Sonntag, 28. Juni 2026

Wenn von einer unbedingten Bejahung des 2.Vaticanumes geschrieben wird, was wird damit gemeint?

 

Wenn von einer unbedingten Bejahung des 2.Vaticanumes geschrieben wird, was wird damit gemeint?


Seit einiger Zeit hege ich diesbezüglich einen Verdacht, den ich noch nicht verifizieren kann, aber den ich für sehr wahrscheinlich halte.Nicht die vielfältigen theologischen Aussagen der Texte dieses Konziles sind gemeint, wenn das Konzil als unbedingt zu Bejahendes gefeiert wird, sondern primär seine kirchenpolitischen Intentionen.


Im 2.Vaticnum habe die Kirche die moderne bürgerliche Gesellschaft, fundiert auf der Ideologie der Menschenrechte und der Menschenwürde anerkannt und damit objektiv gesehen die gesamte konstantinische Epoche als den Irrweg der Kirche abgeurteilt. Sie habe daraus aber noch nicht die Konsequenz gezogen, nun ihr eigenes Innenleben demgemäß zu gestalten, sich also zu enthierarchisieren und zu verdemokratisieren.


Im 2.Vaticanum sei die Zeit(geist)gemäßheit zu dem Kriterium der Kirche und der Theologie avanciert, daß die Geschichte der Kirche und ihrer Theologie ein permanenter Anpassungsprozeß an die jeweilige Zeit gewesen sei, auch wenn die conservativen Kräfte in der Kirche sich jeweils der notwendigen Modernisierung entgegengesetzt hätten, aber den Progreß nicht aufhalten konnten. Das wäre die „Tradition“ der Kirche, daß so nun ein weiteres Einpassen in die Moderne verlange.

Dazu gehöre die Anerkenntnis aller Religionen als gleich wahre, der Verzicht auf jegliche Mission und daß stattdessen das Eintreten für die Menschenrechte die Zentralaufgabe der Kirche zu sein habe.


Im 2.Vaticanum habe so die Kirche die zeitgeschichtliche Bedingtheit all ihrer Lehren erkannt und sei so offen geworden für eine generelle Modernisierung der Kirche, die nur von Conservativen und Reaktionären torpediert würde


Dabei oszilliert das innerkirchliche Reformlager zwischen einer rein marktwirtschaftlichen Konzeption: „Der Kunde ist König“ und einer dogmatisch aufklärerischen, daß einfach gesagt reaktionären, conservativen Bedürfnissen nicht nachgegangen werden dürfe, das wäre ein illegitimer Populismus sondern nur den progressiven Wünschen nachzugehen sei. So sei jeder Versuch einer Rehabilitierung der „Alten Messe“ zu verwerfen, aber wenn Homosexuelle oder LGBTQ- Anhänger Gottesdienste für sich haben wollen, müsse das begeistert bejaht werden.


Dabei gilt die Morallehre der Kirche als ihr größter Irrtum, sodaß es am besten wäre, einfach dem vernünftigen Menschen es anheimzustellen, wie er selbst leben möchte, sofern er dabei die Moraldogmen der Politischen Korrektheit respektiert als die von jedem Bürger anzuerkennenden öffentlichen Religion,


Da die Bejahung der westlichen Demokratie, faktisch die Herrschaft einer Parteienpolitikeroligarchie die Aufgabe der Kirche sei, müsse sie nun vorrangig den Kampf gegen „Rechts“ führen. Die Kirche habe sich dabei als ein Subsystem der Gesellschaft zu verstehen, die sich durch ihre Leistungserbringungen für sie legitimiert. Traumatisierend wirkte dabei die Einstufung der Kirche und der Religion als nichtsystemrelevant in der Coronakrisenzeit: Nein wir sind relevant für die moderne Gesellschaft.

Nun ist das nicht eine Anreihung von Einzelpunkten, sondern meint einen Grundsatz, der sich dann so expliziert, daß die Anerkennung des Pluralismus als dem Fundament der modernen Gesellschaft die Behauptung, daß es eine Wahrheit gäbe, die als uns offenbarte uns beansprüche, nicht akzeptierbar sei.  

Samstag, 27. Juni 2026

Stellt die Menschenwürde das Zentrum der christlichen Religion dar?

 

Stellt die Menschenwürde das Zentrum der christlichen Religion dar?



