Samstag, 20. April 2019

Papst Franziskus Irrsinnskreuzestheoogie

"Franziskus bat darum, dass die "Kreuze der Welt" erkannt würden - darunter vor allem das "Kreuz der Migranten, die auf verschlossene Türen stoßen, verursacht durch Angst und von politischem Kalkül gepanzerte Herzen". Das Kirchenoberhaupt spielte auch auf Misshandlungen Minderjähriger an, "das Kreuz der Kleinen, verletzt in ihrer Unschuld und Reinheit".  Kath net am 20.4.2019. Und so beginnt dieser Rapport: "Papst Franziskus am Karfreitagabend beim traditionellen Kreuzweg am Kolosseum in Rom an 14 Stationen des Leides und Sterbens Jesu sowie der Not von Migranten und Flüchtlinge heute gedacht."
Wer hätte das gedacht! Wenn Migranten leiden, dann leiden sie wie Jesus Christus! Das heißt, sie leiden für unsere Sünden als Sühnopfer. Es ist also Gottes Wille, daß sie leiden, wie auch Christus das Kreuz erlitt, weil sein göttlicher Vater es so wollte. Denn das Leiden Christi ist ja keines, von dem die hl. Schrift sagt, das er nicht hätte leiden sollen, sondern daß es die Bestimmung des Christus ist, durch sein Kreuzesleiden die Welt zu erlösen. 
Wenn also der Papst beim Gedenken des Kreuzleidens Christi an das Leiden andere Menschen denkt, so sagt er damit, daß auch sie wie der Sohn Gottes zu unserem Heile leiden würden. 
Es könnte vielleicht an die Aussage des Apostelfürsten Paulus erinnert werden: "Für den Leib Christi,die Kirche ergänze ich in meinem irdischen Leib das, was an den Leiden Christi noch fehlt." (Kolosserbrief, 1,24). Meint das der Papst so, daß nun sich auch die leidtragenden Migranten mit dem Apostel Paulus über ihr gottgewolltes Leiden freuen dürfen:"Jetzt freue ich mich in den Leiden"(1,24)?  
Das sei ferne. Was meint dann der Papst? Er meint, daß so wie es ein Unrecht war, daß Jesus das Kreuz erlitt, es jetzt ein Unrecht sei, wenn Migranten ein Unrecht erleiden. Mit dem Sprecher der 12 Apostel, Petrus stimmt er ein in dessen Nein! zum Leidenmüssen des Messias. Daß der Christus leiden müsse- für unsere Sünden- das sei ferne, rief Petrus aus, angesichts der Leidensankündigung Jesu. Und Jesus erwidert: "Weiche von mir Satan", denn das Heilswerk Christi ist sein Kreuzweg. Er geht den Weg des Kreuzes, weil und nur weil so der Sohn den Willen seines Vaters erfüllt zum Heile der Menschen. 
Was macht aber daraus der humanitaristische Papst? Weder hätte Jesus leiden sollen noch sollten die Menschen heute leiden! Das Kreuz Christi verkommt zum rein moralischen Appell: Menschen sollen nicht leiden müssen- für eine humane Welt ohne Kreuze! 
Daß der Papst den Kreuzweg mißbraucht zur Propaganda für sein politisches Programm der Auflösung der Nationalstaaten Europas durch eine Politik der Masseneinwanderung, ist dabei die eine Sache, aber viel gravierender ist seine "Theologie" des Kreuzes, daß er das Heilswerk Jesu Christi völlig verkennt, daß Christus uns durch sein Kreuzesleiden, sein Sühnopfer erlöst hat, daß er daraus ein Beispiel macht für Menschen, die unrechtens leiden und die unsere Solidarität einfordern: Helfet, daß wir nicht mehr leiden müssen! 
Auch dieser päpstliche Kreuzweg ist so ein Beispiel für den konsequenten Umformungsversuch der Katholischen Kirche in eine linkshumanitaristische NGO! 

