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Samstag, 4. Juli 2026

„Die Piusbruderschaft will Sekte sein – soll sie es!“ Ein Jesuit kritisiert auf höchstem Niveau die Bischofweihen der Piusbruderschaft

 

„Die Piusbruderschaft will Sekte sein – soll sie es!“ Ein Jesuit kritisiert auf höchstem Niveau die Bischofweihen der Piusbruderschaft



Wo anders als auf Kath de (3.7.2026) konnte diese Fundamentalkritik dieses skandalösen Vorfalles publiziert werden! Die zentrale Frage dieser Kritik lautet: „ist das meine Kirche?“ „mein“ ist hier besitzanzeigend gemeint: Es existieren also 2 Kirchen, die des Jesuiten und die der Piusbruderschaft. Der Kritiker frägt nun, ob er in der Kirche der Piusbruderschaft die seinige recognizieren könne.Darauf folgt die rhetorische Frage: „Will ich diese Kirche in meiner haben?“ Die Antwort lautet zwar: „Eher nein“, aber es ist doch ein „Nein“ gemeint!

Was ist nun so furchtbar an der Kirche der Traditionalisten? Der Standpunktkommentar bietet uns dazu eine wahrhaft überzeugende Argumente.

„Wenn ich die Bilder der Bischofsweihe sehe:“ graust mir hätte eigentlich vor dem Doppelpunkt stehen müssen. „hunderte Männer, eher blass, ernst und streng die Gesichter, schwitzend in engen, irgendwie antiquiert wirkenden Gewändern, unverständliche lateinische Gesänge singend, weihrauchgeschwängert,“ Diese Fundamentalkritik verlangt nun unsere größte Aufmerksamkeit, um diesen Höhenflügen jesuitischer Kritik auch nur annähernd gerecht werden zu können.

„hunderte Männer“: das ist ja schon an sich ein Skandal: Waren Frauen etwa von diesem Weiheakt ausgeschlossen? Und waren etwa keine „Diversen“ dabei? (Es sei an den usus kirchlicher Stellenausscheibungen: m/w/d erinnert!)

„eher blass, ernst und streng die Gesichter“ So unsympathische Männer, dabei sollten doch wir Christen laut Nietzsche fröhlicher ausschauen!1

„schwitzend in engen, irgendwie antiquiert wirkenden Gewändern“: Die liturgischen Gewänder passen einfach nicht zu den jetzigen hochsommerlichen Temperaturen, eine luftige Freizeitkleidung hätte doch das Schwitzen verhindern können! „antiquiert“ das heißt: nicht mehr zeit(geist)gemäß aber simpler, erst Mal: unmodisch!

„unverständliche lateinische Gesänge singend“ : Was die Sprachkenntnisse eines Jesuiten überfordert, ist eben unverständlich, nur vergaß er dabei das relativierende: „für ihn“ hinzuzufügen. Daß das Latein die Sprache der Liturgie ist, ist den der Liturgie im Regelfall reserviert gegenüberstehenden Jesuiten sicher nicht bekannt, ist ihnen doch die Predigt, möglichst ohne davon Ablenkendes das Wesentliche eines Gottesdienstes und darum ist ihnen der Weihrauch auch ein Greuel, verunklart er doch das gepredigte Wort.

Weihrauchgeschwängerte Männer: Das ist selbstredend der Höhepunkt dieser Kritik: Die enthaltsam lebenden Männer lassen sich als Ersatz vom Weihrauch schwängern! Im (Un)Geist der Genderideologie kann es natürlich schwangere Männer geben, aber vom Weihrauch geschwängert, ist schon ein arges Stück jesuitischer Sophistik!

Das Resümee fällt klar aus: Die Kirche, die so einen Gottesdienst zelebriert, ist nicht die Kirche dieses, eines Jesuiten! Wie ist denn nun die Kirche dieses Jesuiten, der in der der Piusbruderschaft die seinige, besitzanzeigend gemeint, nicht recognizieren kann?

„Die katholische Kirche ist ja ein großer Zoo mit vielen bunten, auch grellbunten Tieren, und das soll so sein, ist wunderbar, aber die hier gesehene bunte Farbe will ja die einzige sein, und sie spricht anderen Buntheiten das Katholischsein ab – damit ist diese Kirche gerade nicht mehr katholisch, sondern eine Sekte.“ Die Jesuiten-Kirche ist bunt! Diese Parole: „Bunt statt rechts/rechtspopulistisch/conservativ“ wird nun fast auf jeder Anti-Rechts- Demonstration gebrüllt und meint positiv gewendet,daß politisch korrekt die Buntheit nur aus zwei Farben bestehe: „Grün“ und „Rot“! Alle Andersfarbigen seien auszuschließen.

(Ich vermute, daß das Tragen des Trikots unsere Fußballmannschaft auf einer Anti-Rechts- Demonstration auch untersagt würde, aber Homosexfahnen bejubelt würden.) Die Kirche hat also ein bunter Zoo zu sein, die deswegen alle unerlaubten Farben auszuschließen habe. So nur verhindere sie, eine Sekte zu sein! Nicht Grün-Roten muß deswegen das Katholischsein abgesprochen werden! Das entspricht der Praxis der katholischen „Kirchentagen“, die faktisch Grün-Rote Bejubelungsfeste sind. Und zu einer Zookirche passen eben ernste Männer nicht, die statt Tierkostümen liturgische Gewänder tragen!

Wer solche Kritiker hat, braucht keine Apologeten!

1Friedrich Nietzsche kritisierte das Christentum scharf dafür, dass Christen seiner Meinung nach oft freudlos und unerlöst wirken. Sein berühmter Ausspruch lautet: „Die Christen müssten mir erlöster aussehen. Bessere Lieder müssten sie mir singen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte.“ KI- Übersicht.

Freitag, 28. November 2025

Eine Jesuitenhochschule zeigt Flagge: Ein Vortrag über die Gotteserkenntnis wird gecancelt

 

Eine Jesuitenhochschule zeigt Flagge: Ein Vortrag über die Gotteserkenntnis wird gecancelt


Ein Theologe wollte einen Vortrag halten über die Gottesbeweise und ihre Kritik halten.Es sollte also ein Dialog zwischen Thomas von Aquin und Immanuel Kant geführt werden. Aber dieser Vortrag wurde abgesagt, denn der Referent wurde als „fundamentalistisch“ und als „rechtsextrem“verteufelt von linken Studenten der Jesuitenhochschule.1 Es reichte wohl die Information. daß der Referent auch für die katholische „Tagespost“ schreibt,um eine Diffamierungskampagne zu starten. Was genau nun die linken Studenten dem Referenten Herrn Ostritsch vorwarfen konnte weder Kath net noch die Welt recherchieren, es reichte einfach der Verleugnungskampagne,ihn als „fundamentalistisch“ und „rechtsextrem“ zu qualifizieren.

Der „Welt“ gegenüber meinte der so gecancelte: „Ich nehme an, dass meine Positionen zur Zweigeschlechtlichkeit, zur Ehe und zum Einsatz für das Leben problematisch sind“, sagte Ostritsch.. „Es ist verrückt, dass so etwas an einer katholischen Hochschule passiert.“ 2 Es ist inzwischen nicht nur an dieser Jesuitenhochschule völlig gleichgültig geworden, was jemand vorträgt. Die einzig relevante Frage ist die inquisitorische nach der Gesinnung.Wenn der Vortragende nicht eine lupenreine linke hat, darf er nicht mehr reden. Es kann sein, daß diesem Referenten seine Ja zum Lebensrecht,zur Zweigeschlechtlichkeit und zur Ehe zum Verhängnis wurden. Daß er hierbei die Lehre der Kirche vertritt, dürfte die Aggressivität dieser Jesuitenhochschulstudenten nur noch gesteigert haben,verachten sie doch alles Katholische.

Man wird aber die Hochschule nicht einfach als ein Opfer solcher linken Intoleranz ansehen dürfen. Wer nicht hundertprozentig politisch korrekt ist, der darf eben in einer Jesuitenschule keinen Vortrag halten.Die Zeiten des Argumentierens und gar die des dem Anderen Zuzuhörens sind eben ad acta gelegt, es gilt nur noch, den Andersdenkenden zu bekämpfen. Dazu verbietet man ihm das Wort.

Der Artikel der „Jungen Freiheit“ vom 19.112025: „Studenten befürworten Sanktionen gegen konservative Vorträge“ bietet so sehr Erhellendes zum geistigen Klima in den Universitäten. Da heißt es nun: “Mehr als 3.000 Studenten verschiedener Hochschulen hatten in mehreren experimentellen Szenarien fiktive Vorträge bewertet, deren Aussagen jeweils progressiv oder konservativ formuliert waren. Rund 23 Prozent sprachen sich für eine Absage konservativer Beiträge aus, 19 Prozent für den Entzug der Lehrbefugnis und elf Prozent für die Entfernung entsprechender Bücher aus den Universitätsbibliotheken.“

Schon conservative Positionen werden an den deutschen Universitäten kaum noch toleriert. Das Ja zum Lebensschutz, zur Ordnung der Ehe und zur Zweigeschlechtlichkeit sind nun wirklich keine rechten Positionen, sondern genuin kathollische. Aber sie dürften gerade deshalb so verhaßt sein unter den linken Studenten.

Aber es drängt sich doch der Eindruck auf, daß die Professorenschaft wohl nicht nur dieser Jesuitenhochschule auch ganz erfüllt ist von dem Kampfgeist gegen alles politisch Nichtlinientreue,daß man so wohl klammheimlich applaudiert zu diesem Vortragverbot ! 

1.Zusatz:

Der nicht erlaubte Vortrag kann nun doch in München gehalten werden, aber nicht in der antifaschistischen Trutzburg der Jesuiten, denn hier dürfen nur Linke reden!

2.Zusatz:

Die Jesuitenhochschule erklärt ihren Vortragserbot: "Nach der Ankündigung hatte es Proteste gegeben. Dazu schrieb die Hochschule: >Im Vorfeld der Veranstaltung wurden seine polarisierenden Äußerungen zu gesellschafts- und kirchenpolitischen Themen als Publizist offenkundig und führten an der Hochschule zu einer massiv aufgeladenen Debatte<." Nur nichtpolarisierende Meinungen sind eben an dieser Universität erwünscht,also nur ein innerlinker Pluralismus. 

