Samstag, 28. März 2026

Der Karfreitag und die Organspenderegel in Deutschland

 

Der Karfreitag und die Organspenderegel in Deutschland



Der KI weiß Bescheid: Abgefragt am 27.März 2026 informiert er sachkundig: Ist in Deutschland jeder automatisch Organspender: „Nein, in Deutschland ist man nicht automatisch Organspender. Es gilt die sogenannte Entscheidungslösung. Das bedeutet, dass eine Organspende nur zulässig ist, wenn der Betroffene zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat (durch Organspendeausweis oder Register). Wenn keine Entscheidung dokumentiert ist, werden die Angehörigen befragt.“ 

Die Regelung in Deutschland unterscheidet sich somit von der in einigen anderen europäischen Ländern geltenden Widerspruchslösung, bei der man automatisch Spender ist, sofern man nicht widerspricht.“

Gibt es nun einen Zusammenhang zwischen dem Karfreitag und der Organspende und gibt es einen Zusammenhang zwischen den staatsbürgerlichen Pflichten und der Bereitschaft zur Organspende. Bei dieser Erörterung soll sich auf die Spende von Organen konzentriert werden, wenn der potentielle Kandidat für eine Organspende zwar für tot erklärt worden ist, aber Organe von ihm noch nicht abgestorben sind, sodaß sie noch transplantierbar sind.

Die Zentralbotschaft des Karfreitages ist, daß hier Jesus Christus sein Leben geopfert hat, um uns Menschen zu retten. Das ist das priesterliche Amt, das Jesus als der wahre Hohepriester hier am Karfreitag ausgeübt hat, und der so das Urbild des Priesters ist. Auf eine nähere Explikation des Opfertodes Jesu Christi kann hier verzichtet werden, da sie für diese Erörterung nicht notwendig ist, so wichtig sie auch für das Verstehen des Karfreitagsereignisses notwendig ist.

Sein eigenes Leben zu opfern, um das anderer zu retten, ist so der höchste Akt der praktizierten Nächstenliebe. Im alltäglichen Leben wird von uns Christen in der Regel eine solche Radicalität der Kreuzesnachfolge nicht verlangt, es genügt meist,um des Nächsten willen, seine persönlichen Interessen zurückzustellen.

Aber der Diskurs um die Organspende reißt uns, durchdächten wir dies Problem gründlich, aus dieser unserer Alltäglichkeit heraus. Organspendefähig ist nämlich nur ein Mensch, wenn er entweder noch lebt oder wenn er zwar schon für tot erklärt worden ist, wenn dessen Organe,zumindest die für eine Transplantaion vorgesehenen noch nicht tot sind. Er darf also,um es etwas salopp zu formulieren, noch nicht ganz tot sein, wenn es um eine Organspende von einem Toten geht.

Das heißt, scharf formuliert: Darf ein Nochlebender sein Leben aufopfern, wenn er auch davon auszugehen hat, daß die Diagnose des Hirntodes für ihn bedeutet, daß er in Bälde ganz tot sein wird, jetzt es aber noch nicht ganz ist? Wenn es eine Sünde wäre, sein eigenes Leben zu opfern,um das anderer Menschen zu retten, dann hätte Jesus gesündigt, als er sein Leben so aufgeopfert hat. Deshalb kann für einen Christen eine Organspende, wenn der Gehirntod diagnostiziert werden, keine Sünde sein, denn so würde er wirklich dem Kreuze Christi nachfolgen. Im Zentrum der christlichen Religion steht so das Opfer und somit ist sie keine simple Religion der Liebe.

Im staatlichen Bereich verlangt jeder Staat von seinen Bürgern,in denen eine Wehrpflicht existiert,auch eine solche Opferbereitschaft, daß sie dazu bereit sind,in einem Kriegsfalle ihr Leben zu opfern für das eigene Vaterland zu seiner Verteidigung.1 Aus theologischer Sicht steht dem Staate das Recht, solch ein Opfer zu verlangen, zu im Kontext der Lehre vom gerechten Kriege. Es gibt nun Staaten, wie den deutschen, der seinen Bürgern das Recht zubilligt, aus Gewissensgründen den Kriegsdienst zu verweigern. (Ob dies ein Menschenrecht zu sein hat oder ein staatliches Zugeständnis, das auch widerrufen werden darf, wage ich hier nicht zu entscheiden. Illegitim ist es aber auf jeden Fall, dem Staate Reche seinen Bürgern gegenüber abzusprechen!)

