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Donnerstag, 25. Juni 2026

Auf Rom hören und das Gegenteil tuen- die neue Praxis der „Synodalkirche“

 

Auf Rom hören und das Gegenteil tuen- die neue Praxis der „Synodalkirche“


Kath de überbrachte am 23.6.2026 die Hiobsbotschaft: „Vatikan gibt keine Erlaubnis zur Laienpredigt in der Messe“, um am gleichen Tage ergänzend zu melden: „Abgelehnte Erlaubnis für Laienpredigt stößt auf negative Reaktionen“.Damit hat wiederum der Vatican dem Einstieg in die Einführung in das Fraunpriestertum die „Rote Karte“ gezeigt: Erst läßt man die Laien und isb die Frauen in der hl.Messe predigen, um dann zu proklamieren: Wenn Frauen schon in der Messe predigen dürfen, dann müßten sie auch der Eucharistie vorstehen können.

Wenn einem Fußballspieler die „Rote Karte“ von dem Schiedsrichter gezeigt wurde, muß der Spieler das Spielfeld verlassen und er gehorcht auch.Kein Fall einer Insubordination ist in der Geschichte des Fußballspieles bekannt geworden. Ganz anders verhält sich nun die neue „Synodalkirche“ Deutschlands. Das Laien- ZK „erwartet von den Oberhirten dennoch eine Sonderregelung für Laien.“ 1Das heißt im Klartext: Laien dürfen weiterhin in den hl.Messen predigen. Ob das ZK schon gänzlich die Macht in der Kirche erobert hat, ist noch nicht eindeutig beantwortbar aber die Machtübernahme wäre gelungen, akzeptierte der Vatican die neue Kirchenordnung, wie sie der „Synodale Weg“ beschlossen hat.

Am 24.6.2026 ergriff dann ein Pastoraltheologe wider den Vatican das Wort: „Pastoraltheologe: Vatikanabsage hilft nicht gegen Klerikalismus“:Dieser Pastoraltheologe, also ein Marketingexperte „äußerte die Hoffnung, dass das Vatikan-Verbot keine Auswirkungen auf den Gemeinde-Alltag habe. >Denn ich hoffe, dass mit dieser römischen Intervention in vielen Gemeinden genauso umgegangen wird, wie es bereits mit dem Predigtverbot von 1988 geschehen ist: Man hört Rom und geht dennoch in ungekündigter Verbundenheit mit der Weltkirche mit guten Gründen und im Vertrauen auf den schöpferischen Geist im Heilsplan Gottes einen anderen Weg.<"

Das Hören auf Rom wird hier nun auf das Grotesktete in sein Gegenteil verkehrt: Hören heißt nun das Gegenteil vom Gehörten zu tuen! Unter der ungekündigten Verbundenheit mit der Weltkirche wird nun verstanden, daß die deutsche Synodalkirche macht, was sie will und nennt das einen „anderen Weg“.

Größte Beliebtheit unter Häretikern, Apostaten und Schismatikern erfreut sich dabei der Rekurs auf den „Heiligen Geist“, der dem Heiligen Geist, der die Kirche nun 2000 Jahre führt, widerspricht. Dieser „Geist“ sei ein schöpferischer, das meint einer, der wie einem Politiker erklärt: „Was schert mich mein Geschwätz von Gestern!“ 2000 Jahre lang hat also der Heilige Geist nicht erkannt, daß die Laien und isb die Frauen das Recht hätten, in der Messe zu predigen, aber jetzt ist ihm dieser fatale Irrtum aufgefallen und er korrigierte seinen groben Irrtum, indem er nun den Synodalen diese Kurskorrektur offenbarte. Daß das so neu Offenbarte identisch ist mit den Erkenntnissen des vorherrschenden Zeitgeistes, irritiert solche progressiven Charismatiker nicht.


Eine Frage stellt sich mich nun: Wenn nun der feministische Suffragettentraum sich nicht erfüllt,daß die ersten Laienpredigerin wortgewaltig von den Kanzeln herab das Kirchenvolk aufklären, daß die armen Frauen nun 2000 Jahre lang in der Kirche unterjocht worden seien sondern predigten, daß das Glück einer Frau in der Liebe und dem Familienleben bestünde, wer von den Befürwortern der Laienpredigt würde dann noch die Laienpredigt in der Kirche gutheißen? Begründet sich die Forderung, daß die Laienpredigt in der Messe zu erlauben sei, nicht mit der Annahme, daß die Laien im Vergleich zu den Priestern liberaler, progressiver seien und so zeitgeisterfüllt predigen werden? Laien, die gemäß der Lehre der Kirche predigen würden, sind sicher unerwünscht.


Selbstredend ist das Endziel des Kampfes um die Laienpredigt in der Messe die Auflösung der hierarischen Struktur der Kirche, aber man sollte deswegen Näherliegendes nicht gänzlich aus den Augen verlieren, die einfache Marketingstrategie, daß von Frauen angepriesene Produkte, und eine Predigt ist ja auch nichts anderes als ein Verkaufsprodukt,wenn sie denn attraktiv sind, sich gut verkaufen lassen. Ziehen etwa attraktive Frauen mehr Männer in den Gottesdienst, wenn sie dann da predigen? Wären dann etwa Pfarrer, die heiraten dürfen, auch attraktiver für Frauen? Aus pastoraltheologischer Perspektive sind das sehr wohl bedenkenswerte Überlegungen! 

Zusatz

In einer (post)modernen Gesellschaft mit ihrer hochgradigen Arbeitsteilung stellt die Forderung nach einer Laienpredigt einen Anachronismus dar oder was wäre von der Forderung zu halten, daß die Gäste in einem Speiserestaurant selbst mitkochen sollen, damit die Speisen ihnen mehr munden? 



1Kath de am 23.6.2026:Abgelehnte Erlaubnis für Laienpredigt stößt auf negative Reaktionen.


Montag, 2. Juni 2025

„Unverbindlich Mitberaten genügt nicht für überzeugende Synodalität“ Vorwärts im Kampf gegen die Ordnung der Kirche!

 

Unverbindlich Mitberaten genügt nicht für überzeugende Synodalität“ Vorwärts im Kampf gegen die Ordnung der Kirche!



Der Kath de Standpunktkommentar vom 2.6.2025 stellt klar, womit sich das linksliberale Deformlager nicht zufrieden geben wird: Unter der „Synodalität“ müsse verstanden werden, daß die Kirche enthierarichiert würde, sodaß Laien gleichberechtigt mit den Bischöfen und wohl dann auch mit dem Papst die Kirche regierten. Das heißt auf Deutschland bezogen, daß das nun im Geiste des Synodalen Weges neu konzipierte nationale Kirchengremium, auch wenn es nun nicht mehr:“Synodaler Rat“ heißen kann, ein Beratungs- und Leitungsgremium zu sein habe.

Der Kommentar stellt dann sachgemäß fest, daß dies Anliegen nicht mit dem 2.Vaticanum vereinbar sei, denn da steht nun mal (leider) geschrieben: „Die Bischöfe haben "das heilige Recht und vor dem Herrn die Pflicht, Gesetze für ihre Untergebenen zu erlassen, Urteile zu fällen und alles, was zur Ordnung des Gottesdienstes und des Apostolats gehört, zu regeln", und diese Gewalt üben sie persönlich aus“. Diese Aussage des Konziles kommentiert nun der Standpunktkommentar so: „Absolute Monarchie, nicht partizipatorische Demokratie ist die korrespondierende säkulare Herrschaftsform.“

Das meint, daß die Synodalität sich zur hierarchischen Struktur der Kirche so verhalte wie die partizipatorischen Demokratie zur absoluten Monarchie.Dabei bilden die Hierarchie und die absolute Monarchie die Negativfolie für die Synodalität als eine Form der partizipatorischen Demokratie. „Das ist lehramtlich abgesichert.“, gemeint ist der hierarische Aufbau der Kirche, den leider auch noch das letzte Reformkonzil bestätigt hatte. Aber dann wird zum Angriff auf die Hierarchie und somit auch auf die Ecclesiologie des 2.Vaticanumes geblasen: „Und dennoch bröckelt die Plausibilität dieser hierarchischen Verfasstheit. In der säkularen Welt hat sich die Demokratie als jeder Autokratie moralisch und in ihren Ergebnissen überlegen erwiesen. Das strahlt auf die Gläubigen aus, die in der Welt gleichberechtigte Staatsbürger sind.“

Die Kirche habe also das Ordnungsprinzip der westlichen Demokratie zu übernehmen, sich dieser Staatsordnung anzugleichen und warum? Weil sich die Demokratie als moralisch überlegen erwiesen habe! Hier kann man nur staunen: Worin soll denn die moralische Überlegenheit der jetzigen Demokratie Deutschlands gegenüber dem Kaiserreich 1871 bis 1919 bestehen? Etwa in den mehr als 100.000 pro Jahr getöteten Kinder im Mutterleibe, in der progressierenden Säkularisation oder etwa in der Homoehe? Bei noch so intensiven Suchens kann ich keinen Punkt finden, in der unsere jetzige Demokratie moralisch dem Kaiserreich überlegen wäre!

