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Freitag, 28. August 2026

Gott und die Götter, das Volk und die Völker – oder eine Falschübersetzung? Zur Individualität der Völker

 

Gott und die Götter, das Volk und die Völker – oder eine Falschübersetzung?Zur Individualität der Völker.



So lautet der ursprüngliche Text, 5.Mose 32,8f: „Als der Höchste die Völker als Erbe verteilte, / als er die Menschheit aufteilte, / legte er die Gebiete der Völker / nach der Zahl der Gottessöhne fest; der HERR nahm sich sein Volk als Anteil, / Jakob wurde sein Erbteil.“

Die Vulgata liest nun aber: „Als der Höchste die Völker schied,als er die Söhne Adams sonderte,bestimmte er die Grenzen der Völker nach der Zahl der Söhne Israels.“ Die entscheidende Differenz ist hierbei nun die, ob die „Zahl der Gottessöhne“ oder die „Zahl der Söhne Israels“ maßgebend war.Die Septuaginta liest: „nach der Zahl der Engel Gottes“.


Der KI informiert uns in auch dieser Causa erfreulich klarsichtig:

“Bedeutung und Hintergrund:Der alte hebräische Text (Qumran und Septuaginta): Ältere Textzeugen (wie Handschriften aus Qumran und die griechische Übersetzung des Alten Testaments) sprechen im Urtext von den „Söhnen Gottes“ oder „Gottessöhnen“ (hebräisch bene elohim). Damit war im altorientalischen Denken der Götterrat gemeint – nach späterer jüdischer und christlicher Auslegung auch Engel oder Völkermächte.

Die spätere jüdische Tradition (Masoretischer Text): Spätere jüdische Schriftgelehrte änderten den Text oft zu „nach der Zahl der Söhne Israels“. Damit sollte vermieden werden, dass der Eindruck entsteht, es gäbe neben Gott noch andere himmlische Götter. Der Sinn war dann: Die Zahl der Völker orientiert sich an der Nachkommenschaft Jakobs (Israel).

Der direkte Kontext (Vers 9): Direkt im Anschluss (Vers 9) heißt es in der Einheitsübersetzung: „Denn der Anteil des HERRN ist sein Volk, Jakob der Bezirk seines Erbteils.“ Gott selbst übernimmt Israel als seinen direkten Anteil, während die anderen Völker anderen himmlischen Instanzen (Engeln/Gottessöhnen) zugeordnet wurden.“

Ursprünglich wird hier also eine entscheidende Differenz gesetzt: Das eine Volk, das jüdische unterstellt sich Gott selbst, er regiert es, während alle andere Völker „anderen himmlischen Instanzen“ subordiniert werden. Sie können als Gottessöhne oder als Engel bezeichnet werden.

(M.E. Ist es nicht völlig auszuschließen, daß es ursprünglich noch gehießen haben könnte: Der höchste der Götter gab den anderen, ihm subordinierten Götter die Völker zu ihrem Herrschaftsbereich, er aber erwählte sich das jüdische Volk.)

Was bedeutet es nun aber für die nichtjüdischen Völker, daß ihnen Engel, präziser formuliert Völkerengel voranstanden?

In dem Wikipediaartikel: „Volksgeist“ heißt es dazu, politisch korrekt:

„Die idealistischen Begriffe vom Volksgeist wurden in der Folge zum Spiritualismus überhöht. Eine Bedeutung haben die Begriffe Volksgeist oder Volksseele in der Esoterik, etwa bei Rudolf Steiner, der 1910 in Kristiania (Oslo) in elf Vorträgen die „Mission einzelner Volksseelen“ zur Darstellung gebracht hat. Er meint, dass jedem Volk ein Erzengel zugewiesen ist, dessen moralische Dignität sich in der Verfassung des Volkes offenbare.“

Man sollte nicht a priori alles, was Rudolf Steiner geschrieben hat, mit dem Verdikt: esoterisch= Unsinn aburteilen, denn bestünde die Esoterik ausschließlich aus Unwahrheiten, könnte sie nie erfolgreich sein.Denn ihre Melange aus Unwahren und Wahren verhilft ihr zu ihren Erfolgen.

Gemeint ist damit wohl, daß der jeweilige Volksengel dem ihm zugeordneten Volke ein spezifisches Gepräge vermittelt, das man auch als sein ihm eigenes Volkstum bezeichnen könnte. W. Stapels Konzeption des Nomos für jedes Volk ließe sich von daher auch rekonstruieren.

Hätte dies auch eine Auswirkung auf das Begreifen der heidnischen Religionen, daß sie etwa von dem jeweiligen Völkerengel initiiert seien? Jede Religion muß ja, wenn sie eine Religion ist, auch wahr sein, weil Gott die Religion wollte und sie muß auch eine falsche Religion sein, denn sonst wären alle Religionen gleich wahr, ineinsfallend mit der wahren, der christlichen.

Könnte man dann vielleicht alle heidnischen Religionen als auf die wahre Religion hin ausgerichtete verstehen, als pädagogische Instrumente hin zur Erziehung auf Jesus Christus, daß so sie in der wahren Religion nicht einfach negiert sondern hegelisch aufgehoben werden.

Die Vielfalt der Völker ist so eine von Gott selbst gewollte und durch die Völkerengel gibt er dann jedem Volke sein besonderes Gepräge, seine Individualität. Da die Gnade die Natur nicht zerstört sondern vollendet, einer der wichtigsten Grundsätze der katholischen Gnadenlehre, wird durch eine Christianisierung der heidnischen Völker ihr natürlicher Charakter, ihr Geprägtwordensein durch ihren Volksengel nicht einfach negiert, sie bewahren ihre Eigenart.

Das wäre dann die Alternative zu allen Eineweltkonzeptionen, die eine Vereinerleihung aller Völker einfordern neben der Liquidierung aller Geschlechtsdifferenzen. Die Völker sollen das ihnen Eigentümliche bewahren und nicht in einem Einerlei nichten lassen, wäre so die Folgerung an dem Glauben an die Völkerengel, die in diesem Mosetext grundgelegt wird.

Freitag, 3. Oktober 2025

Die (fast) vergessenen Engel – oder eine Arbeitnehmer feindlich gesonnene Theologie?

 

Die (fast) vergessenen Engel – oder eine Arbeitnehmer feindlich gesonnene Theologie?

