Dienstag, 18. Februar 2020

Irritierendes: Mose und die christliche Religion

Im zeitgenössischen christlich-jüdischen Dialog stellt man sich das irgendwie so vor: Den Juden ist Mose und die Propheten gegeben, und das reiche für sie zum Heile, wir Heiden dagegen, uns gab Gott Jesus Christus, damit wir durch ihn auch Anteil bekommen am Heile. Deshalb schlösse sich jede Art von Judenmission aus, denn die verkenne, daß dies Volk als das ersterwählte nicht Jesus Christus als den Weg und die Wahrheit bräuchte.(Nur, daß der Sohn Gottes diesen Heilsplan Gottes verkannte, und so irrtümlicherweise Juden zum christlichen Glauben bekehrte,das kann eben auch mal vorkommen,hat doch nun Papst Franziskus auch erkannt, daß der Herr sich beim Verfassen des Vater Unser irrte.)
Also, die gläubigen Juden, haben Mose und die Propheten, wir Heidenchristen Mose, die Propheten und dazu noch Jesus Christus. Das evoziert nun aber doch die Anfrage, warum denn nicht auch für uns Mose und die Propheten zum Heile ausreichten, wozu wir da noch mehr bräuchten?
Aber in was für Irritationen stürzt uns nun Jesus, nachdem wir so wunderbar aufgeklärt wurden durch den christlich-jüdischen Dialog? Denn der Sohn Gottes belehrt uns, zu den Juden sagend:
"Denkt nicht, daß ich euch beim Vater anklagen werde;Mose klagt euch an, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Wenn ihr Mose glauben würdet, müßtet ihr auch mir glauben; denn über mich hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?" (Joh 5,45ff)
Wenn die jüdische Religion von sich sagen würde, daß sie Gott gemäß Mose und den Propheten glaube und so wahre Religion sei, dann erwidert ihr hier der Sohn Gottes, daß, wenn ihr Juden Mose und den Propheten glauben würdet, ihr auch an mich, den Sohn Gottes glauben würdet und so wäred ihr Christen. Denn Mose verkündet schon die Wahrheit, Jesus Christus und so glaubt nur der Mose, der Christ ist. Es gibt also nicht zwei Wege zur Gotteserkenntnis, den ersten Weg, den des Mose, für das jüdische Volk ausreichend und dann den zweiten Weg, umfangreicher als  der erste,weil hier nun zu Mose auch noch Jesus Christus hinzukommt, für die Heiden. Jesus sagt stattdessn, daß es nur einen Weg gibt, den Mose und die Propheten vorgezeichnet und nun der Sohn Gottes offenbart.
So fungiert Mose als der erste Kritiker der jüdischen Religion, die durch ihren Konstitutionsakt, ihrem Nein zu Jesus als dem Christus auch ihr Nein zu Mose gesprochen hat. Denn indem die jüdische Religion sich erschuf durch ihre Absage an den Sohn Gottes sagte sie sich auch von Mose und somit auch vom ganzen Alten Testament ab

Montag, 17. Februar 2020

Die Frau und das Diakonat- Ist eine Diakonatsweihe zulässig? Hausarbeit 1.Teil

Hausarbeit: Die Einheit des Ordo und die Zulaßbarkeit der Frau zum Diakonat

1. Einleitung
Diese Untersuchung im Rahmen der Fragestellung: Können Frauen zum Diakonat, zur sakramentalen Weihe zum Diakonat zugelassen werden? limitiert sich auf die Erörterung des Verhältnisses von der Einheit des Ordo, bestehend aus dem Diakonen-,Priester- und Bischofsamt, zur Frage der Erlaubbarkeit der Zulassung der Frau zum Diakonat unter der Präsumption, daß Frauen in der Römisch-Katholischen Kirche nicht zum Priesteramt zulaßbar sind.1
Es ist signifikant, daß für Ziegenaus gerade die Einheit des Ordo das Zentralargument dieser Diskussion ist:“ Gegen den sakramentalen Diakonat der Frau sprechen sowohl die Einheit des Ordo-es gibt nicht zwei Weihesakramente, ein pristerliches und nichtpristerliches-als auch die Zugehörigkeit des Diakonates zum priesterlichen Ordo“.2
Genau genommen ist es ein Ausschlußargument: Daß unter der Präsumption der Nichtzulaßbarkeit der Frau zum Priestertum sie auch nicht zum Diakonat geweiht werden könne, weil das Diakonat ob der Einheit des Ordo am Priesterlichen partizipiert und so der Nichtzulaßbarkeit zum Priesteramt es widerspräche, sie so durch das Diakonenamt am Priesterlichen partizipieren zu lassen.
Wäre aber die Weihe der Frau zum Diakonat keine priesterliche Weihe-im Sinne der Partizipation durch die Einheit des Ordo am Priesterlichen, sondern eine nichtpriesterliche, könnte diese Weihe nicht als integriertes Element dieses Ordo angesehen werden. Exemplarisch zeigt dies, wie wesentlich die Frage, was ist die Einheit des Ordo?, für die Prüfung der Zulaßbarkeit der Frau zur Diakonatsweihe ist.Zu untersuchen ist, was so unter der Einheit des Ordo materialiter verstanden wird, was das Spezifische des Diakonates und der Diakonenweihe ist in Hinsicht darauf, daß ein nicht-univoker Gebrauch des Begriffes der Weihe die Einheit des Ordo formal destruieren würde. Es kann in einem Ordo nicht zwei verschieden qualifizierte Weihen geben.


Minimalia eines Katholischen Weiheverständnisses
Sie werden aus den Dogmatiken von Ott,Diekamp und Brinktrine erhoben,3 da diese das dozieren, was als klassisch Katholisch beurteilt werden kann, nachkonziliare Konzeptionen mit ihrer Neigung zur individuellen Originalität werden dann im Kontrast dazu besprochen.
Als Minimalia des Weiheverständnisses können so gelten:
  1. Durch eine sakramentale Weihe wird dem Geweihten eine spezifische Handlungskompetenz vermittelt,sodaß er Akte setzen kann, gültig, die er ohne diese Gnade nicht setzen könnte.
  2. Jedes Sakrament, das gültig nur einmal empfangen werden kann, wirkt einen charakter indelebilis und da keine der drei Weihen des Ordo wiederholbar ist, ist zu folgern, daß jede einen spezifischen Charakter vermittelt. Das heißt, je nach Weihe müßte auch eine bestimmte Handlung bestimmt werden können, die der Geweihte nur auf Grund seiner Weihe gültig setzen kann.4
  3. Es muß um der Einheit des Ordo willen etwas geben, was allen Weihestufen gemeinsam ist und was sie distinkt als Klerus von den Laien distinguiert.5Dabei darf diese Distinktion nicht verwechselt oder konfundiert werden mit dem Verhältnis von Hauptamtlichen zu Ehrenamtlichen und Laien, denn Hauptamtliche sind keine Kleriker, sondern professionelle Laien. Und es darf die Weihe zum Prister nicht verwechselt werden mit der Installation als Gemeindeleiter, denn es kann in der Römisch-Katholischen Kirche Nichtgeweihte als Gemeindeleiter geben6 und Priester, die nicht Leiter einer Gemeinde sind, etwa Ordenspriester.
  4. Es muß präsumiert werden, daß zu distinguieren ist zwischen Tätigkeiten des Geweihten, die er nur ob seiner Weihe gültig vollziehen kann, darunter will der Verfasser abbreviaturhaft die substantiellen Tätigkeiten des Geweihten verstehen und den Tätigkeiten, die er auch ohne seine Weihe ausüben könnte, den akzidentiellen Tätigkeiten.
Demler formuliert dies so:“ Umgekehrt beschränken sich die wenigen Pfarrer immer mehr auf die Aufgaben, die streng an die Priesterweihe gebunden sind, d.h. Die Feier der Eucharistie und die Spendung der beiden Sakramente der Buße und der Krankensalbung.“ 7Die Priester konzentrierten sich (in der nachkonziliaren Zeit ob des Priestérmangels )“auf das ihnen allein Vorbehaltende“, sie werden zu „Messpriestern“.8Treffend ist hier also die Differenz von wesentlichem und akzidentiellem Handeln erfaßt und zeitdiagnostisch die Notwendigkeit zur Konzentration aufs Wesentliche ob des Priestermangels.
Diese Unterscheidung muß bei der Diskussion um die Weihe genau beachtet werden. Wozu qualifiziert die Diaknatsweihe und wie verhalten sich dazu die mannigfaltigen Tätigkeiten des Diaknes bzw die in kirchengeschichtlichen Eruierungen feststellbaren Tätigkeiten von Diakonin, weiblichen Diakonen? Wo handelt der Diakon substantiell, wo akzidentiell?
Selbstredend kann nicht präsumiert werden, daß der Unterschied von substantiellem und akzidentiellem Handeln und im Zusammenhang damit der Unterschied von einer Weihe als Sakrament und verstanden als Sakramentalie immer in der Kirche klar bewußt war, aber in normativer Hinsicht ist das historísche Material über die Tätigkeiten der Diakone daraufhin zu beurteilen.
Zur Veranschaulichung:
Wenn ein Priester Religionsunterricht erteilt und ein Laie als Lehrer Religionsunterricht erteilt, darf nicht geschlußfolgert werden: Weil ein Priester unterrichtet, ist das eine priesterliche Tätigkeit und so gibt es Laien, die als Lehrer eine priesterliche Tätigkeit ausüben, sodaß zu fragen sei, ob nicht diese faktisch schon priesterlich Wirkenden auch priesterlich zu weihen sind nach dem Motto: gleicher Dienst, ergo:gleiche Weihe.So abstrus diese Argumetationsfigur auch sich anhört, so muß doch konzediert werden, daß so bedauerlicherweise in: „ad gentes“ argumniert wird bezüglich des Diakonates.9


1.1.Eine problematische Bestimmung der Diakonatsweihe
...es ist angebracht, daß Männer,die tatsächlich einen diakonalen Dienst ausüben...durch die von den Aposteln her überlieferte Handauflegung gestärkt und mit dem Altare enger verbunden werden, damit sie ihren Dienst mit Hilfe der sakramentalen Diakonengnade wirksamer ausfüllen können.“10 Hauke verweist zu Recht darauf hin, daß es aus sakramententhologischer Sicht undenkbar ist, erst Tätigkeiten als diakonale zu qualifizieren, als substantielles Handeln also, um dann auszusagen, daß diese ohne eine sakramentale Diakonenweihe gesetzt würden, um dann nachträglich die so Handelnden zu weihen, damit sie das schon Praktizierte optimaler ausüben könnten. Treffend widerlegt Hauke diese Vorstellung durch folgende Absurdität: „Eben sowenig ist ein tatsächlicher Bischof oder Priester vorstellbar,dem man das Sakrament hinzuführen solle.“11 Das Weihesakrament ist die conditio sine qua non des Handelns des Diakones,des Priesters, des Bischofes für sein substantielles Handeln; für sein akzidentielles bedarf er keiner Weihe.


