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Sonntag, 10. Dezember 2023

Auch in der Kirche werden Eigentore geschossen oder was tun, damit noch weniger zur hl. Messe kommen?

Auch in der Kirche werden Eigentore geschossen oder was tun, damit noch weniger zur hl. Messe kommen?


Um der Predigthörerschaft zu veranschaulichen was trösten bedeutet, kam der Prediger auf die Idee, diese jüdische Geschichte vorzutragen: Am Sabbat wartete die Gemeinde auf ihren Rabbiner. Der kam und kam nicht. Und als er immer noch nicht kam, stand eine Frau auf und erklärte, daß sie nun ganz geschwind nach Hause laufen werde, um zu schauen, wie es ihrem kleinen Kinde ginge, das sie Daheim gelassen hatte. Zu Haus sah sie nun ihr Kind auf dem Schoße des Rabbiners sitzend. Der Rabbiner erklärte: „Als ich auf dem Wege zum Gottesdienst war, hörte ich hier ein Kind weinen. Da ging ich hinein, um es zu trösten.“

Wahrlich eine anrührend schöne Geschichte, nur die Botschaft von ihr lautet nun mal: Wenn schon der Rabbiner, statt den Gottesdienst zu halten, es als besser erachtet, ein Werk der Nächstenliebe zu vollziehen, dann gilt das umso mehr für die Gläubigen, die (noch) zum Gottesdienst gehen. Statt zur Messe zu gehen, praktiziere man besser die Nächstenliebe. Und da man sich selbst der erste Nächste ist, kann die praktizierte Nächstenliebe dann auch in einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück bestehen, statt eine Sonntagsmesse aufzusuchen.

Jeder, fast jeder kennt die Geschichte von Jesus und Maria und Martha. (Lk 10,38-42) Schon die Vulgata übersetzt, statt, daß Maria den „guten Teil“ erwählt hat, daß sie den „optimam parte“ = den besten Theil“ erwählt hat.Die Einheitsübersetzung bietet dann, dieser Tendenz folgend :“ hat das Bessere gewählt“.Maria, zu Füßen Jesu sitzend hört auf den göttlichen Lehrer, Martha sorgt für die Bedürfnisse Jesu und beschwert sich über Maria, daß sie ihr die ganzen Dienst überläßt. Jesus widerspricht dieser Beschwerde: Nein, Maria tut das Richtige. Damit spricht sich Jesus Christus für den Vorrang des kontemplativen Lebens dem aktiven gegenüber aus. Das ist unerträglich!

Die Übersetzung mit dem „besten Theil“ oder dem „das Bessere“ relativiert den Gegensatz vom kontemplativen und dem aktiven Leben: Auch das aktive sei gut, nur nicht ganz so gut wie das kontemplative. Schon viele Predigten habe ich über dies Evangelium gehört, aber keine, in der Prediger nicht darlegte, daß Martha das Richtigere und Bessere dann doch getan hätte.Das simpelste Verfahren ist dabei, daß Maria als eine Anfängerin im Glauben noch der Belehrung bedurfte, dagegen Marta als die Fortgeschrittenere schon die Täterin des Wortes sei. So ist für den Anfänger das Hören das bessere Teil, für den im Glauben Fortgeschritteneren das Tuen.

Zum Gottesdienst bräuchten so nur die Anfänger des Glaubens, damit sie wie Maria belehrt werden, dagegen praktizieren die Fortgeschrittenen ihren Glauben in ihren Werken der Nächstenliebe und das heißt erstmal: Zu hl.Messe gehen die nicht mehr!

Seit der Liturgiereform ist dies pädagogische Verständnis des Gottesdienstes mit seiner Zentrierung auf die Predigt auch in der Katholischen Kirche heimisch geworden mit dem Erfolg, daß die „Fortgeschrittenen“, die meinen, genug über den Glauben zu wissen, nicht mehr zum Unterrichtsgott erscheinen, sie sind ja schon die Täter des Wortes, die nicht mehr zu hören bräuchten.Und das ist für sie dann der „bessere Teil“, denn nur einem Anfänger ist noch das Hören und Belehrtwerden das Bessere.

Ach ja: Wenn dann immer weniger sich belehren lassen wollen, muß der Gottesdienst eben unterhaltsamer belehrend gestaltet werden und wird somit immer unheiliger. Die Unterhaltungspädagogik ruiniert dann endgültig die göttliche Liturgie. 

