Samstag, 17. Oktober 2026

„Was ist für Sie das drängendste theologische Problem der Gegenwart?

 

„Was ist für Sie das drängendste theologische Problem der Gegenwart? 1

Der Pastoraltheologe Christian Bauer, also Marketingexperte gibt auf diese Frage des linksliberalen Tendenzmagazins „Christ in der Gegenwart“ eine klare und eindeutige Antwort, ganz im Geiste Carl Schmitts, daß die Markierung des Feindes die Aufgabe der Politik und wohl auch der Theologie sei:

„Dass es identitärautoritäre Feinde einer offenen Kirche und Gesellschaft gibt, mit denen man – auf synodalen Wegen und anderswo – nicht nur nicht einfach ,sondern auch einfach nicht reden kann.“

Für einen an M.Foucault Interessierten wie diesem Pastoraltheologen ist das eine irritierende Antwort,wird dieser postmoderne Philosoph doch gerade als der Kritiker jedes Ausgrenzens gefeiert, wobei dessen Homosexualität dann gern besonders betont wird: der selbst so Ausgegrenzte.Aber die Zeiten ändert sich: Habermas „herrschaftsfreier Diskurs“ als auch dieses Anliegen Foucaults sind ad acta gelegt. Die wichtigste Frage lautet nun: „Wer darf nicht mitdiskutieren, wer ist auszugrenzen?“Mit den „Feinden der offenen Gesellschaft“ spielt der Pastoraltheologe auf das Anliegen Poppers an, die Philosophie Platons und Hegels als antipluralistisch und staatsfixiert zu brandmarken im Geiste des Liberalismus.

„nicht reden kann“ meint natürlich: mit wem man nicht reden will! Auf dem „Synodalen Weg“ und in der „synodalen Kirche“ erhält dieser Feind eben ein Auftritts- und Redeverbot.Hatte Foucault noch dargelegt,daß jeder Diskurs ein geregelter und somit ausschließender ist, 2und daß das ein strukturelles Problem jedes Diskurses ist, so bejaht nun dieser Antirechtskämpfer diesen Ausschlußcharakter.

Einfacher gesagt: Wer mit Willi Brandt „mehr Demokratie wagen will“ muß als Machtkirchenpolitiker dafür sorgen, daß nicht die Kritiker seiner Positionen Einfluß gewinnen können. Sie müssen also ausgegrenzt werden.

Was soll nun aber konkret ausgeschlossen werden? Der Kath de Artikel: „Theologe Bauer: Von "irregulären" Lebensformen ist nicht mehr die Rede“3 gibt dazu eine klare Antwort:

„Das wohl wichtigste Ergebnis der Bischofsversammlung ist ein wachsender weltkirchlicher Konsens über Gegenstand und Methode von "Amoris laetitia". Über den Gegenstand: Es geht um Zuhören ("Ascoltare"), Begleiten ("Accompagnare") und Abwägen ("Discernere") – kurz: um einen pastoral sensiblen und nicht mehr doktrinär verurteilenden Ansatz, um eine Verletzungen ernstnehmende und nicht mehr verletzende Sprache. Von sogenannten "irregulären" Lebensformen ist jedenfalls nicht mehr die Rede. Genauso freut mich, dass auch der methodische Paradigmenwechsel des Dokuments nicht mehr infrage steht: Man muss synodal von konkreten Erfahrungen ausgehen, nicht mehr hierarchisch von abstrakten Prinzipien. Mit diesem erfahrungsbasierten Ansatz ist der >pastoral turn< des Zweiten Vatikanischen Konzils nun endlich auch in Rom angekommen.“

Dieser Pastoraltheologe bejubelt so die Emanzipation der Kirche von der dogmatischen Theologie. „Zuhören“,“Begleiten“ und „Abwägen“, dieser Dreischritt soll die Moraltheologie von theologischen Grundsätzen befreien und sie zu einer empiristischen Wissenschaft machen. Nicht mehr von dem was sein soll, wie die klassische Moraltheologie bzw Moralphilosophie vorgeht, sei auszugehen, sondern es sei die Wirklichkeit, so wie sie ist, zu affirmieren. Das Wirkliche wird zum Normativen,gegen David Humes Erkenntnis,daß das ein „naturalistischer Fehlschluß“ ist.

Der diffamierende Sprachgebrauch, das Gerede von hierarischen und abstrakten Prinzipien“ verschleiert hierbei, daß auf jede Moraltheologie faktisch verzichtet werden soll. Die Kirche solle nur noch zur Kenntnis nehmen, wie verschiedenartig die Menschen etwa ihre Sexualität leben um dann diese Pluralität zu bejahen und um auf jedes Bewerten zu verzichten!

