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Dienstag, 7. Juli 2026

Eine Theologie nach Auschwitz müsse eine andere als vor diesem Ereignis sein! Was dürfe die Kirche nicht mehr!

 

Eine Theologie nach Auschwitz müsse eine andere als vor diesem Ereignis sein!



Aktuell wird der Piusbruderschaft vorgeworfen, sie verleugne die Notwen-digkeit einer Umkehr der Verhältnisbestimmung der Kirche und der Theologie zur jüdischen Religion, wie sie im 2.Vaticanum irreversibel vollzogen worden wäre angesichts von Ausschwitz: Es könne und dürfe keine Judenmission seitens der Kirche mehr geben. Deshalb lehre jetzt die Kirche, daß Gottes Bund mit dem Volke Israel ein ungekündigter sei, daß Israel weiterhin das von Gott erwählte Volk sei.

Nicht wird hier die Frage erörtert, warum das Ereignis Auschwitz nicht unter der Thematik der Theodizee: „Warum läßt der allmächtige und gute Gott das Leiden der Menschen zu, zu subsumieren ist und daß dann der Theodizeediskurs weiter zu führen ist. Man behauptet, daß so der Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit dieses Verbrechens nicht genüge getan würde, obschon selbst der Superlativ: „das größte Menschheitsverbrechen“ denknotwendig die Vergleichbarkeit dieses einen Verbrechens mit allen anderen präsumiert.

Die zugrundeliegenden Thesen zum Nein zu jeder Art von einer kirchlichen Mission Juden gegenüber1 könnten so rekonstruiert werden.

Erstens: In Auschwitz ist dem jüdischen Volke etwas sehr Böses angetan worden. Ergänzt wird diese These durch die These, daß in irgendeiner Weise die christliche Religion und die Kirche mitschuldig sei an Auschwitz.

Zweitens: Juden zu missionieren wäre auch ihn gegenüber etwas Böses Tuen.

Deshalb darf es keine Judenmission mehr geben, auch weil die Kirche mitschuldig sei an den Verbrechen den Juden in Auschwitz.



Eine Überprüfung dieser Thesen:

Wenn jede Judenmission den Juden gegenüber etwas Böses ist, dann war es das vor wie nach Auschwitz gleichermaßen. Dann hätte nicht nur die Kirche sondern schon Jesus selbst niemals Juden in seine Nachfolge berufen dürfen. Daß Jesus selbst gesündigt habe, indem er Juden zu seinen Schülern (Jünger) machte, ist eine theologisch unmöglich wahre Aussage.

Dann müßte gelten, daß die Judenmission von Jesus bis zum Ereignis Auschwitz eine erlaubte kirchliche Praxis war und erst durch Auschwitz eine verbotene wurde. Das Evangelium allen Menschen und somit auch den Juden zu verkünden, ist etwas Gutes, denn es wird ja die Wahrheit so den Hörern verkündet. Nun sei irgendwie die Kirche mitschuldig an Auschwitz, sie trage so eine Mitverantwortlichkeit an dem da den Juden Böses Angetane. Da drängte sich doch der Schluß auf, daß nun, um das Böse Tuen wieder gutzumachen, den Juden jetzt umso mehr Gutes getan werden müsse, ihnen also die Wahrheit zu verkünden sei. Einem das Evangelium nicht zu verkünden, wäre da doch eine Unterlassung an einem Gutes zu tuen!

Nur wenn die These, einem Juden das Evangelium zu verkünden, sei etwas Böses ihm gegenüber, wahr ist, ergibt die These, daß um Auschwitz willen nicht mehr das Evangelium ihnen zu verkünden sei, einen Sinn: Da man den Juden so viel Böses da angetan wurde,müsse nun auch das Böse Tuen der Mission ihnen gegenüber von der Kirche eingestellt werden.

Daß aber den Juden die Wahrheit zu verkünden, etwas Böses sei, diese Behauptung ist mit der Praxis Jesu Christi und dem ganzen Zeugnis des Neuen Testamentes unvereinbar.



Ein paar Klärungen zur jüdischen Religion:

Es muß distinguiert werden zwischen der Gottesverehrung des jüdischen Volkes, wie es sie das Alte Testament bezeugt und der jüdischen Religion zu der prinzipiell jeder Mensch sich bekennen kann, auch wenn die Mehrheit ihrer eAnhänger Juden im ethnischen Sinne sind.

Die Genealogie die jüdischen Religion: Die jüdische Religion konstituiert sich durch das Nein zu Jesus, daß er nicht der im Alten Testament verheißende Messias Israels ist und schon gar nicht der Sohn Gottes und dadurch, daß der hebräische Kanon umgedeutet werden mußte, da die Juden nach der Zerstörung ihres Kultzentrumes, des Jerusalemer Tempels keinen neuen Tempel mehr erreichten konnten und eine tempellose Religion konstruiert werden mußte. Nun avancierte der Synagogengottesdienst zum alleinigen Gottesdienst der jüdischen Religion, obgleich im babylonischen Exil der Synagogengottesdienst nur als ein Surrogat für den Tempelkult konzipiert worden war. (In der christlichen Religion wurde der Tempelkult und der Synagogengottesdienst synthetisiert zu der einen hl. Messe, bestehend aus der Vormesse, dem Synagogengottesdienst und dem Meßopfer, der christlichen Version des Tempelopferkultes. )

Die jüdische Religion zeichnet sich durch diesen Bruch mit dem Alten Testament aus, mit ihrer Verneinung des Tempelkultes und des Neins zu dem im Alten Testament verheißenden und in Jesus gekommenden Messias. .So urteilt Jesus selbst über die jüdische Religion, daß sie nicht Mose glaubt, denn wenn Juden Mose glaubten, würden sie Jesus als den Messias glauben. (Joh 5.45-47.)

Die jüdische Religion ist im Urteile Jesu Christi eine falsche Religion: „Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht.“ (Joh,5,23)Diese Aussage ist einer der Ausgangspunkte der Trinitätslehre: Gott Vater und Gott Sohn sind Verschiedene und doch eins, denn es gilt, daß wer den Sohn nicht ehrt, auch den Vater nicht ehrt. Nicht urteilt Jesus hier ja, daß im Synagogengottesdienst zwar Gott geehrt würde, aber nur der Sohn dann nicht, als wenn diese Verehrung eine teilweise wahre wäre.

Gerade da die jüdische Religion eine unwahre ist, muß ihr gegenüber die wahre verkündet werden.

Es bliebe nur als ein Ausweg zur Rechtfertigung des Neines zur Judenmission die These, daß das jüdische Volk, jetzt im ethnischen Sinne, so von Gott erwählt sei, daß es für dies Volk gleichgültig wäre, wie es sich zur christlichen und zur jüdischen verhielte. Aber diese These widerstreitet das ganze Alte Testament und Jesus wirft den nicht an ihn glaubenden Juden vor, daß sie so auch sie ungläubig Mose und dem ganzen Alten Testament gegenüber verhielten.







1Die Frage, wer ein Jude ist, kann hier nicht erörtert werden ob der Kompliziertheit dieser Materie: Ist Jude im ethnischen oder staatspolitischen oder religiösem Sinne gemeint? M.W wird diese Frage im christlich-jüdischen Dialog auch nicht erörtert, geschweige den geklärt.

Dienstag, 24. Februar 2026

Was sind die wahren Kernpunkte des 2. Vaticanums? „Communio“ beleher uns!

 

Was sind die wahren Kernpunkte des 2. Vaticanums? „Communio“ beleher uns!



Angesicht des Konfliktes Roms mit der traditionalistischen Piusbruderschaft, sie erkläre, nun neue Bischöfe weihen zu wollen, offenbart uns der „Communio“ Artikel: „Kommt es zum Schisma?: Der Papst und die Pius-brüder am Scheideweg“ am 21.Februar 2026 von Prof Tück, warum die Piusbruderschaft ohne irgendeine Relativierung das ganze 2.Vaticnum anerkennen müsse. Die Konzilzdokumente enthielten nämlich unhintergehbare Entscheidungen, die jeder Katholik zu bejahen habe,

So heißt es dann in diesem Artikel: „Würde die Piusbruderschaft ohne Revision ihrer theologischen Positionen in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche zurückkehren, stünde die Gefahr im Raum, dass ein Trojanisches Pferd lanciert würde, das antiökumenisches, antijüdisches und antidemokratisches Ideengut einschleusen würde.“

Daraus ergibt sich, daß das Kernanliegen des 2.Vaticanums die Ökumene, ein Projudaismus und die Bejahung der Demokratie sei. Zu der Thematik der Ökumene und der Bejahung der Religionsfreiheit äußert sich dann der Artikel so: „Oder sollen Nichtkatholiken wieder als >Häretiker< und >Schismatiker<, Nichtchristen als >Götzenanbeter> und Anhänger >falscher Religionen< tituliert werden?“ Diese rein rhetorisch gemeinte Frage hat aber die Katholische Kirche bis zum 2.Vaticanum bejaht. Schon im Alten Testament werden die andere Götter Verehrende als Götzenanbeter qualifiziert und so urteilt auch das Neue Testament. Das Konzil zu Trient verurteilt viele Lehren der Reformatoren als häretisch und den Ungehosam wider den Papst als chismatisch. Selbsterständlich hat die Kirche bis zum 2.Vaticanum alle nichtchristlichen Religionen als „falsche Religionen“ beurteilt. Offensichtlich versteht der Autor dieses Artikels das 2.Vaticanums so, als wenn es die Gleichwahrheit aller Religionen lehrt und damit auch ihre Gleichgültigkeit.

