Sonntag, 5. Juli 2026

Ziviler Ungehorsam gegen Rechts und gegen alles Nichtkonformistische?

 

Ziviler Ungehorsam gegen Rechts und gegen alles Nichtkonformistische?



Auf der Internetauftrittseite „Bündnis widersetzen“, das zum Kampf wider den AfD- Parteitag in Erfurt mobilsierte, heißt es: „AfD Parteitag verhindern.Am 4. Juli in Erfurt Höcke stoppen! Der Bundesparteitag der AfD am 4. & 5. Juli in Erfurt darf nicht stattfinden! Er wäre eine faschistische Zusammenrottung mit Björn Höcke an der Spitze. Höcke steht für den offen faschistischen und NS-verherrlichenden Kurs in der Partei:Menschenverachtung,Ausgrenzung, massenhafte Deportationen und Hass.“

Ziviler Ungehorsam gegen Rechts wird da gefordert: da ein zivilen Ungehorsam gegen den AfD-Parteitag legitim sei.1 Worin besteht nun dieser zivile Ungehorsam, etwa in einem Nichtgehorchen staatlichen Gesetzen gegenüber? Mitnichten: Einer Gruppe von Bürgern wird das Versammelungsrecht und das Recht auf die freie Meinungsäußerung angesprochen und es sollte verhindert werden, daß diese Bürgergruppe diese Bürgerrechte ausüben kann.

Wer entscheidet nun darüber, wem die Recht abgesprochen wird? Dies antifaschistische Bündnis. Wurde vor diesem Beschluß die Angeklagten befragt, ihnen eine Möglichkeit zur Entkräftung der Vorwürfe gegen sie gewährt? Mitnichten. Stattdessen sind hier die Ankläger und die Entscheider personenidentisch. Dieses antifaschistisches Bündnis nimmt also für sich das Recht in Anspruch, Andersdenkenden das Recht auf die Versammelungsfreiheit abzusprechen und berechtigt zu sein, zu verhindern, daß diese ihr Recht ausüben können.

Es existiert kein Verfahren, mit dem die gegen die AfD erhobenen Vorwürfe überprüft wurden, es reichte aus, einfach zu behaupten, daß sie menschenverachtend, ausgrenzend sei und für massenhafte Deportationen und Haß stünde.Das ist faktisch eine Variante der Lynchjustiz, daß hier einer ganzen Gruppe die politischen Grundrechte aberkannt werden und ihnen die Ausübung ihrer Rechte verunmöglicht werden sollte.

Das Demokratieverständnis dieser Antifaschisten spricht für sich: Andersdenkenden sei das Versammelungsrecht und das Recht auf die freie Meinungsäußerung zu verwehren und man dürfe versuchen, ihnen diese Rechte auszuüben, zu verunmöglichen.

Bei jeder in Deutschland, Österreich und der Schweiz stattfindenden Lebensschutzkundgebung wird dieses Demokratieverständnis ebenso praktiziert: Feministische und antifaschistische Organisationen versuchen, solche Kundgebungen zu verhindern, denn auch ihnen wird das Versammelungsrecht und das Recht auf die freie Meinungsäußerung abgesprochen.

Es soll so aber auch jedem Bürger das Recht abgesprochen, auf das zu hören, was die Lebensschützer oder die AfD ihnen sagen wollen. Feministische und antifaschistische Bündnisse nehmen auch für sich das Recht in Anspruch, allen Bürgern diktieren zu dürfen, was sie hören und was sie nicht hören dürfen.

Der zivile Ungehorsam richtet sich also primär gegen die Rechte der Mitbürger, wenn diese denn unerwünschte Meinungen vertreten. Was nun unerwünscht sei und zu bekämpfen sei, das legen diese Gruppen ganz autonom fest, sie wollen entscheiden, wer was sagen darf und wer nicht. Und wenn dann der Rechtsstaat die Bürgerrechte der so Diskriminierten verteidigt, indem er durch massive Polizeieinsätze das Versammelungsrecht auszuüben ermöglicht, werden auch die Polizisten auch körperlich angegriffen, da sie den Antifaschisten es verunmöglichen, den Parteitag der AfD oder Lebensschutzkundgebungen zu verhindern.

Faktisch wird so das Faustrecht zum Mittel des politischen Kampfes: Wir haben das Recht, Andersdenkenden ihre Meinungsäußerungen zu verunmöglichen. Die kommoderen antifaschistischen Parteien, Grüne, SPD und Linke wollen die AfD einfach verbieten, um so deren Ausübung des Rechtes auf die freie Meinungsäußerung zu verunmöglichen. Sie stimmen dabei dem Grundsatz zu, daß das Recht auf die Versammelungsfreiheit und das Recht auf die freie Meinungsäußerung zu kritisch Denkenden abzusprechen sei, nur möchten sie das rechtsstaatlich durchsetzen, wohingegen die radicaleren Antifaschisten auf die Macht der Fäuste setzen.

Gilt eigentlich, daß die Meinungsfreiheit zu den Kernelementen der Demokratie gehört, gilt faktisch nun: Nur Konformisten steht dieses Recht in einer Demokratie zu! Nonkonformisten ist dieses Recht abzusprechen und man darf und muß sogar ihnen verunmöglichen, diese staatsbürgerlichen Rechte auszuüben. 

