Freitag, 29. Mai 2026

Was einst geschrieben werden konnte und jetzt nicht mehr und was nicht mehr gesungen werden darf

 

Was einst geschrieben werden konnte und jetzt nicht mehr und was nicht mehr gesungen werden darf


Im Jahre 1987 konnte ein Autor noch dieses zu Papier bringen: „Das war es also! Der Begriff Tarkan war unter den Hauri tabu. Er bedeutete auf terranisch die Schrumpfende.Perry Rhodan begann zu verstehen, daß zu den religiösen Vorstellungen der Hauri eine überaus scharf und unbeugsame Semantik gehörte.Solches findet man häufig unter Primitivvölkern, bei denen die zulässigen Begriffe des Sprachgebrauchs von Priestern und Schamanen festgelegt werden und die Verwendung gewisser Tau- Wörter unter Strafe steht. Eine hochentwickelte Zivilisation wie die der Hauri an den Gebräuchen der Urzeit festhalten zu sehen,bedeutete für Perry Rhodan eine echte Überraschung.“1

Daß eine so hoch entwickelte Zivilisation wie die der Hauri, sie vermögen, mit zigfacher Lichtgeschwindigkeit von Stern zu Stern zu fliegen,eine primitive Kulturpraxis nachahmt,irritiert Rhodan, aber wie viel mehr müßte die heutige Tabupraxis den Autoren des Jahres 1987 irritieren!

Aber heute existieren doch gar keine Priester und Schamanen mehr, die so Tabus festsetzen. Doch, nur heute ist die Religion der Schamanen und Priester ersetzt durch die Politische Korrektheit und ihre Ideologen diktieren uns nun, was nicht mehr gesagt werden darf. Es ist sozusagen die postmoderne Version der einstmaligen Priesterherrschaft. Predigte nicht schon Salomon: Nichts Neues gibt es unter der Sonne? Wer das für eine Übertreibung hält, möge einmal einen Satz sagen, in dem das Tabuwort „Neger“ vorkommt. In den Romanen Jean Paul Sartres kommt dieses Wort regelmäßig vor und das bei diesem führenden Linksintellektuellen Europas, und heute muß man jeden eindringlichst davor warnen, ihn mit diesem Wortgebrauch zu zitieren!

Über eine klare Übersicht über alle Worte, die inzwischen tabuisiert worden sind, verfüge ich selbst nicht, aber vielleicht ist das gerade ein großer Erfolg der Tabuisierungspraxis, daß jeder Staatsbürger sich zur Selbstüberprüfung seiner Sprache genötigt sieht: Darf man das noch so sagen?

Was darf man also nicht mehr sagen: daß die Tabuisierung von Begriffen eine Praxis primitiver Kulturen seien, daß das was mit archaischen Religionen zu tuen habe, denn das ist die legitime Praxis unserer „wehrhaften Demokratie“. In einer Sprache wird gedacht, ob es überhaupt ein vor- oder nichtsprachliches Denken gibt, ist eben sehr zweifelhaft. Deswegen soll durch eine sprachpolitisch motivierte Tabuisierungspraxis das Denken der Staatsbürger kontrolliert werden. Mit den verbotenen Worten soll auch das damit Ausgesagte zum Verschwinden gebracht werden.

Im Vergleich zu den primitiven Kulturen verfügen die Priester der Politischen Korrektheit über weitgehende Kontrollmöglichkeiten, ob ihre Staatsbürger unerlaubte Worte gebrauchen.

Rabiat verfährt nun die Polizei gegen Personen, die dafür bekannt sind, nicht sich an die Regeln der Politischen Korrektheit zu halten. Die „Junge Freiheit“ berichtet dazu diesen typischen Fall: „Die Bundespolizei hat dem Bundessprecher der Identitären Bewegung Deutschland, Maximilian Märkl, am Münchner Flughafen die Ausreise nach Portugal verweigert. Strafrechtlich zu schulden kommen lassen hatte er sich zuvor nichts. Märkl wollte nach Porto reisen, wo am Sonnabend ein Remigrationsgipfel stattfinden soll.“

Als Begründung für das Ausreise-Verbot werde angeführt, so Märkl, seine Reise nach Portugal könne dem Ansehen der Bundesrepublik Deutschland schaden.“ (28.5.2026) Wer zu viele tabuisierte Worte benutzt, gar sie in einem politischen Vortrag gebraucht, muß mit staatlichen Repressionen rechnen. Die Unbestimmtheit, welche nun nicht mehr verwendet dürfen, ist dann für die repressive Praxis nützlich.