Aber dann wird gar noch die Holocaustkeule geschwungen:“Vor allem im Gespräch mit dem Judentum wären Irritationen zu erwarten. Das Konzil hat jeden Antijudaismus verurteilt und die wurzelhafte Verbindung zwischen Israel und der Kirche betont. In der Piusbruderschaft aber werden Juden auch nach dem Zivilisationsbruch der Shoah noch als "Gottesmörder" bezeichnet, solange sie Jesus Christus nicht als ihren Herrn anerkennen.“ Läßt man nun die Polemik auf sich beruhen, bleibt der Vorwurf übrig, daß die Piusbruderschaft immer noch lehrt, daß ein Jude um seines Heiles willen den christlichen Glauben anzunehmen habe! Das bezeugt so das gnze Neue Testament und hat so auch die Kirche in ihrer Treue zum Missionauftrag Jesu Christi immer so gelehrt. Nun soll das Faktum, daß Juden Grauenhaftes in Auschwitz erlitten haben, ein, nein das Argument sein, ihnen das Evangelium nicht mehr zu verkünden! Das ist mehr als absurd, denn was kann einem Menschen Besseres verkündet werden als die Wahrheit und warum soll nun erlittendes Leid ein Argument sein, dem Gelittenhabenden die Wahrheit nicht mehr zu verkünden?

Diesen Standunkt kann nur der einnehmen, der meint, daß der christliche Glaube für das Heil irrelevant sei, da jeder Mensch ja in der ihm eigenen Religion das Heil finden könne und der Atheist, wenn er nur seinem Gewissen folge. Das 2.aticanum lehre also die Gleichgültigleit der christlichen Religion und dazu müsse nun auch die Piusbruderschaft ihr „Amen“ sagen.

So unnsinnig kritisierten nun die Traditionalisten die Errungenschaften des Reformkonziles: „Liberté – durch die Anerkennung der Religions- und Gewissensfreiheit habe man dem Irrtum Rechte eingeräumt, die Wahrheit des Glaubens verraten und dem Relativismus Tor und Tür geöffnet.“ „Fraternité – durch die ökumenische Öffnung habe man eine >Fraternisierung mit Schismatikern und Häretikern< vollzogen, durch das Gespräch mit den >falschen Religionen< dem Synkretismus Vorschub geleistet.“

Nun kann man aber nicht verkennen, daß all diese kritisierten Positionen der „Communio“-Artikel selbst vertritt durch seine Behauptung der Gleichgültigkeit aller Religionen. Wenn wahr nicht mehr von unwahr distinguiert wird, sind dem Snkretismus und dem Relativimus die Tore weit geöffnet.

Bezeichnend ist hierbei der Anthropozentrismus: Wie gehen wir mit den Andersgläubigen und Atheisten um ohne zu fragen, wie Gott denn die Andersgläubigen und Ungläunbigen beurteilt.Humanitär sei es eben ganz im Geiste der Menschenrechtsideologie, die Religion des Anderen und die eigene für gleichgültig zu deklarieren, um so ein friedliches Miteinander zu ermöglichen. „Über Glaubens- und Religionsfragen streitet man eben nicht! Das wnn äre ein unzivilisiertes Verhalten!“ Und dann stören diesen Religionsfrieden der Vergleichgültigung aller Religionen diese Jesusgläubigen, indem sie urteilen, daß nur Jesus Christus die Wahrheit ist!Wenn dieser Theologieprofesor mit seiner Deutung des 2.Vaticanums recht hätte, dann hätte sich die Kirche mit diesem Konzil selbst aufgegeben!



Donnerstag, 27. November 2025

Wenn die Wahrheit verdunkelt wird! Oder was man nicht mehr sagen darf!

 

Wenn die Wahrheit verdunkelt wird! Oder was man nicht mehr sagen darf!


Seid Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist,kann man nicht an Gott glauben, ohne zugleich an Jesus Christus zu glauben, Die Juden haben also nicht >bis heute den Glauben an diesen Gott bewahrt<.Da sie an Jesus Christus nicht glauben.glauben sie auch nicht an Gott.“1 Hier wagt sich jemand in das Minenfeld des jüdisch- christlichen Dialoges, ein Feld,in dem der erlaubte Meinungskorridor fast nur noch eine Linie ist. Dabei lehrt uns das Jesus Christus genau dieses, indem er selbst sagt: „Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht.“ Joh, 5,23. Aber das zu begreifen, stellt nun eine der größten Herausforderungen an das theologische Denken dar: Vater und Sohn sind verschieden, denn sonst gäbe es ihre Differenz nicht untereinander. Es muß aber auch die Gleichheit gedacht werden, denn Ungleiches gleich zu behandeln, wäre ungerecht. Und es muß die Einheit von dem Vater und dem Sohne gedacht werden, denn sonst hätten wir ein addidatives Verhältnis, daß wir Christen an Gott, den Vater und n Gott, den Sohn glaubten, die jüdische Religion aber nur an den Vater, sodaß sie nur den Vater ehrt aber nicht den Sohn. Jesus lehrt aber, daß sie, indem sie den Sohn nicht ehrt, auch den Vater nicht ehrt.

Aber was meint nun ein Apologet des jüdisch-christlichen Dialoges dazu?Er darf ja nicht einräumen, daß der Synagogengottesdienst nicht Gott ehrt, ja er muß sogar die Gleichgültigkeit der christlichen und der jüdischen Gottesverehrung behaupten! Pater Recktenwald nimmt nun den Kampf auf: „Das ist logischer Unsinn.Durch die Menschwerdung hat sich die Identität Gottes nicht gewandelt.Wenn der Glaube Abrahams,Isaaks und Jakobs wahr ist.dann ist er wahr sowohl vor wie nach der Menschwerdung, Denn da Gott laut katholischem Dogma unveränderlich ist, ist auch die Wahrheit über ihn unveränderlich.“2 Wenn das wahr wäre, wäre der Glaube an den dreieinigen Gott unwahr!Er behauptet nun gar: „Folglich ist ein wahrer Gottesbegriff (auch nach der Offenbarung durch Christus ) ohne den Glauben an Jesus Christus möglich.“3

Nun wird hier die ontische Ebene, was ist Gott?, mit der noetischen, wie wird Gott erkannt?, verwechselt.Gott war und ist immer der Dreieinige, aber Gott wurde nicht von Anfang an so erkannt. Vom Polytheismus, daß es viele Götter gibt, aber nur einen für das Volk Israel über den Monotheismus bis zum Glauben an den dreieinigen Gott war es eben ein langer Weg auf dem sich Gott Schritt für Schritt zu erkennen gab und gibt. So war die Erkenntnis, daß es nur einen Gott gibt für das Volk Israel wahr unter der Bedingung des Polytheismus, sie wurde aber unwahr, als Israel erkannte, daß es nur einen Gott gibt und diese wahre Erkenntnis wurde wiederum unwahr, als das Dreieinigsein Gottes verkannt und nicht geglaubt wird. Durch die Leugnung des dreieinigen Gottes im Verharren auf einen schlichten Monotheismus wird diese wahre Erkenntnis zur unwahren. Der Theologe Recktenwald muß nun gar sich zu der These versteifen, daß Gott in der jüdischen Religion wahr erkannt wird, obzwar Glaube an die Dreieinigkeit Gottes konstitutiv zur chistlichen Religion als der wahren Gotteserkenntnis dazugehört.

Nun ist das Verhältnis des monotheistischen Glaubens zum trinitarischen Sein Gottes nicht so zu denken, als wäre Gott wesentlich monotheistisch zu denken und daß er dann sekundär kontingent noch beliebte, dreieinig zu sein. Es gilt, daß Gott notwendig dreieinig ist, denn daß Gott die Welt erschuf, ist zwar ein kontingentes Ereignis, nicht aber daß er sich als der dreieinige explizierte. Einer der größten Aufgaben der Theologie ist es nun, zu begreifen, daß Gott nur als dreieiniger Gott begriffen ist, daß also sonst die Gotteserkenntnis nur eine defizitäre ist, die aber schon als wahr angesehen werden konnte, solange sie das Dreieinigsein nicht verleugnet.


