Samstag, 3. Dezember 2022

„Teufel ade“ oder wenn die Kirche ihren Feind nicht mehr kennt!

„Teufel ade“ oder wenn die Kirche ihren Feind nicht mehr kennt! „Teufel ade“, so titelte Kath net am 3.12.2022. Worum geht es: „Chur (kath.net) Aus den Medien erfahren wir: Bischof Joseph Maria Bonnemain verzichtet auf Exorzisten, dafür gebe es normale Lösungen. In ein Interview meinte der Bischof: Wer mit schwierigen sozialen, beruflichen oder gesundheitlichen Situationen konfrontiert sei, könne sich behandeln lassen. Dafür gibt es normale Lösungen: medizinische, psychologische, psychotherapeutische. Der Bischof von Chur, der im Erstberuf Arzt war, ist überzeugt: Man braucht keine geheimen Ursachen finden zu wollen.“ Wer sich über den Stand der Selbstsäkularisierung der Kirche informieren will, findet hier einen Beleg für die Lust an der Selbstnegation. Als Jesus noch Besessene heilte, da tat er das also nur, weil es zu seiner Zeit noch keine fachkundigen Berater gab, keine Mediziner,keine Psychologen und keine Psychotherpeuten. Daß der Sohn Gottes dabei den Eindruck erweckte, wirklich Daimonen auszutreiben, statt einfach zwar wundersam aber doch rein medizinisch zu therapieren, ist dann wohl ein Zugeständnis Gottes an den damaligen Aberglauben. Und Jesu Versuchung durch den Teufel? Historisch kritisch Verschulte erklären diese Versuchung einfach zu einer Legende der überhaupt sich durch ihre kreative Phantasie auszeichnenden Urgemeinden; so soll Jesus ja kein einziges Wunder wirklich vollbracht haben,sie seien alle nachösterlich erdichtet worden. Ergo: Es gibt keinen Teufel, keine Daimonen, kein Reich der Finsternis, das gegen Gott, seine Kirche und die Menschen kämpft, sondern nur Probleme, die rein weltimmanent erklärbar und so auch lösbar sind. Der medizinische Fortschritt schaffte eben den Satan und seine Daimonen (alles gefallene Engel, die trotz ihres Sturzes ihre übernatürliche Kraft nicht verloren und nun damit dem Bösen dienen, wie sie vordem Diener Gottes waren) ab und läßt uns nun in einer Welt ohne die Mächte des Bösen leben. So viel Aufklärungsgläubigkeit bei einem Opus Dei Mitglied erstaunt. Würde dieser Bischof konsequent zu Ende denken,käme er zu dem Schluß, daß, wenn alles Negative in der Welt rein weltimmanent erklärbar sei, das auch für alles Gute gelte. Wenn nun dieser Bischof gefragt würde, wie gewiß es denn sei, daß es keine Besessenen mehr gäbe und wohl somit auch keinen Teufel und seine Daimonen, müßte er einräumen, daß deren Existenz nicht ausschließbar sei. Es könnte diese Feinde geben, vielleicht aber auch nicht. Wie sollte da nun ein verantwortungsbewußter Hirte handeln? Reduzieren wir das Problem auf 2 Möglichkeiten: Es gibt diese Feinde oder es gibt sie nicht. Es gibt sie nicht und er stellt keinen Exorzisten ein. Es gibt sie und er stellt keine Exorzisten ein. Es gibt sie nicht und er stellt einen Exorzisten ein. Es gibt sie nicht und er stellt einen Exorzisten ein. Wenn kein Exorzist eingestellt wird und es die Feinde nicht gibt, entsteht kein Problem.Wenn kein Exorzist eingestellt wird und es gibt die Feinde, entsteht ein Problem. Wenn ein Exorzist eingestellt wird und es gibt die Feinde, entsteht auch kein Problem. Wenn ein Exorzist eingestellt wird und es gibt die Feinde nicht, entsteht auch ein Problem. 2 mögliche Probleme kann es so geben: Entweder, daß umsonst ein Exorzist eingestellt wurde, er wäre überflüssig oder daß kein Exorzist eingestellt wird, und der Feind dann ohne eine Abwehr agieren könnte. Offenkundig ist der Schaden bei einer unnötigen Einstellung eines Exorzisten sehr viel kleiner als der, wenn keiner eingestellt wird und der Feind dann frei wirken kann. Baudelaire schrieb einmal, daß seit man nicht mehr an den Teufel glaube, dieser nun viel effektiver wirken könne. Wer glaubt, keine Feinde zu haben, lebt eben sehr gefährlich. Ergo: Es ist unverantwortlich, wenn ein Bischof auf die Einstellung von Exorzisten verzichtet in dem naiven Glauben, es existierten die feindlichen Mächte nicht oder wirkten nicht mehr! Zusatz: Es ist doch erstaunlich, daß Aufklärungsgläubige in der Kirche meinen, dem modernen Menschen sei jede Rede vom Teufel und seinen Daimonen unzumutbar, während zur gleichen Zeit Romanserien wohl nicht nur in Deutschland erfolgreich produziert werden, die ganz erfüllt sind von solchen Mächten der Finsternis; es sei hier nur an die erfolgreichsten erinnert: „John Sinclair“ und „Professor Zamorra“. Auch die neuaufgelegte Serie: "Gespenster-Krimi" ist sehr lesenswert. Es könnte hier der Kirche wie mit den „Engeln“ ergehen: In der Verkündigung hat man sie zum Verschwinden gebracht, aber auf den Gräbern unserer Friedhöfe tummeln sich ganze Legionen von ihnen – man glaubt doch an sie! Eine Umfrage in den USA ergab gar, daß 77 Prozent an Engel glauben und 4 von 10, die nie zu Gottesdiensten glauben auch an Engel. Wie viele mögen dann wohl an daimonische Mächte glauben! Dem Modernismus ist dagegen sowohl der Glaube an Engel wie an Daimonen etwas Widervernünftiges, aber wenn nun die Realität widervernünftig ist?

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