Freitag, 28. August 2026

„Völker sind die Gedanken Gottes“ - ein falsches Zitat?

 

Völker sind die Gedanken Gottes“ - ein falsches Zitat?


Der KI informiert:Der Satz >Völker sind die Gedanken Gottes< ist ein historisch falsches Zitat, das Johann Gottfried Herder fälschlicherweise zugeschrieben wird.“ Dieses Zitat findet sich wohl wirklich nicht in den Werken des Philosophen Herder, wie auch der Ausspruch, die SPDler seien vaterlandslose Gesellen, weder von Bismarck noch von Kaiser Wilhelm II oder dem Wilhelm I stammte. So sind beides falsche Zitate.

Aber man könnte sich gut vorstellen, daß diese zwei Äußerungen von Herder oder von Bismarck stammten, es würde zu ihnen passen.

Aber es könnte doch auch einmal ganz anders gefragt werden: Ob die Aussage, die Völker seien Gedanken Gottes, nicht wahr sein könne, und es dann gleichgültig wäre, ob das Herder so geschrieben habe oder nicht. Denn auch wenn es der Philosoph Herder so formuliert hätte, besagte das über den Wahrheitsgehalt dieser Aussage doch nichts aus.

Dem modernen Denken ist das Denken ein Abbildungsprozeß der Wirklichkeit und es stellt sich dabei stets die Frage: Ist das, was wir über etwas denken, dem gemäß, was es unabhängig von unserem Denken sei:Produziert unser Denken ein adäquates Bild der Realität, kann es das? Das heißt konkreter: Ist die Sprache ein Medium einer sachgemäßen Widerspiegelung der nichtsprachlichen Welt? Oder sind wir eingesponnen in unserer Welt, wie wir sie durch die Sprache konstituieren, wohingegen die Welt selbst ganz anders sei. Nietzsches Sprachkritik läuft auf dieses Urteil über die Sprache hinaus. Wir seien ein Opfer der Grammatik, indem wir ein Ereignis durch die sprachliche Struktur des Subjektes und Prädikates in den Satz verformen: „Ich denke“, statt das Ereignes des Denkens als ein subjektloses zu erfassen.

Ganz anders stünde es um die Wahrheitsfähigkeit des Denkens, wenn das zu Denkende selbst ein Produkt seines Gedachtwordenseins wäre.Gott dächte etwas und die Idee von diesem Etwas realisiere er dann in der Wirklichkeit. Jede Realität wäre so eine Verwirklichung einer Idee Gottes von dem Zuverwirklichendem. Indem dann das Denken in der verwirklichten Idee die Idee Gottes von dem Zuverwirklichendem recogniziert, erkennte es die Wahrheit des Zuerkennenden.

Somit wäre auch jedes Volk eine Realisierung der Idee Gottes von diesem Volke. So wäre die Aussage, Völker seien die Gedanken Gottes, wahr, auch wenn es so Herder nicht gesagt hat. Allerdings müßte nun doch eine Differenz zwischen der Idee und seiner Realisierung eingeschrieben werden: Da wir Menschen keine Roboter Gottes sind, sondern er uns als freie Wesen erschuf und so auch wollte, hängt das Wie der Realisierung entscheidend von uns ab: Das Abbild des Urbildes, wie Gottes Idee von etwas ist, kann so von seinem Urbild abweichen, es gar pervertieren, aber auch ein pervertiertes Abbild bleibt ein Abbild des Urbildes. Wird diese Differenz mitbedacht, ist die Aussage, die Völker sind Gedanken Gottes wahr, auch wenn das der Philosoph Herder so nicht gesagt hatte, es ist so ein falsches aber wahres Zitat.



Gott und die Götter, das Volk und die Völker – oder eine Falschübersetzung? Zur Individualität der Völker

 

Gott und die Götter, das Volk und die Völker – oder eine Falschübersetzung?Zur Individualität der Völker.



So lautet der ursprüngliche Text, 5.Mose 32,8f: Als der Höchste die Völker als Erbe verteilte, / als er die Menschheit aufteilte, / legte er die Gebiete der Völker / nach der Zahl der Gottessöhne fest; der HERR nahm sich sein Volk als Anteil, / Jakob wurde sein Erbteil.“

Die Vulgata liest nun aber: „Als der Höchste die Völker schied,als er die Söhne Adams sonderte,bestimmte er die Grenzen der Völker nach der Zahl der Söhne Israels.“ Die entscheidende Differenz ist hierbei nun die, ob die „Zahl der Gottessöhne“ oder die „Zahl der Söhne Israels“ maßgebend war.Die Septuaginta liest: „nach der Zahl der Engel Gottes“.