Aber nicht nur Worte werden verboten, auch Lieder. Die Internetseite „Zuerst“berichtet am 28.5.2026: anläßlich der Erlanger Bergkirchweih hat die örtliche Gleichstellungsstelle den Wirten des Volksfestes jetzt eine Liste mit zwölf Titeln übermittelt, die nach Auffassung der Behörde wegen „sexistischer“ oder frauenfeindlicher Inhalte künftig nicht mehr gespielt werden sollen.Das traditionsreiche Fest, das vom 21. Mai bis zum 1. Juni stattfindet, gilt als eines der größten Volksfeste Bayerns. Schlager, Ballermann-Hits und Mitsing-Klassiker gehören in den Bierzelten einfach dazu. Für etliche dieser Lieder soll nun Schluß sein.

In ihrem Schreiben verfügt die Gleichstellungsstelle im Gutsherrenton: „Im folgenden finden Sie eine Liederauswahl der Gleichstellungsstelle, die aufgrund sexistischer oder frauenfeindlicher Inhalte auf der Erlanger Bergkirchweih keinen Platz haben.” Auf der Liste stehen unter anderem „Layla“ von DJ Robin & Schürze, „Nein heißt ja“ von G.G. Anderson, das „Donaulied“ in verschiedenen Versionen, „Joana (du geile Sau)“ von Peter Wackel sowie „10 nackte Friseusen“ und „Geh mal Bier hol’n“ von Micki Krause.Auch Titel wie „20 Zentimeter“ von Mirja Boes, „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang oder „Olé, wir fahr’n in’ Puff nach Barcelona“ sollen nach dem Willen der Gleichstellungs-Zensoren künftig nicht mehr zu hören sein.“

Meine Empfehlung:Um als politisch einwandfrei zu gelten: Täglich „Deutschland verrecke“von „Feine Sahne, Fischfilet“ anstimmen.





1Kurt Mahr, Tarkan,Perry Rhodan Nr 1350, S.51.

Donnerstag, 28. Mai 2026

„Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an“ oder wer muß gehorchen und wer nicht?

 

Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an“1 oder wer muß gehorchen und wer nicht?



Konzentriert werden soll das Problem unerlaubter Bischofsweihen durch die Piusbruderschaft und der wohl sicher folgenden Exkommunikation sowohl der Weihespender als auch der Geweihten auf die Frage, ob die Voraussetzung einer erlaubten Bischofsweihe bei der Piusbruderschaft ein hundertprozentiges „Ja“ zu allen Texten des 2.Vaticanums ist, dagegen Modernisten und Liberale selbstverständlich von so einer solchen Gehorsamsverpflichtung entbunden sind.

Es bedarf keiner tiefschürfenden Analysen der Texte des 2.Vaticanums, um zu urteilen, daß die uniforme Reformagenda des linksliberalen Katholizismus nicht mit den Aussagen dieses Reformkonziles und schon gar nicht der Lehrtradition der Kirche übereinstimmt.

Erstens müßte die Condition, daß nur wer uneingeschränkt dem 2.Vaticanum zustimme, dürfte geweiht werden, ausgedehnt werden auf eine genauso uneingeschränkte Anerkennung aller Konzilstexte der Kirche. Aber nun erklären uns doch die Konzilsenthusiasten, daß das Anliegen dieses Reformkonziles es gewesen sei, den „Muff“ von einer fast 2000 Jahre währenden Theologiegeschichte auszulüften, damit Frischluft die Kirche erfülle. „Das ist ja vorkonziliar“, dieses Urteil bedeutet eine Verurteilung, als wenn in der Kirche nur noch das als wahr angesehen werden dürfe, was im Sinne des Reformkonziles ist, bzw genauer im Sinne des „Konzilgeistes“ ist. Also ist das 2.Konzil aufgestiegen zu dem einzigen Kriterium der Rechtgläubigkeit.