Ein kleiner Zusatz: Durch Liebe erlöst
Es gibt eine wunderschöne Verfilmung des Romanes von Hedwig Courths-Mahler: Durch Liebe erlöst. Der erste Teil der Verfilmung findet seinen Höhepunkt in dem Liebesbekenntnis, daß der Graf die als Erzieherin seiner Tochter eingestellte Frau liebe, er aber ein Mörder sei und darum könne er als Mörder nicht die Liebe der Frau,die ihn wirklich auch liebt, annehmen. Daß er ein Mörder ist, mache ihre Liebe zu einer Unmöglichkeit. 
Die Erzieherin bekennt: Wenn er wirklich ein Mörder ist, dann kann sie ihn nicht lieben, aber da sie ihn liebt, kann er kein Mörder sein. Ihre Liebe bezeugt ihr die Unschuld des geliebten Mannes und im zweiten Teil beweist dann diese Frau die Unschuld des  Grafen. Erst dann können sie wirklich zueinander finden, nachdem der unüberwindliche Abgrund des Mordes aus dem Wege geschafft wurde. Allein die Liebe der Frau zu diesem Grafen konnte die Sünde des Mordes als Hindernis ihrer Liebe nicht aufheben- erst als der Graf wirklich als unschuldig erkannt wurde, konnten die sich Liebenden zueinander finden. 
Hier wäre so die Liebe an der (vermeintlichen) Schuld gescheitert, wenn nicht die Unschuld des Grafen erwiesen worden wäre. Könnte es sein, daß hier diese Schriftstellerin klarer als mancher modernistischer Theologe das Verhältnis von Liebe und Sünde erfaßt, daß eben die Liebe nicht einfach die Sünde (des Mordes) übersieht und so den Sünder liebt und ihn so Sünder sein läßt, daß Gottes Gerechtigkeit Sühne für die Sünde verlangt, damit darauf Gott den gesündigt Habenden wieder in Liebe annimmt?          

Freitag, 19. April 2019

Papst Franziskus Kampf wider das Altarsakrament am Gründonnerstag- oder eine neue NGO entsteht

. Franziskus wusch dabei zwölf Häftlingen aus vier Ländern - Italien, Brasilien, Elfenbeinküste und Marokko - die Füße. Mit dem am Gründonnerstag begangenen Ritual der Fußwaschung wird an eine Geste Jesu beim letzten Abendmahl erinnert. Die Botschaft dabei sei, "dass es ums Dienen geht, nicht um Macht", erklärte der Papst in seiner frei gehaltenen Predigt. Jeder solle dem Nächsten dienen."