1.2.Zur Einheit des Ordo
Würde unter der Einheit des Ordo formaliter u.a. verstanden werden,daß die Einheit es erfordere,daß nur die Diakonatsweihe gültig empfangen könne, wer auch prinzipiell die Priester-und Bischofsweihe empfangen könne, dann würde der Ausschluß vom Priestertum automatisch auch den Ausschluß vom Diakonenamt inkludieren. Um die Erörterung hier nicht schon abschließen zu müssen, soll deshalb vorab entschieden werden, daß so die Einheit des Ordo nicht verstanden werden soll.
1.3.Die Präsumption des Ausschlussses der Frau vom Priesteramt
Im Hintergrund dieser Erörterung steht eine Verschiebung der bisherigen Diskussion der Frage der Zulaßbarket von Frauen zum Priesteramt. „Nach klaren Stellungnahmen des Lehramtes in Bezug auf die Priesterweihe wird die Diskussion mit z.T. Anderen Argumenten in Hinblick auf das Diakonat der Frau geführt.“12Ebenso urteilt Böttigheimer: „Weil das kirchliche Lehramt in dieser Angelegenheit jedoch eine negative Entscheidung mit hohem Verbindlichkeitsgrad getroffen hat, steht eine mögliche Zulassung der Frauen zur Priesterweihe in absehbarer Zeit wohl nicht zur Disposition. Angesichts dieser Tatsache beschäftigen sich die folgenden Ausführungen mit der noch offenen Frage nach dem Diakonat der Frau“.13
Es wird also die These aufgestellt, daß trotz des Neins zum Frauenpriestertum die Frage der Diakonenweihe für die Frau noch offen sei.14 Es kann hier nun nicht die Diskussion um das Frauenpriestertum unter Berücksichtigung der Erklärungen des Lehramtes nachgezeichnet werden,15 sondern es soll, in Anlehnung an Böttigheimer unter der Präsumption, daß eine Weihe zum Priestertum für Frauen nicht zulässig ist, gefragt werden, ob eine Zulassung der Frau zum Diakonat zulässig sein kann.Das entscheidende Problem der Untersuchung ist so deshalb die Frage, ob es möglich ist, Frauen zum Diakonat zuzulassen, ohne daß dadurch die Einheit des Ordo aufgelöst wird, wenn zum Priestertum und zum Bischofsamt die Frau nicht gültig geweiht werden kann.
1.4.Zum CIC


Bisher gilt in der Kirche CIC 1024: Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann.16 Selbstredend bezieht sich diese Aussage auf alle drei Weihestufen und es muß beachtet werden, daß nicht von einer Unerlaubtheit sondern von einer Ungültigkeit der Weihe von Frauen ausgegangen wird. Das Kirchenrecht ist aber teilweise änderbar; es müßte nur sichergestellt sein, daß die Kirche sich in einer Ungültigkeitsbestimmung geirrt haben kann. Könnte die Römisch-Katholische Kirche sich aber in so einer wichtigen Frage irren, hätte das fatale Folgen: Wer könnte dann noch mit Gewißheit ausschließen, daß jetzt gültig Geweihte doch ungültig geweiht worden sind und das damit die Gefahr bestünde, daß all deren substantiellen Amtshandlungen als ungültig anzusehen wären?
1.5.Das theologische Defizit
Eine Theologie des Diakonats gibt es nicht.“ Mit dieser zugespitzten Feststellung eröffnet Hauke seinen Aufsatz über: „Das spezifische Profil des Diakonates“17im Jahre 2001.Der allseits bekannte Scherz, daß der Diakon das sei, was er verkündigt:“Mysterium fidei“18 zeigt an, wie unklar hier fast alles sei. Es muß sogar konstatiert werden, daß es nicht nur nicht eine Theologie des Diakonates gibt, sondern daß dies eine Folge einer defizitären Theologie des hierarischen Amtes ist. Denn gäbe es die,könnte aus ihr doch die Theologie des Diakonates generiert werden. Deshalb dürfen die Minimalia des Weihesakramentes auch nicht schon als eine Theologie der Weihe verstanden werden, sondern nur als konsensfähige Kriterien für eine sachgemäße Theologie des Amtes. In der Arbeit dienen sie so lediglich in kriteriologischer Hinsicht als Maßstäbe zur Prüfung der jetzt diskutiert werden sollenden Konzepte zur Beantwortung der Frage der Zulaßbarkeit von Frauen zur Diakonatsweihe.


1Vgl: Böttigheimer, Diakonat der Frau, in MthZ 1996, S.253;Inter insigniores DH 4590-4983;Antwort der Glaubens-
kongregation 1996 DH 5040f.
2Scheffczyk, Ziegenaus; Dogmatik Bd.7, S.532.
3Brinktrine, Lehre von den Sakramenten II, S.161-206; Diekamp, Dogmatik III, S.3-402, isb. 346-376; Ott, Dogmatik, S.537-548.
4Ott, Dogmatik, S.545
5Ott, Dogmatik, S.545.
6Demler, Priesterlose Gemeindeleitung, in MthZ,1996, S.65-76
7Demler, S.65.
8Demler, S.72.
9Vgl: Hauke, Profil des Diakonates, in FkTh 17.S.90.
10Hauke, S.90.
11Hauke, S.91.
12Scheffczk,Ziegenaus,Dogmatik, Bd7,S.522.
13Böttigheimer, Diakonat der Frau,in MthZ 47, 1996, S.253.
14Böttingheimer, S.253.
15DH 4590-4606; 5040f.
16CIC 1984, 1024, vgl dazu: Lederhilger, Diakonat der Frau.Kirchenrechtliche Konsequenzen,in: ThPQ 144, 1996, S.362-372.
17Hauke,Profil des Diakonates, in FkTh 2001,S.81.
18Hauke, a.a.O. S.81.

Sonntag, 16. Februar 2020

Ein erstaunliches Umfrageergebnis zum Frauendiakonat!

Die Herder Korrespondenz gibt auf ihrer Internetseite dies Umfrageergebnis bekannt
Teilnehmer bisher: 305 (abgeschlossen)

Auswertung der Umfrage

  • Sollen Frauen künftig zu Diakoninnen geweiht werden können?

    • Ja, denn Frauen üben immer schon Aufgaben aus, die als „diakonisch“ gelten.
      28 %
    • Nein, eine sakramentale Weihe für Frauen kann es in der katholischen Kirche nicht geben.
      72 %

Eine schöne Parole: Bureaukratieabbau


Diese Parole stößt überall auf Zustimmung, sodaß auch gern unbureaukratische Hilfe gefordert wird.Weniger Bureaukratie- mehr Leben? Bertold Brecht schrieb (dagegen) einmal, daß schlechte Zeitungen kein Grund für die Forderung ihrer Abschaffung seien, sondern Anlaß geben, bessere zu fordern. Es soll nun versucht werden, diesem Phänomen sich schrittweise anzunähern. In Wohnhäusern, in denen mehr als eine Partei wohnt, gibt es in der Regel schon eine kleine Hausordnung, was wer darf und nicht darf. Im Hintergrund steht dann noch ein komplexes Gebilde von Gesetzen und Vorschriften, das Mietrecht und maches andere. 
Was hieße hier nun- um der Veranschaulichung willen- ein Bureaukratieabbau? Sollen die Bestimmungen, wie lange und wie laut in Wohnungen etwa Musik gespielt oder gehört werden darf, aufgelöst werden, daß dann jeder nach seinem Belieben in dieser Causa verfahren dürfte? Die einen möchten des Nachts schlafen, die anderen feiern, sodaß ernsthafte Konflikte zu erwarten sind. Oder soll dann immer wieder aufs Neue ein Kompromiß ausgehandelt werden, wie in einem Wohnhause beide Interessen zu ihrem Recht kommen?Die kommunikative Kompetenz der Konfliktparteien wäre damit wohl überfordert (gegen Habermas).  Dann ist wohl eine generelle Lösung permanenten Neuverhandlungen vorzuziehen. Und welche Rechte hat dabei der Mieter und welche der Vermieter?
Ohne ein Regelwerk dürfte es kaum ein friedliches Miteinander in einem Wohnhaus geben können.
Bleiben wir in diesem Gebiet: In Zeiten  akuten Wohnungsmangels könnte ein Vermieter durch Wuchermieten schnell sich bereichern. Aber bureaukrtische Gesetze regeln, wie und  um wie viel höchstens in welchen Fällen der Vermieter die Miete erhöhen darf. Es ist nun leicht verständlich, daß aus der Perspektive des Vermieters diese Regeln als Einschränkung seiner unternehmerischen Freiheit empfunden werden und ein Bureaukratieabbau gefordert wird.Aber was hier die Freiheit des Einen limitiert, schützt den Anderen vor willkürlichen Mieterhöhungen. 
Gesetze und Regeln, heranwachsend zu einer Bureaukratisierung des Lebens, erfüllen so eine wichtige Aufgabe, in diesem Falle, durch das Mietrecht ein allgemeinwohlorientiertes Zusammenleben von Vermietern und Mietern zu ermöglichen. Gäbe es ein solches Gesamtgesetzeswerk nicht, würde eben nur die individuelle Freiheit einiger zu Lasten von vielen gestärkt. Nun können Einzelgesetze verbesserungswürdig sein, aber wer hier das Mietrecht in Gänze abschaffen wollte im Namen der individuellen Freiheit, der verstieße so gröblichst gegen das Allgemeinwohl.
Vor einiger Zeit hatte in Münchner Zeitungen ein Fall im Bereich des Mietrechtes für Aufsehen gesorgt: Einer Frau war eine Wohnung zur Miete angeboten, aber unter der Condition,daß sie auch regelmäßig zum Sex mit dem Vermieter bereit wäre. Sie unterschrieb diesen Mitvertrag, bekam die Wohnung und klagte dann gegen diesen Vertrag. Er wurde gerichtlich als sittenwidrig ungültig erklärt und die Frau konnte die Wohnung ohne Sex behalten. Liberale hätten nun doch auf die Freiwilligkeit der Unterschrift rekuriernd diesen Vertrag als gültig geschlossen beurteilen können. Es gibt nun aber einem den besonderen Einzelverträgen übergeordnetes Gesetz zur Bestimmung von sittenwidrigen Verträgen, das eben solche Verträge als ungültig qualifiziert. Das könnte als bureaukratische Einschränkung der Vertragsfreiheit gedeutet werden, aber es ist ad hoc einsichtig, warum solche Schutzbestimmungen nötig sind, um Menschen vor der Willkür ihrer Mitmenschen zu schützen. 
Wo es gar keine Gesetze und somit auch keine Bureaukratie gäbe, da herrschte die ungeregelte Willkür der Stärkeren wider die Schwächeren. Wären alle Menschen erfüllt vom Geiste der Nächstenliebe, es bräuchte solcher ausufernden Gesetzesopera nicht, aber so sind die Menschen nicht. Die Komplexität der zu  regulierenden Fälle läßt dann aber leider auch  die Gesetze zu komplexen Gesetzeswerken anschwellen mit der dazugehörigen Bureaukratie, die aber nur so der Mannigfaltigkeit und Komplexität des Zuregulierenden gerecht werden können.