Ein Beispiel für den Primat des aktiven Lebens aus dem Bereich des Ordenslebens (Kath de am 10,12.2013):

"Frankfurt ‐ Sie trägt keinen Habit, nur ein Holzkreuz um den Hals. Die Steyler Missionarin Bettina Rupp sprüht vor Ideen. In Frankfurt Sankt Aposteln hat sie gemeinsam mit Mitschwestern und Gemeindemitgliedern eine Pommesbude eröffnet. Und das nicht nur, weil sie selbst gerne Pommes isst." Aus feministischer Sicht wäre aber eine Autoreperaturwerkstatt der bessere Theil gewesen!  

Corollarium 

Die Geringschätzung des kontemplativen Lebens ist sicher einer der Hauptgründe des Niedergangrd des Ordenslebens, des einstigen Herzens der Katholischen Kirche.

 

Donnerstag, 8. Juli 2021

"Wir geben den Bischöfen ihre Autorität in dieser Sache zurück, aber sicher nicht den konservativen!"

 

(zum innerkirchlichen Kampf gegen alles "Rechte")

So wird auf Kath de am 7.7.2021 Erzbischof Roche zitiert. Es geht um den „Fehltritt“ Papst Benedikts, als er durch das „Summorum Pontificum“ die „Alte Messe“, die Weise, wie die Kirche über 400 Jahre lang die hl. Messe zelebrierte aus der Schmuddelecke wieder herauszuholen wollte, in die sie die Liturgiereform verarchivatisiert hatte zu einem bloßen Museumsstück, das nur noch Abscheu hervorrief.

Jetzt verdichten sich ja die Gerüchte, daß Papst Franziskus zum großen Schlag gegen die „tridentinische Messe“ ausholen will. Gerüchteweise soll den Papst dazu insbesondere das Entsetzen über gerade junge Priester bewogen haben, die gern oder gar mit Vorliebe diese zelebrierten. Hierbei soll ein Dezentralisierungskonzept angesetzt werden, daß es in das Belieben der Bischöfe gelegt wird, ob sie die „Alte Messe“ weiterhin erlauben oder verbieten wollen. Nun gibt es aber leider auch noch „conservative“ Bischöfe, die dann großzügig die Zelebration der „Alten Messe“ erlauben könnten. Das will nun aber dieser Erzbischof unterbunden sehen.Nur linksliberalen Bischöfen darf so das Recht zugeschrieben werden, über eine Erlaubnis der Zelebration der „Alten Messe“ zu entscheiden- und die werden dann, so die nicht unberechtigte Hoffnung dieses Erzbischfofes diese Messe verbieten. Hieran wird wieder einmal deutlich, daß das 2.Vaticanum und die nachkonziliare Kirche mit der Idee der Liberalität, wenn darunter verstanden würde, daß abweichende Meinungen zu tolerieren seien, nichts gemein haben.

Am beunruhigstens aber für die Feinde der „Alten Messe“ sind diese Untersuchungsergebnisse: „Ein Ergebnis: Bei den Besuchern der außerordentlichen Form seien jüngere Menschen, Familien und Männer im Vergleich zu Messen in der ordentlichen Form überrepräsentiert.“ Junge Menschen, Familien und Männer gehen also überdurchschnittlich häufig zur „Alten Messe“- darum muß sie bekämpft werden. Es scheint so, daß eine menschenleere Kirche das Ziel sei. Wie viele Bischöfe sehen gerade heute liebe junge Menschen auf Klimaschutzdemonstrationen als in der Kirchbank einen Rosenkranz betend!

Kath de titelt so am 7.7.2021: „Traditionalisten in Sorge: Kommt das Aus für die Alte Messe?“ Ein großer Traum der Modernisten scheint so nun in Erfüllung zu gehen, faktisch die Zeit der Katholischen Kirche vom „Trienter Konzil“, das sich weigerte, Luthers Irrlehren zu übernehmen, bis zum 2. Vaticanum als einen einzigen Irrweg zu verurteilen, der sich am signifikanntesten in der „Tridentinischen Messe“ manifestierte. Die „Neue Messe“ wird ja so von den Modernisten als erster großer Schritt zur Verprotestantisierung der Kirche gefeiert, daß sie aufhören soll, katholisch zu sein. Peinlich nur, daß diese veraltete Liturgie gerade bei jüngeren Menschen und auch bei Männern gut ankommt- aber das ist für das liberale Reformlager nur ein weiterer Grund, sie zu bekämpfen, denn zu ihr kommen die falschen Katholiken, die Frommen, die man gern los wäre. Denn der wahre Christ ist einer ohne liturgisch-gottesdienstliches Leben, einer eben, der sich auf die zu praktizierende Solidarität kapriziert und der keine andere Frömmigkeit akzeptiert als die diakonisch linkspolitische ausgerichtete.



