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Dienstag, 7. Juli 2026

Eine Theologie nach Auschwitz müsse eine andere als vor diesem Ereignis sein! Was dürfe die Kirche nicht mehr!

 

Eine Theologie nach Auschwitz müsse eine andere als vor diesem Ereignis sein!



Aktuell wird der Piusbruderschaft vorgeworfen, sie verleugne die Notwen-digkeit einer Umkehr der Verhältnisbestimmung der Kirche und der Theologie zur jüdischen Religion, wie sie im 2.Vaticanum irreversibel vollzogen worden wäre angesichts von Ausschwitz: Es könne und dürfe keine Judenmission seitens der Kirche mehr geben. Deshalb lehre jetzt die Kirche, daß Gottes Bund mit dem Volke Israel ein ungekündigter sei, daß Israel weiterhin das von Gott erwählte Volk sei.

Nicht wird hier die Frage erörtert, warum das Ereignis Auschwitz nicht unter der Thematik der Theodizee: „Warum läßt der allmächtige und gute Gott das Leiden der Menschen zu, zu subsumieren ist und daß dann der Theodizeediskurs weiter zu führen ist. Man behauptet, daß so der Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit dieses Verbrechens nicht genüge getan würde, obschon selbst der Superlativ: „das größte Menschheitsverbrechen“ denknotwendig die Vergleichbarkeit dieses einen Verbrechens mit allen anderen präsumiert.

Die zugrundeliegenden Thesen zum Nein zu jeder Art von einer kirchlichen Mission Juden gegenüber1 könnten so rekonstruiert werden.

Erstens: In Auschwitz ist dem jüdischen Volke etwas sehr Böses angetan worden. Ergänzt wird diese These durch die These, daß in irgendeiner Weise die christliche Religion und die Kirche mitschuldig sei an Auschwitz.

Zweitens: Juden zu missionieren wäre auch ihn gegenüber etwas Böses Tuen.

Deshalb darf es keine Judenmission mehr geben, auch weil die Kirche mitschuldig sei an den Verbrechen den Juden in Auschwitz.



Eine Überprüfung dieser Thesen:

Wenn jede Judenmission den Juden gegenüber etwas Böses ist, dann war es das vor wie nach Auschwitz gleichermaßen. Dann hätte nicht nur die Kirche sondern schon Jesus selbst niemals Juden in seine Nachfolge berufen dürfen. Daß Jesus selbst gesündigt habe, indem er Juden zu seinen Schülern (Jünger) machte, ist eine theologisch unmöglich wahre Aussage.

Dann müßte gelten, daß die Judenmission von Jesus bis zum Ereignis Auschwitz eine erlaubte kirchliche Praxis war und erst durch Auschwitz eine verbotene wurde. Das Evangelium allen Menschen und somit auch den Juden zu verkünden, ist etwas Gutes, denn es wird ja die Wahrheit so den Hörern verkündet. Nun sei irgendwie die Kirche mitschuldig an Auschwitz, sie trage so eine Mitverantwortlichkeit an dem da den Juden Böses Angetane. Da drängte sich doch der Schluß auf, daß nun, um das Böse Tuen wieder gutzumachen, den Juden jetzt umso mehr Gutes getan werden müsse, ihnen also die Wahrheit zu verkünden sei. Einem das Evangelium nicht zu verkünden, wäre da doch eine Unterlassung an einem Gutes zu tuen!

Nur wenn die These, einem Juden das Evangelium zu verkünden, sei etwas Böses ihm gegenüber, wahr ist, ergibt die These, daß um Auschwitz willen nicht mehr das Evangelium ihnen zu verkünden sei, einen Sinn: Da man den Juden so viel Böses da angetan wurde,müsse nun auch das Böse Tuen der Mission ihnen gegenüber von der Kirche eingestellt werden.

Daß aber den Juden die Wahrheit zu verkünden, etwas Böses sei, diese Behauptung ist mit der Praxis Jesu Christi und dem ganzen Zeugnis des Neuen Testamentes unvereinbar.



Ein paar Klärungen zur jüdischen Religion:

Es muß distinguiert werden zwischen der Gottesverehrung des jüdischen Volkes, wie es sie das Alte Testament bezeugt und der jüdischen Religion zu der prinzipiell jeder Mensch sich bekennen kann, auch wenn die Mehrheit ihrer eAnhänger Juden im ethnischen Sinne sind.

Die Genealogie die jüdischen Religion: Die jüdische Religion konstituiert sich durch das Nein zu Jesus, daß er nicht der im Alten Testament verheißende Messias Israels ist und schon gar nicht der Sohn Gottes und dadurch, daß der hebräische Kanon umgedeutet werden mußte, da die Juden nach der Zerstörung ihres Kultzentrumes, des Jerusalemer Tempels keinen neuen Tempel mehr erreichten konnten und eine tempellose Religion konstruiert werden mußte. Nun avancierte der Synagogengottesdienst zum alleinigen Gottesdienst der jüdischen Religion, obgleich im babylonischen Exil der Synagogengottesdienst nur als ein Surrogat für den Tempelkult konzipiert worden war. (In der christlichen Religion wurde der Tempelkult und der Synagogengottesdienst synthetisiert zu der einen hl. Messe, bestehend aus der Vormesse, dem Synagogengottesdienst und dem Meßopfer, der christlichen Version des Tempelopferkultes. )

Die jüdische Religion zeichnet sich durch diesen Bruch mit dem Alten Testament aus, mit ihrer Verneinung des Tempelkultes und des Neins zu dem im Alten Testament verheißenden und in Jesus gekommenden Messias. .So urteilt Jesus selbst über die jüdische Religion, daß sie nicht Mose glaubt, denn wenn Juden Mose glaubten, würden sie Jesus als den Messias glauben. (Joh 5.45-47.)

Die jüdische Religion ist im Urteile Jesu Christi eine falsche Religion: „Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht.“ (Joh,5,23)Diese Aussage ist einer der Ausgangspunkte der Trinitätslehre: Gott Vater und Gott Sohn sind Verschiedene und doch eins, denn es gilt, daß wer den Sohn nicht ehrt, auch den Vater nicht ehrt. Nicht urteilt Jesus hier ja, daß im Synagogengottesdienst zwar Gott geehrt würde, aber nur der Sohn dann nicht, als wenn diese Verehrung eine teilweise wahre wäre.

Gerade da die jüdische Religion eine unwahre ist, muß ihr gegenüber die wahre verkündet werden.

Es bliebe nur als ein Ausweg zur Rechtfertigung des Neines zur Judenmission die These, daß das jüdische Volk, jetzt im ethnischen Sinne, so von Gott erwählt sei, daß es für dies Volk gleichgültig wäre, wie es sich zur christlichen und zur jüdischen verhielte. Aber diese These widerstreitet das ganze Alte Testament und Jesus wirft den nicht an ihn glaubenden Juden vor, daß sie so auch sie ungläubig Mose und dem ganzen Alten Testament gegenüber verhielten.







1Die Frage, wer ein Jude ist, kann hier nicht erörtert werden ob der Kompliziertheit dieser Materie: Ist Jude im ethnischen oder staatspolitischen oder religiösem Sinne gemeint? M.W wird diese Frage im christlich-jüdischen Dialog auch nicht erörtert, geschweige den geklärt.

Donnerstag, 2. Juli 2026

Eine unredliche Kritik an der Piusbruderschaft

 

Eine unredliche Kritik an der Piusbruderschaft


Die Freude über die Exkommunikation der Bischöfe und Priester der traditionalistischen Piusbruderschaft nach den unerlaubten Bischofsweihen ist unüberhörbar, hofft man doch so, diese energischen und vielleicht auch manchmal übereifrigen Kritiker des Modernismus in der Kirche los zu sein, um nun getrost das 2.Vaticanum hinter sich lassend, es enthält leider noch so viel Katholisches, die Verprotestantisierung voranzutreiben.

Auch die Internetseite „Communio“ liefert nun pflichtgemäß ihren Beitrag wider die Priesterbruderschaft in dem Artikel: „Außerhalb der Kirche kein Heil:Ein Dogma im Wandel der Geschichte – oder: Warum die Traditionalisten die Tradition nicht gut genug kennen.“ Dabei konzentriert sich die Kritik auf die Bejahung des katholischen Dogmas: „Außerhalb der Kirche kein Heil“.1 Aus dem von der Piusbruderschaft vorgelegtem katholischen Glaubensbekenntnis wird dann zitiert:

Die Krise der Kirche hänge damit zusammen, dass das Dogma Außerhalb der Kirche kein Heil aufgeweicht wurde. Der missionarische Auftrag der Kirche sei dadurch kollabiert. In der Glaubenserklärung vom 14. Mai 2026 hat die Piusbruderschaft daher noch einmal bekräftigt: "Es gibt nur einen einzigen (!) Glauben und eine einzige (!) Kirche, durch die wir gerettet werden können. Außerhalb der römisch-katholischen Kirche und ohne das Bekenntnis des von ihr seit jeher gelehrten Glaubens gibt es weder Heil noch Vergebung der Sünden. Folglich muss jeder Mensch Glied der katholischen Kirche sein, um seine Seele zu retten, und es gibt nur eine einzige (!) Taufe als Mittel, um in sie aufgenommen zu werden. Diese Notwendigkeit betrifft die gesamte Menschheit ohne Ausnahme und schließt unterschiedslos Christen, Juden, Muslime, Heiden und Atheisten ein."


