Montag, 16. Februar 2026

Sind Protestanten Halbwaisen? Aus einem katholisch- lutherischem Gespräch

 

Sind Protestanten Halbwaisen? Aus einem katholisch- lutherischem Gespräch



Wir haben Gott zum Vater, eine Mutter Gottes im Himmel als unsere Mutter ist so völlig überflüssig, denn der Vater genügt!“ „Aber“, so könnte ein Katholik erwidern, „bedauern wir nicht jedes Kind, daß ohne seine Mutter nur bei seinem Vater aufwächst? Darüberhinaus erscheint doch eine Kindheit ohne die eigene Muttter beklagenswerter als eine ohne den eigenen Vater!“

Unser leiblicher Vater und unser himmlischer Vater: Das „und“ ist erläuterungsbedürftig. Gott als der himmlisshche Vater ist der wahre Vater, wohingegen der irdische nur ein Vater ist, insofern er an der göttlichen Vaterschaft partizipiert, also anders gesagt, ein Abbild des Urbildes der göttlichen Vateschaft ist. Nun hat uns Jesus Christus, indem er seine Mutter Maria in dem Himmel gekrönt hat zur Himmelskönigin die Mutter des Himmels geschenkt. Somit ist sie nun zum Urbild aller Mütter avanciert.

Was es für ein Kind bedeutet, ohne seine leibliche Mutter auf Erden aufzuwachsen, ist leicht vorstellbar, ist uns Katholiken aber im ökomenischen Dialog auch bewußt, daß der Protestant ohne diese himmlische Mutter leben will oder zu leben meint zu müssen?

In jeder, fast jeder katholischen Kirche exisistiert ein Marienatar, wo wir zu unsere Himmelsmutter beten und das weit häufiger als zu ihrem Sohn. Wir sind und verhalten uns als Kinder Gottes eben auch hier wie Kinder, die in gewichtigen Angelegenheiten lieber uns an unsere Mutter denn an unseren Vater wenden! Wie auf Erden, so auch im Himmlischen.

Man könnte sagen, daß Gott in seiner Liebe zu uns, uns die Kommunikation mit ihm erleichtern möchte, indem er uns nun seit Mariae Himmelfahrt eine Mutter im Himmel eingeetzt hat, die Mutter Gottes. Jesus sagt ja selbst zu uns: „Wenn ihr nicht werdet wie Kinder!“ und Kindsein heißt nun mal auch, auf die eigene Mutter vertrauen, auf ihre Liebe zu uns! Nun setzen wir gar unser Vertrauen auf Maria als die Himmelskönigin, die so eine mächtige Mutter ist.

Wahrlich, dem Protestanten fehlt diese Himmelsmutter, da er nicht an sie glauben will, obzwar auch sie seine Himmelsmutter ist!

Ein befremdliches Gespräch zwischen einem Lutheraner und einem Katholiken

 

Ein befremdliches Gespräch zwischen einem Lutheraner und einem Katholiken


Maria“, die Mutter Jesu Christi anrufen, sie um eine Fürbitte zu bitten, das ist nicht erlaubt! Nur zu Jesus, bzw Gott dürfen wir unsere Gebete richten!“

Wenn das wahr wäre, dürfte ich dann, nehmen wir mal an, daß ich mich in der nächsten Woche einer schweren Operation unterziehen müßte, nicht einen Freund bitten: „Bete für mich“? Der lutherische Einwand: „Bete doch zu Jesus!“ Dem erwidert der Katholik: In der Kirche beten wir regemäßig für andere Menschen. Soll das nun unerlaubt sein, da jeder nur für sich selbst beten könne und dürfe?“ „Das machen wir Lutheraner ebe nso.“ „Wenn nun alsp die Fürbitte für andere erlaubt ist, wie kann dann meine Bitte zu einem anderen: „Bete für mich!“ unerlaubt sein. Die Bitte um etwas Erlaubtes kann doch nicht selbst etwas Unerlaubtes sein!“

