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Donnerstag, 6. November 2025

Ein Rettungsplan für die Kirche: Dialog, Synodaliät und Beratungs- und Entscheidungsgremien

 

Ein Rettungsplan für die Kirche: Dialog, Synodaliät und Beratungs- und Entscheidungsgremien



Das Hauptproblem scheint, nimmt man diese Therapievorschläge ernst und denkt nicht gleich, hierbei handele es sich nur um mehr oder weniger gut ausgefeilte Strategien eines innerkirchlichen Machtkampfes: „Wer bestimmt wie über was in der Kirche?“eine defizitäre Kommunikationskultur zu sein. Um eine Kommunikationskultur geht es dabei da die Kommunikation reguliert: „Wer mit wem wie über was?, also institutionalisiert werden soll.

Es soll nun eine grobe Übersichtsskizze versucht werden. Mit: „ Über den Dialog“ wird angefangen.Auszuschließen sind hierbei von vornherein fiktive künstlerisch gestaltete,man denke an die sokratischen Dialoge und die sich spontan ergebenden Unterhaltungen,in denen man halt miteinander plaudert.Es ist an den christlich - jüdischen Dialog zu denken, den interreligiösen oder jetzt aktueller an den mit LGBTQ-Vertretern. Diesen Dialogen gemein ist, daß sie von einer Höflichkeitskultur geprägt sind. Die ursprüngliche Bedeutung der Höflichkeit war selbstredend die,sich so zu benehmen wissen, daß man am Hofe auftreten konnte.Jetzt stellt die Höflichkeitskultur einen Ausgleich dar zwischen der Pflicht zur Wahrheit, daß man zumindest nicht lügen dürfe und dem Gebot der Nächstenliebe. So sagt man eben nicht zu dem Gastgeber, daß die Qualität des ausgeschenkten Weines miserabel ist, daß der Wein nicht trinkbar sei. Da der Dialog durch diese Art der Höflichkeit bestimmt ist, ist diese Kommunikationsform nicht förderlich für ein Miteinanderreden, das auf eine Wahrheitsfindung ausgerichtet ist.

Nun gibt es Dialoge, die durch eine Asymmetrie bestimmt ist. Das bekannteste asymmetrische Kommunikationsverhältnis wird treffend durch diesen Witz veranschaulicht: Paragraph 1 Der Chef hat immer recht. Paragraph 2: Hat der Chef nicht recht, tritt automatisch der 1.Paragraph in Geltung.Eine besondere Gestalt einer asymmetrischen Kommunikation ist die,in der die eine Partei die Position des Angeklagten,die andere die des Anklagenden einnimmt. Das ist die Struktur des christlich- jüdischen Dialoges, in der die christliche Seite stets auf die Anklagebank gesetzt sich sieht, irgendwie für den Holocaust mitverantwortlich zu sein und aus dieser Position heraus nur noch reden kann.Das gilt ebenso für den Dialog mit Vertretern der Homosexlobby und denen der LGBTQ : Die Kirche habe diese diskriminiert und muß sich im Dialog dieser Anklage stellen. Da in diesen Dialog die Position des Richters unbesetzt ist, müssen alle sich untereinander miteinander arrangieren, wobei der Angeklagte stets in der schwächeren Position sich vorfindet. Einer Wahrheitsfindung ist ein so strukturierter Dialog nicht günstig, ja sie vereitelt eigentlich eine Wahrheitsfiindung.

Wenn man nun aber eine Wahrheitsfindungsorientierung von vornherein ausschließt, sondern als das Ziel des Dialogisierens nur ein Besser- miteinader- Auskommen anvisiert, dann ist das ein gutes Ziel für eine bürgerliche Kultur, aber widerspricht dem Wesen der Kirche, die auf die Wahrheit auferbaut ist.

Das Schlagwort der jetzigen innerkirchlichen Reformdebatte ist der Begriff der Synodalität. Der wird dabei so unbestimmt verwendet, daß man ohne Probleme mehrere Dissertationen über die jetzige Verwendung verfassen könnte, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, was denn normativ unter diesem Begriff zu verstehen ist!Man kann sich aber nicht des Eindruckes erwehren, daß diese Vokabel primär gebraucht wird, um eigene Machtinteressen durchzusetzen, daß Gruppen behaupten,bisher gar nicht bzw zu wenig an den Kirchenentscheidungen beteiligt gewesen zu sein und daß sie deswegen eine Machtbeteiligung verlangen.Implizit wird dabei präsumiert, daß die Kirche ein leerer Raum gewesen sei, der nun im Laufe der Kirchengeschichte möbiliert worden sei durch die vielfältigsten Beschlüsse der Kirche,aber die jetzigen Bewohner die Kirche renovieren möchten und deswegen sei nun vorrangig darüber zu entscheiden, wer nun wie die Entscheidungen über die durchzuführende Renovierung zu treffen habe. Als der Gegenpol der Synodalisierung ist dabei die hierarchische Struktur der Kirche gesetzt, die irgendwie aufgeweicht oder gar gänzlich aufgelöst werden soll.

Völlig ungeklärt ist dabei die Frage der Sachkompetenz der Beratungs- und Entscheidugsgremien. Unreflektiert wird dabei der Parlamentarismus des liberal- demokratischen Rechtsstaates zugrunde gelegt, daß sich die Kirche die Struktur des heutigen Staates mehr oder weniger zu eigen machen sollte, als gäbe es eine Struktur, die für jede Institution gleichermaßen gut wäre. Gewählte Synodale haben als kompetent zu gelten, weil sie demokratisch in ein Entscheidungsgremium hineingewählt worden sind. Für gewählte Parlamentarier gilt, daß die Sachkompetenz der Parlamentsfraktion, der sie angehören und die der Partei, der sie angehören,die Eigenkompetenz ersetzt: Sie stimmen gemäß der Fraktions- und der Parteidisziplin ab. Abweichendes Verhalten wird dann sanktioniert, da es als unerwünscht und dysfunktional gilt. Ein Synodaler dürfte angesichts des heutigen Zustandes der Kirche in der Regel über fast keine Kompetenz in theologischen Fragen besitzen und müßte die dann durch seine liberalere oder conserativere Gesinnung kompensieren.

Solange sich in den kirchlichen Gremien noch keine Parteienbildung ereignet hat,erscheinen Lager von mehr oder weniger Gleichgesinnten, die ihr Profil gewinnen in ihrer gemeinsamen Ablehnung von bestimmten Positionen´: Zu uns gehört nicht, wer etwa die praktizierte Homosexualität als eine Sünde beurteilt und der für den Zölibat ist.

Irritierend ist nun,mit welcher Vehemenz neue Beratungs- und Entscheidugsgremien eingefordert werden angesichts der wenigen zu treffenden Entscheidungen in der Kirche.Für die meisten kirchlichen Handlungen gilt ja die Devise: „So wie letztes Jahr oder wie immer!“ Die jetzt strittigen Fragen, die der Abschaffung des Zölibates, die der Einführung des Frauenpriestertumes und die der Erlaubnis des Sexes für alle ,können und dürfen in Deutschland gar nicht gefällt werden, sondern wenn, dann nur in Rom.Es stellt sich dabei aber die Frage: „Warum soll die Katholische Kirche denn nun in mühsamster Kleinarbeit verprotestantisiert werden, steht doch in Deutschland die evangelische „Kirche“ und würde gern all diese „katholischen“ Reformer in sich aufnehmen.

Warum nun aber durch eine Angleichung der Strukturen der Kirche an die der EKD die Kirchenkrise abgemildert werden kann,ist aber für jeden Mitdenkenden völlig uneinsichtig und verstärkt so den Verdacht, daß es hier nur um die Interessen von Gremienchristen geht, daß sie durch ihre Gremien und Räte zu Macht in der Kirche kommen wollen. Der reine Formalismus dieser Reformdebatte zeigt aber auch überdeutlich das Desinteresse an den Gehalten der christlichen Religion. Die Gehalte degradiert diese Reformdiskussion eben zum bloßen Spielmaterial für Entscheidungsgremien.









Donnerstag, 1. Mai 2025

Ein Blick in die nahe Zukunft der Katholischen Kirche Deutschlands: die Zukunftswerkstatt des evangelischen „Kirchen“tages

 

Ein Blick in die nahe Zukunft der Katholischen Kirche Deutschlands: die Zukunftswerkstatt des evangelischen „Kirchen“tages

Die Minderwertigkeitsgefühle des deutschen Katholizismus dem Protestantismus gegenüber ist ein allseits bekanntes Phänomen, daß der große Luther die Kirche aus dem Mittelalter herausführen wollte1 wie einst Mose sein Volk aus der ägyptischen Versklavung, daß aber die Kirche im Mittelalter verharrte bis zum 2.Vaticanum, das einen ersten zarten Versuch darstellte, endlich in der Moderne anzukommen. So schauen alle katholischen Augen bis auf ein paar Ewiggestrige auf die zukunftsorientierte EKD mit ihrer experimentellen Zukunftswerkstatt des sog.“Kirchentages“! Hier erblickt die Kirche ihre Zukunftsgestalt.

Einer der großen Stars dieses Kirchentages wird der aus Südafrika importierte Pfarrer Quinton Ceasar sein, der die bisherige Gotteserkenntnis durch seine fulminante Predigt auf einem evangelischen „Kirchen“tag 2023 revolutionierte: „Gott ist queer“. Im „Deutschlandfunk Archiv“ ist zu dieser Causa zu lesen:“Pastor Quinton Ceasar: Ich würde diese Predigt wieder so halten.“ Weiter erläuterte dieser Zeitgeistsurfmeister : „Er hätte nicht gedacht,dass seine Aussage, >Gott ist queer< sowohl viel Kritik als auch viel Zustimmung hervorrufen würde. Offenbar habe er mit diesem Satz bei einigen Teilnehmenden einen Nerv getroffen. Für ihn sei es beruhigend, dass Gott selbst die Zweigeschlechtlichkeit sprenge. Der Satz „Gott ist queer“ sei eine Absage an patriarchale Strukturen.“ Diesmal wird dieser Queerfan über eines der wichtigsten Themen des zeitgenössischen Christentumes sprechen, über „rechte Narrative im digitalen Raum“, laut der „Tagespost“ vom 30.4.2025:“Die Karikatur der NGO-Kirche“.

Aber das wird nicht der einzige Höhepunkt dieser Zukunftswerkstatt sein. Die „Tagespost“ berichtet weiter: „Bibelarbeit mit Angela Merkel, Bodo Ramelow oder Luisa Neubauer (Thema: „Mut zum Widerspruch“), Empowerment-Workshop für – „ausschließlich“ – „Black, Indigenous und Kinder of Color“. Die Überschrift des Kath net Artikels vom 1.5.2025 zu diesem Workshop übersetzt uns Deutschsprachigen dieses Anliegen so: „Evangelischer Kirchentag - weisse Kinder bei einer Veranstalung unerwünscht.“ Der politisch korrekte Rassismus, daß Weiße unerwünscht sind, gehört eben wie der Kampf gegen Rechts, und die Genderideologie und der Umweltschutzfanantismus zu den Kernanliegen des evangelischen Christentumsverständnisses.