Der KI informiert uns in auch dieser Causa erfreulich klarsichtig:

Bedeutung und Hintergrund:Der alte hebräische Text (Qumran und Septuaginta): Ältere Textzeugen (wie Handschriften aus Qumran und die griechische Übersetzung des Alten Testaments) sprechen im Urtext von den „Söhnen Gottes“ oder „Gottessöhnen“ (hebräisch bene elohim). Damit war im altorientalischen Denken der Götterrat gemeint – nach späterer jüdischer und christlicher Auslegung auch Engel oder Völkermächte.

Die spätere jüdische Tradition (Masoretischer Text): Spätere jüdische Schriftgelehrte änderten den Text oft zu „nach der Zahl der Söhne Israels“. Damit sollte vermieden werden, dass der Eindruck entsteht, es gäbe neben Gott noch andere himmlische Götter. Der Sinn war dann: Die Zahl der Völker orientiert sich an der Nachkommenschaft Jakobs (Israel).

Der direkte Kontext (Vers 9): Direkt im Anschluss (Vers 9) heißt es in der Einheitsübersetzung: „Denn der Anteil des HERRN ist sein Volk, Jakob der Bezirk seines Erbteils.“ Gott selbst übernimmt Israel als seinen direkten Anteil, während die anderen Völker anderen himmlischen Instanzen (Engeln/Gottessöhnen) zugeordnet wurden.“

Ursprünglich wird hier also eine entscheidende Differenz gesetzt: Das eine Volk, das jüdische unterstellt sich Gott selbst, er regiert es, während alle andere Völker „anderen himmlischen Instanzen“ subordiniert werden. Sie können als Gottessöhne oder als Engel bezeichnet werden.

(M.E. Ist es nicht völlig auszuschließen, daß es ursprünglich noch gehießen haben könnte: Der höchste der Götter gab den anderen, ihm subordinierten Götter die Völker zu ihrem Herrschaftsbereich, er aber erwählte sich das jüdische Volk.)

Was bedeutet es nun aber für die nichtjüdischen Völker, daß ihnen Engel, präziser formuliert Völkerengel voranstanden?

In dem Wikipediaartikel: „Volksgeist“ heißt es dazu, politisch korrekt:

Die idealistischen Begriffe vom Volksgeist wurden in der Folge zum Spiritualismus überhöht. Eine Bedeutung haben die Begriffe Volksgeist oder Volksseele in der Esoterik, etwa bei Rudolf Steiner, der 1910 in Kristiania (Oslo) in elf Vorträgen die „Mission einzelner Volksseelen“ zur Darstellung gebracht hat. Er meint, dass jedem Volk ein Erzengel zugewiesen ist, dessen moralische Dignität sich in der Verfassung des Volkes offenbare.“

Man sollte nicht a priori alles, was Rudolf Steiner geschrieben hat, mit dem Verdikt: esoterisch= Unsinn aburteilen, denn bestünde die Esoterik ausschließlich aus Unwahrheiten, könnte sie nie erfolgreich sein.Denn ihre Melange aus Unwahren und Wahren verhilft ihr zu ihren Erfolgen.

Gemeint ist damit wohl, daß der jeweilige Volksengel dem ihm zugeordneten Volke ein spezifisches Gepräge vermittelt, das man auch als sein ihm eigenes Volkstum bezeichnen könnte. W. Stapels Konzeption des Nomos für jedes Volk ließe sich von daher auch rekonstruieren.

Hätte dies auch eine Auswirkung auf das Begreifen der heidnischen Religionen, daß sie etwa von dem jeweiligen Völkerengel initiiert seien? Jede Religion muß ja, wenn sie eine Religion ist, auch wahr sein, weil Gott die Religion wollte und sie muß auch eine falsche Religion sein, denn sonst wären alle Religionen gleich wahr, ineinsfallend mit der wahren, der christlichen.

Könnte man dann vielleicht alle heidnischen Religionen als auf die wahre Religion hin ausgerichtete verstehen, als pädagogische Instrumente hin zur Erziehung auf Jesus Christus, daß so sie in der wahren Religion nicht einfach negiert sondern hegelisch aufgehoben werden.

Die Vielfalt der Völker ist so eine von Gott selbst gewollte und durch die Völkerengel gibt er dann jedem Volke sein besonderes Gepräge, seine Individualität. Da die Gnade die Natur nicht zerstört sondern vollendet, einer der wichtigsten Grundsätze der katholischen Gnadenlehre, wird durch eine Christianisierung der heidnischen Völker ihr natürlicher Charakter, ihr Geprägtwordensein durch ihren Volksengel nicht einfach negiert, sie bewahren ihre Eigenart.

Das wäre dann die Alternative zu allen Eineweltkonzeptionen, die eine Vereinerleihung aller Völker einfordern neben der Liquidierung aller Geschlechtsdifferenzen. Die Völker sollen das ihnen Eigentümliche bewahren und nicht in einem Einerlei nichten lassen, wäre so die Folgerung an dem Glauben an die Völkerengel, die in diesem Mosetext grundgelegt wird.