Es gilt also, wenn es eine allgemeine Wehrpflicht gibt, in einigen Staaten das Recht, den Kriegsdienst zu verweigern. Nicht ist die Pflicht zum Kriegsdienst keine freiwillige Entscheidung, wie ja auch das Steuerzahlen keine freiwillige Handlung ist . Dem korreliert die Regelung der Pflicht zur Organspende im Falle des eigenen Todes, aber der Staat kann es billigen, daß Staatsbürger aus Gewissensgründen dieser Pflicht nicht nachkommen wollen.

Aber es muß doch geurteilt werden, daß die Freiwilligkeitsregelung nicht dem Pflichtcharakter entspricht, denn dem Staate steht es zu,um des Allgemeinwohles willen, vom Toten, denen aber noch Organe entnehmbar sind zur Rettung des Lebes anderer Staatsbürger die Bereitschaft zur Organentnahme zu verlangen, so wie er auch die Bereitschaft zum Kriegsdienst verlangen darf.

Karfreitag vor Augen, daß der Heiland für uns sein Leben opferte,um uns zu erlösen,müßte es eine Selbstverständlichkeit sein,zur Organspende im Falle des Todseins, auch wenn man noch nicht ganz tot ist,zuzustimmen. Ob des Pflichtcharakters, daß man als ein Staatsbürger auch seine Pflichten dem Staate gegenüber hat und der nur so dem Allgemeinwohl dienlich sein kann, kann man die jetzige Regelung in Deutschland nicht bejahen. Pflichterfüllung ist eben keine Freiwilligkeitserbringung.

1Es dürfte aber kritisch angefragt werden,ob für unseren deutschen Staat das noch unbeschränkt git, da es zweifelhaft ist, ob die NATO wirklich unserer Vaterlandsverteidigung dienlich ist.

Freitag, 27. März 2026

Ein sehr befremdlicher Gedanke zu Gott als dem absolut Guten und zum Relevanzverlust Gottes

 

Ein sehr befremdlicher Gedanke zu Gott als dem absolut Guten und zum Relevanzverlust Gottes



Immerhin, sagte Schleppfuß, werfe hier das Problem des absolut Guten und Schönen sich auf,des Guten und Schönen ohne Beziehung zum Bösen und Häßlichen,- das Problem der vergleichslosen Qualität.Wo der Vergleich entfalle,sagte er, entfalle der Maßstab,und weder von Schwerem noch Leichtem, weder von Großem noch Kleinen könne da die Rede sein. Das Gute und Schöne wäre dann entwest zu einem qualitätslosen Sein, das dem Nichtsein sehr ähnlich und diesem vielleicht nicht vorzuziehen sei.“1

So irritierend dieser Gedanke doch aus ist, so kontraintuitiv, so klar ist er, wird er aus dem Raume der Mathematik her kommend bedacht. Der dort verortete Begriff des Betrages meint, wie viele Einheiten etwas von Null entfernt ist. Der Betrag 500 besagt so 500 Einheiten von Null entfernt, aber er besagt nicht, in welcher Richtung, ob plus oder minus. Der Betrag 500 ist der gleiche, ob es nun 500 Euro Guthaben oder 500 Euro Schulden auf meinem Geldkonto sind. Im Raume der Beträge existieren nur quantitative Differenzen, erst durch die Vorzeichen existieren qualitative, ob ich 500 Euro besitze oder ob ich sie schulde.

Das Gute wäre nicht, wenn es nicht die Negation des Bösen und das Böse wäre nicht, wenn es nicht die Negation des Guten wäre. Das hat aber zur logischen Konsequenz, daß das Gute und das Schöne nicht absolutistisch begriffen werden können. Gott erschuf zuerst einen Menschen, aber erst indem er ihm eine Frau zur Seite stellte, wurde der Mensch zum Manne und die Frau in ihrer Differenz zum Manne zur Frau.So kann auch der Mann und auch die Frau nur ein Mann und eine Frau sein ob ihres untereinander Differentseins. Das bedeutet aber auch, daß eine E-mann-zipation der Frau die Entmännlichung des Mannes erwirkt.

Aber Gott müsse doch als das Absolute gedacht werden und da er als eins mit dem Guten zu denken ist,müsse auch das Gute absolut sein. Aber dabei wird Gott als der Hervorbringer der Idee des Guten mit der von ihm hervorgebrachten Idee des Guten verwechselt. Gott erschuf die Idee des Guten wie alles Seiende als eine creatio ex nihilo. Gott liegt also nicht eine metaphysische Ordnung des Wahren, Guten und Schönen vor, der er selbst subordiniert wäre noch ist sie ihm in seine göttliche Natur so eingeschrieben, daß er von Natur aus gut und schön wäre. Würde Gott nämlich durch seine eigene Natur bestimmt gedacht, würde er wie ein kreatürliches Seiendes gedacht, eher verdacht.