Dann soll die Demokratie effektiver sein, als „in ihren Ergebnissen überlegen“. Daß ein gewaltiger technischer Fortschritt seit dem Kaiserreich gegeben sich ereignet hat, ist unbestreitbar, aber verdankt der sich der Demokratie. Auch China erlebt einen gewaltigen technischen Fortschritt und wird nicht demokratisch regiert, ja man darf sogar skeptisch sein, ob dieses Land heute technisch und ökonomisch da stehen würde, wo es jetzt steht, wenn es nach dem Sturz der chinesischen Kaiser demokratisch regiert worden wäre. (Einst warf man China vor, daß ob ihrer Planwirtschaft die Wirtschaft nicht effektiv sein könne, nun, daß ihre ökonomischen Erfolge mit der fehlenden Demokratie erkauft würden.)

Ob 3 Millionen Arbeitslose und 1,6 Millionen Menschen, die auf die Armenspeisungen der „Tafel“ angewiesen sind, nun für den Erfolg der westlichen Demokratie in Deutschland sprechen, dürfte auch bezweifelt werden, nicht aber daß im Kaiserreich durch Bismarck die Fundamente eines modernen Sozialstaates gelegt worden sind.

Aber noch problematischer ist die Behauptung, die Kirche müsse sich einfach der jetzigen Staatsform angleichen: Weil der Bürger, präziser der Citoyen sch als gleichberechtigter Staatsbürger wahrnehme, müsse er so auch in der Kirche gelten. Daß die Kirche zwar in der Welt ist, aber nicht aus ihr ist, und deswegen der Welt gegenüber etwas anderes ist, verkennt dieser Kath de Kommentar völlig.Die Kirche hat nun mal ihren Auftrag wie ihre innere Ordnung nicht sich selbst gegeben und kann dann auch beides nach ihrem Belieben ändern, sondern beides hat sie von ihrem Herrn: ihren Auftrag wie ihre Organisationsstruktur. Das Wesen der Kirche wird hier völlig verkannt, indem sie als ein rein weltliches Konstrukt betrachtet wird, das ganz frei sich jede ihm wohlgefällig erscheinende Organisationsstruktur geben könne. 

Corollarium

Das sonst als so reomerisch bejubelte 2.Vaticanum wird hier bedenkenlos in seiner Ecclesiologie als inakzeptabel verworfen. Signifikant ist dabei der völlige Verzicht auf eine theologische Begründung.









Dienstag, 8. April 2025

Die Geburtsstunde des Antiklerikalismus – oder: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ Prediger Salomo, 1,9

 

Die Geburtsstunde des Antiklerikalismus – oder: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ Prediger Salomo, 1,9



Der Antiklerikalismus setzt eine kirchliche Hierarchie voraus, gegen die andere protestieren mit dem Argument, daß es eine Hierarchie nicht geben dürfe. Somit ist nicht von einem Antiklerikalismus zu sprechen, wenn nur eine andere, besserer Hierarchie gefordert wird.Der Antiklerikalismus ist nun nicht ein einmal sich ereignet Habendes, sondern wie solche Phänomene wie der Neid, das Ressentiment eine Haltung, die in immer wieder variierenden Maskeraden sich ereignet. Es kann so eine Struktur des Antiklerikalismus eruiert werden, die sich dann im Laufe der Geschichte immer wieder neu aktualisiert und in die jeweilige zeitgemäßen Gewänder inszeniert.

Das Urbild des Antiklerikalismus präsentiert uns die Geschichte des Aufstandes der Rotte Korach gegen Moses und Aaron, wie sie 4.Mose 16 uns erzählt. Dies ist nicht nur eine Erzählung über ein einmal sich ereignet habendes Geschehnis, sondern offenbart uns den Menschen als den Revolutionär wider die Ordnung Gottes und Gottes Nein zu diesem Revolutzertum. Es soll hier nun nicht diese Geschichte rekapituliert werden, denn man sie sollte sie wirklich nachlesen, es lohnt sich.Es soll stattdessen das, was der Prediger Salomo als das Bleibende, als die Substanz dieses Ereignisses bezeichnen würde, herauskristallisiert werden.

Die Argumente wider die Hierarchie lauten: Wir sind alle gleich heilig. Gott ist uns allen gleich nahe. Es könne und dürfe so keine Vermitteler zwischen Gott und uns geben, also keine Hierarchie.Die Unmittelbarkeit zu Gott verbietet jede Vorstellung einer Vermittelung. Dies Argument präfiguriert geradezu den Mißbrauch des Heiligen Geistes:Uns allen sei dieser Geist gegeben, sodaß wir unvermittelt Gottes Willen erkennen können.Die Lehre der Kirche, isb ihre Dogmen stellten sich somit zwischen uns und unserem Gott, der uns unmittelbar sei und uns so von Gott entfremde. Das Konzept der natürlichen Religion als die Alternative zum kirchlichen Christentum und allen bestimmten Religionen im Geiste der Aufklärung konstruiert, stellt dabei eine wirkmächtige Konzeption wider alle Religionen dar, die sich in einer Offenbarung Gottes fundiert sehen. Die Religion, die allen vernünftigen Menschen gemeinsam sei, sei nur die einzig wahre, wohingegen alle positiven Erfindungen der Priester seien, also Hervorbringungen eines Klerikalismuses, der für sich den Besitz ihnen nur eigenen offenbarten Wahrheiten behaupte, um so ihre Herrschaft über die Laien zu rechtfertigen.

Weil Gott allen gleich nahe sei und alle ihm kann und dürfe es kein Vermittelungsamt geben, das erst den Laien heilsnotwendiges Wissen vermittelt bzw kultische Handlungen vollzöge, die nur durch Kleriker gültig vollzogen werden könnten. Jeder könne eben Gott wohlgefällige Opfer darbingen, es sei eben eine hybrische Anmaßung, behaupteten Priester, das sei nur ihnen möglich.

Von wirklicher Bedeutung ist nun nicht, wie die so angefochtenen Personen.Moses und Aaron reagierten, sondern wie Gott reagierte:Die Antwort Gottes fällt erschreckend eindeutig aus: Gott bestraft die ganze Rotte mit dem Tode. Denn sie rebellieren nicht wider Mose und Aaron, sondern gegen Gott selbst.

Aber der Geist der Rotte Korach, der überlebt und revitalisiert sich immer wieder auf das Neue in antiklerikalistischen Bewegungen.1 Dabei wird immer wieder aufs Neue der Protestsong des: „Wir sind Gott alle unmittelbar, es darf keine Vermitteler geben“, angestimmt - viele stimmen ein. Nun könnte man meinen, sei nicht aber das Urchristentum antiklerikalistisch gewesen und rechtfertige so nachträglich das revolutionäre Anliegen der Rotte Korach. Aber die Vorstellung eines hierarchiefreien Urchristentumes ist selbst nur das Produkt dieses antiklerikalistischen Rottengeistes. Denn Jesus Christus setzte selbst 12 seiner Schüler als Apostel ein, die die Urgemeinde leiten sollten, er berief sie allein zur ersten Eucharistiefeier ein, in der er nicht nur das Eucharistiesakrament einsetzte sondern die12 Apostel zu Priestern weihte, damit sie zukünftig das Meßopfer darbringen können. Er berief dann einen der Apostel, Petrus zum monarchischen Regierer seiner Kirche, das ist das von Jesus Christus selbst eingesetzte Petrusamt, das bis jetzt seine Kirche führt.Auf dem ersten Apostelkonzil entschieden dann allein die Apostel und die von ihnen eingesetzten Presbyter kraft des Heiligen Geistes, wie die Heidenmission durchzuführen sei,kein Laie entschied mit! Sowenig es ein Urchristentum ohne das Meßopfer gegeben hat, sowenig hat es ein hierarchiefreies Urchristentum gegeben. Denn das existiert nur in den Phantasiewelten antiklerikalistisch gesonnener Theologen, erfüllt vom Rottenkorachgeist, der sich nun aktuell in der Reformagenda des Synodalen Irrweges neu inkarniert. Neu ist dabei die Maskerade mit dem Argument der notwendigen Verdemokratisierung der Kirche







1Dieser Rottengeist artikuliert sich nun nicht nur im Raume der Religion sondern auch im politischem Raume, am extremsten im Anarchismus, aber auch in der Französischen und der Bolschewistischen Revolution, um nur die bekanntesten und wirksamsten zu nennen.