Donnerstag, 27. August 2026

Ein verwegener Gedanke: Gibt es nicht nur endlich viele Iche, sondern auch Wirs? - Ein Beitrag zur Entwöhnung an zu viel Gewohntem

 

Ein verwegener Gedanke: Gibt es nicht nur endlich viele Iche, sondern auch Wirs? - Ein Beitrag zur Entwöhnung an zu viel Gewohntem


Nicht mit einem Gedanken ist erwogen worden, daß wie der Mensch,so auch die Nation eine Seele hat, und daß am letzten Ende bei Individuen wie bei Nationen diese Seele das allein Wertvolle ist.“ Diesen so ganz und gar ungewohnten Gedanken verdanken wir Paul Lagarde1. Das das Individuum als ein Individuum Konstituierende ist sein Vermögen, sich als „Ich“ zu denken, das in autobiographischem Schreiben stets als ein sich gleich Bleibendes gedacht wird, was immer es dann auch tuen und erleiden mag. Substanzontologisch gewendet ist das die „Seele“.

Existiert also auch ein „Ich“ oder vielleicht ein „Wir“ jedes Volkes, wie es das Ich bzw die Seele des Menschen gibt? Hier wird nun nicht der Versuch unternommen, zu eruiren, wie Lagarde dies wohl gemeint haben könnte, sondern es ist ein rein systematischer Versuch.


Die Übersicht des KI, zum Stichwort der „Seele des Volkes“ teilt dazu mit: „Der Begriff >Seele des Volkes< (oft auch Volksseele oder Volksgeist genannt) beschreibt den vermeintlichen, kollektiven Charakter, das Gemüt oder das gemeinsame Bewusstsein einer Nation oder Volksgruppe.“

Zur Herkunft und Bedeutung: Geistesgeschichte: Der Ausdruck stammt vor allem aus der Philosophie des 19. Jahrhunderts (und den Vorläufern der Romantik wie Johann Gottfried Herder). Er besagt, dass ein Volk neben seiner körperlichen oder politischen Existenz auch eine unsichtbare, geistige Identität besitzt.“

Der kulturelle Ausdruck: „Sichtbar werden soll dieser angebliche Volksgeist in Sitten, Bräuchen, Mythen, Liedern, Sagen und vor allem in der Sprache.“

Ich möchte mich nun auf das „vor allem in der Sprache“ konzentrieren mit der Fragestellung, ob der Terminus des Ausdruckes angemessen ist. Dieser Terminus impliziert ja, daß es zuerst ein Denken, ein nichtsprachliches gäbe, das dann sekundär sich in einer bestimmten Sprache manifestiere. Das Subjekt des Denkens wäre so zwar unmittelbar sich selbst als ein Ich bewußt, aber da es mit anderen kommunizieren möchte, entwickele es eine bestimmte Sprache dazu.Wenn man diese Vorstellung ad acta gelegt, weil ein un- oder vorsprachliches Denken nicht vorstellbar ist, dann könnte man urteilen, daß die jeweilige bestimmte Sprache, in meinem Falle also die deutsche mein „Wir“ ausmache.

Eine Sprache repräsentiert eine Weise des Weltverständnisses,eine Art der Unterscheidung von Dingen und ihrer In-Beziehung-Setzung zueinander.“2 Dieser Gedanke könnte sehr fruchtbar sein, wenn man ebenso den Begriff des Repräsentierens kritisierte. Die Sprache sei das Medium, in dem das Ich sich bewußt werde als ein Ich und diese Sprache ist immer eine „Wir-Sprache“, die eines Volkes.

Catherine Belsey führt dazu in ihrem Buch: „Poststrukturalismus“ aus: Ein kenianischer Schriftsteller verfaßte seine Erstlingswerke in der englischen Sprache. „Später hatte er den Eindruck,dass diese Vorgehensweise dem Einfluss der ehemaligen Kolonialmacht und dem fortgesetzten ökonomischen und kulturellen Neokolonialismus des Westens zu viel zugestand. Wie >afrikanisch< der Inhalt und die Themen seiner frühen Romane auch immer sein mochten, so war doch der Roman selbst eine europäische Gattung, und seine Struktur reproduzierte ein westliches Denkmuster.Außerdem konnte die englische Sprache den kenianischen Wahrnehmungen der Welt nicht gerecht werden.“

Es soll sich nun auf die letzte Aussage konzentriert werden, daß die englische Sprache nicht der Weltwahrnehmung der kenianischen Sprache gerecht werden könne. Das hieße, daß jede bestimmte Sprache eine bestimmte Weltwahrnehmung erst hervorbringe, sie sozusagen subjektiviert. Und damit könnte man auf ein „Ich“ in jeder Volkssprache kommen, das so subjektiv ist wie das Ich eines jeden Einzelmenschen. Dieses Ich wäre dann gegenüber dem Einzelich ein „Wir“.