Auch Kindergottesdienste werden angeboten: „Queere Tiere auf der Arche“. Da aber die Bibel im Protestantismus nicht ganz bedeutungslos ist, halten die Exbundeskanzlerin Merkel und der Linkenpolitiker Ramelow Bibelarbeiten. Bis 1989 durfte kein Christ Mitglied der SED werden, da diese Partei den Atheismus zu ihren Fundamenten zählte, jetzt umbenannt in: „Die Linke“ hat sie linksorientierte Christen für sich neu entdeckt und mauserte sich so zu einer der Lieblingsparteien der Kirche und der EKD. Als dritte Bibelexegetin wird die Sprecherin der deutschen Sektion von „Freitags für die Zukunft“ benannt: Luisa Neubauer. Ob den Planern dieses „Kirchentages“ entgangen ist, daß diese Freitagsdemoorganisation als tndentiell antisemitisch kritisiert wird? Na ja zum politisch korrekten Rassismus2 gehört eben auch der Antizionismus und die Verteufelung des jüdischen Staates als rassistisch, isb seit ein Rechter da regiert.

Das Resümme fällt eindeutig aus: In diesem „Kirchen“tag wird die vollständige Transsubstantion der christlichen Religion in einen linksliberalen Humanitarismus vollzogen, die Verwandelung einer einst sich als christlich verstehenden „Kirche“ in eine vom Staat per Kirchensteuereinzug finanzierten NGO, in der der Zeitgeist alles Christliche zum Verschwinden gebracht hat. Zu bedenken ist dabei, daß die Reformation mit ihrem Nein zu den „guten Werken“ und darunter verstanden die Reformatoren in erster Linie die religiösen Werke, das Beten, das Zur Messe gehen, das Ablässeerbeten usw die Säkularisation selbst einleiteten und nun aber von der Säkularisation selbst getrieben werden zu ihrer Selbstsälularisierung.

Wenn nun aber dieser Pseudokirchentag nur die Zukunftsperspektive der EKD wäre, bräuchte uns das nicht zu beunruhigen, aber es ist zu befürchten, daß nicht nur in Deutschland die Kirche unter dem Banner der „Synodalisierung“ dieses Projekt der Transsubstantion in einer NGO nacheifern wird.

Zusatz

Die "Junge Freiheit" dokumeniert den politisch korrekten Rassismus des "Kirchen"tages am 2.5.2025: "Kirchentag: Darum sind weiße Kinder unerwünscht. Vor Gott sind alle Kinder gleich – nicht aber auf dem Kirchentag. Da dürfen weiße Kinder nicht „mutig und stark“ sein. Die Kirche schließt sie ausdrücklich vom entsprechenden Workshop aus."  

 





1Aus dem Reformator Luther, der die aus der Form gefallene Kirche zurückführen wollte in ihre Ursprungsform, wird so ein Reformator im Sinne der geschichtsphilosophischen Fortschrittsvorstellung: Luther habe die Kirche modernitätsfähig machen wollen.Darum gebiert sich der katholische Modernismus stets auch als ein Kryptoprotestantismus.

2Das Phänomen des politisch korrekten Rassismus muß dabei in dem Kontext des heutigen Primates der Naturwissenschaft und der Bilogie interpretiert werden: Das Feindbild des „Weißen Mannes“ ist ein Produkt des biologistischen Denkens, daß die Rassenzugehörigkeit und die Geschlechtszugehörigkeit einen Menschen bestimmt, in dem Fall der Weißen Rasse und des männlichen Geschlechtes zum Negativen. Dies Feindbild ersetzt ja das aus der Mode gekommenen vom „westlichen, amerikanischen Imperialismus“, das sich einer marxistisch gefärbten Soziologie verdankte. Dieser Feindbildwechsel markiert die Differenz zwischen der „traditionellen Linken“ und dem was unpassend als „Kulturmarxismus“ betitelt wird.Die Ex"bischön" Frau Käßmann implantierte den politisch korrekten Rassismus in einer Bibelexege auf einem ev."Kirchen"tag, daß wir Deutschen die braune Gesinnung vererben würde, er uns also im Blute oder moderner in den Genen läge.

Dienstag, 7. Januar 2025

„Wenn Katecheten übergriffig werden“ Kath de enthüllt geistliche Mißbräuche

 

„Wenn Katecheten übergriffig werden“ Kath de enthüllt geistliche Mißbräuche



Übergriffe ereignen sich gerade auch durch Katecheten. Das enthüllt nun das quasi offizielle Internetauftrittsportal Kath de am 7.Jänner 2025: "Du verschenkst Deine Berufung.„Wenn Katecheten übergriffig werden“: Nicht nur Kleriker, auch Laien verhielten sich übergriffig, praktizierten geistlichen Mißbrauch. Der Terminus geistlicher Mißbrauch erfreut sich nun im linksliberalen katholischen Kreisen größter Beliebtheit, um jeden Versuch der Vermittelung des katholischen Glaubens zu verunglimpfen, denn das wäre ja eine Art von Indoktrination. Aber geben wir Kath de selbst das Wort:

„In der Firmvorbereitung oder auch der Jugendarbeit allgemein gibt es immer wieder Fälle von überengagierten Katecheten und Katechetinnen, die die Jugendlichen vehement davon überzeugen wollen, Priester zu werden oder einem Orden beizutreten.“ Streicht man die polemische Überzeichnung, reduziert sich der Vorwurf darauf, daß jungen Menschen als eine besondere Weise der Nachfolge Jesu Christi der Beruf des Priesters oder das Mönchsleben empfohlen wird.

Stattdessen soll gelten:„Natürlich ist es vollkommen legitim, das einmal zur Sprache zu bringen. Missbräuchlich wird es, wenn einengende Formulierungen verwendet werden, die nicht mehr die freie Entscheidung des Gegenübers zulassen – Sätze wie "Du verschenkst Deine Berufung" oder "Du wirst nicht glücklich werden in Deinem Leben".

Die besondere Nachfolge Christi im Priester- oder Ordensstand könne „einmal zur Sprache“ gebracht werden, aber alles mehr als „einmal“ sei zuviel und somit übergriffig. Daß ein Mensch seine Berufung verfehlen könne und daß dies sich nicht positiv auf ihn auswirke, soll nun schon als eine Mißachtung der Freiheit der so Angesprochenen gelten. Das „einmal zur Sprache“ Bringen verdeutlicht, was real intendiert ist, daß eben die Berufung zur priesterlichen oder zur mönchischen Existenz am besten gar nicht oder nur so nebenbei erwähnt werden soll.

Reden wir Klartext: Luther hat erkannt, daß es in der Kirche weder Priester noch Mönche und Nonnen geben dürfe, da beides dem Evangelium, wie er es verdeutete, widerspräche und so ist beides auch dem liberal gesonnenen Katholiken ein Greuel.

Aber es gibt noch erschreckendere geistliche Mißbräuche:

„Ein anderes Beispiel ist die Erstkommunionvorbereitung, zu der ja auch die Beichte gehört. Heute wissen wir, dass die Beichte einer der anfälligsten Orte für Missbrauch ist. Wenn Eltern nicht wollen, dass ihr Kind im Rahmen der Erstkommunionvorbereitung zur Beichte geht und der Pfarrer dann bestimmt, es von der Erstkommunion auszuschließen, ist das nicht in Ordnung. Damit nutzt der Priester seine Autorität, um darüber zu entscheiden, wer welches Sakrament empfangen darf und wer zu welchem Sakrament zugelassen wird.“

Es ist mehr als bezeichnend, daß in einem Kath de Artikel zum Sakrament der Beichte als erstes einfällt, daß es ein bevorzugter Ort des Mißbrauches sei. Daß die Beichte ein wichtiger Schritt zum würdigen und das heißt nichtsakrilegischen Empfang der hl.Kommunion ist, davon will man hier nichts wissen. Stattdessen sollten die Erstkommunikanten vor der Beichte geschützt werden!

Daß die Kirche das Recht und auch die Pflicht hat, Menschen vor einem sakrilegischen Empfang des Leibes und Blutes Christi zu bewahren, sollte auch Redakteuren dieser Internetseite bekannt sein. Keine Mutter läßt ihr Kind bedenkenlos Medikamente aus der Hausapotheke kosten, weiß sie doch, daß Medikamente, falsch eingenommen, der Gesundheit ihres Kindes sehr schaden können und so sorgt auch die Mutter Kirche sich gerade um einen nichtsakrilegischen Empfang der Kommunion.Denn das stärkste Medikament auf Erden, das Sakrament des Altares verfügt auch über eine starke Destruktionskraft, wird es sakrilegisch empfangen. Der Apostelfürst Paulus mahnt nämlich nicht nur die korinthische Gemeinde sondern genauso auch uns: „Wer also unwürdig von dem Brot ißt und aus dem Kelch des Herrn trinkt,macht sich schuldig am Leibe und am Blute des Herrn.“ (1.Kor 11,28) Dieser Mahnung muß die Kirche stets bedenken und deswegen empfiehlt sie gerade vor dem Erstempfang zu beichten. Eine Verweigerung der Beichte kann dann aus seelsorgerlichen Gründen es nahe legen, den Beichtverweigeren die Kommunion nicht zu spenden. Der Empfang der hl.Kommunion ist eben ein Privileg, denn nicht alle dürfen dies Sakrament empfangen. Der Hebräerbrief schließt schon die Nichtchristen von der Kommunion aus, (Hebr 13,10) und Paulus möchte alle ausgeschlossen sehen, die nicht glauben, daß sie in der Eucharistie den Leib und das Blut Christi empfangen. (1.Kor 11,17-34)

Ein geistlicher Mißbrauch liegt also vor, wenn die Kirche Menschen vor einem sakrilegischen Empfang des Leibes und Blutes Christi zu bewahren versucht! Wenn dann noch gar Katecheten zur Nachfolge Jesu Christi im Priester- oder Mönchs-und Nonnenstand aufrufen, dann ist das für Kath de der Gipfel geistlichen Mißbrauches. Eine Kirche, die so eine Seite zum Freunde hat, braucht wahrlich keine Feinde mehr! 

 

Merke: Der hl Cyprian lehrt uns, daß Niemand Gott zum Vater haben könne, der die Kirche nicht zu seiner Mutter hat. Die Kirche hat sich deswegen ihren Gliedern gegenüber mütterlich zu verhalten und das inkluduiert auch ein fürsorgliches Verhalten ihren Kindern gegenüber.  









Mittwoch, 23. Oktober 2024

Aus dem großen Kampf wider die Liturgie. Ein Liturgiewissenschaftler demontiert den Gottesdienst.

 

Aus dem großen Kampf wider die Liturgie. Ein Liturgiewissenschaftler demontiert den Gottesdienst.

