Montag, 17. Juni 2019

Die christliche Religion in einer Neuen Weltordnung? ein Versuch

Alexander Dugin erfaßt die "Neue Weltordnung" in ihrem Kern als aus  drei Komponenten bestehend: Die Universalisierng der freien Marktwirtsaft, der politischen Demokratie und der Ideologie der Menschenrechte. (Dugin, Die vierte politische Theorie, 2013,S.75). Die bestimmende Ideologie sei die des Liberalismus, die sich im Kampfe gegen die sozialistische/kommunistische wie auch faschistisch/nationalsozialistische erfolgreich durchgesetzt habe."Liberalismus wurde global; er wurde zum einzig möglichen politischen System. Er entwickelt sich nun weiter in die Richtung eines postmodernen und postindividuellen Politikbegriffs, der im allgemeinen als der Posthumanismus beschrieben wird." (S.79)
Sicher überschätzt hier Gugin die Bedeutung der transhumanistischen/posthumanistischen Bewegung, die einen "Neuen Menschen" als Wesen nach dem Menschen erwarten,der als Synthese aus Mensch und Technik , als Cyborg den Menschen überwinden soll im Geiste des Übermenschen Nietzsches- nur jetzt eben als technisches Konzept.
Aber doch könnte der Begriff des Posthumanismus etwas Wesentliches der Postmoderne treffen, wenn das Fundament des Humanismus in Descartes Konzeption des Menschen verortet wird: cogito, ergo sum. Zizek: das Gespenst des cartesinischen Subjetes. Um es auszutreiben, haben sich alle wissenschaftlich-akademischen Mächte zu einer heiligen Allianz zusammengeschlossen". Zizek, Die Tücke des Subjekts, 2001, Einleitung. Der Mensch als sich Bewußter und Transparenter,der Herr im eigenen Hause ist und von daher das Leben gestaltet, das wäre dann das Herzstück des Humanismus, den die Postmoderne überwinden will. Es sei nur an M. Foucaults These vom Tode des Menschen (im Sinne Descartes) erinnert. Für den Liberalismus heißt das, daß er sich umformen muß, bildete doch dies Subjekt gerade das Zentrum dieser Ideologie.   
Aber es soll nun auf etwas in dieser Bestimmung der Neuen Weltordnung Fehlendes verwiesen werden. Welche Rolle spielt in den verschiedenen Konzepten der Neuen Weltordnung, die Pugin in seinem Buch expliziert, die Religion? Faktisch ist für ihn nur noch der Islam von Relevanz. Geht also Dugin davon aus, daß die Neue Weltordnung ohne eine öffentliche Religion auskommt und daß es so Religionen nur als Störgröße für das Konzept einer neuen Weltordnung geben könnte? 
Aber vielleicht ist die Sachlage doch noch etwas komplexer. Versimplifizieren wir sie: Wenn die christliche Religion die Erlösung durch das Subjekt Gott ersehnte, so negierte der Humanismus nicht einfach diese Erlösungshoffnung, sondern erwartete sie durch das Subjekt Mensch- das war der cartesianisch verstandende. In der Postmoderne wird nun auch dies Subjekt nach dem Subjekt Gott gestrichen, weil nun eine subjektlose Posthistorie anbrechen soll, in der es kein Subjekt der Erlösung mehr geben soll. Die Geschichte hört auf, weil sie nun kein auf eín  gutes Ende mehr zulaufender Prozeß ist, also Geschichte ohne ein Happy End und so löst sich die ganze Geschichte auf als ein auf ihr Ende hin sinnvoll Erzählbares. (Vgl dazu auch: Siefert,Finis Germania, das Kapitel:Pathodizee). 
Was bleibt dann für die christliche Religion mit ihrem Erlösungsgott noch übrig? Vielleicht eine Umformung zu einer bloßen Religion der Fundierung der Menschenrechtsideologie als dem ideologischen Element der Neuen Weltordnung? 
Aber übersehen wird so, daß auch die postmoderne Neue Weltordnung nach Ansicht ihrer Förderer nicht ohne eine öffentliche Religion auskommt, Siefert spricht da von der neuen Staatsreligion, die der Politischen Korrektheit verbunden mit der Holocaustreligion. Treffend bezeichnet Siefert diese Religion als Nichtprivatreligion, als staatliche. Sie soll sozusagen die postmoderne Neue Weltordnung wie Kitt zusammenhalten, weil dem freien Markt als dem einzigen Ordnungsprinzip der neuen Ordnung nicht genügend Bindungskraft zugeschrieben wird. 
Und die christliche Religion? Sie subordiniert sich als Privatreligion der neuen öffentlichen und versucht sich als Religion der Menschenrechtslegitimation zu profilieren. Ist das die Zukunft der christlichen Religion?           .         

Sonntag, 16. Juni 2019

Europa- ein Trug: europäische Werte= christliche Werte?

"Ein Beispiel einer solchen Integration nach zivilisatorischen Kriterien liefert die neue,übernationale politische Organisation der Europäischen Union. Sie ist ein Muster der >regionalen Globalisierung<;innerhalb ihrer Grenzen sind Länder und Kulturkreise mit gemeinsamer Kultur und Geschichte und geteilten Werten eingeschlossen."Alexander Gugin, Die vierte politische Theorie, 2013, S.125.  
Es muß schon sehr irritieren, daß ein so scharfsinniger Kritiker des  Liberalismus, der jetzt vorherrschenden Ideologie der Postmoderne, so Gugin gerade dies Produkt dieser Ideologie so enthusiastisch feiert. Ist ihm denn gar nicht aufgefallen, daß die Europäische Union bis 1989  nur aus westeuropäischen Staaten bestand und daß diese Union in bewußter Konfrontation zu Osteuropa und Rußland gegründet worden ist? Seit dem es "Europa" gibt, steht auf der politischen Tagesordnung die Frage: Wer beherrscht es? Zwischen Frankreich, England und Spanien wurde dieser Konflikt primär ausgetragen, bis daß Deutschland unter Bismarck dann auch als Mitkonkurrent auftrat. Die Feindschaft gegen das Deutsche Reich entlud sich dann ja im 1.Weltkrieg. 
1945 brachte nun eine neue Konfliktsituation: Westeuropa unter der Hegemonialmacht der USA stand dem Ostblock unter der Hegemonialmacht Rußland gegenüber. Das Ziel der Nato und der ihr subordinierten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft war nun der Kampf gegen den Osten, defensiv aus Furcht vor dem kommunistischen Konzept einer Weltrevolution und offensiv als Wille zur Integration aller osteuropäischen Völker in Westeuropa unter Ausschluß Rußlands. Die "westeuropäische Kultur" sollte die dominierende Europas werden? Was ist denn nun aber diese westeuropäische Kultur anderes als die angelsächsische mit einem Übergewicht des Amerikanischen?
Gehörte nicht zur Erschaffung dieses Westeuropas zuvörderst die Umerziehung des Deutschen Volkes nach dem verlorenen Kriege, daß wir verwestlicht wurden? 
Zudem: Es gab das christliche Abendland mit seiner Hochkultur, zu der aber auch Rußland gerade auch mit seiner besonderen christlichen Kultur gehörte, aber ist dies Abendland nicht spätestens seit dem Ende des 1.Weltkrieges im Untergang sich befindend? Ist das Konzept des "freien Westens" nicht schon ein postchristliches Konzept, in dem die Ideologie des Liberalismus das Christentum ins Abseits stellte?
Und nichtet nicht auch diese regionale Globalisierung die Eigenarten der Völker Europas, indem sie der Ideologie des Liberalismus, der Verwestlichung unterworfen werden? Deutschland sollte wenigstens als Westdeutschland seine kulturellle Eigenart verlieren, indem es verwestlicht wurde. "Nie wieder Deutschland" ist dann nur die fanatische Version der Bejahung der Entdeutschung und der Verwestlichung Deutschlands. In Ostdeutschland hat die dortige Befreiungsmacht nicht wie die westlichen ein Programm der Entdeutschung durchgeführt und so erklärt sich der größere Widersand in Ostdeutschland gegen die nun politisch gewollte Auflösung Deutschlands in ein Multikultieuropa. 
Die gemeinsame Kultur, von der Gugin spricht, könnte so entweder die des christlichen Abendlandes sein, die ist aber faktisch schon untergegangen, oder er meint die Kultur des Liberalismus, die ab 1945  Westeuropa bestimmte. Aber das ist nicht einfach die gemeinsame Kultur der (westeuropäischen) Völker, sondern ist nur die Ideologie, die nach 1945 dort siegte, die dann aber auch die ganze bisherige Kultur des Abendlandes in ihrem Geiste neu interpretierte, und nur das dem  Liberalismus Zuträgliche rezipierte. 
Liberalismus ist der Glaube an den Primat der Ökonomie, daß der wahre Mensch der homo oeconomicus sei und daß alles, was ist, dazu bestimmt ist, Ware für den freien Markt zu sein.So schreibt es Dugin in diesem Buch selbst. Nur, was hat diese Ideologie mit der Kultur der Franzosen, Deutschen und Spanier gemein, wenn dann ist der Liberalismus doch nur die Kultur Englands. (vgl dazu: Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus)
Man kann sich jetzt zwar noch fragen: Wie viel vom christlichen Abendland ist in der liberalen Kultur Westeuropas noch lebendig, aber man kann nicht umhin, dann hinzufügen zu müssen, daß das Wenige nun auch nur noch im Modus des Absterbens lebt.    

Samstag, 15. Juni 2019

Was für Bilder nicht gezeigt werden dürfen! Der freie Westen ruft nach mehr Zensur

Meldungen aus einer absurden Welt?

1. Die französische Justiz hat einen Prozess gegen die „Rechtspopulistin“ Marine Le Pen angeordnet: Weil sie Gräuelfotos der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verbreitet hat, wie am Mittwoch bekannt wurde. Ihr drohen bis zu drei Jahre Haft sowie 75.000 Euro Geldstrafe.  Compact 14.6.2019. Das ist kein Schwarzer-Humor-Witz! Tatsächlich wird hier diese Politikerin angeklagt, weil sie mit Hilfe von Photographien über die Greueltaten des Islamischen Staates aufklären will. Die Photographien sollen eben zeigen, daß die Behauptung begangener Greueltaten durch die Islamisten kein Phantasieprodukt antiislamischer Propaganda ist (wie etwa die antideutsche Propaganda während des 1. Weltkrieges das Schauermärchen belgischen Kinder die Hände abhackender Deutscher Soldaten erphantasierte). 
Aber diese Aufklärung ist in dem Lande der Aufklärung, Frankreichs schon eine Anklage vor Gericht wert. Ist es vorstellbar, daß jemand ob der Publizierung von Photographien von Greueltaten in Konzentrationslagern  in Frankreich vor Gericht gestellt würde? Natürlich nicht- und wenn, dann wäre diese Anklage nach dem dadurch provozierten Proteststurm schon längst zurückgezogen worden und der diese Anklage zugelassen habende Richter seines Amtes enthoben.
Aber wenn es um Greueltaten des Islam geht, da sieht das eben ganz anders aus! Um des friedlichen Zusammenlebens mit dem Islam in Frankreich willen, darf so nicht über das Tuen des Islamischen Staates aufgeklärt werden. 

2.   Die Freie Welt berichtete am 13.6. 2019:  "Doppelmoral der Sozialen Netzwerke: Abtreibung ja – Ultraschallbilder von Ungeborenen Nein. Die sozialen Mediennetzwerke sind nicht so frei und unvoreingenommen wie sie vorgeben. Jetzt sollen Ultraschall-Bilder von ungeborenen Kindern auf Twitter zensiert werden." Wir kennen die feministischen Kampfparolen: "Mein Bauch gehört mir!" Mit dieser Banalität, daß der Körper und auch alle Körperteile Eigentum des Menschen sind, zu dem sie gehören, soll nun die Tötung des Kindes im Mutterleibe, das natürlich nicht zum Körper der Mutter gehört, legalisiert werden. Aber was wird da abgetrieben? Die Utraschallbilder zeigen es: ein Mensch! Das zu zeigen, will nun Twitter verbieten! Daß da Kinder im Mutterleibe getötet werden, das soll der Zensur zum Opfer fallen. Wenn Frauen ihre Kinder im Mutterleibe töten lassen, dann ist es eben ihnen nicht zumutbar, auf Bildern zu sehen, daß das, was sie da töten ließen, ein Mensch war. Darum sollen diese Bilder wegzensiert werden. Zu viel Aufklärung schadet eben der Abtreibungslobby.