Erst indem Gott frei die drei Ordnungen des Wahren in dem Spannungsfeld von dem Wahren und Unwahrem, des Guten in dem Spannungsfeld von dem Guten und dem Bösen und die des Schönen in dem Spannungsfeld von dem Schönen und dem Häßlichen,setzte, existierte das Wahre,Gute und Schöne.

Aus diesem Spannungsfeld herausabstrahiert, verlören sie ihr Wesen,verwesten sozusagen. Die Schachfigur der Königin würde, aus dem Schachregelsystem mit seinen Bedeutungszuweisungen für die Schachfiguren herausabstrahiert, ja auch aufhören, diese Figur zu sein.

Trotzdem bereitet dieser Gedankengang ein Unbehagen, soll doch das Wahre, Gute und Schöne nichts mit deren Negationen zu tuen haben, sollte doch zwischen dem Guten und dem Bösen eine unendlich große Entfernung liegen und keine so intime Nähe. Erinnern wir uns an die zwei großen Weltverbesserer, Stalin und Mao: Um einen Himmel auf Erden zu verwirklichen, nahmen sie den Tod vieler Menschen hin, aber nicht aus einer Menschenverachtung heraus, sondern um des guten Endzieles willen. Vielleicht erklärt sich ja aus dieser intimen Beziehung, daß der Wille zum Guten in den schrecklichsten Terror umschlagen kann, man denke an den Revolutionsführer Robespierre! Das gilt so auch die Revolutionsführer des Irans: Nicht Menschenverachtung sondern der Wille, daß nun die Bürger des Irans ganz nach Gottes Willen leben sollen,macht deren diktatorisches Regieren ja aus!

Aber Gott müsse doch als das Absolute gedacht werden. Das ist das Zentralanliegen des deutschen Idealismus, Fichte, Schelling und Hegel leisteten hier Großes.Nur, wenn Gott als Gott gedacht werden soll,muß er als etwas Bestimmtes gedacht werden und das heißt ob der Erkenntnis: „Omnes determinatio est negatio“ auch als etwas durch das so Negiertes Begrenztes: Gott ist Gott, indem er Nichtgott nicht ist.Indem Gott für anderes als sich selbst Gott sein will, ist er sich durch das Andere als selbstbegrenzend zu denken, soll nicht ein Pantheismus gelehrt werden.Dann ist er aber nicht mehr absolut sondern Gott in seiner und ob seiner Relation zu allem anderem.

Gott habe keine Relevanz mehr für den (post)modernen Menschen, diese Klage wird nun allenthalben angestimmt.Wie wäre es, wenn der Gedanke zugelassen werden würde, ob dieser Relevanzverlust nicht eine logische Konsequenz der Lehre von der Absolutheit Gottes sei, daß wir Menschen für ihn keine Relevanz hätten ob seiner vollkommenen Selbstgenügsamkeit?







1Thomas Mann, Doktor Faustus, 13.Kapitel. Man beachte den Namen: Schleppfuß! Könnte das einen daimonischen Verführer meinen?

Mittwoch, 25. März 2026

 

Grundlegendes: Was können wir über das Todsein wissen? Eine unorthodoxe Idee


Wie wäre es, befrügten wir jemanden, der schon gestorben war und wirklich tot war und der uns, neu zum Leben erweckt, darüber nun eine Auskunft geben könnte? Vom einer Person ist uns bezeugt, daß er tot war und dann nach 3 Tagen wieder auferweckt worden ist bzw auferstand. Wer, wenn nicht Jesus Christus könnte uns so Zuver-lässiges über das Todsein mitteilen? Wie stand es um ihn, nachdem er am Kreuze ausrief: „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen!“ und bevor er dann am Ostermorgen von den Toten auferstanden sich seinen Schülern offenbarte?

Der 1.Petrusbrief klärt uns auf: Jesus ist hinabgestiegen in das Reich der Toten und hat dort den Toten das Evangelium gepredigt. (3,19 und 4,6) Diese biblische Aussage muß uns erstmal irritieren: Wie können den Verstorbene noch das Evangelium hören und wie kann ein Verstorbener noch das Evangelium predigen? Wenn der Tod die einfache Nichtung unseres Lebens wäre, wären beide Aussagen unwahr. Damit diese 2 Aussagen wahr sein können, muß der Tod etwas ganz anderes sein als diese uns geläufige Vorstellung vom Todsein.