Aber wenn jemand erklärt, er bejahe die Lehrtradition der Kirche und könne deshalb einige Aussagen des 2. Vaticanums nicht bejahen, da sie dieser Lehrtradition widersprechen, dann darf er nicht zu einem Bischof geweiht werden. Wer dagegen erklärt, daß das 2.Vaticanum viele vorherige Kirchenlehren als überholt und als unwahr geworden erklärt hat und er so nur dem Reformkonzil zustimme und nicht mehr den vorkonziliaren Lehren, der darf zum Bischof geweiht werden: Er darf so der ganzen Kirche seinen Ungehorsam erklären im Namen des Geistes des Reformkonziles.

Wie verhält sich nun das 2.Vaticanum zu dem sogenannten „Geist des Konziles“? Man kann es auf diesen Punkt bringen: Das Zentrum des 2.Vaticanumes sei nach der Abwehr und Verurteilung der Moderne durch die vorkonziliare Kirche ihr Jawort zur Moderne,das Ja zur Religionsfreiheit, der Gew issensfreiheit, der Demokratie und der Menschenrechte. Das mache den „Geist“ des Konziles aus, wohingegen alles andere nur noch von kirchenhistorischer Bedeutung sei. Der „Geist des Konziles“ sei nun aber in erster Linie ein kirchenkritischer, da die Katholische Kirche für sich selbst noch nicht hinreichend die Demokratie und die Menschenrechte anerkenne.Der Konzilsgeist verlange so eine Verdemokratisierung der Kirche,die Zulassung der Frau (und aller weder männlich noch weiblich sich Verstehender) zu allen Ämtern und die Befreiung der Sexualität von jeder kirchlichen Bevormundungsreglementierung!

Wer zu diesen Gehalten der Moderne nicht „Ja“ sagt, der darf nicht zum Bischof geweiht werden. Daß dieses „Ja“ ein „Nein“ zu allem ist, was die Kirche lehrte und lehrt, bis der Modernismus in ihr zu ihrer Theologie sich emporschwang und die Lehrstühle der Theologie okkupierte,ist nicht überlesbar.

Zusatz

Nach der Erfahrung  des  rigoristischen Kampfes des Papstes Franziskus wider die "Alte Messe" ist es da nicht verständlich, daß die Priesterbruderschaft darauf insistiert,neue Bischöfe selbstständig zu weihen, um der Möglichkeit ihrer Nichtung zu entgehen, wenn der Vatican jede Bischofsweihe für sie untersagen könnte, um dieser Tradition ein Ende zu bereiten, auch wenn die Weihen kirchenrechtlich unerlaubt sind? Wer nun aber darauf insistiert, daß dem Kirchenrecht zu gehorchen sei, der muß sich fragen lassen, warum in Deutschland Bischöfe dies Recht mißachten dürfen. 




1Kath net, am 27.5.2026.

Mittwoch, 27. Mai 2026

Wider die Verharmlosung Gottes: oder: „Mein ist die Rache!“

 

Wider die Verharmlosung Gottes: oder: „Mein ist die Rache!“



Als der Apostelfürst Paulus in seinem Römerbrief schrieb: „Die Rache ist mein,ich will vergelten, spricht der Herr“ (12,19) muß er wohl ganz vergessen haben, daß Gott die Liebe ist und so kein Rache nehmender sein kann.

Nur auch ein viel weniger bedeutsamer und doch sehr lesenswerter Autor läßt in seinem Roman: „Waldröschen“1 einen der Protagonisten sagen: „Sennorita, Ihr seid ein Ungeheuer. Thut mit uns, was Ihr wollt; aber es giebt einen gerechten Gott im Himmel, der Alles sieht und Alles hört;er wird uns an Euch rächen und Alles vergelten,was Ihr verbrochen habt!“2

Weil Gott gerecht ist, rächt er- so urteilen diese zwei Autoren übereinstimmend.

