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Dienstag, 20. April 2021

Rassist ist, wer sich gegen das Frauenpriestertum ausspricht!



Wer nicht für die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche eintritt, ist nach Überzeugung der Tübinger Theologin Johanna Rahner "ein Rassist". Es gehe nicht an, von der gleichen Würde von Frauen und Männern zu sprechen, ihnen aber nicht die gleichen Rechte einzuräumen.“ (7.4.2021)

So steht es tatsächlich auf der quasi offiziellen Internetseite der Deutschen Bischöfe geschrieben. Für diese „Theologin“ ist also die Frau eine Rasse. Dann behauptet sie noch, daß das Kirchenrecht mit seinem Ausschluß der Frauen vom Priesteramt dem Grundgesetz widerspräche. Daß die Kirche der modernen Gesellschaft gleichzuschalten ist, ist wohl das Zentralanliegen der „Kirchenreformer“. Nur wird dabei geflissentlich überlesen, daß der Staat den Kirchen, aber auch politischen Parteien sagen wir einmal einen Sonderstatus zubilligt. So darf eine politische Partei bei Stellenausschreibungen Bewerber mit einem anderen Parteibuch ausschließen, obwohl doch niemand nach dem Grundgesetz ob seiner politischen Einstellung diskriminiert werden darf. Auch können Zeitungen Bewerber auf Stellenausschreibungen ablehnen, wenn die politische Position des Bewerbers nicht zur Tendenz der Zeitung paßt. Für die Kirche ist so ihr legitimes Recht, einen Nichtchristen oder Atheisten als Bewerber für eine Stelle als Seelsorger aber auch Mitarbeiter in der Verwaltung abzulehnen.

Diese Rechte billigt das Grundgesetz der Kirche wie auch bestimmten anderen Organisationen zu. Der Staat ist eben kein totalitärer, sodaß er eine völlige Gleichförmigkeit aller Organisationen mit ihm verlangt. Aber so einen totalitären Staat ersehnen sich eben die „Kirchenreformer“, um so das Eigenrecht der Kirche abzuschaffen.

Schon im „Syllabus“ verurteilte Papst Pius IX diese Lehre: „In einem Gesetzeskonflikt beider Gewalten hat das bürgerliche Recht Vorrang.“ (Denzinger, Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen 2005, Nr.2942). Wenn das bürgerliche Gesetz mit dem Kirchenrecht in Konflikt gerät, dann ist dem kirchlichen und nicht dem weltlichen zu gehorchen. Die modernistische Theologie dagegen wollte schon Ende des 19.Jahrhundertes die Unterwerfung der Ordnung der Kirche unter den Staat. Schon damals erschien Reformkatholiken die Staatsordnung als progressiver als die Kirchenordnung, sodaß eine Gleichschaltung der Kirchenordnung mit der Staatsordnung erstrebt wurde.Die Forderung nach der Verdemokratisierung der Kirche ist so ganz aus diesem Geist des Modernismus, die Kirche dem Staate zu unterwerfen.

In dem ebenfalls auf Kath de publizierten Artikel: „Die Katholische Kirche ist längst gespalten“ (24.7.2019) bekannte sie sich ja selbst offenherzig zur Häresie des Modernismus:

Der im 19. Jahrhundert wurzelnde prinzipielle Gegensatz von Katholizismus und Moderne müsse "einkassiert" werden, so die Theologin. Die Kirche müsse dazu von ihrer Ideologie Abschied nehmen, eine übergeschichtliche Größe zu sein. Alles, was in ihr existiere, sei geworden und könne damit auch anders werden.“

Hier sagt sie ja zu den Grundsätzen dieser Häresie, daß die Lehre der Kirche nur ein zeitgeschichtlich bedingtes Produkt ist, daß die Lehre nicht in der Offenbarung Gottes fundiert sei und so eine übergeschichtliche Wahrheit ausdrücke, und daß deshalb alles in der Kirche verändert werden dürfe. Es gibt keine Wahrheit, nur zeitgeschichtliche Meinungen, was wahr sein könnte und diese Meinungen können jederzeit revidiert werden. Sollte einmal der Zeitgeist den Rassismus wieder bejahen, könnte dann auch die Kirche sich rassistisch organisieren, das tut sie jetzt nur nicht, weil momentan der Antirassismus vom Zeitgeist her ihr vorgegeben ist.

Zutreffend ist aber die Wahrnehmung, daß die Kirche trotz des energischen Kampfes der Päpste wider den Modernismus eine faktisch gespaltene Kirche sei, denn es hat sich diese Häresie nach dem 2.Vaticanum fest in der Kirche etabliert und so spaltet sie die Kirche.

Für die Behauptung, daß Frauen eine Rasse seien, dafür hat diese „Theologin“ aber wirklich den „Hein-Blöd-Preis“ verdient!

 

Samstag, 27. März 2021

Auch ohne "Kompostierhaufen": Die kirchliche Lehre muss sich ändern

 (es reicht eben nicht die Anpassung der kirchlichen Praxis an den Zeitgeist, auch die Lehre muß modernisiert (=entkatholisiert) werden)



So titel der altbewährte Kämpfer gegen „Rechts“ und alles „Conservative“ A. Püttmann, um eine erfolgreiche Strategie zur Bekämpfung der Katholischen Kirche zu empfehlen. Die Kampfstrategie: „Die Auflösung des Dilemmas zwischen kirchlichem Wahrheitsanspruch und Korrekturen der Lehre erfolge durch "Kompostierung", fand mein katholisch-konservativer Staatsrechtsprofessor: Statt überholte Doktrinen zu widerrufen, bislang "Rechtgläubige" zu desavouieren und eigene Autorität zu riskieren, predige man einfach kaum noch darüber, kleide sie sprachlich wohlklingender ein, ergänze eine kleine Konzession, interpretiere um und lasse langsam eine neue Lehrschicht über die alte wachsen. Am Ende sei etwa vergessen, dass die Kirche früher heftig gegen die Menschenrechte opponierte.“

Diese Strategie empfiehlt so dieser Tarnkappenrevoluzzer auch für die Causa der Segnung von homosexuellen Paaren. Nicht sollten die Deformer bilderstürmisch vorgehen gegen die Lehre der Kirche, sondern sie subversiv aushöhlen. Den Tod nicht mehr für Zeitgenossen akzeptabler Kirchenlehren erreiche man eben am effektivsten, wenn man sie nicht mehr predigt und nicht mehr lehrt. Dann könne man dazu übergehen, sie behutsam umzuformulieren, daß sie wohlklingender werden und schlußendlich sie umzuinterpretieren. So könne erfolgreich die Lehre der Kirche ausgehöhlt und durch etwas Zeitgeistgemäßeres ersetzt werden.

Die kirchliche Lehre muss sich ändern“, diese These ist nun nicht neu. Warum muß sie sich ändern, bleibt hier aber unreflektiert, weil dieser Artikel schon auf eine Leserschaft zugeschnitten ist, denen diese Kampfparole so selbstverständlich ist, daß sie nicht mehr begründet werden braucht. Es ist eben für dies Theologieverständnis eine Selbstverständlichkeit, daß alles, was die Kirche lehrt, zeit(geist)geschichtlich bedingt ist und so stets der sich verändernden Zeit neu eingepaßt werden muß. Kirchliche Wahrheiten verfügen eben nur über eine relative Haltbarkeit, bis sie abgelaufen aus dem Verkehr gezogen werden müssen, nur eben nicht so, daß Conservative und Traditionalisten das merken.

Montag, 10. September 2018

Kundenorientierte Seelsorge- oder welches Schwein hättens denn gerne?

"Willkommen! Gehet ein in Frieden! / Hier wird kein Freund vom Freund geschieden. / Es kommt so manches Schaf herein, / Warum nicht auch ein braves Schwein!" / Da grunzte das Schwein, die Englein sangen. / So sind sie beide hineingegangen." Dieses Gedichtlein stammt von dem großen Humoristen Wilhelm Busch. Aber was für einen Mißbrauch betreibt wird damit auf katholisch de getrieben! 
So lesen wir am 10.9. 2018 im Standpunktkommentar: "Traurig, dass sich die Kirchen nach wie vor dem Thema christliche Tierbestattung nicht annehmen. Tiere sind Geschöpfe wie der Mensch, von Gott geliebt. Beide verbindet damit grundsätzlich viel mehr, als sie voneinander trennt. Beide gehen "voran auf das gemeinsame Ziel zu, das Gott ist, in einer transzendenten Fülle, wo der auferstandene Christus alles umgreift und erleuchtet". Und der Mensch "ist berufen, alle Geschöpfe zu ihrem Schöpfer zurückzuführen", schreibt Papst Franziskus (Laudato si, Nr. 83)."
Der Autor, ist der Leiter des  Referates Erwachsenenseelsorge beim Bischöflich Münsterschen Offizialat in Vechta,  meint allen Ernstes, daß sein Anliegen für christliche Tierbestattungen zu werben, auch durch dieses Busch-Gedicht zu legitimieren sei!
O, Graus! Ja, es gibt Leser, die, finden sie als Gebrauchsanweisung unter dem Text fett geschrieben nicht den Vermerk: Das ist Ironie! dann erkennen sie sie nicht, weil sie blind für sie sind. Spätestens beim braven Schwein ist die ironisch humoristische Ausrichtung nicht mehr überlesbar. Wäre hier mit dem Schwein das Tier gemeint, ergäbe braves Schwein keinen Sinn, denn es gibt wohl brave Hunde, damit sind zum Gehorchen geneigte gemeint aber keine braven Schweine. Ist das Wort als auf  Menschen bezogen aufzufassen, dann meint dies eindeutig Menschen, die äußerst unmoralisch leben. Daß so Lebende in den Himmel kämen, ist dann eine Persiflage auf die christliche Lehre vom Himmel. Aber das Gedicht wird noch deutlicher: Die himmlische Liturgie wird hier persifliert durch die Vorstellung, diese Liturgie wäre eine Kakophonie von Engelsgesang und dem Gegrunze von Schweinen. Der christliche Himmel ist so ein Schweinehimmel! 
Wie immer Wilhelm Busch als Privatmensch zur christlichen Religion gestanden haben mag, dieses Gedicht macht sich nur lustig über den Christenhimmel, den es als Schweine(stall)himmel abqualifiert: Grunzende Schweine im Himmel! 
Eine theologische Rechtfertigung für ein christliches Begräbnis gibt es natürlich nicht und solange die Kirche nicht Hunde und Schweine als Kirchenmitglieder aufnimmt- dann müßten sie aber auch getauft werden und das ist theologisch völlig absurd- können so auch Tiere nicht christlich beerdigt werden. 
Tiere können und werden gesegnet, aber das ist bezogen auf die Fruchtbarkeit der Tiere, daß sie viel und gesunden Nachwuchs hervorbringen und so ist diese Tiersegnungspraxis in der Landwirtschaft sehr sinnvoll, aber mit Gottes Liebe zu den Tieren hat das nichts zu tuen.