Freitag, 29. November 2024

Eine Skurilität: Werden die Apostel weggezaubert in der heutigen Kirche?

 

Eine Skurilität: Werden die Apostel weggezaubert in der heutigen Kirche?



Gehet hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen“, so spricht Jesus Christus selbst (Mk 16,15). Nur, zu wem sagt er das, wen beaufttagt er so? Die 11 Apostel, er beauftragt sie damit.Im Matthäus- wie im Lukasevanglium beauftragt der Auferstandene ebenso die 11 Apostel! Aber in Predigten hört man doch regelmäßig, daß jeder Getaufte dazu berufen sei, ein Zeuge des Evangeliumes zu sein. Im Johannesevangelium setzt der Auferstandene den Apostel Petrus als den Hirten seiner Kirche ein. (Joh 21,15-23). Er sagt nicht: „Weil ich euer Hirte bin, bedürft ihr keines anderen Hirten“ noch sagt er: „Hütet euch selbst, denn als mündige Christen bedürft ihr keiner Apostel und schon gar keines monarchisch euch regierenden Hirten. Das „Weide“ ist nämlich der terminus technicus für das Regieren eines Volkes durch einen Monarchen. Aber nicht erst seit dem Syodalen Weg widestreiten die Schafe ihrem Hirten und propagieren dagegen das Ideal des sich selbst regierenden Volkes, das keine Hirten mehr will sondern gewählte Parlamentarier, die dann in Synoden den Kurs der Kirche festlegen.

Der Herr der Kirche lud nur seine 12 Apostel zu seiner ersten Eucharistiefeier ein, wo er sie auch zu Priestern weihte. Warum hören wir dann im Gottesdienst regemäßig, daß er seine „Jünger“, „seine Freunde“ eingeladen hätte? Eine Tendenz zu einer Verlesung dieser Texte, als wenn aus ihnen Bausteine zu dem Vorhaben einer Enthierarchisierung und Verdemokratisierung der Kirche geformt werden sollten, ist eben doch unverkennbar. Daß der Herr der Kirche seine 12 Apostel berief ohne daß die anderen Schüler ein Mitspracherecht, wer denn nun die „Vorstandschaft“ der Urgemeinde bilden solle, von Jesus zugebilligt wurde, demonstriert aber überdeutlich, wie wenig der Herr der Kirche für demokratische Gestaltungsformen für die sich herauskristallisierende Kirche übrig hatte und daß obgleich die Demokratie als eine Regierungsform den Zeitgenossen Jesu wohl vertraut war. Jesus beriet sich nicht einmal mit den 11 Aposteln, wer den von ihnen das eine Hirtenamt ausüben solle, sondern erwählte dazu ganz autark den Apostel Petrus.

Zu wem sagte Jesus denn, als er auf den Streit unter seinen Schülern reagierte, wer unter ihnen der größte sei: „Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein“? (Mk 9,35) Das sagte er zu den 12 Aposteln und qualifizerte so das besondere Amt, das er dann dem Apostel Petrus übertrug. Diese Aussage gilt nur für den, der auch wirklich der Erste sein will! Hier ist nicht gemeint, daß die Urkirche eine Gemeinde ist, in der jeder der Diener jedes anderen sei, sondern es soll nur einen geben, der der Diener aller ist. Hierarischer geht es nicht. Wo eine gottgewollte Hierarchie existiert läßt sich nicht lange der Aufstand gegen diese Ordnung auf sich warten: Von den ersten Antihierarchern der Rotte Korach bis zum jetzigen Synodalen Weg. Daß die Kirche eine apostoliische ist und keine geschwisterliche, das ist für jeden demokratisch Gesonnenen einfach das Inakzeptable der Kirche Jesu Christi schlechthin.

Corollarium:

Der Gehalt der Kirche, daß ihr Zentrum von Gott selbst offenbarte Wahrheiten bildet und ihre Organisationsform korrellieren miteinander. Die Wahrheiten des Glaubens sind offenbarte und sind wahr ob der Autorität des Offenbarers und deswegen keine diskursiv gar parlamentarisch hervorgebrachte Erkenntnisse sondern als offenbarte werden sie hierarchisch vermittelt.  



Mittwoch, 13. November 2024

Ein schwarzer Tag der Kirche - Kath de bejubelt ihn- Die Entpapstung des Papstamtes

 

Ein schwarzer Tag der Kirche – Kath de bejubelt ihn!

Vor 60 Jahren verzichtete Papst Paul VI. auf die Tiara“ jubelliert Kath de am 13.11.2024! Diese Papstkrone war ja auch etwas Grauenhaftes: "Empfange die mit drei Kronen geschmückte Tiara und wisse, dass du der Vater aller Fürsten und Könige bist, der Regierer der Welt und Stellvertreter unseres Herrn Jesus Christus auf Erden", sagte der Kardinaldiakon dem Neugewählten bei der Thronbesteigung. Wobei die drei Kronringe für das Lehramt, das Priesteramt und das Hirtenamt des Papstes stehen sollten.“

Das Papstamt soll nicht mehr sein, was es ist. Die drei Ämterlehre, das des Lehrens, das des Priesters und das des Hirten bezog sich ursprüglich auf Jesus Christus und wurde dann auf das Papstamt übertragen, denn der Sohn Gottes gibt dem Papstamt einen Anteil an seinen drei Ämtern. Da Jesus Christus der Regierer der Welt ist, hat auch die Kirche über den weltlichen Regieren zu stehen, wie eben auch die offenbarten Wahrheiten über denen der Vernunft stehen. Der Vorstellung einer autonomen Vernunft, die sich selbst genügend ausreiche, um das Leben auf Erden zu gestalten, widerstreitet die Tiara. In dieser Papstkrone symbolisiert sich das katholische Verständnis der Beziehung der Vernunft zur übervernünftigen Offenbarung, der Beziehung zwischen den endlichen Zielen menschlichen Handelns und der ewigen Ziele. Katholisch zu denken, heißt in Hierarchien zu denken:Das Seiende ist hierarisch geordnet als näher und ähnlicher und als ferner und unähnlicher zu Gott seiend. Dem entspricht das Verhältnis der Kirche zur Welt und auch der innere Aufbau der Kirche. Das Kirchenvolk wie auch die Völker der Welt bedürfen des Lehramtes der Kirche, denn in der Kirche ist die offenbarte Wahrheit kraft des Heiligen Geistes präsent in der Gestalt der Lehre der Kirche. Die zu lehren, ist deshalb die vornehmste Aufgabe der Kirche.

Gern wird nun von modernistischen Theologen überlesen, daß Jesus Christus selbst das Hirtenamt Petrus und damit auch allen ihm Nachfolgenden übertragen hat. Als noch skandalöser dürfte dann wohl noch das Priesteramt des Papstes empfunden werden, stößt doch Luthers revolutionärer Einfall, in dem Gottesdienst dürfen wir Christen Gott kein Opfer mehr darbringen, auf Zustimmung auch unter Katholiken. Die Tiara widerstreitet dem unübersehbar: Das Kirchenvolk und die Völker bedürfen es, belehrt und gehütet zu werden, aber die Welt bedarf insbesondere des Opferdienstes der Kirche. Schon die Heiden, auch die gebildeten Griechen und Römer wußten es bereits, daß es keinem Gemeinwesen gut gehen kann, wenn den Göttern bzw dem einen Gott die ihnen geziehmenden Opfer nicht dargebracht werden. Die heidnischen Religionen erzogen so die Völker auf die wahre Religion hin, aber das zeitgenössische Christentum fällt sogar unter das Niveau der heidnischen Religionen in seiner Verachtung des Gottesdienstkultes mit seines Opferdienstes.