Der Petrusbrief präzisiert nun das Todsein der Verstorbenen als ein „Gefängnis“ (3,19), in dem die Verstorbenen als „Geister“ eingesperrt sind. Das „Gefängnis“ besagt hier, daß sie nicht mehr zurückkehren können in die Welt der Lebenden, weil sie Gefangene sind. Daß sie als „Geister“ bezeichnet werden, bedeutet, daß sie als Seele in diesem „Gefängnis“ eingesperrt sind, wohingegen ihr Leib, oder was noch von ihm übrig ist,in den Gräbern liegt. Das gilt so nun auch von Jesus Christus: Sein Leib lag bis zum Ostersonntag in seinem Grabe, aber als Seele stieg er hinab in dies „Gefängnis“, sowohl als wahrer Mensch wie auch als wahrer Gott. Man darf sich seinen Kreuzestod ja nicht so imaginieren, daß er nur als Mensch starb und als Gott davon unberührt blieb.

So konnte Jesus in der Unterwelt predigen und die in der Unterwelt Gefangenen konnten seine Predigt hören! Was zeichnet nun dies Dasein in dem „Gefängnis“, der Unterwelt, wie es sehr treffend heißt, aus? Jesus selbst gibt uns darauf die klare Antwort: die Gottverlassenheit! Gott kerkert die Verstorbenen ob ihrer Sünden in dies „Gefängnis“ ein. So erleiden sie selbst ihr Todsein, das ist ihr Verlassensein von Gott. Aus dieser Haft kann Gott aber nun auch befreien und das tat er, indem er seinen Sohn am Ostermorgen aus dieser Gottverlassenheit befreite.

Die Toten sind nicht genichtet, sondern existieren nach ihrem Sterben entweder als Seele im Himmel, oder im Fegefeuer oder in der Hölle, So könnte es auch erklärt werden, wie es möglich sein konnte, daß eine Totenbeschwörerin den toten Samuel herbeirufen konnte, damit er dem König Saul sein Schicksal offenbarte.(1.Samuel 28, 3- 25) Unsere Toten sind nicht einfach tot, als wenn sie nicht mehr existierten.



Dienstag, 24. März 2026

Papst Leo in der Kritik: Er versage als Kriegstheologe

 

Papst Leo in der Kritik: Er versage als Kriegstheologe



Das sagte nun Papst Leo XIV : „>Mit Besorgnis verfolge ich weiterhin die Lage im Nahen Osten sowie in anderen Regionen der Welt, die von Krieg und Gewalt heimgesucht werden<. Weiter sprach er vom Leiden >so vieler wehrloser Menschen<, die Opfer dieser Konflikte seien, und fügte hinzu: >Der Tod und der Schmerz, die diese Kriege verursachen, sind ein Skandal für die gesamte Menschheitsfamilie und himmelschreiend!<. Schließlich erneuerte er den Aufruf, >im Gebet auszuharren, damit die Feindseligkeiten ein Ende finden und sich endlich Wege des Friedens eröffnen, die auf aufrichtigem Dialog und der Achtung der Würde jedes Menschen beruhen<.“ 1

Dieser Papstappell findet nun auf Kath keine Zustimmung, was nun die Leserschaft dieser Internetseite nicht verwundern dürfte, unterstützt diese Seite doch vorbehaltlos den Kriegskurs gegen Rußland und wenn man dann in dieser Causa auch von dem Primat einer diplomatischen Lösung des Ukrainekrieges des amerikanischen Präsidenten enttäuscht war, ist man nun doch wieder mit seiner Politik ganz versöhnt, daß er mit Israel zusammen den Krieg gegen die Mächte des Bösen führt, konkret jetzt gegen den Iran.

Daß dieser Angriffskrieg mit dem Völkerrecht nicht vereinbar ist, kann selbst Kath net nicht bestreiten, darum muß nun eine andere moralische Legitimierung gesucht werden. Dieser Aufgabe stellt sich nun die in diesem Artikel skizzierte Kriegstheologie. Dem Papst wird nun einfach vorgeworfen, daß er nicht eindeutig sich auf die Seiten der Guten, Israels und Amerikas stelle, um diesen Krieg gutzuheißen.

Dazu muß nun dieser Krieg als ein Kampf der „Guten“ gegen die „Bösen“ gedeutet werden, sodaß der Feind daimonisiert wird:“Es muss sagen, ob hier bloß zwei Gewalten aufeinanderprallen oder ob ein verbrecherisches Regime bekämpft wird, das durch Ideologie, Terror, Stellvertreterkrieg, Drohung und systematische Destabilisierung einer Region, ja der Welt selbst zu den Ursachen des Konflikts gehört.“ Die hier aufgestellten Behauptungen werden nun in keinster Weise verifiziert, sondern es wird einfach die israelisch- amerikanische Kriegspropaganda zitiert. Es sei an die Horrorgeschichten über die die ganze Menschheit bedrohenden Massenvernichtungswaffen des Iraks erinnert, von denen dann nach dem Sieg über den Irak keine einzige, trotz intensivster Suche im Wüstensand aufgefunden werden konnte.

