Freitag, 1. Mai 2026

"Berliner Jusos wollen Ehe abschaffen"

 

 

 Die "Junge Freiheit" berichtet am 29.4.2026:

 "Die Jugendorganisation der Berliner SPD will die Ehe abschaffen. „Das Patriarchat ist eines der Kernunterdrückungssysteme unserer Gesellschaft, das durch den Kapitalismus massiv weiter verstärkt wird und ihm dient“, schrieben die Jungsozialisten (Jusos)"  Die Begründung:  "Die Ehe sei Teil des Patriarchats und sichere „die Unterdrückung von Frauen durch Cis-Männer“ ab. „Daher fordern wir: Die Zivilehe wird abgeschafft. Alle sich auf sie beziehenden Gesetze und Regelungen werden angepasst beziehungsweise ebenfalls abgeschafft.“

"Eine Verantwortungsgemeinschaft soll durch einen Antrag beim Standesamt angemeldet werden können. „Auf Wunsch kann eine Probephase vereinbart werden, mit deren Ablauf die Verant-wortungsgemeinschaft durch alle Mitglieder aktiv und schriftlich verlängert werden muss, um fortzubestehen.“

"Stattdessen soll eine Verantwortungsgemeinschaft eingeführt werden. „In diesen können Menschen anlass-, verwandtschafts-, gender- und anzahlunabhängig Verantwortung füreinander und Angehörige übernehmen.“ 

Einst verstand sich die SPD als die Partei der "Kleinen Leute", nachdem sie sich von dem Marxismus endgültig verabschiedet hatte und nun die "soziale Gerechtigkeit" als ihre Kernkompetenz prokla-mierte. Jetzt souffliert die LGBTQ- Ideologie das Programm der Nachwuchssozialdemokraten. Selbst für die Polygamie begeistern sie sich, wenn es dann nur nicht als eine Ehe sondern als eine "Verant-wortungsgemeinschaft" tituliert wird. 

Lieber Leser, das ist kein verspäteter Aprilscherz sondern ein Exzeß des Feminismus: Nie wurden im Namen einer Ideologie so viele Menschen getötet wie in dieser!  

 

Mittwoch, 29. April 2026

Eine gefährliche Illusion des christlichen Glaubens?

"Ich habe ihnen versprochen, ihr Leben zu schonen,falls sie ein offenes Geständniß ablegen; sie haben dies gethan, und nun ist es meine Pflicht, mein Wort zu halten."

"Hm, das ist nicht vorsichtig.Diese Kerls haben den Strick verdient.Werden sie ohne Strafe entlassen,so sind Sie Ihres Lebens ja gar nicht mehr sicher."

"Das sage ich auch,aber ich habe mein Wort noch nie gebrochen und werde es auch jetzt nicht thun. Vielleicht macht meine Nachsicht einen bessernden Eindruck auf sie." Karl May, "Waldröschen" Bd 3, Zweite Abtheilung, Die erste Menschenjagd, 5.Kapitel, Tief unter der Erde, S.1450. Praktizierte Nachsicht verbessere (vielleicht) Menschen, das ist die hier zu bedenkende Aussage. Die nachsichtig Behandelten wollten einen Auftragsmord begehen und kamen doch straffrei davon, da sie ihren Anstifter benannten. Das war das Wesentliche ihres "offenen Geständniß", nicht aber eine ehrliche Reue.

Gehört der Glaube an das Gute im Menschen, daß er ein besserer wird, wenn man ihn gütig begegnet und behandelt zum christlichen Glaubensgut? In dem Roman erfolgt diese Antwort: "Dies glaube ich nicht; auf diese Art von Menschen macht Liebe keinen Eindruck, da sie die Milde doch nur für Schwäche halten." (S.1450f) Aber besagt denn nun Jesu Gebot: "Liebet Eure Feinde" nicht genau das Gegenteil, daß ein Mensch durch die ihm entgegengebrachte Liebe wohl ein besserer wird?   

