Montag, 18. Mai 2026

„Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“

 

Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“



So frug Kardinal Müller (Kath net, 17.5.2026) und die Kathnet Leserschaft wird wohl keine Antwort erwarten als ein klares: „Nein“! Dennoch könnte gegen dies eindeutige: „Nein“ Einwände erhoben werden: Sollte das nur für den Westen gelten und so, warum eigentlich nicht,nicht für China oder Indien?

Ein Orientierungsversuch:

Dem großen Soziologen Max Weber verdanken wir diese Erkenntnis: „ Eine empirische Wissenschaft vermag niemanden zu lehren,was er soll,sondern nur was er kann und unter Umständen – was will.“1Im Sinne Humes besagt das, daß die Wissenschaft nur erkennen kann, was ist,nicht was sein soll. Handlungstheoretisch formuliert besagt das, das wissenschaftlich geprüft werden kann, ob bestimmte Mittel das erstrebte Ziel erwirken kann, aber nicht, ob ein Ziel an sich vernünftig ist. Die persönlichen Werte oder die Weltanschauung eines Kritikers ermöglichen erst Werturteile, eine Kritik angestrebter Ziele. Diese Werte bzw Weltanschauung ist nun selbst aber nicht mehr wissenschaftlich fundierbar. Zwischen „Weltanschauungen“2 würde nun der Streit zwischen den differierenden Wertordnungen geführt, der zwar deskriptiv rekonstruiert werden kann, aber nicht präskriptiv beurteilt werden.

Wenn die Wissenschaften diese selbstkritische Beschränkung akzeptieren müssen, um nicht spekulativ zu werden. „Nur unter der Voraussetzung des Glaubens an Werte jedenfalls hat der Versuch Sinn,Werturteile nach außen zu vertreten.Aber die Geltung solcher Werte zu beurteilen, ist Sache des Glaubens,daneben vielleicht eine Aufgabe spekulativer Betrachtung und Deutung des Lebens und der Welt auf ihren Sinn hin,sicherlich aber nicht Gegenstand einer Erfahrungswissenschaft“.3

Die Wissenschaften sind also nach M.Weber erkenntnis-theoretisch begrenzt in dem, was sie erkennen können und was nicht. Sie können weder erkennen, was der Mensch soll, noch kann sie die Welt als Ganzes deuten, ihren Sinn verstehen sondern nur ursächlich ergründen. Sie können nur erkennen, nicht beurteilen.

Die Orientierungsskizze nach dieser Problemexplikation

Deshalb muß dieser Mangel nun behoben werden und dazu bieten sich nun die Religionen oder die Weltanschauungen mit ihren ihnen eigenen Werten an. Folgende Unterscheidungen möchte ich hier verwenden: Weltanschauungen sollen als säkularisierte Religionen verstanden werden, der Glaube als die subjektive Zustimmung zu einer Religion oder Weltanschauung, die Theologie bzw Ideologie dann als die Selbstreflexionsgestalt der Religion bzw der Weltanschauung.

Drei differente Handlungsziele können nun benannt werden: a) das Überleben der Menschheit, b) das gute Leben in der Spannung von einem moralisch richtigen Leben und dem guten Leben im Sinne eines Gemeinwohles und c) dem ewigen Leben als religiösem Ziel.



Kardinal Müllers These lautet nun, daß diese drei Handlungsziele der Westen nur erreichen kann durch seine Rückkehr zur christlichen Religion. Ginge es nur um das Ziel des ewigen Lebens,könnte dem zugestimmt werden, aber doch nur für dieses Ziel könnte dies gelten. Es existieren Gottes Schöpfung- und Erhaltungsordnungen, die Ehe und die Familie, das Volk und der Staat, die unabhängig von der christlichen Religion das Überleben sichern. Auch ein an das Allgemeinwohl orientiertes (politisches) Handeln setzt nicht die christliche Religion voraus. Diese Aufgaben können auch Weltanchuungen erfüllen, nur es muß entweder eine Religion mit ihrer eigenen Theologie oder eine Weltanschauung mit ihrer Selbstreflexion als einer Ideologie diese Aufgaben übernehmen. Die Wissenschaften können das nicht.