Zu dem Papst Franziskus Zitat muß leider gesagt werden, daß dieser Papst bei seiner Vielrederei und auch in seinen Schrifttum stets so sehr um Popularität bemüht ist, daß das eben zu Lasten der theologischen Wahrheit geht. Als popularistischer Papst nimmt er es eben nicht so genau mit der hl. Schrift und der Lehre der Kirche, Hauptsache er kommt an in den Medien und bei den Menschen. So ist fast jeder theologischer Unsinn mit irgendeinem Papst Franziskus Zitat legitimierbar.   
So ist ja schon die Vorstellung, daß die Tiere von Gott getrennt seiend durch uns Menschen zu Gott zurückzuführen, völlig absurd, denn a) können Tiere sich nicht durch ihr Sündigen von Gott entfernen, weil sie gar nicht sündigen können, noch können sie b) durch ein menschliches Handeln zu Gott zurückgeführt werden. Wenn denn Tiere im Himmel sein könnten, dann allein durch Gottes Wirken, aber nicht durch ein menschliches Tuen. Da es aber in der ganzen Bibel noch in der Lehre der Kirche je gesagt wurde, daß Tiere in das ewige Leben eingehen können, ist diese Vorstellung unwahr.
Aber damit stehen wir vor dem eigentlichen Problem dieser "Pseudoseelsorge", die eben nicht mehr mit Pilatus nach der Wahrheit frägt, sondern mit ihm ausruft: Liebe Mitbürger, sagt mir, was ihr wollt und ich mache es für euch. Wollt ihr Christus kreuzigen, ich kreuzige ihn, wollt ihr christliche Begräbnisse für Hunde und Schweine, ihr bekommt sie, wollt ihr hören, daß euer Lieblingskaninchen in den Himmel kommt, wir sagen euch: Es kommt in den Himmel und wenn ihr eure Schwiegermutter nicht im Himmel wiedersehen möchtet sondern lieber grunzende Schweine, dann bekommt ihr auch die!  


Zusatz: 
 "heute" eine österreichische Zeitung meldete am 28.Juli 2017, daß die "Nachfrage"nach "religiöse Tierbestattungen" steige und bedauerte, daß die Kirche diesem Kundenwunsch nicht nachkäme. Dazu gab es dann diese Umfrage und jeder moderne Theologe weiß ja, daß aus solchen Umfrageergebnissen Gott direkt zu uns spricht: Deus dixit!

Umfrage
Sind religiöse Tierbestattungen eine gute Idee?
63 %
37 %
0 %
Insgesamt 134 Teilnehmer

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Zivilisation , Kultur und Religion- ein Orientierungsversuch

Was ist Zivilisation, was ist Kultur und wie verhält sich die Religion dazu? Hier gibt es sicher mehr Meinungen als Kalenderblätter- nur eines ist gewiß, daß hier wir uns Klarheit verschaffen müssen, auch um die Religion adäquat begreifen zu können. Alexander Dugin präsentiert nun in seinem Buch: "Die vierte politische Theorie" eine Orientierungsskizze zu dieser Problematik. Traditionell unterscheide man verschiedene Phasen der Menschheitsentwickelung, die der "Wildheit", der " Bar barei" und der "Zivilisation". ( 1. Auflage 2013, S.109) Anfänglich lebten die Menschen als Jäger und Sammler wild, dann kam die Phase der "Barbarei": analphabetische Gesellschaften, " die sich mit Landwirtschaft der einfachsten Art und Rinderzucht beschäftigten, ohne eine klare Arbeitsteilung oder die Entwicklung sozialpolitischer Institutionen zu besitzen." (S.109)
"Zivilisation" das steht dann für das geschriebene Wort, Städte, Handwerk, technische Verbesserungen, Klassenbildung und "entwickelte theologische und religiöse Systeme " treten hervor. (S.109) Daß aber die Religion erst in der Phase der Zivilisation erscheinen soll, ist unvorstellbar. Auch wenn man kein Anhänger feministischer Theologie ist, kann man zumindest in einem Punkte ihr zustimmen, daß in der Zeit, bevor der Mensch anfing, Ackerbau zu betreiben und Tiere zu züchten matriachale Religionen vorherrschend waren, da der Zusammenhang zwischen Säen und Ernten nicht bekannt war und auch nicht der zwischen dem geschlechtlichen Fortpflanzungsakt und der Geburt von Nachwuchs. Die Fruchtbarkeit der Erde wie die der Frau ließen also den Glauben an weibliche Gottheiten entstehen, da das Weibliche für die Fruchtbarkeit steht. Als nun aber die Bedeutung des Geschlechtsverkehres für die Zucht von Tieren und die Notwendigkeit des Aussäens für die Ernte erfaßt wurde, wurde das Männliche als das Produktive und das Weibliche als das rein Empfangene verstanden (in das was eingesät wurde) und die Götter wurden männlich. Die Konstante ist dabei, daß das Göttliche für das Produktive, das Hervorbringende steht und so der "Geschlechtswandel" der Götter sich erklären läßt. 
Aber eines ist so klar: Auch in der wilden Zeit gab es praktizierte Religion und so wahrscheinlich schon eine erste Arbeitsteilung, die von Priestern und Nichtpriestern, daß eben nur besonders Eingeweihte die religiösen Kulthandlungen erfolgsversprechend vollziehen konnten. 
Dugin schlägt nun gar vor, die Begriffe Zivilisation und Kultur synonym zu gebrauchen (S.111). Aber das scheint mir kein guter Rat zu sein. Wo Religion ist, da ist Kultur, aber nicht immer lebte der Mensch  zivilisiert. Ob man nicht Zivilisation und Kultur so distinguieren sollte, daß die Zivilisation  einen bestimmten Grad der Naturbeherrschung durch den Menschen meint, daß das Verhältnis zur Natur ein technisches ist (und der Mensch sich selbst durch Technik zu beherrschen anfängt, daß der Mensch zusehens zum Cyborg wird) und daß die Kultur sein geistiges Leben meint: Religion, Kunst und Moral.(Es ist wohl anzunehmen, daß ursprünglich die Kunst in der Religion praktiziert wurde und sich später erst von  ihr emanzipierte.)
Nun gibt es Relationen von der Zivilisation und der Kultur: Wenn der Mensch seine gesamte Aktivität auf den Erwerb des zum Leben Notwendigen kaprizieren muß, wird er schwerlich Kultur hervorbringen können. Wenn aber der Mensch als Jäger und Sammler erfolgreich genug ist, daß einige anderes als jagen und sammeln  müssen, dürften die ersten kulturellen Praktiken hervorgebracht worden sein, wahrscheinlich von Priestern. Versteht man magische Praktiken als Vorstufe religiöser Kulthandlungen, ist es wohl einsichtig, daß dafür besonders Talentierte und Qualifizierte von Nöten waren, daß hier vielleicht die erste Arbeitsteilung vorlag, die die Differenz und Bezogenheit von Zivilisation und Kultur anzeigt: Der Jagdzauben ist eine Kulturpraxis, dient aber der Naturbeherrschung. Als  Zivilisation kann dann die Phase der Naturbeherrschung verstanden werden, wo Magie und Religion keine Faktoren der Naturbeherrschung mehr sind, weil diese nun rein technisch gestaltet wird. 
So kann man- gegen eine überspannte Modernismuskritik bei Dugin- den Fortschritt in der Beherrschung der Natur und damit auch des Menschen nicht  bestreiten, aber das gilt nicht so für einen vermeintlichen kulturellen Fortschritt. Oswald Spenglers These von der Zivilisation als der Untergangsphase jeder Kultur, könnte man dann auch so deuten, daß die Kultur in rein technisch sich verstehenden Zeiten untergeht, die Kultur sich sozusagen nihilistisch auflöst.  
Sagen wir es einfach: Der Steinzeitmensch erschlug seinen Nächsten mit einem unbearbeiteten Stein, der moderne Mensch erschießt ihn mit einer Pistole. Der technische Fortschritt  ist unverkennbar, aber kulturell ist hier wenig an Fortschritt zu erkennen, wenn man zur Kultur das moralische Verhalten der Menschen dazuzählt. 
Einfach veranschaulicht: Das Wasserklosett ist eine wunderbare zivilisatorische Hervorbringung, die das Leben erleichtert, aber die an den Wänden niedergeschriebenen  Klosprüche erreichen mitnichten das Niveau von Aphorismen  Nitzsches oder die Qualität von Goethes Gedichten!    

Corollarium 1
Die Moderne möchte ich so als eine spezifische Kultur verstehen, als den Versuch, daß der Mensch das von Gott Erhoffte, die Erlösung, als seine Aufgabe versteht, daß die Religion aufgehoben werden soll, indem ihre Erlösungsverheißungen als Entwicklungsaufgabe des Menschen verstanden wurde. Die Postmoderne signalisiert das Ende, das Verblassen des Glaubens an die Erlösbarkeit des Menschen durch den Menschen, als der radicalste Versuch der Selbsterlösung im Scheitern des kommunistischen Sozialismus 1989  endgültig endete. Vielleicht war Josef Stalin so der letzte wirklich moderne Mensch, der Geschichte wirksam gestaltete.  

Corollarium 2
Zur Zivilisation gehört es so konstitutiv, daß der Mensch sich selbst auch als Naturwesen begreift, das er durch die Technik als das Medium der Naturbeherrschung selbst beherrschen will.  Da er aber immer auch Geist, Seele ist, ist er aber auch immer jenseits der Natur und so kulturfähig.  
  

Samstag, 23. Dezember 2017

Tradition- Nein Danke!- Frucht des Modernismus?

