Dienstag, 28. April 2026

Gottes Gerechtigkeit: "schlechten Menschen geht es immer gut, Unkraut verdirbt nicht"?

 "Nun ich weiß,was ihn auf seiner kleinen Nußschale hinausgetrieben hat in die Wüste des Meeres (eine Anzahl schrecklichster Verbrechen aufzuklären und für eine gerechte Bestrafung der Täter zu sorgen)bin ich überzeugt,daß er zurückkehren wird. Gott muß einen solchen Menschen beschützen;er kann den Gerechten nicht untergehen lassen,um den Ungerechten mit Glück zu überschütten." So steht es in dem Karl May Roman: "Waldröschen" Bd 2, Zweite Abtheilung, zweites Kapitel: "Der verlorene Sohn", S.1166. Dieser Gerechtigkeitsglaube prägt ebenso Mays großen Erzählromane: "Die Liebe des Ulanen", "Der verlorene Sohn","Der Weg zum Glück". So erfolgreich auch die Machinationen und Intrigen der Bösen ausfallen, am Ende, aber erst am Ende dieser mehrbändigen Romane setzt sich Gottes Gerechtigkeit durch.

"Wer gut lebt - im moralischen Sinne- dem geht es auch gut". kantianisch formuliet: "Der Glückswür-digkeit folgt die Glücksseligkeit als Verheißung der Gerechtigkeit." Aber die Wirklichkeit des Lebens widerspricht dem doch so oft, wie es die obig zitierte Volksweisheit zum Ausdruck bringt. Der "Prediger Salomo" gilt unter den Büchern der Bibel als der Kronzeuge der Krise der Weisheit, daß es dem, der weise und gerecht lebt, in seinem Leben gut geht, dem Nichtweisen nicht gut. Der Tun- und Ergehenszu-sammenhang bewirke das. Ein simple Beispiel veranschaulicht dies: Die Mutter sagt zu ihrem Kinde: "Jeden Abend hast Du Dir Deine Zähne zu putzen und danach darfst Du im Bette keine Süßigkeiten mehr naschen, denn sonst wird Dich ein schlimmes Zahnweh befallen!" Aber dem Kinde bereitet die im Bette genaschte Schokolade einen so großen Genuß, daß er sich nicht an die mütterliche Weisung hält. Das Ergebnis: Den Genuß bezahlt das Kind mit argen Zahnschmerzen. Weise ist es, auf den kurzfristigen Genuß um der darauf folgenden Zahnschmerzen zu verzichten, aber der Sünde handelt törricht und bezahlt so sein Genießen mit den darauf folgenden Schmerzen. Denn jeder Sünde wohne es inne, seinen Täter selbst zu schaden, nur nicht immer sofort. 

Diese Konstruktion des Tun- und Ergehenszusammenhanges wird aber der Gottesvorstellung der hl.Schrift nicht gerecht. Gott ähnelt dann eher einer Mutter, die ihrem Kinde, wenn es  nach dem Zähneputzen noch unerlaubt nascht etwa die Strafe eines einwöchigen Fernsehverbotes ankündigt: Das  Negative ist somit nicht eine immanente Folge des Sündigens sondern eine verhängte Strafe für das Sündigen. 

Also kurzfristig könne es auch den Übeltätern gut gehen, aber dann erdolgt die gerechte Strafe durch Gott. Daß das so ist, das ist das Credo der Weisheit des Alten Testamentes. Die Krise der Weisheit ist nun, daß die Lebenswirklichkeit mit diesem Credo nicht mehr in Einklang zu bringen ist. Das Schicksal der Märtyrer in der Zeit der Makkabäer stellt dies Credo insbesondere in Frage: Um nicht gegen das Gesetz Gottes zu sündigen, ließen sich die Märtyrer lieber töten, als daß sie um ihres Überlebens willen gesündigt hätten. Das Halten der Gebote Gottes, daß sie nicht sündigen wollten, führt so zu ihrem Tode, hätten sie gesündigt, hätten sie weiterleben können. Die Gebote Gottes, die er seinem Volke zum Leben gab, führt so in den Tod und ein Sündigen erhielte das Leben: Das ist die völlige Verquerrung der Intenion der Gebote Gottes. Gottes Gerechtigkeit kann es nicht zulassen, daß die Gehorsamen den Tod als Sold ausgezahlt bekommen und die Sünder das Leben.

