Freitag, 27. Mai 2022

Die hl. Kommunion für eine Muslimin: die Realität des "katholischen Kirchentages"

(Die Eucharistie als Ramschware...)


Da nun immer weniger die Messen besuchen und dann die hl. Kommunion empfangen, der jetzige Katholikentag auch auf wenig Anklang stieß, siehe dazu das Lammentieren über die geringe Besucherzahlen in dem Standpunktkommentar auf Kath de am 27.5.2022, überkam den Verantwortlichen des Kirchentages eine gute Idee, wie man zu mehr Teilnehmern an der Eucharistie kommen kann. Kath net berichtet: „Deutscher >Katholikentag>: Eucharistie für eine Muslima“. (27.5.2022)

Wenn nun Muslime zur Eucharistie kommen, vielleicht werden dann so unsere Kirchen wieder voller!

In Geschäftsleben ist das ein gebräuchliches Vorgehen: Ware, die sich nicht verkaufen läßt, wird aussortiert auf einen Rammschtisch, wo die Ware dann zu Niedrigstpreisen verscherbelt wird. Zwar schreibt uns schon der Hebräerbrief (13,13) daß Nichtchristen nicht zur Eucharistie zuzulassen sind, aber was in der hl. Schrift geschrieben steht, ist für die heutigen Kirchentage ohne Bedeutung.

Was sagt den die hl. Schrift über die Teilnahme an der Eucharistie? Paulus lehrt von den Folgen eines sakrilegischen Empfanges der Eucharistie: „Denn wer davon ißt und trinkt,ohne zu bedenken,daß es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu,indem er ißt und trinkt.“ (1. Kor 11,29) Aber auch damit ist zu rechnen: „Deswegen sind unter euch viele schwach und krank und nicht wenige sind schon entschlafen.“ (11,30). Aber jetzt lädt man trotz dem unbedenklich Muslime zum Empfang der hl.Kommunion ein.Warum auch nicht, denn Paulus hat das eben vor ungefähr 2000 Jahren geschrieben und heuer wissen wir alles viel besser als er. Aus „Liebe“ zu dem Islam lädt man eben auch sie zur Kommunion ein!


Aber jeden möchten die Verantwortlichen auch nicht auf dem Kirchentage sehen. Man will es ja nicht mit der marktwirtschaftlichen Ausrichtung übertreiben, als akzeptiere man jeden Kunden. So erteilten sie einer Organisation des Lebensschutzes ein Auftrittsverbot, denn gegen die Abtreibung zu sein, ist eben nichts eindeutig Christliches, aber Muslime sieht man gerne, die hl. Kommunion empfangend. (vgl dazu den Bericht auf Kath net am 27.5.) Darf ein Gegner der Abtreibung auf dem Katholikentag wohl die Eucharistie empfangen, darf so wohl gefragt werden. Aber die Verantwortlichen wissen eben, wenn man politisch korrekt einzuladen und auch die Kommunion auszuteilen hat und wer auszugrenzen ist. Jedem Grünenpolitiker, auch wenn er ein fanatischer Befürworter des Rechtes der Mutter auf die Tötung ihres Kindes im eigenen Mutterleibe ist, wird die Kommunion ausgeteilt, aber einer Lebensschutzorganisation das Auftrittsrecht abgesprochen, weil sie nicht eindeutig christlich sei. Muslime dagegen sind überall willkommen.



 

Donnerstag, 26. Mai 2022

Über die Selbsterniedrigung des Menschen, der seine Heimat, den Himmel vergaß

Himmelfahrt Christi – ein überflüssiges und unbegriffenes Fest?


Da die Erde uns Aufgeklärten als unsere Heimat gilt und selbst die Kirche neuerdings in dem Umweltschutz,den Erhaltungsversuchen des Planeten Erde ihre wichtigste Aufgabe sieht, was soll da noch das Gerede von einem Himmel, wollen wir doch der Erde unsere Treue schwören. (Nietzsche). Da nun auch die Versuche, den Himmel auf die Erde herabzuholen, nicht nur kläglichst scheiterten sondern nur Höllen auf Erden gebaren und auch die Liebe nicht mehr hält, was sie verspricht, den Himmel auf Erden, ist es vernünftig, ganz irdisch zu werden, um den Spatzen den Himmel zu überlassen.

Theologisch noch viel problematischer ist nun aber noch die Aufblähung des Osterfestes zu Lasten des Festes Christi Himmelfahrt. Daß Jesus Christus nicht einfach wie etwa Lazarus von den Toten auferweckt worden ist, um dann nach einer Zugabe an Lebenszeit wie Lazarus wieder sterben zu müssen, das offenbart erst seine Himmelfahrt. Die österlichen Erscheinungen Jesu besagen nämlich nicht eindeutig, ob er nicht doch wieder sterben muß nach seiner Auferweckung.Grobschlächtig könnte ja Jesu Leben nach seiner Auferweckung auch als eine Überspielzeit eines Fußballspieles gedeutet werden, die dann ja auch einmal abgepfiffen wird: „Das Spiel ist aus!“

Aber was will den dieser Jesus in dem Himmel, warum blieb er denn nicht auf Erden, um hier weiter zu wirken? Wenn Ostern uns schon sagte: Christus hat den Tod besiegt!, wozu bedürfte es dann seiner Himmelfahrt? Liberale Theologien sind mit dieser Frage völlig überfordert, ist doch für sie Jesus im Prinzip nichts anderes als ein linksliberaler Synagogenreformer, den die Kirche nachösterlich vergöttlichte und o Graus in die 2.Person einer göttlichen Trinität transformierte. Der echte historische Jesus dagegen läge immer noch in seinem Grabe, aber in jedem, der die Nächstenliebe praktiziere, lebe Jesus weiter. Das und nichts anderes könne der sachliche Gehalt der mythologischen Vorstellung von einer Himmelfahrt sein.

Kulturbeflissene verweisen dann noch auf die Satire: „Ein Münchner im Himmel“, die uns aufklärt, daß der wahre Himmel im Münchner Hofbräuhaus und nicht in einem jenseitigen Himmel bestünde, in dem sich jeder Mensch zu Tode langweilen würde.


Meine These dazu: Der Mensch hat sich so sehr verdiesseitigt, sieht die Erde als seine einzige Heimat an, sodaß er den Himmel als seine eigentliche Heimat nicht mehr begreifen kann. Das ist die notwendige Folge des Verlustes des Glaubens an die menschliche Seele.


Exegetisch rekonstruiert bildet die Exilierung Israels 586 v. Christus den Emergenzpunkt des christlichen Jenseitsglaubens als dem Himmel als der Heimat des Menschen. Die militärische Niederlage und die darauf folgende Exilierung nach Babylon wurde begriffen als das göttliche Strafgericht über das Volk Israel, weil es so sehr gegen Gott gesündigt hatte. In der Verbannung zu leben, heißt so, fern von Gottes Liebe, unter seinem Zorn zu leben in der Sehnsucht einer Rückkehr zur Heimat. Dies theologische Konzept, in der Exeges die deuteronomistische Theologie benannt, vertieft nun die sog. Jahwistische Theologie, daß der Mensch (Adam und Eva) seine Heimat, das Paradies verloren hat ob seiner Sünde und nun aus der Heimat vertrieben auf der Erde exiliert leben muß. Nicht mehr Babylon, die ganze Erde ist für den Menschen ein Exilsort, an dem er seine Heimkehr ersehnt. (Vgl das Lied: Salve Regina).

Anthropologisch ist diese Exilsdeutung fundiert in dem Doppelcharakter des Menschen, daß er eine Seele ist, die einen Körper hat. Seine Körperlichkeit, daß er aus Erde erschaffen wurde, verweist ihn auf eine irdische Existenzmöglichkeit, daß er eine Seele ist, direkt aus Gott erschaffen und seinem Körper eingehaucht, daß er für eine himmlische Existenz bestimmt ist. Es scheint so, als solle der Mensch seine Lehr- und Ausbildungsjahre irdisch leben (ob des Sündenfalles wurde dem Menschen dies Erdenleben aber erst zu einem Exilsleben und nicht einfach zu einem Ausbildungsleben) um dann in den Himmel aufgenommen zu werden. Anthropologisch gesehen ist so des Menschen Heimat der Himmel, nur daß er dann ob seines Falles in eine Welt versetzt wurde, in dem ihm die Aufgabe gestellt ist, den Weg zurück in seine Heimat zu finden. Der Erlöser Jesus Christus kam dann aus dieser menschlichen Ursprungsheimat, um die Menschen zurückzuführen in ihre Heimat. Das offenbart uns das Fest der Himmelfahrt.

Der Verlust des Glaubens an den Himmel als der Heimat des Menschen erzwingt dann auch eine Naturalisierung des Menschen, daß er eigentlich nur ein Tier ist, das aber besondere Gehirnaktivitäten entwickelt hat, die ihm seine Überlebenschancen optimierten. Das Eigentliche sind so seine Körperbedürfnisse und der Verstand diene eigentlich nur dazu, diese besser befriedigen zu können,daß eben Kochbücher geschrieben werden, damit jeder Lesekunige so optimaler sich ernähren kann. So tief kann der himmellose Mensch sinken

Zusatz: 

Es ist so auch nur konsequent, daß die Kirche jetzt im "Brot für die Welt" plus Bildung für alle, damit sie Kochbücher lesen können, eine lebensnahe Ausbildung also  ihre wichtigste Aufgabe sieht. 

 

Mittwoch, 25. Mai 2022

Die Lust am Falschübersetzen oder wenn ein Bibeltext nicht kommod ist

Die Lust am Falschübersetzen oder wenn ein Bibeltext nicht kommod ist


So spricht Jesus Christus selbst: „Weh euch,ihr Schriftgelehrten und Pharisäer,ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze,Dill und Kümmel,und laßt das Wichtigste im Gesetz außer Acht: Gerechtigkeit,Barmherzigkeit und Treue.“ (Mt 23,23) „Daß Wichtigste“ des Gesetzes außer Acht zu lassen, so lautet also Jesu Kritik an den Schriftgelehrten und Pharisäern. Sie, die Experten der Geetzeskenntnis versteifen sich auf Nebensächliches, um das Wesentliche nicht beachten zu müssen. Was ist nun das Wesentliche: „Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue“.

A.Arndt übersetzt in seiner Vulgataausgabe (1903,2.Auflage) genauso.So wird das dann von ihm erläutert: Gerechtigkeit meine: „Daß man Jedem das Seine gibt“, Barmherzigkeit meine: „Daß man auch da,wo man sein Recht sucht,die Liebe bewahrt und den Armen gern zu Hilfe kommt“. Die Treue wird nicht eigens erklärt.

Nur, was steht dann im lateinischen Text, der eine angemessene Übersetzung des Griechischen bietet? „judicum, et misericirdiam ,et fidem“. Fidem bedeutet in theologischen und biblischen Texten: Glaube und judicum bedeutet: Gericht. Das griechische Wort Krisis bedeutet auf keinen Fall: Gerechtigkeit und wird mit judicum= Gericht gut wiedergegeben.