Die Französische Revolution war der erste große politische Aufstand gegen die Tiara, daß nun die Politik sich ganz von der Offenbarung Gottes und der Kirche emanzipieren wolle, um nur noch vernünftig das politische und soziale Leben zu gestalten. Diese sich von der Kirche emanzipierende Vernunft brauchte dann aber die Guillotine, um ihre Vernunftherrschaft zu realisieren. Es drängt sich so der Verdacht auf, daß die die Offenbarungswahrheiten verwerfende Vernunft selbst an sich unvernünftig wird, indem sie nun des Terrors bedarf für ihre Herrschaft.

Mit dem Untergang der letzten bedeutsamen christlichen Monarchien, der Rußlands,Österreichs und Deutschlands im Gefolge des 1.Weltkrieges ging endgültig die Konstantinische Epoche zugrunde, deren Symbol die Tiarakrone war. Das Großprojekt der Verchristlichung der Welt fand darin ihr Ende und seit dem kämpft die Welt um die Verweltlichung der Kirche, um sie sich gleichförmig zu machen. Der Selbstverzicht auf die Tiara zeigt an, wie erfolgreich dieser Kampf schon damals für die Welt verlaufen war. Der sich selbst regieren wollende und auch könnende Mensch bedarf keiner Kirche und schon gar nicht des Papstamtes. Ja der mündige Christ, angehoben mit Luthers Aufstand gegen das Papstamt will auch kein Papstamt mehr über sich haben. Der Revolutionsgeist der Rotte Korach existierte immer in der Kirche, aber mit dem Ende der Konstantinischen Epoche wurde er zum beherrschenden zumindest in der Kirche Deutschlandes. So jubelt eben Kath de über diese Selbstdemontage der Kirche, als ein Papst selbst die Papstkrone verwarf. 

Vgl zu der Beziehung von der Vernunft, die sich von Gott emanzipiert und der Guillotine Maurice Merleau -Ponty Apologie des stalinistischen Terrors: "Humanismus und Terror" 

Donnerstag, 16. Mai 2024

„Für eine demokratische Erneuerung der Kirche gibt es viele Gründe“

 

Für eine demokratische Erneuerung der Kirche gibt es viele Gründe“ auch theologische?

So ist der Kath de Standpunktkommentar vom 16.5.2024 übertitelt.Ein Blick auf den Kalender führt dann auf die rechte Spur: Hier soll der Heilige Geist gegen die hierarische Struktur der Kirche instrumentalisiert werden, das nahe Pfingstfest verlockt eben zu diesem spirituellen Mißbrauch des Heiligen Geistes. Bei einer aufmerksamen Lektüre dieses Kommentares fällt auf, daß hier wieder einmal die Erkenntnis des Prediger Salomons, daß es nichts Neues unter der Sonne gäbe,bestätigt wird. Forderte schon die Rotte Korach die Schleifung der Hierarchie im Namen der Gleichheit, daß Gott allen gleich nahe sei und alle Gott gleich nahe seien, so versteift sich dieser Kommentar auf die Behauptung, da jedem Christ der gleiche Heilige Geist gegeben worden sei, seien alle gleich und deshalb dürfe es keine Hierarchie geben sondern die Kirche sei demokratisch zu gestalten.

Befremdlich ist nun aber, daß auf diesen umstürzlerischen Gedanken die Kirche nie gekommen ist, schon der Apostelfürst Paulus verwirft solch einen Egalitarismus. Er schreibt dazu: „Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen.“ (1.Kor 12,13). Die Kirche, als Leib gedacht, besteht nun aber nur als ein Leib, weil er aus verschiedenen Gliedern besteht. Aus einer beliebigen Anzahl von gleichen Kugeln kann kein gemeinsamer Körper auferbaut werden. Gott fügt so jeden Einzelnen in den einen Körper der Kirche ein, daß er da einen bestimmte Aufgabe übernimmt und so ein Teil des Ganzen wird. Nicht die Gleichheit sondern die Verschiedenheit der Glieder untereinander erwirkt erst das Einssein des Leibes der Kirche, wie der Apostel Paulus dies im 12. Kapitel des 1. Korintherbriefes (12,12 bis 31a) entfaltet.Absurd wäre es, erklärte nun das Auge, es wolle wie das Ohr hören oder der Magen,er wolle das Denken übernehmen.

Das hier von Paulus angewandte organologische Denken widerstreitet nun ganz und gar dem demokratischen, setzt das letztere doch die Gleichheit aller voraus, die dann gleichberechtigt einen Verein gründen, den sie dann demokratisch regieren wollen.Das Prinzip ist hier der Einzelne, der sich mit anderen Einzelnen zu etwas Gemeinsamen verbindet, wobei dann das Wie und das Wozu des Gemeinsamen durch die Einzelnen festgelegt wird.

Als Kontrast sei eine Mannschaft als Ordnung, etwa eine Fußballmannschaft angeführt. Die Struktur der Fußballmannschaft, daß es die Aufgabe des Torwartes, der Abwehr, des Mittelfeldes und des Sturmes ist vorgegeben, der Trainer ordnet nun diesen Funktionen Spieler zu. Nicht weil einer der Spieler Torwart werden wollte, gibt es in der Mannschaft einen, der den Torwart spielt.Die innere Struktur ist so vor der Person, die das Amt auszufüllen hat. Erst das Ganze ermöglicht es,daß etwas ein Teil des Ganzen werden kann. Der Kirche als dem Leib Christi ist so auch die innere Struktur vorgegeben,in die dann die Einzelnen eingeordnet werden.

Für das demokratische Denken gilt die umgekehrte Ordnung: Einzelne beschließen für sich eine Ordnung, die nur deshalb legitim ist, weil sie demokratisch hervorgebracht wurde. Es kann keine den Einzelnen vorgegebene Struktur geben, eine solche kann nur legitim existieren, wenn sie von der Versammlung der Einzelnen bestimmt worden ist. Aber genau das Vorher der inneren Struktur der Kirche macht ihr Sein aus. Diese Ordnung ist nämlich göttlichen Rechtes, dem Bestimmenwollen der Einzelchristen entzogen.

Was immer auch die vielen Gründe für eine Demokratisierung der Kirche sein mögen, theologische sind es nicht. Das plausibelste ist dann wohl, daß wenn alle Vereine der bürgerlichen Gesellschaft demokratisch strukturiert sind, dann müsse auch die Kirche, die doch auch nur ein Verein sei,so strukturiert sein! Aber die Kirche ist der Leib Christi und kein Verein von Christgläubigen! Der Apostelfürst schreibt ja extra, um so ein Mißverständnis auszuschließen: „Christus ist das Haupt des Leibes,der Leib aber ist die Kirche.“ (1,18) In einer verdemokratisierten Kirche will der Leib über sein Haupt herrschen, indem er gegen die vom Herrn der Kirche eingesetzte Ordnung revoltiert,die Rotte Korach sich zum Vorbild nehmend! 

Damit eine Ordnung demokratisch legitimiert ist, setzt das voraus, daß die Ordnung, durch die eine Entscheidung als legitime bestimmt wird, selbst demokratisch gesetzt worden sein muß,und das setzt wieder eine Ordnung der demokratischen Legitimation voraus. Um hier einen Regressus infinitum  zu entgehen.müßte als Anfang eine Dezision gesetzt werden, durch die gleich einer Creatio ex nihilo die Ordnung gesetzt wird. Das ist aber unvereinbar mit der Konstitution der Kirche durch Gott selbst. Der Herr der Kirche sagt zu Petrus und damit installiert er das Petrusamt: "Weide meine Herdee", das ist:Regiere sie. Wenn der Herr der Kirche eine demokratische Struktur für seine Kirche gewollt hätte, hätte er Petrus nicht als den Hirten seiner Kirche eingesetzt, sondern zu ihr gesagt: "Regiere dich selbst!"