Zitiert nach Kath de vom 28,11.2012:  Debatte um Wissenschaftsfreiheit – Hochschule erklärt Vortragsabsage.









1 Kath net am 27.11.2025:„Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“

2 „Welt“ am 26.11.2025:“Nach immensem Druck von Studenten – Hochschule sagt Vortrag von Katholiken zu >Gottes Existenz<“ ab..“

Mittwoch, 2. Juli 2025

Religiöse Kunstwerke – Nein, Danke! Über die neue Intoleranz von? Oder nur elitär-avantgardistische Kunst zählt!

 

Religiöse Kunstwerke – Nein, Danke! Über die neue Intoleranz von?



Es paßt doch eigentlich nicht in unsere ultraliberale Kultur, daß das Kunstwerke, nur weil sie religiös sind, nicht exponiert werden sollen. Aber für den den heutigen Liberalismus kritisch Beobachtenden ist das nichts ihn Irritierendes, gehört doch der Diskurs darüber, wer und was auszuschließen ist aus dem öffentlichen Diskurs heute zur Agenda jeder Talkshow. Dabei wird sich in der Regel auf das, was man „Rechts“ nennt, kapriziert: Mit solchen Schmuddelkindern redet man nicht!

Aber warum sollen den nun religiöse Kunstwerke nicht mehr exponiert werden und wo sollen sie nicht ausgestellt werden. Der Kath de Artikel: „Theologe in Kunststation: Religiöse Werke würden wir nicht zeigen“ vom 2.7.2025 klärt uns darüber auf.

Der Tatort ist die „Kunststation St.Peter“ in Köln, eine profanisierte Kirche, die nun zu einer Kunstausstellungshalle umfunktioniert worden ist.

Die Täter:Der jetzige Leiter ist nun kein Kunsthistoriker, kein Mann vom Fach, sondern ein katholischer Theologe. Aus dem Wikipediaartikel über ihn entnehmen wir aber die sehr gewichtige Angabe: „Seit 2012 ist Schlimbach regelmäßiger Teilnehmer des Dialogs zwischen dem Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, und Vertretern des Forums Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.)“ Es ist wohl keine müßige Spekulation, daß der Eigenname: „F.E.L.S“ anzeigt, daß die Neusynodalkirche Deutschlands nicht mehr auf den Fels Petrus sondern auf diesen F.E.L.S sich auferbauen möchte. Der Zweitäter ist ein jesuitischer Pater, mit dem zusammen dieser Dialogtheologe die Kunststation leitet.

Die Anklage: “religiöse Kunstwerke würden wir in St. Peter nicht zeigen. Das ist tatsächlich für uns ein Ausschlusskriterium. Pater Kessler, unser jetziger Pfarrer, sagt immer: Religiöse Kunst haben wir doch, die brauchen wir ja nicht. Wir wollen die Kunst nicht verzwecken, wir wollen nicht, dass die Kunst uns unseren Glauben illustriert, dass sie das, was wir im Evangelium lesen, verhübscht und dass wir das dann noch mal irgendwie auf diese Art und Weise erläutert bekommen. Das ist überhaupt nicht unser Ansatz. Das können Sie in jeder anderen Kirche auch zeigen. Das interessiert uns überhaupt nicht.“

Es geht also in erster Linie um eine Diffamierung der christlichen Kunst , sie verhübsche, damit ist wohl gemeint, daß sie kitschig sei, sie illustriere, womit ihre minderwertige Qualität benannt wird: Es gäbe Zeitungen und fürs gemeine Volk die Illustrierten, außerdem sei sie heteronom bestimmt, indem sie ihre Gehalte der christlichen Religion entnähme, statt autonom sie hervorzubringen.

Duchamps Pißbecken, das heute allseits als ein Kunstwerk anerkannt wird1, offenbart uns das Geheimnis der zeitgenössischen Avantgardkunst: In einer Epoche der Egalisierung und Nivellierung erwächst das Bedürfnis, als etwas Besonderes von den Massenmenschen, dem gemeinen Volke sich abzuheben. Gerade die Kunst ist dazu ein ideales Medium, daß man nur das als wahre Kunst behauptet, die dem allgemeinen Geschmack zuwider und einem Verstehen sich verschließt, daß sie nur wenigen Erleuchteten eben zugänglich ist, wie dies „Kunstwerk“ Duchamps. Diesem Kunstelitarismus korreliert nun die Verachtung von allem, was dem gemeinem Mann gefällt als kitschig, trivial und populär2. Das „Barmherzigkeitsbild“ der hl. Faustyna wird eben in keiner Kirche und in keinem Kunstmuseum ausgestellt, weil es trivial und schön sei. Dabei hat Jesus Christus sich selbst der hl. Faustyna so offenbart: Male mich so, damit in und durch dies Bild ich verehrt werde!

Wäre die Kirche rein marktwirtschaftlich orientiert, würde man nicht auf eine elitär-avantgardistische Kunst setzen, aber da die als progressiv gilt, wird sie in der Kirche aufgenommen, weil sie eben auf der Höhe der Zeit sein will. Der Gerigschätzung der Volksfrömmigkeit korrespondiert die Verachtung jeder frommen Kunst, nur eine destruktiv kritische wird bejaht wie etwa die Verhöhnung des Letzten Abendmahles bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Frankreich.



1.Zusatz: Ein Jesuitenpater und ein Homosexlobbytheologe bekennen gemeinsam: Christliche Kunst interessiere sie überhaupt nicht! Eine Kirche, die solche Mitarbeiter hat, braucht keine Feinde mehr!

2.Zuatz:

Gegen islamische oder jüdische Kunst hätte dies zwei Nichtkunstexperten sicher nichts einzuwenden, denn die Exponierung solcher religiöser Kunst diente ja dem interreligiösen Dialog.

1Dem Leser möchte ich wärmstens empfehlen, sich dies „Kunstwerk“ im Internet anzuschauen!

2Hierbei spielt auch die Kritik der modernen Kunst als „entartet“ eine gewichtige Rolle. Man will sich von dieser Kritik energischt abwenden, da das eine „Naziparole“ sei, die auf das sog „gesunde Volksempfinden“ rekurriere. Eine ntifaschistische Kunst müsse deshalb antipopulär elitär sein, alles Traditionelle verachtend..

Samstag, 24. Mai 2025

Ändere Dich, statt daß Du betest! Eine jesuitische Erkenntnis oder daß die Religion überflüssig sei

 

Ändere Dich, statt daß Du betest! Eine jesuitische Erkenntnis

„Ihre Priester werden nicht erfreut sein, das zu hören,aber Gott wäre, wie Jesus verkündete, viel glücklicher, wenn Sie sich ändern würden, statt zu beten und zu feiern.Ihm würde Ihre Liebe viel mehr gefallen als Ihr Beten.“ So lehrt es der Jesuit Anthony de Mello in seinem Buch: „Der springende Punkt“, S. 78. Auch wenn hier direkt hinduistische Priester angeredet werden, so gilt diese Aussage genauso gut katholischen Priestern gegenüber. Ganz im antiklerikalen Geist wird hier die Kirche mit ihren Priestern Jesus gegenübergestellt, daß der doch etwas ganz anderes gelehrt hätte als die Kirche.

Das evoziert die Kritik: Welcher Jesus wird da der Kirche gegenübergestellt? Der Jesus dieses Jesuiten ist einer, der also gelehrt hat, daß wir nicht beten und Gottesdienste feiern sollten, sondern stattdessen uns unsere Selbstveränderung zuzuwenden hätten. Das Ziel dieser Selbstoptimierung sei dann das Wachwerden, wie es in diesem Buch explizert wird. Die Liebe gegen die Praxis des Betens zu stellen, ist nun völlig widersinnig: Wer für jemanden zu Gott betet, der praktiziert da gerade die Nächstenliebe, denn wer könnte besser jemandem in Not helfen als Gott selbst. Aber jedes Beten zu Gott ist ja nun selbst auch ein Akt der Liebe zu Gott. Jesus Christus, so wie ihn die hl.Schrift bezeugt, käme nie auf die Idee, das Beten und gerade dann auch die Fürbitte nicht als praktizierte Liebe anzusehen. t

Offenkundig versteht dieser Jesuit unter dem Beten etwas anderes, es dürfte ihm wohl etwas Nichtpraktisches sein, so als müßte man einem Beter zurufen: „Nun hast Du zwar für jemanden in der Not gebetet, nun tue aber auch etwas für ihn, denn Dein Gebet allein hilft ihm nicht!“ Auch einen Gottesdienst feiern ist so gesehen etwas Nutzloses, wenn der Kult die Teilnehmer nicht dazu motiviert, dann auch Gutes zu tuen!1 Die Kirche, ihre Priester lehrten nun etwas ganz anderes, ja die Katholische Kirche hält gar die Teilnahme an der Sonntagsmesse für die Pflicht jedes Christen, aber dieser Jesuit weiß ganz genau, daß (sein)Jesus etwas ganz anderes lehrte als die Priesterkirche. Woher weiß er das? Er projiziert einfach das, was er für richtig und wahr hält, in den Jesus hinein. Das setzt eine intensive Bearbeitung der Texte des Neuen Testamentes mittels eines Säurebades der historisch-kritischen Methode voraus, sodaß dann nur noch dem Kritiker Wohlgefälliges übrigbleibt. Das ist dann der gute Mensch Jesus, der uns lehrte, gut zu sein.

Dieses Jesusbild steht nun in der Tradition der antithetischen Gegenüberstellung von dem Ethischen wider das Religiös-Kultische.2 Der Priester gehört dann in das negativ verzeichnete Bild des Religiös-Kultischen, dem man, wenn noch Bibelkenntnisse vorhanden sind, den barmherzigen Samariter entgegenstellt. Damit wird dann wortreich ausgeschmückt die Trivialität verklärt, daß den meisten heutigen Christen Christsein heißt, anständig zu leben und dabei irgendwie auch an etwas „Höheres“ zu glauben, aber beten und zur hl. Messe gehen, das muß nicht sein, das ist nur überflüssiges Dekor der christlichen Existenz.Daß Gott keine Gebete erhören kann und daß ein Gottesdienst nur eine Veranstaltung zur Auferbauung und Belehrung der Gemeinde ist, die dann so gestärkt besser leben könne, ist eine Selbstverständlichkeit für modernistische Theologen, nur daß die Allermeisten auf diese Nachhilfestunden gern verzichten, weil sie auch ohne Gottesdienst und Gebet anständig zu leben wissen. 