"Geschichte wird verstanden als ein einstimmiger und monotoner Prozeß des technischen und sozialen Fortschrittes, der Weg der wachsenden Befreiung aller Individuen von allen Arten kollektiver Identitäten.Demensprechend werden Tradition und Konservatismus als  Freiheitsbeschränkungen betrachtet und sollten abgelehnt werden." Alexander Dugin, Die vierte politische Theorie, 2013, S.79.Der Modernismus ist so Fortschrittsglaube, der Glaube an Entwickelung, Wachstum und Evolution.Es ist der historische Optimismus, der das Fundament der drei großen Ideologien des 20.Jahrhundertes bildete, den Liberalismus, den Kommunismus und den Faschismus- so Dugin. 
Noch heute rekurrieren die Begriffe: conservativ, progressiv-fortschittlich und reaktionär auf dies geschichtsphilosophische Weltbild, daß der Anfang dunkel und primitiv gewesen sei und daß seit dem die Geschichte eine der Erhellung und der Erleuchtung sei: Alles wird besser. Ja, wer Reform sagt, meint eben damit nicht, was der Begriff eigentlich meint, daß etwas sich von seinem Ursprunge entfernt hat und zu seinem Ursprung zurückgeführt werden soll, daß etwas Deformiertes in seine Ursprungsform zurückgeformt wird. Stattdessen meint der Begriff, daß man der allgemeinen Entwickelung Rechnung tragend nun den Fortschritt mitvollzieht. Die Zeit schreitet voran, vom kläglichen Anfang bis zum hellen Ende und da muß man eben mitmaschieren, der goldenen Zukunft entgegen.
Das heißt für die Kirche und ihre Theologie, daß sie sich auch permanent zu modernisieren hat- die Tradition ist schon,weil sie eine Überlieferung ist, unwahr, weil immer nur das Neue das Wahre sein kann, bis daß auch es wieder véraltet. 
Der Siegeszug des Modernismus in seiner linksliberalen Form ist so nach dem Reformkonzil   unlösbar mit dieser Geschichtsphilosophie verbunden. Inhaltlich ist dieser Moderismus gefüllt mit drei zentralen Gehalten: dem Willen zur Universalisierung der freien Marktwirtschaft, der Demokratie und der Menschenrechtsideologie (Vgl: S.75) 
So soll, ginge es nach den modernistischen Reformern die Kirche eigentlich nur noch diese drei Größen verkündigen als ihr Evangelium, nämlich als Gott gewollte Ordnung.
Fragen wir nüchtern: Verkündet die Kirche denn wirklich noch etwas anderes? Ist das nicht die so viel beklagte Politisierung der Kirche, der die Verkündigung der Menschnrechtsideologie ihr Evangelium geworden ist? Konkreter: In wie vielen Weihnachtspredigten wird wohl statt der Menschwerdung Gottes verkündigt werden: Weil Jesus ein Flüchling war, müssen wir nun alle Flüchtlinge aufnehmen und jeder Kritiker als Ungläubiger verteufelt! Asyl für jeden, denn das sei ein Menschenrecht.  
Die Demokratie ist nun für die Kirche tödlich, da die Kirche nur demokratisch werden kann, wenn sie ihren Monarchen entthront. Und die Marktwirtschaftsideologíe bedeutet für die Kirche, daß sie sich als ein Religionsserviceunternehmen neben anderen gleichberechigt versteht, sodaß es nicht mehr die wahre Religion und die unwahren gibt, sondern nur noch gleichberechtigte Anbieter. 
Aber das ist die Modernisierung der Kirche als Einpassung in dies geschichtsphilosphische Denken, daß alle Tradition, weil sie Tradition ist, schon immer das Veraltete ist, daß alle Identitäten aufzulösen seien, bis nur noch nackte Individuen übrigbleiben, die frei sich ankleiden sollen, wie es ihnen beliebt.  
   

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Der Papst liebt alle Religionen, nur ihre Fundamentalisten nicht!

"Religion ist kein erfundenes Theater, sondern entsteht aus der menschlichen Unruhe, aus sich herauszugehen und dem absoluten Gott zu begegnen." Auf diese Weise seien alle großen Religionen entstanden." Papst Franziskus neueste Erkenntnisse über die Religion. (Kath net am 19.12.2017). Daß Religion ist, gründet sich also aus der menschlichen Unruhe. Wahrscheinlich dachte der Papst dabei an Augustins Votum: Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir“ (Confessiones/Bekenntnisse, I, 1,1).Der hl. Augustin meint damit das Ruhen in Gott. 
Trotzdem sind Anfragen erlaubt. Sind denn die Religionen wirklich Produkte des Menschen, daß er sie hervorbringt? Ist denn nicht vielmehr die Religion die Antwort Gottes auf unsere Unruhe? Wenn die Praxis der Religion eine spezifische Kommunikation zwischen Gott und dem Menschen ist, dann agiert der Mensch in ihr, aber doch wohl als Reaktion eines Offenbarens von Gott oder von Engeln oder überhaupt von übernatürlichen Kräften. Legt man das Begegnungsschema zu Grunde, wäre der Mensch zuerst als Du in der Religion, als ein Adressat einer göttlichen Mitteilung oder zumindest einer Erscheinung, wobei sich Gott als ein vom Menschen Ansprechbares erweist, indem Gott den Menschen anspricht. 
Jede der drei monotheistischen Religionen setzt Gott als Ich voraus, das zu Menschen Du sagt. Ist das aber der absolute Gott? Gehört dieser Begriff nicht eher in die Religionsphilosophie? Denn für jede Religon ist ja Gott ein Subjekt, das gerade auch Objekt unseres Handelns ist: Gott werden Opfer und Gebete dargebracht, er spricht zu Menschen durch Zeichen und Visionen. Gott erscheint Menschen. Auch paßt der Terminus des Aussichherausgehens nicht so recht, denn die Mystik ist nicht das Primäre der Religion, daß der Mensch aus sich herausgehend dann in Gott ruht, sondern daß Gott im religiösen Kult sein Gegenüber bleibt, dem er opfert, den er anbetet und bittet um etwas.Paßt es zum Verständnis eines absoluten Gottes, daß er sich in Beziehung zu Menschen setzt und daß er dann auch noch kontingent sich zum Verhalten des Menschen ihm gegenüber verhält, daß er Gebete und Opfer annehmen aber auch verwerfen kann?
Gibt es nicht vom Philosophen Heidegger diese sinnvolle Unterscheidung, daß man zum Gott der Philosophen nicht beten und ihm nicht opfern kann und ist das nicht gerade der absolute Gott?
Es legt sich ja der Verdacht nahe, daß die Philosophie des deutschen Idealismus gerade von Gott als dem Absoluten sprach (etwa Fichte und Hegel), um so den religiösen Kult zu kritisieren, der ja Gott "beeinflussen" will, meinend, daß Gott menschliche Opfer und Gebete erhören könne. Erhören bedeutet da ja, daß Gott etwas wollte, aber um des Opfers und Gebetes willen, dann etwas anderes will. Meint dagegen nicht die Absolutheit Gottes, daß er nicht durch menschliches Tuen veranlaßt werden kann, sein Wollen und Tuen zu ändern? 
Wenn das Wesen der magischen Praxis das ist, übernatürliche Kräfte und damit auch Götter für den Menschen dienstbar zu machen, daß der Mensch das Göttliche beherrscht und für sich instrumentalisiert, dann läßt die religiöse Praxis Gott Herr sein, hoffend aber darauf, daß Gott menschliche Opfer annimmt und Gebete erhört. Das Ende jeder religiösen Praxis wäre nun ein  Gott, der so absolut ist, daß er kein Opfer annehmen und kein Gebet erhören kann, wie es zum Beispiel der modernistische Jesuit  Keller vertritt, (Vgl dazu mein Buch: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott) um so zu beweisen, daß Jesus Anliegen das der Abschaffung der Religion war. Für diesen Jesuiten ist Gott, weil er der Absolute ist, der Tod aller Religion. Es käme allein auf die gelebte Humanität an!
Papst Franziskus sagt damit aber auch, daß alle Religionen somit gleich wahr und unwahr sind, weil alle das Produkt menschlicher Unruhe sind. Aber nun will der Papst hier doch Unterscheidungen einführen. Wir ahnen schon, worauf es hinausläuft: Alle Religionen sind gut, aber in jeder gibt es die bösen Fundamentalisten und die sind der dunkle Flecken in jeder Religion, die Unwahrheit in jeder wahren Religion. Was ist dann das Kriterium einer wahren Religion? Daß sie praktizierte Nächstenliebe ist! Kath info zitiert am 19.12. des Jahres Papst Franziskus so:
"Ein religiöser Glaube, der dich nicht wachsen lässt oder dich nicht in den Dienst für die Armen nimmt, ist unreif."Das Nichtwachsenlassen bezieht der Papst wohl auf die fundamentalistische Möglichkeit in jeder Religion und den Dienst an den Armen als das Kriterium wahrer Religion schöpft der Papst wohl aus der Suppenküche  (marxistischer) Befreiungtheologien. 
Wo bisher die Kirche die wahre von den falschen Religionen unterschied, revolutioniert der Papst dies durch die Unterscheidung, daß alle Religionen wahr sind, weil sie das Produkt des unruhigen Herzens in der Sehnsucht nach der Ruhe in Gott sind, und daß in jeder Religion die Möglichkeit zu ihrer Perversion steckt, daß sie fundamentalistisch entartet. Das ist dann ein Religionsverständnis, daß dogmatistisch sich verhärtet und so kein Sichweiterentwickeln zuläßt und das keine Vorrangoption für die Armen der Welt kennt.  
Das ist die knappeste Formulierung für den linksliberalen Katholizismus, der in jedem Linksliberalen jeder anderen Religion einen Glaubensbruder sieht und nur einen Feind kennt, den Fundamentalisten bzw. Traditionalisten.     

     

Samstag, 16. Dezember 2017

Die christliche Religion der modernen Weltsicht anpassen?