Aber nun könnten ja auch Menschen sich da zu Worte melden, die Erfahrungen gemacht haben, die den Normen der Politischen Korrektheit widersprechen, etwa daß ein homosexueller Priester Knaben mißbraucht hat und das ein Opfer davon erzählt und gar die Forderung stellte, daß Homosexuelle nicht zum Priesteramt geweiht werden sollten. Um das zu verhindern, muß sicher gestellt werden, daß solche Meinungen Vertretende erst gar nicht zum „Synodalen Weg“, zur Kirche des Miteinanderredens und Aufeinanderhörens zugelassen werden. Nicht Linksliberale müssen eben ausgegrenzt werden, denn mit denen kann und will man nicht reden!

Ein Ehewitz: „Wenn Du mich heiratest, werde ich Dir jeden Wunsch erfüllen, werde stets auf Dich hören!“ - aber nur unter der Bedingung, daß Du Dir nur das wünscht, was mir gefällt. Die Synodale Kirche hört auf ihre Basis, aber nur, wenn das von ihr Gesagte ihr gefällt, also politisch korrekt linksliberal ist. 

Zusatz:

Das Konzept der Marktwirtschaftskirche, jedem das,was ihm gefällt ist unvereinbar mit dem Kirchenkampf gegen Rechts, nur politisch korrekten Nachfragen nachzugehen. Aus der Sicht der Marktwirtschaftskirche gleicht eine Kirche, die dogmatisch festlegt, was wahr und was unwahr ist, einer Planwirtschaft, wohingegen das Marktwirtschaftskirchenkonzept besagt: Wahr ist, was ein Kunde will, weil er es will.

Eine Skurilität:

Dieser Pastoraltheologe setzt als das Motto seiner Internetsauftrittsseite : "Ohne Theorie keine Revolution". Ob ihn dazu Josef Stalin inspirierte als den Anti-Rechts-Kämpfer schlechthin: 

„Natürlich wird die Theorie gegenstandslos, wenn sie nicht mit der revolutionären Praxis verknüpft wird, genauso wie die Praxis blind wird, wenn sie ihren Weg nicht durch die revolutionäre Theorie beleuchtet.“ — Josef Stalin

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/zitate/1981673-josef-stalin-naturlich-wird-die-theorie-gegenstandslos-wenn-si/



 

1 Christ in der Gegenwart, 49/2024: Christian Bauer

2Zur Veranschaulichung: Wer Ball spielen will als einen Mannschaftssport, muß immer ein bestimmtes Mannschaftsballspiel erwählen, etwa den Handball, der dann festlegt, wie der Ball zu spielen ist und wie er nicht zu spielen ist- er grenzt so notwendig immer aus:

3 Kath de 16.10. 2026:Theologe Bauer: Von "irregulären" Lebensformen ist nicht mehr die Rede

Freitag, 16. Oktober 2026

„Schönheit wird die Welt erlösen“ - ein Annäherungsversuch

 

„Schönheit wird die Welt erlösen“ - ein Annäherungsversuch



Dieses berühmte Diktum Dostojewskijs aus seinem Roman: „Der Idiot“ könnte spontan die Widerrede provozieren: „Nein, Jesus Christus erlöst uns und somit nicht die Schönheit!“ Aber, wird nachgedacht und nicht jeder spontanistischen Eingebung Folge geleistet, dann gilt doch, daß Gott selbst als die Einheit des Wahren, Guten und Schönen zu denken ist. Wenn die Aussage: „Die Wahrheit wird uns erlösen, wahr ist, dann müßte die Aussage: „Die Schönheit wird uns erlösen“ doch wohl auch wahr sein.

Aber nun wird alles noch viel komplizierter: Eine Aussage kann wahr , eine Handlung gut und ein Kunstwerk schön sein. „Wahr, „gut“ und „schön“ sind also Eigenschaften von etwas, aber sie sind doch nichts Selbstständiges. „Der Gott, der „wahr“,gut“ und „schön“ist, erlöst uns,aber nicht erlöst uns die „Wahrheit“, das „Gutsein“ oder das „Schönsein“.

Nur, warum sagt dann der Sohn Gottes von sich, daß er die Wahrheit sei und nicht, daß er der wahre Sohn Gottes sei, der wahre Erlöser? Jesus Christus verwendet hier die Vokabel des „Wahren“ nicht als ein Eigenschaftswort, etwas sei wahr, sondern substantiell, es existiert für ihn ein „res“, die die Wahrheit ist und nicht einfach nur die Eigenschaft des Wahrseins hat.

Neben der Aussagenwahrheit existiert noch die „ontologische Wahrheit, das ist, daß etwas so ist, wie es sein soll, wie es der Idee von Gottes entspricht: die wahre Kirche, die wahre Religion,der wahre Mensch. Über den Teufel können viele wahre Aussagen getätigt werden, aber von ihm kann nicht ausgesagt werden, daß er der „wahre Teufel“ sei. Denn sein Sein ist es, nicht sein zu sollen.