Zusatz:

Junge Freiheit 5.7.2026: „Widersetzen“ billigt Angriffe auf Journalist„Faschist*innen mit Presseausweis sind immer noch Faschist*innen“, betont „Widersetzen“-Sprecher Noa Sander. Bei der Abschluss-Pressekonferenz des linken Bündnisses in Erfurt werden Angriffe auf Journalisten nicht verurteilt.


 

1 Jurist über den AfD-Parteitag„Wir stehen vor einem möglichen Wendepunkt, TAZ am 4.7.2026.

Samstag, 4. Juli 2026

„Die Piusbruderschaft will Sekte sein – soll sie es!“ Ein Jesuit kritisiert auf höchstem Niveau die Bischofweihen der Piusbruderschaft

 

Die Piusbruderschaft will Sekte sein – soll sie es!“ Ein Jesuit kritisiert auf höchstem Niveau die Bischofweihen der Piusbruderschaft



Wo anders als auf Kath de (3.7.2026) konnte diese Fundamentalkritik dieses skandalösen Vorfalles publiziert werden! Die zentrale Frage dieser Kritik lautet: „ist das meine Kirche?“ „mein“ ist hier besitzanzeigend gemeint: Es existieren also 2 Kirchen, die des Jesuiten und die der Piusbruderschaft. Der Kritiker frägt nun, ob er in der Kirche der Piusbruderschaft die seinige recognizieren könne.Darauf folgt die rhetorische Frage: „Will ich diese Kirche in meiner haben?“ Die Antwort lautet zwar: „Eher nein“, aber es ist doch ein „Nein“ gemeint!

Was ist nun so furchtbar an der Kirche der Traditionalisten? Der Standpunktkommentar bietet uns dazu eine wahrhaft überzeugende Argumente.

Wenn ich die Bilder der Bischofsweihe sehe:graust mir hätte eigentlich vor dem Doppelpunkt stehen müssen. „hunderte Männer, eher blass, ernst und streng die Gesichter, schwitzend in engen, irgendwie antiquiert wirkenden Gewändern, unverständliche lateinische Gesänge singend, weihrauchgeschwängert,“ Diese Fundamentalkritik verlangt nun unsere größte Aufmerksamkeit, um diesen Höhenflügen jesuitischer Kritik auch nur annähernd gerecht werden zu können.

hunderte Männer“: das ist ja schon an sich ein Skandal: Waren Frauen etwa von diesem Weiheakt ausgeschlossen? Und waren etwa keine „Diversen“ dabei? (Es sei an den usus kirchlicher Stellenausscheibungen: m/w/d erinnert!)

eher blass, ernst und streng die Gesichter“ So unsympathische Männer, dabei sollten doch wir Christen laut Nietzsche fröhlicher ausschauen!1

schwitzend in engen, irgendwie antiquiert wirkenden Gewändern“: Die liturgischen Gewänder passen einfach nicht zu den jetzigen hochsommerlichen Temperaturen, eine luftige Freizeitkleidung hätte doch das Schwitzen verhindern können! „antiquiert“ das heißt: nicht mehr zeit(geist)gemäß aber simpler, erst Mal: unmodisch!

unverständliche lateinische Gesänge singend“ : Was die Sprachkenntnisse eines Jesuiten überfordert, ist eben unverständlich, nur vergaß er dabei das relativierende: „für ihn“ hinzuzufügen. Daß das Latein die Sprache der Liturgie ist, ist den der Liturgie im Regelfall reserviert gegenüberstehenden Jesuiten sicher nicht bekannt, ist ihnen doch die Predigt, möglichst ohne davon Ablenkendes das Wesentliche eines Gottesdienstes und darum ist ihnen der Weihrauch auch ein Greuel, verunklart er doch das gepredigte Wort.

Weihrauchgeschwängerte Männer: Das ist selbstredend der Höhepunkt dieser Kritik: Die enthaltsam lebenden Männer lassen sich als Ersatz vom Weihrauch schwängern! Im (Un)Geist der Genderideologie kann es natürlich schwangere Männer geben, aber vom Weihrauch geschwängert, ist schon ein arges Stück jesuitischer Sophistik!

Das Resümee fällt klar aus: Die Kirche, die so einen Gottesdienst zelebriert, ist nicht die Kirche dieses, eines Jesuiten! Wie ist denn nun die Kirche dieses Jesuiten, der in der der Piusbruderschaft die seinige, besitzanzeigend gemeint, nicht recognizieren kann?

Die katholische Kirche ist ja ein großer Zoo mit vielen bunten, auch grellbunten Tieren, und das soll so sein, ist wunderbar, aber die hier gesehene bunte Farbe will ja die einzige sein, und sie spricht anderen Buntheiten das Katholischsein ab – damit ist diese Kirche gerade nicht mehr katholisch, sondern eine Sekte.“ Die Jesuiten-Kirche ist bunt! Diese Parole: „Bunt statt rechts/rechtspopulistisch/conservativ“ wird nun fast auf jeder Anti-Rechts- Demonstration gebrüllt und meint positiv gewendet,daß politisch korrekt die Buntheit nur aus zwei Farben bestehe: „Grün“ und „Rot“! Alle Andersfarbigen seien auszuschließen.