Die Auslegung der Bergpredigt Jesu Christi gehört zu den schwierigsten Aufgaben der Moraltheologie, wie diese in Einklang zu bringen ist mit dem Gebot der Nächstenliebe und dem darin eingeschlossenen Gebot der Selbstliebe. Eindeutig ist  nun aber die Intention der Bergpredigt: Sie lehrt uns, wie wir zu leben haben, um in das ewige Leben eingehen sollen in der Tradition des 15.Psalmes, der Einlaßbedingungen in das Allerheiligste. Das schließt nun aus, daß Jesus uns hier die Feindesliebe lehrt, um ein innerweltliches Ziel zu erreichen, etwa daß durch die praktizierte Feindesliebe die Welt friedlicher würde, der Feind durch die ihm erwiesende Liebe in einen Nichmehrfeind verwandelt würde, daß vielleicht der Feind, mit liebenden Augen gesehen, sich als verkannter Freund erwiese. 

Für Jesus gibt es zwei grundlegenden verschiedene Belohnungen, den irdischen oder den himmlischen. Wer also seine Freunde liebt, der wird dann auch von denen wiedergeliebt und darin empfängt er seinen Lohn, den irdischen. Wer aber seine Feinde liebt, wird von diesen nicht wiedergeliebt und empfängt so keinen irdischen Lohn. Gott wird ihm dafür aber einen himmlischen Lohn geben. Zu handeln, ohne dabei auf einen innerweltlichen Gewinn zu erstreben, hofft auf den Himmelslohn. Darum ist es ja auch konsequent, daß Jesus uns rät, nicht die einzuladen, die gewiß einen dann eine Gegeneinladung aussprechen werden, denn das wäre dann der intendierte Lohn, sondern Menschen, arme, die nicht dann selbst wieder einladen können. Dieser Einladungspraxis verheißt Jesus einen Himmelslohn.

Aber ist es nicht Gottes Wille, daß wir zu besseren Menschen uns entwickeln sollen, daß er uns wie ein Erzieher von den Anfängen hin zur Sittlichkeit führt, bis daß dann die Menschheit die Reifeprüfung bestanden habend in das ewige Leben versetzt wird? Was sagt uns dazu die hl.Schrift selbst? "Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen,denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf."1.Mose, 8,21) Eigentlich wollte Gott die Menschen vertilgen etwa durch eine weitere Sintflut,weil die Menschen so böse sind, wie sie nun mal sind. Daß Gott nun den Menschen als eine erzieherische Aufgabe ansieht und ein Pädagogikprogramm startet, damit sie in das Gute Liebende verwandelt werden, das steht hier nicht. Diese Aussage klingt eher resignativ: Aus denen wird nichts Ordentliches mehr! Nun könnte man meinen, daß das nur eine Einzelaussage der Bibel sei, aber die Geschichte Gottes mit seiner Menschheit sei doch eine erzieherische, in der  am Ende die Menschheit die Maturaprüfung bestehen wird und so in das Reich Gottes eingehen werde. 

Wer nun aber daraufhin den letzten Text der Bibel liest, in der uns das zukünftige Ende der Menschheitsgeschichte offenbart wird,der findet da keine Spuren einer so allgemeinen Versittlichung des Menschen, daß nun ihre Herzen zum Guten geneigte wären!

Warum vertilgt dann Gott die Menschheit nicht endgültig? Dieser Mosetext offenbart es uns, auch wenn die Antwort der zeitgenössischen Theologie und Kirche zuwider ist: "Noah aber baute dem Herrn einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar." (1.Mose,8,20) Gottes Reaktion auf das ihm so dargebrachte Opfer steht dann im 21.Vers: " Und der Herr roch den lieblichen Gerich". Um dieses ihm so wohlgefälligen Opfers verzichtet nun Gott auf die Vertilgung der Menschheit, die ihre Vertilgung ob ihrer Boshaftigkeit verdient hätte. Dieser Mosetext stellt also eine  Reflexion über die Frage des Wozus des Opferkultes dar, erzählend dargelegt.Das ein Mal so dargebrachte Opfer Noahs ist so der Urtypus aller Gott wohlgefällig dargebrach-ten Opfer.Der Opferkult setzt so eine Störung der Beziehung des Menschen zu Gott voraus, er ist und lebt nicht so, wie es Gott von uns will, aber um der Opfer willen hebt Gott diese Störung auf, indem er auf die Vernichtung der Menschheit verzichten will. 

Daß Menschen, dessen Herz zum Bösen geneigt ist, durch die Nächstenliebe oder durch Nachsicht bessere Menschen werden, das ist nun leider eine humanitaristische Vorstellung, die nicht in der christlichen Religion fundiert ist!         