Den Glückswürdigen würde so die ihnen geltende Glücksseligkeit vorenthalten werden. Das wider-stritte aber der Gerechtigkeit Gottes. Deswegen glauben die Gerechten der Makkabäerzeit an Gott, der die Gerechten zu einem neuen ewigen Leben am Ende aller Zeiten auferwecken werden wird. So postuliert auch Kant die Idee eines ewigen Lebens als Glücksseligkeit für die Glückswürdigen.

Innerhalb eines Romanes kann nun die Vorstellung eines ewigen Lebens, in dem Gottes Gerechtikeit sich erfüllt, nicht erzählt werden, das ewige Leben kann nur geglaubt werden. Deswegen wird der Idee der Gerechtigkeit  in den großen Romanen Karl Mays am Ende des Romanwerkes genügegetan. So sehr die Bösen auch immer wieder aufs Neue in der Romanhandlung triumphieren, am Ende, aber nur am Ende siegt die Gerechtigkeit endgültig. Das macht das Christliche diser Romane aus, auch der Realismus des den Guten hartnäckig Widerstreitenden. 

Zu merken ist, daß der Ursprung des Glaubens an ein ewiges Leben das Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit ist. So glaubte es der Pharisäer Saulus und diesen Glauben bewahrte er sich auch als Paulus als Christ.   

Montag, 27. April 2026

BDKJ: Schützt die Jugend!

Das Gerücht, schon Adam und Eva hätten über ihre Kinder geklagt, daß sie doch (etwas) mißraten seien und nicht so seien wie es ordentlichen Kindern geziehmt, hält sich hartnäckig und prolongiert sich von Generation zu Generation, daß die jeweiligen Nachwüchse nicht den Wünschen ihrer Eltern entsprächen.

Dem widerstreitet nun das Narrativ, daß die Jugend für die Kreativität, den Wille zu Reformen stünde, gar zu Revolutionärem, das ihnen im Blute läge. Setzten orthodoxe Marxisten einseitig auf das revolutionäre Potential der Arbeiterklasse, so entdeckte die Neue Linke neben den unterdrückten Frauen und Homosexuellen auch das reformerisch- revolutionäre Potential der mit dem Bestehenden unzufriedenden Jugend.

Für den BDKJ heißt das, daß zumindest ein richtig Jugendliche uneingeschränkt die Reformagenda des Synodalen Weges bejaht, gegen Rechts ist, hundertprozentig politisch korrekt stets bereit ist, dafür einzutreten. Was aber ist zu tuen, wenn es sich herumspricht, daß die Jugend nicht so ist, daß gar conservative und gar rechte Positionen eine Zustimmung unter ihnen finden gar traditionalistisch gesonnene Frauen das Ziel einer eigenen Familie als sehr erstrebenswert ansehen und das Glück eher in der Liebe erwarten als in einem feministischem Engagement? 

Die Jugend müsse manipuliert, korrumpiert worden sein, wenn sie so dem Jugendlichen Wider-sprechendes gutheißen! Als der vorrangige Urheber solcher Fehlentwickelungen können nur von Jugendlichen genutzte Medien in Frage kommen, die eben nicht politisch korrekt ausgerichtet sind. Nicht will man nun Jugendlichen den Zugang zu den sozialen Medien verbieten oder wenigstens einschränken, denn sie sollen ja, um auf den rechten, Entschuldigung linken Pfad der Tugend geführt werden durch den Gebrauch der Medien. Nur sie dürfen nicht den falschen ihr Gehör schenken!So verbot die EU "Rußland heute", da da der russische Krieg gegen die Ukraine gerechtfertigt wurde, aber nie käme die EU auf die Idee, Medien zu verbieten, die den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA gegen den Iran rechtfertigen. Eine SPD- Ministerin wollte gar das Magazin "Compact" verbieten, da es rechts stehend die Regierung zu energisch kritisierte und scheiterte dann vor dem Gericht mit ihrem Verbotsantrag. 