So kann man im Sinne Webers die Notwendigkeit einer Religion oder Weltanschauung begründen. Diese dürfen aber jetzt nicht nur Privatangelegenheiten seien, sondern müssen eine Geltung besitzen für die Gesellschaft. Der Mensch kann sich nicht völlig verprivatisieren und nur noch privat für sich die Frage: Was soll sein?,und:Gibt das Ganze einen Sinn?, beantworten. Eine nichtreligiös fundierte Gesellschaft muß so eine ideologisch fundierte sein.

In der Französischen Revolution begann der Siegeszug der Ideologie des Liberalismus mit seinem Glauben an die Menschenwürde und die Menschenrechte, die in der Epoche des „Kalten Krieges“ zu der des Westens avancierte,der Weltanschauung des Marxismus-Leninismus entgegen-gesetzt.4 Die Katholische Kirche ging nun angesichts dieser ideologischen Konfrontation des Westens mit dem Osten eine Mesalliance mit dem westlichen Liberalismus ein.

Moeller van den Bruck stellte nun aber schon fest, daß am Liberalismus die Völker zugrunde gingen!5 Das bestätigt nun Kardinal Müllers Situationsbeschreibung des Westens.





















1Zitiert nach: Max Weber, Rationalisierung und entzauberte Welt, Reclam Leipzig 1989,Die „Objektivität“ sozialwissenschaftlicher Erkenntnis, S.53.

2A.a.O. S.55.

3A,a.O. S.54.

4Vgl, Katechismusartig zusammengefaßt: J.Stalin,Über dialektischen und historischen Materialismus.

5Vgl: van den Bruck: Das dritte Reich.


„Aus deutschem Elend“ :bittere Wahrheiten

 

Aus deutschem Elend“ :bittere Wahrheiten


Zu den größten Demütigungen der Deutschen gehört es,die Tatsache der Niederlage von 1945 als historische Errungenschaft und als unverbrüchliche Freundschaft mit den Siegern preisen zu müssen.“ Bernhard Willms, Identität und Widerstand. Rede aus dem deutschen Elend, 2013, S.23. In einem Konzert die Musikband „Varg“ wird lapidar mal festgestellt: „Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man“, aber wie arg ist es um uns Deutsche gestellt, wenn wir nicht mal unser eigenes Geschick anerkennen, verloren zu haben, sondern uns davon überzeugen ließen und lassen, daß wir doch von den Siegern befreit worden seien, daß sie doch immer nur unseres Bestes gewollt hätten. Oder sollte diese „Servilität“ S.23) eine besonders raffinierte Strategie sein, unsere Lage als Verlierer zu verbessern?

Willms schreibt von der „Kultivierung des Schuldgefühles“, der „Selbstverachtung“,der Verwerfung „eines deutschen Sonderweges“, daß uns die Niederlage 1945 zu einer Art „Weltgericht“ über uns wurde, sie uns so gelehrt wurde von den Siegern. (S.23)

Nicht wie es denn wirklich gewesen war bestimmt unsere gegenwärtige Selbstwahrnehmung, sondern die uns diktierte Interpretation unseres Geschickes.Sorgfältig zu erforschen, wie es denn wirklich gewesen war, das wäre die Aufgabe der Geschichtswissenschaft und übersteigt meine Kompetenz bei weitem: Nur die deutsche Geschichtswissenschaft ist eine politisch reglementierte: Sie schreibt unsere Geschichte gemäß der offiziellen Sicht der Sieger.

Wer hält uns unser eigenes Geschick auf? Wer darf ein prophetisches Wort über unser Schicksal sprechen? 