Meine Versuchsthese in Anlehnung an die platonische Ideenlehre : Die Wahrheit, das Gute und das Schöne sind Ideen Gottes, die es erst ermöglichen, daß etwas als wahr, gut und schön erkannt werden kann im aussagentheoretischen wie im ontologischen Sinn. Aber diese Ideen erscheinen uns nur als Eigenschaften an etwas oder als die ontologische Wahrheit von etwas, sind aber von ihren Erscheinungen zu distinguieren.

Die Idee des Schönen erscheint uns in einer Mannigfaltigkeit von Dingen, die wir als schön wahrnehmen. Verharrten wir nicht in dem Wahrnehmen des uns schön Erscheinenden, sondern stiegen auf zur Idee des Schönen, dann würde uns diese Idee wirklich erlösen.

Das uns als schön Erscheinenden, etwa eine Gustav Mahler Symphonie oder ein Gemälde Caspar David Friedrichs oder ein Bauwerk, etwa eine Barockkirche sind eben nur Manifestationen der Idee des Schönen, aber sie sind ontologisch etwas ganz anderes als bloß subjektivistische Geschmacksurteile.

Gott selbst hat die metaphysische Ordnung des Wahren und Unwahren, des Guten und des Nichtguten, des Schönen und des Nichtschönen gesetzt, frei konstruiert,wobei bedacht werden muß,   damit wir gerade durch und in dieser Ordnung erlöst werden können und erstmal auch leben.Gottes Ideen sind nämlich von Gott selbst zu distinguieren, er selbst ist als Gott die reine Unbestimmtheit, da er durch nichts determiniert ist - aber er bestimmt sich selbst durch die Setzung dieser metaphysischen Ordnnng, denn nur in ihr ist er selbst die "Wahrheit",das "Gute" und das "Schöne". 

Das "Wahre", "Gute" und "Schöne" ist nun selbst als etwas so Bestimmtes nur durch deren Negation, das Unwahre,Ungute und Unschöne eingedenk der Erkenntnis: Omnia determinatio est negatio!

 

Zusatz

Wie konnte die Kaiserin Sissi-Triologie mit Romy Schneider zu einem der beliebtesten Weihnachtsfilme avancieren, obschon in ihm nichts Christlichweihnachtliches enthalten ist? Einfach,weil dieser Film wunderschön ist und allein deswegen auch weihnachtlich ist.  

 

Donnerstag, 15. Oktober 2026

„CDU-Politiker mahnt: Kirchen dürfen sich nicht auf ‚Sozialbuden‘ reduzieren“

 

„CDU-Politiker mahnt: Kirchen dürfen sich nicht auf ‚Sozialbuden‘ reduzieren“

Weiter heißt es dann in diesem Kath net Artikel vom 13.10.2026: „Der CDU-Politiker und Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei Nathanael Liminski hat die Kirchen aufgefordert, die genuin christliche Botschaft stärker in den Mittelpunkt ihrer öffentlichen Verkündigung zu stellen.“

Welcher Christ würde dieser Aufforderung nicht sofort zustimmen, zumindest der, der noch etwas weiß von dem Auftrag der Kirche, dem ihr von ihrem Herren Jesus Christus gegebenen und der immer wieder feststellen muß, daß in der Kirche vieles unternommen wird, aber nicht das,wozu sie berufen ist. Nur ist doch zu fragen,seit wann denn CDU- Politiker sich für eine ihren Auftrag erfüllenden Kirche einsetzen?

Eine Verdachtsthese: Es war nicht von vornherein klar, daß sich das westliche System, die Einheit von der parlamentarischen Demokratie und der Marktwirtschaft fundiert im Geiste des Liberalismus als dem östlichen, einer sozialistischen Einparteienregierung und der Planwirtschaft im Geiste des Marxismus- Leninismus als überlegen erweisen wird.

Ein realer Kampf begann 1945, der 1989 mit dem Sieg des westlichen Systemes endete. Für diesen Sieg war die Konstruktion der „sozialen Marktwirtschaft“ und eines Sozialstaates, der kaum noch eine Ähnlichkeit mit dem Ideal des liberalistisch sich verstehenden Staates, dem „Nachtwächterstaat“ aufwies.

Die Kirche, angesichts der Drohung des atheistischen Kommunismus des Ostens schloß ihren Frieden mit dem ideologischen Fundament des Westens, dem Liberalismus als der effektivsten antikommunistischen Ideologie, nachdem die antikommunistische Alternative des Nationalsozialismus in Deutschland und in Italien der Faschismus sich 1945 erledigt waren.

Aber der so konstruierte Sozialstaat war eine recht teure Konzeption, die man aber für notwendig erachtete, damit auch das „gemeine Volk“, der „kleine Mann“ und auch der „Arbeiter“ das westliche System bejahte. Nur, seit dem Endsieg über den „Real existierenden Sozialismus“ erscheint die Konstruktion des Sozialstaates als zu teuer, die Marktwirtschaft durch ein Zuviel an den sozialpolitischem bureaukratischen Reglementierungen zu leiden, die unternehmerische Freiheit zu mißachten.