1Es wäre untersuchenswert, ob Papst Franziskus Widerwille gegen die „Alte Messe“ sich auch aus dieser Sicht der Liturgie erklären läßt.

2Bonhoeffers These von einem religionslosen Chrustentum wird gerne in diesem Sinne gedeutet, wobei aber unklar ist, ob er selbst das so gemeint hatte, da seine Erwägungen diesbezüglich doch sehr fragmentarisch ausgefallen sind. Seine Theologie wird aber fast nur noch als ein Aufruf zur Tat, zum Widerstand gegen Hitler gelesen, als wenn sein politisches Engagement seine eigentliche Theologie gewesen wäre. Das hieße dann im Sinne dieses Jesuiten; Seid keine Theologen, Gott will Männer und Frauen der Tat!

Freitag, 23. Mai 2025

Die neue Pachamamaverehrung – oder die jesuitische Rückkehr zum Göttinkult

 

Die neue Pachamamaverehrung – oder die jesuitische Rückkehr zum Göttinkult



Der Kath net Artikel:“Spanische Jesuiten in Broschüre: „Danke, Pachamama“ bringt es an das Tageslicht: So wollen die spanischen Jesuiten zur „Mutter Erde“ beten! „Das >Gebet zur Mutter Erde<der Jesuiten in Spanien lautet wörtlich: >Mutter Erde, lehre uns, einander wie Brüder zu lieben und mit Liebe für dich zu sorgen. Leite uns, damit wir Licht spenden und ausstrahlend sind wie die Sonne. Pachamama, Pachamama, wir sind gekommen, um dir für all die Reichtümer zu danken, die du uns schenkst. Nimm dieses Opfer an, damit es dem Land gut geht. Danke, Pachamama und gute Mutter.“ Im spanischen Originaltext stehen ausdrücklich die spanischsprachigen Varianten „Madre-Tierra“ und „Pachamama<“.

Dieser Göttin wird ein Opfer dargebracht, um sie gnädig zu stimmen, sodaß sie dann den sie Verehrenden die Gnade erweist, sie zu lehren, wie Brüder miteinander zu leben usw. Der so Betende glaubt nicht, daß er aus sich selbst heraus die Kraft besitzt, alle Menschen wie Brüder zu lieben, daß sie für alle anderen Menschen Lichtspender sein können. Er erinnert diese Göttin daran, was sie uns alles schon gewährt habe, wofür in dem Gebet ausdrücklich gedankt wird, in der Intention, daß sie ob des dargebrachten Lobes und des dargebrachten Opfers weitere Gaben gewähre. Unklar ist dabei, ob das dargebrachte Opfer nun ein von dem Danken verschiedener Akt ist, oder ob die Dankdarbringung schon selbst das Opfer sein soll.

Daß dies an die Göttin Pachamama nichts Christliches enthält, ist unüberlesbar und genauso eindeutig ist es antichristlich, denn hier wird statt dem dreifaltigen Gott einer Göttin gedankt und wird sie als die Geberin von all dem gepriesen, was der dreifaltige Gott gibt. Die „Mutter Erde“ wird dabei eindeutig als ein personales Wegen geglaubt, das Gebete und Opfer erhören kann und das gar Erkenntnisse und Fähigkeiten vermitteln kann. Das ist so eindeutig ein Fall von Apostasie, des vollkommenen Abfalles vom christlichen Glauben!

Aber vor einer bitteren Wahrheit darf man sich nun nicht die Augen verschließen: Der jesuitische Papst Franziskus setzte den Startschuß zur Verehrung dieser Erdengöttin, als er selbst sie auf der Amazonassyode öffentlich anbetete. Der Papst wurde bei dieser seiner Gebetsaktion gefilmt und das Video war im Weltnetz überall auf der Welt anschaubar: Der Papst selbst betet die Göttin Pachamama an.Der Papst Johannes Paul II küßte vor laufenden Kameras den Koran, so sehr liebte er diese antichristliche Religion, sein Nachfolger betet öffentlich eine Göttin an, und jetzt rufen spanische Jesuiten zum Gebet zur Göttin Pachamama auf!

Eine kleine Ausschweifung: Religionswissenschaftlich kann die Genealogie der Göttinverehrung so rekonstruiert werden: Den Menschen war der Zusammenhang zwischen dem Geschlechtsverkehr und dem Schwangerwerden der Frauen nicht bekannt. Die Frau bringe so aus sich selbst heraus das neue Leben hervor.In einem Analogieschluß wurde nun die ganze Natur, die Erde als etwas Weiblich-Mütterliches vorgestellt, daß das Leben hervorbringe wie eine Schwangere die Kinder. In der Epoche, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, säte noch niemand und erntete nicht, sondern man fand die Nahrung als Gabe der Natur vor. Zu einer religiösen Praxis kam es dann aber erst, als die Natur, die Erde als ein personales Wesen imaginiert wurde, zu dem gebetet werden konnte und dem man opfern konnte. Das Vermögen, selbstständig ohne ein Dazutuen des Mannes Kinder hervorzubringen qualifizierte die Frau als eine Teilhaberin an der großen göttlichen Mutter, der Erde. Die Natur wird so vergöttlicht zu einer Göttin.

Das Ende des Primates der weiblichen Gottheiten erwirkte dann der Übergang zur Landwirtschaft, denn da gilt nun: Nur wenn gesät wird,kann auch geerntet werden. Der Mann sät so seinen Samen in die Frau wie der Landwirt den Samen in den Boden. Nicht mehr die Frau sondern der Mann erscheint somit als der das neue Leben Hervorbringende, die Frau empfängt nur noch den Samen, der dann in ihr aufwächst.

In der Aufklärung reüssierten dann aber pan(en)theistische Gottesvorstellungen, die letztlich immer auf die Identifikation der Natur mit Gott hinauslaufen. Ein sol geartete Pantheismus kann dann auch wieder die religiöse Vorstellung von der Mutter Erde revitalisieren. Eine Revitalisierung erlaubt nun nämlich, die Mutter Erde wieder personalistisch zu denken, was im Pantheismus nicht möglich ist, sodaß nun auch die religiöse Praxis des Anbetens, des Opferns möglich wird.So verwandeln sich die so um ihre Zeit(geist)gemäßheit bemühten spanischen Jesuiten in Göttinverehrer der Jäger- und Sammlerepoche der Menschheit. Das ist eine einzigartige Regression, der hl Ignatius von Loyola wird wohl im Himmel toben vor Wut über diese Apostaten seines Ordens. 

Corollarium

Im Standpunktkommentar von Kath de am 23.5. 2025 lamentiert ein Jesuit, daß auch Papst Leo XIV das Frauenpriestertum nicht eingeührt hat: "Auch beim neuen Papst zelebrieren Männer – Frauen bleiben außen vor."  Wie wäre es, den christlichen Gott durch die Göttin Pachamama zu substiuieren um dann das Frauenpriestertum endlich einzuführen!

 


Montag, 19. Mai 2025

Der Ruin der Theologie und Kirche –eine Ursachenerforschung

 

Der Ruin der Theologie und Kirche – eine Ursachenerforschung


Es soll sich hier auf eine Aufdeckung einer internen Ursache des Nieder-ganges der Theologie und der Kirche konzentriert werden, ohne damit aussagen zu wollen, daß dies die Hauptursache der Krise ist. Wenn man sich aber vor Augen hält, daß der Gegenstand der Theologie Gott,bzw alles andere in seiner Relation von, in und zu Gott ist, dann muß eine Demontage der Gotteslehre die Theologie ruinieren. Daß die Kirche dann noch als eine Institution der Religion überlebensfähig ist, wenn sie Gott aus den Augen verliert und an seine Stelle den Glauben an den Menschen setzt, muß auch ernsthaft bezweifelt werden.

In dem Buch: „Der springende Punkt. Wach werden und glücklich sein“ des Jesuiten Anthony De Mello, eines Exerzitienmeisters wird vorpraktiziert, wie man ganz ohne Gott auskommend gut leben könne. Bei ihm liest sich das so: „Bekanntlich sind alle Mystiker- ob christliche oder nichtchristliche und egal,welcher theologischen Richtung oder Religion sie angehören- in diesem einen Punkt einig: das alles gut ist, alles in Ordnung ist. Obwohl gar nichts in Ordnung ist, ist alles gut. Ein wirklich seltsamer Widerspruch.Aber tragischerweise kommen die meisten Leute gar nicht dazu,zu erkennen,dass tatsächlich alles gut ist,denn sie schlafen.Sie haben einen Alptraum.“1 Als einen Alptraum bezeichnet nun dieser Jesuit jede negative Deutung der Welt, aus der erwacht jeder erkennt, daß die Negativwelt nur das Produkt einer menschlichen Fehldeutung der Welt sei, der Auferwachte dagegen das Gutsein von Allem erkennt, wobei dies aber auch nur eine Interpretation der Welt sein kann, die um es mit Kant zu sagen, in ihrem Ansichsein für den Menschen unerkennbar sei, als das „Ding an sich“. Das Buch zeigt nun, wie jeder Mensch erwacht zu dieser Erkenntnis, daß alles gut sei, sich erheben kann.

