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Mittwoch, 24. Juli 2019

Der Humanismus- der Tod des Menschen?

"Der Humanismus ist der Fundamentalismus unserer Kultur, er ist die politische Religion des globalisierten okzidentalen Menschen,der sich für so gut und klarsichtig hält,daß er sich gern überall nachgeahmt sähe." Sloterdijk,Heinrichs, Die Sonne und der Tod. Dialogische Untersuchungen,2001, S.114. Eine bedekenswerte Aussage: 
a) Bildet nicht die christliche Religion das Fundament unserer Kultur, die als die wahre Religion alle Menschen erreichen will? Offenkundig hat der Philosoph die jetzige Lage vor Augen, in der die christliche Religion nicht mehr das Fundament unserer Kultur bildet? Wann vollzog sich dann aber dieser Fundamentswechsel vom Christentum zum Humanismus? Hierauf findet sich in den "Dialogischen Untersuchungen"  keine klare Antwort, zu recht wohl nicht, denn dieser Wechsel dürfte ein schleichender Prozeß gewesen sein, anhebend mit der Aufklärung.
b) Wie verhält sich dann das einstige Fundament der abendländischen Kultur, das Christentum zum religiösen Humanismus? Ein Blick auf Feuerbach und dem ihm nachfolgenden Marx ergibt:Das,was an Erlösung die christliche Religion von Gott und antizipierend durch religiöse Praktiken erwartete, versteht der Humanismus als Aufgabe des Menschen. Die Hoffnung auf den Himmel, die Erlösung im Jenseits wird säkularisiert zum Hoffnungsprojekt der Humansierung der Welt. Und der Protestantismus und die Katholische Kirche haben sich dem eingepaßt. 
c) Am Universalismus der christlichen Religion  hält der Humanismus fest und vertritt ihn nun als das Projekt der Verwestlichung der Welt.
Nur wird dieser universalistische Humanismus nun auch ob seiner universalistischen Geltungsansprüche kritisiert als eine unzulässige Verabsolutierung dieses spezifisch westeuropäisch/amerikanischen Projektes. 
Dieser westliche Humanismus ist nun aber selbst eine Kultur des Todes! Ganz wörtlich, denn wenn alle Menschen auf der Erde nur noch so wenig Nachwüchse bekämen, wie die Westler, wäre das Aussterben der Menschheit nur noch eine Frage der Zeit!

Thor Kunkels: "Posthumane Chronik" aus dem Jahre 3011 weiß von der "Abdankung der Menschheit als dominierende Spzies auf Erden".Der Autor verfaßt dazu einen ganzen -sehr lesenswerten- Roman : Schaumschwester,2010: "Die Ablösung vollzog sich im Stillen, im Halbunkel, fast zärtlich, in den Ehebetten und mit dem vollen Einverständnis des Menschen." Endet so der Humanismus mit dem Tode des Menschen? 

Montag, 4. März 2019

"Die Gesellschaft komme gut ohne Kirche aus."

