Mittwoch, 12. August 2026

Ein großer Sieg des Feminismus – ein Einordnungsversuch

 

Ein großer Sieg des Feminismus – ein Einordnungsversuch



Massachusetts-Gouverneurin Maura Healey von den Demokraten hat gestern ein Gesetz für das Töten ungeborener Kinder bis zur Geburt unterschrieben.“ So meldet es Kath net am 11.8.2026.1 Damit hat der Feminismus zumindest in Massachusetts sein wichtigstes Ziel erreicht, das Recht, Kinder bis einschließlich des 9.Schwangerschaftsmonates töten lassen zu dürfen in der Form eines Auftragmordes, wie es Papst Franziskus treffend formulierte.

Ein Einordnungsversuch:

Zwei verschiedene Erlösungsvorstellungen gibt es, die der Erlösung des Lebens und die der Erlösung vom Leben. Die der Erlösung des Lebens beinhaltet die Idee, daß das jetzige Leben nicht so ist, wie es sein sollte und daß so es in das wahre Leben umzugestalten sei. Die drei großen monotheistischen Religionen sind so Vertreter dieser Erlösungsvorstellung, im philosophisch politischen Raum ist das isb der Marxismus in all seinen Spielarten: Ist ein Gott der, von dem wir die Erlösung erhoffen oder hoffen wir auf die Erlösung als einer rein menschlichen Aufgabe, diese Unterscheidung markiert die grundlegende Differenz innerhalb der divergierenden Erlösungsvorstellungen.

Die Alternative dazu ist die Erlösung vom Leben, daß das Leben selbst zu verneinen ist, denn letztendlich bringt nur der Tod die Erlösung. Diese Vorstellung ist die tragende des Buddhismus, wie es gerade der Philosoph Schopenhauer kongenial erfaßt hat. Der Feminismus ist als eine andere Version dieses Erlösungskonzeptes zu begreifen, da er „Nein“ sagt zum Leben! Das menschliche Leben verlangt nach seiner Prolongierung durch die Fortpflanzung, denn nur durch die Hervorbringung von Nachwüchsen kann sich der Mensch wider sein Todesschicksal behaupten.

Es hat noch nie auf Erden eine Weltanschauung gegeben, in deren Namen so viele Menschen getötet worden sind wie im Namen des Feminismus. Selbst wenn man alle Toten des Nationalsozialismus und Kommunismus zusammenaddiert, sind das weit weniger als die des Feminismus. Aber die Tötungsgewalt allein macht noch nicht die Erlösungskonzeption der Lebensverneinung aus. Es gibt nun mal in jeder Erlösungskonzeption einen Feind, den Feind, der endgültig besiegt werden muß, damit das Leben zum wahren Leben erlöst werden kann: In den Erlösungsreligionen ist das der Teufel und seine Anhänger, die Feinde der Wahrheit, in den politischen Erlösungskonzeptionen wird dann der Feind entmythologisiert zum politischen Feind, den es zu vernichten gilt. Es ist der Feind des Lebens, der um des Lebens willen, zu vernichten ist. So unterschiedlich dann in der politischen Theorie dieser Feind bestimmt wird, er ist nur die säkularisierte Fassung des Glaubens an den Feind schlechthin, dem Teufel, für den es in keiner Religion eine Erlösungsmöglichkeit gibt sondern nur die Hoffnung auf sein endgültiges Ende.

Wo aber das Leben selbst vom Leben erlöst werden soll, da ist das Töten des Lebens selbst der Endzweck. Die Vorraussetzung der Weitergabe des Lebens ist es nun mal, daß Frauen ihren Beruf der Mutterschaft ausüben, denn nur so kann das Todesgeschick des Menschen überwunden werden. Darum kapriziert sich der Feminismus auf das Nein zur Mutterschaft. Die Befreiung der Frau sei ihre Verneinung der Berufung zur Mutterschaft. Das bildet das Zentrum der feministischen Ideologie, Ideologie als in sich reflektierte Weltanschauung.