Es wird also die Behauptung aufgestellt, daß faktisch die Kirche die Mission eingestellt hat und diese Behauptung läßt sich empirisch verifizieren: Das Konzept des Dialoges mit allen Religionen und das Projekt des gemeinsamen Eintretens für eine Humanisierung der Welt ist faktisch an die Stelle des Missionsauftrages gestellt worden seit dem 2. Vaticanum. Es liegt nun nahe, dies Ende der Missionstätigkeit der Kirche in einen kausalen Zusammenhang mit der Auflösung des Dogmas, daß es kein Heil außerhalb der Kirche gäbe, zu sehen.

Das Faktum der Beendigung der Missionsarbeit der Kirche erwähnt die Kritik nicht sondern stellt zu recht fest, daß dies Dogma sehr sorgfältig zu explizieren ist. So gilt das göttliche Gebot: „Du sollst nicht töten!“ auch wenn dann in seiner Explikation ein Töten in einem Kriegsfalle, in einer Notwehraktion und bis zu Papst Franziskus auch der Vollzug der Todesstrafe die Kirche erlaubt. Deswegen wird aber die Gültigkeit dieses Gebotes nicht außer Kraft gesetzt.Das gilt so auch für das Dogma des kein Heils außerhalb der Kirche bis zum 2,Vaticanum.

Jetzt aber wird dies Dogma faktisch außer Kraft gesetzt. In dem Communioartikel heißt es nun nämlich: „Die Kirche kennt unterschiedliche Grade der Zugehörigkeit: Neben den Katholiken, die zur vollen Gemeinschaft der Kirche gehören, gibt es die Nichtkatholiken, die mit ihr durch eine Vielzahl von gemeinsamen Elementen verbunden sind. Selbst die Nichtchristen und Agnostiker sind insofern auf die Kirche als Volk Gottes hingeordnet, als sie nach der Wahrheit suchen und sich um eine humane Praxis bemühen.“

Das bedeutet, daß diese Art der Hinordnung zur Kirche und die graduelle Zugehörigkeit zu ihr zum Heile ausreiche: Das „und“ in der Aussage „als sie nach der Wahrheit suchen und sich um eine humane Praxis bemühen.“ ist hier wohl nicht addidativ sondern explizierend zu lesen: die Wahrheit suchen meint, eine Humanisierung der Welt zu versuchen. Sich um eine „humane Praxis bemühen“ reiche so zum Heile aus. Ob und wie jemand religiös sei, wird damit letztendlich als gleichgültig erklärt.

Damit beweist dieser Communioartikel, wie rechtmäßig diese Piusbruderschaftskritik ist: Die Weise der Deutung des Dogmas, kein Heil außerhalb der Kirche hat zum Ende der Mission der Kirche geführt, denn nun wird gelehrt und es wird so auch praktiziert: Jeder Mensch kann außerhalb der Kirche das Heil erlangen in jeder Religion oder gar als Atheist, wenn er nur humanistisch aktiv ist. Genau genommen reicht für jeden Menschen eine humanistische Gesinnung aus, wohingegen dann die Religion und isb die christkatholische gleichgültig ist.



1Communio 1.7.2026.

Sonntag, 7. Juli 2024

Texte die im Neuen Testament nicht stehen dürften: Sie atmen den vorkonziliaren Geist aus!

 

Texte die im Neuen Testament nicht stehen dürften: Sie atmen den vorkonziliaren Geist aus!


Zu den größten Erfolgen des christlich - jüdischen Dialoges gehört die Absage an jeglich gearteter Judenmission seitens der Katholischen Kirche und des Protestantismuses. Auch wenn es schwer nachvollziehbar ist, als das Hauptargument wird dafür angeführt: Da den Juden in Auschwitz so viel Übles angetan worden ist, dürfe es jetzt keine Judenmission mehr geben, als wenn dem Juden Paulus ein Übel angetan worden wäre, als ihn der Sohn Gottes selbst zum christlichen Glauben bekehrte und ihn dann noch als Apostel einsetzte und somit ganz der Synagoge entfremdete.

Was sagte nun Jesus Christus selbst zur Judenmission? „Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Gehet nicht zu den Heiden,und betretet keine Stadt der Samariter, sondern gehet zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel und verkündet“.(Mt 10,5f) Die Zwölf sind die Apostel, die als Hirten zu den Schafen Israels ausgesandt werden, da das jüdische Volk eines ohne einen Hirten ist und das so ein verlorenes ist.

Was soll nun ein so ausgesandter Apostel reagieren, wenn seine Evangeliumsverkündigung nicht angenommen wird? Jesus ordnet für diesen Fall an: „Wenn man euch aber in einem Hause oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann gehet weg und schüttelt den Staub von euren Füßen. Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tage des Gerichtes nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.“(Mt 10,14f)

Erstens hätte Jesus seine Apostel nicht zu den Juden sondern nur zu den Heiden aussenden dürfen, aber zweitens auch nicht nur die Apostel, das ist ja purer Klerikalismus! Drittens: Wenn Juden das ihnen gepredigte Evangelium nicht annehmen, dann darf Jesus ihnen das auf keinen Fall als eine Sünde anrechnen und schon gar nicht als eine größere als die der Sodomie Sodoms und Gomorras. Viertens hat Jesus hier ganz vergessen, daß Gott als die Liebe kein Gericht über die Menschen halten wird, die Kirche hat ja deshalb dies furchtbare Gebet vom Tag des Zornes Gottes, dem „dies irae“ abgeschafft und wenn dann doch nur ein Gericht,in dem alle dann freigesprochen werden. Fünftens hat Jesus hier völlig die Menschenrechtserklärung mißachtet, daß kein Mensch ob seines Glaubens oder Nichtglaubens diskriminiert werden dürfe, auch nicht seitens Gottes. (So urteilt ja der Startheologe Striet, daß ein Gott,der die Menschenrechte und die Autonomie des Menschen nicht anerkenne für uns moderne Menschen nicht als ein Gott anerkennbar sei!)

Gott sei es so egal, ob wir an ihn glauben oder nicht. Aber am Anfang stand das Ereignis des Holocaustes, der der Kirche jede Art von Judenmission verböte. Einem Juden habe Jesus halt nichts zu verkündigen, da alles für ihn Heilsnotwendige schon in der hebräischen Bibel stünde.Der Glaube an das Evangelium sei für einen Juden also irrelevant, nur hat in diesem Punkte Jesus leider seinen Vater völlig mißverstanden, wie diese Passage aus dem Matthäusevangelium hinreichend beweist. Überhaupt hat der Sohn Gottes seinen Vater völlig mißverstanden: „Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht“, (Joh 5,23) so lautet Jesu Urteil über den Wert des Synagogen gottesdienstes. Nicht verhält es sich so, daß in der Synagoge Gott, der Vater geehrt würde und in der Kirche dann zusätzlich der Sohn Gottes, als wäre der Synagogengottesdienst zwar ein Gottesdienst, in dem Gott zwar als Vater geehrt würde nur daß er ein defizitärer wäre, da in ihm nicht der Sohn Gottes geehrt würde, sondern, so beurteilt Jesus den Synagogengottesdienst: In ihm wird Gott als Vater nicht geehrt!

So lehrt Jesus in seiner Eucharistielehre (Joh 6,12-59): Wer sein Fleisch ißt und sein Blut trinkt, hat das ewige Leben,wer es nicht ißt und trinkt, hat es nicht. Das gilt auch so für die Juden, daß auch sie um des ewigen Lebens willen die hl.Kommunion zu empfangen haben.

Aber in all dem habe der Sohn Gottes seinen Vater völlig mißverstanden, denn Gott schenke doch jedem,egal wie er es mit dem christlichen Glauben hält, das ewige Leben, es sei denn, er wäre politisch rechts, glaubt nicht an die Verheißungen der Multiethniesierung und Multikultivierung und gibt gar seinen Kindern Negerküsse zum Essen! 

Zusatz:

"Das Bekenntnis zur "universalen und deshalb auch exklusiven Heilsmittlerschaft Jesu Christi" gehöre zum Kern christlichen Glaubens. Doch die notwendige Revision betrifft gerade diesen Kern christlicher Identität. Christlicher Exklusivismus ist aufzugeben."  So fordert es der Kath de Artikel: 

"Die Kirche muss ihre Geschichte des Antijudaismus aufarbeitenChristentum und Antisemitismus – zu lange eine unheilige Allianz" am 7.7.2024: Aus Jesus Christus, der Wahrheit soll nun eine unter ganz vielen anderen werden- so bekämpft man unter dem Banner des Antisemitismus den christlichen Glauben. Man kann Kath de ihre Meriten im Kampfe  wider die Katholische Kirche und den christlichen Glauben nicht absprechen!  

 

 






































Montag, 31. Juli 2023

Ist der Neue Bund in Jesus Christus nur ein Ergänzungsbund für die Heiden,der den Alten bestehen läßt?