Vulgärer formuliert: Das Volk habe auf zu großem Fuße gelebt, es habe nun den Gürtel wieder enger zu schnallen!Insbesondere jetzt, wo es gilt, den Krieg gegen Rußland zu finanzieren, müsse das Volk eben auf die „Butter auf dem Brot“ verzichten, denn Kanonen müssen nun der Ukraine geschenkt werden für den Endsieg auf dem Schlachtfeld.

Aber noch grundlegender: Die zu hohen Löhne, das zu hohe Anspruchsniveau des Volkes nach einer umfassenden Fürsorge durch den Staat ist nicht mehr hinnehmbar nach dem Sieg über den Osten, jetzt wo das westliche System als alternativlos sich erwiesen hat.

Da stört nun die Kirche, die an dem Konstrukt des Sozialstaates und der „sozialen Marktwirtschaft“ festhält. Der liberale Geist will nun einen Abbau des Sozialstaates, ein Weniger an Sozialpolitik und ein Mehr an unternehmerischer Freiheit. Die linkspolitisch ausgerichtete Kirche paßt da nicht mehr in das aktuelle Konzept, solange sie das Sozialpolitische zu stark hervorhebt.

Aber es zeigt sich auch hier eine Wende zum Guten: Die Kirche engagiert sich nun primär für Kulturpolitisches, für die Genderideologie, für die Homosexualität und propagiert eifrigst den Multikulturalismus und so die Liebe zu den „Flüchtlingen“. Auf die Kirche und die EKD als Kampfgefährten wider Rechts will die CDU/CSU ganz gewiß nicht verzichten, aber sie solle hat sozialpolitisch abrüsten: Dem Volke, nicht den „Besserverdienern“ muß wieder Wasser zu trinken gepredigt werden, der Wein wird wieder reserviert für die „Leistungsträger“ der Gesellschaft, den „Besserverdienern“.

Besonders das Gesundheitssystem ist zu kostspielig. Die Zweiklassenmedizin ermöglicht so nun schon eine angemessene Verteilung, daß halt nur die, die es sich leisten können, wirklich gut versorgt werden - aber ein weiteres Kürzen für das „Gemeine Volk“ ist von Nöten.

Dazu will nun die CDU/CSU die Kirche ins Boot holen: Sie müsse sich halt von den sozialpolitischen Flausen der Zeit der Systemkonkurrenz freimachen und für das real Finanzierbare sich einsetzen: ein Weniger an Sozialstaat und ein Weniger an Sozialer Marktwirtschaft, mehr Kapitalismus pur! 

Aber für den Kampf gegen Rechts, da möchten die C-Parteien die Kirche instrumentalisieren.




Mittwoch, 14. Oktober 2026

Ist der christliche Glaube die Alternative zum Nihilismus in Europa?

 

Ist der christliche Glaube die Alternative zum Nihilismus in Europa?



Kardinal Joseph Ratzinger scheint diese Position zu vertreten. So schreibt er: „So ist schon über Jahrzehnte hin ein Zertreten des moralischen Sinns vor sich gegangen,das zum vollständigen Nihilismus werden muss,in dem keines der vorherigen Ziele mehr galt und Freiheit nur als Möglichkeit stehen blieb,alles zu tun,was ein leer gewordenes Leben einen Augenblick spannend und interessant machen kann.“1

Diese KardinalsAussage ist nun wahrlich nicht leicht verständlich: Da gibt es einerseits einen moralischen Sinn, dann vorherige Ziele und dann eine irgendwie falsch verstandene Freiheit. Der Nihilismus generiere sich nun aus der Destruktion des moralischen Sinnes. Die Ziele, die vorher noch als erstrebenswert galten und die Moral suspendierten, hätten ihre Bedeutung verloren, und das erbrächte nun ein nihilistisches Freiheitsverständnis.

Klarer wird dieser Gedankengang, wenn man sich Kardinal Ratzingers Analyse des Nationalsozialismus und der kommunistischen Ideologie vor Augen hält. In Übereinstimung mit Rauschning bestimmt er den Nationalsozialismus als eine „Revolution des Nihilismus“2 und den Kommunismus, dem ebenso ein Nihilismus zugrunde läge.3

Nun verfolgen beide Ideologien Endziele, das der Errichtung der deutschen Volksgemeinschaft oder das der universalen klassenlosen Gesellschaft. Solche Endziele schließen nun aber einen Nihilismus a priori aus, es kann im Raume solcher endzielausgerichteten Ideologien zwar wohl eine Moral des; „Der Zweck heiligt die Mittel“ geben,aber der Glaube an ein höchstes Ziel, ein summum bonum also schließt jeden Nihilismus aus.