Tatsächlich taucht dann Gott in diesem Machwerk auf, der Jesuit zitiert den Vorzeigejesuitentheologen Karl Rahner. Dieser als einer der „bedeutendsten Theologen unserer Zeit“ in diesem Buch gefeierte Theologe wurde von einem drogensüchtigen Studenten gefragt, Rahner um Hilfe bittend: „wie kann dieser Gott in meinem Leben Bedeutung haben? Wie kann dieser Gott mich von meiner Sucht befreien?“ 2

Pater Rahner respondierte so: „Ich muss Dir in aller Ehrlichkeit gestehen,dass Gott für mich das Geheimnis schlechthin ist, und immer wahr.Ich verstehe nicht,was Gott ist, niemand kann das.Wir haben Ahnungen und Andeutungen,wir machen stümperhafte und unzulängliche Versuche, das Geheimnis in Worte zu fassen. Aber es gibt kein Wort und keinen Ausdruck dafür.“ 3

De Mello will damit erstmal sagen, daß weder der Theologe Rahner noch Gott sondern nur der drogensüchtige Student sich selbst hätte retten können, indem er aus seinem Albtraum erwacht das Gutsein von Allem erkannt hätte. Aber dies Rahnerzitat besagt noch viel mehr.Dies hat Karl Rahner kurz vor seinem eigenen Tode geschrieben. Damit soll diese Äußerung den Rang eines (fast)letzten Wortes dieses Theologen erlangen, sozusagen einer testamentarisch ähnliche Aussage: Das Resümee meines Theologietreibens ist es, daß wir von Gott nichts wissen und wissen können. Das „Wir“ ist nun nicht einfach nur als  pluralis majestatis gemeint, sondern schließt hier die ganze Zunft der Theologen ein: Jetzt stehen wir vor der Erkenntnis, daß wir Menschen von Gott nichts wissen können und daß somit die ganze Gotteserkenntnis und Gotteslehre der Kirche nur ein Vorspiel vermeintlicher Erkenntnisse ist. Darum kann Gott auch keine Lebensrelevanz für uns Menschen haben, erfassen wir erst unser Unvermögen, über Gott etwas Wahres auszusagen. Deswegen konnte der Jesuit dem Drogensüchtigen auch nicht mit einem Verweis auf Gott helfen!


Woher weiß nun dieser Theologe, daß die gesamte Gotteslehre der Kirche nur ein Scheinwissen ist? Ich weiß, daß die Aussage, Thomas Mann habe die „Elixiere des Teufels“ geschrieben habe, unwahr ist, da ich weiß, wer der Autor dieses Werkes ist, nämlich der Romantiker E.T. A. Hoffmann. Nur wer den wahren Autor dieses Werkes nicht kennt, könnte Thomas Mann für seinen Verfasser halten, wenn er zudem nicht weiß, daß Mann ein solches Werk nicht verfaßt hat. Wie gut müßte also Karl Rahner Gott kennen, wenn er urteilen kann, daß alles über Gott von der Kirche Gelehrte nicht wahr ist? Gott hat sich nun doch auf zweierlei Weise uns Menschen selbst bekannt gemacht, durch das, was die Theologie die natürliche Gotteserkenntnis bezeichnet und durch seine Offenbarungen, isb in Jesus Christus. Es müßten also schon diese zwei Quellen der Gotteserkenntnis nur Irrlichter sein, die nichts Wahres über Gott aussagen. Das Problem dieses Agnostizismus ist eben, daß hier dieser Jesuit über ein totales Wissen über Gott verfügen müßte, damit er alles über Gott von der Kirche Ausgesagte als nichtwahr aburteilen kann.4

Über Gott kann der Mensch so nichts Gewisses wissen und somit kann er auch keine Relevanz mehr für unser Leben haben. Deswegen taucht Gott in dem jesuitischen Buch über das Erwachen des Menschen nicht auf. Eine Mystik, daß alles gut sei, soll so einen irgendwie gearteten Glauben an einen Gott substituieren! Laut der Internetseite Kath info käme Gott, wenn Papst Franziskus sein Redemanuskript bei Seite lassend frei sprach nicht vor, er spräche dann wie ein UNO-Politiker. Ist das die Frucht des Jesuitentheologen Rahner? Marketingtheologen ersparen sich solche erkenntnistheoretischen Erwägungen, da ihnen die Feststellung reicht, daß die potentiellen Kirchenkunden wenig oder gar kein Interesse mehr an Gott hätten, man rede deshalb besser salbungsvoll von dem Menschen, seiner Würde.





1De Mello, S.9. Er spielt hierbei auf den jesuitischen Theologen Karl Rahner an, der mal gesagt hatte, daß der zukünftige Christ ein Mysiker oder gar keiner mehr sein wird.

2De Mello, S.145.

3DE Mello, S.145.

4Als Alternative bietet die zeitgenösische Theologie an: Wenn wir nichts von Gott wissen können, wie haben wir ihn dann zu denken, damit er dem Projekt der Humanisierung der Welt nicht dysfunktionsal entgegensteht sondern dies Projekt förderlich ist. Das ist der Gott der Vernunft im Dienste der Politk.

Samstag, 25. Mai 2024

Wie uns das „Jesuiten“-Magazin hilft, in der Komplexität postmoderner Gesellschaften den Durchblick nicht zu verlieren!

 

Wie uns das „Jesuiten“-Magazin hilft, in der Komplexität postmoderner Gesellschaften den Durchblick nicht zu verlieren!

Die zweite Ausgabe dieses Magazines 2/2024, S.11 widmet sich dieser Aufgabe in dem Artikel: „Stimmen in einer komplexen Zeit“ unter Zurhilfenahme eines Artikels des jesuitischen Zentralorganes „Stimmen der Zeit“ zu dieser Thematik. Es gälte,“durch den komplexen Dschungel hilfreich die Schneise“ zu schlagen. (S.11)Am effektivsten für so einen Orientierung verschaffenden Schneisenschlag ist die Markierung des Feindes, dem dann auf der anderen Seite der Schneise die Guten zu stehen kommen. Die unübersichtliche Komplexität reduziert sich dann einfach in die Polarität der Guten und der Bösen, verbunden mit der Regieanweisung: Wie muß ich mich positionieren, um zu den Gut-Menschen zu gehören.

Die Bösen: „Fremdenfeindlich,querrfeindlich, antisemitisch,radikal abtreibungs-feindlich, demokratiefeindlich,autoritär usw sind heute rechte politische Strömungen“.

Die Guten: „Liberale, Selbstbestimmende, Minderheiten Schützende“ und dann wird noch hinzugefügt: „Demokratische...“ohne daß dann noch das näher expliziert wird. Es ist nicht anzunehmen, daß nur der, der jede dieser Positionen der Rechten vertritt, ein Rechter, also Böser ist, sondern jeder, der nur eine dieser Positionen vertritt. Gut ist dagegen jeder, der als ein Liberaler all dies reprobiert. Dieses klare Feindbestimmung reicht also aus, um sich in der postmodernen Komplexität zu orientieren. Theologiegeschichtlich orientiert sich dieser Schneisenschlag an der dualistischen Konzeption des Manichäismus, eines Dualismuses von Licht und Finsternis, der sich in jeder politischen Theologie revitalisiert in ihrem Willen zur Markierung des Feindes. Carl Schmitts Theorem, daß das Wesentliche des politischen Diskurses die Bestimmung des Feindes sei, findet gerade in der heutigen Zeit lebhafteste Zustimmung. Die Epoche des: „Wir reden mit jedem über alles vertrauend auf die Kraft des vernünftigen Argumentes, die in Jürgen Habermas ihren Zeitgeistphilosophen gefunden hatte, ist eben vorbei.

Außenpolitisch ist der Feind klar bestimmt: Rußland und China, und dann wohl auch noch der Iran, innenpolitisch: der Rechte. Die Katholische Kirche stimmt in Deutschland uneingeschränkt diesem neuen Kurs ein, außenpolitisch durch den jetzigen Präsidenten eingeleitet mit seiner Retour zum „Kalten Krieg“ und innenpolitisch eingeleitet durch den Schock, den in Westdeutschland und bei den westlichen Siegermächten die in Ostdeutschland ertönte Parole: „Wir sind ein Volk“ hervorrief und den Kampf gegen Rechts auf die Tagesordnung mit höchster Priorität setzte.Es sei nur an die politisch korrekten Antiwiedervereinigungsdemonstrationen 1989 f erinnert: „Nie wieder Deutschland!“ Die authentische Stimme dieses Antirechtskampfes ist unbestreitbar die Musikgruppe: „Feine Sahne Fischfilet“ mit ihrem Lied: „Deutschland verrecke“, von dem jetzigen Bundespräsidenten für ihr Eintreten gegen Rechts hochgelobt.

Nur Papst Franziskus bereitet der hiesigen Staatskirche Probleme, da er nicht klar und eindeutig der außenpolitischen Feinderklärung zustimmt und nur den Kampf gegen Rechts sich zu eigen gemacht hat. Auf eine nähere Bestimmung des Feindes im Inneren kann gut verzichtet werden, weil zu dieser Feindbestimmung konstitutiv ihre Unbestimmtheit gehört. Da können dann die Kritiker der Coronapolitik der Bundesregierung wie auch die protestierenden Bauern wie auch ein postmodernistischer Romantikerverein wie die „Reichsbürger“ drunter subsumiert werden wie auch jeder, der sich kritisch zur offiziösen Geschichtsschreibung der nationalsozialistischen Herrschaft äußert. Eigentlich sind alle Oppositionellen unter „Rechts“ subsumierbar, sofern sie sich nicht eindeutig als politisch links gebärden. Da darf man dann sogar antisemitisch sein unter der Flagge der Solidarität mit dem antiimperialistischen Kampf der islamistischen Hamas.

Das Wichtigste ist nun doch die Feindbestimmung, denn die verschafft den Orientierungslosen die größt mögliche Klarheit, wenn sie offen genug dafür ist, immer neue Gruppen oder Positionen unter sich aufnehmen zu können. Für den praktischen Gebrauch gilt hier dann das Gesetz des Kontaktverbotes und der Sippenhaft, mit wem ein anständiger Bürger nicht kommunizieren darf. Auch hier verhalten sich die Katholische Kirche und die EKD mustergültig.Nun haben die Organisatoren der alljährlichen Homosexkundgebung in München die CSU von einer Teilnahme ausgeschlossen, weil sie nicht politisch korrekt genug sei. Das sollte die Katholische Kirche Bayerns doch zum Anlaß nehmen zu prüfen, ob sie nicht auch jeden Kontakt mit dieser Partei unterbinden sollte. 

Corollarium

Die Komplexität ist ein Produkt des Versehens, man sieht vor lauter Bäumen keinen Wald mehr, in der Mannigfaltigkeit des Gesehenen wird das, was erkannt werden soll, der Wald nicht erkannt, das Mannigfaltige, das nicht unter dem Begriff des Waldes subsumiert wird, ist so die Komplexität.  