Ergo: Es gibt Verbrechen gegen die Menschlichkeit, von denen gerne Greuelphotographien gezeigt werden, um zu beweisen, daß sie wirklich stattfanden, aber es gibt auch Greueltaten, die nicht der Politischen Korrektheitsideologie widersprechen, wie etwa, wenn Mütter ihre Kinder im Mutterleibe umbringen lassen oder wenn eben Muslime Greueltaten begehen- Beweisbilder dafür sind dann unerwünscht und sollen so wegzensiert werden, damit die Bilderwelt nur zeigt, was sie zeigen soll.


Freitag, 14. Juni 2019

Ein großer Triumph der Homosexlobby

Die Konversionstherapie soll nun verboten werden! "Verbot der KonversionstherapieGegen solche Praktiken braucht es empfindliche Strafen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die sogenannten Konversionstherapien für Homosexuelle noch in diesem Jahr verbieten. Dass so etwas überhaupt noch erlaubt sei, sage viel aus über den Stand von Schwulen und Lesben, kommentiert Christoph Schäfer. Umso wichtiger sei Spahns Vorstoß jetzt." (Deutschlandfunk 14.6. 2019)
Was dem gläubigen Muslim das Verbot des Abfalles vom Islam und die Konversion zu einer anderen Religion ist, verbunden mit dem Anliegen, wenn es die politischen Verhältnisse erlauben, jede Art von Mission unter Muslimen staatlich zu verbieten, das ist der Homosexlobby der Kampf gegen Konversionsterapien: Wer einmal homosexuell ist, der muß es auch bleiben. Wenn nun ein Homosexueller an seiner eigenen Homosexualität leidet, sie vielleicht selbst als widernatürlich empfindet und er sie los werden möchte, so soll es zukünftig verboten sein, ihm eine Therapie anzubieten. 
Homosexualität sei keine Krankheit und deshalb dürfe sie auch nicht therapiert werden, lautet der Slogan der Homosexobby. Was wäre dann von diesem Argument zu halten: Die Schönheitschirugie sei zu verbieten, weil ein Mangel an Gutaussehen, zumal wenn dieser nur subjektiv empfunden wird, keine Krankheit sei, sodaß sie zu verbieten sei: Jeder müsse sich eben mit seinem Aussehen, so wie er ausschaut, zufrieden geben?
Der Wikipedia Artikel zur Konversionsterapie diffamiert diese Therapie gleich in den ersten Sätzen des Artikels so: "Konversionstherapie (von lateinisch conversio‚ Umwendung, Umkehr) oder auch „Reparativtherapie“ wird eine Gruppe von umstrittenen Methoden der Psychotherapie genannt, welche die Abnahme homosexueller Neigungen und die Entwicklung heterosexueller Potentiale als Ziel postulieren. Sie wird auch Reorientierungstherapie genannt und von verschiedenen Gruppen der überwiegend evangelikal geprägten Ex-Gay-Bewegung propagiert. "

A) Was umstritten ist, ist per se negativ- so der heutige Sprachgebrauch! Aber was ist, wenn es wirklich eine Meinungsfreiheit gibt, nicht umstritten? Nur politisch Korrekte kennen Unumstrittenes, das sind ihre eigenen Dogmen und was nicht denen entspricht, nur das wird als umstritten diskreditiert.

B) Was von Evangelikalen propagiert wird, ist per se verwerflich. Liberale und Linke propagieren nie etwas, so negativ verhalten sich nur Rechte und dazu gehören ja auch die Evangelikalen.

Aber nun erlauben wir uns, den Text gegen die offensichtliche Autorenintention zu lesen: Da wird von einer Ex-Gay- Bewegung gesprochen. Das heißt erstmal nichts anderes, als daß da Menschen sind, die einst selbst homosexuell waren, nun es nicht mehr sind und öffentlich bekunden, daß sie es gut finden, nicht mehr homosexuell zu sein. Für die Homosexlobby ein klarer Fall: Verräter, Renegaten- nichts verachtet jede vitale ideologische Bewegung mehr als Abtrünnige. So spricht jeder Zeuge Jehovas mit jedem liebend gern über die Bibel, aber auf keinen Fall mit einem Ex-Zeugen!
Wenn nun Ex-Homosexuelle ihre Umwendung zur Heterosexualität als etwas für sie Gutes bezeichnen und bezeugen, diese Konversion gelang mir durch eine Therapie, dann ist das für die Homosexlobby sozusagen die unverzeihliche Sünde wider den Heiligen Geist. Das dürfen diese nicht und schon gar nicht dürfen sie eine so erfolgreiche Therapie anderen als Möglichkeit anbieten.
Hier deutet sich ein weiteres Problem an: Konversionstherapien können erfolgreich sein, wohl gerade dann, wenn ein Homosexueller an seiner sexuellen Ausrichtung leidet und sie überwinden will.Gehört das aber nicht zum Selbstbestimmungsrecht jedes Menschen?Aber jeder gläubige Muslim wird sagen, daß es kein Recht gibt, von der wahren Religion sich abzukehren. Genauso urteilt da die Homosexlobby.
Stattdessen wird das Recht auf Selbstbestimmung so untergraben: Die, die sich von ihrer Homosexualität therapieren lassen wollen, wollen sich gar nicht von ihr therapieren lassen. Aber die Diskriminierung der Homosexualität erzwingt bei ihnen einen Therapiewunsch, den sie eigentlich nicht haben: Sie wollen so, was sie nicht wollen und darum ist ihr Wunsch nach einer Therapie nicht ernst zu nehmen- sie müssen eher therapiert werden bis sie so wollen, wie die Homosexlobby es ihnen vorschreibt.
Der Skandal der Konversionstherapien ist also, daß es Homosexuelle gibt, die nicht mehr homosexuell sein wollten und durch eine Therapie heterosexuell wurden und bekunden: Das ist gut so! Eine Therapie kann helfen! Dieses Angebot soll nun verboten werden, damit an ihrer Homosexualität Leidende nicht mehr therapiert werden dürfen. Warum? Weil die Homosexlobby eben nicht Mitglieder verlieren will, denn Mitgliederverluste bewirkt in der Regel einen Verlust an Einfluß in pluralistisch verfaßten Gesellschaften.          
   

Donnerstag, 13. Juni 2019

Christ sein heute- was macht das aus?

"Gott wird sich eine neue Wohnung suchen müssen"- so provokant formuliert es der Standpunkt-kommentar von katholisch de am 13.6. 2019. Der Anlaß, daß viele Kirchen in Bälde zugesperrt werden müssen, weil sie ob des Gläubigenmangels nicht mehr gebraucht werden. Das verleitet nun den Kommentar zu einer eigentümlichen Vorstellung, daß Gott, der im Laufe der Geschichte schon in so vielfältiger Weise unter den Menschen gelebt habe, sich nun eine neue Wohnung zu suchen hat: Gott ziehe aus der Kirche aus- nur wohin? Gott sei es gedankt, der Kommentar weiß, wo wir nun Gott finden können. Hier die vollständige Liste. 

"Er wird wohnen bei denen, die sich um seine Schöpfung sorgen.
Er wird wohnen bei denen, die Not sehen und helfen; bei denen, die ihn in den Armen und zur Flucht gezwungenen erkennen (Mt 25,31–46).
Er wird wohnen bei denen, die voll spiritueller Sehnsucht sind; bei denen, die ihn um seine Gegenwart bitten (Lk 11,13).
Er wird wohnen bei denen, die die Mühen religiöser Bildung tragen, den Religionslehrern; bei denen, die sich für Menschenwürde und Menschenrechte einsetzen, für staatliche Gewaltenteilung, Gerechtigkeit, Frieden und zivilgesellschaftliche Transparenz.
Er wird wohnen bei denen, die Kranke pflegen und Betrübte beraten; bei denen, die Tote geleiten und deren Angehörigen trösten.
Er wird wohnen bei Kindern und bei den Alten, bei den Einsamen und den Diskriminierten. Er wird wohnen bei denen, die sich lieben, die heiraten und eine Familie gründen.
Er wird wohnen bei denen, die sich um die Erziehung und das kulturelle Erbe sorgen und bei denen, denen die Suche nach Wahrheit nicht gleichgültig ist.
Pfingsten, das heißt: Er wird unser Gott sein, ein Gott, der – in welcher Form auch immer – in der Welt und unter den Menschen wohnen bleiben will. Unser Gott, der Zuflucht und Hoffnung ist."

Zuerst fällt ins Auge, daß der Autor dieses göttlichen Umzugsplanes, gar ein Theologieprofessor, so selbstverständlich die Orte der Realpräsenz Christi in der Welt mit keinem Wort erwähnt: die Eucharistiefeier und der Tabernakel. 
Dafür steht an erster Stelle der Mensch, der sich um die Schöpfung sorgt. Hätte man nun nicht von einem Theologieprofessor etwas kritische Distanz zu dieser Allerweltsphrase erwarten dürfen, denn a) ist Gott allein der, der die Welt erschaffen hat und das meint immer das ganze Universum, und nicht nur das Teilelelement des Planeten Erde, und b) Gott ist es auch allein, der seine ganze Schöpfung bewahrt, denn die Destruktionskraft des Menschen, so sehr er sich auch anstrengen möchte, reicht zur Gefährdung der Existenz der Schöpfung Gottes bei weitem nicht aus , noch kann er mit seinen Bewahrungskräften die Schöpfung erhalten. Aber diese Phrase kommt eben gut an.

Zum 2.Punkt: "Er wird wohnen bei denen, die Not sehen und helfen; bei denen, die ihn in den Armen und zur Flucht gezwungenen erkennen (Mt 25,31–46)." Hier stehen wir nun vor einem interpretatorischem Problem: Sind damit 2 Gruppen gemeint, die einen, die Not sehen und helfen und die anderen, die in "Flüchtlingen" Jesus Christus sehen, oder sollen die letzteren eine Konkretion darstellen? Ich neige dazu, es so zu deuten: Gott wohnt bei denen, die die Not anderer sehen und das sind jetzt insbsondere die, die sich für "Flüchtlinge" einsetzen. Damit sind einfach alle gemeint, die die Politik der offenen Grenzen für jedermann der Bundesregierung unterstützt. Einen arger Fehlgriff leistet sich dann der Kommentar, wenn er als Beleg dafür Mt 25,31-46 heranzieht, denn hier sagt Jesus Christus eindeutg: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." Selbstverständlich meint hier Jesus, wie auch sonst immer mit den Brüdern Mitchristen und nicht irgendwie alle Menschen! 
Also, Punkt 1 und 2 sind reine Huldigungen der politischen Korretheit mit ihrer Vorliebe für die Parole der Schöpfungsconservierung und der Ideologie des Multikulturalismus.   

Nun kommen die der spirituellen Sehnsucht. Durch die angeführte Lk-Stelle soll dabei der Eindruck erweckt werden, daß diese "Spiritualität" etwas mit dem Heiligen Geist zu tuen hätte. Aber unter "Spiritualiät" wird heute in der Regel ein außerkirchliche kirchendistanzierte Ausrichtung verstanden als Restbestand der einst recht lebendigen Esoterikbewegung. Der Hl. Geist wenigestens, der von dem göttlichen Vater und dem Sohn ausgeht, ist einer, der Menschen in die Kirche hineinführt zum wahren Glauben und nicht zu irgendeiner "Spiritualität"! 

Der 4.Punkt ist nun wieder komplizierter: "Er wird wohnen bei denen, die die Mühen religiöser Bildung tragen, den Religionslehrern; bei denen, die sich für Menschenwürde und Menschenrechte einsetzen, für staatliche Gewaltenteilung, Gerechtigkeit, Frieden und zivilgesellschaftliche Transparenz." Auch hier plädiere ich dafür, das "bei denen, die sich"als Explikation zu deuten: Religiöse Bildung ist also das Einsetzen für Menschenrechte und für die westliche Demokratie. Der Religionsunterricht ist so gesehen ein Staatsbürgerkundeunterricht und soll die Schüler zu einer positiven Einstellung zur demokratischen Staatsordnung verhelfen. Was früher da doch unter Religion verstanden wurde!

Und der Rest ist dann eine Prise caritativen Handelns, nur daß die Aussage über das Heiraten und Familiegründen von den Vorgaben der politischen Korrektheit abweicht. Da könnte die Homosexlobby protestieren. 

Gott verläßt seine Kirche, weil er nun bei den politisch Korrekten sein will- wo sollte er auch sonst sein!  Damit präsentiert dieser Kommentar aber auch in Kurzform, was heute eine christliche Existenz ausmache: Der Einsatz für die Schöpfungsconservierung und für Flüchtlinge und Asylanten, ein bißchen Spiritualität und die Bejahung der westlichen Demokratie als  die beste aller denkbaren Regierungsformen und bitte: caritativ leben. Und was hat das mit der christlichen Religion zu tuen? 
Aber dieses Konzept des Wohnungswechsels Gottes paßt genau zu der Umformungstendenz der Kirche in eine linkshumanitaristische NGO! 
  