"der Rektor der Jesuitenhochschule Sankt Georgen, Ansgar Wucherpfennig, der Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeffer, der Chefredakteur der Zeitschrift "Christ in der Gegenwart", Johannes Röser, und die Dogmatikerin Johanna Rahner aus Tübingen - überraschend einig: Die Gesellschaft komme gut ohne Kirche aus." Katholisch de am 1.3.2019.
Nur, was bedeutet hier die Aussage: gut auskommen? Meint das das, was auf die Frage: "wie gehts" obligatorisch geantwortet wird: "gut"? Oder soll das heißen, daß die Gesellschaft- auch ohne eine Religion- gut funktioniert? Geht es den Bürgern der Gesellschaft einfach gut ohne die Kirche? Oder soll das nur heißen, daß es keinen gesellschaftlichen Bedarf an der Kirche und der christlichen Religion mehr besteht? 
Diese Aussage wird, je mehr sie befragt wird, immer nebulöser, ja sie scheint nur ein Gefühlsausdruck zu sein einer allgemeinen Resignation: Was die Kirche anzubieten hat, das interessiert keinen (mehr). Und das braucht auch Niemand.
Nur, was ist dann eigentlich mit der Gesellschaft gemeint, die da ohne die Kirche auskäme? Mit Ferdinand Tonnies könnte geurteilt werden, daß die Gesellschaft ein Zerfallsprodukt der Gemeinschaft ist, die einem Auflösungsprozeß unterworfen ist durch die Entkräftung der Bindungskräfte, durch die Tendenz zur Atomisierung: Es gibt nur noch Einzelsubjekte, die im  Geiste des Utilatarismus Nützlichkeitsbeziehungen zu Anderen unterhalten, die aber sonst durch nichts mehr sich verbunden fühlen, wie etwa durch eine gemeinsame Volkszugehörigkeit. Meint also die Aussage, daß die Gesellschaft ohne Kirche gut auskäme, daß nur eine Gemeinschaft eine sie verbindende Religion bräuchte, ein Gesellschaft atomisierter Menschen aber nicht, da sie sich hinreichend über reine Nützlichkeitsbeziehungen aufbaut? 
Nun bedeutet gut zu leben aber auch noch etwas anderes als nur, daß die Bürger zufrieden leben, ihre Bedürfnisse befriedigt sehend. Es meint auch, daß im moralischen Sinne gut gelebt wird. Der Mensch ist nicht nur zum Überleben bestimmt sondern auch zum  moralisch guten Leben.. "Aristoteles unterscheidet den Grund der Entstehung des Staates von seinem Zweck. Der Staat entsteht zum Zweck des Überlebens, des Lebens an sich, sein Zweck aber ist das gute Leben".(Wikipedia, Aristoteles). Wenn eine Gesellschaft ohne Kirche gut auskommt, dann müßte der Staat ohne die Kirche die Aufgabe erfüllen, zu einem guten Leben zu führen, und das meint hier nicht nur die Wohlfahrt des Volkes sondern auch sein sittliches Leben.Kann diese Aufgabe aber der Staat ohne die Kirche erfüllen? Nach Platon wäre das dann die Aufgabe der Philosophie als die Erkenntnis vom Wahren und Guten, die den Staat zu führen hätte. Das christliche Abendland wies diese Aufgabe der Kirche zu als dem Ort auch der wahren Philosophie. 
Aber was wird daraus, wenn weder die Religion noch die Philosophie diese Aufgabe übernimmt? Kann dann das soziale Gemeinwesen noch gut sein? 
Der erste Zweck jeder Vergemeinschaftung von Menschen, auch und gerade der elementarsten von Mann und Frau ist das Überleben. Schon an dieser Elementaraufgabe scheitern die postmodernen Gesellschaften ohne Kirche: Es sterben mehr Menschen als neue geboren werden- das Aussterben der Völker Europas steht tatsächlich auf der Tagesordnung der Welt. Negativer kann ein Urteil über eine Gesellschaftsformation nicht ausfallen, daß sie schon an der Primärfunktion scheitert. Wir leben wirklich in einer Kultur des Todes. Wie kann dann noch von einem Gutauskommen der Gesellschaft gesprochen werden?  Das ist eine Unmöglichkeit. Und wie steht es um das sittliche Leben in der postmodernen Gesellschaft? Darüber etwas zu schreiben, erübrigt sich. 
Könnte nicht gerade diese Morbidität der postmodernen Gesellschaften auch eine Folge des Experimentes sein, ohne die Kirche und die Religion leben zu wollen?       