So liest sich das auf der quasi offiziellen Internetsauftrittsseite der deutschen Bischöfe: „Kranemann: Für mich wäre entscheidend, dass es sonntags Gottesdienst vor Ort gibt, dass sich Menschen versammeln und sich dadurch Kirche konstituiert. Wenn das in Form der Eucharistiefeier geschieht, wird eine intensive Form des Mahls mit und um Christus gefeiert, das ist lange Tradition. Wo das aber nicht mehr möglich ist, feiert man Christus-Gegenwart in anderer Form, etwa in der Wortgottesfeier. Und das ist dann ebenfalls Sonntagsliturgie.“, zitiert nach Kath de vom 21.10.2024:“Kranemann: Wortgottesfeiern am Sonntag sind keine Mangelverwaltung“.

Nun könnte eingewandt werden, daß ob der Vehemenz, mit dem dieser Theologe ich für die kirchliche Segnung homosexueller Paare einsetzt, das hier Geäußerte ein Nebenkampfgebiet sei. Wenn nun aber diese Passage des Interviews genau gelesen wird, wird feststellen müssen, daß hier das Herzzentrum der Liturgie attackiert wird. Der schlichte Subjektivismus fällt zuerst auf: „Für mich wäre entscheidend“.Die Liturgiewissenschaft frägt aber, was objektiv entscheidend für die Liturgie ist. Damit präjudiziert dieser Liturgieker aber schon ein Verständnis der Liturgie als primär auf die Konsumenten auszurichtende Tätigkeit der Kirche. Der Kunde hat König zu sein. Das hier skizzierte Gottesdienstverständnis ist nun rein protestantisch. Denn nach dem katholischen Verständnis ist der Ort, wo der Gottesdienst stattfindet ein heiliger Ort, er ist es ob der Realpräsenz Jesu Christi im Tabernakel und darum, daß dieser Ort ausschließlich für gottesdienstlichen Zwecke verwendet wird, er also nicht durch profane Tätigkeiten desakralisiert wird. Für den Protestantismus dagegen gilt, daß erst durch das Sichversammeln der Gemeinde ein hl. Ort entsteht ob der Gegenwart Jesu Christi unter den Gläubigen.Es ist sozusagen eine Aktualpräsenz, eine sich immer wieder neu ereignende im Kontrast zum katholischen Verständis der dauerhaften Gegenwart Jesu Christi unabhängig vom Glauben der Gottesdienstteilnehmer.

Die Kirche konstituiert sich auch nicht durch ihre Gottesdienstversammlungen. Die Kirche existiert als der Leib Christi und dieses ihr Sein geht ihrem Tuen, daß sie hl.Messen feiert, voraus. Es gilt zudem, daß für die Gültigkeit der hl. Messe nur ein Priester notwendig ist, er kann und darf kirchenrechtlich allein die Messe zelebrieren. In den Coronazeiten, als teilweise die öffentliche Feier der Messe untersagt worden ist, erwies sich diese Bestimmung der Kirche als sehr bedeutsam: Die hl. Messen konnten gültig gelesen werden, auch wenn kein Gottesdienstteilnehmer dabei war außer dem Priester. Die Versammlung ist so nicht konstitutiv, daß ist sie nur im Protestantismus.Die Eucharistie ist auch nicht nur ein Mal sondern in erster Linie eine kultische Opferhandlung. Ganz arg mißverstanden wird dann die Liturgie, wenn sie auf die Feier der Chritusgegenwart reduziert wird. Im Wortgottesdienst wird das Evangelium verkündet und das ist nicht einfach die Feier seiner Präsenz im Gottesdienst. Das Evangelium lehrt nämlich das Wie seiner Präsenz, was er für uns ist und was wir für ihn sind und sein sollen.

Außerdem ist ob der starken Betonung der Präsenz Jesu Christi die Frage zu stellen, ob der Sohn Gottes nicht überall präsent ist und nicht nur in seiner Kirche. Es wäre also zu unterscheiden zwischen der Präsenz Jesu Christi an allen Orten und seiner besonders qualifizierten in der Kirche in dem Tabernakel. Wenn das allerheiligste Sakrament zur Anbetung ausgesetzt wird an einem Tage der Anbetung, ereignet sich da ein Gottesdienst, wenn auch nur ein Gläubiger gekommen ist, um ihn anzubeten. Es wäre aber nicht katholisch, in den Wald spazieren zu gehen, um dort Jesus Chritus als Gegenwärtigen zwischen Büschen und Sträuchern anzubeten, obzwar er da auch ob seiner Göttlichkeit präsent ist.

Diesem Liturgieverständnis fehlt einfach das Verständnis der spezifischen Gegenwart Jesu Christi im Altarsakrament. Und in ganz protestantischer Manier wird das Faktum, daß die Eucharistie eine kirchliche Opferhandlung ist, vergessen. Die Bedeutung des Sichversammelns zum Gottesdienstes wird dann maßlos übertrieben, weil eben das Zentrum des Gottesdienstes, daß da Gott gedient wird, außer Acht gelassen wird. Es scheint fast so, als wenn Jesus Christus der Gottesdienst eigentlich gleichgültig sei und daß es deshalb auch nicht schlimm sei, wenn kein Meßopfer dem dreieinigen Gott dargebracht würde, weil es doch primär um das Feierbedürfnis der Gläubigen ankäme. Dieser Anthropozentrismus ist wohl das Signifikante dieses Liturgieverständnisses: Das Sichversammeln tritt in den Vordergrund. Dann war der Gottesdienst, den Noah nach der Rettung aus der Sintflut abhielt, ein Irrtum, da da von keiner Gemeindeversammlung die Rede ist. Nun ist aber die Sintflutgeschichte eine Kultätiologie, sie erzählt uns, warum der Gottesdienst zu halten ist.

Es muß hier daran erinnert werden, daß die ursprüngliche Form des Gottesdienstes der jerusalemische Tempelkult war und daß erst im babylonichen Exil der Synagogengottesdienst erschaffen worden ist, weil man Gott im Exil keinen richtigen Gottesdienst feiern konnte, da der nur in dem Tempel zu Jerusalem möglich war ob des deuteronomistischen Kultzentralisierungsgebotes. In der Diaspora entstand so der Synagogengottesdienst, dessen christliche Gestalt dann der Wortgottesdienst wurde, während die Eucharistiefeier die christliche Gestalt des Tempelkultes ist. Demzufolge ist ein reiner Wortgottesdienst ein defizitärer Gottesdienst, der ja seinen Ursprung in dem Synagogengottesdienst hat, der als das Surrogat für den nichtmöglichen Tempelgottesdienst ja erst kreiert worden ist.

Samstag, 27. Juli 2024

Zum aktuellen Kirchenkampf von Kath de:„Theologe Wintzek: Reliquienverehrung ist aus der Zeit gefallen“

 

Zum aktuellen Kirchenkampf von Kath de:„Theologe Wintzek: Reliquienverehrung ist aus der Zeit gefallen“



„Bei Carlo Acutis werde "unter hippem Gewand etwas Reaktionäres" inszeniert“, so kämpferisch gibt sich der „Theologe“ Prof. Wintzek am 26.7.2024 auf Kath de. Es gilt, die Aufklärung, die Vernunft und die Politische Korrektheit gegen die Katholische Kirche zu verteidigen bzw in ihrem Namen diese obskurantistische Organisation zu bekämpfen. Grauenhaftes ereignet sich ja auch im Lande der Aufklärung: Ein Teil des Herzens Carlo Acutis reist als Reliqui durch Deutschland und wird gar ganz im katholischen Geiste verehrt: Praktizierte Reliquinenfrömmigkeit und das Allergrauenhafteste: Das kommt an!

Dieser Professor nimmt nun den Kampf auf gegen den katholischen Obskurantismus:“Der katholische Theologe Oliver Wintzek hält die Verehrung menschlicher Überreste als Reliquien für anachronistisch. Dass derzeit ein Teil des Herzens des sogenannten Internet-Apostels Carlo Acutis durch Deutschland toure, scheine doch sehr aus der Zeit gefallen und auch makaber, sagte Wintzek dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es gebe Menschen, die das anspreche und die sich davon emotional berühren ließen. Aber für Menschen mit kritisch aufgeklärtem Geist mute diese Verehrung seltsam an. Man müsse unterscheiden zwischen der Verehrung von Heiligen als inspirierende Vorbilder und der Verehrung von Reliquien. „

Als wichtigstes Kriterium der Theologie benennt dieser „Theologe“ die Zeitgemäßheit. Ein geradezu naiver Fortschrittsglaube manifestiert sich darin, daß eben alles Traditionelle, weil es etwas aus der Vergangenheit sei, seine Gültigkeit für heute verloren habe, wie auch alles Jetzige morgen zu einer Unwahrheit geworden sei. Die Theologie der Reliquienverehrung sei einfach unwahr, weil sie nicht modern sei.

Es existieren nun aber leider Zeitgenossen, denen dies Unzeitgemäße gefalle. Die gilt es nun zu diffamieren: Sie seien nur emotionale Menschen, wohingegen kritisch aufgeklärte Geister diese Frömmigkeit ablehnen. Dann aber greift dieser „Theologe“ tief in das Archiv protestantischer Polemik wider die katholische Heiligenverehrung, indem er aus ihr zitiert: Heilige dürften nur als moralische Vorbilder fungieren. So polemisierte schon Luther und alle ihm Folgenden. Besonders originell ist diese Position nun wirklich nicht, paßt aber gut zum aufklärerischen Verständnis der Religion im 18 und 19. Jahrhundert, daß der Zweck der Religion die Sittlichkeit sei. Ein bißchen Aufklärungsnostalgie kann ja nicht schaden, besonders seit dem der deutsche „Avantgardetheologe“ Striet mit Entsetzen feststellt, daß der Philosoph Kant noch nicht von der Kirche heilig gesprochen worden sei!

Aber wenn unter der Religion sowieso nur die Hebung und Förderung der allgemeinen Sittlichkeit verstanden wird, muß ja jeder Art von religiösem Kult, wie es der große Kultkritiker Kant schon auf den Punkt gebracht hatte, ein abergläubischer Afterdienst sein. (Vgl: Kant: Die Religion in den Grenzen der bloßen Vernunft.) Weiter führt er dann aus: "die Postmoderne inszeniert hier unter hippem Gewand etwas Reaktionäres". "Es geht um eine Frömmigkeit, die an eine vermeintlich gute Zeit des Katholischen, wo noch alles klar und geregelt war, andocken möchte." Hier schließt er sich wohl der wohlbekannten Schelte des letzten sich der Aufklärungsphilosophie noch verbunden meinenden Starphilosophen Habermas in seiner Diffamierung der Postmoderne als eines reaktionären Rückfalles an. Es gelte nun, die Aufklärung gegen deren postmoderner Kritik zu verteidigen. Als reaktionär wird dabei jede Kritk an den Fortschrittsglauben denunziert. Niveauvoll entfaltet findet man das in „Postmoderne – Strategien des Vergessens“ des Ernst Bloch Verehrers Burghart Schmitt: die postmodernen Philosophen gäben das Projekt der Vernünftigmachnung der Welt leichthin auf!

Dieser Professor sieht eben seine Berufung isb in dem Kampf wider alle popularistischen Bestrebungen. Darunter subsumiert er auch, daß die Kirche durch diese Revitalisierung der ureigensten katholischen Frömmigkeitspraxis sich den Anliegen der Postmoderne zu sehr öffne, statt dogmatisch an der Aufklärung festzuhalten.