 

Samstag, 19. Dezember 2020

Vollkommener Irrsinn: Ein Pfarrer will keine Messen mehr lesen!


Kath net am 18.12.2020:Der Aachener Pfarrer Achim Köhler[...]  verwehrt ab sofort seiner Pfarrgemeinde in Mönchengladbach die Hl. Messen bis mindestens 11. Januar. Dies teilte gestern ein Mitglied des Pfarrgemeinderates auf sozialen Netzwerken mit. Das Mitglied begründet dies ernsthaft, dass man "aus Solidarität mit allen von Corona betroffenen Menschen" alle Messen und Gottesdienste bis 11. Januar absagen werde.“

Ob dieser Pfarrer in seinem Theologiestudium nicht gelernt hat, daß die hl.Messe zuerst zur Ehre Gottes zelebriert wird, und daß so, auch wenn er sie allein feiern würde, so dieser Primärzweck der Messe erfüllt würde, daß das Meßopfer Gott zur Ehre, den Menschen zum Heile dargebracht wird, daß so jetzt, wo so viele an der Coronaseuche sterben, er seinen Bischof darum bitten sollte, täglich mehr als eine Messe lesen zu dürfen, um sie für die Opfer dieser Seuche zu applizieren, denn das ist jetzt die vornehmste Aufgabe der Kirche, für die Verstorbenen Meßopfer darzubringen und Gott zu bitten, uns vor dieser Seuche zu schützen!

Wenn solidarisches Handeln ein Handeln zum Nutzen anderer ist, dann ist jetzt die Einstellung des Messefeierns ein völlig unsolidarisches Handeln, denn das bedeutet den Verzicht darauf, Gott durch das dargebrachte Meßopfer zum Schutz vor diesen Virus zu bitten. Es wird zudem darauf verzichtet, Messen zugunsten der Coronaopfer zu applizieren.

Einfach gesagt: Dieser Pfarrer gleicht einem Feuerwehrmann, der sich aus Solidarität mit den Brandopfern weigert, den Brand zu löschen.

 

Montag, 9. November 2020

Der Coronavirus und das Sakrament der Taufe

Der Coronavirus und das Sakrament der Taufe

Österreichs Bischöfe legten nun ihren Schutzmaßnahmenkatalog zur Eindämmung der Pandemie vor und wie nicht anders zu erwarten ließ die Kritik nicht auf sich warten. Kath net kommentierte: „Wieder ein neues Corona-Regelwerk der österreichischen Bischöfe: Wo bleibt die Hoffnung?“ Nur ein Punkt soll hier nun erörtert werden.

Kath net: „Tauffeiern, so heißt es, „sind auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben“. Hier bleibt unklar, ob nur größere Feiern untersagt sind oder ob Priester und Diakone überhaupt nicht mehr erlaubt taufen dürfen. Die Taufe, die „Pforte des Glaubens und des christlichen Lebens“ (Papst Franziskus) muss gesundheitlicher Einigelung weichen? Nicht zu fassen…“

Diese Unklarheit ist aber von höchster Bedeutung. Die Kirche lehrt mit Jesus (Joh 3) die Heilsnotwendigkeit der Taufe, denn Niemand kann in das Reich Gottes eingehen, wenn er nicht von „Oben“ neu geboren wird, wenn er nicht getauft worden ist. Die Spendung des Taufsakramentes zu untersagen, wäre so in keinster weise hinnehmbar. Man stelle sich vor, daß so ein Kind ungetauft stürbe! In einem Kommentar dazu ist zu lesen:

Aber das Verbot der Taufe zeigt deutlich, dass dieses Sakrament in der Kirche von heute bis hinauf ins höhere Kader vielfach zum reinen Aufnahmeritual verkommen ist. Wie die Kirche so überleben will, ist mir schleierhaft.“

Wenn die Spendung des Taufsakramentes wirklich durch die Österreichischen Bischöfe untersagt werden würde, es müßte konstatiert werden, daß hier dann jegliches Verständnis für dies hl. Sakrament abhanden gekommen sein muß! Tatsächlich ist es realistisch, daß viele Katholiken dies Sakrament nur noch als ein feierliches Aufnahmeritual in die Kirche ansehen, sodaß es dann auch als unproblematisch erscheint, die Taufe zu verschieben. Was macht es denn schon aus, wenn wer ein paar Monate oder gar 1 Jahr später erst Mitglied der Kirche wird.