Das Wichtigste des Gesetzes ist also das Gericht: das Unterscheiden, das Diskriminieren von Geboten und Verboten und die Androhung des Gerichtes dem Geetzesübertreter gegenüber. Nicht erst die ökumenische Einheitsübersetzung, schon die vorkonziliare Übersetzung streicht hier das Gericht. Aber genau das macht das Gewicht der Gebote und Verbote des Gesetzes Gottes aus. Das Gesetz offenbart, nach welchen Maßstäben Gott in seinem Gericht urteilen wird.

Warum wird nun gar fides= der Glaube mit „Treue“ übersetzt? Selbstredend ist hier nicht irgendein Glaube gemeint, sondern der christliche. Arndt möchte unter dem Wichtigen des Gesetzes verstehen, das uns im Sittengesetz Gebotene. Dieses Sittengesetz ist nun jedem Menschen in seinem Gewissen präsent. Wird nun der Glaube durch die Tugend der Treue ersetzt, ergibt das: Der Mensch soll gemäß seinem Gewissen handeln- das sei das wahrhaft von Gott Geforderte. Der christliche Glaube sei so nicht wichtig. Das Sittengesetz ist auch nicht die Antwort auf die Frage: „Wie muß ich leben, damit ich vor Gott bestehen und das ewige Leben so erlangen kann, sondern gibt eine Antwort auf die Frage: Wie sollen wir alle um des Allgemeinwohles und des individuellen Wolles willen leben? Da paßt der Gedanke des Gerichtes Gottes nicht, also wird er wegübersetzt.

Wie kritisierte Jesus die damaligen Schriftgelehrten? Sie lassen das Wesentliche verschwinden, um sich auf Nebensächliches zu kaprizieren. So darf auch über solche „Übersetzer“ geurteilt werden!



 

Dienstag, 24. Mai 2022

Daß Kinder zu teuer für die Wirtschaft sind....tödliche Folgen


Karl Marx urteilte noch, daß der Mindestlohn so hoch sein müsse, damit die Arbeitskraft sich reproduzieren könne und das beinhalte auch, daß eine Familie gegründet werden könne, in der die Kinder aufwachsen, später dann in der Schule und in Firmen ausgebildet werden, um dann als qualifizierte Arbeitskräfte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. In der traditionellen Familie hört dann die Ehefrau auf, zu arbeiten, um die Führung des Haushaltes und die Kinder zu übernehmen.Für die Kosten kam dabei der Ehemann auf mit seinem Lohn. Würde der Lohn nicht für die Gründung einer Familie ausreichen, fehlten dann in Bälde die für die Wirtschaft notwendigen Arbeitskräfte. Kinder sind eben die zukünftigen Arbeitskräfte.

Es muß aber erst in die Kinder „investiert“ werden, bevor sie dann zu nützlichen Gliedern der Gesellschaft entwickelt sind. Firmen finanzieren dies a) durch den Lohn an die Familienväter und b) durch Steuern, mit denen die außerhäusliche schulische Ausbildung finanziert wird.Würden die Ausbildungskosten völlig privatisiert, müßte der zu zahlende Lohn dementsprechend erhöht werden, daß die Familienväter die Ausbildung ihrer Kinder dann gänzlich tragen müßten.

Kinder sind so unternehmerisch gerechnet Unkosten. Schwangere unterliegen einem besonderen Kündigungsschutz, sie haben ein Anrecht auf einen Schwangerschaftsurlaub. Dazu kommt noch, daß viele Frauen, statt nach der Geburt weiterzuarbeiten, sich lieber ihren Kindern widmen. Sie fallen so als Arbeitskräfte aus.

Für dies Problem gibt es nun eine rabiate Lösung: Die nötigen Arbeitskräfte importiert man aus Ländern mit hohen Geburtenzahlen und versucht die einheimischen Frauen davon abzuhalten, selbst Kinder zu bekommen. Deshalb mußten wir auf kath net am 24.5. 2022 lesen, daß amerikanische Firmen den Frauen ihrer Betriebe eine finanzielle Unterstützung versprechen, wenn sie ihre Kinder im Mutterleibe töten lassen. Statt eigener Kinder setzt die Wirtschaft auf den Import billiger Arbeitskräfte. Die Unkosten für die Kinder zahlen dann die Länder, aus denen dann die im Idealfall gut Ausgebildeten in die Länder auswandern, wo ihre Arbeitskraft gebraucht wird. Die sog Migrationsströme sind so einfach auch der Import von Arbeitskräften, deren Ausbildung von Daheim bis zur Schule man so nicht mehr selbst zu finanzieren braucht. Dazu paßt es dann wirklich vortrefflich, Frauen zur Tötung ihrer Kinder im Mutterleibe zu motivieren.

Ein weniger rabiates Konzept ist das der Lohnsenkung, daß eben oft das Gehalt des Ehemannes nicht mehr ausreicht für das Leben einer Familie; die Frau muß also mitarbeiten für die Familie. So früh wie möglich sollen so die Mütter ihre Kinder in öffentliche Einrichtungen abgeben, damit sie im Idealfall unlimitiert wieder arbeiten können. Das Konzept der Kitas, der Kindergärten und der Ganztagsschulen dient ja nicht primär dem Kindeswohl sondern soll die Erwerbstätigkeit der Mütter ermöglichen. Nicht nur der Mann, auch die Frau habe sich eben ganz in den Dienst der Wirtschaft zu stellen. Eine Mutterschaft störrt da eben. Dank der Selbstverständlichkeit des Zurarbeitgehens der Mütter konnten so die Lohnkosten gesenkt werden, weil nun der Lohn des Familienvaters nicht mehr für das Leben der Familie auszureichen braucht.Es bleiben aber die Unkosten der außerfamiliären Erziehung der Kinder, die durch die Steuern finanziert werden und somit sind es auch Unkosten der Unternehmer.


Das Konzept der Globalisierung, daß es nur noch einen weltweiten freien Arbeitsmarkt gibt, auf dem jedes Unternehmen seine Arbeiter sich aufkauft wie die reichen Fußballvereine ihre Spieler, macht so das Konzept der Familie als dem Ort der Hervorbringung und Erziehung von Kindern überflüssig, solange in armen Ländern viele Arbeitskräfte auswandern wollen und die Frauen in den reichen Ländern davon abgehalten werden, eigene Kinder haben zu wollen. So ist es kein Zufall, daß die Befürworter der Globalisierung zugleich vehementer Befürworter des Rechtes der Mütter sind, ihre eigenen Kinder töten zu lassen.

In einer Welt, in der der Mensch primär als eine Funktion für die Wirtschaft angesehen wird, ist es verständlich, die Kosten für die Entwickelung der Arbeitskräfte gering halten zu wollen: Ein importierter Afrikaner, der dann in einem kapitalistisch gut entwickeltem Lande arbeitet ist eben unkostengünstiger als eine in solchen Ländern selbst ausgebildete Arbeitskraft. Die Menschenrechtsideologie verklärt das dann zum Ideal eines selbstbestimmten Lebens, daß der Mensch in der Postmoderne wie ein Nomade von einem zu einem anderen Arbeitsplatz wandert; Familien behindern da nur die Nomadenmobilität.

Nur, auch wenn es nach Zukunftsromanen klingt: Es ist keine bloße Phantasterei, daß zukünftig Arbeitsroboter die menschliche Arbeitskraft ersetzen werden, denn die sind eben kostengünstiger als Menschen.

Corollarium 1

Die Ideologie des Feminismus ermöglicht so die Überwindung der bürgerlichen Schranken der Entwickelung des Kapitalismus, in dem das bürgerliche Konzept der Familie dekonstruiert  und das Ideal des Nomadendaseins propagiert wird. Die Frau soll nicht mehr Mutter sein, damit sie ganz für die Wirtschaft da sein kann.Die völlige Verstaatlichung der Kindererziehung ist dabei das vorrangige Konzept der Auflösung der Lebensordnung der Familie.  

 

Montag, 23. Mai 2022

Irritierendes: Jesus und der Abfall der Kirche von ihm

Irritierendes: Jesus und der Abfall der Kirche von ihm


Kein Narrativ erfreut sich in der Kirche einst und jetzt so großer Beliebtheit als die Sage von dem, wer Jesus eigentlich wirklich war und was er verkündet hatte und dem, was daraus, Jesu Anliegen pervertierend die Kirche gemacht hätte, fast so beliebt wie die Parole, daß die Kirche sich zu modernisieren habe, um für ihre Zeitgenossen noch akzeptabel zu sein.Das Heil der Kirche bestünde dann einfach in einem Zurück zu Jesus, all die kirchlichen Irrungen und Verwirrungen hinter sich lassend.

Da hatte Jesus doch ganz klar gesagt: „Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen,denn nur einer ist euer Lehrer,Christus.“ (Mt 23,10) Aber die Kirche betitelt nicht wenige als Religionslehrer, ja sie anerkennt einige gar als Kirchenlehrer,etwa den hl.Thomas von Aquin. Jesus aber sagt hier doch eindeutig, daß es keine Lehrer und schon gar keinen Kirchenlehrer geben dürfte, denn nur er sei der Lehrer. Wenn es ein eindeutiges Beispiel für den Abfall der Kirche gibt, dann doch wohl dieses.

Nur gilt auch für diese Aussage die kritische Anfrage: „Verstehst Du auch,was Du liest?“ (Apg 8,30) Etwas lesen, es zitieren heißt noch lange nicht, das Gelesene auch verstanden zu haben. Der so Angefragte respondierte diese Frage bekanntlich so:“Wie könnte ich es,wenn mich niemand anleitet?“ (Apg 8,31) Wer in diesem Sinne anleiten kann, ist ein Lehrer, ein Schriftgelehrter. Sollte so etwa schon Philippus Jesus mißverstanden haben, indem er nun die Rolle des Leheres übernimmt und als Schriftgelehrter die Bibel auslegt? Oder sollte Jesus so verstanden werden, daß es zwar Lehrer in der Kirche geben dürfe, vielleicht sogar geben müsse, nur daß sie dann so nicht betitelt werden dürften? Aber wäre es nicht unangemessen, jemanden, der Lehrer ist, nicht als das zu betiteln, was er ist?

Das 23. Kapitel des Matthäusevangeliums ist in der Einheitsübersetzung betitelt mit: Worte gegen die Schriftgelehrten und die Pharisäer. Die Kritik konzentriert sich auf zwei Vorwürfe, erstens, daß sie selbst, das, was sie lehrten, nicht hielten und daß ihnen bei all ihrem Auftreten in der Öffentlichkeit ihre Geltungssucht das Wichtigste sei. Sie wollen eben angesehen werden, etwas zählen in den Augen der Anderen.