So berichtet Kath net am 19.4. 2019 über Papst Franziskus Gründonnerstags-messe. Vergegenwärtigen wir uns kurz, was die Kirche am Gründonnerstag feiert. Die Einsetzung der Eucharistie, die Einsetzung des hl. Meßopfers und des Sakramentes- ja, es ist das Herzstück der christlichen Religion, daß sich Jesu Christi Kreuzopfer in diesem christlichen Kult vergegenwärtigt. Damit die Kirche dies Opfer Gott darbringen kann, weihte der Sohn Gottes die 12 Apostel (nicht seine Freunde, denn Judas Ischariot war sicher nicht sein Freund, und auch nicht die Jünger, besser übersetzt, die Schüler zu Priestern,verlieh ihnen also die geistliche Vollmacht, das Opfer darzubringen, konkreter: die Wandlungsvollmacht.  
Es war wohl nicht die klügste Entscheidung der Kirche, hier die Fußwaschung Jesu, die uns nur das Johannesevangelium berichtet, als Bestandteil der Gründonnerstagsliturgie einzusetzen. Das Johannesevangelium entfaltet ja seine Lehre der Eucharistie im 6. Kapitel, 22-71, auch wie Judenchristen ob dieser Lehre Jesu nicht mehr folgten. Die theologische Intention ist, daß die Heilswirksamkeit von "Brot" und "Wein" darin liegt, daß es göttliche Speise von "Oben" ist. Dies setzt den Dualismus von "Oben" und "Unten", von "wahrer Welt", dem Licht und der unwahren Welt voraus: Der in dieser falschen Welt des Todes Gefangene kann nur durch einen Erlöser von "Oben" gerettet werden und gegen Bultmann ist festzuhalten, daß sich das Sakramentsverständnis der Eucharistie in diesen Dualismus harmonisch einzeichnet: Die "Speise" von "Oben" erlöst den Menschen und keine irdische. Also: Nicht durch das Kreuz wird der Leib und das Blut Christi für uns zum Heile, wenn wir es würdig genießen, sondern weil dieser Leib und dies Blut göttlich, das ist von "Oben" ist.
Darum entfaltet das Johannesevangelium seine Eucharistielehre nicht vor dem Karfreitag. Die so entstehende Lücke füllt dann dies Evangelium  mit der Erzählung von der Fußwaschung. Sie steht anstatt des Einsetzungsberichtes der Eucharstie. 
Ein Mißbrauch dieser Fußwaschung ist somit präfiguriert für glaubensschwache Zeiten: Statt die Einsetzung des Altarsakramentes und die Einführung des Priestertumes zu feiern, rückt die Fußwaschung in das Zentrum der Liturgie, denn die läßt sich sozialcaritativ leicht umdeuten zu einem Aufruf zu humanitärer Nächstenliebe. Das paßt ja zu dem Umstrukturierungsversuch der Neugestaltung der Kirche zu einer links-humanitaristischen NGO, der das Christliche nur ein Appell zur Humanität ist. Das Meßopfer, das christliche Priestertum als Prolongierung des Priesterumes des Alten Bundes hat darin aber keinen sinnvollen Platz mehr und wird so verdängt. Es ist ja bezeichnend, daß der Papst das Wozu des Priesterdienstes mit keinem Worte erwähnt,nämlich den Opferdienst!   