Ein banales Beispiel möge dies verdeutlichen: Wenn ein Lehrer den Schülerm in die Kunst des Subtrahierens einführt, wird er auf die Schülerfrage: „Was ist 3 minus 5?“ antworten: „Das geht nicht!“Die Zahl, von der subtrahiert wird, müsse größer sein als die, die dann davon subtrahiert wird. Das ist wahr in der Menge der positiven Zahlen. Wenn nun aber die Menge der negativen Zahlen hinzugefügt wird, heißt die wahre Antwort: „minus 2“ So ist die Aussage wahr,wenn man noch nicht in der Menge der Negativzahlen operieren kann und auch unwahr,wenn man das gelernt hat, daß 3 minus 5 nicht geht. Sobald die Schüler vertraut gemacht worden sind mit den Negativzahlen können sie 3 minus 5 ausrechnen und wissen, daß das Ergebnis wahr ist. Solange ihnen diese Zahlenmenge noch unerschlossen war, war die Aussage, das geht nicht, wahr. Der Fortschritt in der Wahrheitserkenntnis bringt es mit sich, daß eine wahre Erkenntnis unwahr werden kann, wenn die weitere Stufe der Wahrheitserkenntnis negiert wird. v

Aber um der Synagoge zu gefallen, nimmt man es eben mit der Wahrheit nicht so genau. Dabei wird ja nun auch völlig verkannt, daß die jüdische Religion sich erst durch ihr „Nein“ zu Jesus Christus konstituiert hat und der Absage an dem Jerusalemer Tempelkult als dem Zentrum des alttestamentlichen Frömmigkeit. Vorher gab es den Glauben des jüdischen Volkes, der nun zum Glauben des Volkes, der Kirche,der Einheit von Juden- und Heidenchristen wurde. Die jüdische Religion spaltete sich davon ab.



1Pater Bernhard Zaby, zitiert nach: Pfarrer Hans Milch, Eine große Stimme des ktholischen Glaubens, Bd 2, 2005; S.831-

2A.a.O. S.829.

3A.a.O. S.830.


Sonntag, 31. August 2025

Die Kirche sei schuld am Antisemitismus – und das trotz der Früchte des christlich- jüdischen Dialoges oder eine ewige Feindschaft?

Die Kirche sei schuld am Antisemitismus – und das trotz der Früchte des christlich- jüdischen Dialoges


Michel Friedmann hat ein neues Buch zur Krise der Demokratie und zur Notwendigkeit des Kampfes gegen Rechts vorgelegt, das sich auch dem Thema des anwachenden Antisemitismus in Deutschland wendet. Die FAZ interviewte den Autoren dazu: „FAZ: Michel Friedman im Gespräch : „Ich gehe in Teilen Berlins, wenn es dunkel wird, nicht entspannt spazieren“ (29.8.2025)1 Dafür bietet aber der NDR mit seinem Beitrag: „Woher kommt der Hass auf Juden? Michel Friedman im Gespräch“ vom 8.2,2024 reichhaltiges Material.2

In dem FAZ-Artikel lautet die Hauptthese, daß die Kirche schuld sei an dem überall grasierenden Antisemitismus: Ihre Missionare hätten überall in der Welt erzählt, daß die Juden die Gottessohnmörder seien und das sei die Quelle allen Antisemitismus. Verstärkt worden sei dieser Antisemitismus dann durch das Reüssieren rechts(radicaler) Kräfte, wobei er einen Bogen zieht von der terroristisch agierenden „NSU“ zur AfD. Er erwähnt auch linken Antisemitismus, aber fügt dann gleich hinzu, daß die Kirche die Quelle allen Antissemitismus sei. Nach meiner Erinnerung wird der islamistische Antisemetismus mit keinem Wort erwähnt. Der Feind des jüdischen Volkes ist so klar markiert: Die Kirche und die AfD!

Dieser kirchenfeindliche Artikel stand wirklich am 29.8.2025 in einer Zeitung, die einst durch ihre liberal-conservativer Tendenz sich auszeichnete, jetzt aber zu einem Schlachtschiff der Politischen Korrektheit mutiert ist.

Aisgiebiger wird uns nun aber die Genese des Antisemitismus in dem obig erwähnten NDR-Artikel dargelegt: „Zur ältesten kulturell-religiösen Konstruktion gehört, dass die erste globale Firma, nämlich die Kirche, ihre Handelsvertreter rausgeschickt hat, um zu missionieren und in der Welt eine Geschichte erzählt hat, nämlich dass die Juden Jesus umgebracht haben. Das wurde mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil dann korrigiert. Protestanten waren nicht sehr viel besser. Wenn man sich die lutherische Rede zur Judenfrage anhört, dann verzweifelt man auch, und die Frage ist gar nicht mehr, ob man religiös ist oder nicht. Das wurde über Jahrhunderte, fast zwei Jahrtausende, von Generation zu Generation weitergegeben und von der weltlichen Macht übernommen und missbraucht. Es war also fast 2.000 Jahre legal und legitim, Juden zu schlagen, auszubeuten, auch in die Ghettos zu werfen oder gar zu töten. Dass dann dazu mit Hitler eine völkische, rassistische Rassentheorie dazu kam, ist eine qualitativ verschlechterte und pervertierte zusätzliche Vernichtungsphantasie gewesen. Was uns aber heute auch noch begleitet, sind diese 2.000 Jahre.“

Also der Holocaust hat seinen Ursprung in der Katholischen Kirche und dem Protestantismus, Hitler habe dem nur als einen Zusatz noch eine „rassistische Rassentheorie“ als sekundäre Legitimation der Ausrottung der Juden hinzugefügt. So gesehen ist weder der Islam noch ein rechtsradicler noch ein linksradicaler Antisemitismus das eigentliche Problem, sondern die christliche Religion.

Nun stellt aber jedem Bibelkundigen diese These vor beachtliche Probleme: Im Buch Ester lesen wir nämlich von diesem königlichen Erlaß, des Königs Artaxerxes : „Man solle alle Juden,jung und alt,auch Kinder und Frauen am gleichen Tage,dem dreizehnten Tage im zwölften Monat Adar, erschlagen,ermorden und ausrotten und ihren Besitz plündern.“ Wenn das kein Antisemitismus ist, was dann? Wenn Paulus in seinem ersten Thessalonicher Brief schreibt, daß die Juden Feinde aller Menschen seien (2,15) so zitiert er damit den weitverbreiteten Antisemitismus der Antike. Es existiert also ein Antisemitismus, der gar zur Ausrottung der Juden aufforderte, der völlig unabhängig von der christlichen Religion existierte und so auch bis heute existiert.

Aber auch wenn sich die Kirche nun noch so viel Mühe gibt, aus sich alles irgendwie antijüdisch oder gar antisemitisch Klingende herauszupurifizieren: Die tiefe Feindschaft gegen die Kirche bleibt lebendig. Selbst der nationalsozialistische Antisemitismus, ganz zu schweigen vom islamistischen werden herabgestuft, um den einzig wahren Feind, die christliche Religion zu attackieren! Auf die Feindschaft der Welt gegen die Kirche ist eben Verlaß. Wenn die Apostelgeschichte 25,1-5 berichtet, daß Juden aus einem Hinterhalt heraus Paulus ermorden wollten (25,3), dann ist das leider keine antijüdische Erzählung. Auch wenn es recht pessimistisch klingen mag: Aber die Feindschaft wider die wahre Religion ist durch noch so schöne und gutgemeinte Dialogforen nicht aus der Welt zu schaffen, weder durch den christlich – jüdischen noch durch den christlich- islamischen Dialog. 

 

Zusatz:

Die TAZ meldet am 30.8.2025:Ausschluss israelischer Gruppen..Die Falken sind keine Freunde mehr. Die internationale Jugendverband der Falken hat zwei israelische Organisationen ausgeschlossen." Wenn also ein linksgericheter Jugendverband die zwei einzigen jüdischen Mitgliedsverbände ausschließen,obschon sie links sind, aber sie unerwünscht sind, nur weil sie jüdisch sind  und man sie deshalb mitveranwortlich für die Regierungsolitik Israels macht,dann ist daran - das wissen wir nun - die Kirche schuld! Die "Jüdische Allgemeine" berichtet am 27.8.2025: "In einem offenen Brief verlangen 1500 Unterzeichner die Ausladung der israelischen Schauspielerin von den Filmfestspielen." Der einzige Grund dieser Ausschlußforderung: Sie sei eine Jüdin! Sollte auch daran die Kirche schuld sein? 

In einem offenen Brief verlangen 1500 Unterzeichner die Ausladung der israelischen Schauspielerin von den Filmfestspielen.
In einem offenen Brief verlangen 1500 Unterzeichner die Ausladung der israelischen Schauspielerin von den Filmfestspielen.
In einem offenen Brief verlangen 1500 Unterzeichner die Ausladung der israelischen Schauspielerin von den Filmfestspielen.
In einem offenen Brief verlangen 1500 Unterzeichner die Ausladung der israelischen Schauspielerin von den Filmfestspielen.
In einem offenen Brief verlangen 1500 Unterzeichner die Ausladung der israelischen Schauspielerin von den Filmfestspielen.

 

:

1Nachdem ich diesen FAZ-Artikel gelesen hatte, ist er zu einem Bezahlartikel mutiert, sodaß ich jetzt aus ihm nur referieren kann ohne Zitatangaben.

2Im Internet unter diesem Titel auffindbar.

 

Montag, 17. März 2025

Eine Rejudaisierung der christlichen Religion und die Abschaffung der Kirche!

 

Eine Rejudaisierung der christlichen Religion und die Abschaffung der Kirche!