Kurz danach ereignet sich dieser Dialog: „Sennorita, bedenkt, daß es einen Gott im Himmel giebt!.“ „Einen Gott?Ah!“ lachte sie,den Kopf schüttelnd. „Welcher Alles belohnt und bestraft, je nachdem es gut oder böse ist!“ „Das ist ein Ammenmärchen!“ wiederholte sie. „Seht Ihr denn nicht, daß gerade dieser Gott mich beschützt? Er hat mich Eure Anschläge wissen lassen.Aber ich brauche seine Hilfe gar nicht; ich weiß allein, was ich thue. Sie werden Alle fallen.3 Und Ihr, wißt ihr, was mit Euch geschieht?“ „Ich stehe in Gottes Hand,“ antwortete er. „Nein, Ihr befindet Euch zunächst in meiner Hand. Ihr werdet hängen, wirklich hängen“. 4

Etwas später: „Ihr seid eine Teufelin!“ Sie antwortet: „Nicht wahr? Ihr habt recht; das sollt Ihr an Euch selbst erfahren.Ihr sollt nämlich nicht zugleich gehangen werden, ich will Euch erst ein kleines Vergnügen gönnen.“ 5

Dies Vergnügen soll darin bestehen, daß sie den so Angesprochenen zu ihrem Vergnügen foltern will, bevor sie ihn erhängt. Es gibt Menschen, die so böse sind, daß sie als „Teufel“ zu bezeichnen theologisch zwar inkorrekt ist, aber, aber man sie doch moralisch empfindend so bezeichnen darf.

Gibt es diesen Gott wirklich oder hätte hier der Protagonist nur verkünden dürfen: „Was immer Sie auch an Grausamkeiten und Menschen Quälerisches tuen wollen, Gott liebt Sie, er sagt „Ja“ zu Ihnen“? Spräche so wirklich die Liebe Gottes? Wenn so Gottes Liebe wäre, triumphierten noch im Himmel die Bösen über ihre Opfer! Denn dann wäre es Gott gleichgültig, ob wir unseren Nächsten lieben oder morden! Ist es nicht wahrer, daß Er, weil er seine Menschen liebt, die Opfer dieses Gequält- und Ermordetwerdens rächt?

Der Apostelfürst sieht das so und der so christliche Schriftsteller May stimmt dem zu!





1Karl May, Waldsöschen, 4.Band, Kaiser Max von Mexiko, . Es sei hier die historisch kritische Ausgabe wärmstens empfohlen, die anderen verschlimmbessern den Text. Zusatz: Kein Weintrinker würde behaupten,daß es ihm gleichgültig wäre, ob er seinen Wein aus einem Weinglas oder einer Kaffeetasse tränke, den für ein Getränk sei es gleichültig, aus was für ein Trinkgefäß es getrunken würde, da das dem Getränk rein äußerlich sei So urteilen aber Leser, wenn sie meinen, daß die Rechtschreibung für den Gehalt des Gelesenen gleichgültig sei, da auch die jeweilige Orthographie etwas nur rein Äußerliches sei. Wer die historisch- kritische Ausgabe liest, wird merken, daß dies ein Irrtum ist, sozusagen eine doketische Schriftlehre impliziert. 

2A.a.O. S.2522.

3Sie will alle ihre Pläne verhindern Wollenden umbringen lassen.

4A.a.O. S.2546.

5A.a.O. S.2546.

Dienstag, 26. Mai 2026

Über den Widerstreit zwischen dem organologischen und dem personalistischen Kirchenverständnis

 

Über den Widerstreit zwischen dem organologischen und dem personalistischen Kirchenverständnis


Das organologische Kirchenverständnis legte der Apostelfürst Paulus in seinem 1. Korintherbrief 12,12-31. Die Kirche sei wie ein menschlicher Körper zu denken: Er ist einer bestehend aus vielen Gliedern. Jedes Glied erfüllt in ihm eine ihm eigene bestimmte Aufgabe und der Körper als ganzer lebt nur dadurch, daß jedes seine erfüllt. Die Teile des Körpers existieren nicht unabhängig von dem Ganzen, als wäre das Ganze ein Zusammenschluß der vordem Einzelnen.

Dieses Bild kann nun erweitert werden durch die Vorstellung, daß Jesus das Christus das Haupt der Kirche, seines Leibes sei, der dann seinen Körper leite.