Samstag, 21. Januar 2017

Irritierendes zum Ideal der Enthaltsamkeit

Wer die Bibel kennen lernen möchtend, anfinge, sie vom Anfange an zu lesen, der stieße erstaunlich schnell auf das 1.Gebot, das Gott dem Menschen gab: "Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde" (1.Mose 1,28). (Näheres dazu in meinem Buch: Der zensierte Gott)  Gott gibt seinem erwählten Volke die Verheißung, daß er aus ihm ein großes Volk machen will mit unzähligen Nachkommen. Eine von Gott gesegnete Ehe ist eine kinderreiche. Von dem Ideal der Enthaltsamkeit dagegen  finden wir im Alten Testament keine Spur und auch dem Neuen Testament ist die Enthaltsamkeit eine Marginalie. Der Apostel Paulus reflektiert darüber, ob es für den Verkündigungsdienst nicht vorteilhafter ist, ungebunden enthaltsam zu leben. 
Und wie soll das Ideal der Enthaltsamkeit mit dem ersten Gebot Gottes in Einklang zu bringen sein?Enthaltsame können sich nicht vermehren.
Ein Verdacht drängt sich da auf: Bis zur Moderne war das Leben der Menschen, von ihrer Zeit als Jäger und Sammler angefangen bestimmt durch die Erfahrung des Mangels. Es ereigneten sich immer wieder Zeiten des Zuwenigs an den Grundnahrungsmitteln, man erlitt Hungersnöte. Damit hat der Mensch gelernt, umzugehen. Nicht alles Vorhandende sofort zu verkonsumieren sondern man legte Vorräte für schechte Zeiten an, man hielt Maß, um zu sparen, damit in der Not dann das Aufgesparte noch da war. Und man lernte eben auch, mit wenig auszukommen. Die Faktizität des Mangels bestimmte so die Kultur mit ihren Lebensidealen.
Eine Familie konnte sich eben nicht unbegrenzt viele Kinder "leisten", sie mußten ja auch ernährt werden. Nur, es gab nicht zu allen Zeiten eine Armenfürsorge, die dann Kinder der Ärmsten in ihre Obhut nahm. Die Enthaltsamkeit, auch und gerade die sexuelle ist somit gesehen eine kulturelle Umgangsweise mit dem Problem des Mangels: Der Mangel verlangte Menschen, die befähigt waren, ihre elementarsten Bedürfnisse, weil zum Leben und Überleben unbedingt nötig  nach Nahrung und gelebter Sexualität streng zu reglementieren. Äße und tränke der Mensch nicht, pflanzte er sich nicht fort, stürbe er aus!  
Könnte es also sein, daß das Ideal der Enthaltsamkeit gar kein ewig gültiger Wert ist, sondern einer,der wie ale Werte seine Konjunktur hat? Das hieße, daß die Moderne mit ihrer Tendenz zur Überflußkrise diesem Ideal den Boden entzieht. Der Begriff der Überflußkrise meint, daß die Produktion der Waren und Diensleistungen die Nachfrage nach ihnen auf dem freien Markt übersteigt, daß sie so nicht mehr absetzbar sind. Dabei ist strikt der Begriff des Bedarfes von dem der Nachfrage zu distinguieren: So gibt es viel Bedarf an Nahrungsmitteln, wenn aber keine Kaufkraft diesem Bedarf zur Hilfe kommt, wird für diesen Bedarf nicht produziert. 
Pointiert ausgedrückt: Der enthatsam Konsumierende wäre der Ruin jeder modernen Wirtschaft. Die Moderne verlangt so um des Funktionierens der Wirtschaft willen den enthemmten Konsumenten. Das Ideal der Enthaltsamkeit, in vormodernen Zeiten ein Gebot der Reaktion auf den Mangel, wird in den Zeiten des Überflusses zu einer dysfunktionalen Einstellung.
Nun wurde in dieser kleinen Erwägung noch nichts ausgesagt über das Verhältnis von sexueller Enthaltsamkeit zum generellen Ideal der Enthaltsamkeit. Meine These dazu: Das Ideal der sexuellen Enthaltsamkeit ist das Grundmuster des generellen Ideals des enthaltsamen Lebens in Zeiten, die vom Mangel bestimmt sind.In der Grunddisziplin der sexuellen Enthaltsamkeit wird erlernt, auf Elementares zu verzichten, die Realisierung dieses Grundbedürfnisses auf "Morgen" zu verschieben. Der Mangel verlangte das um des Überlebens willen.
Aber wenn die Zeiten des Mangels vorbei sind? So zuwider das auch der Moraltheologie sein muß, faktisch kann heute die Sexualität gelebt werden, ohne daß Kinder dabei  entstehen. War in den Zeiten des Mangels die sexuelle Enthaltsamkeit der Weg, ungewünschten Nachwuchs zu verhindern, erfüllt jetzt die Pille und das Kondom diese Verhindeungsfunktion- Sexualität kann so unbegrenzt gelebt werden. Zwang einst die Not, der Mangel zur sexuellen Enthaltsamkeit so jetzt nur noch die Moral der Kirche, der aber keine Lebensnotwendigkeit mehr korreliert. Das macht sie kraftlos. 
Grundsätzlich muß aber konstatiert werden, daß das Ideal der Enthaltsamkeit nie ganz harmonisch sich zum 1.Gebot Gottes verhielt. Lebten alle Menschen so enthaltsam wie Jesus Christus und sein Apostel Paulus- die Menschheit würde zum Tode verurteilt sein!  