Was meinen wir denn, wenn wir sagen: „Den 1.Weltkrieg haben wir verloren“, oder „wir galten als das Volk der Dichter und Denker“, oder wenn wir unsere deutsche Geschichte bedenken? Dieses „Wir“ ist doch etwas Reales, und es kann nicht auf die Einzeliche reduziert werden. Aber in der Sprache konstituiert sich dieses „Wir“ als eines, das autobiographisch seine eigene Geschichte bedenken und reflektieren kann. Dies „Wir“ ist nun real, weil wir es im Denken als ein unabhängig vom Denken Existierendes denken. Es ist sozusagen eine nur im Denken uns zugängliche Entität, aber sie ist eine.

Könnte dann die Seele eines Volkes seine Sprache sein, in der es sich und seine Relationen zu allen anderen denkt? Die Sprache ist ja jedem Einzelich vorgegeben wie das Volk dem Einzelnen seines Volkes oder wie der Katholische Glaube dem persönlichen, dem privatisierten.

Das würde nun auch bedenkenswerte Perspektiven für die Geschichtsschreibung ergeben: Mit welchem Recht kann die Geschichte unseres Volkes autobiographisch geschrieben werden, wenn es das Subjekt: deutsches Volk gar nicht gäbe, da es nur Einzeldeutsche gäbe.Die Geschichtsschreibung ist so das Selbstbewußtsein eines Volkes. Es agiert wirklich als ein Subjekt in der Geschichte seines Tuens und Erleidens.


Dies sind nun wahrlich erst sehr fragmentarische Gedanken zum Begriff der Volksseele, des Volksgeistes, sie müssen weiterentwickelt werden.Dabei muß diese Aussage der Bibel durchdacht werden:

Als der Höchste die Völker als Erbe verteilte, / als er die Menschheit aufteilte, / legte er die Gebiete der Völker / nach der Zahl der Gottessöhne fest; der HERR nahm sich sein Volk als Anteil, / Jakob wurde sein Erbteil.“ 5.Mose 32,8f. Gott selbst gliederte die Menschheit in Völker auf, und es besteht eine Relation zwischen den Gottessöhnen, damit sind die Volksengel gemeint, und den einzelnen Völkern. Man könnte von einem Bestimmtsein der einzelnen Völker durch ihren besonderen Volksengel sprechen und das gälte es dann zu durchdenken, auch in der Hinsicht auf die Volkssprachen und eines möglichen Volksnomos - vgl dazu Wilhelm Stapel..






1Zittiert nach: Hermann Helleer, Sozialismus und Nation, 2019, S.43.

2Catherine Belsey, Poststrukturalismus, 2013, S.19.

Mittwoch, 26. August 2026

Ein uns irritierender Gott – der Gott der Metaphysik und der der Bibel? Zum "Buch des Lebens"

 

Ein uns irritierender Gott – der Gott der Metaphysik und der der Bibel?



Den Gott der Bibel gegen den der Metaphysik auszuspielen, das hat eine lange Tradition, nicht erst dem Philosophen Heidegger gefiel diese Antithetik. Es wäre schon für diese Debatte viel gewonnen, wenn klarer gesagt werden würde, welche Metaphysik denn da im Namen der Bibel kritisiert wird, statt pauschalisierend gegen jede zu argumentieren.

In medias res: Jesus sagt: „Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“ Joh-Offenbarung 3,5. Diese Aussage impliziert, daß es möglich ist, daß Jesus Christus einen Namen aus dem Buch des Lebens streichen kann und benennt die Bedingung, unter welcher jemand nicht aus dem Buch des Lebens von ihm gestrichen werden wird: Wer in den Zeiten der Verfolgung nicht vom Glauben abfällt, der wird nicht aus dem Buch des Lebens gestrichen.

Diese Aussage Jesu stellt eigentlich kein Problem dar, als wäre diese Aussage irgendwie unklar und unverständlich. Aber sie wird einer metaphysischen Gotteslehre zu einem gravierenden Problem, wenn Gott als unveränderlich gedacht wird, wenn also das Buch des Lebens so gedacht wird: Gott habe schon vor der Erschaffung der Welt die Namen all seiner von ihm Erwählten in dies Buch des Lebens eingeschrieben und diese Erwählung könne Gott niemals mehr revozieren. Wen Gott erwählt habe, der ist erwählt und wer nicht erwählt worden sei, der ist für alle Ewigkeit ein Nichterwählter.

In der reformierten Theologie ist daraus die doppelte Prädestinationslehre entwickelt worden, daß Gott die einen von Ewigkeit her zum Heil, die anderen zur Verdammnis erwählt habe.Dies Dekretum Gottes sei nun als ein unveränderbares zu denken: Gott ändere halt seine Entscheidungen nicht. So läßt sich eine metaphysische Erklärung dieser Erwählungslehre konstruieren: Gott tut stets nur das Vollkommenste, da er selbst vollkommen ist. Würde Gott nun eine seiner Entscheidungen revozieren, müßte geurteilt werden, daß diese Entscheidung revisionsbedürftig gewesen sei und so nur von ihm geändert werden könne. Aber es sei undenkbar, daß Gott etwas entschieden hätte, das er später widerriefe,denn das widerspräche seiner Vollkommenheit.