Gern gesellt sich zu der Idee des Ganzen als einem Körper diese Geschichte: Ein Streit entbrannte zwischen allen Gliedern des Körpers, welches denn nun unter ihnen das bedeutsamste und gewichtigste sei. Der Kopf streitete mit dem Herzen, also der Verstand wider das Gefühl und der Magen, materialistisch gesonnen: „Erst käme das Essen, dann..“ wider alle.Da erhob der Arsch seine Stimme: „Ich bin das Allerwichtigste!“ Alle lachten ihn, den „AvD“= Arsch vom Dienst“ aus. Da streikte der AvD. Nach einer Woche des Streikens baten ihn alle inbrünstig: „Arbeite wieder- Du bist unverzichtbar!“

Das Auge ist nur zum Sehen, das Ohr nur zum Hören, die Nase nur zum Riechen dar- was wenn nun das Auge proklamierte: „Das Hören und Riechen will ich auch übernehmen“?

Aus gleichen Teilen kann kein Körper sein, jedes Organ ist von allen anderen verschieden und kann so seine spezifische Aufgabe erfüllen.Das Ganze differenziert sich in seine Teile aus und bildet so eine Einheit.

Das personalistische Kirchenverständnis geht von dem Primat der Einzelperson aus, die sich dann sekundär mit anderen Personen vergeselligt. Alle Personen sind gleich und beanspruchen so die gleichen Rechte und im Prinzip,daß jeder jede Aufgabe in der Kirche auch erfüllen könnte. Gelegentlich wird dazu hinzugefügt, daß das Taufsakrament jeden Getauften zu jeder kirchlichen Aufgabe befähige. Allen wären so im Gegensatz zum Amtsverständnis des Paulus die Begabung zu jedem Amt verliehen worden. So kann aber keine Gemeinschaft entstehen sondern nur ein Verein Gleichberechtigter.

Jeder sei so dazu berufen, Apostel, Diakon oder Lehrer oder Zeuge Jesu zu sein. Jeder sei sein eigener Hirte und Hirte seiner Geschwister. Das ist so, als wenn im Menschenkörper jedes Glied für alles zuständig, also das Ohr zum Sehen und Riechen und dürfte sich seine Einschränkung auf das Hören nicht gefallen lassen.

In der Kirche, organologisch verstanden, sind nicht alle Glieder zu den gleichen Aufgaben berufen, denn sonst könnte die Kirche gar nicht bestehen.


In der Ecclesiologie muß also vom Ganzen der Kirche ausgegangen werden, um dann die besonderen Berufungen für die Aufgabe der Kirche erfassen zu können und nicht von der Person als dem Anfangsgrund der Kirche

So geht ja auch die Struktur der Fußballmannschaft: der Angriff, das Mittelfeld und die Verteidigung, der Aufteilung der Mannschaftsspieler auf diese drei Positionen voraus- nicht gibt es die Aufgabe des Sturmes, weil einer unbedingt Stürmer spielen möchte.Nicht manifestiert sich in diesen drei Positionen der Fußballmannschaft die Wünsche und Bedürfnisse der Spieler wieder sondern sie ergeben sich aus der Aufgabe einer Fußballmannschaft.So ist auch die Binnendifferenzierung der Ämter in der Kirche das Resultat ihrer ihr von Gott gegebenen Aufgabe.

Das personalistische Kirchenverständnis ist eine Frucht des Liberalismus. 


Ein „demokratisches Scheidungsrecht“ und ein Krieg

 

Ein „demokratisches Scheidungsrecht“ und ein Krieg


Wie könnte ein wahrhaft demokratisches Scheidungsrecht aussehen? Es müßte eines sein, in die die Frage der Erlaubtheit einer Scheidung durch eine Mehrheitsentscheidung gefällt wird. Einer der Eheleute stellte den Antrag auf die Auflösung der Ehe und wenn er mehrheitlich angenommen wird, ist die Ehe geschieden. Da eine Ehe aus 2 Personen besteht, kann sie so nur einvernehmlich geschieden werden. Wenn es Kinder in der Ehe gibt, dann könnten die ab einem Mindestalter abstimmungsberechtigt sein.

Eine Ehefrau möchte sich scheiden lassen, da sie einen anderen Mann liebt und ihren jetzigen nicht mehr, dann könnte der Ehemann „Nein“ zur Scheidung sagen und sie könnte sich nicht scheiden lassen, auch nicht, wenn der Ehemann und die zwei Kinder ihren Antrag ablehnten.

Wäre ein solches demokratische Scheidungsrecht erstrebenswert?