Merksatz: Es ist ein grundlegender Denkfehler des Liberalismus, den Staat als Gefährdung und nicht als den Grund bürgerlicher Freiheiten mißzuverstehen.Der Staat, indem er seine Bürger vor der Willkür des Mitmenschen schützt, schafft erst die bürgerlichen Freiheiten.





Samstag, 15. Februar 2020

"Angriff auf Konservative"

Der frühere CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok verglich gegenüber der Welt die Werte-Union mit einem „Krebsgeschwür“, das man „mit aller Rücksichtslosigkeit“ bekämpfen müsse, „damit ein solches Krebsgeschwür nicht in die Partei hineinkriechen kann“.  Junge Freiheit am 10.2.2020. 
Ist die CDU zu einer neostalinistischen Partei geworden, in der Abweichler wie ein Krebsgeschwür liquidiert werden sollen- rücksichtslos? Hätte ein AfD Politiker sich so gegenüber anderen AfD-Parteimitgliedern geäußert, ihre Liquidierung als Krebsgeschwür gefordert, einstimmig läsen wir dann in allen Zeitungen, jetzt zeige sich eindeutig der antidemokratisch-faschistische Charakter dieser Partei. Aber wenn ein politisch Korrekter Conservative als Krebsgeschwür bezeichnet, das mit aller Rücksichtslosigkeit bekämpft werden müsse, dann ist das in bester Ordnung. 
Der Kreuzzug gegen Rechts wird jetzt auch gegen conservative CDUler geführt, denn Conservative sind ja auch Rechte.  
Und dieser Kampf zeitigt erste Erfolge: Der Pressesprecher der Werte-Union Ralf Höcker erklärte:
„Was ich allerdings heute erlebt habe, toppt alles. Mir wurde vor zwei Stunden auf denkbar krasse Weise klar gemacht, daß ich mein politisches Engagement sofort beenden muß, wenn ich keine ‘Konsequenzen’ befürchten will. Die Ansage war glaubhaft und unmißverständlich. Ich beuge mich dem Druck und lege mit sofortiger Wirkung alle meine politischen Ämter nieder und erkläre den Austritt aus sämtlichen politischen Organisationen.“ Ob der Morddrohungen trat aus der Werte-Union und der CDU aus.
Junge Freiheit am 13.2.2020. Eines wird aber so auch deutlich: Das C in der CDU steht nicht für christlich, aber auch nicht für conservativ. Die Partei ist eben nur noch eine der Politischen Korrektheit verpflichtete Partei, für die Conservative ein Krebsgeschwür bilden. 

Freitag, 14. Februar 2020

Fernstenliebe als Flucht vor der Nächstenliebe?

In seinem Arbeitszimmer sitzt ein jüngere Mann, auf dem Schreibtisch ist ein Globus aufgestellt, auf den er schaut, während er ihn immer wieder hin- und herdreht: Wo könnte ich nur die Nächstenliebe praktizieren? So viele theoretisch-abstrakte Moraltheologievorlesungen hörte ich nun schon in meinem Studium, aber das ist alles nur graue Theorie- zu Taten drängt es mich, denn der Worte sind (in den Seminaren)genug gewechselt! In Afrika vielleicht, oder auf dem kalten Nordpol, oder unter Indianern (er  hatte in der Jugend Karl May verschlungen und den edlen Winnetou geliebt)- aber da wird er in seinem Grübeln gestört. Eine klägliche Stimme dringt zu ihm empor: 
"Eine Mark für einen armen Bettler, bitte eine Mark..."
"Stör mich nicht, ich suche einen Ort für mein Nächstenliebeengagement! Es ruft mich zur Tat! Stör mich nicht mit Deiner Jammerei und huste nicht soviel, denn wie soll ich da nachdenken können! 
Eine Persiflage auf sich engagieren wollende Christen? Oder ist an dieser Geschichte doch viel Wahres dran? Seinen Nächsten zu lieben, das ist nämlich gar nicht so einfach, besonders wenn er uns in der Gestalt eines Bettlers, ungewaschen und nach Alkohol riechend gegenübersteht, der dann auch noch vor sich hinflucht, weil ihm niemand etwas gibt. Wie viel leichter fällt da die Fernstenliebe, denn weil wir den Fernen nicht sehen, wie er wirklich ist, fällt es leicht, sich von ihm ein idealisiertes Bild auszumalen, um dann dies Bild zu lieben. Der edle Indianer an den Flüssen Amazoniens, der Afrikaner, der noch ganz natürlich als Buschmensch lebt ...
Aber wer ist denn nun unser Nächster? Nähe ist ein Raum- und ein Verwandtschaftsbegriff, der in meiner örtlichen Nähe Wohnende und der mir durch die gemeinsame Herkunft oder Familienbindungen Nahe. Der Begriff des Nächsten includiert immer auch eine Grenzziehung, indem es den Nichtnächsten excludiert. Warum? Weil nur so die Nächstenliebe lebbar ist, denn wollte einer alle lieben, nicht nur theoretisch sondern auch praktisch durch Werke der Nächstenliebe, wäre er damit hoffnungslos überfordert. Nur ein Gott kann alle tatkräftig lieben. 
Indem ich nicht irgendwo sondern an einem bestimmten Ort von einer bestimmten Mutter geboren wurde, entsteht für mich so die Ordnung der Nähe im räumlichen wie im verwandschaftlichen Sinne.Gott stellt so jeden auf seinen Posten. Das könnte verglichen werden mit einem Schauspieldirektor, der jedem einzelnen Schauspieler seine Rolle zuweist in dem großen Welttheater: Jeder hat nun seine Rolle an seinem Platz gut zu spielen. Seine Rolle verlassen, das wäre dann eine Art der Fahnenflucht. Der Nächste ist mir so durch meine bestimmte Geburt gegeben, als Liebe zu den Eltern, der Familie, zu dem Volke, dem ich angehöre, aber auch als Liebe zu den Nachbarn, den mir räumlich Nahen, also auch der Stadt und dem Staat gegenüber, dem ich angehöre. Dies alles meint der Begriff der Heimat, aus der wir und für die wir so leben im Geiste der Nächstenliebe.
Es meint somit nicht, daß die Nahen "Bessere", der Liebe "Würdigere" wären, sodaß sie deshalb zu lieben wären, nein sie sind zu lieben (hier im Sinne des hl. Thomas von Aquin als Gutes Tuen wollen), weil sie mir von Gott als Nahe, als Nächste gegeben worden sind. Die geforderte Liebe ist nämlich eine in sich geordnete, auch weil sie so nur praktizierbar ist. 
Die Fernstenliebe flieht vor dieser Pflicht, indem diese Liebe sich Lieblingsnächstenliebeobjekte willkürlich erwählt, um den -um in der Geschichte zu bleiben- Bettler vor eigenen Haustüre zu übersehen.    



   

Donnerstag, 13. Februar 2020

Rettet Gott den Zölibat vor dessen Feinde? Zum nachsynodalen Schreiben Papst Franziskus


Das nachsynodale Apostolische Schreiben "Querida Amazonia":Katerstimmung beim Laien- ZK und nicht nur da. (vgl Kat net am 13.2.2020) Dabei war doch alles so klar: eine perfekt inszenierte Amazonassynode mit dem klaren Kampfauftrag, den Einstieg in den Ausstieg vom Zölibat zu schaffen, erste Schritte zur Einführung des Frauenpriesterumes einzuleiten und drum herum die Verkündigung eines zeitgeistgemäßen Ökochristentum inclusive der Verehrung der Mutter Erde in der Gestalt der Pachamama. Der "Synodale Irrweg" der Deutschen Bischofskonferenz in Cooperation mit dem Laien- ZK marschierte avantgardistisch voran, die Kirche neu zu erfinden, denn nichts sollte so bleiben, wie es ist. Und nun dies päpstliche Schreiben: nichteinmal in einer Fußnote findet sich ein Türchen zur Weihe von Verheirateten zu Priestern und auch kein Wort der Ermunterung für eine Einführung des Frauendiakonates. 
Es hat wohl niemand damit gerechnet, daß das nachsynodale Schreiben so ausfallen könnte; ich persönlich hatte fest mit dem Anfang der Auflösung des Zölibates gerechnet.Kath info:"Die überraschende Zölibats-Wende- Versuch einer Rekonstruktion der Ereignisse" bietet einen  vorzüglich recherchierten Überblick über den Verlauf der Ereignisse (13.2.20209, aber doch fehlt das Wichtigste,daß Jesus Christus der lebendige Herr seiner Kirche ist und nicht nur ihr Stifter, der jetzt nur noch zuschaut, was denn nun wir Menschen aus ihr machen. Nein, der Herr regiert! Mit diesem Herren haben die Zölibatsüberwinder nicht gerechnet, sie kennen eben nur conservative-reaktionäre Kräfte, die sich der Modernisierung der Kirche widersetzen, als könne der Lauf der Zeit stillgestellt werden. Und noch etwas: Franziskus ist nicht in erster Linie ein Privatmensch, der nun ein gewichtiges Amt innehat, um von daher seine Privatmeinungen, seine linksliberalen verkündet. Er ist Amtsperson, das heißt, das Amt spricht, wenn er amtlich spricht. Wir erleben so hier das Wunder, daß das Amt, was er als Papst zu sagen hat,sich gegen die Privatperson Franziskus durchgesetzt hat. Er schrieb dies nachsynodale Schreiben amtlich und nicht schrieb er es "persönlich", um es dann mit der Amtsautorität zu umkleiden. 
Früge man nun, warum dieser Papst so oft Dinge sagt, die nicht mit seinem Papstamt vereinbar sind, so muß wohl geantwortet werden, daß er als Mensch sein Amt auch mißbrauchen kann, wie jeder ein Amt der Kirche mißbrauchen kann, denn Gott nimmt seinen Dienern nicht die Freiheit zum Mißbrauchen, aber Gott schützt auch seine Kirche vor dem Mißbrauch, denn er will sie erhalten um seiner Ehre und um des Heiles der Menschen willen. So zieht in diesem nachsynodalen Schreiben der Herr der Kirche die Notbremse, um die Auflösung seiner Kirche durch ihre Verprotestantisierung zu verhindern. Darum ließ der Herr Papst Franziskus jetzt amtlich reden und setzte so ein Stoppschild gegen das Projekt der Verweltlichung der Kirche. 
Es gibt Augenblicke in der Kirchengeschichte, da dürfen wir erleben, daß der Herr Jesus Christus wirklich seine Kirche regiert und einen solchen haben wir nun vor unser Augen

Mittwoch, 12. Februar 2020

Götzendienst in der Kirche?