Einst waren Bertold Brechts Werke eine Pflichtlektüre zumindest auf den Gymnasien, wobei allerdings anzufragen gewesen wäre,ob dieser Schriftsteller diesen Erfolg der literarischen Qualität oder mehr der politischen Tendenz seiner Werke zu verdanken habe.In seinem Werk: „Fragen eines lesenden Arbeiters“ heißt es sinngemäß1: „Der Pharao habe die Pyramiden gebaut, der General die Schlacht gewonnen...“Der lesende Arbeiter früge nun aber,haben nicht viele Sklaven die Pyramiden erbaut und haben nicht Soldaten gekämpft und die Schlacht gewonnen? So werden die ans Tageslicht gebracht, die die Geschichtsschreibung der großen Männer, die die Geschichte schrieben, vergäße! Kein Pharao hätte eine Pyramide erbauen können ohne seine Arbeiter und kein General seine Schlacht gewinnen können ohne seine Soldaten.

Der Text suggeriert nun aber auch, daß die Pyramiden auch ohne den Pharao hätten gebaut werden können und die Soldaten die Schlacht ohne den General, daß also der jeweils Herrschende überflüssig für das jeweilige Werk sei,womit die Utopie einer herrschaftsfreien Gesellschaft angedeutet wird. Aber diese Suggestion täuscht: Ohne den Willen des Pharaos wäre keine Pyramide erbaut worden und ohne die Führung durch den General wäre die Schlacht nicht gewonnen worden! Aber mit Brecht muß darauf insistiert werden, daß ohne die Arbeiter und ohne die Soldaten die Regierer ihr jeweiliges Werk nicht realisieren könnten.

Auch Gott hat, wie der Pharao und der General auch seine Mitarbeiter,nämlich in erster Linie die Engel. Aber eingedenk der Analogia entis Lehre ist die Differenz zwischen Gott und dem, womit Gott verglichen wird größer als seine Ähnlichkeit. Als der Allmächtige kann Gott alles, was er will, alleine vollbringen und auch das,was er nicht will,könnte er alleine vollbringen. Nun war es seine freie Entscheidung, andere in seinen Dienst zu stellen und hier muß wider einen überspannten Anthropozentrismus an erster Stelle die Engel als Gottes Mitarbeiter genannt werden.Wenn Paulus im 1.Korintherbrief (1,4) von den Aposteln als Diener Christi spricht, dann bedeutet das,modern ausgedrückt:Mitarbeiter Jesu Christi. Diese paulinische Aussage inkludiert aber nicht, daß nur die Apostel oder nur Menschen Mitarbeiter Jesu Christi wären bzw sein könnten.

Gottes Königsherrschaft wird in der Bibel gern in einer Analogie zu der Herrschaft eines irdischen Königes gedacht, wobei dann aber dieser Unterschied mitbedacht werden muß: Gott könnte monergistisch alles allein wirken, so denken das die Reformatoren Luther,Zwingli und Calvin, oder er will für sein Wirken auch mit Engeln und Menschen zusammenwirkend wirken. Wer nun in einem vermeintlich gut gemeinten Theozentrismus oder Christozentrismus Gott als den allein Wirkenden hervorhebt,praktiziert genau das,was Brecht kritisiert: Die Mitarbeiter werden so sträflichst vergessen. Gott vergißt sie nicht, aber eine theozentristische Theologie,die dann auch die Kirche vergißt, als würde Gott unmittelbar ohne die Vermittelungstätigkeit der Kirche das Heil der Menschen wirken wollen und wirken. Wir Menschen können ohne Gott unser Heil nicht erwirken,das muß gegen den Atheismus Brechts betont werden,aber gegen einen monergistisch wirkend vorgestellten Gott muß ebenso klar betont werden, daß Gott nicht ohne engelische und menschliche Mitarbeiter das Heil bewirken will und bewirkt.

Warum gibt es überhaupt Engel? Diese Frage ließe sich mit der Aussage,daß es Gott gefiel, sie zu erschaffen, respondieren und diese Antwort ist auch zutreffend, aber eine spekulativ verfahrende Theologie könnte auch Gründe anzeigen, warum es die Engel gibt,wobei dann nicht einfach präsumiert wird, daß es sie gibt,da die hl.Schrift ihre Existenz bezeugt,sondern daß ergründet wird,daß es sie in dem von Gott erschaffenen Kosmos geben müsse ob der Ordnung des Kosmos,die dann als zwar frei von Gott gesetzte präsumiert wird,die dann aber als für den Erweis der Existenz der Engel verwendet werden kann.

Da der Kosmos das schön gut Geordnete bedeutet,der Begriff der Kosmetik ist ein Derivat dieses Begriffes und besagt, daß eine Frau durch die Verwendung der Kosmetik sich in den Einklang mit dem schön und gut geordneten Kosmos zu bringen versucht, ist auch das Reich der Zahlen etwas gut Geordnetes. In der Schule existiert so eine Notenskala von der Note 1 als der besten bis zur 6 als der schlechtesten Benotungsmöglichkeit.Wenn es nun nur die 1 und dann die Noten 3 bis 6 gäbe, würde das als eine Unordentlichkeit wahrgenommen werden,da die Note, die weniger gut als die 1 und die besser ist als die 3 und alle ihr folgenden Noten fehlte. Dies Fehlen widerspräche der Idee eines gut Geordneten.2

Die Ontologie kennt nun auch so eine hierarische Ordnung,Gott als die 1 und alles andere, wie bei den Schulnoten die 2 bis die 6 als von ihm Verschiedenes. Alles Verschiedenes ist aber nur als eine Teilhabe an dem Einen, an Gott: 2,3,etc sind eben ein Vielfaches von der 1, dem Einen und so auch verschieden von ihm und an ihm teilhabend.Die unbelebte Materie ist das von Gott am weitestens Entfernte, die belebte ihm näher stehend und der Mensch als vernünftiges Wesen ihm näher stehend als die belebte und die tote Materie. Der Mensch ist nun ein Kompositum aus einer Seele und einem Körper. Als Seele ist er wie Gott Geist,nur daß sein Geist ein durch Gott unmittelbar erschaffener eine Seele ist,Gott aber unerschaffen ist.Als ein körperliches Geschöpf ist er dagegen von Gott verschieden, da Gott nur Geist ist und ihm so nicht ähnlich.Als Seele ist er ihm dagegen ähnlich, wobei die Gleichheit die des Immateriellen und die Differenz die des Unerschaffenseins zu dem Erschaffenseins ist- das ist seine Ähnlichkeit.