Die neuen Sozialen Medien müßten so zum Schutze der Jugend einer Zensur unterworfen werden bzw sich einer Selbstzensur unterwerfen.     "Soziale Netzwerke sind wichtige Lebensräume junger Menschen. Gleichzeitig sind es Räume, in denen Hass, Desinformation und Manipulation besonders jene treffen, die ohnehin Diskriminierung erfahren", erklärte der BDKJ-Bundesvorsitzende Henner Gädtke. Es brauche klare und verbindliche Regeln, die die Betreiber von Plattformen in die Verantwortung nähmen und die Rechte junger Menschen stärkten." Kath de: BDKJ fordert Schutzstanards für Jugendliche in Sozialen Medien." 26.4.2026. Das ist eindeutig als das Vokabular der politischen Korrektheit recognizierbar,mit der die Einrichtung einer Zensur gefordert wird. Den Jugendlichen sollen weiterhin ihre Lebensräume der sozialen Netzwerke erhalten bleiben, aber sie sollen durch sie politisch korrekt erzogen werden. 

Man kann eben nicht auf eine natürliche Zuneigung der Jugend für eine linke Politik vertrauen, sie muß dazu erzogen werden und das verlangt eben Zensurmaßnahmen.  

Samstag, 25. April 2026

Ermöglicht das Alte Testament eine politische Theologie?

 Eine der bedeutsamsten Entscheidungen die Kirche war es, der These, der Gott Jesu Christi sei unvereinbar mit dem Schöpfergott des Alten Testamentes: Jesus erlöse uns vielmehr aus einer von einem Demiurgen erschaffenen Welt, in die die Seelen gefangen genommen worden wären um nun aus dieser Kerkerhaft unseres Leibes und der materiellen Welt erlöst zu werden.Das könnte nur eine weltverneinde Theologie und ein weltflüchtiges Christentum hervorbringen, das so unpolitisch sein muß.

Wenn nun aber der Schöpfergott und der Erlösergott identisch sind,dann kann die Haltung der christlichen Religion zur Welt keine rein negative sein. Auch die von der Sünde korrumpierte Welt bleibt die Schöpfung Gottes, in der er regiert. Der Weltgestaltungsauftrag: "Machet Euch die Welt untertan", das bedeutet: "Gestaltet sie!" erlaubt kein unpolitisches Christentum, denn die Frage, wie denn von uns die Welt gestaltet werden solle?, ist eine politische Frage, da sie nicht reduzierbar ist auf die der privaten Lebensführung. 

Hätten wir nur das Neue Testament in seiner Zentrierung auf die Frage nach dem ewigen Leben: "Was tuen, um es zu erlangen?" könnte so ein Reduktionismus naheliegen, zumal wenn die Nächstenliebe als unter uns Christen zu praktizierende verstanden wird. Zum Schöpfergott gehört dagegen konstitutiv die Bejahung der Sexualität, damit wir Menschen uns fortpflanzen, die Ordnung der Völker mit ihren Staaten und das Leben der Völker, ob sie gemäß Gottes Willen leben oder nicht. Die wichtigste politische Frage des Volkes Israel lautete so: Regiert der amtierende König gemäß Gottes Geboten, wovon die Wohlfahrt des Volkes abhing. 

Damit ist noch keine Aussage über die Ausrichtung der Politik gemacht, das soll hier unterlassen bleiben, es soll nur dafür plädiert werden, daß die Kirche Jesu Christi keine unpolitische sein kann. 

 

 

Kritik der bürgerlichen und verbürgerlichten christlichen Religion

 Es gilt nun, die Differenz zwischen der bürgerlichen und der verbürgerlichten Gestalt der christlichen Religion zu erfassen. Anheben möchte ich dabei eingedenk der mehr als lesenswerten Studie Gerd Theißens über die "Jesusbewegung" mit der schon im Neuen Testament und dem Urchristenum dokumentierten Differenz zwischen einer radical wörtlich verstandenden Nachfolgepraxis Jesu Christi und einer, in der die Christen nicht alles aufgaben, die Familie, den Besitz und den Beruf, um mit oder wie einst Jesu als Wanderprediger von Ort zu Ort das Evangelium zu predigen.Diese Wanderprediger verzichteten auf eine Broterwerbsarbeit, da sie ganz für das Evangelium leben wollten und lebten so nur von Spenden. (Der Apostel Paulus wurde ja kritisiert, ob er denn ein wirklicher Apostel sei, da er einer Arbeit nachginge, statt wie ein Apostel sich von den Gemeinden versorgen zu lassen. 1.und 2.Korintherbrief) 