Das Narrativ der Kaprizierung auf die Menschenwürde wird schöpfungstheologisch fundiert: Da Gott der Schöpfer aller Menschen sei, er sie gar als sein Ebenbild erschaffen habe, gälte dem Menschen eine ihm eigene Würde.Daraus wird dann direkt deduziert, daß die Kirche vorrangig sich um die Menschenrechte zu engagieren habe, isb für solche Menschengruppen, denen die Anerkennung ihrer Würde teilweise oder fast vollständig verwehrt würde. Das wären nun die Frauen, die in der Katholischen Kirche immer noch diskriminiert würden und das LGBTQ-Klientel und die „Flüchtlinge“. Im Prinzip würde aber die westliche Gesellschaft mit ihrer Demokratie und dem Rechts- und Sozialstaat der Menschenwürde gerecht werden im Kontrast zu den autoritär- despotisch regierten Ländern, denen so die Feindschaft zu erklären sei: Rußland, China, dem Iran usw.

Stimmt das aber auch? Als erstes ist zu kritisieren, daß die große Erlösungsgeschichte (vgl Lyotard über die großen Erzählungen) der christlichen Religion, vom Fall des Menschen und wie er durch Jesus Christus erlöst wird und wie dabei die Kirche mitwirkt, völlig ausgeblendet wird. In Jesus bestätigt Gott nur seine Liebe zu allen Menschen, da er ihr Schöpfer ist. Darüber hinaus lehrten alle monotheistischen Religionen die Liebe des Schöpfergottes zu allen Menschen, sodaß jede Missionierung unter den monotheistischen Religionen sinnwidrig sei.

Im Zentrum des Alten Testamentes steht aber nicht Gott als der alle seine Geschöpfe liebende Schöpfergott sondern der Gott, der das Volk Israel zu seinem Volke erwählte und für den die anderen Völker die nichterwählten sind. Sein Volk errettete er aus dem ägyptischen Sklavenhaus,das ägyptische Volk schlug er mit entsetzlichen Plagen, er tötete die Kinder Ägyptens. Der Apostelfürst Paulus predigt über die Wohltaten Gottes für sein Volk: Sieben Völker hat Gott im Lande Kannaan vernichtet und ihr Land ihnen zum Besitz gegeben.“ Apg 13,19. Wie könnte dieser siebenfache Genoizid mit dem Glauben an den alle Menschen liebenden Gott vereinbar sein? Nicht die Allliebe Gottes bestimmt das Alte Testament sondern die Differenz zwischen dem erwählten Volke und den nichterwählten. Darüber hinaus: Wie ist es mit der Liebe Gottes zu allen Menschen vereinbar, daß er in der Sintflut die ganze Menschheit ausrottete, acht Gerechte in der Arche Noah ausgenommen?

Im Neuen Testament steht nun Jesu Christi Verkündigung des Reich Gottes im Zentrum mit der Frage: Wer wird in dieses Reich eingehen und wer nicht? So komplex nun diese Frage beantwortet wird, nie lehrte Jesus, daß jeder Mensch als notwendige und hinreichende Eintrittsbedingung auf sein bloßes Menschsein verweisen bräuchte.Wenn Jesus Christus (Mk 16,16) verkündet, daß jeder der glaubt und getauft ist, in das ewige Leben eingehen wird, der Nichtgläubige aber verdammt wird im Endgericht, dann ist das unvereinbar mit der Menschenwürde und isb den Menschenrechten, denn selbst Gott dürfte keinen Menschen ob seines Nichtglaubens diskriminieren.

Das Zentrum der Verkündigung Jesu Christi verschwindet ganz wegen der Kaprizierung auf den jeden Menschen bejahenden Schöpfergott und der sozialdiakonischen Praxis des Eintretens für die Menschenrechte. Das Projekt der Humanisierung der Welt ersetzt so die Reich Gottes Verkündigung Jesu. Prinzipieller: Für die christliche Religion gilt der Mensch als erlösungsbedürftig,  somit auch als ein Zuüberwindender, daß er ein neuer Mensch in Christo werde und nicht daß Gott ihn so bejahe wie er ist als "Alter Adam"!

b

Freitag, 26. Juni 2026

Eine Welt ohne Grenzen – ein gemeinsames Projekt der Linken und der Katholischen Kirche?

 

Eine Welt ohne Grenzen – ein gemeinsames Projekt der Linken und der Katholischen Kirche?