Ein von Gott geschaffenes Wesen,daß nur Geist ist ohne einen Körper wäre so Gott näher stehend als der Mensch,weil er ihm ähnlicher wäre.Wie Gott wäre auch dieses Geschöpf rein Immateriell,rein geistig. Fehlte nun dieses so bestimmte Geschöpf in der Ordnung des Kosmos,dann wäre das so,als wenn in der Notenskala der Schule die 2 fehlen, denn sie nimmt in der Notenordnung genau die Position ein, die in der Seinsordnung dies rein geistige Wesen einnehmen würde,existierte es. Da dies ein Mangel in der Ordnung des Kosmos wäre, der Kosmos ist das von Gott schön gut Geordnete, fehlt dieses Geschöpf nicht,denn das sind die Engel.Da nun der Kosmos als schön und gut Geordnetes wahrnehmbar ist,zumindest im Glauben, aber die Griechen erkannten ihn so auch schon vor der Offenbarung Gottes, ist es einsichtig, daß es die Engel gibt. Wenn nun gar Gott Menschen in seinen Dienst stellt, da er nicht alleinwirkend sein will, da ist es dann auch evident,daß er die ihm ähnlichsten und ihm am nähesten stehenden Geschöpfe um so mehr in seinen Dienst stellt! Man denke an den Völkerengel Portugals,der die Erscheinungen der Gottesmutter in Fatima vorbereitete,indem er den Seherkindern erschien.







1Das Werk liegt mir nicht vor, sodaß ich aus es nur sinngemäß wiedergeben kann.

2Zu dem obligatorischen Einwand, daß es in der gut geordneten Schöpfung auch Nichtgutes gäbe,ließe sich mit Adorno erwidern: „Daß Kunst im Begriff des Schönen nicht augeht,sondern,um ihn zu erfüllen,des Häßlichen als seiner Negation bedurfte,ist ein Gemeinplatz.“Theodor Adono.Ästhetische Theorie, stw 2, S.74.Was für die Ordnung des Ästhetichen gilt,gilt so auch für die moralische Ordnung.

Donnerstag, 12. Dezember 2024

Über die faktisch exkommuizierten Engel

 

Über die faktisch exkommuizierten Engel



„Sind Engel peinlich?:Warum die Kirche mehr über Gottes Boten reden sollte.Mehr Menschen glauben an Engel als an Gott. Anstatt betreten zu schweigen, sollte die Kirche daran anknüpfen.“ So leitet am 11.12. 2024 die Internetseite „Communio“ einen sehr gediegenen Artikel über die Engel ein. Peinlich können Engel doch nur dogmatischen Aufklärungstheologen sein, die die Engel gern als mythologische Überreste aus der hl. Schrift und der Kirche entfernen möchten. Dies Entmytholgisierungsprogramm zeitigte nun aber einen sehr zweifelhaften Erfolg: Aus dem Religionsunterricht und der kirchlichen Verkündigung fast vollständig verbannt, bevölkern sie die Friedhöfe um so mehr. Erforschten Archäologen in ferner Zukunft die Glaubenswelt von uns Heutigen, sie kämen zu dem Ergebnis, daß der Glaube an die Engel sehr verbreitet war, daß aber die Kirche seltsamerweise kaum etwas von den Engeln wissen wollte. Noch befremdlicher müßte dann gar konstatiert werden, daß viel über das nachlassende Interesse der Menschen an der Religion raisonniert wurde, aber die reale Religiösität, die des Engelglaubens dabei ignoriert wurde.

Ein paar Thesen zur Engellehre

Erstens gehören die Engel nicht in die Frühzeit der christlichen Religion, etwa als ein Überrest mythologischer Vorstellungen des Alten Testamentes, von denen man sich erst im Geiste der Aufklärung gänzlich verabschiedet habe und an die halt nur Ewiggestrige und Romantiker noch glaubten. Im Gefolge der Wandlung von dem Polytheismus, daß aber für das Volk Gottes nur der Gott Jahwe, einer von vielen zuständig, und daß man deshalb seinen Anrufungsnamen wissen mußte, zum Monotheismus entstand erst der Engelglaube. Zwei Entwickelungen sind dabei bemerkbar: Aus Gottessöhnen und Göttern konnten entweder Engel Gottes werden oder Götzen und da Gott als der Eine zu einem transzendenten außerhalb der Welt seiendem wurde, deutete man das Einwirken Gottes in die Welt als ein durch seine Engel vermitteltes. Kann den der eine Gott selbst unmittelbar in der Welt wirken, wenn er doch selbst, wie es etwa die Septuaginta sagt, das „Sein“ selbst ist als die Übersetzung von: „Ich bin, der ich bin!“

Die Transzendierung Gottes ist eher selbst als eine aufklärerischer Tendenz in der Gottesvorstellung anzusehen, man vergleiche dazu die Gotteslehre Platons und Aristoteles mit den Göttervorstellungen der griechischen Mythologie.Gott wirkt mitten in unserer Menschengeschichte, aber vermittels seiner Engel.

Zweitens kann die Existenz der Engel, daß es sie wirklich gibt,auch ontologisch begründet werden mit dem Argument der Vollkommenheit der Schöpfung Gottes. In der Schule werden die Schulnoten 1, 2, 3,4 und 5 vergeben, die 6 ist wohl aus der Mode geraten. Gäbe es nur die Schulnoten 1,3,4 und 5, provozierte das die Frage, warum die Note 2 fehle. „2“ sei weniger gut als die „1“ und besser als die „3“. Es fehlte so diese mögliche Note und das wäre doch ein Mangel ob des Sprunges von der „1“ zur „3“ im Raume der ganzen Zahlen. Gott könnte nun in einer Analogie dazu als die „1“ der Schöpfung gedacht werden, sodaß alles andere einerseits an Gott partizipiert als ein Vielfaches von der „1“ als 2x 1, als 3x 1 und doch von ihm verschieden ist, weil es ein x-Faches von 1 ist. Weniger bildlich gedacht: Gott ist das Vollkommende und alles andere ist von ihm verschieden, da es nicht wie Gott vollkommen ist aber doch teilweise doch auch teilhabend an seiner Vollkommenheit. Die Pflanzen stehen Gott näher, sind ihm ähnlicher als die Steine, da die ohne Leben sind und die Menschen sind Gott ähnlicher als die Tiere und die Pflanzen, weil sie vernünftiges Leben sind. Gott ist reiner Geist, wir Menschen sind nun ein Kompoitum aus unserer Seele und unserem Körper. Ob unserer Seele sind wir Gott ähnlich, weil er nur reiner Geist ist und ob unseres Leibes sind wir nun von ihm verschiden, wie auch das Tier von ihm verschieden ist, weil ihm keine Seele ist.