Der jüdisch- christliche Dialog ist ja geradezu eine Manufaktur der Produktion von allerlei Häresien, wobei aber ein Mangel an Kreativität festzustellen ist, werden doch nur längst verstaubte Häresien neu vermarktet als neue Erkenntnisse des jüdisch – christlichen Dialogisierens. Wo halt liberalistisch Gesonnene zweier verschiedener Religionen miteinander reden, da verbindet sie der Liberalismus so sehr, daß alle theologischen Differenzen in dem Nebel dieser Ideologie verschwinden, verbindet beide doch ihr Herzenswunsch nach einer konsequenten Modernisierung der jeweiligen Religion, daß sie nur noch enthalten dürfe, was dem zeitgenössischen Konsumenten zusagt.

In dem „Communioartikel“: „Dem Juden Jesus auf der Spur“ am 14.3.2025 wird nun ein Höhepunkt dieses Dialogisierens vorgestellt, das gleichnamige Buch von Herrn Norbert Reck, der den Destruktionsversuch des „Theologen“ Wengst nun fortsetzt, die christliche Religion als eine Hervorbringung antisemitischer Christen des 2.Jahrhundertes zu denunzieren!

So euphorisch gestimmt wird der Gehalt des neuen Jesusbuches wiedergegeben: „Es erzählt von einem Christentum, das den Juden Jesus in den Mittelpunkt rückt. Damit ist nicht nur gemeint, dass Jesus Jude war, sondern, dass Jesus die Thora als Mittelpunkt seiner Botschaft begriffen und gelebt hat1. So beschreibt Norbert Reck einen Jesus, der der Thora nichts hinzufügen wollte, was über den jüdischen Diskurs hinausginge, der zu seiner Zeit bis heute unter Juden gepflegt wird. Einen Jesus, der mit seinen jüdischen Glaubensbrüdern und -schwestern diskutiert, zuweilen sicher auch gestritten hat, jedoch die Thora niemals in irgendeiner Form „überwinden“ wollte.“

Dieser Jesus ist - bitte nicht zu verwechseln mit dem vom Neuen Testament bezeugten Jesus Christus - ein wahres Phantasieprodukt der historisch-kritischen Methode und bietet eine reizvolle Antithese zu dem Forschungsergebnis historisch exegetischer Studien von vor ungefähr 100 Jahren, als man erkannte, daß dieser Jesus kein Jude, wahrscheinlich sogar ein Arier gewesen sei. Die Zeitgeistmoden ändern sich halt! Man muß eben halt nur alle dem jeweiligen Wunschergebnis widersprechenden Aussagen aus der hl.Schrift wegexegetisieren.

Aber wenden wir uns nun dem Zentralanliegen dieses Machwerkes zu, ein für die Zeitgenossen wohlgefälliges Christentumsverständnis zu konstruieren, das nichts Anstößiges mehr in sich trägt. Da der größte Skandalon der christlichen Religion das Kreuz Christi ist,drängt sich die Vermutung auf, daß der Karfreitag nun aus der christlichen Religion eskamotiert werden wird und das Ärgernis, daß Jesus nicht einfach ein Mensch sondern auch wahrer Gott gewesen ist und immer noch ist.

So heißt es dann in diesem Artikel: „Mit seinem neuen Buch eröffnet Norbert Reck aber nicht nur Perspektiven für ein vom Antisemitismus befreites Christentum, er gibt auch wichtige Anstöße zur Korrektur gängiger kirchlicher Dogmen, die heute für viele Menschen an Glaubwürdigkeit verloren haben, die nicht mehr vermittelbar sind und auch unserem geschichtlichen Wissen über den historischen Jesus widersprechen. Ein Christentum, das den Juden Jesus in den Fokus rückt, braucht weder eine Opfertod- noch eine sexualfeindliche und lebensverachtende Erbsündenideologie.“

Dem aufklärungsgläubigen Zeitgenossen ist natürlich das Kreuz Christi als unsere Erlösung völlig unzumutbar.Die Erbsündenlehre wird dann auch gestrichen, glaubt die Aufklärung doch an den vernünftigen Menschen, der allein als Vernunftwesen das Gute wollen und realisieren könne, sodaß er keiner Erlösung bedürfe. Aber da nun uns Heutigen der Sex das Allerwichtigste ist, wird zudem die Erbsündenlehre noch als sexualfeindlich und damit als lebensfeindlich denunziert.

Das Reich Gottes kann sich bereits in dieser Welt finden und es ist die Verantwortung des Menschen, dafür zu sorgen, dass dies auch geschieht.“ Das hätte man, als der christliche Erlösungsglaube noch ernst genommen wurde, als pure Selbsterlösungsallmachtsphantasie abgetan,aber die Hybris der Selbsterlösbarkeit gehört nun mal zu dem Credo der Moderne, das jede Erlösung durch Jesus Christus völlig überflüssig macht.Nicht mal der Urvater der Ablehnung der Gnade Gottes, daß ohne sie kein Mensch erlöst wird, auch wenn das rein theoretisch möglich wäre, der unheilige Pelagius wäre wohl so weit gegangen, das Reich Gottes als von uns Menschen zu Erwirkendes und auch Erwirkbares zu bezeichnen.

So ist es nur konsequent, daß Jesus Christus in diesem Buch einer Totaldemontage unterworfen wird: „Sein Jesus ist kein sich selbst erhöhender oder von Menschen Erhöhung oder gar Anbetung verlangender Erwählter, sein Jesus ist vielmehr in den Menschen zu finden, die mit uns leben, in dem Anderen, insbesondere dem Erniedrigten, dem Armen und dem Hilfsbedürftigen.“ In diesem Zitat muß das ganze Gewicht auf das „Sein“ gelegt werden: Dieser Jesus ist nun wirklich das Produkt seiner Kreativität,aber einer, die sich nicht gerade durch eine besondere Originalität auszeichnet, die sich faktisch darauf beschränkt, eben alles ihr Mißfallende wegzuexegetisieren wird,um einem ihr genehmen Jesus zu konstruieren.Dabei geht dieses Buch noch viel weiter als die arianische Häresie,für den Jesus immerhin noch mehr als ein bloßer Mensch war.

Eines fehlt nun noch, die Destruktion der Kirche: So wird sein Destruktionsprogramm formuliert: „Es geht nicht um Anbetung und Rituale, sondern um Handeln.“ Hier wird mit dürftigen Worten die Umformung der Kirche in eine Sozialagentur gefordert, daß die Kirche halt durch die Caritas zu substituieren sei.Dieser auf den ersten Blick revolutionär anmutende Gedanke ist aber längst zur trivialen Praxis der meisten Christen geworden:Nicht daß man Sonntags zur Kirche ginge,oder bete oder sonst was Frommes tue, mache einen Jesusnachfolger aus, sondern daß er für caritative Zwecke regelmäßig spendet und anständig lebt.


Gelänge so aber wirklich eine Rejudaisierung der Kirche? Alles Christliche soll durch dieses Buch als Inakzeptables und irgendwie auch Antisemitisches abgeschafft werden, aber diese Abschaffung führt nun nicht zu einer Verjudaisierung der Kirche sondern nur zu einer dürftigen Neuauflage des Konstruktes einer rein natürlichen vernünftigen Religion im Geiste der Aufklärung. Mit diesem Aufklärungsliberalismus soll eben nicht nur die christliche Religion und die Kirche abgeschafft werden sondern auch die jüdische Religion. 

Zusatz:

Der WDR berichtet in dem Beitrag: "Wie die Bibel in der NS-Zeit umgeschrieben wurde:

"Jesus war ein Galiläer, und die Galiläer waren Arier: Mit solchen intellektuellen Klimmzügen versuchten deutsche Theologen in der NS-Zeit, Kirche, Glauben und Bibel "judenrein" zu machen. Dafür gab es in Eisenach sogar ein eigenes Institut - ein verdrängtes Kapitel deutscher Kirchengeschichte." Im Namen wissenschaftlicher Erkenntnisse wurden damals die dogmatischen Wahrheiten der Kirche bekämpft, jetzt sollen das nur noch ideologosche Phantasmen sein, aber die jetzigen Erkenntniss des Zeitgeistsurfens seien für die Kirche verbindlich.

 




1Würde das ernst genommen, müßten wir Christen uns, der Thora gehorchend beschneiden lassen, statt uns taufen zu lassen, denn eine Taufe gab es im zeitgenössischen Thorajudentum nicht. Allerdings würden dann die Feministin protestieren, denn Frauen können nicht beschnitten werden, da sie keine Vorhaut haben!

Dienstag, 11. März 2025

Um des Friedens willen auf die Erkenntnis Jesu Christi verzichten? Zur Selbstaufgabe der Kirche!

 

Um des Friedens willen auf die Erkenntnis Jesu Christi verzichten? Zur Selbstaufgabe der Kirche!



In dem „Communioartikel“: „Er wartet auf uns – warten wir noch auf ihn?, des Professors Tück vom 9.3.2025 heißt es zum Abschluß:

Martin Buber im Gespräch mit christlichen Theologen: "Wir warten alle auf den Messias. Sie glauben, er ist bereits gekommen, ist wieder gegangen und wird einst wiederkommen. Ich glaube, dass er bisher noch nicht gekommen ist, aber dass er irgendwann kommen wird. Deshalb mache ich Ihnen einen Vorschlag: Lassen Sie uns gemeinsam warten." Und um jede Form von triumphalistischer Rechthaberei auszuschließen, fügt Buber bei: "Wenn er dann kommen wird, fragen wir ihn einfach: Warst du schon einmal hier? Und dann hoffe ich, ganz nahe bei ihm zu stehen, um ihm ins Ohr zu flüstern: 'Antworte nicht'."

