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Dienstag, 13. Oktober 2026

Papst Leo 14. auf Irrwegen – was er nicht sagte und was er sagte

 

Papst Leo 14. auf Irrwegen – was er nicht sagte und was er sagte



Angesichts der Millionen von getöteten Kinder im Mutterleibe in jedem Jahr appellierte er, diesem Töten ein Ende zu setzen. Er lobte die Politik des amerikanischen Präsidenten aber auch die des Irans1, diesen Kindestötungen, die Mordung so vieler Unschuldiger ein Ende zu bereiten.

Nein, so appellierte er nicht.

„Zum Welttag gegen die Todesstrafe hat Papst Leo 14. am Samstag eine klare Botschaft auf der Plattform X veröffentlicht: "Die Todesstrafe ist unzulässig, da sie die Unverletzlichkeit und Würde des Menschen verletzt."2

Laut Vatican news behauptet der Papst:„Die katholische Kirche hat stets gelehrt, dass jedes menschliche Leben vom Augenblick der Empfängnis bis zum natürlichen Tod heilig ist und geschützt werden muss“, beginnt der Papst seine kurze Ansprache mit einem Verweis auf die Tradition des Lehramts, und insbesondere seines Vorgängers Franziskus, der den Passus zur Todesstrafe im Katechismus der Katholischen Kirche 2018 nachgeschärft hatte. Seitdem kann kein Katholik sich mehr auf die Lehre der Kirche berufen, um die Todesstrafe zu rechtfertigen.

Wie auch Leo kategorisch hervorhebt, sei das „Recht auf Leben“ die „eigentliche Grundlage jedes anderen Menschenrechts“ und Voraussetzung für ein Gedeihen der Gesellschaft, die „Heiligkeit des menschlichen Lebens“ zu wahren – ein Gedanke, dem er bereits in seiner Ansprache an die beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomaten Anfang des Jahres Ausdruck verliehen hatte.“3

Erstens hat die Katholische Kirche in klarer Übereinstimmung mit der hl. Schrift und der Tradition bis einschließlich dem 2.Vaticanum die Todesstrafe bejaht bzw nicht als mit dem „Recht auf Leben“ unvereinbar verworfen.So gehört das „Ja“ zur Lehre der Kirche. Erst Papst Franziskus hat gegen die Lehre der Kirche und dem Zeugnis der hl. Schrift diese kirchliche Lehre willkürlich, dem Zeitgeist folgend abgeschafft.

Zweitens hat einer der bedeutendsten Philosoph der Aufklärung, Kant selbst die Todesstrafe bejaht aus puren Vernunftgründen.

Drittens: Nie hat die Kirche gelehrt, daß das Töten in gerechten Kriegen dem „Recht auf Leben“ widerstreite noch das das Töten in einer Notwehrsituation, wenn anders der Angegriffene sein Leben nicht retten kann, diesem Recht widerstreite. So darf auch Zu Tode Verurteilten das Leben genommen werden.

Solange nicht behauptet wird, daß das Strafen selbst der Würde des Menschen widerstreite, muß gelten, daß ein gerechtes Bestrafen darin besteht, daß der Schwere der Straftat die Schwere der Strafe zu entsprechen habe. Die Ausgewogenheit ist das rechte Maß des Strafens. Die Waage ist so das Symbol der Gerechtigkeit, der Ausgewogenheit.

Wenn die Ermordung eines Menschen nicht mehr mit dem Tode bestraft wird, dann heißt das, daß ein Mord nicht mehr als so schwer angesehen wird, als daß es die Tötung des Mörders verlange. Der Mord wird eben „leicht“ genommen.Das heißt auch, daß der Wert eines Menschen als geringer eingeschätzt als wenn ein Mord zur Sühnung die Todesstrafe verlangt.(Seit den Weltkriegen mit ihren Millionen an Toten wird eben der Wert eines Menschen nicht mehr so hoch taxiert, er kann ja als eine Massenware leicht vernichtet werden.)

Wie viele Menschen werden wohl pro Jahr durch die Todesstrafe getötet und wie viele pro Jahr durch staatlich anerkannte Tötungen im Mutterleibe! Aber Papst Leo protestiert gegen die Todesstrafe, nicht aber gegen die Massentötung an den Kindern im Mutterleibe.Was soll den die Schuld der Ungeborenen sein, daß ihre Mütter sie zum Tode verurteilen dürfen? Gilt für sie das „Recht auf Leben“ nicht?

Aber der Papst sorgt sich um Schwerstkriminelle, daß die nicht zum Tode verurteilt werden dürften. Bezeichnend ist dabei, daß er mit keinem Worte der Opfer der Schwerstverbrecher gedenkt, hat denn ein Ermordeter kein Recht auf Gerechtigkeit?

Aber es drängt sich der Verdacht auf, daß wie schon sein Vorgänger so auch Papst Leo den Gedanken der Strafe ganz streichen will, als verlangte die Gerechtigkeit nicht eine Bestrafung des Täters.

Wie ein roter Faden durchzieht die ganze Bibel der Glaube, daß Gott die bösen Taten der Menschen bestraft, hier im Diesseits oder dann im Jenseits. Die Strafgerechtigkeit ist eben keine menschliche Willkürerfindung, sondern Gott straft durch den Staat um seiner Gerechtigkeit willen. So wie Gott der Kirche ihren Anteil am Recht zur Sündenvergebung gibt im Sakrament der Buße ausgeübt, so gibt Gott dem Staate als Staats-Gewalt einen Anteil am Recht, zu Tode zu verurteilen.Nicht verurteilt so der Staat aus einem Eigenrecht zu Tode, sondern dies Recht ist ihm von Gott selbst gegeben worden, wie Jesus Christus es selbst in seinem Dialog mit Pontius Pilatus lehrt: „Du hättest nicht das Recht, mich töten zu lassen, wenn es Dir nicht von Gott gegeben worden wäre!“

Ein Staat ohne die Ausübung der Todesstrafe ist so defizitär ein Staat wie eine Kirche defizitär wäre, wenn sie im Beichtstuhl nicht mehr die Sünden vergeben wollte in der irrigen Meinung, daß so wenig die Kirche die Vollmacht zur Sündenvergebung habe, so wenig der Staat das Recht zur Todesstrafe.

Außerdem: Wenn es dem Recht auf Leben widerstritte, einen Mörder zu Tode zu verurteilen, müßte es dann nicht auch dem Recht auf Leben widerstreiten, verurteilt Gott Sünder zur ewigen Verdammnis?

Dss "Nein" zur Todesstrafe widerspricht der hl.Schrift, der Lehre der Kirche und dem Urteil der Vernunft (Kant),und ist nur eine Willkürmeinung Papst Franziskus und seines ihm darin nachfolgendem Papstes. 



1Der Iran erlaubt eine „Abtreibung“ nur noch in extremen Aunahmefällen, den der Vergewaltigung, des Inzest und wemn das Leben der Mutter in Gefahr sei.

2. t-online am 10.10.2026.

3

Dienstag, 1. April 2025

Der Bürger muß in der Demokratie unter Aufsicht gestellt und wenn nöig,entmündigt werden plus Zusatz

 

Der Bürger muß in der Demokratie unter Aufsicht gestellt und wenn nöig,entmündigt werden


In Frankreich drohte Arges, daß die Partei von Marine Le Pen die nächsten Präsidentenschaftswahl gewinnen könnte.Das Volk lief Gefahr, in völliger Verblendung, die falsche Person. Frau Le Pen zu wählen, eine französische Patrioten,die als solcher für das Europa nicht tragbar ist. Aber ein französisches Gericht stoppte diesen Alptraum, in dem ihr für 5 Jahre das passive Wahlrecht entzogen wurde. Vgl dazu den Artikel der „Jungen Freiheit“ vom 31.3.2025 :“Marine Le Pen verurteilt – Wahlrecht abgesprochen.“

Das ist nun kein Einzelfall: In Rumänien gewann im ersten Wahlgang zum Entsetzen aller politisch Korrekten ein als prorussisch und rechtsextremistisch diffamierter Kandidat. Herr Georgescu die meisten Stimmen! Aber dann wurde dieser Wahlgang für ungültig erklärt mit der obskuren Begründung, daß es Internetseiten gegeben hätten, isb das vermaledeite „Tic-Toc“, wo Werbung für diesen Kandidaten gemacht worden sei und das sei ein manipulativer Eingriff in das Wahlgeschehen gewesen. Aber bei einer Neuansetzung der Wahl drohte wieder ein Erfolg dieses nicht prowestlichen Politikers. Da griff man zur Notbremse und das zur Wahlzulassung zuständige Gericht verbot diesem Politiker die Zulassung zur Präsidentenschaftswahl. Die Medien jubeln über diesen Sieg der wehrhaften Demokratie, selbst die rechtsradicale Partei: „Der 3.Weg“,da sie wie alle anderen Seriösen einen klar antirussischen Kurs fährt.