Von Anfang an gab es nun aber auch sagen wir mal "seßhafte" Christen, die weiter in ihrer Familie lebten, einen Beruf ausübten und staatsbürgerlichen Pflichten nachgingen, indem sie die Steuern zahlten. Aus denen bildeten sich dann die Ortsgemeinden heraus. Statt all ihren Besitz den Armen zu geben, geben sie den Armen Allmosen, statt ihr Leben der Verkündigung zu widmen, arbeiten sie und führen ein Familien-leben.Das verlangt eine Entradicalisierug der Nachfolgepraxis Jesu, das Leben Jesu in dem bürgerlichen Leben gerecht werden wollend dies doch den Lebensnotwendigkeiten des bürgerlichen Lebens einzu-passen. Ein Extrembeispiel zeigt uns das Leben des zum christlichen Glaubens bekehrten Kaiser Konstantins: Er schob die Taufe bis an sein Lebensende hinaus, angesichts der Problematil, wie könne er als getaufter Christ noch als Kaiser regieren, ohne zu sündigen, auch damals war die Politik schon ein "schmutziges Geschäft- eine zweite Taufe zur Sündenvergebung gibt es in der christlichen Religion nicht.

Die christliche Religion war so von Anfang an eine Zweigesichtige, die der radicalen Nachfolge,aus der sich dann das Mönchtum herausentwickelte und das bürgerliche. Die radicale Nachfolge verhinderte eine Verweltlichung der christlichen Religion, das bürgerliche ein weltfüchtiges Christentum. Die Welt wurde zu dem Ort, in der der Christ seinen Glauben zu leben hatte. Gott ist eben nicht nur ein jenseitiger, der uns das ewige Leben verheißt, sondern auch einer, der jetzt die Welt regiert und in ihr wirkt, sodaß auch der Christ daran partizipiert.

Unter einer verbürgerlichten christlichen Religion soll nun ein Christentum verstanden werden, daß diese seine Zweigesichtigkeit verloren hat oder verliert. Es hat sich so eingeheimatet in die Welt, daß ihr  das ganz andere, das Reich Gottes, die wahre Heimat des Menschen, der Himmel verlustig geht. Die verbürgerlichte Religion bejaht die Welt, die Gesellschaft wie sie ist und versteht den persönlichen Glauben als eine Hilfe zur Bewältigung und Meisterung dieses Lebens. Der Glaube, so wie man ist, als von Gott bejaht zu sein, soll sich dann in persönlichen Krisen bewähren,eine Lebenshilfe zu sein. Die Erlösung der Welt,ihre Erlösungsbedürftigkeit gerät außer Sicht oder wird durch humanitaristische Optimierungskonzepte ersetzt, dem Glauben an die Reformierbarkeit von allem.       

Freitag, 24. April 2026

Kriterien für die Falschheit einer Religion - Der Apostel Paulus klärt uns auf!

 "Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel Euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es Euch gepredigt haben,der sei verflucht." So schreibt es der Apostelfürst Paulus in seinem Galaterbrief. 1,8. Es gilt nunhier zwischen einem innerkirchlichen Abfall vom wahren Evangelium und einer Stiftung einer neuen Religion, die sich als die wahre ausgibt, da sie ja selbst von einem Engel des Himmels bewahrheitet ist, zu distinguieren. In der Kirche muß so mit der Möglichkeit der Häresie und gar der Apostasie gerechnet werden, da Gott das Evangelium nicht durch Künstliche-Intelligenzroboter sondern durch Menschen verkündigen läßt. 

Nach dieser Aussage läßt es der allmächtige Gott aber zu, daß ein Engel vom Himmel ein Falschevan-gelium verkündet, das wäre eine Religion, die der christlichen ähnelt, das heißt, sie ist ihm einerseite gleich, sonst wäre es kein Evangelium und andererseits ist es verschieden davon, denn sonst wäre es kein anderes Evangelium. Dieser Engel kann selbstredend keiner vom Himmel sein, sondern ist einer des Teufels, der sich als ein himmlischer maskiert. Die so gestiftete Religion wäre so selbst eines übernatürlichen Ursprunges und so auch mächtig. Ein Engel verliert ja nun seine ihm eigene Engelmacht nicht durch seinen Fall, wie der Mensch ja durch den seinigen nicht seine Macht verloren hat.