(Ich vermute, daß das Tragen des Trikots unsere Fußballmannschaft auf einer Anti-Rechts- Demonstration auch untersagt würde, aber Homosexfahnen bejubelt würden.) Die Kirche hat also ein bunter Zoo zu sein, die deswegen alle unerlaubten Farben auszuschließen habe. So nur verhindere sie, eine Sekte zu sein! Nicht Grün-Roten muß deswegen das Katholischsein abgesprochen werden! Das entspricht der Praxis der katholischen „Kirchentagen“, die faktisch Grün-Rote Bejubelungsfeste sind. Und zu einer Zookirche passen eben ernste Männer nicht, die statt Tierkostümen liturgische Gewänder tragen!

Wer solche Kritiker hat, braucht keine Apologeten!

1Friedrich Nietzsche kritisierte das Christentum scharf dafür, dass Christen seiner Meinung nach oft freudlos und unerlöst wirken. Sein berühmter Ausspruch lautet: „Die Christen müssten mir erlöster aussehen. Bessere Lieder müssten sie mir singen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte.“ KI- Übersicht.

Freitag, 3. Juli 2026

Hängt die „Scheiß-Deutschlandflaggen“ab! Oder über eine Folge des Gottesglaubenverlustes

 

Hängt die „Scheiß-Deutschlandflaggen“ab! Oder über eine Folge des Gottesglaubenverlustes


Der Chef der Grünen Jugend, Luis Bobga, hat nach dem Ausscheiden der Nationalmannschaft gegen die Deutschlandflagge gehetzt. Auf dem Kurznachrichtendienst Threads und auf Instagram schrieb Bobga, die Deutschen sollten jetzt ihre „Scheiß-Deutschlandflaggen“ wieder abzuhängen.“ Junge Freiheit1 Die unter Linken sehr populäre Musikband: „Feine Sahne, Fischfilet singt: „Deutschland verrecke“, „Deutschland ist Scheiße!“ Das Neinsagen zu Deutschland ist unter uns Deutschen sehr beliebt, das Zentralorgan der SED: „Neues Deutschland“ bezeichnet sich jetzt ja auch nur noch: „nd“ um sich von jeglichem deutschen Patriotismus zu distanzieren. Wie viele Linke freuten sich wohl über das blamable Ausscheiden unserer Nationalmannschaft bei der jetzigen Fußballweltmeisterschaft!

Die Selbstbejahung oder die Selbstverneinung gelten als die grundlegendsten Optionen des Verhaltens des Menschen zu sich selbst. Wir Menschen sind nicht durch unsere Eigennatur zu einer Selbstbejahung determiniert sondern wir können uns zu uns selbst kontingent verhalten. Was wir sind, normiert uns auch nicht dazu, uns als das zu bejahen, was wir sind. Wer so argumentierte, vollzöge den naturalistischen Fehlschluß, von dem, was ist, auf das zu schließen, was sein soll. Vgl dazu David Hume.

Aber hierbei wird der Begriff der Selbstbejahung wie auch der der Selbstverneinung unterkomplex verwendet. Denn konstitutiv zum Akt des Selbstbejahens wie des Selbstverneines gehört das als was man sich bejaht oder verneint. Wer als ein Deutscher einstimmt in die Parole: „Deutschland verrecke!“ verneint sich als Deutscher, nicht aber als Mensch, als Mann oder als Frau, auch nicht als Staatsbürger: Er sagt nur Nein zu seinem Deutschsein. Er kann das ob seiner Freiheit. Zu fragen ist aber, ob er so nicht seine Freiheit mißbraucht. Nur setzt dies Urteil voraus, daß ein Mensch so sein soll, wie er ist, daß er in seiner Geschlechtlichkeit, seiner Volks- und Rassenzugehörigkeit so sein soll, wie er ist.

Begreift sich ein Mensch als von Gott Erschaffener, wird er sich in diesen seinen Bestimmtheiten bejahen, denn er versteht diese Bestimmungen Gottes als seine Gaben an ihm, die ihm so auch Gottes Aufgaben sind. Wo aber der Gottesglaube sich auflöst, wird dem Menschen seine Eigennatur, all seine vorhandenen Bestimmtheiten zum Spielmaterial eines sich willkürlich Neukonzipierens: Deutsche, die keine Deutsche mehr sein wollen, Männer, die keine Männer mehr sein wollen usw. Die radicalste Selbstverneinung ist die der Verneinung des Menschseins: Der Mensch soll nicht sein!

Nicht jeder Freitod stellt eine Negation des Menschseins dar, sondern es wird im Regelfall nur das eigene Leben verneint. Der Freitod kann sogar gewählt werden, um durch das eigene Lebensopfer anderen Menschen das Leben zu retten. Aber es kann auch das menschliche Leben als solches verneint werden.