Wenn die Bürger drohen, ihr Wahlrecht zumißbrauchen, indem sie den Eurokraten Nichtgenehme wählen wollen, dann muß das eben verhindert werden.Die Kandidatur Falscher wird so eben einfach verhindert.

Der Fall eines übergriffigen Klassenlehrers soll hier nun das Eigentümliche dieses Demokratieverständnisses veranschaulichen: Ein Klassenlehrer wollte seine Schüler zu einem Mehrbücherlesen motivieren, indem er eine Klassenzimmerbibliotek einrichtete: Wir Schüler durften da von uns ausgewählte Bücher zum Ausleihen reinstellen, mit dem Gütesiegel, von einem Klassenkameraden empfohlen, versehen. Dann kam es aber zu einer Katastrophe: Immer mehr Comichefte tauchten in der Bibliothek auf und wurden, kaum hineingestellt, auch schon entliehen.Der Klassenlehrer zog ob dieses Mißbrauches die Notbremse und löste die Bibliothek auf.Das war pädagogisch nicht klug und übergriffig. Im Geiste der „wehrhaften Demokratie“ wäre es gewesen, hätte er eine Vorzensur eingeführt, daß nur von ihm Genehmigtes in die Bibliothek hineingestellt werden dürfe.

Das ist das Prinzip der wahren Demokratie: Solange nur wenige ihr Wahlrecht mißbrauchen, werden auch nach rechts oder nach links abweichende Parteien und Kandidaten zugelassen,besteht aber die Gefahr, daß die liberaldemokratischen Parteien, von linksliberal bis zu wirtschaftsliberal nicht mehr die Mehrheit der Stimmen auf sich ziehen können, dann müssen die Nichtliberalen verhindert werden, indem einfach wie in Rumänien und Frankreich deren Kandidatur verboten wird. In den USA mißlangen alle Versuche, Trump die Kandidatur zu verbieten, aber jetzt soll wenigstens eine dritte verhindert werden, damit das Volk nicht noch einmal den Falschen wählt.

Die die Macht Innehabenden bestimmen so, welche Parteien und Kandidaten das Volk wählen darf und läßt auch Inakzeptable zu, solange nur wenige für sie votieren. Wenn aber die Macht dieser demokratischen Blockparteien gefährdet ist, dann können die nicht zu diesem Block Gehörigen verboten werden, bzw ihnen ihre Kandidatur verboten werden. So wurde in Griechenland auf Druck der EU die europakritische Partei „Die Morgenröte“ verboten. Da die Verfassung Griechenlandes aber kein Parteienverbot kennt,mußte diese Partei erst als eine kriminelle Organisation verurteilt werden, die dann als solche verboten wurde. 

Wie sieht es nun diesezüglich in Deutschland aus? Es spricht einiges dafür, daß nun die einzig reale Oppositionspartei verboten werden soll. Die "Junge Freiheit" schreibt dazu am 1.4.2025 "Inzwischen haben die Fraktionsgeschäftsführer von Grünen und SPD angekündigt, einen Antrag auf Verbot der zweitstärksten Fraktion im Bundestag auf die Tagesordnung zu setzen, sobald der Verfassungsschutz sein Gutachten präsentiere. CDU-Chef Friedrich Merz signalisierte, er werde seinen Abgeordneten empfehlen, den Antrag zu unterstützen, wenn die Agenten im Auftrag des BMI die AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ einstufen.Nur mit den Stimmen der Unionsfraktion bekäme das Vorhaben eine Mehrheit im Parlament. SPD, Grüne und Linke stehen inzwischen nahezu geschlossen hinter dem Parteiverbot."

 

Grundlegend ist so der Generalverdacht, daß der mündige Staatsbürger seine Freiheit politisch mißbrauchen könnte und daß er so vor sich selbst zu beschützen ist: Es muß ihm also die Möglichkeit eines Mißbrauches genommen werden, wenn die Gefahr besteht, daß zu viele ihre Freiheit mißbrauchen. 

Als die türkische Regierung erwog, daß Volk selbst über die Wiedereinührung der Todesstrafe entscheiden zu lassen, erklärte die Eurokratie, daß, wenn diese Abstimmung durchgeführt würde, die Beitrittsverhandlungen zur EU mit der Türkei sofort beendet würden, da über eine so gewichtige Causa das Volk nicht selbst bestimmen dürfe.  

Die Feministin und Lebensgefährtin des Philosophen der Freiheit, J.P.Sartre,Simone de Beauvoir bringt das Problem des Mißbrauches der Freiheit so auf den Punkt : „Keine Frau sollte berechtigt sein, zu Hause zu bleiben und ihre Kinder zu erziehen. Die Gesellschaft sollte anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, gerade weil, wenn es eine solche Wahl gibt, zu viele Frauen diese Wahl treffen werden.“1 Damit also die Freiheit nicht mißbraucht werden kann, muß die Möglichkeit des Mißbrauchens verhindert werden: Jede Frau habe ihr Leben so frei zu bestimmen, wie es ihr der Feminismus vordiktiert. Deshalb wird jetzt ja auch in allen Medien gegen die Frauen gehetzt, die sich für ein traditionelles Frauenleben einsetzen, daß die Frau ihr Glück in der Liebe und in der Familie findet und nicht in erster Linie im Berufsleben. Kinderkriegen wollen, ist eben etwas Reaktionäres und Rechtes.

Also: Da der Mensch zu sehr zum Mißbrauch seiner Freiheit neigt, müsse eben die Demokratie ihnen beaufsichtigen, daß er auch wirklich denkt und handelt, wie es ihm die Eurokraten halt vorschreiben. So feiert die Demokratie in dem Verbot nichtgenehmer Kandidaten ihren größten Triumph, nur daß das in den USA mißlang, aber die können ja noch von Frankreich und Rumänien lernen! 

Zusatz

Gott erlaubte dagegen gar dem Teufel, im Paradies das Wort zu ergreifen. Das hätte Gott,wäre er demokratisch gesonnen, nicht getan. 



Montag, 19. August 2024

Ob Papst Franziskus über einiges besser Bescheid weiß als Gott selbst?

 

Ob Papst Franziskus über einiges besser Bescheid weiß als Gott selbst?


Eingedenk der Maxime König Ludwig XIV: „Der Staat bin ICH“ und Papst Franziskus Übernahme dieser Maxime: „ICH bin die kirche“ liegt es nahe, anzunehmen, daß dieser Papst auch in theologischen Sachfragen sich selbst größere Sachkompetenz zuspricht als Gott selbst. Es sei nur an seine fulminante Jesus Christus Kritik erinnert, daß der Sohn Gottes uns im Vater-Unser-Gebet falsch lehrte, als er uns zu beten empfahl: Gott, führe uns nicht in Versuchung!, obzwar das dem Gottesbild des Papstes widerspäche und demzufolge nicht rechtens sein kann.

Kath net berichtete am 19.8.2024 unter der Überschrift: „Papst:Todesstrafe vergiftet die Gesellschaft“ wohlbekannte Abstrusitäten des Papstes: "Die Todesstrafe ist keine Lösung angesichts der Gewalt, die unschuldige Menschen treffen kann. Hinrichtungen schaffen keine Gerechtigkeit, sondern nähren ein Gefühl der Rache, das zu einem gefährlichen Gift im Organismus unserer Gesellschaft wird."

Der Papst setzt hier die Gerechtigkeit als einen Oppositionsbegriff zu dem der Rache: die Gerechtigkeit wäre etwas Gesolltes und Erstrebenswertes, die Rache dagegen etwas Abzulehnendes und auf keinen Fall Gesolltes! Gott selbst aber urteilt in dieser Causa völlig anders: „Mein ist die Rache“. (Röm 12,19), ja Paulus schreibt hier gar vom Zorn Gottes. Für Gott gehören also die Gerechtigkeit, der Zorn und die Rache zusammen, wie auch immer das Verhältnis dieser 3 Größen zueinander zu bestimmen ist. Das liegt nun den Verdacht nahe, daß wenn der jetzige Papst von der Gerechtigkeit spricht, die etwas der Rache Entgegengesetztes sein soll, er damit nicht von der Gerechtigkeit spricht, die Gott meint, denn die steht nicht im Widerstreit zur Rache und auch nicht zum Zorn Gottes.