Nun könnte man diesen Ausweg konstruieren: Gott habe entschieden: Wer die Bedingungen a, b...erfülle, der wird in das Buch des Lebens eingeschrieben, wer sie nicht erfülle, werde nicht in dies Buch eingeschrieben. Nur, hier sagt Jesus, daß Namen in das Buch eingeschrieben worden seien und nicht die Conditionen, wer dann eingeschrieben werde und wer nicht.

Wenn das Axiom der Unveränderlichkeit Gottes so expliziert wird, daß Gott selbst sein Verhalten zu den Menschen nicht ändern könne, daß wer erwählt worden ist, ewig ein Erwählter bleibt und wer nicht erwählt worden ist, nie ein Erwählter werden kann, dann wird diese Jesusaussage zu einer unmöglich wahr sein könnenden.

Aber es ist zurückzufragen, ob denn für jede metaphysische Gotteslehre das Axiom der Unveränderlichkeit Gottes gelten müsse. Dabei ist dann noch zu distinguieren zwischen der Frage, ob Gott, der ist, auch ein nichtseiender Gott werden kann, was rechtens jede metaphysische Gotteslehre verneint, und der, ob Gott sein Wollen und Tuen Menschen gegenüber verändern kann, daß er etwa Saul zum König erwählen konnte und daß er ihn ob seines Sündigens dann verwerfen konnte, daß er nicht mehr der König Israels war.

Eine der Unterscheidungskriterien von Totem und Lebendigem ist die Befähigung zur Selbstbewegung. Eine jede Bewegung impliziert aber ein Sichverändern. Das evoziert die Anfrage: Ist denn Gott wirklich als das vollkommendste Sein gedacht, wenn von ihm eine Unfähigkeit zu einem Sichverändern prädiziert wird? Gott könnte dann als ein wirklich lebendiger gedacht werden, indem von ihm prädizierbar wird: Er erwählt, den er vordem nicht erwählt hat, etwa die Heiden und er hat verworfen, die er vordem erwählt hat, das jüdische Volk. Gott kann seine freien Entscheidungen revozieren, da er ein lebendiger Gott ist und nicht ein einmal erstelltes Programm, das er nun nur noch ausführen kann wie ein perfekter Roboter.

Dienstag, 25. August 2026

Ein Bischof der klaren Standpunkte: Evangelisieren, Missionieren ohne mich!

 

Ein Bischof der klaren Standpunkte: Evangelisieren, Missionieren ohne mich!



Bischof Feige profiliert sich eben nicht nur als ein Agitator gegen Rechts und isb gegen die AfD sondern er ist vielseitiger: „Feige: Es geht nicht darum, Menschen das Evangelium überzustülpen“. Dieses Verb überstülpen soll nun die Missionstätigkeit der Kirche diffamieren und so auch ihren Missionsauftrag. Mit Blick auf den Auftrag des Evangeliums, die Frohe Botschaft in die Welt zu tragen, sagte Feige: >Es geht nicht darum, Menschen das Evangelium überzustülpen. Die heutige Zeit fordert uns heraus, möglichst authentisch und diakonisch Kirche zu sein.<“

Die hier angewandte Strategie ist klar: Die diakonische Kirche wird der missionarisch ausgerichteten gegenübergestellt, um klar zu stellen, daß in unserer Zeit ihre Aufgabe die diakonische und nur diese sei. Weiter führt der Bischof dazu aus: „Neben dem wichtigen karitativsozialen Dienst gebe es auch eine kulturelle Diakonie.

"Sie ist dann gefragt, wenn Menschen Formen brauchen – bei großen Katastrophen genau wie im alltäglichen Leben und überall dort, wo sie auf der Suche sind." Das Angebot zur Feier der Lebenswende, einer Feier für konfessionslose Jugendliche, etwa nähmen im Bistum Magdeburg in manchen Jahren an die 1.000 Jugendliche an.“

Die „Freie Deutsche Jugend“ der DDR initiierte die „Jugendweihe“ als die Alternative zur Firmung bzw Konfirmation der Kirchen und war damit recht erfolgreich. Jetzt prolongiert diese „Jugendweihe“ die Katholische unter dem Namen der Lebenswendefeier! Die Zielgruppe sind die konfessionslosen Jugendlichen, die auch konfessionslos bleiben sollen, denn sie sollen nicht evangelisiert werden!

Was wird ihnen dann wohl vermittelt? Es ist wohl keine Unterstellung, wenn vermutet wird, daß zuvörderst sie zum Kampf gegen Rechts mobilisiert werden sollen. Es solle eben nicht darum gehen, mehr Mitglieder für die Kirche zu gewinnen.