Ist der Neue Bund in Jesus Christus nur ein Ergänzungsbund,der den Alten bestehen läßt? Dem christlich-jüdischen Dialog verdanken wir nun wahrlich revolutionäre Neuerkenntnisse. Die neue Erkenntnis läßt sich so leicht veranschaulichen: Eine Lokomotive mit 2 Anhängern, die ins Reich Gottes fährt. Gott ist die Lokomotive, an der der erste Wagen angekoppelt ist. Die Koppel trägt den Namen: Moses und die Propheten und in dem Wagon sitzt das jüdische Volk als ersterwähltes. Mose und die Propheten bezeichnen dabei den Bund, durch den das Volk Israel die Verheißung bekam und besitzt, als Ersterwählte in das Reich Gottes einzugehen.Moses und die Propheten reichen als die Vermittler dieses Bundes. Nun ist noch ein zweiter Wagon angekoppelt an den ersten Wagen. Die Koppel heißt Jesus Christus. Im zweiten Wagen sitzen nun die Heidenchristen. Nicht nur die Juden sondern auch die Heiden sollen einen Anteil am ewigen Heil bekommen können. Dieser Bund in Jesus Christus soll nun den Status eines Ergänzungsbundes haben. Jesus Christus habe so nur für die Heiden eine soteriologische Bedeutung, den Juden habe er nichts zu sagen, da für sie Moses und die Propheten ausreichten. Leider habe dann Jesus Gottes Auftrag an ihn völlig mißverstanden, denn statt den Heiden predigte er den Juden. Er hätte eigentlich, hätte er seinen Vater richtig verstanden in Athen oder in Rom den Heiden ihr Evangelium zu predigen, denn den Juden reichten ja zu ihrem Heile Moses und die Propheten. Die Kirche habe nun Jesu Fehler erkannt und verzichtete so auf jegliche Judenmission. Denn Jesus Christus sei nur die Wahrheit für die Nichtjuden, auch für die sei er ja nur am Kreuze gestorben. (Der Dialog mit allen anderen Religionen ergäbe nun zusätzlich, daß auch alle Gläubigen dieser Religionen Jesus Christus zu ihrem Heile nicht bedürften, denn ihre je eigene Religion reiche dazu aus. Die Atheisten bräuchten dagegen gar keiner Religion, denn ihnen reiche ihr Gewissen.) Nur ein Problem gäbe es noch im christlich-jüdischen Dialog: Wer ist denn überhaupt ein Jude, sodaß er Jesus Christus nicht zum eigenen Heile bräuchte? Ist damit jeder Jude im ethnischen, im religiösen oder im staatsbürgerlichen Sinne gemeint? Wer gehört in den ersten und somit nicht in den zweiten Wagon? Gehört ein Jude im ethnischen Sinne zum Volk Gottes, dem das Heil zugesagt wird, auch wenn er ein Atheist ist? Wenn nun eine deutsche Frau einen Juden heiratet und in Israel lebend die jüdische Staatsbürgerschaft erlangt, gehört sie dann zum ersten Bund Gottes, auch wenn sie weder im ethnischen noch im religiösen Sinne jüdisch ist? Meinem Kenntnisstand nach läßt man im jüdisch-christlichen Dialog all diese Fragen unberührt: Wozu bräuchten wir noch zu wissen, wer ein Jude ist, da wir inzwischen jede Mission aufgegeben haben. Deshalb sei jede Klärung der Frage , wer denn überhaupt ein Jude sei, überflüssig zur Präzisierung der Einstellung der Judenmission.

Mittwoch, 2. November 2022

Über Verheißungen an das Volk Israel: Gott ist treu?

Über Verheißungen an das Volk Israel: Gott sei treu? Zum guten Ton des christlich-jüdischen Dialoges gehört es, a) von dem ungekündigten Bund Gottes mit diesem Volke zu sprechen, es b) so abzulehnen, daß die Verheißungen, die Gott einst seinem Volke zusprach nun der Kirche gelten würden. Die Kirche sei nämlich nicht an die Stelle des ersterwählten Volkes getreten, sondern Gott habe eher seinen Bund erweitert, daß nun durch Jesus Christus auch die Nichtjuden am Heile partizipieren können. So habe Gott neben dem ordo salutis für das jüdische Volk für die Heiden einen Zweitweg zum Heile eröffnet durch Jesus Christus, der dann eben nur noch für die Heiden zuständig sei. Deshalb ist eben jegliche Judenmission ja nach dem Konzil ob dieser Neufassung des Verhältnisses zur Synagoge eingestellt worden. Nun gab Gott seinem jüdischen Volke durch den Propheten Jesaja diese Verheißung: „Denn das Volk und das Reich, das dir nicht dient, wird zu Grunde gehen, und die Nationen werden in Verödung umkommen.“ (Jesaja 60,12). Es wird so nicht nur ein Heil für das Volk Israel geben sondern auch die nichtjüdischen Völker können daran einen Anteil bekommen, wenn sie dem jüdischen Volke dienstbar sein werden. Wollen sie das aber nicht, droht ihnen ihr Untergang. A. Arendt S.J präsentiert für diese Verheißung in seiner Vulgataausgabe (1903) eine typisch vorkonziliare Deutung: „Vertilgt werden. Das kann nicht von dem irdischen Volke gesagt sein; denn es wäre dann nicht in Erfüllung gegangen. Der Sinn ist vielmehr: Wer immer,in welchem Volke oder Reiche immer, nicht der Kirche dient,und sich ihr nicht im Glauben unterwirft, wird mit den Gottlosen zu Grunde gehen.“ Das ist nun in der Folge des christlich-jüdischen Dialoges eine nicht mehr akzeptable Interpretation dieser Verheißung Gottes. Auch in sich vermag sie nicht so recht zu überzeugen. Denn diese Verheißung kann ja als eine futurische gelesen werden: Das wird sich so noch wohl am Ende der Zeiten ereignen. Außerdem ist der Adressat dieser Drohbotschaft ein Volk, bzw alle Völker, die dem Volke Israel nicht dienen wollen und nicht Einzelne aus den Völkern. Wenn der Glaube etwas individuelles ist: „Ich glaube!“, so ist das Dienen hier als etwas Kollektives verstanden: Alle Völker haben dem einen erwählten zu dienen. Wenn nun diese Verheißung an das Volk Israel weiterhin seinen Bestand hat, weil Gott zu seinem Volke treu sich verhält, dann wird hier diesem Volke die endzeitliche Herrschaft über alle anderen Völker verheißen. Die ihm dann nicht dienen wollenden, werden dann vertilgt werden. Nun ist aber diese Verheißung schwerlich kompatibel mit den Verheißungen des Neuen Bundes in Jesus Christus. Gälte diese doch weiterhin, gäbe es für die Kirche keine außer der, daß sie sich der Synagoge zu subordinieren habe, wenn sie nicht zu grundegehen wolle. Wenn aber nicht mehr das jüdische Volk nicht mehr der Adressat dieser Verheißung wäre, sondern jetzt das neue Gottesvolk, dann hieße das, daß Gott am Ende die Feinde der Kirche zugrunde gehen ließe, eine Vorstellung, die mit dem nachkonziliaren Gott der Liebe nicht mehr vereinbar ist, sodaß auf diese Verheißung ganz verzichtet wird.

Samstag, 11. September 2021

Wie Papst Franziskus sich versprach und jetzt Jesus Christus als Erlöser aller Menschen dementiert wird