Hier offenbart sich uns die Grundlage des jüdisch – christlichen Dialoges: daß man die Frage, war und ist dieser Jesus von Nazareth der Messias oder nicht, offenläßt. Ja, es wird gar die Hoffnung ausgesprochen, daß wenn dann der Messias kommen wird am Ende der Menschheitsgeschichte, daß er uns nicht offenbaren wird, ob er identisch sei mit diesem Jesus von Nazareth oder auch nicht.

Offenkundig stimmt dieser Theologe diesem Ansinnen Martin Bubbers zu, daß wir Christen und die Juden gemeinsam auf die Erkenntnis des Messias verzichten sollten, damit der Dialog zwischen den Juden und den Christen nicht jetzt und dann auch nach dem Erscheinen des Messias nicht gestört wird. Die sokratische Tradition versteht den Dialog als das Medium zur Hervorbringung von Erkenntnissen, daß am Ende eines Dialoges etwas gewußt wird, was vorher noch nicht erkannt worden war. Dieser jüdisch – christliche Dialog soll dagegen die Erkenntnis der Wahrheit, ja gar ein gemeinsames Ringen um die Wahrheit als das Miteinander von Juden und Christen als Störenkönnendes ablehnen, ja es verurteilen, nach der Wahrheit zu fragen.

Kann radicaler der Intention der Offenbarung Gottes in Jesus Christus widersprochen werden? Zu Zeiten Jesu gab es die „Gottesfürchtigen“ und die „Prosyliten“, das waren Heiden, die sich dem Monotheismus der Juden anschlossen, aber sich nicht beschneiden ließen, sodaß sie keine Juden wurden. War der Bund Gottes seiner ursprünglichen Intention nach nur einer mit dem jüdischen Volke, so entstand der Glaube, daß auch Nichtjuden an Gottes Heil einen Anteil bekommen könnten, wenn sie sich vom Polytheismus abwendend Monotheisten würden und sittlich lebten. Man könnte sich das so visualisieren: Gott führt wie eine Lokomotive Menschen in den Himmel. Durch Mose und die Propheten ist das jüdische Volk in einem Ersteklassewagon an Gott angekoppelt und Heiden könnten dann in einem Zweiteklassewagon mit in den Himmel geführt werden, wenn sie sich zum Monotheismus bekehrten und sittlich anständig lebten. Sie bräuchten sich dann nicht eigens beschneiden zu lassen.

Das war der Stand der Dinge aus der jüdischen Sicht, bevor Gott Mensch wurde. In der jüdischen Religion konnte man daran festhalten oder doch die Erlösung als nur dem jüdischen Volke exclusiv geltend vertreten.Für die christliche Religion galt aber von Anfang an, daß es das Heil nur durch und in dem Glauben an Jesus als dem Messias geben kann. Das ist seit dem der Grund des Konfliktes zwischen der christlichen und der jüdischen Religion.

Der jüdisch-christliche Dialog will nun diesen Konflikt beseitigen, indem die christliche Religion sich völlig aufgibt, indem sie sich nun als die Prolongierung der „Gottesfürchtigen“ und „Prosyliten“ ver- steht (ver-stehen wie ver-kochen zu lesen!). Es hätte nämlich halt schon unabhängig von Jesus Christus auch für die Heiden eine Möglichkeit der Teilhabe am Heil gegeben, das eigentlich dem jüdischen Volke vorbehalten sei, wenn sie sich zum Monotheismus bekehrten und dann anständig lebten. Die Tendenz, die christliche Religion zu reduzieren auf den Glauben an einen Gott, der uns zu einer sittlichen Lebensführung aufruft, ist in der heutigen Zeit unverkennbar und kommt so diesem Anliegen des jüdisch – christlichen Dialoges entgegen. 

Der Verzicht auf die Erkenntnis der Wahrheit ist ein Spezificum des postmodernen Denkens, dem jede erkannte Wahrheit eine Gefährdung der Freiheit ist. 



Montag, 23. September 2024

Der christlich- jüdische Dialog oder ein Beitrag zur Selbstzerstörung der Katholischen Kirche: Auf der Anklagebank

Der christlich- jüdische Dialog oder ein Beitrag zur Selbstzerstörung der Katholischen Kirche



Wenn man diesen Dialog an seinen Früchten messen würde, dieser Dialog müßte als eine der größten Fehlleistungen der nachkonziliaren Kirche beurteilt werden. Die Form des Dialoges ist nun mal aus sich heraus nicht gerade wahrheitsfördernd, denn der Dialog wird immer präfiguriert aus dem Spannungsverhältnis von der Liebe zur Wahrheit zu dem Gebot der Nächstenliebe: „Das ist wohl wahr, aber so darf man es dem Gegenüber doch nicht direkt sagen!“ Die Höflichkeitskultur generiert sich aus dieser Spannung und zeigt, wie um der Nächstenliebe willen die Wahrheit eben mal zurückzustellen ist. Das Besondere des christlich-jüdischen Dialoges ist nun, daß der Christ sich in ihm stets auf der Anklagebank positioniert wird wegen des Vorwurfes, daß irgendwie die christliche Religion und die Kirche eine Mitschuld an Auschwitz trüge, daß irgendwie die Kirche von Anfang an die Juden diskriminiert hätte und das gipfelte dann im Holocaust.

Der Kath de Artikel: „Wie eine Theologin mit 98 Jahren ein neues Jesusbild prägen will“ vom 23.9.2024 ist ein wahres Musterbeispiel für die Früchte dieses so gearteten Dialoges. Es wird gefragt, warum den die Kirche von Anfang an die Juden verfolgt habe.(Daß der hl. Stephanus durch Juden gesteinigt wurde und der Apostelfürst Paulus seine Verhaftung jüdischen Anklägern verdankt, wird dabei geflissentlich verschwiegen.) So lautet nun die Antwort: Teil eins der Antwort– die vermeintliche jüdische Schuld am Tod Jesu– wurde mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil aus der Lehre der Kirche verbannt.“ Ich kenne keine Stelle, in der das 2.Vaticanum die Schuld der Juden an der Kreuzigung Jesu verneinte und das ist auch gar nicht möglich, da eindeutig die vier Evangelien diese Schuld bezeugen!

Pontius Pilatus sagte, daß er unschuldig sei an dem Blute Jesu, er erkenne keine Schuld an ihm. Darauf erwiderten die Juden: „Da rief das ganze Volk: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder.“ (Mt 27,24f) Die Aussage ist eindeutig: Wir übernehmen die Schud an dieser Kreuzigung, da Pontius Pilatus sie nicht übernehmen wollte. Nicht darf hier das „ganze Volk“ überlesen werden, das „ganze“ und nicht nur ein Teil von ihm nahm die Schuld auf sich. Problematisch ist nun aber die Ausdeutung der Aussage: „und unsere Kinder“. Zu fragen ist, ob darunter nur die zu diesem Zeitpunkt lebenden Kinder gemeint sind oder alle Kinder, auch die noch kommenden. Der Begriff des ganzen Volkes legt es nahe, hier alle Kinder, auch alle zukünftigen zu verstehen, denn diese zukünftigen gehören zum Ganzen eines Volkes.

Dies evoziert die Anfrage, ob denn überhaupt die damals lebenden Kinder und dann gar noch die später erst geborenen verantwortlich für die Kreuzigung Jesu Christi sein können. In einem strafrechtlichen Sinne ist das eine Unmöglichkeit. Nur, wie ist dann die Aussage zu verstehen: „Wir haben den 1.Weltkrieg verloren“? Die Deutschen, die wie auch immer für diese Niederlage verantwortlich, leben längst nicht mehr, aber warum können wir Jetzigen dann sagen: „Wir haben diesen Krieg verloren“? Das „Wir“ bezeichnet dabei unser deutsches Volk, zu dem wir Jetzigen als eine Teilmenge gehören, und deshalb ist diese Niederlage auch die unserige. Das Volk wird dabei begriffen als ein Subjekt, als ein Ganzes, sodaß die ganze Geschichte unseres Volkes immer auch die jedes einzelnen Deutschen ist als ein Glied des Ganzen. Ich sage ja auch nicht: „Meine Hände tippen diesen Artikel und somit ich nicht, denn nur Teile von mir schreiben ihn!“Nein, das Zeugnis der Bibel benennt die Schuld des jüdischen Volkes an der Kreuzigung Jesu Christi. Eine pure Höflichkeitslüge ist dagegen die Verneinung dieser Schuld.