Slavoj Zizek enthüllt in seinem Buch:“Der neue Klassenkampf“ die neue Revolutionsstrategie der Linken, nachdem sie ihre Hoffnung auf das revolutionäre Subjekt der Arbeiterklasse endgültig, desillusioniert aufgegeben hatten:“Nur eine wirklich große Anzahl von Flüchtlingen(mitsamt ihrer Enttäuschungen,da Europa ihre Erwartungen offensichtlich nicht erfüllen kann) könne die radikale europäische Linke wiederbeleben.“1

Es soll nun der Gedankengang, der diese Revolutionsstrategie hervorgebracht hat, rekonstruiert werden. Am Anfang war der Wille Linksintellektueller, daß die modern bürgerlich - kapitalistische Gesell-schaftsordnung überwunden werden müsse. Das verband sich mit der Einsicht, daß die Gruppe der Linksintellektuellen auf sich allein gestellt, der Aufgabe einer revolutionären Überwindung dieser Gesell-schaftsordnung nicht gewachsen sei. Wer kann dann das revolutionäre Subjekt sein, wenn es nicht der aufgeklärte Bürger sein kann,und nicht eine neue Intellektuellenherrschaft in einer Entsprechung zu dem Konzept einer Priesterherrschaft? Der Marxismus gab darauf die Antwort, die die Linke bis 1989 im Wesentlichen zustimmte. Der Klassenkampf sollte dabei das Mittel sein, durch das die Revolution schlußendlich siegen würde. Zu beachten ist hierbei, daß die Gründe, warum die Linksintellektuellen das Ende der bürgerlichen Gesellschaft herbeisehnten und die Gründe, warum die revolutionäre Arbeiterklasse den Kapitalismus überwinden möchte, nicht a priori identisch sind.

Wer könnte nun als ein Ersatz für die Arbeiterklasse als das revolutionäre Subjekt fungieren? Der Widerspruch zwischen der Arbeiterklasse und der Bourgeoisie wird nun substituiert durch den zwischen den ausgebeuteten Völkern und den sie imperialistisch ausbeutenden Völkern. Die „Flüchtlinge“ sind nur Vertreter der ausgebeuteten Völker, die nun in Europa und Amerika die „Ausbeuter“ selbst „ausbeuten“ wollen, indem sie einen Anteil an dem Reichtum der „Ausbeuter“ für sich zurückfordern da unser Reichtum doch nur deren „Ausbeutung“ erwirkt sei. Die individuelle Rückgewinnung des ihnen eigentlich gehörenden Reichtumes der westlichen Länder würde sich dann in eine politische Revolution radicalisieren, in der die bürgerlich- kapitalistische Gesellschaft zerstört würde.

Damit transformiert sich der Klassenkampf in einen zwischen ausgebeuteten und ausbeutenden Völkern. Er wird zu einem ethnischen Konflikt. Diesen Wandel kritisiert nun der in diesem Punkte eher traditionalistische Linke Zizek in diesem Buch.Seine Kritik fundiert er mit diesem Leninzitat, das wirklich bedenkenswert ist:“Die Methode der sozialistischen Reolution unter der Losung >Fort mit den Grenzen< ist völlige Konfusion.“ „Wir vertreten die Notwendigkeit des Staates,der Staat aber setzt Grenzen voraus. Zum Staat kann natürlich eine bürgerliche Regierung gehören,während wir Sowjets brauchen. Aber auch für diese besteht die Frage der Grenzen. Was heißt >Fort mit den Grenzen<? Hier beginnt die Anarchie.“2

Die Forderung nach der Auflösung aller Grenzen zerstört die Ordnung des Staates und verwandelte die Welt so in eine Anarchie.Daß diese Erkenntnis der Revolutionär Lenin erfaßte, zeigt seine Größe. Die postmarxistische Linke dagegen will die Anarchie als die Zerstörung jeglicher staatlicher Ordnung. Indem sie die Ordnung des Staates zerstören will,will sie auch die Zerstörung der Ordnung der Völker. Sie revoltiert so gegen die Schöpfungsordnungen Gottes.


Aber wie konnte es nun dazu kommen, daß jetzt postmarxistische Linke mit der Kirche zusammen faktisch die Ordnung des Staates nichten wollen? Ein Staat der offenen Grenzen liquidiert sich ja selbst.