Es sei an Emanuel Hirsch: "Deutschlands Schicksal" erinnert. Gott regiert auch unser Volk und sein Geschick.

Sonntag, 17. Mai 2026

Wenn das Christentum ineinsgesetzt wird mit dem Liberalismus

 

Wenn das Christentum ineinsgesetzt wird mit dem Liberalismus


Daß in der stets politisch korrekten Internetseite „Communio“ die Unvereinbarkeit von der „Neuen Rechten und dem Christentum“ (12.5.2026) behauptet wird, wird niemanden irritieren, aber die Begründung müßte irritieren.

Die christliche Religion wird hier einfach ineinsgesetzt mit dem Credo des Liberalismus:

Im Mittelpunkt der katholischen Soziallehre steht weder das Volk noch die Nation oder die Kultur als letzter Maßstab, sondern die menschliche Person. Das Personalitätsprinzip geht davon aus, dass der Mensch als Person eine unverfügbare Würde besitzt, die allen politischen Ordnungen vorausgeht und sie begrenzt. Diese Würde ist nicht abhängig von irgendeiner Gruppenzugehörigkeit. "Grund, Träger und Ziel aller gesellschaftlichen Institutionen", heißt es in "Gaudium et Spes", ist >die menschliche Person<".

Diesem Glauben an die Person des Menschen wird nun, wie originell die Focussierung der „neuen Rechten“, die sich in diesem Punkte aber nicht von der traditionellen Rechten unterscheidet, auf das Volk und die Nation entgegengesetzt. Moeller van den Brucks Votum, daß am Liberalismus die Völker zugrunde gingen, demonstriert dieser „Communio“ Artikel nun wieder ein Mal.

Dem atomistischen Personalismus korreliert dann ein kosmopolitischer Universalismus, in dem alles Soziale und der Mensch als in Gemeinschaften Eingebundender aufgelöst wird. Faktisch existiert in dieser Ideologie der Mensch nur als der homo oeconomicus, dem jeder andere Mensch nur als Geschäftspartner zugeordnet ist, als Käufer und Verkäufer auf dem freien Markt. Allen Bindungen soll er von sich abschütteln, um nur noch als ein Akteur der globalisierten Marktwirtschaft zu fungieren. Die Ideologie der Menschenrechte und seiner Würde etablieren dabei diesen homo oecomomius.

Mit der christlichen Religion hat dieser atomistische Personalismus des Liberalismus nichts gemein, denn in dieser Religion steht der erlösungsbedürftige und zum Bösen geneigte Mensch mit seiner Tendenz zur Selbstdestruktion im Zentrum, daß er auf Jesus Christus als seinen Erlöser angewiesen ist. So wird die Theologie immer auf einen starken Staat, keinen liberalen insistieren, also eher rechts als liberal votieren. In der chrisltichen Religion steht in der anthropologischen Hinsicht nicht der Einzelmensch im Zentrum, sondern im Alten Bund das von Gott erwählte Volk Israel und im Neuen Bund das Volk der Kirche. Der Einzelne ist so eingezeichnet in diese Volksgemeinschaften und hat sein Leben aus ihnen. So lehrt der hl. Cyprian, daß Niemand Gott zu seinem Vater haben könne, der die Kirche nicht zu seiner Mutter habe.

Wer nach Gottes Willen frägt, was will Gott von mir?, der bekommt in dem als was ihn Gott erschaffen hat, seine Antwort: Er soll das sein, als was ihn Gott erschaffen hat: Sein Geschlecht, seine Familien- und Volkszugehörigkeit ist ihm Gottes Aufruf, das zu sein. Gott erschafft nämlich nicht abstrakte Menschen sondern konkrete und das sind wir nicht im Geiste eines atomistischen Personalismus sondern als bestimmte Menschen, das ist als durch ihr Geschlecht und ihr Volkstum und ihre Rassenzugehörigkeit Bestimmte. In diesen Bestimmungen hört der Gläubige Gottes Anruf an ihn: „Sei, wozu Gott Dich bestimmt hat!“ Der atomistische Personalismus ist die Revolte des Menschen gegen seinen Schöpfergott in seinen Schöpfungsordnungen der Ehe, der Familie, des Volkes und des Volksstaates!