Im politischen Diskurs überwiegt die Tendenz zur Verneinung des eigenen Deutschseins. Die demokratischen Blockparteien wollen nur noch eine Politik für die Staatsbürger oder die hier lebenden Menschen machen, nicht aber für uns als Deutsche. Die Katholische Kirche Deutschlands stimmt diesem Trend zu, indem sie in ihrer Anti-AfD- Erklärung den völkischen Nationalismus perhorresziert, also den Selbstbejahungswillen des deutschen Volkes: Wir sollen nur noch Menschen, oder Staatsbürger oder Europäer oder Weltbürger sein, nur keine Deutschen.

Offenkundig ist diese Haltung die Frucht der Umerziehung in Westdeutschland nach 1945 und des eigentümlichen Schuldkomplexes, daß irgendwie wir Deutschen an allen Übeln der Welt schuld seien, die Ostdeutschen bedürfen hier aber noch des Nachhilfeunterrichtes. Wer „Deutschland verrecke“ singt, die „Scheiß-Deutschlandflagge“ abhängen will, ist somit ein Musterschüler der Reeducation.

Aber es gibt auch Nichtdeutsche, die diesen antideutschen Parolen zustimmen. Hier gilt wohl in der Regel, daß das Deutschsein von ihnen als etwas Fremdes verneint wird, daß sie sich als Nichtdeutsche bejahen und die Deutschen als Deutsche verneinen.

Ontologisch gilt: Jeder Mensch ist nur ein bestimmter Mensch, indem er das verneint, was er nicht ist eingedenk der Erkenntnis: Omnia determinatio est negatio! Als Frau verneint die Frau das Mannsein, als Deutscher das Nichtdeutschsein usw. Diese Negation kann nun aufgehoben werden als die Anerkennung des Anderen als Anderen, aber diese Anerkennung ist ein kontingenter Akt, es kann auch im ontologischen Negieren verharrt werden. 

 

Zusatz:

Der Mensch verneint sich als Mensch, wenn er mehr als ein Geschöpf Gottes sein will aber auch, wenn er weniger als ein Geschöpf Gottes sein will. 



1 Junge Freiheit 1.7.202: Grüne-Jugend-Chef hetzt gegen Schwarz-Rot-Gold

Donnerstag, 2. Juli 2026

Eine unredliche Kritik an der Piusbruderschaft

 

Eine unredliche Kritik an der Piusbruderschaft


Die Freude über die Exkommunikation der Bischöfe und Priester der traditionalistischen Piusbruderschaft nach den unerlaubten Bischofsweihen ist unüberhörbar, hofft man doch so, diese energischen und vielleicht auch manchmal übereifrigen Kritiker des Modernismus in der Kirche los zu sein, um nun getrost das 2.Vaticanum hinter sich lassend, es enthält leider noch so viel Katholisches, die Verprotestantisierung voranzutreiben.

Auch die Internetseite „Communio“ liefert nun pflichtgemäß ihren Beitrag wider die Priesterbruderschaft in dem Artikel: „Außerhalb der Kirche kein Heil:Ein Dogma im Wandel der Geschichte – oder: Warum die Traditionalisten die Tradition nicht gut genug kennen.“ Dabei konzentriert sich die Kritik auf die Bejahung des katholischen Dogmas: „Außerhalb der Kirche kein Heil“.1 Aus dem von der Piusbruderschaft vorgelegtem katholischen Glaubensbekenntnis wird dann zitiert:

Die Krise der Kirche hänge damit zusammen, dass das Dogma Außerhalb der Kirche kein Heil aufgeweicht wurde. Der missionarische Auftrag der Kirche sei dadurch kollabiert. In der Glaubenserklärung vom 14. Mai 2026 hat die Piusbruderschaft daher noch einmal bekräftigt: "Es gibt nur einen einzigen (!) Glauben und eine einzige (!) Kirche, durch die wir gerettet werden können. Außerhalb der römisch-katholischen Kirche und ohne das Bekenntnis des von ihr seit jeher gelehrten Glaubens gibt es weder Heil noch Vergebung der Sünden. Folglich muss jeder Mensch Glied der katholischen Kirche sein, um seine Seele zu retten, und es gibt nur eine einzige (!) Taufe als Mittel, um in sie aufgenommen zu werden. Diese Notwendigkeit betrifft die gesamte Menschheit ohne Ausnahme und schließt unterschiedslos Christen, Juden, Muslime, Heiden und Atheisten ein."


Es wird also die Behauptung aufgestellt, daß faktisch die Kirche die Mission eingestellt hat und diese Behauptung läßt sich empirisch verifizieren: Das Konzept des Dialoges mit allen Religionen und das Projekt des gemeinsamen Eintretens für eine Humanisierung der Welt ist faktisch an die Stelle des Missionsauftrages gestellt worden seit dem 2. Vaticanum. Es liegt nun nahe, dies Ende der Missionstätigkeit der Kirche in einen kausalen Zusammenhang mit der Auflösung des Dogmas, daß es kein Heil außerhalb der Kirche gäbe, zu sehen.

Das Faktum der Beendigung der Missionsarbeit der Kirche erwähnt die Kritik nicht sondern stellt zu recht fest, daß dies Dogma sehr sorgfältig zu explizieren ist. So gilt das göttliche Gebot: „Du sollst nicht töten!“ auch wenn dann in seiner Explikation ein Töten in einem Kriegsfalle, in einer Notwehraktion und bis zu Papst Franziskus auch der Vollzug der Todesstrafe die Kirche erlaubt. Deswegen wird aber die Gültigkeit dieses Gebotes nicht außer Kraft gesetzt.Das gilt so auch für das Dogma des kein Heils außerhalb der Kirche bis zum 2,Vaticanum.