So sagt Hitler selbst: „Das Höchste aber,was mir Gott auf dieser Welt gegeben hat,ist mein Volk! In ihm ruht mein Glaube,ihm diene ich mit meinem Willen, und ihm gebe ich mein Leben.“1

Nun wird die These aufgestellt: „In der nationalsozialistischen wie in der kommunistischen Diktatur gab es keine Handlung, die als an sich schlecht und immer unmoralisch angesehen worden wäre.“4 Nicht „an sich“ gilt eine Handlung moralisch oder unmoralisch, sondern in Hinsicht auf das Kriterium der Hinordnung auf das höchste Ziel. Wäre etwa die Position: Alles, was dem Ziele, in das ewige Leben zu erreichen, diene,sei moralisch gut und alles, was das Erreichen dieses Zieles verunmögliche, sei unmoralisch, verwerflich?

Der Kardinal meint nun aber, daß eine so auf ein Endziel ausgerichtete Moral unmoralisch sei und daß sie den Nihilismus vorbereite, wenn dann ihre Endziele, die der Volksgemeinschaft oder der klassenlosen Weltgemeinschaft ihre Glaubwürdigkeit verlören.

Rauschning behauptet nun aber, daß die Natinalsozialisten gar kein Endziel gehabt hätten, an das sie geglaubt hätten: „Der Nationalsozialismus war nur ein Instrument,dessen sich der Nihilismus bediente,das er aber auch jederzeit wegzuwerfen und durch andere zu ersetzen bereit war.“5

Das ist nun eine Variante des plumpen Priester-betrugsnarratives,daß die Priester ihre Götter nur erfunden hätten, an die sie selbst selbstverständlich nicht glaubten, nur um mit diesen Göttern das Volk zu beherrschen. Außer den angeblichen Gesprächen Rauschnings mit Adolf Hitler,6 in denen der sich als purer Nihilist offenbart haben soll, existiert kein Beleg, daß Hitler und die anderen Nationalsozialisten nicht an ihre eigene Ideologie geglaubt haben! Das gilt genauso für alle Leninisten, Stalininisten und Maoisten. Sie alle waren viel mehr Jakobiner, die mit Gewalt das von ihnen als das Wahre Erkannte durchsetzen wollten, und die so die Feinde der Wahrheit bekämpften.

Gerhard Szczenys Buch: „Das sogenannte Gute:Vom Unvermögen der Ideologen“ wird eventuell diesen politischen Welterlösern gerechter als ein Nihilismusvorwurf: Sie wollten die Welt erlösen und erachteten den Terror als ein notwendiges Mittel zur Erreichung ihrer Weltopti-mierungsprogramme.

So wie Kardinal Ratzinger hier versucht, dem Nihilsmus zu Grunde zu gehen, geht es nicht. Die großen Ideologien des Kommunismus wie des Nationalsozialismus haben nichts Nihilistisches an sich, sie verneinen nur das Gebot der Feindesliebe im politischen Raum, den sie glauben an einen Feind, der vernichtet werden muß.

Auch und gerade eine „Der Zweck heiligt die Mittel Moral“ ist kein Nihilismus. Wenn etwa in einer Religion geglaubt wird, daß die Kultprostitution für die Fruchtbarkeit notwendig ist, dann ist das keine unmoralische Praxis für die, die das so glauben! Als unmoralisch kann nur der diese Kultpraxis verurteilen, der sich gewiß ist, daß dieser Glaube ein Irrglaube ist.

Aber es gibt doch in der heutigen Zeit eine Tendenz zum Nihilismus. In diesem Punkte könnte man doch dem Kardinal zustimmen, auch wenn man seine Genealogie des Nihilismus als falsch beurteilen muß!

Aber auch in diesem Punkte muß dem Kardinal widersprochen werden! Die christliche Moral wird zwar in das Abseits gedrängt und ist zu einer bloßen Privatsache geworden, aber doch nur, um Platz zu machen für eine neue Moral, die der politischen Korrektheit! Die avanciert zur neuen öffentlichen Religion, der sich auch die Kirche unterworfen hat! Im Kern ist das die Ideologie der Menschenwürde, der Menschenrechte, die seit der Französischen Revolution ihren Siegeszug gegen die Kirche und die christliche Religion eröffnete und jetzt umfassend siegt. Diese Ideologie macht nun aber die christliche Religion als dem Fundament des Abendlandes für das heutige Europa überflüssig. Nicht der Nihilismus ist unser Schicksal, sondern eingedenk Nietzsches Willen zur Überwindung des Nihilismus der neue Werte- und Moralhimmel, der die christliche Religion in das Abseits stellt.

Den Feind des Nihilismus gibt es nicht, da dieser Feind schon längst überwunden worden ist durch die neue öffentliche Religion, der sich nun selbst die Kirche subordiniert. 

Um es überspitzt provokannt zu formulieren: Stalin und Hitler waren "Gläubige", die um der Wahrheit willen die Feinde der Wahrheit, die, die sie dafür hielten, bekämpften- sie waren so keine Nihilisten!  

1Zitiert nach: Wofür kämpfen wir?, 1944, S.77. 

1Joseph Kardinal Ratzinger, Werte im Zeichen des Umbruchs, 2005, S.46.