Der atomistische Liberalismus widerstreitet diesen Schöpfungsordnungen und widerstreitet so auch dem Gebot der Nächstenliebe, indem er in letzter Konsequenz die Liebe der Mutter zu ihren eigenen Kindern als eine Sünde verurteilt, weil eine Mutter alle Kinder der Welt wie ihre eigenen zu lieben habe und der Staat für alle Menschen zu sorgen habe als ein guter Hirte und nicht zuvörderst für das ihm anvertraute Volk. Aus der Ordnung der Liebe des Thomas von Aquin wird dann ein universalistisches Weltbe-glückungsprogramm, in dem die Nächstenliebe der Fernstenliebe geopfert wird.

Freitag, 15. Mai 2026

Eine mutterlose Gesellschaft - oder Kinder ohne eine Mutter

 
Den ideologischen Startpunkt setzte der Feminismus mit seiner Parole, daß die Frau von der Mutterschaft und der Idee nach ihrem Kinderwunsch zu befreien sei, denn das ist ihre Emanzipation. Aber wünschen die Frauen diese Emanzipation?  Das Urgestein des Feminismus, Simone de Beauvoir nimmt sich dieses Problemes an: „Keine Frau sollte berechtigt sein, zu Hause zu bleiben und ihre Kinder zu erziehen. Die Gesellschaft sollte anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, gerade weil, wenn es eine solche Wahl gibt, zu viele Frauen diese Wahl treffen werden.“  Zitiert nach dem „Tagespostartikel: „Männer sind anders“ vom 8.3.2025.

 Also aus der Sicht dieser Feministin würden zu viele Frauen, wenn sie ihr Leben selbst frei bestimmen könnten, das Falsche wählen: Sie würden nämlich das Leben als einer Familienmutter einem Berufsleben gegenüber bevorzugen."  Wie wird nun den Frauen diese von ihnen bevorzugte Option weitestgehend verunmöglicht? Nicht durch staatliche Gesetze sondern durch die Zwänge, den Lebensunterhalt für eine Familie sich zu verdienen haben, daß eben im Regelfall der Verdienst des Mannes dazu nicht ausreicht und die Frau dazuzuverdienen hat. Diesen Zwang verklärt nun der Femi-nismus zum Recht der Frau, wie der Mann arbeiten zu dürfen. Damit eine Mutter nun im Idealfall so viel arbeiten kann wie der Mann, muß ihr die Kindererziehung weitestgehend entzogen werden. Der radicale Feminismussympathisant Lenin wollte gar die ganze Kindererziehung verstaatlichen, damit die Mutter unbeeinträchtigt durch ihre Kinder arbeiten gehen kann. 

Nicht um des Wohlergehens der Kinder willen werden nun die Kinder zu den Kindertagesstätten, den Kindergärten und Ganztagsschulen geschickt, sondern nur, damit die Frauen unlimitiert durch ihre eigenen Kinder berufstätig sein kann und zusehens auch muß ob des zu geringen Lohnes für die Männer. Wegen der Finanzierungsprobleme eines Familienlebens verzichten so viele Frauen auf das Glück des Familienlebens oder können nur eingeschränkt Mutter ihrer Kinder sein. Aber eine Mutter ist nun mal die beste Erzieherin ihrer Kinder! 