So soll es aber nicht unter den Christen sein, das ist nun die Zentralaussage Jesu. Deshalb darf unter den Christen niemand Lehrer genannt werden. Es kann auch niemand diesen Titel für sich selbst beanspruchen, weil dieser Titel allein Jesus Christus zukommt. Warum will denn nun jemand Lehrer genannt werden? Für Jesus gibt es hier dafür nur einen Grund, daß so die so sich titulieren Lassenden in den Augen der Anderen etwas gelten wollen: „Wir sind etwas, was ihr nicht seid! Wir sind also etwas Besonderes, mehr als ihr!“

Blenden wir um zur Rotte Korach (4.Mose 16): „Wir sind alle gleich nahe unserem Gott, Gott ist uns gleich nahe, darum ist es eine Anmaßung, wenn Mose und Aaron sich als Vermittler zwischen Gott und uns, dem Volke Gottes aufspielen.“ Im Volke Gottes gibt es so nicht nur die „Oberen“, die beim Volke was gelten wollen sondern auch Gruppen im Volke, diese Rotte, die keinen über sich gelten lassen wollen. „Gleich sind wir alle und darum darf es keine Hierarchie geben!“

Jesus hat in Mt 23 die vor Augen, die etwas gelten wollen, nicht hat er die vor Augen, die um selbst etwas gelten zu wollen, alle anderen nicht Lehrer gelten lassen wollen. Es gibt eben auch eine Lehrer- und Hierarchiekritik im Geiste derer, die niemanden gelten lassen wollen, um so selbst etwas zu gelten: „Wir brauchen keine Lehrer, weil wir alles schon wissen, alles von selbst verstehen.“ Dieser Typus hätte die Frage, verstehst du auch, was du liest?, geantortet: „Selbstverständlich, einen Lehrer brauche ich nicht!“ Im Hintergrund steht dabei ein naiver Subjektivismus: „So, wie ich es verstehe, so ist es!“ Lehrer müßten aber diesen naiven Subjektivismus in Frage stellen um der Suche nach dem objektiven Gehalt des Gelesenen.

Mose und Aaron zeigen unwiderlegbar, daß es im Volke Gottes Hierarichen nach Gottes Willen gibt und geben soll.

Aber warum dürfen die dann nicht auch Lehrer oder gar Kirchenlehrer betitelt werden? Jesus sagt, daß er allein der Lehrer der Kirche sei und somit kein anderer. Damit stehen wir vor der Questio, wie sich der Anleiter zum Schriftverstehen (Apg 8,31) zu der Aussage, daß es in der Kirche keinen Lehrer geben dürfe, verhält.

Meine These lautet nun, daß der Lehrer in zwei grundverschiedenen Arten verstehbar ist: a) Der Lehrer lehrt das, was er aus sich heraus als wahr erkannt hat- das wäre ein autonomer Lehrer und b) Der Lehrer ist ein Schüler des Lehrers Jesu Christi,der das von Jesus Gelehrte anderen lehrt. Somit ist er kein autonomer Lehrer, sondern einer, der seine Wahrheit selbst erst gelehrt bekommen haben muß von dem einzigen wahren Lehrer der Wahrheit. Wenn ein autonomer Lehrer sich seiner Erkenntnisse rühmen kann, rühmt der kirchliche Lehrer, wenn er lehrt, den, von dem er alle Erkenntnis selbst gelehrt bekommen hat. In diesem Sinne kann und muß es in der Kirche Lehrer geben, damit die, die die hl. Schrift lesen, diese auch verstehen lernen. Die Lehrer der Kirche sind eben die in der Apostelgeschichte gesuchten Anleiter zum Verstehen. Geradezu hybrisch wäre es nun, wenn jeder sein rein subjektives „Verstehen“ des Gelesenen schon für ein Verstehen des Gelesenen hielte, wie es die Reformatoren proklamierten.

Reümerend muß so gesagt werden: Nicht jede Differenz zwischen Worten und Taten Jesu und dem Tuen der Kirche ist als ein Abweichen von Jesu Christi abzuqualifizieren. Denn eine solche Differenz kann sich auch darin gründen, daß Jesu Worte nicht einfach dem Buchstaben nach sondern dem Geiste nach zu verstehen sind.



 

Sonntag, 22. Mai 2022

Über eine gottlos gewordene Kirche - eine Problemanzeige

Über eine gottlos gewordene Kirche- eine Problemanzeige


Ich freute mich,als man zu mir sprach:Lasset uns zum Hause des Herrn gehen!“ „In donum Domini ibimus“ ist aber futurisch: „In das Haus des Herrn werden wir gehen!“ So steht es im 122 Psalm im ersten Vers. Für circa 95 Prozent der Katholiken und circa 97 Prozent der Evangelischen gilt das nicht mehr: Worüber sie sich auch an einem Sonntag freuen mögen,wenn sie sich denn über etwas freuen, auf den sonntäglichen Kirchgang freuen sie sich nicht. Außerdem: Zu wem wird denn noch gesagt: „Wir werden in das Haus des Herrn gehen!,oder wer wird gar noch zum Kirchgang aufgefordert: „Lasset uns in das Haus des Herrn gehen“?

Könnte das Fehlen der Freude an dem Kirchgang seinen Grund darin haben, daß nicht mehr gewußt wird, was der Begriff des Hauses des Herrn bedeutet? Oberflächlich könnte man meinen, daß die Kirche ein Versammlungsraum ist, in dem Menschen zusammenkommen, um gemeinsam zu singen, zu beten, eine Predigt anzuhören, nach vorne schreiten, um etwas nicht so genau Definierbares zum Verzehr zu empfangen, das da als „Hostie“, „Leib Christi“ benannt wird und dann spricht der Pfarrer einen Segen, das Ganze währt circa 1 Stunde, oder eben auch weniger und dann geht man wieder heim. Besonders attraktiv scheint diese Veranstaltung nicht zu sein, zumal man statt eine Predigt sich anzuhören, auch ein Buch, einen Aufsatz zu etwas Religiösem lesen könnte oder im Internet sich anhören kann. Die Kulturtechnik des Singens wird heutzutage sonst nur noch enthusiasmiert in Fußballstadien praktiziert und beten kann man doch viel besser Zuhause allein. Es bliebe so nur noch die Eucharistie. Wäre unter uns Christen noch bekannt, daß der Leib und das Blut Christi, recht genossen, die wirkkräftigste Medizin auf Erden ist, daß sie uns vom Tode befreit als Heilmittel zur Unsterblichkeit, Schlange stünde man, um sie zu erlangen. Aber was weiß ein heutiger Katholik durchschnittlich noch von der Eucharistie?

Das Haus des Herrn“ das ist das Wohnhaus Gottes auf Erden. Die Lehre von der Eucharistie expliziert nun, warum diese Aussage wirklich wahr ist, daß Gott selbst in seinen Kirchen wohnt. Im Alten Bund ließ Gott seinen Namen im Jerusalemer Tempel wohnen. Die Gläubigen kamen in den Tempel, weil dort ihr Gott für sie anwesend und ansprechbar war. Im Neuen Bund gilt nun die Verheißung, daß in jeder Kirche Jesus Christus, Gott in seinem Namen für uns gegenwärtig ist im Tabernkel. Was im Alten Bund das Begegnungszelt war, das ist im Neuen der Tabernakel, =das Zelt, in dem Jesus Chritus in der Gestalt der geweihten Hostie gegenwärtig ist.

Ein Christ geht nicht primär in eine Kirche, um sich da mit Gleichgesinnten zu versammeln, sondern er geht dahin, wo er weiß, daß da Gott selbst auf ihn wartet. Es ist das Haus des Herrn, in dem wir zu Gast sind und seine Gastfreundschaft genießen. Die Kirchen gehören nämlich dem Herren. Jesus als Kleinkind lag in Windeln in einem Stall zu Bethehelm, jetzt soll ihm in jeder Kirche ein ihm gemäßeres und würdigeres Zuhause erschaffen werden: Die allerschönst ausstaffierte Kirche ist gerade so ein Abbild der Schönheit und Herrlichkeit des hier wohnenden Gottes. Wie sehr das heutzutage nicht mehr gewußt wird, demonstriert auf das Abstoßendste der moderne Kirchenbau, aus dem alles Schöne und Herrliche verbannt wird in dem Grau in Grau des Betons. Dem korreliert dann auch der Verlust der Schönheit der Liturgie: volkskirchlich pädagogisch durchgeformt hat sie ihren heiligen Charakter verloren. Die Liturgie degeneriert zu einer Gemeindeveranstaltung.

Die Reformation legte den Grund für diesen Verfall, indem die Kirchen zu gottlosen Räumen wurden. Denn nach dem reformatorischen Verständnis wohnt Gott nicht mehr in den Kirchen. Er ist dort abwesend, nur wenn sich in dem kirchlichen Raume dann Gläubige versammeln, ist Gott dann unter ihnen. Der Raum ist so selbst kein heiliger Ort mehr, zu dem die Gläubigen kommen, kein von Gottes Präsenz erfüllter Raum. Die die Gemeinde belehren sollende Predigt avanciert stattdessen zum Zentrum des Gottesdienstes. Man geht zur Predigt, heißt es so unter reformierten Christen. Aber wozu hat man sich noch zu unterrichten und belehren lassen, wenn man schon hinreichend sich auskennt in den christlichen Glaubensartikeln. Calvin, der reformierte Reformator hatte sich schon mit diesem Standpunkt auseinanderzusetzen: Wir gehen nicht mehr zum Gottesdienst, weil wir nicht mehr belehrt werden müssen. Wie viele Katholiken sind wohl heutzutage faktisch reformiert geworden: Nur Lehrlinge brauchen noch Belehrungspredigten, wir nicht mehr. Und dann noch das viele Gesinge im Gottesdienst!

Wenn die Kirche nicht mehr das Haus des Herrn ist, wenn sie als solche nicht mehr geglaubt wird, wie sollte da sich noch wer freuen, zur Kirche zu gehen. 

 

Zusätze

Die nachkonziliare Liturgiereform transformiert ja den auf Gott hin ausgerichteten Kult hin zu einer Gemeindeveranstaltung mit dem Pfarrer im Zentrum, nicht mehr dem Tabernakel als dem Ort der Präsenz Gottes. Diese Pfarrerzentrierung evoziert dann den Protest der Gemeinde, daß sie und doch nicht der Pfarrer im Zentrum zu stehen habe, denn für die da Versammelten würde doch dieser Gottesdienst abgehalten werden, also habe der Kunde als König im Zentrum zu stehen und der Pfarrer der Gemeinde zu dienen.

Der ökumenische Diskurs über die Eucharistie, von den Protestanten als Abendmahl verzeichnet, führt dazu, daß die für das Kirchensein konstitutiver Glaube an die Präsenz Jesu Christi im Tabernakel entschwindet, daß die Kirche wirklich der Wohnort Gottes auf Erden ist, weil nach lutherischer Lehre die Kirche, wenn nicht ein Gottesdienst gefeiert wird, gottlos ist. Da ist Gott nicht in der Kirche. In einem evangelischen Predigtgottesdienst begegnet Gott einem nur noch in der Predigt, wenn denn überhaupt. 

 

Samstag, 21. Mai 2022

Es gibt keine Auferstehung der Toten....Gibt es da Argumente und Beweise?

(Jesus Christus mal ganz und gar unzeitgemäß...er war Lehrer!)