  

Mittwoch, 12. Juni 2019

"Kirchen werden um Altäre gebaut" und der Tabernakel?

"Und der Tabernakel?,werden einige einwenden. Er dient der Aufbe-wahrung der Frucht des Altares."kann man bei Alfons Zimmer, "Kirchen werden um Altäre gebaut" Der Fels, Juni 2019, S.169 lesen. Der Tabernakel, das Begegnungszelt des Alten Bundes, der Ort, wo Gott seinen Namen wohnen läßt, daß er hier für uns gegenwärtig ist, der soll nur noch ein Aufbewahrungsort sein? "Das eigentliche Christus-Zeichen im Kirchenraum ist der Altar.Wenn wir uns vor dem Altar verneigen, verneigen wir uns vor Christus, der sein Leben für seine Freunde gab." (S.169).
Versuche man sich mal diese Szene zu imaginieren: Die Freundin kommt auf Besuch zu ihrem Freund, und der hat sich eine Photographie von ihr an die Wand gehängt, auf die er die ganze Zeit schaut, während sie anwesend ist. Absurd fürwahr. Aber für den Gläubigen soll der Altar das Christus-Zeichen oder Christus- Bild sein, während wir den Ort, wo er wirklich als wahrer Gott und Mensch nur als einen Aufbewahrungsort ansehen? Zudem, seit wann ist denn Jesus Christus die Frucht des Altares, die Frucht ist doch eher die Versöhnung Gottes durch das Opfer Jesu Christi! 
Zudem: Wo bauten denn der religiöse Mensch Altäre? Da, wo ihm Gott erschienen ist, eine Theophanie geht so dem Bau des Altares in der Regel voraus, oder Gott hat explizit einen Ort erwählt,daß hier ihm die Opfer darzubringen sind, wie Jerusalem! 
Weil Gott in seinen Kirchen wirklich gegenwärtig ist, das ewige Licht zeigt uns seine Realpräsenz an, versammelt sich die Gemeinde genau da. Nicht etwa gilt, wie im Protestantismus, daß die Kirchen leer, ohne Gott sind, und erst wenn sich die Gemeinde zum Gottesdienst versammelt, will er dann unter ihnen sein, weil sie sich in seinem Namen versammelt haben. Darum werden evangelische Kirchen ja außerhalb der Gottesdienszeiten zugesperrt, weil sie dann leer sind. Katholische Kirchen leben dagegen aus der Gegenwart des Sohnes Gottes in ihnen, ja hier wartet der Sohn Gottes täglich im Tabernakel auf seine Gläubigen zur Privataudienz. 
Werden denn wirklich Kirchen "um Altäre gebaut"? Versammelt sich die Gemeinde wirklich um den Altar herum? In nachkonzilliaren Zeiten wurden oft leider die Nebenaltäre der Kirchen beseitigt, weil man nun einen Gefallen an der Konzelebration fand, aber wo immer es noch die Nebenaltäre gibt, zeigt es sich, daß nicht einfach die Altäre das Zentrum bilden können, weil es dafür zu viele gab. In den Barockkirchen ist die Problematik des Zentrumes so nicht nur ästhetisch sondern auch kulttheologisch am überzeugendsten gelöst: In dem Hochaltar ist der Tabernakel als Zentrum integriert und der Priester wendet sich hin zum Hochaltar, weil das der Ort der Präsenz des Göttlichen ist, dem die Kirche das Opfer darbringt. Zur Kommunion dagegen wendet sich der Priester zum Volke hin, steigt die Stufen zum Altar hinab, um den Gläubigen an der Kommuinonbank den Leib Christi und sein Blut zu reichen. Das Volk versammelt sich nicht zur hl. Kommunion um den Altar, denn die Kommunionbank ist der Ort des Empfangens der Kommunion.
Aber all dies hat die Liturgiereform verdunkekt, indem sie das Meßopfer und die Kommunion verprotestantisierte. Aber auch jetzt noch versammelt sich die Gemeinde nicht um  den Altar sondern sie empfängt die Hostie von dem vor dem Altar  stehenden Priester. Eine zweifache Kommunikationrichtung ist dabei zu beachten: Einerseits steht der Priester vor dem Altar und hinter ihm die Gemeinde und beide richten sich aus auf den Hochaltar, wo der Tabernakel ist, oder der Priester wendet sich zur Gemeinde, um nun der Gemeinde die Hostien auszuteilen. In beiden Fällen ist aber der Altar nicht das Zentrum sondern das Medium, durch das hin zu Gott kommuniziert wird, oder von woher dann die Hostien ausgeteilt werden.
Die um den Tisch des Herrn versammelte Gemeinde ist dagegen eine reformatorische Vorstellung, die ihr Zentrum in dem heiligen Essen hat,wo alle sich um den Speisetisch so  versammeln. Erst wenn das hl. Essen den Opfercharakter der Messe verdrängt,wird der Abendmahlstisch zum Zentrum, um den sich die Kommunikanten versammeln, auch um den Gemeinschafts-charakters des gemeinsamen Essens zu unterstreichen.
Daß zum Altar das Opfer gehört, wie Zimmer dann energisch in diesem Aufsatz betont, ist unbedingt zuzustimmen, aber gerade weil dem so ist, werden Kirchen nicht um Altäre gebaut, sondern auf ihren Hauptaltar hin ausgerichtet.Der Altar ist, am besten kommt dies im Hochaltar zum Ausdruck, die Spitze der Kirche,auf die die ganze Kirche hin ausgerichtet ist. Ist dann noch der Tabernakel in den Hochaltar integriert, wird so deutlich, daß der Adressat des Altaropfers Gott selbst ist, denn nur ihm opfert die Kirche, dem Dreieinigen. 
Wo dagegen diese Ausrichtung auf Gott fehlt, da wird dann aus dem Gottesdienst eine Gemeindefeier, in der die eigne Gemeinschaft nur noch zelebriert wird. 

Zusatz:
Der Kreis (um den Altar herum) ist eine antikatholische Vorstellung und somit als Ordnungsprinzip  des Innenraumes der Kirche inakzeptabel. Denn der Kreis bedeutet, daß jeder Gott gleich nah und gleich fern ist, sodaß es keiner hierarchischen Vermittelung bedarf, also keines Priesters. Das impliziert, daß das Zuglaubende so allgemeine Wahrheiten sind, daß eine Offenbarung in der Geschichte nicht braucht, die an nur bestimmte Menschen erging und von denen dann weitervermittelt wird.Kant hat das erfaßt und so jede Offenbarungswahrheit abgelehnt, da diese die Notwendigkeit einer Hierarchie aus sich heraussetze, eine Klerusherrschaft, die sich dann auch in der Gestaltung der Liturgie widerspiegele: ganz oben Gott, dann dazwischen der Priester und das Volk unten. Der Kreis soll dieses Offenbarungsverständnis in der Kirche überwinden mit der Parole, daß alle Gott gleich nahe seien und so sich jeder Vermittelungsdienst verböte- so die Zentralaussage der Rotte Korach, 4. Mose 16.

Dienstag, 11. Juni 2019

„Gotttesbilder müssen korrigiert werden“

"Striet: Ja, das ist tatsächlich der Kernpunkt. Es geht mir darum, auszusöhnen mit einem Freiheitsdenken, das tatsächlich Autonomiefreiheit will. Das heißt, dass der Mensch sich selbst gesetzt ist und in der eigenen Instanz darüber entscheidet und auch entscheiden muss, was gut und was richtig ist. Alles andere widerspricht diesem neuzeitlichen Freiheitsbegriff." Theologe Magnus Striet „Die Würde der Freiheit“ Deutschlandfunk 18.7.2019. Und da die Gottesbilder der Bibel, der Tradition und des Lehramtes nicht im Einklang mit den Erfordernissen einer Gotteslehre auf dem Niveau der Aufklärung und des modernen Freiheitsbewußtseins sich befinden, müssen die modernisiert werden- so wie eben ein Elektrogerätehändler ja auch keine Schwarz- Weiß - Fernseher mehr verkaufen kann, da die Ansprüche an ein Fernsehgerät halt mit der Zeit gestiegen sind.
1.Gott darf nicht mehr als Gesetzgeber fungieren, denn der autonome Mensch entscheidet selbst, was gut und böse ist. 
2. Gegen die Sündenlehre der Kirche und isb gegen Augustin ist zu lehren,  daß der Mensch dann das so als Gut Erwählte auch realisieren kann. Und das reicht für, um es vorkonziliar zu formulieren, das Seelenheil des Menschen. 
3. So bedarf es keiner Erlösung des Menschen, denn er kann sich selbst erlösen, indem er einfach vernünftig lebt. 
4. Die Kirche und genau genommen auch Jesus Christus ist so für das Heil der Menschen irrelevant, es reicht die praktische Vernunft, die aus sich heraus auch das Hoffen auf einen Gott setzt, von dem aber man nicht erkennen kann, ob er ist. 
5. Diese Bedingungen muß das neue Gottesbild erfüllen, damit er für einen modern-aufgeklärten Menschen akzeptabel ist:
"Und das ist Moderne: nicht mehr zu wissen, ob tatsächlich der Gott, den man wohl glauben möchte, existiert. Das ist der erste Punkt und der zweite Punkt liegt darin: Wenn ich erst einmal entschieden auf Freiheit setze, auf die Würde der Freiheit setze, dann darf auch nur noch ein Gott akzeptiert werden, der tatsächlich so unbedingt die Würde der menschlichen Freiheit akzeptiert, wie Menschen das zumindest tun sollten. Das führt dann notwendig auch dazu, dass historisch aufgebaute Gottesbilder korrigiert werden müssen." 
Man beachte, daß die Bibel, die Tradition und das Lehramt nur "historisch aufgebaute Gottesbilder" aufweist, die eben unseren jetzigen Ansprüchen nicht mehr genügen- der Mensch ist eben dem Kinderglauben entwachsen und sucht nun nach einem Gott, der so vernünftig ist, wie der modern aufgeklärte Mensch es ist.
  
Wer seinen Fernseher anschaltet, da er nun an seinem Feierabend sich unterhalten lassen möchte, der schaltet ja auch Programme, die ihm  mißfallen ab, bis er dann etwas ihm Ansprechendes findet. Warum sollten wir Gott nicht auch einfach abschalten bis wir ein Programm finden, in dem uns ein uns zussagender Gott präsentiert wird. Herr Striet macht sich halt Sorgen um die Einschaltquoten für die Katholische Kirche: Ein nicht mehr akzeptables Gottesbild muß eben vom Bildschirm genommen werden, um einem ansprechenderen Platz zu machen. Nur: Der Aufklärungsgott langweilt mit dem Verblassen der Aufklärung die Zuschauer zusehens, er paßt nicht in die Postmoderne.

Und was ist nun die Aufgabe der wisenschaftlichen Theologie? Die Produktion eines Gottesbildes,die den heutigen Konsumenten anspricht!   