Ähnlicher als wir Menschen nun Gott sind, wäre das Wesen, daß eine Seele ist, aber keinen Leib hat, denn dadurch sind wir ja von ihm verschieden. Gott hat also mit den Engeln Wesen geschaffen, die der Stellung der „2“ in der Notenhierarchie entspricht, sie nehmen unter den Geschöpfen die dem Schöpfer nächstmögliche Stellung ein.Sie sind vollkommener als der Mensch und doch nicht so vollkommen wie Gott. Existierten diese Wesen nicht, fehlte in der Hierarchie der Seinsordnung die Stufe der „2“. Das wäre ein Defizit an göttlicher Ordnung.

Im Geiste der Transzendentalienlehre, einem der Kernstücke der Gotteslehre muß einerseits die Transzendenz Gottes betont werden, er ist ganz anders als alles Geschaffene, nur er ist wirklich gut und andererseits seine Immanenz: Alles, was gut ist, ist nur gut durch seine Teilhabe an dem Gutsein Gottes. Alles Geschaffene ist nun aber auch verschieden gut, je nach seiner Nähe oder Entfernung von Gott, seiner größeren oder geringeren Ähnlichkeit zu Gott. Das Gott Ähnlichste in der Welt des Geschaffenen sind so die Engel, die so von Gott kommend zu ihm hinführend seine Mittler in der Welt sind.

Drittens: Gegenüber der Reduzierung Gottes auf einen bloßen Zuguckgott ist der Engelglaube eine vorzügliche Therapie: Gott wirkt mitten in unserer Welt durch seine Engel. Es ist auch kein Zufall, daß gerade auf unseren Friedhöfen so viele Engel zu sehen sind, denkt man an den Glauben, daß die Engel die Seelen der Vertorbenen in den Himmel tragen und darum Flügel haben.Lk 16,22: "Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß". Die volktümliche Version offeriert uns Willy Millowitsch: 

"Schnaps, das war sein letztes Wort
Dann trugen ihn die Englein fort
Schnaps, das war sein letztes Wort
Dann trugen ihn die Englein fort" 

Eine Religion, die die Völkstümlichkeit aus sich heraus verbannt, ist nicht überlebensfähig!

Zuatz:

Es ist doch erstaunlich, daß Modernitätstheorien besagen, daß dem modern aufgeklärten Menschen Engel nicht mehr zumutbar seien, höchstens noch Hinterweltlern und nun unsere Friedhöfe überquellen an Engeln!

 

Samstag, 2. Oktober 2021

Ein Kurzbeitrag zum Fest der hl. Schutzengel

Schutzengel mein,
lass mich dir empfohlen sein,
in allen Nöten steh mir bei
und halte mich von Sünden frei,
bei Tag und Nacht ich bitte dich,
beschütze und bewahre mich.

 

Viel könnte über die Schutzengel geschrieben werden, noch viel mehr über sie nachgedacht werden, aber wesentlicher ist die Praxis, das tägliche Gebet zu ihnen,also mein Gebet zu meinem Schutzengel. Für die Praxis: Dies Beten erleichtert sich, wer seinem Schutzengel einen Namen gibt und ihn damit anspricht.  

Freitag, 7. August 2020

Wo Religion ist, soll Wissenschaft werden! Oder die Lust zum Eigentorschießen

Welcher Torwart kennt dies nicht, wenn Stürmer, übereifrig und ungeschickt im eigenen Strafraum aushelfend den Ball dann unhaltbar ins eigene Tor versenken: gescheiterte Apologeten. Das gibt es auch in der Kirche. Ein peinliches Beispiel dafür präsentiert kath de mit dem Artikel: Die Kirche und die Hexen: Sollten "weise Frauen" vernichtet werden? , am 2.8.2020. Es geht also um den antikirchlichen Klassiker der Hexen verfolgenden Kirche in apologetischer Intention.

„Wettermagie, Teufelspakt, Schadenszauber – das ist natürlich Unsinn. Wie auch so vieles, was man über die Hexenverfolgung bis heute hören und lesen kann. Denn so falsch die damals unterstellten Zusammenhänge und so haarsträubend der Aberglaube, so falsch und haarsträubend sind manche Unterstellung der Römisch-Katholischen Kirche gegenüber. Sie habe die Verfolgung betrieben, sie habe damit "weise Frauen" unterdrücken wollen. Doch an der Hexen- und Zaubererverfolgung hat die katholische Kirche und die von ihr eingesetzte Inquisition nur einen geringen Anteil.“

„Wettermagie, Teufelspakt, Schadenzauber“ das sei „natürlich Unsinn“. Wenn das aber nur Unsinn war, warum beteiligte sich die Kirche dann an der Bekämpfung der Verursacher dieser Zauberpraktiken, wenn auch nur geringfügig? Dann wird es noch richtig vulgärsoziologisch:

„Mitteleuropa, beginnende Neuzeit. Der Klimawandel trifft die Menschen hart. Irgendjemand muss Schuld sein an Missernten und langen, harten Wintern. Der Sündenbock ist schnell gefunden: Hexen und Zauberer hätten, so die populäre Vorstellung, durch böse Wettermagie die klimatischen Extremereignisse hervorgerufen und die Ordnung zerstört. Die Macht für diese negativen Interventionen käme direkt vom Teufel, so der Aberglaube im Volk, das zum Schutz vor diesen schädlichen Umtrieben die Verfolgung von angeblichen Hexen und Zauberern verlangte, wenn sie nicht gleich Selbstjustiz betrieb.“

Also so entsteht der Aberglaube: Menschen stehen vor einem Phänomen, dem Klimawandel, das sie nicht begreifen können. Deshalb greifen sie zu abergläubischen Verschwörungstheorien, daß Hexen und Zauberer im Bund mit dem Teufel diesen Klimawandel herbeigezaubert hätten. Hier wird einfach das religionskritische Narrativ, Religionen gäbe es, weil Menschen Naturkatastrophen noch nicht naturwissensschaftlich sich erklären konnten, ummoduliert zur Kritik eines populären Aberglaubens an das Wirken des Teufels, daß der Pakte mit Menschen schlösse: Ich tue Dir das, wenn Du mir das gibst. Wo also Religion ist, da soll Wissenschaft werden, denn die abergläubige Religion lebt ja nur, solange der Mensch unwissend ist, noch nicht hinreichend die Naturwissenschaften entwickelt hat.