 

Ist die (Drogen- Alkohol)Sucht eine säkularisierte Version der Besessenheit und was ist dann ein Teufelspakt?

 Erwägungen angesichts einer Bekannten, die sich einer Drogenentzugstherapie unterziehen muß

 

Besessenheit sei ein voraufklärerisches Mißverstehen einer Sucht oder einer psychischen Erkrankung, das wird auch so gepredigt, wenn es gilt, Jesu Exorzismen zeitgemäß zu verkünden. Aber ist etwas dran an dieser Aktualisierung? 

Unter einer Besessenheit wird ein Überweltigwerden eines Menschen durch einen oder mehrere Daimonen verstanden, sodaß das Opfer von diesen Mächten beherrscht wird und es für das Opfer keine Möglichkeit einer Selbstbefreiung gibt. Ein Exorzist allein kann mit der Kraft Gottes ihn befreien, der Befallene verhält sich dabei nur passiv.

Ganz anders verhält sich bei einem Teufelspakt: Der Teufel bietet dem Menschen sozusagen ein Geschäft an: "Übergebe mir Deine Seele und dafür helfe ich Dir bei Deinen Angelegenheiten!"Nur wenn der so Versuchte freiwillig sein "Ja" zu dem offerierten Pakt gibt, entsteht er. Es ist dem Menschen dann auch möglich, wenn auch nur mit Gottes Hilfe, diesen Pakt aufzulösen.

Wird eine Sucht, etwa die Drogen- oder die Alkoholsucht ähnlich einer daimonischen Besessenheit vorgestellt, heißt das, daß es keinen Eigenanteil des Süchtigen an seiner  Entwickelung zu einem Süchtigen gibt und daß er nicht selbst aktiv an seiner Überwindung seiner Sucht mitwirken kann.

Sinnvoll ist es, die Entstehung einer dieser zwei Süchte anhand des aristotelischen Begriffes des Habitus zu rekonstruieren, als eine in Fleisch und Blut eingegange schlechte Gewohnheit. Am Anfang stünde ein Schmerz, eher psychisch als körperlich verursacht. Der Schmerz selbst ist ein Handlungs-appell, daß hier ein bedrängendes Problem vorliegt, das zu behandeln ist. Nun kann der Schmerz als das Problem wahrgenommen werden und nicht als ein Warnzeichen für ein vorliegendes Problem. So wird nun das Schmerzempfinden beseitigt durch Schmerzbetäubungsmittel. "Wer Sorgen hat, hat auch Likör", heißt es im Volksmunde. Wer nun alle seine Sorgen mit Likör bekämpft, wem das zur Gewohnheit geworden ist, der ist zum Alkoholiker geworden, dem der Griff zur Flasche zu der Problemverdrängung schlechthin geworden ist., zumal die Alkoholosierung kontinuierlich erhöht werden müssen, um eine betäubende Wirkung zu erzielen. 

Auf Probleme kann der Mensch prinzipiell in dreierlei Weise reagieren: Flüchten, standhalten und angreifen. Der Griff zu Drogen ist eindeutig eine Untervariante des Flüchtens.Das Problem selbst determiniert nicht selbst, welche der drei Möglichkeiten erwählt wird. Es muß also in den Menschen je nach seiner Individualität eine Disposition, eine Tendenz dazu geben, welche von den drei Optionen er für sich bevorzugt. Ich selbst vermute, daß diese Tendenz in der frühkindlichen Phase entwickelt worden ist und sich dann in aktuellen erlebten Problemen aktualisiert. Daß hieße dann aber auch, daß die Entstehung dieser Dispositon dem Süchtigen selbst nicht transparent, bewußt ist und nur durch eine Analyse im Stile S. Freuds erhellbar sein dürfte.

Wenn aber die Sucht ähnlich einer Besessenheit interpretiert wird, dann wird der Eigenanteil an der Genese der Sucht nicht analysiert: Das Suchtmittel habe eben süchtig gemacht. Die Sucht sei das Resultat des süchtig machenden Stoffes. Adam wußte schon, daß er ganz unschuldig sei, da  ihn Eva verührte, wobei er sein Sichverführenlassen tunlichst vergaß, das ist sein Eigenanteil an dieser Sünde.Wenn es aber keinen Eigenanteil an der Genese der Sucht gibt, wie soll dann der Süchtig-gewordende selbst aktiv mit der Unterstützung eines Therapeuten seine Sucht überwinden können. Müßte dann ein Therapeut nicht wie ein Exorzist wirken? 