Diese Ideologie kann sich mit anderen verbinden, etwa zur ´Zeit Lenins mit der kommunistischen Ideologie, aber das war und ist nur ein mögliches Bündnis, daß z.B. Stalin aufgelöst hat mit seinem Verbot der Abtreibung und seinem Familienförderungsprogramm aber auch mit dem Liberalismus, der jetzt der Vorzugspartner des Feminismus ist, seitdem die traditionelle Linke seit dem Ende des realen Sozialismus keine relevante Rolle mehr spielt2. Dabei kann sich der Feminismus dem Anliegen des Vorranges des Einzelnen vor allem Gemeinschaftlichen zu Nutze machen. Wichtig ist nun aber, die feministische Ideologie als etwas Selbstständiges zu begreifen und nicht als eine besondere Version einer politischen Weltanschauung. Eine vulgäre Soziologie neigt dazu, alle Weltanschauungen und Ideologien als letztendlich durch die materielle Basis des gesellschaftlichen Lebens bestimmt rekonstruieren zu wollen, als seien das nur Phänomene des „Überbaues“, wie man es gerne marxistisch formulierte . Damit wird aber die Selbstständigkeit des Denkens nicht erfaßt und die Macht, die dann die Weltanschauungen ausüben können.

Einen großen Sieg erlangte der Feminismus durch seine Infiltration in die Kirche und den Protestantismus: Es gelang, einer mit der christlichen Erlösungsvorstellung inkompatiblen Weltanschauung in ihnen zu beheimaten. Die Einführung „feministischer Lehrstühle“ muß als eine Bravourleistung raffiniertester Strategie des Kampfes um die Macht angesehen werden. Erfolgreich war der Feminismus dabei mit dem Narrativ der Diskriminierung der Frau isb in und durch die Kirche, verbunden mit dem Appell, die Kirche habe Partei zu ergreifen für alle „Unterdrückten“.

Es ist wohl keine ärgere Perversion der Frau denkbar als die der zur Mutterschaft bestimmten Frau, die das Recht zur Kindestötung im Mutterleibe als ihr höchstes Recht feiert. Das „Nein“ zum Leben triumphiert hier. Das zeigt aber auch, daß der Mensch ein höchst gefährdetes Wesen ist, denn er will nicht notwendig leben und sein Leben erhalten, er braucht Gründe zum Jasagen zum Leben, denn er kann auch Nein zum Leben sagen! Dabei sagt er nicht einfach zu seinem persönlichen Leben: Nein, sondern zum Leben, das sich erhalten will durch die Hervorbringung von Kindern. Darin aber wird das Leben verneint.







1 "Satanisches Lachen" - US-Demokraten aus Massachusetts feiern Ermorden von Kindern bis zur Geburt!

2Der Nationalsozialismus eignet sich aber nicht zu einem Bündnispartner, da in ihm ein Zuviel an nietzscheanischer Lebensbejahung virulent ist.

Dienstag, 11. August 2026

Der Personalismus – ein Gift für die Katholische Kirche und ihre Theologie?

 

Der Personalismus – ein Gift für die Katholische Kirche und ihre Theologie?



Um ein mögliches Mißverständnis sofort abzuwehren: Nicht ist hier damit gemeint, daß die wahre Theologie rein biblisch zu sein hätte und daß dann durch die Einflüsse der Philosophie die Theologie und dann auch die ganze Kirche kontaminiert worden seien. Denn die Theologie ist eine Denktätigkeit und da die Philosophie die Wissenschaft oder die Kunst des Denken ist, kann eine Theologie schon immanent nie ohne ein philosophisches Denken auskommen; das Philosophische ist und kann ihr nichts Äußerliches sein.

Aber nicht jede Philosophie ist gleichermaßen geeignet für die Theologie. Der Personalismus ist nun eine unter vielen Philosophien, die aber durch den polnischen Papst Johannes Paul II und mit der Unterstützung französischer Theologen in die Kirche sich eingeheimatet hat.