Jetzt kommt der lutherische Einwand: „Aber Maria ist schon längst gestorben. Tote können keine Fürbitte leisten und somit ist auch die Bitte: „Maria, bete für mich!“ eine sinnlose.“ Das evoziert den Einwand: „Also ist die Bitte an Maria, bete für mich zwar eine erlaubte, aber dann eine sinnlose, da Tote nicht mehr beten können.“ Woher weiß nun der Lutheraner, daß ein Verstorbener postmortal nicht mehr beten kann? Man kann sich das Todsein so vorstellen, aber das ist nur eine möglliche Vorstellung. Wenn Jesus am Kreuze zu dem reumütigen Sünder sagt: „Heute noch wirst Du im Paradiese sein“, dann meinte er doch nicht, daß er jetzt immer noch tot in der Erde begraben liege in der Erwartung seiner zukünftigen Auferstehung. Für diesen Reumütigen gilt, daß er einerseits nch seiner Kreuzigung begraben wurde und daß er anderesseits im Paradiese ist, wie es ihm der Sohn Gottes verheißen hat. Eine dualistische Anthroplogie muß vorausgesetzt werden, um diese zwei wahren Aussagen verstehen zu können: Leiblich ist er begraben, seelisch lebt er im Himmel. Wenn er aber als Seele im Himmel bei Gott ist, dann kann er da wohl auch für andere beten.

Nun kommt der lutherische Einwand: „Wir bedürften der Fürbitte der Mutter Gottes nicht, da Gott selbst entweder unser Gebet erhören wird oder nicht erhören wird. Undenkbar ist es aber, daß Gott ein Gebet von uns nicht erhören wolle, es dann aber um der Fürsprache von Maria doch erhört. Es ist also nicht verboten,nicht sinnwidrig, sondern nutzlos, sie um eine Fürbitte zu bitten.

Es ist auch in unseren Zeiten noch eine gängige Praxis, daß ein Kind sich an seine Mutter wendet: „Bitte doch den Papa, daß er mir dies oder das erlaubt!“Das Kind erwartet von seiner Mutter ein gößeres Entgegenkommen ihm gegenüber als von seinem Vater und es hofft und vertraut darauf, wenn seine Mutter für es ein gutes Wort einlegt, daß dann der Vater mehr geneigt ist, den Wunsch des Kindes zu erfüllen, als wenn es selbst den Wunsch dem Vater gegenüber äußern würde.

Als ersten Einwand könnte der Katholik also sagen: Gott passe sich uns Menschen an, um uns unsere Kommunikation mit ihm zu erleichtern. So wie wir es im Raume der Familie praktizieren, so können wir es nun auch in Hinsicht auf den väterlichen Gott praktizieren: Unsere irdische wie auch unsere himmlische Mutter agiert eben als unsere Fürsprecherin vor dem irdischen wie dem himmlischen Vater.

Der zweite Einwand ist nun anpruchsvoller: Wird Gott nicht eher bereit sein, der Bitte der Mutter Gottes nachzukommen als der von uns sündigen Menschen? Jeder Mensch erhört doch die Bitte eines Freundes eher als die eines ihm Unbekannten oder gar eines ihm feindselig Gegenüberstehenden.Akkomodiert sich Gott auch hierbei an unsere menshliche Praxis, daß auch wir Freunden eher Wünsche erfüllen als Nichtfreunden, sodaß wir nun die Freunde Gottes, die Heiligen und isb Maria bitten, so für uns zu bitten, da wir so oft gar nicht als Freunde Gottes uns erweisen? Das impliziert aber wirklich die Möglichkeit, daß Gott ein Gebet von uns erhört, weil die Mutter Gottes für uns ein gutes Wort eingelegt hat, daß Gott ein Gebet ohne diese Fürsprache nicht erhört hätte.


Dienstag, 10. Februar 2026

Achtung _Achtung

 

Aufgrund eines technischen Defektes können mehrere Tage keine Artikel erscheinen 6 neuere stelle ich jetzt ins Netz, hoffend, daß dann ich wieder publizieren kann!



Ein ungewöhnlicher Gedanke über Gott, den Menschen und seine Freiheit! Eine Lesefrucht

 

Ein ungewöhnlicher Gedanke über Gott, den Menschen und seine Freiheit!

