„Glaube als Exportprodukt?“1 - der Tod der Mission
Mit erfrischender Offenheit zeigt dieser Communioartikel zum Weltmissionssonntag den Tod der Mission an: „Zwischen kolonialer Vergangenheit, theologischer Selbstkritik und neuen globalen Herausforderungen steht der Missionsbegriff vor einer Neubestimmung. Mission sollte heute vor allem in solidarischer Präsenz, offener Dialogbereitschaft und dem befreienden Einsatz für Gerechtigkeit verstanden werden.“
Diese „Neubestimmung“ ist selbstredend keine sondern eine Proklamation ihres Todes. Eine solidarische Präsenz, eine Dialogbereitschaft und ein Eintreten für die Gerechtigkeit benennt Aktivitäten, die nichts spezifisch Christliches sind und von jeder humanitär ausgerichteten Organisation ebenso getätigt werden können, wie es die Kirche praktiziert, wenn sie so den Missionsauftrag versteht.
Polemisch wird dann mit dem Theologen Karl Rahner die Missionstätigkeit der Kirche, ihre bisherige, die den Auftrag Jesu Christi an sie erfüllte als Wirken einer „Exportfirma“ diffamiert, Die traditionelle Mission habe sich nicht ernsthaft mit den außereuropäischen Kulturen und Religionen auseinandergesetzt. Damit ist gemeint, daß die Kirche die christliche Religion für heilsnotwendig erachtete und nicht der Meinung war, daß jede Religion ein Weg zu Gott sei, also,daß alle Religionen gleich wahr seien und somit als gleichgültig zu beurteilen seien.Signifikant ist, daß kein einziger Begriff der christlichen Religion bzw Theologie in diesem Communioartikel auftaucht – die christliche Religion geht hier auf Tauchstation um sich hinter so wohlklingendem Vokabular wie: „Solidarität“ und „Gerechtigkeit“ zu verstecken.
So verklärt dann dieser Artikel den Tod der Mission:“Die Sendung der Kirche wird also durch das Wirken erfüllt, durch das sie […] allen Menschen oder Völkern in voller Wirklichkeit gegenwärtig [pleno actu praesens] wird […]", so Ad gentes 5. Diese Präsenz der Kirche wird in aller Welt – und das heißt auch: hier in Mitteleuropa – auf manchmal bewundernswerte Weise gelebt. Ob das die vielen Frauen und Männer sind, die an Orten der Armut, der Peripherie oder der sozialen Krisen präsent bleiben; ob das Christen sind, die in Stadtvierteln und sozialen Brennpunkten, in Schulen und Fabriken, in sozialen Bewegungen und politischen Parteien "pleno actu praesens" sind: sie leben "Mission" unter den konkreten Bedingungen der heutigen Zeit.“
Die Sozialarbeiterin oder der Sozialarbeiter oder der diverse Sozialarbeiter, um es politisch korrekt zu formulieren, ist der Missionar unserer Zeit! Jesus hat ja bekanntermaßen in erster Linie die Armen mit Speis und Trank versorgt und sich eingesetzt für ein sozialpolitisch engagiertes Reformprogramm, adressiert an die Behörden des Römischen Staates. Warum hat er nur vergessen, die Abschaffung der Sklaverei zu fordern, den römischen Imperialismus zu kritisieren und warum gründete er keine Spitäler, Schulen und Ausbildungsfirmen?
Nun ja, seine Praxis war doch recht dürftig, das hätte er doch besser hinbekommen können. Sein Gerede von Gott, dem Reich Gottes, der Sünde und der Erlösung, das alles hätte er seinen Hörern doch auch ersparen können, er hätte ihnen besser das Arbeitsleben fördernde Fähigkeiten vermitteln sollen!