Der Wiener Dogmatikprofessor Tück ist ein Mann klarer Worte, ein Mann, der weiß, wo der Feind steht, den es zu bekämpfen gilt. Gibt man auf Katholisch de seinen Namen in das Suchfeld ein, offenbart sich schnell, warum dieser Theologe so präsent ist auf dieser Internetseite.  Laut Wikipedia verhält es sich mit dieser Seite so: katholisch.de ist das Internetportal der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Die Redaktion mit Sitz in Bonn arbeitet im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz.
Wie positioniert sich dieser Theologe auf dieser quasi offiziellen Internetseite? Die Überschriften demonstrieren es: So  warnt er am 5.7.2016 vor einer Annäherung an die Piusbruderschaft, die er am 23.5.2016 als trojanisches Pferd diffamiert, Kritiker Papst Franziskus verunglimpft er zu "Bulldoggen der Orthodoxie" 20.11.2017 und er jubelt: Papst Franziskus wird den Zölibat lockern müssen 15.1.2020 und selbstverständlich stellt er sich gegen Papst Benedikt emeritus, daß er den Spielraum des jetzigen Papstes, den Zölibat aufzulösen, ungeziemlich einenge 29.10.2019.
Dieser so profilierte Dogmatiker kämpft nun auch für die Götzenverehrung in der Katholischen Kirche, wie sie wohl vorbildlich durch Papst Franziskus auf der Amazonas-Räubersynode mit der Verehrung und Anbetung der Pachamama vorexerziert wurde.
"Der Eifer, der sich in der Versenkung der Figuren im Tiber entladen habe, sei historisch blind, so Tück. Der Aktivist erkenne nicht, "dass er genau die Tradition fortschreibt, die die Missionsgeschichte der Kirche bis heute belastet", nämlich Verachtung heidnischer Kulturen im Namen der christlichen Wahrheit." So tönt es am 2.2.2020: Tück: "Pachamama"-Versenker hinter Zweites Vatikanum zurückgefallen 
Das 2. Vaticanum verlange so also, daß alle Götzen, auf die die Kirche bei ihrem Missionieren stieß, in den christlichen Kult zu integrieren sind. Denn die christliche Gottesverehrung sei nicht die einzig wahre, die Wahrheit der heidnischen Religionen gelte es zu respektieren und anzuerkennen. Leider hat das die Mission der Kirche bis zum 2.Vaticanum verkannt. Aber jetzt missioniert die Kirche ja auch nicht mehr, dürfen wir hinzufügen, sondern dialogisiert mit den heidnischen Religionen, um so sie anzuerkennen und ihre Wahrheit in die Kirche zu integrieren.
Zur Veranschaulichung: Statt daß der Germanenmissionar Bonifatius die religiös verehrte Donareiche fällte (und so als erster Umweltsünder in die Geschichte einging) hätte er sie in die Kirchen einpflanzen lassen sollen, sodaß Jesus Christus und der Gott Donar gemeinsam verehrt worden wären. Der Exclusionismus, der Wahn, nur Jesus Christus wäre die Wahrheit und der Weg zum Vater ließ es zu solch einem Baumfällexzeß kommen- nein mit der Pachamama ist nun auch Donar, Wotan, Odin zu verehren, ja es muß auch die Bibel umgeschrieben werden, die so verständnislos hartherzig über fromme Juden urteilt, die neben Jahwe auch den Fruchtbarkeitsgott Baal verehren wollten. Es ist doch einsichtig, daß ein primär landwirtschaftlich lebendes Volk neben ihrem Gott Jahwe noch Fruchtbarkeitsgötter verehren will: Ist denn dieser Jahwe Gott wirklich für die Fruchtbarkeit zuständig? So ist eben auch heute die Pachamamagöttin eine gute Ergänzung als Appell zur Liebe zur Mutter Erde als Kontrast zu dem zu himmlischen Gott Jesu Christi.    

Dienstag, 11. Februar 2020

Kurz und bündig: Wenn Kirchenreformer fehlplaciert sind!

Wäre ich davon überzeugt, daß die Kernenergie der beste Beitrag zum Umweltschutz wäre, träte ich dann in die Partei: "Die Grünen" ein,um da Mehrheiten für mein Atomkraftprogramm zu suchen? Wüßte ich nicht, daß die Parole: "Atomkraft-Nein danke" so sehr zur Identität dieser Partei gehört, daß sie aufhörte, die Grüne Partei zu sein, sagte sie Ja zur Kernkraft? Aber in der Katholischen Kirche ist das ganz anders: Da kommen viele ganz und gar protestantisch Gesonnene zusammen, um nun auf synodal-demokratischen Wege die Katholische Kirche Deutschlands in eine protestantische zu transformieren, indem alles spezifisch Katholische wegmodernisiert werden soll. 
Warum ist man nicht ehrlich, sieht, daß Alles, was von den Reformern erstrebt wird und noch viel mehr in der EKD, dem Protestantismus schon realisiert ist, um dann in die EKD einzutreten. Die katholisch bleiben Wollenden blieben in der Kirche und die Reformer fänden endlich all das, was sie erstreben, in den protestantischen Gemeinschaften verwirklicht, die längst schon ihre geistliche Heimat geworden sind.
Das wäre die Lösung der faktischen Kirchenspaltung, aber es würde so übersehen, daß es den Reformern nicht nur um das Schaffen einer neuen Kirche geht sondern genauso sehr um das Zerstören der Katholischen Kirche. Die Lust am Destruktiven übersieht leicht der, der nur den Willen zum Neuen wahrnimmt und nicht die Lust am Zerstören des Alten. Buben auf dem Jahrmarkt, wie viel Freude macht ihnen das Umwerfen von zu Pyramiden aufgestellten Blechdosen, besonders wenn sie mit viel Getöse zu Boden fallen. Aufgestellt werden dann die Dosen nur, um sie wieder umzuwerfen. Diese Kinderlust am Destruktiven bewahren sich nun viele bis zu ihrem Lebensende, jetzt eine fast 2000 währende Kirche mit ihrer gottgewollten Ordnung umwerfen zu können, Alles zu destruieren, das ist die Umsturzlust der Rotte Korach, die nun den Synodalen Weg beflügelt und wohl auch den Kirchenzerstörer Papst Franziskus. 

Ein zu humanistisch rouseauisch gezeichnetes Menschenbild verhindert eben die Erkenntnis des realen Verhaltens des Menschen, weil es seine Destruktionslust nicht wahrnehmen will.

Montag, 10. Februar 2020

Das Leben- ein Theaterstück, oder wie regiert Gott?

KAISER AUGUSTUS: „Habe ich meine Rolle gut gespielt? Nun, so klatsch Beifall, denn die Komödie ist zu Ende.“ Ein bekanntes Zitat, Aber was meint es denn? Ursprünglich wird wohl am Ende der Aufführung eines Thaterstückes so einer der Schauspieler sein Publikum zum Beifallklatschen animiert haben. Aber Kaiser August war kein Schauspieler, er spielte nicht in einer Komödie. Der Kaiser vergleicht hier sein Leben als Kaiser mit einer Schauspielrolle und somit das Leben mit einem Theaterstück. Am Ende seines Lebens frägt er so: Habe ich meine Rolle des Kaisers gut gespielt. Bin ich dieser Rolle in dem Theaterstück gerecht geworden? Aber wen frägt er so? Andere Schauspieler des Theaterstückes oder ein Publikum? Ein Theaterstück wird nun aber nicht für die Schauspieler aufgeführt, auch beklatschen sie sich nicht selber. 
Also muß nun ein Publikum gefunden werden, das, für das dies Stück aufgeführt worden ist.Als Publikum kommt so, da das ganze Leben ein Theaterstück ist und alle Menschen in ihm ihre Rolle spielen, nur Gott, oder die Götter und Engel in Frage.Für sie ist das Theaterstück, sie werden nun vom Schauspieler Augustus in der Rolle des Königs gefragt: War ich gut? Jetzt kann noch mehr über dies Theater, dies Theaterstück ausgesagt werden: Gott selbst ist der Theaterdirektor, der die Rollen gemäß dem Theaterstück vergibt, Menschen als ihre Aufgabe, als ihre Berufung. Die Aufgabe des so Berufenen ist es nun, die ihm zugeordnete Rolle gut zu spielen. Somit wird Gottes Weltregieren und die Freiheit des Menschen zusammengedacht in dem Begriff der Rolle, die einerseits vorgegeben ist, die andererseits nun aber auch vom Berufenen zu gestalten ist als seine kontingente Interpretation dieser Rolle: Wie spiele ich den Hamlet in dem gleichnahmigen Theaterstück Shakespeares? 
Noch eines ist bedenkenswert. Für wen ist das Theaterstück eine Komödie? Für den, für den das Stück aufgeführt ist, für die Schauspieler ist es dagegen ihre Arbeit, ihr Leben, das wohl kaum wer als eine Komödie empfindet. Nur da, wo der Schauspieler sich selbst auf den kapriziert, für den das Stück aufgeführt wird, hier also Gott, der sich selbst das Stück vorführen läßt, dem kann seine Rolle dann als Rolle in einer göttlichen Komödie vorkommen. Kann dies dann der christliche Gott sein? Ein Blick auf das Kreuz Christi, die Rolle, die der Sohn Gottes auf Erden zu spielen hatte, wird ein Nein als Antwort verlangen. denn das Kreuz ist keine Komödie. Inszeniert der christliche Gott so eher eine Tragödie, daß er gar so seinen Sohn am Kreuze hat sterben lassen? 
Lassen wir die Frage aber trotzdem unbeantwortet, denn letztlich kann die nur der göttliche Theaterdirektor selbst respondieren, verbleiben wir bei der Rolle, die wir zu spielen haben vertrauend darauf, daß in diesem Erdentheater jede Rolle für das Gelingen des Gesamtkunstwerkes wichtig ist und daß so jede gut zu spielen ist. 
Einen Gewinn kann aber aus dieser Erwägung gewonnen werden, daß uns an Hand der Vorstellung eines Theaterstückes eine Vorstellung gegeben ist, wie Gottes Regieren und die menschliche Freiheit denkbar ist, daß eben nicht wie bei den Reformatoren, Luther, Zwingli und Calvin um des göttlichen Regierens willen die menschliche Freiheit genichtet wird, oder daß um der menschlichen Freiheit willen Gott zum bloßen Zuschauergott degradiert wird,zu einem, der nur noch wahrnimmt, wie der Mensch seine Freiheit gebraucht und mißbraucht.