Problematischer sei der zweite Teil: die Beschuldigung, den Messias nicht empfangen zu haben.“ Der Unglaube sei die Schuld der Juden. Was antwortet nun diese Dialogerin? „Wenn Christen erkennen, dass Jesus ein gläubiger Jude gewesen sei und auch die frühen Christen ihn nicht als Gott verehrten, werde eine neue, revidierte und pluralistische Christologie möglich, ist sie überzeugt. "Jesus ist nicht der einzige Weg zum Vater. Er ist ein Weg, der offen ist für andere Wege." Eine erneuerte Christologie, die den Fokus Jesu auf die Herrschaft Gottes und nicht die Herrschaft der Kirche lege, mache den Weg frei für einen "authentischen Dialog" mit dem Judentum und anderen.“

Das ist die bittere Frucht des christlich-jüdischen Dialoges. Wir Christen geben unseren Glauben auf, um der Synagoge zu gefallen.Jesus sagt eindeutig: „damit alle den Sohn ehren,wie sie den Vater ehren.Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht,der mich gesandt hat“. (Joh 5,23) Da Gott der Vater Jesu ist, wird der Sohn nur angemessen geehrt, wenn er wie sein Vater geehrt wird und das heißt als Gott. Eine pluralistische Christologie, in der Jesus nur ein Weg neben vielen anderen zum Vater wäre, ist mit der Bibel unvereinbar und widerspricht auch fundamental der Lehre der Kirche.

Aber hier offenbart sich das zweite Anliegen des christlich-jüdischen Dialoges: Die Lehre der Kirche soll destruiert werden indem dazu dieser Dialog instrumentalisiert wird. Wir dürfen ob unserer Schuldgeschichte den Juden gegenüber Jesus Christus nicht mehr als die Wahrheit bekennen. Denn irgendwie sei ja diese Christologie schuld am Holocaust. Jesus soll eben im Geiste des Modernismus herabqualifiziert werden zu einem Weg zum Vater, als einem unter vielen möglichen. Diese Entchristologisierung wird uns dann verkauft als ein notwendiges Entgegenkommen der Synagoge gegenüber , das aber auch für den Dialog mit den anderen Religionen nützlich sei: Wir Christen verzichten auf das Bekennen der Wahrheit, um uns bei allen anderen beliebt zu machen! Die antikirchliche Intention sollte dabei nicht überlesen werden: Gott statt Kirche. Die Kirche als der Ort des Offenbarseins Gottes in der Lehre der Kirche soll depotenziert werden zugunsten eines Gottes, der sich nicht in Jesus Christus allgemeingültig offenbart hat und in ihr nicht offenbar ist. So wird die Kirche Gottes beraubt, um einen allgemeinen Gott zu verkünden, zu dem es so viel Wege gibt, wie es Religionen oder besser noch Menschen gibt. Die Katholische Kirche darf dann genau genommen nur noch eine   Suchgottesbewegung  sein, die Gott zwar sucht, aber nie findet.

Zusatz:

Die sokratisch-platonischen Dialoge sind fiktiv künstliche und so nur kann sich in ihnen ein dialektisches Fortschreiten im Erkennen ereignen.





 

Sonntag, 31. März 2024

Eine fast schon skandalöse Aussage über die Auferstehung Jesu! Oder: Daß die Kirche das Alte Testament nicht mehr versteht!

 

Eine fast schon skandalöse Aussage über die Auferstehung Jesu!

Da ging auch der andere Jünger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse.“ So steht es im Johannesevangelium geschrieben (20,9): Mancher Theologe würde den 2 Satz gern streichen, überfordert er doch die heutige Theologie maßos.

Aber schon die erste Aussage verstößt gegen das theologische Axiom, daß der Ursprung des Auferstehungsglauben die Begegnung mit dem Auferstanden nach seiner Kreuzigung gewesen sei. Das leere Grab habe und könne den Glauben, daß Jesus lebt, obschon er am Kreuze gestorben ist, nicht fundieren, ja ganz Kritische meinen gar, daß das leere Grab eine Erfindung der nachösterlichen Kirche sei, um so nachträglich noch den Glauben an den leiblich Auferstanden zu stützen, daß er eben nicht als ein Totengeist den Seinigen erschienen sei wie etwa der ermordete Hamlet seinem Sohn erschien. Das leere Grab sei ja für sich genommen polyinterpretabel: Es könnte ja auch Jesu Leichnam einfach von wem auch immer entwendet worden sein.

Nur, es widersteht nun die Aussage: Der Lieblings „sah und glaubte“.Ob man vielleicht hier so argumentieren könnte: Dieser Schüler liebte Jesus und seine liebenden Augen sahen eben mehr als das Auge eines historisch-kritischen Forschers?Auch wer der zur Phrase verkommenden These: „Nur mit dem Herzen sieht man gut“, kritisch gegenübersteht, in diesem Falle könnte diese These doch zutreffen.

Aber der 2. Satz muß jeden Leser aus den gewohnten Denkbahnen herausreißen. Denn der Lieblingsjünger wird da kritisiert, daß er nur glaubt. Dem Glauben wird nämlich das Verstehen gegenübergestellt: Nicht sollte er glauben, sondern er sollte verstehen, daß Jesus Christus von den Toten auferstehen mußte! Wenn es verstehbar ist, daß die Auferstehung geschehen mußte, kann sie nicht mehr geglaubt werden. Man kann etwa nicht sagen: Ich glaube, daß ein Geköpfter nach seiner Köpfung sterben wird, weil jeder weiß, daß eine Enthauptung zum Tode des Geköpften führt, da dies eine notwendige Folge der Köpfung ist.

Es gibt Menschen, die bezeugen: Mir ist Jesus Christus nach dem Karfreitag als lebender erschienen und nicht als ein bloßer Totengeist: Er lebt wahrhaftig! Wenn die Begegnung mit dem Auferstandenden der Grund für den Glauben, daß Jesus wirklich lebt, ist, wie sollen dann die, denen Jesus nach Ostern nicht als Lebender erschienen ist, zu dem Glauben kommen: Er lebt? Sie müßten dem Bericht der Erfahrung der Begegnung anderer mit dem Auferstandenen Glauben schenken: Ich glaube, daß ihr aufrichtig berichtet habt über eure Begegnungserfahrung. Darin steckt ein Problem, daß nun dieser Glaube auf einem Vertrauen auf andere Menschen sich aufauen muß. Dem Johannesevangelium ist das nun eine zu schwache Fundierung dieses Glaubens. So sagt es nun zu uns: Wenn ihr das Alte Testament richtig verstehen würden, würdet ihr erkennen, daß Jesus Christus von den Toten auferstehen mußte. Denn diese hl.Schrift hat das vorausgesagt und da sie es voraussgte, mußte es auch geschehen, denn die Bibel irrt sich nicht in seinen prophetischen Voraussagen. Jesus selbst sagt nämlich zu den Juden: „Wenn ihr Mose glauben würdet, müßtet ihr auch mir glauben, denn über mich hat er geschrieben.“ (5,44) Das heißt nun: Wenn ihr das glaubt, was Moses und die Propheten gschrieben haben, dann müßt ihr da erkennen, daß sie meine Auferstehung vorausangekündigt haben und daß sie deshalb auch geschehen mußte. Das Fundament des Glaubens an Jesu Auferstehung soll somit nicht mehr eine Begegnungserfahrung mit dem lebenden Jesus nach dem Karfreitag sein, sondern das Studium des Alten Testamentes, das dies Ereignis vorausangekündigt hatte. Damit verwandelt sich aber der Glaube an Jesu Auferstehung in die Erkenntnis seines Auferstehenmüssens und der Glaube wird dadurch als eine defizitäre Erkenntnis qualifiziert.

Wer heutzutage aber das Alte Testament mit der Methodik der historischen Kritik liest, kann unmöglich in ihm eine solche Voraussage erkennen. Das gründet sich aber auch in dem Interesse, die jüdische Weise des Lesens des Alten Testamentes, daß es nicht Jesus Christus verheißen hat, daß somit Jesus nicht der erhoffte Messias war, zu rechtfertigen. Jesus hätte sich geirrt, als wenn nur der, der ihn als den Messias glaubt, auch Moses glaubt. Mitnichten: Man könne Moses glauben und nicht an Jesus glauben und glaubt doch wahrhaftig Mose. Die Weise, wie die Kirche früher das Alte Testament las und verstand, ist dem modernen Umgang mit ihr verloren gegangen und so wurde das Alte Testament der Kirche zu einem nicht mehr begreifbaren Buch, da sie ihm seine Mitte, daß es über Jesus Christus schreibt, raubt.

Dienstag, 26. März 2024

Ein weiterer Beitrag zum Kampf gegen das Kreuz Christi – ein Kardinal dekonstruiert Jesu Sühnetod

 


 

Ein weiterer Beitrag zum Kampf gegen das Kreuz Christi – ein Kardinal dekonstruiert Jesu Sühnetod


Tück: Wenn die Juden nicht verantwortlich sind für den Kreuzestod Jesu, was bedeutet dann der Ruf: "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder"?

Kasper: Es handelt sich um einen Zusatz, der sich im Matthäusevangelium (Mt 27,25) findet, der in der Geschichte leider viel Leid und auch Hass über das jüdische Volk gebracht hat. Das Zweite Vatikanische Konzil hat festgestellt: Das Blut Jesu ist kein Fluch, es ist das Blut der Versöhnung. Jesus ist als Jude für sein Volk in den Tod gegangen. Es ist das Volk, das aufgrund von Gottes Erwählung das Volk des ersten Bundes ist und bleibt.“


So steht es in der Internetseite „Communio“ in dem Artikel:"Seine Gegner beschlossen schon früh, ihn aus dem Weg zu räumen": Kardinal Kasper über die Ereignisse der Karwoche und ihre Bedeutung – Erster Teil“ geschrieben, ein Interview des Theologen Tück mit diesem Kardinal. "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder" soll also bedeuten,daß die so rufenden Juden wünschten,daß das Blut Christi als die Menschen mit Gott versöhnende über sie käme. Das implizierte aber, daß die Rufer an die versöhnende Kraft des Blutes Christi geglaubt hätten.