Hier soll nun eine Grobskizze der Anliegen dieser philosophischen Schule versucht werden. M.W reüssierte diese Philosophie in Polen wie auch in Frankreich an den Universitäten, in den polnischen, die vom orthodoxen Marxismus bestimmt wurden und in den französischen, in denen diverse nicht dogmatische Marxismen den Ton angaben als einer Alternativkonzeption. In der Tradition des Marxkritikers Stirner und des Hegelkritikers Kirkegaard wurde den großen Sytemdenkern der Vorwurf gemacht, daß sowohl der Mensch in seiner individuellen Eigenart wie auch jedes einzigartige Ereignis in ihrem Systemdenken zugrunde ginge. Die politische Praxis der Verabsolutierung des Staates und das kollektivistische Denken zerstöre die Freiheit des Einzelnen. Daraus generiert sich die große Nähe zum Liberalismus als der antisozialistischen Ideologie.

Das Besondere ist nun, daß im Zentrum der Einzelmensch als einer Person steht, die erst durch ihre Interaktion mit einem „Du“ zu einem wahren „Ich“ würde. Der KI faßt dies Anliegen so zusammen, ohne dann aber auf die Bedeutung der Begegnungsrhetorik einzugehen:

Der Personalismus ist eine philosophische Strömung, die den Menschen als Person und dessen absolute Würde in den Mittelpunkt stellt. Er betrachtet die Person als den höchsten Wert und als Schlüssel zum Verstehen der Wirklichkeit.

  • Die Person als höchster Wert: Jede einzelne Person besitzt eine unverletzliche, absolute Würde, die nicht an Nützlichkeit, Leistung oder gesellschaftliche Funktionen gebunden ist.

  • Der „Dritte Weg“: Der Personalismus entstand vor allem im 20. Jahrhundert als Gegenentwurf sowohl zum egoistischen Individualismus als auch zum unterdrückerischen Kollektivismus (wie Kommunismus oder Faschismus).

  • Beziehungsfähigkeit: Eine Person ist für den Personalismus kein isoliertes Wesen, sondern lebt wesentlich in Gemeinschaft, Verantwortung und Solidarität mit anderen (Mitmenschen und Gott).“


Für die Theologie sind nun diese Folgen des Personalismus gravierend: Die Struktur: Gott – Kirche – Gläubiger wird ersetzt durch die: Gott – Gläubiger- Kirche. Die Kirche vermittelt nicht mehr zwischen Gott und dem Einzelnen sondern der von Gott unmittelbar Affizierte vergeselligt sich mit den anderen Gläubigen zu einer Kirche. Der persönlich- individuelle Glaube ist das Zentrum dann auch der Vergeselligung ähnlich Glaubender. Diese persönliche Glaube generiert sich entweder direkt aus einer Begegnung mit Jesus, bzw aus der Begegnung mit vom Jesusglauben Erfüllter.Gott, bzw Jesus offenbarte dann auch keine Glaubenswahrheiten, Wahrheiten, die in der Form von Aussagesätzen gar zu einem Lehrsystem der Kirche verobjektiviert werden könnten, sondern in der personalen Begegnung erlebt und erfährt der Mensch sein unbedingtes Angenommensein von Gott in seiner Liebe zu uns. Das konstituiert den Wert des Menschen als einer einzigartigen Person, die so nun zum Zentrum der Morallehre und des ganzen politischen Lebens aufzusteigen habe.


Das ist so, als wenn sich 7 Menschen mit je einer eigenen Privatsprache ausgestattet, begegneten, um dann, um sich wechselseitig verständigen zu können, aus ihren Privatsprachen eine gemeinsame erschüfen, die sie dann in ihrem Verein als die Gemeinsprache verwendeten. Aber diese Gemeinsprache signalisiere dann auch schon einen Verlust an der ganz individuellen Sprache, die nur der Person wirklich gerecht wird. Der „persönliche Glaube“ zähle, sei der „wahre“ und nicht der der Kirche. Gilt in der katholischen Kirche, daß die notwendige Voraussetzung des persönlichen Glaubens der Glaube der Kirche ist, der individuierend sich anzueignen ist, so degradiert nun der Glaube der Kirche zu einem Abstraktum, das genau genommen dem persönlichen, dem wahren nie ganz gerecht würde.1