Zudem: Warum sollte das Taufsakrament in den Zeiten der Coronaseuche nicht gespendet werden können. Es reichte ja, wenn die Eltern mit dem Täufling in die Kirche kämen, um dann das Kind vom Priester taufen zu lassen. 4 Personen wären beteiligt und da dürfte es doch ein Leichtes sein, die Spendung dieses Sakramentes so zu gestalten, daß die Infektionsgefahr auf ein Minimum reduziert werden kann.

Anders sähe es aus, wenn eine „Tauffeier“ durchgeführt werden sollte, daß also viele Personen, Verwandte, Freunde und wer sonst noch daran teilnehmen. Für die Gültigkeit der Taufe und für das Heil des Zutaufenden ist eine solche Gemeinschaftsfeier völlig überflüssig. Nur dort, wo die Taufe primär als eine Familienfeier oder als Feier der Gemeinde verstanden wird, wird das Dabeisein einer Tauffeiergemeinde zum Wesentlichen.

Pater Karl Wallner (Missio Österreich) betont in seinen Predigten vorbildlich , daß jetzt es darauf ankommt, das Beste aus dieser Situation zu machen, statt zu jammern! Wenn jetzt keine Tauffeiern mehr möglich sind ob des Ansteckungsrisikos, dann ist das auch eine große Chance, das Wesentliche dieses Sakramentes wieder in den Vordergrund zu stellen, daß es um das Seelenheil des Zutaufenden geht.Wird das Taufsakrament gespendet, feiert da nicht eine Familie mit oder ohne Freunden und Verwandten, daß es schön ist, daß ihr ein Kind geschenkt wurde, auch feiert die Kirche da nicht den Kircheneintritt eines Neukirchenmitgliedes! Gerade die heutig übliche Gestalt der Spendung dieses Sakramentes als Familienfeier, so menschlich verständlich das auch ist, verunklart das Eigentliche dieses Sakramentes.

Wenn also die österreichischen Bischöfe nur Tauffeiern als eine Art Familienfeier untersagten, dann wäre dagegen nichts einzuwenden, ja die Konzentration aufs Eigentliche dürfte gar zu begrüßen sein. Inakzeptabel wäre aber ein Verbot der Spendung dieses hl. Sakramentes. Daß kaum noch verstanden wird, was die Taufe ist, das ist das Kernproblem in unser Zeit!Dann erst kann Nebensächliches zum Zentrum der Spendung dieses Sakramentes werden,daß es eine schöne Familienfeier in der Kirche sein soll!



 

Samstag, 2. Mai 2020

Fernsehgottesdienste? Erlebe ich da eine echte Messe?

Mosebach: "Eine Direktübertragung ist nicht die Sache selbst" Livestream-Messen haben für ihn den Charakter einer Fotografie, sind nicht die Sache selbst: Der Schriftsteller Martin Mosebach über die Schutzbedürftigkeit des Messmysteriums im Zeitalter der Pandemie.

