Was einst geschrieben werden konnte und jetzt nicht mehr und was nicht mehr gesungen werden darf
Im Jahre 1987 konnte ein Autor noch dieses zu Papier bringen: „Das war es also! Der Begriff Tarkan war unter den Hauri tabu. Er bedeutete auf terranisch die Schrumpfende.Perry Rhodan begann zu verstehen, daß zu den religiösen Vorstellungen der Hauri eine überaus scharf und unbeugsame Semantik gehörte.Solches findet man häufig unter Primitivvölkern, bei denen die zulässigen Begriffe des Sprachgebrauchs von Priestern und Schamanen festgelegt werden und die Verwendung gewisser Tau- Wörter unter Strafe steht. Eine hochentwickelte Zivilisation wie die der Hauri an den Gebräuchen der Urzeit festhalten zu sehen,bedeutete für Perry Rhodan eine echte Überraschung.“1
Daß eine so hoch entwickelte Zivilisation wie die der Hauri, sie vermögen, mit zigfacher Lichtgeschwindigkeit von Stern zu Stern zu fliegen,eine primitive Kulturpraxis nachahmt,irritiert Rhodan, aber wie viel mehr müßte die heutige Tabupraxis den Autoren des Jahres 1987 irritieren!
Aber heute existieren doch gar keine Priester und Schamanen mehr, die so Tabus festsetzen. Doch, nur heute ist die Religion der Schamanen und Priester ersetzt durch die Politische Korrektheit und ihre Ideologen diktieren uns nun, was nicht mehr gesagt werden darf. Es ist sozusagen die postmoderne Version der einstmaligen Priesterherrschaft. Predigte nicht schon Salomon: Nichts Neues gibt es unter der Sonne? Wer das für eine Übertreibung hält, möge einmal einen Satz sagen, in dem das Tabuwort „Neger“ vorkommt. In den Romanen Jean Paul Sartres kommt dieses Wort regelmäßig vor und das bei diesem führenden Linksintellektuellen Europas, und heute muß man jeden eindringlichst davor warnen, ihn mit diesem Wortgebrauch zu zitieren!
Über eine klare Übersicht über alle Worte, die inzwischen tabuisiert worden sind, verfüge ich selbst nicht, aber vielleicht ist das gerade ein großer Erfolg der Tabuisierungspraxis, daß jeder Staatsbürger sich zur Selbstüberprüfung seiner Sprache genötigt sieht: Darf man das noch so sagen?
Was darf man also nicht mehr sagen: daß die Tabuisierung von Begriffen eine Praxis primitiver Kulturen seien, daß das was mit archaischen Religionen zu tuen habe, denn das ist die legitime Praxis unserer „wehrhaften Demokratie“. In einer Sprache wird gedacht, ob es überhaupt ein vor- oder nichtsprachliches Denken gibt, ist eben sehr zweifelhaft. Deswegen soll durch eine sprachpolitisch motivierte Tabuisierungspraxis das Denken der Staatsbürger kontrolliert werden. Mit den verbotenen Worten soll auch das damit Ausgesagte zum Verschwinden gebracht werden.
Im Vergleich zu den primitiven Kulturen verfügen die Priester der Politischen Korrektheit über weitgehende Kontrollmöglichkeiten, ob ihre Staatsbürger unerlaubte Worte gebrauchen.
Rabiat verfährt nun die Polizei gegen Personen, die dafür bekannt sind, nicht sich an die Regeln der Politischen Korrektheit zu halten. Die „Junge Freiheit“ berichtet dazu diesen typischen Fall: „Die Bundespolizei hat dem Bundessprecher der Identitären Bewegung Deutschland, Maximilian Märkl, am Münchner Flughafen die Ausreise nach Portugal verweigert. Strafrechtlich zu schulden kommen lassen hatte er sich zuvor nichts. Märkl wollte nach Porto reisen, wo am Sonnabend ein Remigrationsgipfel stattfinden soll.“
„Als Begründung für das Ausreise-Verbot werde angeführt, so Märkl, seine Reise nach Portugal könne dem Ansehen der Bundesrepublik Deutschland schaden.“ (28.5.2026) Wer zu viele tabuisierte Worte benutzt, gar sie in einem politischen Vortrag gebraucht, muß mit staatlichen Repressionen rechnen. Die Unbestimmtheit, welche nun nicht mehr verwendet dürfen, ist dann für die repressive Praxis nützlich.
Aber nicht nur Worte werden verboten, auch Lieder. Die Internetseite „Zuerst“berichtet am 28.5.2026: anläßlich der Erlanger Bergkirchweih hat die örtliche Gleichstellungsstelle den Wirten des Volksfestes jetzt eine Liste mit zwölf Titeln übermittelt, die nach Auffassung der Behörde wegen „sexistischer“ oder frauenfeindlicher Inhalte künftig nicht mehr gespielt werden sollen.Das traditionsreiche Fest, das vom 21. Mai bis zum 1. Juni stattfindet, gilt als eines der größten Volksfeste Bayerns. Schlager, Ballermann-Hits und Mitsing-Klassiker gehören in den Bierzelten einfach dazu. Für etliche dieser Lieder soll nun Schluß sein.
„In ihrem Schreiben verfügt die Gleichstellungsstelle im Gutsherrenton: „Im folgenden finden Sie eine Liederauswahl der Gleichstellungsstelle, die aufgrund sexistischer oder frauenfeindlicher Inhalte auf der Erlanger Bergkirchweih keinen Platz haben.” Auf der Liste stehen unter anderem „Layla“ von DJ Robin & Schürze, „Nein heißt ja“ von G.G. Anderson, das „Donaulied“ in verschiedenen Versionen, „Joana (du geile Sau)“ von Peter Wackel sowie „10 nackte Friseusen“ und „Geh mal Bier hol’n“ von Micki Krause.Auch Titel wie „20 Zentimeter“ von Mirja Boes, „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang oder „Olé, wir fahr’n in’ Puff nach Barcelona“ sollen nach dem Willen der Gleichstellungs-Zensoren künftig nicht mehr zu hören sein.“
Meine Empfehlung:Um als politisch einwandfrei zu gelten: Täglich „Deutschland verrecke“von „Feine Sahne, Fischfilet“ anstimmen.
1Kurt Mahr, Tarkan,Perry Rhodan Nr 1350, S.51.