Dienstag, 20. Februar 2024

„Sie sahen: Das Ende des Synodalen Weges“: Wunschdenken oder Realität?

 

Sie sahen: Das Ende des Synodalen Weges“: Wunschdenken oder Realität?



Kath de sah am 19.2.2024 das Ende des Synodalen Weges gekommen, da nun die Bischofskonferenz nach der „Roten Karte“ Roms auf die Abstimmung über die Satzung des neuen Leitungsgremiumes der Kirche in Deutschland verzichtete. Niemand bezweifelt dabei, daß die überwältigende Mehrheit der Bischöfe der Installation des „Synodalen Ausschusses“ mit der vorgesehenen Geschäftsordnung zugestimmt hätte, sodaß dann dies Gremium nicht nur faktisch sondern auch de jure die Kirche geleitet hätte. In dieser Causa positionierte sich Rom eindeutig: Dies neue Gremien ist unvereinbar mit der hierarischen Struktur der Kirche.

Nur es muß auch festgehalten werden, daß nicht nur das Laien-ZK sondern auch die überwältigende Mehrheit der Bischöfe unter der Führung von Bischof Bätzing auch in diesem Punkte Rom widersprechen. So wenig das endgültige: „Nein“ der Kirche zu einem Frauenpriestertum anerkannt wird und man nun durch die Einführung der Weihe von Frauen zu Diakonin auf Schleichwegen nun doch ein Frauenpriestertum einführen möchte, so wenig wird wohl auch das klare Nein zur Verdemokratisierung der Kirche durch die Umformung der Kirche zu einer Rätekirche anerkannt werden.

Der Machtkampf um den Weg der Katholischen Kirche dramatisiert sich so, man könnte fast sagen zu einem finalen Endkampf: Bleibt die Katholische Kirche hierarisch oder verwandelt sie sich in eine Rätedemokratie? Eine Verrätung der Kirche hieße, daß dann auf allen Entscheidungsebenen der Kirche, von der lokalen Gemeinde bis zur nationalen Ebene Gremien über den weiteren Weg der Kirche entschieden, in denen der linksliberale Katholiken Mehrheiten für sich hätten, die so auch alle bisher verbindlichen Wahrheiten zur Disposition stellen könnten.

Dieser Kampf ist nun noch nicht entschieden, muß doch berücksichtigt werden, daß eine eindeutige Mehrheit der jetzigen Bischöfe die Katholische Kirche, so wie sie jetzt noch ist, auflösen wollen und dabei auf die uneingeschränkte Unterstützung fast aller Laienorganisationen der Kirche rechnen kann. Die Verteidiger der Kirche, eine klare Minderheit kann sich dabei nun auch nicht darauf berufen, die Stimme der schweigenden Mehrheit zu sein, nein der Mehrheit der Kirchenmitglieder ist der weitere Kurs der Kirche wohl mehr oder weniger gleichgültig.

Theologisch sind die Verdemokratisierer im Unrecht, aber als eine der reichsten Kirchen der Welt haben sie ob ihres Geldes Macht: Was würde aus Rom, flössen die deutschen Gelder nicht mehr. Der brutale Satz: Wer anschafft, bestimmt, wo es langgeht!, könnte auch in diesem Kampf ausschlaggebend sein. Außerdem: Wie positioniert sich der Papst in dieser Causa? Er selbst zog nicht die „Rote Karte“- hält er sich etwa die Option offen, seinen eigenen Leuten in den Rücken zu fallen. Zu seinem despotischen Regierungsstil paßte das. Denn für diesen Papst gilt: „Ich bin die Kirche!“ eingedenk des französischen Königs Ludwig XIV.

Nein, das Ende des Synodalen Weges sahen wir noch nicht, der Synodale Weg hat eine herbe Niederlage erlitten, aber seine Batallione werden weiter kämpfen für eine andere nichtkatholische Kirche in Deutschland. 

Zusatz:

Die Radicalität der antikatholischen Ausrichtung der Reformbischöfe darf dabei nicht verkannt werden.Bischöf Bätzing predigte laut Kath de am 19.2.2024:

"Unser Sprechen von Gott wird sich verändern müssen, dringend", sagte Bätzing laut Manuskript am Montagabend im Augsburger Dom beim Eröffnungsgottesdienst zur Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz. "Wir tun ja als Kirche immer noch so, als wüssten wir eindeutig, wie Gott ist und was er von uns erwartet. Doch in weiten Teilen haben unsere Bilder von Gott und unser Reden über ihn den Anschluss an das Wissen unserer Zeit verloren." 

Der Katholischen Kirch war und ist Gottes Wille offenbar ob Gottes Offenbarung, er hat sich uns in Jesus Christus offenbart, aber das soll nicht mehr wahr sein. Jetzt gälte es, neue Gottesbilder zu kreieren, die den Zeitgenossen besser gefallen und das verlangt die Unwahrerklärung der bisherigen Gotteserkenntnis. 



Dienstag, 28. November 2023

Ein beliebtes Narrativ der Kirche – aber wie ideologisch verfährt die Kirchengeschichtsschreibung?

Ein beliebtes Narrativ der Kirche – aber wie ideologisch verfährt die Kirchengeschichtsschreibung?


Kirchliche Narrative sind eben große Erzählungen, die eben auch eine identität-stiftende Funktion für die Kirche erfüllen. Humoristisch formuliert sieht ein genuin protestantisches der Geschichte der Kirche so aus:Die ganze Welt wurde von Rom beherrscht, aber nicht die urchristlichen Gemeinden, die man sich so anarchisch individualistisch zu imaginieren habe wie das Gallierdorf von Asterix und Obelix: hierarchiefrei, ganz aus der Zauberkraft des persönlichen Glaubens lebend, ohne Priester, Opfer und Kirchenrecht, eine einzige geschwisterliche Liebes-gemeinschaft. Aber dann, aber dann verrömerte sich das Urchristentum und wurde zur Katholischen Kirche mit all ihren Abscheulichkeiten:Papst,Kleriker, Priester, die Gott wieder Opfer darbringen und philosophisch-scholastischen Dogmen,die nichts mit dem schlichten Evangelium des Jesus von Nazareth gemein habe.Dann aber kam Luther und führte die Christen heraus aus dieser abscheulichen Römischen Kirche zur Freiheit des Christenmenschen. Peinlich ist nun aber, daß dies Narrativ sich jetzt auch unter Katholiken größter Beliebtheit erfreut.

Aber was ist denn an diesem Narrativ alles unwahr? Der Erfolg dieses Narratives beruht auf seiner Plumpheit, daß einfach die Idealgestalt des Gemeindelebens der so verfahrenden Kirchengeschichtsschreibung in das sog.Urchristentum hineinprojiziert wird, um es dann als die Realität des Anfanges zu behaupten, wovon sich dann das Urchristentum entfremdet habe, bis es zur Katholischen Kirche sich pervertiert hätte.Das Konstrukt des authentischen Urchristentumes dient so nur der Delegitimierung der Katholischen Kirche. Man möchte eben eine ganz andere und neue Kirche kreieren, deren Substanz einfach die Sehnsüchte und Wunschvorstellungen dieser Kirchenkritiker bildet.

Dazu muß nun behauptet werden, daß der Herr seine Kirche einfach verlassen habe,um sie ganz der Willkür der Menschen zu überlassen, die dann auch diese Gunst weidlich ausnützten, bis sie die Katholische Kirche erschaffen hatten als einer einzigen Persiflage auf das wahre Urchristentum. Leider hat es dies Urchristentum genauso wenig gegeben wie das uns allen so liebe Asterix-und Obelixdorf. 1

1.Zusatz:

Zu  diesem Narrativ gehört auch, daß das Urchristentum in keiner Kontinuität mit dem ersten Bund Gottes mit dem Volk Israel gesehen wird, daß das erste Volk wie das der Kirche des zweiten Bundes keine Gruppe von Einzelindividuen ist sondern ihm eine eigene Organisationsstruktur zu eigen ist, daß es so wie im ersten Bund einen Tempelkult und dazu berufene Priester gab so auch im zweiten Bund das Meßopfer und die dazugehörigen Priester. 