Es sei nun an einen Extremfall der Geschichte Gottes mit den Menschen erinnert: die Sintflut. Gott tötete die ganze Menschheit, nur acht Menschen ließ er überleben, da nur sie in seinen Augen gerecht waren. Das war Gottes Gericht über die sündigende Menschheit. Nach Papst Franziskus hätte Gott so niemals sein Gericht halten dürfen:Gott hätte doch die Möglichkeit zur Umkehr und Besserung den Menschen gewähren müssen. Außerdem müßten doch auch in Gottes Augen die vielen Kleinkinder als unschuldig gelten, die hätte er deshalb nicht ersäufen dürfen. Gerecht kann das nicht gewesen sein. Aber wie verhält es sich, wenn dies Strafgericht Gottes auch ein Zornes- und Rachegericht Gottes gewesen war?

Jeden Montag betet die Kirche in der Komplet: „Gott hat uns nicht für Gericht seines Zornes bestimmt“. (1.Thess,5,9f) Es gibt und es wird das Gericht des Zornes Gottes geben, es wird stattfinden, davon ist nicht nur der Apostelfürst Paulus überzeugt. Für Gott besteht also kein Widerspruch zwischen seinem Gericht der Gerechtigkeit, des Zornes und der Rache. Chesterton könnte uns auf die richtige Spur führen mit dieser Aussage: „Als ob Liebe zur Menschheit und Haß auf Unmenschlichkeit nicht miteinander vereinbar wären.“ (Orthodoxie, 2015, S.93). Weil Gott lieben kann, kann er auch hassen und zürnen, kann sein Gericht auch eines des Zornes und somit der Rache sein.

Nun straft auf Erden der Staat, auch dazu hat ihm Gott sein Schwert gegeben. Der Apostelfürst Paulus mahnt die Christen: „Rächt euch nicht selbst“. (Röm 12,19). Er sagt das aber nicht, weil das Rachenehmen etwas Unmoralisches wäre, sondern weil Gott das Rächen für sein Endgericht reserviert hat, sofern er nicht schon auf Erden straft und damit auch rächt. Die Mahnung gilt uns Christen als Privatpersonen, nicht aber für den Staat, der im Auftrage Gottes richtet und straft. Sowenig Paulus hiermit den Staat abschaffen wollte (vgl dazu Röm 13), sowenig will er damit dem Staate es verbieten, die Gerechtigkeit auch als eine Rache zu vollziehen!

Wenn Gott und sein Apostel Paulus von der Gerechtigkeit sprechen, dann ist für sie die Gerechtigkeit nichts die Rache Ausschließendes. Gerade der Vollzug der Todesstrafe zeigt in gößter Klarheit, daß die wahre Gerechtigkeit das Moment des Zornes und der Rache einschließt. Der Grund dafür ist, daß Gott als Liebender geglaubt wird, der deshalb auch ein Zürnender und Rächender sein kann, ja sogar denknotwendig sein muß, wenn seine Liebe wirklich ernst genommen wird. Eine Frau, die zu ihrem Ehemann sagte: „Dich liebe ich und weil ich Dich liebe, zürne ich Dir nicht, wenn Du mich mit Deiner Geliebten betrügst“, liebt ihren Mann in Wahrheit nicht! Sie wird auch ihrem Ehemann nicht einfach verzeihen, bereut er nicht diesen Betrug an ihr. Gott selbst nun stellt sich uns nämlich im ersten Gebot so dar: „Den ich, der Herr, dein Gott bin ein eifersüchtiger Gott.“ (2.Mose 19,5) Das Wortfeld: Eifersucht, Zorn und Rache mit all seinen Derivaten ist in der heutigen Kirche aussortiert, aber deshalb bleibt es doch wahr, daß Gott, gerade weil er ein Liebender ist, auch ein Eifersüchtiger, ein Zorniger und ein Rächender ist. Deshalb sind seine Gerichte auch Zornes- und Rachegerichte und darum vollzieht Gott selbst die Todesstrafe und will auch, daß der Staat so richtet. 

Anbei: Gerade in diesem Punkte zeigt sich eine wesentliche Differenz zwischen dem Gott der Philosophen und dem lebendigen Gott der christlichen Religion, den nach dem Urteil des Philosophen Heidegger die Metaphysik getötet hat.





Donnerstag, 18. April 2024

Kann in der Katholischen Kirche alles geändert werden? Papst Franziskus Willkürregiment

 

Kann in der Katholischen Kirche alles geändert werden? Papst Franziskus Willkürregiment


Daß Papst Franziskus nicht nur von Kath de sondern auch von vielen andern Modernisieren der Kirche kritisiert wird, daß er in manchem an der Lehre der Kirche festhält, statt sie weiterentwickelnd modernisiert, ist bekannt und so wundert es auch nicht, daß die Erklärung: „Dignitas infinita“ als zu traditionalistisch ausgefallen bekritelt wird.

Aber der Standpunktkommentar vom 18.4.2024 sieht optimistisch in die Zukunft, denn Papst Franziskus habe doch selbst bewiesen, daß die Kirche eine als verbindlich erklärte Lehre außer Kraft setzen könne, daß also das aktuell ausgeübte Lehramt über der hl. Schrift, der Tradition und dem Lehramt stünde und so im Prinzip alles revidieren könne. Daß das so möglich ist, habe der Papst bewiesen, indem er gegen die Lehre der Kirche nun die Todesstrafe als mit dem christlichen Glauben unvereinbar erklärte!

„Ursprünglich, 1993, wurde die Todesstrafe noch als Ultima ratio zugelassen, soweit "unblutige Mittel” nicht hinreichen, 1997 hatte Papst Johannes Paul II. in einer Revision des Katechismus festgestellt, dass es solche Fälle praktisch nicht mehr gibt. Pius XII. hatte 1952 noch erklärt, dass rechtmäßig zum Tode verurteilte sich selbst ihres Rechts auf Leben beraubt hätten, und im Katechismus von Pius X. stand 1908 noch klar, dass die Todesstrafe rechtmäßig sei. Pius IX. hat während seines Pontifikats im 19. Jahrhundert noch selbst Exekutionen genehmigt.“

Dem muß nur noch hinzugefügt werden, daß die hl.Schrift die Todesstrafe eindeutig bejaht,einmal indem Gott sie selbst vollzieht oder indem er andere mit ihrer Durchführung beauftragt und indem er dem Staate das Schwert gab, um damit auch die Todesstrafe zu vollziehen.Nicht nur die Kirche sondern auch der bedeutendste Philosoph der Aufklärung, Kant sprachen sich für die Legitimität der Todesstrafe aus.

Papst Franziskus demonstrierte nun tatsächlich mit seiner Verwerfung der Todesstrafe ein gefährliches Amtsverständnis, daß er als Papst über der Autorität der hl. Schrift, der Tradition und dem Lehramt stehend willkürlich neue Lehren diktieren kann.Der Papst gehorcht dabei ganz dem Zeitgeist,dem er die Lehre der Kirche vorbehaltlos unterwirft! Das macht allen Zeitgeistsurftheologen Hoffnung, daß unter der Parole des Weiterentwckelns jede bisher als wahr geltende kirchliche Lehre abgeschafft werden kann,nur daß Papst Franziskus von diesem Willkürrecht nicht genügend Gebrauch mache! Aber auch das macht eben Papst Franziskus Art des Regierens aus: Er kann eben auch Teile der Lehre der Kirche bejahen, statt sie abzuwickeln, er maßt sich aber auch an, sie, wo sie ihm nicht zusagt, willkürlich immer dem Zeitgeist folgend zu liquidieren.