Donnerstag, 18. April 2019

Wie die Bibel unter die Räuber fiel, oder daß Biblisches unzumutbar ist,obgleich das sola scriptura gilt.

"Youtuberin Jana Highholder (20) führt mit offiziellem EKD-Auftrag einen Youtube-Kanal, macht sich aber dabei mit ihren biblischen Positionen in der EKD keineswegs nur Freunde -" meldete lakonisch kath net am 8.4.2019. Das müßte doch einen jeden Leser irritieren, wenn er an einen der wichtigsten Grundsätze der Reformation denkt, das: sola scriptura. Müßten in der EKD nicht biblische Positionen geradezu ein Heimatrecht haben, ja müßten wir da nicht in Folge dieses Aufbauprinzipes nur biblische Aussagen erwarten, bzw. von ihr abgeleitete? 
Aber wer die EKD kennt, der weiß, das dort Biblisches so selten vorkommt wie Vitamine in Fastfood. Nur, was ist denn da aus diesem Grundsatz der Reformation geworden? Wer so frägt, übersieht das Wesentliche dieses Grundsatzes: Nicht geht es primär um die positive Seite, nun die Theologie biblisch zu fundieren, sondern um die negative Seite, daß nun der ganze theologische Diskurs bis zur Reformation hin als für die neuen Bibeltheologen als unverbindlich galt. 
Anders gesagt: Der Grundtext war so sehr umgeben von kommentierenden, auslegenden und systematisierenden Sekundärtexten, daß es fast schon zur Unmöglichkeit geworden war, einen Bibeltext auszulegen, ohne den Vorwurf sich einzuhandeln, daß das doch längst schon wer anders ebenso geschrieben hätte. Zudem: Wie könnte ein Theologe noch etwas zu einem biblischen Thema schreiben, wenn er, bevor er zur Feder greift, erst das bisher schon dazu Geschriebene zu lesen hätte: Er käme vor lauter Lesen nie zum selbstständigen Schreiben. Die scholastische Theologie hatte sich sozusagen erschöpft, indem alles, was in ihr aussagbar war, schon geschrieben worden war. 
Mit einem Federstrich sollte nun dieser ganze Diskurs als nicht mehr relevant verurteilt werden, damit nun wieder selbstständig Theologie getrieben werden konnte. Diese Negationskraft war das Anziehende dieser Parole:jungfräuliche Theologie sollte wieder möglich sein- man wollte die biblischen Texte so lesen dürfen, als wäre man ihr Erstleser.
Es ist die Entkirchlichung des heiligen Textes, der nun der Privatlektüre  der neuen Bibeltheologen unterworfen wurde. 
Und da die heiligen Texte so privatisiert wurden, wurden sie zu einem Warenkorb an Aussagen, aus denen sich jeder seiner Privatleser das ihm Gefällige sich heraussuchte. Schon Luther fing damit an, indem er ihm mißfallende Texte des Vulgatakanons entfernte und so für die Evangelischen eine neue, reduzierte Bibel kreierte. Und da er seine biblische Rechtfertigungslehre nicht in Einklang mit dem Jakobusbrief bringen konnte, war er auch der erste Bibeltheologe, der "erkannte", daß die Bibel auch Unwahres enthielte. Die Bibel als Zeugnis von Jesus Christus geriet so schon ab ovo unter den Verdacht, die Person Jesu und seine Verkündigung unangemessen, verfälschend dargelegt zu haben. So erweitert sich der Verdacht gegen die Theologie und die Lehre der Kirche, Jesus unwahr zu lehren zu dem Verdacht, daß selbst schon das Neue Testament Jesus mißdeute.So kann auch die heilige Schrift nicht mehr unüberprüft als der wahre Grundtext angesehen werden. Biblisch fundierte Aussagen können so, gerade weil sie biblisch sind, so unwahr sein. 
Jetzt entscheidet nur noch der Privatleser, wie was in der Bibel als wahr anzusehen ist. Da dieser Privatleser nun ein Subjekt in einer kommunizierenden  Gemeinschaft ist, unterwirft dieser so private Leser Bibeltexte dem, was im  öffentlichen Gerede als das Schickliche und Angemessene angesehen wird. Und darum wird Frau Highholder der Vorwurf gemacht: "In einem von mehreren Statements in „Christ und Welt“ bezeichnete die Pfarrerin Hanna Jacobs Highholder als „trojanische Influencerin“, die im Namen der Evangelischen Kirche „biblizistische und evangelikale Positionen“ vertrete, aber vom „evangelischen Mainstream“ weit entfernt sei." Kath net am 8.4.2019. Wahr ist nur dann eine theologische Aussage, wenn sie dem evangelischen Mainstream  konform gestaltet ist. Merke: Es gibt eben Aussagen in der Bibel, die diesem Mainstream nicht entsprechen und so unwahr sind. 
Das ist nun nicht einfach ein Abfall vom sola scrptura Prinzip, sondern es nimmt dies Prinzip in seiner Negativintention ernst, daß alle christliche Tradition unverbindlich ist für den heutigen Christen, damit er die Bibel so,herausgerissen aus der Kirche, wie sie den heiligen Text las und liest,  ganz seinen Privatwünschen unterwerfen kann. Und die Privatwünsche der so gearteten Bibelleser erschaffen dann den evangelischen Mainstream     

Mittwoch, 17. April 2019

Probleme mit dem Gott des Alten Tesamentes: Ist das der Gott Jesu?