Eine Lesefrucht



Der Privatdozent Eberhard Schleppfuß, eine fiktive Person des Monumental-werkes: „Doktor Faust“ von Thomas Mann hat sehr Be- und Nachdenkenswertes über Gott, die Freiheit des Menschen und die Sünde zu sagen und deswegen wird ihm hier das Wort erteilt.1

Hierin drückt sich eine gewisse logische Unvollkommenheit der Allmacht und Allgüte Gottes aus, denn was er nicht gekonnt hatte,war,der Kreatur,also dem,was er aus sich entließ,und was nun außer ihm war,die Unfähigkeit zur Sünde anzuschaffen.Dies hätte geheißen, dem Geschaffenen den freien Willen vorzuenthalten, sich von Gott abzukehren,- was eine unvollkommen Schöpfung, ja eigentlich überhaupt keine Schöpfung und Entäußerung Gottes gewesen wäre.Das logische Dilemma Gottes hatte darin bestanden,daß er außerstande gewesen war,dem Geschöpf,dem Menschen und den Engeln,zugleich die Selbständigkeit der Wah, also freien Willen und die Gabe zu verleihen, nicht sündigen zu können. Frömmigkeit und Tugend bestanden also darin, von der Freiheit,die Gott dem Geschöpf als solchem hatte gewähren müssen,einen guten Gebrauch, das heißt: keinen Gebrauch zu machen,“.

Freiheit ist eine sehr große Sache, die Bedingung der Schöpfung,das, was Gott hinderte,uns gegen den Abfall von ihm zu feien.Freiheit ist die Freiheit zu sündigen,und Frömmigkeit besteht darin,von der Freiheit aus Liebe zu Gott,der sie geben mußte, keinen Gebrauch zu machen.“

Auf eine Kommentierung möchte ich verzichten, stattdessen empfehle ich ein Durchdenken dieser Gedanken!









1Im 13. Kapitel dieses Romanes, auf eine Seitenangabe verzichte ich, nicht aber auf den Hinweis, daß selbstredend nicht Thomas Mann eigene Position dazu mit der dieses fiktiven Theologen ineins gesetzt werden darf.

„Bevölkerungsumtausch“ - eine Verschwörungstheorie? Mitnichten!

 

Bevölkerungsumtausch“ - eine Verschwörungstheorie? Mitnichten!





Am 3.Februar 2026 enthüllte die „Junge Freiheit“ die Wahrheit über das Projekt des „Bevölkerungsumtausches“ in dem Artikel: „Spanien: Linke Abgeordnete jubelt über >Bevölkerungsaustausch<“.So informiert das Bundesamt für Verfassungsschutz auf seiner Internetseite:“Großer Umtausch“:

Der Begriff Großer Austausch bezeichnet ein Narrativ der Neuen Rechten, das auf den französischen Autor Renaud Camus zurückgeht und insbesondere die strukturelle Substitution der „autochthonen“ Bevölkerung Europas durch Zuwanderer aus Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten beinhaltet. Innerhalb der Neuen Rechten wird dies sowohl als bewusst gesteuerter Prozess, oftmals einhergehend mit verschwörungstheoretischen Aufladungen, aber auch als Ergebnis demographischer Entwicklungen dargestellt.

Durch die „ethnische Zersetzung“ der europäischen Gesellschaften würden kulturelle und ethnische Grenzen erodieren. Mit der langfristigen Abschaffung jeglicher Unterschiede ethnischer und kultureller Art entstehe laut Camus eine entwurzelte Masse an Individuen, die globalen Profit- und Kapitalinteressen meist nicht näher definierter Eliten zum Vorteil gereichen solle. Oftmals werden die Begriffe „Große Transformation“, „Umsiedlung“, „Bevölkerungsaustausch“ und „Ersetzungsmigration“ als Synonyme verwendet. Insbesondere die synonym verwendete Formulierung „Umvolkung“ stellt eine direkte Referenz auf den gleichlautenden nationalsozialistischen Terminus dar.“1

Unter einem „Narrativ“ wird hier etwas aus ideologischen Gründen die Realität falsch Widergebendes verstanden. Und wen wundert es, daß der Begriff des „Austausches“ dann durch eine Assoziationskette mit einem nationalsozialistischen Terminus verbunden wird, um klar zu stellen, daß das alles nur Phantasmata von Rechten sind im Ungeistes Hitlers, der ja im politischen Diskurs als Ersatzteufel eingesetzt wird.