Samstag, 23. Dezember 2023

Nur wer politisch links ist, ist ein Christ!

 

Nur wer politisch links ist, ist ein Christ!


Diese Meinung vertritt nun ein bekannter Jesuit, Hr. Dr. Kiechle in „Stimmen der Zeit“, gut zugänglich über die Internetseite: kath de nachrichten: woke-links-christlich vom 20.Dezember 2023. Das Anliegen dieses Textes ist es nun, in der Besprechung eines Buches von Neimann zu dekretieren, daß erstens Christen links und nicht recht sein dürfen und daß die Wok-Strömung nicht richtig links ist und darum auch nicht christlich bejahbar.

„Das Unterscheidende zwischen rechts und links ist der Universalismus: Wirklich links– und christlich– sind jene, die universal für Marginalisierte, für Vertriebene und für Opfer von Kriegen und Gewalt Gerechtigkeit schaffen wollen. Rechts wäre auch– so Neiman zu Recht–, statt auf Gerechtigkeit auf Macht zu setzen: Der starke autoritäre Staat, die überlegene Ethnie usw. setzen mit ihrer größeren Macht ihre Interessen und Vorteile zum Nachteil Anderer durch. Hingegen wäre links, die Macht der Starken und Reichen zu kontrollieren, sie zu zähmen und sie auszurichten– auf das wirkliche Ziel hin: universale Gerechtigkeit.“

Also das Christsein und das Linkssein zeichne sich durch die gleiche Substanz aus: ihr Streben nach einer universalistischen Gerechtigkeit. „Alle Menschen sind zu Frieden und Gerechtigkeit gerufen- die Idee der einen Menschheit und der universalen Menschenrechte wurde in der Aufklärung formuliert, ist aber zuerst biblisch. Christen haben den Auftrag, Güter und Wohlstand allen zugänglich zu machen. Krieg und Gewalt gegen Völker, Ethnien oder Minderheiten aller Art sind in fast jedem Fall– außer verteidigend gegen Aggressoren– verwerflich. Übrigens ist der Vorwurf, Universalismus sei rein westlich und kolonialistisch, falsch, wie Neiman mit zahlreichen außereuropäischen Texten belegt.“

So simpel sieht die Welt für einen Jesuiten aus: Die Menschenrechte und die Idee der einen Menschheit, ursprünglich ideologische Hervorbringungen des Freimaurer-tumes, seien eigentlich christlich und somit gehöre es zur Substanz eines Christen, universalistisch für die Menschenrechte einzutreten und somit für eine gerechte Welt.Nicht akzeptabel sei so, sie wird zwar namentlich nicht genannt, ist aber damit gemeint die Position von Frau Wagenknecht, sie ist wohl ob ihrer Kritik an der Politik der offenen Grenzen und des unlimitierten Aufnehmens von „Flüchtlingen“ nicht universalitisch, wie auch die Woken, die sich zu sehr auf geschlechts- und sexualorientierte Identitätsprobleme kaprizieren, das Soziale also vernachlässigen.

Rechte sind dagegen einfach unmoralisch. Ganz schlimm, sie votieren gar für einen starken Staat, der als autoritär diffamiert wird und für einen Nationalstaat, daß eben ein Volk seinen Staat sich erbaut, durch den er sein Volksleben sich gestaltet. Das ist alles verwerflich. Stattdessen skizziert dieser Jesuit hier die Utopie einer Einheitswelt mit einer Einheitsmenschheit, in der Frieden und Gerechtigkeit verwirklicht sind. Das ist offenkundig eine völlig säkularisierte Version der Reich Gottes Verheißung der christlichen Religion und klingt doch sehr freimaurerisch.Aber diese säkularisierte Version beinhaltet auch eine Verneinung der Schöpfungsordnungen Gottes, der Ordnungen, die Gott gesetzt hat, um das Leben zu erhalten gegen seine Tendenz zur Selbstdestruktion, die Ordnung der Geschlechter in ihrer Bipolarität, die Ordnung der Ehe und der Familie und die der Völker und ihrer Nationalstaaten.All diese Ordnungen sollen eben in einem Einerlei eines Universalismus aufgelöst werden. All diese Ordnungen existieren ja nur durch antiuniversalistische Ausschließungen, daß es Familienmitglieder und Nichtfamilienmitglieder gibt, Volkszugehörige und Nichtvolkszugehörige usw. 

Augenfällig ist hier die völlige Selbstsäkularisierung der christlichen Religion, daß sie reduziert wird auf die Bejahung der Menschenrechte und des Strebens nach der sozialen Gerechtigkeit. Dieser Jesuit steht mit diesem Reduktionismus sicher nicht allein im Jesuitenorden, ja es darf gemutmaßt werden, daß der Jesuitenpapst diesen Reduktionismus auch bejaht.

Mittwoch, 21. Juni 2023

Totale Selbstsäkularisierung: das deutsche Jesuitenmagazin seinen Orden dar

Totale Selbstsäkularisierung: das deutsche Jesuitenmagazin stellt seinen Orden dar „Einfach tun,jetzt“ (Jesuiten 2/2023, S.12-14) stellt die Perspektive des Jesuitenordens dar. „Am toten Punkt“ so das Schwerpunktthema dieses Jesuitenmagazines meint hier die jetzige Lage der Kirche, aus der nun die Einzelartikel Auswege aufweisen sollen. Für die Perspektive des Jesuitenordens steht nun der Artikel: „Einfach tun,jetzt“. Das „Leitbild“ des Jesuitenordens (S.12): In einem einzigen Satz kann dies Leitbild erfaßt werden: „Gesellschaftliches Engagement für eine gerechte und solidarische Welt“. Das ist ein rein politisches Ziel, über das politisch zu diskutieren wäre, würde diese politische Allerweltsphrase konkretisiert, aber es gilt festzuhalten: Christliches, nicht mal eReligiöses enthält dieses Leitbild nicht. Als Zweites wird eine „Vision“ skizziert (S.12): Der Jesuitenorden sei ein Teil der „Gemeinschaft,die sich für Gerechtigkeit,Solidarität und Nachhaltigkeit einsetzt.“ Das tönt wie aus Rot-Grünen Parteiprogrammen kopiert,sodaß so auch eine Vorstellung vermittelt wird, welche „Gemeinschaft“ hier gemeint ist,der sich der Jesuitenorden zugehörig weiß:der politisch „Linken“. „Unser Ziel ist es,die Schöpfung Gottes zu bewahren“. Bedauerlicherweise ist hier dem Jesuiten entgangen, daß Gott, der Schöpfer seine Schöpfung selbst bewahrt und nur er das auch nur kann, denn nicht nur unser Sonnensystem, nicht nur unsere Milchstraße sondern alle Galaxien gehören zu der einen Schöpfung Gottes. Die kann nur der Schöpfer,wenn er wollte, vernichten und nur er kann sie auch erhalten. Aber immerhin, Gott taucht hier mal auf. Der Orden wolle „die Würde jedes Einzelnen“ „achten“ und die „Bedürfnisse“ der Benachteiligten und Marginalisierten in den Vordergrund stellen. Die „Mission“: „Als Jesuiten verstehen wir unsere Mission darin,unser Handeln und unser Denken auf das gesellschaftliche Engagement auszurichten.“ (S.13) „Wir wollen dazu beitragen,die Welt zu einem besseren Ort zu machen,indem wir uns für soziale Gerechtigkeit,den Schutz der Umwelt und die Förderung der Menschenrechte einsetzen.“ Aber was wäre ein „Leitbild“ ohne „Kernwerte“. Diese sind: „Gerechtigkeit“, „Solidarität“,“Nachhaltigkeit“ ,“Dialog und Zusammenarbeit“ (S.13f) In diesen 4 „Kernwerten“ wird das schon Gesagte nur noch mal wiederholt: Das Ziel des Jesuitenordens ist die Verbesserung der Welt in Cooperation mit allen anderen Weltoptimieren. Nichts Christliches findet sich hier mehr, und Gott taucht nur einmal auf in dem Terminus der „Schöpfung Gottes“. Das ganze Leitbild ist faktisch nichts anderes als ein grün-linkssolzialdemokratisches Weltverbesserungs-programm mit einem liberalen Einsprengsel in der Betonung der Würde des Einzelnen. Nur das ist das Leitbild des Jesuitenordens in ihrem offiziellen Magazin 2/2023 dokumentiert!

