nicht mehr die Rede“3 gibt dazu eine klare Antwort:

„Das wohl wichtigste Ergebnis der Bischofsversammlung ist ein wachsender weltkirchlicher Konsens über Gegenstand und Methode von "Amoris laetitia". Über den Gegenstand: Es geht um Zuhören ("Ascoltare"), Begleiten ("Accompagnare") und Abwägen ("Discernere") – kurz: um einen pastoral sensiblen und nicht mehr doktrinär verurteilenden Ansatz, um eine Verletzungen ernstnehmende und nicht mehr verletzende Sprache. Von sogenannten "irregulären" Lebensformen ist jedenfalls nicht mehr die Rede. Genauso freut mich, dass auch der methodische Paradigmenwechsel des Dokuments nicht mehr infrage steht: Man muss synodal von konkreten Erfahrungen ausgehen, nicht mehr hierarchisch von abstrakten Prinzipien. Mit diesem erfahrungsbasierten Ansatz ist der >pastoral turn< des Zweiten Vatikanischen Konzils nun endlich auch in Rom angekommen.“

Dieser Pastoraltheologe bejubelt so die Emanzipation der Kirche von der dogmatischen Theologie. „Zuhören“,“Begleiten“ und „Abwägen“, dieser Dreischritt soll die Moraltheologie von theologischen Grundsätzen befreien und sie zu einer empiristischen Wissenschaft machen. Nicht mehr von dem was sein soll, wie die klassische Moraltheologie bzw Moralphilosophie vorgeht, sei auszugehen, sondern es sei die Wirklichkeit, so wie sie ist, zu affirmieren. Das Wirkliche wird zum Normativen,gegen David Humes Erkenntnis,daß das ein „naturalistischer Fehlschluß“ ist.

Der diffamierende Sprachgebrauch, das Gerede von hierarischen und abstrakten Prinzipien“ verschleiert hierbei, daß auf jede Moraltheologie faktisch verzichtet werden soll. Die Kirche solle nur noch zur Kenntnis nehmen, wie verschiedenartig die Menschen etwa ihre Sexualität leben um dann diese Pluralität zu bejahen und um auf jedes Bewerten zu verzichten!

Aber nun könnten ja auch Menschen sich da zu Worte melden, die Erfahrungen gemacht haben, die den Normen der Politischen Korrektheit widersprechen, etwa daß ein homosexueller Priester Knaben mißbraucht hat und das ein Opfer davon erzählt und gar die Forderung stellte, daß Homosexuelle nicht zum Priesteramt geweiht werden sollten. Um das zu verhindern, muß sicher gestellt werden, daß solche Meinungen Vertretende erst gar nicht zum „Synodalen Weg“, zur Kirche des Miteinanderredens und Aufeinanderhörens zugelassen werden. Nicht Linksliberale müssen eben ausgegrenzt werden, denn mit denen kann und will man nicht reden!

Ein Ehewitz: „Wenn Du mich heiratest, werde ich Dir jeden Wunsch erfüllen, werde stets auf Dich hören!“ - aber nur unter der Bedingung, daß Du Dir nur das wünscht, was mir gefällt. Die Synodale Kirche hört auf ihre Basis, aber nur, wenn das von ihr Gesagte ihr gefällt, also politisch korrekt linksliberal ist. 

Zusatz:

Das Konzept der Marktwirtschaftskirche, jedem das,was ihm gefällt ist unvereinbar mit dem Kirchenkampf gegen Rechts, nur politisch korrekten Nachfragen nachzugehen. Aus der Sicht der Marktwirtschaftskirche gleicht eine Kirche, die dogmatisch festlegt, was wahr und was unwahr ist, einer Planwirtschaft, wohingegen das Marktwirtschaftskirchenkonzept besagt: Wahr ist, was ein Kunde will, weil er es will.

Eine Skurilität:

Dieser Pastoraltheologe setzt als das Motto seiner Internetsauftrittsseite : "Ohne Theorie keine Revolution". Ob ihn dazu Josef Stalin inspirierte als den Anti-Rechts-Kämpfer schlechthin: 

„Natürlich wird die Theorie gegenstandslos, wenn sie nicht mit der revolutionären Praxis verknüpft wird, genauso wie die Praxis blind wird, wenn sie ihren Weg nicht durch die revolutionäre Theorie beleuchtet.“ — Josef Stalin

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/1981673-josef-stalin-naturlich-wird-die-theorie-gegenstandslos-wenn-si/



 

1 Christ in der Gegenwart, 49/2024: Christian Bauer

2Zur Veranschaulichung: Wer Ball spielen will als einen Mannschaftssport, muß immer ein bestimmtes Mannschaftsballspiel erwählen, etwa den Handball, der dann festlegt, wie der Ball zu spielen ist und wie er nicht zu spielen ist- er grenzt so notwendig immer aus:

3 Kath de 16.10. 2026:Theologe Bauer: Von "irregulären" Lebensformen ist nicht mehr die Rede

Freitag, 16. Oktober 2026

„Schönheit wird die Welt erlösen“ - ein Annäherungsversuch

 