2A.a.O. S.46. Er bezieht sich dabei auf: H.Rauschning, Die Revolution des Nihilismus, 1938.

3A.a.O. S.46.

4A.a.O. S.46.

5A.a.O. S.46.

6Es spricht sehr viel dafür, daß die Gespräche zwischen dem Autoren und Hitler eine pure Fälschung ist. Rauschning wird aber in kirchlichen Kreisen gern zitiert, weil nur in diesem Buch ausgesagt wird, daß Hitler selbst die Absicht geäußert habe, die Kirchen zu vernichten.

Eine Welt voller Confusionen – was ist eigentlich ein Gottesdienst?

 

Eine Welt voller Confusionen – was ist eigentlich ein Gottesdienst?



Die elementarste Erklärung des Phänomens des Gottesdienstes ist wohl diese: Ein Gottesdienst ist die Verehrung eines oder vieler Götter in der Hoffnung, daß der oder die so Verehrten den sie Verehrenden Gutes erweisen werden als die Antwort auf ihre Verehrung. Wird Gott oder die Götter nicht geziemend verehrt, ist dagegen mit einer negativen Reaktion zu rechnen.

Woher weiß man nun, wie der Gott oder die Götter zu verehren sei. Irgendwie muß letztendlich das Wissen um die rechte Verehrung auf Gott oder die Götter selbst zurückgeführt werden, einfach durch Erzählungen, daß der Gott in bestimmter Weise dargebrachte Opfer annahm, sich darauf gnädig den Verehrenden erwies.

Man mag nun noch so sehr das Besondere und Einzigartige der christlichen Religion betonen, wenn es eine Religion ist, gilt das hier Geschriebene auch für sie.

Könnte die Krise der Kirche und der christlichen Religion daher rühren, daß dies Elementare des Gottesdienstes vergessen worden ist, daß man heute den Gottesdienst primär als eine Veranstaltung für uns Menschen als eine Bildungs- oder Unterhaltungsveranstaltung ansieht? Auf der Bühne früher der heilige Raum des Altares wird etwas aufgeführt, von möglichst vielen Akteuren, damit die Veranstaltung keine Ein-Mann- Unterhaltungsshow ist,damit, wenn sie gefällt, das Publikum zum Schluß applaudiert, wenn die Veranstaltung ihm gefiel.

Vielleicht offeriert dabei der Prediger originelle zum Nachdenken anregende Gedanken,vielleicht entsteht auch eine religiöse Stimmung um die Eucharistiefeier herum, aber es ist eine Veranstaltung ohne Gott, in der höchstens noch über ihn gesprochen wird, aber nicht mehr zu ihm und schon gar nicht mehr von ihm her zu uns hin.

Man beachte ein mal, zu wem die Gebete im Gottesdienst gesprochen werden? Zur Gemeinde hin, durch ein Mikrophon, damit das Gebet gut bei den Hörern ankommt!



Aus der dreigliedrigen Struktur: der im Tabernakel gegenwärtige Sohn Gottes im Hochaltar, der Priester, der zwischen ihm und der Gemeinde vermittelt und der Gemeinde wird eine zweigliedrige: der Priester und die Gemeinde. Der Volksaltar vermittelt nicht mehr zwischen Gott und der Gemeinde sondern der Priester wirkt von ihm her nur noch zur Gemeinde. Gerade die aus dem Tabernakel entnommenen Hostien, die der Priester dann vom Altar her der Gemeinde austeilt, zeigt diese Vermittelungsstruktur.



Der Gottesdienst, wie wir ihn heute in seiner Reinform im Protestantismus erleben, entstammt der Zeit des babylonischen Exiles, als die Exilierten dort keinen Gottesdienst feiern durften, der durfte nur in der dazu erwählten Staat stattfinden, und als Surrogat ein Wortgottes“dienst“ konstruiert wurde, der der Belehrung des Volkes diente: „Warum sind wir von Gott mit dem Exil bestraft worden und was sollen wir nun tuen als unsere Abkehr von unseren bisherigen Sünden?“ Nach der Rückkehr nach Jesrusalem und dem Neubau des Jerusalemer Tempels hielten die im Exil Verbliebenden an diesem Surrogatsgottesdienst fest als den Synagogengottesdienst.

Die Kirche synthetisiere dann den Synagogengottesdienst als die Vormesse mit der Eucharistie, dem kirchlichen Meßopfer als der Prolongierung des Tempelkultes. Man könnte das so formulieren: Das Urbild des wahren Opfers, des Kreuzaltarofers bildet sich vorab im Tempelkultopfer ab und bildet sich nach im kirchlichen Meßopfer. Das urbildliche Opfer ist somit die Substanz jedes wahren gottgefälligen Opfers.