In der Moraltheologie führt der Personalismus zu dem Problem, daß ein Gemeinwohl nicht mehr denkbar ist, das über das Ziel des Wohlergehens aller Einzelpersonen hinausgeht. Wenn es kein Volk gibt, aber auch keine Familie, sondern nur Personen, die Beziehungen eingehen, dann entschwindet das Sozialleben, es wird verprivatisiert.Frappierend ist dabei, das die Ordnung des Staates dann primär als eine Gefährdung der Privatfreiheit vorgestellt wird und nicht als das Organisationszentrum eines gemeinsamen Lebens. 

Im Alten Bund ist der Bund Gottes Beziehung zu seinem Volke Israel, der Neue Bund ist der mit dem neuen Volk der Kirche, stets ist der Einzelne als ein Glied des jeweiligen Volkes, des Volk Gottes gemeint. Die "personale" Beziehung ist dagegen eine abgeleitete. 



Diese Grobskizze soll später erweitert werden und dient nur einer ersten Orientierung..


1In dieser Perspektive könnte auch Adornos „Nagative Dialektik“ kritisch gelesen werden.

Montag, 10. August 2026

"Wenn man sich die Welt macht, wie sie einem gefällt“

Wenn man sich die Welt macht, wie sie einem gefällt“



In diesem Kath de Artikel, publiziert am 10.8.2026 zeigt uns ein Dogmatik-professor vorbildlich, wie man sich die Welt politisch korrekt zurechtlegt, wie Ereignisse, die nicht ins eigene Weltbild passen passend gemacht werden. Zwei aktuelle Ereignisse stören nun die Welt der politischen Korrektheit und stellen so eine wahre Herausforderung dar: der Anschlag auf die Homosexkundgebung in Berlin, der CSD- Veranstaltung und die massiven Grenzüberquerungen in Ceta.

Der schreckliche Anschlag beim CSD am 25.07. in Berlin und der massive Grenzübertritt am 30.07. in Ceuta scheinen zunächst nichts miteinander zu tun zu haben. Was beide Ereignisse verbindet, sind die reflexhaften Reaktionen, die in eine fatale Richtung gehen: Das Problem seien >Islamismus<, wo es doch um ein homophobes Hassverbrechen geht, das zufällig von eine IS-Sympathisanten verübt wurde, und >Massenmigration"<junger (muslimischer) Männer, die ganz Europa stürmen würden.“

Das Problem ist in beiden Fällen nicht die jeweilige Tat, die des Anschlages oder die des illegalen Einwanderungsversuches, sondern die Täter, nämlich, daß es „falsche Täter“ sind. Im politisch korrekten Weltbild ist doch ein Muslim immer ein guter Mensch, der nur im Status des rassistisch -islamitisch Diskriminierten auftreten kann, aber niemals als ein Täter.

Nun war aber der den Anschlag auf den CSD- Event ein gläubiger Muslim, der aus religiösen Gründen diesen Anschlag verübte. „Was tun?“ Ein Dogmatiker findet darauf eine Antwort, die sich aber nicht gerade durch ihre Originalität auszeichnet, aber in linken Kreisen sich größter Beliebtheit erfreut: „An allem sind die Rechten schuld!“ (Unter progressiven Dogmatikern ersetzt Adolf Hitler, die Alt- und Neonazis die einstige Funktion des Teufels, der ja entmythologisiert worden ist, um nun in Hitler sein wahres Antlitz zu zeigen.)

Homophobe Gewalt ist hauptsächlich dem Milieu (deutschtümelnder) martialischer Männlichkeit (im Alter zwischen 14 und 23) eigen und beeinflusst(e) längst die Politik unter Orbán, Nawrocki, Putin oder Trump, wo Diversitätsprogramme gestrichen werden.“ Da tritt uns nun die unheilige daimonische Dreieinigkeit von Orban, Putin und Trump entgegen, zusätzlich der weniger bekannte Nawrocki, um klar zu machen, daß letztendlich diese die wahren Verantwortlichen des Anschlages seien. Die Ausführenden seien dann rechte Männer gewesen, deutschtümelnde. „Deutschland verrecke“ singt die unter den Linken so beliebte Musikband: „Feine Sahne, Fischfilet“ und da leuchtet es jedem linken Verschwörungstheoretiker ein, daß die wahren Täter rechte Deutsche sein müssen. So ist es ein Skandal, daß die Staatsgelder für die dem Kampf gegen Rechts sich verschrieben habenden Antifa-Organisationen gekürzt würden.