Daß alles in der Kirche "weiterentwickelbar", das meint: abwickelbar sei, also als nicht mehr wahr verurteilt werden kann, präsumiert. daß  es  in der Kirche überhaupt keine Wahrheit als erkannte gibt. Die Verdemokratisierung der Kirche setzt voraus, daß nur als wahr gelten kann, was demokratisch hervorgebracht wird und erklärt gleichzeitig alles als wahr Anerkannte für jederzeit revidierbar, denn die Beschlüsse von Gestern  binden nicht die Jetzigen. Dächte man demokratisch,müßte ja das, was von allen zu allen Zeiten überall geglaubt wurde, von den Jetzigen anerkannt werden, weil es demokratisch so legitimiert ist, aber stattdessen wird den jeweils Jetzigen das Recht zugeschrieben, alles Frühere zu verwerfen,um das von ihnen Anerkannte als wahr gelten zu lassen, um somit alle Früheren ins Unrecht zu setzen. (Vgl zu dieser Causa: Chesterton, Orhodoxie)

Zusatz:

Die Entwürdigung des Menschen zeigt sich gerade in dem Nein zur Todessstrafe, daß die Ermordung eines Menschen als etwas so Geringfügiges angesehen wird, daß seine Sühnung nicht den Tod des Mörders verlangt um der Gerechtigkeit willen. Gerade weil Gott selbst um der Gerechtigkeit willen straft, ja zur ewigen Verdammnis verurteilt, hat auch der Staat um der Gerechtigkeit willen zu strafen, gerecht gemäß der Schwere des Verbrechens, der Norm der Gerechtigkeit als der Ausgewogenheit folgend.

Freitag, 8. Dezember 2023

Über den „Systemkrieg“- ein deutscher Militärbischof kämpft für den „Freien Westen“

Über den „Systemkrieg“- ein deutscher Militärbischof kämpft für den „Freien Westen“


„Fast zwei Jahre dauert der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine nun schon – und der Konflikt werde auch noch lange weitergehen, sagt Militärbischof Franz-Josef Overbeck. Die Frage sei, ob das totalitäre oder das demokratische System siege.“ So kämpferisch gibt sich der amtierende Militärbischof Overbeck: "Systemkrieg" in der Ukraine“ (Kath de am 5.12.2023). „Der Preis sei hoch – aber man müsse ihn zahlen.“

Hier revitalisiert sich die Sprache der „Kalten-Kriegsrhetorik“, als der „Freie Westen“ noch dem „Osten“, den kommunistischen Staaten unter der Führung der USA den Kampf ansagte bis dann diese Phase der Systemkonfrontation durch die Entspannungspolitik ersetzt wurde. 1989f implodierte dann die Sowjetunion und der Westen zelebrierte seinen Endsieg, ja das Ende der Geschichte wurde gar schon euphorisch ausgerufen, da nun der Liberalismus zu der einzigen Weltideologie aufgestiegen sei. Ganz enthusiasmiert von dem nun anbrechenden Reich des Friedens ließ man sich gar zu einer Falschübersetzung der Bergpredigt hinreißen: Statt richtig zu übersetzen: „Selig sind die Sanftmütigen“übersetzt die „Einheitsübersetzung nun: „Selig, die keine Gewalt anwenden“. (Mt 5,3)

Aber das gilt nun nicht mehr: Jetzt gälte es, die westliche Freiheit im Verbund mit der Ukraine gegen den russischen Totalitarismus zu verteidigen. Aber so stimmt das gar nicht, denn es geht diesem Militärbischof um den Sieg über den russischen Totalitarismus. Deshalb wird dieser Krieg auch „noch lange weitergehen“, ist doch die Strategie des Westens die, durch einen langwärigen Abnutzungskrieg die jetzige russische Regierung zu stürzen, um eine prowestliche so zu erwirken. Als Vorbild dient dabei wohl der Sturz des Zaren in der Folge des 1.Weltkrieges. Es geht also nicht primär um die Ukraine sondern um den Systemkrieg gegen Rußland. Nun ist aber da doch das sozialistische System abgeschafft, der Kapitalismus wieder eingeführt und die Regierung wird demokratisch gewählt. Aber Rußland steht trotzdem wieder auf der Anklagebank des Westens, weil Rußland eben nicht liberal-demokratisch regiert wird.

Der große Apologet des „Freien Westens“, zu dem sich der neomarxistische Philosoph Jürgen Habermas weiterentwickelte, erfaßt die Substanz dieser besten aller denkbaren Gesellschaftsordnungen tatsächlich so:

„Die Staaten Europas scheinen mit der Abschaffung der Todesstrafe, mit liberalen Abtreibungsregelungen,mit der Gleichberechtigung sexueller Orientierungen und der Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften,mit der unbedingten Ablehnung der Folter und allgemein mit der Privilegierung von Rechten gegenüber kollektiven Gütern, etwa der nationalen Sicherheit, alleine auf dem Wege voranzuschreiten,den sie seit den beiden Verfassungsrevolutionen des späten 18.Jahrhunderts mit den USA gemeinsam eingeschlagen hatten.“ „Religion in der Öffentlichkeit“ in:Habermas: „Zwischen Naturalismus und Religion“,2005,S.121.

Das ist also die Substanz des „demokratischen Systems“ gegen den russischen Totalitarismus, (der aber auch in Ungarn, Polen und allen rechten Parteien Europas seine Anhänger hat, ist wohl im Sinne dieses Philosophen zu ergänzen. Deshalb sind ja auch „Putinversteher“ Staatsfeinde. Auf der Internetseite: „Zuerst“ war am 24.November 2013 zu lesen: „Krieg der Wertesysteme: Rußland will LGBT-Bewegung als „extremistisch“ verbieten“. Das ist der russische Totalitarismus.

Welche Werte setzt nun dem der „Freie Westen“ entgegen? Er verbietet es, Schwerstverbrechen mit dem Tode zu bestrafen, bejaht es aber, daß jährlich zigtausende völlig unschuldige Kinder im Mutterleibe zum Tode verurteilt werden, der antiliberale Diktator Stalin dagegen verbot diese Kindestötungsart. Sex für alle mit jedem, das Recht dazu ist nun die große Errungenschaft des liberalen Westens! Was bedeutet dann aber die etwas mirakulöse Formulierung: „der Privilegierung von Rechten gegenüber kollektiven Gütern“? M.E meint das, daß Individualrechte nicht um des Gemeinwohles willen eingeschränkt werden dürfen. Das ist die antisoziale Substanz des Liberalismus als der Antithese zur Maxime: Gemeinwohl vor Eigennutz! Aus theologischer Sicht muß die Abschaffung der Todesstrafe negativ beurteilt werden, denn so wenig die Kirche auf das ihr von Gott gegebene Recht zur Sündenlossprechung verzichten darf, so wenig der Staat auf das ihm von Gott gegebene Recht zur Verhängung der Todesstrafe um der Gerechtigkeit willen.

Nun könnte aber eingewendet werden, der „Freie Westen“ verteidíge doch noch die Werte des christlichen Abendlandes gegen die russische Despotie. Nur, was haben die von diesem Philosophen hervorgehobenen Werte mit der christlichen Religion gemein? Zudem:In dem so geschmähten Rußland blüht die christliche Religion auf, während nicht nur in Deutschland sie zu verschwinden droht. In der liberalen USA darf gar die „Kirche des Satans“mit der christlichen Religion konkurrieren. Wenn das keine Werte sind, für die ein deutscher Militärbischof Krieg zu führen hat! Aber vor dem Zeitgeist bedingungslos zu kapitulieren empfiehlt er als „Reformbischof“. Irritierend, daß liberale Bischöfe sich in Puncto Romkritik: Was schehrt uns das Lehramt der Kirche wechselseitig überbieten, dem Staate gegenüber aber Heinrich Manns "Untertan" an Devotheit noch zu überbieten versuchen.

 Die Ukraine, ein liberaler westlicher Staat im Kampfe um die Freiheit

Die "Freie Welt" schreibt dazu:

"Ilja Kiwa, Oleg Popov und Michail Filiponenko von gedungenen Mördern getötet.Selenskij lässt Oppositionelle ermorden.Selenskij hat Angst um seine schwindende Macht. Diese Angst geht so weit, dass er jetzt sogar oppositionelle Politiker des Landes von gedungenen Mördern in den Reihen seines Geheimdienstes lynchen lässt. Ilja Kiwa und Oleg Popov sind beide tot.

 
»Wir können bestätigen, dass Kiwa nicht mehr existiert. Das gleiche Schicksal werde auch anderen Verrätern der Ukraine und Marionetten des Putin-Regimes widerfahren«, sagte Andrei Jusow, Sprecher des militärischen Geheimdienstes der Ukraine, dem ukrainischen Fernsehen."
 