In den 9 Reformthesen von "Christ in der Gegenwart" (44/2017) wird mal wieder die alte Leier von der Notwendigkeit, den "christlichen Glauben" der modernen Welt anzupassen, weil die "moderne Welterfahrung" damit nicht kompatibel sei, angestimmt. Originell ist das nicht, gehört das doch zum Standardprogramm des Modernismus. Der "Zusammenbruch mythologish-magischer Sichtweisen" wird da deklariert, um so die Forderung zu erheben, daß das Christentum auch zu entmythologisieren sei. Der protestantische Entmythologisierungsexperte Rudol Bultmann würde sich sicher über diese posthume Würdigung freuen, hätte er nicht auch die Vorstellung von einem Leben nach dem Tode entmythologisiert, sodaß er diese posthume Würdigung gar nicht mehr genießen kann, weil tot ist tot.
Aber sein Programm lebt noch. 
Nur, was ist denn von diesem  Popanz zu halten? Wenn der christliche Glaube war ist, warum sollte er dann einer modernen Weltsicht eingepaßt werden. Diese Einpassung wäre dann wohl ein Verlust an Wahrheit. Das wäre vergleichbar dem Phänomen, daß im Anfang des Rechenunterrichtes, die Schüler sollen das Subtrahieren erlernen, die Lehrerin die Schülerfrage, was den 2 weniger 3 sei, respondiert mit: "Das geht nicht!", weil sie die Tafelklässler nicht mit dem Rechnen mit negativen Zahlen überfordern will. Die negativen Zahlen, -1 als richtige Antwort, wird auf später verschoben. Die ganze Wahrheit wäre eben zu anspruchsvoll für den modernen Menschen.
Anders verhielte es sich, löste ich den christlichen Glauben in zwei Teile auf, den wahren Kern und drumherum zeitbedingte Vorstellungen. Dann hieße das Urteil, daß die christliche Religion ihre Wahrheit immer in zeitgeistbedingten Weltanschauungen ausdrücke und daß jetzt der wahre Kern in einer anderen, der modernen Weltanschauung neu ausgedrückt werden müsse.  Faktisch reduziert sich dieser Ansatz darauf, alle dem modernen Menschen Nichtbehagliche aus der Religion zu eliminßieren, um nur noch das ihm Zusagende zu behalten. Das heißt einfach: Die Kirche soll ihren Glauben marktgerecht produzieren und auf Unverkäufliches verzichten. (Das ist das Entmythologsierungsprogramm markwirtschaftlich begriffen.)
Aber was sollen wir uns den denken bei dem Begriff einer mythologisch-magischen Sichtweise ? Wie nun, wenn wir den Verdacht hegen, daß zum Wesen der Religion eine "mythologisch-magische Sichtweise" konstitutiv dazugehört? 
Fangen wir mal ganz langsam an und wenden uns der Idealwissenschaft der Moderne zu, der Mathematik. Nehmen wir ein simples Beispiel aus ihr. Wenn ich 1000 Euro auf meinem Konto habe, 1100 abhebe, wieviel muß ich einzahlen, um Null Geld auf dem Konto zu haben. 1000 - 1100 + x= 0. Zahle ich 100 Euro auf meine Konto ein, habe ich Null Euro auf dem Konto. Dies Problem kann ich im Rahmen der Mathematik nur lösen, wenn ich die Menge der Zahlen, in der diese Operation durchzuführen ist, so wähle, daß die Negativzahlen dazugehören. -100 verstehe ich dann als Schulden. 
Wenn ich gefragt werde: Der Verein X hat 1000 Mitglieder, 1100 sind ausgetreten, wieviel müssen eintreten, damit der Verein 0 Mitglieder hat, dann  ist diese Frage sinnlos, weil jetzt die Aussage 1000 - 1100 sinnwidrig ist. Es können nicht mehr austreten als es Mitglieder gibt, es kann so keine Negativmitglieder geben, also darf ich hier nur mit positiven Zahlen operieren. 
Also, je nachdem wähle ich eine bestimmte Zahlenmenge, in der ich dann die Operationen durchführen möchte.   
Nun kann ich, je nachdem welches Problem ich lösen möchte, die Menge der Elemente wählen, mit deren Hilfe ich das Problem lösen will. Frage ich mich zum Beispiel: Wie sollte ich jetzt den Bauern in diesem Schachspiel, das ich gerade spiele, setzen?, dann ist es sinnlos in einem Fachbuch über Agrarwissenschaften nachzuschlagen und auch ist es nicht sinnvoll, im Katholischen Katechismus nachzulesen. Ich werde die Lösung also nur finden, wenn ich frage: Welche Züge sind im Rahmen des Schachspieles erlaubte, mögliche Züge, (das ist die Summe aller möglichen Elemente) um dann den sinnvollsten Zug zu suchen und das ist der, der mich dem Endziel einer jeden Schachpartie, den anderen König Schachmatt zu setzen näher bringt.  
Es gibt also Probleme und ich wähle dann die Weltsicht oder eine Teilwelt (als Summe aller möglichen Elemente zur Lösung des Problemes), in der ich das Problem adäquat lösen kann. 
Ist nun die moderne Weltsicht eine mögliche, um bestimmte Probleme zu lösen, und gibt es daneben auch noch andere Weltsichten, die eben nützlich sind zur Lösung von Problemen, wozu die moderne Weltsicht nicht adäquat ist. Dann nähme man ein rein ideologisches Verhältnis zur modernen Weltsicht ein, deklarierte man das moderne Weltbild als das einzig legitime. Das wäre so, als erklärte der Mathematikdozent, daß es für das Problem: Was ist 1 geteilt durch  3 keine legitime Antwort gäbe, da es keine Dezimalzahl gäbe, die mit 3 multipliziert 1 ergäbe und Eindrittel als richtige Antwort er a priori ausgeschlossen hat. 
Nun gibt es Phänome, wie das, daß Gebete erhört werden, die nur adäquat begriffen werden können, wenn man in der Summe aller möglichen Elemente, die man wählt, um dies Phänomen zu erklären, auch Gott zuläßt als in der Welt handelndes Subjekt.
Frägt man mich, ob Bayern München auch dieses Jahr Fußballmeister werden wird, dann urteile ich: mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit: Ja. Für diese Prognostik brauche ich nicht Gott als mögliches Handlungssubjekt zur Beantwortung dieser Frage in Betracht zu ziehen.
Frägt man mich aber, warum Kaiser Konstantin das Christentum faktisch schon zur Staatsreligion erhob, dann verweise ich auf den Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea und seine Darstellung dieses Ereignisses und urteile, daß ohne das mögliche Element, daß auch Gott ein in der Geschichte handeln könnendes Subjekt ist, dies Ereignis weniger gut als mit es zu erklären ist.   Wenn nun andere urteilen, daß auch dies Ereignis ohne das mögliche Element: Gott ist als in der Geschichte handeln könnendes Subjekt anzusehen, dann stoßen wir auf das allgemein bekannte Phänomen, das Probleme in verschiedenen Wissenschaften anders gelöst werden. So wird die Soziologie das Phänomen des Alkoholismus anders betrachten als etwa die Psychologie. Je, welche Vorstellungsmenge ich wähle, (das System der Soziologie mit seinen Elementen und Regeln oder das der Psychologie), komme ich zu einer anderen Wahrnehmung des Problemes.
Und so ist die "mythologisch-magische Sichtweise" eben immer auch eine mögliche neben anderen. Frage ich zum Beispiel nach dem Anfang der Menschheitsgeschichte, daß es überhaupt eine gibt und es nicht nur eine Naturgeschichte gibt, der dann der Mensch einzuordnen ist, dann kann dieser Anfang nur ein vorgeschichtlicher sein, denn der Anfang kann nicht das voraussetzen, was es erst das Produkt dieses Anfanges ist. Nur der Mythos kann so erzählen, wie es überhaupt zu dem Phänomen, daß es eine Menschheitsgeschichte gibt, erklären. Das leistet die christliche Religion durch die mythologische Erzählung vom Sündenfall. Dieser Ursprung der Geschichte des Menschen kann nun selbst nicht die Geschichtswissenschaft zu ihrem Gegenstand haben, denn sie setzt immer schon das voraus, daß es Geschichte gibt. 
(Vgl hierzu auch Hegels Interpretation vom Sündenfall und Schellings These von der Urtat des Menschen in seiner Freiheitsschrift; diese 2 Belege um zu zeigen, daß diese These auf der Höhe modernen Philosophierens sich befindet!) Ohne einen Mythos können wir das Daß der Geschichte des Menschen nicht denken; es gäbe nur eine Naturgeschichte.
Und wenn man den Begriff des Magischen nicht eng faßt, wird man keine religiöse Praxis ohne eine magische Weltsicht verstehen können, wenn unter dem religiösen Kult verstanden wird, daß Gott oder Götter menschliches Tuen zum Anlaß nehmen, ihr Tuen zu verändern im Sinne der so agierenden Menschen. Kant verurteilt in seiner Schrift über die Religion in den Grenzen der bloßen Vernunft jeden religiösen Kult als "Afterdienst", als magische Praxis und zerstört so jede Religion, indem er sie auflöst in praktiziertem Humanismus. Das ist der Tod jeder Religion.  
Aber es gibt kein zwingendes Argument,Gott als Gebete und Opfer erhören könnendes Subjekt aus jeder Weltsicht als Element, die das Anliegen hat, auch die Religionen als Problem wahrnehmend zu begreifen, auszuschließen.
Anbei: Daß es das Es, das Ich und das Überich gibt, ist wissenschaftlich unbeweisbar, aber es gibt die Psychologie, die auf Freud aufbauend viele Probleme löst, indem sie sie mit diesen 3 Instanzen erklärt. Es wäre nun ein Verlust für die Wissenschaft, schlösse man diese 3 Elemente zur Erklärung von bestimmten Problemen aus, bloß weil diese 3 Größen empirisch nicht nachgewiesen werden können.   
These: Die moderne Weltsicht wird nur dann der christlichen Religion zum Problem, wenn sie sich als einzig legitime versteht, sie also zu einer doktrinären Ideologie wird! 
Realiter ist sie eine mögliche von vielen und es ist kein Problem, daß je nach Problem die oder eine andere Weltsicht gewählt wird, um etwas zu begreifen.
Eine mythologisch-magische kann dann neben der modernen existieren, wie die Soziologie neben der Psychologie existiert oder wie bestimmte Probleme nur in der Menge der positiven Zahlen und andere nur in der Menge einschließlich der negativen  oder gar der imaginären Zahlen gelöst werden können. Es gibt aber immer nur Lösungen für Probleme in einer bestimmten gewählten Welt- oder Teilweltansicht, wie man auch keine mathematische Rechenoperation ohne eine dazu gewählte Zahlenmenge durchführen kann.    

Zusatz 1:
So gibt es auch keinen zwingenden Grund, etwa a priori in der Betrachtung der Menschheitgeschichte- man denke an die Sudien von Erich von Däniken oder von Armin Risi, auszuschließen, daß Außerirdsche oder übernatürliche Kräfte in dieser Geschichte mitgewirkt haben könnten. Es müßte sich nur zeigen lassen, daß mit der Zulassung solcher Subjekte als in der Geschichte möglicherweise Agierende bestimmte Ereignisse besser als ohne diese erklärbar sind.  
Und in der Alltagspraxis: Wer liest nicht etwa Edgar Allen Poe, Lovecraft und Stephen King, um zumindestens während des Lesens Übernatürliches als möglich Reales zu akzeptieren! Oder man denke an ein Meisterwerk deutscher Romantik: E.T. A. Hoffmanns Elixiere des Teufels!  Sollte man all das der modernen Weltsicht opfern?  

Zusatz 2:
Als kleine Laudatio auf den genialen Schriftsteller Lovecraft lasse ich ihn hier selbst zu Wort kommen:


Die größte Gnade auf dieser Welt ist, so scheint es mir, das Nichtvermögen des menschlichen Geistes, all ihre inneren Geschehnisse miteinander in Verbindung zu bringen. Wir leben auf einem friedlichen Eiland des Unwissens inmitten schwarzer Meere der Unendlichkeit, und es ist uns nicht bestimmt, diese zu bereisen. Die Wissenschaften - deren jede in eine eigene Richtung zielt - haben uns bis jetzt wenig bekümmert: aber eines Tages wird das Zusammenfügen der einzelnen Erkenntnisse so erschreckende Aspekte der Wirklichkeit eröffnen, daß wir durch diese Enthüllung entweder dem Wahnsinn verfallen oder aus dem tödlichen Licht in den Frieden und die Sicherheit eines neuen, dunklen Zeitalters fliehen werden.“1



1Lovecraft H.P., Cthulhus Ruf. In: Lovecraft, H.P., Cthulhu Geistergeschichten, Deutsch von H.C. Artmann, 1972, S. 193.

Zusatz 3
Die apollinische Weltsicht mag das Dionysische als Folge  mangelndem Aufklärungslichtes entzaubern wollen, aber es könnte uns auch das lange Starren in die Sonne blind gemacht haben für das Dionysische! (Frei nach Nietzsche)


    
     

Freitag, 15. Dezember 2017

Die Katholische Kirche zu Tode reformieren!