Es gibt Staaten, in denen verschiedene Völker in einem Staate zusammenleben, dann setzt sich das Staatsvolk aus verschiedenen Nationen zusammen. Was nun, wenn eines dieser Völker nicht mehr in dem gemeinsamen Staat leben möchte und stattdessen einen eigenen Nationalstaat erstrebt? Existiert ein Scheidungsrecht für multinationale Staaten? Es existiert wohl nur ein „demokratisches“: Ein Volk kann nur aus einem multinationalen Staat austreten, wenn eine demokratische Mehrheit dem Scheidungsbegehren zustimmt, sonst muß es in dem Staatsverband bleiben. Hat nun gar der multinationale Staat das Recht, die austreten wollende Nation mit Gewalt daran zu hindern?

Das ist genau die Rechtsauffassung der ukrainischen Regierung und der Nato,daß die ukrainische Regierung die sich von der Ukraine abtrennen wollenden russischen Provinzen gewaltsam daran hindern zu dürfen. So führte die Ukraine circa 10 Jahre einen Krieg gegen die sich als selbstständig erklärt habenden russischen Republiken, gebremst durch die Natostaaten, eine nichtmilitärische Lösung zu favorisieren.

Rußland dagegen erkannte im Sinne eines Selbstbestimmungsrechtes der Völker die Unabhängigkeitserklärungen der unabhängig sich erklärenden russischen Republiken an. Es lehnte das demokratische Scheidungsrecht ab und bestand darauf, daß die in dem ukrainischen Staate lebenden Russen sich scheiden lassen dürfen.

Der Krieg eskalierte und die russischen Republiken baten Rußland um eine militärische Intervention zu ihren Gunsten gegen den ukrainischen Aggressor. Diese Hilfe wäre völkerrechtlich legitim, wenn die Russen in dem Mehrvölkerstaat ein Scheidungsrecht hätten, sich für selbstständig zu erklären, aber dies Recht spricht ihnen die Ukraine und der „Freie Westen“ ab. Als abtrünnige Provinzen durfte stattdessen die Ukraine gewaltsam in die Staatseinheit zurükzwingen.

Es fehlt für multiethnisch strukturierte Staaten ein Scheidungsrecht, das dem Selbstbestimmungsrecht der Völker gerecht wird.

Sonntag, 24. Mai 2026

Der Mythos vom Klassenkampf und was davon an Realem übrigbleibt-eine Genalogie

 

Der Mythos vom Klassenkampf und was davon an Realem übrigbleibt-eine Genalogie


Ein kleines Ereignis möge die Leserschaft auf die Entdeckungsreise eines Versuches einer Entmythologisierung dieses Vorstellungskomplexes hinführen. Die Ehefrau des erfolgreichen Arztes XY betritt den Tennisplatz, inspiziert ihn für das vorgesehene Spiel, um mit Entsetzen die Putzfrau der Arztpraxis ihres Mannes gerade zum Matchgewinn aufschlagen zu sehen. Empört wirft sie ihren Tennisschläger von sich und erklärt ihren sofortigen Austritt aus ihrem Tennisverein, inclusive dem ihres Ehemannes.

Warum? Wie könnte sie noch den Tennissport genießen, wenn die „Putze“ ihres Mannes auch wie sie Tennis spielt.Genießen konnte sie diesen Sport doch nur, solange er ein Privileg von Gutverdienern war im Bewußtsein, daß diesen Sport sich nicht jedermann leisten könne. Was nicht für jedermann ist, das erscheint als erstrebenswert. Der Wille zum Privileg ist so die eine Seite des Klassenkampfmythos. Der egalitaristische Wille, was die da „Oben“ sich leisten können,das wollen wir alle auch, bildet den Contrapunkt innerhalb dieses Mythos: Daß es Privilegierte gibt, das widerspricht der Gleichheit der Würde aller Menschen.

Der Widerstreit zwischen dem Willen zum Privileg und dem egalitaristischen Willen bildet so die reale Substanz der Klassenkampfideologie.

In einer Massenkonsumgesellschaft hat das zur Folge, daß das gestern noch nur für wenige Konsumierbare übermorgen ein Konsumobjekt aller wird, und daß es so nicht mehr genießbar ist.