Corollarium 1
Es ist nun eine der großen Listen der Natur, den zur Fortpflanzung des Menschen unbedingt notwendigen Akt so mit einem Lustgewinn zu verbinden, daß der Mensch so um der Lust willen das unternimmt, was er als Pflicht zu tuen hat, aber die göttliche Vorsehung setzt hier weniger auf die Einsicht des Menschen in das Pflichtgemäße des Sichfortpflanzens und Soerhaltens als auf die Antriebkraft des Lustgewinnes- um des Lebens der Menschen willen! Nur der moderne Mensch überlistet nun mit den Verhütungsmitteln, auch den natürlichen die List der Natur.   

Corollarium 2
Die Vorstellung von den höheren und den niederen Bedürfnissen erachtet etwa das Lesen von Thomas Mann Romanen zu den höheren Gütern, den Geschlechtsverkehr zu den niederen. Auf das Einzelindividuum hin betrachtet, ist das wahr, für das Gattungswesen Mensch ist es aber unwahr, denn ohne den vollzogenen Geschechtsverkehr stürbe der Mensch aus, wohingegen das nicht mehr Gelesenwerden von Thomas Mann Romanen nur ein Verlust an humaner Kultur wäre.   

Corollarium 3
Man beachte das Verb: "bevölkern" im 1.Gebot Gottes. Gott will das Menschsein in der Vielfalt von Völkern, die als Völker die Welt bewohnen, und nicht einfach als atomisierte Individuen.

                      

Montag, 4. Mai 2015

Wir sterben aus! Was tun? Ein Nachtrag zur Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz Teil 2