Der Kontext dieser Aussage erhellt aber eindeutig die Bedeutung dieser Aussage. Pilatus sagt: „Ich bin unschuldig am Blute dieses Menschen.“ (V24). Darauf respondieren die Juden so und erklären damit, daß sie die Schuld am Blute Jesu Christi auf sich nehmen. So sei nicht Pilatus sondern die so rufenden Juden schuld am Kreuzestod Jesu. Und sie fügen gar hinzu, daß auch ihre Nachkommen die Schuld an diesem Blute tragen werden.

Es ist nun aber sehr verständlich, daß diese Aussage als für den christlich-jüdischen Dialog störend empfunden wird, aber sie ist trotzdem wahr. Ganz im Sinne dieses Dialoges behauptet nun der Kardinal darüberhinausgehend, daß das jüdische Volk das von Gott erwählte bliebe. Auch dies ist falsch,denn nicht nur der Apostelfürst Paulus schreibt genau das Gegenteil, gerade in den Kapiteln 9 bis 11 seines Römerbriefes, die genau dieser Frage gewidmet sind:Ob ihres Unglaubens an Jesus Christus hat Gott sie aus dem Bund entlassen, aber wenn sie sich bekehren, will Gott sie wieder aufnehmen in den Bund, ja Paulus hofft, daß am Ende der Zeiten ganz Israel sich bekehren wird. Zur Veranschaulichung:Wenn ein Arbeitgeber jemanden wegen regelmäßiger Trunkenheit am Arbeitsplatz entläßt und ihm aber verheißt, daß, wenn er seinen Alkoholkonsum in den Griff bekommen wird, er ihn neu einstellen wird,dann würde niemand von einem nie gekündigten Arbeitsvertrag sprechen.

Gott will durch das Kreuz Jesu Christi uns mit sich versöhnen, aber die Erlösung des Kreuzes ist nur wirksam für den Gläubigen, der, der glaubt, daß der Erlöser für ihn gestorben ist. Für Juden kann so der Erlöser auch ihr Erlöser werden, aber nur insofern sie an ihn glauben.

Der Kardial behauptet dann: „Der eigentliche Grund war das Zentrum der Botschaft Jesu, sein Evangelium von Gott, der nicht rächt, sondern befreit, dem reuigen Sünder vergibt und einen neuen Anfang schenkt, Gott, für den nicht der Mensch für den Sabbat, sondern der Sabbat für den Menschen da ist (Mk 2,27).“ Offenkundig hat der Kardinal Paulus Römerbrief nicht zur Kenntnis genommen, denn da sagt Paulus über Gott aus: „Mein ist die Rache,ich werde vergelten, spricht der Herr:“ (Röm 12,19) Jesus verkündet nicht nur in Mt 25,31-46 Gottes Endgericht, in dem Gott jedem nach seinen Werken vergelten wird und es war ganz im Sinne solcher Endgerichtspredigten,wenn die kirchliche Liturgie den „Dies irae“, betete,an den Tag des Zornesgerichtes Gottes erinnernd ermahnend.

Den Gott des Kardinales Koch hat so Jesus so nie verkündet und deshalb konnte er deswegen auch nicht getötet werden sollen. Den wahren Grund, warum der Hohe Rat der Juden den Tod Jesu wollte,offenbart uns aber das Johannesevangelium 11,50: „Ihr bedenkt nicht, daß es besser für euch ist,wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht.“ Die Pointe ist nun aber,daß dies der Hohepriester nicht von sich aus sagte,sondern:daß er es „prophetischer Eingebung“ sagte. (V 51)Dann fügt V 52 hinzu: „Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben,sondern auch,um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln.Ergo, der Hohepriester Kajaphas handelte im Sinne Gottes, als er urteilte,Jesus zu opfern, um die Vielen so zu retten. Er mißverstand die Intention Gottes, weil er meinte, es gälte den Aufrührer Jesus den Römern auszuliefern, damit die Römer nicht Strafmaßnahmen gegen das ganze jüdische Volk ergriffen, da sie einen jüdischen Aufstand gegen Rom befürchteten, der dann ja auch kurz nach Jesu Tod ausbrach,70 n.Chr. Aber der Hohepriester tat doch das Richtige,indem er Jesus auslieferte zur Kreuzigung zum Heile der Vielen als das von Gott gewollte Sühnopfer.

Was ist nun aber nach Kardinal Kasper die Botschaft des Kreuzes Christi: „Gott, der sich am Kreuz offenbart, ist ein Gott des Lebens. So ist das Kreuz eine gute Botschaft, die uns Trost und Hoffnung schenkt: Gott ist mit uns und bei uns auf dem Weg durch die Passionsgeschichte unserer Tage.“ Wo Jesus ausruft: „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ da bringt dieser Kardinal das Kreuzereignis einfach zum Verschwinden und redet so, als hätte es das Kreuz gar nicht gegeben. Jesus Christus sei nie von Gott verlassen worden, damit wir erkennen, daß Gott auch uns nie verläßt. Das ist eine Neuauflage des Doketismus, daß Jesus in Wirklichkeit gar nicht gelitten habe, da nach Kardinal Kasper Gott immer mit ihm war. Nur zu dumm, daß der Sohn Gottes das gar nicht bemerkt hatte und dann ausrief: „Warum hast Du,mein Gott mich verlassen?“

Zum Schluß stellt sich so nur noch eine Frage: Ist der Gott, von dem Kardinal Kaspers spricht, vielleicht ein Gott,der nur in den Phantasiewelten liberaler Theologie existiert? 

Die verdrängte Wahrheit: Der Tag des Zornes Gottes, nach Wikipedia, lateinisch und in 2 Übersetzungen, einer wörtlichen und einer freieren:

Dies irae dies illa,
Solvet saeclum in favilla:
Teste David cum Sibylla.

Tag des Zornes, jener Tag
wird die zeitliche Welt in Asche auflösen
gemäß dem Zeugnis Davids und der Sibylla.

Tag der Rache, Tag der Sünden,
Wird das Weltall sich entzünden,
wie Sibyll und David künden.

Quantus tremor est futurus,
Quando iudex est venturus,
Cuncta stricte discussurus!

Welch großes Beben wird sein,
wenn der Richter erscheint
zur strengen Prüfung von allem.

Welch ein Graus wird sein und Zagen,
Wenn der Richter kommt, mit Fragen
Streng zu prüfen alle Klagen!

Tuba mirum spargens sonum
Per sepulcra regionum
Coget omnes ante thronum.

Der schrille Klang der Posaune
Durch die Gräber der Regionen,
zwingt alle vor den Thron.

Laut wird die Posaune klingen,
Durch der Erde Gräber dringen,
Alle hin zum Throne zwingen.

Mors stupebit et natura,
Cum resurget creatura,
Iudicanti responsura.

Es staunt der Tod und die Natur,
wenn sich die Kreatur erhebt,
um dem Richter zu antworten.

Schaudernd sehen Tod und Leben
Sich die Kreatur erheben,
Rechenschaft dem Herrn zu geben.

Liber scriptus proferetur,
In quo totum continetur,
Unde mundus iudicetur.

Ein beschriebenes Buch wird vorgetragen,
in welchem alles enthalten ist,
wonach die Welt zu richten ist.

Und ein Buch wird aufgeschlagen,
Treu darin ist eingetragen
Jede Schuld aus Erdentagen.

Iudex ergo cum sedebit,
Quidquid latet apparebit:
Nil inultum remanebit.

Wenn der Richter also dort sitzt,
wird alles Verborgene ans Tageslicht kommen,
nichts bleibt ungesühnt zurück.

Sitzt der Richter dann zu richten,
Wird sich das Verborgne lichten;
Nichts kann vor der Strafe flüchten.

Quid sum miser tunc dicturus?
Quem patronum rogaturus,
Cum vix iustus sit securus?

Was werde ich Armer dann sagen,
welchen Schutzpatron mir suchen,
wenn ein Gerechter kaum sicher ist?

Weh! Was werd ich Armer sagen?
Welchen Anwalt mir erfragen,
Wenn Gerechte selbst verzagen?

Rex tremendae maiestatis,
Qui salvandos salvas gratis:
Salva me, fons pietatis.

König von schrecklicher Gewalt,
was zu retten ist, rettest du umsonst,
rette mich, Quelle der Güte.

König schrecklicher Gewalten,
Frei ist Deiner Gnade Schalten:
Gnadenquell, lass Gnade walten!

Recordare Iesu pie,
Quod sum causa tuae viae:
Ne me perdas illa die.

Denke daran, gütiger Jesus,
ich bin die Ursache deines Lebensweges,
vernichte mich nicht an jenem Tage.

Milder Jesus, wollst erwägen,
Dass Du kamest meinetwegen,
Schleudre mir nicht Fluch entgegen.

Quaerens me, sedisti lassus:
Redemisti crucem passus:
Tantus labor non sit cassus.