Mittwoch, 15. Februar 2023

Konstruktivismus und Glaube – ein Jesuit kämpft wider Gott und die Kirche

Konstruktivismus und Glaube – ein Jesuit kämpft wider Gott und die Kirche Wer sich genauer mit dem Denken dieses kürzlich verstorbenen Jesuiten Rupert Lay beschäftigen möchte, der sei auf dessen eigene Internetseite verwiesen, isb seinen zweiteiligen Vortrag zu diesem Thema und der dort einsehbaren Bücher. Ich beschränke mich auf eine Kurzzusammenfassung. Das wichtigste Anliegen sei die Förderung der Toleranz. Die Toleranz ließe sich zusammenfassen in der „Biophilie“, sein und das Leben der Anderen zu bejahen und zu fördern: Handle so, daß Du Dein und das Leben der Anderen förderst“ Die Nekrophilie bilde dann die Antithese dazu, daß intolerant etwas als für alle verbindlich präskripiert werde. Als Musterbeispiel einer solchen intoleranten Nekrophilie gilt ihm: „Wer glaubt und getauft ist, wird gerettet, wer nicht glaubt, wird verdammt.“ (Mk 16,16) Mit dieser Jesus in den Mund gelegten Aussage habe die Kirche ihre Mission legitimieren wollen, der dann zuerst Juden und dann Heiden zum Opfer fielen. Jesus dagegen habe die Liebe zu allen Menschen praktiziert, egal was sie glaubten. Die konstruktivistische Philosophie sei nun zu präferieren, weil sie besser als alle anderen zur Toleranz aufrufe. Es ist zwischen der „Wirklichkeit“ und der „Realität“ zu distinguieren. Die „Realität“ bedeutet dann die objektive Welt, das Ganze, während die „Wirklichkeit“ die durch den Menschen hervorgebrachten Weltanschauungen seién, „Konstrukte“, in der wir leben. Die „Realität“ sei für den Menschen nicht erkennbar, sondern er produziert die „Wirklichkeit“ als seine Sicht der Objektivität. Der Jesuit bevorzugt nun den individualistischen Konstruktivismus: Jeder Einzelne lebe so in seiner Eigenwirklichkeit; so viele Menschen es gäbe, so viele Wirklichkeiten existierten.Keine „Wirklichkeit“ könne so als „wahr“ angesehen werden. Ausnehmen muß dieser Jesuit davon nun triviale Aussagen, wie etwa: „Es regnet, da läuft ein Hund“, denn da läßt sich der Wahrheitsgehalt der Aussagen leicht verifizieren bzw falsifizieren. Aber Weltanschauungen seien nicht mehr verifizierbar. Diese Einsicht in den rein subjektiven Charakter der „Wirklichkeit“ erfordere nun die Toleranz jeder anderen subjektiven Wirklichkeit gegenüber. Auch jede Gottesvorstellung, jede Religion sei so ein Wirklichkeitskonstrukt, das nicht mit der „Realität“ verwechselt werden dürfe. Es kann keine absoluten Wahrheiten, bzw Wahrheitserkenntnisse geben. Darum ist für ihn das Lehramt der Kirche völlig inakzeptabel und Dogmen Ausgeburten der Intoleranz. Über Gott positiv etwas auszusagen, verfehle so immer die Realität Gottes, es können nur Gottesvorstellungen existieren, Gottesbilder, die aber nicht als Abbilder des realen Gottes anzusehen seien. Zu fragen sei deshalb nur: Welches Gottesbild sei glaubwürdig. Dabei wird verwiesen auf das Faktum, daß fast unser ganzes vermeintliche Wissen auf einem Glaubwürdighalten von bestimmten Quellen beruht. Was wir über Geschichtsereignisse wissen, wissen wir etwa, weil wir den Geschichtsbüchern vertrauen. Glaubwürdig sei so ein Gotteskonstrukt, wenn es eine biophile Lebensführung fördert, unglaubwürdig, wenn es nekrophile Tendenzen stütze.Auch die 4 Evangelientexte enthielten so nur Gotteskonstrukte, die auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen sei. Da Jesus in ihnen als die Nächstenliebe Praktizierender beschrieben würde und Gott als die Liebe sei dies glaubwürdig. „Ich will, daß Du bist, bzw daß Du wirst, was Du bist (von Deinen Anlagen her) , das sei die Quintessenz dieser Gottesvorstellung. Andere damit nicht vereinbare Gottesvorstellungen seien dann zu beseitigen, etwa die eines ur- und verurteilenden Gottes, denn Gott dürfe nur als die göttliche Liebe gedacht werden.Darauf sei das Gotteskonstrukt zu reduzieren. Einen als Person vorgestellten Gott könne es nicht geben, die Vorstellung eines dreifaltigen Gottes sei eine Absurdität und selbstverständlich war Jesus nicht der Sohn Gottes, der auch keine Wunder wirken konnte, außer weltimmanent erklärbaren. Das einzig Gewisse sei so der Aufruf zur Biophilie, vulgärer formuliert zur Humanität, das einzig Intolerable sei so die Intoleranz in der Autorität einer „erkannten“ absoluten Wahrheit. Aber eine solche Erkenntnis könne und man muß ergänzen, darf es auch nicht geben. Das soziale Leben muß sich so reduzieren auf ein Nebeneinanderherleben jedes Einzelnen in seiner „Welt“ mit den Anderen in ihrer „Welt“.Daß der Konstruktivismus auch eine soziale „Wirklichkeit“ kennt als ein Konstrukt eines Sozietät, die dann für alle Teilhaber einer Sozietät verbindlich wären, wird dabei weitestgehend ausgeblendet um der individuellen Freiheit willen. Was uns hier also präsentiert wird, ist nichts anderes als ein Exzeß der Ideologie des Liberalismus, der aber einräumt, daß diese Ideologie nicht realistisch ist, dem „Realen“ entspricht, sondern vorschlägt, wie wir uns eine „Wirklichkeit“ konstruieren können, damit in ihr möglichst viel an individueller Freiheit möglich sei.Gott reduziert sich dabei auf den Appell, die Freiheit jedes Menschen nicht nur zu respektieren sondern zu fördern. Der Glaube ist so der Glaube an diese individuelle Freiheit. Mit dem katholischen Glauben hat dieser Jesuit nun wirklich nichts mehr gemein. Aber er war bis zu seinem Lebensende ein Jesuit. Für dies Denken ist es selbstverständlich, daß Gott sich nicht offenbaren kann, er so nicht erkennbar ist, sodaß stattdessen Gottesvorstellungen zu konstruieren sind, wobei dann die nützlichere den anderen gegenüber vorzuziehen sei.

Sonntag, 29. Januar 2023

Vorwärts in Schisma oder das Gerede von den "unterschiedlichen Geschwindigkeiten" + 1 Corollarium

Jesuit erwartet "Kirche der unterschiedlichen Geschwindigkeiten“ So titelt Kath de am 7.9.2022. Konkretisiert wird diese Idee der unterschiedlichen Geschwindigkeiten in dem Artikel: „Religionssoziologe zum Vertrauensverlust-Kirche macht alles falsch“ (Kath de am 28.Jänner 2023): "Das kann durchaus ja heißen, dass in der katholischen Kirche in Deutschland die Uhren etwas anders laufen als etwa irgendwo in Afrika oder Lateinamerika", so Ebertz. "Warum sollte es denn nicht eine Kirche mit unterschiedlichen Modernisierungsgeschwindigkeiten geben?" Niemand wird nun verblüfft darüber sein, daß als einziger Ausweg aus dieser Krise uns die Deformagenda des Synodalen hier angepriesen wird. Bedenkenswert ist aber ein anderer Aspekt, der der Vorstellung der unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Jesuit erwartet "Kirche der unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Schüler lernen nicht alle gleich schnell, darauf habe die Pädagogik Rücksicht zu nehmen. Die Lernziele sollen am Ende eines Schuljahres oder zum Schulende alle erreichen, nur daß eben einige schneller neue Lernstoffe sich aneignen können als andere Dahinterbleiber. Das soll nun auf die Kirche übertragen werden. Das Entwickelungsziel sei eine der Moderne gemäße Kirche. Aber wenn in Deutschland nun auch die Bischöfe und die Laienorganisationen kühn voranschreiten in ihren Modernisierungsbemühungen gibt es eben auch hinterweltliche Regionen, irgendwo in Afrika und in Lateinamerika, die mit diesem deutschen Fortschritt nicht mithalten können. Lernschwache müssen eben behutsam an den neuen Lernstoff herangeführt werden, während der Synodale Weg progressiert. Die Idee der Einheit der Kirche könnte dann aufgegeben werden durch ein Konzept verschieden schnell lernender Kirchenregionen: die Fortschrittlichen setzen die modernistischen Reformen um, während man es den conservativeren erlaubt,noch am Althergebrachtem, dem Katholischen hängen zu bleiben. Das Lernendziel ist selbstredend, daß der Synodale Weg mit seinem Destruktionsprogramm das Programm der ganzen Kirche werden soll, aber das kann nicht in allen Regionen der Weltkirche gleichzeitig realisiert werden. Darum sollten so die progressiven Bischöfe voranpreschen, hoffend, nach und nach alle anderen nachziehen zu können. Ob dieser Vorstellung der unterschiedlichen Modernisierungsgschwindigkeiten wäre ein Festhalten an der Idee der Einheit der Kirche kontraproduktiv, verhinderte diese Idee doch das Fortschreiten der progressiven Kräfte. Ein „Los von Rom“, damit so in Deutschland die Modernisierung vorangetrieben werden könne, wäre so eigentlich notwendig. Beschreiten nicht so schon besonders fortschrittliche Bischöfe diesen Weg, wenn etwa der Bischof Feige trotz des Verbotes durch den Vatican seinen „Synodalen Rat“ installieren will, um die hierarische Ordnung der Kirche aufzulösen oder wenn Bishof Bätzing eine neue Sexualmorallehre in seinem Bistum als verbindlich proklamiert, die die Lehre der Kirche diesbezüglich völlig mißachtet. Diese schismatischen Vorhaben sollen nun nicht mehr als schismatisch gelten, sondern als Früchte der Ungleichzeitigkeit der Lernentwickelung in der Gesamtkirche. Die Mehrzahl der deutschen Bischöfe schreitet so dem Morgenrot einer vollständig modernistischen Kirche entgegen, das Katholische wie Antiquiiertes hinter sich lassend, an dem leider noch so viele Lernschwache ihr Herz hängen lassen statt zu progressieren! Eines darf so festgestellt werden: Es gibt noch Regionen, in denen an die Geschichte als einem unaufhaltsamen Fortschritt geglaubt wird: Die letzten so gläubigen Hinterweltler dominieren aber den Diskurs über die Reform der Kirche. Peinlich, nun will man in der Moderne angelangen, ganz erfüllt vom Fortschrittsglauben und bemerkt nicht, daß die Moderne schon längst untergegangen ist. Corollarium Der Begriff der Ungleichzeitigkeit spielt in der marxistischen Philosophie Blochs eine große Wolle bei seinem Versuch zu klären, daß statt der jetzt auf der Tagesordnung gestandenen sozialistischen Revolution in Deutschland der Faschismus siegte. Objektiv war die Zeit reif für den Sieg der Linken, aber die Mittelschicht verhinderte ihn ob ihres ungleichzeitigen Bewußtseins, das sie zum Faschismus votieren ließ. Dies reaktionäre Bewußtsein, das sich darin manifestierte, war das einer Ungleichzeitigkeit, es war nicht auf der Höhe der Zeit, die nun die sozialistische Revolution verlangte ob der in der Geschichte waltenden Dialektik als teleologisch auf den Sozialismus ausgerichteter Prozeß.

Freitag, 28. Oktober 2022

Kurz und bündig:Was alles nicht mehr erlaubt ist!

Kurz und bündig:Was alles nicht mehr erlaubt ist!