Wenn nun wer neugierig geworden sich frägt, was denn nun als die Alternative zu einem Eingehen auf die Postmoderne dieser „Theologe“ vorschlägt, wird aber enttäuscht, denn ihm fällt nichts Originelleres ein als daß die Zukunft der Kirche im Ja zum Homosex, zum Frauenpriestertum und in der Verdemokratisierung der Kirche bestünde. Aber er hat denn doch noch Tiefschürfenderes anzubieten. Kath de publizierte seinen Angriff auf die Fundamente der Katholischen Kirche am 28.11.2021: „Fundamentaltheologe: Kirche ist Gefangene des eigenen Systems“: „Offenbarung als übernatürliches Wissen, unfehlbares Lehramt? Für den Fundamentalthologen Oliver Wintzek entstammen diese Vorstellungen einer Neuerfindung des Katholizismus des 19. Jahrhunderts – mit problematischen Auswirkungen bis heute.“

Es ist wohl zu vermuten, daß diesem „Theologen“ in seinen Archivrecherchen die Priesterbetrugstheorie noch entgangen ist, daß die Priester Gott einfach erfunden hätten, um das (Kirchen)Volk auszubeuten. Das wäre doch der Gipfel aufklärerischer Kirchenkritik und entzöge so endgültig der Kirche ihr Fundament. Aber dieser „Theologe“ begnügt sich mit der Behauptung, die Katholische Kirche sei eine Erfindung des 19.Jahrhundertes, deren abscheulichste Ausgeburt das 1. Vaticanum gewesen sei und daß es so nun gälte, sie vollständig zu entkatholisieren indem sie sich verprotestantisiere im Geiste der Aufklärung des 18.Jahrhundertes. Und sie habe gegen das gegenwärtige Denken, das der Postmoderne zu kämpfen als der Nachlaßverwalter der Aufklärung, um das Projekt der Moderne, das der Weltoptimierung zu bewahren!

Corollarium

Zu dem Substantiellem der christlichen Religion gehört der Glaube, daß Gott Heil nicht nur unmittelbar wie durch ein Wunder sondern auch vermittels von Zweitursachen wirken kann, daß dabei die Mittel etwas wirken,was nicht in ihrem natürlichen Vermögen liegt und das auch somit der vernünftigen Erkenntnis entzogen ist, denn die kann nur das natürliche Vermögen von etwas erkennen. Eine Reliquie kann deshalb nur durch Gott dazu befähigt werden, Heil zu vermitteln, wie durch die Berührung des Gewandes von Jesus Christus die blutflüssige Frau geheilt wurde, indem die Heilkraft Jesu durch sein Gewand auf sie einwirkte, da sie diese glaubend an diese Heilskraft aufnahm. Das Gewand fungierte hier so als eine Zweitursache, durch die der Heiland selbst das Heil vermittelte und die Frau sie aufnehmen konnte, da sie an die in dem Gewand nun innewohnenden Heilskraft glaubte, die es nicht aus sich hat sondern nur durch den Heiland besitzt. Da das Bewirken von Heil, das das natürliche Vermögen einer Zweitusache übersteigt, der Vernunfterkenntnis übersteigt, gilt ihr das als widervernünftig statt als übervernünftig. Aber vielleicht wäre es sinnvoller, dies limitierte Denken als das Verstandesdenken zu bezeichnen in seiner Differenz zur Vernunft.


Merke:

Fundamentaltheologie heißt die Disziplin der Theologie,deren Hauptaufgabe in der Destruktion der Grundlagen der Theologie und der Kirche besteht.





Samstag, 17. Februar 2024

Verprotestantisierung der Katholischen Kirche- wird da etwas übersehen?

Verprotestantisierung der Katholischen Kirche- wird da etwas übersehen?


In einer kleinen aber bedenkenswerten Erwägung von G. Lukacs zur Verhältnis-bestimmung zwischen der Magie und der Religion (G. Lukacs,Die Eigenart des Ästhetischen, Bd 1, S.199) findet sich diese Anmerkung: „erst im Calvinismus ist ein ernster Versuch entstanden,die Überreste der Magie radikal zu liquidieren.“ Vielleicht ist die These einer Verprotestantisierung der Katholischen Kirche etwas ungenau, übersieht sie die Differenzen im Protestantismus etwa zwischen der lutherischen und der calvinistischen Theologie. Wenn im innertheologischen Diskurs von der Magie geschrieben wird, dann meint man damit in der Regel nämlich nicht Magie im religionswissenschaftlichen Sinne, sondern als eine polemische Formel wider ein sakramentalistisches Verständnis der Eucharistie und der Taufe, aber auch der Glaube daran,daß Gott Gebete erhören könne, kann als „magisch“ desavouiert werden.

Karl Barths Theologie könnte man so im Sinne Lukacs als die reformierte Theologie bezeichnen, die dieser Ausmerzung alles Magischen am besten entspricht. Er wollte die Sakramente, die letzten 2, die die Reformation noch übriggelassen hatte, entsakramentalisieren, indem er sie in den Bereich der Ethik verordnen wollte. In seiner „Kirchlichen Dogmatik“ dekonstruierte er das Sakrament der Taufe, die Dekonstruktion der Eucharistie gelang ihm nicht mehr, seine „Dogmatik“ blieb unvollendet. Seine Hauptthese: Die Sakramente vermitteln nichts sondern sind Antworthandlungen auf das uns objektiv gegebene Heil und gehören so in die Ethik. Magisch wäre dann die Vorstellung, daß Gott durch Medien das Heil vermittele, denn damit schriebe man den Medien, den Sakramenten etwas zu, was Gott allein zukäme, Heil zu wirken.

Die Kirche und insbesondere auch der Gottesdienst vermittelt so nichts sondern stellt nur dar, was uns Menschen gälte. Das Heil wird dabei so sehr verobjektiviert, das es als allen geltendes verstanden wird unabhängig von der subjektiven Er- und Anerkenntnis. Barth bezeichnet so Barrabas gern als den ersten durch Christus Erlösten, denn der wurde freigelassen, weil Jesus Christus gekreuzigt wurde. Er sei gerettet, eben rein objektiv, wohingegen wir Christen das auch glauben, was uns rein objektiv gälte. Barth kann das auch so formulieren: Weil Jesus der am Kreuz von Gott Verworfene sei, sei er der einzig Verworfene, sodaß kein anderer Mensch noch ein von Gott Reprobierter sein könne. Das ist eine modernisierte Version der calvinistischen Prädestinationslehre, daß Got von Ewigkeit her bestimmt hat, wer als Erwählter in das ewige Leben eingehen wird und wer als Verworfener es nicht könne. Das bedeutet aber nun für den Empfang der Sakramente, daß nur der zum Heil Erwählter sie zum Heile empfangen könne, der Nichterwählte aber nicht. So entscheide allein Gottes Erwählen, wer das Heil erlangt und wer nicht. Genau dieses „Allein“ der calvinistischen Erwählungslehre schließt jede Möglichkeit aus, daß durch ein menschliches Mitwirken das Heil erwirkt oder vermittelt werden könnte. Das ist das, was Lukacs hier unter dem Begriff der Magie subsumiert als durch die calvinistische Theologie Überwundenes.

Diese ursprüngliche calvinistische Prädestinationslehre modifizierte Barth nun so, daß nur Jesus Christus der von Ewigkeit her Verworfene sei, damit alle anderen als Erwählte gerettet werden. Jesus starb am Kreuz den Tod des Verworfenen, damit kein anderer diesen Tod mehr zu sterben bräuchte. Somit sind alle Menschen von Gott Bejahte. Darin trifft sich nun diese Theologie mit der Menschenrechtsideologie, des Glaubens an den absoluten Wert jedes Menschen und seiner unveräußerlichen Rechte. Die versimplifizierte Version besagt dann nur noch: Von Ewigkeit her liebt Gott jeden Menschen und hat sein Ja zu jedem Menschen dann uns endgültig durch Jesus offenbart. Das Evangelium verkündet so nur noch, was unabhängig von dem Glauben an es jedem gilt. So bedarf es keinerlei Art von einer Heilsvermittelung, sondern nur noch eines Erkennens der Wahrheit.

Das wäre dann die endgültige Überwindung jeder Art von Magie in der Kirche, wenn unter der Magie tatsächlich verstanden würde, daß das Heil durch kirchliche Handlungen zu vermitteln sei. Der Glaube an so Heilsvermittelndes wäre dann eine magische Vorstellung, ja machte die Magie aus. Stattdessen wirke Gott allein das Heil, calvinistisch ausgedrückt durch sein ewiges Prädestinieren allein. Da diese Vorstellung nun so leicht anschließbar ist an die Menschenrechtsideologie, reüssierte sie sowohl im Protestantismus wie auch in der Katholischen Kirche trotz ihrer spezifisch calvinistischen Herkunft in deren Erwählungslehre. Die Verprotestantiierung der Katholischen Kirche ist so genauer gesehen eine Vercalvinisierung, wenn man dabei die Umformung der calvinistischen Prädetinationslehre durch Karl Barth berücksichtigt mit ihrer Vermengelung mit der Menschenrechtsideologie.

Die vulgärisierte Version der Taufe: Gott liebt dies Kind und als Zeichen dieser Liebe wird es nun getauft, zeigt, wie diese Melange aus der calvinistisch-barthianischen Prädestinationslehre und der Menschenrechtsideologie sich in der kirchlichen Praxis manifestiert: Jeder Mensch sei ein Bejahter und die Taufe soll uns nur noch daran erinnern, daß es so sei und so auch diesem Kinde gälte.

 

Dienstag, 2. Januar 2024

Aus den Giftküchen der Universitätstheologie- ein weiteres Anschauungsbeispiel

 

Aus den Giftküchen der Universitätstheologie- ein weiteres Anschauungsbeispiel



Die Kunst der Brunnenvergiftung, die Hauptbeschäftigung der katholischen Univeristätstheologie bringt immer wieder Blüten, sagen wir eher Distelgestrüppe besonderer Eigenart hervor. Am 2.Jänner 2024 beglückt Kath de die Welt mit einem besonderen Meisterwerk dieser Disziplin: „Jan Loffeld betont Bedeutung der Sakramentalität in der Kirche. Theologe: Amtsstruktur und Kompetenzgesellschaft stehen in Konflikt“.