Sonntag, 9. Februar 2020

Lehrt Papst Franziskus Häretisches in dem Dokument von Abu Dhabi?

–    Die Freiheit ist ein Recht jedes Menschen: ein jeder genießt Bekenntnis-, Gedanken-, Meinungs- und Handlungsfreiheit. Der Pluralismus und die Verschiedenheit in Bezug auf Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Ethnie und Sprache entsprechen einem weisen göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat. Diese göttliche Weisheit ist der Ursprung, aus dem sich das Recht auf Bekenntnisfreiheit und auf die Freiheit, anders zu sein, ableitet. Deshalb wird der Umstand verurteilt, Menschen zu zwingen, eine bestimmte Religion oder eine gewisse Kultur anzunehmen wie auch einen kulturellen Lebensstil aufzuerlegen, den die anderen nicht akzeptieren.  zitiert aus: DIE BRÜDERLICHKEIT ALLER MENSCHEN FÜR EIN FRIEDLICHES ZUSAMMENLEBEN IN DER WELT, Papst Franziskus
Die quasi offizielle Bischofsinternetseite Katholisch de versucht nun, ihren Lesern vorzumachen , daß auch und gerade diese Aussage mit der Lehre der Kirche übereinstimme (5.2.2020):
"Auf die Unterzeichnung folgten Häresievorwürfe an Papst Franziskus Kontroverser Meilenstein: Das Dokument von Abu Dhabi" Die Katholische Kirche soll also gelehrt haben und lehren, daß die Pluralität der Religionen mit ihren Differenzen dem weisen Willen Gottes entspräche. Gott wolle so also nicht die Erkenntnis der Wahrheit, sondern viele Religionen mit verschiedenen Gottesvorstellungen! Die gälte es zu bewahren, denn jede Religion sei ja so von Gottes Weisheit gewollt. Wo hat das je die Kirche gelehrt? Was sie im 2.Vaticanum lehrt, ist, daß es auch in den nichtkatholischen Konfessionen Wahrheitselemente gibt (so wenn die da gespendete Taufe als gültig anerkennt wird), daß etwa in allen monotheistischen Religionen an einen Gott geglaubt wird. Das waren dann die Anknüpfungspunkte, von wo aus dann zur wahren Religion hingeführt werden sollte. Nicht meint das aber, daß jede Religion ein für das Heil des Menschen Ausreichendes sei, sodaß eine Bekehrung zu Jesus Christus, zur wahren Religion völlig überflüssig sei.
Das Dokument von Abu Dhabi ist dagegen gar nicht an dem Heil des Menschen interessiert, denn hier geht es ausschließlich um die Frage des innerweltlichen Friedens. Wie ist Gott und dann das Verhältnis der Religionen zu denken, damit die Religionen nicht als Quelle des Unfriedens dienen können bzw  dazu vernutzt werden? Hier wird keine theologisch fundierte Gotteserkenntnis vorgestellt, sondern hier wird nur konzipiert, wie Gott und sein Verhältnis zu den Religionen zu denken ist, damit der innerweltliche Friede gefördert wird. Das Endziel, auf das diese Erklärung ausgerichtet ist so nicht die Wahrheit, wie ist Gott wirklich und wie haben wir zu sein, damit wir ihm gemäß leben, sondern ist das Ideal einer friedlichen Welt. Wenn Elton John in seinem bekannten Lied: "Imagine" die Abschaffung aller Religionen für das Ziel eines weltlichen Friedensreiches forderte, verlangt dies Dokument nur, daß alle Religionen um des Friedens willen sich als gleichgültig erklären. Das ist eindeutig ein antikatholisches Programm  und erinnert eher an das Anliegen des Freimaurertumes, durch die Lehre von der Gleichgültigkeit aller Religionen die wahre Religion zu bekämpfen.

Was sagt nun aber Katholisch de dazu? Hier die vollständige Passage:
Viele Experten halten es für fragwürdig, in diese Passage eine Preisgabe zentraler christlicher Glaubensüberzeugungen hineinzuinterpretieren. "Man darf dem Text an dieser Stelle nicht zu viel aufbürden", betont Christian Ströbele, Fundamentaltheologe und Leiter des Fachbereichs Interreligiöser Dialog an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Der Text ist sehr knapp formuliert, noch dazu geht es im engeren Kontext um die Freiheit des Menschen in ihren verschiedenen Ausprägungen. Diese wird dabei in einem göttlichen Willen verankert. Diesem entspreche auch die Verschiedenheit oder die Pluralität.
Also, Gott gab dem Menschen einen freien Willen, mit dem er sich für jede beliebige Religion entscheiden könne und darum sei jede Religion von Gott gewollt. Kann das wahr sein? Dann müßte auch diese Aussage wahr sein: Weil Gott dem Menschen einen freien Willen gab, zu sündigen oder auch nicht zu sündigen, ist auch das Sündigen von Gott gewollt und Gottes Willen entspräche so die Pluralität des Sündigens! Hier wird einfach vergessen, daß die von Gott geschenkte Freiheit nur eine wahre Freiheit ist, weil sie die Möglichkeit des Mißbrauchens in sich trägt, daß Gott aber nicht dem Gebrauch und dem Mißbrauch der geschenkten Freiheit indifferent gegenübersteht, daß es ihm also gleichgültig wäre, ob Jahwe oder Baal, alttestamentlich formuliert, oder Gott, Zeuz oder Odin angebetet werden!

Samstag, 8. Februar 2020

Kurz und bündig: Das Ende des Erlösungswerkes Jesu Christi

Früge ich, wo steht geschrieben, "aber der Zorn Gottes bleibt über ihn, die meisten würden wohl respondieren, irgendwo im Alten Testament, aber seit Jesu Verkündigung ist das wohl eine überwundende Gottesvorstellung. Leider steht aber: sed ira Dei manet super eum im Johannesevangelium, 3,36. 
Der Kontext der Aussage verschlimmert dann dies Ausgesagte noch:Wer an den Sohn glaubt,der hat das ewige Leben, wer aber dem Sohne den Gehorsam verweigert, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt bei ihm.
Der Sohn Gottes ist doch gekommen, um zu retten und nicht, um die, die nicht an ihn glauben, zu verurteilen, könnte spontan erwidert werden. Nur dieser Einwurf verkannt Jesu therapeutisches Handeln, denn er selbst ist die Medizin, die aber nur heilend wirkt, wird sie eingenommen, wird er geglaubt als der Sohn Gottes. Der ihn Nichtglaubende, der bleibt krank. Diese Krankheit ist sein Sein als Sünder, der als Sünder unter dem göttlichen Zorne steht. 
Damit sagt Jesus auch über die Juden, daß sie, wenn sie nicht Christen werden, unter dem Zorne Gottes stehen. Hier übertritt Jesus, um es modern zu formulieren, die Rote Linie, die es seit dem nachkonziiaren Christlich-Jüdischen Dialog feststeht: Juden bedürfen um ihres Heiles willen nicht den Glauben an Jesus als dem Christus.Jesus hätte hier theologisch korrekt sagen müssen, daß den Juden die Verheißung des ewigen Lebens gilt, weil sie das von Gott erwählte Volk sind. Bedauerlicherweise kannte der Sohn Gottes aber diese Erkenntnis des Christlich-Jüdischen Dialoges noch nicht. (Was Gott da von Sitzung zu Sitzung Neues über sich erfährt!)
Jesus kam nicht in die Welt, um ihr zu offenbaren, daß Gott alle Menschen liebe, daß so allen das ewige Leben sicher sei. Wenn dann wer von einem Zorn Gottes spräche, dann redet der nicht vom wahren Gott, der nur lieb ist. So brauchte und konnte Jesus Christus uns auch nicht vom Zorne Gottes erlösen durch sein Sühnopfer, nein er brauchte uns überhaupt nicht zu retten, weil es gar keine Gefahr für uns gab und gibt, denn wir alle sind Gottes Geliebte, geborgen in der göttlichen Liebe.
Nur, der Sohn Gottes redet und handelt ganz anders: Er glaubt an den gerechten Zorn Gottes über die Sünder und daß es seine ureigenste Aufgabe ist, den Menschen vor diesem göttlichen Zorne zu retten.
Der nachkonziliaren Kirche sind das aber unzeitgemäße Vorstellungen, die kein potentieller Konsument der Kirche mehr hören will, die  somit ad acta zu legen sind. Das Erlösungswerk Jesu Christi reduziert sich so auf die Aufklärung, daß wir Menschen gar keiner Erlösung bedürfen, denn alles ist in Ordnung, nur daß ein paar Ewiggestrige noch von einem Zorn Gottes sprächen. 