Das Narrativ vom bösen Gott des Alten Tesamentes, dem der gute des Jesus von Nazareth gegenübergestellt wird, von Marcion erfunden, um einen von allem Alttestamentlichen befreiten Kanon von christlichen  Evangelien einzufordern, findet immer wieder Sympathisanten, den neuesten in Horst Mahler in seinem Buch: "Das Ende der Wanderschaft", 2018 erschienen. Ihm ist der Gott des Alten Testamentes, der jüdische der schlechthin negative. Das ist der Gott, der nur ein Volk zu dem seinigen sich erwählt, ihm irdische Güter zu Hauff verheißt, aber sein Volk auch mit schlimmsten Strafen bedroht, wenn es ihm ungehorsam ist, und der allen anderen Völkern gegenüber rein feindlich gesonnen sei.  
Dieser rein negative Gott überwinde sich nun aber selbst, indem er sich in der jüdischen Gestalt als sich selbst verkennender Gott begreife, der sich als durch anderes limitierter Gott mißverstehe, der seine Schöpfung als etwas von ihm selbst Verschiedenes ansieht, durch das er selbst begrenzt würde. So will Gott das ihn Begrenzende durch sein erwähltes Volk nichten. Aber in der christlichen Religion begreife sich Gott als der, der sich selbst als sich erkennender in und durch die Religionen hervorbringe- die Religionen seien das jeweilige Selbstbewußtsein Gottes auf der jeweiligen Entwickelungsstufe-und nur in der christlichen, wenn sie sich philosphisch begreift, erfaßt sich Gott selbst in diesem christlich-philosphischen Denken- so weit diese hegelische Religionsphilosophie, die Mahler in seinem Buch skizziert. so sei dann der negative Gott des AT eine notwendige Zwischenstufe im Prozeß der Selbstentwickelung Gottes zu  dem sich selbst begreifenden Gott: also nicht entwickelt sich der Mensch -humanistisch gedacht- vom Dunklen zum Lichtwesen der Aufklärung, sondern Gott käme erst durch diese Entwickelung im religiösen Bewußtsein der Religionen zu sich selbst als sich begreifender. 
Also, ein Neohegelianer ergreift hier das Wort. Dies könnte als ein Beispiel für die allgemeine Sympathie fürs Nostalgische in postmodernen Zeiten abgetan werden, wenn nicht in dieser Hegelei allerlei Bedenkenswertes anzutreffen wäre. 
Intelligente  Fragen werden gestellt und das ist schon etwas Beachtliches in so geistarmen Zeiten: Die traditionelle Gottesvorstellung denkt sich Gott als "schon von Ewigkeit her als der Vollkommende, Allwissende, Allmächtige usw., der die Geschicke der Menschheit lenkt und die Menschheit nach seinem "Heilsplan" erlöst." (S.138). Nun frägt Mahler, warum und wozu habe dann dieser Gott die Welt und die Menschheit überhaupt geschaffen? Als sein Spielzeug? Warum als Erlösungsbedürftige und warum gibt es dann so viel Leid, so viel unschuldig Leidende? (S.138). 
Bedeutsamer ist dann aber noch Mahlers These, daß dieser so gedachte Gott selbst den Grund für den Atheismus gelegt habe! Denn wenn das von ihm Geschaffene etwas von dem allmächtigen Gott Verschiedenes sei, dann könne Gott ohne die Welt und so auch die Welt ohne Gott gedacht werden, weil  sie als zwei Getrennte gedacht würden.  
Mahlers Alternative: "Aber Gott als Geist,der sich erst zu dem machen muß, der er ist, schafft sich als Mensch und Welt,um daran einen Spiegel zu haben, in dem er sich anschaut und erkennt.Der Mensch ist so Gehilfe Gottes, selbst göttlich und deshalb von absolutem Wert." (S.138). Das ist die philosophische Negation der Religion als ihre Aufhebung, daß so erst der wahre Gehalt der Religion zu Tage tritt, aber es ist auch die Negation der Religion, weil nun in der Religion der Mensch sich zu sich selbst verhaltend gedacht wird, nur eben, daß er erst im wahren Denken sich als das Selbstbewußtsein Gottes begreift und den Weg durch die Religionen als den Prozeß der Selbstentwickelung des Selbstbewußtseins Gottes begreift: Gott wird, was er ist, am Ende aber als sich selbst erkennend. Das heißt für die Theodizeefrage, daß das Negative notwendig ist für diese Selbsterkenntnis, was Gott nicht ist. 
Erstaunlich ist nun, daß von einem Autor, von dem eher ein politisches Buch erwartet würde, so ein  religionsphilosophishes verfaßt wird. Nehmen wir es als Anstoß, daß vielleicht zu schnell die Akte Hegel geschlossen worden ist, daß er uns als um die Gotteserkenntnis Ringender doch noch etwas zu sagen haben könnte!  