"Nach christlichem Glauben, so der Kardinal, "ist Jesus Christus der neue Weg der Erlösung". Dies bedeute aber keinesfalls, "dass die Thora herabgemindert wird oder nicht mehr als 'Weg der Erlösung für Juden' anerkannt wird". Diese bemerkenswerte Aussage findet sich in dem Kath net Artikel: "Vatikan weist jüdische Kritik an Papstansprache zurück". (10.9. 2021)Papst Franziskus habe in seiner Auslegung zu Paulus Gesetzesverständnis etwas die Jüdische Religion Diskri-minierdes geäußert. Der Vatican reagierte sofort mit einem Dementi. Die Zentralaussage dieses Dementis bildet das obige Zitat. 
Ein Versuch, diese Aussage zu verstehen: Soll der  "neue Weg der Erlösung" als eine Egän-zung  zum alten Weg verstanden werden, sodaß nun ein Jude zwei Wege der Erlösung offenstehen, der alte der Thora und der neue, der Jesu Christi? Zumindest sagt dieser Text,daß für den Juden der alte Weg der Thora immer noch der oder ein richtiger Weg zur Erlösung ist. Also braucht ein Jude (im ethnischen Sinne) nicht das Kreuz Christi und den Glauben an Jesus Christus, weil er auch ohne dem errlöst werden könne. 
Oder ist das so zu verstehen: Der neue Weg ist nur ein Weg für die Nichtjuden, denn Juden reicht die Thora; nur für die Heiden ist der neue Weg von einer Relevanz? Nur, warum hat dann Jesus in den Synagogen gepredigt, wenn für die Juden die Thora völlig ausreicht?Oder hat er so gepredigt, daß es nun für jeden Juden zwei Wege der Erlösung gebe und jeder könne nun frei sich für einen der beiden entscheiden? Dann hat aber der Apostelfürst Paulus
Jesus Christus völlig falsch verstanden, wenn er im Römerbrief von Kapitel 1 bis 8 expliziert, warum Jesus Christus für jeden Menschen, sowohl für die Heiden wie auch für die Juden der
einzige Weg zum Heil ist! 
Faktisch erklärt aber die Katholische Kirche wie auch der Protestantismus den Weg der Thora
für den einzigen für Juden relevanten Heilsweg, indem auf jede Judenmission verzichtet wird im Vertrauen auf Gottes Treue zum "ungekündigten Bund" mit seinem Volke Israel. Dann wäre
Jesus Christus realiter doch nur für die Heiden am Kreuze gestorben,sei er nur für die Heiden ihr Erlöser. Nun ist aber "Christus" die Übersetzung von "Messias". Die Kirche bekennt so Jesus als den Messias der Juden, als den diesem Volke verheißende Erlöser, der aber auch der Erlöser der ganzen Welt ist. Wie kann nun aber der Messis Israels für das Jüdische Volk
als irrelevant abqualifiziert werden durch die These, daß für dieses Volk die Thora zur Er-lösung ausreiche, sie ihren Erlöser nicht bräuchten? 
Wird so faktisch Jesus auf den Erlöser für die Heiden reduziert, um so die Einstellung der Judenmission zu rechtfertigen. Damit setzt aber die heutige Kirche die Praxis der Juden-
mission, angefangen mit Jesus selbst ins Unrecht. Das Urchristentum praktizierte so etwas,
was die jetzige Kirche ablehnt. Worauf begründet sich nun diese neue Erkenntnis, daß für
den Juden der Glaube an Jesus Christus und die sonst für alle heilsnotwendige Taufe für das Heil unwichtig ist, weil für sie die Thora und die Beschneidung zur Erlösung ausreicht? 
Die stereotype Antwort lautet: Seit Auschwitz dürfe man keine Judenmission mehr betreiben,ja müsse die Kirche darauf verzichten, irgendwie den Eindruck zu erwecken, daß die christliche
Religion wahrer sei als die jüdische. Weil also dem Jüdischen Volke ein so großes Verbrechen angetan worden ist, dürfe die Kirche ihr jetzt nicht mehr Jesus Christus als auch ihre Wahrheit verkündigen. Das ist nun ein sehr befremdliches Argument: Weil wem ein Unrecht angetan wurde, ist dem jetzt die Wahrheit zu verschweigen. Wenn vor dem Ereignis Jesus Christus der Erlöser (auch) der Juden war, dann ist er das auch nach diesem Geschehen. Nur wenn er nie
der Messias Israels gewesen war, könnte jetzt auf eine Verkündigung Jesu Christi an die Juden verzichtet werden. Dann müßte ergründet werden, warum das Ereignis Auschwitz die
Aussage rechtfertige, daß Jesus Christus nicht der Erlöser des Jüdischen Volkes sei, obzwar
das Neue Testament ihn als diesen bezeugt? Widerlegt so gar Auschwitz das Zeugnis des
Neuen Testamentes?  




Freitag, 30. Juli 2021

Die Kirche heute - soweit von ihren Anfängen entfernt (Teil 1)

Di


Über das Wirken des Apollos, eines jüdischen Christen, von dem ausgesagt wird, daß er redegewandt und in der hl. Schrift bewandert ist, schreibt die Apostelgeschichte: „Denn mit Nachdruck widerlegte er die Juden, indem er öffentlich aus der Schrift nachwies, daß Jesus der Messias sei.“ Apg 18,28

(Vorab: Dieser Judenchrist hätte ob seiner judenmissionarischen Aktivität, den Juden nachzuweisen, daß Jesus der Messias (=der Erlöser des jüdischen Volkes) ist, auf den Kirchentagen der EKD Auftrittsverbot,denn dieses Bekenntnis störe den christlich-jüdischen Dialog.)

Aber wie ist diese Aktivität aus heutiger katholischer Sicht zu beurteilen? Als Katholik dürfe man die Juden nicht widerlegen, sondern höchstens ganz subjektivistisch bekennen: Für mich ist Jesus mein Erretter. Unmöglich sei es, nach dem heutigen Bibelverständnis, aus dem Alten Testament nachzuweisen, daß Jesus der Messias sei. Im Urchristentum habe man das Altes Testament wohl so ausgelegt, diese sei aber für uns Heutigen ob des historisch-kritischen Verständnisses der Bibeltexte nicht möglich. Mit Nachdruck verbiete sich von selbst, denn eine solche Haltung verunmögliche ja den Dialog zwischen Christen und Juden auf gleicher Augenhöhe.

Gravierender ist nun aber doch die Anfrage, warum denn überhaupt dieser Apollo den Juden Jesus als ihren Messias verkünden wollte. Vorkonziliar lehrte die Kirche, daß der Glaube, daß Jesus der Christus, der Messias heilsnotwendig war, aber seit der Neubestimmung des Verhältnisses der christlichen Religion zu allen anderen und gar dem Atheismus im 2.Vaticanum heißt es, daß der Jude ohne den Glauben an Jesus als den Christus des ewigen Heiles teilhaftig werden kann. Verschiedenartig kann diese These nun legitimiert werden:

a)durch die Lehre, daß Jesus am Kreuze für alle objektiv das Heil erwirkt hätte, sodaß es jedem gilt, egal wie er sich subjektiv dazu verhält, glaubend oder unglaubend,


b) durch die Lehre, daß Gott als der alle Menschen Liebender seine objektive Liebe zu allen Menschen durch Jesus nur offenbart hat, sein Kreuz also gar kein Heilswerk war und auch nicht an Jesus Christus zu glauben ist, denn Gott als die objektive Liebe ist der hinreichende Grund des Heiles für alle. Der christliche Glaube er- und bekennt so nur das allen Gültige,


c)durch die Lehre, daß in allen Religionen so viel an Wahrheit enthalten ist, daß dies zum Heile ausreicht, daß eben jeder in seiner Religion selig werden könne.


Völlig verquer ist aber die Vorstellung, daß der Nichtglaube an Jesus als dem Messias Juden als schuldhafte Sünde anzurechnen sei. Wenn Jesus also über ein jüdisches Gebiet, das nicht den Glauben an ihn als den Messias annehmen will, urteilt: „Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tage des Gerichtes nicht so schlimm ergehen, wie dieser Stadt“ (Mt 10,15), dann irrte hier Jesus fürchterlich, hat er da doch ganz die Treue seines Vaters zu seinem ersterwählten und nie verstoßendem Volke Israels völlig vergessen! Die nachkonziliare Theologie weiß eben besser über Gott Bescheid als der Sohn Gottes selbst.

Genaugenommen ist jede Mission überflüssig. So wird heutzutage das 2.Vaticanum progressiv gedeutet, den Emergenzpunkt dafür bilden die Aussagen des Konziles zu den anderen Religionen und zum Atheismus.


Besonders anstößig an diesem Apollo ist aber seine Redegewandtheit und Schriftkenntnis. Rhetorik und biblische Gelehrsamkeit sind in der jetzigen Kirche nicht mehr gefragt, denn wenn überhaupt noch der Glaube an Jesus Christus Nichtgläubigen gegenüber bekannt wird, dann nur noch ganz subjektivistisch persönlich: Ich empfind, fühl, erleb Jesus so- aber jeder andere kann Jesus auch ganz anders empfinden. Man bekennt sich zu Jesus, wie ein Musikkenner zur Musik Richard Wagners, mit dem einräumenden Zusatz: Ich weiß schon, daß die Beatles beliebter sind.

Besser aber, wenn auf jede sprachliche Artikulation des christlichen Glaubens verzichtet würde, weil es allein auf die gelebte Praxis der Nächstenliebe ankäme- wortlos, und auf jeden Fall ohne Rhetorik und ohne jeden belehrenden Charakter.

Also, dieser Apollo paßt nicht mehr in die Katholische Kirche.



 

Freitag, 5. Juni 2020

Muß Bonifatius exkommuniziert werden?

Eine ernste Frage: Muß nicht der Germanenmissionar Bonifatius, den die Kirche heute gedenkt, aus der Katholischen Kirche exkommuniziert werden? Erinnern wir uns an seine schlimmste Tat: Er fällte eine dem Gott Donar geweihte Eiche. Diese Geste offenbart uns das ganze Unglück der Christianisierung der Deutschen. In der germanischen Religion- ähnlich wie die Indianer des Amazonasgebietes- lebten die Einwohner in harmonischer Eintracht mit der Natur, sie ehrten besonders die Bäume, aber auch alles Leben. Ihre Götter waren Naturgötter- und dann brach die christliche Religion bei ihnen ein. Die erste Tat war die der Tötung eines Baumes- (wie singt doch so wunderschön schwermütig Alexandra: Mein Freund, der Baum ist tot!)und damit begann auch in Germanien die Geschichte der Ausbeutung der Natur, mit ihrer Naturzerstörung.
Verführt wurde Bonifatius ja durch ein völliges mißverstandenes Evangelium, als wäre die christliche Religion die einzig wahre, durch die allein das Heil zu erlangen sei. Aber dank der Ökumene und dem interreligiösem Dialog hat die Kirche ja dies Verständnis überwunden: Jede Religion ist ja eine Suchbewegung, aber keine besitzt die Wahrheit, in keiner ist Gott erkannt! Darum kommunizieren wir jetzt alle miteinander auf unseren Wegen zur Wahrheit.