Meine vorläufige These dazu lautet: Die Katholische Kirche hat sich dem Humanitarismus zugewandt und dabei die Gehalte der christlichen Religion aufgegeben. Zu diesem Humanitarismus als dem Glauben an den guten Menschen gehört auch die Vorstellung einer herrschaftsfreien Weltgesellschaft, die nur noch aus vernünftigen Menschen bestünde ohne eine Volks- und Geschlechtszugehörigkeit, ohne eine sie beanspruchende Religion , daß es nur noch atomisierte Menschen gäbe, die sich alle wechselseitig als gleiche bejahten.


1Zizek, Der neue Klassenkampf, 2020, S.88.

2A.a..O. S.95.


Donnerstag, 25. Juni 2026

Auf Rom hören und das Gegenteil tuen- die neue Praxis der „Synodalkirche“

 

Auf Rom hören und das Gegenteil tuen- die neue Praxis der „Synodalkirche“


Kath de überbrachte am 23.6.2026 die Hiobsbotschaft: „Vatikan gibt keine Erlaubnis zur Laienpredigt in der Messe“, um am gleichen Tage ergänzend zu melden: „Abgelehnte Erlaubnis für Laienpredigt stößt auf negative Reaktionen“.Damit hat wiederum der Vatican dem Einstieg in die Einführung in das Fraunpriestertum die „Rote Karte“ gezeigt: Erst läßt man die Laien und isb die Frauen in der hl.Messe predigen, um dann zu proklamieren: Wenn Frauen schon in der Messe predigen dürfen, dann müßten sie auch der Eucharistie vorstehen können.

Wenn einem Fußballspieler die „Rote Karte“ von dem Schiedsrichter gezeigt wurde, muß der Spieler das Spielfeld verlassen und er gehorcht auch.Kein Fall einer Insubordination ist in der Geschichte des Fußballspieles bekannt geworden. Ganz anders verhält sich nun die neue „Synodalkirche“ Deutschlands. Das Laien- ZK „erwartet von den Oberhirten dennoch eine Sonderregelung für Laien.“ 1Das heißt im Klartext: Laien dürfen weiterhin in den hl.Messen predigen. Ob das ZK schon gänzlich die Macht in der Kirche erobert hat, ist noch nicht eindeutig beantwortbar aber die Machtübernahme wäre gelungen, akzeptierte der Vatican die neue Kirchenordnung, wie sie der „Synodale Weg“ beschlossen hat.

Am 24.6.2026 ergriff dann ein Pastoraltheologe wider den Vatican das Wort: „Pastoraltheologe: Vatikanabsage hilft nicht gegen Klerikalismus“:Dieser Pastoraltheologe, also ein Marketingexperte „äußerte die Hoffnung, dass das Vatikan-Verbot keine Auswirkungen auf den Gemeinde-Alltag habe. >Denn ich hoffe, dass mit dieser römischen Intervention in vielen Gemeinden genauso umgegangen wird, wie es bereits mit dem Predigtverbot von 1988 geschehen ist: Man hört Rom und geht dennoch in ungekündigter Verbundenheit mit der Weltkirche mit guten Gründen und im Vertrauen auf den schöpferischen Geist im Heilsplan Gottes einen anderen Weg.<"

Das Hören auf Rom wird hier nun auf das Grotesktete in sein Gegenteil verkehrt: Hören heißt nun das Gegenteil vom Gehörten zu tuen! Unter der ungekündigten Verbundenheit mit der Weltkirche wird nun verstanden, daß die deutsche Synodalkirche macht, was sie will und nennt das einen „anderen Weg“.

Größte Beliebtheit unter Häretikern, Apostaten und Schismatikern erfreut sich dabei der Rekurs auf den „Heiligen Geist“, der dem Heiligen Geist, der die Kirche nun 2000 Jahre führt, widerspricht. Dieser „Geist“ sei ein schöpferischer, das meint einer, der wie einem Politiker erklärt: „Was schert mich mein Geschwätz von Gestern!“ 2000 Jahre lang hat also der Heilige Geist nicht erkannt, daß die Laien und isb die Frauen das Recht hätten, in der Messe zu predigen, aber jetzt ist ihm dieser fatale Irrtum aufgefallen und er korrigierte seinen groben Irrtum, indem er nun den Synodalen diese Kurskorrektur offenbarte. Daß das so neu Offenbarte identisch ist mit den Erkenntnissen des vorherrschenden Zeitgeistes, irritiert solche progressiven Charismatiker nicht.