Gegen diesen Feind sei nun jedes Mittel seiner Bekämpfung erlaubt.Weder gab es für den Staat Israel und schon gar nicht für die USA eine reale Bedrohung durch den Iran, der diesen nun geführten Krieg als einen Verteidigungskrieg rechtfertigen könnte. Israel hat nun schon so erfolgreich auf den palästinensischen Terrorangriff militärisch reagiert, daß von keiner akuten Bedrohung mehr gesprochen werden kann.

Es wird so von der „sittlichen Struktur“ dieses Krieges gesprochen und damit wird einfach gemeint, daß hier die „Guten“, das sind Israel und Amerika gegen die „Bösen“ Krieg führten und daß deswegen dieser Angriffskrieg gerecht sei.

Was würde diese neue Kriegstheologie, daß die „Guten“ das Recht hätten, gegen die „Bösen“ Krieg zu führen, um die Bösen zu besiegen? Geben wir dazu dem amerikanischen Präsidenten das Wort: „Wir zerstören das terroristische Regime des Iran total – militärisch, wirtschaftlich und auf jede andere Weise. Und doch, wenn man die Failing New York Times liest, könnte man fälschlicherweise glauben, wir würden nicht gewinnen. Die Marine des Iran ist weg, ihre Luftwaffe existiert nicht mehr, Raketen, Drohnen und alles andere werden vernichtet, und ihre Führer wurden vom Antlitz der Erde getilgt. Wir verfügen über unübertroffene Feuerkraft, unbegrenzte Munition und reichlich Zeit – schaut euch an, was heute mit diesen verrückten Kerlen passiert. Sie töten seit 47 Jahren unschuldige Menschen auf der ganzen Welt, und jetzt töte ich sie als 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Was für eine große Ehre das ist!“2

Trump charakterisiert diesen Krieg hier als einen Vernichtungskrieg des Feindes.Nach Clausewitz ist der Krieg ein Mittel der Politik zur Erwirkung politischer Ziele. Ein Vernichtungskrieg ist dagegen kein politischer Krieg, sondern in seinem Vernichtungswillen des Feindes ein quasi- religiöser Krieg, der den Feind nur noch als zu vernichtenden ansieht. Trump sieht es als eine „ große Ehre“ an, den Feind zu töten.

Nun kann natürlich jeder Staat den Feind gemäß seiner ihm eigenen Ideologie bestimmen. Ein kommunistischer Staat könnte so jeden Krieg gegen einen kapitalistischen mit dem Ziel der Befreiung der Arbeiterklasse legitimieren, jeder islamistische den Krieg mit dem Ziel der Befreiung von einem Ungläubigenstaat und jeder Staat, in dem die Menschenrechte als verwirklicht gelten,könnte jeden Unrechtssaat bekriegen, da in ihm die Menschenrechte nicht respektiert würden.So könnte etwa der islamisch regierte Iran, in dem fast jede Abtreibung verboten ist, uns den Krieg erklären, da bei uns in 10 Jahren circa 1 Million unschuldiger Kinder im Mutterleibe mit einer staatlichen Erlaubnis getötet werden. Jeder kann und dürfte so mit der Behauptung, er sei der Gute und die Anderen die Bösen, Krieg gegen jeden führen.

Kath net sieht das aber politisch nüchterner: Es gibt nur noch eine reale Weltmacht, die der USA, und die sind die Guten und darum dürfen die so viele Kriege führen, wie es ihnen beliebt, weil nur sie die Guten sind. Mit der von der Kirche anerkannten Lehre vom „gerechten Kriege“ hat das nichts gemein sondern ist nur ein ein Geschenkpapier eingewickelter Machiavelismus: Dem Mächtigen ist alles erlaubt! Er allein definiert, wer die Guten und wer die Bösen sind und gegen wen so Krieg geführt werden dürfe.

Papst Leos Stärke: Er läßt sich nicht zum Parteigänger der amerikanisch- israelischen Imperialismus degradieren!