Der reale Täter, der nur „zufällig“ dies Attentat verübte, ist somit gar nicht der wahre Täter, denn dies Attentat ist durch ein Komplott dieser unheiligen Dreieinigkeit, Putin, Orban und Trump in einer Cooperation mit Deutschtümlern verursacht worden.

Da Muslime prinzipiell gute Menschen sind, die dann aber das Vorzugsopfer der bösen Rechten werden, und junge Muslime besonders zu Unterstützende und Hilfsbedürftige sind, ist es völlig abstrus, hier von einem „Sturm“, einer Erstürmung Europas durch uns feindlich Gesonnene zu schreiben. Wir wissen ja, daß nach den neuesten Erkenntnissen der Geschichtswissenschaft es gar keine Belagerung Wiens durch muslimische Truppen gegeben hat, denn die wollten ja nur in da einen Kaffee trinken und wurden dann von rassistischen Deutschen daran gehindert. Unsere Christenpflicht wäre es also, alle Einwanderungswilligen freudig bei uns aufzunehmen und ihnen ermöglichen, ihre Religion zu praktizieren! Wagen wir mal zu träumen: Wenn erst der Kölner Dom in eine Moschee transubstantioniert ist und wir Christen in kleinen Autogaragen subkutan unsere Gottesdienste feiern, dann erfüllen sich die Träume alle Multikultigläubigen!

Nein, ein Dogmatiker kann die wahren Feinde von den angeblichen unterscheiden: Es gibt nur einen, den Rechten in all seinen Maskeraden und isb gilt es. jede Art deutschen Patriotismus zu bekämpfen: Je mehr Nichtdeutsche, je mehr Muslime einwandern, desto besser ist es. 

Wenn man sich die Welt macht, wie sie einem gefällt“, das ist das Procedere der nachkonziliaren Theologie und Kirche.


 

 

Samstag, 8. August 2026

Eine Verlustanzeige: Was unter anderem der heutigen Kirche und der Theologie abhanden gekommen ist

 

Eine Verlustanzeige: Was unter anderem der heutigen Kirche und der Theologie abhanden gekommen ist


Oft scheint es fast so,als ob die Vorsehung sich entschlossen habe,den Frevler entkommen zu lassen und die wohlberechtigten Pläne des Guten zu Schanden zu machen.Aber Gottes Wege sind nicht unsere Wege.“ So steht es in dem Roman: „Waldröschen“, 6.Band, S.3471 von Karl May geschrieben. In dieser Großerzählung zeigt sich, daß am Ende es doch „gut“ ausgeht, daß das, was ein Christ glaubt, wenn er an die Vorsehung Gottes glaubt, sich nun auch ereignet: Durch alle menschlichen Confusionen und Widrigkeiten hindurch setzt Gottes Gerechtigkeit sich durch. In diesem Roman wird so sichtbar, was der Gläubige nur erhofft, da wir noch im Glauben und noch nicht im Schauen der Wahrheit leben.

Das Vertrauen auf die Vorsehung Gottes ist das Vertrauen darauf, das sowohl das Leben des einzelnen Menschen wie auch die ganze Menschheitsgeschichte etwas Ganzes ist, das auf sein von Gott bestimmtes Ziel hingeführt wird und daß dies ein gutes Ziel ist.