2.Zusatz

Der große Historiker Leopold von Ranke postulierte: Geschichte so schreiben,wie sie war, aber nur Optimisten glauben, daß so unsere Geschichtsbücher verfaßt werden. 

 

Freitag, 27. Oktober 2023

„Franziskus und die 'bösen Kleriker“ oder der seltsame Kampf gegen den Klerikalismus

Franziskus und die 'bösen Kleriker“

Papst Franziskus hat seinen Lieblingsfeind, gegen den er am liebsten Tag und Nacht kämpfen würde. Progressiv wie er ist, ist ihm nicht der Leibhaftige der Feind der Kirche, auch revitalisiert er nicht die Lieblingsfeindbilder der Kirche, etwa die sog. Putzsucht der Frauen, die Ungläubigen oder die nur nach Sinnlichem Strebenden, nein ganz kreativ entdeckt er einen ganz anders gearteten Feind, den Kleriker mit seinem Klerikalismus. (Vgl dazu Kath net am 27.10.2023!) Dies Feindbild müßte irritieren, hätte man sich nicht längst an diese päpstlichen Polemiken gewöhnt. Wer nun klar Definiertes erwartet aus dem Munde des Papstes zu vernehmen, was denn genau er dadrunter verstünde, wird stets enttäuscht. Die Diffusität des damit Gemeinten, was ist überhaupt dieser so vermaledeite Klerikalismus, scheint geradezu ein Grund dafür zu sein, daß der Papst mit dieser Vokabel so wild um sich zu schlagen beliebt: Kleriker meint einfach alles, was in der Kirche ungut sei und er ist dnn der Mann, der nun allein auf sich gestellt wider den wohl gerade in Rom fast allgegenwärtigen Klerikalismus zu kämpfen hat.

Soziologisch betrachtet könnte geurteilt werden, daß die moderne bzw postmoderne Gesellschaft durch den Prozeß der Ausdifferenzierung bestimmt ist, daß die Einheit der Gesellschaft sich durch diese Selbstausdifferenzierung auflöst in unendlich viele Subsysteme mit ihren jeweiligen Expertensystemen. Ein Bürger ist so in der Regel nur noch in einem sehr limitierten Bereich ein Experte, sonst immer nur ein Laie, der auf die jeweiligen Experten mit ihrem Spezialwissen angewiesen ist. Der Kleriker wäre dann der Experte in allen Religionsfragen, dem der Laie gegenübersteht als Empfänger von religiösen Dienstleistungen. Dann könnte der so propagierte Antiklerikalismus ein Ausdruck des Unbehagens wider den Expertenstand in der Kirche sein, daß man genereller gesagt, überall und somit auch in der Kirche nur noch als ein Betreuungsobjekt in den vorkommt. Im Sinne Adornos wäre das ein Ausdruck des Mißhagens, nur noch als ein Objekt einer total verwalteten Welt zu fungieren.

So diffus dann sich dies Unbehagen wider den Expertenstand in der Kirche in der Antiklerikalismuspolemik äußerte, so alt ist der Sozialneid wider die hierarische Ordnung in der Kirche: Wir seien alle Gott gleich nahe, Gott ist jedem gleich nahe, sodaß es keine Hierarchie geben dürfe. So tönte schon die Rotte Korach und dieser Protestgesang wird wohl so lange ertönen, wie die Kirche Jesu Christi existiert.

Papst Franziskus scheint so darauf zu setzen, beim Kirchenvolk populär werden zu können, wenn er so wider den Klerikalismus wettert. Er kann so für alles Negative der Kirche einen Sündenbock präsentieren und sich selbst als den guten Kämpfer dawider. Es muß nun nicht geglaubt werden, daß der Papst wirklich in dem Klerikalismus den Urgrund aller Kirchenübel ansieht, es reicht, daß er einen Feind der Öffentlichkeit präsentieren kann, auf den alle gern einschlagen mögen.

Wir erleben ja generell eine Zeit der Rückkehr zum Glauben an den Feind, den es zu bekämpfen gilt. Die Epoche des Habermaschen: Wir reden mit jedem offen über alles, ist vorbei: Jetzt gilt: Mit wem habe ich nicht zu reden, wer ist auszuschließen, weil er der Feind ist? Mit Falschen zu reden, gilt heutzutage als die Sünde der Kontaktschuld. Wenn also in der Kirche über Reformen zu reden ist, dann sind die Kleriker, also alle Amtsträger mit klerikalen Tendenzen davon auszuschließen. Simpler formuliert: Nur mit Antiklerikalen, das sind die Linksliberalen ist der Diskurs über die Kirchenreformen zu führen, nicht mit den Reformverweigeren.


 

Sonntag, 27. August 2023

Asterix und Obelix und die potestantische Kirchengeschichtsschreibung

Asterix und Obelix und die potestantische Kirchengeschichtsschreibung Die ganze Welt lag im Argen, wurde beherrscht von Mythologien, Aberglauben, Priesterkasten und und...aber wirklich die ganze römische Welt?Mitnichten! Inmitten dieser Welt des Obskurantismus lebten die urchristlichen Gemeinden, nicht aus der Kraft eines Wundertrankes, sondern, Jesus Lebenspraxis vor Augen aus der Kraft des Heiligen Geistes. Trotzdem glich das Gemeindeleben doch sehr dem des Dorfes der Gallier, die sich der römischen Welt widersetzend hierarchiefrei, urdemokratisch, geisterfüllt ihres Lebens sich erfreuten. Aber dann, aber dann infiltrierte der römisch-heidnische Ungeist die einst tapfer widerstehenden Urchristen und gebar die Römisch-Katholische Kirche bis Luther die Christen aus dieser römischen Gefangenschaft befreite und zurückführte in das urchristliche Leben, das doch auf so wundersame Weise dem Leben von Asterix und Obelix ähnelt. So die Grundzüge dieses protestantischen Narratives. Dies Narrativ lebt nun von der Antithetik vom urchristlichen Gemeindeleben und der Vorstellung von dem religiösen Kult, der allen Religionen zu eigen ist. Der bedeutende protestantische Theologe R.Bultmann skizziert den der Religion zu eigenen Kult so: „Ist Kultus menschliches Handeln,das vor allem durch Opfer, aber auch durch andere Handlungen auf die Gottheit einwirkt,sie der Gemeinde gnädig und ihre Kraft für sie wirksam macht- ein Handeln ferner,das sich zu festgesetzten heiligen Zeiten,in heiligen Raume und nach heiligen Regeln oder Riten vollzieht- ein Handeln endlich,das durch Personen von besonderer Qualität ,durch Priester,die zwischen der Gottheit und der Gemeinde vermitteln,vollzogen,oder,sofern die Gemeinde nicht nur rezeptiv dabei beteiligt ist,geleitet wird“. Zwei Ebenen sind hier nun zu unterscheiden, die der Entfaltung des Wesens des religiösen Kultes, wie er zum Wesen der Religion gehört und die der Bewertung des Kultes. Bultmann muß hier ein Kompliment gemacht werden, gelingt es ihm hier, präzise und klar das Wesentliche des religiösen Kultes zu erfassen. Einem aufmerksamen Leser kann aber nicht der rein negative Tonfall dieser Darlegung des Kultes entgehen: So nicht!, ist unüberhörbar. Bultmann zieht aus der Bestimmung des Kultes nun diese nicht überraschende Folgerung: „so können die Versammlungen und Feiern der christlichen Gemeinde offenbar ursprünglich nicht als kultisch bezeichnet werden.“ R. Bultmann, Theologie des Neuen Testamentes, §12,Kyrios und Gottessohn. Ideengeschichtlich gehört diese Position in die Tradition, den christlichen Glauben als Nichtreligion zu qualifizieren, D. Bohnhöfer bildet dabei wohl den traurigsten Tiefpunkt mit seinem fragmentarisch nur skizzierten Konzept eines religionslosen Christentumes, aber auch K. Barth, der sich gar hinrießen ließ zu der Behauptung, daß die Religion Unglaube sei. Die Ethisierung des christlichen Glaubens soll dabei als seine Entreligiösierung verkauft werden. Die christliche Versammlung ohne Opfer und Priester sei dagegen „die Selbstdarstellung der eschtologischen Gemeinde, für welche das Heil als vorausgenommene Zukunft schon gegenwärtig ist.“ Bultmann, Theologie..Das Kergma der hellenistischen Gemeinde. Die Sakramente. Die Differenz liegt im Unterschied von dem Kult als einem Vermittelungsgeschehen zwischen Gott und der Kultgemeinde und dem Gottesdienst als ein nur Darstellen von etwas, was schon unabhängig von dem Darstellen, ist. Dieser urchristliche Gottesdienst bewirkt nichts, er stellt nur den Gläubigen vor Augen, was er glaubt. So polemisiert Bultmann ja auch gegen Ignatius Lehre von der Eucharistie als der Medizin zur Unsterblichkeit, denn ein so verstandenes Sakrament paßt nicht in die Gottesdienstvorstellung, daß in ihr nur das zukünftige Heil als schon präsentes dargestellt wird. Der Rest ergibt sich nun fast wie von selbst: Gut fing das Urchristentum an, aber dann kam der Abfall, als die Eucharistie als Opfer gefeiert wurde, als Priester erschienen, und als überhaupt die Sakramente als Gnadenmittel die Ausrichtung auf das eschatologische Heil verdrängten. So kommt ja Bultmann in seinem Johannesevangeliumskommentar zu dem Ergebnis, daß alle Aussagen über das Sakrament der Taufe und der Eucharistie Ergänzungen der „kirchlichen Redaktion“ seien, da Johannes keine Sakramente kannte. So verwandelte sich diese wunderbare Rom widerstehende Urchristliche Gemeinde, ganz im Geiste von Asterix und Obelix in eine römische Provinz, indem sie den heidnischen Religionskultus in sich integrierte. Dieses von Bultmann gezeichnete Bild des Urchristentumes hat nun mit dem Asterix- und Obelix-Dorf noch eine Gemeinsamkeit: Beide sind reine Phantasieprodukte und begeistern nicht nur Kinder sondern auch den Synodalen Irrweg. Zum Schluß verzichte ich auf eine Bewertung dieses kultlosen Urchristentumes und verweise auf Gottes Kritik der ersten antihierarischen Bewegung, der Rotte Korach. Gott rottete diese Reformer aus! (4.Mose 16) Corollarium 1 Im Hintergrund dieses bultmannschen Bildes vom Urchristentum steht natürlich auch Kants Kritik des Kultus als "Afterdienst" in seiner Schrift: "Über die Religion in den Grenzen der bloßen Vernunft", daß der einzig wahre Gottesdienst der des Strebens nach Sittlichkeit sei. Corollarium 2 Selbstverständlich entspringt die Kritik der kirchlichen Hierarchie auch einem Sozialneid.