Jetzt aber wird dies Dogma faktisch außer Kraft gesetzt. In dem Communioartikel heißt es nun nämlich: „Die Kirche kennt unterschiedliche Grade der Zugehörigkeit: Neben den Katholiken, die zur vollen Gemeinschaft der Kirche gehören, gibt es die Nichtkatholiken, die mit ihr durch eine Vielzahl von gemeinsamen Elementen verbunden sind. Selbst die Nichtchristen und Agnostiker sind insofern auf die Kirche als Volk Gottes hingeordnet, als sie nach der Wahrheit suchen und sich um eine humane Praxis bemühen.“

Das bedeutet, daß diese Art der Hinordnung zur Kirche und die graduelle Zugehörigkeit zu ihr zum Heile ausreiche: Das „und“ in der Aussage „als sie nach der Wahrheit suchen und sich um eine humane Praxis bemühen.“ ist hier wohl nicht addidativ sondern explizierend zu lesen: die Wahrheit suchen meint, eine Humanisierung der Welt zu versuchen. Sich um eine „humane Praxis bemühen“ reiche so zum Heile aus. Ob und wie jemand religiös sei, wird damit letztendlich als gleichgültig erklärt.

Damit beweist dieser Communioartikel, wie rechtmäßig diese Piusbruderschaftskritik ist: Die Weise der Deutung des Dogmas, kein Heil außerhalb der Kirche hat zum Ende der Mission der Kirche geführt, denn nun wird gelehrt und es wird so auch praktiziert: Jeder Mensch kann außerhalb der Kirche das Heil erlangen in jeder Religion oder gar als Atheist, wenn er nur humanistisch aktiv ist. Genau genommen reicht für jeden Menschen eine humanistische Gesinnung aus, wohingegen dann die Religion und isb die christkatholische gleichgültig ist.



1Communio 1.7.2026.

Mittwoch, 1. Juli 2026

Gott ist die Liebe – ein paar verwirrende Anfragen dazu und ein Lösungsversuch

 

Gott ist die Liebe – ein paar verwirrende Anfragen dazu und ein Lösungsversuch


Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.”1.Johannes 4,16b. Das ist doch eine eindeutige und klare Aussage und befreit uns vor den theologischen Spekulationen über Gott, weil hier sich gleich auf das Praktische konzentriert wird. Aber was, wenn nun angefragt wird: Liebe zu wem? Liebt Gott jeden Menschen, weil sie seine Geschöpfe sind, liebt er dann auch den Teufel und seine Daimonen, da er die ja auch erschaffen hatte, die er als gute Kreaturen erschuf und von denen er vorauswußte, daß sie gegen ihn rebellieren werden und so zu den Mächten der Finsternis wurden?

In welcher Liebe zu wem muß der Mensch bleiben, damit er in Gottes Liebe zu ihm bleibt? Ist hier an seine Liebe zu Gott und zu den Menschen zu denken, oder reicht etwa die Menschenliebe? Und was hat es für Folgen, wenn ein Mensch weder Gott noch seine Mitmenschen liebt? Die Aussage: „Wer in der Liebe bleibt“, ist doch conditional zu verstehen: Wer diese Condition erfüllt, der und nur der bleibt in Gott, wird also von ihm geliebt. Es gibt also die Möglichkeit eines Herausfallens aus dem Geliebtwerden von Gott.

Aber diese Aussage ist noch viel schwieriger als ein naiver Leser es sich vorstellt. Gott liebt: Diese Aussage ist klar: Gott fungiert als ein Subjekt, dem das Prädikat: „lieben“ zugeschrieben wird. Das evoziert nun die Nachfrage, die zur Klärung dieser Aussage notwendige: Liebt Gott notwendig, kann er nicht anders als zu lieben oder ist es ein kontingentes Geschehen, daß er also freiwillig liebt, daß er also auch freiwillig nicht lieben könnte? Wenn nun die Liebe des Menschen zu Gott und zu den Menschen als die Condition anzusehen ist, daß Gott einen Menschen liebt, dann kann diese Liebe keine notwendige sein, daß Gott völlig unabhängig davon, ob ein Mensch liebt, ihn liebt und immer lieben wird.

Aber in der Aussage wird das Lieben Gottes nicht prädikativ verwendet, sondern als eine, oder gar die Wesensbestimmung Gottes selbst. Damit steht die Theologie vor einer der schwierigsten Aufgaben, zu durchdenken, was das Wesen Gottes ausmacht. Dem Menschen, wie auch allen Geschöpfen Gottes ist durch Gott eine ihm und allen eigene Natur vorgegeben, dem Menschen seine menschliche Natur, zu der er sich dann noch reflexiv verhalten kann: Der Mensch kann sich bejahen als das, wozu ihn Gott erschaffen hat, erst Mal seine Natur oder er kann sie verneinen, indem er entweder mehr als ein Geschöpf Gottes sein will oder weniger. Aber stets liegt ihm seine Natur voraus zu der er sich dann sekundär kontingent verhalten kann. Diese Natur ist die Idee Gottes vom Menschsein und geht so ante rem seiner Existenz voraus. Aber die Idee des Menschen hat Gott selbst kontingent hervorgebracht, denn er hätte dem Menschen auch eine andere Natur zudenken können. Die ideele Welt, das Glaubensbekenntnis subsumiert sie unter die unsichtbare Welt, ist so von Gott verschieden, wie Gott als das Subjekt von dem verschieden ist, was er hervorbringt als von ihm Gedachtes, seinen Ideen.