Dieser Pastoraltheologe hat zuvörderst von dem Reformator Luther gelernt oder einfacher abgeschrieben, daß das Urchristentum priesterlos war. Später kam es dann, spätestens wohl mit der Konstantinischen Wende, die allen liberalen Theologen der Sündenfall der Kirche war, zu der Mißbildung der hierarischen Struktur der Kirche.Aber nun möchte diese Pastoraltheologe der „Sakramentalität der Kirche“ doch noch etwas Positives abgewinnen,um nicht der Forderung nach einer priesterlosen Kirche zuzustimmen: Wozu bedarf es neben dem allgemeinen noch des besondere Amtspriestertumes? Wer nun erwartet hat, daß er gut katholisch die Notwendigkeit das Amtspriestertumes aus dem zu erbringenden Meßopfer der Kirche erwartet, hegt illusionäre Vorstellung über die heutige Universitätstheologie.Nein, das wäre ja katholisch! Stattdessen wird die Kirche als ein neues Sakrament, angeblich vom 2.Vaticanum neu erfunden,in die Debatte eingeführt: „Die katholische Kirche, gerade wenn wir vom Konzil her denken, kann nicht ohne jene Dimension der Sakramentalität: dass Gott allein das Heil schenkt und die Kirche das Zeichen und Instrument dafür ist, ja dass Gott das Heil der Welt möchte, dass er jeden Menschen heilen möchte, dass er mit jedem Menschen eine Beziehung aufbauen möchte. Ohne diese Dimension kann die katholische Kirche nicht existieren.“ . Nun lehrt die Kirche zwar gegen Luther, daß Gottes Gnade nicht alleinwirkend sondern zusammen mit der Natur das Heil wirkt, aber so genau nimmt man das eben heute nicht mehr.

Zudem scheint hier die Aufgabe der Evangeliumsverkündigung mit der der Sakramentenspendung verwechselt zu werden. Dem Getauftwerdenden wird seine Sündenvergebung durch das hl. Sakrament der Taufe vermittelt, aber nicht verkündigt dies Sakrament allen Menschen so das Heil, sondern konkret nur dem jetzt so Getauftwerdenden. Alle Sakramente vermitteln Gottes Gnade nur dem Empfänger und individualisieren so den allgemeinen Heilswillen Gottes. Wenn aber die Kirche das Sakrament wäre, das den universalistischen Heilswillen Gottes zum Ausdruck bringen würde,dann würde aber die eigentliche Sakaramentenpraxis der Kirche außer Acht gelassen.

Lutherisch wird dann dazu noch ausgeführt:„Sakramentalität bedeutet unter anderem eine bedingungslose Bejahung meines Lebens, die nicht wieder durch ein "Nein" oder "Ja, aber" relativiert wird. Dass mein Leben mit allen Brüchen, mit all seinen Fragmentierungen, mit allem gehalten ist, dass es etwas gibt, dass es jemanden gibt, der das heilt, was ich selber nicht zu heilen vermag und auch kein Mensch zu heilen vermag.“ Das ist nun eine vulgäre Verformung der lutherischen sola-gratia Rechtfertigungslehre. Luther wußte noch von der Heilsnotwendigkeit des Glaubens und der Taufe und für ihn galt: Wer vom wahren Glauben abfällt, verliert sein Heil, aber von diesen Conditionen wollen modernistische Lutheraner nichts mehr wissen.

Ganz abstrus geht es dann weiter: „In einer Gesellschaft, die egalitär und kompetenzorientiert ist und Wert auf Authentizität legt, steht das mit der sakramentalen Amtsstruktur in Konflikt.“ Dieser Pseudokonflikt entsteht nun allein dadurch, daß die Wirksamkeit der Weihe völlig vergessen wird: Die Diakonen- Priester-und Bischofsweihe vermitteln ja gerade die geistliche Vollmacht als die zur Ausübung dieser Dienste notwendige Kompetenz.Ohne eine gültige Weihe kann so ein Priester keine Sünden vergeben oder das kirchliche Meßopfer darbringen.

Völlig unklar bleibt nun aber in diesem Geschreibsele über die Sakramentalität, wozu es denn überhaupt zum Priester Geweihte in der Kirche gibt, wenn doch schon die Kirche sakramental sei. Macht dann nicht etwa die Sakramentalität der Kirche die sieben wirklichen Sakramente gar überflüssig?

Viel frappierender ist nun aber die Vorstellung einer bedingungslosen Bejahung des Lebens: Wird etwa durch das Sakrament der Taufe der Getaufte zu einem von Gott Bejahten, dann und nur dann ist die Taufe als ein Heil bewirkendes Zeichen gedacht, also als ein Sakrament oder bezeichnet die Taufe nur das Geliebtwerden des Zutaufenden, zeigt nur an, daß er schon immer ein von Gott Affirmierter war, ist und sein wird unabhängig von seinem Getauftwerden? Im letzteren Falle wäre die Taufe kein Sakrament mehr, im ersteren Falle wäre die bedingungslose Bejahung jedes Menschen in Frage gestellt, so wie es der Gottessohn selbst lehrte: „Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet, wer aber nicht glaubt,wird verdammt werden.“ (Mk 16,16)- wahrscheinlich wußte der Sohn Gottes von der bedingungslosen Bejahung jedes Menschen durch Gott noch nichts und bedarf so der Belehrung durch die zeitgenössische Pastoraltheologie.

Prinzipieller formuliert: Die Voraussetzung jeder Sakramentenspendung ist, daß ein Heilsgut durch das Sakrament an den Empfänger vermittelt wird,wobei zu klären ist, wie der Spender und der Empfänger qualifiziert sein muß, damit das Sakrament wirksam ist.Zur Gültigkeit der Firmung,der Eucharistie, der Beichte und der letzten Ölung ist die Weihe zum Priester notwendig, zum Priester kann nur ein Bischof weihen. Wenn aber Gott nur noch vorgestellt wird als allliebender Gott und wenn die Sakramente dann nur noch diese jeden Menschen geltende Liebe darstellen sollen, können die Sakramente keine Sakramente mehr sein, sie wirkten dann nämlich nichts mehr.  Hervorgehoben werden muß nun aber auch noch, daß die Eucharistie in erster Linie als sacrificium zelebriert wird und daß ohne einen dazu geweihten Priester kein Gott wohlgefälliges Opfer dargebracht werden kann. Erst ob des verhängnisvollen Einflusses Luthers begann man auch in der Katholischen Kirche über die Möglichkeit einer Kirche ohne Priester nachzusinnen, weil nun auch die Eucharistie nur noch eine Mahlfeier sein soll, in der uns die Liebe Gottes irgendwie begegne.

 

Nebenbemerkungen:

Authenzität meint heutzutage nichts anderes als eine schauspielerische Fähigkeit, etwa vor laufender Kamera den Satz: "Ich liebe Dich!" so zu sprechen, daß die Zuschauer auch in der ersten Reihe glauben, daß diese Aussage ehrlich gemeint ist. (Vgl dazu etwa sehr gediegen die Serie: "Sturm der Liebe". Daß die westlichen Gesellschaften egalitär seien, dem widersprechen die Frauenqoutenregeln, daß Menschen ob ihres weiblichen Geschlechtes Privilegien zukommen wie in den USA Farbigen, daß sie ob ihrer Rassenzugehörigkeit zu bevorzugen sind.  

Donnerstag, 14. Dezember 2023

Wie in einer evangelischen „Kirche“ das Beten abgeschafft wurde – ein Vorbild?

Wie in einer evangelischen „Kirche“ das Beten abgeschafft wurde – ein Vorbild?


Als Katholik bräuchte man sich über protestantische Absonderlichkeiten keine Sorgen zu machen, gälte es in der Katholischen Kirche nicht als ultraprogressiv, jede protestantische Narrerei nachzuäffen und als ökumenischen Fortschritt zu begrüßen.In dem amtlichen Gesangbuch der „Evangelisch-Reformierten Kirche Deutschlands“ des Jahres 1996 wird das Gebet abgeschafft. Nur noch seine Fassade bleibt stehen, seiner Substanz völlig entblößt.

Wie gelang nun diese Entkernungssanierung des Gebetes? Unter der Nummer 794 wird das neue modernisierte Gebetsverständnis exponiert. Wie in der zwischenmenschlichen Kommunikation ein Miteinanderreden ein sich für einander Öffnen sei, so öffne sich der Mensch Gott, wenn er mit ihm rede. „Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott.“ „Wir können ihm unser Leid klagen, und vor ihm aussprechen.“Auch bitten können wir Gott. Ergo: „Im Gebet bringen wir unser Leben vor Gott“, heißt es dann resümierend. Beten wir, so dürfen wir wie Jesus gewiß sein, daß Gott uns „hört“. Darin verbirgt sich nun die Pointe dieses modernen Gebetsverständnisses: Gott erhört nicht, er hört nur zu.

Aber hat das nun auch positive Folgen? „Dabei erfahren wir, daß der Druck des Alltages und die Last der Sorge von uns abfallen. Unsere Seele atmet auf.“ Also, nur dem Betenden nützt das Gebet, für andere zu beten, hilft denen in keinster Weise.Dem Betenden bringt sein Beten nur insoweit einen Nutzen, als daß sein Sichaussprechen ihn entlastet.Das Reden mit Gott ist so faktisch nur ein Monolog, der aber darauf vertraut, daß Gott zuhört. Nur antwortet Gott eben nicht.

Nicolas Gömes Davila urteilt über diese moderne Gebetspraxis: „Für den progressiven Katholiken ist das Gebet eine Ermahnung an sich selbst.“ („Es genügt,dass die Schönheit unseren Überdruss streift...Aphorismen, 2017,S.116) Das reformierte Gebetsverständnis gibt sich da etwas psychologischer: Beten sei ein wohltuendes Sichaussprechen. Wenn dies Gebetsverständnis sich erst in der Kirche heimisch macht, werden in ihr keine Opferkerzen mehr auf den Marienaltären entzündet und keiner besucht seinen Heiland betend vor dem Tabernakel, denn so würde die Kirche modern-vernünftig. 

Die "Reformierte Kirche" ist auch sonst sehr progressiv und damit vorbildbildend für den Reformkatholizismus. So wird auf "reformiert de" zur Taufe gesagt:

"Durch die Taufe wird ein Mensch unter den Segen Gottes gestellt und in die Gemeinschaft der christlichen Gemeinde aufgenommen. In unserer Kirche werden sowohl Kinder als auch Erwachsene getauft."  Die Taufe ist nur noch eine Segnungshandlung. Die Aufnahme in die "christliche Gemeinde" ist dann unwichtig, da auch ein Nichtmitglied am Gemeindeleben unlimitiert teilnehmen kann, außer daß er bei Gremienwahlen über kein Stimmrecht verfügt. "Außerhalb der Kirche kein Heil" gilt selbstverständlich nicht.  Das "Abendmahl" wird nicht einmal erwähnt, so unwichtig ist es den Reformierten. Könnte nicht so auch die Katholische Kirche ganz progressiv die Eucharistie loswerden? 

 

Montag, 27. November 2023

Siegt nun Luther endgültig in und über die Katholische Kirche Deutschlands?

Siegt nun Luther endgültig in und über die Katholische Kirche Deutschlands?