Dienstag, 13. Oktober 2026

Papst Leo 14. auf Irrwegen – was er nicht sagte und was er sagte

 

Papst Leo 14. auf Irrwegen – was er nicht sagte und was er sagte



Angesichts der Millionen von getöteten Kinder im Mutterleibe in jedem Jahr appellierte er, diesem Töten ein Ende zu setzen. Er lobte die Politik des amerikanischen Präsidenten aber auch die des Irans1, diesen Kindestötungen, die Mordung so vieler Unschuldiger ein Ende zu bereiten.

Nein, so appellierte er nicht.

„Zum Welttag gegen die Todesstrafe hat Papst Leo 14. am Samstag eine klare Botschaft auf der Plattform X veröffentlicht: "Die Todesstrafe ist unzulässig, da sie die Unverletzlichkeit und Würde des Menschen verletzt."2

Laut Vatican news behauptet der Papst:„Die katholische Kirche hat stets gelehrt, dass jedes menschliche Leben vom Augenblick der Empfängnis bis zum natürlichen Tod heilig ist und geschützt werden muss“, beginnt der Papst seine kurze Ansprache mit einem Verweis auf die Tradition des Lehramts, und insbesondere seines Vorgängers Franziskus, der den Passus zur Todesstrafe im Katechismus der Katholischen Kirche 2018 nachgeschärft hatte. Seitdem kann kein Katholik sich mehr auf die Lehre der Kirche berufen, um die Todesstrafe zu rechtfertigen.

Wie auch Leo kategorisch hervorhebt, sei das „Recht auf Leben“ die „eigentliche Grundlage jedes anderen Menschenrechts“ und Voraussetzung für ein Gedeihen der Gesellschaft, die „Heiligkeit des menschlichen Lebens“ zu wahren – ein Gedanke, dem er bereits in seiner Ansprache an die beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomaten Anfang des Jahres Ausdruck verliehen hatte.“3

Erstens hat die Katholische Kirche in klarer Übereinstimmung mit der hl. Schrift und der Tradition bis einschließlich dem 2.Vaticanum die Todesstrafe bejaht bzw nicht als mit dem „Recht auf Leben“ unvereinbar verworfen.So gehört das „Ja“ zur Lehre der Kirche. Erst Papst Franziskus hat gegen die Lehre der Kirche und dem Zeugnis der hl. Schrift diese kirchliche Lehre willkürlich, dem Zeitgeist folgend abgeschafft.

Zweitens hat einer der bedeutendsten Philosoph der Aufklärung, Kant selbst die Todesstrafe bejaht aus puren Vernunftgründen.

Drittens: Nie hat die Kirche gelehrt, daß das Töten in gerechten Kriegen dem „Recht auf Leben“ widerstreite noch das das Töten in einer Notwehrsituation, wenn anders der Angegriffene sein Leben nicht retten kann, diesem Recht widerstreite. So darf auch Zu Tode Verurteilten das Leben genommen werden.

Solange nicht behauptet wird, daß das Strafen selbst der Würde des Menschen widerstreite, muß gelten, daß ein gerechtes Bestrafen darin besteht, daß der Schwere der Straftat die Schwere der Strafe zu entsprechen habe. Die Ausgewogenheit ist das rechte Maß des Strafens. Die Waage ist so das Symbol der Gerechtigkeit, der Ausgewogenheit.

Wenn die Ermordung eines Menschen nicht mehr mit dem Tode bestraft wird, dann heißt das, daß ein Mord nicht mehr als so schwer angesehen wird, als daß es die Tötung des Mörders verlange. Der Mord wird eben „leicht“ genommen.Das heißt auch, daß der Wert eines Menschen als geringer eingeschätzt als wenn ein Mord zur Sühnung die Todesstrafe verlangt.(Seit den Weltkriegen mit ihren Millionen an Toten wird eben der Wert eines Menschen nicht mehr so hoch taxiert, er kann ja als eine Massenware leicht vernichtet werden.)

Wie viele Menschen werden wohl pro Jahr durch die Todesstrafe getötet und wie viele pro Jahr durch staatlich anerkannte Tötungen im Mutterleibe! Aber Papst Leo protestiert gegen die Todesstrafe, nicht aber gegen die Massentötung an den Kindern im Mutterleibe.Was soll den die Schuld der Ungeborenen sein, daß ihre Mütter sie zum Tode verurteilen dürfen? Gilt für sie das „Recht auf Leben“ nicht?

Aber der Papst sorgt sich um Schwerstkriminelle, daß die nicht zum Tode verurteilt werden dürften. Bezeichnend ist dabei, daß er mit keinem Worte der Opfer der Schwerstverbrecher gedenkt, hat denn ein Ermordeter kein Recht auf Gerechtigkeit?

Aber es drängt sich der Verdacht auf, daß wie schon sein Vorgänger so auch Papst Leo den Gedanken der Strafe ganz streichen will, als verlangte die Gerechtigkeit nicht eine Bestrafung des Täters.