 
                                      
 
 

 

 

 

Samstag, 10. Juni 2023

Verband befürwortet Selbstbestimmungsrecht von Frauen „kfd-Positionspapier: Sexarbeit ja, erzwungene Prostitution nein“

Verband befürwortet Selbstbestimmungsrecht von Frauen „kfd-Positionspapier: Sexarbeit ja, erzwungene Prostitution nein“ So faßt Kath de am 9.6.2023 prägnant die Kernaussage dieses Positionspapieres zusammen. Diese Position muß zum Widersprucheinlegen reizen. Das Selbstbestimmungsrecht erlaubt ja nicht, sich zum Sündigen zu entscheiden. Aber so klar das auch im ersten Moment erscheinen mag, so diffizil ist diese Causa doch. Es muß nämlich differenziert werden, was der Staat an Selbstbestimmung seinen Bürgern zubilligt und was die katholische Morallehre an Selbstbestimmung zubilligt. So gilt heutzutage die Berufstätigkeit einer Prostituierten als eine erlaubte Tätigkeit, sodaß der Vertrag eines Kunden mit einer Prostituierten: Geld für Sex nicht mehr als sittenwidrig. Eine Prostituierte kann so ein nichtgezahltes Honorar per Gericht einklagen, was nicht möglich wäre, gälte dieser Vertrag als sittenwidrig. Der Staat erlaubt so die Prostitution als eine Ausübung des Rechtes der freien Berufswahl. Das ist der Idee des Selbstbestimmungsrechtes subsumiert und gehört so zu den Grundrechten des Staatsbürgers. Die Morallehre der Kirche verurteilt nun eindeutig die Prostitution, da die Sexualität nur in der Ehe erlaubt ist und da es moralisch verwerflich ist, Sex als eine zu bezahlenden Dienstleistung anzubieten oder zu erkaufen. Nun könnte man die Position des kfd so lesen: Der Staat soll den Beruf der Prostitution weiterhin erlauben und Schutzmaßnahmen ergreifen, Frauen vor einer Zwangsprostituation zu schützen. Das wäre eine Position, die so auch von den 2 gewichtigsten Kirchenlehrern vertreten wird, dem hl. Augustin und dem hl. Thomas von Aquin. Ihr Argument lautet: Der Staat soll ein kleineres Übel zulassen, die Prostitution, um größere zu vermeiden. Die Kurzfassung: Gäbe es keine Prostitution ereigneten sich mehr sexuelle Übergriffe auf Frauen. Hart formuliert: Ein paar Frauen müßten unmoralisch leben, um die vielen Frauen vor der Männersexualität zu schützen. Umstritten ist nun selbstverständlich die These, daß die Tolerierung der Prostitution sexuelle Übergriffe auf Frauen reduzieren würde. Für diese These existieren keine Beweise aber auch keine Gegenbeweise. So ist zu fragen: Wie ist eine Causa zu entscheiden, wenn sie nicht auf Grund zuverlässiger Erkenntnisse entschieden werden kann? 1. Fall: Die Prostitution wird erlaubt, und die Erlaubnis führt zu weniger Übergriffen. 2. Fall: Die Prostitution wird erlaubt, und die Erlaubnis führt nicht zu weniger Übergriffen. 3. Fall: Die Prostitution wird verboten, und das führt zu mehr Übergriffen. 4. Fall: Die Prostitution wird verboten, und das führt nicht zu mehr Übergriffen. Der größte Schaden entstünde, wenn das Verbot der Prostitution zu mehr Übergriffen führen würde, der kleinere Schaden, wenn die Prostitution erlaubt wird, die Übergriffe aber nicht weniger würden. Nun weiß der Entscheider nicht, was die Folgen eines Verbotes oder einer Erlaubnis der Prostitution sind. Er kann dann nur sagen: Wo entstünde der größte Schaden? wenn ich eine falsche Entscheidung treffe. Wenn die Entscheidung, die Prostitution zu verbieten, falsch wäre, erhöhten sich die Anzahl der Übergriffe, wäre die Entscheidung, sie zu erlauben, falsch, würde die Anzahl der Übergriffe gleich bleiben, nur wäre dann das moralische Übel der Prostitution erlaubt. Das Ergebnis ist eindeutig: Wenn das Verbot der Prostitution eine Fehlentscheidung sein sollte, entsteht daraus der größere Schaden. Darum ist sie vom Staate zu erlauben.

Donnerstag, 24. März 2022

Die Politik und die Moral – kann „amoralische“ Politik legitim sein?

(auch zur Problematik einer christlichen Politik)



Machiavelli, der Politikberater schlechthin riet den Politikern,sie müßten „notfalls grausamer sein können als die Grausamen und verschlagener als die Verschlagenen“. Bernard Willms, Identität und Widerstand, Reden aus dem deutschen Elend, 2013, S.46. Solche Aussagen erwartet man, wenn man Machiavelli aufschlägt. Es ist eben bekannt und wohl auch zu bekannt, daß der Philosoph sich eben durch ein sehr negatives Menschenbild auszeichnet „Daß das Bild, das Machiavelli als Begründung seiner Politiktheorie hier von den Menschen zeichnete, ziemlich düster ausfallen mußte, weil die Wirklichkeit kein anderes Bild hergab,haben die Menschen ihm bis heute nicht verziehen.“ ,kommentiert Willms. (S.45)

Das ermöglicht nun allen Kritikern eine wohlfeile Entsorgung dieses politischen Denkens: Solch eine pessimistische Anthropologie sei durch nichts gerechtfertigt.Es drängt sich aber auch der Einwand auf, daß um der Realisierbarkeit der bürgerlich-revolutionären Ideale der Freiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit willen der Mensch optimistisch als von seiner Natur her zum Guten Geneigten zu präsumieren sei, daß er aufklärungswillig zu einer vernünftigen Lebensweise fähig sei, daß er vielleicht realiter gar nicht so ist.

Will so dieser politische Philosoph einfach eine amoralische Politik legitimieren und den Politkern raten, nur in ihren Sonntagsreden moralisch sich zu geben? Soll damit einfach die Politik, wie sie realiter betrieben wird, nun nachträglich noch von jeder moralischen Kritik befreit werden? Willms scharfe Kritik der Moralisierung der Politik, wie sie vor allem auf Kirchentagen inszeniert wird, könnte man nun wirklich als einen Aufruf zu einer moralfreien Politik verstehen. Unklar wäre dann nur, ob nach dem Urteil dieses Kritikers die heutige Politik moralfrei wäre, nur sie sich moralisch maskiert und diese Maskerade möge nun aufhören oder ob seinem Urteile nach, faktisch die vermoralisierte Politik endlich wieder in eine sachlich-realpolitische zu transformieren sei.

Aber wie nun, wenn so der ganze Ansatz Machiavellis mißverstanden werden würde. Zumindest präsentiert Willms hier eine ganz und gar ungewöhnliche Interpretation der politischen Philosophie Machiavellis:

„der Politiker müsse > sein Vaterland mehr lieben als seine Seele<.“ So wird dann diese These expliziert (S.46):

„Wer sich der Politik, das heißt der Arbeit am Frieden,am Wohlergehen und der Ordnung seines Vaterlandes hingibt, darf nur dieses sehen und muß das Notwendige ohne Rücksicht auf moralische Vorbehalte tun – das Vaterland ist seine objektive Aufgabe, aber seine Moral oder sein Seelenheil ist nur seine eigene Sache: Das Wohl des Ganzen gebietet andere Gesetze als die, nur seine eigene Seele in Sicherheit und Frieden zu halten.“

Zu lieben ist in der Regel eine moralische Handlung, sofern nicht geliebt wird, was nicht geliebt werden darf, wenn etwa wie König David ein Mann eine verheiratete Frau liebt, also ist sowohl die Liebe der Seele wie auch die Liebe zum eigenen Vaterland moralisch tugendhaft. In der Liebe zur eigenen Seele gründet sich die Sorge um das Seelenheil: Wie habe ich zu leben um meines Seelenheiles willen? Das Seelenheil wird also als ein gefährdetes Gut angesehen. Aus der Liebe zum eigenen Vaterlande entspringt nun auch die Sorge um das Wohlergehen des Vaterlandes.