„Schönheit wird die Welt erlösen“ - ein Annäherungsversuch



Dieses berühmte Diktum Dostojewskijs aus seinem Roman: „Der Idiot“ könnte spontan die Widerrede provozieren: „Nein, Jesus Christus erlöst uns und somit nicht die Schönheit!“ Aber, wird nachgedacht und nicht jeder spontanistischen Eingebung Folge geleistet, dann gilt doch, daß Gott selbst als die Einheit des Wahren, Guten und Schönen zu denken ist. Wenn die Aussage: „Die Wahrheit wird uns erlösen, wahr ist, dann müßte die Aussage: „Die Schönheit wird uns erlösen“ doch wohl auch wahr sein.

Aber nun wird alles noch viel komplizierter: Eine Aussage kann wahr , eine Handlung gut und ein Kunstwerk schön sein. „Wahr, „gut“ und „schön“ sind also Eigenschaften von etwas, aber sie sind doch nichts Selbstständiges. „Der Gott, der „wahr“,gut“ und „schön“ist, erlöst uns,aber nicht erlöst uns die „Wahrheit“, das „Gutsein“ oder das „Schönsein“.

Nur, warum sagt dann der Sohn Gottes von sich, daß er die Wahrheit sei und nicht, daß er der wahre Sohn Gottes sei, der wahre Erlöser? Jesus Christus verwendet hier die Vokabel des „Wahren“ nicht als ein Eigenschaftswort, etwas sei wahr, sondern substantiell, es existiert für ihn ein „res“, die die Wahrheit ist und nicht einfach nur die Eigenschaft des Wahrseins hat.

Neben der Aussagenwahrheit existiert noch die „ontologische Wahrheit, das ist, daß etwas so ist, wie es sein soll, wie es der Idee von Gottes entspricht: die wahre Kirche, die wahre Religion,der wahre Mensch. Über den Teufel können viele wahre Aussagen getätigt werden, aber von ihm kann nicht ausgesagt werden, daß er der „wahre Teufel“ sei. Denn sein Sein ist es, nicht sein zu sollen.

Meine Versuchsthese in Anlehnung an die platonische Ideenlehre : Die Wahrheit, das Gute und das Schöne sind Ideen Gottes, die es erst ermöglichen, daß etwas als wahr, gut und schön erkannt werden kann im aussagentheoretischen wie im ontologischen Sinn. Aber diese Ideen erscheinen uns nur als Eigenschaften an etwas oder als die ontologische Wahrheit von etwas, sind aber von ihren Erscheinungen zu distinguieren.

Die Idee des Schönen erscheint uns in einer Mannigfaltigkeit von Dingen, die wir als schön wahrnehmen. Verharrten wir nicht in dem Wahrnehmen des uns schön Erscheinenden, sondern stiegen auf zur Idee des Schönen, dann würde uns diese Idee wirklich erlösen.

Das uns als schön Erscheinenden, etwa eine Gustav Mahler Symphonie oder ein Gemälde Caspar David Friedrichs oder ein Bauwerk, etwa eine Barockkirche sind eben nur Manifestationen der Idee des Schönen, aber sie sind ontologisch etwas ganz anderes als bloß subjektivistische Geschmacksurteile.

Gott selbst hat die metaphysische Ordnung des Wahren und Unwahren, des Guten und des Nichtguten, des Schönen und des Nichtschönen gesetzt, frei konstruiert,wobei bedacht werden muß,   damit wir gerade durch und in dieser Ordnung erlöst werden können und erstmal auch leben.Gottes Ideen sind nämlich von Gott selbst zu distinguieren, er selbst ist als Gott die reine Unbestimmtheit, da er durch nichts determiniert ist - aber er bestimmt sich selbst durch die Setzung dieser metaphysischen Ordnnng, denn nur in ihr ist er selbst die "Wahrheit",das "Gute" und das "Schöne". 

Das "Wahre", "Gute" und "Schöne" ist nun selbst als etwas so Bestimmtes nur durch deren Negation, das Unwahre,Ungute und Unschöne eingedenk der Erkenntnis: Omnia determinatio est negatio!

 

Zusatz

Wie konnte die Kaiserin Sissi-Triologie mit Romy Schneider zu einem der beliebtesten Weihnachtsfilme avancieren, obschon in ihm nichts Christlichweihnachtliches enthalten ist? Einfach,weil dieser Film wunderschön ist und allein deswegen auch weihnachtlich ist.  