Für diesen Diskurs gibt es natürlich Kommunikationsregeln, die von allen einzuhalten sind: 1. Jede Religion ist als gleich wahr anzuerkennen. 2. Keiner darf versuchen, einen Andersgläubigen von seiner Wahrheit zu überzeugen, jeder bezeugt in diesem Diskurs nur seine Wahrheit. 3. Wichtiger als theologische Differenzen ist das gemeinsame Engagement zur Humanisierung der Welt. Und dazu gehört jetzt der Umweltschutz, die Liebe zu Bäumen und der Kampf um den Erhalt des Regenwaldes.

Angesichts von so viel Baumliebe ist dieser Baumfäller-Bonifatius einfach nicht akzeptabel. Er führte ja gar keinen Dialog mit den Germanen- hätte er sich doch mit den Donarpriestern um diesen Baum versammelt, um statt ihn zu fällen, ein Fruchtbarkeitsritual dort zu zelebrieren, ja um meditierend die tiefe Weisheit der Baumverehrung erfahren, statt unsere Vorfahren mit Dogmen zu belästigen. Ihm fehlte eben jedes Gespür dafür, daß sie schon ganz in der Wahrheit leben, sodaß sie keiner Evangelisation bedürfen!

Denn als postmoderne Christen wissen wir ja, daß die Wahrheit, eine erkennbare oder gar erkannte die Menschen unfrei macht, nur das Eingeständnis, daß niemand weiß, was wahr ist, eine pluralistische Welt ermöglicht, in der alle Religionen friedlich miteinander leben können, weil keine sich für wahrer hält als die anderen.



Donnerstag, 12. Dezember 2019

Das Ende der Mission? Papst Franziskus Missionsprofil

Anläßlich der Ernennung von Kardinal Luis Antonio Tagle zum Präfekten der Römischen Kongregation für die Evangelisation der Völker brachte Katholisch info am 9.12. 2019 diese Zusammenstellung über Papst Franziskus und die Mission, die hier vollständig wiedergegeben wird:
  • der hartnäckige Kampf von Papst Franziskus gegen den „Proselytismus“, der wie eine Ablehnung der Mission wirkt;
  • die Absage von Papst Franziskus an den Atheisten Eugenio Scalfari, den er „nicht bekehren“ wolle;
  • das Dokument vom Dezember 2015 der Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, die dem Vorsitzenden des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen untersteht, mit dem eine „Ablehnung“ einer „institutionellen Judenmission“ durch die Kirche erklärt wird;
  • die Aussage von Papst Franziskus bei einer Eine-Welt-Veranstaltung der Fokolarbewegung in Rom, daß es „nicht wichtig“ sei, welcher Religion man angehört;
  • die Unterzeichnung des Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen in Abu Dhabi, in dem die „Vielfalt der Religionen“ als Ausdruck des Göttlichen Willens behauptet wird, was Franziskus seither mehrfach wiederholte;
  • die Errichtung Hohen Rates zur Umsetzung dieser Zielsetzungen;
  • die Unterstützung des Projekts Abrahamic Family House in Abu Dhabi mit einem gemeinsamen Kultzentrum für die drei „abrahamitischen“ Religionen durch die Errichtung einer Kirche, einer Synagoge und einer Moschee;
  • die Anerkennung heidnischer Götzen im Zuge der Amazonassynode und deren ehrerbietig Behandlung durch Kirchenvertreter und ihre Präsenz im Petersdom und einer anderen Kirche. 
Die Tendenz ist leider eindeutig: Die Religion, welche auch immer, sei eigentlich unwesentlich, wichtiger, daß alle trotz verschiedener Religionszugehörgkeit miteinander wirken zur Humanisierung der Welt oder jetzt aktueller zum Erhalt der "Schöpfung". 
Daß die christliche Religion im wesentlichen der Aufruf zur praktischen Nächstenliebe sei, muß wohl als die Grundüberzeugung der meisten heutigen Christen angesehen werden. Nicht nun, daß deshalb diese nun massenhaft praktiziert würde, sondern in erster Linie dient dies Christentumsverständnis dazu, zu legitimieren, daß man als Christ nicht zum Gottesdienst geht, faktisch kein religiöses Leben führt, schon gar nicht sich mit Fragen der Religion beschäftigt, oder gar ein Interesse an Theologischem hegt. Nein, man kann ein guter Christ sein, und ist es auch, wenn man sich bemüht, anständig zu leben und irgendwie dann auch an (einen) Gott glaubt. Schon was dann ein "anständiges" Leben ausmache, hat kaum noch etwas mit der spezifisch christlichen oder irgendwie religiösen Moral zu tuen, denn auch der Christ orientiert sich da einfach an dem, was allgemein als anständig empfunden wird. Eine spezifisch christliche Moral, die sich klar von der allgemeinen, was man für anständig hält, unterschiede, käme selbst vielen Christen sektiererhaft fundamentalisisch vor.

Will Papst Franziskus so nur das "offizielle" noch gültige Verständnis vom Christsein diesem populären anpassen, daß  jede Art von Mission als unangemessen und sektiererisch empfunden wird?Oder verbirgt sich hier doch ein größeres Vorhaben des Papstes, etwa das der Erschaffung einer Einheitsreligion für die globalisierte Welt? 

Samstag, 6. April 2019

Dialog statt Mission- oder der Dialog als Quelle der Unwahrheiten?


Kennen Sie das: Sie fragen, wie es denn geht? und es kommt die Antwort:Gut? Seltsam: Jeder,den ich so frage, respondiert mit Gut! Auch macht jedem die Arbeit, wenn er denn eine hat, Spaß. Können das ehrlich gemeinte Antworten sein? Mitnichten, denn diese Antworten sind standardisierte, die so gegeben werden völlig unabhängig davon, wie es sich wirklich verhält.
Wieviele Anteile eines real stattfindenden Dialoges bestehen wohl aus so standardisierten Sätzen: So hat man eben zu reden. 
Was auch immer jemand über einen bestimmten anderen denken mag, steht der vor ihm in einem Dialog, es wird zu ihm doch nur das gesagt, was die Höflichkeit zuläßt. Denken wir an die allseits beliebten Höflichkeitslügen: "Ja, ihr selbstgebackener Kuchen schmeckte außerordentlich gut!" "Ihr Vortrag war sehr interessant". So sagt auch niemand eine Einladung ab mit der Begründung: "Ich will sie nicht annehmen, sondern mit: "Gern käme ich, aber da habe ich schon einen unverschiebbaren Termin." In jeder Geselligkeit gehört so ein legerer Umgang mit der Wahrheit zum Selbstverständlichen guten Benehmens. 
Ist es nun wahrscheinlich, daß der ökumenische Dialog, der Dialog mit den Religionen, der Dialog mit wem auch immer ganz anders ist? 
Offensichtlich gehört es zur Kultur der Konfliktvermeidung, um des Friedens willen, Wahrheiten zurückzustellen. Das kann man doch einem Lutheraner, Juden, Muslim oder Atheisten nicht sagen, das wäre doch zu provokannt. Menschen lächeln sich im Dialog an, aber gerade dann zeigen sie auch ihre Zähne (Man beachte mal, auf wie vielen Photographien der Abgebildete in die Kamera lächelnd zugleich die Zähne zeigt- die Zähne waren auch beim Menschen ursprünglich immer auch seine Angriffswaffen!) 
Zudem: Es gibt asymmetrische Kommunikationsverhältnisse: Frägt der Chef einen seiner Angestellten: "Sie sind doch zufrieden mit ihrer Arbeit hier?", welcher Subordinierte verneinte das seinem Chef gegenüber!
Im christlich-jüdischen Dialog herrscht seit dem Holocaust selbstredend ein solch asymmetrisches Kommunikationsgefälle, das dem christlichen Dialogteilnehmer die Position des Angeklagten als irgendwie Mitschuldigen an dem Holocaust zuweist und dem jüdischen den der Anklage. So nur ist es erklärlich, daß nun die Katholische wie die Evangelische Theologie übereinstimmend von dem ungekündigten Bund Gottes mit Israel spricht, daß also Jesus Christus nicht ihnen zu verkündigen sei, weil sie ohne den Glauben an ihn Gottes erwähltes Volk sind und bleiben und am eschatologischen Heil teilhaben werden. Daß Jesus Christus das noch nicht gewußt hat, irritiert dann keinen Dialogchristen, indem Jesus Juden das Evangelium verkündete. Aber der christlich-jüdische Dialog läßt solche Wahrheiten nicht zu. 
So muß dann auch im christlich-islamischen Dialog die Dreifaltigkeit Gottes verschwiegen und der Islamismus als etwas nichts mit dieser Religion Ver-bundendes thematisiert werden.
Was darf alles nur in  diesen Dialogen nicht ausgesprochen werden, damit der Dialog überhaupt stattfinden kann. Die Mission ist kein Dialog, weil die Mission davon lebt, daß dem Missionierenden die Wahrheit als ihm bekannte präsent ist, während sie dem anderen noch unbekannt ist.Der Dialog dagegen setzt alle als der einen Wahrheit gleich nahe und ferne voraus, den Kreis, in dessen Mitte die unerkannte Wahrheit verborgen ist. Die Wahrheit bleibt dann auch das dem  Dialog  Entzogene, damit der Dialog als ewiges Gespräch prolongiert werden kann. Man bestätigt sich nur gegenseitig, auf der Suche nach der Wahrheit zu sein, ohne sie je erkennen zu wollen, damit nicht das Wahre vom Unwahren unterschieden  und somit diskriminiert werden kann. Der Dialog ist eben nichts Unstrukturiertes, das sich einfach zwischen Personen ereignet, sondern eine durch Regeln normierte kommunikative Praxis. 
Für den christlich-jüdischen Dialog heißt das, daß "fundamentalische" Positionen a priori vom Dialog ausgeschlossen sind, das ist der Glaube, daß Jesus die Wahrheit ist.
 "Fundamentalistische Christen hingegen fühlen sich aufgrund ihres Bibelverständnisses dazu berufen, Juden zu evangelisieren, d.h. sie zum Glauben an Jesus als den Messias und G'ttessohn zu bringen.
Sie sind von der Struktur ihrer Glaubensüberzeugungen her nicht in der Lage, die jüdische Religion als vollwertig und gleichwertig zu akzeptieren, da sie den alleinigen Anspruch auf die Wahrheit erheben. Eine solche Einstellung führt dazu, dass ein gleichberechtigter Dialog nicht möglich ist, denn das Judentum wird von ihnen auf die Stufe einer unvollständigen Religion herabgesetzt." 