Eine Frage stellt sich mich nun: Wenn nun der feministische Suffragettentraum sich nicht erfüllt,daß die ersten Laienpredigerin wortgewaltig von den Kanzeln herab das Kirchenvolk aufklären, daß die armen Frauen nun 2000 Jahre lang in der Kirche unterjocht worden seien sondern predigten, daß das Glück einer Frau in der Liebe und dem Familienleben bestünde, wer von den Befürwortern der Laienpredigt würde dann noch die Laienpredigt in der Kirche gutheißen? Begründet sich die Forderung, daß die Laienpredigt in der Messe zu erlauben sei, nicht mit der Annahme, daß die Laien im Vergleich zu den Priestern liberaler, progressiver seien und so zeitgeisterfüllt predigen werden? Laien, die gemäß der Lehre der Kirche predigen würden, sind sicher unerwünscht.


Selbstredend ist das Endziel des Kampfes um die Laienpredigt in der Messe die Auflösung der hierarischen Struktur der Kirche, aber man sollte deswegen Näherliegendes nicht gänzlich aus den Augen verlieren, die einfache Marketingstrategie, daß von Frauen angepriesene Produkte, und eine Predigt ist ja auch nichts anderes als ein Verkaufsprodukt,wenn sie denn attraktiv sind, sich gut verkaufen lassen. Ziehen etwa attraktive Frauen mehr Männer in den Gottesdienst, wenn sie dann da predigen? Wären dann etwa Pfarrer, die heiraten dürfen, auch attraktiver für Frauen? Aus pastoraltheologischer Perspektive sind das sehr wohl bedenkenswerte Überlegungen! 

Zusatz

In einer (post)modernen Gesellschaft mit ihrer hochgradigen Arbeitsteilung stellt die Forderung nach einer Laienpredigt einen Anachronismus dar oder was wäre von der Forderung zu halten, daß die Gäste in einem Speiserestaurant selbst mitkochen sollen, damit die Speisen ihnen mehr munden? 



1Kath de am 23.6.2026:Abgelehnte Erlaubnis für Laienpredigt stößt auf negative Reaktionen.


Mittwoch, 24. Juni 2026

„Was bleibt,wenn der Glaube schwindet?“ Eine Bankrotterklärung

 

Was bleibt,wenn der Glaube schwindet?“ Eine Bankrotterklärung


Eine Sonderausgabe des „Publik Forums“ stellte diese sich diese Frage und offenbarte dabei ihr völliges Unverständnis der christlichen Religion.1 Der Beitrag: „Wenn das religiöse Erbe verschwindet“2leistet wahrlich einen Offenbarungseid,wobei die Äußerungen des da zitierten pensionierten Religions- und Geschichtslehrers „Karl“ eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. „Der Mensch von heute braucht die Kirche nicht mehr“,tönt es.3Der Mensch von heute“ besitzt hier eine normative Bedeutung, und ist so nicht einfach deskriptiv gemeint.

Wichtger als die Kirche und wohl auch die Religion sei: „dass die Kinder und Enkel >gute Staatsbürger< sind, wie er sagt.Ja, der Exreligionslehrer urteilt über seine Kinder und Enkel: „Sie sind gute Menschen“.4Sie bejahten zwar viele christliche Traditionen nicht mehr,aber ein vermittelter christlicher Grundwert sei es doch, zu versuchen „demütig zu sein und andere Menschen gut zu behandeln.“5 „Mitleid,Großherzigkeit und Rücksicht6nahme“sollen dann als weitere christliche Tugenden gelten. Dann wird gar eingeräumt, daß dieser pensionierter Religionslehrer sogar ein bißchen damit sympathisiere,“dass sich die Enkel von der Kirche abwenden.denn ihm ist sie zu unbeweglich und frauenverachtend.“ 7

Zustimmend wird der Pädagoge Christof Horst zitiert: „Das Beste für ein Kind ist,ihm beizubringen, selbst zu denken.“8 Die christliche Religion ist also in der 3.Generation fast völlig verschwunden, außer diesen Fragmenten und das obzwar anfänglich die Familie eine religiös praktizierende war. „In der Familie Hoffmann jedenfalls wird wenig über Gott gesprochen.“Ist das wirklich nur als eine deskriptive Aussage gemeint oder klingt da nicht ein präskriptiver Unterton mit: So ist es auch richtig für eine moderne Familie? „Werte ja, Glaube nein!,9das könnte als das Resümee des Was vom Glauben übrigbleibt, benannt werden. Das sei >eine ganz normale Erscheinung der Zeit,nicht eine persönliche Verantwortung“ wird dann auch noch resümiert.10

Der Strom der Zeit stellt eben einfach den christlichen Glauben in das Abseits und läßt als seine Konkursmasse nur noch ein paar gutbügerliche Tugenden übrig.