Die FAZ titelte am 26.11,2023: „Katholische Kirche : Den Papst ignoriert“: „Bischöfe und Laien scheren sich nicht um das Verbot des Papstes, sein Lieblingswort „Synodalität“ auf Deutsch auszubuchstabieren.“ Treffender kann die Nichtreaktion der Tagung des Laien-ZKs und der deutschen Bischöfe auf die „Roten Karten“ Roms nicht auf den Punkt gebracht werden. Auf Kath de durfte ein Hoftheologe des ZKs gar jubeln: „Theologe Müller: Katholiken lassen sich nicht mehr von Rom belehren“! (26.11.2023) Über die ZK-Sitzung jubelierte Kath de dann so:

„Mit Blick auf die innerkirchlichen Probleme zeigte sich der Laiendachverband robust. Betont unbeeindruckt reagierte man auf die am Freitag bekanntgewordene Note aus dem Vatikan, mit der Rom erneut mitteilte, die den Männern vorbehaltene Priesterweihe und die Lehre der Kirche zur Homosexualität seien nicht verhandelbar. Im Plenum war weder das noch der jüngste Papstbrief mit scharfer Kritik am deutschen Reformweg und dem neuen Synodalen Ausschuss wirklich Thema.“ (Kath de am 25.11.2023:

Luthers Kampf gegen Rom und die römische Theologie, sein Nein zum Papstamt, zu dem Lehr- und Regierungsamt findet nun im Wirken des Laien-ZKs und der dem ZK angeschlossenen Bischöfen seinen größten Sieg. Ganz losgelöst von der Katholischen Kirche, ihrer Lehrtradition und dem jetzigen einst als Reformer bejubelten Papst Franziskus soll nun die Kirche ganz neu erfunden werden.

Ginge es nach dem „Theologen“ Müller, diskutiert man nicht einmal mehr über die strittigen Punkte mit dem Papst. Diesem Homolobbisten ist dabei der Homosex ein besonders gewichtiges Anliegen: „Die Liebe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern – auch da, wo sie sexuell zum Ausdruck gebracht werde – sei Liebe und bleibe Liebe. "Diese Liebe steht grundsätzlich genauso unter dem Segen Gottes, wie das für die Liebe heterosexueller Partner und Partnerinnen zutrifft. Darüber muss auch nicht mehr diskutiert werden", so Müller weiter.“ (Kath de 25.11.2023 „ZdK beendet Vollversammlung in Berlin: Keine Panik auf der Titanic“)

Diskutiert werden müsse aber noch über die Causa der Zulassung der Frauen zu allen Weiheämtern, wobei nicht nur für diesen „Theologen“ das Ergebnis der Diskussion schon festgesetzt ist:

„Die Zulassung der Frauen zu allen Weiheämtern stehe dagegen noch aus. "Darüber wird diskutiert und muss diskutiert werden, auch wenn Papst Johannes Paul II. das untersagt hat, soweit es um die Zulassung von Frauen zum Priesteramt geht", betonte der Theologe. Wenn hier keine Änderung erfolge, werde es mit der Kirche weiter rapid abwärtsgehen.“

Nun könnten sich das Laien-ZK, die Reformbischöfe und ihre „Theologen“ es sich ja einfach machen, denn sie bräuchten doch nur anzuerkennen, daß all das von ihnen Erstrebte schon längst in der Lutherkirche verwirklicht ist. Die Katholische Kirche könnte katholisch bleiben und diese fänden dann in der EKD ihre wahre Heimat. Aber das reicht ihnen nicht, denn sie wollen nun eben die Katholische Kirche zerstören, indem sie sie verluthern: „Los von Rom“, nicht mehr Römisch-Katholisch sein sondern eine „Kirche“ ganz ab ovo neu zu gründen, das befriedigt die Destruktionsgelüste dieser Kirchenbekämpfer.

Merke: In der Katholischen Kirche Deutschlands gibt es wohl mehr "gläubige Protestanten" als katholisch Gläubige. Zudem: Der überwältigenden Mehrheit der Kirchenmitglieder ist das Gechick der Kirche gleichgültig, sodaß sie verprotestantisiert werden kann und kaum wer einen Einspruch dagegen erhebt.



 

Samstag, 7. Oktober 2023

Kardinal „Müller: Desorientierung im kirchlichen Bereich durch Synodalen Weg“ Eine neue "Kirche" soll entstehen

Kardinal „Müller: Desorientierung im kirchlichen Bereich durch Synodalen Weg“



Auf Kath de war dann zu lesen (7.10.2023):Müller beschuldigte die Befürwortern von Reformen in der Kirche zudem, einen politischen Reformbegriff auf die Kirche übertragen zu wollen. "Das mutet so an, als ob die Kirche sozusagen hinter der Aufklärung, hinter der Religionskritik, hinter der modernen Welt zurückgeblieben wäre. Und jetzt müssten wir sozusagen das Ganze umformen nach unserem Gusto".

Hier scheint dem Kardinal einiges durcheinander geraten zu sein, so zutreffend auch die gemeinte Kritik des kirchlichen Reformismus ist.Der politische Reformbegriff, so wie er jetzt im politischen Diskurs verwendet wird, ist der der Ära des Bundeskanzlers Helmut Schmidt, der die politische Reform als die Reduzierung des Wünschbaren auf das Mach-und Finanzierbare praktizierte: statt an die unendliche Perfektibilitierbarkeit durch Reformen zu glauben, gälte es, die Politik als die Kunst des Machbaren zu praktizieren.

Im Hintergrund stand eine geschichtsphilosophische Kontroverse, die zwischen dem orthodoxen Marxismus, daß die Geschichte aus sich heraus eine objektive Tendenz zur Erlösung der Menschheit in sich trage, in der durch Revolutionen die qualitativen Veränderungen sich ereigneten und daß nun die sozialistische das Ende des menschlichen Elendes erbringen werde. Der Revisonismus (Bernstein)wollte diese marxistische Theorie der SPD aufgeben,die Theorie der politischen Praxis angleichen,indem für eine konsequente Reformpolitik plädiert wurde. Dieses Verständnis von Reform wollte sich von der marxistischen Geschichtsphilosophie absetzen und die durch eine evolutionäre ersetzen: Die Geschichte sei ein kontinuierliches Voranschreiten zum Immerbesseren, ohne daß je ein Endzustand, daß alles nun gut sei, erreichbar sei.Politisch wurde der Reformbegriff aber erst somit in der Zeit nach dem Kanzler Brandt, die durch eine Reformeuphorie gekennzeichnet war: Man glaubte an die Verbesserbarkeit von allem.

Davon zu unterscheiden sind alle geschichtsphilosophischen Konstruktionen, für die die Menschheitsgeschichte ein einziger Prozeß der Weiter- und Höherentwickelung ist. Die Geschichte sei ein Fortschreiten zur Vernünftigkeit und zur Freiheit. Der Begriff der Reform spielt dabei m.W keine besondere Rolle, man dachte da viel großflächiger als daß der Fortschrittsglaube sich verband mit der Vorstellung von irgendwelchen Kabinetten, die Reformen beschließen würden.

Reformen im innerkirchlichen Diskurs bedeuteten nun etwas ganz und gar anderes, daß nämlich Teile der Kirche sich von ihrem normativen Ursprung entfremdet haben und somit zu ihrer Ur-sprungsform zurückzubringen sind.

Kardinal Müller hat somit einen geschichtsphilosophisch eingefärbten Reformbegriff im Sinne, keinen politischen. Vermutlich ist dieser ursprüngliich in der protestantischen Polemik gegen die Katholische Kirche beheimatet, daß der Protestantismus die zeitgemäße Auffassung des Christentumes sei, wohingegen die Katholische Kirche im mittelalterlichen Denken verharre. Die habe eben die Aufklärung und die moderne Welt verschlafen. Der rückwärtsgewandte Reformator Luther mutiert so zum Modernisierer. Der Fortschritt lasse so nur den Protestantismus als die einzig zeitgemäße Kirche zu, alles andere sei mittelalterlicher Obskurantismus.

Diese antikatholische Polemik, basierend auf den optimistischen Geschichtsphilosophien der Aufklärung bildet so das Fundament der Reformvorhaben des Synodalen Irrweges.Die kirchliche Konzeption der Normativität des Ursprunges, der Treue zur offenbarten Wahrheit wird nun ersetzt durch den Glauben an einen Menschheitsfortschritt im Laufe der Geschichte, dem jedes Retour zum Ursprung, jede wahre Re -form etwas rein Reaktionäres sein muß, denn man wolle aus dem vorwärtsfahrenden Zug der Geschichte aussteigen,um in die Vergangenheit umzukehren.

Die Gegenwart gilt dabei als das jetzt an Vernünftigkeit Realisierte,das die Katholische Kirche nun nachzuholen habe.Das,was jetzt als wahr gilt, soll dann die Norm für die Kirche bilden und nicht mehr die völlig veralteten Offenbarungswahrheiten. Darum soll die Kirche sich auch nicht einfach willkürlich modernisieren sondern nur das, was als progressiv gilt,darf ihre Norm sein. Progressiv ist somit die Antithese zu allem Popularistischen, das als reaktionär zu verwerfen sei. Faktisch heißt das dann, daß die Kirche den modernen Protestantismus nachäffen soll, um der Moderne gemäß zu sein. Nur ärgerlich, daß die schon untergegangen ist: Wir leben in der Postmoderne!


 

Samstag, 5. August 2023

Franziskus: „Gott liebt uns so, wie wir sind“- über den Traditionsbruch der nachkonziliaren Kirche

Franziskus: „Gott liebt uns so, wie wir sind“- über den Traditionsbruch der nachkonziliaren Kirche In der „Tagespost“ am 4.8.2023 konnte man unter diesem Papstzitat lesen:„Gott liebt uns so, wie wir sind, nicht so, wie wir gerne wären oder wie die Gesellschaft uns gerne hätte“: Mit dieser zentralen Botschaft hat Papst Franziskus am Donnerstagabend die Teilnehmer des Weltjugendtags in Lissabon begrüßt.“ Entspricht das der Verkündigung Jesu Christi oder der Lehre der Kirche? Jesus kam doch,um es bildlich zu sagen als Arzt zu den Kranken, um sie zu heilen, zu den Sündern,um sie zu erlösen. Sagt der Erlöser zu dem Sünder: „Gott liebt Dich,wie Du bist“? Aber unser Sündersein gehört seit dem Sündenfall zu uns, schon von unserer Geburt an. Zu wem könnte da der Erlöser sagen: „Gott liebt Dich, so wie Du bist“? Ja, wozu bedürften wir dann noch gar einer Erlösung, wenn wir, so wie wir sind, Gott gefallen? Der Papst liquidiert mit diesem einen Satz die gesamte christliche Erlösungslehre und somit auch das ganze Evangelium. Woher stammt dann diese eigentümliche Vorstellung? Sie verdankt sich einem spezifischen Problem der reformatorischen Rechtfertigungslehre. Der Kerngedanke läßt sich so bestimmen:Der von Gottes Gesetz angeklagte Mensch kann ob seines Sünderseins nur durch Gottes Gnade gerechtfertigt werden, wenn er die Gnade im Glauben an Jesus Christus sich aneignet. Wo erfährt nun der moderne Mensch noch dies ihn anklagende Gesetz, dem er zustimmen will, es zu halten und doch daran notwendig scheitert? Die Leistungsgesellschaft und die verinnerlichten Leistungsnormen erfüllten jetzt die Aufgabe des Gesetzes. Das Evangelium, das einst ihm die Sündenvergebung verhieß, transformiert sich nun um zu der Zusage Gottes, daß er jeden Menschen bejahe, auch den, der die gesellschaftlichen Leistungsnormen nicht erfülle. Die Liebe Gottes gälte eben jedem Menschen, weil er ein Mensch ist als die hinreichende Bedingung seines Geliebtwerdens von Gott. Gottes Liebe wird so naturalisiert: Es sei die Natur Gottes, seine Geschöpfe zu lieben, weil sie eben seine Geschöpfe sind. Auch der so von Gott Bejahte lebt nun weiterhin in einer Leistungsgesellschaft, nur daß er nun seinen Selbstwert nicht mehr abhängig machen bräuchte von der Frage: Erfülle ich die Leistungsnormen hinreichend, um mich selbst bejahen zu können. So versucht der Protestantismus, dem säkularisierten Bürger das Evangelium als einfache Bejahung seines Menschseins zu vermitteln. Auf Jesus Christus und auf den Erlösungsglauben kann dann und muß dann ganz verzichtet werden. Stattdessen tritt die Nächstenliebereligion. Der Papst sagt: „Die Nächstenliebe ist der Ursprung und das Ziel des christlichen Weges“ Kath de am 4.8.2023. Wo bleibt hier die Liebe zu Gott, die Verheißung des ewigen Lebens in der Gemeinschaft mit Gott?Hier muß dies Wort des Papstes ernst genommen werden: Der christliche Glaube ist nichts anderes als eine praktizierte Humanität. Die fundiert sich in dem Glauben, daß Gott jeden Menschen, so wie er ist, bejaht, sodaß wir auch jeden, so wie er ist, zu lieben, zu bejahen haben! Mehr soll die nachkonziliare Religion nicht mehr zu sagen haben.