Montag, 10. Juni 2019

Ehelosigkeit bleibe "ein wichtiges Zeugnis in der Kirche" Kardinal Marx - oder die Säkularisierung der Kirche

Mit dieser Aussage könnte Kardinal Marx conservative Kritiker verblüffen, hätte man da doch jetzt eher von diesem Kardinal eine zeitgeistkonforme Relativierung des Zölibates erwartet als Hinführung zur Amazonassynode, von der ja viele den ersten Schritt zur Beseitigung des so verabscheuten "Pflichtzölibates" erwarten. Nur, wenn die Äußerung genauer bedacht wird, fällt die Uneindeutigkeit dieser Aussage auf: Sie besagt nämlich gar nicht, daß der "Pflichtzölibat" bleiben wird, sie besagt nur, daß weiterhin der Zölibat ein wichtiges Zeugnis der Kirche sein wird. Das könnte auch meinen, daß es zukünftig neben verheirateten Priestern auch noch freiwillig zölibatär lebende geben wird, die so ein wichtiges Zeugnis der Kirche darstellen. 
Aber, und nun wird diese Aussage erst recht bedeutsam, erklärt Kardinal Marx, für was den der gelebte Zölibat stehe. (Katholisch de am 8.6.2019):   "Mit der Entscheidung zur Ehelosigkeit erklärten Priester ihre Bereitschaft, allen Menschen zu dienen: >Der ehelose Mensch möchte das Begehren in ihm zur Ruhe bringen und deutlich machen, dass er in Beziehung zu allen Menschen schenken will, geben will<, so Marx weiter." Der Zölibat stehe also für die Dienstbereitschaft für alle Menschen. Das hieße dann doch, daß ein Verheirateter, weil er Frau und Kinder hat, nicht mehr seinen Dienst für alle ausrichten könnte, weil er an seine Familie gebunden sei. Nur, wenn der Dienst einer an allen ist, dann schlösse dieser Dienst keinen aus, denn dann wäre er keiner für alle mehr, also dürfte er den Dienst an der Familie bei einem Verheirateten einschließen. 
Zudem: Kein Mensch kann allen Menschen dienen. Wer in München Pfarrer ist, kann nicht auch den Menschen in Berlin dienen.Daß nun kein Verheirateter den Dienst an den Menschen, für die er zuständig ist, etwa der Gastronom für alle seine Gäste und sein Personal, nicht vollständig erfüllen kann, weil er eine Familie hat, ist nun eine durch nichts verifizierbare Behauptung. 
Aber wesentlicher als diese Ungereimtheit ist die Bestimmung des Priester- und Pfarrerberufes als Dienst an allen Menschen! Der Priester und der Pfarrer ist in erster Linie ein Diener Gottes- er dient ihm durch das Darbringen des Meßopfers, daß er Gott zur Ehre die hl.Messe liest. 
Für Kardinal Marx ist das aber ganz anders.    "Die Kirche ist nicht für sich selber da, sondern für die Menschen", so der Kardinal wörtlich. Beim Dienst in der Nachfolge Jesu müsse sich der Blick auf alle Menschen richten." Die Kirche ist für den Menschen dar, das ist das Kurzprogramm der Selbstsäkularisierung der Katholischen Kirche! Daß das Christentum eine Religion ist, daß die Kirche die Organisation dieser Religion ist, daß Gott sie erschaffen hat und bewahrt, damit in ihr die wahre Religion gelebt wird zur Ehre Gottes und zum Heile des Menschen, das unterschlägt dieser Säkularismus völlig. Er kennt nur noch Menschen, auf die sich die Kirche auszurichten hat und zwar auf alle. Wozu? Die Kirche legitimiert mich so als nützlich für Menschen in den Augen der postmodernen Gesellschaft,  für die der Gott der christlichen Religion bedeutungslos geworden ist. Und so kann der Zölibat auch nur noch als legitim qualifiziert werden, wenn seine Nützlichkeit für den Menschendienst herausgestrichen wird  und das reduziert sich dann faktisch auf die Behauptung, daß zölibatär Lebende eben keiner Doppelbelastung unter Familie und Beruf unterliegend besser den Berufsanforderungen gerecht werden können. So trivial ist die "Theologie" dieses Kardinals.     


Sonntag, 9. Juni 2019

Pfingsten -ein Problem des Indikatives- daß die Kirche so unlebendig sein kann!

Pfingsten hat Gott seinen Hl. Geist seiner Kirche eingegossen, sie lebt seit dem in der Kraft dieses Geistes. Pfingsten kann so auch als das Geburtstagsfest der Kirche bezeichnet werden, auch wenn dies den Einwand evoziert, ob nicht das Kirchesein die Voraussetzung dafür ist, daß Gott den Hl. Geist seiner Kirche gibt, daß der Empfänger dieser Gabe doch schon da sein muß, damit er die Gabe empfangen kann. 
Aber jetzt soll das Augenmerk auf etwas anderes fokussiert werden: Die Kirche lebt seit dem aus der Präsenz des Hl. Geistes in ihr. Deutlich wird das, wenn die Apostelgeschichte von dem ersten Konzil der Kirche zu sagen weiß, daß dort die Apostel und Ältesten, (die Priester) mit dem Hl. Geist zusammen beschlossen haben. Apg 15,28: "Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen". Der Hl. Geist ist so nicht etwas der Kirche Gegenüberstehendes, ein kritisches ihr Gegenüber, sondern das Lebenselexier der Kirche.
Nur, was sollen wir zu diesem Indikativ sagen? Erscheint es nicht vielen eher so, als wenn die Institution der Kirche sehr bureauratisch oder auch hierarisch ist, aber geistlos, sodaß zu Pfingsten eigentlich zu beten wäre: Oh, komm doch, Heiliger Geist, und erneuere Deine Kirche! Nur, das setzte ja voraus, daß der Heilige Geist seine Kirche verlassen habe, sodaß sie so so glaubens- und lebensschwach geworden sei. Hat es Gott gereut, seinen Geist der Kirche auszusenden, wie es ihm gereute, Saul zum König erwählt zu haben?  !.Samuel 15,11:
"Es reute mich,daß ich Saul zum König gemacht habe." Die  Hl. Schrift spricht hier eindeutig von Gottes Vermögen, etwa zu bereuen- so unangenehm das Theologen auch klingen mag! Hat es Gott etwa nun auch gereut, der Kirche seinen Heiligen Geist gegeben zu haben? Oder gilt weiter der Indikativ, daß die Kirche auch jetzt nur lebt, weil sie aus diesem Geiste lebt? 
Aber, was ist dann das Leben aus dem Heiligen Geist? Ist nicht der typische Umgang mit der Vorstellung von der Kirche, die aus dem Heiligen Geist lebt der, daß eine Utoie von der Kirche sich erphantasiert wird, daß dann desillusioniert festgestellt wird, daß die real existierende Kirche so ganz anders ist als die erträumte Idealkirche und daß deshalb geschlußfolgert wird, daß die Kirche ohne den Heiligen Geist ist- ja, daß Pfingsten inbrünstig zu beten sei: Komme, Heiliger Geist, wieder in Deine Kirche, die Du verlassen hast, aufdaß Du sie wieder belebest? 
Für die Reformatoren war es eine Selbstverständlichkeit, daß die Römisch-Katholische Kirche vom Heiligen Geist verlassen war und so nur so abirren konnte von der Wahrheit. Dem hat aber die rechtgläubige Kirche widersprochen. Es ist auch nicht wahr, daß der Heilige Geist  statt in der Kirche nur noch in ihren Rändern wirke, isb. unter den von der Amtskirche verurteilten Ketzern, wie manche protestantischen Kirchengeschichten den Eindruck erwecken. 
Aber wie ist der Indikativ, daß die Kirche auch jetzt aus der Kraft des Heiligen Geistes lebt mit der Realität des heutigen Lebens der Kirche zusammen zu denken? Der leichte Ausweg, die Kirche als geistlos anzusehen, ist uns als Katholiken verwehrt, auch wenn die Kirche in unserer Zeit mehr eine des herrschenden Zeitgeistes zu sein scheint als eine des Heiligen Geistes
Um auf diese Frage eine Antwort finden zu können, muß wohl bedacht werden, daß der Heilige Geist auch den Gläubigen der Kirche nicht ihren freien Willen nimmt, kraft dessen auch Kirchenglieder anders wollen können als der Heilige Geist es auch ihnen bezeugt. Die Glieder verfügen gegenüber dem Gesamtorganismus, dem sie als Teile angehören, ihre individuelle Freiheit, gegen den Organismus zu leben. Die Kirche als Ganzes bleibt so lebendig erhalten, auch wenn viele Glieder innerlich sich vom Ganzen abgesondert leben und zwar dann wider den Heiligen Geist. So kann es auch Zeiten schwachen Lebens in der Kirche geben, aber gerade hier gilt dann, daß auch dies schwache Leben nur real ist, weil dies aus der Kraft des Heiligen Geistes ist. Solche lebensschwachen Zeiten könnte es in der Kirche nur nicht geben, wenn der Heilige Geist die Glieder der Kirche so beherrschte, daß sie ihm gehorsam sein müßten, weil sie gar nicht ungehorsam sein können- das wäre aber das Ende der menschlichen Freiheit.
So ist der Heilige Geist in der Kirche gerade auch der Ermöglichungsgrund der Insubordination gegen diesen Geist, sodaß das Leben der Kirche geschwächt wird. Aber dieser Geist erhält die Kirche am Leben, wütet der Zeitgeist noch so sehr in ihren Gliedern.       

Samstag, 8. Juni 2019

Irritierendes: Gott erkennen und Gott beweisen

Gott ist erkennbar, seit Schaffung der Welt für den Menschen, denn er ist für ihn aus der Welt, weil sie seine Schöpfung ist, erkennbar, wie im und durch ein Kunstwerk der Künstler des Werkes. Das ist eine der Zentralaussagen des Römerbriefes 1-8. Die Intention dieser Aussage ist eindeutig: Weil Gott von allen erkennbar war und ist, ist der Unglaube unentschuldbar. Nicht nur dem jüdischen Volke, allen war Gott durch seine Schöpfung erkennbar- und so sind sie alle schuldig vor Gott, weil sie nicht so Gott erkannten, wie sie ihn erkennen konnten und daß sie dann nicht so gelebt haben, wie es ihnen möglich gewesen wäre,hätten sie ihre Möglichkeiten der Gotteserkenntnis ausgeschöpft.
Eine Frage stellt sich nun dazu: Ist die von Paulus postulierte menschliche Möglichkeit des Erkennens Gottes identisch mit der Vorstellung von der Beweisbarkeit Gottes durch etwa die Gottesbeweise? Ist Erkennen gleichbedeutend mit Beweisen?
Stellen wir uns Folgendes vor: Eine Mutter erkennt: "Mein Kind ist krank" und geht mit ihm schnellstens zum Arzt. Der Arzt untersucht dann das Kind und die Untersuchung beweist dann, daß es wirklich erkrankt ist. Das Erkennen der Mutter ist aber noch nicht ein Beweisen der Erkrankung. Die Erkenntnis der Erkrankung des Kindes ist aber für die Mutter so hinreichend gewiß, daß sie mit dem Kinde zum Arzt geht. Erkennen und Beweisen sind so nicht das Selbe. Ein Wirt erkennt, daß ein Gast so viel Bier getrunken hat, daß er nicht mehr Autofahren kann, aber erst eine Untersuchung einer Blutprobe von ihm beweist seine Fahrunfähigkeit. 
Die Gottesbeweise leisteten dann also mehr als die Erkennbarkeit Gottes, sie bezeugen seine Beweisbarkeit. Aber leisten sie wirklich, was sie uns verheißen? Erinnern wir uns an den bekanntesten: Alles, was ist, ist verursacht von enem anderen, und das wiederum von einem anderen- es muß aber am Anfang etwas geben, was nicht durch etwas anderes  verursacht ist, denn es könne keinen regressus infinitus geben, daß es keinen Anfang gibt, der nicht wiederum ein Produkt von etwas ist.Dieser Anfang, der selbst nicht durch ein Anderes ist, das ist Gott.
- 1 kann verstanden werden als das Produkt von: -2 plus 1, -2 wiederum als das Produkt von: -3 plus 1 und so weiter. Es gibt keinen Grund dafür, daß die so angefangene Reihe mit einem: - n  endet,das nicht wiederum als Produkt von: diesem Minus n  -1 und dann plus 1 begriffen  werden kann. Hier liegt ein regressus infinitum vor und es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, den hier abzulehnen. 
Beeindruckender ist aber der ontologische Gottesbeweis: Gott ist das Höchste, über das hinaus nichts Höheres gedacht werden kann. Wenn Gott als nur in unserem Denken seiend gedacht wird, dann wird er nicht als das Höchste gedacht, denn etwas, das in uns seiend und auch außerhalb unseres Denkens als seiend gedacht wird, ist höher gedacht als das, was nur im Denken als seiend gedacht wird. Also wird Gott nur als das Höchste gedacht, wenn er auch als außerhalb unseres Denkens als seiend gedacht wird. 
Das überzeugte als Beweis, wenn nicht etwa ein Atheist, etwa Lenin erwidern könnte, daß nicht Gott sondern die Materie das Höchste ist, über das nichts Höheres hinaus gedacht werden kann, weil Gott ja nur -im Gegensatz zur Materie - in unserem Denken ist. (Man unterschätze das Niveau des Atheismus nicht, wie ihn etwa Lenin entfaltet hat in seinen erkenntnistheoretischen Schriften, etwa:"Materialismus und Empiriokritizismus".Daß Gott das Höchste ist, über das hinaus nichts Höheres mehr gedaccht werden kann, das müßte selbst noch einmal bewiesen werden, denn seit Ludwig Feuerbach wird das bestritten. 
Jetzt fragen wir mal ganz anders: Kann Gott noch geglaubt werden, wenn er beweisbar wäre? Werwandelte nicht dann das Beweisenkönnen Gottes den Glauben in ein Schauen Gottes? Ist etwa die Nichtbeweisbarkeit Gottes der Ermöglichungsgrund des Glaubens an ihn? 
Wenn der Glaube bedeutet, etwas für wahr halten, daß Gott ist also für wahr zu halten, so würde doch der Beweis, daß Gott ist, ein Fürwahrhalten ausschließen, denn was bewiesen ist, halte ich nicht für wahr, weil ich es gewiß weiß. So kann ich sagen, daß ich es für wahr halte, daß der Epheserbrief von Paulus geschrieben worden ist, auch wenn die Mehrheit der Exegeten das verneint, aber doch immer mit dem selbstkritischen Ton, daß es keine bewiesene Erkenntnis ist.  
Wenn der Glaube aber Vertrauen meint, dann wird es noch klarer: Wenn eine Frau zu ihrem Ehemann sagt:" Ich vertraue Dir, daß Du mich nicht im letzten Urlaub betrogen hast", dann könnte sie das nicht sagen, wenn sie einen Privatdetektiv engagiert hätte und der ihr bewiesn hat, daß der Mann sie im Urlaub nicht mit wem betrogen hat. Der Beweis seiner ehelichen Treue in diesem Urlaub verunmöglicht so die Aussage, daß sie ihm vertraut, daß er sie nicht betrogen hat in diesem Urlaub.
Glauben impliziert so ein Defizit an Erkenntnis, daß das Erkannte noch nicht bewiesen ist, daß aber so den Glauben erst ermöglicht.
Wenn aber nur das wissenschaftlich Bewiesene als Erkennnis anerkannt wird, dann, aber nur dann ist der Glaube an Gott etwas Erkenntnisloses.        