"Christ in der Gegenwart Aktuell" beglückt nun die Katholische Kirche mit "Reformthesen" (44/2017), die in der Tradition von Augustin und Martin Luther ständen! "Auch wir haben Vorschläge für das Glaubensleben, damit die christliche Botschaft die Menschen in einem modernen Lebenshorizont erreicht.", posaunt die Redaktion von "Christ in der Gegenwart". Bedauerlicherweise versäumt die Redaktion uns mitzuteilen, der wievielte Aufguß des schon in die Jahre gekommenden "Modernismus" uns hier nun zugemutet wird.Aber warum sollte man nicht die Probleme des 21. Jahrhundertes mit dem Instrumentarium des 19. Jahrhundertes bearbeiten, zumal der
Modernismus ob seiner Verurteilung durch die Kirche für jeden antikatholisch Gesonnenen schon allein deshalb etwas Verheißungsvolles ist. 
Geradezu vor kreativer Orginalität trotzt dann auch das Reformpaket.Da lesen wir- ganz erstaunt-die Forderung der Einführung des Frauenpriestertumes ("Zugang für Frauen zu allen kirchlichen Ämtern") und die Forderung nach der Demokratisierung der Kirche. Mit den Tatsachen nimmt man es dabei nicht so genau: "Der Wettstreit der Meinungen und echte Wahlen mit anschießender Handauflegung des Beauftragten gehören von Anfang an dem Leben der Urgemeinde." (These 6: Die Kirche muß sich demokratisieren). Unbestreitbar ist, daß das Urchristetum keine demokratische Wahlen kannte, denn Jesus Christus setzte selbst autokratisch die 12 Apostel ein und Petrus in das Petrusamt und die Apostel setzten dann in den von ihnen gegründeten Gemeinden Älteste, also Priester als Gemeindeleiter ein. Nirgends ist da von einer demokratischen Wahl die Rede
und sie widerspräche auch fundamental der Praxis Jesu! 
Aber die Forderung nach der Demokratisierung der Kirche soll ja eben die monarchische Herrschaft Jesu Christi über seine Kirche beenden und stattdessen die Herrschaft der Stimmzettelmehrheit einläuten. Es wundert dann auch nicht, daß man begeistert das von einer Reformierten Synode im 16. Jahrhundert entwickelte Prinzip der Subsidarität auf die Katholische Kirche anwenden möchten. Die Reformierten hatten dies Prinzip in  antikatholischer Intention kreiert, um salopp geredet, eine basisdemokratische Kirche der hierarchischen Kattholischen Kirche entgegenzusetzen. Jetzt greift man gar aufs 16. Jahrhundert zurück, um sich fitt zu machen fürs 21.!
These 1 enthält nichts Originelles, daß eben die Sprache modernisiert werden müßte. Darüber könnte man hinweglesen, aber diese 1. These ist nun doch nicht ohne!
A) Modernisten ist und bleibt das Wesen der Liturgie immer eine terra incognita. Eigentlich ist der Reformierte Gottesdienst doch der beste, weil er ohne Liturgie ist und von seinem Wesen her eine reine Belehrungsveranstaltung, die man aber heutzutage dem Zeitgeschmack gemäß als  "unterhaltsame Informationsveranstaltung" zu modulieren hat.  Zum Liturgischen gehört nämlich wesentlich eine liturgische Sprache: So wie der Pfarrer nicht in Alltagskleidern sondern im Priestergewand die Messe zelebriert, so verlangt der Gottesdienst eine Nicht-Alltagssprache. Heilige Handlungen verlangen nach einer demgemäßen Sprache. Nur, wenn der Gottesdienst primär eine Gemeindeveranstaltung zur Belehrung der Gläubigen ist, dann muß die liturgische Sprache durch eine pädagogisch reflektierte ersetzt werden: "Wie sage ich es dem Kinde?", wird dann zu der Hauptfrage dieser Gemeindeveranstaltung. Die Entmündigung der Gemeinde gehört selbstverständlich dann dazu, indem das Was zu sagen ist? auf: Was kann man ihnen zumuten, was können sie noch verstehen?  reduziert wird. Messen, in denen außer der Schriftlesung und der Predigt alles in Latein zelebriert wird, und die sehr gut besucht sind, dürfte es dann nicht mehr geben, stattdessen Familiengottesdienste zu Hauf mit ihrer obligatorischen Tendenz zum Infantilismus: "Liebe Kinder...." 
B) Das von der Sprache Gemeinte und die Sprache liegen in der Regel nicht soweit auseinander, daß das Gemeinte durch eine andere Sprache auch genauso ausgesagt wird. In der Regel fordert man eine moderne Sprache, um mißliebige Inhalte zu liquidieren. Das Ziel: daß nur noch gesagt wird, was die Hörer hören wollen. 
These 2 "Die Kirche muss verdeutlichen, dass die Bibel Gotteswort in Menschenwort ist", greift nun die Autorität der hl.Schrift an. Einfach gesagt: Nur die Aussagen der Bibel können als wahr gelten, die dem modernen Weltbild kompatibel sind. Inkompatible Aussagen sind hinwegzuexegetisieren. "Der Glaube kann in der Moderne nur bestehen, wenn er den Früchten der Aufklärung Rechnung trägt."Die antikatholische Intention ist unüberlesbar: Nicht die Tradition und das Lehramt bestimmen die Auslegung der hl. Schrift, sondern omniöse Früchte der Aufklärung! (Nebenbei: Ist nicht der Radicalaufklärer Marquise de Sade die schönste Frucht der Aufklärung?) 
Aber die Redaktion läßt uns nicht im Unklaren, was sie eliminieren will:  "Magische Elemente wie die Vorstellung der Bibel als buchstabengetreues Wort Gottes- ebenso wie Reliquenkult und Wahnvorstellungen visionärer Escheinungen- sind aufzugeben."  Die Vorstellung der Buchstabengetreuheit der Bibel ist im fundamentalistischen Protestantismus beheimatet, aber auch die Katholische Kirche lehrt, daß die Bibel das getreue Zeugnis der Offenbarung Gottes ist und so die höchste Autorität für den Glauben der Kirche ist.  Mit dem Popanz der Buchstabengetreuheit soll so nur die Autorität der Bibel untergraben werden. Die nächsten Beispiele beweisen das:"Visionäre Erscheinungen", Berichte davon gibt es in der Bibel so viele, daß man sie hier nicht aufzählen kann. Es sei nur an die Johannes Offenbarung erinnert. Sprach einst Gott zu Menschen in visionären Erscheinungen, dann spricht nichts dagegen, daß er auch heute noch so zu Menschen spricht. Man denke nur an die heilig gesprochene Faustyna. Hier wird Gott einfach zu einem toten Gott gemacht, der nie zu Menschen sprach und spricht. Warum? Damit der Mensch als Solounterhalter umso mehr reden kann! 
Daß der zur Katholischen Frömmigkeit konstitutiv dazugehörige Reliquienkult Modernisten nicht gefällt, wundert niemanden. Sie hätten aber nicht verschweigen sollen, daß Jesus Christus selbst den Reliquienkult gründete, indem er zu der blutflüssigen Frau, die geheilt wurde, als sie sein Gewand berührte, sagte: "Dein Glaube hat dich gerettet!" Ihr Glaube: Wenn ich sein Gewand berühre, werde ich geheilt." Konstiutiv ist diese Frömmigkeit, weil nach Johann Adam Möhler  ein Grundprinzip des Katholizismus das inkarnatorische ist, daß Gott das Heil durch Kreatürliches wirkt. Das ist das Fundament der katholischen Sakramentenlehre und wird gerne von Feinden der Kirche als magisch diffamiert.
These 3: "Wir brauchen mehr Gott und weniger Kirche" bietet dann eine Polemik gegen den großen Kirchenlehrer Cyprian: Wer die Kirche nicht zur Mutter hat, kann Gott nicht zum Vater haben" und: "Außerhalb der Kirche kein Heil!" Aber man verzichtet wohlweislich auf eine argumentative Auseinandersetzung mit diesem Kirchenvater. Die antikatholische Ausrichtung ist so aber unverkennbar! 
Über These 4 ein neuer Sinn für Liturgie und ein Aufruf zu mehr Politisierung in der Kirche braucht man nichts zu sagen, außer daß diese Melange aus Versatzstücken aus der befreiungsttheologischen Suppenküche und der Apotheose der Demokratie etwas enervierend wirkt. 
Wenn man noch Zweifel an der antikatholischen Intention hegen sollte, These 7 und 9 beseitigen sie endgültig. Die Einheit der Kirche ist in der Katholischen Kirche stets realisiert gewesen und ist sie auch jetzt und wird sie auch immer sein. Die Vorstellung, die Einheit müsse erst hergestellt werden durch die ökumenische Bewegung und zwar insbesondere durch Taten, demonstriert am deutlichsten, daß die Redaktion eben nicht weiß, was die Katholische Kirche ist: Sie ist die Gestalt der Einheit des Christentumes. 
These 9 Es ist Zeit für ein Glaubenskonzil stellt nun zweierlei in Aussicht: A) den unbedingten Willen, die Katholische Kirche in einem Einheitsbrei namens Christentum aufzulösen und B) den Glauben der Kirche unter der Parole der notwendigen Anpassung an die Moderne umzuformen. Selbst Bultmanns Entmythologisierugsprogramm wird da noch bemüht, um diese Modernisierung des christlichen Glaubens einzufordern. Also, mit lauter längst verstaubten Ladenhütern soll das 21. Jahrhundert bewältigt werden! 
These 8: Das Christentum muss mit allen Religionen gemeinsam danach streben, die Vernunft zum Leuchten zu bringen, die dem Frieden dient, und Fanatismus zu bekämpfen. Der erste Versuch, die Katholische Kirche und das Christentum durch den Glauben an die Vernunft zu ersetzen, stammt von dem französischen Revolutionär Robespiere mit seiner Verehrung der Gottheit Vernunft. Am Katholischen Glauben Festhaltende ließ er ganz vernunftgemäß guillotinieren. Daß übernehmen jetzt die Islamisten. Meine Frage dazu: Aus welcher Freimaurerquelle hat die Redaktion nur These 8 entnommen? Noch habe ich sie nicht gefunden! 

Zusatz:
Zum Thema Französische Revolution und Freimaurerei sei auf die erhellenden Schriften Augustin Barruels verwiesen, etwa: Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Jakobinismus. Zum modernistischen Gottesbild: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott.  

Corollarium 1
Von geradezu anrührender Naivität zeugt die immer wiederholte Behauptung, daß Glaubensaussagen der christlichen Religion dem modernen Weltbild der Naturwissenshaften und dem kulturellen Fortschritt (?) widersprächen. Es bleibt ungeklärt, warum welche theologischen Aussagen den Naturwissenschaften widersprächen und ob die Weise, wie wir heute kulturell leben, wirklich ein Fortschritt ist und nicht vielmehr ein Abfall; man denke an das Urteil,daß heute Zustände existieren, wie im Alten Rom.   

Corollarium 2
Einerseits von "Reformen" zu sprechen und andererseits von einer notwendigen Erneuerung zeigt die völlige Konfusion des modernistischen Liberalismus auf, der a) wie alle conservativen Nostalgiker Reformen fordern als die Forderung nach einem Zurück zum Ursprünglichen, von dem man sich sträflichst entfremdet habe und der b) ganz fortschrittsgläubig den chistlichen Glauben erneuern will im Sinne von eines Modernisierens, daß eben das Alte und Jetzige nicht mehr zeitgemäß sei und so um zeitgemäß  zu werden, umgeformt werden müsse.    
                         