Kleinformatiger findet sich dies auch in Liebesfilmen wieder, daß die zwei Protagonisten, die füreinander bestimmt sind, das ist ihr Schicksal, am Ende auch zueinander finden. (Vgl dazu die 1.Stafel: „Sturm der Liebe“, Laura und Alexander)

Aber außerhalb dieser fiktionalen Erzählungen finden wir in der Regel eine so zielgerichtete Vorsehung Gottes nicht, wir können nur an sie glauben! Nur scheint die Realität diesem Vorsehungsglauben so sehr zu widersprechen: Wir wollen seine Wahrheit schon schauen und nicht nur auf die göttliche Vorsehung vertrauen. Die Kunstwerke, die uns nun in diesem Vertrauen stärken könnten, werden nun als „kitschig“ abgeurteilt und als „realistisch“ gilt eigentlich nur noch der von seinen Hoffnungen Desillusionierte, der das Leben so zu nehmen weiß, wie es eben ist, der „coole Typ“.

Damit zerfällt uns aber unsere eigene Lebensgeschichte wie die ganze als eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die kein ganzes Sinnvolles ist. Jede Erzählung impliziert, daß das Ganze ein sinnerfülltes Ganzes ist, das macht erst die literarischen Texte zu einem Werk, aber damit wird uns das literarische Werk etwas Wirklichkeitsfremdes, als wenn nur durch die Erzählkunst das Erzählte zu einem sinnvollen Ganzen wird. Wird das auf unser reales Leben übertragen, heißt das, daß wir erst unser Einzelleben wie das Ganze der Menschheitsgeschichte zu etwas Sinnerfülltem machen – wir entdecken nicht mehr im Vertrauen auf die Vorsehung Gottes den Sinn der Ereignisse sondern fabrizieren ihn selbst durch unser Deuten und somit auch Verdeuten von etwas an sich Sinnlosen.

Das Vertrauen in die Vorsehung Gottes verlangt von uns, zu glauben, ohne schon das Geglaubte sehen zu können. Weil das dem modernen Menschen zu wenig ist und er es schon so erleben will, bekommt er nun viel weniger: Geschichten, die als Ganzes keinen Sinn mehr ergeben, weil er den Sinn nicht an ihnen ablesen kann. Ist das vielleicht das Geheimnis der Romane von Franz Kafka? Sie gelten uns als größte Leistungen der modernen Literatur, Werke, die aus dem Vertrauen auf die Vorsehung Gottes verfaßt werden, als Trivialliteratur.

Die Weltgeschichte wie die des Einzelnen gleicht ohne die Vorsehung Gottes Schauspielern auf einer Theaterbühne ohne ein aufzuführendes Theaterstück und ohne einen Regisseur. Sie müssen sich ihr Stück und ihre Rolle selbst schreiben, weil es keinen Regisseur mehr gibt,der das Gesamtstück des Welttheaters schreibt.

Freitag, 7. August 2026

Ein großer Sieg der LGBTQ in der Katholischen Kirche

 

Ein großer Sieg der LGBTQ in der Katholischen Kirche



Der Magdeburger Bischof Feige klärt uns auf in dem Kath de Artikel: „Bischof Feige: Keine Gemeinsamkeiten zwischen der AfD und Kirche“ am 6.8.2026:


Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige sieht keine Gemeinsamkeiten zwischen dem Weltbild der AfD und der katholischen Kirche. Mit Blick auf queere Menschen und das Segnen homosexueller Paare habe die Kirche sicher eine Entwicklung hinter sich, sagte Feige in einem Podcast der "Mitteldeutschen Zeitung" und der "Volksstimme". Aber die große Tendenz sei, "dass wir da offen sind für jeden Menschen und jeden Menschen achten in seiner Art und Weise, in seiner Sexualität und in seiner Selbstbestimmung". In ihrem Parteiprogramm setzt sich die AfD primär für die klassische Kernfamilie ein.“

Das ist nun wahrhaft revolutionär: Weil die AfD sich für die klassische Kernfamilie einsetze, sei sie für einen Katholiken nicht wählbar, da diese die sexuelle Selbstbestimmung bejahe und somit auch alle frei gewählten Gestaltungen einer Zweisamkeit! Jeder Mensch hätte eben das Recht, frei sein Geschlecht sich zu erwählen und zu verändern und intim zusammenzuleben mit wem und wie auch immer. Das habe die Kirche dazugelernt und verabschiede sich deswegen von ihrer gesamten Ehe- und Sexualmorallehre, um zeitgeistgemäß zu erscheinen. Die AfD verträte stattdessen in dieser Causa Positionen, die die Kirche längst überwunden habe und so sei sie für die heutigen Katholiken völlig inakzeptabel! 