Freitag, 7. Juni 2019

Zukunft der katholischen Kirche – Wie geht‘s weiter? Religionslehrer beziehen Position!

Mit kraftvollen ironisch gemeinten Parolen eröffnet dieser Verband "katholischer" Gymnasiallehrer ihr Kampfpamphlet mit 10 Forderungen für den synodalen Weg der Kirche.
Da ist zu lesen: "Selig, die ihr die Täter schützt und die Opfer alleine läßt." Die zweite Parole erklärt dann diese erste: "Selig, die ihr Homosexuelle ausgrenzt  und abweist." Also, Klartext gesprochen: In der Kirche wird der Täterschutz noch nicht intensiv genug praktiziert, denn immer noch gibt es da ein Gerede von einem Zusammenhang von gelebter Homosexualität und den Mißbrauchsfällen, zuletzt durch den emeritierten Papst Benedikt XVI.- Damit muß Schluß sein. 
"Selig, die ihr das Dogma über die Botschaft stellt.", diese Parole offenbart den antiatholischen Charakter dieses 10.Punkte Deformprogrammes, denn für den Katholischen Glauben entfalten die Dogmen die Wahrheit der Botschaft; es ist dagegen ein genuin reformatorisch, dann liberal protestantische Anliegen, die Dogmen der Kirche als Verfälschung der Verkündigung Jesu zu dekonstruieren. Gut protestantisch wird dann auch gegen die hierarchische Struktur der Kirche polemisiert: "Selig, die ihr dem Erhalt von Machtstrukturen eure Glaubwürdigkeit opfert." Die Rotte Korach findet eben zu allen Zeiten ihre Wiedergänger in ihrer Lust an der Insubordination, Gottes Ordnungen durch menschlich allzumenschliche Ordnungen zu ersetzen, die dann der Glaubwürdigkeit förderlich sein sollen, weil sie die Kirche verweltlichen und so den Weltmenschen genehmer machen.

Nun zu den 10 Punkten der Deformagenda:  

  1. Wir fordern eine lernende Kirche, die offen ist für neue Impulse und kritische Anfragen, die ernst macht mit der Rede von Gott, der sich immer neu in der Geschichte offenbart (Ex 3,14ff.). Eine lernende Kirche, die ehrlich zuhört und in dem, was andere sagen, ein Licht erkennt, „das ihr helfen kann, das Evangelium tiefer zu verstehen.“ (vgl. Christus vivit, Nr. 41).
  2. Wir fordern, dass anspruchsvolle, diskursiv betriebene Theologie in kirchlichen Strukturen und kirchlicher Verkündigung angemessen Berücksichtigung findet.
  3. Wir fordern das Ende eines repressiven Umgangs mit innovativ denkenden Theolog*innen. Kritische, auch unbequeme Stellungnahmen müssen als Chance wahrgenommen werden, nicht als Störfaktor.
  4. Wir fordern eine Christologie und Ekklesiologie, die den Jesus der Evangelien in den Mittelpunkt stellen, der einen Gegenentwurf zu aller menschlichen Versuchung der Macht darstellt (Mt 4,8ff.).
  5. Wir fordern im Sinne einer Nachfolge Jesu eine dienende Kirche, sowohl im solidarischen Dienst an der Welt als auch im Hinblick auf die Umsetzung subsidiärer Leitungsstrukturen.
  6. Wir fordern eine “Verheutigung” theologischer Sprache in allen kirchlichen Handlungsräumen und die mutige Übersetzung dogmatischer Formeln, so dass Menschen die befreiende Botschaft des Glaubens als lebendig machend wahrnehmen können.
  7. Wir fordern ein Umdenken in Fragen von Sexualität insbesondere auch von Homosexualität, die Wertschätzung der menschlichen, körperlichen Verfasstheit verbunden mit der Freude am Körper und der eigenen Sexualität. Dringend notwendig erscheint ein ehrlicher Blick in die eigenen Reihen im Hinblick auf die Themen Sexualität, Homosexualität und Beziehungsfähigkeit.
  8. Wir fordern mutigere Schritte in der Ökumene, vor allem selbstkritische Schritte auf dem Weg zum Abbau aller Schranken, die im katholischen Amtsverständnis begründet sind.
  9. Wir fordern im Blick auf den angekündigten synodalen Prozess aus jedem (Erz-)Bistum eine Auskunft, wie dieser umgesetzt und als handlungsleitend konkretisiert wird.
10.   Wir fordern verbindliche Maßnahmen der Umsetzung des anstehenden synodalen Prozesses und ein Ernstnehmen des Glaubens aller Gläubigen (sensus fidei). Wenn der Geist weht, wo und in wem und wie er will, wenn – wie wir glauben – der Geist in den Gliedern wie in den Häuptern der Kirche wirksam ist, dann ist das Prinzip der Partizipation für den anstehenden Prozess absolut notwendig.
Zitiert nach:

Bundesverband der katholischen Religionslehrer und -lehrerinnen e.V.https://bkrg.de/

Versucht man, hieraus einen Kern der Forderungen herauszuschälen, so fällt  auf, daß nur noch die Evangelien Bedeutung für die Kirche haben sollen, das ist natürlich ein Angriff auf die Briefe des Apostels Paulus, da diese liberalen Theologen als zu dogmatisch und Schülern so nicht mehr vermittelbar gelten. Die traditionelle Theologie, wie sie immer noch der Katechismus lehrt, soll verlernt und durch eine zeitgenössische Theologie ersetzt werden. Vulgär protestantisch wird bei der Erneuerung der Theologie den als häretisch verurteilten Theologien eine besonders wichtige Rolle zugesprochen: Wenn es eine gute Theologie gibt, dann ist das eine innovative. Dem schließen sich dann die Lieblingsthemen an, besonders der Homosex und der Kampf gegen das Amtsverständnis der Kirche.Ach ja, das Wichtigste: Die Demokratisierung der Kirche, daß nicht mehr Jesus Christus der Herr der Kirche sein soll, sondern die Mehrheitsentscheidung. So findet endlich Pontius Pilatus Frage, was ist denn die Wahrheit? eine klare Antwort: Wahr ist, was in Gremien demokratisch beschlossen ist. 
Und was erfahren wir über das, was diese Religionslehrer nun ihren Schülern vermitteln wollen? Kurz und bündig liest sich das so: "erleben wir durchaus ein Interesse und eine Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung mit existentiellen Fragen des Lebens, die dann auch die Fragen und Themen des Glaubens berühren. Dies zu ermöglichen und damit Fragen des Glaubens und der Religion vernünftig zu reflektieren und darin Schüler*innen sprach- und dialogfähig zu machen, ist Absicht und Ziel unseres Religionsunterrichts."
Existentielle Fragen der Schüler sollen also im Mittelpunkt des Unterrichtes stehen, die dann gar Fragen und Themen des Glaubens berühren. Die christliche Religion kommt also nur vor als etwas, das da berührt wird. Was wäre von einem Deutschunterricht zu halten, in dem die Deutsche Literatur berührt wird?
Zudem: Seit wann besteht denn die christliche Religion primär aus Fragen? Ist das Wesentliche nicht, daß sie wahre Antworten gibt? Aber diese Reigionspädagogik kennt keine Antworten sondern nur Fragen und Themen. Keine Erkenntnisse soll so der Religionsunterricht vermitteln, sondern nur noch Schüler zum Dialog befähigen!  Völlig nebulös wird so die Rede von der befreienden Botschaft des Glaubens. Wie eine deplazierte Phrase wirkt dies in einem Text, der von der Religion nur noch eine Reflexionskultur übrig lassen will, in der alle substantiellen Gehalte aufgelöst werden. Aber dafür schlägt das Herz dieser Reformpädagogen beim Thema: Sex. Der Punkt 7, der ist mit Herzblut geschrieben worden.
Was soll man dazu sagen? Wer frägt, warum es in der Katholischen Kirche nur noch bergab geht, sie sich im freien Fall nach unten befindet seit dem 2.Vaticanum, findet hier den Grund für das Totalversagen des Religionsunterrichtes in den Schulen, zumindest der Gymnasien. Ein klarer antikatholischer Geist beherrscht diese Deformagenda, die nur eines vermittelt: Nur wenn die Katholische Kirche sich aufgibt und völlig in protestantische Beliebigkeit umwandelt, hat sie noch eine Chance, bei Schülern anzukommen. 

Zusatz:
Augenfällig ist, daß in diesemText auch nicht eine Spur eines Verständnisses für die christliche Religion erkennbar ist- stattdessen linksliberaler Moralismus und der Wille zu einem dogmenfreien Christentum.    

     

Donnerstag, 6. Juni 2019

Kardinal Müller: Glauben nicht mit »neomarxisitscher« Ideologie verwechseln

"Durch die Politisierung des Glaubens, an der sich Papst Franziskus mitschuldig gemacht hat, ist die Kirche in eine der schlimmsten Krisen ihrer Geschichte gestürzt.Die Kirche wird » nicht fortbestehen, wenn sie sich in eine religiös-politische NGO umwandelt und ihre von Christus geoffenbarte Glaubens- und Sittenlehre relativiert oder ganz aufgibt. Die Selbstsäkularisierung, die seit über 50 Jahren im Gang ist, rettet die Kirche nicht vor dem Abgrund, sondern bringt sie diesem immer näher« »Wenn die Anpassung an den Verfall der Moral als synodaler Prozess ausgegeben wird, dann wird man bald die Kirche nicht mehr erkennen. Nur wird sie nicht anders sein, sondern gar nicht mehr sein, jedenfalls in den Regionen, wo falsche Propheten den Ton angeben,« so Müller weiter." 
Kardinal Müller: Glauben nicht mit »neomarxisitscher« Ideologie verwechseln, Freie Welt, 6.6.2019
Kann hier Kardinal Müller widersprochen werden? In der Causa eigentlich nicht, aber doch ist hier ein Fragezeichen zu setzen. Vorab: Stammt der Begriff: neomarxistische Ideologie von dem Kardinal oder hat die Freie Welt diesen Begriff ins Spiel gebracht? Aber unabhängig davon: Wie berechtigt ist er?Der Kurs der Katholischen Kirche seit dem 2. Vaticanum kann als eine schrittweise Verprotestantisierung und Liberalisierung und Modernisierung qualifiziert werden, wobei ich die Moderniserung als Moment der liberalen Ideologie begreife. Nur, was hat das mit neomarxistisch zu tuen? Vereinfacht gesagt entthront die Kirche zusehens Jesus Christus als den Herren der Kirche zugunsten der marktwirtschaftlichen Parole, daß der Kunde der König sei. Nicht mehr die hl. Schrift, die Tradition und das Lehramt sollen den Kurs der Kirche bestimmen, sondern die Kundenwünsche- was der nicht mehr hören will, soll als nicht mehr zeitgemäß abgeschafft  werden. Das wird im zeitgenössischen Kirchenjargon: "weiterentwickeln" genannt. 
Nur, was hat das mit neomarxistischen Ideologien gemein? Alle marxistischen Theorien unterscheiden die wahren objektiven Interessen von den bloß subjektiv gemeinten und wollen gemäß den objektiven Interessen Politik machen. Diese objektiven werden aber nur im Marxismus richtig erkannt, während die meisten Menschen, ideologisch verblendet, die gar nicht erkennen. Das nannte Lenin das tradeunionistische Bewußtsein der Arbeiterklasse, wohingegen die wahre Erkenntnis, was die Arbeiterklasse wirklich objektiv will, nur in der Kommunistischen Partei präsent ist. Gerade eine Konsumentenorientierung paßt so gar nicht zu einer marxistischen Ideologie. Das ist vielmehr: purer Liberalismus. 
Auch sind die politischen Themen der Katholischen Kirche, die seit dem jetzigen Papst auch offiziell die wichtigsten der Kirche sind, genuin linksliberale:Umweltschutz, das Projekt der Globalisierung mit seinen zwei Momenten der Multiethnisierung und Multikultivierung! Auch ist die Genderidologie etwas Linksliberale.
Zudem: Einige Konsumenten sind wichtiger als andere. Einfach gesagt: Je mächtiger eine Gruppe ist, desto mehr redet die nachkonziliare Kirche ihr nach dem Munde, etwa der starken Homosexlobby, den Regierenden mit ihrer Politik der Abschaffung der Nationalstaaten, den Feministin, der Umweltschutzobby usw. Aber was soll dies den Mächtigen der Welt Gefallenwollen mit einer neomarxistischen Ideologie zu tuen haben? Genuin Marxistisches findet sich darin nirgends. 
Zu bedenken wäre zudem, ob die Technikkritik Adornos und Horheimers als prominente Vertreter eines Neomarxismus in ihrer berühmten Schrift: "Dialektik der Aufklärung" noch marxistisch ist, sondern nicht eher romantisch, vergleichbar etwa der Technikkritik Heideggers! Diese technischkritische Tradition findet sich dann wohl im Umweltengagement der Kirche wie in ihrer Entwickelungshilfearbeit, aber die ist schwerlich als neomarxistisch bestimmbar, denn der Marxismus ist hinsichtllich der Technikentwickelung eine sehr optimistische Weltanschauung, die positiv zur Naturbeherrschung der Natur durch die Technik steht und von ihr Gutes für den Menschen erwartet. Die heutigen "Transhumanisten" stehen so dem Marxistischen näher als die grünen Umweltschützer mit ihren Romantizismen. 
So treffend Kardinal Müllers Wahrnehmung des Kurses der Kirche ist, daß sie sich zu einer linkshumanitaristischen NGO (vergleiche A. Gehlen: Moral und Hypermoral) umwandeln will, so wenig trifft der Begriff des Neomarxistischen. Die dahinter stehende Ideologie ist die des Liberalismus, anknüpfend an den Kulturprotestantismus des 19. Jahrhundertes: Der König ist Kunde, und es gibt nur eine Sünde für die Kirche, etwas zu lehren, was ihre Konsumenten nicht hören wollen!      