Was ein jesuitischer Dozent nicht darf:


Die philosophische Hochschule der Jesuiten Münchens hat einen ihrer Dozenten entlassen ob seines inakzeptablen Verhaltens. Der Tatort: eine Studentenkneipe, in der bestandene Prüfungen gefeiert wurden, das Fehlverhalten des Dozenten: Er schäkerte und verteilte „Luftbussis“. Kath de berichtet so über diesen Skandal:

„Der Dozent sprach darin von einigen "Luftbussis" und "schäkernden Äußerungen und Gesten", die er nach einer akademischen Zeugnisfeier in einer nahen Studentenkneipe gemacht habe.“ Nachdem nun dies Fehlverhalten angezeigt wurde verbunden mit der Erklärung, daß sich die „Betroffenen“ nun außer Stande sähen, bei diesem Dozenten noch eine Vorlesung hören zu können oder gar eine Prüfung abzulegen, mußte der Dozent seinen Rücktritt erklären. Auch wenn dies nach einer eingefädelten Intrige riecht, so sagt dies doch viel aus über die Zustände in diesem Lande. Einerseits gibt man sich heute so tolerant, daß im Prinzip das einzig Unerlaubte etwas als nicht erlaubt zu beurteilen und andererseits wird schon die kleinste Abweichung vom Erlaubten sanktioniert.


Was ein Fußballtorwart nicht mehr darf:


Ein ehemaliger Torwart Werder Bremens wird photographiert, man sieht ihn, wie er sich auf einer Straße stehend mit anderen Männern unterhält. „Das Bild zeigt Tim Wiese in einer engagierten Diskussion auf offener Straße mit vier Männern, von denen drei Glatze tragen. Einer davon ist angeblich der Rocker und Türsteher Stefan Ahrlich. Er soll, so beschuldigt ihn ein Twitter-User, ein „Nazi“ sein.Ob das stimmt, ist nicht zu überprüfen – genauso wenig wie die Tatsache, was die Männer besprechen. Auf den ersten Blick sieht das Gespräch eher konfrontativ aus.“


Das reicht: Der Fußballverein stellt, nachdem dies Photo publik wurde, jeden Kontakt mit ihrem einstigen Startorwart ein. (Junge Freiheit,19.Oktober 2022: „Die rechte Kontaktschuld des Tim Wiese“.)


Merke: Weder darf man mit Personen bestimmter Couleur in Kontakt geraten noch, mit wem man alles nicht reden darf, egal worüber. Nicht nur der Verfassungsschutz, sondern auch alle politisch Korrekten erteilen hier gerne detaillierte Auskünfte. Als Mann muß man zusätzlich auf die Hypersensibilität von Frauen achten, für die schon ein Luftbussi eine unzumutbare Belästigung ist und wahrscheinlich jedes Kompliment praktizierter Sexismus.


Achte auf Deine Haarfrisur! Nachdem nun verschiedenen Künstlern Auftrittsverbote erteilt worden sind auf linken Kulturveranstaltungen ob ihrer politisch nicht korrekten Frisuren: Vorsichtshalber frage man bei der „Antifa“ vor Ort, welche Frisuren wo nicht getragen werden dürfen und welche Kleidung wo nicht! 

Viel gefährlicher ist aber die Verwendung des Buchstaben: Z. Ein 62 Jähriger wurde zu 4000 Euro Strafe verurteilt, weil er diesen Buchstaben auf ein Stück Papier geschrieben in seinem Auto anbrachte. (Freie Welt am 27.10.2022: Das große Z)

Soweit ein kleiner Einblick in die Welt der Verbote  

Zusatz:

Das Verblassen der Verbindlichkeit der christlichen Moral eröffnet nun nicht etwa eine Poche des: Alles ist erlaubt!- hier irrte Dostojewski, sondern eine postchristliche Moral wird nun etabliert, die oft sehr regide diktiert, was erlaubt ist und was nicht.  


 

Montag, 19. September 2022

"Die Vorstellung, dass Gott außerhalb der Naturgesetze wirkt, ist überholt"

„Die Vorstellung,dass Gott außerhalb der Naturgesetze wirkt, ist überholt“


So deklariert es der Jesuit Frick in einem Interview mit Kath de: „Es bleiben Fragen“ am 18.9.2022 zur Causa der Therese Neumann. Ihre Stigmatisierung sei eben etwas Psychosomatisches und auch sonst ist diese volkstümlich als Heilige Verehrte wohl etwas suspekt. Da aber Wunder grundsätzlich nicht möglich seien, sollte das Heiligkeitsanerkennugsverfahren geändert werden, daß auf den Nachweis einer Gebetserhörung, daß irgendwer wundersam gerettet worden sei, verzichtet werden muß.Nimmt man diese Deklaration nämlich ernst, daß Gott keine Wunder wirken könne, da ein Wunder die Durchbrechung der Naturordnung ist und Gott in seinem Wirken an die Naturgesetze gebunden ist, muß ja geschlußfolgert werden, daß alle Heiligkeitssprechungen irrtümich vollzogen wurden, wenn dafür eine solche Gebetserhörung nachgewiesen wurde.

Daß Gott außerhab der Naturgesetze wirken können, ist also eine Vorstellung,die zwar einst vertreten wurde, die jetzt aber überholt sei. Durch was und wie ist denn diese Vorstellung überholt worden? Auch wenn dies hier nicht ausdrücklich expliziert wird, so liegt der Leser wohl richtig, wenn er hier die Aufklärung, das moderne Bewußtsein oder Ähnliches als Grund des Überholtseins annimmt. Wenn Gott als Souverän gedacht wird, hier nehme ich einen Gedanken Carl Schmitts, dann steht er über der Naturordnung wie der Staat im Notfall den Ausnahmezustand ausrufen kann. Was verfassungsrechtlich die Möglichkeit des Ausnahmezustandes ist, das ist das Wunder in seiner Beziehung zu den Schöpfungsordnungen, wozu auch die Naturgesetze gehören. Wie ein Souverän nicht an die Gesetze gebunden ist, so ist Gott auch nicht an die Naturgesetze gebunden. Warum soll das nun eine überholte Vorstellung sein, gibt es doch selbst im jetzigen Staat die Möglichkeit der Erklärung eines Notstandes, durch die viele Gesetze und Rechte dann als zeitlich wohl befristet ungültig erklärt werden.

Da es einen engen Zusammenhang zwichen der Gottesvorstellung und der Staatsvorstellung gibt, könnte also einfach vermutet werden, daß hier dieser Jesuit das Rechtsstaatsverständnis auf Gott hin projiziert, daß auch Gott dem Recht und so auch den Naturgesetzen subordiniert ist und daß er somit nicht über das Recht verfüge, per Notstandserklärung die Naturgesetzte punktuell außer Kraft zu setzen.


Dann hat Jesus Christus auch keine Wunder gewirkt und konnte er dann noch von den Toten auferstehen? Die Auferstehung Jesu war doch auch ein Wunder!


„Füreinander beten“ Dieser religiösen Praxis widmete sich der Jesuit Heinrichowski in dem Magazin: Jesuiten, 2022/3 auf Seite 22. „Auch wenn das fürbittende Gebet (theologisch) nicht unproblematisch ist“- ja, warum ist es denn nicht unproblematisch, ja wohl gar noch schlimmer: umstritten? Es existiere eben eine „naive“ Vorstellung, die man auch als überholte abqualifizieren könnte, daß Gott erst durch die Fürbitte veranlaßt das gerade geschehene Unheil sähe, Gemeint ist damit, daß für jemanden in einer Notlage sich befindenden gebetet wird, wobei nun eine eigentümliche Verschiebung vorgenommen wird. Wenn doch die Fürbitte eine Bitte um ein göttliches Helfen ist, so reduziert sich hier die Fürbitte auf ein: Gott sieh doch auf die Not dessen, für den ich jetzt bete! Aber dieser Gebetswunsch ist eben überflüssig, denn Gott sieht eben alles und so auch jede Not. Aber es wird doch im Gebet um Gottes Hilfe gebetet. Gott könne also Gebete hören und erhören und im Vertrauen darauf wird doch zu Gunsten anderer Fürbitten getätigt. Das ist aber wohl ein „naives“ und „überholtes“ Gottes- und Gebetsverständnis.

Was ereignet sich denn wirklich in einem Fürbittgebet? „Das fürbittende Gebet hilft meiner Sprachlosigkeit, Fassungslosigkeit vielleicht auch Angst.“ Das Fürbittgebet hilft also nur dem Beter selbst! Aber es wird dann noch etwas mirakulös: „das Gebet führt mich in eine Beziehung, in der Heil entstehen kann“. Mit wem gerate ich dann im Gebet in eine Beziehung: in eine zu Gott oder in eine zu dessen Gunsten ich bete? Eindeutig ist hier der Text nicht. Aber eines ist wohl eindeutig: Das Heil kann hier nur eines für den Beter sein.

So beginnt diese Betrachtung zum Fürbittgebet: „Ist eine Kirche tagsüber geöffnet, ist es ziemlich wahrscheinlich,dass dort Kerzen brennen.Dieser Trend scheint nicht abzureißen. Unabhängig vom religiösen und spirituellen Hintergrund ist das Entzünden einer Kerze eine Geste,die verstanden wird:Ich bete für dich, ich denke an dich.“ Es ist wohl eine angemessene Interpretation, das Komma nach dem: Ich bete für dich als: und das heißt: ich denke an dich zu lesen. Es gibt keinen einzigen Anhalt in dem Text, daß die Fürbitte etwas anderes ist als ein Denken an den, für den man bittet. Dies Beten hilft auch nur dem Beter.


Daß hier dieser Jesuit die religiöse Praxis des Kerzenanzündens völlig mißversteht, ist offensichtlich, daß a) die Kerze meist vor einem Marienaltar entzündet wird, daß also die Kerze für die Mutter Gottes entzündet wird und sie dann gebeten wird um eine Hilfe für jemanden oder für den Kerzenanzünder selbst, daß b) die Kerze für die Gottesmutter als eine Opferkerze entzündet wird, daß so ein Verzicht geleistet wird: Die Kerze, die bei mir Daheim für mich brennen könnte, bringe ich jetzt Dir da, damit sie für Dich brennt und sich aufopfert, indem sie sich verbrennt. Um dieses Kerzenopfer willen, daß sie für Dich nun brennt, bitte ich Dich: Erhöre mein Gebet!