Die Weitergabe des Lebens und die Herausforderung des Geburtenrückganges-Fragen 41-44, fiel den Deutschen Bischöfen auch nichts anderes ein als: So weiter machen. Moralische Appelle taugten nichts, denn der Kinderwunsch wäre eine rein persönliche Angelegenheit. Zudem seien die gesellschaftlichen Verhältnisse ungünstig für die Realisierung des vorhandenen Wunsches nach eigenen Kindern. So ganz nebenbei offenbart sich hier die Krise der gesamten Morallehre der Kirche. Wenn moralische Appelle sinnlos wären, weil die Menschen sich sowieso nicht daran hielten, wozu bedarf es dann noch einer kirchlichen Morallehre? Und damit ist schon der Kern dieses offiziellen bischöflichen  Antwortschreibens auf den Punkt gebracht. Dem selbstkritischen Einwand in die Unfruchtbarkeit moralischen Appellierens durch die Kirche entspricht der Verzicht auf eine normative Morallehre zugunsten einer rein deskriptiv verfahrenden. "Wir schauen dem Volke aufs Maul und richten uns dann aus auf die gelebte Moral. Wie die Sexualität wirklich gelebt wird von den Katholiken, das ist für uns Bischöfe die Norm für die Lehre der Kirche. 
Aber damit bleibt das Problem bestehen, daß wir am Aussterben sind. Alle westlich lebenden Völker erleiden das selbe Schicksal: machen sie weiter so, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie nur noch Fußnoten in der Menschheitsgeschichte sind, abgetreten vom Leben. Hat die Kirche dazu nichts zu sagen? Aber fragen wir doch einmal ungewohnt pragmatisch: könnte sie denn  selbst einen Beitrag gegen den Geburtenrückgang leisten? Und jetzt nehme ich die Bischöfe mal ernst, wenn sie deklarieren, daß Moralappelle nichts fruchten. 
Es sei an die Tatsache erinnert, daß die Katholische Kirche einer der größten Arbeitgeber Deutschlands ist.
Wir kennen alle Stellenausschreibungen, in denen es hieß, daß bei gleicher Qualifikation Behinderte bevorzugt eingestellt werden. Diese Ausschreibung ist nicht diskriminierend und darf deshalb so auch öffentlich geschaltet werden. Wie nun, wenn die Kirche und die ihnen verbundenen Arbeitgeber bei jeder Stellenausschreibung anführten: bei gleicher Qualifikation werden Bewerber mit Kindern bevorzugt eingestellt?
Es soll erstmal davon ausgegangen werden, daß mehr Frauen einen Kinderwunsch haben als dann auch realisiert wird. Als Hauptgrund wird oft genannt, daß die Berufstätigkeit nicht mit der Familie vereinbaren ließe und daß eigene Kinder die Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten verminderten. Gerade letzteres sei der Grund dafür, daß Akademikerin deutlich weniger Kinder bekämen als andere Frauen. Nach ihrer langwärigen Ausbildung dauere es eben wiederum einige Zeit, bis sie beruflich so etabliert sind, daß sie sich eine Familie leisten könnten. Also steht der Beruf und der Wille zur Karriere dem Wunsch nach dem eigenen Kinde entgegen. Dies Problem ließe sich leicht und kostenneutral lösen, wenn Arneitstellenausschreibungen mit dem Vermerk versehen würden, daß bei gleicher beruflichen Qualifikation Beewerber mit Kindern bevorzugt werden! 
Denn das ergäbe einen Perspektivenwechsel: was bisher als Behinderung für eine Arbeitsstelle und die Möglichkeiten zum beruflichen Aufstieg erscheint, würde jetzt sich positiv auf Beruf und die Aufstiegsmöglichkeiten im Beruf auswirken. Zur Veranschaulichung: eine Jurastudentin. Am liebsten möchte sie-wie viele Juristen-im öffentlichen Dienst später arbeiten, aber weil so viele das wollen, ist die Mindestvoraussetzung ein Prädikatsexamen (Note 1 oder 2) und das ist noch keine Garantie, daß man dann im Öffentlichen Dienst angestellt wird. Nun sähe das für die junge Frau so aus: schaffe ich ein Prädikatsexamen und habe ein oder zwei eigene Kinder, wenn ich mich um eine Anstellung im Öffentlichem Dienst bewerbe, steigen meine Berufschancen signifikant. Zudem sind Studium und kleine Kinder leichter kompatibel zu gestalten als später das Referendariat und eine Vollzeitstelle irgendwo als Jurist. Also wird eine kluge Juristin schon während des Studiumes heiraten, ein oder zwei Kinder bekommen  und dann bei einem Prädikatsexamen beste Aussichten auf eine Aufnahme in den Öffentlichen Dienst haben. (Der Öffentliche Dienst wird gerade von Frauen als zukünftiger Arbeitgeber bevorzugt, weil in ihm Familie und Beruf leichter als in der freien Wirtschaft vereinbar gestaltbar sind. 
Merksatz: Wenn der Wunsch zum eigenen Kinde nicht realisiert wird, weil das eigene Kind ein Hindernis für den Beruf ist, dann müssen die Rahmenbedingungen so geändert werden, daß aus dem Hindernis etwas für das Berufsleben Positives wird. Die Kirche als großer Arbeitgeber könnte hier beispielgebend voranschreiten, indem sie bei der Stellenvergabe Bewerber mit Kindern bevorzugt einstellt. 
Selbstverständlich wäre es besser, wenn die Mutterschaft als Beruf Anerkennung finden würde-er ist  nämlich der wichtigste, denn wenn es keine Mütter mehr gäbe, würde jeder anderer Beruf sinnlos werden oder was sollte ein Lehrer oder ein Friseur ohne Kunden machen? Einen guten Anfang dafür ist das Betreuungsgeld für Mütter, die ihr Kind selbst erziehen. Erstaunlicherweise haben in Deutschland arme Frauen mehr Kinder als besserverdienende. Es wäre eine große Hilfe gerade für diese Mütter, wenn ihnen das Kindergeld nicht zulasten der Sozialhilfe angerechnet würde und wenn ihnen ein Betreuungsgeld dazu käme, wenn sie ihre Kinder selbst erziehen- denn in der Regel ist die Mutter immer die beste Erzieherin ihrer Kinder.Hier könnte dann das Ideal der Mutter, die in erster Linie für ihre Kinder da ist- und gerade darin ist ja die Mutter Gottes das Vorbild für jede Mutter, auch wieder praktisch gelebt werden. Es sei dann noch daran erinnert, daß die meisten armen Frauen nicht besonders gut für den Arbeitsmarkt qualifiziert sind und so auch wenig Aussichten auf eine Anstellung haben, in der sie sich "verwirklichen" könnten- um es mal mit einem etwas aus der Mode gekommenen Begriff zu benennen, sodaß auch von daher es nahe liegt, daß sie sich beruflich als Mutter verstehen. Die Sorge für arme Frauen sollte eigentlich ein besonderes Anliegen der Kirche sein-umso befremdlicher, daß auch dazu in der Antwort nichts geschrieben wird!  
Aber auch das entspricht dem Tenor dieses Papieres: wir machen alles richtig und werden so weitermachen!
Und wenn wir aussterben und die Kirche sich auflöst? Solange die Kirchensteuer so reichlich fließt, bereitet uns all das   keine Sorgen. Das Geld fließt, also machen wir alles richtig!