Die Wirtschaft hat nun ein Interesse daran, daß die Frau wie der Mann frei zur Verfügung auf dem Arbeitsmarkt gestellt ist, kann so ja auch das Lohnniveau gesenkt werden, daß der Familienvater nicht mehr allein den Familienlebensunterhalt zu verdienen hat. Die ökonomistisch billigste Lösung wäre nun die, daß in Deutschland keine Frau mehr Kinder bekäme und die deswegen fehlenden Arbeitskräfte durch den Import von "Flüchtlingen" substituier werden, da eine Ausbildung zu einer nützlichen Arbeitskraft bei uns viel teurer kommt, als schon Ausgebildete zu importieren und dann  hier in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die demographische Fehlentwickelung, daß Jahr für Jahr mehr Menschen bei uns sterben als geboren werden, ist so unser Verhängnis geworden.Das Resultat sind nicht nur Kinder ohne Mütter sondern auch Frauen ohne eigene Kinder.

Eines muß dabei bedacht werden: Selbst die Vordenkerin des Feminismus muß einräumen, daß man die Frauen zu dieser Emanzipation zwingen muß, denn freiwillig würden sie so nicht leben wollen, gerade weil es der Natur der Frau widerspricht.  

Im Bereich der christlichen Religion ist dieser Trend zur Mutterlosigkeit der, Christ zu sein unabhängig von der Kirche als der Mutter der Gläubigen.


Absurdes zur Meinungsfreiheit in der Kirche

 

Absurdes zur Meinungsfreiheit in der Kirche


Der Kath de Standpunktkommentar vom 11.5. 2026, man entschuldige bitte die Deftigkeit meiner Ausdrucksweise,ist „Hein-Blödpreis“ verdächtig.Unter der Überschrift: „Meinungsfreiheit ist das Bollwerk der pilgernden Kirche“ steht tatsächlich geschrieben:

Am Anfang steht die von Jesus erbetene freie Meinungsäußerung: "Für wen halten die Leute den Menschensohn?" (Mt 16,13). Und auch Pfingsten gibt es nicht ohne freimütige und vielfältige Rede (Apg 2,11). Petrus relegiert die Menschen nicht. Er wertet die Vielstimmigkeit der freimütigen Rede auf. Sie sei von Gottes Geist gewirkt (Apg 2,17). Im Apostelkonzil plädiert er mit dem Argument, dass alle den gleichen Geist empfangen haben, für interkulturelle Vielfalt (Apg 15,9). Am Anfang der Kirche stehen Vielfalt und Meinungsfreiheit. Beide werden durch Petrus gewürdigt und durch Gottes Geist legitimiert.“

Die Lehrerfrage Jesu an seine Schüler, für wen man ihn denn halte, hat mit der Meinungsfreiheit überhaupt nichts zu tuen sondern dient als Auftakt, das wahre Bekenntnis von den falschen Meinungen über Jesus Christus zu unterscheiden.Daß nicht irgendwer, sondern der Apostel dann das wahre Bekenntnis ausspricht, ist ecclesiologisch von größter Bedeutung, denn hier agiert er schon als Apostel und als der designierter Hirte der Kirche.

Die „freimütige und vielfältige Rede“ der Apostel meint, daß sie ohne eine Furcht vor den Juden den christlichen Glauben predigten und die Vielfalt meint, daß die eine Wahrheit in vielen verschiedenen Sprachen verkündet wurde, aber meint keine Pluralität von Glaubensmeinungen. Der eine Geist, den sowohl die Juden- wie die Heidenchristen empfingen durch den Ritus der Handauflegung nach der Taufe, steht für die Einheit der Kirche und nicht für eine „interkulturelle Vielfalt“. Judenchristen beschnitten ihre Söhne nicht mehr, wie es der jüdischen Kultur entspräche sondern ließen sie taufen!

Das Urchristentum glaubte an die eine Wahrheit und kämpfte darum, daß diese verkündigt werden darf, weil sie zu verkündigen ist. Mit der Idee der Meinungsfreiheit und der Pluralität hat das überhaupt nichts gemeinsam.