Mit dieser These sah sich schon Jesus Christus selbst konfrontiert. (vgl Mt 22,23-33)Dem Apostelfürsten Paulus wurde dann auch in der korinthischen Gemeinde entgegengehalten, daß es keine Auferstehung der Toten gebe. (1.Korinther 15 und 2.Korinther 5). Aber doch wurde in diesen zwei Fällen etwas ganz anderes bestritten: Paulus Kritiker in Korinth argumentierten so: Wenn ein Mensch leiblich von den Toten auferstehen würde, dann müßte er wegen seiner Leiblichkeit auch wieder sterben, so wie der vom Tode erweckte Lazarus ja auch wieder sterben mußte. So ist die Hoffnung auf eine Auferstehung der Toten eine sinnwidrige, denn alle Auferstandenen würden ja nur neubelebt wieder dem Todesschicksal unterworfen sein; wenn Jesus wirklich leiblich auferstanden wäre, dann müßte er auch wieder wie alle Menschen sterben. Positiv formuliert: Es könne nur ein ewiges Leben nur für die menschliche Seele geben. Paulus setzt sich mit diesem Argument auseinander, er ist ein Theologe, der argumentieren kann, statt daß er einfach den Glauben an die Auferstehung einfordert. Das Kernargument seiner naturphilosophischen Begründung lautet nun, daß die Körper verschieden seien, es dem Sterbenmüssen unterworfene gebe, daß es aber auch eine Leiblichkeit gebe, die eines verklärten Leibes, die nicht dem Sterbenmüssen unterworfen sei.

Paulus steht hier nämlich vor einem handfesten Problem: So gut durch zahlreiche Zeugenaussagen auch verifiziert ist, daß Jesus von den Toten auferstanden und vielen als Auferstandener erschienen ist, das beweist noch nicht, daß dieser Jesus dann nicht doch wieder gestorben ist wie der von ihm selbst auferweckte Lazarus.Darum bietet Paulus im 1.Korintherbrief diese naturphilosophische Argumentation von der Möglichkeit eines dem Sterbenmüssen nicht mehr unterworfenen verklärten Leiblichkeit auf.

Wie argumentiert nun Jesus selbst gegen die Verneiner des Glaubens an die Auferstehung der Toten? Er hätte doch erklären können, daß er drei Tage nach seinem Tode von den Toten auferstehen werde und so die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten beweisen würde. Hätte das die Sadduzäer überzeugen können? Aber auch das Faktum, daß Henoch und der Prophet Elia ohne zu sterben in den Himmel aufgenommen worden sind, führt ja auch nicht zu dem Glauben, daß nun jeder ohne zu sterben so in das ewige Leben eingehen wird. Was an einem oder zweien sich ereignete, muß sich ja noch lange nicht an jedem Menschen ereignen. So kann Jesu Auferweckung wirklich nicht die Hoffnung darauf, daß alle auferweckt werden, fundieren. Gewönne einer in Wien eine Million im Lotto,niemand schlußfolgerte daraus, daß nun jeder Wiener so viel im Lotto gewinnen wird.

Die Sadduzäer wollen nun die Unmöglichkeit der Vorstellung der Auferstehung der Toten beweisen, sie begnügen sich nicht mit dem Bekenntnis: Daran glauben wir nicht! Den Ausgangspunkt ihrer Argumentation bildet die Bestimmung Moses, daß wenn ein Verheirateter kinderlos verstirbt, sein Bruder die Witwe zu ehelichen habe, um dann mit dieser Frau dem Verstorbenen einen Nachkommen zu gebären. Die Einheitsübersetzung verdunkelt nun die besondere Pointe dieser mosaischen Bestimmung. Denn im Griechischen heißt es: und es wird ein Nachkomme auferstehen dem Bruder von ihm.(Mt,22,24) Das Verb „auferstehen“ nimmt die von den Sadduzäern verneinte „Auferstehung“ der Toten auf: in ihren Nachkommen leben die Verstorbenen weiter, in der Geburt eines Nachkommens steht so der Verstorbene auf. Die Einheitsübersetzung bietet dagegen: einen Nachkommen verschaffen.

Es wird nun dieser Fall konstruiert: Ein Ehemann stirbt kinderlos und seine Witwe heiratet nun nacheinander 6 Brüder des Verstorbenen, da alle Ehen kinderlos blieben, dann verstirbt auch sie. Wenn es nun eine Auferstehung der Toten geben würde,dann stünde diese Frau vor 7 Exehemännern, mit allen war sie gültig verheiratet. Sie wäre dann mit 7 Männern gleichzeitig nach der Auferstehung der Toten verheiratet. Oder sollte dann irgendwie nur noch eine der 7 Ehen gültig seien?Die Auferstehung der Toten führte also in diesem Falle zu einem unlösbarem Problem des Ehestandes dieser Frau. Deshalb kann es die Auferstehung der Toten nicht geben, weil sie so zu unlösbaren Problemen führen würde.

Jesus löst dies „unlösbare“ Problem, indem er lehrt, daß im ewigen Leben es keine Verheirateten mehr geben wird. Alle auf Erden geschlossenen Ehen würden also nicht mehr gültig sein. Die Witwe würde also 7 Exehemännern gegenüberstehen, von denen dann keiner mehr ihr Ehemann ist. Der Tod scheidet die Ehe.

Nachdem so das Argument der Sadduzäer widerlegt worden ist, beweist nun Jesus selbst die Auferstehung von den Toten. Ein Einzelfall und selbst der Jesu Auferstehung von den Toten kann ja nicht die allgemeine Auferstehung beweisen. So beweist Jesus nun die Auferstehung der Toten


Gott ist der Gott Abrahams,Isaaks und Jakobs.

Gott ist ein Gott der Lebenden und nicht der Toten.

Also sind Abraham,Isaak und Jakob lebend, denn sonst wäre Gott ein Gott von Toten.


Abraham,Isaak und Jacob sind unstrittig verstorben, wären sie noch tot, würde das der 2.Aussage widersprechen. Also leben sie. Nun wird es aber doch noch komplizierter:

Wenn Abraham verstorben, jetzt tot wäre und erst am Ende der Geschichte von den Toten erst auferweckt werden würde,wäre Gott ein Gott des jetzt toten aber zukünftig wieder leben werdenden Abrahams. Das entspricht aber nicht der 2.Aussage. Gott ist doch jetzt schon der Gott Abrahams und nicht wird er es erst später sein werden. Ergo: Abraham ist jetzt schon ewig lebend, obzwar er einerseits schon begraben worden ist und er anderersseits noch nicht im Rahmen der eschatologischen Totenauferstehung auferstanden ist.Abraham lebt also in einem Zwischenstand zwischen seinem Tode und seiner futurischen Auferweckung am Ende der Geschichte. Das expliziert die Theologie in ihrer Seelenlehre, wie das zu denken ist.

Wenn das für diese drei gilt, gilt das dann auch für andere Menschen, oder gilt nur diesen 3 die Verheißung der Auferstehung von den Toten? Die Aussage, Gott ist der Gott dieser 3, ist nicht exclusiv zu verstehen, denn dann erbrächte dieser Argumentationsgang nichts für die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten, wenn sie nur diesen 3 gälte. Es muß deshalb so interpretiert werden: Von jedem, von dem gilt, daß Gott sein Gott ist, gilt, daß dieser lebt, auch wenn er verstorben ist, weil Gott dem, dem er Gott ist, auch ein Gott bleibt, wenn er stirbt, indem er postmortem ewig lebt. Abraham, Isaak und Jakob stehen hier also exemplarisch für alle Menschen, von denen gilt, daß Gott ihr Gott ist. Aber für wen gilt das? Diese Frage kann nicht aus dieser Argumentation Jesu respondiert werden, dazu muß die ganze Lehre Jesu herangezogen werden.

Eines ist aber bemerkenswert: Wie deutlich uns dieses Lehrgespräch demonstriert, wie sehr Jesus Christus als Lehrer in erster Linie ein wirklicher Schriftgelehrter war und wir Christen seine Schüler, die durch ihn die hl. Schrift verstehen lernen sollen.


 

Freitag, 20. Mai 2022

Eine antiklerikale Verschwörungstheorie- das Fundament der jetzigen Kirchenreformer?

(Wo soviel aufgeklärt wird, bleiben die Aufklärungsgründe oft im Verborgenen)

Spätestens seit der Französischen Revolution erfreuen sich antiklerikale Verschwörungstheorien unter den Verächtern der Kirche größter Beliebtheit. Solche Theorien oszilieren zwischen der These, die ganze Religion mit ihrem Götterglauben sei nur eine Erfindung der Priester, um ihre klerikale Herrschaft zu begründen und der, daß die Priester die eigentliche gute Religion, die natürlich-vernünftige (Kant) oder das gute Urchristentum, das keine Priesterschaft kannte, weil es ganz beseelt war von der Idee der Egalität, pervertiert hätten. Die letztere Vorstellung, von der Reformation in die Welt gesetzt, erfreut sich nun gar in „katholischen“ Reformkreisen zusehender Beliebtheit, sodaß gar der „Synodale Irrweg“ mehrheitlich beschloß, überprüfen zu lassen, ob die Kirche wirklich Priester bräuche.

Wie lebendig diese antiklerikale Verschwörungstheorie heutigen Tages selbst in der Kirche ist, manifestiert sich überdeutlich in dem Narrativ, daß der Klerikalismus die Schuld an den sexuellen Mißbräuchsfällen haben solle. Die Kleriker mißbräuchten ihre Macht, um andere sexuell zu mibrauchen und dann hielten diese Kleriker zusammen wie Pech und Schwefel, um jede Aufklärung ihrer Verbrechen zu verhindern. Für den Klerus seien eben die Laien nur eine Masse zu beherrschender und zu mißbrauchender Objekte ihrer Macht.

Irritieren müßte nun aber das Faktum, daß ein auf diesem Antiklerikalismus fundiertes Reformprogramm die Bewegung: Wir sind Kirche“ schon vorgelegt hatte, als noch niemand von sexuellen Mißbräuchsfällen redete, es mit seinem „Kirchenvolksbegehren“ erfolgreich popularisierte (vgl dazu mein Buch: Der zensierte Gott) und daß nun genau die Kernpunkte dieses antiklerikalen Reformprogrammes die Antworten sein sollen auf das Problem der innerkirchlichen Mißbräuchsfälle.

Das kommt einem so vor, als wenn ein Arzt der Meinung, daß der Grund heutiger Erkrankungen hauptsächlich im zu hohen Fleischkonsum läge, jedem Patienten als erstes dazu rät, auf jeden Fleischverzehr zu verzichten, dann würde er schon wieder gesunden. Eine genaue Untersuchung der Erkrankung erübrige sich so, da der Erkrankungsgrund ja schon bekannt sei, der Fleischkonsum. „An allem sei eben der Klerikalismus schuld“, so wird es jetzt eben nicht nur auf dem „Synodalen Irrweg“ herausposaunt. Die dem zu Grunde liegende antiklerikale Verschwörungstheorie wird dabei völlig unkritisch und ungeprüft propagiert als wissenschaftliche Wahrheit.


