Samstag, 18. Juli 2026

Abendmahl für alle und der marktwirtschaftlich sozialisierte Konsument

 

Abendmahl für alle und der marktwirtschaftlich sozialisierte Konsument



Als marktwirtschaftlich Sozialisierte weiß man, daß 1,5 Liter Wein zu 2 Euro nicht trinkbar ist, zumindest unzumutbar ist für jeden Weinkenner,daß Turnschuhe unter 10 Euro nicht tragbar sind usw. Die Qualität eines Produktes erkennt man an der Höhe seines Preises. Was also umsonst ist,kann nichts taugen!

Früge ein Lehrer seine vierzehnjährigen Schüler: „Welches dieser zwei Bücher wollt Ihr lesen, das für Euch geeignete, ab 14 Jahren empfohlen oder das, daß Ihr nur ab 18 lesen dürft?, die Antwort fiele eindeutig aus: Fast jeder will das ab 18! Alles Verbotene steht höher im Kurs als das Erlaubte; so hieß ja auch eine Fernsehserie, eine sehr erfolgreiche: „Verbotene Liebe“.

Was umsonst und dann noch für jedermann ist, das kann so einfach nichts taugen, urteilt so jeder Kenner der Marktwirtschaft. Aber die Kirche preist nun gerade so den Empfang der hl.Kommunion an. Vielen ihrer Vertretern ist es geradezu peinlich, sagen zu müssen, daß nicht jeder, der sie empfangen will, sie nicht empfangen dürfe.So müsse es ein Anliegen der ökomenischen Gespräche sein, dafür zu sorgen, daß jeder Christ bei jeder Abendmahlsfeier, bzw Eucharistie kommunizieren dürfe. Aber Juden. Muslime und Buddhisten dürfe man doch auch nicht ausschließen und warum dann einen Atheisten, wenn er zur Kommunion möchte?

Theologisch“ ließe sich das so legitimieren: In dem Abendmahl begegne uns doch die Liebe Jesu, die Liebe Gottes zu uns und mit welchem Recht dürfe die Kirche jemanden von diesem Liebesbegegnungsgeschehen ausschließen!Gottes Liebe wolle doch jeden erreichen. Daß so die hl Kommunion verramscht für jeden marktwirtschaftlich Sozialisierten entwertet wird, übersieht diese Strategie des Abendmahles für jedermann völlig. So kann es nicht verwundern, daß für die Erstkommunikanten ihre erster Empfang auch für lange Zeit ihr letzter ist: für alle umsonst, das kann nichts sein.

Wir leben in einer Massengesellschaft: Nur wenn ich in den nächst gelegenen Verbrauchermarkt zum Einkaufen gehe, begegne ich in ihm so viele andere Menschen, daß ich mich auf meinem Daheimwege kaum noch an eine der Begegnungen erinnern kann.1 Gravierender ist aber, daß ein heiliges Essen kein Begegnungsgeschehen ist: Niemand würde sagen: „Zu Mittag ist mir mein Mittagessen begegnet“, selbst wenn es ein aufgewärmtes Sauerkraut wäre! Im Empfang incorperiert ein Mensch das Gegessene und Getrunkene, also in der Eucharistie das Fleisch und das Blut Christi.

Die hl.Kommunion empfangen zu dürfen, ist genau genommen ein Privileg. Jesus Christus lud eben zur ersten Eucharistiefeier nur seine 12 Apostel ein und sonst niemanden!

Warum ist denn nun nicht jeder zum Empfang der hl.Kommunion zulaßbar? Im Hebräerbrief, 13, 10 werden die Juden vom Empfang ausdrücklich ausgeschlossen, da sie nicht an Jesus als den Christus glauben. Wer ungläubig kommunizierte, würde sich zum Unheile die Kommunion empfangen.

Da diese Erkenntnis in der heutigen Zeit fast völlig verschwunden ist, bedarf sie einer Erläuterung. Die Kirche bezeichnet die Eucharistie als die Medizin zur Unsterblichkeit. Jeder Medizin wohnt nun ein Wirkstoff inne, in der Eucharistie das Fleisch und das Blut Jesu Christi, bzw er selbst. Die Wirkkraft dieses Wirkstoffes kann mathematisch als sein Betrag bezeichnet werden. Der Betrag 5000 meint, daß er 5000 Einheiten von Null entfernt ist. Das Vorzeichen,plus oder minus qualifiziert diesen Betrag etwa als 5000 Euro Guthaben oder als 5000 Euro Schulden auf einem Bankkonto. Auf den Bereich der Medizin angewandt heißt das, daß die Wirkkraft der Medizin gemäß ihrem Betrag entweder zum Guten oder zum Bösen sich auswirkt. Die vorschriftsmäßig richtig eingenommene Medizin wirkt gesundungsfördernd, eine nicht vorschriftsgemäß eingenommene gar krankmachend. Je stärker die Wirkkraft einer Medizin ist, desto destruktiver wirkt sich ihr falscher Gebrauch aus. Die Eucharistie ist nun die stärkste Medizin auf Erden und so ist ein falscher Empfang auch für den Empfangenden äußerst gefährlich. Das meint: ein sakrelegischer Empfang.

Keine Mutter läßt den Medizinschrank unverschlossen, solange sie nicht ausschließen kann, daß ihr Kind davon mal naschen will und das dann für die Gesundheit ihres Kindes die fatalsten Folgen haben kann: daß ihre Medizin ihr Kind sehr krank machen kann. Genauso verschließt die Mutter Kirche ihren Medizinschrank, das Tabernakel, damit nicht ihre Kinder oder andere einen Schaden nehmen, damit sie diese Medizin gar zum eigenen Unheil empfangen. Die Liebe zu allen Menschen verpflichtet die Kirche also dazu, sehr sorgfältig diese stärkste aller Medizinen auszuteilen. Die Kirche ist ja auch die Apotheke Gottes auf Erden, uns zur Gesundmachung von Gott selbst eigens eingesetzt!


1Davon sind aber Begegnungen im emphatischen Sinne zu unterscheiden, die ihren Sitz im Leben in dem Genre des Liebesfilmes hat, daß sich zwei begegnen und im Augenblick der Begegnung sich als für einander bestimmt erkennen.. Wer dafür ein sehr gelungenes Anschauungsbeispiel sucht, dem sei die erste Folge der Serie:“Sturm der Liebe“ empfohlen, der Begegnung zwischen Laura und Alexander! Das Schicksal führt sie dann nach circa 300 Folgen zueinander. Dieser Vorstellunsgkomplex ist nun ein religiös sehr aufgeladener, aber er paßt nicht zur Eucharistie!

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