Aber das ist nicht unser erstes Anliegen. Die Aufgabe der Kirche ist es, selbstlos für die Gesellschaft da zu sein."

Mit dem „selbstlos“ wird eine Antithetik von einer egoistisch agierenden Kirche, die durch eine Evangelisation mehr Kirchenmitglieder gewinnen will, und einer um der Mitmenschen agierenden Kirche suggeriert. Die „Aufgabe der Kirche“ sei so ihr Sichnützlichmachen für die Gesellschaft. Es dürfte im Sinne dieses Bischofes sein, wenn der Kampf gegen Rechts damit vorrangig gemeint ist, daß sich die Kirche als nützlich für die Herrschaft der demokratischen Blockparteien erweist.

Ach, wie tiefgründig begründet dann dieser Bischof noch sein „Nein“ zur Evangelisation. „Laut Religionssoziologen schritten gesellschaftliche Entwicklungen wie die Säkularisierung, Pluralisierung und Individualisierung voran. >Ich würde zusätzlich noch die Mobilisierung und die Digitalisierung nennen. Die Welt ist unheimlich komplex geworden. Methoden zur Evangelisierung scheinen mir kaum die richtige Antwort auf diese komplizierten Phänomene zu sein.<"

Weil die Welt „unheimlich komplex“ geworden sei voller komplizierter Probleme, müsse man konstatieren, daß das Evangelium darauf eben nicht (mehr) eine adäquate Antwort sei. Indirekt spielt er damit auf die erschreckenden Erfolge von den Rechtspopulisten an, die sich angeblich deren Strategie der Versimplifizierung und des Gebens auf vereinfachende Antworten auf die heutigen Fragen verdanken. So dürfe die Kirche nicht vorgehen, sie müsse einräumen, daß sie über keine Antworten verfüge auf diese aus der unheimlichen Komplexität resultierenden Fragen.

Im Hintergrund steht dabei das gerade in Ostdeutschland positiv rezipierte Kirchenverständnis des protestantischen Theologen Bonhoeffer: „Bonhoeffer hat sein Kirchenverständnis in dem Begriff „Kirche für andere“ verdichtet: >Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist. … Sie muß an den weltlichen Aufgaben des menschlichen Gemeinschaftslebens teilnehmen, nicht herrschend, sondern helfend und dienend.< Die Kirche ist kein Selbstzweck.“ 1

Unter dieser Parole gelang es der Evangelischen Kirche und wohl auch der Katholischen, sich mit dem DDR- Staat zu arrangieren, indem die Marginalisierung der Kirche um ihrer Selbstlosigkeit willen bejaht wurde, die Kirche habe nichts für sich zu wollen, sondern habe selbstlos der Gesellschaft zu dienen, das inkludierte, sie so anzuerkennen, wie sie ist und keinerlei Privilegierung dem Staate gegenüber einzufordern, also endgültig den Schlußstrich unter die Konstantinische Epoche zu setzen.Und aus dieser Marginalisierung will und soll die Kirche auch nicht mehr herauskommen wollen, da das das zeitgemäße Geschick der Kirche sei:Nein zum Missionsauftrag der Kirche!

Daß die Kirche den Bürgern jedes Staates am besten dient, wenn sie ihrer Aufgabe als die von Jesus Christus selbst eingesetztes Heilsvermittelungsinstitution erfüllt, ist für diesen protestantischen Theologen völlig unbegreiflich und auch für seine vielen ihm darin Nachfolgenden.

1Zitiert nach: dietrich bonhoeffer verein: Bonhoeffers Kirchenverständnis.. Der Ruhm dieses Theologen resultiert ja auch weniger aus der Qualität seiner Theologie als aus dem Faktum., politisch richtig gelegen zu haben und gar ein Widerstandskämpfer gegen Hitler gewesen zu sein,, was ihn zu einem quasi Heiligen im Protestantismus werden ließ.

Montag, 24. August 2026

Jesus begegnen – aber Nein zu seiner Lehre sagen!

 

Jesus begegnen – aber Nein zu seiner Lehre sagen!





>Das Christentum<, schreibt Kierkegaard, ist ">eine Lehre, sondern eine Existenzmitteilung<“. Zur Wirkungsgeschichte: „Zum ersten Teil der Wendung findet sich (bevor es zur Phrase gerann) auch bei wichtigen katholischen Theologen wie Hans Urs von Balthasar, Karl Rahner oder Joseph Ratzinger ein Echo: Kein abstraktes Regelwerk habe Jesus verkündet, sondern er selbst, als Ereignis, sei die Botschaft, bei welcher alles auf lebendige >Begegnung<ankomme“1



Fast die gesamte Theologiegeschichte der Kirche wird damit als ein einziger Irrtum abgetan. In liberalen Kreisen, nicht nur bei dem liberalen Theologen Adolf von Harnack bekommen wir mitgeteilt, daß der erste Irrtum der Kirche der gewesen wäre, aus dem lehrenden Jesus von Nazareth eine Lehre über ihn zu produzieren, denn er selbst gehöre gar nicht in die Lehre, sondern er habe nur etwas über...gelehrt und nichts über sich selbst. Aber im Ungeiste dieses Philosophen geht man weiter: Jesus habe auch nicht gelehrt, sondern er sei nur Menschen begegnet, und das sei das eigentliche Heilsereignis.