Samstag, 5. August 2023

Ist die Macht etwas Negatives, etwas, das es in der Kirche nicht geben dürfte? plus einem Zusatz

Ist die Macht etwas Negatives, etwas, das es in der Kirche nicht geben dürfte? Man könnte meinen, da Gott die einzig legitime Macht sei, dürfe und könne es keine andere legitime Macht geben schon gar nicht in der Kirche. Wenn nun gar Gott als die Liebe zu begreifen wäre, könnte dann sogar Gott als die Macht,die Allmacht, als die Vollmacht negiert werden. Gott regiere nur liebend. Wenn aber gefragt wird: Existiert das, was man Gott nennt?, so wird hier stets nach dem Wahrsein eines als allmächtig vorgestelltem Wesen gefragt.Ein Gott,dem das Prädikat: allmächtig nicht zuschreibbar wäre, wäre ein nicht als Gott gedachtes Wesen gedacht worden. Als Jesus Christus auf Erden Sünden vergab, frugen Kritiker aber doch rechtens, wie der den Sünden vergeben könne, wenn dies doch nur Gott könne. Diese Kritik muß nun aber präzisiert werden: Jeder kann einem anderen vergeben, inwieweit der gegen ihn gesündigt hat. Stimmte das nicht, könnten wir nicht im Vater Unser beten: „wie auch wir vergeben“. Aber insofern gegen Gott ein Mensch gesündigt hat, das kann ihm kein Mensch vergeben, sondern nur Gott allein. Wie konnte also Jesus eine Sünde wider Gott vergeben, wenn das doch nur Gott kann? Hierauf kann es nur eine adäquate Antwort geben: Gott Vater gab seinem Sohn einen Anteil an der ihm allein zukommenden Vollmacht, Sünden gegen Gott zu vergeben. Der Sohn nun gibt der von ihm gegründeten Kirche wiederum einen Anteil an dieser Sündenvergebungsvollmacht. So partizipiert die Kirche an dieser Vollmacht Gottes. Dem Amt des Priesters wird nun in der Weihe diese Vollmacht vermittelt. Es ist also einem dem Priester von Gott verliehene Vollmacht zur Sündenvergebung. In der Beichte bittet der Priester ja Gott nicht um die Vergebung der Sünden für den Gebeichtethabenden, sondern er spricht sie wie einen richterlichen Freispruch aus. Gottes Sohn ist der Herr über seine Kirche. Wie kann es dann noch eine Hierarchie in der Kirche geben? Sind nicht alle Christen vor Gott gleichberechtigt? Nun hat aber der Herr der Kirche selbst in sie eine Hierarchie eingestiftet, indem er 12 seiner Schüler zu Aposteln erwählte, nur mit diesen 12 die erste Eucharistie zelebrierte und sie dabei zu Priestern weihte. Die Apostel erwählten nun nicht aus ihrem Kreise ihren Präseß, sondern der Herr der Kirche erwählte ganz autokratisch Petrus zum Leiter seiner Kirche.“Weide meine Schafe“ ist ein terminus technicus für das monarchische Regieren. Der Herr der Kirche gibt zu dem Petrusamt einen Anteil an seiner Regierungsgewalt, wie Gott auch dem Priester einen Anteil an seiner Vergebungsgewalt gibt. Partizipation ist somit der Schlüsselbegriff für die Vollmacht der Kirche. Diese Macht wird der Institution der Kirche nicht demokratisch verliehen, daß also das Kirchenvolk ihren Repräsentanten oder simpler gedacht ihren gewählten Vorstandsschaften Vollmächte erteilte. Nein, die „Vorstände“ der Kirche gleichen hierin nicht einer Vorstandsschaft eines bürgerlichen Vereines, denn das hierarisch gestufte Amt erhält seine Vollmacht allein von Gott her und ist dadurch allein auch legitimiert.In dem metaphysischen Denken, der Ontologie ist dies ihr fundierende Gedanke: Gott allein ist das Sein,alles Seiende ist dann nur ob seiner Teilhabe an dem Sein selbst; es ist eben das Seiende kein Sein aus sich selbst heraus. Zusatz: Kirche und Macht Ein Schemata: Die Katholische Kirche vertritt die Überordnung der Kirche über den Staat ob der Überordnung der Offenbarungswahrheit über die Vernuftwahrheit, der Gnade über die Natur und der übernatürlichen Ziele über die natürlichen. (Im 2.Vaticanum kam sie aber zu der Einschätzung der Nichtrealisierbarkeit dieser Verhältnisbestimmung; diese Verhältnisbestimmung kann aber nicht theologisch revidiert werden ob ihrer Fundierung in der Theologie. Die Anglikanische Kirche vertritt faktisch die Position der Subordination der Kirche unter den Staat; dazu war sie ja vom englischen König eigens gegründet worden. Heute versteht sich diese Kirche als religiöser Dienstleister der Gesellschaft. Die Evangelische Kirche vertritt eine Bereichstrennung, die Kirche soll Kirche sein und nicht politisieren und der Staat soll kein kirchenähnlicher Weltanschauungsstaat sein wollen. Die Orthodoxen Kirchen vertreten die Norm eines harmonischen Miteinanders von der Kirche und dem Staat. Konflikte mit dem Staat vermeiden so diese Kirchen um des Miteinander willens.