Aber in einem ist und bleibt Mahler, wie wohl auch Hegel ein Kind des liberalen Protestantismus. Ihm fehlt jedes religiöse Verständnis von Gott, dem Göttlichen, wie es Rudolf Otto so einzigartig auf den Begriff gebracht hat: Gott als die Einheit von tremendum und faszinosum. Es muß eben so wahrgenommen werden, daß Hegel so auch das liberal-protestantische Problem, wie kann der Gott des AT der Gott Jesu sein, versuchte zu lösen, vor dem auch Mahler steht. Aber dies ist nicht nur ein Problem des Protestantismus! Der zeitgenössische Katholizismus löst dies Problem ja einfach, indem alle biblischen Aussagen über Gott, die nicht kompatibel sind mit dem liberal gedachten Gott, Gott ist nur die Liebe, einfach überlesen werden.
   

Dienstag, 16. April 2019

Papst Benedikt schrieb und alles brüllt

Kaiser Wilhelm II. rief und alle, alle kamen, Papst Franziskus schrieb zum Mißbrauchsskandal und alle, alle brüllten: "So nicht!".Die inoffizielle offizielle Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz  Katholisch de jubelt:"Die Kritik an der Analyse Benedikts XVI. zur Kirchenkrise reißt nicht ab". So tönt diese linksliberale Kampfpostille:
"Die deutsche Arbeitsgemeinschaft Moraltheologie hat den Text Benedikts XVI. zur Missbrauchskrise scharf kritisiert. "Die Analyse von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. beruht auf einer Reihe von falschen Annahmen und wird von uns im Ganzen als ein misslungener und untauglicher Beitrag zur Aufarbeitung der Missbrauchskrise bewertet", heißt es einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme.
Am Donnerstag hatten mehrere Medien einen Aufsatz des emeritierten Papstes mit dem Titel "Die Kirche und der Skandal des sexuellen Missbrauchs" veröffentlicht. Darin bezeichnet Benedikt XVI. den "Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie" und eine zunehmende Gottlosigkeit in Kirche und Gesellschaft seit den 1960er Jahren als Hauptursachen der Missbrauchskrise. Die ersten Reaktionen auf das Schreiben fielen mehrheitlich negativ aus." 
Was hat der emirtierte Papst nur verbrochen, daß nun alle schreien: Kreuzigt ihn!, daß nun auch diese Internetseite angefüllt ist mit Polemiken wider diesen Papst? Er tat etwas Unverzeihliches, denn er sagte die Wahrheit. Dabei lief doch alles bisher so wunderbar: In einer gelungenen Desinformaionskampagne wurde der Zusammenhang zwischen der Homosexualität und den Opfern völlig vernebelt und tabuisiert. Stets wurden neue für die Mißbräuche Verantwortliche gefunden, am liebsten "Strukturen", damit ja die Täter aus dem Blickfeld gerieten. Dann baute darauf eine beachtliche Offensivkampagne an, daß nun die katholische Morallehre für die Mißbräuchsfälle verantwortlich sei, daß sie also im Geiste der 68er liberalisiert werden müsse. Daran schlossen sich dann die Lieblingsparolen der modernistischen Reformer an: Weg mit dem Zölibat, Ja zum Frauenpriestertum, Demokratisierung der Kirche oder klarer formuliert: Wir wollen protestantisch werden. In diese protestantische Euphoprie hinein, nur die Entkatholisierung und die Protestantisierung gäbe der Kirche noch eine Überlebenschance widerspricht nun Benedikt XVI diesem schönen Modernisierungsprogramm, indem er die Wahrheit sagt, die doch nun so tatkräftig unter den Teppich gekehrt, tabuisiert war!
Daß eben die Entkräftung der Morallehre der Katholischen Kirche durch den Ungeist der 68er und  die zunehmende Gottlosigkeit auch und gerade in der Kirche  diese Mißbräuche erst in diesem Ausmaße ermöglichte. Dann verwies  er noch auf die Homosxualität in der Kirche, deren Ausleben zu diesen Mißbräuchsfällen führte. So viel Licht, das könnte Verwirrungen in die wohlgeordnete Desinformationskampagne bringen, ja den Reformeifer: Wir wollen die Protestantisierung der Katholischen Kirche! bremsen und so wird scharf gegen Papst Benedikt emeritus geschossen.
Das Niveau der Gegenargumente ist dabei von durchschlagendster Qualität. Mantrahaft wird da gebrüllt, daß in seiner Analyse neue sozial- und humanwissenschaftliche Erkenntnisse nicht berücksichtigt worden seien, welche wird tunlichst verschwiegen  und daß nicht erkannt wird, daß die Morallehre der Kirche sich der geänderten Lebenspraxis anzupassen habe, denn sie habe nicht die Aufgabe zu normieren, sondern die Realität, so wie die Heutigen ihre Sexualität leben, gutzuheißen.
Im Klartext heißt das: Den grundlegendsten Fehler einer doktrinären Morallehre offenbart uns Johannes, der Täufer, der die Ehe des Königs Herodes verurteilte, weil er aus moraltheologischen Gründen seine Frau nicht hätte heiraten dürfen, statt diese Ehe seelsorgerlich motiviert gut zu heißen und abzusegnen. Der emeritiete Papst ist eben ein Nachfolger des Täufers, unsere  Modernisten dagegen wissen, daß es nur eine wirkliche Todsünde gibt, die, dem herrschenden Zeitgeist zu widersprechen.  