Leider ereignen sich sexuelle Mißbräuche, auch in der extremsten Form der Vergewaltigung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, in Familien, in Vereinen... und ab und zu auch in Wäldern. Aber es gibt ein Alleinstellungsmerkmal der kirchlichen Mißbräuchsfälle: Überall sind die Opfer mehrheitlich weiblichen Geschlechtes, nur in der Kirche überwiegen die Zahl der männlichen Opfer. Manchmal werden sogar 80 Prozent der Opfer als männlich angegeben. Befremdlich ist nun aber, daß die beauftragten Studien zu den innerkirchlichen Mißbräuchsfällen auf dieses Alleinstellungsmerkmal nicht eingehen. Man stelle sich diesen Fall einmal vor: 7 Frauen werden erdolcht und der mit der Lösung dieser Fälle beauftragte Kommissar würde bei seinen Ermittelungen auf das Geschlecht der Opfer kein Gewicht legen.

Aber wozu die Fälle noch untersuchen, wußte man doch schon vor jeder Analyse, daß der Klerikalismus auch an diesem Mißstand wie an allen anderen schuld sei und daß deshalb das wichtigste Reformanliegen das der Entklerikalisierung der Kirche sei.Das Faktum, daß nun mehrheitlich die Opfer männlichen Geschlechtes sind, kann diese Verschwörungstheorie nicht erklären und deshalb wird diese Tatsache gern verschwiegen. Zu dieser Verschleierungsstrategie gehört es dann auch, daß das Movens diesr Untaten, daß es um die Befriedigung sexueller Bedürfnisse oder auch sexueller Begierden sich handelt, verdrängt wird durch das Theorem der sexualisierten Gewalt. Der Wille zur Gewaltanwendung, zum Herrschen- und Be-herrschenwollen sei das eigentlich Substantielle, die sexuelle Komponente nur ein akzidentielles Beiwerk. Der Kleriker will eben herrschen und instrumentalisiert dazu eben auch seine Sexualität. Damit werden diese Mißbräuchsfälle entsexualisiert, damit sie besser in das Täterprofil des Klerikers hineinpassen. Die Trivialität, daß es einem Vergewaltiger um Sex geht, wird so ausgeblendet, weil das nicht in diese antiklerikale Verschwörungstheorie paßt. Dabei ist diese Entsexualisierungsstrategie so abstrus wie die Meinung, einem Raubmörder ginge es in erster Linie nicht um den Zweck der Ausraubung des Opfers sondern darum,tödliche Macht über das Opfer auszuüben. Aber all solche Absonderlichkeiten mutet uns der Diskurs über die kirchlichen Mißbräuchsfälle zu nur um den Zusammenhang zwischen dem Geschlecht der Opfer und der sexuellen „Orientierung“ der Täter zu verbergen und um das linksliberale schon recht verstaubte Programm der Entklerikalisierung der Kirche,so schon von den Reformatoren gefordert,zu revitalisieren. Es fällt halt den Reformern nichts Neues ein, da kocht man halt Altes immer wieder neu auf und wiederholt dabei doch nur die Rotte Korach!


 

Donnerstag, 19. Mai 2022

2022 Jahre kirchliches Irren sind vorbei! Exclusiv auf Kath de: Die Wahrheit

(oder daß bisher alle die Bibel und Jesu Botschaft völlig mißverstanden haben, worum es wirklich geht!)


Einem kölnischen Pastoralreferenten verdanken wir es, daß die Geschichte der Kirche als ein einziger Irrweg jetzt entlarvt wird, alle Konzilien, alle Theologen und alle Päpste die hl.Schrift völlig mißverstanden haben, alles eben völlig anders gemeint war. Am 18.5.2022 publizierte die quasi offizielle Internetsauftrittsseite der deutschen Bischöfe diese Revolution. Die universelle biblische Botschaft lautet nämlich: „Wut auf etablierte religiöse und politische Eliten“. Die Bibel ist ein Wutbuch gegen die da „Oben“!, um es volkstümlich einfach zu sagen, geschrieben für Wutbürger. Das ist die biblische Botschaft. Aber die Bibel enthält noch etwas: „pragmatische Solidarität mit Armen, Geflüchteten und Ausgegrenzten“.

Bisher meinte die Kirche doch, es gehe in der Bibel vor allem um Gott, um Gottes Geschichte mit uns Menschen, um Gottesverehrung, um...sagen wir mal Religiöses. Mitnichten: Es ist, nüchtern formuliert ein Dokument des Sozialneides gegen die da „Oben“. Sozialpolitisch orientiert plädiere die Bibel eben für ein Engagement zugunsten von Diskriminierten. Das und sonst nichts ist ihre Botschaft. Da meinte man 2022 Jahre lang, es gehe um den Glauben an Gott, und an seinen Sohn, um unsere Erlösung...aber das war alles ein einziger Irrtum!

Ziehen wir daraus die Konsequenz: Die Katholische Kirche ist sofort aufzulösen, ihre Hauptamtlichen arbeiten dann als Sozialarbeiter in irgendwelchen sozialcaritativen Organisationen und am 1.Mai versammelt man sich, um gegen die Reichen und Mächtigen da „Oben“ zu demonstrieren. Ach, irgendeine Hoffnung soll es dabei auch noch geben, nur weiß der Kath de Artikel nicht genau zu sagen, worauf man den hoffen wolle- vielleicht daß es keine Armen und Ausgegrenzten mehr geben wird und keine Herrschenden.

Wie konnte es nur geschehen, daß 2022 Jahre lang die Kirche diese klare Botschaft so sehr mißverstehen konnte!


Eines ist gewiß: Eine Kirche, die sich solche Pastoralreferenten und so eine Internetseite leistet, geht zu recht zu grunde. Satan regnat.

Es muß aber auch gefragt werden, wie es denn möglich ist, daß jemand die katholische Theologie studieren konnte, erfolgreich abgeschlossen hat und dann keinerlei Verständnis für die christliche Religion vermittelt bekam. Wie erklärt sich solch ein drastischer theologischer Analphabetismus nach zig Jahren Theologiestudiumes? 


 

Mittwoch, 18. Mai 2022

Über die verlorene (christliche )Hoffnung auf den neuen Menschen

Über die verlorene (christliche)Hoffnung auf den neuen Menschen


Ein Enthusiast spricht sich aus: „Ja,nach der Reinigung durch Leid und Feuer!Die Revolution wird die Menschen reinigen,von den Schlacken der Selbstsucht befreien.Leid wird die Menschen enger zusammenschließen,die Menschheit zu einer Wiedergeburt führen.“ „Mir kommt eben der Gedanke,daß die Menschen nach der Reinigung so froh und glücklich sein werden...“ So spricht der idealistische Studentenrevolutionär Petrowski (ein wahrhaft russischer Charakter) am Vorabend der Oktoberrevolution in: Josef Kallinikow, Frauen und Mönche, 7.Buch, 4.Kapitel.

Offenkundig liegt diesem Gedanken eine zutiefst religiöse Erlösungsorstellung zu Grunde, daß um des neuen Menschen willen der „alte Adam“ in uns überwunden werden muß. Der Mensch müsse von neuem, von „Oben“, wie es in Jesu Taufkatechese im 3.Kapitel des Johannesevangeliums heißt, geboren werden, damit er sein adamitisches altes Ego auslöscht, um eine neuer Mensch in Christo zu werden. Jesus Christus verkündigte eben nicht nur das Reich Gottes sondern auch den neuen Menschen, denn was nützte selbst ein Reich Gottes, wenn in ihm wir Menschen doch die alten Adamsmenschen blieben. So expliziert Paulus das Getauftwerden als ein Mitgekreuzigtwerden, sodaß unser alter Adam in der Taufe stirbt, um uns ein neues Leben als Christen zu ermöglichen.Die urchristliche Umkehrpredigt meinte eben doch etwas anderes als ein moralpädagogisches Selbstoptimierungsprogramm: Die Geburt des neuen Menschen, der den alten Adam hinter sich läßt, stand so auf der Tagesordnung der Menschheitsgeschichte. Die traditionelle Fegefeuervorstellung transformiert diesen urchristlichen Glauben an den neuen Menschen schon, denn nun wird der neue Mensch erst jenseitig nach seiner Purifizierung durch das Fegefeuer erhofft, der Christ erwies sich doch oft als noch sehr dem alten Adam verwandt und deshalb solch einer jenseitigen Reinigung bedürftig.

Anfänglich klang das enthusiastischer, der Glaube an den neuen Menschen in Christo, der als Gläubiger und Wiedergeborener schon der neue Mensch sein sollte.

Wie ein schlechter Baum keine guten Früchte erbringen kann, so könne eben auch der postlapsarische Mensch keine guten Werke vollbringen. Sein Sein als Sünder qualifiziert auch all seine Werke als sündige. Deshalb muß das Sein des Menschen verändert werden, damit er dann auch anders leben kann. Diese Seinsveränderung, die könne nur die göttliche Gnade bewirken, sie muß sozusagen den Menschen innerlich purifizieren, damit er so als Gereinigter auch als Christ leben kann.

Der Revolutionsenthusiast dieses russischen Romanes ist so ein säkularistischer Gläubiger, indem er auch an die Möglichkeit und Notwendigkeit des neuen Menschen glaubt, nur erhofft er sich die Wiedergeburt des Menschen durch die politische Revolution. Aus dem religiös sakramentalitischen Projekt des neuen, den alten Adam in sich überwindenden Menschen wird so ein politisch revolutionäres Projekt. Dem gingen die Französische Revolution, aber auch das Projekt der Aufklärung und des Bildungsbürger-tumhumanismus als Versuche, den neuen Menschen hervorzubringen, zuvor. Die jetzige Postmoderne signalisiert so den Erschöpfungszustand des Glaubens an jede Möglichkeit des neuen Menschen. Der Skeptizismus, daß doch alle Versuche, den Menschen und die Welt besser zu machen, gar zu erlösen, nur dazu führen, daß alles noch schlimmer wird, desavouiert jedes utopische Denken, daß der neue Mensch doch eine reale Möglichkeit sein könnte.

Wer heutzutage einmal eine Taufe miterlebt, aufmerksam hinhört, kann die grundlegende Änderung der kirchlichen Verkündigung gerade da bemerken. Das Sakrament der Taufe erschafft nicht mehr einen neuen Menschen, gebiert ihn neu, tötet nicht mehr den alten Adamsmenschen, als der jeder Mensch geboren wird, sondern symbolisiert nur noch, daß Gott zu diesem Zutaufenden sein Ja sagt.Gott bejaht ihn, so wie er ist. Die Taufe ist so ein rein affirmativer Akt. Daß Gottes Liebe jeden Menschen unbedingt bejahe, daß sie jedem gelte, erübrigt völlig die Vorstellung von einer Notwendigkeit einer Wiedergeburt und Neuwerdung des Menschen. Gott sagt eben nur noch: Du bist gut und die Welt, in der Du lebst, ist gut, Alles ist gut, denn Gott ist das große Ja zu Allem. Der „Alte Adam“ darf so einfach bleiben, wie er ist. So braucht und kann es auch keine Hoffnung mehr geben auf den „neuen“,den „gereinigten“ Menschen.