Die „Junge Freiheit“ berichtet nun: „Eine Abgeordnete der spanischen linken Partei Podemos hat in einer Rede mehr Einwanderung nach Spanien gefordert – und die Hoffnung geäußert, diese werde Spanien „von Faschisten und Rassisten befreien“. Natürlich wünsche sie sich „einen Bevölkerungsaustausch“, rief Irene Montero ihren jubelnden Anhängern während einer Veranstaltung zu.“

Da zu wenige Spanier diese linke Partei wählen, fordert sie einfach eine massenhafte Einwanderung. Den Eingewanderten soll dann das Wahlrecht zuerkannt werden, es großzügig verschenkt werden, damit diese Wähler dann diese linke Partei zur Wahlsiegen verhilft.Hier hat jemand wirklich Berthold Brechts ironisch gemeinte Devise: „Wenn der Regierung das Volk mißfällt,dann könne es sich doch ein neues wählen“ realistisch machtpoitisch umgedeutet. „Sie „hoffe auf die Theorie des Bevölkerungsaustauschs“, sagte Montero. Es brauche „einen Austausch der Faschisten, einen Austausch der Rassisten, einen Austausch der Opportunisten“, mit arbeitenden Menschen. Dabei sei es egal, welche Hautfarbe sie haben – „Chinesen, Schwarze oder Braune – mit allen arbeitenden Menschen dieses Landes“.

Mit der Hoffnung „aller arbeitenden Menschen dieses Landes“ meint diese Linkspolitikerin erstmal nur die Anhänger ihrer eigenen Partei, denn die sei ja eins mit der Hoffnung der Arbeiterklasse,wie das früher orthodox marxistisch formuliert wurde. Wenn aber das Projekt des Volksumtausches von den Arbeitenden Spaniens bejaht werden würde dann müßte diese Linkspartei jetzt schon die Regierung Spaniens stellen angesichts der wenigen Nichtarbeitenden Spaniens. Da es aber zu wenig linkswählende Arbeiter in Spanien gibt, müßten die eben massenhaft importiert werden.

Dabei erweist sich diese Linkspolitikerin als gute Kennerin des kapitalistisch organisierten Arbeitsmarktes: Der Mensch wird auf sein bloßes Arbeitskraftsein reduziert, er soll eben nur eine Arbeitskraft für die Wirtschaft sein und ein Stimmabgeber für diese Linkspartei.

Die Wirtschaft und diese Linkspartei brauchen eben nur solche abstrakten Menschen für ihre Zwecke: Sie sollen nur arbeiten für die Wirtschaft und ihre Stimmen den Linksparteien geben! Das spanische Volk,dessen Lebensinteressen interessiert diese Machtpolitikerin in keinster Weise, sie will nur die Macht im spanischen Staat und sie will dazu der Wirtschaft ein riesiges Heer an potentiellen Arbeitskräften und ihr selbst viele Wähler zuführen! 

Verblüffend ist nun, daß somit diese Linkspolitikerin den Verfassungsschutzericht über das Projekt des Volksumtausches bestätigt, aber als Realpolitik!   "Wenn uns das eigene Volk nicht wählt, schaffen wir uns ein anderes!",lautet da die Divise. 

Lesefrüchte: Wie die Gottesdienstbesucher einer Messe zu Madrid im Jahre 1796 beschrieben wurden

 

Lesefrüchte: Wie die Gottesdienstbesucher einer Messe zu Madrid im Jahre 1796 beschrieben wurden


Auch wenn der Verdacht, daß der Autor M.G.Lewis als Engländer der Katholischen Kirche nicht nur reserviert sondern gar ablehnend gegenübersteht,so bezeichnet er Madrid als eine Stadt, in der der Aberglaube sein despotisches Zepter schwingt“1so realistisch ist ihm in dem ersten Kapitel dieses Buches die Analyse der Gottedienst- besucher doch gelungen. Sehr viele Menschen strömten zu der hl. Messe in der Kapuzinerkirche, die Kirche sei erfüllt gewesen „vom Gedräng und Gewühl der Gläubigen“2, aber dann entlarvt dieses erste Kapitel die Hoffnung des Lesers, daß diese Vielen aus frommen Gründen da zusammengeströmt seien. Es soll nun dem Autoren das Wort erteilt werden:

So war denn die Zuhörerschaft,welche sich gegenwärtig in der Kapuzinerkirche drängte,daselbst aus den untershiedlichsten Gründen zusammengeströmt,nur nicht aus dem einzig plausiblen Anlasse der Gläubigkeit: Die Weiber waren gekommen,ihren Putz zur Schau zu stellen, die Männer hinwiederum,solcher Schaustellung nach Gebühr beizuwohnen.Etwelche Besucher hatte die Neugierde hergetrieben, den weitbeschrieenen Prediger zu hören,ein paar weitere hatten sich eingestellt, da sie sich der Langeweile bis zum Theater nicht besser zu verkürzen gewußt,und einige wenige waren erschienen,weil man ihnen versichert hatte, sie würden zu späterem Zeitpunkte keinen Platz mehr in der Kirche finden.“ ((Das ist eine besonders feine Beobachtung: Wohin alle gehen, dahin gehe auch ich, weil dahin alle gehen und wenn es nicht leicht es, dann da hinzukommen, will ich umso mehr da dabeisein! Weiter im Text:)) „Vollends aber war die halbe Einwohnerschaft Madrids hierhergeströmt in der Erwartung, im Gotteshause ihrer anderen Hälfte zu begegnen.“

Aber es kommt noch ärger: „So kam`s,daß die einzigen Menschen,die in Wahrheit dem Kanzelworte lauschen wollten, sich aus ein paar runzelig-vertrckneten Betschwestern zusammensetzten sowie aus einem Halbdutzend mißgünstiger Prediger,welche bloß von dem einen Wunsch beseelt waren, in dem Sermone, den sie da hören sollten,den oder jenen Fehler zu entdecken und die Schale ihres Spottes darüber auszugießen.Was aber den Rest der Versammelten betrift, so hätte besagte Predigt zur Gänze wegbleiben können, ohne daß man darob enttäuscht gewesen, ja solchen Fehlens überhaupt inneworden wäre.“

(Ich zitiere hier ausführlicher als sonst, auch weil ich für diesen brillanten Übersetzer Polakovics werben möchte, seine Übersetzung geben dem Werk selbst noch einmal eine ästhetische Qualität, er ist eben ein Sprachkünstler.) Gibt es einen berechtigten Grund, dieser sagen wir mal recht pessimistischen Beschreibung zu widersprechen außer dem Wunsche, daß das doch nicht so gewesen sein möge? Zeichnet sich diese Analyse nicht aus als die eines Kenners des Menschlich- Allzumenschlichen, der wir nur so ungern zustimmen mögen, da uns sie zu realistisch ist?Es darf aber die antikatholische Gestimmtheit der enlischen Literatur dieser Zeit nicht überseheb werden.


1M.G.Lewis, Der Mönch, Übersetzung: Friedrich Polakovics, 1.Kapitel.

2Alle folgenden Zitate aus diesem 1.Kapitel, am Anfang des Kapitels. Auf eine Seitenangabe verzichte ich ob der Vielzahl der Veröffentlichungen dieses literarischen Meisterwerkes.

Das Beichtgeheimnis – oder ein tragischer Fall für einen Priester oder aus Liebe sündigen

 

Das Beichtgeheimnis – oder ein tragischer Fall für einen Priester oder aus Liebe sündigen



Vielleicht hat mancher Leser sich etwas gewundert darüber, daß in meinem Blogg mehrmals die Fernsehserie: „Sturm der Liebe“ lobend erwähnt wird. Es ist nun wirklich nicht opprtun, so eine Serie, steht sie doch für seichte, leichte Unterhaltungskost, zu loben, aber sie ist viel besser als ihr Ruf.

In den Folgen 2010 bis 2012 wird ein tragischer Fall eines Priesters thematisiert und das so beeindruckend, daß das wirlich von bester Qualität ist. Ein Arzt beichtet: Die Mutter einer seiner Kollegin sei unheilbar an Krebs erkrankt und sie beide mußten von dieser Krankheit kapitulieren. Als die Qualen der Mutter immer schlimmer wurden, habe seine Kollegin ein sehr starkes Antischmerzmittel verabreicht, Er habe dann, als sie kurz aus dem Krankenzimmer hinausgegangen war, der Mutter ein tödliches Gift verabreicht, um der Kollegin zu sagen: Sie habe ihre eigene Mutter getötet, sie hätte wissen müssen, daß das von ihr gegebene Mittel in dieser Konzentration bei dem geschwächten Zustand tödlich wirken könne, ja wirken werde. Nun habe er seine Kollegin damit zu erpressen versuchen: Er liebte sie und verlangte nun, daß sie seine Frau werden solle.