Meine Eltern konnten mir noch erzählen, daß es das Gerücht gegeben habe, daß es in ihrem Dorfe Privilegierte gäbe, die sich jeden Mittag ein Fleischgericht leisten könnten, jedermann höchstens am Sonntag. Dann kam die „Massentierhaltung“, das Fleisch verbilligte sich so sehr, daß selbs Sozialhilfeempfänger ihr tägliches Fleisch auf dem Mittagstisch sahen. Wer konnte da noch sein Fleisch genießen? In Extrabioläden wurde nun zu horrenden Preisen Vegetarisches angeboten: Man konnte nun auf die primitiven Fleischverzehrer herabblicken und aß nur noch Biovegetarisches, bis daß dann die Supermärkte Vegetarisches preisgünstig anboten. Einst konnten nur wenige konsumieren, die meisten kauften nur das Lebens-notwendige, aber als dann die Epoche der Massenproduktion kam, die Massen konsumierten, da erhob sich die Kritik des Massenkonsumes, des Massentourismus und der Massenkultur. Der Moloch der Masse zerstört so jede Genußkultur, denn nur das wenigen Vorbehaltende kann genossen werden.

Nun wenden wir uns einem aktuellen Beispiel dieses realen Klassenkampfes zu: „Theologe: Billigfleisch gehört nicht auf den Grill.Zu Pfingsten wird perfektes Grillwetter erwartet. Zu diesem Anlass ruft der Theologe Rainer Hagencord zum Verzicht auf Billigfleisch auf. Industrielle Tierhaltung sei "eines der größten Verbrechen der Menschheit".

Solange es keine industrielle Tierhaltung“ gab, war das Fleisch ein Privileg der Gutverdiener und konnte so genossen werden. Die Industriealisierung der Landwirtschaft ermöglichte ja auch erst die Beseitigung des Hungers in Europa und die industrielle Tierhaltung den Fleischkonsum auch für das „gemeine Volk“! Aber damit soll nun Schluß sein: Nur wer sich teures Fleisch leisten kann, soll zu einem Fleischgenuß berechtigt sein. Eine solcher Egalitarismus, daß selbst das einstige Privileg, Fleisch genießen zu können, abgeschafft worden ist, ist doch ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit,zu der es nun mal gehört, daß wenige sich ihrer Privilegien gegenüber den Massenmenschen rühmen können.

Die 2-Klassenmedizin macht inzwischen eine gute medizinische Versorgung zu einem Privileg, da kann doch auch das gute Essen wieder reprivilegalisiert werden. Schon jetzt müssen sich ja circa 1,6 Millionen mit den „Tafelessen“ begnügen, mit abgelaufenem Essen.

Der Klassenkampf ist eine große mythologische Erzählung, deren reale Substanz der Widerstreit zwischen dem Willen zum Privileg und dem egalitaristischen Willen ist. „Genießen kann ich nur, wenn das,was ich genieße,den Vielen nicht zugänglich ist!“ Das evoziert den Willen: „Das wollen wir alle genießen!“ 

Zudem:Kann wirklich die heutige Tierhaltung als ein Menschheitsverbrechen gleichgesetzt werden mit den Millionen in den Weltkriegen Getöteten, den Opfern der Atombombe in Japan und den Millionen im Mutterleibe getöteten Kinder! Ist das nicht inhuman?

Sagt die Bibel Unwahres über Gott aus?- oder wenn ein dogmatischer Jesuit die hl.Schrift zensiert

 

Sagt die Bibel Unwahres über Gott aus?- oder wenn ein dogmatischer Jesuit die hl.Schrift zensiert



Hören wir auf das Wort Gottes: Und Gott sprach zu einer Versammlung im Himmel: „Wer will Achab,den König von Israel,bethören,daß er hinziehe und bei Ramoth Galaad falle?“ 1.Könige22,20. Der König Israels wollte ob der Gewichtigkeit der Frage, ob er in den Krieg ziehen solle oder nicht, die Propheten als seine Ratgeber befragen, denn er weiß, wenn Gott diesen Krieg nicht bejaht, er ihn nicht gewinnen kann. Gott hält nun im Himmel eine Beratung ab: Er hat beschlossen, daß der König den Krieg führen und im Kriege fallen solle, um ihn so für seine Sünden zu strafen. Gott will nun irgendwen aus dem Himmel herabsenden, der den um Rat suchenden König „bethört“, sodaß er den falschen Beschluß fällt.