Der darauf folgende Artikel: „An Einhörner glauben“ stellt fest, daß es in der kindlichen Entwickelung zwei Phasen der Gläubigkeit gäbe.11 Anfänglich glaube man an Einhörner , Dinosaurier und Märchenprinzen. Darauf folge ein anderer Glaube:“dass die Welt im Kern gerecht ist. Dass die Leute in politische Ämter gewählt werden,die das Beste für alle wollen.Dass die Bösen am Ende im mer den Guten unterlegen sind.“ Aber als D,Trump zum Präsidenten der USA gewählt wurde und ob ihres Nachdenkens über Auschwitz löste sich auch dieser Glaube auf. Jetzt bliebe nur noch dies: „Wir müssen weiter hoffen,weiter demonstrieren,weiter darüber sprechen, wie die Welt war,wie sie ist und wie wir sie uns für die Zukunft wünschen.“ Nichts ist hier mehr von der christlichen Religion und dem Glauben übriggeblieben!

Die weiteren Artikel erspare ich meinen Lesern, nur dies Bekenntnis einer evangelischen Theologen sei zur Abschreckung zitiert: „Ich verstehe Religion als das, was aufbricht, wenn Menschen Sinnfragen stellen.“12


Kein Mal fand ich in dieser Sonderausgabe den Namen Jesus Christus oder irgendeinen christlichen Gehalt erwähnt!Die christliche Religion gilt faktisch als nicht mehr vermittelbar.



1Publik Forum.Sonderdruck, 11.2025.

2A,a.O, S.3-6.

3A.a.O. S.5.

4A,a,O. S,5.

5A.a.O.S.5.

6A.a.O.S.5.

7A,a.O. S.4.


8A:a.O: S:$:


9A.a.O. S.5

10A.a.O. S.5.

11A.a.O.S.7.

12A.a.O, S.16.

Dienstag, 23. Juni 2026

Absurde Religionspädagogik- ein Beispiel

 

Absurde Religionspädagogik- ein Beispiel


Man möge sich ein Mal vorstellen, daß ein Lehrer den Unterschied zwischen einem „Trabant“ (Trabi) und einem Mercedes erklären wollte, ohne zu klären, was denn ein Auto(mobil) sei. „Was das Autosein des Autos ausmache, das sei viel zu kompliziert und zu abstrakt für die Schüler,es falle ihnen leichter, die sinnlich wahrnehmbaren augenfälligen Unterschiede zu benennen.“

Klingt das absurd, aber nicht in den Ohren der Religionslehrer: Hier will man die christliche Religion vermitteln, ohne zu erklären, was denn die Religion überhaupt sei, um dann die bestimmten Religionen zu erfassen.Ja, es wird sogar ganz auf den Begriff der Religion verzichtet, um zu suggerieren, daß die christliche gar keine sei, auch um sie so vor der Religionskritik zu immunisieren.

Aber wie nicht erklärt werden kann, was ein „Trabi“ ist, eine bestimmte in Ostdeutschland viel gefahrene Automarke, ohne zu klären, was denn ein Auto sei, so wenig kann die christliche Religion vermittelt werden ohne das ein Verständnis, was denn die Religion sei vermittelt wird.

Ich möchte hier Peter Sloterdijks These von der postmetaphysischen Umformung des Christentumes aufnehmend1 die These vertreten, daß diese Art der Vermittelung selbst eine postmetaphysische ist. Denn es ist eine metaphysische Fragestellung, ob alle empirisch vorfindlichen Religion die individuierte Erscheinungen der Religion, der Wesens, der Idee der Religion sind, oder ob es nominalistisch gedacht nur die einzelnen empirisch vorfindlichen Religionen gäbe aus denen abstrahierend dann eine Vorstellung von der Religion als der Substanz aller Religionen konstruiert wird.Ein entmetaphysiertes Christentum erscheint dann als ein sogenanntes „religionsloses Christentum“, wie es in Anlehnung an Dietrich Bonhoeffer genannt wird. Die Vulgärversion stellt das politische Christentum dar, das seine Wesen in dem Kampf gegen Rechts und für die „Klimagerechtigkeit“ erblickt.