Sonntag, 3. Dezember 2017

Der Glaube an Engel- Aberglaube?

"Bamberger Erzbischof: In der Gesellschaft nimmt der christliche Glaube ab und zugleich nehmen abergläubische Praktiken und Rituale zu - Vielfältiger Glauben an Engel, Horoskope, Kartenlegen, Talisman, Maskottchen und Götter vergangener Zeiten." Erzbischof Schick zitiert nach Kath net vom 2.12.2017. Diese Nachricht ist auf der Internetseite bis jetzt noch nicht korrigiert worden,sodaß zu befürchten ist, daß das dieser Erzbischof wirklich so verkündet hat. Der Glaube an Engel sei also aberläubisch!
Man überfliege einmal die Bibel: An wie vielen Stellen ist da die Rede von Engeln! Und: Was wird aus der Verkündigung des Engels an Maria, daß sie erkoren ist, die Mutter Gottes zu sein? Was wird aus dem leeren Grab, wenn da Engel nicht die Frauen aufgeklärt hätten, daß Jesus Christus von den Toten auferstanden ist? Das soll jetzt Alles Aberglaube sein! Dieser Erzbschof sieht also keinen  Unterschied zwischen Kartenlegen und dem Glauben an Engel!   
Dies Gebet, das die Kirche vorkonziliar nach der Messe betete, ist also abergläubig:

Gebet zum heiligen Erzengel Michael
 
Heiliger Erzengel Michael,
beschirme uns im Kampf,
schütze uns gegen die Bosheit
und die Nachstellungen des bösen Feindes.
"Ihm möge Gott gebieten",
so flehen wir inständig.
Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen
wollest den Satan und alle andern bösen Geister,
welche zum Verderben der Seelen
in der Welt umhergehen
mit Gottes Kraft in die Hölle hinabstoßen. Amen.

von Papst Leo XIII. verfaßt

Dieser Erzbischof setzt gar den urchristlichen Glauben an Engel an die erste Stelle seiner Reihung von abergläubigen Praktiken! Offensichtlich ist für diesen "Erzbischof" die hl. Schrift nur ein Märchenbuch und die Lehre der Kirche Schnee von Gestern.

Kurznotizen zu diesem Modernisten (nach Wikipedia, Schick)

"Im Zusammenhang mit der Affäre um Bischof Walter Mixa  2010 sprach sich Schick für eine Erneuerung der Kirche aus. Außerdem stellte er Überlegungen für eine Lockerung des Zölibats der katholischen Priester sowie für ein stärkeres Engagement von Frauen in der Kirche an."

Seine größte theologische Leistung:

www.nordbayern.de/.../erzbischof-muslimischer-bundesprasident-ware-vertretbar-1.5...28.10.2016 - Nürnberg - Der Schriftsteller Navid Kermani wird als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten gehandelt. Das Pikante: Kermani ist Muslim. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick fände eine Nominierung vertretbar - und würde sich auch einem muslimischen Staatsoberhaupt nicht verschließen.

Selbstverstänlich ist er im Kampf gegen Rechts engagiert, verteufelt die PEGIDA und glaubt unerschütterlich an die Klimakatastrophe.. aber das hat für ihn nichts mit Aberglauben zu tuen!  Der Islam ist selbstverständlich für diesen Erzbischof keine anti-christliche Religion (=Aberglaube) sondern eine, oder gar die Friedensreligion.  

Samstag, 19. August 2017

Jesu Christi unterchristlche Morallehre

Wer nun meint, das wäre nur eine polemische Überspitzung, irrt zum Teil. Tadeuz Steyczen,Assistenz am Lehrstuhl für Ethik in Lublin publizierte den Aufsatz: "Zur Frage einer unabhängigen Ehik", in einem Sammelband, der von einem  Aufsatz des späteren Papst Wojityla:"Person:Subjekt und Gemeinschaft" 1979 eröffnet wird. Die Grundzüge einer personalistischen Ethik in Abgrenzung zu Aristoteles und Thomas von Aqiuns Konzepten sollte so in diesem Band: "Der Streit um den Menschen" 1979, dargelegt werden. 
Nach Steyczen sind die Kriterien echter ethische Sollensaussagen ihre "Unbedingtheit", ihre "Uneigennützigkeit", ihre "Innerlichkeit" und ihre "Vernunftgemäßheit". (S.142) Der Autor behauptet nun, daß auch Jesu Lehre dem entspreche. Jesu sage im Gleichnis vom "Barmherzigen Samaritaner" :"Kein Wort über ein Gebot von seitens Gottes, kein Wort auch über eine >begründete< Garantie einer Vergeltung für die >gute< Tat am Nächsten."(S. 145). Denn für Jesu Ethik reiche es aus >mit den Augen< des     Samaritaners >den Menschen< "zu sehen. (S.145). Dies Sehen soll also eine Ethiklehre unnötig machen, die etwa das Gesollte als als ein durch ein göttliches Gebot Verlangtes begreift oder die Nächstenliebe als Mittel zur Erreichung des ewigen Lebens begründet. Das wären nämlich das Ethische destruierende Begründungen einer Ethik, die sich aus sich selbst begründet. Nicht dürfe das Ziel des ethischen Tuens und Unterlassens in dem Ziel einer Belohnung ruhen noch in einem Gesetzesgehorsam, auch wenn der Urheber Gott ist. 
Das richtige Sehen des Mitmenschen sieht den Menschen nämlich in seiner ihm eigenen perinalen Würde und das wäre die Substanz des (wahrhaft) Ethischen!
"Somit tut die Person unter dem Aspekt ihrer Würde (Person als ein Jemand, nicht als ein Es) allen an das Sittliche gestellten Forderungen Genüge: persona ut affirmabilis propter se ipsam." (S.144). Die gestellten Forderungen sind ja, wie oben schon gesagt die der "Unbedingtheit",der "Uneigennützigkeit",der "Innerlichkeit" und der "Vernunftgemäßheit".(S.142). Wo der Mensch den anderen richtig sieht da fühlt sich der so Sehende sich zur unbedingten Anerkennung des Anderen verpflichtet, nicht weil Gott ihm das gebietet, noch weil er hofft, so jenseitig belohnt zu werden, noch weil es nützlich ist, etwa in dem Sinn, daß ich dich anerkenne, damit du mich anerkennst. Das ist alles wahrhaftig nicht sittlich, sondern die Heteronomie der Ziele, daß das Sittliche nicht um des Sittlichen gewollt wird, macht es zu nicht wahrhaft Sittlichem.
Wie verhält sich nun Jesu Ethik dazu? Nehmen wir zur Respondierung einfach selbst die vom Autoren gewählte Erzählung vom "Barmherzigen Samariter"! Was sagt Jesus da wirklich!
Der Lehrer Jesus wird gefragt: "Was muß ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?" (Lk 10,25)Das Ziel des Tuens ist es also, das ewige Leben für den Täter zu gewinnen! Und Jesus respondiert, indem er auf das Gesetz Gottes verweist! Das heißt: Das Ziel des Gesetezsgehorsames ist der Gewinn des ewigen Lebens. Der Jesus gefragt Habende sagt, er kennt das Gesetz Gottes, daß de Gottes- und die Nächstenliebe fordert. Jesus sagt: Du hast recht: Halte das Gesetz und du wirst ewig leben. Nun frägt der so Belehrte nach einer Konkretion: Wer ist denn mein Nächster, sodaß ich in der Erkenntnis, wer denn mein Nächster ist, dies Doppelgebot auch real halten kann, denn dazu muß ich schon wissen, wer das ist. 
Daraufhin erzählt Jesus die Geschichte vom "Barmherzigen Samaritaner". Sie soll den Frager unterrichten, wie er seinen Nächsten erkennt, damit er so die Bedingungen zum Eintritt in das ewige Leben erfüllen kann. 
Die Geschichte steht also im Dienste der Auslegung des Gebotes Gottes, des der Nächsteliebe. Und Jesus lehrt hier, daß die Befolgung dieses Doppelgebotes die Bedingung zum Gewinn des ewigen Lebens ist. 
Der Autor nun läßt all das weg und kaprziert sich nur auf das Sehen des Samaritaners, wie der den unter die Räuber Gefallenen sieht! Aber er verdrängt damit völlig, daß Jesus diese Geschichte erzählt, damit der, der frägt, was muß ich tuen, um das ewige Leben zu gewinnen, auf diese Frage eine praktikable Antwort bekommt, indem Jesus ihm das Gebot der Nächstenliebe in praktischer Ausrichtung erklärt. 
Somit lehrt Jesus Christus genau so Ethik, wie es nach Styczen nicht sein darf, weil so das Ethische um eines nicht ethischen Zieles willen getan werden soll, um des ewigen Lebens willen und daß das Was des Ethischen aus dem Gesetz Gottes her entfaltet wird und nicht aus dem Sehen der personalen Würde jedes Menschen!
Ja, man muß resümieren, daß die gesamte Ethik Jesu den Anforderungen an das sittliche Sollen des "Personalismus" nicht genügt! Er redet eben dauerndzu vom Ziel des ethischen Tuens: dem Lohn des ewigen Lebens und den Geboten Gottes als Weg zum Ziel! 

Zusatz:
Dieser personalistische Ansatz verdankt sich offensichtlich dem Ereignis totalitärer Staaten, wobei dies Ereignis gedeutet wird als, daß in solchen Staatssystemen der Einzelne für das Ganze oder die großen Endziele geopfert wurde. Die Medizin gegen den Totalitarismus wäre so der Glaube an den absoluten Wert jeder Person! 
Da dieser  Glaube nun selbst nicht mehr philosophisch begründbar ist, soll er sich aus dem unmittelbaren Ansehen des Menschen von selbst als Evidenz ergeben. Hier muß dann aber das Faktum, daß Sehen immer ein Anschauen als was, eskamotiert werden, daß ich den anderen Mitmenschen etwa als höher entwickeltes Säugetier sehen kann (in der Biologie),als Konkurrenten  (im Wirtschaftsleben), als Kollegen (im Arbeitsleben) und als Feind (im Kriege). Ich sehe nie den Anderen einfach wie er ist, sondern immer als etwas in einem bestimmten Sehen, einer bestimmten Sicht, in der biologischen, der des Wirtschaftslebens, der der Arbeitswelt, der des Krieges etc...Nur aus einem antitotalitaristischen Erkenntnisinteresse heraus sehe ich den Anderen als "personale Würde"!           
   