Für die christliche Ethik hat dieser Perspektivenwechsel beachtliche Konsequenzen: Da auch der gläubige Christ alt adamitisch bleibt, muß die kirchliche Morallehre dem angepaßt werden, die Kirche kann nicht von ihm etwas fordern, was er als Mensch, der eben kein neuer und gereinigter ist, nicht leisten kann. Er bleibt, um es bildlich zu formulieren, ein schlechter Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, zu dem Gott aber trotzdem sein Ja sagt.

Aus der Kritik des „Alten Adams“ und seiner Welt, daß Beides überwunden werden sollte durch den neuen Menschen in Christo im Hoffen auf die neue Welt des Reich Gottes wird so die reine Affirmation des Menschen und der Welt, so wie sie nun mal ist, durch die heutige Kirche. Durch die Kirche soll nicht mehr der Mensch und die Welt geändert werden sondern die Kirche habe sich dem Menschen, so wie er und die Welt nun mal ist, einzupassen. Bis in die aktuellste Tagespolitik verkündet so die Kirche nur noch ihr Ja zu Allem und Jedem, ob es die Zwangsimpfung ist, die Waffenlieferungen an die Ukrainie, die aktive Teilnahme an dem Kampf gegen Rechts oder die begeisterte Zustimmug zur Glorifizierung gelebter Homosexualität: Sie sagt nur noch Ja im Namen eines Gottes, der auch nur ein göttlicher Jasager ist.


 

Dienstag, 17. Mai 2022

Phraselogie in der Kirche: Gottes Nähe erfahren...in der Eucharistie

Phraselogie in der Kirche: Gottes Nähe erfahren...in der Eucharistie


Wie häufig ist gerade am Festtage der Erstkommunion dies zu hören: „Wir erfahren in der Eucharistie Gottes Gegenwart“. Meist wird dabei dann noch zitiert:“Wo zwei oder drei in meinem Namen beiander sind, da bin ich mitten unter ihnen“, in diversesten Variationen. Es geht also irgendwie um die Gegenwart Jesu, manchmal wird aber auch nur von der Präsenz Gottes gesprochen. Formelhaft und irgendwie dogmatisch gut klingend ist aber auch zu hören, daß Gott uns im Wort und im Sakrament begegne.

Nur, wer käme, wenn erstmal die Eucharistie als eine bestimmte Ausgestaltung der religiösen Praxis eines heiligen Essens verstanden wird, das Essen und Trinken als ein Begegnungsgeschehen? Wer würde nach einem Besuch in einer Restauration sagen, daß ihm da eine Currywurst mit Pommes Frites begegnet sei, wenn er die da verspeist hat? 2 verschiedene Arten des heiligen Essen werden in den Religionen praktiziert, a) daß mit den Göttern oder dem einen Gott zusammen etwas gegessen wird, und b) daß Heiliges, Göttliches selbst verzehrt wird. In beiden Fällen ist das Wesentliche die Vergemeinschaftung mit den Göttern oder mit Gott. Es geht eben nicht einfach um eine Präsenz sondern um eine gemeinschaftsstiftende Handlung.

Diese Vergemeinschaftung wirkt sich dann auch heilend, lebensstärkend für die Teilnehmer aus. Aber was bleibt davon übrig, wenn es nur noch um Jesu oder um Gottes Präsenz geht?

Ein drastisches Beispiel möge das so angezeigte Problem veranschaulichen. Einem Blinden begegnet Jesus. Jesus sagt zu ihm: „Ich bin bei Dir!“ und dann geht er fort. Der Blinde resümiert: „Jesus habe ich erfahren, er war bei mir...und das war es dann.“ Die Evangelien berichten uns stattdessen ein ganz anderes Geschehen: Den Blinden heilt Jesus und wenn er fortgeht ist der Blinde ein Sehender geworden. Jesus Christus beschränkt sich nicht darauf, da zu sein und dann wieder zu gehen und dem ihm Begegneten unverändert dann sich selbst wieder zu überlassen. Die empfangene Eucharistie verändert so auch den Empfangenden. Nur davon hört man am Festtage der Erstkommunion fast nie etwas.

Theologisch ist dann noch zu fragen, ob denn Jesu Christi Präsenz eine geglaubte oder eine erfahrene ist. Das Pathos, mit dem dann da von der Erfahrung gesprochen wird, erweckt zumindest den Eindruck, als wenn hier eine Erfahrung das Fundament für den Glauben an Jesu Realpräsenz legt.Unbestritten ereignen sich eucharistische Wunder, es sei an das zu Fatima erinnert, als die drei Kinder eine blutende Hostie sahen, aber im Regelfall wird doch „nur“ geglaubt, daß die empfangende Hostie der Leib und das Blut Christi ist und nicht wird dies schon erlebt und erfahren.

Ist so die Rede von der Erfahrung der Gegenwart Jesu nicht doch nur eine Phrase, die verdeckt, daß sie zu glauben ist, gerade weil sie noch nicht erfahren wird. Zur Probe: Wenn jemand in einem finsteren Raum neben mir steht, ich ihn aber ob der Dunkelheit nicht sehen kann, der aber zu mir spricht: „Neben Dir stehe ich!“, kann ich dann noch an seine Gegenwart glauben? Er hat mich doch direkt angesprochen, sodaß ich erkannt habe, daß er bei mir ist. Wenn Jesus sagt: „Das ist mein Leib, das ist mein Blut“, dann vertrauten die Apostel ihm, daß er die Wahrheit zu ihnen sagt und deshalb glaubten sie, daß sie nun seinen Leib und sein Blut am Gründonnerstag empfingen. Sie erlebten aber doch nicht, daß sie seinen Leib aßen und sein Blut tranken.

Will man hier erlebnispädagogisch motiviert mehr erleben lassen als im Empfang der hl.Kommunion real möglich ist? Präfiguriert dies dann nicht notwendigerweise die Enttäuschung, wenn die hl.Kommunion dann zum 2., zum x.mal empfangen keine solchen Erlebnisse evoziert? Ist es dann nicht nachvollziehbar, daß die Erstkommunikanten später dann einen Abend in einer Diskothek oder gar den ersten Kuß als erlebnisintensiver dem Empfang der hl. Kommunion vorziehen, wenn es hauptsächlich um das subjektive Erleben geht?

Im Hebräerbrief heißt glauben, auf das, was man nicht sieht, zu vertrauen. Stellt das Gerede vom Erleben und Erfahren in der Eucharistiefeier nicht den Versuch da, dieser Wahrheit aus dem Wege gehen zu wollen? Darüberhinaus wird dann, das, was von der Eucharistie zu glauben ist, rabiat verkürzt, der Reichtum dieses Sakramentes bleibt so völlig den Erstkommunikanten verborgen, daß die Eucharistie ein heiliges Opfer ist, Gott dargebracht, ihm zur Ehre, uns zum Heile, daß es uns eine Medizin zur Unsterblichkeit ist. Wie dürftig macht sich dagegen das Gerede von einer bloßen Gegenwart Jesu aus!

 

Montag, 16. Mai 2022

Ein neues Evangelium? Judas statt Jesus? Kath de auf wundersamen Irrwegen?




Enthusiasmiert berichtet Kath de über die Oberammergauerpassionsspiele des Jahres 2022. Die Spiele waren kirchenkritisch, sie überwanden alle judenfeindliche Elemente der Passion, indem Pontius Pilatus zu dem bösen Machtgierigen stilisiert wurde, der allein für die Hinrichtung verantwortlich sei. Innerjüdische Konflikte zwischen Reformern, um Jesus herum und conservativen Gegnern seien der Anlaß gewesen für Pilatus, so hart durchzugreifen. Dieser Konflikt zwischen Reformern und Conservativen prolongiere sich heutzutage in dem Konflikt um die Reformen in der Katholischen Kirche, das herauszustreichen mache die kirchenkritische Qualität dieser Inszenierung aus.

Daß aus Gründen der politischen Korrektheit willen Pontius Pilatus als Alleinschuldiger gegen die klare Aussagen der Evangelien diesbezüglich dargestellt wird, ist zu einer Selbstverständlichkeit in der nachkonziliaren Kirche geworden, man dürfe ja auf keinen Fall irgendwie judenkritisch sich äußern, wie es leider in den Evangelien geschieht. Daß nun die Jesus ablehnenden Hohenpriester und Schriftgelehrten die conservativen Kräfte in der Kirche präsentieren, die den Reformrabbi Jesus ablehnen, ist auch nicht gerade sehr originell für die Katholische Kirche ablehnenden Kreise, aber diese Passionsspiele bieten wahrhaft Revolutionäres:

Der von einem Muslim gespielte Judas Ischariot wird ganz neu gedeutet: Judas kritisiert Jesus, daß er sich nicht für die Befreiung des unterdrückten jüdischen Volkes von den Römern engagiere. Judas würde uns als ein politischer Apostel präsentiert, der nicht den Feinden die andere Backe hinhält, wenn er auf die andere geschlagen wurde. Judas gewönne so die Sympathien des Publikumes angesichts des Krieges in der Ukraine. Er stehe eben für die sich verteidigenden Ukrainer, die sich nicht unterdrücken lassen wollen, Jesus dagegen....für was steht er? Für ein unpolitisches Sich-Nicht- Engagieren -Wollen? Wenn man das konseuent zu Ende denkt, heißt das, daß Jesus eigentlich der Verräter an seinem nach Freiheit dürstenden Volke war und Judas der wirkliche Befreier, er wollte eben eintreten in den Kampf gegen die römische Unterdrückung.

Mirakulös scheint dann auch das Ende dieser Passionsinszenierung, in der zwar eine Frau verkündet, daß Jesus lebt,(das muß ja aus feministischer Sicht unterstrichen werden) aber der Kommentar betont dann, daß Jesus nicht mehr erscheint. „Glaubt an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet“, laute die Schlußbotschaft. Ein in einer Schale brennendes Feuer symbolisiert dann wohl dieses Licht. Daß mit diesem Licht wirklich Jesus Christus gemeint ist, darf bezweifelt werden, bleibt aber wohl extra polyinterpretabel.

Eines muß zu denken geben, wenn davon ausgegangen wird, daß hier Kath de angemessen über diese Inszenirung rapportiert, daß alles Christliche, Religiöse aus der Passion Christi eskamotiert worden ist: Ein Reformer scheiterte, aber die Hoffnung auf Reformen und auf eine Befreiung von Unterdrückung bleibt lebendig. Und dafür ist Judas (interessanterweise von einem Muslim gespielt) eigentlich ein besseres Symbol als der verglichen mit ihm blas wirkende Jesus. Ein politisch engagiertes Judaschristentum könnte doch so gesehen attraktiver sein als dieser unpolitische Jesus. 

Zusatz:

Wer Mel Gibsons Passionsfilm gesehen hat, hier sieht er, wie sehr die Passion Christi entchristlicht werden kann, daß in unserer Zeit Beides möglich ist, die Passion Christi äthetisch gediegen darzustellen oder sie  dem Zeitgeist gehorchend zu dekonstruieren und alles Christliche aus ihr zu streichen.