Ob ein solches Ereignis, daß ein Engel eine Falschreligion so gestiftet habe,sich wirklich ereignet hat,  soll nun nicht erforscht werden, wenngleich die islamische Religion sich als ein Prüfungsfall anböte, sondern gefragt werden, ob dann etwa alle nichtchristlichen Religionen als von falschen Engeln ins Leben gerufene zu begreifen wären. Paulus Aussage: "So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden" (Gal, 3,24) könnte uns hier weiterhelfen, insbesondere wenn man den "Zuchtmeister" erst Mal als "Pädagoge" übersetzte

Einen kleinen Umweg begehe ich nun, um so eine Antwort auf diese Frage zu finden. Wenn Tafelkläßler das Addieren und Subtrahieren im Rechenunterricht erlernen sollen. müssen sie zuerst das  Zählen lernen.   Wer nicht bis 5 zählen kann, wie sollte der erlernen, daß 3 plus 2  5 sind? Die Religionen, die vorchristlichen könnten so als eine pädagogische Hinführung zur wahren Religion verstanden werden. Jesus Christus kann nicht unmittelbar vermittelt werden, sondern bedarf einer erzieherischen Vorbereitung. Das in allen vorchristlichen Religionen offenbare Gesetz, lehrt eben, daß Gott zu verehren sei, oder die Götter, daß der Mensch nach ihren Willen zu leben hat, daß sein Glück von dem Wohlwollen Gottes abhängt. Jeder vorchristlichen Religion ist nun auch ein eigener Kult eingeschrieben mit einem Opferkult. Das sind sozusagen die elementaren Grundbausteine der Religion.

Wird nun Tafelkläßlern das Subtrahieren beigebracht, einen klugen Schüler gibt es immer, der den Lehrer frägt: "Was ist 3 minus 5?" Der Erstkläßler bekommt darauf die enttäuschende Antwort: "Das geht nicht! Die Zahl, von der man abzieht, muß größer sein als die Zahl, die abgezogen werden soll!"Das ist nicht falsch, denn in der Menge der positiven Zahlen kann es auf die Frage: "Was ist 3 minus 5 keine Antwort geben. Erst wenn die Rechenschüler in das Universum der negativen Zahlen eingeführt worden sind, ist ihnen die Antwort: - 2 verstehbar. Das einmal Erlernte,das ginge nicht!,muß negiert werden durch die Erkenntnis, daß es im Raume der negativen Zahlen darauf eine wahre Antwort gibt. 

So muß nach Paulus auch die vorchristlichen Religionen in der wahren auch negiert werden, wobei ihr Wahres in der christlichen Religion hegelisch aufgehoben wird. Die vorchristlichen sind noch nicht selbst wahre Religionen, sodaß der Mensch in ihnen durch sie das Heil erlangen könnte, denn dann wäre ja die christliche überflüssig, aber sie sind die Vorbereitungen für die wahre Religion. Die Wahrheit der vorchrsitlichen Religionen ist so ihre Negation und Aufhebung in der wahren Religion.

Das hat auch weitreichende Konsequenzen für den christlichen Religionsunterricht: Er darf nicht unmittelbar mit Jesus Christus anfangen. Wer Schülern den Unterschied zwischen einem "BMW" und einen "Trabi" erklären wollte, käme ja nie auf die Idee, daß  der Unterschied erklärbar wäre,ohne daß zuerst zu vermitteln sei, was denn überhaupt ein Automobil sei. Die Christuserkenntnis verlangt so ein Verständnis von der Religion, vom Religiösen überhaupt,um das Besondere Jesu Christi zu erkennen.  

Donnerstag, 23. April 2026

Was sind die Bedingungen dafür, daß eine Religion wahr sein kann? Ein Versuch einer Kriteriologie

 Die zu eruierenden Bedingungen dürfen nun nicht selbst einer empirisch vorfindlichen Religion entnommen werden, sondern sind spekulativ zu entwickeln, um dann daraufhin vorhandende Religionen zu untersuchen.