Verhält sich nun Gottes Natur zu seinem Tuen wie es beim Menschen sich verhält: Sein Sein geht seinem Tuen voraus,wenn dabei unter dem Sein nicht das pure Seien sondern ein bestimmtes Sein, die Natur Gottes bzw die Natur des Menschen gedacht wird? Dann würde Gott wie ein kreatürliches Seiendes gedacht, also univok und nicht analog, ähnlich= analog und nicht gleichartig= univok. Die Natur des Menschen ist die Idee Gottes vom Menschsein, die jeder Einzelexistenz des Menschen zugrunde liegt, aber wie könnte nun Gott gedacht werden als ein Subjekt, dem seine eigene Natur genauso zugrunde liegt und zu der er sich dann nur noch reflexiv verhalten könnte wie ein Mensch?

Omnes determinatio est negatio, diese philosophische Erkenntnis kann und darf auch die Theologie nicht mißachten. Die Natur Gottes, das was ihm dann als zugrunde liegend gedacht würde, wäre als eine bestimmte eine Einschränkung Gottes: Sie besagt, indem sie aussagt, was Gott ist, was er alles nicht ist, weil er ein bestimmtes Sein ist. So würde Gott wie ein Mensch als ein Geschöpf gedacht, als eines das bestimmt ist und nicht durch sich selbst bestimmt ist. So kann aber Gott nicht als Gott gedacht werden.

Gott ist die Liebe“ muß also als das Ergebnis des göttlichen Selbstbestimmungsaktes gedacht werden: Er hat sich dazu bestimmt, die Liebe zu sein. So wird Gott als causa sui gedacht. Gott setzt somit eine Ordnung der Liebe, in der er sich selbst positioniert. In dieser Ordnung gilt nun die Aussage:“Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.”1.Johannes 4,16b. Nicht ist Gott so die Liebe,daß er von seiner Natur aus jeden Menschen lieben müßte, gleichgültig wie er sich dem Menschen gegenüber verhält.

Corollarium 

Eingedenk Heraklits These:„Der Krieg ist der Vater aller Dinge, aller Dinge König; die einen macht er zu Göttern, die anderen zu Menschen, die einen zu Sklaven, die anderen zu Freien.“ könnte man es so denken: Erst durch das Setzen von Differenzen, das etwas nur etwas ist, indem es etwas anderes nicht ist, entsteht bestimmtes Seiendes. Wenn Gott völlig unbestimmt wäre, wäre er weder für sich selbst noch für andere erkennbar, im Sinne Plotins wäre Gott das völlig Unerkennbare. Indem Gott sich aber selbst erkennt bestimmt er sich in diesem Akt zu etwas, zu seinem Gottsein und setzt damit die Differenz zu allem, was nicht Gott ist.  Den Krieg deute ich hier als das Setzen von Differenzen, daß alles, was ist, nun nur etwas ist, indem es nicht so ist wie alles andere: "Ich bin ich, weil Du nicht ich bin!"

In dem Wikipediaartikel "Das Eine" wird die neuplatonische Position und damit auch Plotins vortrefflich charakterisiert:

"Wegen seiner absoluten Einfachheit bildet das absolut transzendente Eine den äußersten Gegensatz zum Differenzierten und Mannigfaltigen. Es kann keine Unterscheidung enthalten, weder eine Zweiheit noch sonstige Pluralität. Jede Aussage, die eine positive Bestimmung darstellt, widerspricht dem absolut undifferenzierten Charakter des Einen, denn jede positive Bestimmung impliziert einen Unterschied, einen Gegensatz und damit Nicht-Einheit. Man kann nicht einmal wahrheitsgemäß aussagen, dass das Eine „ist“, denn das Sein als Gegenteil des Nichtseins oder das vollkommene Sein im Gegensatz zu einem geminderten Sein setzt bereits eine Unterscheidung voraus und damit etwas, was dem Einen nachgeordnet ist. Das Eine ist „überseiend“, es transzendiert das Sein. Es ist kein „Etwas“.

Als höchste Instanz nimmt dieses Eine im Neuplatonismus die Stellung ein, die in religiösen Systemen Gott bzw. der obersten Gottheit zukommt. Wegen seiner absoluten Bestimmungslosigkeit und seiner Seinstranszendenz dürfen ihm aber keine göttlichen Merkmale zugeschrieben werden. Daher ist sogar die Identifizierung des Einen mit dem Guten aus neuplatonischer Sicht nur unter einem bestimmten Gesichtspunkt angebracht. Wenn das Eine aus der menschlichen Perspektive betrachtet wird, erscheint es als etwas Höheres und damit Gutes und kann daher als „gut“ bezeichnet werden. An und für sich ist es aber auch von dieser Bestimmung frei. Genau genommen ist es weder gut noch schlecht, sondern jenseits solcher Begrifflichkeit."