Samstag, 8. Juli 2023

„Pollack: Überwiegende Mehrheit der Katholiken denkt protestantisch“

„Pollack: Überwiegende Mehrheit der Katholiken denkt protestantisch“ Mit dieser Überschrift irritierte Kath de am 7.7.2023 sicher manchen Leser: Soll das nun heißen, daß in Deutschland der Weg frei ist für eine totale Verprotestantisierung der Kirche oder soll so der Identitätsverlust der Kirche konstatiert werden? So steht es da nun geschrieben: „Aus Sicht des Münsteraner Religionssoziologen Detlef Pollack nehmen Differenzen zwischen den christlichen Konfessionen und Konfessionslosen in Deutschland immer weiter ab. >Ich würde sagen, dass die überwiegende Mehrheit der Katholiken und Katholikinnen in Deutschland tatsächlich protestantisch denkt<, sagte Pollack.“ Es frägt sich nun, wie dieser Religionssoziologe zu dieser Erkenntnis gekommen ist, wie sicher dies Ergebnis ist. Aber ich finde keine überzeugenden Argumente, dem zu widersprechen. Die Ökomene hat sicher zu diesem Niedergang beigetragen, aber viel mehr wohl die konfessionsverschiedenen Ehen, da in so gearteten Familien kaum noch etwas wirklich Katholisches vermittelt wird. Wenn in solchen Familien noch christlich erzogen wird, dann wird es ein Schnittmengenchristentum sein, das, was beiden Confessionen gemeinsam ist. Beten Katholiken zu dem dreifaltigen Gott und zu Maria und den Heiligen, und betet der Evangelische nur zu Gott, dann betet man in einer confessionsverschiedenen Ehe nur noch zu Gott. So geht es dann zu in allen confessionellen Differenzen, daß das Evangelische sich durchsetzt. Aber dann ist in dem Artikel gar zu lesen: "Aber von einer beobachtenden, analytischen Perspektive muss ich konstatieren: Die Reformvorstellung vieler Katholikinnen und Katholiken, einschließlich derer, die sich beim Synodalen Weg engagieren, führt zu einer im Kern radikal anderen Kirche, als die, welche sie historisch haben." Die Reformvorhaben entkernten die Katholische Kirche: "Dann verwischt man das, was die katholische Kirche im Kern ausmacht." Dies so klar und eindeutig auf Kath de formuliert zu lesen bekommen, verblüfft nun wirklich. Die vorgesehene Demokratisierung der Kirche führe so unweigerlich zu ihrer Entkatholisierung. Ja, die Mehrheit der Katholiken Deutschlands wolle keine katholisch seiende Kirche. Die Hoffnung auf eine katholische Basis, auf eine schweigende Mehrheit, die ihr Ja sagt zum Katholischsein der Kirche, muß wohl als eine fromme Illusion angesehen werden. Der Protestantismus erscheint dem (post)modernen Bürger eben als eine ihm gemäße Form des Christentumes.

Donnerstag, 6. Juli 2023

Bischof Bätzing= ein neuer Luther? Oder der Wille zur Selbstverprotestantisierung der Kirche

Bischof Bätzing= ein neuer Luther? Der „Tagesspiegel“ berichtet:“Bischof Bätzing vs Franziskus: Der Papst ruiniert die katholische Kirche“ 4.7.2023. Dieser Bischof kämpft für die Reformagenda des Synodalen Weges. Dafür scheue er auch „die Konfrontation mit Rom nicht, weder mit Woelki noch mit Franziskus. Und 23 der 27 deutschen Bischöfe stehen hinter ihm.In Anlehnung an einen katholischen Mönch, der ein Reformator wurde: Da steht er und kann nicht anders. Bischof Bätzing will erkennbar auch nicht mehr anders. Wer hätte gedacht, dass es so weit kommt? Luther lässt grüßen.“ Befremdich und recht unübersichtlich stellt sich so die augenblickliche Gefechtslage dar. Der einstige Hoffnungsträger für eine Modernisierung und Verliberalisierung der Kirche wird nun vom Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz als der Verhinderer der Reformagenda des Synodalen Irrweges kritisiert, ja der Papst ruiniere so die Kirche, die nur noch die Reformen des Synodalen Weges zu retten sei. Die „Tagespost“ erblickt hier eine Ähnlichkeit zu Luther. Zu recht, denn die anvisierten Reformen, würden sie umgesetzt, erbrächten eine Verprotestantisierung der Katholischen Kirche. Papst Franziskus selbst bemerkte ja dazu, daß es in Deutschland schon eine evangelische Kirche gäbe, wozu sollte dann da noch eine zweite kreiert werden. Aber die Reformer sehen nur noch eine Perspektive für die Kirche, wenn sie sich verprotestantisiert und so ihr Katholischsein aufgibt. Kardinal Woelki war nun auch einst der Liebling aller politisch Korrekten, als er sich zum überschwenglichen Bejubler der Politik der offenen Grenzen aufschwang, die Liebe zu den „Flüchtlingen“ zur höchsten Tugend verklärte. Aber um so tiefer fiel er dann, je mehr er sich als der deutsche Kritiker desVerprotestantisierungswillens des Synodalen Irrweges profilierte. Dieser Kritiker muß weg, zumal er nun mit drei ebenso conservativen Bischöfen die Finanzierung der Installation eines Synodalrates, der die Kirche dann regieren sollte, verhinderte. In der neuen Synodalkirche Deutschlands ist eben kein Platz für conservative Katholiken. Wird nun Bischof Bätzing Luther folgend seine „Kirche“ von Rom abtrennen, um eine neue zu erschaffen? Die Grundlagen für eine „Neukatholische Kirche“ werden ja nun gelegt werden durch die demokratische Struktur der Kirche,aber man möchte doch den Anschein waren, noch katholisch zu sein. Die Fassade wird stehen bleiben, während die Kirche entkernt wird. Gelbe Karten hat Rom bisher gezeigt, aber die Akteure der Reformagenda spielen weiter munter ein Foul nach dem anderen.Wenn die Bischöfe in ihrem Kampfverbund mit dem Laien-ZK die Deformagenda umsetzen können, dann muß ernsthaft gefragt werden, ob diese so deformierte Kirche noch katholisch ist. Der Ungeist Luthers scheint zum zweiten male in Deutschland zu triumphieren und bis jetzt fand Rom noch kein Mittel, diese Selbstzerstörungstendenz zu stoppen!

Freitag, 3. März 2023

Bischof Bätzing auf den Spuren Luthers

Bischof Bätzing auf den Spuren Luthers Nicht, daß dieser Bischof das Format Luthers aufwiese, aber die antirömische Haltung immitiert er schon, auch wenn diese Nachäffung wirklich nicht mal theatralisch überzeugend wirkt. Die von Kath de gewählte Überschrift bringt diese antirömische Insubordination auf den Punkt: „Bischof Bätzing kritisiert Nuntius Eterovic scharf.“ Ja, Bischof Bätzing sagt: „Es sei phasenweise fast unerträglich gewesen, dem zuzuhören.“ Auch „distanzierte sich Bätzing auch vom Papst: "Da sage ich: Heiliger Vater, das kannst du vortragen, ja. Du kannst aber nicht verlangen, dass man das annimmt." (2.März 2023) So polemisch reagierte dieser Bischof auf die Klarstellungen des Nuntius, daß das Frauenpriestertum nicht in der Kirche eingeführt werden dürfe und daß die Installation von „Räten“ auf allen Ebenen der Kirche als Entscheidungsgremien inkompatibel sei mit dem hierarischen Aufbau der Kirche. Bischof Bätzing, den Papst andutzend, zeigt dem einfach eine „Rote Karte“, denn der Papst könne zwar verlautbaren, was ihm gefalle, aber die Bischöfe Deutschlands machen, was ihnen gefalle. So einfach liquidiert dieser Pseudobischof das Lehramt der Kirche, die Verbindlichkeit der Tradition und das Zeugnis der hl. Schrift! Ganz im Ungeiste der Rotte Korach rebelliert man hier, indem man gegen die Ordnung der Kirche revoltiert natürlich in erster Linie gegen Gott selbst, dem Geber der Kirchenordnung. (Vgl 4.Mose 16) Die durch den Synodalen Irrweg konzipierte Verprotestantisierung gipfelt eben konsequenterweise im Nein zum Lehramt der Kirche.Bischof Bätzing agiert hier eindeutig schismatisch, aber in der Kirche gilt, was auch im Fußball gilt: Ein Tor ist nur ein Tor, wenn der Schiedsrichter es pfeift und so ist dieser Bischof erst ein Schismatiker, wenn er von Rom so verurteilt wird. Es drängt sich der Verdacht auf, daß Bischof Bätzing und seine Mitrevoluzzer darauf setzen, daß Rom es bei bloßen Worten genügen läßt, um dann zuzusehen, wie die Mehrheit der Bischöfe die Katholische Kirche hinter sich läßt, um eine neue zeitgeistgemäße „Kirche“ zu kreieren. Nur Luther hat sich von der Kirche separiert, um eine neue zu stiften, die jetzigen Antirömer wollen aber die Besitzstände der Kirche in die neue hinüberretten und betiteln so die neue Kirche weiterhin als „katholisch“, obzwar sie ganz erfüllt ist vom Geiste des Protestantismus, der Rotte Korach nachfolgend. Zusatz Kath de jubelt (3.3.2023): Kfd: Zeit des "stillen Gehorsams" gegenüber Rom ist vorbei

Freitag, 20. Januar 2023

"Heilsamer Neuanfang: Warum ein deutsches Schisma unausweichlich ist"