Mittwoch, 5. Juni 2019

Papst Franziskus Kampf gegen den Nationalstaat- ein Vorkämpfer der Globalisierung

Früge jemand, was wohl das Herzstück der katholischen Religion sei, könnte er meinen, daß das auch die praktizierte Marienfrömmigkeit sei, durch die sich die Katholische Kirche distinkt von den anderen christlichen Confessionen unterscheide. Dann müßte doch dieses Ereignis in der Kirche Beifall hervorrufen. Kath de berichtet am 1.6.2019:  
"Es ist ein Rosenkranz. Ein Mann holt ihn auf dem Mailänder Domplatz aus der Tasche, hält ihn in die Höhe und sagt: "Ich persönlich vertraue mein und euer Leben dem unbefleckten Herzen Mariens an, das, da bin ich mir sicher, uns zum Sieg verhelfen wird." Dieser Mann war kein x-beliebiger Tourist oder Pilger, sondern der italienische Innenminister Matteo Salvini, der Mitglied in der rechten Partei "Lega" ist." Mitnichten, die Empörung ist in der Katholischen Kirche groß, der Papst demonstriert unzweideutig seine Ablehnung der italienischen Regierung  wie auch der jetzigen Amerikas gegenüber. Ganz anders als linken Regierungen gegenüber ergreift hier der Papst eindeutig Partei gegen alles, was rechts ist und ihm nicht genehm. 
Warum? Weil die italienische Regierung wie auch Donald Trump sich ablehnend verhalten gegenüber Papst Franziskus Lieblingsprojekt der Auflösung aller Nationalstaaten und ihrer Kulturen durch eine konsequente Multiethnisierung und Multikultivierung. Ja, dies Projekt der Globalisierung ist inzwischen zu dem Zentraldogma der Katholischen Kirche avanciert. Bist Du ein Christ oder keiner?, diese Frage ist identisch mit der: Wie stehst Du zur Multiethnisierung und Multikultivierung?
So scharf wird also gegen die neue Regierung Italiens geschossen:"Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst, die Caritas oder der Papst selbst äußerten sich kritisch. Franziskus betonte: "Seinen Nachbar zu ignorieren ist der erste Schritt, die Nächstenliebe in uns auszulöschen." Mindestens ein Bischof bezeichnete die "Lega" als unchristlich, eine katholische Zeitschrift verglich den Innenminister in der Titelgeschichte gar mit dem Satan. " Daß Papst Franziskus hier die Nächstenliebe mit der Fremdenliebe verwechselt, ist offenkundig, aber um der Fremdenliebe will ja der Papst die Liebe zum Eigenen, zu den Nächsten ja verteufeln. Im Prinzip wirft der Papst jeder Mutter vor, daß sie ihre eigenen Kinder liebt, statt die eigenen zu vernachlässigen, um sich fremder Kinder anzunehmen. Der italienische Staat dürfe genausowenig wie der amerikanische Politik für das eigene Volk betreiben, das wäre praktizierte Nächstenliebe im Raume der Politik, sondern sie sollen so viele Fremde aufnehmen und dort versorgen, bis daß diese Staaten untergehen. Interessant ist dabei, daß der Vatikanstaat keinen einzigen Asylanten aufnimmt- nur die anderen Staaten sollen das, besonders die, denen gegenüber der Papst feindliche Gefühle hegt in seiner Vorliebe für das befreiungstheologische Feindbild der USA und des westlichen Europas, die die Schuld an dem Elend Lateinamerikas trügen.        

Dienstag, 4. Juni 2019

Über den Sendungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Medien

"Der Vorsitzende des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks, Lorenz Wolf, hat mit Blick auf die bevorstehende Ministerpräsidentenkonferenz eine höhere Zwangsabgabe gefordert. Der Theologe und Jurist begründete dies mit einem Kampf gegen Populismus. „Um dem Populismus den Boden zu entziehen, braucht es journalistische Präsenz und Exzellenz auf allen Ebenen – verstärkt auch im Internet“,". 
Wer bisher meinte, daß ARD und ZDF und all die vielen sonstigen Programme und öffentlich rechtlichen Rundfunksender neben der Unterhaltung zur Information der Bürger dasind, wird nun eines besseren belehrt. Die Sender sollen den Populismus bekämpfen, ihm "den Boden entziehen". Damit sie dabei erfolgreich sein können, müssen die Zwangsgebühren erhöht werden: Das Volk hat so die Staatspropaganda zu bezahlen. 
Wenn nun schon diese Sender so Propaganda für die demokratischen Blockparteien gegen die Opposition produzieren sollen, mehr und béssere als bisher, warum bezahlen dann nicht die Nutznießer dieser Propaganda die Sender?
Aber das sei ferne: Jeder Bürger muß diese Antirechtspropaganda bezahlen, es gehört sozusagen zu seinen staatsbürgerlichen Pflichten, die regierungstreuen Sender zu finanzieren, egal, ob ihre Aussendungen von ihm gesehen werden oder nicht. 
Der Rundfunkrat hat so seine Mission verstanden: Durch die Zwangsgebühren ist der Geldfluß für die Sender gesichert. Als Gegenleistung wird dann aber eine Berichterstattung im Sinne der Regierung erwartet, die ja so die Finanzierung der Sender absichert, indem sie den Sendern faktisch das Sonderecht zuprivilegiert, sich wie durch Steuern zu finanzieren. Der Kampf gegen Rechts, von der Antifa, über die MLPD (der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands) und den Grünen bis zu den C-Parteien geführt, wird so zu dem Sendungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Medien. 
Und der Theologe Wolf weiht dann diesen Propagandakampf noch mit dem kirchlichen Segen, nachdem er kämpferisch mehr Geld für die Antirechtspropaganda einfordert. Ob man da nicht irgendwie Karl-Eduard Richard Arthur von Schnitzlers  "Schwarzen Kanal" reaktivieren könnte, der doch schon so überzeugend in der DDR den antifaschistischen Kampf führte! 

Zusatz:
Natürlich gehört zu diesem Sendungsauftrag auch der Kampf gegen den "Rechten Rand" der Kirchen dazu; auch da leisten diese Sender ja schon Großes.  

Montag, 3. Juni 2019

Irritationen zur Deutschen Schuldkultur

Spontan würde man doch sagen, daß die Zeiten von "Schuld und Sühne" der Vergangenheit angehören, daß der russische Schriftsteller Dostojewski dazu wohl noch Tiefes schreiben konnte, aber daß diese Zeiten vorbei sind und die leeren Beichtstühle bewiesen doch das auch, ja selbst am Karfreitag würde kaum noch von dem Heiland gepredigt, der für unsere Sünden zur Sühne gestorben sei. Stattdessen höre man landauf landab Polemiken gegen den schlimmsten Mittelaltertheologen Anselm von Canterbury, über seine Satisfaktionslehre. 
Aber ein Blick über den Tellerand und schon stoßen wir auf eine blühende Schuldkultur,daß irgendwie wir Deutschen an allen Übeln der Welt die Schuldigen sein, von Hermann, dem Chersusker angefangen bis zum 2.Weltkrieg. Ja, es gehört sogar zur Staatsraison, daß wir uns zur Alleinschuld am 2. Wetkrieg bekennen, und eigentich hatten die Siegermächte auch recht, als sie uns im Versailler Vertrag unterschrieben ließen, daß wir die Alleinschuld am 1. Weltkrieg trügen. Diese Schuldkultur wird nun intensiv gepflegt und im Geschichtsunterricht gelehrt. Ja, man könnte meinen, daß die augustinische Erbsündenlehre nun durch die  deutschen Schuldlehre ersetzt wird: Wir Deutschen haben alle in Hitler gesündigt und so sind wir das Schuldvolk.  
Aber wenn man dann intensiv recherchiert, kann Folgendes gefunden werden:  
 Ein Redakteur der „Prawda“ wandte sich an Stalin mit der Frage: „Wie verhält sich Stalin zu der Meldung der Havas-Agentur über die ‚Rede Stalins‘, die er angeblich ‚am 19. August 1939 im Politbüro‘ hielt, und in der angeblich der Gedanke ausgeführt wurde, dass der Krieg möglichst lange dauern müsse, um die kriegführenden Seiten zu erschöpfen‘.“
Stalin sandte folgende Antwort:
„Diese Meldung der Havas-Agentur, wie auch viele andere ihrer Meldungen, ist eine Lüge. Ich kann natürlich nicht sagen, in welchem Tingeltangel diese Lüge fabriziert wurde. Aber wie immer die Herren aus der Havas-Agentur lügen mögen, sie können nicht leugnen, daß:
1. Nicht Deutschland hat Frankreich und England überfallen, sondern Frankreich und England überfielen Deutschland, indem sie die Verantwortung für den jetzigen Krieg übernahmen;
2. nach der Eröffnung der Kriegshandlungen wandte sich Deutschland mit Friedensvorschlägen an Frankreich und England, während die Sowjetunion offen die Friedensvorschläge Deutschlands unterstützte, da sie der Meinung war und weiterhin ist, dass die rascheste Beendigung des Krieges die Lage aller Länder und Völker von Grund auf erleichtern würde;
3. die herrschenden Kreise Englands und Frankreichs lehnten schroff sowohl die Friedensvorschläge Deutschlands als auch die Versuche der Sowjetunion ab, die rascheste Beendigung des Krieges zu erzielen.
Das sind die Tatsachen. Was können die Tingeltangelpolitiker aus der Havas-Agentur diesen Tatsachen entgegenstellen?“ https://hanswernerklausen.wordpress.com/.../„frankreich-und-england-uberfielen-deut.