Erst ob dieser zweifachen Liebe, der zur Seele und der zum Vaterlande kann es zu Konflikten kommen, daß das, was um des eigenen Seelenheiles willen zu tuen und zu unterlassen ist nicht in einen Einklang zu bringen ist mit dem, was um der Sorge um das Wohlergehen des Vaterlandes zu tuen und zu unterlassen ist. Wenn Jesus Christus lehrt, daß um des Seelenheiles willen der Feind zu lieben ist, so kann ein Staatsmann um des Wohlergehens seines Vaterlandes willen den es angreifenden Feind nicht lieben, sondern er wird gegen den angreifenden Feind Krieg führen. Der Philosoph urteilt hier nun, daß für einen christlichen Staatsmann es gilt, wenn er nicht seinem Seelenheil und dem Wohlergehen seines Volkes gleichermaßen Genüge tuen kann, er seiner Liebe zum Vaterlande die Priorität einräumen muß. Unter einer „moralischen“ Politik versteht so Machiavelli eine, die um das eigene Seelenheil besorgte das zum Wohle des Vaterlandes Notwendige nicht unternimmt, wenn diese Unternehmungen dem Seelenheil zuwider liefen.

Die Politik, die um des Vaterlandes willen vollbracht wird ist nun aber auch eine moralische, dient sie ja auch einem moralischen Ziele. Aber die Gesetze der Politik sind andere als die der Sorge um das Seelenheil. Jetzt bekommt das Verb: „hingeben“ aber auch der Begriff der „Aufgabe“ einen ganz eigentümlichen Klang. Indem der Politiker sich seiner „Aufgabe“ „hingibt“, seinem Vaterlande zu dienen, gibt er die Sorge um sein Seelenheil auf, er gibt sich „moralisch“ auf, das ist seine Selbstaufgabe als einer, der primär in der Sorge um sein Heil lebt, um sich ganz der Sorge um sein Vaterlande hinzugeben. Er opfert sich, seine Sorge um sein Heil um der Sorge um das Ganze willen, um das Vaterland willen. Das ist nun aber gerade eine zutiefst moralische Entscheidung, sich zu opfern für etwas Höheres als das eigene Seelenheil.

Plädiert Machiavelli so für eine zutiefst moralische Politik? Wenn Willms hier diesen Philosophen interpretiert, müßte dem zugestimmt werden. So könnte sich auch ein sehr radicaleres Verständnis der Aussage Jesu: „Es gibt keine größere Liebe als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,13) ergeben als die üblichen, daß gar der Verzicht auf die Sorge um das eigene Seelenheil mit dieser Hingabe, diesem Opfer gemeint ist. Zur Veranschaulichung möge man sich auf einer mikrokosmischen Ebene, nicht gleich der der Staatsführung, dies Problem vor Augen halten: Darf ein Christ das Amt des Henkers etwa in den USA oder in China ausüben? Verstößt er mit dieser Henkersaufgabe nicht gegen die Moral der Sorge um sein Seelenheil aber dient er mit dieser Aufgabe nicht dem Wohle des Vaterlandes, weil er in diesem Amt der Gerechtigkeit dient? Der Philosoph Machiavelli gibt hier eine klare Antwort – das ist wohl das Anstößige an seinem Denken weil sie so antiindividualistisch ausfällt mit seinem Vorrang des Allgemeinen, des Kollektiven. .



 

Samstag, 12. Februar 2022

Eine Versuchung: Die Welt mit dem Evangelium regieren zu wollen

(Auch ein Beitrag zum Thema: Asyl und zur Todesstrafe)


A.Gehlen kommentiert treffend Luthers 2 Reichelehre so: „Luthers Lehre wußte,daß der Mensch nicht >gut< ist und folglich die Liebe und Brüderlichkeit, unmittelbar in die Ordnungen der Welt eingemischt,eine blutige Demaskierung des guten Menschen ergeben würde“. Zitiert nach: M.Lichtmesz, Kann nur ein Gott uns retten?, 2017, S.218. Dies sei nun keineswegs ein lutherisches Lehrsondergut, aber Luther betont diese Einsicht wohl stärker als andere.So bringt es Luther dann selbst auf den Punkt:

„Darum ein ganzes Land oder die Welt mit dem Evangelio zu regieren sich überwinden, das ist eben, als wenn ein Hirt in seinem Stall zusammentäte Wölfe, Löwen,Adler,Schafe und ließe jegliches frei unter den anderen gehen.“ (S.218)

Die Reformation konnte eben auch deshalb so erfolgreich sein, weil sie eine Melange aus Wahrem und Unwahrem war. Was hier Luther geschrieben hat, dem muß unbedingt auch jeder Katholik zustimmen.

Liebe und Brüderlichkeit sind eben Prinzipien, mit denen die Welt nicht regiert werden kann. Warum eigentlich nicht? Weil dabei verkannt wird, wie wir Menschen wirklich sind. Kain war der Bruder von Abel aber das hielt ihn nicht davon ab, Abel zu töten.So darf die Liebe zum Nächsten nicht dazu führen, einem Verbrecher seine Sünden zu vergeben und ihn dann nicht mehr zu inhaftieren. Um der Gerechtigkeit willen verlangt das Verbrechen nach einer Bestrafung. Zudem müssen die Mitmenschen vor dem Verbrecher geschützt werden.

In der Bergpredigt lehrt Jesus gar: „Ego autem dico vobis, non resistere malo“= Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Böswilligem nicht widerstehen.“ Mt 5,39 Wenn das ein Staat zur Maxime seines Handelns erwählte, dieser Staat würde sich in eine Hölle auf Erden verwandeln, denn dann würden die Bösen von Tag zu Tag es immer schlimmer treiben, weil der Staat sich ihnen dann nicht widersetzen würde. Praktizierten alle Christen das, würde es in Bälde auf Erden keine Christen mehr geben, weil sie alle von ihren Feinden ausgerottet werden würden. Der Einheitsübersetzung ist gar dies non resistere malo so unerträglich, daß sie völlig falsch übersetzt: „Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand.“ Diese moraltheologisch interpretierte Übersetzung will sagen, daß wenn Mitmenschen Böses erleiden, dann diesem Bösen wohl zu widerstehen sei, nur in eigener Sache habe der Christ auf ein Widerstehen zu verzichten. Nur darf selbstverständlich eine Frau, will ein Mann sie vergewaltigen, dem Widerstand leisten, denn was für fürchterliche Folgen hätte es doch, wenn jede Christin sich an dieses Votum Jesu hielte.

Die Erde würde sich auch für die Christen in eine Hölle verwandeln, lebten sie das. Wenn man nun die Bergpredigt als zum Evangelium Dazugehöriges versteht, wird klar, warum nicht nur der Bundeskanzler Schmitt sondern alle vernünftigen Politiker es ablehnen, mit dem Evangelio zu regieren.

Es ist aber kritisch zu fragen, ob die Kirche immer sich an diese Einsicht gehalten hat und hält, daß das Evangelium aus der Politik herauszuhalten ist, daß der Staat eben mit dem Schwerte die Welt zu regieren habe. Es sei nur an die vielen kirchlichen Äußerungen zum Problem der „Flüchtlinge“ erinnert, in denen völlig blauäugig die unbegrenzte Aufnahme gefordert wird ohne daß über die Negativfolgen einer solchen Politik der offenen Grenzen nachgedacht wird. Das seien doch alles nur gute Menschen, die da lieb und brav unter und mit uns zusammen leben möchten. Daß durch eine unlimitierte Flüchtlingsaufnahme die Völker Europas mit ihren spezifischen Kulturen aufgelöst werden,davon wollen dann solche Liebesevangeliumsprediger nichts wissen. Die Nächstenliebe zu Wölfen kann eben nicht darin bestehen, ihnen einen Schlafplatz im Schafsstall zu gewähren.Prinzipieller: Das Evangelium als verkündete Liebe Gottes zu allen Menschen wird mißbraucht, wenn in seinem Namen etwa die Auflösung der göttlichen Schöpfungsordnungen, die der Familie und des Volkes gefordert werden.

Luther begreift eben auch den Staat oder wie er lieber schreibt: die Obrigkeit als Hirten ihres Volkes, das sie so vor den äußeren Feinden und oft noch viel mehr vor den inneren Feinden zu beschützen hat. In der euphorischen Gründungszeit der DDR meinte die SED noch, daß die Kriminalität so sehr ein Produkt der kapitalistischen Gesellschaft wäre, sodaß in sozialistischen Gesellschaften mit dem „neuen Menschen“ eigentlich keine Kriminalität mehr geben dürfe. Deshalb mußten anfänglich vom DDR-Fernsehen produzierte Kriminalfilme im kapitalistischen Westen spielen und nicht in der DDR. (Ein kleines filmisches Meisterwerk: „Die Spur führt in den 7.Himmel“- dieser Mehrteiler spielte dann in Wien!) Aber auch der DDR Staat wurde schnell realistisch und setzte dann die Volkspolizei gegen die Kriminalität im eigenen Lande ein!.