 

Sonntag, 15. Mai 2022

Der Islam und die Religionsfreiheit in Deutschland

Der Islam und die Religionsfreiheit in Deutschland


Spontan könnte geurteilt werden, daß es doch in einem Rechtsstaat jedem Bürger erlaubt sein müsse, seine eigene Religion privat und öffentlich zu leben. Das sei in unserem Staate auch grundgesetzlich verankert und die Katholische Kirche habe nun ja auch – endlich- dies Grundrecht der Religionsfreiheit im 2.Vaticanum anerkannt. Vordem habe die Kirche sich eben geirrt, aber jetzt ihren Irrtum korrigiert.(Daß in einem rein demokratisch verfaßten Staat ganz demokratisch Grundrechte wieder abgeschafft werden könnten, sei hier nur am Rande erwähnt: Der Staat als Rechtsstaat verhindert diese mögliche Praxis eines rein demokratischen Staates, daß eben 2 Wölfe und ein Lamm demokratisch entscheiden, was es am Sonntag zu essen geben wird: Lammbraten.)

Erdogan, der amtierende Präsident der Türkei sagte: „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen,bis wir am Ziel sind.Die Moscheen sind unsere Kasernen,die Minarette unsere Bajonette,die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

Diese Aussage kann nun sowohl innenpolitisch auf die Türkei bezogen verstanden werden als auch außenpolitisch auf alle Länder, in denen (türkische)Muslime ihr Recht auf die freie Religionsausübung wahrnehmen. Unter der Demokratie wird dann hier ein Staatswesen verstanden, daß seinen Bürgern dies Grundrecht der freien Religionsausübung gewährt. Mit dem auf den Zug Aufsteigen ist dann wohl gemeint, daß dies Grundrecht so lange in Anspruch genommen werden soll, bis der Zug das Ziel erreicht hat, daß der Islam die Macht in einem demokratischen Staat errungen hat, um dann dies Grundrecht der freien Religionsausübung abzuschaffen. Eine Zwischenstufe ist dabei die, daß der Kirche jede missionarische Tätigkeit vom Staate verboten wird und daß die christliche Religion nur noch privatissimo gelebt werden dürfe.

Die Errichtung der Moscheen dient so also nach dem türkischen Präsidenten dem Ziel der Islamisierung der noch nicht islamischen Staaten. Das in den Demokratien gewährte Grundrecht der freien Religionsausübung soll also dazu instrumentalisiert werden, die Demokratie abzuschaffen, um einen islamischen Staat zu errichten.Es ist wohl keine haltlose Phantasterei, wenn man in den Staatspräsidenten Erdogan nicht einfach einen machtgierigen Politiker sieht, sondern einen gläubigen muslimischen Politiker, der ein großes Ziel vor Augen hat, eine Neuauflage des untergegangenen „Osmanischen Reiches“. Wie einst Mussolinie davon träumte, die Italiener in Römer zurückzuverwandeln und ein neues Römisches Reich zu erschaffen, so träumt ein Erdogan von der Renaissance des „Osmanischen Reiches“. Geschichtsphilosophische Deterministen werden darauf einwenden, daß nichts einmal Untergegangenes revitalisiert werden könne, so wie ein Mensch, alt geworden, nicht mehr zu einem neuen Jüngling werden könne, aber ist es denn wahr, daß es in der Geschichte eine irreversible Weiterentwickelung, einen Fortschritt gibt, der jeden Versuch, etwas Altes zu revitalisieren, verunmöglicht? Vielleicht mußte Mussolinies Versuch einer Neukonstituierung des Römischen Reiches nicht notwendig scheitern, der Versuch scheiterte dann einfach kontingent.

Auch das ergeizige Projekt einer Neuauflage eines „Osmanischen Staates“ nicht so nicht notwendigerweise zu einem Scheitern verurteilt. Es gibt auch keinen zwingenden Grund, ein solches türkische wie auch das italienische Projekt Mussolinies a priori moralisch zu verdammen, es gibt aber gute politische Gründe dafür, daß wir Deutschen nicht als Teilgebiet eines „Osmanischen Reiches“ leben möchten. So ist dies Vorhaben einer Restitution diese Reiches für uns ein politischer Feind, das heißt aber nicht, daß er auch notwendigerweise moralisch unser Feind ist. (Vgl zu dieser Differenz: Carl Schmitt)

So geht es eben aus der Sicht des türkischen Islam bei der Errichtung von Moscheen nicht einfach um eine Förderung des religiösen Lebens sondern darum, eben auch Deutschland zu islamisieren und einem neuem islamisch-türkischen Reich einzugliedern. In dem wird es dann aber keine Religionsfreiheit mehr für Christen geben.Wer jetzt also im Namen der Religionsfreiheit die Inbetriebnahme der Moscheen fordet, schafft die Voraussetzungen dafür, daß es wohl übermorgen hier keine Religiinsfreiheit mehr geben wird.

 

Samstag, 14. Mai 2022

Eine Erwägung zu den Möglichkeiten der Deeskalation politischer Konflikte durch die Kirche

Eine Erwägung zu den Möglichkeiten der Deeskalation politischer Konflikte durch die Kirche


Es soll hier auf eine Defonition des politischen Konfliktes verzichtet werden, so hilfreich eine solche auch wäre ob der Schwierigkeit einer Definition diese Phänomens. Unter einem Phänom soll hier etwas verstanden werden , das im öffentlichen Diskurs präsent ist, jeder eine Vorstellung von dem damit Bezeichnetem hat aber das damit der Bezeichnete nicht als Begriffenes oder Definiertes präsent ist.


Wenn ein politischer Konflikt ein Widerstreit zwischen verschiedenen Parteien ist, dann werden solche Konflikte dramatisiert, indem sie zu einem Kampf des Guten gegen das Böse hochstilisiert werden. Die Nur-Guten kämpfen dann wider die Nur-Bösen. Der Böse verfolgt dabei nur böse Absichten, versucht sie mit rein bösen Mitteln zu realisieren wohingegen die Guten eben nur gutwiilig sind. Die Bösen darf man erst gar nicht verstehen wollen, weil jedes Verstehen schon den rein bösen Charakter des Feindes relativieren könnte. Das Böse an sich ist das rein Irrationle, nur das Gute ist dagegen verstehba. Im Hintergrund einer solchen Mythologisierung politischer Konflikte steht ein religiöser Dualismus absoluter oder relativer Art. In monotheistischen Religionen kann der Widerpart zu Gott selbst nur eine letztendlich Gott subordinierte Größe sein, der es Gott aber erlaubt, eine zeitlang als das rein Böse , als Teufel zu wirken, wohingegen dualistische Religionen zwei Götter kennen, den einen guten und den anderen bösen, die dann im ewigen Kampf gegeneinander stehen.

Im politisch säkularisierten Diskurs der Moderne verschwindet nun der gute Gott und der Teufel nicht einfach, die Säkularisation nichtete nicht einfach die christliche Religion, die einst auch den politischen Diskurs normierte, sondern dieser Antagonismus belebt weiter den politischen Diskurs: Jetzt ersetzt der politische Feind den Teufel und die ihn Bekämpfenden bezeichnen sich selbst dabei als die Guten. Aus politischen Differenzen zwischen relativ Guten und relativ Schlechterem werden so absolute Gegensätze, daß hier das Gute gegen das Böse kämpft. Seit dem Ende des Nationalsozialismus ist nun „Hitler“ avanciert zu dem Symbol des rein Bösen, er ist der Teufel der Moderne geworden, sodaß nun gern die gegnerische Konfliktpartei als gleich oder ähnlich Hitler seiend verteufelt wird. Aus politischen Konflikten werden so geradezu metaphysische, in denen nun das rein Gute gegen den Teufel kämpft. So aufgeladen kann es keine politischen Lösungen für solche Konflikte mehr geben, es kann nur noch die endgültige Besiegung des Feindes auf der Tagesordnung stehen.

Damit wieder politische Lösungen für so aufgeschaukelte Konflikte möglich werden, müßten diese Konflikte entdramatisiert werden: Hier kämpft nicht das Gute gegen das Böse, sondern Menschen gegeneinander, die alle weder die rein Guten noch die rein Bösen sind. Denn nur Gott ist der rein Gute und nur der Teufel ist der rein Böse. Es gilt also, politische Konflikte wieder als rein menschliche zu begreifen um die wechselseitigen Verteufelungen als ideologische Verzeichnungen aufzuklären.

Die Kirche hätte so nicht in erster Linie Partei zu ergreifen, auch nicht für die, die als die gute in dem politischen Diskurs erscheint, sondern alle Konfliktparteien als rein menschliche wahrzunehmen. Dann können relative Unterschiede zwischen den Parteien benannt werden. Die Depotenzierung zu relativen Differenzen wäre so der erste Schritt für die Möglichkeit einer politischen Lösung solcher Konflikte. Das einzig reale Drama ist nämlich der Widerstreit zwischen Gott und dem Satan, die menschlichen können an diesen partizipieren, bleiben aber doch menschliche.

Aber der politische Diskurs verlangt wohl immer danach, den politischen Feind zu daimonisieren, in ihm den Satan zu sehen. Damit entpolitisiert er sich aber selbst und tritt als Religionssurrogat auf: Wenn erst der „Feind“ vernichtet ist, dann wird es allen nur noch gut gehen. Der Glaube an den politischen Feind, den es nur noch zu vernichten, zu besiegen gilt, hat die Kirche die Erkenntnis des einzig wahren Feindes entgegenzustellen; das ist die wahre christliche Aufklärung. 

 

Collorarium

Der Staat ist eine von Gott gesetzte Institution zur Eindämmung der Neigung des postlapsarischen Menschen zum Sündigen. So sehr nun diese Institution auch pervertiert werden kann, so bleibt sie -metaphysisch betrachtet- immer auch eine von Gott gewollte Ordnung, die so auch immer im Dienste dieser Eindämmung steht. Ein Pontius Pilatus ließ den Sohn Gottes kreuzigen, kann es ein größeres Unrecht geben?, und doch diente er so der Gerechtigkeit Gottes. Das klingt wohl inakzeptabel angesichts der staatlichen Untaten der letzten Jahrhunderte, aber trotzdem kann auf diese theologische Erkenntnis nicht verzichtet werden. 

 

Freitag, 13. Mai 2022

Der "Synodale Irrweg" marschiert weiter - weg von Rom hin zur Autonomie: Was nun?

Der „Synodale Irrweg“ marschiert weiter -weg von Rom hin zur Autonomie: Was nun?


Gebiert der „Synodale Irrweg“ nun eine neue autonome „Katholische Kirche“ Deutschlands? Jegliche Kritik ignorierend wird hier weitermarschiert, die Verbindungsbrücken zu Rom, zur verbindlichen Lehre der Kirche abgebrochen, es wird eben eine neue Kirche kreiert. Aber wenn die Flut der Herzensergießungen dieser Pseudosynode in Aktenordnern archiviert sind und die Resultate dieses Entkernungs- und Sanierungskonzeptes feierlich proklamiert worden sind, was bleibt dann von diesem Reformgetöse?