So steht es am 2.Mai in der Tagespost geschrieben. Es muß konstatiert werden, daß es nun schon seit langem Fernsehübertragungen von Gottesdiensten gibt, aber zu einem wirklichen Gegenstand theologischer Reflexion, dazu sind sie noch nicht avanciert. Was ist aber dazu zu sagen, wenn ein Priester Rosenkränze segnet und erklärt, daß die Fernsehgottesdienstteilnehmer ihre Rosenkränze auch vor das Fernsehgerät legen könnten, denn dann würden sie auch gesegnet?
Mosebach geht es aber um noch grundsätzlichere Probleme. Präzise sei zu fragen, ob ein am Fernseher oder am Computer eine Liveübertragung einer hl. Messe Mitverfolgender wirklich an dem Gottesdienst teilnimmt.Denn wenn eine Direktübertragung nicht die Sache selbst, ein Gottesdienst ist, woran nimmt dann der Fernsehzuschauer teil?
Zudem: Hl. Messen werden in dazu geheiligten Räumen gefeiert. Dieser Raum lebt aus seiner Differenz zur profanen Umwelt. Diese Differenz ist konstitutiv für die hl. Handlungen des Kultes. Es ist keine Marotte, wenn die Bibel gerade die jüdischen Könige besonders lobt, die die Kulthöhen abschufen, wo zwar Jahwe verehrt wurde, aber an dafür bestimmten Orten. Nur geheiligte Orte sind so für jeden religiösen Kult geeignete. (Es muß aber festgehalten werden, daß hier eine laxe Praxis in der Kirche sich eingeschlichen hat, überall, wo es gefällt, Messen zu feiern und so sie der Gefahr einer Profanisierung auszusetzen.
Indem nun der Fernsehgottsdienstzuschauer bei sich Daheim den Gottesdienst „mitfeiert“ (?), wird dadurch nicht die Eucharistiefeier profanisiert? Mosebach spricht so von dem notwendigen Schutz des Heiligen vor seiner Profanisierung.Das klingt überzeugend.
Aber doch bleiben Fragen der Ästhetik. Wenn ich Tolkiens „Herr der Ringe“ lese, wo bin ich dann, wenn ich diesen Roman wirklich lese? Da, wo, ich sitze oder liege während meines Lesens? Nein, ich bin dann in der reinen Phantasiewelt des Romanes. Daß ein Roman ein solches in ihm leben, ermöglicht, das ist gerade ein Kriterium seiner ästhetischen Qualität. Der Mensch lebt nicht nur in einem Universum, er lebt auch in künstlich erschaffenen, in denen er wie beim Kunstgenießen eingeht, um in dem Werk zu sein. Solange ich nur distanziert lese,lese ich keinen Roman, keinen fiktiven Text sondern eher ein Sachbuch, etwa die Geschichte der Philosophie.
Wo ist also ein Fernsehzuschauer, wenn er schaut? Wählen wir ein besonders für diese Frage geeignetes Genre, den Horrorfilm (Etwa: Die schwarze 13- ein Meisterwerk dieses Genres!) oder die wunderschöne Sissi-Triologie mit der darin überragend spielenden Romy Schneider. Solche Filme saugen den Zuschauer geradezu in sich hinein, das da Geschaute wird so zum Selbsterlebten.
Das macht die wesentliche Differenz zwischen toten Bildern, einer Photographie und lebendigen Bildern aus. Sie sind so lebendig, daß sie den Zuschauer in sich aufnehmen können. Jeder Lehrer kennt Schüler, die still und brav im Klassenzimmer auf ihrem Stuhl sitzend, aber statt auf den Lehrer zu hören, vor sich hinträumen. Wo immer sie dann auch sind, sie sind geistig abwesend, weil sie ganz woanders geistig weilen. Wie sollte das frisch verliebte Mädchen auch sich auf Physikalisches konzentrieren können, ist doch ihr Herz ganz erfüllt von ihrem Allerliebsten.
Der Mensch ist nicht immer da, wo er ist, weil er im Geiste Orte seines Begehrens aufsuchen kann. Etwas ästhetisch genießen inkludiert so immer auch einen Raumwechsel.
Wo ist also der vor dem Fernseher eine hl. Messe Genießender? Er ist in der Messe. Es kann aber passieren, daß er vor dem geöffneten Tor zum Eintritt in die Messe stehen bleibt, sodaß sie ihn nicht erreicht. Das kann sich aber genauso ereignen bei Gottesdienstbesuchern in der Kirche. Sie sind dann zwar in der Kirche, äußerlich, aber sie können dabei dem Gottesdienst so fern sein, wie der vor sich hin träumende Schüler dem Schulunterricht. 

Corollarium 1
Was sehe ich, wenn ich sehe? Bilder der Wirklichkeit, denn ich sehe nie die Wirklichkeit sondern immer nur ein von mir produziertes Bild von der Wirklichkeit. Von meiner Sinneswahrnehmung ausgehend wird in mir durch mein Erkenntnisvermögen ein  Bild hervorgebracht, das für  mich dann die Außenwelt ist. Kant wollte daraus gar folgern, da ich nie bei der Reflexion meines Erkennens auf den unbearbeiteten Rohstoff der Wirklichkeit stoße, dies als "Ding an sich" zu bezeichnen, das mir Unerkennbare.  