Wie ein roter Faden durchzieht die ganze Bibel der Glaube, daß Gott die bösen Taten der Menschen bestraft, hier im Diesseits oder dann im Jenseits. Die Strafgerechtigkeit ist eben keine menschliche Willkürerfindung, sondern Gott straft durch den Staat um seiner Gerechtigkeit willen. So wie Gott der Kirche ihren Anteil am Recht zur Sündenvergebung gibt im Sakrament der Buße ausgeübt, so gibt Gott dem Staate als Staats-Gewalt einen Anteil am Recht, zu Tode zu verurteilen.Nicht verurteilt so der Staat aus einem Eigenrecht zu Tode, sondern dies Recht ist ihm von Gott selbst gegeben worden, wie Jesus Christus es selbst in seinem Dialog mit Pontius Pilatus lehrt: „Du hättest nicht das Recht, mich töten zu lassen, wenn es Dir nicht von Gott gegeben worden wäre!“

Ein Staat ohne die Ausübung der Todesstrafe ist so defizitär ein Staat wie eine Kirche defizitär wäre, wenn sie im Beichtstuhl nicht mehr die Sünden vergeben wollte in der irrigen Meinung, daß so wenig die Kirche die Vollmacht zur Sündenvergebung habe, so wenig der Staat das Recht zur Todesstrafe.

Außerdem: Wenn es dem Recht auf Leben widerstritte, einen Mörder zu Tode zu verurteilen, müßte es dann nicht auch dem Recht auf Leben widerstreiten, verurteilt Gott Sünder zur ewigen Verdammnis?

Dss "Nein" zur Todesstrafe widerspricht der hl.Schrift, der Lehre der Kirche und dem Urteil der Vernunft (Kant),und ist nur eine Willkürmeinung Papst Franziskus und seines ihm darin nachfolgendem Papstes. 



1Der Iran erlaubt eine „Abtreibung“ nur noch in extremen Aunahmefällen, den der Vergewaltigung, des Inzest und wemn das Leben der Mutter in Gefahr sei.

2. t-online am 10.10.2026.

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Montag, 12. Oktober 2026

„Schwester Tod“ - oder der Abschied von der Hoffnung auf das ewige Leben

 

„Schwester Tod“ 1- oder der Abschied von der Hoffnung auf das ewige Leben

In Franz von Assisis „Sonnengesang“ heißt es: „Gelobt seist du,mein Herr, durch unsere Schwester,den leiblichen Tod,“ Franziskus habe den „Sonnengesang“ auf seinem Sterbelager verfaßt, den Tod vor Augen habend, dem „Übergang in die himmlische Herrlichkeit ganz nahe.“ Was läge da nicht näher als ein „Lobgesang auf das Paradies“ oder eine „Abhandlung über die Ewigkeit.“ Er schrieb aber ein Lob auf die „Schwester Tod“.

Warum? Der Bistumsblattredakteur klärt uns auf: Ein unendlich währendes Leben müsse „irgendwann einmal unendlich langweilig werden“. Nun wird es obskur: „Selbst Franziskus war nicht immer heilig,hat in seiner Jugend wild in den Tag hineingelebt.“ Es gäbe so Momente in unserem Leben, „in denen wir uns lebendig gefühlt haben“.Solche Momente seien dann was wahre eigentliche ewige Leben -bei Franziskus die seines wilden noch nicht heiligen Lebens? .

Die „Schwester Tod“, bewahrt sie uns so vor einem unendlichen Leben in Langeweile? Eine Ewigkeit sei für den Redakteur nicht vorstellbar und evoziert nur die Vorstellung von einem endlos langen Langeweileleben!

Seit Ludwig Thomas: „Ein Münchner im Himmel“ gehört die Desavouierung der Hoffnung auf das ewige Leben zu dem Repertoire der antichristlichen Propaganda: Nicht wird dogmatisch behauptet, daß es das nicht gäbe, denn dann stünde ja nur die Behauptung, es gäbe kein ewiges Leben gegen die, daß es das gäbe, sondern: Seien wir froh, nicht ewig leben zu müssen im Himmel, das wahre „ewige Leben“ erlebten wir hier auf Erden in erfüllten Augenblicken, etwa im Hofbräuhaus zu München.

Franziskus schreibt vom „leiblichen Tod“. Mitgesetzt ist damit die Idee, daß den Tod nur den Leib und nicht die Seele betrifft, denn die ist ja unsterblich und kann so nur den Tod als den ihrigen erleiden! Aber der Redakteur scheint eher an der Vorstellung eines Ganztodes des Menschen Gefallen zu haben, daß es nun zu Ende sei und den Blick eröffnet für die wahren erfüllten Momente des Diesseitslebens. „Carpe diem!“ paßt eben besser in unsere Zeit als ein Hoffen auf ein ewiges jenseitiges Leben, das doch nur eines der Langeweile sein könne! 

P.S.

Man muß aber dem Bistumsblatt zugute halten, daß seine Stärken eher im Kampf gegen die AfD und Trump liegen als in theologuschen Fragen!



1Passauer Bistumsblatt, 4.10.2026, S.2.