        

Sonntag, 20. Januar 2019

Papst Franziskus: Die Katholische Kirche irrte von Jesus bis zum 2. Vaticanum antijudaistisch!

"Wem die Fortschritte im christlich-jüdischen Gespräch nicht schnell genug gehen, dem gibt Franziskus zu bedenken, "dass wir neunzehn Jahrhunderte christlichen Antijudaismus hinter uns haben und dass einige Jahrzehnte des Dialogs im Vergleich dazu sehr wenig sind". Immerhin sei es in letzter Zeit zu sehr vielen Schritten aufeinander zu gekommen. "Juden und Christen sollten sich als Brüder und Schwestern fühlen, vereint im Glauben an den einen Gott und durch ein reiches, gemeinsames geistliches Erbe, auf das sie sich stützen und die Zukunft weiter aufbauen können", heißt es im Vorwort." Kath net am 18.Jänner 2019 zum Tage des Judntumes. 
1900 Jahre lang habe der Antijudaismus die Katholische Kirche bestimmt, also von Anfang an bis (natürlich) zum 2. Vaticanum, dann wurde alles besser. Nur, kann es sein, daß die Kirche 1900 Jahre lang in einer so gewichtigen Frage geirrt hat? Wie steht es dabei um die Kontinuität von Jesus Christus zu diesem 1900 jährigen kirchlichen Antijudaismus? Wir brauchen uns nur die Zentralaussagen Jesu zu vergegenwärtigen, um schwarz zu sehen! Denn Jesus selbst war -nach dem heutigen Verständnis- der erste christliche Antijudaist. Hat er doch gelehrt, daß wer den Vater nicht ehrt wie seinen Sohn, nicht den Vater ehrt. In der Synagoge wird also nach dem Urteil Jesu Christi Gott nicht geehrt.
Und das schlimmste: Jesus bekehrte Juden zum christlichen Glauben und das ist nach dem heutigen Verständnis praktizierer Antijudaismus. Wer bekennt, daß Jesus auch für die Juden am Kreuze gestorben ist, daß er auch  ihr Heiland ist, der sie zum Glauben an ihn aufruft, der ist ein Antijudaist. Das hat die Katholische Kirche wirklich bis zum 2. Vaticanum gelehrt, ganz in Übereinstimmung mit Jesus Christus. 
Nur, für Papst Franziskus war das ein Irrtum, den nun das Reformkonzil beendet hat, indem nun in seinem Geiste auf die Judenmission verzichtet wird, weil für den Juden  die Wahrheit Jesu Christi gleichgültig sei.   

Montag, 23. April 2018

Die Religionen und der Priesterbetrug

Das aufklärerische Denken war in erster Linie ein kirchenkritisches Denken, sich legitimierend in der Erfahrung der innerchristlichen Religionskriege des 17.Jahrhundertes. Es könne nur eine wahre Religion geben, die natürlich vernünftige, aber viele positive, die in ihrer Positivität( nicht im Sinne von "gut", sondern im Sinne vom "positiven Recht" im Gegensatz zum Naturrecht) als Abweichungen vom Natürlichen, sozusagen "künstlich" als negativ zu beurteilen sind. Die vernünftige Religion ist so nicht eine Ursprungsreligion, sondern eher der vernünftige Kern in jeder Religion, die aber als positive das Natürliche überwuchert. So  versucht eben Kant diese rein vernünftige Religion zu konstruieren, fußend auf der praktischen Vernunft und Fichtes Anweisung zum seligen Leben kann als Parallelversuch gelesen werden. Gemein ist ihnen dabei das Nein zum kirchlichen Christentum und die Verneinung aller anderen "primitiven" Religionen.Die vulgärste Religionskritik, daß alle positiven Religionen Produkt eines Priesterbetruges seien, erfreute sich dabei gerade in der Aufklärung größter Beliebtheit.
Um so erstaunlicher, wenn wir dann bei Hegel lesen können: "Hegel protestiert leidenschaftlich gegen die  Vorstellung, daß alles >was die Millionen, die in diesen Jahrhunderten...lebten und starben, für Pflicht und heilige Wahrheit hielten, -daß dies nicht barer Unsinn und gar Immoralität,wenigstens den Meinungen nach, gewesen ist<.  [...] Man muß, sagt Hegel, >wenigstens voraussetzen, daß der Mensch ein natürliches Gefühl oder Bewußtsein einer übersinnlichen Welt und der Verpflichtung gegen Göttliches habe...daß alles Höhere, alles Edlere und Gute des Menschen etwas Göttliches ist, von Gott kommt, sein Geist ist, der von ihm ausgeht.<"   Georg Lukacs, Der junge Hegel, Bd 1, stw 1973, S.363f Daß der marxistische Philosoph Lukacs von dieser Wertschätzung der positiven Religionen des sonst von ihm so angetanenen Denkers nicht begeistert ist, braucht nicht erwähnt zu werden. 
Aber eines könnte hier auch für das theologische Denken relevant sein: Wie leicht übernimmt die Theologie die Kritik der Aufklärung, daß im Prinzip die anfänglichen Religionen Produkte von Priestern waren, daß sie rein abergläubisch waren und daß, wenn überhaupt noch etwas Wahres in ihnen sein sollte, dies so überwuchert sei, daß die Religionen nur noch etwas Negatives seien? Und der Enthusiasmus für ein religionsloses Christentum, etwa bei D. Bonhoeffer aber auch wohl in der Befreiungstheologie, speist sich das nicht auch aus dem Nein zu allen positiven Religionen? 
Ist da Hegels Sicht nicht bedenkenswerter, daß in jeder Religion Wahrheit ist, weil sie eben Religion ist, daß in ihr von einer übersinnlichen Welt gewußt wird, daß in ihr Gott oder die Götter verehrt werden? Und kann eine Religion gerecht beurteilt werden, wenn ihre Ausrichtung auf das Jenseitige, Übersinnliche einfach als Projektion abgetan wird, denn sie gründet sich ja auch selbst- nach ihrem Selbstverständnis- auf ein Einwirken Gottes. Kommt etwa jede Religion aus göttlichem Geiste?
Das könnte aber nur für die vorchristlichen Religionen gelten, denn die nachchristlichen konzipierten sich ja als Verneinung der wahren christlichen Religion, also die jüdische wie die islamische Religion. Sie setzen die offenbarte Wahrheit voraus, um sie zu negieren. 
So kommt es zu dieser seltsamen Paradoxie, daß die Religion des AT wahr ist, wenn von ihr aus Jesus als der Christus erkannt wird, und sie wird unwahr, wenn das Neue Testament nicht als ihre Vollendung gelesen wird. So ist etwas wahr und unwahr zugleich. Alle vorchristlichen Religionen sind wahr als Vorbereitung auf die vollendete Wahrheit in der christlichen Religion, aber sie werden unwahr, wenn sie sich gegen die offenbarte Wahrheit erhalten wollen. Das ist das Recht und die Pflicht zur Mission unter Andersgläubigen- wider Papst Franziskus Neigung, das als Prosylitenmacherei zu verteufeln.  
Aus dieser Dialektik, daß etwas Wahres Unwahres werden kann, obzwar es wirklich wahr war, steigt die Vulgärkritik des Priesterbetruges aus, indem sie nur noch das Unwahre in den positiven Religionen sieht.   