Dieser Realismus muß auch die Kirche in ihrem Verhältnis zum Staate bestimmen, daß eben das Schwert das Instrument staatlichen Regierens ist. Nun kann der Staat zwar übergriffig agieren, jetzt etwa, wenn die österreichische Regierung die Zwangsimpfung angeordnet hat, aber auch solche Tendenzen zum Totalitären dürfen die Kirche nicht davon abhalten, zumindest in diesem Punkte Luther recht zu geben. Es muß dann aber auch couragiert gefragt werden, ob es wirklich gut ist, daß nun fast alle westlichen Staaten auf die Todesstrafe verzichten. Ist nicht gerade diese Strafe das Zeichen dafür, daß der Staat im Dienste der Gerechtigkeit stehend dies sein Amt recht ausübt, gerade weil diese Strafe nicht kompatibel ist mit dem Evangelio! Aber gerade so widersetzt sich der Staat zum Wohle des Volkes dem Bösen.


 

Mittwoch, 3. November 2021

Papst Franziskus – ein Wolf im Schafspelz


Der Heiland selbst warnt uns: Hütet euch vor den falschen Propheten;sie kommen zu euch wie Schafe,in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. Mt, 7,15. Der Herr der Kirche läßt es also zu, daß solche Falschpropheten in die Kirche eindringen, Propheten, die dann von innen die Kirche zu zerstören versuchen. Im 1.Johannesbrief im 2.Kapitel wird dann sehr eindringlich vor Irrlehrern in der Kirche gewarnt. Sie lehren, daß Jesus nicht der Christus, der Sohn Gottes sei. Jeder, der nicht in der Lehre Christi bleibt, ist so ein Irrlehrer. 2.Johannesbrief, 7-10.

Wenn Irrlehrer in der Kirche auftreten können, ist es dann völlig ausgeschlossen, daß ein solcher nicht auch Papst werden könnte? – natürlich nur, wenn Jesus Christus, der Herr seiner Kirche das zuließe, denn gegen den Willen des allmächtigen Sohnes kann niemand das Papstamt innehaben.

3 gewichtige Punkte könnten für diese These eines Wolfes im Schafspelz auf dem Papstthron sprechen, aber dies ist ein Konjunktiv des Zweifels.

Der erste Punkt: Papst Franziskus lehrt, daß die Todesstrafe mit der Menschenwürde unvereinbar sei und darum ist sie abzuschaffen. In der hl. Schrift lesen wir aber, daß Gott selbst Mose aufforderte, die Todesstrafe an Verführern des Volkes zu vollziehen. (4.Mose 25,1-4) Hänge sie an den Galgen, „damit mein Grimm sich von Israel abwende.“ (V.4) Der Vulgatatext erlaubt auch die Übersetzung: ans Kreuz! Gott zürnt ob des Glaubensabfalles seines Volkes dem ganzen Volke, aber wenn Mose nun die Verführer des Volkes hinrichtet, will Gott seinen Zorn von dem ganzen Volke abwenden. Dies ist so eine deutliche Präfiguration des Karfreitages.

Wie kann nun aber Gott selbst die Todesstrafe einfordern, wenn sie der Menschenwürde widerspräche? Wußte Gott als der Kreator des Menschen etwa nicht, daß die Todesstrafe der Menschenwürde widerspricht? Das ist nun wirklich eine absurde Vorstellung. Noch ärger: Wie kann dann Jesus Christus im Endgericht Sünder zum ewigen Tod verurteilen, wenn die Todesstrafe der Würde des Menschen widerspräche? Papst Franziskus ist da dann auch konsequent, indem er in einem Gespräch mit seinem Freund Scalfari erklärt, daß die Hölle leer sei, weil die nicht in das ewige Leben Eingehenden einfach genichtet würden. Für sie würde also gelten, was Epikur so formuliert: Wenn Ich bin, ist der Tod nicht und wenn der Tod ist, bin Ich nicht, sodaß es meinen Tod nicht geben kann. Diese Todesvorstellung ist nun aber beim besten Willen nicht in Einklang zu bringen mit den Aussagen der Bibel über die Unterwelt (Sheul) und mit der Lehre über die Hölle.


Offenkundig will Papst Franziskus die Lehre der Kirche dem humanitaritischen Zeitgeist einpassen und so verurteilt er die Todesstrafe eindeutig gegen die hl.Schrift und die Lehre der Kirche, die er in diesem Punkte einfach außer Kraft setzen will. Daß Kant, der Philosoph der Aufklärung vehement für die Todesstrafe votierte, wird dann auch völlig ignoriert, obgleich es immer eine gute Praxis der Kirche ward, die Stimmen der Philosophie mitzubeachten.


Der zweite Punkt: Papst Franziskus erklärt, daß die Vaterunserbitte: Gott, führe uns nicht in Versuchung, ein nicht akzeptables Gottesverständnis, daß Gott in Versuchung führen könne, beinhalte. Deshalb müsse hier das von dem Sohn Gottes uns selbst gelehrte Gebet verändert werden. Eventuell rekurriert hier der Papst auf die neuesten Erkenntnisse des jetzigen Generals der Jesuiten, daß zu den Lebzeiten Jesu es noch keine technischen Aufnahmegeräte gab, er auch aramäisch gesprochen habe, sodaß die jetzt in den Evangelien anzutreffenden Jesusworte nicht hundertprozentig sicher Jesus richtig wiedergäben! Der griechische Text ist hier eindeutig, ganz wörtlich übersetzt: Trage uns nicht hinein in die Versuchung! Der Papst kann so unmöglich seine favorisierten „Übersetzungen“, etwa: Lasse nicht zu, daß wir in eine Versuchung geraten!“ als Übersetzung des Griechischen, gar einer besseren verkaufen.

Papst Franziskus konstatiert hier, daß er eben besser über Gott Bescheid weiß als der Sohn Gottes! Das Gottesbild des Papstes wird so zur Norm für die Katholische Kirche, wenn dies dem Gottesbild Jesu widerspricht.


Der dritte Punkt: Papst Franziskus erklärt in einem Gespräch mit seinem Freund Scalfari, daß Jesus Christus nicht der Sohn Gottes sei, sondern eben nur ein außergewöhnlicher Mensch. Scalfari publizierte dies und bis heute hat Papst Franziskus dies nicht als eine Falschmeldung dementiert.

Meine Thesen dazu:

Erstens nutzt der Papst die Gespräche mit diesem Freund dazu aus, Modernisierungsvorhaben in der Lehre der Kirche zu publizieren, um zu prüfen, wie groß der Widerstand und der Protest gegen sie ist. So signalisiert der Papst aber auch, was seiner Meinung nach in der Lehre der Kirche verändert werden muß, damit die Kirche zukunftsfähig wird.

Zweitens will Papst Franziskus eine Cooperation aller Religionen und aller Menschen guten Willens – wahrscheinlich sind damit Atheisten gemeint, die auf die Stimme ihres Gewissens hören - im Kampf um eine neue gerechtere und geschwisterliche Weltordnung. Damit in diesem Erwirken dieser neuen Weltordnung die Katholische Kirche auf gleicher Augenhöhe mit allen anderen Religionen wirken kann, muß sie christologisch abrüsten- so hieß es in dem christlich-jüdischen Dialog, daß wir Christen keinen mit der Synagoge führen könnten, solange wir daran festhielten, Jesus als den Sohn Gottes zu glauben. Damit alle Religionen sich wechselseitig als gleich wahr anerkennen können, muß so die Katholische Kirche auf den Glauben, daß Jesus der Sohn Gottes ist, verzichten. Die Vergleichgültigung aller Religionen gehört dann konstitutiv auch zur neuen Weltordnung dazu, nicht nur, um die geschwisterliche Welt hervorzubringen, sondern auch, damit nicht Wahrheitsansprüche: „Meine Religion ist wahrer als Deine“ die Geschwisterlichkeit beeinträchtigen können.

Aus Jesus Christus Aussage: „Ich bin der Weg zum Vater“ muß so die Aussage werden: Jesus ist einer von sehr vielen Wegen zum Vater, denn so viele Religionen es gibt, so viele Wege existieren. Damit Jesu Weg nun aber nicht als ein privilegierter zu stehen kommt, muß aus dem Gottessohn Jesus ein bloßer Mensch werden, der rein menschlich uns einen Weg zu Gott aufzeigt.