Wollte man nun wirklich eine theologische Begründung der Meinungsfreiheit konstruieren, dann sollte dafür Gottes Erlaubnis, dem Teufel als der Versucher Adams und Evas, im Paradiese das Wort ergreifen zu dürfen, angeführt werden. Der Teufel durfte die Unwahrheit sagen, Gott ließ es zu, um Adam und Eva zu prüfen, ob sie dieser Versuchung standhalten werden.

In der Kirche selbst ist nun mit der selben Selbstverständlichkeit wie im Rechenunterricht zwischen richtigen und falschen Aussagen unterschieden wird und falsche diskriminiert werden, 5 plus 7 ist nun mal 12 und nicht 11, zwischen wahren und falschen Aussagen zu unterscheiden. Ein Pluralismus an Meinungen über eine theologische Frage ist somit nur dann erlaubt, wenn nicht erkennbar ist oder noch nicht erkannt worden ist, welche von den Meinungen die wahre Aussage ist.

Kein Geschichtslehrer wäre begeistert davon, erhielte er auf die Frage, wann begann der 30 Jährige Krieg die Antworten: 1518, 1818, im Mittelalter oder zu Zeiten Napoleons, ja ganz intolerant und pluralismusfeindlich eingestellt akzeptiert er nuraa eine Antwort: 1618.

In der Kirche geht es nun um weit Wichtigeres und deswegen ist hier ein Tolerieren unwahrer Aussagen noch weniger hinnehmbar. Die Wahrheit des christkatholischen Glaubens gründet sich nun nicht primär in unserem menschlichen Erkenntnisvermögen sondern darauf, daß das Fundament des Glaubens der Kirche die ihr von Gott offenbarten Wahrheiten sind und das verbietet einen Pluralismus des: „Gewisses weiß man nicht genau von Gott und dem Dazugehörigen.


Zusatz:

Der Standpunktkommentar ist zudem politisch völlig deplaciert, erkennen doch alle etablierten demokratischen Parteien in der Meinungsfreiheit die größte Bedrohung ihrer Herrschaft und fordern so Zensurmaßnahmen.Die Kirche unterstützt diesen Kurs nun uneingeschränkt in ihrem Kampf zur Bewahrung der Demokratie, der Herrschaft der demokratischen Blockparteien. Die „Politische Korrektheit“ diktiert schon längst dem Staatsbürger, was er sagen darf und was nicht. In der Kirche darf inzwischen jeder Prediger die immer währende Jungfräulichkeit Mariae bestreiten, aber wehe, jemand urteilt, daß die massenhafte Einwanderung von „Flüchtlingen“ unserem Gemeinwesen großen Schaden zufüge.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Christi Himmelfahrt: Können wir etwas über den Himmel wissen oder ist alles völlig unbegreifbar?

 

Christi Himmelfahrt: Können wir etwas über den Himmel wissen oder ist alles völlig unbegreifbar?


Weniges, aber doch nicht nichts können wir über den Himmel als wahr aussagen ob Jesu Christi Himmelfahrt.Jesus ist nicht als ein Geist sondern leiblich in den Himmel aufgenommen worden. Zur Leiblichkeit gehört, daß er eine res extensa ist (Descartes) und zwar eine dredimensionale, also nicht nur eine zweidimensionale wie die Fläche, also nicht eine eindimensionale wie die Linie und nicht eine nulldimensionale wie der Punkt.

Da der Himmel Jesus als leiblichen Körper aufnehmen konnte, muß auch der Himmel als ein dreidimensionaler Raum gedacht werden. Da der Himmel, auch wenn von der Liebe als einem Himmel auf Erden geschrieben wird, nicht ein Element des dreidimensionalen Raumes, des Kosmos ist, muß er ein Raum jenseits unseres Kosmos sein.

Wie zwei unendlich große Flächen in einem dreidimensionalen Raum eingezeichnet sein können ohne einen einzigen gemeinsamen Punkt, da sie parallel zueinander existieren, so können zwei unendlich große Räume in dem Hyperraum, einem vierdimensonalem Gebilde parallel existieren.