Sollte das dann heißen, daß auch Teile der Kirche diese abergläubige Vorstellung geteilt haben und so- wenn auch nur geringfügig- an der Hexenverfolgung mitwirkten? Hätte der Verfasser statt dieser vulgärsoziologischen Religionskritik, die Religion verdanke sich der Unwissenheit, die hl. Schrift befragt, woher die Vorstellung eines Teufelspaktes käme, dann hätte er- o Graus- Jesus Christus selbst als den Urheber der Teufelspaktvorstellung erkennen müssen. Denn der Leibhaftige schlug ja in verscherischer Intention Jesus selbst einen Teufelspakt vor: Ich mache Dich zum Herren über alle weltlichen Mächte, wenn Du mich dafür anbetest. Das ist die Struktur des Teufelspaktes:

a) Er beruht auf der Freiwilligkeit. Der so Angesprochene kann Ja oder Nein zum vorgeschlagenen Pakt sagen.

b) Der Teufel bietet ein Gut an, das dem so Versuchten als begehrenswert erscheint. Wichtig ist dabei, daß Jesus nicht urteilt: Was Du verheißt, kannst Du gar nicht realisieren, Du betrügst einfach. Nein, der Sohn Gottes traut dem Teufel wirklich zu, das Verheißende realisieren zu können. Der Teufel ist ja ein gefallener Engel und so sehr mächtig, nicht allmächtig wie Gott aber übernatürlich mächtig.

c) Jesus kennt aber auch den Preis, den er dann dem Teufel dafür zu zahlen hat: Er gehört dann dem Teufel. Und darum sagt er Nein zu diesem Pakt mit dem Teufel. (Es wird Dostojewskis Großinquisitor vorbehalten sein, darum Jesus zu kritisieren: Wenn er doch nur diesen Pakt eingegangen wäre zum Wohle der Menschen!)



Sollte nun auch der Sohn Gottes in abergläubigen Vorstellungen verhaftet sich diese Versuchung nur erphantasiert haben, da er noch nicht wissenschaftlich gebildet erkannte, daß hier nur sein Unterbewußtsein zu ihm spricht in der Maskerade des Versuchers. Jesus kannte eben noch nicht Sigmund Freuds Unterbewußtsein!

Zu allen Zeiten hat die Kirche gelehrt, daß es den Teufel gibt und daß er Menschen zum Sündigen verführt und daß er dabei die Menschen nicht so versuchten kann, daß sie gezwungen Ja sagen müssen. Der Teufel kann nur verführen, wo der Verführte auch sich verführen lassen will, er also sein Ja spricht zum Teufel.

So reagierte die Kirche auf die populär- „abergläubige“ Vorstellung von Teufelspakten, die zum Nachteil von Menschen von Hexen und Zauberen vollzogen worden sind, gemäß ihrer eigenen Lehre vom Teufel. Der Teufelsglaube ist aus christlicher Sicht eben kein Aberglaube, sondern gehört selbst zur Lehre der Kirche. Es gibt zudem keinen legitimen theologischen Grund, auszuschließen, daß der Teufel nicht nur Jesus sondern auch anderen Menschen einen so gearteten Pakt vorschlägt und daß Versuchte dann ihr Ja sagen!

Gibt es das heute noch? Sicher, da wo Satanismus drauf steht, gerade auch bei einschlägigen Schwermetallmusikgruppen ist das in der Regel eher eine PR-Werbemaßnahme, aber das schließt nicht aus, daß es wirkliche Satanisten gibt, die ihrem Gott schwarze Messe feiern, die dann auch von dem Leibhaftigen erhört wird, daß er mit ihnen ist. Der praktizierte Satanismus wird maßlos verkannt, wird die Wahrheit verdrängt, daß der Teufel wirklich lebt und Menschen für sich in seinem Kampfe gegen Gott als Verbündete sucht, gerade auch in der Form des Teufelspaktes.Dem großen französischen Lyriker Boudelaire,(Die Blumen des Bösen) wird der Ausspruch zugeschrieben, daß noch nie der Teufel so erfolgreich war, seit dem man aufhörte, an ihn zu glauben.



Es ist wirklich ein Unglück, daß die Kirche aufgehört hat, dies Gebet zum Abschluß jeder Messe zu beten:

Heiliger Erzengel Michael, verteidige
uns im Kampfe; gegen die Bosheit und
die Nachstellungen des Teufels sei unser
Schutz. "Gott gebiete ihm", so bitten wir
flehentlich; du aber, Fürst der himmlischen
Heerscharen, stoße den Satan und die
anderen bösen Geister, die in der Welt
umhergehen, um die Seelen zu verderben,
durch die Kraft Gottes in die Hölle. Amen. 

 

Es muß aber festgehalten werden, daß mit dieser plumpen Vulgärsoziologie, die abergläubige Religion verdanke sich der Unwissenheit die christliche Religion sich selbst attackiert und so den Atheismus fördert.  
















Welcher Torwart kennt dies nicht, wenn Stürmer, übereifrig und ungeschickt im eigenen Strafraum aushelfend den Ball dann unhaltbar ins eigene Tor versenken: gescheiterte Apologeten. Das gibt es auch in der Kirche. Ein peinliches Beispiel dafür präsentiert kath de mit dem Artikel: Die Kirche und die Hexen: Sollten "weise Frauen" vernichtet werden? , am 2.8.2020. Es geht also um den antikirchlichen Klassiker der Hexen verfolgenden Kirche in apologetischer Intention.