„Heilsamer Neuanfang:Warum ein deutsches Schisma unausweichlich ist“ So betitelt Kath net am 19.Jänner 2023 einen bedenkenswerten Kommentar zur jetzigen Lage der Katholischen Kirche Deutschlands. Es soll nun eine Annäherung an das Problem eines möglichen deutschen Schismas versucht werden. Das Problemfeld soll nun hier abgeschritten werden. Zu distinguieren wäre zwischen einem objektiven Schisma und einer offiziellen Beurteilung als Schisma. Im Fußballspiel gilt, daß erst dann ein Tor ein Tor ist, wenn es durch den Schiedsrichter als Tor beurteilt, anerkannt werden. So kann ein objektiv geschossenes Tor als ungültig erklärt werden und ist dadurch kein Tor. Müßte dann nicht geurteilt werden, daß erst dann deutsche Bischöfe oder der Synodale Irrweg schismatisch sind, wenn das Rom so beurteilt. Wenn nun die Zuschauer an den Empfangsgeräten und die Fußballkommentatoren übereinstimmend sagen: „Das war ein Tor!“, dann wird diese Aussage ja erst wahr durch das Schiedsrichterurteil: Tor! Aber gibt es nun nicht auch das Recht, ein Schiedsrichterurteil als falsch anzusehen? Aber das Fehlurteil bliebe rechtsgültig bestehen. Daß Papst Franziskus, bzw Rom couragiert so deutschen Bischöfen die „Rote Karte“ zeigen würde durch die Beurteilung als chismatisch, ist schwer vorstellbar. Nicht nur der Theologe Striet jubelt, daß weder Rom noch irgendwelche Bischöfe mehr die Macht haben, das, was sie für wahr halten, durchzusetzen. Daß Bischöfe faktisch das geltende Kirchenrecht in ihren Diözösen außer Kraft setzen, mit der Lehre der Kirche Unvereinbares bejahen, kann nicht mehr übersehen werden. Man lese dazu einmal das 10 Punkteprogramm des Bischofes Bätzing zur Sexualmorallehre: Die Kirche bejahe die Diversität gelebter Sexualität: Alles ist gut! Daß Frauen in Meßgottesdiensten predigen, homomosexuellen Paaren der Segen gespendet wird, daß in Bälde die Bistümer durch einen Zentralrat aus dem Laien-ZK und dem Bischofsratsvorsitzenden regiert werden soll, alles sind mit der Lehre und der Disziplin der Kirche Unvereinbares, aber Bischöfe machen das einfach, weil sie selbst schon innerlich aus der Kirche emigriert sind als Kryptoprotestanten. Kryptoprotestantische Bischöfe sind objektiv geurteilt keine katholischen mehr und sind somit auch schismatisch aber solange sie so von Rom nicht beurteilt werden, sind sie all dies auch nicht. Das Tor ist zwar geschossen, aber der Schiedsrichter hat das Tor noch nicht gegeben. Für die deutschen Reformbischöfe gibt es nun keinen vernünftigen Grund, sich von Rom zu separieren, sie setzen darauf, weitestgehend machen zu können, was sie wollen, den Rom verfügt wohl nicht mehr über die Autorität, sie zu stoppen.So kann etwa, wenn das Frauenpriestertum nicht durchgesetzt werden, ja die Kompetenz der Laien so erweitert werden, daß faktisch Frauen als Pfarrer in den Gemeinden wirken können. Mit etwas Kreativität könnte so die Kirche weitestgehend entkatholisiert werden, nur das Namensschild bliebe hängen. Dabei könnten dann die Reformbischöfe guten Gewissens erklären: „Wir sind nicht schismatisch, denn die „Rote Karte“ wird uns nicht gezeigt!“ Aber den prominentesten Reformkritiker, Kardinal Woelki, den werden wir in Bälde weggemobt haben, um zu demonstrieren, daß katholische Bischöfe in Deutschland nicht mehr geduldet sind. Das Schisma ist so offensichtlich und doch nicht wahr, weil Rom nicht eingreift. 1 Zusatz: Für einen Neuanfang in oder gar der Kirche sehe ich selbst keinerlei Anzeichen, so ist die Hoffnung auf einen wie auch immer geratenen Neuanfang pures Wunschdenken, wenn nicht der Herr der Kirche selbst ein solches Wunder eines Neuanfanges bewirkte. 2.Zusatz: Wäre die Verprotestantisierung und Versäkularisierung nur die vorherrschende Tendenz im deutschen Katholizismus, könnte man sich eine Separierung von Rom imaginieren, aber ist diese Tendenz nicht zumindest in allen westeuropäischen Ländern vorherrschend, auch und gerade in Rom unter dem jetzigen Papst .

Donnerstag, 20. Oktober 2022

Kardinal„Hollerich: Ohne Konzil wäre die Kirche heute eine kleine Sekte“.


Kardinal„Hollerich: Ohne Konzil wäre die Kirche heute eine kleine Sekte“.



Diese Erkenntnis offenbarte uns Kath de am 19.10.2022: „Kritik an Widerstand von Traditionalisten gegen Zweites Vatikanum“.Aber das Urchristentum war doch anfänglich auch nur eine kleine Sekte. Nun ja, da wird wohl am Anfang einiges falsch gelaufen sein, aber jetzt habe dies Konzil die Anfangsfehler korrigiert und sei so nun weit entfernt davon, eine Sekte zu sein. Nur passen die Tatsachen nicht recht in dies Narrativ, denn unbestreitbar geht es seit dem 2. Vaticanum in den Kernländern der Kirche nur noch bergab. Ob auf die Gottesdienstteilnehmerzahlen, die Zahl der Priester oder auf das Glaubenswissen in den Gemeinden geschaut wird: Überall verdunstet der christliche Glaube.

3 Interpretationsmöglichkeiten sind geläufig im theologischen Diskurs: daß es keinen Zusammenhang zwischen diesem Konzil und dem danach einsetzenden Niedergang gäbe, daß das Konzil mitverantwortlich sei oder daß trotz des Konziles der Niedergang sich nun ereigne. Kardinal Hollerich präsentiert nun eine 4.Version: Ohne das Konzil sähe alles noch viel schlimmer aus. Für diese These kann der Kardinal nun keinen einzigen Beweis anführen, stattdessen polemisiert er gegen den Lieblingsfeind aller Reformer,gegen die Traditionalisten. Nur auf eine simple Frage kann er keine Antworten geben, warum denn die Katholische Kirche nach ihrem „Sündenfall“, nicht auf den „Reformer“ Luther zu hören, und stattdessen sich von der vorkonziliaren Theologie vom Trienter Konzil bis zum 2.Vaticanum dominieren ließ, keinen solchen Niedergang erlitt und der erst eintrat, nachdem man in der Verprotestantisierung der Kirche ihr Heil suchte.

Jetzt soll der „Synodale Weg“ diese Verprotestantisierung krönen, sodaß gar Papst Franziskus anfrug, wozu es denn in Deutschland noch eine protestantische Kirche geben solle. Die EKD reiche doch. Würde der Trainer von Dortmund erklären, daß er vom abstiegsgefährdeten Bochum Ideen erwartet, wie sie deutscher Fußballmeister werden und nicht wieder der FC-Bayern, man erklärte den Trainer für verrückt, aber die Kirchenreformer erwarten die Rettung dadurch, daß sie den völlig darniederliegendem Protestantismus kopieren wollen. Das ist mehr als absurd.


 

Freitag, 2. September 2022

Ein vergessenes Reformverständnis = zurück zum Ursprünglichen!

Ein vergessenes Reformverständnis = zurück zum Ursprünglichen!


Wer den aktuellen innerkirchlichen Diskurs über die „notwendigen“ Reformen, die Klage über einen vermeintlichen „Reformstau“ mitverfolgt, dem müßte eigentlich eines auffallen, daß nicht mehr klassisch von einem Zurück zu den Ursprüngen der Kirche die Rede ist, sondern daß das Argument dominiert, daß die Kirche dem allgemeinen Fortschritt verschlafen und ihn nun nachzuholen habe. Es ist so, als stünde die Katholische Kirche immer noch im Mittelalter, wohingegen die „Kirchen der Reformation“ sich modernisiert hätten, sie seien eben in der Moderne angekommen. Jetzt gälte es also, in der Gegenwart anzukommen, die durch die normativen Vorgaben der Demokratie, der Menschenrechte und der Liberalität bestimmt sei. Darum muß eben auch die Modernisierung der Kirche einer Verprotestantisierung gleichen, denn der Protestantismus ist die Gestalt der reformatorischen Theologie der Moderne.

Kann da noch das ursprüngliche Reformverständnis, das ein Retour zum Ursprunge meint, ein Element dieses Reformdiskurses sein? Die Vorstellung eines normativen Anfanges, von dem sich dann die Kirche fortentwickelt habe und nun aus dieser Entfremdung sich zurückrufen läßt, ist unversöhnlich mit der Fortschrittsideologie, daß die Anfänge immer nur das Nochnichtentwickelte bedeuten,die überwunden werden müssen. Kinder müssen eben aus ihren Kinderschuhen herauswachsen.

Materialiter läßt sich die Reformagenda des Synodalen Irrweges auch schwerlich mit der Maxime einer Rückkehr zum Ursprünglichen legitimieren. Zu deutlich dominiert da der Wille zur Zeitgemäßheit. Die Zeitgemäßheit konnte dabei nur soweit zu dem Kriterium einer sachgemäßen Ecclesiologie avancieren, wie die Fortschrittsideologie in der Kirche Anerkennung fand. Denn die Zeit wird ja in dieser Ideologie verstanden als ein Entwickelungsprozeß, der unaufhaltsam vom Niedrigen zum Höheren aufsteigt, sodaß das, was gestern noch als wahr galt, heute schon überholt und veraltet ist. So kann nur das Zeitgemäße wahr sein, indem alle Wahrheit in dem Laufe der Zeit immer wieder überholt wird.


Wer also ein Retour zu den Ursprüngen einfordert, gleicht einem Erwachsenen, der sich nach seiner verlorenen Kindheit sehnt. So wird das Reformkonzil von diesen Fortschrittsgläubigen einerseits gegen jede conservative Kritik verteidigt, weil die ein Zurück zum Ursprünglichen fordert und andererseits wird ein Über -das- Konzil- Hinaus gefordert, weil selbst das 2. Vaticanum beginnt, zu veralten.


So scheint das ursprünglich kirchliche Verständnis von einer Reform nicht mehr ein Bestandteil des Reformdiskurses sein zu können. Wie sollte auch die Normativität des Ursprünglichen noch begründet werden in dem Modell des Fortschrittes, in dem ein Sichentfernen vom Ursprung als ein Positives beurteilt wird. Materialiter heißt das ganz einfach, daß Jesus von Nazareth und das Urchristentum so sehr zeitbedingt sind, daß außer ein paar Kerngedanken, daß Gott als die Liebe alle und jeden Menschen liebe, alles andere für uns Heutigen keine Bedeutung mehr haben könne, denn wir sind doch schon so viel weiter als die Damaligen.