Der Himmel ist also selbst als ein von Gott erschaffener Raum zu denken,der aber von unserer Welt her nicht erreichbar ist, da er in den Hyperraum eingezeichnet ist, durch den einem dreidimensionalem Menschen ein Navigieren unmöglich ist. So sehr nun auch die Differenz zwischen dem Himmel und der Erde und die seines Lebens in diesen zwei Räumen betont wird, es müssen beide als Räume gedacht werden.

Jede Tätigkeit, auch die des Denkens, des Fühlens und Erlebens, nicht nur praktische Tätigkeiten wie essen und trinken setzt die Zeit als ihre denknotwendige Ermöglichungsbedingung voraus, denn jede Aktivität ist eine Veränderung des Akteurs. In einem dreidimensionalem Raum, in dem es keine Zeit als sagen wir mal vierte Dimension gibt, kann von einem dortigen Subjekt irgendeine Tätigkeit ausgesagt werden. Ein ewiges Leben ohne die Dimension der Zeit wäre somit ein „Leben“, das von einem Todsein nicht distinguierbar. Wie sollte etwa die Mutter Gottes für uns auch nur eine Fürbitte erbringen können, verfügte sie über keine Zeit zum Beten!

Das ist ehrlich gesagt recht wenig, was wir auf der Erde lebend gewiß vom Himmel wissen können, aber es ist mehr als nichts.Daß der Himmel unsere wahre Heimat ist, ist für uns aus der Himmelfahrt Christi selbst nicht erkennbar, gehört aber doch zum Glaubensgut der Kirche. Ich beschränke mich hier auf das, was wir ob der Himmelfahrt Christi über den Himmel gewiß wissen können. 


Dienstag, 12. Mai 2026

Wider eine kryptolutherische Praxis der Eucharistie: dem Einlegen der Hostien am Kircheneingang

 

Wider eine kryptolutherische Praxis der Eucharistie: dem Einlegen der Hostien am Kircheneingang


>Sehr wünschenswert ist es,dass die Gläubigen,so wie es auch der Priester selbst zu tun hat,den Leib den Herrn von den Hostien empfangen,die in derselben Messe konsekriert worden sind (...)Auf diese Weise soll die Kommunion (...)klarer als Teilhabe an dem Opfer erscheinen,das gerade gefeiert wird<, so liest man in der Grundordnung des römischen Messbuchs (Nr 85)“,

Deswegen soll nun die Eucharistie wie folgt praktiziert werden: „Ist die Gottesdienstgemeinde überschaubar,kann man vor Beginn der Messfeier durchzählen, bei größerer Anzahl und weiten Räumen wird dies schwieriger. Hier gibt es die Möglichkeit, dass am Eingang Hostien bereitstehen.Alle,die die Kommunion empfangen möchten,legen eine Hostie in die Schale,welche bei der Gabenbereitung von den Ministranten zum Altar gebracht wird.“

hSo heißt es im Pfarrbrief des Pfarrverbandes Vilshofen, dem Jahreskreis nach Pfingsten 2026.

Eine der wesentlichen Differenzen der Lehre von der Realpräsenz Jesu Christi in der Eucharistie bzw des Abendmahles besteht in der Differenz zwischen der katholischen Lehre, daß das Brot und der Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt wird und daß diese Transsubstantion eine dauerhaft währende ist, wohingegen die lutherische Lehre besagt, daß durch die Konsekration Jesus in das Bot und den Wein einzieht, sodaß er unter, in und zwischen dem Brot und dem Wein real präsent ist und daß er dann nach dem Ende des Gottesdienstes sich wieder aus dem Brot und dem Wein herauszieht, sodaß dann nur noch das Brot und der Wein übrigbleiben.

Wenn also ein Lutheraner in der Eucharistie die Hostie aus dem Tabernakel entnommen empfinge, dann empfinge er nach seiner Lehre nur ein Stück Brot, er empfinge also die Kommunion ungültig.