Stalin kann nun vieles vorgeworfen werden, aber sicher eines nicht, daß er ein Hitlersympathisant gewesen wäre, der so Hitler von dem Vorwurf der Alleinschuld am Ausbruch des 2.Weltkrieges freisprechen wollte. Er ist auch kein revisionistischer Historiker. Was dann? Er bestätigt hier nur das, was in jedem Geschichtsbuch an Fakten nachzulesen wäre, wenn in ihnen noch zwischen der Darstellung der Tatsachen und der Interpretation unterschieden würde, oder wenn die Tatsachen, die der offiziellen Geschichtsschreibung widersprechen, nicht schon weggelassen würden.Tatsache ist, daß Hitler in der nicht gerade sehr rühmlichen Tradition derAufteilung Polens zwischen Rußland und Deutschlands den Teilungspan Polens unterschrieb, meinend, daß England und Frankreich um der Souveränität Polens willen keinen Krieg mit Deutschland anfingen. Aber es kam zur Kriegserklärung dieser beiden Länder, aber auch nur gegen Deutschland  und so begann der 2.Weltkrieg. Ob Stalin diese Entwickelung nicht vorausgesehen und auch gewünscht hat, das ist nun eine andere Frage. Es spricht aber viel dafür, daß Stalin auf einen Krieg hoffte, in den dann die Rote Armee eingreifen sollte, wenn der Krieg auszubluten anfing, um dann die Sowjetunion als die Friedensmacht zu profilieren, die den Völkern Europas durch einen Revolutionsexport den Frieden brächte. Darauf rekurriert ja Stalin hier, wenn er sagt, daß er diese Rede über einen lang währenden Krieg nicht gehalten haben soll! Natürlich ging es dann dabei nicht um einen langen Krieg um des Krieges willen, sondern Stalin glaubte, daß je länger der Krieg dauern würde, desto mehr steigen die Chancen für kommunistische Revolutionen in den kriegsführenden Ländern, wenn die Revolutionäre im Inneren von der Roten Armee von Außen Hilfe bekämen- sie würden dann nicht als Okkupanten sondern als Friedensbringer begrüßt. Zu  diesem Konzept paßte es dann auch, daß Stalin schon hier sich als Mann des Friedens profiliert.
Was aber für uns Deutsche relevanter ist: Warum sind wir selbst so sehr darauf erpicht, uns an allem die Alleinschuld zuzuschreiben, selbst wenn die Tatsachen wie in der Causa des 2. Weltkrieges klar dagegen sprechen? Und warum bejahen wir eine Schuldkultur, in der es für uns nur die permanente Anklage aber nie eine Verzeihung und Vergebung geben kann?          

Sonntag, 2. Juni 2019

Das Ende des Abendlandes, was kommt danach?

Das Ende des 1.Welkrieges mit dem Sturz der drei christlichen Monarchien Rußlands, Österreichs und Deutschlands kann als das Ende des christlichen Abendlandes angesehen werden, denn nun hörte die christliche Religion auf, die öffentiche Religion in Europa zu sein. Sicher, der Zerfallsprozeß läutete schon die Reformation ein, und die Aufklärung  domestizierte die christliche Religion,devitalisierte sie, damit sie nicht mehr den Grund für innerchristliche Religionskriege wie die des 17.Jahrhundertes böte.
Aber wenn so ein Vakuum entstand, der Platz der öffentlichen Religion war so vakant geworden, war dies auch die Stunde der Ersatzreligionen,die der Weltanschauungen, die nun den Platz der christlichen Religionen einnehmen wollten. Es begann die Zeit der Weltanschauungskriege. Drei profilierten sich dabei heraus:Der Kommunismus als radicalisierter Sozialismus seit dem Sieg der Oktoberrevolution in Rußland, der Faschismus seit Mussolinis Sieg in Italien und der radicalere Nationalsozialismus Deutschlands und der Liberalismus Englands und Amerikas. 1989  siegte dann endgültig der Liberalismus. (Vgl dazu Alexander Dugin, Die vierte politische Theorie). Als Weltanschauung ohne eine ideologische Konkurenz wurde er quasi zur Selbstverständlichkeit, zu der Weise des politischen Denkens, die alle politischen Parteien teilen als den unreflektierten Hintergrund ihrer Parteipolitik.
Die christliche Religion in Westeuropa hatte sich schon längst mit dem Liberalismus arrangiert, der Protestantismus ohne große Schwierigkeiten, die Katholische Kirche tat sich da schwerer, auch wenn dann im 2.Vaticanum und in seinem Gefolge der Liberalismus seinen Siegeszug in der Katholischen Kirche gegen deren Substanz begann.
Dugin stellt nun in seinem Buch die paradox anmutende These auf, daß dieser Endsieg des Liberalismus zugleich seinen Untergang einleitete. Augenfällig ist ja, daß sich der Liberalismus mit der Politischen Korrektheitsideologie und der Hollocaustreligion synthetisierte und so den Postliberalismus hervorbrachte, der zwar in einer Kontinuität mit dem vormaligen Liberalismus steht, aber doch zu etwas Anderem  geworden ist: zum postmodernen Liberalisms, der jetzt den politischen Diskurs beherrscchte, stiße er nicht unerwartet auf eine neu erwachte Opposition: dem "Rechtspopulisms" oder dem Denken der Rechten. 
Daß nun aber dem einstigen christlichen Abendland durch den sich revitalisierenden Islam eine alte Gefahr neu sich inszeniert, das wird erstaunlichherweise vom vorherrschenden Liberalismus verneint: Nicht der Islam gefährde die abendländisch- christliche Kultur sondern die, die diese bewahren wollen, die Rechten, die Identitären. Nur, wie ist der moderne Liberalismus vereinbar mit der Religion des Islam? Aber der postmoderne Liberalismus unterstützt nun gerade die Islamisierung Europas und zugleich die politische Korrektheitsideologie, die schwerlich mit dem Antisemitismus islamistischer Kreise kompatibel ist.
Stehen wir also vor den 2 Möglichkeiten, der der Islamisierung Europas oder der, daß der Islam in die politische Korrektheitsideologie integriert  und so  beherrscht wird? Und das Christentum? Die Führungskreise erwecken doch den Eindruck, daß sie die christliche Religion als in Europa absterbend ansehen, daß diese Religion in Europa zukunftslos ist. Deshalb möchte wohl nicht nur Kardinal Marx sondern auch Papst Franziskus die Katholische Kirche in eine linkshumanitarische NGO, kompatibel zur politischen Korrektheitsideoologie umformen.  
     

Samstag, 1. Juni 2019

John Cleese „London ist keine englische Stadt mehr“ Multikulti siegt

Der als Mitglied von Monty Pythn berühmt gewordene Komiker [ Cleese ]schrieb darin: „Vor einigen Jahren war ich der Meinung, daß London keine englische Stadt mehr ist. Seitdem haben praktisch alle meine Freunde aus dem Ausland meine Beobachtung bestätigt . Es muß also etwas Wahres dran sein … Ich stelle auch fest, daß London die britische Stadt war, die am stärksten dafür gestimmt hat, in der EU zu bleiben.“ Junge Freiheit am 31.52019. Es gibt wohl keine anderen englischen Komiker, die das einzigartig Besondere des englischen Humors so überzeugend auf höchstem Niveau in Szene gesetzt haben, von denen man in das Englische so brillant eingeführt wird. Monthy Pythn zeigt uns eben, daß das Reden von einer europäischen Kultur blutleeres Gerede ist, wenn damit der Nationalcharakter der einzelnen Völker Europas ausgeblendet wird. So wie es den Menschen immer nur als weiblich und männlich gibt, so gibt es den Europäer immer nur als Engländer, Russen oder Deutschen, nie nur als abstrakten Europäer.
Aber es ändert sich etwas: Der bestimmte Mensch mit seiner Identität soll umgewandelt werden in einen Abstraktmenschen, der ohne Heimat wie ein Nomade der Postmoderne gemäß den Wünschen der Wirtschaft von einem Arbeits-und Wohnplatz zum anderen wandert, ohne irgendeine Bindung, damit er sich durch ein Höchstmaß an Flexibilität auszeichnet.Und so wandeln sich auch seine Heimstätten in Ballungszentren multikultureller Bewohnerschaften. London ist eben keine Heimstatt für Engländer mehr, die Stadt hat aufgehört, eine englische zu sein. Das ist der Erfolg konsequenter Vermultikultivierung und Vermultiethnisierung, daß die Einheimischen ihre Heimat verlieren.
Kultur und Heimat gehören auf das engste zusammen. Unsere ganze abendländische Kultur fundiert sich aus der Seßhaftwerdeung, daß die Menschen aufhörten, als Nomaden durch die Landen zu ziehen. Sie erschufen sich Heimaten, da wo sie geboren werden, leben und sterben und das Ihrige ihren Kindern übergeben. Das ist der Kern unserer Kultur. Aber die Postmoderne soll nun ein Zurück zum Nomadenleben- die Migrationsströme nach Europa und isb. nach Deutschland bilden dabei das Zentrum dieser Neonomadisierung, daß der postmoderne Mensch ohne eine ihm eigene Heimat existieren soll. Die Entheimatung ist so das politische Projekt der Postmoderne. Und dazu gehört es konstitutiv, daß die Hauptstädte der Völker Europas aufhören sollen, Heimstätte für ein Volk zu sein. Sie werden entnationalisiert, verlieren ihren besonderen Charakter, um zu bloßen Ballungszentren beliebig da Wohnenden zu werden, die nur noch der Wille, da Geld zu verdienen da zum Bleiben anhält. John Cleese bringt es auf den Punkt: „London ist keine englische Stadt mehr“  Das ist aber nur der Anfang, denn es wird in nicht ferner Zukunft heißen: "England ist kein englisches Land mehr" und alle Multikultifans werden jubeln: Es gibt England nicht mehr, kein Deutschland, kein Frankreich und mit dem Verlust dieser Heimatländer werden auch die Heimatkulturen verlöschen, wenn es nur noch den homo oeconomicus gehen wird.      

Freitag, 31. Mai 2019

Das Urchristentum: Alles Schwindel? - oder was die historisch kritische Methode über die Moralität des Urchristentumes erkennt?

Die urchristliche Verkündigung; Jesus lebt, er ist von den Toten auferstanden und den Seinen erschienen, evozierte die Gegenpropaganda, daß Anhänger Jesu ihn aus dem Grabe herausgeholt  und auf das leere Grab verweisend die Auferstehung Jesu verkündigt hätten. Bedenkendwert ist dabei, daß so das leere Grab nicht bestritten wurde, es wurde nur anders interpretiert. Warum gingen diese Kritiker nicht zu dem Grabe, das sie sich ja von Christen in Jerusalem hätten zeigen können, den die dortige Gemeinde sagte ja, daß bekannt sei, wo Jesus begraben wurde, um anzudemonstrieren, daß da der Leichnam noch läge? Wäre dann nicht die österliche Verkündigung wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen angesichts Jesu Leichnams in dem Grabe? Aber so ging die antichristliche Propaganda nicht vor, weil sie selbst von der Leerheit des Grabes überzeugt war.
Wie erklärt nun aber die historisch kritische Methode dies? A) Das Grab war nicht leer- den Wunder gibt es nicht. B) Was immer die Schüler Jesu dann Ostern erlebten, das sie dann  als "Auferweckung" oder als "Aúferstehung" interpretierten, sie kamen zu dem Ergebnis, daß das Grab Jesu leer sein müsse, denn sonst hätte er nicht leiblich Jüngern erscheinen können. C) Deshalb erfand die Urgemeinde, oder Theologen in ihr die ganzen Geschichten vom leeren Grab. D) Die Juden sahen keine Möglichkeit, diese erphantasierten Geschichten zu widerlegen- warum nicht, sollte das Grab Jesu also plötzlich nicht mehr auffindbar sein ? und erfanden so die Geschichte von der Entfernung Jesu Leichnam.
Was besagt aber diese historisch kritische Rekonstruktion über die Moralität der so erfinderischen Gemeinde? Daß sie es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt: Sie ersponn Geschichten, die so nie sich ereignet haben. Und Jesu Himmelfahrt? Auch das sei ein reines Phantasieprodukt der Gemeinde!Ja, alle Wunder, die Jesus gewirkt habe, wenn sie nicht weltimmanent erklärbar und somit keine Wunder sind, sind ebenso reine Phantasiestücke. 
Wenn nun die historisch kritische Methode von Jesus alle erphantasierten Geschichten und Reden abzieht, bleibt so wenig übrig, daß man kaum noch sagen kann, was dieser Mensch wirklich gesagt und getan hat.Es bleibt nicht viel mehr übrig als ein jüdischer Wanderprediger, der sich als Exorzist verstand und der die Nähe des Reich Gottes verkündete. Alles andere ist dann das Produkt der urchristlichen Phantasie. Wie ist aber eine solche Phantasterei moralisch zu beurteilen? Was hielte man von einer politischen Partei, die um für ihren Spitzenkandidaten zu werben, Phantasiegeschichten erfände, etwa daß er ein Kind vor dem Ertrinken bewahrt hätte, daß er 5 Doktortitel besäße, daß er ein vorbildlicher Familienvater sei etc...?
Und kritisch angefragt: Wie konnte man sich dem im Urchristentum so viel Phantasie leisten, ohne zu befürchten, daß der ganze Schwindel auffliegt, wenn etwa von Jesus erzählt wird, er habe so viele Wunder gewirkt, wo er doch realiter kein einziges gewirkt hatte? "Hier soll der ein Wunder gewirkt haben? Warum weiß dann davon Niemand etwas?" Was hätten denn da die Urchristen respondieren sollen? 
Aber die historisch kritische Methode ist eben sehr wundergläubig: Da sind schon kurz nach Jesu Tod viele Geschichten über ihn frei erfunden worden und kein Kritiker hätte diesen Schwindel erkannt. Und warum erfand man so vieles? War etwa der echte Jesus von Nazareth so enttäuschend dürftig, daß die Gemeinden erst aus ihm einen wahren Gottesmann machen mußten, damit sie mit ihrer neuen Religion Erfolg haben konnten?  Hätte die historisch kritische Methode recht, die heutige Werbebranche wäre im Vergleich zur Urgemeinde  nur ein Haufen von Dieletanten und Wahlkampfreden wären Festivals der Wahrhaftigkeit.
Aber, jetzt schreiten wir zur letzten Frage: Was sagt das über die Anhänger dieser Methode aus, daß für sie die Vorstellung, daß die meisten Erzählungen des Neuen Testamentes reine Erfindung, reine Propagandamärchen sind, um eben die christliche Religion attraktiver zu gestalten, kein Problem darstellt, als wenn ein solcher salopper Umgang mit der Wahrheit etwas Selbstverständliches wäre. Aufklärerisch vulgär formuliert: Die Religionen sind eben alle Produkte von betrügerischen Priestern und Pfaffen- denn sonst gäbe es nur die natürliche Vernunftreligion. Auf dieser Vulgärkritik der Religionen ist eben gerade diese wissenschaftliche Methode aufgebaut.          