Aber die christliche Religion ist als eine Religion erst Mal etwas ganz anderes als ein Weltverbesserunsengagement. Im Zentrum steht die Gottesverehrung, das Wissen, daß unser Wohlergehen in erster Linie von der Gunst Gottes und deswegen von der rechten Gottesverehrung abhängig ist. In diesem Punkte dürften sich unsere frommen germanischen Vorfahren von den frommen Christen nicht unterschieden haben, die Differenz liegt allein in dem Wie der richtigen Verehrung.

Nun könnte viel über die Differenzen der Religionen von mir geschrieben werden, daß sie Gott selbst nicht gleichgültig sind, daß er zwischen der wahren und den falschen Religionen distinguiert, aber das darf erst nach dem, was das Wesen der Religion ausmacht, geschrieben werden.

1Peter Sloterdijk; Nach Gott, 2017.S.228.

Sonntag, 21. Juni 2026

Weiteres aus einem Gespräch mit einer evangelischen Christin

 





 vgl 13.6.2026 Aus Dialogen mit evangelischen Christen

 

Weiteres aus einem Gespräch mit einer evangelischen Christin 

 

Das hat mich gefreut, daß Du geantwortet hast und dann gar noch zustimmend,als wüßtest Du nicht, daß die Reformatoren eine Fürbitte an die Mutter Gottes verworfen haben und alle protestantischen Kirchen ihnen darin gefolgt sind.

Da unser Gespräch so gut anfängt, möchte ich es gerne fortsetzen.

Stelle Dir einmal vor, eine Deiner Töchter heiratete und ihr Zukünftiger erkläre, daß er zwar Deine Tochter heiraten wolle, Dich aber auf der Hochzeit nicht sehen wolle. Was würdest Du dazu sagen und wie würde Deine Tochter reagieren?

Stelle Dir vor, ein Prinz heiratet eine Bürgerliche, gar eine Magd und seine Untertanen erklärten, daß dies eine Mesalliance sei und verweigerten so der einstigen Magd den ihr als einer Prinzessin zukommenden Respekt.

Gott hat Maria zur Mutter seines Sohnes erwählt, sie wurde die Mutter Gottes. Kannst Du Dir vorstellen, daß es Gott und seinem Sohn gefallen könne, wenn sie nicht als Mutter Gottes respektiert und geehrt wird, da sie eine Magd gewesen sei, nun aber die Mutter Gottes ist? Mägde= Dienerin Gottes gibt es viele, aber nur eine ist die Mutter Gottes,

Selbstredend wird Maria nicht wie Gott angebetet sondern so respektiert und verehrt, wie es ihr als die Mutter Gottes zukommt.

Joh 19,26f: Jesus setzt dem Jünger, den er lieb hat, Maria zu seiner Mutter ein und sie als die seinige. Wozu bedurfte er einer Mutter, wenn er doch Gott zu seinem Vater und Jesus als seinen Erlöser hat? So wie Jesus Petrus als den Hirten seiner Kirche eingesetzt hat und nicht urteilte, er selbst genüge als der Hirte, so setzte er Maria als die Mutter des Jüngers ein, den er liebte, damit er nicht mutterlos als ein Halbwaise zu leben habe. Nun glauben wir, daß Jesus nicht nur diesen Jünger liebte sondern jeden Christgläubigen und daß er deshalb jedem Maria zu seiner Mutter eingesetzt hat.

Der terminus technicus dafür ist der der Akkommodation: Gott paßt sich uns an, damit wir ihn verstehen und wir mit ihm kommunizieren können. Da es für uns ein Unglück ist, mutterlos als eine Halbwaise leben zu müssen, gibt er uns eine Mutter, die dann nach ihrer Aufnahme in den Himmel als unsere Mutter im Himmel fungiert. Als solche ehren und respektieren wir sie und wenden uns in all unseren Nöten an sie wie ein Kind sich zu seiner Mutter verhält, denn wir sind ja als Christen Kinder Gottes, der Mutter bedürftig. .