Muß angesichts dieser drei Punkte von einem Papst als einem Wolf in einem Schafspelz gesprochen werden, kann so geurteilt werden oder ist das ein zu hartes Urteil? 

 

Zusatz:

Papst Franziskus enttäuscht zusehens den linksliberalen Katholizismus, weil er mit seinem Programm einer politischen Linksausrichtung der Kirche mit dem Primärziel, daß alle Religionen und alle Menschen guten Willens (Linke) gemeinsam eine bessere Welt erwirken sollen, eine geschwisterliche, gerechte, solidarische etc  den Zielen des linksliberalen Katholizmus: Kampf dem Zölibat, die Errichtung des Frauenpriestertumes und der Demokratisierung der Kirche, dem Sex für alle reserviert gegenübersteht, weil er so eine größere Aufgabe für die Kirche sieht.  

































Papst Franziskus – ein Wolf im Schafspelz?


Der Heiland selbst warnt uns: Hütet euch vor den falschen Propheten;sie kommen zu euch wie Schafe,in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. Mt, 7,15. Der Herr der Kirche läßt es also zu, daß solche Falschpropheten in die Kirche eindringen, Propheten, die dann von innen die Kirche zu zerstören versuchen. Im 1.Johannesbrief im 2.Kapitel wird dann sehr eindringlich vor Irrlehrern in der Kirche gewarnt. Sie lehren, daß Jesus nicht der Christus, der Sohn Gottes sei. Jeder, der nicht in der Lehre Christi bleibt, ist so ein Irrlehrer. 2.Johannesbrief, 7-10.

Wenn Irrlehrer in der Kirche auftreten können, ist es dann völlig ausgeschlossen, daß ein solcher nicht auch Papst werden könnte? – natürlich nur, wenn Jesus Christus, der Herr seiner Kirche das zuließe, denn gegen den Willen des allmächtigen Sohnes kann niemand das Papstamt innehaben.

3 gewichtige Punkte könnten für diese These eines Wolfes im Schafspelz auf dem Papstthron sprechen, aber dies ist ein Konjunktiv des Zweifels.

Der erste Punkt: Papst Franziskus lehrt, daß die Todesstrafe mit der Menschenwürde unvereinbar sei und darum ist sie abzuschaffen. In der hl. Schrift lesen wir aber, daß Gott selbst Mose aufforderte, die Todesstrafe an Verführern des Volkes zu vollziehen. (4.Mose 25,1-4) Hänge sie an den Galgen, „damit mein Grimm sich von Israel abwende.“ (V.4) Der Vulgatatext erlaubt auch die Übersetzung: ans Kreuz! Gott zürnt ob des Glaubensabfalles seines Volkes dem ganzen Volke, aber wenn Mose nun die Verführer des Volkes hinrichtet, will Gott seinen Zorn von dem ganzen Volke abwenden. Dies ist so eine deutliche Präfiguration des Karfreitages.

Wie kann nun aber Gott selbst die Todesstrafe einfordern, wenn sie der Menschenwürde widerspräche? Wußte Gott als der Kreator des Menschen etwa nicht, daß die Todesstrafe der Menschenwürde widerspricht? Das ist nun wirklich eine absurde Vorstellung. Noch ärger: Wie kann dann Jesus Christus im Endgericht Sünder zum ewigen Tod verurteilen, wenn die Todesstrafe der Würde des Menschen widerspräche? Papst Franziskus ist da dann auch konsequent, indem er in einem Gespräch mit seinem Freund Scalfari erklärt, daß die Hölle leer sei, weil die nicht in das ewige Leben Eingehenden einfach genichtet würden. Für sie würde also gelten, was Epikur so formuliert: Wenn Ich bin, ist der Tod nicht und wenn der Tod ist, bin Ich nicht, sodaß es meinen Tod nicht geben kann. Diese Todesvorstellung ist nun aber beim besten Willen nicht in Einklang zu bringen mit den Aussagen der Bibel über die Unterwelt (Sheul) und mit der Lehre über die Hölle.


Offenkundig will Papst Franziskus die Lehre der Kirche dem humanitaritischen Zeitgeist einpassen und so verurteilt er die Todesstrafe eindeutig gegen die hl.Schrift und die Lehre der Kirche, die er in diesem Punkte einfach außer Kraft setzen will. Daß Kant, der Philosoph der Aufklärung vehement für die Todesstrafe votierte, wird dann auch völlig ignoriert, obgleich es immer eine gute Praxis der Kirche ward, die Stimmen der Philosophie mitzubeachten.


Der zweite Punkt: Papst Franziskus erklärt, daß die Vaterunserbitte: Gott, führe uns nicht in Versuchung, ein nicht akzeptables Gottesverständnis, daß Gott in Versuchung führen könne, beinhalte. Deshalb müsse hier das von dem Sohn Gottes uns selbst gelehrte Gebet verändert werden. Eventuell rekurriert hier der Papst auf die neuesten Erkenntnisse des jetzigen Generals der Jesuiten, daß zu den Lebzeiten Jesu es noch keine technischen Aufnahmegeräte gab, er auch aramäisch gesprochen habe, sodaß die jetzt in den Evangelien anzutreffenden Jesusworte nicht hundertprozentig sicher Jesus richtig wiedergäben! Der griechische Text ist hier eindeutig, ganz wörtlich übersetzt: Trage uns nicht hinein in die Versuchung! Der Papst kann so unmöglich seine favorisierten „Übersetzungen“, etwa: Lasse nicht zu, daß wir in eine Versuchung geraten!“ als Übersetzung des Griechischen, gar einer besseren verkaufen.

Papst Franziskus konstatiert hier, daß er eben besser über Gott Bescheid weiß als der Sohn Gottes! Das Gottesbild des Papstes wird so zur Norm für die Katholische Kirche, wenn dies dem Gottesbild Jesu widerspricht.


Der dritte Punkt: Papst Franziskus erklärt in einem Gespräch mit seinem Freund Scalfari, daß Jesus Christus nicht der Sohn Gottes sei, sondern eben nur ein außergewöhnlicher Mensch. Scalfari publizierte dies und bis heute hat Papst Franziskus dies nicht als eine Falschmeldung dementiert.

Meine Thesen dazu:

Erstens nutzt der Papst die Gespräche mit diesem Freund dazu aus, Modernisierungsvorhaben in der Lehre der Kirche zu publizieren, um zu prüfen, wie groß der Widerstand und der Protest gegen sie ist. So signalisiert der Papst aber auch, was seiner Meinung nach in der Lehre der Kirche verändert werden muß, damit die Kirche zukunftsfähig wird.

Zweitens will Papst Franziskus eine Cooperation aller Religionen und aller Menschen guten Willens – wahrscheinlich sind damit Atheisten gemeint, die auf die Stimme ihres Gewissens hören - im Kampf um eine neue gerechtere und geschwisterliche Weltordnung. Damit in diesem Erwirken dieser neuen Weltordnung die Katholische Kirche auf gleicher Augenhöhe mit allen anderen Religionen wirken kann, muß sie christologisch abrüsten- so hieß es in dem christlich-jüdischen Dialog, daß wir Christen keinen mit der Synagoge führen könnten, solange wir daran festhielten, Jesus als den Sohn Gottes zu glauben. Damit alle Religionen sich wechselseitig als gleich wahr anerkennen können, muß so die Katholische Kirche auf den Glauben, daß Jesus der Sohn Gottes ist, verzichten. Die Vergleichgültigung aller Religionen gehört dann konstitutiv auch zur neuen Weltordnung dazu, nicht nur, um die geschwisterliche Welt hervorzubringen, sondern auch, damit nicht Wahrheitsansprüche: „Meine Religion ist wahrer als Deine“ die Geschwisterlichkeit beeinträchtigen können.

Aus Jesus Christus Aussage: „Ich bin der Weg zum Vater“ muß so die Aussage werden: Jesus ist einer von sehr vielen Wegen zum Vater, denn so viele Religionen es gibt, so viele Wege existieren. Damit Jesu Weg nun aber nicht als ein privilegierter zu stehen kommt, muß aus dem Gottessohn Jesus ein bloßer Mensch werden, der rein menschlich uns einen Weg zu Gott aufzeigt.

Muß angesichts dieser drei Punkte von einem Papst als einem Wolf in einem Schafspelz gesprochen werden, kann so geurteilt werden oder ist das ein zu hartes Urteil?