 

Montag, 15. April 2019

Papst wirbt für Organspende

"Papst Franziskus hat für die Organspende geworben. Der Bedarf sei weiterhin hoch; eigene Organe für Kranke zur Verfügung zu stellen, entspreche nicht nur der sozialen Verantwortung, sondern sei auch ein Zeichen umfassender Solidarität und der Nächstenliebe."  Kath net 14.4.2019. So sehr Papst Franziskus sonst zum Nachdemmunderden neigt, in diesem Punkte vertritt er couragiert die Lehre der Kirche. Die Organspende widerspricht so sehr dem natürlichen Egoismus des bürgerlichen Menschen, daß es kein Wunder ist, daß die Forderung der Organspende Widerstand evoziert. Gutes tuen, damit mir dann auch Gutes getan wird, die Nächstenliebe als Solidarität praktizieren, wenn und nur weil das mir dann auch einen Nutzen bringt, das ist noch akzeptables Christentum.
Aber zu opfern, das ist zu viel. Konkret kapriziert sich die Polemik auf den Fall der Diagnose des Gehirntodes, daß, wenn der diagnostiziert worden ist, dem Gehirntoten noch lebende Organe entnommen werden dürfen zum Nutzen von anderen Menschen, die auf die entnommenden Organe angewiesen sind. Denn tote Organe können nicht mehr sinnvoll implantiert werden. Das Faktum nun, daß das Gehirn tot ist, aber noch nicht sofort dann auch schon alle Organe des Menschen tot sind, wird dann gegen diese Organspende instrumentalisiert.Denn nun könnte der Tod aller anderen Organe eventuell nicht als Folge des Gehirntodes eintreten, sondern als Folge der Organentnahme. Das sei aber inakzeptabel und darum wird die Organspende abgelehnt. 
Es soll also unchristlich sein, wenn ein im Sterben sich Befindender, dessen Gehirn schon tot ist, bei dem aber noch einige Organe leben, diese für Mitmenschen spendet! Er habe den Tod aller Organe durch den Gehirntod abzuwarten, obwohl dann kein Organ mehr gespendet werden kann. Sich opfern für den Nächsten, und wenn dies Lebensopfer auch nur darin besteht, daß eventuell dem durch den Gehirntod unweigerlich eintretender Tod der Tod in Folge einer Organentnahme zuvor kommt, sei unchristlich. Das kann nur vertreten, wem die christliche Nächstenliebe nur eine Chiffre für einen vernünftig ausgelebten Egoismus ist. (Vgl ausführlich dazu: Uwe C. Lay: Der zensierte Gott)