Die Kollegin wurde seit dem von den schlimmsten Gewissensqualen geplagt, gab ihren Arztberuf auf und wurde eine Nonne. Sie sagte nun dem Piester nach einem Vergewaltigungsversuch durch den Arztkollegen, daß sie sich der Polizei stellen wolle, um ihre Schuld einzugestehen und dafür verurteilt zu werden: „Meine Mutter habe ich ermordet!“ Der Priester wollte sie nun davon abhalten, aber sie war so sehr von ihrer Schuld überzegt!

Da brach der Priester das Beichtgeheimnis: Ihr Arztkollege habe absichtlich ihre Mutter getötet, um sie dann so erpressen zu wollen! Sein Vater und die Nonne baten ihn nun inständigst, diesen Bruch des Beichtgeheimnisses nicht dem zuständigen Bischof anzuzeigen: „Du tatest das doch aus Liebe, daß ein Unschuldiger nicht bestraft und der Schuldige ungestraft davon kommt.Er aber zeigte sich an und mußte deswegen sein Priesteramt abgeben.

Sehr beeindruckend wird nun in diesen Folgen die Gewissensqual dieses Priesters geschidert: Er fühlt sich dem Beichtgeheimnis verpflichtet und bejaht es auch aus ganzem Herzen. Er hatte zu dem Beichtenden gesagt, daß er der einstigen Kollegin sagen müsse, daß das seine Tat gewesen sei, um sie von ihren Schuldgefühlen zu befreien. Das tat der aber nicht, hatte aber die Absolution in der Beichte empfangen. Nun stand die Nonne vor ihm und erklärte, daß sie nicht mehr anders könne, als sich anzuzeigen, um dann auch rechtens bestraft zu werden! Aber der Priester wußte, daß der Arztkollege abichtlich ihre Mutter getötet hatte, durfte das ihr aber nicht sagen, da ihm das in der Beichte und nur in ihr gesagt worden ist. Der wahre Täter wollte aber weiterhin seine Tat verschweigen!

Diese Problemkonstellation ist brillant inszeniert, schauspielerisch glänzend dargestellt. Was tuen? Das Dilemma, die Ausweglosigkeit ist offenkundig: Einen Unschuldigen für ein Tötungsdelikt bestraft zu sehen, wenn man seine Unschuld beweisen kann, ist ein sehr schwerer Verstoß gegen das Gebot der Nächstenllebe. Aber wenn das Beichtgeheimnis durch einen Priester verletzt wird, und somit als verletzbar gilt, ist nicht nur ein sehr schwerer Verstoß´gegen das hl. Sakrament der Beichte, sondern würde dies Sakrament auch ruinieren, wenn kein Beichtender mehr sich sicher sein kann, daß das in der Beicht von ihm Gebeichtete außerhalb der Beichte gegen ihn nicht verwandt werden könnte.

Der Priester entschied sich für den Bruch des Beichtgeheimnisses, nicht nur, sondern auch, weil die jetzige Nonne seine erste große und wohl einzige Liebe gewesen war.Aber ihm war das Sakrament der Beichte so heilig, daß er sein Vergehen seinem Bischof anzeigte wider die inständige Bitte seines eigenen Vaters. Er akzeptierte dann auch das Urteil, nicht weiter Priester sein zu dürfen. Er urteilte also nicht, daß er unrechtens verurteilt worden sei, er sagte nicht: „Aus Liebe und um der Gerechtigkeit willen tat ich das und das kann so nichts Falsches gewesen sein!“ Er zeigt, daß er aus Liebe zu dieser Nonne so handelte und doch anerkannte, daß er so gesündgt hat. Hiermit zeigt dieser Priester wahrhaft Größe. Das Schicksal hat ihn in eine Situation gefüht, in der er nicht ohne Schuld auf sich zu laden, herauskommen konnte.



Seicht sind Filme, in der die „Helden“ nur gut sind, immer oder fast immer das Richtige tuen und am Ende dafür auch belohnt werden durch ein „gutes Ende,“ In diesen Folgen dagegen wird uns vor Augen geführt, daß das wirkliche Leben nicht so einfach strukturiert ist, daß zu ihm eben auch das Tragische gehört. Der Priester fiel, aber wie er sich auch entschieden hätte: Immer mußte er fallen!Das Tragische ist kein Privilegium grichischer Tragödien!