„Wettermagie, Teufelspakt, Schadenszauber – das ist natürlich Unsinn. Wie auch so vieles, was man über die Hexenverfolgung bis heute hören und lesen kann. Denn so falsch die damals unterstellten Zusammenhänge und so haarsträubend der Aberglaube, so falsch und haarsträubend sind manche Unterstellung der Römisch-Katholischen Kirche gegenüber. Sie habe die Verfolgung betrieben, sie habe damit "weise Frauen" unterdrücken wollen. Doch an der Hexen- und Zaubererverfolgung hat die katholische Kirche und die von ihr eingesetzte Inquisition nur einen geringen Anteil.“

„Wettermagie, Teufelspakt, Schadenzauber“ das sei „natürlich Unsinn“. Wenn das aber nur Unsinn war, warum beteiligte sich die Kirche dann an der Bekämpfung der Verursacher dieser Zauberpraktiken, wenn auch nur geringfügig? Dann wird es noch richtig vulgärsoziologisch:

„Mitteleuropa, beginnende Neuzeit. Der Klimawandel trifft die Menschen hart. Irgendjemand muss Schuld sein an Missernten und langen, harten Wintern. Der Sündenbock ist schnell gefunden: Hexen und Zauberer hätten, so die populäre Vorstellung, durch böse Wettermagie die klimatischen Extremereignisse hervorgerufen und die Ordnung zerstört. Die Macht für diese negativen Interventionen käme direkt vom Teufel, so der Aberglaube im Volk, das zum Schutz vor diesen schädlichen Umtrieben die Verfolgung von angeblichen Hexen und Zauberern verlangte, wenn sie nicht gleich Selbstjustiz betrieb.“

Also so entsteht der Aberglaube: Menschen stehen vor einem Phänomen, dem Klimawandel, das sie nicht begreifen können. Deshalb greifen sie zu abergläubischen Verschwörungstheorien, daß Hexen und Zauberer im Bund mit dem Teufel diesen Klimawandel herbeigezaubert hätten. Hier wird einfach das religionskritische Narrativ, Religionen gäbe es, weil Menschen Naturkatastrophen noch nicht naturwissensschaftlich sich erklären konnten, ummoduliert zur Kritik eines populären Aberglaubens an das Wirken des Teufels, daß der Pakte mit Menschen schlösse: Ich tue Dir das, wenn Du mir das gibst. Wo also Religion ist, da soll Wissenschaft werden, denn die abergläubige Religion lebt ja nur, solange der Mensch unwissend ist, noch nicht hinreichend die Naturwissenschaften entwickelt hat.

Sollte das dann heißen, daß auch Teile der Kirche diese abergläubige Vorstellung geteilt haben und so- wenn auch nur geringfügig- an der Hexenverfolgung mitwirkten? Hätte der Verfasser statt dieser vulgärsoziologischen Religionskritik, die Religion verdanke sich der Unwissenheit, die hl. Schrift befragt, woher die Vorstellung eines Teufelspaktes käme, dann hätte er- o Graus- Jesus Christus selbst als den Urheber der Teufelspaktvorstellung erkennen müssen. Denn der Leibhaftige schlug ja in verscherischer Intention Jesus selbst einen Teufelspakt vor: Ich mache Dich zum Herren über alle weltlichen Mächte, wenn Du mich dafür anbetest. Das ist die Struktur des Teufelspaktes:

a) Er beruht auf der Freiwilligkeit. Der so Angesprochene kann Ja oder Nein zum vorgeschlagenen Pakt sagen.

b) Der Teufel bietet ein Gut an, das dem so Versuchten als begehrenswert erscheint. Wichtig ist dabei, daß Jesus nicht urteilt: Was Du verheißt, kannst Du gar nicht realisieren, Du betrügst einfach. Nein, der Sohn Gottes traut dem Teufel wirklich zu, das Verheißende realisieren zu können. Der Teufel ist ja ein gefallener Engel und so sehr mächtig, nicht allmächtig wie Gott aber übernatürlich mächtig.

c) Jesus kennt aber auch den Preis, den er dann dem Teufel dafür zu zahlen hat: Er gehört dann dem Teufel. Und darum sagt er Nein zu diesem Pakt mit dem Teufel. (Es wird Dostojewskis Großinquisitor vorbehalten sein, darum Jesus zu kritisieren: Wenn er doch nur diesen Pakt eingegangen wäre zum Wohle der Menschen!)



Sollte nun auch der Sohn Gottes in abergläubigen Vorstellungen verhaftet sich diese Versuchung nur erphantasiert haben, da er noch nicht wissenschaftlich gebildet erkannte, daß hier nur sein Unterbewußtsein zu ihm spricht in der Maskerade des Versuchers. Jesus kannte eben noch nicht Sigmund Freuds Unterbewußtsein!

Zu allen Zeiten hat die Kirche gelehrt, daß es den Teufel gibt und daß er Menschen zum Sündigen verführt und daß er dabei die Menschen nicht so versuchten kann, daß sie gezwungen Ja sagen müssen. Der Teufel kann nur verführen, wo der Verführte auch sich verführen lassen will, er also sein Ja spricht zum Teufel.

So reagierte die Kirche auf die populär- „abergläubige“ Vorstellung von Teufelspakten, die zum Nachteil von Menschen von Hexen und Zauberen vollzogen worden sind, gemäß ihrer eigenen Lehre vom Teufel. Der Teufelsglaube ist aus christlicher Sicht eben kein Aberglaube, sondern gehört selbst zur Lehre der Kirche. Es gibt zudem keinen legitimen theologischen Grund, auszuschließen, daß der Teufel nicht nur Jesus sondern auch anderen Menschen einen so gearteten Pakt vorschlägt und daß Versuchte dann ihr Ja sagen!



Gibt es das heute noch? Sicher, da wo Satanismus drauf steht, gerade auch bei einschlägigen Schwermetallmusikgruppen ist das in der Regel eher eine PR-Werbemaßnahme, aber das schließt nicht aus, daß es wirkliche Satanisten gibt, die ihrem Gott schwarze Messe feiern, die dann auch von dem Leibhaftigen erhört wird, daß er mit ihnen ist. Der praktizierte Satanismus wird maßlos verkannt, wird die Wahrheit verdrängt, daß der Teufel wirklich lebt und Menschen für sich in seinem Kampfe gegen Gott als Verbündete sucht, gerade auch in der Form des Teufelspaktes.Dem großen französischen Lyriker Boudelaire,(Die Blumen des Bösen) wird der Ausspruch zugeschrieben, daß noch nie der Teufel so erfolgreich war, seit dem man aufhörte, an ihn zu glauben.