Freitag, 7. Februar 2020

Populäre Irrümer: Liebe und tue, was Du willst und: Nur mit dem Herzen sieht man gut

Wer kennte nicht diese zwei Slogans, der erste vom hl. Augustin stammend, der andere dem sehr populärem "Der kleine Prinz" entnommen. Wie auch immer diese beiden Aussagen in ihrem jeweiligen Kontext gemeint sein mögen, sie haben sich daraus emanzipiert zu selbstständigen Aussagen, die gerade in unserer Zeit des Antiintellektualismus sehr populär geworden sind. 
Liebe und tue was Du willst. Wenn das Ziel moralischen Handelns das Gute Tuen ist, dann impliziert dieser Slogan, daß dem Liebenden, weil er liebt, das Erkennen des Guten innewohnt. Der Begriff der Liebe ist nun ein eindeutig zweideutiger, denn er kann das Gefühl der Liebe bezeichnen,also einen sehr starken Affekt oder als moralisch Gesolltes, den Willen, dem, wem man liebt, Gutes tuen zu wollen. (So Thomas von Aquin) Würde hier das Liebe im Sinne von Thomas von Aquin gemeint sein, ergäbe das: Wolle dem, den Du liebst, Gutes und tue was Du willst, nämlich das Gute, denn lieben heißt das Gute Wollen. So bleibt hier nur noch die Liebe als Affekt. Diesem starken Gefühl wohnt nun in keinster Weise die Erkenntnis, was denn das Gute sei inne. Zur Veranschaulichung: Wenn eine Mutter ihr Kind liebend vor der Frage steht, wie ernähre ich mein Kind gesund, dann will sie als Liebende eine gesunde Ernährung für ihr Kind, aber sie weiß damit noch lange nicht, was denn nun eine gesunde Nahrung für ihr Kind ist. Ein patriotisch gesonnener Politiker weiß, nur weil er seine Heimat liebt, auch deshalb nicht, ob die Kernfusion die Zukunftstechnik für eine gute Versorgung mit Strom ist. Je komplexer ein Problem ist, desto weniger reicht der Affekt der Liebe zum richtigen Handeln. Sicher, es gibt einfache Situationen, wenn die Mutter ihr Kind weinend sieht und es spontan in den Arm nimmt, aber möchte das Kind Süßes naschen, ist es schon schwieriger zu entscheiden, ob es gut ist, jetzt konkret in diesem Falle Süßes zu gewähren oder nicht.
Das Erkennen, was in einer bestimmten Situation oder in jedem Falle das Gute ist, bedeutet aber auch nicht, daß dann vom das Gute Erkennenden das Gute auch gewollt wird. Der freie Wille des Menschen kann erkennend, was jetzt das Gute ist, doch das Nichtgute wollen und auch vollbringen. So und nur so kann der Mensch ihm zurechenbar sündigen. So weiß ein Vergewaltiger, daß sein Tuen unmoralisch ist und doch vergewaltigt er. 
Noch verwirrender ist es mit dem Gefühl der Liebe. Ein verheirateter Mann kann sich in eine andere Frau verlieben, ja erkennen, daß er seine Ehefrau nicht mehr aber dafür die andere liebt.Die Morallehre der Kirche sagt ihm, daß er die andere nicht lieben darf, aber das Liebesgefühl läßt sich nicht verbieten, der Ehemann kann sich nur zur weiteren Treue zu seiner Ehefrau verpflichten. Das Gefühl der Liebe beinhaltet so in sich keinerlei Garantie, daß nur geliebt wird, was auch geliebt werden darf. So liebt der Sünder die Sünde, auch wenn er erkennt, daß er so sündigt. Denn das Erkennen des Guten determiniert weder das Gefühl dazu, das als das Gute Erkannte zu lieben noch den Willen, das als das Gut Erkannte zu wollen. 
Wer also einfach nur aus dem Gefühl der Liebe handelt, der hat so keine Garantie, daß er nicht völlig falsch handelt und sogar sündigt. Ein Arzt könnte dagegen, ohne jede Liebe zu seinen Patienten, sie gut, also richtig behandeln, nur weil er weiß, daß er so dauerhaft genügend Patienten haben wird, wohingegen einem Anfängerarzt, der aus seiner Nächstenliebe heraus diesen Beruf erwählte, bei der Behandlung gravierende Fehler unterlaufen können und so er den Patienten sehr schaden kann. 
Nur mit dem Herzen sieht man gut meint im Prinzip Ähnliches: Nur die Liebe sieht gut. Aber wenn die Liebe ein Gefühl ist, vermittelt dies Gefühl in keinster weise die Erkenntnis, was da gesehen wird, etwa ob das Herausoperierte ein bösartiger oder nicht bösartiger Tumor ist. Das liebende Herz will sicher Gutes tuen, aber das Herz ist nicht ein Erkenntnisorgan, als ob dies Gefühl auch ein Wissen  um das Wahre, was ist? und was ist zu tuen, das Gute in sich einschlösse. Anders wäre es, würde zuerst erkannt, was in einer bestimmten Lage das Gute ist, daß dann ein liebendes Herz auch das als das Gute Erkannte wollen will. Nur gehört diese Erkenntnis des Guten nicht in die Kompetenz des Herzens. 
Der heutige Antiintellektualismus verkennt eben, daß das Gute, was zu tuen ist, zu erkennen ist und daß ohne diese Erkenntnis das Gute weder gewollt noch getan werden kann. Das Gute aber als das Gute zu erkennen heißt aber auch nicht, daß der Erkannthabende das Gute nun auch lieben und wollen will. Er kann ebenso das Nichtgute lieben und wollen, etwa die Liebe zu einer schon verheirateten Frau. Gerade das liebende Herz kann zum Sündigen verführen. Zur Veranschaulichung sei an den Roman: Lolita von Vladimir Nabokov erinnert. 

Donnerstag, 6. Februar 2020

Ein falsches Ergebnis auf dem Irrweg der Kirche Deutschlands

Nicht alles klappt auf dem großen Kirchendemontagetreffen des "synodalen Irrweges". Tagespost am 2.2.2020, Der Druck ist gewaltig und die theologische Basis marode:
"Der Fuldaer Bischof Michael Gerber trug die Auswertung der Eingaben aus dem Internet vor. Dabei seien viele Frauen auf die Frage nach der Ordination eingegangen. 23 Prozent hätte sich für die Ordination ausgesprochen, allerdings seien 46 Prozent dagegen gewesen. 31 Prozent hätten die Frage nicht thematisiert." Das ist eindeutig ein falsches Ergebnis! Fast 50% der sich beteiigt habenden Frauen sprachen sich gegen das Lieblingsdeformprogramm aus. Aber man weiß sich zu retten: "In vielen Fällen stünden biografische Erfahrungen hinter den im Internet vorgenommenen Positionierungen, so Bischof Gerber. An den Antworten sei zudem erkennbar, dass Tradition und Lehramt als theologische Erkenntnisquellen eine deutlich nachgeordnete Rolle spielen würden." 
Bedauerlicherweise sprachen sich so viele gegen das Frauen-priestertum aus, aber das beruhe nur auf biographische Erfahrungen. Das soll dann wohl heißen, daß die a) deshalb nicht so ernst zu nehmen seien und daß b) auch diese traditionalistisch votiert habenden Frauen nicht im Sinne der Tradition und des Lehramtes so votierten, also auch für sie diese beiden Größen von geringer Relevanz seien.Denn was die Frauen wirklich wollen, das spricht ja der Katholische Frauenbund aus: Wir wollen das Frauenpriestertum.Auf eine theologische Begründung kann dabei ganz verzichtet werden, es reicht eben das Parölchen der Gleichberechtung, oder einfacher gesagt, das, was die protestantischen Frauen dürfen, das wollen auch wir haben.     



Dienstag, 4. Februar 2020

"Wie bei Aufhebung der Weimarer Verfassung durch Ermächtigungsgesetz" Zusatz: Der Papst schafft den Zölibat ab!

"Kardinal Müller übt scharfe Kritik am "Synodalen Weg": "Im suizidalen Prozess hat die Mehrheit beschlossen, dass ihre Entscheidungen auch dann gelten, wenn sie der katholischen Glaubenslehre widersprechen."  Kath net am 4.2.2020. Treffender kann der "Synodale Weg" nicht erfaßt werden: Es ist die Selbstermächtigung, alles was wahr ist, durch demokratische Entscheidungen ad acta legen zu dürfen. Ein Kirchenparlament erhebt sich so über Gottes Offenbarung und Gott selbst, indem es sich die Autorität anmaßt, gegen Offenbarung, Tradition und Lehrmt neu definieren zu können, was als wahr zu gelten hat.Dabei läßt sich dies Parlament faktisch aber von der veröffentlichten Meinung, der Medienmacht diktieren, was nun wahr sein soll.  
In einer Demokratie erhebt sich eben das Gerede, was man so meint, zur Wahrheit. Das Argument wird dabei ersetzt durch die Zahl der Zustimmer zu einer Meinung. Alle theologischen Kontroversen in der Kirche hätten so leicht durch repräsentative Umfragen unter den Kirchenmitgliedern gelöst werden können, aber früher dachte die Kirche theologisch, jetzt befrägt sie Gremien und Funktionäre von Laienorganisationen, was denn wohl beim Kirchenvolke und isb. den Medien gut ankäme.
Wenn dann gar die CDU-Kanzlerin in spe Frauen als Priesterin sehen will, dann ist dieser Wille der Parteivorsitzenden ein Auftrag an die Kirchendeformer, Ja zu ihrer Forderung zu sagen, denn man weiß, wer in diesem Lande wirklich über Macht und Einfluß verfügt, wem also zu  gehorchen ist.
Nur, beugt sich der allmächtige Gott etwa diesem pseudokatholischen Parlamentarismus? Bleibt nicht wahr, was er als wahr offenbart hat, auch wenn Kirchenparlamentarier diese Wahrheiten modernisieren d.i. abschaffen wollen! 
Eine andere Machtfrage ist zudem noch ungeklärt: Sagen wir es versimplifiziert! Für Kardinal Marx gilt die alte Franz Joseph Strauß Divise, daß es ihm gleich ist, wer unter ihm Bundeskanzler, also Papst sei, aber der Papst selbst, ein praktischer Anhänger Ludwigs XIV., der Staat bin ich, die Kirche bin ich,  kann schwerlich Kardinal Marx als den Kirchenreformer anerkennen, weil das nur ihm zukommt, denn er ist doch die Kirche und somit nicht dieser deutsche Kardinal. Könnte so der Papst seinen Gesinnungsgenossen Marx stoppen, weil der Papst sich allein für die Modernisierung der Kirche zuständig weiß, er der ja besser den Willen Gottes erkennt als Jesus Christus, sodaß der Papst sich ermächtigt sah, das Vater Unser zu modernisieren, weil ihm Jesu Gottesbild nicht gefiel, daß Gott nach Jesus in Versuchung führen kann. Steht nun nur der "Synodale Weg" über Gott, indem er sich die Vollmacht zuschreibt, selbst diktieren zu können, was wahr ist oder auch der Papst Franziskus, sodaß nun zwei über Gott Sicherhebende sich auch gegenüberstehen eventuell streitend darüber, wer nun von den Beiden der Verweltlicher der Kirche sein darf und sein wird? 
Der "Synodale Weg" sei ein suizidaler Prozeß, urteilt Kardinal Müller. Es ist zumindest der Versuch der Abtötung der Kirche in Deutschland durch diese der  Rotte Korach (4.Mose 16) nachgeahmte Insubordination gegen Gottes Ordnungen. Nur, läßt Gott seine Kirche hier so zerstören? Rettete er die göttliche Ordnung nicht gegen die Rotte Korach Revoluzzer, warum dann nicht auch jetzt!  

