Dienstag, 17. Dezember 2019

Ein Verdachtsfall: Soll hier etwa eine zu fromme Gemeinschaft abgewickelt werden?

Ein Verdachtsfall: Soll hier etwa eine zu fromme Gemeinschaft abgewickelt werden?

Zugegeben, es ist nur ein Verdacht von mir, beweisen kann ich nichts, aber auch Kommissare ermitteln auf ihren Verdacht ihn, zwar nicht alle so erfolgreich wie Columbo, der geradezu intuitiv den Täter erfaßt, um dann aber durch eine intensivste Detektivarbeit den Täter zu überführen. Eines haben aber die Kriminalfälle dieses Kommissares mit der Wahrheitssuche gemein: Meist ist die Wahrheit etwas tief Verborgenes, die sich nur dem genau Erforschenden erschließt.
Es geht um die Gemeinschaft: TOTOS TUUS .Auf Katholisch de wird sie als "umstrittene" Gemeinschaft gleich dysqualifiziert (13.12.2019: "Nach Vorwürfen: Gemeinschaft "Totus Tuus" erhält Übergangsleitung". Nur, war Jesus zu Lebzeiten nicht auch sehr umstritten und ebenso der heilig gesprochene Pater Pio? Das kümmert aber die kirchenpolitisch korrekt Formulierenden nicht, umstritten rein pejorativ zu verwenden. Deshalb wird die marxistisch fundierte Befreiungstheologie in der heutigen Kirchensprache nie als umstritten abqualifizert. Nur Frommes, Zufrommes wird mit der Qualität: umstritten beurteilt. 
Was teilt uns Katholisch de nun weiter über diese Gemeinschaft mit? "Die Gemeinschaft entstand in den 1990er Jahren aus Pilgerfahrten zum bosnischen Wallfahrtsort Medjugorje. 2004 wurde sie in einigen Bistümern als Neue Geistliche Gemeinschaft anerkannt. Die Gemeinschaft schreibt sich die Aufgabe der Neuevangelisierung zu." Ein aufmerksamer Leser weiß nun Bescheid:
a) von einigen wurde sie anerkannt, aber von vielen dann doch nicht. Die Wahrheit ist aber die Mehrheitsmeinung, das wissen wir als gute Demokraten,
b)ist Medjugorje überhaupt etwas sehr Suspektes, ein guter Katholik demonstriert jetzt gegen CO2 und pilgert nicht nach Bosnien,
c) "die Aufgabe der Neuevangelisation" lenkt doch nur vom jetzt Wesentlichen ab, dem Kampf gegen den Zölibat, für das Frauenpriestrtum und für eine zeitgemäße liberale Sexualmorallehre. 

Wie lautet nun die Anklage dieser umstrittenen von den meisten der Bischöfe nicht anerkannten Gemeinschaft:  "Ex-Mitglieder beklagen sektenartige Strukturen und spirituellen Missbrauch". (Kath de am 13.12. 2019) Das "und" dürfen wir hier wohl als explikatives lesen: Die sektenartige Struktur ist der spiritueller Mißbrauch. Was verbirgt sich hinter dieser heutigen Kirchensprache?Unter einem spirituellen Mißbrauch  wird meist einfach verstanden, daß da eine offenbare Wahrheit als im Besitz der Gemeinschaft behauptet wird, der zu gehorchen sei, weil es die Wahrheit sei. Nichtsektierisch ist dagegen ein Kirchenverständnis, das die Kirche bzw. die religiöse Gemeinschaft als Suchbewegung versteht, die in sich bunt, vielfältig ist, weil es in ihr keine schon erkannte Wahrheit gibt, sondern nur solidarisch dialogisch miteinander verbundende Suchende. 
Katholisch de hatte am 31.5.2019 die Anklage präziser formuliert. "Leistungsdruck", "Redeverbote" und "blinder Gehorsam" sei das diese Gemeinschaft Ausmachende. Klingt das nicht wie aus einer Klagelitanei modernistischer Reformer abgeschrieben? Statt daß alle Dogmen der Kirche in Frage gestellt werden dürfen, verlangt da eine Leitung Gehorsam der Lehren der Kirche gegenüber, sodaß es Denk- und Redeverbote gäbe. Aber die Anklage steigert sich noch: Die Mitglieder dieser Gemeinschaft fühlten sich "in ihrer freien Entwicklung beeinträchtigt, insbesondere im Bereich Sexualität, Ehe und Berufung" Diese Gemeinschaft behindere also ihre Mitglieder in ihrer freien Entwickelung ihrer Sexualität! Das ist wohl der Kernpunkt der Anklage. Nur, fragen wir jetzt ganz irritiert: Beeinträchtigt nicht die Katholische Kirche in Gänze die freie Entwickelung der Sexualität, indem sie die gelebte Homosexualität als Sünde beurteilt, Homosexehen als nicht gültige verwirft und den Zölibat von Priestern verlangt? 
Geht uns da jetzt ein Licht auf, daß diese Gemeinschaft eben nicht konform geht mit dem"synodalen Weg", auf dem all dies nicht mehr Zeitgemäße überwunden werden soll! Muß sie deshalb ob der Anklage von Aussteigern unter eine Übergangsleitung gestellt werden, die diese Gemeinschaft auf Linie, auf die des "synodalen Wéges zu bringen hat? Das ist bis jetzt nur ein Verdacht, aber auch Verdächte dürfen geäußert werden, wenn sie unter dem Vorbehalt der Irrtumsmöglichkeit geäußert werden. 

Corolarium 1
Aussteigerliteratur ist immer skeptisch zu beurteilen, unterliegt diesem Format doch ein einfaches Grundschema, das der Schwarz- Weiß- Malerei. So furchtbar ist es da. Nur Mitglieder können wissen, wie es wirklich da ist, da die Selbstdarstellung alles nur vertuscht, und so ist dies Aussteigerbekenntnis das einzig wahre Zeugnis über den Ungeist der Organisation. Eine gute Werbestrategie, aber was ist daran wahr? Berühmt berüchtigt sind da die Hitlergespräche mit dem Aussteiger Rauschnigg, der damit Furore machte. Nur ihm habe Hitler anvertraut, was er wirklich wolle. Eine einzigartige Quelle, nur daß die heutige Forschung zu der desillusioniernden Erkenntnis kam, daß diese Gespräche reine Phantasieprodukte sind.   


 

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