Der Favorisierung der Form der Gruppentherapie anstelle der Analyse auf der Couch S.Freuds hängt mit einer gesellschaftskritischen zusammen. Adornos Votum: "Im falschen Leben könne es kein wahres geben!", grob versimplifizierend wurde: Da die Gesamtgesellschaft krank sei, was sich in den gestörten Kommunikationsbeziehungen manifestiere, müssen die Menschen ja erkranken, zumindest die sensibleren und Nichtabgehärteten und Verhärteten. Deshalb müssen nun in einer Gruppe Kommunikationsweisen erprobt und erlernt werden, die  diese krankmachenden transzendieren. 

Verkannt wird dabei, daß eine Sucht ein erlerntes Fehlverhalten ist, das zum Habitus geworden ist, zu einer  in Fleisch und Blut übergangen wordenen Gewohnheit, die nicht schon durch eine intellektulle Einsicht überwunden werden kann: Schlechte Gewohnheiten können nur durch bessere oder gute ersetzt werden, urteilt in kritischer Intention Aristoteles gegen Platon. 

   

Dienstag, 28. April 2026

Gottes Gerechtigkeit: "schlechten Menschen geht es immer gut, Unkraut verdirbt nicht"?

 "Nun ich weiß,was ihn auf seiner kleinen Nußschale hinausgetrieben hat in die Wüste des Meeres (eine Anzahl schrecklichster Verbrechen aufzuklären und für eine gerechte Bestrafung der Täter zu sorgen)bin ich überzeugt,daß er zurückkehren wird. Gott muß einen solchen Menschen beschützen;er kann den Gerechten nicht untergehen lassen,um den Ungerechten mit Glück zu überschütten." So steht es in dem Karl May Roman: "Waldröschen" Bd 2, Zweite Abtheilung, zweites Kapitel: "Der verlorene Sohn", S.1166. Dieser Gerechtigkeitsglaube prägt ebenso Mays großen Erzählromane: "Die Liebe des Ulanen", "Der verlorene Sohn","Der Weg zum Glück". So erfolgreich auch die Machinationen und Intrigen der Bösen ausfallen, am Ende, aber erst am Ende dieser mehrbändigen Romane setzt sich Gottes Gerechtigkeit durch.

"Wer gut lebt - im moralischen Sinne- dem geht es auch gut". kantianisch formuliet: "Der Glückswür-digkeit folgt die Glücksseligkeit als Verheißung der Gerechtigkeit." Aber die Wirklichkeit des Lebens widerspricht dem doch so oft, wie es die obig zitierte Volksweisheit zum Ausdruck bringt. Der "Prediger Salomo" gilt unter den Büchern der Bibel als der Kronzeuge der Krise der Weisheit, daß es dem, der weise und gerecht lebt, in seinem Leben gut geht, dem Nichtweisen nicht gut. Der Tun- und Ergehenszu-sammenhang bewirke das. Ein simple Beispiel veranschaulicht dies: Die Mutter sagt zu ihrem Kinde: "Jeden Abend hast Du Dir Deine Zähne zu putzen und danach darfst Du im Bette keine Süßigkeiten mehr naschen, denn sonst wird Dich ein schlimmes Zahnweh befallen!" Aber dem Kinde bereitet die im Bette genaschte Schokolade einen so großen Genuß, daß er sich nicht an die mütterliche Weisung hält. Das Ergebnis: Den Genuß bezahlt das Kind mit argen Zahnschmerzen. Weise ist es, auf den kurzfristigen Genuß um der darauf folgenden Zahnschmerzen zu verzichten, aber der Sünde handelt törricht und bezahlt so sein Genießen mit den darauf folgenden Schmerzen. Denn jeder Sünde wohne es inne, seinen Täter selbst zu schaden, nur nicht immer sofort. 

