Donnerstag, 14. Dezember 2023

Wie in einer evangelischen „Kirche“ das Beten abgeschafft wurde – ein Vorbild?

Wie in einer evangelischen „Kirche“ das Beten abgeschafft wurde – ein Vorbild?


Als Katholik bräuchte man sich über protestantische Absonderlichkeiten keine Sorgen zu machen, gälte es in der Katholischen Kirche nicht als ultraprogressiv, jede protestantische Narrerei nachzuäffen und als ökumenischen Fortschritt zu begrüßen.In dem amtlichen Gesangbuch der „Evangelisch-Reformierten Kirche Deutschlands“ des Jahres 1996 wird das Gebet abgeschafft. Nur noch seine Fassade bleibt stehen, seiner Substanz völlig entblößt.

Wie gelang nun diese Entkernungssanierung des Gebetes? Unter der Nummer 794 wird das neue modernisierte Gebetsverständnis exponiert. Wie in der zwischenmenschlichen Kommunikation ein Miteinanderreden ein sich für einander Öffnen sei, so öffne sich der Mensch Gott, wenn er mit ihm rede. „Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott.“ „Wir können ihm unser Leid klagen, und vor ihm aussprechen.“Auch bitten können wir Gott. Ergo: „Im Gebet bringen wir unser Leben vor Gott“, heißt es dann resümierend. Beten wir, so dürfen wir wie Jesus gewiß sein, daß Gott uns „hört“. Darin verbirgt sich nun die Pointe dieses modernen Gebetsverständnisses: Gott erhört nicht, er hört nur zu.

Aber hat das nun auch positive Folgen? „Dabei erfahren wir, daß der Druck des Alltages und die Last der Sorge von uns abfallen. Unsere Seele atmet auf.“ Also, nur dem Betenden nützt das Gebet, für andere zu beten, hilft denen in keinster Weise.Dem Betenden bringt sein Beten nur insoweit einen Nutzen, als daß sein Sichaussprechen ihn entlastet.Das Reden mit Gott ist so faktisch nur ein Monolog, der aber darauf vertraut, daß Gott zuhört. Nur antwortet Gott eben nicht.

Nicolas Gömes Davila urteilt über diese moderne Gebetspraxis: „Für den progressiven Katholiken ist das Gebet eine Ermahnung an sich selbst.“ („Es genügt,dass die Schönheit unseren Überdruss streift...Aphorismen, 2017,S.116) Das reformierte Gebetsverständnis gibt sich da etwas psychologischer: Beten sei ein wohltuendes Sichaussprechen. Wenn dies Gebetsverständnis sich erst in der Kirche heimisch macht, werden in ihr keine Opferkerzen mehr auf den Marienaltären entzündet und keiner besucht seinen Heiland betend vor dem Tabernakel, denn so würde die Kirche modern-vernünftig. 

Die "Reformierte Kirche" ist auch sonst sehr progressiv und damit vorbildbildend für den Reformkatholizismus. So wird auf "reformiert de" zur Taufe gesagt:

"Durch die Taufe wird ein Mensch unter den Segen Gottes gestellt und in die Gemeinschaft der christlichen Gemeinde aufgenommen. In unserer Kirche werden sowohl Kinder als auch Erwachsene getauft.Die Taufe ist nur noch eine Segnungshandlung. Die Aufnahme in die "christliche Gemeinde" ist dann unwichtig, da auch ein Nichtmitglied am Gemeindeleben unlimitiert teilnehmen kann, außer daß er bei Gremienwahlen über kein Stimmrecht verfügt. "Außerhalb der Kirche kein Heil" gilt selbstverständlich nicht.  Das "Abendmahl" wird nicht einmal erwähnt, so unwichtig ist es den Reformierten. Könnte nicht so auch die Katholische Kirche ganz progressiv die Eucharistie loswerden? 

 

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