Freitag, 8. April 2016

Schlechten Menschen geht es immer gut

"Der Dichter Franz Werfel schildert einen extremen Fall aus dem spanischen Bürgerkrieg: Der vielfache Mörder Abreojos entgeht durch unglückliche Umstände einem Erschießungskommando. Die Kugeln treffen ihn nicht. Es gelingt ihm, aus dem Massengrab zu entkommen. Er wird aber kurz danach wieder aufgegriffen und soll jetzt an einem Baum erhängt werden. Auch dieses Mal stirbt er nicht, denn der Strick reißt. Er wird begnadigt und beginnt eine militärische Karriere. Und zur gleichen Zeit werden Hunderte von unschuldigen und guten Menschen erschossen. Franz Werfel beginnt seine Geschichte mit den Worten: "Dass es den Gerechten übel geht auf Erden und dass die Missetäter meist noch zu Lebzeiten ihren feinen Lohn dahinhaben, diese unerfreuliche Wahrheit wird von der Bibel nicht verschwiegen. Eine harte Nuss bedeutet sie freilich für die Gläubigen und Glaubensbereiten ...", schreibt Pater Damian (Schlechten Menschen geht es immer gut,in Tag des Herrn, Katholische Wochenzeitung Archiv im Internet) Exegeten bezeichnen dies, auf das Alte Testament bezogen als Krise der Weisheit. Daß, wer gut -im moralischen Sinne- lebt, daß es dem auch gut geht im Leben im Sinne von der Lebensqualität, ist ein Grundaxiom weisheitlichen Denkens. Weisheit strebt immer nach dem vernünftigen Leben, weil gerade dies dann auch zu einem guten Leben führt im Sinne von: Mir geht es gut!. Aber was nun, wenn der Eindruck entsteht, daß die mit einem lockeren Umgang mit der Moral, die mehr als einmal fünfe gerade sein lassen, es auf Erden besser ergeht als denen, die sich um ein moralisch gutes Leben bemühen? Genau dies Problem bezeichnet das beeindruckende Werfelzitat. 
Eigentlich dürfte das in einer von dem Gott regierten Welt,der selbst der Ursprung der Moral ist, nicht geben. Warum gibt Gott dem Menschen eine Moral, die, wenn er sie befolgt, ihn sagen läßt: Den schlechten Menschen geht es gut, mir aber nicht, weil ich moralisch lebe?   
Die klassische Antwort der Religion ist der Glaube an den Lohn für das moralische Leben auf Erden im jenseitigen Leben. Jesu Rede vom Schatz im Himmel meint genau dies! Moralisch zu leben rechnet sich für den Menschen nicht, wenn ihm sein höchstes Ziel die Steigerung der Lebensqualität des irdischen Lebens ist. Aber wer so lebt, wird keinen Himmelslohn erhalten, der ist nur für die, die gemß Gottes Willen leben. Das ist das Grundaxiom der jesuanischen Reich Gottes Verkündigung. Das Sichausrichten auf das ewige Leben im Reiche Gottes beinhaltet dann, daß hier auf Erden auf die Optimierung der Lebensqualität verzichtet wird um der Qualität des jenseitigen Lebens willen! 
Was passiert nun aber, wenn dieser Jenseitsglaube diskreditiert ist, wenn er als billige Jenseitsvertröstung entwertet worden ist? Nun muß die christliche Moral, die uns lehrte, wie ich zu leben habe, damit ich den Jenseitslohn empfangen werde, umgeformt werden zu einer Lebensstillehre, die mir eine Erhöhung der irdischen Lebensqualität verspricht: Nun müßte gelten, daß wer gemäß Jesu Christi Vorbild und Lehre lebt, der lebt auf Erden gut! Nur, wenn der Lehrer dieses Lebens schon am Kreuze endete, wie sollte dann das Leben der ihm Nachfolgenden eines einer hohen irdischen Lebensqualität sein? Ist denn nicht der Satz; schlechten Menschen geht es immmer gut interpretierbar als: wer statt der Kreuzesnachfolge Jesu Christ das Leben auf Erden zu genießen versucht, dem wird es auf Erden besser als den Kreuzesnachfolgern ergehen? Wer sich selbst mehr liebt als seinen Nächsten und seine Feinde haßt, wird es dem auf Erden nicht besser ergehen als dem, der christlich lebt? 
Wenn die christliche Moral ihre Jenseitsorientierung aufgibt und sich umtransformieren will zu einer Lehre vom guten Leben auf Erden, dann entkernt sich die christliche Moralllehre und wird zu etwas ganz anderem: dem optimistischen Humanitarismus des Gutmenschentums, daß wenn alle gut leben, es allen dann besser auf Erden erginge.  Nur da muß die traditionelle Morallehre der Kirche radical umgestaltet werden: weg mit dem Zölibat, der Lehre von der Unauflöslickeit der Ehe, dem Nein zur gelebten Homosexualität etc...Diese Entkernung und Umformung der katholischen Morrallehre erleben wir nun und das angekündigte offizielle  vatikanische  Dokument zur Familie des Papstes wird wohl zeigen, wie weit die Ehemorallehre der Kirche jetzt modernisiert wird!   

Samstag, 15. August 2015

Ein Beispiel der Selbstauflösung der Katholischen Kirche

Grundlagen und Ziele der Katholischen jungen Gemeinde
In der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) schließen sich junge Christinnen und Christen zusammen (Mitglied der KjG kann jede/r werden, die/der die Grundlagen und Ziele des Verbandes bejaht.) . Demokratisch und gleichberechtigt wählen Mädchen und Jungen, Frauen und Männer die Leitungen und entscheiden über die Inhalte und Arbeitsformen des Verbandes.

Ihre jeweiligen Bedürfnisse und Interessen bestimmen das verbandliche Leben. Die Gruppen, Projekte und offenen Angebote der KjG bieten Raum für Begegnungen und Beziehungen, gemeinsame Erlebnisse und gemeinsames Handeln. In ihnen erfahren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, daß sie ernstgenommen werden und nicht allein stehen.

Die KjG unterstützt sie darin, ihr Leben verantwortlich zu gestalten und eigene Lebensperspektiven zu entwickeln. Sie begleitet sie bei der Suche nach tragfähigen Lebensentwürfen und nach Orientierung. Sie ermöglicht ihnen einen Zugang zum christlichen Glauben und ermutigt sie zu einem selbstverantworteten religiösen Leben.

Die KjG fördert auf vielfältige Weise, soziale, pädagogische und politische Verantwortung zu übernehmen und unterstützt die Entwicklung persönlicher Interessen und Fähigkeiten.

Die KjG greift die Fragen und Anliegen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf und befähigt sie, sich in Kirche und Gesellschaft zu vertreten. Insbesondere setzt sie sich dafür ein, daß Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Pfarr- und Kommunalgemeinde gleichberechtigt mitgestalten können. Sie engagiert sich für Strukturen, die Mitbestimmung und Mitentscheidung ermöglichen.



Der Zusammenschluß in der KjG schafft Voraussetzungen für eine wirksame Interessenvertretung in der Öffentlichkeit. Die KJG arbeitet darüber hinaus mit den Mitgliedsverbänden im BDKJ sowie mit anderen Verbänden und Organisationen zusammen.
Mit ihrem Engagement steht die KjG ein für eine demokratische, gleichberechtigte und solidarische Gesellschaft und Kirche. Sie wendet sich gegen jede Art der Ausgrenzung und Unterdrückung von Menschen und gegen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen.

Die KjG setzt sich ein für eine Politik, die sich orientiert an der weltweiten Verwirklichung gleicher und gerechter Lebensbedingungen für Mädchen und Jungen, Frauen und Männer und einer ökologisch verantworteten Lebensweise.

In diesem Anliegen erklären sich die Mitglieder der KjG solidarisch mit anderen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie suchen sowohl im eigenen Land als auch über Ländergrenzen hinweg die partnerschaftliche Zusammenarbeit und Begegnung mit ihnen.

So versteht sich die KjG als Kirche in der Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.





Dieses Grundlagenpapier der "Katholischen Jungen Gemeinde" wird sicher einst in den Weg in die Standartliteratur  über die Kirche in der Postmoderne, ihren unaufhaltsamen Niedergang finden. Katholiken werden sich dann irritiert fragen, wie ein solches Maß der Selbstverleugnung des Katholischen möglich war? Ob vielleicht dies Papier in einer Zeit der Diktatur verfaßt wurde, wo der Mut zum Bekenntnis fehlte- oder wie sonst dieser Opportunismus und die Anbiederung an den säkularistischen Zeitgeist so möglich war- ob es denn keinem Bischof aufgefallen ist, daß in der KJG der christliche Glaube so klein geschrieben wird, daß er da fast gar nicht mehr vorkommt? Hier wird nur noch an Demokratie, Gleichberechtigung und Solidarität  geglaubt. Und man braucht kein Hellseher zu sein, um hinter dem schönen Begriff des "selbstverantworteten religiösen Lebens"   nur eine Chiffre zu sehen für, daß jeder sich frei auswähle, was  er wie glauben mag! 
Wenn jemand sich frägt, warum die Kirche heuer in der Aufgabe der Weitergabe des Glaubens an ihren eigenen Nachwuchses so versagt, dann ist eines unübersehbar: eine Kirche, die so geartete Jugendorganisationen unterhält wie die "Katholische Junge Gemeinde" oder den BDKJ, der verspielt seine Zukunft !  

Dienstag, 28. Juli 2015

Ein verhängnisvoller Irrtum- der Abschied vom Teufel

"Die Organisation Satanic Temple hat Samstagnacht eine Baphomet-Skulptur im US-amerikanischen Detroit enthüllt. Der Tempel hatte lange versucht, das Denkmal nahe dem Zehn-Gebote-Denkmals in Oklahoma zu platzieren.
Aufgrund der geplanten Demonstrationen gegen das Denkmal hatte die Gruppe die Enthüllung bis zum letzten Moment geheim gehalten, berichtete die britische Zeitung „Guardian“ am Sonntag (Onlineausgabe). Per E-Mail informierten die atheistischen Satanisten - sie glauben nicht an Satan oder Gott - erst kurz vor der Enthüllung des rund drei Meter hohen Denkmals Anhänger, die sich zuvor schriftlich anmelden mussten.