Meine These: Eine Religion kann nur wahr sein, wenn erstens die Existenz eines oder mehrerer Götter vorausgesetzt wird, die sich nicht gleichültig zu uns Menschen verhalten und die auf unser Verhalten ihnen gegenüber different reagieren können. Damit Gott oder die Götter recht verehrt werden können.muß uns Menschen die rechte Verehrung irgendwie durch eine Offenbarung vermittelt werden.Allein durch die menschliche Vernunft ist die rechte Gottesverehrung nicht erkennbar, da ja nicht gewiß sein kann,ob sie vernünftig verehrt werden wollen.

Die Kommunikation, und eine Religion ist nun mal eine Kommunikation zwischen dem einen bzw den vielen Göttern und uns Menschen ist eine asymmetrische: Nur der Mensch kann sündigen,nicht der Gott oder die Götter,nur der Mensch kann einen Gott bitten,nicht ein Gott einen Menschen. Die religiöse Kommunikation ist primär die des Kultes, sekundär eine private. Diese Asymmetrie hat Folgen für die Weise des Kultes, daß der Mensch in ihr Bitt-und Dankopfer darbringt, Entsühungsopfer und Freundschaftsopfer, da das eine menschliche Möglichkeit ist, diese asymmetrische Kommunikation zu gestalten.  

Hiermit ist nicht viel, aber doch einiges für eine Kriteriologie der wahren Religion gewonnen. Schön wäre es,könnte unabhängig von Gottes Offenbarung ergründet werden, daß nur eine monotheistische Religion wahr sein könne oder gar nur eine, die Gott als eine Dreifaltigkeit denkt, aber dafür sehe ich keine Möglichkeit. 

Aber es ist nun zu urteilen, daß eine Religion, die diese Bedingungen nicht erfüllt,keine wahre sein kann. So darf gefragt werden,ob die jüdische Religion,indem sie auf das religiöse Zentrum des Alten Bundes, den Tempelkult verzichtet, bis heute ist in Jerusalem kein neuer Tempel errichtet worden,obgleich den der Alte Bund verlangte, eine wahre Religion sein kann? Der Synagogengottesdienst ist ja nur im babylonischen Exil konstruiert worden als einen Ersatz für den dort nicht möglichen Tempelkult. Auch kennt der Islam  keinen Tempelkult. Man kann nun gar anfragen,ob nicht die reformatorischen Kirchen die christliche Religion entwahrheiten, da sie meinen, daß die Eucharistie kein kultisches Meßopfer sei.

Die christliche Religion unterliegt einer Selbstgefährdung durch eine zu  radicalen Kirchenkritik.indem etwa Jesus Christus als die Wahrheit anerkannt wird, die Kirche aber nur den Status eines Antwortens auf die Wahrheit zugeschrieben wird, daß ihre Antworten nur so zeitgeschichtlich bedingte seien und nicht die Wahrheit selbst. Jesus wird so transformiert in das "Ding an sich", als etwas kantisch geredet Unerkennbaren, dem wir Christen uns immer nur in einer unendlichen Suchbewgung annähern könnten,ohne ihn je zu erreichen. Selbst das Neue Testament sei dann nur ein Antwortversuch auf das Offenbarungsereignis Jesu Christi. 

Eine Religion kann aber nur  eine wahre sein, wenn das Offenbarte in ihr als erkannte  und als vermittelbare  präsent offenbar ist. Das erfordert eine Institution, die das Offenbarte weitervermitteln kann in einer notwendigen Treue zum Ursprünglichen, da Gott oder die Götter eben durch Menschen ihre Wahrheiten vermitteln, damit sie zu Wahrheiten der Menschen werden können. 

So spricht manches dafür, daß die christliche Religion in der Form der Römisch-Katholischen Kirche die wahre Religion ist. 

Mittwoch, 22. April 2026

Ewiges Leben- eine Illision, eine Vertröstung und völlig unglaubwürdig?

 Eine Illusion?  Diese Kritik übersieht,daß die Vorstellung von einem postmortalem Leben in allen monotheistischen Religionen und wohl auch in allen anderen eine ambivalente ist, daß das postmortale ein paradisisches oder ein höllisches, verdammtes sein kann. Eine Illusion, eine sehr erfolgreiche über den Tod konstruierte nun der Philosoph Epiktet: "Wenn ich bin, ist der Tod nicht und wenn der Tod ist, bin ich nicht, sodaß es meinen Tod nicht geben kann. Wer sich also vor seinem Tode fürchtet, fürchtet, fürchtet sich vor etwas, was es nicht geben kann!"