Ich möchte vorschlagen, das Verhältnis des "Eines" zu dem "Nous" bei Plotin als ein den Übergang vom Einen zum Nous als den Selbstbestimmungsakt Gottes zu rekonstruieren. 


  

Dienstag, 30. Juni 2026

Eigentlich ist die katholische Welt in Deutschland in Ordnung....für die Reformer

 

Eigentlich ist die katholische Welt in Deutschland in Ordnung....für die Reformer


Fast leere Predigerseminare, sinkende Mitgliedszahlen und der Mißbrauchsskandal: Das sind doch die besten Argumente für eine baldigste Durchsetzung der Modernisierungsagenda des linksliberalen Katholizismus. So lange die Kirche so katholisch bleibe, wie sie jetzt noch sei, sei ihr Niedergang unaufhaltsam. Das Kirchenvolk sei eben progressiv, nur das reaktionäre Rom verhindere nun die so notwendige Modernisierung der Kirche.

Aber dann passieren Dinge, die sich nicht ereignen dürften. Kath de, das Zentralorgan der Modernisten muß einräumen, daß die traditionalistischen Gruppen mehr Neupriester haben.1

Wie kann das nur möglich sein, daß die Ewiggestrigen, die Petrus- und die Piusbruderschaft anziehender sind gar auf junge Männer als die zeitgeistgestylten sonstigen Priesterseminare? Da diese Tatsache nicht wegdiskutiert werden kann, müssen eben diese Nachwuchspriester diffamiert werden als ,,,? So heißt es nun auf Kath de: „Nach Ansicht des Schweizer Theologen Daniel Ammann haben traditionalistische Gruppierungen wie die Petrusbruderschaft und die Piusbruderschaft deshalb so viel Priesternachwuchs, weil es sich "bei diesen Bruderschaften um Sondergesellschaften, die in ihrem Selbstverständnis quasi noch in den 1950-er Jahren leben" handelt. "So manche der Priesterseminaristen stammen aus kinderreichen Familien, in denen es nicht unüblich ist, dass ein Sohn Priester wird. Sie leben in sehr abgeschotteten Gruppierungen, und die Berufung zum Priester gilt in ihrer Welt als sehr wichtig“, sagte Ammann am Wochenende dem Schweizer Internetportal kath.ch. Ein weiterer Grund sei "der missionarische Drive" der Gemeinschaften, der eine große Motivation darstelle.“

Der erste Vorwurf lautet also,daß sie „Sondergesellschaften“ seien. Nur, ansonsten wird doch permanent das Hohelied des Pluralismus angestimmt, daß die katholische Uniformität zu überwinden sei, daß ein Maximum an Diversität zu erstreben sei. Sie lebten gar noch in dem Selbstverständnis der 50er Jahre. Damit wird umschrieben, daß diese Gemeinschaften sich an dem vorkonziliaren Katholizismus orientierten und das sei eben verwerflich. Das implizite Argument lautet dabei, daß nur eine Kirche auf der Höhe ihrer Zeit die zeitgenössischen Menschen erreichen könnte. So erreichten diese Traditionalisten nur Vorgestrige. Nur wie kommt es, daß es jetzt so viele Vorgestrige gibt? Könnte das etwa daran liegen, daß die Moderne, der sich die Kirche so energisch einpassen will, schon geendet ist und so die sich modernisierende in der postmodernen Epoche gar nicht mehr zeitgemäß ist?

Die Nachwuchspriester kämen aus „kinderreichen Familien“. Das ist als ein Vorwurf gemeint: Kinderreiche Familien passen nicht in die moderne Welt, in der beide Ehepartner berufstätig zu sein haben, so daß so keine kinderreichen Ehen vorkommen. Jetzt wird dieser Priesternachwuchs weiter diffamiert: In solchen Milieus, kinderreich und abgeschottet von der modernen Gesellschaft sei es nicht „unüblich“, daß einer der vielen Kinder ein Priester werde. Also nicht aus einer persönlichen Entscheidung heraus, aus dem Glauben, zum Priesteramt berufen zu sein, werden sie Priester, sondern weil das da so üblich sei, wenn man so viele Kinder hat und nicht recht weiß, wohin mit den vielen!

Aber es kommt noch schlimmer: Ein „missionarischer Drive“ motiviere sie dazu, Priester zu werden. Die Kath de Leserschaft weiß natürlich, daß alles Missionarische etwas Vorkonziliares ist, da jetzt die Kirche jeden in seiner Religion oder als einen Atheisten so anerkennt wie er ist und mit ihm dialogisiert, nicht aber jemanden bekehren will.


Also, da werden Personen Priester, die die zeitgeistbewußte Kirche nicht akzeptieren könne und für die so in der Kirche kein Platz sei. Und die Richtigen, die zum Priesteramt wirklich Geeigneten kommen nicht in die Priesterseminare, da die Kirche sich noch nicht hinreichend modernisiert habe. Es frägt sich aber, ob es diese wirklich gibt oder ob sie nur in der Phantasie der Reformer existieren.