Corollarium 2
Live im Fußballstadium, das Spiel wird angepfiffen. Wohin schauen die Menschen im Stadium? Nicht zur Rasenfläche, wo jetzt Fußball gespielt wird sondern auf einen riesigen Bildschirm, auf dem das Spiel, damit alle das Geschehen gut sehen können, live übertragen wird.  


Dienstag, 31. März 2020

Wenn der Staat Gottesdienste verbietet? Christliche Verwirrungen

Der Leiter des Kirchenrechtlichen Instituts der EKD, Hans Michael Heinig warnt laut „Welt am Sonntag“ vor der Gefahr, „dass sich unser Gemeinwesen von einem demokratischen Rechtsstaat in kürzester Frist in einen faschistoid-hysterischen Hygienestaat“ verwandele. Dies berichtet "idea". Wie der Kirchen- und Verfassungsrechtler weiter sagte, dürfen „zum ersten Mal seit der Christianisierung Europas keine Ostergottesdienste stattfinden“.(zitiert nach Kath net am 31.3.2020.)

Vorab, das Unwesentlichere- oder daß Geschichtskenntnisse manchmal recht nützlich wären. Im faschistisch regierten Italien unter Mussolini, in Spanien unter Franco gab es keine Gottesdienstverbote. Solche gab es auch nicht in Deutschland unter Hitler. M.W gab es soetwas nur unter Lenin in Rußland. Was soll da das politisch korrekt klingende: „faschistoid“?

Von einem evangelischen Kirchenrechtler sollte erwartet werden können, daß er des Apostelfürsten Paulus Abhandlung über den Staat kennt (Röm 13), und daß der Christ seiner Obrigkeit zu gehorchen hat. Die Einschärfung der Gehorsamspflicht war gerade ein Anliegen Luthers gegen den zum Revoluzzertum neigenden „linken Flügel“ der Reformation.

Für den demokratischen Rechtsstaat gilt selbstverständlich, daß er das Recht hat und auch haben muß, bürgerliche Grundrechte einzuschränken in Notzeiten um des Allgemeinwohles willen. Darum gibt es ja auch in unserem Staate Notstandsgesetze.Das abzulehnen, das ist nicht vereinbar mit der Bejahung des Grundgesetzes und auch nicht christlich verantwortbar.

Zudem werden ja nicht die Gottesdienste und auch nicht die österlichen verboten. Sie dürfen nur nicht mit der Gemeinde oder mit dem Volke gefeiert werden.Eine Messe, ohne Volk gelesen, ist so nach dem Katholischen Glauben eine vollwertiger Gottesdienst.Eine Gemeindebeteiligung ist nicht konstitutiv für die Messe.Diese Irrlehre hat erst Luther aufgebracht, dem dann aber viele folgten, aber dadurch wird eine Irrlehre auch nicht wahrer. Nur wenn das 2.Vaticanum mißverstanden wird, wenn sein „Geist“ beschworen wird, statt daß die Texte dieses Konziles ernst genommen werden, kann die Irrmeinung aufkommen, daß nun die Katholische Kirche wie Luther in dieser Causa lehre. Es gilt weiterhin, daß zu einer gültigen hl. Messe es ausreicht, wenn ein Priester sie liest, auch und gerade wenn er sie allein zelebriert.

Ergo: Die österlichen Gottesdienste finden statt,nur daß um des Schutzes der Menschen willen, jetzt sie ohne eine Gemeinde zu zelebrieren sind. Diese Not hat nun aber auch sein Gutes, demonstriert sie uns allen nun doch augenfällig, worauf es bei der hl.Messe ankommt, daß sie eben nicht in erster oder gar in ausschließlicher Weise eine Gemeindeveranstaltung ist, der ein Pfarrer als Gemeindeunterhalter und Belehrer voransteht. Die hl. Messe hat ihr Zentrum in dem Meßopfer, daß die Kirche Gott zur Ehre, den Menschen zum Heile darbringt.