Corollarium 1

Das Selbstbestimmungsrecht der Völker besagt, daß die Völker das Recht haben, das innere Leben ihres Volkes selbst zu bestimmen, sodaß es eine selbstverständliche Konsequenz ist, daß in der Völkerwelt differente politische Systeme hervorgebracht werden. Kein Volk ist nun so homogen, daß es für es eine Staatsordnung gibt, denen jeder Bürger zustimmt. Daß es also eine Opposition im eigenen Volke gegen sein politisches System gibt, widerstreitet so nicht dem Freiheitsrecht eines Volkes. Auch das Individualfreiheitsrecht wird nicht schon dadurch mißachtet, wenn in einer bestehenden Ordnung nicht jedem zugebilligt wird, so zu leben, wie es ihm selbst gefällt. Das gilt auch das politische System des Iran und es ist allein die Aufgabe des iranischen Volkes, wenn ihm seine jetzige Ordnung mißfällt, es durch eine andere zu ersetzen. Andere Völker durch Eroberungskriege zu befreien, widerstreitet so fundamental dem Recht der Völker auf ihre Selbstbestimmung! 

Corollarium 2

"Joe Kent: USA wurden über Falschinformationen in den Krieg getrieben18 verschiedene US-Geheimdienste erklärten: Vom Iran geht keine Atom-Gefahr aus.Joe Kent, der ehemalige Direktor des National Counterterrorism Centers, verurteilt den Iran-Krieg und wirft vor, dass die USA aufgrund falscher Informationen und außenpolitischer Einflussnahmen insbesondere durch Israel in den Krieg getrieben wurden."  Freie Welt 24.3.2026,

 



1Leo XIV.: Christliche Mahnung oder moralische Einebnung? Eine kritische Lektüre des päpstlichen Friedensaufrufs. Ein hoher Appell und seine Grenzen. Von Armin Schwibach, Kath net am 24.3.2026.

2 Donald Trump auf Truth Social: "Wir zerstören das terroristische Regime des Iran total" zitiert nach: Freie Welt 13.3.2026

„Pastoralpsychologe: Gott hat nichts davon, dass ich faste“-oder die Bekämpfung der Religion

 

Pastoralpsychologe: Gott hat nichts davon, dass ich faste“-oder die Bekämpfung der Religion



Kath de offenbarte uns mitten in der Fastenzeit diese geradezu revolutionäre Erkenntnis am 21.März 2026. Der darauf folgende Artikel ist aber so belanglos, daß ich auf jede Kommentierung verzichte um mich auf diese einzig relevante Aussage dieses Artikels zu fokussieren. Jede religiöse Praxis ist immer auch ein Agieren in Hinsicht auf Gott, in der Hoffnung, daß er ob dieses Tuens im Sinne der religiösen Praxis reagieren wird. Sie setzt voraus, daß gewußt oder zumindest gehofft wird, daß die Praxis gemäß Gottes Willen ist und daß Gott so auf eine solche Praxis dann auch positiv reagieren wird, da sie gemäß seinem Willen ist, bzw sofern sie gemäß Gottes Willen praktiziert wird.

In keiner Religion wird so gesagt, daß Gott jedes ihm dargebrachte Opfer annehmen würde, egal wie es von wem dargebracht wird. Man liegt wohl nicht fehl in der Annahme, daß dies Wissen um das rechte Opfern die Berufskompetenz des Priesters ausmacht, auch wenn wohl nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, daß es priesterlose Religionen mal gegeben haben könnte als primitive Religionen, das ist eine Religion ohne eine interne Aufgabendifferenzierung. Den Religionen, die sich auf eine Offenbarung gründen, gehört so die Weise des Fastens selbst zum Offenbarungsgut, obzwar man den Eindruck haben könnte, daß die Praxis des Fastens eine jeder Religion bekannte Praxis ist. Es müßte jeden Leser der Geschichte des Propheten Jona irritieren, wie den die Bürger Ninives auf die Idee kamen, das ihnen vom Propheten Jona angekündigte Gericht durch ihr Fasten abwenden zu können, obschon der Prophet ihnen das nicht verkündet hatte: „Fastet und Gott wird euch nicht strafen!“ Sie dachten ja: „Wer weiß? Vielleicht läßt Gott es sich gereuen und wendet sich ab von seinem gimmigen Zorn,daß wir nicht verderben.“ (3,9) Sie hoften also, daß vielleicht ob ihres Fastens Gott seinen Zorn über sie abwenden würden, aber sie wußten das nicht, denn ihnen war das nicht offenbart worden.

Die Voraussetzung jeder religiösen Praxis und somit auch des Fastens ist die, daß Gott auf die Praxis reagiert und daß gehofft wird, daß Gott im Sinne der Fastenden reagieren wird. Eine magische, nichtreligiöse Praxis wäre das Fasten, wenn Gott nun nicht anders könnte, als gemäß der Intention der Fastenden zu reagieren. Gott bleibt Herr, er kann unser Fasten erhören, muß es aber nicht.Aber eines ist klar: Die religiöse Praxis des Fastens setzt notwendig voraus, daß es Gott selbst nicht gleichgültg ist, ob wie fasten oder ob wir nicht fasten. Er will nämlich, daß wir gemäß seinem Willen handeln und zu der von ihm gewollten Praxis gehört auch das Fasten.