Nachtrag: 
Kath info meldet, daß Papst Franziskus den Zölibat aufhebt (4.2.2020). Damit stellt er klar, daß ER als der große Reformer (=Zerstörer) der Kirche in die Kirchengeschichte eingehen will und sich nicht den Schneid vom Kardinal Marx und dessen Avantgardekirche  nehmen lassen will. Nicht alle Päpste der Kirche waren Ruhmesblätter der Kirche, aber wann wütete ein Papst so sehr gegen den Leib Christi und kämpfte wider ihren Herren wie dieser Papst! 

Die Lust an der Selbstsäkularisierung der Kirche- ein Musterbeispiel

Was man zu hören bekommen kann, wenn zu Mariä Lichtmeß moder-nistisch gepredigt wird:
1. Maria und Joseph gingen in den Tempel, um für das Kind Gott zu danken. Das Gesetz zur Reinigung wird eben verschwiegen, denn das ist doch eine zu unzeitgemäße Vorstellung, daß die Frau nach der Geburt als unrein gilt, bis sie sich nach 40 Tagen purifiziert, wieder für rein erklärt wird. 
2. Simons Glück bestand darin, dies kleine Kind in den Arm zu nehmen. Was für ein Glück sei es doch, wenn die Mutter, aber auch der Vater zum erstenmale ihr Kind in den Arm nähmen. An diesem Glücke partizipiert nun auch der greise Simon. Er spürt, daß dies ein außergewöhnliches, besonderes Kind sei. Die Verheißung, daß er bevor er sterben wird, den Erlöser sehen wird, fällt einfach weg. Es geht um das eben ganz besondere Kind. Worin nun diese Besonderheit besteht, wird dann aber in der Predigt nicht expliziert.
3. Eigentlich geht es doch um ein Kind, das geboren - wie jedes Kind- etwas ganz Besonderes ist, was ein Grund zur Freude ist nicht nur den Eltern sondern auch dem Simon. Denn wer freute sich nicht beim Anblicke eines Kleinkindes? 
So entsorgt sich die christliche Religion selbst, indem sie sich in einen seichten Humanitarismus transformiert hier mit dem Zentral-anliegen der Liebe zum Kinde.  

Montag, 3. Februar 2020

Linksfaschisten- ein Irrtum?

Linke, Linksradicale werden gern in conservativer Publizistik als "Linksfaschisten" bezeichnet, daß eben Linke, obgleich sie sich als Antifaschisten verstehen, in faschistischer Art und Weise gegen ihre Feinde kämpfen. Ihre Militanz wird dabei betont. Dabei soll auch an den Konsens anknüpft werden, daß eigentlich nur Rechte/Rechtsradicale, also Faschisten und "Nazis" die wirklich Bösen sind, während Linke, schon allein darum, daß sie keine Faschisten sind, irgendwie schon Gute sind. 
Aber ist dieser Begriff sinnvoll, abgesehen von seiner polemischen Benutzung?
Die Französische Revolution mit ihrer Guilliotine liefert uns das erste blutige Schauspiel linker Gewalt. Wer heute dann von einer bürgerlichen Revolution gegen das feudalistisch-monarchische Regime Frankreichs spricht, verdrängt dabei, wie militant gewalttätig diese Revolution war, welche Blutströme da flossen. Die bolschewistische Oktoberrevolution hat dann den Terror der Französischen noch überboten, aber Beides waren linke Revolutionen. In der Weimarer Republik versuchten dann Kommunisten, diese erfolgreiche russische Revolution zu kopieren. 
Die Faschisten in Italien und Spanien, in Deutschland die Nationalsozialisten kopierten nun die Kampfmethoden der Kommunisten, gerade auch ihre Militanz. Hitler setzte sich dabei auch bewußt von der bürgerlichen Rechten ab, indem er seine Partei bewußt als Arbeiterpartei konzipierte, die in manchem die kommunistischen Parteien immitierte, denn er meinte, daß das deutsche Bürgertum selbst zu schwach war, den Kampf gegen die Kommunisten in Deutschland zu gewinnen. 
Es gilt also, daß Orginal (die linke, besonders die kommunistische Militanz) von ihrer Kopie zu unterscheiden. Die heutige "Antifa" knüpft so nahtlos an die bewährten Kampfmethoden der Kommunisten in der Weimarer Republik an und ist so nichts Faschistisches.Aber die revolutionäre Gewalt begann mit der Guillotine der Französischen Revolution! Sie erhielt den Ehrentitel der "Gleichmacherin"- denn "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" sind nicht so harmlos friedliche Parolen, wie man heutzutage meint. 

Sonntag, 2. Februar 2020

Ein Frontalangriff auf die Katholische Kirche wird geprobt

"Im Passus war auch vorgesehen, dass eine Vorlage nicht gültig werden kann, wenn „ein Widerspruch zwischen der Textvorlage und der Lehre der Kirche vorliegt“. Auch dies wurde nicht angenommen." Katholisch de am 1.2.2020. Was ist passiert? Die Deformkräfte erlebten ihren ersten Sieg über die Katholische Kirche auf dem "synodalen Irrweg". Conservative Bischöfe hatten den Antrag gestellt, daß Stellungnahmen, Textvorlagen nicht als gültig beschlossen angesehen werden dürfen, wenn sie der Lehre der Kirche widersprächen. Das lehnte die Mehrheit ab.
Man will also in diesem Dialog Positionen beschließen, die der Lehre der Kirche widersprechen und die sollen dann als gültige gelten. Es bedarf keiner hellseherischen Begabung, um zu erkennen, daß hier 2 Themen den Deformern vor Augen standen: die Abkehr von der Verurteilung praktizierter Homosexualität und der Wille, das Frauenpriesterum einzuführen, aber wohl auch die schrittweise Auflösung des Zölibates und die Verprotestantisierung der Kirche durch ihre Demokratisierung. 
Leider kann nicht mehr übersehen werden, daß dieser zweijährige Dialog nur ein Ziel hat, in Deutschland die Katholische Kirche zu entkernen, daß nur noch die Fassaden stehen bleiben sollen, im Innersten aber eine neue nichtkatholische "Kirche" konstruiert werden soll. Das ist die konsequente Modernisierung der Kirche, ihre Entkernung, daß nur noch katholische Fassaden erhalten bleiben sollen. Nur, wer kann dies Zerstöungswerk jetzt noch aufhalten? Wohl nur noch Gott selbst!  

Zusatz: 

Katholisch de jubelt (1.2.2020) : Bischof Bode: Zölibat soll Priestern freigestellt werden.
 Erzbischof Heße fordert neue Wege bei Lehre zu Homosexualität.

Und dann diese Siegesbotschaft des Laien-ZK- Vorsitzenden:Hätten sich noch in den neunziger Jahren etwa gleich starke Gruppen von Konservativen und Progressiven in der katholischen Kirche gegenübergestanden, so zeigten die Abstimmungsergebnisse der zurückliegenden zwei Tage, dass zwischen 80 und 90 Prozent der Mitglieder der Plenarversammlung nach Möglichkeiten suchten, die Kirche so zu reformieren, dass der Glaube durch sie nicht verdunkelt werde. (FAZ am 1.2.2020). Die Kathoische Kirche habe also bis jetzt den Glauben verdunkelt und darum muß sie jetzt umgeformt werden, also aufhören, katholisch zu sein. Das Katholische ist ja die Verdunkelung des Glaubens! Aber jetzt siegen die progressiven Kräfte die die Kirche conservieren, erhalten Wollenden.
 
Der Teufel jubelt mit: Wie viel Freudentränen fließen nun in der Hölle ob dieses sich anbahnenden Triumphes! Gott hat uns zwar den Endsieg verheißen, nicht aber, daß die kämpfende Kirche jede Schlacht gewinnen wird. In Deutschland droht der Kirche jetzt ein zweijähriges  Waterloo.Wird es dann noch eine Katholische Kirche in Deutschland geben? 

Samstag, 1. Februar 2020

So geht der synodale Irrweg

Ein Mann der klaren Worte, der Kirchenrechtler Schüller stellt klar, was die Mindestanforderungen für einen Erfolg des Dialoges des "synodalen Weges" sind (Kath de 28.Jänner 2020):
"Wenn der Papst keine Ausnahmen zum Zölibat zulassen würde, stünde der Reformdialog hierzulande "schon zu Beginn vor seinem Aus". Das ist eine klare Kampfansage: Dieser Dialog ist nur dann als erfolgreich anzusehen, wenn er Ausnahmen vom Zölibat fordert und der Papst solche Ausnahmen genehmigt.Der Zölibat soll zwar im Prinzip beibehalten werden, aber mit so vielen Ausnahmen, daß er wie ein löchriger Käse aussehen wird. 
Aber das ist noch nicht alles. Es wird eine zweite Mindestanforderung an die Ergebnisse dieses Dialoges gestellt, damit er als erfolgreich bewertet werden kann:
"Der Synodale Weg ist wirklich die letzte Chance in Deutschland, über die Stärkung der Rechte der Frau nachzudenken, und dazu gehört die Weihefrage", sagte Schüller. Sonst werde die letzte Generation von Frauen, die sich in der Kirche engagiere, weitgehend aus dem öffentlichen Bild der Kirche verschwinden. (KNA)
Frauen müssen also zur Weihe zugelassen werden (der Diakone-, der Priester- und der Bischofsweihe!?) weil sonst die engagierten Frauen die Kirche verließen. In fast jeder Messe stellen die engagierten Frauen die Mehrheit, und beim Rosenkranzgebet sowieso. Warum sollten nun diese Frauen die Kirche verlassen, wenn weiterhin "nur" Männer in ihr als Diakone,Priester und Bischöfe dienen? Ja, sind denn nicht die Frauen in dieser ach so schrecklichen Männerkirche weit aktiver als die männlichen Laien? 
Oder meint dieser Kirchenrechtler gar nicht diese engagierten Frauen, sondern allein die in Gremien der Laienverbände Tätigen, diese Unzahl von Gremiensitzungen, wo dann Möchtegernsuffragetten umstürzlerische Parolen sich ausdenken, weil sie noch mehr Einfluß in der Kirche haben wollen? Was aber haben diese Gremienfrauen gemein mit dem im Leben der Kirche wirklich Engagierten?