Diese Konstruktion des Tun- und Ergehenszusammenhanges wird aber der Gottesvorstellung der hl.Schrift nicht gerecht. Gott ähnelt dann eher einer Mutter, die ihrem Kinde, wenn es  nach dem Zähneputzen noch unerlaubt nascht etwa die Strafe eines einwöchigen Fernsehverbotes ankündigt: Das  Negative ist somit nicht eine immanente Folge des Sündigens sondern eine verhängte Strafe für das Sündigen. 

Also kurzfristig könne es auch den Übeltätern gut gehen, aber dann erdolgt die gerechte Strafe durch Gott. Daß das so ist, das ist das Credo der Weisheit des Alten Testamentes. Die Krise der Weisheit ist nun, daß die Lebenswirklichkeit mit diesem Credo nicht mehr in Einklang zu bringen ist. Das Schicksal der Märtyrer in der Zeit der Makkabäer stellt dies Credo insbesondere in Frage: Um nicht gegen das Gesetz Gottes zu sündigen, ließen sich die Märtyrer lieber töten, als daß sie um ihres Überlebens willen gesündigt hätten. Das Halten der Gebote Gottes, daß sie nicht sündigen wollten, führt so zu ihrem Tode, hätten sie gesündigt, hätten sie weiterleben können. Die Gebote Gottes, die er seinem Volke zum Leben gab, führt so in den Tod und ein Sündigen erhielte das Leben: Das ist die völlige Verquerrung der Intenion der Gebote Gottes. Gottes Gerechtigkeit kann es nicht zulassen, daß die Gehorsamen den Tod als Sold ausgezahlt bekommen und die Sünder das Leben.

Den Glückswürdigen würde so die ihnen geltende Glücksseligkeit vorenthalten werden. Das wider-stritte aber der Gerechtigkeit Gottes. Deswegen glauben die Gerechten der Makkabäerzeit an Gott, der die Gerechten zu einem neuen ewigen Leben am Ende aller Zeiten auferwecken werden wird. So postuliert auch Kant die Idee eines ewigen Lebens als Glücksseligkeit für die Glückswürdigen.

Innerhalb eines Romanes kann nun die Vorstellung eines ewigen Lebens, in dem Gottes Gerechtikeit sich erfüllt, nicht erzählt werden, das ewige Leben kann nur geglaubt werden. Deswegen wird der Idee der Gerechtigkeit  in den großen Romanen Karl Mays am Ende des Romanwerkes genügegetan. So sehr die Bösen auch immer wieder aufs Neue in der Romanhandlung triumphieren, am Ende, aber nur am Ende siegt die Gerechtigkeit endgültig. Das macht das Christliche diser Romane aus, auch der Realismus des den Guten hartnäckig Widerstreitenden. 

Zu merken ist, daß der Ursprung des Glaubens an ein ewiges Leben das Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit ist. So glaubte es der Pharisäer Saulus und diesen Glauben bewahrte er sich auch als Paulus als Christ.   

Montag, 27. April 2026

BDKJ: Schützt die Jugend!

Das Gerücht, schon Adam und Eva hätten über ihre Kinder geklagt, daß sie doch (etwas) mißraten seien und nicht so seien wie es ordentlichen Kindern geziehmt, hält sich hartnäckig und prolongiert sich von Generation zu Generation, daß die jeweiligen Nachwüchse nicht den Wünschen ihrer Eltern entsprächen.

Dem widerstreitet nun das Narrativ, daß die Jugend für die Kreativität, den Wille zu Reformen stünde, gar zu Revolutionärem, das ihnen im Blute läge. Setzten orthodoxe Marxisten einseitig auf das revolutionäre Potential der Arbeiterklasse, so entdeckte die Neue Linke neben den unterdrückten Frauen und Homosexuellen auch das reformerisch- revolutionäre Potential der mit dem Bestehenden unzufriedenden Jugend.

Für den BDKJ heißt das, daß zumindest ein richtig Jugendliche uneingeschränkt die Reformagenda des Synodalen Weges bejaht, gegen Rechts ist, hundertprozentig politisch korrekt stets bereit ist, dafür einzutreten. Was aber ist zu tuen, wenn es sich herumspricht, daß die Jugend nicht so ist, daß gar conservative und gar rechte Positionen eine Zustimmung unter ihnen finden gar traditionalistisch gesonnene Frauen das Ziel einer eigenen Familie als sehr erstrebenswert ansehen und das Glück eher in der Liebe erwarten als in einem feministischem Engagement? 