Aber Kath de muß weitere Hiobsbotschaften verkraften, die mit dem festen Glauben an den Siegeszug der Aufklärung und Vernunft nicht vereinbar sind: „Seelsorgliche Begleitung im Vordergrund.Dass das Thema weiterhin beschäftigt, zeigt eine aktuelle Yougov-Umfrage. Demnach glaubt rund jeder vierte Deutsche sicher oder eher an Dämonen, Teufel oder Besessenheit. Aber wie geht die Kirche heute mit den Menschen um, die meinen, besessen zu sein? 2 Was soll die sich modernisierende Kirche mit so vormodern Glaubenden machen? Müßte man sie nicht seelsorgerlich aufklären, daß es weder Daimonen noch den Teufel gäbe. Wer an den Teufel glaubt, der wird wohl war auch noch an die Jungfräulichkeit von Maria glauben und sonstiges Vorkonziliare.

Die sich der Moderne verpflichtet fühlende Kirche muß so Vorgestrige aus ihren Reihen ausschließen, denn sie setzt auf den modern aufgeklärten Menschen.



1 Priesternachwuchs :Theologe: Deshalb haben traditionalistische Gruppen mehr Neupriester,Kath de 29.6.2026.

2 Skepsis – doch Glaube an Dämonen bleibt 50 Jahre nach Anneliese Michel: Wie der Exorzismus weiterlebt. Kath de 30.6.2026


Montag, 29. Juni 2026

Von der Reich Gottes Verkündigung zum Jawort zur modernen pluralistischen Gesellschaft – eine Grobskizze

 

Von der Reich Gottes Verkündigung zum Jawort zur modernen pluralistischen Gesellschaft – eine Grobskizze


In der Jesusforschung, was hat er wirklich gepredigt und wie verstand er sich selbst verbunden mit dem kritischen Unterton, daß vielleicht schon die Evangelien und die Briefe des Neuen Testamentes Jesu von Nazareth Anliegen fehldeuteten und verzeichneten, existieren doch einige Konsens, daß er den Einbruch des Reich Gottes baldigst erwartete und daß er predigte: Kehret um.damit ihr eingehen könnt in dies Reich!

Der „alte Äon“ glich der Titanic kurz vor ihrem Untergang und es galt nun: Nur die in den Rettungsboten werden gerettet werden, die also in der neuen Arche Noah, der Kirche sich gerettet Habenden. Damit wäre schon der Kerngedanke der frühen Kirche charakterisiert. Die beliebte Polemik, Jesus verkündigte das Reich Gottes, aber die Kirche kam, verkennt, daß die ursprüngliche Bedeutung der Kirche die der Arche war, die die Christen aus dem Weltuntergang retten sollte und konnte, aus dem Untergang der die Niederkunft des Reich Gottes einleiten würde.

Die Gestalt dieser Welt vergeht“(1.Korintherbrief 7,31) lautete nicht nur bei dem Apostelfürsten Paulus die Grundüberzeugung, sondern so glaubte das Urchristentum.


Die Konstantinische Epoche zeigt uns nun grob skizziert ein anderes Gesicht: Im Bund mit dem Kaiser wurde die Welt nun zu einer Gestaltungsaufgabe, es galt die Gesellschaft als eine bestimmte vorgefunden Weltgestaltung zu christianisieren. Zu erforschen wäre, ob nun der Reich Gottes Idee eine Entwickelungstendenz innewohnte als einem Wachsen zum Reich Gottes hin.Die Kirche stand mit dem Staat der Gesellschaft gegenüber und wurde von ihnen als ihre Gestaltungsaufgabe begriffen.


Das Ende der Konstantinischen Epoche, als die drei großen christlichen Monarchien Europas, die Österreichs, Rußlands und Deutschlands untergingen führte zu einer neuen Situierung der Kirche, vollzogen im 2.Vaticanum. Sie bejaht sich jetzt als ein Subsystem der modernen pluralistischen Gesellschaft. Sie legitimiert sich nun durch ihre Systemleistungen, die sie für die Gesellschaft erbringt. Sie will dabei teilhaben an dem Projekt der Moderne, dem der Humanisierung der Welt und offeriert dazu religiöse Vorstellungen zur Motivationssteigerung für ein Engagieren für dies Projekt der Moderne.Als ein Element der pluralistisch strukturierten Gesellschaft rangiert nun für die Kirche der Staat neben der allgemeinen Öffentlichkeit als der Adressat seiner moralisch- sozialethischen Anliegen. Das eigentlich Christliche, die christliche Erlösungsreligion wird so zu einem innerweltlichen Humanitarismus transformiert,das Eigentliche nicht mehr kommuniziert.

Der „alte Äon“, dem das Reich Gottes sein Ende bereiten sollte, wird nun zu der zu bejahenden und im Kampf gegen seine Kritiker zu verteidigenden modernen Gesellschaft, der die Kirche subordiniert dient.

Das Urchristentum ersehnte den Untergang der alten Welt, damit das Reich Gottes einbräche, jetzt kämpft die Kirche um  den Erhalt dieser Welt: "Schöpfung bewahren!"

Aus dem "Ich bin die Wahrheit" Jesu Christi wird: "Eine von vielen Wahrheiten bin ich."