 

Donnerstag, 15. Oktober 2026

„CDU-Politiker mahnt: Kirchen dürfen sich nicht auf ‚Sozialbuden‘ reduzieren“

 

„CDU-Politiker mahnt: Kirchen dürfen sich nicht auf ‚Sozialbuden‘ reduzieren“

Weiter heißt es dann in diesem Kath net Artikel vom 13.10.2026: „Der CDU-Politiker und Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei Nathanael Liminski hat die Kirchen aufgefordert, die genuin christliche Botschaft stärker in den Mittelpunkt ihrer öffentlichen Verkündigung zu stellen.“

Welcher Christ würde dieser Aufforderung nicht sofort zustimmen, zumindest der, der noch etwas weiß von dem Auftrag der Kirche, dem ihr von ihrem Herren Jesus Christus gegebenen und der immer wieder feststellen muß, daß in der Kirche vieles unternommen wird, aber nicht das,wozu sie berufen ist. Nur ist doch zu fragen,seit wann denn CDU- Politiker sich für eine ihren Auftrag erfüllenden Kirche einsetzen?

Eine Verdachtsthese: Es war nicht von vornherein klar, daß sich das westliche System, die Einheit von der parlamentarischen Demokratie und der Marktwirtschaft fundiert im Geiste des Liberalismus als dem östlichen, einer sozialistischen Einparteienregierung und der Planwirtschaft im Geiste des Marxismus- Leninismus als überlegen erweisen wird.

Ein realer Kampf begann 1945, der 1989 mit dem Sieg des westlichen Systemes endete. Für diesen Sieg war die Konstruktion der „sozialen Marktwirtschaft“ und eines Sozialstaates, der kaum noch eine Ähnlichkeit mit dem Ideal des liberalistisch sich verstehenden Staates, dem „Nachtwächterstaat“ aufwies.

Die Kirche, angesichts der Drohung des atheistischen Kommunismus des Ostens schloß ihren Frieden mit dem ideologischen Fundament des Westens, dem Liberalismus als der effektivsten antikommunistischen Ideologie, nachdem die antikommunistische Alternative des Nationalsozialismus in Deutschland und in Italien der Faschismus sich 1945 erledigt waren.

Aber der so konstruierte Sozialstaat war eine recht teure Konzeption, die man aber für notwendig erachtete, damit auch das „gemeine Volk“, der „kleine Mann“ und auch der „Arbeiter“ das westliche System bejahte. Nur, seit dem Endsieg über den „Real existierenden Sozialismus“ erscheint die Konstruktion des Sozialstaates als zu teuer, die Marktwirtschaft durch ein Zuviel an den sozialpolitischem bureaukratischen Reglementierungen zu leiden, die unternehmerische Freiheit zu mißachten.

Vulgärer formuliert: Das Volk habe auf zu großem Fuße gelebt, es habe nun den Gürtel wieder enger zu schnallen!Insbesondere jetzt, wo es gilt, den Krieg gegen Rußland zu finanzieren, müsse das Volk eben auf die „Butter auf dem Brot“ verzichten, denn Kanonen müssen nun der Ukraine geschenkt werden für den Endsieg auf dem Schlachtfeld.

Aber noch grundlegender: Die zu hohen Löhne, das zu hohe Anspruchsniveau des Volkes nach einer umfassenden Fürsorge durch den Staat ist nicht mehr hinnehmbar nach dem Sieg über den Osten, jetzt wo das westliche System als alternativlos sich erwiesen hat.

Da stört nun die Kirche, die an dem Konstrukt des Sozialstaates und der „sozialen Marktwirtschaft“ festhält. Der liberale Geist will nun einen Abbau des Sozialstaates, ein Weniger an Sozialpolitik und ein Mehr an unternehmerischer Freiheit. Die linkspolitisch ausgerichtete Kirche paßt da nicht mehr in das aktuelle Konzept, solange sie das Sozialpolitische zu stark hervorhebt.

Aber es zeigt sich auch hier eine Wende zum Guten: Die Kirche engagiert sich nun primär für Kulturpolitisches, für die Genderideologie, für die Homosexualität und propagiert eifrigst den Multikulturalismus und so die Liebe zu den „Flüchtlingen“. Auf die Kirche und die EKD als Kampfgefährten wider Rechts will die CDU/CSU ganz gewiß nicht verzichten, aber sie solle hat sozialpolitisch abrüsten: Dem Volke, nicht den „Besserverdienern“ muß wieder Wasser zu trinken gepredigt werden, der Wein wird wieder reserviert für die „Leistungsträger“ der Gesellschaft, den „Besserverdienern“.

Besonders das Gesundheitssystem ist zu kostspielig. Die Zweiklassenmedizin ermöglicht so nun schon eine angemessene Verteilung, daß halt nur die, die es sich leisten können, wirklich gut versorgt werden - aber ein weiteres Kürzen für das „Gemeine Volk“ ist von Nöten.

Dazu will nun die CDU/CSU die Kirche ins Boot holen: Sie müsse sich halt von den sozialpolitischen Flausen der Zeit der Systemkonkurrenz freimachen und für das real Finanzierbare sich einsetzen: ein Weniger an Sozialstaat und ein Weniger an Sozialer Marktwirtschaft, mehr Kapitalismus pur! 

Aber für den Kampf gegen Rechts, da möchten die C-Parteien die Kirche instrumentalisieren.