Die Jugend müsse manipuliert, korrumpiert worden sein, wenn sie so dem Jugendlichen Wider-sprechendes gutheißen! Als der vorrangige Urheber solcher Fehlentwickelungen können nur von Jugendlichen genutzte Medien in Frage kommen, die eben nicht politisch korrekt ausgerichtet sind. Nicht will man nun Jugendlichen den Zugang zu den sozialen Medien verbieten oder wenigstens einschränken, denn sie sollen ja, um auf den rechten, Entschuldigung linken Pfad der Tugend geführt werden durch den Gebrauch der Medien. Nur sie dürfen nicht den falschen ihr Gehör schenken!So verbot die EU "Rußland heute", da da der russische Krieg gegen die Ukraine gerechtfertigt wurde, aber nie käme die EU auf die Idee, Medien zu verbieten, die den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA gegen den Iran rechtfertigen. Eine SPD- Ministerin wollte gar das Magazin "Compact" verbieten, da es rechts stehend die Regierung zu energisch kritisierte und scheiterte dann vor dem Gericht mit ihrem Verbotsantrag. 

Die neuen Sozialen Medien müßten so zum Schutze der Jugend einer Zensur unterworfen werden bzw sich einer Selbstzensur unterwerfen.     "Soziale Netzwerke sind wichtige Lebensräume junger Menschen. Gleichzeitig sind es Räume, in denen Hass, Desinformation und Manipulation besonders jene treffen, die ohnehin Diskriminierung erfahren", erklärte der BDKJ-Bundesvorsitzende Henner Gädtke. Es brauche klare und verbindliche Regeln, die die Betreiber von Plattformen in die Verantwortung nähmen und die Rechte junger Menschen stärkten." Kath de: BDKJ fordert Schutzstanards für Jugendliche in Sozialen Medien." 26.4.2026. Das ist eindeutig als das Vokabular der politischen Korrektheit recognizierbar,mit der die Einrichtung einer Zensur gefordert wird. Den Jugendlichen sollen weiterhin ihre Lebensräume der sozialen Netzwerke erhalten bleiben, aber sie sollen durch sie politisch korrekt erzogen werden. 

Man kann eben nicht auf eine natürliche Zuneigung der Jugend für eine linke Politik vertrauen, sie muß dazu erzogen werden und das verlangt eben Zensurmaßnahmen.  

Samstag, 25. April 2026

Ermöglicht das Alte Testament eine politische Theologie?

 Eine der bedeutsamsten Entscheidungen die Kirche war es, der These, der Gott Jesu Christi sei unvereinbar mit dem Schöpfergott des Alten Testamentes: Jesus erlöse uns vielmehr aus einer von einem Demiurgen erschaffenen Welt, in die die Seelen gefangen genommen worden wären um nun aus dieser Kerkerhaft unseres Leibes und der materiellen Welt erlöst zu werden.Das könnte nur eine weltverneinde Theologie und ein weltflüchtiges Christentum hervorbringen, das so unpolitisch sein muß.

Wenn nun aber der Schöpfergott und der Erlösergott identisch sind,dann kann die Haltung der christlichen Religion zur Welt keine rein negative sein. Auch die von der Sünde korrumpierte Welt bleibt die Schöpfung Gottes, in der er regiert. Der Weltgestaltungsauftrag: "Machet Euch die Welt untertan", das bedeutet: "Gestaltet sie!" erlaubt kein unpolitisches Christentum, denn die Frage, wie denn von uns die Welt gestaltet werden solle?, ist eine politische Frage, da sie nicht reduzierbar ist auf die der privaten Lebensführung. 

Hätten wir nur das Neue Testament in seiner Zentrierung auf die Frage nach dem ewigen Leben: "Was tuen, um es zu erlangen?" könnte so ein Reduktionismus naheliegen, zumal wenn die Nächstenliebe als unter uns Christen zu praktizierende verstanden wird. Zum Schöpfergott gehört dagegen konstitutiv die Bejahung der Sexualität, damit wir Menschen uns fortpflanzen, die Ordnung der Völker mit ihren Staaten und das Leben der Völker, ob sie gemäß Gottes Willen leben oder nicht. Die wichtigste politische Frage des Volkes Israel lautete so: Regiert der amtierende König gemäß Gottes Geboten, wovon die Wohlfahrt des Volkes abhing. 