Donnerstag, 17. November 2016

Der Holocaust und die Judenmission

Oft ist zu lesen, daß der Holocaust ein oder gar das Argument wider die Erlaubtheit der christlichen Judenmission sein, entweder, daß es jetzt nur uns Deutschen nicht mehr erlaubt sein dürfe, Juden zu bekehren oder daß es nun der Kirche als ganzes nicht mehr erlaubt sein kann. Für den jüngsten Beschluß der EKD, für ihr Nein zur Judenmission spielte dies Argument als historisch-moralisches neben dem theologischen, daß es Gottes Treue zum Volke Israel widerspräche, ihnen Jesus Christus als Sohn Gottes zu verkündigen, auch eine gewichtige Rolle.
Dies Argument impliziert nun, daß (katholische) Christen oder gar die Katholische Kirche in irgendeiner Weise mitschuldig am Holocaust gewesen seien und daß diese Mitschuld nun es ihr verböte, eine Judenmission zu betreiben. Das Argument ist nun wahrhaft schwer nachvollziehbar. Unbestreitbar ist Juden Böses im Holocaust widerfahren und wenn katholische Christen oder gar die Katholische Kirche als Ganzes daran eine Mitschuld trüge, dann wäre es ja gerade jetzt gefordert, daß den Juden Gutes getan wird von der Katholischen Kirche, und was könnte einem Juden (wie auch jedem anderen) Besseres getan werden, als daß ihm die Wahrheit, also Jesus Christus verkündigt wird?  
Die Schlußfolgerung, weil der Holocaust geschehen ist, darf Juden die Wahrheit nicht verkündet werden, setzt also voraus, daß die Verkündigung der Wahrheit für Juden nicht etwas Gutes ist: Wenn Christen Juden schon so Schlimmes angetan haben wie den Holocaust, oder daran mitschuldig sind- was man nicht in Gänze absprechen kann, denn der Katholik Adolf Hitler gilt ja als der Hauptschuldige- dann dürfen jetzt Christen ihnen nicht auch noch das Übel antuen, sie zu Jesus Christus zu bekehren! So wird das Argument in sich stimmig- aber wie kann ein Christ ernsthaft urteilen, daß die Verkündigung der Wahrheit für einen Juden etwas Negatives sein könne! Aber das sagt die EKD und alle Verneiner der Judenmission!
Kann die Wahrheit also für Menschen oder nur für Juden etwas Ungutes sein, sodaß man ihnen Gutes antäte, die Wahrheit ihnen zu verschweigen? Offensichtlich soll die Vorstellung von "Gottes Treue" zum Volke Israel besagen, daß die Wahrheit Jesu Christi für die Juden eine überflüssige Wahrheit ist! Der Heiland wäre nur eine Wahrheit für die Nichtjuden und nicht die Wahrheit für alle Menschen! 
Dann hieße das Argument so: Weil der Holocaust geschehen ist, an dem Christen mitschuldig waren, dürfen sie den Juden die für Juden überflüssige Wahrheit Jesu Christi nicht mehr verkünden. Wenn aber diese Wahrheit für Juden ob der Treue Gottes zu diesem Volke eine überflüssige ist, (wie die EKD erkannt hat wider die irrtümliche Meinung des Sohnes Gottes selbst, sich als die Wahrheit den Juden verkünden zu sollen), warum war es dann vor dem Holocaust legitim, ihnen etwas für sie Überflüssiges zu verkünden? Aber etwas Überflüssiges zu verkünden, wäre ja noch nichts Böses! Stichhaltig würde diese Konsequenz des Neins zur Judenmission ja so nur, wenn andemonstriert werdenn könnte, daß die christliche Mission, die Verkündigung Jesus Christus als die Wahrheit für Juden nicht nur etwas Überflüssiges wäre, sondern etwas Böses, und daß darum, nachdem ihnen so viel Böses angetan wurde, ihnen jetzt nicht noch das Böse der Verkündigung der Wahrheit angetan werden dürfe. 
Also: Die EKD kam zu der Einsicht, daß die Verkündigung der Wahrheit für Juden etwas Böses sei! Wie ist das denkbar? Um das zu verstehen, bedarf es eines Perspektivenwechsels. Nicht darf nun der Ausgangspunkt die Wahrheit sein, die als Wahrheit zu verkündigen ist, sondern der ungläubige Mensch, der, der Jesus Christus nicht als die Wahrheit anerkennt. Als jüdisch Glaubender  lebt er in einer Religion, die sich durch ihr Neinsagen zu Jesus als dem Messias Israels konstituiert hat. Erst durch dieses Nein gibt es die jüdische Religion. Die eigene,unwahre Religion aufzugeben, besser gesagt, sie in der christlichen Wahrheit aufzuheben (im hegelischen Sinne) ist für den in der Unwahrheit verharren Wollenden ein Übel. Aus dem Dunkel ins Licht geführt zu werden, ist dem Liebhaber der Dunkelheit etwas von ihm nicht Gewolltes, etwas Böses. 
Ergo: Die Verkündigung der Wahrheit ist jedem etwas Übles, der in der Unwahrheit verharren will. Weil das so ist, verzichtet die EKD auf die Judenmission wie auch faktisch auf jede andere, etwa einer Mission unter Mohammedanern, weil sie es akzeptiert, daß Nichtchristen lieber in ihrer unwahren Religion weiter leben möchten, als in die Wahrheit geführt zu werden. 
Anbei: Hätte der Germanenmissionar Bonifatius schon so gedacht, hätte es auch keine Mission der Germanen gegeben.                  

Dienstag, 15. November 2016

EKD exkommuniziert Jesus von Nazareth wegen seines Verstoßes gegen die Treue Gottes zu Israel!

"Christen seien "nicht berufen, Israel den Weg zu Gott und seinem Heil zu weisen", heißt es in der Erklärung mit dem Titel "... der Treue hält ewiglich." Zugleich wird ausgeführt, dass Menschen den Widerspruch zwischen den unterschiedlichen Bekenntnissen von Christen und Juden nicht lösen können: Das "stellen wir Gott anheim", heißt es. Das EKD-Kirchenparlament argumentiert in seiner Kundgebung bewusst theologisch. Die Delegierten berufen sich auf die "bleibende Erwählung Israels": die Überzeugung, dass Gott zunächst mit dem Volk Israel einen Bund geschlossen hat und dann mit den Christen – und beide Vereinbarungen in Treue hält." EKD :Ja zu einem solidarischen Europa, nein zur Judenmission. Die Beschlüsse der EKD-Synode 2016 10. November 2016. 
Bedauerlicherweise wußte der Sohn Gottes im Gegensatz zur erleuchteten EKD-Synode nicht, daß Gott so die Treue zu seinem Volk Isral hält, daß es ein Verstoß gegen das Vertrauen auf Gottes Treue zum Volke Israel ist, ihm Jesus Christus als Messias Israels und als Sohn Gottes zu verkünden. Bedauerlicherweise verstieß Jesus von Nazareth in so ekletannter Weise gegen das theologisch fundierte Nein zu jeder Art von Judenmission, Juden zum Glauben an Jesus als dem Messias Israels und des Sohnes Gottes zu bekehren, daß die EKD sich aufs klarste von dieser jesuanischen Praxis distanziert und ihn ob seines Bekehrungseifers aus der EKD ausschließt. Jesus Christus praktizierte Judenmission ist einfach unverzeihlich angesichts der Tatsache, daß der Sohn Gottes doch von Gottes Treue zum Volke Israel wissen mußte. 
Wir müssen die Lehre von der Sündlosigkeit Jesu Christi also korrigieren und erklären: schwer sündigte er gegen Gottes Treue zum Volke Israel, als er Juden zum Glauben an sich berief und sie dazu erfolgreich bekehrte. Gottes Wille dagegen war es- wider den Ungehorsam seines Sohnes, daß er nur Heiden zum Neuen Bund hätte berufen dürfen. Diesen fatalen Irrtum des Sohn Gottes korrigiert jetzt die EKD, die eben besser als der Sohn Gottes über die Treue Gottes Bescheid weiß. Ekklesiologisch bedeutet dies, daß die EKD  nicht nur die Herrin über die Schrift ist, sondern daß sie sogar  über eine höhere theologische Lehrkompetenz verfügt als der Sohn Gottes selbst, der eben seinen Missionsaufrag auf Erden so völlig mißverstanden hat.  

Anbei: Alle Aussagen Jesu müssen ab jetzt wie folgt relativiert werden: "Was ich jetzt sage, gilt nur für Heiden, für Juden gilt nur das in der hebräischen Bibel Geschriebene unter der Voraussetzung, daß Jesus von Nazareth nicht als die Erfüllung der Verheißungen der hebräischen Bibel verstanden wird." Auch ist die Kreuzesthologie zu verändern: Er starb nur für die Sünden der Heiden. Zur Veranschaulichung: Das Volk Israel kommt in den Himmel per 1. Klassewagen, an den per Anhängerkuppel, nämlich Jesus Christus im 2.Klassewaggon die Heiden angehängt werden.  So die neue antichristliche Lehre der EKD! 
    

Donnerstag, 3. November 2016

EKD beschließt, daß Jesus Christus sich in seiner Verkündigung irrte!