Das ist so sinnvoll, als wenn ein Schaf erklärte: "Solange wir nicht glauben, daß der Wolf ein Vegetarier ist, werden wir in Furcht vor ihm leben. Deshalb wollen wir nun glauben, daß er ein Vegearier ist." Keine Illusion ist dagegen der Glaube an eine postmortale Existenz ob der Möglichkeit eines ewig verdammten Lebens.

Eine Vertröstung? Diese Kritik basiert auf der Vorstellung, daß es die eigentliche Aufgabe des Menschen sei, die Welt humaner und gerechter zu gestalten und daß nun der Glaube an ein ewiges Leben ihn von dieser Aufgabe abhält. Nun ist aber die Verheißung des ewigen Lebens an Bedingungen geknüpft, wie wir Menschen zu leben haben, um das ewige Leben zu erlangen. In der christlichen Religion ist das neben der Gottesliebe die Nächstenliebe. Diese Nächstenliebe motiviert so zum Streben nach einer gerechteren Welt. Ein völlig unpolitische gelebte Nächstenliebe würde ihr selbst nicht gerecht werden.

Zudem ist jedes menschliche Streben nach einer gerechten Welt in einer eigenümlichen Aporie befangen: Die vielen gelitten Habenden können keinen Anteil an der noch zu erwirkenden gerechten Welt erlangen und die Verursacher des Leidens der Vielen werden nie zu einer Rechenschaft gezogen.Auch wenn es eine Menschenmöglichkeit wäre, eine vollkommen gerechte Welt  zu erschaffen, wäre sie so notwendigerweise keine vollkommen gerechte. Nur der Glaube an eine allgemeine Totenauferstehung und ein göttliches Endgericht vermag wirklich einer universalistischen Gerechtigkeit Genüge leisten. 

Unglaubwürdig? Warum sollten alle Religionen in diesem Punkte sich irren und nur die Epiktet Zustimmenden nicht. Es kann nicht bewiesen werden, daß es einen Gott gibt, der Menschen das ewige Leben geben will, wenn sie gemäß seinem Willen leben und es kann nicht bewiesen werden, daß das nicht wahr ist. Wie kann nun eine Entscheidung getroffen werden, wenn nicht erkennbar ist, was wahr ist?

4 Möglichkeiten existieren, 2 Möglichkeiten, daß die richtige Entscheidung getroffen wird:

Erstens: Ich entscheide mich dafür, es für wahr zu halten, daß es einen Gott gibt, der uns so das ewige Leben gibt und es ist wahr, daß es so ist.

Zweitens: Ich entscheide mich dafür, das für unwahr zu halten und es ist unwahr.

Es gibt nun 2 Möglichkeiten einer falschen Entscheidung:

Drittens: Ich entscheide , daß das wahr ist und es ist unwahr.

Viertens: Ich entscheide, daß es unwahr ist und es ist wahr.

Zur Kriteriologie

Ich wähle von der dritten und vieten Option die, die in Folge meiner Fehlentscheidung das geingere Übel hervorruft. Wählte ich die dritte Option, hätte ich umsonst gemäß Gottes Willen versucht zu leben,ja hätte  Epiktet recht, würde der sich falsch Entschiedende nie erkennen können, daß er sich falsch entschieden habe, da er tot das nicht mehr erkennen könn.

 wählte ich die vierte Option verlöre ich nicht nur das ewige Leben sondern erlangte ein ewig verdammtes Leben. Deswegen ist es vernünftig, an Gott zu glauben, der uns ein ewiges Leben verheißt, wenn wir gemäß ihm leben, als das nicht zu glauben.

Diese vernünftige Entscheidung zum Glauben ist nun nicht ein Vertrauensglaube im katholischen Sinne, aber ein "kleiner", der dann in den Katholischen Glauben der Kirche hineinwachsen kann. Dem Protestantismus, und nicht nur den Evangelicalen wohnt eine Tendenz inne, den Glauben auf einen Entscheidungsakt zu reduzieren: "Glaub an Jesus, übergib Dich ihm!"aber das ist nicht katholisch.Hier gilt, daß der Glaube ein Wachstumsprozeß ist,in dem der Christ in den Glauben der Kirche hineinwächst. Dafür wäre dann diese vernünftige Entscheidung der erste gute Schritt.