Antiintellektualistisch gestimmt wird dabei Lehre, als ein „abstraktes Regelwerk“ denunziert, der lebendigen Begegnung entgegengestellt. Das hat nun zur Folge, daß der Sohn Gottes auch nichts außer sich als uns Begegnenden offenbart, sodaß es gar keine auf seine Offenbarung fußende Lehre geben könne.

Die Intention dieser Liquidierung der Lehre Jesu Christi, als Genitivus subjektivus, was er lehrte und als Genitivus objektivus zu lesen, was über ihn gelehrt wird, ist klar: All das darin uns Modernen Anstößige und nicht mit den Dogmen der Moderne Kompatible soll aus der Kirche exkommuniziert werden. Jesu Weltbild sei eben doch so voraufklärerisch antik, daß es für uns Heutigen einfach irrelevant sein kann.

Was unterscheidet denn nun ein Begegnungsgeschehen mit Jesu von der Alltagsphrase: „Schön, Dich mal wieder gesehen zu haben“? In einem emphatischen Sinne verstanden könnte an die Begegnung zweier füreinander Bestimmter in dem Genre des Liebesfilmes gedacht werden: Sie erkennen sich als füreinander Bestimmte, ihre Begegnung ist ihr Schicksal.2 In einem humanistischen Sinne meint die Begegnung eher der Akt des sich wechselseitig Anerkennens. Das: „Du bist in Ordnung und ich bin in Ordnung“ spiegelt der mir Begegnende wieder: „Auch Du bist in Ordnung und auch ich!“ Das sei dann die Quelle allen humanen Miteinanderumgehens.

Daß Jesus ein Heilswerk für uns gewirkt habe, uns etwas offenbart hat, daß nur wahr ist, weil er es in der Autorität des Sohnes Gottes gelehrt habe, ist damit völlig ausgeschlossen.

Das einstige Heilsvermittelungsinstitut der Kirche wird so zu einem Orte des Sichbegegnens und der geselligen Kommunikation, in der es nicht auf den Gehalt des Kommunizierten ankommt sondern allein darauf: Hauptsache, wir haben miteinander, wo rüber auch immer,geredet.

Ideengeschichtlich ordnet sich diese Begegnungs-philosophie etwa Bubers und Levinas und der ihr folgenden Theologien ein in die rabiate Abkehr von der Philosophie des deutschen Idealismus, etwa der Wissenschaftslehre Fichtes und der Philosophie Hegels, in deren Nachfolge dann auch Karl Marx stand hin zum Subjektivismus, den Georg Lukacs in einer polemischen Überspitzung als die Zerstörung der Vernunft kritisierte, aber dabei doch eine objektive Tendenz dieser Zeit erkennt, daß der Vernunft immer weniger zugetraut wird, die Wahrheit zu erkennen.

Ein solcher Vernunftskeptizismus muß sich nun auch verheerend auf die Theologie auswirken, wird doch dem Denken an sich, und somit auch dem theologischen die Befähigung zum Erkennen abgesprochen. 

Der christlichen Religion liegt die große Erzählung von Gottes Schöpfung, dem Fall des Menschen und wie Gott ihn erlösen will durch das Erösungswerk Jesu Christi zugrunde. Damit diese Erzählung begriffen wird, muß sie in eine Lehre transformiert werden, die das Ganze begreift und so in die Lehre aufhebt und somit ihre Wahrheit zum Ausdruck bringt.



1 Communio 23.8.2026 :Der Einzelne: Sören Kierkegaards bleibende Herausforderung.

2Wunderbar in Szene gesetzt in der Erstbegegnung zwischen Laura und Alexander in der ersten Folge von: „Sturm und Liebe“.

Sonntag, 23. August 2026

„allein vor Gott stehen“ - eine Kritik eines überspannten Antikatholizismus

 

allein vor Gott stehen“ - eine Kritik eines überspannten Antikatholizismus





Eine alte Dame (ich kannte sie sehr gut), deren Treue zur Institution von niemandem zu übertreffen war, wenige Jahre vor ihrem Tod, wie beiläufig: >Am Ende werde ich allein vor Gott stehen. Nur ihm muss ich dann Rechenschaft ablegen. Ganz persönlich. Kein Papst und keine Kirche kann mir dabei helfen.<" 1 Der in diesem Artikel gefeierte Philosoph Sören Kierkegaard hätte es nicht besser formulieren können.