Gott habe nichts von unserem Fasten, suggeriert dagegen, daß ihm unser Fasten gleichgültig sei, sodaß es nur ein Tuen zu unserem wie auch immer gearteten Vorteil sei, das heißt, daß es gar keine religiöse Praxis ist. Eine Religion ohne religiöse Praxtiken ist aber keine Religion!

Corollarium

Gott als sich vollkommen genügend zu denken evoziert das Problem, ob dann noch eine Beziehung des so gedachten Gottes zu einem anderen als sich selbst für Gott eine Bedeutung haben kann. 


Montag, 23. März 2026

Vergessene Wahrheiten oder der Relevanzverlust Gottes

 

Vergessene Wahrheiten oder der Relevanzverlust Gottes


Man hat in unseren religiös-neu-analphabetischen Jahrzehnten so gut wie ganz vergessen, daß die Rede von Gott im Monotheismus immer auch einen zornigen Gott einschloß.“ So urteilt Peter Sloderdijk in seinem mehr als lesenswerten Buch: „Zorn und Zeit“.1

Man könnte urteilen, daß nun die Religionskritik Feuerbachs, Marx und Nietzsches: „Gott ist tot!“ ihre Früchte trügen und es so nicht verwunderlich sei, daß auch in Deutschland, sind doch diese drei auch deutsche Philosophen, die Anzahl der Gottgläubigen immer geringer und so die Kirchen immer leerer würden. Die von der Katholischen Kirche und der EKD vorgelegten Zahlen bestätigen nun ja Jahr für Jahr diesen Niedergang.

Unwahr ist das sicher nicht, aber so gerät der Eigenanteil des Verschuldens dieses Niederganges ganz aus den Augen.Es könnte doch gemutmaßt werden, daß ein Element, daß den Relevanzverlust Gottes und damit der Religion genau in dem hier von Sloterdijk Bezeichnetem liegen könnte.

Ab ovo: Wenn Gott unser Verhalten ihm gegenüber nicht gleichgültig ist, dann haben wir, um es mal ganz simpel auszuformulieren, damit zu rechnen, daß unser Gott gefälliges Verhalten ihm gegenüber für uns positive, daß unser Gott mißfallendes Verhalten ihm gegenüber für uns negative Folgen habe. So müßten wir also der Frage, wie würde Gott unser Verhalten wohl beurteilen, eine Relevanz zusprechen. Es kann jetzt hier jede Näherbestimmung des Was Gott mißfallen oder gefallen könnte, wie gewiß wir das erkennen können und wie genau Gott positiv oder negativ reagieren könnte, außer Acht lassen, da so die Gefahr besteht, daß dies Elementare uns aus unser Sicht gerät.

Wenn wir Gott nämlich glaubten als einen Gott, der immer nur sein „Ja“ zu uns sagt und nie ein „Nein“, das „Nein“ soll hier als Zorn Gottes verstanden werden, dann kann dieser Gott für unser Leben keine Relevanz mehr haben. Eine Relevanz hätte er doch nur für uns, wenn er auf unser Verhalten ihm gegenüber reagieren würde und wir zu bedenken hätten: „Wie würde Gott wohl reagieren, wenn ich dies oder jenes täte.“ Wenn Gott aber geglaubt wird als ein immer nur zu uns Menschen Jasagender, dann hat dieser Gott keine Relevanz für mich bei der Frage: „Wie soll ich leben?“

Die Idee des Zornes Gottes zeigt an, daß Gott uns so wenig gleichgültig ist, wie einem Liebenden es nicht gleichgültig sein kann, ob der Geliebte ihm treu ist oder ihn betrügt.Eine Liebe ohne die Möglichkeit des Zornes ist von einer Gleichgültigkeit faktisch nicht distinguierbar: „Mir ist es gleich,ob Du mir treu bist oder nicht, denn nie werde ich aufhören, Dich zu lieben.“ Das ist kein ernst zu nehmendes Liebesbekenntnis.

Philosophisch erfaßt meint das, eingedenk der Tatsache: „Omnes determinatio est negatio“, daß eine Liebe, die die Möglichkeit der Negation der Liebe ausschließt als „Zorn“ oder „Haß“ keine Liebe ist. „Wer nicht schweigen kann, der kann auch nicht reden“, denn das Redenkönnen ist die Negation des Schweigenkönnens.





1Slotedijk, Peter., Zorn und Zeit, 2008, S.73.