Aber das ist nun für einen Jesuiten mehr als naiv und mehr als überholt. Denn Gott kann gar keine Gebete erhören. Und wenn wir beten, dann kann das nur uns als Betende helfen! Und Gott? Vielleicht begegne ich ihm im Gebet- aber erhören kann Gott mich nicht. Damit stehen wir wieder vor einem Gott, der nicht mehr helfen kann, weil diese christliche und allen Religionen gemeinsamer Vorstellung eine überholte Vorstellung ist. Nur darf hinzugefügt werden, daß dieser Gott, zu dem dieser Jesuit betet, gewiß nicht der Gott Jesu Christi ist- sondern ein Götze, der nicht hören und nicht erhören kann ! Er ist einer, der nur da und der den Menschen allein sein läßt. 

Corollarium 1

Ein Gott, der weder Opfer noch Gebete erhören kann, der aber zudem auch nicht mehr in die Wirklichkeit hineinwirken kann,weil statt ihm nur noch die Naturgesetze wirken, ist in religiöser Hinsicht kein Gott mehr. Er kann so reduziert nur noch als Moralgesetzgeber fungieren. 

 

Donnerstag, 11. August 2022

Marschiert der "Synodale Weg" nun auf dem Weg zum Schisma voran? Ein Jesuit rät: Rom einfach ignorieren!

 

Rom hat gesprochen:einfach ignorieren – oder los von Rom!


Nachdem nun der Vatican dem „Synodalen Irrweg“ die „Rote Karte“ gezeigt hat, bläst die quasi offizielle Internetauftrittsseite der Deutschen Bischöfe „Kath de“ zum Sturm nicht gegen das Capitol sondern gegen Rom. Den Angriff führte nun ein Jesuit, der Orden, dem einst der Gehorsam dem Papst gegenüber sein Markenzeichen war. So spricht Stefan Kiechle, nach Kath de vom 9.8.2022:


„Viele Medien haben über den Vatikan-Text zum Synodalen Weg berichtet – zu Unrecht, meint Stefan Kiechle. Damit ließen sich auch die Medien für eine stramm rechte und angstgeleitete Agenda instrumentalisieren. Er rät: Einfach ignorieren.“


Was Rom sagt, das soll der „Synodale Weg“ einfach ignorieren. Denn das Schreiben Roms beinhalte eine „stramm rechte und angstgeleitete Agenda“. Oder man müßte diese Aussage so deuten, daß die römische Stellungnahme für eine solch rechte Kampagne instrumentalisiebar sei. So beurteilt dann der Jesuit die Qualität dieses römischen Votums:


„Schon formal ist der Text unter Niveau. Inhaltlich ist er wertlos. Soll man einen solchen Text beachten?“


Man beachte hier das hohe Niveau dieser Kritik! Der Text wird einfach als „wertlos“ und niveaulos diffamiert. Es reicht eben aus, ihn als irgendwie „rechts“ oder als für „Rechte“ instrumentalisierbar zu bezeichnen, um ihn so jeder Auseinandersetzung als unwürdig abzuqualifizieren. Der „Synodale Weg“ solle so weitermachen wie bisher und dabei das von Rom dazu Gesagte einfach ignorieren.Dieser Aufruf zur Ignoranz ist ein Aufruf zum Schisma.Es geht dabei ja den „Reformern“ nicht nur um das jetzt aktuelle Schreiben, das so ignoriert werden soll, sondern alles, was bisher die Kirche als verbindliche Wahrheit gelehrt hat, soll eben auf den Prüfstand gestellt werden, ob es denn noch zeit(geist)gemäß ist.

Das ist die Geburtsstunde der 3. Abtrennung von Rom auf deutschem Boden: zuerst Luther, dann die „Altkatholiken“ und jetzt die Chismatiker des „Synodalen Irrweges“. Man muß leider Professor Striet recht geben, wenn er urteilt, daß das Schisma in Deutschland schon längst vollzogen worden ist, indem große Teile der hiesigen Kirche sich schon völlig abgewandt haben vom Katholischen Glauben, um eine zeitgeistgemäße Spiritualität zu kreieren und zu leben: Die Katholische Kirche sagt uns schon lange nichts mehr.

Eine Besonderheit ist aber hervorzuheben, daß nun dieser Jesuit den Katholischen Glauben als „rechts“ zu perhorreszieren versucht.Rechts sein heißt ja, etwas vertreten, was man moralisch nicht vertreten darf, sodaß man sich so aus dem öffentlichen Diskurs selbst exkommuniziert.Nur noch ein zeitgeistgewendetes Christentumsverständnis habe so ein Anrecht auf eine Präsenz in der Öffentlichkeit. Für dies Projekt steht eben der „Synodale Irrweg“: Machet Euch der Welt gleich und dann wird sie Euch auch lieben!“ Ob nun offenherzig der Weg zum Schisma auf diesem Irrweg beschritten wird? Und wo bleiben die, die katholisch bleiben wollen,treu zur Lehre der Kirche?

Samstag, 30. Juli 2022

Auch Kardinal Müller kann mal irren: Über den Nihilismus, der schuld sein soll an Allem

"Nietzsche verkündete den Übermenschen. Was kam, war der Unmensch des 20. Jahrhunderts, der über die zertrümmerte christliche Moral und gewaltige Leichenberge zum selbstgemachten Paradies aufsteigen wollte. Wenn der Mensch nicht mehr das Geschöpf sein darf nach dem Bild und Gleichnis des dreieinigen Gottes, dann versinkt er im Malstrom des anthropologischen Nihilismus, der zwangsläufig aus der Leugnung der Existenz Gottes und seines unbedingten Heilswillens folgt.“

Auch wenn diese Äußerung von Kardinal Müller stammt (Tagespost, 29.7.2022, 21:00 Uhr) , erstaunt und irritiert dieser vulgäre Grobianismus. Irgendwie ist es en vogue, Nietzsche als den Wegbereiter des Nihilismus zu vermaledeien, aber seine Philosophie wollte den heraufkommenden Nihilismus überwinden, indem gerade der Übermensch durch seine Kreativität einen neuen Wertehimmel erschaffen sollte, nachdem die alten sich entwertet haben werden. Der hier zitierte Nihilismus hat nun aber mit den „Leichenbergen“ der Versuche der Errichtung eines Paradieses auf Erden überhaupt nichts gemein, denn die Haupttäter, von den Französischen Revolutionären über die bolschewistischen bis hin zu Stalin und Mao waren in keinster Weise Nihilisten sondern gläubige Kommunisten. Ihre Moral war eher eine jesuitische als daß sie Nihilisten waren: Der Zweck heiligt die Mittel, also dürften um der großen Ziele, das der Weltbeglückung Menschen geopfert werden. (In dem Theaterstück: „Die Maßnahme“ expliziert B. Brecht dies Moralverständnis auch zur Rechtfertigung des stalinistischen Terrors.)

Nein, hier sehen postmoderne Philosophen genauer mit ihrer These, daß der Besitz der Wahrheit erst solche Leichenberge ermöglichte: Im Namen solcher Wahrheiten wurden ja die Feinde der Wahrheit getötet. Wer nun gar das Wagnis auf sich nimmt, die Johannesoffenbarung ernst nehmend zu lesen, kann nicht umhin, daß gerade hier für die Feinde Gottes es nur eine Perspektive gibt, die des Todes und der ewigen Verdammnis.

Eine kleine Anmerkung noch zu Hitler: Dieser war weder ein Nihilist, (gegen Rauschning) noch ein ein Paradies auf Erden errichten Wollender. Oder könnte ein wirklicher Nihilist so sprechen: " Das Höchste aber, was mir Gott auf dieser Welt gegeben ist, ist mein Volk! In ihm ruht mein Glaube, ihm diene ich mit meinemWillen, und ihm gebe ich mein Leben." Adolf Hitler, zitiert nach: Wofür kämpfen wir?, 1944.  Die nationalsozialistische Diktatur ist so weder von Nietzsche, vom Nihilismus noch von der Vorstellung, ein Paradies auf Erden errichten zu wollen, erklärbar.

Aber in einem hat doch der Kardinal recht, daß all dies Unglück nur möglich gewesen war in Folge der Zertrümmerung der christlichen Moral. Das stimmte aber nur, wenn die den Jesuiten zugeschriebene Parole: „Der Zweck heiligt die Mittel“ nicht auch eine mögliche Moral in der Kirche sein könnte. Es spricht nun einiges dafür, daß faktisch die Kirche nicht immer diese Moral verworfen hat. So ließ König Salomon auf das Anraten König Davids alle eventuell Oppositionellen töten, um sein Königtum vor Bürgerkriegen Oppositoneller zu bewahren. (1.Könige 2)

Auch ist der Begriff des „unbedingten Heilswillens“ Gottes sehr zweifelhaft, lehrt Jesus Christus doch selbst (Mk 16,16): Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet, wer nicht glaubt, wird verdammt. Die Verheißung, in das ewige Leben eingehen zu werden,knüpft so Gott an Bedingungen: Wie muß ich gelebt haben, um in das Reich Gottes eingehen zu dürfen? So diskriminiert das göttliche Endgericht, daß die einen eingehen werden und die anderen nicht. Wie kann dann da von einem „unbedingtem Heilswillen“ Gottes die Rede sein?

Prinzipieller formuliert: Es gibt nicht nur die christliche Moral sondern auch andere, die so nicht nihilistisch sind. Der Islam ist überhaupt nicht nihilistisch, aber in seinem Namen werden jetzt so viel Christen wie noch nie in der Geschichte vor dem um ihres Glaubens willen getötet. Und in Nordkorea werden die Christen auch nicht von einem Nihilisten verfolgt, sondern von einem gläubigen Kommunisten. In China wird die sog Untergrundkirche verfolgt, weil sie die chinesische Regierung als antipatriotisch einschätzt, wohingegen die Patriotische Kirche toleriert wird.

Es ist einfach eine versimplifizierende Schwarz-Weiß-Malerei, alles Nichtchristliche als nihilistisch zu dysqualifizieren und dann für alle Übel der Welt verantwortlich zu machen.