Der Staat würde sich mehr als ihm zusteht, erlauben, verböte er das Lesen der hl. Messe. Aber er darf wohl in Notzeiten eine Gemeindebeteiligung untersagen, wenn dies ein zu großes Gesundheitsrisiko für die Teilnehmenden darstellte.Denn es gehört nun mal zum Recht des Staates, bürgerliche Grundrechte einzuschränken, wenn dies das Gemeinwohl verlangt.Und das wird gerade der Christ als Staatsbürger auch bejahen.

Donnerstag, 3. August 2017

"Er ruhe in Frieden" -Beten für Verstorbene: Nein Danke!

In England rufen per Internet Protestanten dazu auf, auf Traueranzeigen und wohl auch auf Gräbern auf die Buchstaben: "RIP" zu verzichten, berichtet Katholisch de am 2.8.2017. Die Buchstaben "RIP" kürzen die Worte des liturgischen Gebets für die Toten, "requiescat in pace" (lat. "ruhe in Frieden ab" )
Warum? Das sei ein Gebet zugunsten eines Verstorbenen und das lehne der Protestanntismus ab!Denn:
"Protestanten glaubten daran, dass die Entscheidung, ob ein Mensch in den Himmel oder in die Hölle gelangt, zum Zeitpunkt seines Todes bereits unveränderlich feststehe. Thompson erinnerte zugleich an die Grundsätze lutherischer Theologie, wonach der Mensch nur durch Christus ("solus Christus") das Heil erlange und allein durch seinen Glauben ("sola fide") zum Ewigen Leben komme."Wie oft lesen wir nicht, daß im Prinzip und eigentlich in allem Wesentlichen die "Kirchen" der Reformation und die Katholische Kirche in Allem eins sind, nur ein paar dokrtinäre Theologen sähen das nicht ein, eben Vorkonziliare! Aber was wird uns hier nun offenbart? Daß die religiöse Praxis des Betens für Verstorbene eine unerlaubte Handlung sei. Betet eine Mutter für ihr totes Kind, die Kinder für ihre verstorbenen Eltern, dann tuen sie etwas, das die reformatorische Theologie ablehnen muß: Das darf ein Christ nicht! 
Wie kann man nur auf so abwegige Gedanken kommen? Das sei die notwendige Konsequenz der reformatorischen Rechtfertigungslehre!Ob ein Mensch in die Hölle oder in den Himmel komme, stünde schon "unveränderlich" fest. Selbst Gott könne das nicht mehr ändern, indem er um unserer Gebete willen (und der Fürsprache der Heiligen) einen Menschen noch begnadigen könne. Gott kann das nicht! Ist Gott etwa nicht allmächtig? Der Gott dieser Protestanten nicht! 
Mehrere Erklärungen gibt es nun für dies unveränderliche Feststehen der Entscheidung:
A) Gott habe vor der Schöpfung der Welt in Ewigkeit vorherbestimmt, wer in die Hölle und wer in den Himmel kommt. Kein menschliches Gebet kann daran etwas ändern, denn Gott kann, weil er sich so schon festgelegt hat, kein Gebet mehr erhören und sich Menschen erbarmen. Dann macht die ewige Entscheidung Gottes jedes Beten für einen Verstorbenen sinnlos. Auch so lange er noch lebte, war ein jedes Beten für sein Seelenheil sinnlos, weil er entweder ein von Ewigkeit her Erwählter oder ein Nichterwählter bzw. Verworfener sei, und daran könne selbst Gott nichts mehr ändern.
B) Der Mensch entscheide sich zu Lebzeiten für den Glauben an Jesus Christus, dann geht er ein in das ewige Leben, oder er entscheidet sich gegen den Glauben, dann ist er ewig verloren. In diesem Falle macht das Sichentschiedenhaben des Menschen jedes Gebet für ihn sinnlos, weil die Entscheidung zu Lebzeiten selbst Gott für den Verstorbenen nicht mehr revidieren kann, und Gott kann auch seine falsche Entscheidung nicht vergeben um des Gebetes für den Verstorbenen! 
In beiden Fällen gilt also, daß eine gefällte Entscheidung das Gebet für einen Verstorbenen sinnlos macht, entweder Gottes Entscheidung als ewige Erwählung und Verwerfung oder die menschliche Entscheidung! 
Auf jeden Fall, ist das Beten für Verstorbene sinnlos, ja eine Rebellion gegen die Ordnung Gottes. Und wenn nun katholischer Seite auf den Schriftbeweis für das Opfern und Beten zugunsten Verstorbener hingewiesen wird, 2. Makkabäer 12, 32-45, überschrieben mit: "das Sühnopfer für die Toten" (Einheitsübersetzung), dann wird geantwortet: Den Text hat Luther aus der Bibel entfernt. Es ist jedem einsichtig, warum! Er paßte nicht zu seiner Theologie! Der radicale Subjektivismus Luthers!
Ob wir Katholiken bald von unseren Ökumenikern aufgefordert werden, auf das Beten für Verstorbene und die Messe für sie zu verzichten, aus Liebe zu den Evangelischen? Wenn der Präses der Katholischen Bischofskonferenz schon aus Respekt vor dem Islam sein Kreuz ablegte, warum dann nicht auch auf diese Gebetspraxis verzichten aus dem ökumenischen Ungeiste heraus!     