Aber darum geht es den Reformern nicht. Die Kirche soll einfach der Welt eingepaßt werden und darum muß die Ordnung des Zölibates abgeschafft und das Frauenpriesterum eingeführt werden. Das sind dann auch die Mindestforderungen- nur wenn die der "synodale Weg" aufstellt, kann er eben als gelungen angesehen werden. So stehen diese Forderungen aus Sicht der Dialogführer schon fest, bevor die erste Rede dieses Irrwges gehalten werden wird. Es darf dabei darauf vertraut werden, daß die Mitglieder dieses Dialoges so ausgewählt worden sind, daß am Ende des Weges es für diese 2 Forderungen klare Mehrheiten geben wird, aber trotzdem soll zwei ganze Jahre dialogisiert werden, auch wenn jetzt schon die Ergebnisse feststehen. 


Freitag, 31. Januar 2020

Was macht christliche Musik zu christlicher? Ein Fragment

Was macht eigentlich christliche Musik zu einer christlichen Musik?  Anlaß für diese mich schon des längeren umtreibende Frage ist, daß ich mir gestern Abend Konzerte von "Veronika Lohmer plus Band" angehört habe, Lobpreismusik. Unbestreitbar: die gute musikalische Qualität, gesanglich über-
zeugend und sehr gut auf der Bühne glänzend inszeniert (Augsburger-Mehr-Veranstaltung).Aber es stellt sich mir die Frage: Ist das auch christliche Musik? Von den Texten her wäre die Frage eindeutig mit Ja zu respondieren.
Wenn ich aber die Gestimmtheit dieser Musik in ein Evangelium zu versprachlichen hätte,käme eines ohne das Kreuz Christi heraus, so als wenn Jesus nachdem er seine Botschaft ausreichend verkündet und seine Kirche gegründet gen Himmel aufgefahren wäre, zurück zum Vater. Es fehlt in dieser Musik das, was Mel Gibson in seinem Passionsfilm so genial in den Vordergrund stellt, daß wir durch das Leiden Jesu Christi erlöst wurden, daß er eben nicht einfach in die Welt kam, um zu proklamieren, daß Gott uns alle lieb hat und dann wieder zu gehen.
Das Kreuz Christi müßte also in der Musik, nicht einfach nur als Textaussage präsent sein.Es müßte etwas von der Heiligkeit Gottes erspürbar sein... Wie das aber nun musikalisch ausdrücken? Ich meine zumindest, daß die Musik nicht so harmonisch lieblich daherkommen dürfte. Die Musik müßte gewaltig sein, aber auch Härte aufzeigen. Auch wenn das nun zuvörderst sehr befremdlich klingen mag, wenn man Gott im Sinne von Rudolf Otto als Einheit von tremendum und fascinosum denkt, dann ist dies Begegnungsgeschehen auf einem Friedhof, das die Musikgruppe Black Sabbat: Black Sabbat musikalisch gestaltet ein religiöses Ereignis (nicht spezifisch christlich), aber doch religiös im Sinne Ottos.
Die heutige "christliche Musik", gerade die Lobpreismusik ist mir eine zusehr ohne das Kreuz und das gibt ihr so einen faden süßlichen Beigeschmack. In Orchestermessen gibt es diese Zuckerwattensüßlichkeit nicht ob der gewaltigen Instrumentenstimmen (gewaltig-Gewalt-Kreuz).Sicher gehört das Harmonische und Schöne als Vorgriff auf das Reich Gottes mit in die christliche Musik, aber es müßte doch auch das Noch-Nicht der Erlösung miterklingen.

Was macht religiös christliche Musik zu religiös christlichen?Die vulgäre Meinung: Der religiöse Text. Also, wenn gesungen wird,Gott liebt Dich!, dann könnte dazu eine Marschmusik, ein Schlager oder was auch immer gespielt werden, der Satz: Gott liebt Dich! könnte völlig beliebig gesungen werden,allein durch diese Aussage konstituierte sich das Musikstück als religiös-christlich.Nur, kann denn das Musikalische (Instrumente und Gesang) völlig gleichgültig sein für die christliche MUSIK, weil es allein auf die Textaussage ankäme? Dann wäre ja die Musik nur ein Transportmittel zur Vermittelung eines christlichen Gehaltes, sodaß der Hörer dann den Text, die Textaussage aus der Musik herausholen müßte, um den Gehalt des Musikstückes wahrzunehmen. Das ist nun wirklich eine absurde Vorstellung.

Der Musiker und sein Verhältnis zum Kunstwerk- hat das auch eine Bedeutung für die christliche Musik?
Meine Frage lautet: Ändert sich die Musik dadurch, daß die Musizierenden selbst zum Bestandteil des Musikwerkes werden?Einfach könnte man sich dies so vorstellen: Die Musizierenden- das Musikwerk -und die Hörer. Das Musikwerk wäre dann das Kunstwerk( das auch aufgenommen werden kann auf LP oder CD) und dann immer wieder anhörbar ist. Die Musiker verschwinden dabei ganz, es bleibt nur das Werk- so wie ein Gemälde bleibt, präsentisch ist, auch wenn der Maler schon längst verstorben ist. Das Werk ist eigentlich unabhängig vom Künstler, er ist nicht selbst ein Element des Werkes.
Ganz anders beim Schauspiel: hier gehört der Schauspieler konstitutiv zum Werk dazu- ohne ihn kann es kein Schauspiel geben, während ein Musikwerk wie ein Kunstbild dann auch ohne den Künstler präsent sein kann.

Nun wird Musik auch live gespielt.
1. Möglichkeit: Die Musiker spielen, verstehen sich selbst aber nicht als Teil des Kunstproduktes, sie bringen es nur hervor.
2. Möglichkeit: DerMusiker versteht sich als Teil des Kunstwerkes- er tritt auf einer Bühne auf auf der er sich selbst als Teil des Kunstwerkes versteht. Der Anfang dafür ist die "Bühnenshow".Anspruchsvoller, wenn die Musik auf der Bühne inszeniert wird- sodaß sie wie eine Oper aufgeführt wird, daß die Sänger auch als Schauspieler fungieren in einem Bühnenbild.
Nun dient das Licht etwa nicht einfach nur dazu, daß der Künstler die Noten sehen kann, das Licht soll jetzt gemäß der Gestimmtheit der Musik sein, die Musik also in Licht umsetzen. Der Musiker bewegt ich auf der Bühne zur oder besser in der Musik; selbst die Kleidung hat nun zur Musik zu passen, wie bei Schauspielern das Kostüm.


Ist es dann nicht so, daß dadurch die Musik sich ändert, weil nun die Musiker selbst zum Teil des Kunstwerkes werden? In Miniatur kann das an Musikvideos erlebt werden, die so doch auch die Musik ändern, weil sie nun verbildert wird. So wird anschaubar, was einst nur hörbar war. Nirvana - Smells Like Teen Spirit ist m.E. eines der gelungensten Musikvideos- weil es hier gelang, die Musik in athmosphärische Bilder umzusetzen, daß das Auge nun sieht, was das Ohr hört. Man könnte meinen, daß so sich die Musik einer Operninszenierung annähert, weil nun die Musiker auch als "Schauspieler" auf eine Bühne auftreten, die selbst wieder künstlerisch gestaltet ist.
Es hat etwas Erschreckendes an sich, daß über etwas so Schönes wie die Musik so wenig nachgedacht wird. Dies wäre auch eine theologische Aufgabe!
 

Donnerstag, 30. Januar 2020

Gottes Aufrag der Weltgestaltung und unsere Fahnenfucht

Scheitert der Mensch an Gottes Auftrag, der Aufgabe, die Welt zu gestalten, sich zu unterwerfen? Wer heute den Schöpfungsbericht (1.Mose)nachliest, stößt auf Befremdliches: Gott weist dem Menschen nicht einen Platz in einem wohlgeordneten Kosmos an (Kosmos-Kosmetik= das schön Geordnete),sondern verleiht im eine Doppelnatur, da er einerseits als aus Erde erschaffen zur Natur gehörig ist und andererseits als Seele, von Gott ihm direkt eingehaucht nicht von und aus der Erde ist. So steht er als Seele der Natur gegenüber, die nun das Material für seine Kreativiät ist. Die Schöpfung ist gut, weil sie für den Menschen gut als sein Betätigungsfeld. 
Ist damit nicht schon der homo faber als mittels der Technik die Natur Beherrschender und Gestaltener präfiguriert? Diese exzeptionelle Stellung des Menschen der Welt gegenüber gerät nun in das Feuer der Kritik im Kontext der Ökologie- und Umweltschutzbewegung. Führe nicht auch dieses Gottesverständnis, eines extramundalen Gottes, der sein Vorzugsgeschöpf, den Menschen zur Beherrschung der Natur auffordert (und damit auch seiner eigenen) notwendigerweise zu der heutigen Umweltproblematik?
Nicht nur Carl Amery äußerte sich in diesem Sinne christenumskritisch. Könnte es sein, daß auch deshalb auf der "Amazonassynode" die Verehrung der göttlichen Mutter Erde, der Pachamama in das liturgische Programm dieser "Räubersynode" aufgenommen wurde? Eines muß klar gesagt werden: Es steht uns Menschen nicht an, Gottes Auftrag an uns zurückzuweisen, daß wir nicht mehr die Stellung zur Welt einnehmen wollen, die der Schöpfergott uns zugewiesen hat. Wir sind nicht integriert in eine feststehende Ordnung, die wir, so wie sie ist, zu conservieren hätten wie ein Gärtner einen Park. Wir sollen diese Welt vernünftig gestalten, aber wir sollen sie gestalten. Gott gab uns die Natur wirklich als Rohstoff in die Hände, damit wir ihn kreativ gestalten. Die Ebenbildlichkeit des Menschen ist so auch seine Kreativität, daß er die Welt gestaltet und nicht einfach nur bewahren soll, wie sie ist. In Zeiten der Klimahysterie begeht so der Mensch Fahnenflucht, will er nur noch der Bewahrer des Natürlichen sein.