 "Ein christliches Zeugnis, das darauf besteht, Juden zu bekehren, widerspricht dem Bekenntnis zur Treue Gottes." Das will die EKD auf ihrer bevorstehenden Synodentagung bekennen als Ablehnung der Mission unter Juden!  (Kath de 2.11.2016) Als Jesus Christus, der Sohn Gottes Juden zum christlichen Glauben bekehrte, und die allermeisten seiner Schüler waren Konvertiten, bekehrte Juden, da verstieß er gegen den Glauben an die Treue Gottes! Diese "Treue Gottes" schließt es also aus, soll es ausschließen, daß Juden sich zu ihrem Messias bekennen! Der Glaube an Jesus als den Messias Israels widerspräche dem Glauben an Gottes Treue zu seinem Volke Israel! 
Das ist vollkommener Irrsinn, aber so glaubt man in der EKD! Da weiß man eben in der EKD über die Heilspläne Gottes besser Bescheid als der Sohn Gottes selbst! Auch Gottes Sohn kann eben irren, aber nicht die EKD! In den 30er Jahren des letzten Jahrhundertes verlangten schon starke Kräfte im Protestantismus ein Nein zur Judenmission- damals aus antisemitischen Beweggründen, jetzt will man wieder Nein sagen, diesmal aus philosemitischen Gründen! Man bleibt sich so treu: Jesus Christus ist die Wahrheit- aber nicht für die Juden! 
Wenn der Sohn Gottes seinen Vater richtig verstanden hätte, hätte er verkündigen müssen: Nicht bin ich gekommen, um das Volk Israel zu erlösen, denn die brauchen mich nicht, sondern ich bin allein gesandt zu den Heiden! Ihr Pharisäer und Schriftgelehrten, Volk Israels, ich habe Euch nichts zu sagen!, ich bin allein für die Heiden da! Weichet von mir- glaubt nicht an mich, den Sohn Gottes! Daß Jesus Christus so sehr seine Berufung mißverstanden hat- aber die EKD korrigiert ihn jetzt!    

Sonntag, 16. Oktober 2016

Irritierendes: Wer waren die Zuersteingeladenen des Hochzeitmahles?

Folgt man der Ausdeutung des Gleichnisses Jesu Christi von der Einladung zum himmlischen Hochzeitsmahl, die uns nach den Schriften des heiligen Bonaventura gegeben wird unter der Übeschrift: "Von der Armut", M.Sintzel, Maria, meine Zuflucht und mein Trost, 9.verbesserte Auflage 1919, S.186f, liegt es nahe, die Ersteingeladenen als Reiche zu qualifizieren. Alse die die Einladung dann nicht annahmen, lud Jesus die Armen in das Reich Gottes ein. Liest man im Lukasevangelium nach (Lk 14,18-20) könnte diese Qualifizierung als mögliche akzeptiert werden. Der Erste entschuldigte sich ja damit, daß er ein Landgut gekauft habe, der zweite damit, daß er 5 Ochsen gekauft habe, und nur die dritte Begründung, daß er sich ein Weib genommen habe, paßt auf den ersten Blick nicht recht dazu, es sei denn, man dächte als Kontrast an Arme, die so arm sind, daß sie eine Heirat nicht finanzieren könnten. 
"Ruf die Armen und Schwachen", das wäre dann Gottes zweite Wahl gewesen, nachdem die zuerst Eingeladenen alle abgesagt hatten. Nur, warum sollte Gottes erste Liebe den Reichen gelten und erst nachdem die der Einladung nicht folgen wollten, hätte sich Gott dann den Armen  zugewandt?Soll man meinen, daß Jesus sich in seiner Verkündigungspraxis zuerst den "Besserverdienern" zugewandt hatte? Auch dafür gibt es keinen Hinweis in allen Evangelien! Aber das Gleichnis spricht von Ersteingeladenen, die der Evangeliumsverkündigung nicht glauben wollten.Eine soziologisch orientierte Auslegung könnte nun meinen, daß Jesu Forderung zur Nachfolge im wörtlichen Sinne, daß man als Schüler das Leben des Wanderpredigers teile, Besitzende nicht gern folgten, weil ihr Besitz sie immobil machte (Immobilienbesitz), während nichts Besitzende ihm leichter folgen konnten, wel kein Besitz sie daran hinderte. Dann wäre aber die Nachfolge Jesu limitiert auf die wenigen, die wirklich sein Leben als Wanderprediger teilten. Alle Seßhaften wären dann ausgeschlossen vom Christsein! Nein, wenn es um die Bedingungen des Eintrittes in das Reich Gottes geht, war der Eintritt nicht ein Privileg der unmittelbar ihm Folgenden als Wanderpredigerschüler. 
Was dann? Wer waren die Ersteingeladenen? Theologisch geurteilt gibt es dafür nur eine Antwort: das jüdische Volk! Das sprach zuerst Jesus Christus an. Aber inwiefern sind die reich? Wenn das Reichsein nicht ökonomisch gedacht wird sondern religiös, dann sind die Juden als das von Gott ersterwählte Volk und als solches beschenkte Volk reich im Vergleich zu den Heiden! Sie haben die Gebote und die Propheten und den Kult in Jerusalem. Aber trotzdem fanden sie (mehrheitlich) nicht den Weg zur Wahrheit, gerade in dem sie an dem, was sie als ihren Besitz ansahen, feshaltend sich dem Neuen verschlossen. Daß das Neue die Vollendung des Alten war, das wollten sie gerade nicht sehen. So wurde ihnen das Alte zum Falschen, zur jüdischen Tradition in Abgrenzung von der Wahrheit Jesu Christi. Die Armen, die Heiden aber nahmen das Evangelium an. Sie sind dann die Zweiteingeladenen des  Gleichnisses! Ihre Armut und Krankheit ist dann ihr religiöses Heidentum im Kontrast zum Reichtum des Alten Bundes!          

Freitag, 15. Juli 2016

Eine Notiz zum Zionismus- eine kleine Liebeserklärung

Eines der grundlegendsten Probleme des Judentumes ist die Frage: Wer ist denn ein Jude? Jude ist einerseits ein ethnischer Begriff und andererseits bezeichnet es eine Religion. Nun war die jüdische Religion seit ihrer Konstituierung durch das Nein zu Jesus als dem Messias auch die Volksreligion  Israels und nach ihrem Selbstverständnis auch schon immer die Religion des jüdischen Volkes. Kann ein Nichtjude- jetzt im ethnischen Sinne- ein religiöser Jude werden, oder gehört die jüdische Religion nur dem jüdischen Volke? Seit der Zerstörung Jerusalems durch die Römer gab es  bis ins 20.Jahrhundert keinen jüdischen Staat mehr. Was ist aber ein Volk ohne seine Selbstorganisation als Volksstaat? Es könnte sich staatslos als pure Kulurnation deuten, aber worin besteht dann die jüdische Kultur, wenn nicht in der jüdischen Religion? Nun ist aber gerade im Judentum der Atheismus auf fruchtbaren Boden gefallen, es sei an den bekanntesten, Karl Marx erinnert: Ein atheistischer Jude hört aber nicht auf, ein Jude im ethnischen Sinne zu sein, nur weil er kein religiöser Jude ist. Auch wenn er Christ wird, hört er nicht auf, Jude zu sein. Darum spricht ja die Kirche von Juden- und Heidenchristen!Noch problematischer wird es, wenn man sich das Gettojudentum und das zur Assimilierung neigende Judentum vergegenwärtigt: Identitätserhalt oder Einpassung in die Fremdkultur, so stellte sich den Juden in der Diaspora die Frage ihrer Existenz. 
Versimplifiziert: Der Zionismus ist die Antwort auf die Frage: Wer ist ein Jude in der Intention, so das Judesein zu denken, daß es eine tragfähige Basis für den noch zu errichtenden jüdischen Volksstaat bildete. Das Judesein wird als Rasse gedacht, um so die Einheit des Jüdischen Volkes denken zu können unter der Bedingung, daß es kein Staatsvolk und kein einheitliches Kulurvolk mehr war. So konstituiert der Zionismus die Einheit des Volkes rassisch-biologisch. Das ist seine große Kulturleistung für das Jüdische Volk. Es setzte damit auch die weltanschauliche Voraussetzung für einen jüdischen Volksstaat, in dem das jüdische Volk nun nach seiner Fasson selig werden kann. Es gibt wohl in der Kulturgeschichte kein anderes Volk, das so wie das jüdische erleiden mußte, was es heißt, ein Volk ohne eigenen Volksstaat zu sein und das so wie dieses Volk den Segen eines eignen Staates erfaßt. 
Der Zionismus ist so die jüdische Nationalbewegung eines sich bewußtwerdenden Volkes. Es begreift sich notwendigerweise nicht religiös, um nicht alle nicht jüdisch Gläubigen aus der Einheit des Volkes auszuschließen. Ja, die jüdische Religion war ja nie die jüdische Volksreligion, denn sie setzte ja das Ja von Juden zu Jesus Christus voraus, also die Existenz der Judenchristen, indem sie sich als jüdische Religion konstituierte durch das Nein zu diesem judenchristlichen Bekenntnis. So wäre eine praktizierte Judenmission durch die Kirche auch keine Beeinträchtigung des jüdischen Volkstumes, weil die jüdische Religion nicht konstituiv zum Judesein im ethnischen Sinne dazugehört. Nur wo von der zionistischen Konzeption abgewichen wird, droht der Judenchrist zum ausgeschlossenen Nichtjuden zu werden.  Jeder Mensch, dem Liebe zum eigenen Volke zu eigen ist, wer also ein Patriot und Nationalist ist, wird so immer dem jüdischen Zionismus als der Weltanchauung des jüdischen Volkes seinen Respekt zollen!  Denn durch und in dieser Weltanschauung wird das jüdische Volk zu einem sich als Volk bewußtem, das nun in seinem Volksstaat Israel sein Leben selbst gestalten will und es da auch gestaltet.