Sonntag, 14. April 2019

Bischof Franz-Josef Overbeck kritisiert Jesus- er passe nicht in die moderne Zeit

"Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat sich kritisch zu theologischen Positionen der Piusbruderschaft geäußert. Es gehe bei der Auseinandersetzung mit ihnen nicht zuerst um eine liturgische Frage, sondern um die Einsicht, dass Religionsfreiheit und Menschenrechte "für uns alle" gelten, sagte Overbeck am Freitag in Berlin.Die katholische Kirche habe sich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil der modernen Welt geöffnet, so der Bischof. Dazu gehöre auch die Akzeptanz inklusivistischer Positionen, wonach auch andere Religionen zu Gott führen."
Dieser Bischof stellt also fest, daß auch andere Religionen zu Gott führen. Das bedeutet, daß Jesus Christus eben nur ein Weg zur Wahrheit, zu Gott ist, daß es aber daneben noch andere gäbe. Ja, die Anerkennung der Religionsfreiheit setzt das tatsächlich voraus, daß alle Religionen zu dem einen wahren Gott führten, denn sonst würden ja unwahre Religionen als rechtens frei zu wählende und zu lebende anerkannt. 
Es könnte zwar der Standpunkt eingenommen werden, daß die Religionsfreiheit nur bedeute, daß der Staat nicht per Gesetz die Ausübung bestimmter Religionen untersagen dürfe, daß jede frei ausgeübt werden dürfe und daß dies nicht bedeute, daß alle Religionen als wahr vom Staate anerkannt werden, sondern daß er sich für inkompetent erklärt, die wahre von den falschen Religionen zu unterscheiden. Nur diesen Standpunkt will Bischof Overbeck nicht einnehmen, denn er will sagen, daß auch die anderen Religionen wahr sind, weil auch in und durch sie Menschen zum wahren Gott finden können.Dies Bekenntnis zur Wahrheit der anderen Religionen gehöre konstitutiv zur Hinwendung der Kirche zur modernen Welt. Selbstverständlich war diese revolutionäre Erkenntnis der Kirche bis zum 2. Vaticanum nicht bekannt und auch Jesus Christus nicht. Er verkündigte sich nicht als einen Weg zu Gott neben anderen. Ja, die Erkenntnis des dreifaltigen Gottes, die wahre Gotteserkenntnis gibt es nur durch ihn in der christlichen Religion. 
Für Bischof Overbeck gibt es so eine wahre Gotteserkenntnis, zu der andere Religionen führen, die nicht Gott als den Dreifaltigen erkennt und die doch für das Seelenheil ausreichend sei. Von dieser Gotteserkenntnis wußte nun der Sohn Gottes nichts, nein er lehrte, daß nur da, wo der Sohn Gottes wie der Vater geehrt wird, Gott geehrt wird. Also gibt es keine wahre Gotteserkenntnis, wenn der Sohn nicht als Sohn des Vaters erkannt wird.
Bischof Overbeck setzt damit Jesus Christus und die ganze ihm da gefolgt habende Kirche ins Unrecht, nur um der modernen Welt zu gefallen! Das ist wohl diesem Bischof das wichtigste. 

Zusatz:
Zu der Menschenrechtsideologie gehört konstitutiv die Meinung, daß niemand wegen seiner Religion diskriminiert werden darf. Nun besagt aber die christliche Religion, daß für das eschatologische Endgericht die Gretchenfrage wirklich heißen wird: Wie hieltest Du es in Deinem Leben mit der wahren Religion? daß das die Frage Gottes an uns sein wird. Die Menschenrechtsideologie klagt dagegen ein, daß auch Gott, wenn es ihn denn überhaupt gibt, dieser Ideologie unterworfen zu sein hat, sodaß auch ihm die Religion der Menschen gleichgültig zu sein hat.