Samstag, 25. März 2023

„Schüller: Überhöhung des Bischofsamts ist nicht ursprungsgetreu“

„Schüller: Überhöhung des Bischofsamts ist nicht ursprungsgetreu“ Mit dieser Artikelüberschrift wird das quasi offizielle Internetorgan der Bischöfe Deutschlands (Kath de am 24.3.2023) keinen Leser überraschen,haben doch diese mit großer Mehrheit der Demontage des Bischofsamtes zugestimmt. Räte sollen die Macht in der Kirche für sich usurpieren. Da das kirchenrechtlich nicht möglich ist, soll nun diese Demontage des Bischofsamtes durch eine Selbstverpfichtung der Amtsträger, sich den Beschlüssen eines solchen Räteentscheidungsgremiums zu subordinieren,erreicht werden. Sollte ein Bischof dem nicht zustimmen, muß er wohl sich den Vorwurf gefallen lassen, ein klerikalistisches Amtsverständnis zu huldigen. Eingewandt könnte höchstens werden, daß doch die Frage der Ursprungstreue keine Bedeutung haben dürfe, denn das Ursprüngliche sei das doch nur einst Geltende, das so für uns Heutigen keine normative Bedeutung haben könne.Oder was respondierte eine modebewußte Frau,rechtfertige eine Frau ihren Kleidungsstil ihr gegenüber mit der Aussage, daß das vorgestern doch Mode gewesen sei. Aber das Anstößige steckt in diesem Zusatz: „Das Zweite Vatikanische Konzil habe die Bischöfe zu >absolutistischen Fürsten< gemacht, glaubt der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller. Er kritisiert das heutige Festhalten der Oberhirten an ihrer Macht.“ Diese Überhöhung „sei eine Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils.“ Bisher war es doch ein „Privileg“ Ewiggestriger, Aussagen dieses Reformkonziles zu kritisieren, wohingegen für das linksliberale Lager dies Konzil doch genau genommen das einzig wahre sei, das als die Norm der Auslgung aller anderen Konzilstexte zu fungieren habe. Nun soll dies Reformkonzil erst diese Überhöhung des Bischofsamtes erwirkt haben? Theologisch geurteilt ist die These eines absolutistischen Bischofsamtsverständnisses im 2.Vaticanum absurd, denn die Kirche hat Jesus Christus als ihren lebendigen Herrn und das schließt jedes absolutistische Verständnis jedes kirchlichen Amtes aus. Der Primat der hl. Schrift, der Tradition und die Verbindlichkeit der Entscheidungen des Lehramtes, besonders seiner Dogmen verunmöglicht jedes absolutistische Amtsverständnis. Die hierarische Struktur der Kirche ist dagegen ursprungsgetreu. Schon im Alten Bund existierte die von Gott eingestiftete Hierarchie, die Unterscheidung zwischen den Nichtpriestern, den Priestern und dem Hohepriester und so existiert auch im Neuen Bund eine solche Hierarchie. Denn was für und im Alten Bund eine gute Ordnung war, das ist sie auch für den Neuen Bund. Jesus Christus stand als der Lehrer seinen Schülern übergeordnet gegenüber, sein Lehramt ist ihm nicht von seinen Jüngern übertragen worden. Der göttliche Lehrer setzte nun als seine irdischen Stellverteter die Apostel, die 12 und in besonderer Weise Petrus als den 1.Papst der Kirche ein mit dem monarchischen Regierungsauftrag: Weide meine Schafe! Wie ein Firmeninhaber einen Geschäftsführer einsetzen kann, so setzte der Herr der Kirche die kirchlichen Amtsträger ein, ohne daß er seinen Schülern ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Amtsträger zubilligte noch vorsah, sie an der Regierung seiner Kirche zu beteiligen. Wo Gott Ordnungen, gar hierarische einstiftet, da provoziert dies zur Revolte gegen diese Ordnungen. Das Urbild all solcher antihierarischen Revolutionen schildert uns die hl. Schrift selbst in der Revolte der Rotte Korach (4.Mose 16), das viele Nachahmungsversuche hervorrief und hervorruft, den aktuellsten auf dem „Synodalen Weg“! Nichts Neues unter der Sonne!“, predigte der weise Salomon- und wieder einmal bekommt dies Weisheitsbuch recht in der X. Neuinszenierung dieses Rottengeisteraufstandes. Geradezu grotesk ist dabei aber die Meinung,daß die Kirche Jesu Christi so ihr Binnenleben zu organisieren habe wie etwa ein Kaninchenzüchterverein, ganz erfüllt vom deutschen Vereinsgeist!

Sonntag, 22. Januar 2023

Ein Klassiker im Kirchenkampf: Nieder mit der Hierarchie

Ein Klassiker im Kirchenkampf: Nieder mit der Hierarchie Könnte es sein, daß Jesus Christus einen schlechten Tag gehabt hatte, als er zu Petrus sagte: „Pasce oves meas“ = Weide meine Schafe“ ?(Joh 21,17) Jesus hätte doch eine Vollversammlung aller Jesusgläubigen oder eine repräsentative Synode einberufen müssen,um da dann der Vorstandssprecher wählen zu lassen, statt ihn ganz autokratisch zu berufen. Außerdem hätte er doch sagen müssen: Regiert Euch selbst, denn als Gläubige ist Gott Euch allen gleich nahe und ihr ihm, sodaß es kein Vermittleramt bedürfe. So demokratisch argumentierte schon die Rotte Korach (4.Mose 16), aber Gott war damals noch nicht offen für dies urdemokratische Ansinnen. Weiden dagegen ist der terminus technicus ür das monarchische Regieren im Vorstellungsraum der Königsideologie des Guten Hirten: Der König regiert als Guter Hirte und hat als Guter Hirte zu regieren. Dies schließt die Vorstellung einer demokratischen Selbstregierung aus. (Historisch kritisch kann nun erforscht werden, wann wie sich diese Idee des Papstamtes, das seines monarchischen Regierens im Laufe der Kirchengeschichte realisiert hat im wirklichen Papstamt, aber die kirchengeschichtliche Entwickelung muß dabei als die Entfaltung der Idee des Papstamtes, das Jesus Christus selbst eingestiftet hat, begriffen werden.) Die ökomenische Einheitsübersetzung gibt Paulus zur Causa der Hierarchie so wieder: „So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die anderen als Propheten, die dritten als Lehrer“. (1. Kor 12,28) Ja, Paulus fügt extra noch die rhetorische Frage hinzu zur Verstärkung des so Ausgesagtem: „Sind etwa alle Apostel,alle Propheten, alle Lehrer?“ Einem aufmerksamen Leser muß dabei eines auffallen: wieso die dritten als Lehrer?,wenn es keine ersten und zweiten gibt? Die Antwort fällt einfach: Die Vulgata liest in Übereinstimmung mit dem griechischen Text: „primum Apostolos“ „secundo Prophetas“ und dann: „tertio Doctores“. In diesem erstens,zweitens und drittens äußert sich eindeutig eine hierarische Tendenz. Paulus betont energisch im ganzen 12. Kapitel dieses Briefes, daß die Kirche ein Körper ist, in dem alle Teile wichtig sind, auch die weniger angesehenen, daß so alle zu ehren sind, aber es existiert doch auch eine Hierarchie in dem Leib. Paulus schreibt so in Vers 23 von den „minder ansehnlichen Gliedern des Leibes“, sie gelten so. Aber auch die sind zu ehren. Zu fragen ist nun: Meint das eine Qualifikation der Personen oder der Aufgaben innerhalb der Kirche? Da in diesem Text unter einem Glied stets organologisch die Funktion für das Ganze gemeint ist, meint Paulus hier, daß es Aufgaben in der Kirche gibt, die weniger angesehen werden als andere. Paulus erwidert, daß alle gleichwichtig sind und gleich zu ehren, daß es aber doch hierarchische Unterschiede gibt. Der Körper ist in sich hierarisch aufgebaut. Eine Fußballmannschaft gewinnt als Ganzes ein Spiel, aber wenn die Stürmer nicht treffen, kann, auch wenn jeder sonst seine Aufgabe gut erfüllt, kein Spiel gewonnen werden. Gott gibt in dem Körper der Kirche jedem Glied seine besondere Aufgabe; Menschen erwählen die sich nicht und Gott bestimmt auch ihre Aufgabe; für eine selbstbestimmte Ausfüllung eines Amtes ist so in dem Körper der Kirche kein Raum. (Das Herz des Menschen kann eben nicht die Aufgabe des Denkens übernehmen!)Diese funktionale Ausdifferenzierung macht erst einen Körper zu einem lebendigen Organismus, den der Kirche. Die Kirche ist eben nicht wie ein Verein organisiert.