Unübersehbar: Keine andere Lobby reüssiert in den heutigen Tagen so sehr wie die der LGBTQ! 

Ein Musterbeispiel der Selbstdestruktion der Katholischen Kirche

 

Ein Musterbeispiel der Selbstdestruktion der Katholischen Kirche


Sehr löblich ist nun die Intention des Kath de Artikels vom 6.8.2026, zum zigsten Male der Piusbruderschaft und allen Conservativen in der Katholischen Kirche den Krieg zu erklären: „Kritik an Piusbruderschaft. Dogmatikerin: Es gibt keine fixierte katholische Identität.“ Diese Kräfte behaupten ja, daß durch das 2.Vaticanum bzw deren Weiterentwickelung die Identität der Kirche gefährdet sei. So repliziert dieser Kath de Artikel nun diese Kritik.

Letztlich sei die Identitätsbildung Aushandlungssache – auch wenn es Eckpfeiler gebe, an denen sich die Aushandlung orientieren müsse. Als Beispiele nannte sie die Anerkennung eines universalen Heilswillen Gottes, der auf das Heil aller Menschen und nicht nur einer exklusiven Gruppe ziele, das gemeinsame kirchliche Wirken zugunsten einer Einheit der Menschheit, die Anerkennung der >Geschichtlichkeit der Offenbarung< sowie den Einsatz für soziale Gerechtigkeit und das Gemeinwohl.“

Findet sich in diesem Zitat eine spezifisch katholische oder christliche Aussage? Nein, was hier ausgesagt ist, das hätte im Namen jeder monotheistischen Religion ausgesagt werden können. Daß Gott das Heil aller wolle, das bestreitet nun weder die Piusbruderschaft noch sonst ein Katholik, nur die Anhänger der doppelten Prädestinationslehre des Calvinismus bestritt das, die aber von der Kirche reprobiert worden ist.

Bestritten wird aber, daß jeder Mensch das Heil erlangen wird und zwar durch Jesus Christus selber, wenn er lehrt: „Wer an mich glaubt und getauft ist, wird im Endgericht gerettet werden, wer nicht glaubt, wird verdammt werden.“ Mk 16,16.

Die Aufgabe der Kirche ist nun die Evangelisation, die Verkündigung des Evangeliumes und nicht die Hervorbringung einer Einheitsmenschheit, denn es wird bis zum Jüngsten Gericht die Differenz zwischen den Gläubigen und den Nichtgläubigen geben, die diese Einheit nicht zuläßt. Die Kirche hat das Reich Gottes zu verkünden und nicht eine Sozialutopie einer gerechten Welt.

Der Terminus der „Geschichtlichkeit der Offenbarung“ dient nun dazu, das Offenbarsein der Offenbarung in Frage zu stellen, da sowohl die Offenbarung selbst als auch ihre Aneignung so sehr geschichtlich bedingt sei, daß daraus keine ewigen Wahrheiten herauskristallisierbar seien.

Die christliche Religion rediuziert sich somit auf einen schlichten Humanitarismus mit etwas theologischem Dekor, daß es da einen jeden Menschen liebenden Gott gäbe. Die Identität der Katholischen Kirche sei die einer humanitaristischen NGO, die sich dann noch in katholisch anmutende Kleider aufschmücken mag, solange sie dabei humanitaristisch bleibt.

Für diese Dogmatikerin ist das 2.Vaticanum nichts anderes als die Selbsterkenntnis der Katholischen Kirche, sich selbst liquidieren zu haben, um als eine Links-NGO dann von den Toten aufzuerstehen!Das hier skizierte Kirchenprogramm scheint auch mehr dem Geiste des Freimaurertumes zu entsprechen,daß alle Religionen gleich wahr wären und daß es hauptsächlich um die Humanisierug der Welt ginge  als daß es katholisch wäre.