Aber die Kirche hat nun die völlige Überflüssigkeit der christlichen, ja jeder Religion erkannt und stattdessen weiß sie, daß ein voller Magen das höchste Erdengut ist! Das hatte schon der wahre Humanist, Herr Satan erkannt, als er den Sohn Gottes versuchte der leider nicht auf dies humanistische Programm zur Weltbeglückung sich einließ. Zum Verhältnis des Teufels zum Humanismus verweise ich hier auf Dostojewskis genialen Text: „Der Großinquisitor“!Jesus hätte den Welthunger beseitigen sollen dadurch, daß er Steine zu Brot verwandelt und seine Menschenliebe hätte darin bestehen müssen, den Menschen großzügig das Sündigen zu erlauben, wenigstens die kleinen Sünden,isb dann wohl im Sexbereich.
Aber was steht denn nun in dem Text: ad gentes Nr.5 wirklich? Um meinen Lesern hierzu zu einem angemessenen Urteil zu befähigen, gebe ich den Text vollständig wieder:
5. Der Herr Jesus rief von Anfang an “die zu sich, die er wollte, ... und bestellte Zwölf, damit sie bei ihm seien und er sie sende, zu verkündigen” (Mk 3,13) (28). So bildeten die Apostel die Keime des neuen Israel und zugleich den Ursprung der heiligen Hierarchie. Als er dann ein für allemal durch seinen Tod und seine Auferstehung in sich selbst die Geheimnisse unseres Heils und der Erneuerung von allem vollzogen hatte, gründete er, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist (29), vor der Aufnahme in den Himmel (30) seine Kirche als Sakrament des Heils, sandte die Apostel in alle Welt, so wie er selbst vom Vater gesandt worden war (31) , und trug ihnen auf: “Geht also hin, und macht alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie alles halten lehrt, was ich euch geboten habe” (Mt 28,19f.) “Geht in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium aller Kreatur. Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden” (Mk 16,15). So liegt auf der Kirche die Pflicht, den Glauben und das Heil Christi auszubreiten, und zwar sowohl aufgrund des ausdrücklichen Auftrags, der von den Aposteln her dem Bischofskollegium, dem die Presbyter zur Seite stehen, in Einheit mit dem Nachfolger Petri und obersten Hirten der Kirche überkommen ist, wie auch aufgrund des Lebens, das Christus in seine Glieder einströmen läßt. “Von ihm aus wird der ganze Leib zusammengefügt und zusammengehalten durch jedes Band der Dienstleistung gemäß dem Wirken nach dem Maß eines jeden Gliedes. So geschieht das Wachstum des Leibes zum Aufbau seiner selbst in Liebe” (Eph 4,16). Die Sendung der Kirche vollzieht sich mithin durch das Wirken, kraft dessen sie im Gehorsam gegen Christi Gebot und getrieben von der Gnade und Liebe des Heiligen Geistes allen Menschen und Völkern in voller Wirklichkeit gegenwärtig wird, um sie durch das Zeugnis des Lebens, die Verkündigung, die Sakramente und die übrigen Mitteilungsweisen der Gnade zum Glauben, zur Freiheit und zum Frieden Christi zu führen: So soll ihnen der freie und sichere Weg zur vollen Teilhabe am Christusgeheimnis eröffnet werden.
In dieser Sendung setzt die Kirche die Sendung Christi selbst fort, der den Armen frohe Botschaft zu bringen gesandt war, und entfaltet sie die Geschichte hindurch. Deshalb muß sie unter Führung des Geistes Christi denselben Weg gehen, den Christus gegangen ist, nämlich den Weg der Armut, des Gehorsams, des Dienens und des Selbstopfers bis zum Tode hin, aus dem er dann durch seine Auferstehung als Sieger hervorging. Denn solchermaßen sind alle Apostel in der Hoffnung gewandelt, sie, die in vielerlei Trübsal und Leiden ausfüllten, was an den Leiden Christi noch fehlt für seinen Leib, der da ist die Kirche (32). Oft auch erwies sich das Blut der Christen als Same (33) .
Mit dem Text "ad gentes" hat dieser Communioartikel nichts gemeinsam, er vertritt genau das Gegenteil von dem in diesem Text Ausgesagtem!
1Communio 17.10.2026: „Glaube als Exportprodukt?Gedanken zur Zukunft des Missionsbegriffs anlässlich des 100. Weltmissionssonntags.