Das Wichtigste zuerst: Es werden weiterhin in Deutschland gültige Messen gelesen und die sonstigen Sakramente gültig gespendet werden. Das würde sich erst ändern, wenn Frauen zu Priestern geweiht würden. Da diese die Weihe nicht gültig empfangen können, wären alle Amtshandlungen, zu deren Gültigkeit die Priesterweihe vonnöten ist, ungültig. Konkret: In der Eucharistiefeier empfinge auch der Gläubige nur Brot und Wein und die Lossprechung im Beichtstuhl wäre ungültig. Wir erlitten hier simulierte Messen, auch ein geistlicher Empfang wäre nicht möglich, da das Brot nicht in den Leib Christi verwandelt werden würde.

Traurig aber wahr: So wie jetzt schon die allermeisten Katholiken wohl sich bemühen, bürgerlich anständig zu leben, die besondere kirchliche Morallehre aber als für sich unverbindlich ansehen, so bliebe es,selbst wenn nun der „Irrweg“ eine „deutsch-kirchliche-Morallehre“ hervorbrächte, ganz dem Zeitgeiste eingepaßt.

Die deutsche Universitätstheologie würde auch fernerhin ihren Kampf gegen Rom prolongieren und jeder dabei seine Privatideen als das neue Evangelium verkünden.


Würde sich überhaupt etwas ändern, wenn der „Synodale Irrweg“ Erfolg hätte? Homosexuelle Paare würden kirchlich gesegnet werden und in Bälde wohl auch den Homosehesegen erhalten. Da Gott aber nicht segnen wird, was ER nicht segnen will, werden wir nur Segnungssimulationen erleiden müssen und Homopaaren wird vorgetäuscht, daß sie wirklich Gottes Segen erhalten hätten. Das kirchliche Gremienwesen wird, auch wenn die Kirchen immer leerer werden, aufblühen, weil die nun nicht nur beratend sondern entscheiden werden: Der Pfarrer wird zum Angestellten eines Gemeindeverbandes, der von einer gewählten Vorstandsschaft geleitet wird. Die Gremiensitzungen werden so wohl häufiger und intensiver werden, aber ändern wird sich dadurch nicht viel, denn der Lieblingsbeschluß aller Gremien lautet nun mal: Wir machen alles wie immer!

Aber es wird sich doch etwas ändern: Alle Mitarbeiter der Kirche, isb die Hauptamtlichen werden ihr Sexleben frei von allen Moralvorstellungen der Kirche gestalten können, ohne deswegen mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Um das zu erreichen, inszenierte die Katholische Kirche dies Mammutunternehmen, na ja für die wichtigste Sache der Welt: für den Sex für Alle.

Die Verweltlichung der Kirche wird sich so nur beschleunigen, ein Prozeß, der auch ohne diese Pseudosynode sich beschleunigt hätte, da es kaum noch einen Willen zum Erhalt, gar zur Verlebendigung des Katholischen Glaubens in der Kirche mehr gibt. Das Entscheidende dabei ist, daß selbst die Mehrheit der Bischöfe die Zukunft der Kirche in ihrer konsequenten Entkatholisierung sehen. Aber es könnte sein, daß der Kern der Katholischen Kirche sich auch in Deutschland erhalten wird und dafür wird der Herr der Kirche sorgen, daß ferner gültig die hl. Messe gelesen wird. Nur, viel darüberhinaus wird wohl nicht bleiben in dieser absterbenden Kirche, die ihren Niedergang jetzt feiert.

Den Kern dieses Niederganges ist die Abkehr von der theonom bestimmten Kirche zur autonomen, daß nun wie in jedem beliebigen Verein, die Mitglieder selbst ganz demokratisch entscheiden, was und wofür und für wen die Kirche wie sein soll. Die Kirche des Herrn Jesu Christi wird zu einem bloßen Menschenwerk reduziert, das nun nach Belieben gestaltbar ist.

 

Donnerstag, 12. Mai 2022

Der Christ und die Gewalt oder der gewaltfreie Gott? Lehrt der Kriege um die Ukraine uns Neues?

Der Christ und die Gewalt oder der gewaltfreie Gott?


Das Narrativ von dem Gott, der nur die Liebe sei und so von uns Christen, aber genaugenommen von allen Menschen guten Willens die Absage an Gewalt erwarte, dem wir die Fehlübersetzung, selig seien die,die keine Gewalt anwenden in der Bergpredigt verdanken,ist ganz plötzlich aus dem kirchlichen Diskurs verschwunden, seit dem die Kirche und die Theologie den Natokriegskurs in der Ukrainekrise sich ganz zu eigen machten.


Ein kleiner Rückblick auf dies verstorbene Narrativ sei deshalb gestattet. Wie einst Luther die Aussage: „Aus Glauben werden wir gerechtfertigt“ transformierte in die, daß wir allein aus Glauben gerechtfertigt würden, obzwar der Jakobusbrief genau dies allein schon als Mißverständnis der paulinischen Theologie schon verwarf, so transformierte dies Narrativ die Aussage, Gott sei die Liebe in die, daß er nur die Liebe sei. Diese Liebe schlösse nun jede Gewalt von Gott ausgehend aus.

8 Menschen überlebten in der Arche Noah das Strafgericht Gottes über die Menschheit in der Gestalt der Sintflut. Hätten damals nur 8000 Menschen gelebt, wären das 0,1 Prozent der Menschheit gewesen. Wenn Gott nur die Liebe wäre, wie könnte dies gigantische Strafgericht mit einem Gott der Liebe vereinbar sein?Im ersten Buch der Bibel wie im letzten, dort lesen wir (Apokalypse 9,18), daß Gott ein Drittel der Menscheit durch Racheengel töten lassen wird, steht so mit der These, Gott sei nur die Liebe Unvereinbares. Gott tötet als Gerechter Sünder. Hier ist von einer göttlichen Gewaltfreiheit nichts zu bemerken und all das zwischen dem ersten und dem letzten Buch der Bibel Geschriebene weiß auch nichts von einem pazifistischen Gott.

Wo Gott liebe, da kann keine Gewalt von Gott ausgehen, das klingt dann aber doch wenigstens plausibel. Aber warum lesen wir dann in der Apostelgeschichte 13,19, daß Gott sieben Völker im Lande Kanaan vernichtet hat, um dann seinem Volke dies Land zu geben? Vertilgte Gott hier nicht aus seiner Liebe zu seinem Volke diese sieben anderen Völker? Tötet ein Ehemann den, der seine Frau gerade ermorden will, so tötet hier dieser Mann aus Liebe. Nein, gerade wo nicht die Gleichgültigkeit sondern die Liebe das bestimmende Handlungsmotiv ist, kann und wird gewaltsam getötet.

Damit stehen wir nun aber schon mitten in der Problematik der Frage: Der Christ und die Gewalt. Offensichtlich kann das Gebot der Nächstenliebe wie das zur Selbstliebe dazu führen, daß ein Christ zu einer Gewaltanwendung sich geradezu verpflichtet weiß. Pointiert gesagt: Wenn ein Christ sieht, wie ein Mann eine Frau vergewaltigt und er, obschon es ihm möglich wäre, durch Gewalt den Vergewaltiger an dieser Untat zu hindern, dies unterließe, weil er als Christ keine Gewalt anwenden möchte, weil das der christlichen Liebe widerspräche, der sündigt – das kann nicht bezweifelt werden. Das Gebot der Nächstenliebe läßt in diesem Falle einen Verzicht auf jegliche Gewaltanwendung nicht zu, sofern gewaltfrei der Täter nicht von seiner Untat abbringbar ist.

Das Gebot der Selbstliebe erlaubt es, verpflichtet in diesem Falle sogar die Frau, wenn es ihr möglich ist, sich mit Gewalt der versuchten Vergewaltigung zu entziehen. Oder könnte wirklich ernsthaft moraltheologisch vertreten werden, daß sie ihre Vergewaltigung hinzunehmen hätte, wenn sie die Möglichkeit hätte, durch Messerstiche den Täter an der Vergewaltigung zu hindern?

Daß durch eine Selbstverpflichtung zur Gewaltfreiheit der Christen die Welt humaner und weniger brutal werden würde, ist eben ein durch nichts gerechtfertigter Optimismus, ja dieser Glaube ist ob seines illusionären Charakters für das Leben auf Erden sogar gmeingefährlich. Die Bösen würden nämlich, träte niemand ihnen gewaltsam entgegen, immer böser und so es immer schlimmer treiben werden. Gott selbst hält durch die staatliche Gewalt, die Schwertgewalt das Böse in Zaun, auch deshalb gab Gott dem Staate so das Recht zur Gewaltausübung, in den extremsten Gestalten des Rechtes zum Kriegführen und des Rechtes, die Todesstrafe auszuüben.

So befremdlich es klingt: Nicht nur Gott sondern auch der Christ kann Gewalt ausüben aus Liebe oder um der Gerechtigkeit willen.Der Pazifismus ist eben keine mit dem christlichen Glauben kompatible Gesinnung. Das ist eben eine bittere Wahrheit für jeden Enthusiasten der glaubt, daß allein durch eine friedliche Gesinnung der Frieden in der Welt erwirkbar sei.

So gesehen stirbt jetzt im innerkirchlichen Diskurs ein Narrativ, das nie in der Kirche hineinpaßte und dort vertreten werden konnte. Aber es muß nun auch erlaubt sein, kritisch zu anzufragen, ob jetzt nicht ein Taumeln von dem einen Extrem des Pazifismus, wenn nur alle friedlich gesonnen sind, dann gäbe es Frieden ohne Unterlaß in das andere, in das andere Extrem, dem eines vorbehaltlosen Militarismus sich ereignet. Plötzlich gilt es als geradezu unmoralisch, eine der Konfliktparteien verstehen zu wollen, Kompromisse zu suchen, die beiden Konfliktparteien gerecht werden. Plötzlich kennt man nur noch: Frieden schaffen durch den militärischen Sieg über den Feind! Daß jetzt die großen Mengen an die Ukrainie ausgelieferten Waffen diese ermutigt,den Krieg weiterzuführen bis zum militärischen Sieg, statt einen Kompromisfrieden zu suchen, ist kaum noch übersehbar.

So bestärkten die englische Beistandsgarantie für Polen ja auch 1939 Polen in dem zwischen Deutschland und Polen eskalierenden Konflikt keine Kompromisse Deutschland gegebüber einzugehen bezüglich des Status von Danzig und einer sicheren Verbindung Deutschlands zu dieser Stadt. Wo keine Kompromisse mehr gesucht werden, da kommt es dann zu Kriegen. Das gilt so auch für den Ukrainekonflikt, wozu Papst Franziskus sachkundig anmerkte, daß an diesem Kriege die Nato eine beachtliche Mitschuld trage. Hier kann es nur einen Frieden geben, wenn für die russische Minderheit auf dem Staatsgebiete der Ukraine eine Lösung gefunden wird, am sinnvollsten wohl das Recht zur Separation und der Gründung eigenständiger russischer Republiken und wenn die legitimen Sicherheitsinteressen Rußlands gegen den Ostexpansionskurs der Nato eine Berücksichtigung finden, etwa in einer Verpflichtung zur Neutralität der Ukraine.

Aber stattdessen setzt man in Deutschland in der Politik wie in der Kirche völlig einseitig auf rein militärische Lösungen. So taumelt man in der Kirche von dem einen Extrem in das andere.