Donnerstag, 6. August 2026

Eine provokante These zur monogamen Ehe in der Bibel

 

Eine provokante These zur monogamen Ehe in der Bibel


Uns Modernen ist es eine Selbstverständlichkeit, daß es ursprünglich die Idee der Monogamie gab und daß die dann sekundär auf das Verhältnis des Volkes Israel zu seinem Gott übertragen wurde: So wie es viele Männer, aber für eine verheiratete Frau nur einen Ehemann gibt, so existieren viele Götter, aber für das Volk Israel nur einen Gott, der sich mit ihm ehelich verband. Damit ist in beiden Fällen die Möglichkeit der ehelichen Untreue mitgesetzt, daß wie eine Ehefrau „fremdgehen“ kann auch das jüdische Volk „fremdgehen“ kann. Da es für eine verheiratete Frau nur einen Mann gibt, so gibt es für Israel nur einen Gott.

Die Sünde Israels ist so das Fremdgehen, nicht daß man sich ganz von dem Gott Jahwe abgewandt hätte, nur diente man daneben auch gern Fruchtbarkeitsgöttern als einer Art „Nebenfrau“.

Die eheliche Norm der Treue wäre so auf das religiöse Verhältnis zu dem Gott Israels übertragen worden: Auch hier gälte das Gebot der Bundes-Treue in einer Analogie zur ehelichen Treue.

Wie wäre es nun aber, verhielte es sich genau umgekehrt, daß die religiöse Vorstellung, daß das Volk Israel nur einem Gott verpflichtet sei, die der Monolatrie erst die Norm der ehelichen Treue der monogamen Ehe hervorrief?Man blättere mal das Alte Testament durch: Welcher König war nur mit einer Frau verheiratet, wie viele Nebenfrauen nahmen sie sich? Wenn eine Ehe kinderlos blieb, war die Ehefrau verpflichtet, ihrem Mann eine andere Frau zu geben, damit er mit ihr schliefe, bis sie von ihm schwanger wird, damit dann dieses Kind als ein Kind der Ehe angesehen wurde, obschon die Ehefrau nicht die leibliche Mutter war! Die Töchter Evas „heirateten“ leibliche Brüder, das waren alles Inzestehen, die nach der Morallehre der Kirche durch nichts rechtfertigbar gewesen wären. So wenig „ernst“ nahmen die ersten Menschen die Ordnung der Ehe.

Ist da nicht der Verdacht erlaubt, daß erst in der Folge der Monolatrie, daß es für das Volk Israel nur einen Gott gäbe, dem es verbunden sei, dem jedes Fremdgehen ein Greuel ist, die Ordnung der monogamen Ehe mit ihrem Treueverständnis entstanden ist?

Kann es dann uns noch irritieren, daß heutzutage die Ehe als ein aufkündbarer Bund wahrgenommen wird, daß es auch keine schwere Sünde sei, wenn einer der Eheleute fremd geht, wenn das weltanschauliche Fundament der monogamen Ehe der Glaube an einen Gott ist, der sich mit dem Volke Israel verbunden hat und der von ihm die eheliche Treue verlangt? Israel mußte ja auf das bitterste erfahren und erleiden, was die Folgen seines Fremdgehens waren: die Exilierung Israels in die babylonische Gefangenschaft 586 v.Chr!

In traditionellen Gesellschaften, vgl dazu etwa Julius Evola, bestimmen die Religion auch die scheinbar weltlichen Beziehungen, die in der Moderne säkularisiert worden sind. 

Auffallend ist doch, daß wie um einer Kinderlosigkeit einer Ehe gegen die Ordnung der Ehe verstoßen werden durfte Israel auch so gegen die Monolatrie sich versündigte, um Fruchtbarkeitsgöttern zu dienen.

Die Unauflöslichkeit einer gültig sakramental geschlossenen Ehe begründet sich ja in der Unauflöslichkeit des (Ehe)Bundes Jesu Christi mit seiner Kirche.