Auf der Suche nach mir setztest du dich erschöpft nieder,
erlittest das Kreuz zur Erlösung,
solche Mühe soll nicht vergebens sein.

Bist mich suchend müd gegangen,
Mir zum Heil am Kreuz gehangen,
Mög dies Mühn zum Ziel gelangen.

Iuste iudex ultionis,
Donum fac remissionis,
Ante diem rationis.

Gerechter Richter der Rache,
mach ein Geschenk der Vergebung
vor dem Tag des letzten Gerichts.

Richter Du gerechter Rache,
Nachsicht üb in meiner Sache
Eh ich zum Gericht erwache.

Ingemisco, tamquam reus:
Culpa rubet vultus meus:
Supplicanti parce Deus.

Ich seufze auf wie ein Schuldiger,
die Schuld rötet mein Gesicht,
den Bittenden verschone, Gott.

Seufzend steh ich schuldbefangen,
Schamrot glühen meine Wangen,
Lass mein Bitten Gnad erlangen.

Qui Mariam absolvisti,
Et latronem exaudisti,
Mihi quoque spem dedisti.

Der du Maria freigesprochen hast,
und den Schächer erhört hast,
hast du auch mir Hoffnung gegeben.

Hast vergeben einst Marien,
Hast dem Schächer dann verziehen,
Hast auch Hoffnung mir verliehen.

Preces meae non sunt dignae:
Sed tu bonus fac benigne,
Ne perenni cremer igne.

Meine Bitten sind nicht würdig,
doch du, Guter, gib in deiner Güte,
dass ich nicht im ewigen Feuer verbrenne.

Wenig gilt vor Dir mein Flehen;
Doch aus Gnade lass geschehen,
Dass ich mög der Höll entgehen.

Inter oves locum praesta,
Et ab haedis me sequestra,
Statuens in parte dextra.

Gewähre mir einen Ort unter den Schafen,
scheide mich von den Böcken,
stelle mich auf die richtige Seite.

Bei den Schafen gib mir Weide,
Von der Böcke Schar mich scheide,
Stell mich auf die rechte Seite.

Confutatis maledictis,
Flammis acribus addictis,
Voca me cum benedictis.

Wenn die Üblen verdammt
und den grausamen Flammen übergeben sind,
rufe mich mit den Seligen.

Wird die Hölle ohne Schonung
Den Verdammten zur Belohnung,
Ruf mich zu der Sel’gen Wohnung.

Oro supplex et acclinis,
Cor contritum quasi cinis:
Gere curam mei finis.

Demütig und geneigt bete ich,
das Herz zerrieben wie Asche,
nimm meines Endes dich an.

Schuldgebeugt zu Dir ich schreie,
Tief zerknirscht in Herzensreue,
Sel’ges Ende mir verleihe.

Lacrimosa dies illa,
Qua resurget ex favilla

Ein Tränentag, jener Tag,
an dem aus dem Feuerbrand aufsteht

Tag der Zähren, Tag der Wehen,
Da vom Grabe wird erstehen

Iudicandus homo reus:
Huic ergo parce Deus.

der schuldige Mensch zum Gericht:
Schone ihn also, o Gott,

Zum Gericht der Mensch voll Sünden;
Lass ihn, Gott, Erbarmen finden.

Pie Iesu Domine,
dona eis requiem. Amen.
gütiger Herr Jesus,
gib ihnen Ruhe. Amen.
Milder Jesus, Herrscher Du,
Schenk den Toten ew’ge Ruh. Amen
  

 Zusatz: Im offiziellen Gesangbuch des Bistumes München heißt es in der 1.Station des Kreuzweges: "Solange ich aber den Menschen zu gefallen suche,kann ich dein Diener nicht sein." Heute wollen die Kardinäle und Bischofe nur noch den Menschen gefallen und reden so nur noch Ohrengefälliges. 

 

Freitag, 14. Juli 2023

Eine verdrängte Wahrheit: Die religiöse Toleranz sei etwas Selbstverständliches, nur bei Christen nicht

Eine verdrängte Wahrheit: Die religiöse Toleranz sei etwas Selbstverständliches, nur bei Christen nicht Das dazugehörige Narrativ ist wohlbekannt: Das Christentum sei die intolerante Religion per se, betrieb die doch Mission, indem sie im Bund mit dem Kolonialismus Afrika, Indien aber auch Amerika half zu unterwerfen, glaubend, daß die westliche, vermeintlich christliche Kultur die einzig seligmachende sei. Aber von diesem Kulturimperialismus habe sich die Kirche im 2.Vaticanum energisch distanziert und betreibe jetzt die Mission als reine Diakonie. Der Dialog der Religionen, der Wunsch, von einander zu lernen, ersetze die Vorstellung von der einen wahren Religion, der christlichen, die die Mission habe, alle anderen Religionen zu überwinden. Jetzt leben wir eben in der Epoche der religiösen Toleranz und des gemeinsamen Eintretens für eine Humanisierung der Welt. Aber dann müssen wir auf der stets politisch korrekten Internetauftrittsseite der Bischöfe Deutschlands lesen: „Auch er selbst sei bereits angespuckt worden Jerusalemer Patriarch: Attacken auf Christen fast "normales Phänomen". (14.7.2023). In Jerusalem sei von dieser Epoche der religiösen Toleranz kaum etwas zu merken: „Neben Beleidigungen würden Christen vor allem bespuckt – auch er selbst sei bereits anspuckt worden, gab der Patriarch an. Die Gründe dafür sieht der aus Italien stammende Geistliche hauptsächlich in der Erziehung. "Es gibt Kinder, die Christen anspucken und anschreien – irgendjemand muss ihnen das beigebracht haben.“ Politisch ganz korrekt werden dann jüdischen Rechten die Schuld zugeschrieben. Die Kinder erlernten das Bespucken der Christen wohl von nationalistischen Juden.Aber auch das widerspricht trotz der politisch korrekten Fassung noch dem Narrativ, daß in alle Konflikte zwischen Juden und Christen, wir stets die reinen Täter und die Juden die reinen Opfer sind. Es existiere nur ein christlicher Antijudaismus bzw Antisemitismus, wohingegen die jüdische Religion ganz frei von irgendwie gearteten Abneigungen gegen die christliche Religion gewesen sei und ist. Das evoziert Fragen: Warum wurde dann der hl. Stephanus, der erste Märtyrer von Juden gesteinigt und warum betonen alle Evangelisten die Hauptverantwortlichkeit der Juden an der Zutodeverurteilung Jesu Christi? Warum schreibt dann der Apostelfürst Paulus: „Ich ertrug mehr Mühsal,war häufiger im Gefängnis,wurde mehr geschlagen,war oft in Todesgefahr.Fünfmal erhielt ich von Juden die neununddreißig Hiebe,dreimal wurde ich ausgepeitscht,einmal gesteinigt“. 2.Kor 11,23ff. Sollte dafür Paulus selbst verantwortlich sein, weil er zu aufdringlich das Evangelium verkündete? Daß Paulus sich dann gar zu der Äußerung: Die Juden haben Jesus Christus getötet : „Sie mißfallen Gott und sind Feinde aller Menschen;sie hindern uns daran,den Heiden das Evangelium zu verkünden und ihnen so das Heil zu bringen“ (1. Thessalonicher, 2,15f) hinreißen ließ, verbietet es natürlich, Paulus als heilig zu bezeichnen, eigentlich müßte er deswegen exkommuniziert werden, ginge es politisch korrekt zu. Aber es bleibt das Phänomen einer von Anfang an reich dokumentierten Feindschaft der Synagoge der christlichen Religion gegenüber. Der Dualismus von Kirche und Welt der johanneischen Theologie, daß die Welt die Wahrheit haßt, hat hier ihren Emergenzpunkt in dem Verhalten der Juden Jesus Christus gegenüber. Diese reichlich dokumentierte Feindschaft läßt sich nun auch nicht einfach zurückführen auf ein ursprünglicheres feindseliges Verhalten der christlichen Urgemeinde der Synagoge gegenüber. Was heutzutage Christen in Jerusalem erleben und erleiden, bespuckt und beschimpft zu werden, das erlebten und erlitten die Christen der ersten Stunde in Jerusalem ebenso. Wenn nun eingewendet wird, daß es doch den christlich-jüdischen Dialog gäbe, der diese ursprüngliche Feindschaft überwinde, der verdrängt, daß dieser Dialog nur einer mit dem liberal gestimmten Judentum ist, diese Richtung aber nicht die maßgebende ist. Ja, das nichtliberale Judentum, das orthodoxe in seiner gelebten Diversität, scheint das einzig wirklich noch vitale Judentum im religiösen Sinne zu sein. Es könnte ein Signum der Postmoderne sein, daß in ihr gerade die antipluralistischen Richtungen der großen Religionen nicht nur des Islams, sondern auch des Hinduismus und des Judentumes vital sind, dagegen die sich auf die Postmoderne einlassenden sich devitalisieren. Tendenziell gilt das wohl auch für die christliche Religion. Nicolas Gomes Davila: "Der Respekt vor allen Religionen ist irreligiös.Wer glaubt, verehrt keine Idole." (Es genügt,dass die Schönheit unserern Überdruss streift...Aphorismen, 2017, S.115)