Es ist wirklich ein Unglück, daß die Kirche aufgehört hat, dies Gebet zum Abschluß jeder Messe zu beten:

Heiliger Erzengel Michael, verteidige
uns im Kampfe; gegen die Bosheit und
die Nachstellungen des Teufels sei unser
Schutz. "Gott gebiete ihm", so bitten wir
flehentlich; du aber, Fürst der himmlischen
Heerscharen, stoße den Satan und die
anderen bösen Geister, die in der Welt
umhergehen, um die Seelen zu verderben,
durch die Kraft Gottes in die Hölle. Amen.


























 

Samstag, 9. Februar 2019

Ein Sieg der Moderne über die Kirche, Tod den Engeln

"Heiliger Erzengel Michael, steh' uns bei im Kampf! Gegen die Bosheit und Nachstellungen des Teufels sei Du unser Schutz. 'Gott gebiete ihm!', so bitten wir flehentlich. Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stoße den Satan und die anderen bösen Geister, die in der Welt umherschleichen, um die Seelen zu verderben, durch die Kraft Gottes hinab in die Hölle. Amen“. 
Manchmal verblüfft Papst Franziskus seine Kritiker und seine Bejubler völlig: 
"Papst Franziskus hatte den Gläubigen jüngst das Gebet zum heiligen Erzengel Michael empfohlen."  So meldet es Katholisch de am 8.2. 2019.  Man könnte geneigt sein, hier von einem kleinen Wunder zu sprechen, als wenn sich hier das Papstamt, was es jetzt zu sagen hat angesichts der katastrophalen Lage der Kirche gegen die Privat"frömmigkeit" des Papstes durchgesetzt hätte: Das sagte er nicht aus sich heraus, sondern weil er der Papst ist. Nur Katholisch de nimmt sofort den Kampf gegen so viel vorkonziliare Frömmigkeit auf.
"Doch wie soll man es einordnen? Professor Johann Hafner, katholischer Theologe und Religionswissenschaftler, ist Experte für Engel. Seine Meinung: Das Gebet könne man so heute nicht mehr beten". 
Früher hätte man das wohl beten können, nur heute nicht mehr?  "Papst Leo XIII. hat das Gebet geschrieben und es im Jahr 1886 seiner Enzyklika beigefügt. In diesem Lehrschreiben sieht er die Welt in einem ständigen Kampf zwischen der Moderne, vor allem den Freimauren, und der Kirche." Reden wir Klartext. Dieser Papst hat die Moderne völlig falsch eingeschätzt als eine Zeit des Kampfes von antichristlichen Kräften gegen die Kirche. Zudem meinte er, daß der Teufel jetzt in dieser Endzeit gegen die Kirche den Kampf  aufnähme. All das sei ein einziger Irrtum. Da es solche Feinde der Kirche nicht gäbe, ist dies Gebet überflüssig. Und um den Teufel bräuchte sich die Kirche auch nicht sorgen, denn der kämpfe erst in der Endzeit.
Zudem bestünde so die Gefahr, daß der Engel Michael an die Stelle Christi trete. Also, dies Gebet hätte man auch zu Zeiten dieses Papstes nicht beten dürfen und ob des Mangels an Christozentrismus eigentlich nie.
Und dann kommt der Höhepunkt dieses Interviews auf katholisch de.
"Frage: Glauben Sie daran, dass es Engel überhaupt gibt? Hafner: Ich glaube nur an den dreifaltigen Gott. Im Mittelalter hat man an Engel geglaubt". "Im Mittelalter hat man an Engel geglaubt"- effektiver kann der christliche Glaube an die Engel nicht diffamiert werden. Dieser "Engelexperte" sagt damit, daß es etwas Mittelalterliches sei, an Engel zu glauben, aber seit der Moderne ist dieser Glaube erledigt. Soll das so verstanden werden, daß es bis zum Ende des Mittelalters die Engel Gottes wirklich gegeben hat und daß  Gott sie dann abgeschafft hat, dem modernen Menschen zu liebe? Sicher nicht. Dieser "Engelexperte" will damit nur sagen, daß bis zum Ende des Mittelalter die Christen, weil noch nicht auf der  Höhe der Moderne an solche Wesen geglaubt hätten, der moderne Mensch aber diesen Aberglauben hinter sich gelassen habe.Papst Leo XIII und Papst Franziskus wollen so zurück ins Mittelalter und das geht nicht!
Bedenken wir das genauer, kommen wir zu diesem Ergebnis: Die Hl. Schrift und die Kirche haben  den Glauben an die Engel Gottes bezeugt , sogar die Existenz daimonischer Engel, isb die Existenz des Satans selbst, aber die Moderne hat diesen Glauben besiegt. Und darum hat dieser Glaube keinen Platz mehr in der modernen Kirche.
Wenn Papst Leo XIII. die Kirche im Kampfe mit der Moderne sah, dann bezeugt katholisch de mit diesem Beitrag, daß die Moderne zumindest in diesem Punkte über die Wahrheit der Hl. Schrift und der Kirche gesiegt hat.
Aber was sind dann die Engel, wenn sie nicht wirklich die Engel Gottes sind? Eingedenk der Religionskritik Ludwig Feuerbachs sind die Engel nicht einfach nur Projektionen unserer Wünsche:
"dass die Engel nicht nur Personifikationen unserer Wünsche, vor allem in Gefahr, sondern so etwas wie unser besseres Selbst sind. Wir sollten sie nicht zur Projektionen unserer Bedürfnisse machen. Sie zeigen eher die Gestalt, wie es wäre, wenn wir frei von Leidenschaften, frei von räumlichen und zeitlichen Begrenzungen leben könnten, wenn wir endlich aufhören könnten, uns nur um uns selbst zu sorgen, anstatt um Gott und den anderen. " Die Engel zeigen uns so nur an, was wir Menschen sein könnten, würden wir uns wahrhaftig humanisieren. Das wußte Feuerbach schon über unsere Gottesvorstellung zu sagen, daß Gott nur die Chiffre sei für das, was der Mensch positiv aus sich machen könnte, wozu er sich selbst entwickeln könnte.
Klarer kann ein Sieg der atheistischen Moderne wider die Wahrheit des Engelglaubens nicht ausfallen und das beweist nun, wie recht Papst Leo hatte, als er die Moderne im Kampfe gegen die Kirche sah, die, seit sie dies Engelgebet nicht mehr spricht,  viele Schlachten gegen den Satan verloren hat. Der weitestgehende Abfall der universitären Theologie vom Glauben der Kirche ist leider auch ein Beleg für die Siege des Leibhaftigen gegen die Wahrheit. Vgl dazu: Georg May,, 300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie, 2017.