Teufel mit Flügeln

Der Satanic Temple präsentierte die Statue - sie soll rund eine Tonne wiegen - kurz vor Mitternacht bei einem Industriegebäude in der Nähe des Detroit-Flusses. Unterstützer jubelten: „Heil Satan“, Hunderte Anhänger waren anwesend, einige posierten für Fotos mit der Baphomet genannten Figur.Die umstrittene Statue besteht aus einem geflügelten Baphomet mit einem menschlichen Körper und dem Kopf einer Ziege - eine Kunstfigur, die von Satanisten als Abbildung für den Teufel verwendet wird. Rechts und links neben dem Baphomet stehen ein Bub und ein Mädchen, die den Teufel anbeten."
So berichtet es die Internetseite "religio orf at" am 27.7. 2015. Über den Baphomet sagen -allerdings nicht sehr zuverlässige Quellen, daß die Templer die Verehrung des Baphomet im heiligen Land kennen gelernt und rezipiert haben und daß nach der Vernichtung der Templer diese Tradition dann in  freimaurerischen Logen wiederaufgenommen worden sein sollen. Der populäre Schriftsteller Jason Dark nimmt diese "Tradition" in seinem Roman: "Garingas Fluch" auf, indem er schreibt: "Es mussten Templer sein. Doch auch zwischen ihnen gab es große Unterschiede. Die Templer hatten sich vor langen Jahrhunderten getrennt. Eine Gruppe war auf ihrem Weg geblieben, die andere hatte Kontakt zu Baphomet aufgenommen, einem Höllendämon." ( in: Jason Dark, Die Welt des John Sinclair. Der dunkle Gral. 1.Auflage 2011, S.119) So zweifelhaft diese Legende auch ist, in einem Punkte ist sie beachtenswert, in der Aussage, daß Menschen Kontakt aufgenommen haben mit diesem Wesen. Betrachtete man den Satanismus nur als ein innerweltliches Phänomen des allgemeinen Sittenverlustes und der Lust am Amoralismus, könnte man es unberücksichtigt lassen. Unmoralisch wird so viel in der Welt gelebt und gehandelt, da wäre der Satanismus nur eines von vielen Phänomen des Niederganges der christlichen Kultur. Aber ist das Anbeten des Satans wirklich nur ein innerweltliches Phänomen? Dahinter steht die Frage: wie verstehen wir die Versuchung Jesu durch den Teufel und sein Angebot: bete mich an und ich werde dir geben? Wäre das Böse nur etwas in uns, etwa unsere negativen Neigungen, dann stellt sich uns die Frage: von wem wurde da der Heiland wirklich versucht?  Nicht doch von eigenen bösen Neigungen! Solche wohnten nicht in Jesus Christus! Wenn wir die Versuchungsgeschichte ernst nehmen und sie nicht gleich entmythologisieren, dann ist hier der Satan als ein personales Subjekt gedacht, das von uns Menschen unabhängig existiert. Was die hl. Messe ist, wird nie begriffen, wenn das Übernatürliche in ihr nicht wahrgenommen wird, daß da Jesus Christus wirklich als wahrer Gott und wahrer Mensch gegenwärtig ist. Daß Gott da ein Opfer dargebracht wird durch die Kirche, das Gott selbst erhört und uns deshalb gnädig gestimmt ist. Denn die Messe ist in ihrem Wesenskern eine wirkliche Interaktion zwischen Gott und seiner Gemeinde. Der Mensch ist in der Messe nicht mit sich allein! Und das macht das Übernatürliche der Messe aus! Wer sagt uns nun, daß dies nicht ähnlich  auch in schwarzen Messen sich ereignet? Daß auch hier der da verehrte Gott, der Satan selbst gegenwärtig ist und daß er dann auch für seine Anhänger da ist! Wer Gott anruft, tut dies im Vertrauen und Hoffen, daß er von Gott auch erhört werden kann. Wie nun, wenn Satanisten das von ihrem Gott auch so glauben und sie recht damit hätten, daß sich auch dieser Gott rufen und auch herbeirufen läßt? Dann wäre eben auch der praktizierte Satanismus ein übernatürliches Ereignis, in dem gefallene Engel, also Luzifer und die Seinen sich mit Menschen zusammenschließen, um vereint gegen Gott und die Seinen zu kämpfen! Wer hier nur Weltimmannentes sieht, der muß sich ernsthaft fragen, wie er die Versuchung Jesu Christi versteht, ob er sie wirklich ernst nimmt! Daß alle Ereignisse in der Welt ausschließlich durch weltimmannente Subjekte gewirkte Ereignisse sind, ist dabei ein der Philosophie des Materialismus selbstverständliche Vorstellung, aber was verpflichtet oder erlaubt uns Christen, dieser Philosophie zuzustimmen? Für das religiöse Denken ist dagegen die Vorstellung, daß Übernatürliches, Außerweltliches in die Welt eingreift und in ihr wirkt, ebenso eine Selbstverständlichkeit. Und Gott ist nicht das einzige  Übernatürliche. Es gibt auch die Engel, von Gott geschaffen, aber doch übernatürlich, weil sie dem Raum des Himmels angehören. Und die gefallenen Engel bleiben übernatürliche Mächte, die als solche in der Welt als gefallene Engel wirken!
Wie, wenn nun wir das Bildnis des Baphomet ernst nähmen, daß hier nun wirklich ein Ort geschaffen wurde in Detroit, wo sich die bösen Mächte durch diese Statue anrufen lassen wollen: hier bin ich, Satan  für euch anrufbar- hier bin ich da für euch! Optimisten werden urteilen, daß es den, der da angerufen wird, gar nicht gibt- kein Anschluß unter dieser Rufnummer- wehe uns aber, wenn das nicht ein durch nichts gerechtfertigter Optimismus ist!  Merke: bloß weil modernistische Theologen den Abschied vom Teufel lauthals verkündeten, hört er nicht auf, zu sein und zu wirken und das inkludiert immer auch die Möglichkeit, daß er sich von Menschen rufen läßt und sie in seinen Dienst nimmt!             
    


  

Sonntag, 26. Juli 2015

Genderismus- vergessene Ursprünge

Was ist der Mensch?, diese Frage inkludiert immer auch die: bestimmt die Natur den Menschen, ist er, das, was er ererbt, oder ist er das, was aus ihm gemacht wird in der Familie im Kontext seiner Kultur?  Die Milieutheorie kann so angesehen werden als das geistige Boden, auf dem dann auch das Nachtschattengewächs der Genderideologie erwachsen wird. Über den Kampf um die Deutung des Menschen zwischen Biologie und Sozialwissenschaft bietet Andreas Vonderach in seinem Buch: "Sozialbiologie, Geschichte und Ergebnisse", 2012 einen guten Einblick.Dies Buch eröffnet uns Einsichten in die großen Träume und Utopien der Milieutheorie.
"Gebt mir ein Dutzend gesunder, wohlgebildeter Kinder und meine eigene Umwelt, in der ich jedes nach dem Zufall auswähle und es zu einem Spezialisten in irgendeinem Beruf erziehe: zum Arzt, Richter, Künstler, Kaufmann oder zum Bettler oder Dieb, ohne Rücksicht auf seine Begabungen, Neigungen, Fähigkeiten, Anlagen oder die Herkunft seiner Vorfahren." (S.68). Kinder, Schüler sind völlig manipuliebar- alles kann aus jedem gemacht werden- das ist das Basiscredo des Behaviorismus. Daraus folgerte man:"Die Verwirklichung der Utopie einer friedlichen und harmonischen, gerechten Welt erschien nun möglich, man müsse nur durch eine geeignete Erziehung und sozialtechnische Maßnahmen den neuen Menschen formen, der frei vom Ballast überlieferter Traditionen und Normen wäre." (S.69).Der Zwischengedanke: daß die Gesellschaft so ist, wie sie ist, weil die Menschen, die sie hervorbringen so erzogen worden sind, wie sie sind. Erzöge man die Menschen anders, ergäbe das auch eine andere Gesellschaft und da der Mensch unbegrenzt formbare Weichmasse in den Händen der Pädagogik sei, kann er auch beliebig anders geformt werden. Es gibt keine Natur des Menschen und eine demgemäße Erziehung und Gesellschaft- das wären alles soziale Konstrukte, die nun um des 
neuen Menschen willen aufzulösen sind. (Der Genderismus appliziert das auf das Geschlecht, das nun auch nur noch eine soziale Konstruktion sein soll, die den zu Erziehenden eingetrichtert wurde.) Der Behaviorismus entwickelte sich in den USA weiter zur Milieutheorie ((S.70-72). Das Zentralanliegen findet sich in M. Meads Diktum," daß der Mensch das roheste von allen Rohmaterialien sei, das erst durch die Kultur seine Form erhalte." (S.70) "Durch soziale Egalisierung, die Abschaffung aller Bildungshemmnisse, repressionsfreie Erziehung, die Auflösung der Familie und freie Sexualität sollte die neue, emanzipierte und konfliktfreie Gesellschaft geschaffen werden, die nicht mehr durch überholte Bindungen und Traditionen belastet würde." (S.71f). Ein fundamentales Problem dieser Konstruktion wird dabei leicht übersehen: wenn der Mensch, so wie er jetzt ist, perfekt in die bestehende Gesellschaft sozialisiert und eingepaßt ist, wie begründet und legitimiert sich dann der Wille zu einer anderen Gesellschaft mit neuen Menschen? Es kann ja nicht im Raum dieser Vorstellungswelt geurteilt werden, daß der Mensch in der jetzigen Gesellschaft etwa entfremdet von seinem Wesen lebe und so zu seiner Eigentlichkeit erlöst werden müßte. (So argumentierte Marx noch in seiner radical humanistischen Phase- in der er noch ein bürgerlich idealistisches Menschenbild vertrat, so L.Althusser. Aber genau dieses Menschenbild brauchte Marx, um die Entfremdung als etwas, was nicht sein soll, zu qualifizieren) Die Normativität des neuen Menschen ist so in diesem Konzept nicht mehr selbst wissenschaftlich begründbar.
"Wer das Bildungssystem durchlief, wer Zeitungen und populärwissenschaftliche Bücher las, glaubte an die Allmacht des kulturellen Milieus und an die Bedeutungslosigkeit der Biologie des Menschen", (S.72) lautet dann das Resümee über den Sieg der Milieutheorie in den westlichen Gesellschaften. Der Mensch ist nur das,wozu er sich selbst macht und er hat keine Natur, sondern sie ist selbst nur das Produkt seiner eigenen Menschgestaltung. Die Natur des Menschen ist eben nur der Rohstoff für alle möglichen Er- und Umerziehungsprojekte, wobei das Wozu des Erzogenwerdensollens frei bestimmbar ist, weil die menschliche Natur hierfür keinerlei normative Vorgaben mehr gibt. Es ist der Totalitarismus der Pädagogik! 

Merksätze: Die Natur ist nur solange eine normative Größe, solange hinter oder in ihr ein göttlicher Imperativ mitgedacht ist, der sagt: wie die Natur ist, so soll sie auch sein! Zudem muß in dem, was ist, das Natürliche von dem Un- und Widernatürlichen unterschieden werden, damit das eine das Gesollte und das andere das Nichtgesollte sein kann. Damit ist de Begriff der Natur nur ein normativer als von Gott so gewollte und gesollte Ordnung, wenn sie dann das Widernatürliche ausschließt. Ein Beispiel: blind geboren zu werden kommt unter Menschenkindern vor, ist aber ein widernatürliches Ereignis, weil es der normativen Natur des Menschen entspricht, sehend geboren zu werden. Fällt aber Gott als Schöpfer und Gesetzgeber aus, dann fällt auch die Normativität der Natur aus! 
So stellt Klaus Kunze treffend zur Bedeutung des Naturrechtes fest: " Bis heute steht hinter dem Naturrecht bis hinein in Urteile des höchsten Bundesgerichtes nach dem Eingeständnis des ersten BGH-Präsidenten "unausgesprochen die Vorstellung, das schlechthin Verbindliche der Ordnung der Werte und des darais entspringenden naturrechtlichen Sollens beruhe auf göttlicher Setzung." (Kunze, Mut zur Freiheit-Ruf zur Ordnung, 1995, S. 61.)