Damit ist noch keine Aussage über die Ausrichtung der Politik gemacht, das soll hier unterlassen bleiben, es soll nur dafür plädiert werden, daß die Kirche Jesu Christi keine unpolitische sein kann. 

 

 

Kritik der bürgerlichen und verbürgerlichten christlichen Religion

 Es gilt nun, die Differenz zwischen der bürgerlichen und der verbürgerlichten Gestalt der christlichen Religion zu erfassen. Anheben möchte ich dabei eingedenk der mehr als lesenswerten Studie Gerd Theißens über die "Jesusbewegung" mit der schon im Neuen Testament und dem Urchristenum dokumentierten Differenz zwischen einer radical wörtlich verstandenden Nachfolgepraxis Jesu Christi und einer, in der die Christen nicht alles aufgaben, die Familie, den Besitz und den Beruf, um mit oder wie einst Jesu als Wanderprediger von Ort zu Ort das Evangelium zu predigen.Diese Wanderprediger verzichteten auf eine Broterwerbsarbeit, da sie ganz für das Evangelium leben wollten und lebten so nur von Spenden. (Der Apostel Paulus wurde ja kritisiert, ob er denn ein wirklicher Apostel sei, da er einer Arbeit nachginge, statt wie ein Apostel sich von den Gemeinden versorgen zu lassen. 1.und 2.Korintherbrief) 

Von Anfang an gab es nun aber auch sagen wir mal "seßhafte" Christen, die weiter in ihrer Familie lebten, einen Beruf ausübten und staatsbürgerlichen Pflichten nachgingen, indem sie die Steuern zahlten. Aus denen bildeten sich dann die Ortsgemeinden heraus. Statt all ihren Besitz den Armen zu geben, geben sie den Armen Allmosen, statt ihr Leben der Verkündigung zu widmen, arbeiten sie und führen ein Familien-leben.Das verlangt eine Entradicalisierug der Nachfolgepraxis Jesu, das Leben Jesu in dem bürgerlichen Leben gerecht werden wollend dies doch den Lebensnotwendigkeiten des bürgerlichen Lebens einzu-passen. Ein Extrembeispiel zeigt uns das Leben des zum christlichen Glaubens bekehrten Kaiser Konstantins: Er schob die Taufe bis an sein Lebensende hinaus, angesichts der Problematil, wie könne er als getaufter Christ noch als Kaiser regieren, ohne zu sündigen, auch damals war die Politik schon ein "schmutziges Geschäft- eine zweite Taufe zur Sündenvergebung gibt es in der christlichen Religion nicht.

Die christliche Religion war so von Anfang an eine Zweigesichtige, die der radicalen Nachfolge,aus der sich dann das Mönchtum herausentwickelte und das bürgerliche. Die radicale Nachfolge verhinderte eine Verweltlichung der christlichen Religion, das bürgerliche ein weltfüchtiges Christentum. Die Welt wurde zu dem Ort, in der der Christ seinen Glauben zu leben hatte. Gott ist eben nicht nur ein jenseitiger, der uns das ewige Leben verheißt, sondern auch einer, der jetzt die Welt regiert und in ihr wirkt, sodaß auch der Christ daran partizipiert.

Unter einer verbürgerlichten christlichen Religion soll nun ein Christentum verstanden werden, daß diese seine Zweigesichtigkeit verloren hat oder verliert. Es hat sich so eingeheimatet in die Welt, daß ihr  das ganz andere, das Reich Gottes, die wahre Heimat des Menschen, der Himmel verlustig geht. Die verbürgerlichte Religion bejaht die Welt, die Gesellschaft wie sie ist und versteht den persönlichen Glauben als eine Hilfe zur Bewältigung und Meisterung dieses Lebens. Der Glaube, so wie man ist, als von Gott bejaht zu sein, soll sich dann in persönlichen Krisen bewähren,eine Lebenshilfe zu sein. Die Erlösung der Welt,ihre Erlösungsbedürftigkeit gerät außer Sicht oder wird durch humanitaristische Optimierungskonzepte ersetzt, dem Glauben an die Reformierbarkeit von allem.