Sonntag, 22. März 2026

Deregulierung- die Wunderwaffe gegen alle Mißstände in der Welt auch in der Kirche und der Politik?

 

Deregulierung- die Wunderwaffe gegen alle Mißstände in der Welt auch in der Kirche und der Politik?



Keine Kampfparole kommt ohne ihr Feindbild aus, in diesem Falle erfreut sich der Terminus der Bureaukratie größter Beliebtheit: Die Wirtschaft und überhaupt wir alle als Bürger leiden an einem Zuviel an bureaukratischen Vorschriften: Das Leben würde durch sie geradezu stranguliert. So müsse ein rabiater Vorschriftenabbau initiiert werden. Bertold Brechts kluge Bemerkung, daß schlechte Zeitungen kein Argument für deren Abschaffung sondern für dessen Verbesserung seien, finden in (neo)liberalen Zeiten wenig Gehör, daß also nicht die Vorschriften das Übel an sich seien sondern deren Qualität.

Einst lebten wir Menschen unsere Sexualität oder für romantisch Eingestelltere die Liebe unreglementiert natürlich, bis daß sie zum Opfer einer Moralbureaukratie wurde, die in ihrer Reglementierungslust alles und jedes verbot, was den Menschen eine Freude bereitete. Die Euphorie für die Ethnologie verdankte sich der Sehnsucht nach noch natürlich lebenden Völkern, die unreglementiert noch glücklich leben konnten in ihrer freien „Liebe“.

Im Bereich der Politik triumphiert nun auch das Projekt der Deregulierung: Die USA und Israel legen das Völkerrecht als verstaubt ad acta,indem sie nun einfach das natürliche Faustrecht repristinieren: Dem Mächtigen ist alles erlaubt,nur Schwache müssen sich an die von den Mächtigen ihnen diktierten Vorschriften halten. Das Völkerrecht erlaubt den Krieg als ein Mittel der Politik gemäß der auch von der Kirche bejahten Lehre vom „gerechten Kriege“. Der jetzige Angriffskrieg gegen den Iran ist eindeutig nicht durch das Völkerrecht legitimierbar und auch seine Befürworter bestreiten das nicht, wie etwa Kath net: Aber im Kampf gegen das Böse sei eben alles erlaubt! Wir erleben so das Ende der Epoche der regulierten Weltpolitik. Allerdings müssen die Nichtmächtigen weiter an Gesetz und Ordnung sich halten, nur die Großen nicht.

Das verleitet nun zu dem Bedenken, ob etwa eine Deregulierung der Wirtschaft: Mehr freier Markt, weniger staatliche Vorschriften auch nur den Mächtigen zu Lasten der Schwächeren dienen wird.Den auch in den zwei anderen Bereichen, dem der Sexualität und dem der Politik führt eine Deregulierung doch nur zum (natürlichen)Recht des Stärkeren.Wer die Macht hat, den Anderen zum Sex zu zwingen, darf das, so lautet das Credo des Radicalaufklärers de Sade und wer die Macht hat,Kriege zu führen in der Hoffnung, sie auch zu gewinnen, darf sie auch führen.

Im Raume der Theologie und Kirche sollte es so auch jedem freigestellt werden,zu glauben, was er wolle, solange nur die Kirchensteuer bezahlt wird.Eine solche Deregulierung der Theologie ist so nun doch das Kernanliegen der liberalen Theologie und der Kirchenreformer. Am besten wäre doch die gänzliche Abschaffung der Morallehre, sodaß der Christ nur die staatlichen Gesetze zu befolgen hätte, die als demokratisch gesetzte die einzig legitimen seien.

Daß das Recht des Stärkeren, der menschliche Naturzustand, den es faktisch aber nie gab, da wir unser Leben immer kulturell gestaltet haben, der Idee des Gemeinwohles dysfunktional gegenübersteht, ist offenkundig, da die Recht das des Egoismus ist.

Daß Regeln und Vorschriften dem Ziele einer vernünftigen Regulierung dienen sollen, auch wenn dann nicht alle Gesetze dem gerecht werden, darf nicht vergessen werden im Taumel der Begeisterung für das Ideal der Deregulierung.Unreguliert zu leben, ist eben unvernünftig. Gott selbst hat ja aus Liebe zu uns Menschen die Gebote und Satzungen gegeben, damit wir gut leben können, nicht um uns zu bevormunden. Und dieser Gott regiert uns auch durch die staatlichen wie durch die kirchlichen Gesetze und Vorschriften, was aber leider nicht ausschließt, daß schlechte Gesetze gegeben werden können, die dann aber es gilt, sie zu verbessern, statt von einer Gesetzeslosigkeit zu träumen.