Donnerstag, 30. Mai 2019

Verließ Christus seine Kirche bei seiner Himmelfahrt? Die Kirche-gottlos?

Die Antwort auf diese Frage fiele eindeutig aus, wenn wir uns auf die katholische Antwort limitieren könnten, daß er a) den Heiligen Geist seiner Kirche sandte, sodaß er durch sie die Kirche regiert, daß b) Jesus Christus das Haupt seines Leibes, der Kirche ist, sodaß er unlösbar mit ihr verbunden ist und daß c) Jesus Christus durch seine Kirche das Heil der Menschen wirken will. Das sind dogmatische Wahrheiten, aber ist ihnen mitbedacht worden, daß auch die Glieder der Kirche kraft ihrer Freiheit vom Glauben abfallen können und daß vielleicht in so einem Ausmaß, daß die Kirche außer Kurs gerät? 
Wer die aktuelle Debatte um die Kirche nur im deutschsprachigen Raume sich vergegenwärtigt, die Androhungen des "synodalen Weges" sich vergegenwärtigt, dem drängt sich doch der Verdacht einer von Christus verlassenen Kirche auf. Nur noch eine Parole ertönt, egal,ob es um diesen "synodalen Weg" oder um die Amazonassynode geht: "Die Kirche muß sich der Welt einpassen, sonst verliert sie jede Relevanz!" Ein bloßes Sichanpassen, das wäre nur eine äußerliche Anähnelung an die Welt, nein sie solle sich einpassen, das Weltliche mit seinen Lebensvorstellungen in sich selbst aufnehmen und das damit nicht Kompatible ihrer Lehren ausrangieren als nicht mehr zeitgemäß.Wie ein Modehaus habe sie das unmodern Gewordene auszusortieren, um das jetzt Modische aufzunehmen und ihren potentiellen Kunden anbieten zu können. 
Der einstige König der Kirche, ihr Monarch weilt wohl noch im Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, aber auf Erden entthronte sein Bodenpersonal ihn, um den Menschen, besser den Kunden als neuen König der Kirche zu inthronisieren. Belege dafür? Einer der wichtigsten Aufgaben der Kirche ist die Mission. Nach dem 2. Vaticanum hat faktisch die Kirche diese Aufgabe aufgegeben, indem sie die Mission durch das Konzept des interreligiösen Dialoges und der Ökumene ersetzt hat.
Die Morallehre soll nun den Wünschen der postmodernen Menschen eingepaßt werden, oder einfach in Gänze entwertet werden durch das neue Wundersakrament des Gewissens, daß jeder nur gemäß seinem zu leben bräuchte und er wäre seines Heiles gewiß. 
Dem Zölibat, von Jesus Christus und den Aposteln vorgelebt, indem die vordem Verheirateten nun ihr Eheleben in der apostolischen Nachfolge einstellten, soll  nun ein Ende bereitet werden und wohl auch Jesu Christi Irrtum, nur Männer zu weihen.
Die dogmatischen Lehren der Kirche, fundiert in der Offenbarung Gottes, werden heutzutage als so unwichtig angesehen, daß nicht einmal mehr gegen sie gestritten wird. Wenn etwa ein Professor der Fundamentaltheologie gar Gottes Allwissen ablehnt mit der Begründung, daß auch Gott nicht die freien Entscheidungen der Menschen vorauswissen könne, dann passiert nichts, denn wen interessiert noch die Gotteslehre. Die ganze Dogmatik gilt eigentich als überflüssig, weil nun ganz kundenorientiert die Demoskopie den Kurs der Kirche bestimmen soll. 
Und was macht der Herr seiner Kirche? Verläßt er sie, weil sie ihn verlassen hat? Wo finden wir den in nachkonziliar erbaúten Kirchen den Tabernakel, die Wohnung Gottes auf Erden, die erst jede Kirche zu einem néuen Jerusalemer Tempel werden läßt? Nicht mehr im Zentrum, sondern in irgendeiner Ecke plaziert! Ist so auch der Herr aus seiner Kirche verdrängt worden, seit das Hören auf den Zeitgeist das Hören auf den Heilligen Geist ersetzt hat? 
Aber doch ist es unvorstellbar, daß Jesus Christus seine Kirche verläßt, denn sie wird ja noch für das Heil der Menschen gebraucht!  Aber unter der Parole der Demokratisierung soll eben die Königsherrschaft Christi beendet und die Herrschaft des Menschen aufgerichtet werden.  

Zusatz:
Bezeichnend für den modernistschen Umgang mit der Lehre der Kirche ist zur Veranschaulichung, was uns die offiziell inoffizielle Internetseite der Deutschen Bischofskonfeenz zu Christi Himmelfahrt zumutet. daß die Kirche etwas feiert, was gar nicht geschehen ist, sondern nur eine Phantasie der Kirche ist:
"Während an Ostern die Auferstehung Christi gefeiert wird, geht es an Christi Himmelfahrt um seine "Erhöhung", wie die Theologen sagen. Gemeint ist das im übertragenen Sinne: Das Fest erinnert nicht an ein historisches Ereignis aus dem Leben Jesu. Es geht nicht darum, dass er in die Wolken abhebt. Die Himmelfahrt illustriert vielmehr eine theologische Aussage: Jesus hat Teil an der Herrschaft Gottes und ist ihm so nahe wie kein anderer. Erst nach der Himmelfahrt sitzt Christus "zur Rechten Gottes", wie es im Glaubensbekenntnis heißt. So bietet die Himmelfahrt eine Erklärung dafür, dass Jesus zwar lebt und regiert, aber nicht mehr in körperlicher Gestalt bei seinen Jüngern ist. "  Auf diesen Artikel verweist Katholisch de am 30.5. 2019. Er selbst ist von Thomas Jansen |  Bonn - 10.05.2018 verfaßt worden. Unter den Theologen versteht Jansen natürlich nur die modernistischen Theologen, für die die hl. Schrift eben zum größten Teil reine Phantasiestücke sind, nur nicht so schön erzählt wie von E.T. A. Hoffmann.

Theologisch ist dies völlig absurd, denn daß Jesus nach seinem Kreuzestod den Tod schon überwunden hatte, oder ob er wie der von Jesus vom Tode erweckte Lazarus nach seiner Auferstehung wieder sterben mußte, konnte den österlichen Erscheinungen Jesu nicht angesehen werden, denn Gott hätte ihn ja auch so vom Tode erwecken können, wie  sein Sohn Lazarus erweckt hatte. Die Gegner des Paulus im 1.und 2. Korinterbrief argumentierten ja auch so: Wenn Jesus leiblich von den Toten auferstanden wäre, dann hätte er ob seiner Leiblichkeit wieder sterben müssen, denn jede Leiblichkeit bedeutet: sterben müssen. Deshalb lehnten sie die Vorstellung einer leiblichen Auferstehung ab- nur als Seele könne ein Mensch ewig leben. So zeigt erst Jesu Himmelfahrt, daß er nicht zu einem weiteren Leben auferweckt worden ist, das wiederum mit seinem Tode endet.      
     

Mittwoch, 29. Mai 2019

Synodaler Weg – „Ich halte das für einen Etikettenschwindel“

So couragiert äußert sich die Augsburger Bischof Zdarsa über das neue Re/Deformprojekt der Deutschen Bischofskonferenz: "Augsburger Bischof Zdarsa übt im KNA-Interview schwere Kritik an der Geschwätzigkeit einiger deutscher Mitbrüder – Dieses "undisziplinierte Daherreden" sei eines der größten Probleme".Kath net am 24.5.2019. 
Nur, ist das wirklich nur "Geschwätzigkeit"?  Es bedarf keinerlei prophetischer Begabung, um die Ergebnisse dieses synodalen Weges vorauszusagen: Beflügelt vom Ungeiste der päpstlich inszenierten Amazonassynode wird

der 1.Punkt der vorgeschlagenen Reformagenda dieses synodalen Weges der Kampf gegen den Zölibat bilden: a) in dem Votum, verheiratete Männer zu Priestern zu weihen und b) vielleicht allen schon geweihten Priestern die Möglichkeit zu heiraten zu gewähren
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Der 2. Punkt wird sein, daß Frauen zu Diakonin zu weihen sind als Vorstufe für Frauen als Priester und Bischöfe.

Der 3. Punkt wird sein, daß die Morallehre der Kirche, isb. ihre Ehe- und Sexualmorallehre zu liberalisieren sei und daß isb die ausgelebte Homosexualität nicht weiter als Sünde diskriminiert werden dürfen, und daß so auch Homosexpaare kirchlich gesegnet werden dürfen als Vorstufe zum Ehesegen- so wie dieser Prozeß auch in den evangelischen "Kirchen" sich gestaltet hat.

Der 4. Punkt wird dann die Forderung der Demokratisierung der Kirche sein, daß es nicht angeht, daß die Kirche Lehren und isb. Morallehren als ewig gültige Wahrheiten verkündet, statt daß in ihr nur gelten kann, was  demokratisch legitimiert ist.   

Das einzig Unklare ist nun, ob die Deutschen Bischöfe als Reformavantgarde nun diese neuen Ideen allein für ihren Bereich beschließen wollen, oder ob sie dafür auf eine Erlaubnis des Papstes warten werden. Die Ergebnisse der Amazonassynode werden dabei wohl die Möglichkeiten aber auch die Grenzen der Selbstprotestantisierung der Katholischen Kirche  Deutschlands festlegen. In einem sind sich aber wohl die Deformbischöfe und der Papst einig: Die Zukunftsfähigkeit der Kirche ist identisch in ihrer Bereitschaft, sich zu entkatholisieren oder um es positiver zu formulieren: Nur am protestantischen Wesen kann die Katholische Kirche genesen.
Ein Akt der "Geschwätzigkeit" wäre dieser "synodale Weg" aber nur, wenn der Kirche ein Papst voranstünde, der diesem Zerstörungsversuch aus den Landen der Reformation die "Rote Karte" zeigen würde. Aber damit ist bei diesem Papst wirklich nicht zu rechnen, ist er doch ein Papst, der gerade sich an die Spitze der modernistischen Deformationsbewegung stellt, der aber auch weiß, daß er immer noch mit ernsthaftem Widerstand rechnen muß, der sich aus der Liebe zur Wahrheit speist und so doch eine starke Kraft ist. Papst Franziskus hält aber dagegen: "Papst: Müssen auf hinderliche Traditionen verzichten" Katholisch de am 24.5. 2019. 

Zu beachten ist aber, daß diese 4 Punkte schon den Sieg des Modernismus in der Katholischen Kirche zur Voraussetzung haben, daß die dogmatischen Lehren der Kirche ihres Wahrheitsanspruches beraubt nur noch als zeitlich bedingte Vorstellungen gelten, die man jetzt bedenkenlos als veraltet archivieren kann um dem herrschenden Zeitgeistgeschmack folgend neue Lehren hervorzubringen, die eben ankommen als nachfrageorientiert Produzierte.