Damit Lutheranern ein gültiger Empfang der Kommunion ermöglicht werden kann, darf so in der Kommunion nur direkt in der Eucharistiefeier Konsekriertes ausgeteilt werden. Um dem Ziele einer ökumenischen Eucharistie- bzw Abendmhlsfeier näher zu kommen soll so in der hl.Messe auch nur noch in der Feier selbst Konsekriertes ausgeteilt werden. Kirchenrechtlich und aus guten theologischen Gründen erlaubt aber die Kirche weiterhin nicht, Lutheranern die Kommunion zu empfangen ob der gravierenden Differenzen im religiösen Verständnis dieser gottesdienstlichen Handlung. Deswegen ist dieses Zugeständnis des römischen Meßbuches an die Lutheraner sinnlos.

Die dazu gegebene Begründung, die die reale ökumenische Intention verstellt, ist nun nicht nachvollziehbar. Für den Opfercharakter der hl.Messe ist es gleichgültig, ob die Hostien in der aktuellen hl.Messe transsubstantioniert worden sind oder in einer früheren. Selbst wenn außer dem Priester kein Gläubiger zur Kommunion ginge, beeinträchtigte das nicht den Opfercharakter der hl.Messe.

Aber durch die Praxis des Abzählens und des Einlegens wird die katholische Lehre der dauerhaften Realpräsenz Jesu Christi verdunkelt, als schlösse die Kirche sich in diesem Punkte Luther an. Stimmte man aber in diesem Punkte Luther zu, dürfte die Kirche nicht mehr zu einer eucharistischen Anbetung des ausgesetzten Allerheiligsten einladen, da nach Luther da wir Katholiken ein Stück Brot anbeten würden.


1.Zusatz:

Ob des Priestermangels ist es zu befürchten, daß nicht mehr in jedem Sonntagsgottesdienst die Eucharistie gefeiert werden kann. Damit dann den Gläubigen dennoch der Empfang der hl. Kommunion ermöglicht werden kann, gibt es nur die Möglichkeit, nach einem priesterlosen Wortgottesdienst die hl. Kommunion durch Kommionausteiler auszuteilen, die dabei die schon konsekrierten Hostien aus dem Tabernakel zu entnähmen. Dann würde die Eucharistie auf den Empfang der hl. Kommunion reduziert und wäre so keine Eucharistie. Das beeinträchtigte aber in keinster Weise die Gültigkeit des Empfangens der Kommunion. Um aber eine Meßsimulation zu vermeiden, wäre es notwendig, statt der Eucharistiefeier nur die Kommunion auszuteilen. So traurig das dann auch wäre, stärkte diese Praxis aber doch den Glauben an die dauerhafte Präsenz Jesu Christi in der transsubstantionierten Hostie.


2.Zusatz:

Dies Zugeständnis ist nur an die lutherischen Christen ausgerichtet, denn die evangelisch- reformierten glauben nicht an eine Realpräsenz Jesu in dem Brot und dem Wein in ihrer Abendmahlsfeier, sodaßsss es für sie gleichgültig ist, ob sie das Brot direkt aus der Abendmahlsfeier gespendet bekämen oder aus dem Tabernakel. Nur im gläubigen Herzen unabhängig von dem Empfang des Brotes und des Weines durch den Mund wird nämlich Jesus da empfangen.


3.Zusatz

Die Praxis des Abzählens und Einlegens ist nun selbst eine genuin lutherische Praxis: Nach der dortigen Lehre sind nach dem Gottesdienst das Brot und der Wein der Abendmahlsfeier nur noch profanes Brot und profaner Wein, aber da in ihnen davor wirklich der Leib und das Blut Christi anwesend gewesen waren, fällt es doch schwer, diese beiden wie profane Lebensmittel zu behandeln. Deshalb soll möglichst kein Brot und kein Wein nach dem Abendmahl übrig bleiben, um das Problem, wie nun damit umzugehen ist, zu vermeiden.