Ein Verhängnis wäre es für die katholische Theologie und Kirche, brächten sie das Gespräch mit der Philosophie ab, um sich in einen abseitigen Biblizismus einzumauern,denn ohne die Wissenschaft oder die Weisheit des Denkens, die Philosophie kann die Theologie als das Denken über Gott nicht auskommen. Das in der Bibel Ausgesagte soll eben begriffen werden, sonst wäre der christliche Glaube kein menschlicher Glaube, von ihm vollzogener. Nur ist nicht jede Philosophie gleichermaßen geeignet für den katholischen Glauben.

Das gerade zitierte Bekenntnis ist ein durch und durch antikatholisches Bekenntnis, dem sogar Luther nicht hätte zustimmen können, denn so antikatholisch war nicht mal dieser Reformator.Denn nach seiner Lehre kommen uns Christen, wenn und wenn wir wirklich Jesum Christum glauben, seine Verdienste zugute, sodaß wir nur um seiner Gerechtigkeit und nicht um einer unserigen willen im Endgericht vor Gott Erbarmen finden können. Nackt, unbekleidet mit Jesu Christi Gerechtigkeit bestünde kein Mensch im Gericht Gottes.

Nach der katholischen Lehre kommt einem gläubigen Katholiken, steht er post mortem vor seinem göttlichen Richter, der Gnadenschatz der Kirche, die Verdienste Jesu und aller Heiligen zugute und alle für ihn gelesenen Messen und Gebete zugunsten des Verstorbenen. Nie steht er als Einzelner, nackt vor dem Richterstuhl Gottes sondern als Glied der Kirche bekleidet mit diesem Schutzmantel. Isb stehen wir als die Kinder unserer Himmelsmutter vor dem dreieinigen Gott und so nie ohne eine Hilfe. Keine Kirche könne uns helfen, das ist wirklich purster Antikatholiizismus.

Kierkegaard bekämpft eben laut diesem Communioartikel die Erkenntnis Cyprians, daß niemand Gott zum Vater haben könne, der die Kirche nicht als seine Mutter habe.

Prinzipieller gedacht: Wer denkt und das Gedachte artikuliert, gar verschriftlicht, kann dies nur tuen, indem er eine bestimmte Sprache dazu verwendet. Nicht verhält es sich dabei nun so, daß vorrangig wir in unserem inneren Denken unsprachlich denken könnten und daß wir dann nur unser eigentliches Denken in eine bestimmte Sprache formten, um mit anderen kommunizieren zu können, unser Denken also so vermitteln. Einen Gedanken können wir nur in einer bestimmten Sprache, ohne eine bestimmte Sprache denken, ohne sie, in meinem Falle die deutsche, könnte ich keinen einzigen Gedanken denken.

Das System der deutschen Sprache ermöglicht mir so erst, individuierte Gedanken zu denken. Schachspielen kann nur, wer das Regelsystem dieses Spieles kennt. Es determiniert nun nicht die Spielzüge eines Schachspielers sondern ermöglicht ihm erst, sinnvoll Züge kontingente, frei gewollte vollziehen zu können. Das Allgemeine ist so nicht etwas dem Individuieren, dem Einzelnen oppositionell Entgegengesetztes sondern erst der Ermöglichungsgrund eines individuellen Lebens.

So geht auch der Glaube der Kirche dem Glauben des Einzelnen voraus, ermöglicht einen persönlichen Glauben als individuierende Aneignung des Glaubens der Kirche. Selbst in unserem intimsten Denken denken wir, in meinem Falle in der deutschen Sprache und partizipieren so an diesem Allgemeinen, das meinem Privatdenken vorrausliegt.

Kierkegaards Philosophie kann nur in einer Zeit entstehen, in der der Mensch von sich selbst völlig entfremdet ist und in der diese Entfremdung als ein unaufhebbares Schicksal mißverstanden wird, daß jeder Einzelne nur als ein Einzelner existiert und nie zu einem Gemeinschaftsleben finden kann, da er in seiner Selbstisolation verharrt. Für dies Denken kann es weder die Ordnung der Ehe, der Familie, des Volkes noch die der Kirche geben, da sich hierin jeder,wenn er sich im Sinne Kierkegaards versteht, in sich selbst abschließt von allem Gemeinschaftlichen. Aber da er nun denkt, gar philosophisch kann er dieses nur, indem er an dem Anteil nimmt, einer bestimmten Sprache, die er dann im Denken ableugnet. 

Zusatz: 

"Das Christentum, schreibt Kierkegaard, ist >keine Lehre, sondern eine Existenzmitteilung<".Damit sagt dieser Philosoph , daß Jesus nicht gelehrt habe, und daß Jesus so schon im Neuen Testament völlig mißverstanden wurde, da hier von seiner Lehre geschrieben wird, als Genetivus subjectivus: Er lehrte und als Genetivus objectivus, daß über ihn gelehrt wurde. 



1 Communio 23.8.2026 :Der Einzelne: Sören Kierkegaards bleibende Herausforderung.