Vgl dazu: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott- (ob Gott Gebete erhören kann, was von vielen Modernisten bestritten wird)     

Sonntag, 30. Juli 2017

Die Sommerzeit und die Feier der hl. Messe

Kommt der Sommer, kommen auch die Schulferien und die dieser Zeit eingepaßten veränderten Gottesdienstzeiten: In der Ferienzeit fallen in der Woche, beginnend mit dem Sonntag, die und die und die Messen aus! Warum eigentlich? Weil Scharen von Gottesdienstbesuchern, mit schulpflichtigen Kindern beschenkt, nun in den Ferien verreisen! Nur, schaut man sich die Gottesdienstbesucher einer regulären Messe an, wie viele von denen haben wohl Daheim schulpflichtige Kinder? Die allermeisten sind dafür gewiß schon zu alt und ein paar wenige zu jung. Gut, wenn ein Familiengottesdienst angesagt ist und viele Kinder dann auf dem zu einer Bühne umfunktionierten  Altarraum mitwirken, kommen ein paar mehr. Aber das sind insgesamt gesehen so wenige, daß zumindest die Zahl der Sonntagsmessen nicht gekürzt werden bräuchte. 
An Werktagsmessen nehmen fast nur Menschen wohl ohne schulpflichtige Kinder teil. Ja, aber die anderen urlaubten ja auch. Nur, wer von den Rentnern kann sich denn einen größeren Sommerurlaub leisten und wenn, dann doch eher außerhalb der Saison, weil es dann günstiger ist.
Fahren wirklich so viele fort im Urlaub? Und was ist mit den Touristen, die als Gäste auch wenn nur als Übernachtungsgäste dazukommen? Ginge von denen keiner zur Messe, wenn sie sonntags zu verschiedenen Zeiten angeboten würde?
Nur, wenn wir so denken, begehen wir schon einen fatalen Fehler! Die hl. Messe ist in erster Linie ein Gottesdienstkult zur Verehrung Gottes. Nicht dient  die Messe in erster Linie den Menschen. Gott wird da das ihm wohlgefällige Opfer dargebracht, da wird es für die armen Seelen und andere appliziert. Da betet der Priester für. Für eine gültige Messe, auch nach dem heutig gültigen Kirchenrecht ist nicht einmal ein einziger Gottesdienstbesucher von Nöten! Und auch diese Messe ohne Gottesdienstbesucher dient nicht nur dem dreienigen Gott sondern auch den Menschen, für die das Meßopfer dargebracht wird  und für die gebetet wird! 
Diese theozentrische Ausrichtung der hl. Messe scheint völlig vergessen zu sein, auch in der Katholischen Kirche. Aber dann könnte sie doch für die Menschen gefeiert werden, auch in der Urlaubszeit, denn viel weniger kämen auch nicht in dieser Zeit, kämen nur die nicht, die in dieser Zeit urlaubten und wegführen. Und wer macht von denen dann schon 6 Wochen Urlaub? 
Man kann es drehen und wenden, wie man es will, auch die anthropozentrische Begründung, es kämen zu wenige, weil so viele urlauten, stimmt nicht!
Was bleibt? Der Verdacht, daß unter Urlaubs- und Ferienzeit der heutige Christ eben auch versteht: Urlaubszeit vom Meßbesuch! In den Sommerferien gehen die Schüler nicht zur Schule und die anderen haben da eben meßfrei! Zudem möchten die "Hauptamtlichen", nicht nur die Priester, auch die Organisten mal im Sommer mehr Freizeit haben, Zeit ohne die Pflicht zum Meßgang!