Zusatz: Augenfällig ist auch, daß dieser Modernist kein einziges Argument gegen den Engelglauben aufbringt und stattdessen einfach nur Feuerbachs Religionskritik appliziert.    
 

Dienstag, 15. November 2016

"Wir glauben alle an den einen Gott"?

Diese Parole ist heute "in", aber das besagt ja noch nicht, daß sie auch wahr ist. Aber: Wenn es nur einen Gott gibt, dann muß sich doch jeder monotheistische Glaube (also der jüdische, der islamische und der christliche) auf diesen einen Gott beziehen, denn es gibt ja nur diesen einen. Nur, könnte ein monotheistischer Glaube sich nicht auf etwas beziehen, was nicht Gott ist, aber nur als Gott verehrt wird? Oder könnte die Beziehung auf den einen Gott so verkehrt sein, daß sie ihn nicht erreicht, vergleichbar wie wenn ich eine ePost-Adresse falsch eingebe und so die Aussendung ihren Adressaten nicht erreichen kann? 
Wenn sich der monotheistische Glaube auf etwas bezöge, was nicht Gott ist, spräche man von einer Apotheose, der Vergöttlichung von etwas, was nicht Gott ist. Was Gott nicht ist, und doch wie ein Gott verehrt werden könnte, wäre ein Engel. Lesen wir gerade das Alte Testament monotheistisch, werden ja die Götter und ähnliches als Engel übersetzt. Ein verkehrter Monotheismus könnte sich so auf einen Engel beziehen, den die Gläubigen als Gott erachten. Oder er bezieht sich auf einen Gott, den es nicht gibt, der aber als seiend geglaubt wird.  
Deuteronomium 32, 8f gibt dafür einen sehr bedenkenswerten Hinweis: "Als der Höchste (den Göttern) die Völker übergab, als er die Menschheit aufteilte, legte er die Gebiete der Völker nach der Zahl der Götter fest, der Herr nahm sich sein Volk als Anteil, Jakob wurde sein Erbteil". Wichtig ist dabei, wenn wir Götter mit Engel gleichsetzen, daß um jedes Engels willen ein Volk für ihn bestimmt wurde durch den höchsten Gott, dem einzig wahren Gott und daß so die Völkerengel konstituiert wurden. Das liegt die Vermutung nahe, daß Volksreligionen bzw. regionale religiöse Kulte auf diesen Völkerengel ausgerichtet sind. Das Besondere des Volkes Israel ist nun, daß ihr Regionalengel nicht ein Engel ist, sondern der höchste Gott selber, der Israel aber erstmal wie ein Volksengel ist als Gott Israels. Daraus ergibt sich für alle Völker die Möglichkeit, den Volksengel als den einzig wahren Gott zu verehren und so aus einen Engel  einen Gott zu machen. Theologisch formuliert: Wenn die Verehrung des Volksengels in der regionalen Volksreligion die Präparation für die Verehrung des wahren Gottes ist, so kann der Wille zur Bewahrung der eigenen Volksreligion als Verneinung der christlichen Religion diese Regionalreligion  zur unwahren Religion werden lassen. Das könnte, vorbehaltlich besserer Einsicht etwa für die indianische wie für die germanische und die indische Religion gelten. 
Für die jüdische Religion gilt, daß sie, indem sie an dem Volksgott Jahwe festhält und Gott in seiner Selbstoffenbarung in Jesus Christus verneint, ihn zum unwahren Gott macht, weil sie ihn primär als Volksgott Israels verehrt!  Hier wird so der wahre Gott verkannt, indem er weiterhin als jüdischer Volksgott verehrt wird und so nicht als der wahre höchste Gott.  
Auf eine andere Spur führt uns der Apostelfürst Paulus, wenn er schreibt: "Wer euch aber ein anders Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel" (Gal 1,8)Der Engel vom Himmel kann natürlich kein wahrer Engel vom Himmel sein, den der könnte nichts Unwahres verkündigen, sondern ein Bote des Satans ist hier gemeint, der vortäuscht, ein himmlischer Engel zu sein. Und Paulus spricht dann auch von solch falschen Engeln in seinem 2. Korintherbrief: "Kein Wunder, denn auc der Satan tarnt sich als Engel des Lichtes". (11, 14). Paulus rechnet also mit der Möglichkeit, daß ein falscher Engel ein Antievangelium verkündigt, um so die wahre Religion zu bekämpfen. Als falsches Evangelium muß es dem Evangelium in Teilen gleich und in anderen Teilen widersprechend sein, sonst wäre es kein Falschevangelium. Ansonst, wenn es nur falsch wäre, wäre es gar kein Evangelium und wenn es nur wahr wäre, wäre es das wahre Evangelium. Der Begriff des falschen Evangeliums verlangt notwendigerweise diese beiden Momente dieses Evangeliums. Meine These ist nun, daß dieser von Paulus als möglich angennommene Fall mit der Engelsoffenbarung an Mohammed zur Realität geworden ist. Die islamische Religion ist sozusagen die Falschreligion, die weil sie der Wahrheit ähnlich ist als Einheit von Wahrem und Falschem, so erfolgreich die wahre Religion bekämpft. Faktisch steht sie im Dienste des Antigottes,der die Welt durch sie betrügt wie ein Falschgelddrucker!
Aber diese Religion ist doch nicht nur als monotheistische der christlichen so ähnlich, besagt dann nur, daß das Falschgeld zum Verwechseln ähnlich dem echten Geld ist- mehr aber auch nicht. 

Wir glauben doch alle an den einen Gott, ist so eine sehr fragwürdige These, vergißt sie doch völlig die Angellogie, daß nicht immer, wenn ein Gott als einziger verehrt wird, diese Verehrung sich wirklich auf den wahren Gott bezieht. So wie es im weltlichen Leben "Blüten", Falschgeld gibt, so kann es auch im Raume der Religion eine unwahre Gottesverehrung geben, weil etwas, was als Gott verehrt wird nicht Gott ist, oder daß er unangemessen verehrt wird, etwa wie ein Volksgott, obgleich er der Universal-Gott ist.