Ein Geist trat dann hervor und meldete seine Bereitschaft, so den König in die Irre zu führen. So will dieser Geist den Plan Gottes ausführen: „ Ich will ausgehen,und zu einem Geiste der Lüge in dem Munde aller seiner Propheten werden.“ V.22.Ist dieser Geist schon immer einer, oder gar der Lüge oder wird er es erst, um Gottes Auftrag zu erfüllen? Der Jesuit A,Arndt kommentiert in seiner Vulgataausgabe 1903:Der Geist sei der Satan, also wirkt er nur als der, der er ist und nicht wird er erst zu einem Geist, der nun zu „bethören“ hat. Die Propheten, deren Aufgabe es ist, Gott nach seinem Willen bezüglich der königlichen Politik zu befragen, werden so zu den König in die Irre führenden Propheten. Diese Propheten können nun selbst wohl nicht erkennen, daß sie durch diesen ausgesandten Geist zu Propheten der Lüge werden.

Und Gott? „Du wirst ihn bethören und seiner mächtig werden; gehe aus und thue also!“ V 23 Gott beauftragt so diesen Geist, dies Werk so auszuführen.

Aber wie kommentiert nun der Jesuit diese Bibelstelle?

Gott wollte durch dieses Gesicht anschaulich machen,daß er zugelassen habe,daß der Satan die falschen Propheten begeisterte,um den König zu betrügen, um zum Kriege zu bereden“. Die Aufforderung: „gehe und thue“ ist unmöglich als ein Zulassen Gottes zu interpretieren. Auch sind die „falschen Propheten“ nicht einfach „falsche“, sondern dieser ausgesandte Geist macht er sie erst zu solchen, indem er sie für dieses von Gott selbst beabsichtigte Täuschungsmanöver benutzt. Zudem dürfe der Leser dieses Gesicht, daß da Gott so frägt, wer wolle den König so in die Irre führen, nicht ernst nehmen, „ denn Gott hält keinen Rath, und der Satan kommt nicht vor sein Angesicht“ denn Gott wolle nicht betrügen, er lasse es höchstens zu, daß wer betrogen würde. Gottes unerforschlicher Rat ließe es aber zu.

Nur der Text besagt gar nicht, daß dieser Geist der Teufel selbst sei. Gott sucht nur nach einen Geist, der bereit ist, den König zu betrügen. Es liegt auch kein unerforschlicher Ratschluß Gottes vor, sondern ein klares Anliegen: Der König soll wegen seiner Sünden bestraft werden, indem er auf die Propheten hörend in den Krieg ziehen soll, um in ihm zu fallen. Wenn diese Propheten nur Falschpropheten wären, warum hätte dann der König auf sie gehört? Er selbst glaubte, daß sie die wahren seien, zumal er gut demokratisch gesonnen auf die Mehrheit hörte und nicht auf den Dissidentenpropheten Michäas, der ihm nur Übles voraussagte

Gott selbst wollte hier den König betrügen, damit er dann seine Strafe erleidet. Die Geschichte ist an sich ziemlich klar. Aber nur sie widerspricht der dogmatischen Lehre, und deswegen zensiert sie dieser Jesuit so arg. Aus Gottes Anordnung soll ein bloßes Zulassen werden, Gott könne auch nicht im Himmel sich mit Engeln und Geistern beraten und schon gar nicht fragen: „Wer übernimmt diese Aufgabe?“


Nur, woher weiß dieser Jesuit so viel besser über Gott Bescheid als die hl.Schriift? Unser menschliches Erkennenwollen, auch das Gotterkennenwollen steht immer in der Gefahr, durch unseren Willen zur Macht, zu beherrschen wollen,kontaminiert zu werden. Wir wollen einen beherrschbaren und beherrschten Gott, der nur das tut, was uns zusagt, aber zumindest nichts uns Widerstrebendes will. Nur Gott nimmt sich die Freiheit, anders sein zu sein und zu agieren, als die Dogmaikvorschriften es zulassen. 

Zusatz

Dazu paßt es,daß der jesuitische Papst die "VaterUnser Bitte":"und führe uns nicht in Versuchung" übersetzen will in:"Laß nicht zu, daß wir in Versuchung geraten"!